Einer der wichtigsten Rechtsgrundsätze lautet: “audiatur et altera pars“.
Dem soll mit diesem Beitrag zum neuerlich ausgebrochenen Irak-Konflikt Rechnung getragen werden (in Fortsetzung)
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In den letzten Monaten ist es auch hier schwer (gemacht worden), Meldungen zu posten (und online zu halten)
Der Vorsitzende der Fataḥ-Koalition, Hamâm at-Tamîmî, warnte am 19.8.2019 die sog. US-geführte Koalition davor unter Vorgabe eines Irrtums [wie früher schon mehrfach passiert, vgl.u.] systematische Luftangriffe auf Positionen der Volksmobilisierungskräfte (i.e. al-Ḥašd aš-Šaʽbî ) wie der Sicherheitskräfte (Bundespolizei) zu unternehmen. Zugleich forderte er die irakischen Legislativ- und Exekutivbehörden auf, der Präsenz dieser Koalition und anderer ausländischer Streitkräfte endlich ein Ende zu setzen. Gegenüber dem SANA-Korrespondenten in Bagdad unterstrich at-Tamîmî, derartige Angriffe schüfen einen gefährlichen Präzedenzfall.
Luftangriffe der US-geführten Koalition nähmen seit 2014 bis heute die al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Einheiten wie die Bundespolizei zum Ziel, ohne daß eine wirkliche Abschreckungsmaßnahme [außer Protesten, vgl.u.] geschehe. Da es sich um ausländisches Militär handele, müsse die Regierung entsprechend irakischem Gesetz handeln und diese davon abhalten, weiter die irakische Souveränität zu verletzen.
Die Präsenz dier Koalition sei zudem völlig unötig, vor allem seit der Erklärung der Zerschlagung der IS-Terrororganisation durch die irakischen Streitkräfte. (https://www.sana.sy/?p=998212)
Von Abgeordneten des Parlaments in Bagdad wird die Diskussion der militärischen US-Präsenz im Land wieder aufgenommen, welche die Monate zuvor schon erhebliche Kritik quer durch alle Schichten und Parteien geerntet hatte (vgl.u.). Der parlamentarische Ausschuß für Sicherheit und Verteidigung forderte am 18.8.2019 das Ende dieser Präsenz im Land. Badr az-Zayâdî, Mitglied dieses Ausschusses und Vorsitzender der Sâ´irûn-Koalition für die Provinz al-Baṣrâ setzte hierzu dem SANA-Korrespondenten in Bagdad auseinander: „In den letzten Jahren hat der Irak eine große Anzahl von amerikanischen Verstößen und Übergriffen zu Lasten der Souveränität des Iraks in einer Weise erlebt, welche die Fortsetzung des feindseligen Vorgehens der Vereinigten Staaten und ihrer Streitkräfte im Land zeigt.“ Er fuhr fort: „Diese Übergriffe können nicht unbeantwortet bleiben.“ Außerdem müsse „unbedingt eine parlamentarische Entschließung verabschiedet werden, die Washington verpflichtet, sich nicht in die Angelegenheiten des Iraks einzumischen “ und gegen seine Souveränität zu verstoßen.“ Az-Zayâdî setzte hinzu: „Die Aufsichtspflicht des irakischen Parlaments erfordert es, den Punkt der amerikanischen Übergriffe auf die Tagesordnung der ersten Ratssitzungen setzen.“
Ein weiterer Abgeordneter der Sâ´irûn„-Koalition, Ṣâdiq as-Sulaiṭî, bestätigte seinerseits, im irakischen Parlament arbeite eine große Abgeordnetenzahl darauf hin, die Ausgabe des Gesetzes zu beschleunigen, kraft dessen in der nächsten Session die US-amerikanischen Streitkräfte aus dem irakischen Territorium entfernt werden. Mehr als 100 Unterschriften von Abgeordnete seien bereits zusammengekommen, welche einen weiteren Verbleib der US-Streitkräfte im Irak verweigern.
As-Sulaiṭî zeigte sich sicher: „Eine Reihe betroffener parlamentarischer Ausschüsse, wie die Verteidigungs-, Außen- und Rechtsausschüsse, arbeiten an dem Gesetz, das umgesetzt und den Mitgliedern des Rates vorgelegt werden soll. Das Gesetz wird zur ersten und zweiten Lesung vorgelegt, dann debattiert, geändert und genehmigt.“ (https://www.sana.sy/?p=997640)
Am selben Tag (18.8.2019), betonte der iranische Verteidigungsminister, Brigadegeneral Amîr Ḥâtimî, in Teheran seinem Gast, dem irakischen Innenminister, Yâsîn Ṭâhir al-Yâsirî, gegenüber die notwendige Stärkung der Verteidigungsstruktur der irakischen Streitkräfte angesichts der gegenwärtigen Bedrohungen. auc sei die iranische Unterstützung für den Irak bei der Ausrottung des Terrorismus auf seinem Gebiet kein kurzfristiger Schritt, sondern eine langfristige Strategie.
Wichtige unterschiedliche Sicherheitsfragen bedingten laufende Konsultationen.
Innenminister al-Yâsirî bestätigte seinerseits, die militärische und sicherheitspolitische Zusammenarbeit beider Nachbarländer sei eine der Hauptprioritäten der irakischen Regierung. Zudem dankte er für die wichtige iranische Hilfe bei der Terrorismusbekämpfung in seinem Land. Gemeinsame Interessen erforderten, daß beiden Länder ihre Beziehungen auf verschiedenen Ebenen stärkten, meinte auch er. (https://www.sana.sy/?p=997893)
Qaṭarî al-ʽUbaidî, al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Führer in der westlichen Provinz al-Anbâr, informierte am 18.8.2019 as-Sûmariyya News darüber, daß Sicherheitskräfte des al-Ğazîra-Kommandos, unterstützt von einer Truppe von al-Ḥašd aš-Šaʽbî das Wâdî al-Ḥaurân-Gebiet westlich al-Baġdâdi in der Region von Hît in der Provinz al-Anbâr durchkämmt hätten. Dabei sei ihnen eine Autobombe aufgefallen. Es sei gelungen, diese aus der Luft zur Explosion zu bringen und etliche Terroristen dabei zu töten.
Außerdem berichtete eine Sicherheitsquelle, daß eine gemeinsame Truppe aus Geheimdienstmitarbeitern und al-Ḥašd aš-Šaʽb-Kämpfern zwei Terroristen in al-Ğaġîfî westlich von al-Baʽâğ verhaftet hätten, die wegen ihrer Beteiligung an einem Autobombenanschlag im Distrikt Tal ʽAfar vor einigen Monaten gesucht wurden. (https://www.sana.sy/?p=997903)
Die Militärgeheimdienstdirektion gab am 18.8.2019 laut as-Sûmariyya News die Erklärung heraus, daß Mitarbeiter verschiedener Abteilungen in der Lage gewesen seien, eine IS-Terrorzelle aufzuspüren, alle ihre Mitglieder in einen Hinterhalt im Dorf as-Saḥâğî westlich von Mossul zu locken und festzunehmen.“ Sie hatten an mehreren Terroroperationen gegen Sicherheitskräfte durchgeführt und wurden daher per Haftbefehl gesucht.
Andererseits kündigten Sicherheitskräfte den Start einer Operation an, fünf Wüstengebiete der westlichen Provinz al-Anbâr von Resten der IS-Terrororganisation zu säubern. Ziel sei, schließlich alle Wüstengebiete terroristenfrei zu bekommen.
Aufgrund von Geheimdienstinformationen konnte im Raum ar-Riyâḍ von Kirkûk ein gesuchter Terrorist verhaftet werden. (https://www.sana.sy/?p=997999)
INA berichtete am 17.8.2019, daß in der Provinz Diyâlâ aufgrund von Haftbefehlen gemäß Art.4 des Anti-Terrorismusgesetz gesuchte Personen durch Mitarbeiter der Direktion für innere Angelegenheiten und Sicherheit in einen Hinterhalt gelockt und verhaftet werden konnten. Sie werden den zuständigen Justizbehören überstellt.
Außerdem wurde ergänzt, daß am Vortag drei IS-Terroristen südlich von Bagdad festgenommen worden seien. (https://www.sana.sy/?p=997264)
Kämpfern der 28. und 120 Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gelang es am 16.8.2019, einen IS–Trupp daran zu hindern, in das Dorf Dakah zwischen Ğalwalâ´ und Kalâr im NO der Provinz Diyâlâ einzudringen, wie INA meldete. Der Feind wurde in die Flucht geschlagen.
Bundespolizisten entdeckten zudem zwei in einem nördlichen Wohnviertel von Bagdad ausgelegte Sprengsätze und entfernten sie. (https://www.sana.sy/?p=997064)
Zum ʽÎd al-Aḍḥâ [Opferfest während der Pilgerfahrt zu Mekka] wurde für die Streitkräfte in Kirkûk ein spezieller Sicherheitsplan ausgearbeitet, um sicherzugehen, daß die verbliebenen IS-Terroristen dieses Gelegenheit nicht zu Anschlägen nutzen können. In dem Zusammenhang vereitelte das 5. Regiment der 56. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî am 14.8.2019 im Dorf al-Barġaliyya im Bezirk al-Ḥawîğa einen solchen Vorfall. Im Kampf gegen die Terroristen wurde ein Mann der Volksmobilisierungskräfte getötet. (https://www.sana.sy/?p=995819)
General Yaḥya Rasûl az-Zubaidî informierte am 13.8.2019 noch via as-Sûmariyya News darüber, daß bei Luftangriffen auf Grundlage genauer Geheimdienstinformationen in den Gebieten ar-Ruṭba und Wâdî Ḥauran der westlich gelegenen Provinz al-Anbâr zehn Mitglieder der IS-Terrorgruppe getötet, eine Reihe ihrer Quartiere zerstört und fünf weitere von den Bodenstreitkärften verhaftet wurden. (https://www.sana.sy/?p=995451)
Bei der Erfüllung einer Sicherheitsoperation am 13.8.2019 durch eine Truppe der 23. Brigade der Volksmobilisierungskräfte [i.e. al-Ḥašd aš-Šaʽbî ] am al-Wand-Fluß im Gebiet von Ḫânaqîn in der östlichen Provinz Diyâlâ wurde ein IS-Versteck mit Sprengstoff, Waffen, Logistikmaterial und medizinischen Equipment entdeckt.
Zusammen mit je einer Abordnung des 1. Euphrat-Regiments und der „Falken“ (خلية الصقور) führte ein weiterer al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Trupp eine Razzia und Suchaktion in den Gebieten von al-Kaʽra, al-Waiza und al-Hadara in der Provinz al-Anbâr durch. Auch dabei wurden Schlupfnester von IS-Resten gefunden und zerstört. (https://www.sana.sy/?p=995408)
Außenminister Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm unterstrich am 12.8.2019 die Ablehnung seines Landes gegenüber einer israelischen Teilnahme an der von den USA unter Vorwand des Schutzes der Seeschifffahrt im Persischen Golf formierten Flotte. Die Sicherung Durchfahrt von Schiffen in der Region sei Angelegenheit der Anrainerstaaten, welche hierzu gemeinsam vollends in der Lage seien. Die Präsenz westlicher Militärkräfte einschließlich jener der israelischen Entität [gewöhnliche Ausdrucksweise in arabischen Erklärungen] in der Golfregion lasse nur die Spannungen eskalieren. Dagegen sei der Irak bestrebt, dieselben abzubauen. (https://www.sana.sy/?p=994908)
Drei Terrorzellen im Gebiet al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk im Nordirak wurden ebenfalls am 12.8.2019 ausgehoben. Die amtliche Nachrichtenagentur INA zitierte eine Erklärung des Verteidigungsministeriums, wonach sämtliche Mitglieder der Zellen einschließlich eines sog. Amîr al-Maṭîḥin (Anführer, zuständig für Mühlen) gefangengenommen worden seien. Einer habe gleich gestanden, unschuldige Menschen ermordet zu haben. Die Inhaftierten gaben Informationen über den Verbleib von Nahrungsmitteln und Sprengkörpern prei sowie über die Überweisung von Geld an Familien getöteter IS-Terroristen der Provinz. (https://www.sana.sy/?p=995300)
Bei einem Luftangriff auf ermittelte IS-Hotspots wurden laut as-Sûmariyya News vom 12.8.2019 acht Terroristen in ar-Ruṭba in al-Anbâr und zwei am Ḥamrîn- See in Diyâlâ getötet. Bodentruppen verhafteten zudem fünf Terroristen und einen Anführer des IS in al-Karma und al-Dûlâb in al-Anbâr sowie zwei weitere auf der rechten, also westlichen Tigrisseite in Mossul.
Innenministeriumssprecher Generalmajor Saʽd Maʽn gab dazu in einer Erklärung bekannt, daß einer der Festgenommenen im sog. Diwân aṣ-Ṣiḥḥa (Gesundheitsrat), ein anderer im sog. Diwân al-Ğund (Militärrat) der Terrororganisation beschäftigt war, als der IS noch Mossul beherrschte. (https://www.sana.sy/?p=995036)
Nach Auskunft des Leiters des Sicherheitsausschusses der Provinz Diyâlâ, Ṭâlib al-Mûsawî, wurden nach Ermittlungen des Geheimdienstes während einer Präventivoperation am 11.8.2019 IS-Anschlagspläne zum ʽÎd al-Aḍḥâ vereitelt, da das bisher größte IS-Versteck der Gegend in in Zûr Ḫânaqîn aufgespürt und ausgehoben werden konnte. Es enthielt logistische und militärische Ausrüstung sowie eine Überwachungskamera.
Am Vortag, dem 10.8.2019, hatten die Streitkräfte bereits drei IS-Terroristen in der Provinz Kirkûk im N-Irak festgenommen. (https://www.sana.sy/?p=994389)
– Zum Îd al-Aḍḥâ s. Syrien!
Gegenüber der Nachrichtenagentur INA gab eine Sicherheitsquelle aus Diyâlâ an, daß Mitglieder der geheimdienstlichen Abteilung wie der zur Terrorismusbekämpfung am 7.8.2019 vier Suizidattentäter töten konnten, bevor sie ihre Anschlagspläne zum bevorstehenden ʽÎd al-Aḍḥâ umsetzen konnten.(https://www.sana.sy/?p=992081)
ʽAlî al-Ḥasanî, ein al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Anführer, teilte am 5.8.2019 Folgendes mit: „Die Volksmobilisierungskräfte [i.e. al-Ḥašd aš-Šaʽbî] und die Armeekräfte, unterstützt von der irakischen Luftwaffe, begannen im Morgengrauen die dritte Phase der Wille zum Sieg-Operationen zwecks Säuberung der Dörfer Nord-Ğalwalâ´ und Nord-al-Maqdâdiyya innerhalb des Operationsbezirks Diyâlâ und Durchsuchung, Kontrolle/ und Säuberung der Gebiete südlich von Mossul sowie der ʽAṭšâna-Berge und Bâdûš in Nînawâ, um die Präsenz und Bedrohung von Überresten der IS-Terrorbanden zu beenden. “ Er ergänzte, daß die gemeinsam operierenden Streitkäfte zügig vorankämen. (https://www.sana.sy/?p=990932)
Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî konnten am 5.8.2019 unter Deckungvon Kampffliegern vier IS-Verstecke nordöstlich von Muqdâdiyya in der Provinz Diyâlâ ausmachen und zerstören, in denen noch Waffen, improvisierte Sprengsätze (sog. IEDs), Funkgeräte, [medizinische] Behandlungsgeräte und Lebensmittel vorgefunden wurden.
Außerdem wurden die Dörfer Ra´s al-Sahl, Maḫzakâ, aṭ-Ṭâyiš aš-Šarqiyya, Ḫirbat ʽAbâdî al-Ġarbî, Ḫirbat ʽAbâdî aš-Šarqî, Umm Karûn und an-Nadâs in der Provinz Nînawâ von IS-Terroristen gesäubert sowie weitere IS-Unterschlupfe mit logistisches Material westlich von al-Qayâra ausgehoben. (https://www.sana.sy/?p=991058)
Ṣabâḥ an-Nuʽmân, der Sprecher des irakischen Anti-Terror-Dienstes, verkündete am 4.8.2019: „Die Streitkräfte der irakischen Anti-Terror-Einheit führten mit Unterstützung der irakischen Luftwaffe und Armeeflugzeugen in den Gebieten westlich von al-Ḥawîğa, ar-Rašad und al-ʽAbbâsî Luftangriffe gegen die Verstecke der Terrorbanden des IS durch.“ Bei der Operation „Neue Morgendämmerung“ in verschiedenen Teilen der Provinz Kirkûk im Nordirak wurden etliche unterirdische angelegte IS-Schlupfnester und -Tunnel mit den darin befindlichen Terroristen sowie Depots mit einer Reihe von improvisierter Sprengsätzen (sog. IEDs) und sprengstoffgürteln zerstört. (https://www.sana.sy/?p=990471)
INA übermittelte am 2.8.2019 eine Erklärung des Geheimdienstdirektors dahingehend, daß Sicherheitskräfte IS-Verstecke im nördlichen Teil der Provinzen Kirkûk und Nînawâ aufgespürt und ausgehoben haben. Ein Waffendepot im Dorf al-Muġaira südlich von Mossul habe zwölf 12 Mörsergranaten, sechs sog. „Höllen“-Raketen und IEDs enthalten.
Andererseits wurde eine tunnelförmige Höhle im Karâw-Bereich Sarklân-Viertels im Bezirk ad-Dabs von Kirkûk entdeckt und zerstörtt. Daraus waren fünf Sprengsätze, ein Sprengstoffgürtel, Zünder, Militäranzüge, eine Solar-Ladestation und verschiedene andere Werkzeuge zu Tage gefördert worden. (https://www.sana.sy/?p=989716)
An der zweitägigen 13. Astana-Konferenz zur friedlichen Beilegung der Krise in Syrien nimmt ab dem 1.8.2019 zum ersten Mal auch eine Beobachterdelegation aus dem Irak unter Leitung von Ḥaidar Manṣûr Hâdî, dem irakischen Botschafter in Moskau, teil. Sie kam bereits am ersten Verhandlungstag mit der syrischen Regierungsdelegation zu einem Gespräch zusammen. (https://www.sana.sy/en/?p=170359, https://www.sana.sy/?p=988662)
Syriens Botschafter in Bagdad, Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ (li.) mit dem irakischen Justizminister Fârûk Amîn aš-Šuwânî, Photo: SANA
Am Abend des 30.7.2019 trafen sich Justizminister Fârûk Amîn aš-Šuwânî und Syriens Botschafter in Bagdad, Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ, zu Gesprächen zwecks Förderung der Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den beiden befreundeten und geschichtlich verbundenen Nachbarländern auf verschiedenen Gebieten und insbesondere im Bereich der Justiz und Rechtspflege. Beide Seiten erachteten es gerade angesichts des auf beiden Seiten der gemeinsamen Grenze durchgestandenen brutalen Terrorkriegs für vorteilhaft, das vor einiger Zeit [vgl.u., 17. und 18.12.2018] unterzeichnete Grundsatzabkommen (MoU) hierzu in Aktion zu bringen und eine Kooperation zwischen den beiden Ministerien mit Austausch des jeweils gesammelten Wissens umzusetzen. (https://www.sana.sy/?p=988181)
Nach Angaben der irakischen Nachrichtenagentur haben die Streitkräfte am 30.7.2019 während einer Operation im Dorf Bîr Aḥmad in der Provinz Kirkûk im Nordosten des Iraks vier Terroristenverstecke aufgespürt und zerstört sowie neun improvisierte Sprengkörper (sog. IEDs) und große Mengen an C4 gefunden und konfisziert.
Tags zuvor seien im Sâmarâ´-Distrikt der Provinz Ṣalâḥuddîn im Zentralirak drei IS-Verstecke ausgehoben und vernichtet worden. (https://www.sana.sy/?p=987949)
- Rußlands Außenminister Sergei Lawrow, Photo: Sputnik News
- UN-Gesandte für den Irak, Jeanine Hennis-Plasschaert, Photo: UN News
In Moskau trafen am 29.7.2019 Rußlands Außenminister Sergei Lawrow und die Gesandte des UN-Generalsekretärs für den Irak, Jeanine Hennis-Plasschaert, zusammen. Besprochen wurde zunächst die Situation im Land wie das russische Konzept kollektiver Sicherheit für den Persischen Golf und die Auswirkungen der derzeitigen Spannungen in jener Region auf den Irak, welche zu Besorgnis Anlaß gäben, Hilfe im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und beim Wiederaufbau der Wirtschaft: Dazu vermerkte eine Stellungnahme des Außenamts: „The closest attention was paid to the situation in Iraq and the prospects of its development regarding the escalation of tensions in the region. The sides discussed support for the Iraqi authorities in achieving national reconciliation, restoring the country’s economy and countering international terrorism.“
Einig waren sich die Parteien darin, es sei notwendig, die Bemühungen der irakischen Führung zur Zurückgewinnung der Kontrolle über alle früher von IS-Terroristen besetzten Gebiete zu unterstützen wie auch, die Einheit, Souveränität und territoriale Integrität des Irak sicherzustellen. (https://www.sana.sy/?p=987495, s.a. https://tass.com/world/1070920)
Gemäß Mitteilung eines Polizeivertreters gegenüber as-Sûmariyya News vom 29.7.2019 konnten die Sicherheitskräfte einen Angriff von IS-Terroristen auf die Öl-Felder von ʽAlâš in der Provinz Ṣalâḥuddîn im Zentral-Irak vereiteln. Dasselbe glückte bei den Feldern von ʽAğîl im selben Gouvernement. Obwohl es zur Detonation einer Bombe kam, wurde niemand verletzt. (https://www.sana.sy/?p=987018)
Wieder gelang es, in der Provinz Diyâlâ drei IS-Terroristen, darunter eine Frau, aufgrund von Geheimdienstinformationen zu identifizieren und festzunehmen, gab eine Sicherheitsquelle gegenüber der Nachrichtenagentur INA am 28.7.2019 bekannt. Gewarnt wurde davor, daß die Terroristen insbesondere über die sozialen Netzwerke auf Jugendliche radikalisierend einzuwirken und sie für die Terrorgruppe zu gewinnen. (https://www.sana.sy/?p=986677)
Weitere sechs IS-Terroristen wurden ebenfalls am 28.7.2019 auf der linken, d.h. östlichen Tigris-Seite in Mossul gefangengenommen und ihr Fahrzeug mit drei Panzerabwehrraketen konfisziert. (https://www.sana.sy/?p=986815)
Nach Meldung der Nachrichtenagentur INA vom 28.7.2019 konnten etliche geplante Terroranschläge mit der jüngsten präventiven Militäroperation vereitelt werden. Abû ʽAlî al-Baṣrî, Leiter einer Geheimdienstabteilung, teilte dazu mit, in Abstimmung der Inlandsgeheimdienste auf Provinzebene hätten terroristische Ziele identifiziert werden können, die dann durch Einsätze der Luftwaffe oder in direkten Gefechten ausgeschaltet wurden. Außerdem gelang dabei die Festnahme von rund 160 Terroristen in Nînawâ, mehr als 40 von ihnen in Bagdad und von vier weiteren in al-Baṣrâ; sie alle waren vorbereitet, mit Sprengstoffgürteln oder Autobomben Suizidattentate durchzuführen und zwar in der Hauptstadt Bagdad, in Arbîl und al-Baṣrâ sowie in anderen Provinzen. (https://www.sana.sy/?p=986455)
Im Bezirk Râwa der Provinz al-Anbâr spürten Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes von IS-Terroristen früher in Häusern und anderen Objekten angebrachte Sprengfallen auf. In 32 Gebäuden wurden sie fachmännisch entfernt, so daß die geflohenen Bewohner bald wieder in sie zurückkehren können. Darüber sprach der Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbîin al–Anbâr, Maḥmûd al-Fahdâwî. am 27.7.2019 mit dem SANA-Korrespondenten in Bagdad. Es hielten sich noch Reste der IS-Terrorbanden in der Provinz auf, die noch eliminiert würden. (https://www.sana.sy/?p=986205)
Die Nachrichtenagentur INA zitierte ein Mitglied des Polizeipräsidiums von Bagdad, das am 25.7.2019 die Verhaftung von insgesamt 63 verdächtigen Personen in den Provinzen Bagdad und al-Anbâr bekanntgab. Darunter befanden sich fünf gemäß Artikeln IV gesuchte Terroristen und 57 Leute, nach denen wegen anderer Delikte gefahndet wurde. Im Bezirk al-Karma in der Provinz al-Anbâr wurde dabei der sog. Verantwortliche für den Unterricht der IS-Terrororganisation gefaßt.
Früher am Tag hatte bereits die Polizei des Nağaf im Südirak mitgeteilt, daß sie ebenfalls einen IS-Terroristen festgenommen habe, der in bewaffnete Angriffe in verschiedenen Teilen des Iraks verwickelt gewesen war. (https://www.sana.sy/?p=985373)
Einer Einheit des 2. Regiments der 23. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gelang am selben Tag die Vereitelung des Angriffs eines IS-Trupps auf das Dorf ʽAliyâwah am Stadtrand von Ḫânaqîn in der Provinz Diyâlâ im Ostirak. Als sie den Feind bemerkte, eröffnete sie das Feuer auf ihn, was denselben zur Flucht zwang. (https://www.sana.sy/?p=985402)
Das Verteidigungsministerium in Bagdad gab am 23.7.2019 bekannt, daß während der Operation Wille zum Sieg bislang in der Provinz Nînawâ einschließlich der Tigris-Inseln und bei Ḥamâm al-ʽAlîl 21 IS-Terroristen vernichtet worden seien, wie INA berichtete. (https://www.sana.sy/?p=984336)
Am 20.7.2019 später am Tag gab Alî al-Ḥussainî, der al-Ḥašd aš-Šaʽbî –Anführer bei den vereinten Streitkräfte bekannt, die Säuberung des Gebiets am Diyâlâ-Fluß, der sich von der Provinz Diyâlâ bis in den Süden der Hauptstadt Bagdad erstreckt, von IS-Überresten innerhalb der 2. Phase der Operation Irâda an-Naṣr (Wille zum Sieg) sei abgeschlossen. Die Region zwischen dem Zentrum von Bagdad, dem von aṭ-Ṭârmiyya und den umliegenden Obstplantagen sei nun vollkommen gesichert.
Früher am Tag hatte das Innenministerium mitgeteilt, es seien in Mossul sieben IS-Terroristen und am Vortag acht nördlich von Bagdad verhaftet und ihre Schlupfnester zerstört worden. (www.sana.sy/?p=982489)
Wieder mußten die sich völkerrechtswidrig im Irak aufhaltenden türkischen Streitkräfte (dazu s.u.) bei Zusammenstößen mit bewaffneten Männern der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Nordirak am 20.7.2019 Verluste hinnehmen: ein Soldat wurde getötet, sechs weitere trugen Verletzungen davon. (https://www.sana.sy/?p=982378)
Das Verteidigungsministerium in Bagdad gab am 20.7.2019 bekannt, daß im Nordirak zu Zusammenstößen zwischen türkischen Soldaten und bewaffneten Männern der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) gekommen sei, bei denen ein türkischer Soldat getötet und sechs weitere verletzt‘ worden seien. (https://www.sana.sy/?p=982378) – Wie bereits mitgeteilt, protestieren im Irak die Regierung, Volksvertreter und Bürger seit Jahren gegen die völkerrechtswidrige türkische Invasion im Nordirak, fordern – vergeblich – die Respektierung der Souveränität des Iraks und den Abzug der türkischen Truppen, die sogar im Gebiet von Baʽšîqa in der Nähe der Stadt Mossul Ende 2015 einen Stützpunkt errichtet haben.
Generalleutnant ʽAbdul Amîr Rašîd Yârullâh, Photo: http://liputanislam.com
Der stellvertretende Operationskommandeur Generalleutnant ʽAbdul Amîr Rašîd Yârullâh gab am 20.7.2019 gegenüber der Nachrichtenagentur INA bekannt, in der Morgendämmerung habe die 2. Phase der Operation „Wille zum Sieg“ (vgl.u.) begonnen. Sie dient der Säuberung der Gebiete nördlich von Bagdad und den umliegenden Regionen der Provinzen Diyâlâ, Ṣalâḥuddîn und al-Anbâr von IS-Überrresten. Beteiligt sind Kommandos aus Bagdad, Diyâlâ, Sâmarâ´ (Samarra) und al- Anbar, das Bundespolizeikommando, die Schnelle Reaktionstruppe und al-Ḥašd aš-Šaʽbî (Volkswehr). (https://www.sana.sy/?p=982281)
Wie der Sprecher des Innenministeriums, Generalmajor Saʽd Maʽn, der Presse am 20.7.2019 bekannt gab, wurden durch die Polizei in der Provinz Nînawâ aufgrund genauer Geheimdienstermittlungen drei IS-Terroristen aufgespürt und verhaftet. (https://www.sana.sy/?p=982402)
- Mike Pence, Photo: businessinsider.com
- al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Einsatz gegen IS-Überreste, Photo: SANA
Wie die letzten Jahre über in der Berichterstattung (s.u.) gesehen, sind die Volkswehreinheiten, al-Ḥašd aš-Šaʽbî, äußerst effektiv und erfolgreich im Kampf gegen den IS gewesen und haben wesentlich zu dessen Niederlage im Irak beigetragen. Parallel dazu wuchs die Aversion der US-Adminitration gegen diese Kampfgruppe, die schließlich sogar in die irakische Armee übernommen wurde (s.u.). Schon während der Kämpfe gegen den IS war es zu Angriffen der US-geführten Koalition gegen die šîʽitischen Volkswehreinheiten bei militärischen Einsätzen gekommen (vgl.u.) und die USA setzten die Zentralregierung in Bagdad immer mehr unter Druck, die Aktionen der Volksmobilisierungseinheiten einzuschränken.
Nun erklärte US-Vizepräsident Mike Pence während einer Konferenz unter dem Motto „Religiöse Freiheiten„, es würden Sanktionen gegen vier hohe Kommandeure von al-Ḥašd aš-Šaʽbî verhängt, denn die USA würden nicht tatenlos zusehen, wie diese „Angst und Schrecken“ verbreiteten. (http://parstoday.com/de/news/world-i48167 vom 19.7.2019) – Wenn al-Ḥašd aš-Šaʽbî unter Terroristen – wie bisher gesehen – „Angst und Schrecken“ verbreiteten, kann das doch nur recht sein!
Am 19.7.2019 schlugen Kämpfer der 16. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen Angriff von IS-Banden am Âmaralî-Sees in der Provinz Ṣalâḥuddîn erfolgreich zurück. Weitere weitere Einzelheiten seien noch nicht bekannt. (https://www.sana.sy/?p=981876)
Al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Einheiten gerieten am 18.7.2019 im Gebiet der in der Ḥamrîn-Bergkette im nordöstlichen Teil der Provinz Diyâlâ an einen IS-Trupp und tötete im Gefecht zwei der Terroristen, während vier verwundet wurden.
Tags zuvor am 17.7.2019 gelang die Verhaftung von drei Terroristen in Bagdad und die Entdeckung von Waffenansammlungen, versteckt in Tunneln und einem Schlupfnest. (https://www.sana.sy/?p=981712)
Die offizielle Medienstelle der Sicherheitskräfte meldete am 19.7.2019 der Nachrichtenagentur INA, daß nach Mitternacht des Vortages in wiederholtem Verstoß gegen die Souveränität des Iraks türkische Kampfjets in dessen Luftraum eingedrungen und zwei Luftangriffe in der Nähe eines Flüchtlingslagers am Rand der Maḫmûr-Berge östlich der Stadt Mossul durchgeführt hätten. Es habe fünf Verletzte gegeben. (https://www.sana.sy/?p=982158) – Seit Jahren protestieren im Irak die Regierung, Volksvertreter und Bürger gegen die völkerrechtswidrige türkische Invasion im Nordirak, fordern – vergeblich – die Respektierung der Souveränität des Iraks und den Abzug der türkischen Truppen, die sogar im Gebiet von Baʽšîqa in der Nähe der Stadt Mossul Ende 2015 einen Stützpunkt errichtet haben.
Verteidigungsminister Iḫtiyâr Nağâḥ aš-Šumarî besprach im Rahmen der insinuierten vermehrten Kommunikation und Kooperation mit Syriens Botschafter Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ am 17.7.2019 die Fortführung der Koordination insbesondere im Bereich Terrorismusbekämpfung und beim Vorgehen gegen Schläferzellen. (https://www.sana.sy/en/?p=169645, https://www.sana.sy/?p=981123)
Laut Meldung von Rudaw vom 17.7.2019 wurden um 14.30 Uhr am 17.7.2019 in der nordirakischen Stadt Arbîl, dem Zentrum der kurdischen Autornomieregion, der stellvertretende türkische Generalkonsul erschossen, als er das neue, angesagte Restaurant HuQQabaz besuchte, sowie ein irakischer Bürger. Die Ermittlungen nach den bewaffneten Tätern in Zivilkleidung liefen laut kurdischen Sicherheitskräften (Asayîş, vgl.u.). (https://www.rudaw.net/english/kurdistan/170720192; https://www.sana.sy/?p=980975, https://www.sana.sy/?p=980973 gemäß as-Sûmariyya News)
Das türkische Verteidigungsministerium gab am 16.7.2019 bekannt, durch die Detonation eines von PKK-Mitgliedern ausgelegten Sprengsatzes sei im Nordirak ein türkischer Soldat getötet worden.
Im Irak protestieren seit Jahren die Regierung, Volksvertreter und Bürger gegen die völkerrechtswidrige türkische Invasion im Nordirak, fordern – vegeblich – die Repektierung der souveränität des Iraks und den Abzug der türkischen Truppen, die sogar im Gebiet von Baʽšîqa in der Nähe der Stadt Mossul Ende 2015 einen Stützpunkt errichtet haben. (https://www.sana.sy/?p=980127)
- Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî heißt den palästinensischen Regierungschef Muḥammad Aštiyya am 15.7.2019 in Bagdad willkommen, Photo: SANA
- Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ bekräftigt Unterstützung für Palästinenser, Photo: SANA
Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ bekräftigte gegenüber seinem Gast, dem palästinensischen Premierminister Muḥammad Aštiyya am 16.7.2019 seinerseits die Unterstützung seines Landes für das palästinensische Volk in seinem Kampf um eine gerechte und umfassende Konfliktlösung, bei der die Ansprüche und Rechte der Palästinenser verwirklicht würden. Aštiyya würdigte die Haltung des Iraks gegenüber den Palästinenser. Beide Seiten äußerten den Wunsch, die gegenseitigen Beziehungen in allen Bereichen zu stärken.
Diskutiert wurden zudem die neuesten regionalen und internationalen Entwicklungen mit Betonung der Notwendigkeit, ein gemeinsames regionales System der sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu schaffen, um Fortschritt und Wohlstand für die Völker der Region zu verwirklichen.
(https://www.sana.sy/?p=980183)
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî hieß am 15.7.2019 den palästinensischen Regierungschef Muḥammad Aštiyya in Bagdad willkommen. Der offiziellen Erklärung zum Treffen war – entsprechend den früheren Aussagen hoher irakischer Staatsbeamtet (s.u.) – zu entnehmen: „Die Haltung des Irak zu Palästina ist klar und eindeutig und eine nationale Pflicht“. Der Irak sei vom Erfolg der palästinensischen Sache überzeugt; den Opfern des palästinensischen Volkes gebühre Wertschätzung angesichts der neuesten Formen des Kolonialismus und der Siedlungstätigkeit [d.h. seitens Israels].
ʽAbdul-Mahdî sprach die Aussichten einer Zusammenarbeit beider Länder und Völker, insbesondere in den Bereichen (Land-)Wirtschaft, Handel, Finanzen und Investitionen, welche vom palästinensischen Premierminister positiv aufgenommen wurden. Vor allem würdigte der Gast die unterstützende Haltung des Iraks gegenüber den Palästinensern und die hierfür vom irakischen Volkes zur Verteidigung der palästinensischen Sache erbrachten Opfer. (https://www.sana.sy/?p=979870)
In einem IS-Terroristenversteck fand eine Einheit von al-Ḥašd aš-Šaʽbî am 14.7.2019 in der Provinz Kirkûk zehn Bomben. (https://www.iraqinews.com/iraq-war/security-forces-dismantle-is-explosives-factory-in-kirkuk/)
Im SW-Teil von Bagdad sprengten sich am 15.7.2019 zwei Suizidattentäter nahe einer šîʽitischen Moschee in die Luft.
Dabei wurden fünf Personen getötet, 14 weitere verletzt. (https://english.alarabiya.net/en/News/middle-east/2019/07/15/Double-suicide-attack-hits-mosque-south-of-Baghdad-Al-Arabiya-correspondent.html) – Beim Wiederaufrufversuch der Seite selben Tags wird 404-Error angezeigt.
Laut Mitteilung von Generalmajor Qandîl Ḫalîl Muḥammad al-Ğubûrî, dem Polizeichef der Provinz Ṣalâḥuddîn gegenüber der Nachrichtenagentur INA, wurden am 15.7.2019 bei einer Sicherheitsoperation in der Ğazîrat aṣ-Ṣîniyya im Westteil der Provinz acht Terroristen getötet und deren Fahrzeug samt Waffen zerstört. Die Operation zum Aufspüren und Verfolgen der Terroristen in der Region sei immer noch im Gang. (https://www.sana.sy/?p=979511)
1958, Kampf gegen die von der britischen Mandatsmacht aufoktroyierte haschemitische Monarchie, Photo: the guardian
Das SANA-Kalenderblatt erinnert am 14.7.2019 an den Militärputsch von 1958 im Irak mit nachfolgender Ausrufung der Republik Irak, da Großbritannien, welches das Völkerbundsmandat über die Region ganz offensichtlich wie eine Kolonialmacht ausübte und damit mißbrauchte, den Irak zu einer Monarchie erklärt hatte, deren drei Königs als Marionetten der Briten agierten. (https://www.sana.sy/?p=978853)
EU-Außenbeauftragte Mogherini zu Geprächen in Bagdad am 13.7.2019, im Bild mit dem Ministerpräsidenten, Photo: pars today
Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hatte während ihres Bagdad-Besuchs am Abend des 13.7.2019 ein Gespräch mit Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî. Schon zu einem früheren Zeitpunkt hatte sich die irakische Seite als Vermittler zur Reduzierung der Spannungen in der Region angeboten und eine regionale Konferenz zur Beilegung der Krise zwischen den USA und dem Iran vorgeschlagen, die gemäß dem Außenamtssprecher Aḥmad aṣ-Ṣaḥâf schon in Vorbereitung sei. Mogherini begrüßte dies, da jegliche Eskalation gefährliche Konsequenzen auch für den Irak und andere Länder habe, und sagte dem Irak die volle Unterstützung der EU für das Projekt zu. Davon abgesehen bemerkte ʽAbdul-Mahdî, der Irak baue seine Beziehungen zur EU aus.
Im Weiteren traf Federica Mogherini noch mit Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ, Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî und Außenminister Muḥammad ʽAlî al- Ḥakîm zusammen. Letzterer wiese darauf hin, daß der einseitige Ausstieg der USA aus dem JCPOA der Hauptfaktor für den Ausbruch der Krise in der Region sei.
(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i48095)
Im nördlichen Grenzgebiet zwischen dem Iran und dem Irak wurde laut Erklärung der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) vom 12.7.2019 nach Geheimdienstermittlungen ab dem 10.7.2019 eine großangelegte Operation gegen ein Terroristen-Hauptquartier durch, während derer eine große Anzahl Terroristen getötet bzw. verletzt worden seien bei Zerstörung der Anlage. Zum Einsatzt kamen auf iranischer Seite dabei Kampfdronen, Artillerie und Mehrfachraketenwerfer. Es soll sich um eine Reaktion verschiedener aus dem Gebiet erfolgter Angriffe auf persisches Gebiet gehandelt haben.
Aufgrund der vielen getroffenen Vereinbarungen zwischen beiden Nachbarstaaten (s.u.) und des Betriebes des im September 2015 in Bagdad eingerichteten Internationalen Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus (s.u.) muß davon ausgegangen werden, daß diese Operation im Gegensatz zu jenen der Türkei (vgl.u.) mit der irakischen Regierung abgesprochen war. (https://www.sana.sy/?p=978333)
Der Polizeisprecher von Diyâlâ, Oberst Ġâlib al-ʽAṭiyya, teilte außerdem am 12.7.2019 INA gegenüber mit, Sicherheitsabteilungen der Polizei sei es in den letzten 24 Stunden gelungen, zu vier der meistgesuchten Männer der Terroristenliste in in verschiedenen Gegenden von Baʽqûba zu verhafteten. In Abstimmung mit dem Geheimdienst wurden hierfür die erforderlichen Hinterhalte gelegt. (https://www.sana.sy/?p=978318)
Während der in der Provinz Diyâlâ durchgeführten Sicherheitsoperation gegen IS-Überreste (vgl.u.) wurden am 12.7.2019 drei Mitglieder von Ḥašd aš-Šaʽbî durch die Explosion eines selbstgebauten Sprengsatzes (sog. IED) im Ḥamrîn-Bergland im Nordosten der Provinz verletzt. Zwei davon erlagen später ihren Wunden. (https://www.sana.sy/?p=978140)
In einer Erklärung vom 12.7.2019 wurde gemäß as-Sûmariyya News durch die Streitkräfte mitgeteilt: „Brigade-Einheiten von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, des Verteidigungsministeriums und der Anti-Terror-Bekämpfung überwachen Bewegungen von Daʽiš-Terroristen nahe Amâm Wais, nordöstlich von Diyala und führen eine Sicherheitsoperation Richtung al-Buḥaira durch.“ (https://www.sana.sy/?p=978053)
Westlich von Bagdad verhafteten die Streitkräfte am 10.7.2019 zwei gesuchte IS-Terroristen. Wie as-Sûmariyya News berichtete, stellte sich der eine als früherer Anführer in der Stadt Falûğa heraus. (https://www.sana.sy/?p=976599)
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî verkündete am 9.7.2019 während einer Pressekonferenz in Bagdad: „Das irakische Kabinett verständigte sich heute bei seiner wöchentlichen Sitzung auf eine Studie mehrerer Optionen zur Diversifizierung der Exportwege irakischen Öls durch syrische und jordanische Häfen.“ (https://www.sana.sy/?p=976498)
James Jeffrey, Sondergesandter des US-Präsidenten für Syrien und die US-geführte Koalition bei Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ am 7.7.2019 in Bagdad, Photo: iranpress.com
Beim Empfang des Sondergesandten des US-Präsidenten für Syrien, James Jeffrey, durch Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ am 7.7.2019 in Bagdad, unterstrich der Gastgeber erneut „the importance of finding a political settlement to the situations in Syria and ending the suffering of the brotherly people of Syria and helping them to face terrorism.” Ebenso betonte er „the necessity of depending on positive dialogue among all parties to solve the problematic issues and the crises in a way that would help consolidating the bases of the international peace.” Dann wiederholte er. „seeks to adopt a balanced policy that aims at achieving the convergence of viewpoints among the regional states in order to alleviate the current tension.” – Dies entspricht der unter Zustimmung Syriens verfolgten Politik gemäß den Vereinbarungen der Astana-Konferenzen.
Auch Verteidigungsminister Iḫtiyâr Nağâḥ aš-Šumarî bekräftigte erneut die irakische Position, wonach das Land keiner fremden Macht erlaube, sein Territorium zu einem Vorgehen gegen Nachbarstaaten [d.h. den Iran und Syrien, vgl.u.] oder andere Länder der Region zu benutzen. Dem Irak komme es darauf an, Sicherheit und Stabilität zu wahren. (https://www.sana.sy/en/?p=169097)
Im Zug der mehrtägigen Militäroperation „Wille zum Sieg“ (s.u.) wurden gemäß Erklärung des Joint Special Operations Command vom 7.7.2019, übermittelt von as-Sûmariyya News bei einem Luftangriff in der Provinz Kirkûk drei IS-Terroristen getötet.
Zuvor waren laut Mitteilung durch das Verteidigungsministerium, zitiert von INA, im Sektor Nînawâ bereits 16 IS-Schlupfnester zerstört, 24 aufgefundene Sprengsätze gesprengt und Dutzende von Mörsergranaten sichergestellt worden. Die Luftwaffe eliminierte zudem in der Gegend ein IS-Depot, welches Waffen und Sprengstoff, elektronische Geräte und medizinisches Material enthielt.
In den Dörfern al-ʽÛsaiğ, Dâmûk, Abû Ğulaib und aš-Šuwailî der Provinz Ṣalâḥuddîn stießen das Operationskommando und seine Hilfseinheiten auf verschiedene Arten von Waffen; ein IS-Hauptquartier wurde ebenfalls zerstört.
Am Di., 9.7.2019, ging die Operation zu Ende. (https://www.sana.sy/?p=975156, https://www.sana.sy/?p=976068)
Generalleutnant ʽAbdul-Amîr Rašîd Yârullâh, stellvertretender Kommandeur der gemeinsamen Operationen, teilte am 7.7.2019 in einer Erklärung mit, am Morgen sei eine neue mehrtägig angelegte Militäroperation unter dem Motto „Wille zum Sieg“ gestartet worden. Daran nähmen große Kontingente der Sicherheitskräfte, von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und an Stammeskämpfern teil mit Unterstützung der Luftwaffe und der US-geführten Koalition. Zweck sei, die Gebiete zwischen den Provinzen Ṣalâḥuddîn und al-Anbâr an der irakisch-syrischen Grenze von verprengten IS-Terroristen zu säubern. (https://www.sana.sy/?p=974645)
In einer Erklärung des Außenministeriums vom 6.7.2019 wurde bekräftigt, die historische irakische Position zur palästinensischen Frage habe sich nicht geändert, sei sei eine prinzipielle in Ablehnung der israelischen Besatzung und Usurpation des arabischen Landes mit Untergrabung der Rechte der Palästinenser. Daher könne es solange keine Normalisierung der Beziehungen zur israelischen Entität [verbreitete Bezeichnung im Arabischen] geben. Solange der Irak in allen regionalen und internationalen Foren vertreten sei, werde er sich dort wie bisher für die palästinensische Sache und das palästinensische Volk in seinem Kampf zur Verwirklichung und Verteidigung seiner Rechte einsetzten. (https://www.sana.sy/?p=974314)
Der Befehlshaber des gemeinsamen irakischen Operationskommandos, General Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, dementierte am Sa., 6.7.2019, laut as-Sûmariyya News Medienmeldungen, wonach auf dem Stützpunkt [ʽAin] al-Assad (vgl.u.) im Norden des Landes weitere US-Soldaten stationiert worden seien. Dagegen hatte die Landesregierung bereits bei den vorhergehenden Besuchen von Mitgliedern der US-Administration (s.u.) wiederholt klargestellt, diese stehe nicht für die Stationierung von US-Militär zur Verfügung. Gemäß den zuvor mit den USA getroffenen Vereinbarungen seien nur Militärberater zur Ausbildung irakischer Kräfte vorgesehen.
Vor Monaten habe die US-Botschaft in Bagdad mitgeteilt, es befänden sich 5.200 US-Soldaten im Irak. Irakische Parlamentsabgeordnete u.a. schätzen die Zahl jedoch auf 10.000 bis 20.000. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i48005) – Zur durchweg negativen Einstellung gegenüber der US-Präsenz im Irak vgl.u.!
Von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, den in die Armee eingegliederten Volkswehrkräften, meldete as-Sûmariyya News am 6.7.2019, daß IS-Kämpfer versucht hätten, Sicherheitseinrichtungen in der Nähe von as-Saʽdiyya in NO-Diyâlâ im Ostirak anzugreifen, was jedoch von einer Einheit der der 110. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vereitelt worden sei.
Tags zuvor sei eine weitere Operation der irakischen Sicherheitskräfte gestartet worden, um IS-Überreste in Buhriz im Südteil von der Provinz Diyâlâ aufzuspüren und zu eliminieren. (https://www.sana.sy/?p=974448)
Der Parlamentsabgeordnete für die Provinz Nînawâ, Ḥanîn al-Qadû, gab am 5.7.2019 bekannt, daß ein US-Kampfhubschrauber an diesem Tag tief über die Nînawâ-Ebene geflogen und Schüsse in der Nähe der irakischen al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Stellungen dort abgefeuert habe. Die US-Luftwaffe führe derartige Provokationen absichtlich durch, um al-Ḥašd aš-Šaʽbî in einen bewaffneten Konflikt zu ziehen, betonte er. In der Folge seien aufgrund des Vorfalls große Brände auf den die Standorte umgebenden landwirtschaftlichen Feldern entstanden.
Nochmals wurde darauf verweisen, daß Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ bereits im März des Jahres mitgeteilt hatte, daß ein breiter Konsens darüber bestehe, die US-Präsenz im Land zu beenden, die wegen ihrer ständigen, durch keine Abmachung gedeckten Übergriffe als Besatzung wahrgenommen und abgelehnt wird. Im Parlament wird hierzu ein Gesetz vorbereitet (Näheres dazu s.u.!). (https://www.sana.sy/?p=973973)– Die im Kampf gegen den IS sehr erfolgreichen Truppen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî sind in den letzten Jahren schon mehrfach Angriffsziel der US-Administration und ihres Militärs gewesen (vgl.u.).
- Eisenbahn-Projekt zwischen dem Iran, dem Irak und Syrien, Abb.: SANA
- Treffen der Verantwortlichen aus dem Iran, dem Irak und Syrien zwecks des gemeinsamen Eisenbahnprojekts in Teheran, Photo: SANA
In Teheran trafen sich am 3.7.2019 der Generaldirektor der syrischen Eisenbahnen, Dr. Ing. Nağîb al-Fâris, sein Amtskollege aus dem Iran, Saʽîd Rasûlî (Saeid Rasouli), wie aus dem Irak, Ṭâlib Ğawâs Kâẓim (Taleb Jawad Kazem) zur Besprechung der bereits eingeleiteten Zusammenarbeit (vgl.u.) im Bereich der Eisenbahnverbindungen. Konkret geht es laut Rasûlî um das Projekt der Verbindung zwischen dem Mînâ´al-Imâm al-Ḫumainî (Imam Khomeini-Port) am iranischen Teil des Golfes mitdem syrischen Mittelmeerhafen al-Lâḏaqiyya einerseits sowie die zwischen der iranischen Stadt Šalamğa mit al-Buṣra im Irak andererseits. Damit solle neben dem Personenvekehr auch der Handelsaustausch vereinfacht und vermehrt werden, erklärte Dr. Ing. al-Fâris, den Plan würdigend. Letztere, 32km-lange Eisenbahnlinie wird ausgeführt und finanziert von iranischer Seite, der Bau soll in drei Monaten beginnen. Desweiteren sollen auf diese Weise Šalamğa mit Mînâ´al-Imâm al-Ḫumainî und [das israkische!] al-Buṣra mit der Hafenstadt al-Lâḏaqiyya verbunden werden.
Der ebenfalls am Treffen teilnehmende iranische Vize-Minister für Straßen und Stadtentwicklung, Ḫairullâh Ḫâdimî (Khairullah Khademi), rief zur Beschleunigung des Baus des Streckenabschnittes Šalamğa – al-Buṣra auf, welcher mit dem Abkommen vom März 2019 beim Irak-Besuch von Präsident Ḥassan Rûḥânî vereinbart worden war. (https://www.sana.sy/en/?p=168801, https://www.sana.sy/?p=972447)
Laut Mitteilung einer Sicherheitsquelle gegenüber as-Sûmariyya News vom 3.7.2019 führte eine gemeinsame Operation von al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kräften und denen des Nînawâ-Operationskommandos zur Entdeckung von Terroristentunneln in der Bergkette Šaiḫ Ibrâhîm mit Verhaftung von vier Terroristen. (https://www.sana.sy/?p=972565)
Die syrische Zeitung al-Waṭan meldete am 30.6.2019 den Rückzug von al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Einheiten, welche im Gebiet der Grenze zwischen Syrien und dem Irak zusammen mit der SAA Terroristenreste bekämpfen, aus der grenznahen Stadt al-Bûkamâl in der syrischen Provinz Dair az-Zaur in Richtung Grenze. Einige Bewohner hätten sogar schon in ihr Viertel zurückkehren können. Der Grund für den Rückzug sei, daß sich Stammesführer und Älteste der Stadt und Umland auf die Bildung einer lokalen Streitkraft geeinigt hätten, welche nach weitgehender Eliminierung der Terroristen in Abstimmung mit der SAA den Schutz der Gegend übernehmen könne. (http://alwatan.sy/archives/203121)
Am Morgen des 30.6.2019 wurde eine weitere großangelegte Militäroperation auf der Jagd nach IS-Terrorzellen in der westlichen Provinz al-Anbâr eingeleitet. Gegenüber as-Sûmariyya News machte der al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Kommandant der Provinz, Qâsim Maṣlaḥ, deutlich, daß bislang schon über 5.940 km2 des schwierigen Geländes mitsamt den Tälern von Terroristen gesäubert worden seien.
Während der begonnen Operation seien Nachschubrouten der Extremisten bis tief in die Wüste hinein unterbrochen, zwei Terroristen, welche den Transport von Waren und Bedarfsartikeln zu besorgen hatten, gefangengenommen worden; dazu kam die Konfiszierung von zwei zu den Terroristen gehörenden Fahrzeugen und der Einmarsch ins Gebiet von al-Waziyya, al-ʽUdân, Madîsîs, Sadd Madîsîs, Wâdî al-Ḥalkûm, al-Qaʽra, al-Mânʽiyât, Dûra Naʽğa und a-Fakâra.
Zwei weitere Fahrzeuge brannten nieder, drei Ansammlungen von Terroristen wurden eliminiert und sechs Verdächtige festgenommen.
Durch die Zündung eines Spreng¬satzes nahe einer Ansammlung von Zivilisten in der Gegend von Ğakûk, wurden zwei Bürger schwer verletzt. (https://www.sana.sy/?p=971076)
Am 29.6.2019 töteten Streitkräfte gemäß Mitteilung durch Generalmajor Qâsim Muḥammadî, den Kommandanten der al-Ğazîra-Operationen gegenüber as-Sûmariyya News fünf IS-Terroristen, welche sich nördlich von Ṭarîfawî der irakisch-syrischen Grenze zu nähern versuchten.
Andererseits fand laut aussage einer Sicherheitsquelle am selben Tag ein Bürger in der Gegend von Kamâliyya östlich von Bagdad bei einem bewaffneten Angriff den Tod. (https://www.sana.sy/?p=970455)
- Bahrain-Konferenz zur einleitung des Deal of the Century, Photo: pars today
- Heftige Proteste in Bagdad gegen die Baḥrain-Konferenz vom 25. und 26. Juni, Photo: pars today
Während in Manâma, der Hauptstadt von Baḥrain, am 25. und 26. Juni eine vielfach boykottierte Konferenz als erstem Schritt zur Umsetzung des sog. Jahrhundert-Deals zugunsten Israels unter US-Leitung stattfand, richteten sich in Solidarität mit den Palästinensern in vielen arabischen Ländern Proteste gegen diese Veranstaltung – so auch in Bagdad. Einigen aufgebrachten Demonstranten gelang es am Donnerstagabend, 27.6.2019, sogar, in das Botschaftsgebäude zu gelangen und die Flagge Baḥrains einzuholen. 54 Menschen wurden darauf vorübergehend festgenommen.
Aus dem Büro des Ministerpräsidenten war noch am selben Abend per Erklärung Bedauern über den Vorfall, eine Verletzung der diplomatischen Immunität einer ausländischen Vertretung, geäußert worden. Der neu bestellte (s.u.) Innenminister Yâsîn al-Yâsirî machte am Freitagmorgen deutlich, die Sicherheit der ausländischen Vertretungen bedeutet eine rote Linie, die niemals überschritten werden dürfe. Nach Inaugenscheinnahme der Botschaft wurden eine Untersuchungsgruppe gebildet und Ermittlungen über den Kommandeur der Schutztruppe angestellt.
Die erwähnte Veranstaltung wurde von ihren Kritikern schon als „Holocaust des Jahrhunderts in Baḥrain“ bezeichnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47888) – Vorgestellt von Jared Kushner sollten wohl gegen die Akzeptierung von internationalen Investitionen in Höhe von 50 Mrd. US-$ die Palästinenser auf ihre im UN-Teilungsplan von 1947 garantierten Rechte verzichten.
Beim Angriff eines IS-Trupps auf das Dorf al-Ḥazrağiyya in der Gegend Baʽâğ bei Mossul in der Provinz Nînawâ in der Morgendämmerung kamen zwei Frauen ums Leben, sechs weitere Personen, ein alter Mann und ansonsten Kinder, wurden verwundet wie INA am 27.6.2019 berichtete.
Ein am Straßenrand angebrachter Sprengsatz detonierte bei der Passage einer Polizeistreife südlich von Kirkûk, so daß drei Sicherheitsleute verletzt wurden.
Eine neue Militäroperation wurde am Morgen im Gebiet der Obstplantagen im Gebiet Šaiḫî im NO-Teil der Provinz Diyâlâ gestartet, um Jagd auf verbliebe IS-Terroristen zu machen.
(https://www.sana.sy/?p=969085)
Bei zwei mittels Autos ausgeführten Terroranschlägen kamen am 27.6.2019 einmal im Gebiet von Râsih Ğisr, das andere Mal auf dem Gebiet des Festplatzes von Kirkûk ein Iraker ums Leben, weitere zehn wurden verletzt.
Außerdem wurden tags zuvor, am 26.6.2019, bei einer von einem Suizidattentäter herbeigeführten Explosion südlich von Kirkuk ein irakischer Polizist getötet und drei andere verletzt. (https://www.sana.sy/?p=969536)
Die irakischen Sicherheitskräfte in der Provinz Kirkûk nahmen am 27.6.2019 augrund von Geheimdienstinformationen einen IS-Anführer gefangen. Nach Auswertung der Daten sei eine Spezialtruppe gebildet worden, die in das genannte Haus eindrang und die Verhaftung gemäß dem Anti-Terrorgesetz vornahm. Der Extremist war in etliche Mord- und Bombenanschlägen in der Gegend von al-Ḥawîğa verwickelt gewesen.
Am Vortag, 26.6.2019 hatten die Streitkräfte fünf IS-Mitglieder im Bezirk an-Nimrûd der Provinz Nînawâ im Nordirak festgenommen. (https://www.sana.sy/?p=968937)
Bei zwei mittels Autos ausgeführten Terroranschlägen kamen am 27.6.2019 einmal im Gebiet von Râsih Ğisr, das andere Mal auf dem Gebiet des Festplatzes von Kirkûk ein Iraker ums Leben, weitere zehn wurden verletzt.
Außerdem wurden tags zuvor, am 26.6.2019, bei einer von einem Suizidattentäter herbeigeführten Explosion südlich von Kirkuk ein irakischer Polizist getötet und drei andere verletzt. (https://www.sana.sy/?p=969536)
Im Interview mit dem Sender CNN versicherte Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ am 26.6.2019 zum wiederholten Mal (vgl.u.), sein Land erlaube keiner ausländischen Macht einschließlich den USA, sein Territorium als Ausgangsbasis für Angriffe auf ein Nachbarland, zu denen auch der Iran gehöre, zu nutzen. Zuvor hatte US-Präsident Trump gegenüber dem Kanal CBS bekannt gegeben, er wolle eine US-Basis im Irak behalten, um „den Iran überwachen“ zu können.“ Die irakische Regierung hatte in dieser Hinsicht eine klare Absage erteilt und nochmals klargestellt, irakisches Territorium werde kein Schauplatz irgendwelcher feindlicher Handlung gegen einen der Nachbarstaaten sein. Das geäußerte US-Ansinnen sei „sicherlich nicht Teil des Abkommens zwischen ihm [d.i. dem Irak] und den Vereinigten Staaten.“ (https://www.sana.sy/?p=968262)
Der kirgisische Sicherheitschef Damir Saginbayew warnte während des 3. Bischkek Anti-Terror-Forums am 25.6.2019 davor, die Terroristen in Afghanistan bereiteten sich darauf vor, in die zentralasiatischen Länder einzudringen. „Die Situation in den nördlichen Provinzen Afghanistans ist angespannt, wo die Elemente der internationalen terroristschen Organisationen vor dem Hintergrund der Entwicklung der Lage in den syrisch-irakischen Gebieten stark sind.“
Bereits im Vorjahr (2018) hatte der Leiter des Anti-Terror-Zentrums der GUS, Andrei Novikow, über Versuche der IS-Terrororganisation informiert, ein neues Unterstützungszentrum im zentralasiatischen Raum zu errichten und die dort ruhenden Schläferzellen zu aktivieren. (https://sana.sy/?p=967802) – Zu erfolgten Terroristen-Transfers aus dem syrisch-irakischen Raum vgl.u. sowie Teil VII und frühere Thread-Teile!
Mit der Sitzung am 24.6.2019 steht die Regierungsbildung mit Besetzung der Ministerposten der Verteidigung, des Inneren und der Justiz vor ihrem Ende. Das Parlament sprach Iḫtiyâr Nağâḥ aš-Šumarî als Verteidigungsminister, Yâsîn al-Yâsirî als Innenminister und Fârûq Amîn als Justizminister sein Vertrauen aus. Abgelehnt wurde die Besetzung des Bildungsministerpostens mit Safâna aṭ-Ṭânî als Nachfolgerin von Šaimâ´ al-Ḥayâlî. (https://www.sana.sy/?p=967129)
Von den Anti-Terroreinsatzkräften war am 24.6.2019 zu erfahren, daß aufgrund sorgfältiger Geheimdienstermittlungen von einem Treffen von IS-Terroristen südlich von Kirkûk zu erfahren egwesen war. Während der folgenden Sicherheitsoperation konnten 14 IS-Extremisten getötet werden.(https://www.sana.sy/?p=966999)
Den Artikel in Welt am Sonntag vom 23.6.2019 mit dem Titel Von 160 IS-Anhängern aus Deutschland fehlt jede Spur thematisierte auch SANA am selben Tag. Mehr als 1.000 Extremisten seien aus der BRD ausgereist, um sich in Syrien und dem Irak Terrorgruppen anzuschließen. Näheres ist dem deutschen Beitrag zu entnehmen. (https://www.sana.sy/?p=966692) – Festzuhalten ist, daß die überwiegend meisten dieser Leute sog. Paß-Deutsche sind mit Migrationshintergrund von islamischen Ländern des Mittelmeerraums einschließlich Afghanistans, wie oft schon dem Namen zu entnehmen ist.
Das Verteidigungsministerium kündigte am 21.6.2019 gegenüber INA den Beginn einer massiven Militär-Operation gegen Reste der IS-Terrororganisation wie Schläferzellen im von Wüste geprägten Grenzgebiet im Raum al-Qâ´im in Nînawâ und von Sinğâr in al-Anbâr an. Damit sollen auch künftige Anschläge verhindert werden.
Zum anderen informierte der Militärgeheimdienst auch am 21.6.2019 über die Auffindung und Beschlagnahme von 80 Sprengkörpern in einem Schläfer-Schlupfnest westlich von Tikrît in der Provinz Ṣalâḥuddîn im Zentrum des Landes.
Laut Mitteilung des al-Anbâr-Operationskommandos von al-Ḥašd aš-Šaʽbî konnte am Vortag, dem 20.6.2019, ein Terroranschlag in der Provinz vereitelt werden. Ein Terrorist wurde bei dem Einsatz getötet, zwei weitere trugen Verwundungen davon. (https://www.sana.sy/?p=965824)
Der Sondergesandte des russischen Präsidenten Putin und Vertreter seines Landes bei den letzten Astana-Konferenzen, Alexander Lawrentiew, wurde am 18.6.2019 von Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî in Bagdad empfangen. Zu den Gesprächen hieß es in einer Verlautbarung: „Abdul Mahdi, during his meeting with Lavrentiv and his accompanying delegation, discussed development of the situation in Syria and achieving stability in it, the ongoing preparations for holding the Astana meetings in addition the regional situation.”
Lawrentiew unterstrich, sei Land sei weiterhin an einer Kooperation mit dem Irak bei der Terrorismusbekämpfung wie der Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilität im Nachbarland Syrien sehr interessiert. Der Kreml begrüße es, daß der Irak seine einflußreiche Rolle in der Region wiedereinnehme. (https://www.sana.sy/en/?p=167819, https://www.sana.sy/?p=963792)
Alexander Lawrentiew (s.u.) und die ihn begleitende Delegation traf sodann mit Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ zusammen. Ersterer bestonte: „[there is] a necessity of enhancing ties of friendship and expanding cooperation between Iraq and Russia in the political and economic domains.” Präsident Ṣāliḥ würdigte die wichtige Rolle Rußlands bei der Terrorismsbekämpfung wie die Hilfe für den Irak in dieser angelegenheit. Desweiteren wurde in Verbindung damit auch über die Lösung der Krise in Syrien gesprochen. (https://www.sana.sy/en/?p=167934, https://www.sana.sy/?p=964199) – Lawrentiew besuchte zudem den Libanon, wo er mit Parlamentspräsident Nabîh Barî die Frage der Rückkehr syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat diskutierte. Der Libanon ist eines der wenigen Länder, welche sich der Rückführung syrischer Flüchtlinge nicht in den Weg stellen und gut mit Syrien in der Sache kooperieren.
Eine Parlamentsdelegation unter Leitung von Parlaments-Vizepräsident Ḫalîl al-Ḥadâd (Khalil al-Haddad) besucht derzeit den Iran und kam am 18.6.2019 in Teheran mit Außenminister Muḥammad Ğawâd Ẓarîf zu Gesprächen zusammen. Einleitend stellte al-Ḥadâd fest: „Die Verbindungen zwischen Iran und Irak gehen über politische Beziehungen hinaus, den unsere Verbindungen sind brüderlich und tief verwurzelt.“ Besprochen wurden desweiteren Erleichterungen im Grenzverkehr zwischen beiden Nachbarstaaten und bestehende Wirtschaftsverträge (vgl.u.), die Lage und Entwicklungen in der Region, die beiderseitige Zusammenarbeit für Stabilität und Sicherheit in der Region wie die gegenseitige Unterstützung angesichts schwieriger Bedingungen. (http://parstoday.com/de/news/iran-i47762)
Während einer gemeinsamen Operation verschiedener Sucherheitskräfte gelang es in den Provinzen Diyâlâ und Kirkûk elf Terroristen, die per Haftbefehl gesucht wurden, in den letzten beiden Tagen festzunehmen. Darüber gab der Polizeisprecher von Diyâlâ, Oberst Ġâlib al-ʽAṭiyya, am 17.6.2019 Auskunft. Vier davon waren IS-Anführer, welche an der Planung und Durchführung von Terroroperationen gegen Sicherheitskräfte während der Befreiung von Nînawâ beteiligt waren, und in der Provinz Kirkûk gefangengenommen wurden. (https://www.sana.sy/?p=963386)
Am 16.6.2019 verhaften die irakischen Streitkräfte nordöstlich von Bagdad in der Provinz Diyâlâ einen IS-Terroristen, welcher vor Ende 2017 an mehreren Schlachten gegen die irakischen Sicherheitskräfte in der Provinz und außerhalbdavon teilgenommen hatte.
Im Polizeibezirk ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr wurden als Überreste des IS vier selbstgebaute Sprengsätze [sog. IEDs] vom Kampfmittelräumdienst gefunden, entfernt und entschärft. (https://www.sana.sy/?p=962881)
Ein nicht genannter Regierungsbeamter teilte gegenüber den Nachrichtenagenturen Associated Press und AFP am 15.6.2019 mit: „Der Irak hat nach langen Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten bis in die letzten Tage vor Ablauf der Freistellungsfrist eine neue Verlängerung von 90 Tagen für den Import iranischer Energie erzielt.“ Gemäß Reuters Pressedienst verlautete: „Dem Irak wurde eine weitere Ausnahmeregelung für 120 Tage gewährt, um die weitere Zahlung von Stromimporten aus dem Iran zu ermöglichen.“ (https://www.sana.sy/?p=962525) – Aufgrund der enormen sommerlichen Hitze, welche im letzten Jahr schon Massenproteste begünstigte (s.u.), ist der Bezug iranischer Energie für den Irak weiterhin unverzichtbar. Zu Ausführungen hierzu vgl.u.!
Ein wesentlicher Streitpunkt mit den USA ist der irakischerseits schon seit langem geforderte Abzug der US-Truppen, die als Besatzer empfunden werden (s.u.); er soll notfalls per Gesetz erzwungen werden. Andererseits streben die USA sogar eine Festigung und Verstärkung ihrer militärischen Präsenz im Irak wegen Einwirkungsmöglichkeiten gegen Syrien und den Iran an – dies wurde von irakischer Seite bislang stets freundlich aber beharrlich abgelehnt. Zu den US-Truppenverlegungen in den Irak wie den Transfers von IS-Resten aus Syrien in den Irak s.u.!
Laut Mitteilung des Bagdad-Operationskommandos verhafteten die Sicherheitskräfte am 15.6.2019 sechs Terrorverdächtige in verschiedenen Teilen der Hauptstadt Bagdad, nämlich in der Gegend der Palästina-Straße, von al-Hîtawiyîn im westlichen und von al-Ḫuḍair im südlichen Teil, und überstellten sie den zuständigen Behörden, um rechtliche Schritte gegen sie einzuleiten.
Andererseits entdeckten irakische Sicherheitskräfte auf der westlichen Tigrisseite in Mossul in einem Terroristenversteck sechs Sprengstoffgürtel, einen Marschflugkörper, Handgranaten, eine Reihe von Zündern und Munition. (https://www.sana.sy/?p=962442)
Laut Mitteilung von as-Sûmariyya News vom 13.6.2019, konnten Sicherheitskräfte am selben Tag aufgrund von Geheimdienstinformationen die beiden Täter (IS-Terroristen) der Terroranschläge in Kirkûk vom vergangenen Monat (vgl.u.) verhaften, bei denen 27 Menschen getötet und weitere verwundet worden waren. (https://www.sana.sy/?p=961758)
Im Dorf Ḫazrağ bei an-Nadâ in der Provinz Diyâlâ gelang einer Einheit der 20. Infanteriebrigade in Zusammenarbeit mit dem Nachrichtendienst am 13.6.2019 wieder die Gefangennahme eines mit Haftbefehl gesuchten IS-Terroristen. (https://www.sana.sy/?p=961553)
Auf Nachfrage bestätigte das Außenministerium am 12.6.2019, es werde nicht an der für den 25./26. 6.2019 in al-Manâma in Bahrain unter Leitung des Beraters im Weißen Haus und Trump-Schwiegersohns Jared Kushner wie dem US-Nahost-Gesandten Jason Greenblatt angesetzten Wirtschaftskonferenz teilnehmen, welche der Umsetzung des sog. Jahrhundert-Deals zu Lasten der im UN-Teilungsplan von 1947 den Palästinensern zugestandenen Rechte gilt. Außenamtssprecher Aḥmad aṣ-Ṣaḥâf äußerte dazu in Bagdad, die Rechte des palästinensischen Volk seien unveräußerlich; die palästinensische Sache sei ein zentrales Thema in der irakischen Öffentlichkeit wie im politischen Bewußtsein. Die Haltung des Iraks in dieser Hinsicht sei bekannt und fest. (https://www.sana.sy/?p=961133, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47689) – Auch Rußland und der Iran boykottieren die Veranstaltung.
Wie in Syrien haben auch die Bauern im Irak mit von Terroristen absichtlich gelegten Bränden jetzt zur Erntesaison zu kämpfen. Laut Generalmajor Kâẓim Salmân Bûhân, dem Generaldirektor des Zivilschutzes, sind Betriebe in den Provinzen Kirkûk, Ṣalâḥuddîn, al-Anbâr und Diyâlâ betroffen. In 191 Bränden auf den Getreide-Farmen wurden über 550.000 Dûnum [Tagwerk] an Weizen, Reis und Gerste vernichtet. Bislang sei der Zivilschutz in der Lage gewesen, hunderte Brände zu löschen und größere Verluste zu verhindern. Der Parlamentsabgeordnete aus der Provinz Ṣalâḥuddîn, Ğâsim Muḥammed Ğaʽfar, bestätigte den Sachverhalt und setzte auseinander, daß die Terrorbanden bloß Vergrößerungsgläser entsprechend auszulegen bräuchten, bis es im Tagesverlauf schließlich zur Selbstentzündung und rasch zu Flächenbränden komme. (https://www.sana.sy/?p=960451 vom 11.6.2019)
Die irakischen Streitkräfte begannen am 12.6.2019 eine weitere Operation zum Aufspüren und Eliminieren von IS-Überresten in den nördlichen Gebieten der Provinz Ṣalâḥuddîn. Nach Auskunft von Generalmajor Faiṣal Kâẓim al-ʽAbâdî, dem von Polizeichef Diyâlâ planen die Truppen der jeweiligen Provinzpolizei gemeinsam, die Grenzgebiete zu sichern.
Die Direktion des militärischen Geheimdiensts gab die Verhaftung eines IS-Anführers in der Provinz Diyâlâ bekannt.
Am Vortag, 11.6.2019, war im nördlichen Teil der Provinz Bâbil ebenfalls ein Terrorist festgenommen worden. (https://www.sana.sy/?p=960820)
Gemäß Mitteilung der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardenne auf einer Pressekonferenz vom 10.6.2019 in Wellington: „Wir werden die Zahl unserer Truppen, die an der Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte teilnehmen, in den nächsten 12 Monaten schrittweise verringern und diese Verpflichtung dann vollständig erfüllen. … Die Zahl der neuseeländischen Truppen wird spätestens ab nächstem Monat auf 75 Soldaten reduziert und im Januar 45 betragen, bevor die Mission im Juni 2020 endet.“
95 Soldaten Neuseelands befanden sich seit 2015 im Irak im Rahmen einer gemeinsamen Ausbildungsmission mit Australien zur Schulung der irakischen Sicherheitskräfte in grundlegenden Waffenfertigkeiten wie in medizinischer und logistischer Unterstützung. (https://www.sana.sy/?p=959768)
Am 8.6.2019 gelang Streitkräften die Verhaftung eines der IS-Terroristen, welche am grauenhaften Massaker an den Armeerekruten der Luftwaffenakademie im Juni 2014 (vgl.u.) beteiligt gewesen war. Inzwischen sind etliche der Tatbeteiligten mit Haftbefehl gesucht und gefangengenommen sowie rechtskräftig zum Tod verurteilt worden. (https://www.sana.sy/?p=958787) – Nach der US-Invasion 2003 wurde die Akademie umbenannt in Spyker Airbase, Camp Speicher, auch Spiker geschrieben.
Gemäß Mitteilung des Kommandeurs Ḥussain al-Mâsawî begann am 8.6.2019 eine gemeinsame durch Einheiten von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Bodentruppen der Armee und Luftwaffeenunterstützung eine neue Militäroperation im Gebiet von Ğazîra Tikrît am Tigris in der Provinz Ṣalâḥuddîn zur Beseitigung verbliebener IS-Terrorzellen. (https://www.sana.sy/?p=959048)
Drei Terroranschläge ereigneten sich ebenfalls am 8.6.2019:
Laut as-Sûmariyya News wurde durch die Detonation eines von Terroristen angebrachten Sprengsatzes im Dorf as-Saʽdûniyya in der Provinz Kirkûk ein Mitglied der Bundespolizei getötet, zwei weitere wurden verletzt. Im Dorf al-ʽAṣariyya im selben Gouvernorat ereignete sich Ähnliches mit Tod eines Zivilisten und Verwundung eines Bundespolizeibeamten.
Ein weiterer Polizist wurde ebenfalls durch einen Sprengsatz verletzt, der an der Tür seines Hauses im Bezirk al-Baġdâdî westlich von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr angebracht gewesen war.
(https://www.sana.sy/?p=958939)

Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ begrüßt BRD-Außenminister Heiko Maas am 8.6.2019 in Bagdad, Photo: SANA
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî empfing am 8.6.2019 in Bagdad den den von einem Aufenthalt in Abū Ẓabī kommenden deutschen Außenminister Heiko Maas. Dieser versicherte die Einhaltung des umfassenden gemeinsamen Aktionsplans JCPOA durch die EU (d.h. inklusive der BRD). Der Premierminister bekräftigte erklärte seinerseits ein weiteres Mal: „Bagdad unterstützt jede Bemühung um die Herstellung der Stabilität auf regionaler sowie weltweiter Ebene und bewegt sich in diese Richtung.“ Die Regierung werde daher auch Delegationen nach Teheran, Washington und Europa schicken.
Nach Auskunft des deutschen Auswärtigen Amts vom selben Tag werde Maas weiterreisen und am [Pfingst-]Montag in Teheran mit seinem iranischen Amtskollegen Muḥammad-Ǧawād Ẓarīf über das erwähnte Atomabkommen sowie die Bewahrung der Sicherheit und Stabilität in der Region sprechen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47617).
Während der Gespräche zwischen dem Staatspräsident en Barham Aḥmad Ṣāliḥ und Außenminister Haiko Maas setzte ersterer diesem nochmals die Grundlagen der irakischen Außenpolitik dar, wie er es zuvor schon z.B. gegenüber den akkreditierten Botschaftern getan hatte. (https://www.sana.sy/?p=959150)
BRD-Außenminister Haiko Maas besucht am 8.6.2019 Bagdad. Es sei geplant, daß er mit Premierminister ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî und Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ zusammentreff, um die bilateralen Beziehungen und politischen Spannungen in der Region zu besprechen. (https://www.almaalomah.com/2019/06/07/410262/)
Laut Mitteilung aus dem Auswärtige Amt hieß es zum Zweck der Reise von Maas: „Zum Abschluss seiner Reise in den Nahen Osten wirbt Maas in Iran für den Erhalt und die Einhaltung der Wiener Nuklearvereinbarung.“ Dazu bemerkte der Christoph Hörstel, Bundesvorsitzender der Neuen Mitte, am 10.6.2019: „Das klingt wie ein trauriger Witz, denn es sind die westlichen Partner, die das Abkommen noch nie eingehalten haben, bis Washington es letztes Jahr erklärtermaßen vollkommen gebrochen hat – während die Wiener Atombehörde IAEO bescheinigt, daß der Iran das Abkommen stets überfüllt hat. Aber in dieser Haltung einer seltsamen Realitätsverweigerung verharrt der Westen – und keine noch so schöne offizielle oder journalistische Formulierung kann darüber hinwegtäuschen.“ (http://parstoday.com/de/news/iran-i47633) – Diese Einschätzung ist nach Betrachtung der Fakten nachvollziehbar.
Von iranischer Seite wurde kritisiert, daß nach dem US-Ausstieg aus dem internationalen Atomabkommen, kurz: JCPOA, im Mai 2018 zwar die europäischen Partner ein spezielles Zahlungssystem für die Aufrechterhaltung des Handels mit dem Iran (INSTEX) geschaffen, dessen Aktivierung jedoch unter verschiedensten Vorwänden [wegen des US-Drucks] mehrfach verschoben hätten. Daraufhin hatte der Iran am 8.5.2019 eine 60-tägige Frist gestellt und bis dahin den Artikeln 26 und 36 des JCPOA gemäß (!),die Einhaltung einiger seiner Verpflichtungen ausgesetzt. (https://www.sana.sy/?p=960132, http://parstoday.com/de/news/iran-i47621)
Näheres zur INSTEX-Problematik enthüllte Rußlands Außenminister Lawrow am Di., 11.6.2019, auf einer Pressekonferenz in Moskau: in seiner jetzigen Form löse er nicht die nach dem US-Ausstieg aus dem JCPOA entstanden Probleme für Geschäfte mit dem Iran. „Nicht alle Länder, die mit Iran handeln, können diesen Mechanismus nutzen und in der aktuellen Situation haben nur die EU-Mitgliedsstaaten diese Möglichkeit„, erklärte er. Der Finanzmechanismus umfasse zudem nicht alle Handelsgeschäfte, nur die, welche im humanen, medizinischen und Lebensmittel-Bereich nicht den US-Sanktionen unterlägen. Daher brauche es eine umgehende Sitzung der JCPOA-Kommission. (http://parstoday.com/de/news/world-i47668)
- Sicheroperation gegen IS-Zellen in der Wüste von al-Anbâr, Photo: al-Maʽlûma
- Waffen aus dem IS-Depot, Photo: al-Maʽlûma
Šuʽaib Barzân al-ʽUbaidî, al-Ḥašd [aš-Šaʽbî]–Kommandeur der Provinz al-Anbâr, teilte am 7.6.2019 mit, daß bei einer vorbeugenden Sicherheitsoperation einer Einheit der 29. Brigade zusammen mit Armeesoldaten und Stammeskämpfern gegen verbliebene IS-Zellen basierend auf Geheimdienstinformationen sechs IS-Terroristen in der westlichen Wüste von al-Anbâr getötet, eine Reihe ihrer geheimen Tunnel zerstört und verschiedene ihrer Waffen beschlagnahmt wurden. (www.almaalomah.com/2019/06/07/410274/)
Weiter führte der Kommandant aus, aus dem Lager der IS-Zelle seien etliche Waffen, darunter Raketen und Sprengstoff zutage gefördert worden, neben einem Treibstofflager und den drei Tunneln wurden noch vier Schlupfnester in natürlichen Höhlen entdeckt und zerstört wie auch eine Motorradbombe. Auf eigener Seite gab es keinerlei Verluste. (https://www.almaalomah.com/2019/06/07/410281/)
Am 5.6.2019 vereitelte eine Einheit der 22. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen Angriff von IS-Terroristen bei ar-Rašâd im südwestlich Teil der Provinz Kirkûk. (https://www.sana.sy/?p=957758)
As-Sûmariyya News berichtete am 4.6.2019 von der Tötung zweier IS-Terroristen, welche in der näheren Umgebung von ʽÂmriyya aṣ-Ṣamûd in die Provinz al-Anbâr im Westirak eingedrungen waren, beim Zusammenstoß mit den vereinten Streitkräften der Armee, Polizei und der Stämme. Darüber gab Šâkir Maḥmûd, eine Justizquelle aus al-Qâ´im Auskunft.
Zuvor hatten Soldaten einen mit einem Sprengstoffgürtel versehenen Suizidattentäter in Qâ´im rechtzeitig eliminiert.
Eine Sicherheitsquelle informierte darüber, daß während der Suche nach terroristischen Elementen in aṭ-Ṭârmiyya nördlich von Bagdad zu einem Feuergefecht kam, das die Terroristen von einer der nahen Obstplantagen heraus begannen. In der Folge kamen vier Soldaten ums Leben, vier weitere wurden verwundet, aber auch drei Terroristen getötet. Das Durchkämmen der Gegend werde fortgesetzt, hieß es weiter. (https://www.sana.sy/?p=957330)
An den schon im Syrien–Thread (unter dem 31.5. und 2.6.2019!) erwähnten Gipfeltreffen islamischer Länder in Mekka hatte auch ein irakischer Vertreter teilgenommen. Danach positionierte sich Staatspräsident Barham Ṣāliḥ eindeutig gegen die dort veröffentlichten Schlußerklärungen aufgrund unbegründeter Anschuldigungen gegen den Iran. Der Vertreter von Qaṭar hatte sogar festgestellt, dieselben seien im voraus angefertigt worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47548)

Staatspräsident Barham Ṣāliḥ empfängt Botschafter am 2.6.2019 im Friedenspalast in Bagdad, Photo: al-Maʽlûma
Staatspräsident Barham Ṣāliḥ empfing am So., 2.6.2019, eine Reihe in Bagdad akkreditierter Botschafter und setzte ihnen die neue, vom Irak verfolge Politik auseinander, darunter den Botschaftern der BRD, Großbritanniens und Frankreichs, dem neuen iranischen Botschafter Îrağ al-Masğidî, wie auch dem momentanen Geschäftsträger der US-Botschaft (vgl.u.).
Darin machte er deutlich, der Irak verfolge die Vision einer Abkehr von einer Politik der Achsen bzw. Parteien und damit der kriegerischen Auseinandersetzungen. Er wolle mit allen freundlich gesinnten Länder im konstruktiven Dialog stehen, um nicht nur eine Eskalation der Spannungen in der Region zu verhindern, sondern sie zu vermindern bzw. beizulegen. Hierzu gelte es, die diplomatischen Korridore zu verstärkt zu nutzen. Ins Zentrum rücke, die nationalen Interessen zu wahren und die erreichte Stabilität zu Vorteil der Iraker wie der Völker der Region zu schützen.“
Die europäischen Vertreter wie derjenige aus dem Iran hätten dies begrüßt, meldet al-Maʽlûma auf der Basis einer Kopie der offziellen Erklärung der irakischen Präsidentschaft. Eine Verstärkung der Beziehungen zum Irak bzw. viceversa wurde zum Ziel erklärt. Botschafter al-Masğidî versicherte zudem die weitere Unterstützung seines Landes für den Irak. (https://www.almaalomah.com/2019/06/02/409679/, https://www.almaalomah.com/2019/06/02/409701/, https://www.almaalomah.com/2019/06/02/409663/)

Geschäftsträger der US-Botschaft Joe Hood, empfangen durch Staatspräsident Barham Ṣāliḥ am 2.6.2019, Photo: SANA
Beim Empfang des Geschäftsträgers (Chargé d’affaires) der US-Botschaft in Bagdad, Joe Hood, durch den Staatspräsidenten Barham Ṣāliḥ am 2.6.2019, erklärte ersterer, an der vom Irak verfolgten Politik in der Region wie gegenüber seinen Nachbarländern habe sich nichts geändert, sie sei grundlegen. (https://www.sana.sy/?p=956225) – Zu früheren Aussagen in dieser Hinsicht vgl.u.! Die USA versuchen seit Monaten im Irak eine Ausgangsbasis zum Vorgehen gegen den Iran – aber auch gegen Syrien nach Abzug der US-Truppen von dort – zu erhalten, wogegen sich eine breite, parteiübergreifende Front im Irak sträubt (vgl.u.).
Seit Monaten bemühen sich die Parlamentarier parteiübergreifend und getragen durch eine in der Bevölkerung weit verbreitete unterstützende Stimmung, die auch die Regierung teilt, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das den Abzug der US-Streitkräfte aus dem Irak sicherstellt [zu den Gründen etc. s.u.].
Am 2.6.2019 sprach der Abgeordnete der Koalition Sâ´irûn, Riyâḍ al-Masʽûdî, mit al-Maʽlûma über den Sachverhalt, welcher die Verzögerung erklärt.
Al-Masʽûdî führte aus, im Abkommen des Iraks mit den USA aus dem Jahr 2008 gebe es leider eine Lücke, welche die USA bislang nutzen, um ihre Truppen im Land zu belassen. Der irakische Unterhändler habe nicht beachtet [?], eine eindeutige Frist für den Abzug festzulegen, weshalb die US-Truppen immer noch im Irak stünden, ohne abzuziehen. Allerdings beinhalte die im Jahr 2011 unterzeichnete strategische Rahmenvereinbarung des Irak mit der US-Seite mehrere Details, von denen ausschließlich die militärischeumgesetzt worden sei, während die anderen unerfüllt blieben. Demnach müsse die Regierung diese Vereinbarungen dringend überdenken. (https://www.almaalomah.com/2019/06/02/409564/)
Ein im Bereich von Abû Ṣaidâ in der Provinz Diyâlâ detonierender Sprengsatz mit nachfolgendem bewaffneten Angriff durch Terroristen forderte laut Mitteilung as-Sûmariyya News am 31.5.2019 sechs Tote und vier Verletzte.
Tags zuvor am 30.5.2019 abends hatte es schon in der nordirakischen Provinz Kirkûk eine Reihe von Terroranschlägen gegeben, bei denen vier Menschen getötet und 23 weitere verletzt wurden. (https://www.sana.sy/?p=954872)
Aufgrund von präzisen Ermittlungen des militärischen Geheimdienstes konnten Sciherheitskräfte am 30.5.2019 in der Stadt ar-Ramâdî in der westlichen Provinz al-Anbâr einen IS-Terroristen gefangennehmen. (https://www.sana.sy/?p=954612)
Am 30.5.2019 gab das türkische Verteidigungsministerium, zitiert von der Nachrichtenagentur Anadolu zu, daß bei der kürzlich erfolgten [völkerrechtswidrigen] Militäroperation mit Bodentruppen im Bereich Hâkrûk im Nordirak (vgl.u.) zwei türkische Soldaten durch die Auslösung einer Landminenexplosion getötet worden seien. (https://www.sana.sy/?p=954814)
- „Osmanen-Sultan“ Erdogan, Zusammenstellung: ejmagnier.com
- Irakischer Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ, Photo: SANA
Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ ließ dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan laut Erklärung der Präsidentschaft der Republik Irak, zitiert von der irakischen Nachrichtenagentur INA vom 29.5.2019, unmißverständlich mitteilen, daß er jede Militäraktion, welche die irakischen Grenzen überschreite, strikt ablehne. Die Souveränität des Iraks müsse unbedingt respektiert werden. Grund hierfür ist, daß die türkische Armee erneut tags zuvor am 28.5.2019 und ohne vorherige Abstimmung mit der irakischen Regierung eine Militäroperation eingeleitet und auf irakischem Territorium durchgeführt hat unter dem Vorwand des Schutzes der Sicherheit der Türkei und der Terrorismusbekämpfung.
Bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan in Istanbul habe Ṣāliḥ betont, die Sicherheit beider Länder lasse sich nur durch die Koordinierung untereinander und mit den anderen Ländern der Region herstellen. Notwendig sei „Zusammenarbeit und Aufnahme eines konstruktiven Dialogs zwischen allen Parteien, um politische Lösungen für die gegenwärtigen Krisen zu finden und sich von der Sprache der Bedrohungen und Provokationen fzu entfernen, um Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität in der Region zu erreichen. (https://www.sana.sy/?p=953667) – Zu den jüngsten Übergriffen türkischen Militärs auf nordsyrischem Terrain s. unter Syrien!
Bei einer Luftlandeoperation gegen eine IS-Einheit im südwestlichen Stadtbezirk von Mossul wurden am 29.5.2019 14 IS-Terroristen getötet werden, darunter Suizidattentäter und Anführer. (https://www.sana.sy/?p=953969)
Am 28.5.2019 verurteilte ein Gericht zwei Franzosen, die in den Reihen des IS gekämpft hatten, zum Tod; damit stieg die Zahl der verurteilten französischen Staatsangehörigen auf sechs Personen.
In einer gemeinsam abgestimmten Operation von Luftwaffe und Einsatztruppen von Ṣalâḥuddîn wurde am 28.5.2019 in der Region ʽAlâs im östlichen Teil der Provinz ein Schlupfnest von IS-Terroristen zerstört zusammen mit zwei Autos, eines davon mit Sprengsätzen versehen, und zwei mit Benzin beladene Tanker. Zehn IS-Terroristen starben dabei, wie as-Sûmariyya News berichtete.
Bei einer weiteren Sicherungsoperation im Bezirk der Stadt Hît in der Provinz al-Anbâr konnte ein Sprengsätze mit sich tragender Terrorist festgenommen werden.
Tags zuvor am 27.5.2019 war bereits in ar-Ramâdî, im Zentrum der westlichen Provinz al-Anbâr, eine Terrorattacke vereitelt worden. (https://www.sana.sy/?p=953173)
Ein auf der Verbindungsstraße Abû Ġuraib (Abu Ghraib) westlich von Bagdad und der Hauptstadt stationierter Trupp an Sicherheitskräften konnte am 27.5.2019 eine IS-Autobombe rechtzeitig aus dem Verkehr ziehen und damit den geplanten Anschlag in Bagdad vereiteln, ohne daß Schäden entstanden, wie INA berichtete.
Das Polizeikommando von al-Anbâr gab bekannt, daß zwei IS-Militärlager in Ḥussainiyât – ʽÂmiğ im Wüstengebiet zerstört wurden; dabei kam es zur Verhaftung einer Reihe IS-Terroristen und Konfiszierung von deren Waffen und weiterer Ausrüstung. (https://www.sana.sy/?p=952512)
- Iranischer und irakischer Außenminister in Bagdad, Photo: SANA
- Iranischer Außenminister Muḥammad Ẓarîf trifft Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî in Bagdad, Photo: SANA
Nach einem Treffen der beiden Außenminister Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm und seinem iranischen Gast Muḥammad Ğawâd Ẓarîf in Bagdad hielten beide am 26.5.2019 eine Pressekonferenz am ab. Zuvor hätten sie viele bilaterale Fragen erörtert, darunter vor allem das Eisenbahnprojekt (vgl.u.) und die in Aussicht genommenen Industriestandorte (sog. industrial cities).
Muḥammad Ẓarîf bekräftigte einerseits mit Blick auf die gespannte Beziehung mit der US-Administration, sein Land werde jedem Angriff entgegentreten, und andererseits, dieses habe seine Verpflichtungen aus dem unterzeichneten Nuklearabkommen [JCPOA] stets voll erfüllt. Auch die jüngste Entscheidung der Aussetzung mancher Punkte darauf entspreche dem Vertrag selbst als Reaktion auf den Rückzug der USA vom Abkommen. Der Iran trete damit in keiner Weise vom Vertrag zurück, sondern verteidige seine Rechte im Rahmen dieses internationalen Abkommens.
Die US-Regierung versuche mit ihrem Regelbruch, ihren Verstößen gegen internationale Resolutionen und durch Mobbing per einseitigen Zwangsmaßnahmen gegen andere Länder, diese zu Handlungen zu zwingen, die den USA genehm seien. Doch der Iran sei in der Lage, auf jeden militärischen oder wirtschaftlichen Krieg gegen das iranische Volk zu reagieren.
Er kritisierte dann die durch das JCPOA gebundenen europäischen Länder wegen Nichteinhaltung ihrer Verpflichtungen daraus; dies sei im vergangenen Jahr noch deutlicher geworden als in den Vorjahren.
Schließlich versicherte der iranische Außenamtschef, sein Land strebe bessere Beziehungen zu den Ländern der Region an und begrüße alle Vorschläge für einen Dialog und zum Spannungsabbau. Der Iran habe in dieser Hinsicht ja schon mehrere Vorschläge gemacht.
Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî machte gegenüber Ẓarîf deutlich, der Irak sei auch auf die Sicherheit seiner Nachbarn und die Vermeidung einer Eskalation in der Region bedacht. Dafür sei Dialog notwendig, zum Aufbau von Vertrauen zwischen den Parteien. Ẓarîf würdigte diese Bereitschaft des Iraks, durch die das Land eine bedeutende Rolle bei der Lösung der Probleme in der Region spielen könne. Sein Land wolle keine militärische Eskalation, sondern sei bereit für jegliche Initiative zur Reduzierung der Spannungen und zum Aufbau konstruktiver Beziehungen mit allen Nachbarländern. (https://www.sana.sy/?p=952205)
Bezüglich der o.e. Vorschläge zum Spannungsabbau in der Region und besseren Beziehungen zu den Nachbarländern des Irans gab Pars Today an, vorgebracht worden sei u.a. ein Nichtangriffsvertrag mit allen Anrainerländern des Persischen Golfes. (http://parstoday.com/de/news/iran-i47441)
In Entgegnung der von US-Präsident Trump während der zusammen mit Japans Premierminister Shinzo Abe in Tokio angehaltenen Pressekonferenz vom 27.5.2019 wiederholten Vorwürfe gegen den Iran, auf die Entwicklung von Atomwaffen hinzuarbeiten, machte Außenminister Ẓarîf am Abend desselben Tages per Twitter zudem auf die von Ayatullâh Ḫâmanhây (Khamenei) in den 1990er Jahren herausgegebene fatwâ aufmerksam, welche sich gegen Massenvernichtungswaffen einschließlich Atomwaffen richtet. (www.parstoday.com/de/news/iran-i47447; hoch informativ über die Hintergründe und Umstände der fatwâ, welche die Ernsthaftigkeit der darin getätigten Entscheidung nahelegen, sind die Darlegungen in: https://web.archive.org/web/20170921001025/https://foreignpolicy.com/2014/10/16/when-the-ayatollah-said-no-to-nukes/ vom 16.10.2014 von Gareth Porter)
Am zweiten Tag seiner Irakreise, 26.5.2019, führte der iranische Außenminister Muḥammad Ğawâd Ẓarîf Gespräche mit dem Chef des Reform- und Aufbau-Bündnisses, Seyed Amar Hakim [Sayyid ʽAmmâr al-Ḥakîm], dem Chef des al-Fatḥ-Bündnisses, Hadi al-Amery [Hâdî al-ʽÂmirî], und dem Vorsitzenden der Fraktion „Al-Wataniya“ [al-Ḥarakat al-Waṭaniyya al-Irâqiyya mit Iyād ʿAllāwī an der Spitze]. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47428)

Empfang des iranischen Außenministers Muḥammad Ğawâd Ẓarîf durch den irakischen Staatspräsidenten Barham Aḥmad Ṣāliḥ, Photo: pars today
Am Samstagnachmittag, 25.5.2019, traf der iranische Außenminister Muḥammad Ğawâd Ẓarîf an der Spitze einer hochrangigen politischen Delegation zu einem zweitägigen Besuch in Bagdad und wurde zunächst von Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ empfangen. Die Gespräche befaßten sich mit den jüngsten Entwicklungen auf regionaler und internationaler Ebene und der Vertiefung der bilateralen Beziehungen gemäß den früher getroffenen Vereinbarungen (vgl.u.).
Einen Schwerpunkt bildete die Verhinderung eines Konfliktausbruchs angesichts der verschärften Spannungen mit der US-Administration, deren Rückzug aus dem JCPOA-Abkommen mit erneutem Erlaß einseitiger [damit völkerrechtswidriger] anti-iranischer Wirtschaftszwangsmaßnahmen.
Beide Seiten waren sich einig, daß die aktuellen Krisen nur auf politischem Weg bzw. dem des Dialogs gelöst werden könnten und sollten.
Der Staatspräsident unterstrich, der Irak sei auf gute ausgewogene Beziehungen zu allen Ländern, insbesondere den brüderlichen und befreundeten Nachbarländern aus, welche den Interessen der betroffenen Völker zugute kämen und einen Faktor der Stabilität in der Region bildeten.
Minister Ẓarîf erklärte, sein Land sei bereit „das Ausmaß der Zusammenarbeit und Koordination zwischen beiden Ländern zu erweitern“ und „den Irak auf verschiedenen Ebenen zu unterstützen“. Schließlich überbrachte er die Einladung von Präsident Ḥassan Rûḥânî an Barham Ṣāliḥ zu einem erneuten Besuch in Teheran.
Später traf Muḥammad Ẓarîf noch mit Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî und Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî zusammen. (https://www.sana.sy/?p=952071, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47420, http://parstoday.com/en/news/iran-i104668)
Wie schon im Syrien–Thread mitgeteilt, herrschen nach reichlichen Frühjahrsregen dort wie in Teilen des Iraks Trockenheit und Hitze vor, wodurch schnell durch Unachtsamkeit Brände, auch auf landwirtschaftlich bebauten Flächen entstehen. Während Löscharbeiten in der Gegend von ʽAbbâsî im Bereich der Stadt al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk detonierte am Abend des 25.5.2019 ein früher von den Terroristen dort ausgelegter Sprengsatz. Durch die Explosion wurden vier Personen getötet, weitere zwei verletzt, infolge der Brände auf den Weizen- und Gerstefeldern entstanden enorme materielle Schäden, wie as-Sûmariyya News meldete. (https://www.sana.sy/?p=952074)
Aufgrund genauer Geheimdienst-Informationen konnten die Streitkräfte am 25.5.2019 in der Gegend von Sâda Baʽwaizah auf der östlichen Tigrisseite von Mossul im Nordirak zwei IS-Terroristen verhaften, die dort eine Werkstatt zur Herstellung von Schalldämpfern und Detonationsbeschleunigern betrieben. (https://www.sana.sy/?p=951733)
Sieben IS-Anführer einer Terrorzelle gingen den Sicherheitseinheiten in as-Sulaimâniyya, im Nordosten des Landes, nach Geheimdienstermittlungen in die Falle und wurden festgenommen, wie INA am 24.5.2019 berichtete. Damit wurden mehrere geplante Terroranschläge im Vorfeld vereitelt. (https://www.sana.sy/?p=951575)
Mit satellite images released by Fox News wurde am 24.5.2019 belegt, daß der Iran – gemäß den früher schon geschilderten Abkommen mit der Regierung in Bagdad zwecks Hilfe beim Wiederaufbau und anderen Projekten (vgl.u.) – derzeit den Ausbau des Grenzübergangs al-Qâ´im – al-Bû Kamal zu Syrien, der in Bälde wiedereröffnet werden soll (vgl.u. und s. Syrien), betreibt.
Laut Aussage des Unterpräfekten Ahmad ad-Dulaimî von al-Qâ´im in der Provinz al-Anbâr gegenüber as-Sûmariyya News detonierte am 23.5.2019 an einem Autostellplatz in der Stadt ein an einem geparkten Wagen angebrachter Sprengsatz. Bei der Explosion wurden zwei Menschen getötet und eine dritte Person verletzt. (https://www.sana.sy/?p=951074)
Laut Meldung der Nachrichtenagentur INA wurden am 22.5.2019 während einer Operation von Sicherheitsabteilungen der 10. Brigade in Kooperation mit Geheimdienstkräften der 41. Infanteriebrigade und der schnellen Eingreiftruppe eine IS-Terrorzelle im Gebiet von an-Nuʽaimiyya bei Falûğa in der Provinz al-Anbâr ausgehoben und dabei vier IS-Terroristen festgenommen. diese hatten in den kommenden Tagen Terroranschläge geplant.
Je ein gefährlicher IS-Terrorist wurde von den Streitkräften bei ihren Sicherungseinsätzen zudem im Bezirk Manṣûriyya in der Provinz Diyâlâ wie in der Provinz al-Anbâr gefangengenommen. (https://www.sana.sy/?p=950294)
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî verkündete in Bagdad am 21.5.2019 gemäß an-Našra-Bericht zum US-Iran-Konflikt: „Wir ergreifen Maßnahmen zur Herstellung von Ruhe im Konflikt zwischen Washington und Teheran. Kein Iraker will Krieg zwischen den USA und Iran.“ Er fügte hinzu: „Die amerikanischen und iranischen Regierungsverantwortlichen bekräftigten, dass sie keinen Krieg wollen. Wir werden unsererseits Delegationen nach Teheran und Washington entsenden, um die Spannungen zu beenden.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47363) – Näheres zur Stellung des Iraks im Konflikt s.u.!
Ein al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Sprecher informierte die Nachrichtenagentur INA darüber, daß am 19.5.2019 ein Bus, welcher auf der Baldarûz-Straße Männer der 20. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî von al-Baṣra nach Diyâlâ–Ḫânaqîn im Ost-Irak transportierte von der Detonation einer am Straßenrand angebrachten Sprengfalle erfaßt wurde. Dabei starben sieben der Insassen, 26 weitere wurden verletzt.
Zudem schlug laut Sicherheitskräften eine Katjusha-Rakete beim Denkmal des Unbekannten Soldaten in der sog. Grünen Zone ein. (https://www.sana.sy/?p=948948)
Râmî as-Sakini [?], Mitglied des Außenausschusses im irakischen Parlament, gab am 19.5.2019 bekannt, der Ausschuß bemühe sich um eine Gesetzesvorlage, der zufolge ein Komitee gebildet werde zur Ermittlung der durch die von den USA und ihren Verbündeten einschließlich Israels Kriege verursachten Schäden feststellt und den Ministerpräsidenten wie den Außenminister verpflichtet, dafür Entschädigungen zu verlangen. – Schon im Jahr 2011 hatte das Gesundheitsministerium des Landes in einem offiziellen Bericht festgestellt, es gebe im Irak mehr als 20.270 Krebsfälle. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47329) – Zur Uran-Verseuchung im Irak aufgrund der von den USA verwendeten Waffen vgl.u.!
As-Sûmariyya News meldete am 19.5.2019 die Verhaftung des früheren Verantwortlichen (amîr) für das Mörsergranaten-Bataillons der Nînawâ-Ebene des IS mit Kampfnamen Ğihâd Anṣârî. Ein Angehöriger der Sicherheitskräfte bemerkte dazu, eine Polizei-Einheit habe den IS-Führerwestlich der Stadt Mossul verhaftet ausgemacht gehabt. (https://www.sana.sy/?p=948534)
Das irakische Verteidigungsministerium informierte in einer Erklärung vom 18.5.2019 darüber, daß ein Infanterietrupp zusammen mit der Luftwaffe eine Operation auf der Ğazîra Ṣalâḥuddîn ausgeführt habe, wo in einem verlassenen Haus infolge eingehender Geheimdienstermittlungen eine IS-Zelle habe ausgemacht werden könne. Dabei wurden sechs IS-Terroristen getötet, ihr Fahrzeug zerstört sowie ihr verstecktes Depot mit Sprengstoffgürteln und Kommunikationsgeräten entdeckt. (https://www.sana.sy/?p=948248)
Im Zuge des US-Kriegsgerassels gegen den Iran mit Verlegung von Bombern und einem Flugzeugträger in die Nahost-Region mit Warnung an die Mitarbeiter der diplomatischen Missionen im Irak (vgl.u.) hat sich nun auch das US-Unternehmen Exxon Mobil seine Belegschaft vom irakischen Ölfeld Qurna-1 West in der südirakischen Provinz Baṣra abgezogen.
Iḥsân ʽAbdul-Ğabâr, der Chef der staatlichen South Oil Company, welche das Baṣra-Ölfeld betreibt, erklärte, dieses Vorgehen von Exxon Mobil sei eine bloße und temporäre Vorsichtsmaßnahme. Es gebe keinerlei Anzeichen einer Gefahr; die Situation sei sicher und sehr stabil auf dem Ölfeld, welches mit voller Kapazität betrieben werde und pro Tag 440.000 Barrel fördere. Die Förderung werde von irakischen Ingenieuren überwacht, die ausländischen Kräfte hätten beratende Funktion innegehabt und führten diese nun von den Büros in Dubai aus. Das werfe keinerlei Bedenken auf. (https://www.sana.sy/?p=948232)
Dank der Beruhigung der Sicherheitslage nach Bekämpfung der Terrorgruppen im Irak wie in Syrien durch beider Armeen und die sie unterstützenden Kämpfer aus dem befreundeten Ausland nimmt Iraqi Airways die regelmäßigen Flüge zum und vom Damascus International Airport ab dem 18.5.2019 wieder auf, wie das Verkehrsministerium in Bagdad selben Tags bekannt gab. Diese waren infolge der terroristischen Unruhen seit Dezember 2011 eingestellt worden. Die Flüge zwischen Bagdad und Damaskus sollen vorerst einmal pro Woche stattfinden. (https://www.sana.sy/?p=948197, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47316)
Die New York Times informiert darüber, US-Präsident Trump plane, US-Soldaten und Söldner – d.h. Mitarbeiter von Blackwater usw. – zu begnadigen, die wegen Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan verurteilt worden sind oder deren Prozeß gerade mit aussicht auf Verurteilung verhandelt wird. Ein hochrangiger US-Militärbeamter teilte mit, das Weiße Haus habe am Fr., 17.5.2019, Anträge an das Berufungsbüro des Justizministeriums gerichtet, das seinerseits die betroffenen Militärzweige benachrichtigt habe.
Der Militärrichter i.R. und Vietnam-Veteran Gary Solis mahnte in dem Zusammenhang: „It raises the prospect in the minds of the troops that says, ‘Whatever we do, if we can get the folks back home behind us, maybe we can get let off.’” Und die Generalstaatsanwältin William P. Barr gab zu bedenken: „If this president is planning to pardon a bunch of people charged with war crimes, he will use the pardon power to send a far darker message.”
Näheres ist dem englischen Artikel zu entnehmen. (https://www.sana.sy/?p=948501 mit Bezug auf https://www.nytimes.com/2019/05/18/us/trump-pardons-war-crimes.html?searchResultPosition=3 vom 18.5.2019, dessen gedruckte Ausgabe am 19.5.2019 erscheinen soll) – Die unabhängige Emittlergruppe Airwars (vgl.u.) hatte schon vor wenigen Jahren darauf hingewiesen, daß die US-Vorschriften zur Ermittlung allein von Tötungen unter der Zivilbevölkerung durch US-Operation so abgefaßt sind, daß nur ein geringer Anteil davon überhaupt registriert werde. Die Möglichkeit von Anklagen und Verurteilungen ist damit schon im Vorfeld recht gering.
Hâdî Razîğ, der Polizeichef der Provinz al-Anbâr gab am 17.5.2019 gegenüber as-Sûmariyya News bekannt: „In al-Anbâr wurden drei Terroristen der IS-Terrororganisation verhaftet; sie gestanden, im Jahr 2014 in verschiedenen Teilen der Provinz gegen Sicherheitskräfte vorgegangen zu sein.“ (https://www.sana.sy/?p=947609)
Auch die Niederlande setzen ihre Ausbildungsmission, welche 50 Soldaten betrifft, wie die deutschen Kollegen von der Bundeswehr (s.u.) ohne nähere Angaben aus. Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums hatte zuvor mitgeteilt, es gebe keinen konkreten Anlaß für diesen Schritt. Die Bundeswehr hat derzeit ca. 160 Mann im Irak stationiert, davon rund 60 in Tadschi [at-Tāǧī], 25km nördlich von Bagdad in der Provinz Ṣalâḥuddîn, und etwa 100 im Nord-Irak [Arbîl].(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47291)
Am 15.5.2019 meldeten die Mainstream-Medien, die US-Administration habe angeordnet, das nicht notwendige US-Personal habe die Botschaft in Bagdad bzw. das Konsulat in Arbîl zu verlassen mit der Behauptung, daß die „den Vereinigten Staaten feindliche Fraktionen US-Bürger und westliche Unternehmen im Irak gefährden könnten.“ Auch die BRD hatte im Gefolge die Truppenausbildungsmission im Irak vorläufig ausgesetzt.
Dem trat das Außenministerium des Landes noch am selben Tag entschieden entgegen. Laut as-Sûmariyya News erklärte der Sprecher des Außenamts in Bagdad, Aḥmad aṣ-Ṣaḥâf: „Die Sicherheitslage im Irak ist sehr stabil und der Irak ist ein Land, das seine Partner und Freunde respektiert, die gemeinsame Interessen mit ihm teilen seine Souveränität zugleich bekräftigen und schützen.“ Weiter hieß es: „Das irakische Außenministerium stimmt sich mit allen Parteien ab und ist dem Dialog verpflichtet wie der Möglichkeit, auf den Chancen des Gleichgewichts aufzubauen in n Anbetracht der Notwendigkeit, daß die Region dies tut.“ (https://www.sana.sy/?p=946982; s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47287) – Die Entwicklungen der letzten Zeit (s.u.) zeigen, daß sich keine Anzeichen für eine angespannte(re) Sicherheitslage im Irak im Vgl. zu früheren Monaten zeigen. Der Irak hat sich nur nachdrücklich geweigert, zum Ausgangspunkt für Angriffe auf Nachbarstaaten gemacht zu werden (s.u.).
Im Ḥamrîn-Gebirge tötete eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Einheit, die unter Luftwaffendeckung eine Operation im Ostteil der Provinz Ṣalâḥuddîn durchführte, drei IS-Terroristen mit Zerstörung von zehn IS-Schlupfnestern samt Sprengstoffgürteln, sonstiger Ausrüstung und Lebensmitteln darin.
Andererseits nahm die irakische Polizei einen IS-Terroristen im Bezirk Banğâ ʽAlî der Provinz Kirkûk und drei Terroristen in den Provinzen Nînawâ und al-Anbâr fest: ein IS-Terrorist hatte sich unter die Flüchtlinge des as-Salâmiyya-Lagers am linken Ufer von Mossul gemischt und so vor den Behörden versteckt. Durch den militärischen Geheimdienst konnte er dort jedoch aufgespürt werden. Zwei weitere IS-Terroristen im Bereich des Stadions von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr gestellt und festgenommen. Für alle existierten Haftbefehle aufgrund des Anti-Terrorgesetzes. (https://www.sana.sy/?p=945036)
Am 11.5.2019 wurde ein Erdbeben in der Provinzhauptstadt Sulaimâniyya sowie in Darbandîḫân, Ḥalabğa und Râniyâ im gleichnamigen Gouvernement in einer Stärke von 1,5 auf der Richterskala registriert mit Das Epizentrum 38km südwestlich der Stadt Ḥalabğa. Es gab keine Verletzten.
Auch das seismologische Zentrum der Universität Teheran meldete ein Erdbeben in der Provinz Kermanshah [Karmânšâh] im West-Iran, 7km von der Stadt Azkala und 38km von der Stadt Tâza-Âbâd entfernt, in einer Tiefe von 8km unter der Erdoberfläche. Es lagen keine Berichte über Verletzte oder Schäden vor. (https://www.sana.sy/?p=944726)
In einer Rede vom 10.5.2019 nahm der frühere Vize- bzw. Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî Stellung zum sich zuspitzenden Konflikt zwischen den USA und dem iranischen Nachbarstaat. Er betonte, das US-Wirtschaftsembargo gegen den Iran sei eine eklatante Verletzung der internationalen Konventionen. Überhaupt treibe die US-Politik mit ihrer Gewaltandrohung und dem Versuch, anderen ihren Willen und ihre Vorherrschaft aufzuzwingen, die Sicherheit und Stabilität in der Region an den Rand des Zusammenbruchs.
Die militärische Eskalation in der Region, die Kriegstreiberei und die Welle der Konfrontation, die mit den einseitigen US-Wirtschaftssanktionen gegen den Nachbarn Iran einhergehe, stehe im Widerspruch zu den Normen des Völkerrechts; das werde schwerwiegende Auswirkungen nicht nur auf das iranische sondern alle Völker der Region haben.
Das Sichhinwegsetzen über internationale Verpflichtungen und Verhängung einseitiger, d.h. nicht von den UN ausgesprochener und damit illegaler Sanktionen durch die USA bedeute den Zusammenbruch der bestehenden Weltordnung und den Verlust Rolle und internationalen Position der USA angesichts ihrer Politik des Chaos in den internationalen Beziehungen. (https://www.sana.sy/?p=944489)
- Flammenwerfer, Photo: webstagram.com
- Verurteilung der „US-Aggression“ vom 9.5.2019, Photo: SANA
Von einem US-Hubschrauber wurden, bestätigt durch die Verantwortlichen der Provinz Ṣalâḥuddîn, am 9.5.2019 per Flammenwerfern (?) in der Umgebung der Mâğid at-Tamîmî-Militärbasis (auch als Spyker-Basis bekannt, vgl.u.) und der Ğazîrat Tikrît, große landwirtschaftliche Flächen in Brand gesetzt und damit zerstört.
Als die Nachricht das Parlament erreichte, traten Vertreter der verschiedenen dort vertretenen Blöcke (auch: Parteibündnisse, Allianzen) mit scharfen Verurteilungen des erneuten aggressiven Vorgehens des US-Militärs im Irak an die Presse heran:
Aḥmad al-Asadî, Vorsitzender der Tuğmîʽ as-Sind al-Waṭanî, betonte: „diese Aktion ist ein Eingriff in die Souveränität des Iraks und erfordert eine Untersuchung!“ Außerdem forderte er Schadensersatz seitens der USA für die verursachten massiven Schäden.
Kâṭiʽ ar-Rukâbî von der Rechtsstaatlichkeitskoalition ordnete den Vorfall als Teil eines systematischen Prozesses zur Bekämpfung irakischer Militärstützpunkte ein und prangerte die damit einhergehende offensichtliche Verletzung der Souveränität und des Territoriums seines Landes an und zudem als einen Angriff gegen die eigenen Streitkräfte.
Der Abgeordnete Raʽd Ḥussain vom Sâ´irûn-Bündnis rief den Staats-, Minister und Parlamentspräsidenten auf, einen formellen, geharnischten Protest an die US-Botschaft zu richten wegen wiederholten Verstoßes der US-Streitkräfte gegen die Souveränität des Iraks. Auch versicherte er, daß das Parlament diesbezüglich nicht untätig bleiben werde, und erinnerte daran, daß das Repräsentantenhaus schließlich daran arbeite, den Gesetzesentwurf (vgl.u.) zur Beseitigung ausländischer Streitkräfte, insbesondere der US-Streitkräfte, zu genehmigen.(https://www.sana.sy/?p=943812)
Gemäß Verlautbarung durch die Nachrichtendienst-Direktion vom 8.5.2019 konnte ein terroristisches Netzwerk zerschlagen werden, das kriminelle Operationen zwischen den Provinzen Ṣalâḥuddîn und Kirkûk durchführte und die IS-Kämpfer mit Waffen, Munition und Sprengstoff versorgte. Auch der Leiter der Gruppe wurde gefangengenommen. In seinem Besitz fanden die Sicherheitskräfte Kalaschnikow-Gewehre, Vorräte an Ausrüstung und eine Reihe Telefone sowie anderen Kommunikationsgeräte.
Zwei weitere Terroristen konnten im Bezirk Madâ’in südlich von Bagdad und ein dritter in Mossul, Provinz Nînawâ, gefaßt werden. (https://www.sana.sy/?p=943083)
Während in deutschen Medien am 7.5.2019 gerätselt wurde, warum US-Außenminister Pompeo kurzfristig seinen seit langem geplanten Berlinbesuch abgesagt habe, flog dieser am Abend nach Bagdad zu einem unplanmäßige und unerwarteten Besuch. In den vier Stunden des Aufenthalts traf sich Pompeo mit Ministerpräsident Âdil ʽAbdul-Mahdî sowie Staatspräsident Barham Ṣāliḥ. Danach gab er vor Reportern an: „Grund dieser Reise sind die zunehmenden Aktivitäten Irans in der Region.“
Außenminister Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm schrieb auf seiner Twitter-Seite: „Bei dem Treffen Pompeos mit den irakischen Verantwortungsträgern wurde über bilaterale Angelegenheiten, die aktuellen Entwicklungen in Bezug auf regionale Sicherheitsfragen und über die Terrorismusbekämpfung gesprochen.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47167) – In der sich zuspitzenden Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran hat das Pentagon zusätzlich Militär in die Region geschickt, vgl. Boltons Drohung gegen den Iran (http://parstoday.com/de/news/iran-i47173) und Reuters: USA wollen 4 B-52 Bomber in den Mittleren Osten schicken!
Näheres war dann Stunden später über den Überraschungsbesuch zu erfahren: wie eigentlich aufgrund der jüngsten Entwicklungen zu erwarten, habe Pompeo den Minister- wie Staatspräsidenten gedrängt, die Beziehungen zum Iran zurückzufahren. Entsprechend den letzten Ereignissen im Irak und den negativen Erfahrungen mit dem US-Militär (vgl.u.), wurde dies von beiden Spitzenpolitikern strikt abgelehnt. Aus dem Büro des Staatspräsidenten hieß es dazu in einer Erklärung: Präsident Ṣāliḥ habe Pompeo erklärt, daß Bagdad trotz der Zusammenarbeit mit Washington an der Freundschaft mit Teheran festhalte. Die irakischen Außenbeziehungen basierten auf nationalen Interessen und auf dem Ausbau der Zusammenarbeit und der Freundschaft mit allen befreundeten und Nachbarländern, darunter dem Iran. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47185)
Der Führer des im Parlament vertretenen Badr-Blocks /Sektion al-Anbâr, Quṣay al-Anbârî, wurde am 7.5.2019 von verschiedenen irakischen Medien zitiert, als er enthüllte, daß die in der Wüste im westlichen al-Anbâr lebenden Familien beobachtet hätten, wie [US-]Hubschrauber Lebensmittel und Gesundheitsprodukte für die dort versteckten IS-Terroristen abwarfen. Er setzte erklärend hinzu, daß diese Wüstengegend sehr groß und ausgedehnt sei, so daß die IS-Terroristen nicht die weiten Strecken zurücklegen könnten, um an Nahrungsmittel etc. zu gelangen.
Weiter erinnerte er daran, daß schon mehrfach darüber berichtet und dokumentiert worden sei (s.u.!), daß von der innerhalb der sog. US-geführten Koalition operierenden US-Luftwaffe Hilfsgüter für die IS-Terroristen geliefert und diesen Unterstützung geleistet worden sei. Als es um die Rückeroberung des irakischen Territoriums von eben dieser Terrororganisation in den Provinzen Ṣalâḥuddîn und Diyâlâ sowie den Gegenden von al-Ḥawîğa, Mossul und Falûğa ging, sei wiederholt beobachtet worden, daß die US-Luftwaffe IS-Anführer und –Kämpfer aus Kampfgebieten, in denen es für den IS schwierig geworden war, ausgeflogen hätten. (https://www.sana.sy/?p=942577) – In diesen Thread wurden über die Jahre etliche Meldungen über die o.e. Hilfsmaßnahmen für den IS aufgenommen (s.u.). Zugleich wurde in den Berichten von verschiedenen Seiten übereinstimmend darauf hingewiesen, das US-Militär schaffe seit geraumer Zeit IS-Terroristen aus Syrien über die Grenze in den Irak, wo sie sich in der angrenzenden Wüste in al-Anbâr zu weiteren Operationen konzentrierten. Zugleich baue das US-Militär dort Stützpunkte für weitere geplante Operationen auf, bei denen die IS-Terroristen ein Rolle spielten. Dazu vgl.u.!
Das Außenministerium beschäftigte sich am 6.5.2019 mit der eskalierenden Situation im israelisch besetzten sog. Gaza-Streifen [Ġaza], wie Ministeriumssprecher Aḥmad aṣ-Ṣaḥâf mitteilte. In einer Erklärung wurden die Vereinten Nationen aufgefordert, eine Dringlichkeitssitzungen abzuhalten und sofort einzugreifen. U.a. hieß es: ,Kriminalisieren Sie diese Aggression und schützen Sie Leben und Eigentum des palästinensischen Volkes.“
Im Weiteren bekräftigte das Außenministerium die Unterstützung des Iraks für das palästinensische Volk, seine legitimen Rechte, die Besatzung zu beenden und die wiederholten Angriffe zu stoppen. (https://www.sana.sy/?p=942216) – Über die momentane Lage vor Ort informieren: http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47135, https://southfront.org/islamic-jihad-showcases-long-range-rockets-threatens-to-strike-israeli-nuclear-reactor-in-new-video/.
Am 5.5.2019 gab ein Sprecher der Streitkräfte bekannt, an diesem Tag habe eine Militäroperation zur Eliminierung von IS-Zellen in der Wüste der Provinz Ṣalâḥuddîn im Norden des Landes begonnen. Beteiligt seien mit Unterstützung der Luftwaffe auch Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî. Wie schon öfter in der Vergangenheit praktiziert, werde man sich von drei Achsen auf das Aktionsgebiet zubewegen. (https://www.sana.sy/?p=941507)
Am 4.5.2019 war einer Meldung von as-Sûmariyya News zu entnehmen, daß es gelungen sei, einen berüchtigten IS-Terroristen namens Waḥîd Umniyya, den Verantwortlichen der Terrororganisation für das Wilâyat al-Ğazîra aufzuspüren und zu töten. Dies erfolgte nach mehrmonatiger sorgfältiger geheimdienstlicher Überwachungstätigkeit. Der Topterrorist war u.a. für den Tod vieler Zivilisten in einem Hinterhalt nördlich von Tal ʽAfar wie in Mossul verantwortlich. Er war dabei, den IS in der Provinz Nînawâ (Ninive) zu reorganisieren.
Am Tag zuvor, dem 3.5.2019, konnten Sicherheitskräfte zwei Terroristen verhafteten, einen im Norden der Stadt al-Ḥila in der Provinz Bâbil, den anderen in der Provinz Nînawâ. (https://www.sana.sy/?p=941004)
Der Abgeordnete Karîm ʽAlîwî (vgl.u.), zugleich Mitglied des parlamentarische Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung, teilte am 3.5.2019 mit, das Parlament beschäftige sich derzeit damit, die Tätigkeit ausländischer sog. „privater Sicherheitsfirmen“ per Gesetz zu verbieten. Am bekanntesten davon ist die inzwischen umbenannte Firma Blackwater. ʽAlîwî wies auf den schlechten Ruf und die „dubiosen Aktivitäten“ dieser Firmen hin, denen es nur darum gehe, die Politik ihrer jeweiligen Auftraggeber(länder) im Irak durchzusetzen. Auffallend sei, daß diese ausländischen Sicherheitsfirmen überwiegend US- und israelische Offiziere beschäftigten, die entgegen ihrer Benennung eher zur Unruhestiftung beitrügen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47113) – Über die Abfassung und Verabschiedung eines Gesetzes zur Beendigung der US-Militärpräsenz im Land war zuvor schon mehrfach die Rede gewesen (vgl.u.)
Kalenderblatt: Am 3.5.2019 erklärte Großbritannien den Irak zu seinem Mandatsgebiet. (https://www.sana.sy/?p=940649)
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî, der momentan in Paris zu einem Staatsbesuch weilt, hat am 3.5.2019 mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron eine gemeinsame Presseerklärung abgehalten. In dieser wies er auf das Weiterbestehen von IS-Terrorzellen hin, welche die Armee immer noch in Militäroperationen bekämpfe. Die Terrororganisation versuche weiter mit ihren Aktivitäten (vgl.u.) die Region zu destabilisieren. (https://www.sana.sy/?p=940769)
Über den Besuch in Frankreich war noch zu erfahren, daß ein wichtiges Thema die französischen Kämpfer seien, die ehedem leicht hatten aus Frankreich ausreisen können, um sich dem IS im Irak als Terroristen anzuschließen. Im Irak befinden sich hunderte gefangener Terroristen aus West-Europa. Die Herkunftsländer würden es lieber sehen, daß diese nicht mehr zurückkehrten; damit hätte sie der Irak dauerhaft „am Hals“. Laut Mitteilung durch Le Figaro sei die französische Regierung an guten Beziehungen mit dem Irak schon wegen Handelszwecken und militärischen Vorteilen interessiert. Es wäre demnach denkbar, daß sich Macron für den Verbleib von IS-Terroristen im Irak erkenntlich zeigte, z.B. durch Neuausrichtung der französischen Position, die zuvor den Separatismus und damit die Kurden unterstützt hatte [zu Balkanisierung/Yinon-Plan s.u.!], Lieferung militärischer Systeme, Engagement französischer Unternehmen im Land wie etwa Aéroports de Paris in Mosul, Alstom und Hyundai. (https://www.valeursactuelles.com/societe/irak-la-france-echange-ses-djihadistes-contre-du-materiel-militaire-106475 vom 1.5.2019)
Der iranische Verteidigungsminister, Brigadegeneral Amîr Ḥâtamî (Amir Hatemi), bemerkte während eines Treffens mit irakischen Kommandeuren der Marine, des Heeres und der Luftwaffe in Teheran am 2.5.2019, die USA seien weiterhin bestrebt, eine Stabilisierung der Lage in Syrien wie im Irak zu hintertreiben, was zur Vorsicht mahne. „Die Aufnahme der Revolutionsgarden in die Terrorismusliste durch die USA sei ein Versuch, sich für deren Rolle bei der Bekämpfung des Terrorismus in der Region zu rächen.“
Die Verteidigungskooperation der Nachbarländer Iran und Irak trage zur Schaffung von Sicherheit, Stabilität und Frieden in der Region bei. „Die Herausforderungen, denen sich die Länder gegenübersehen, und die Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen, erfordern weitere Konsultationen zwischen den Verantwortungsträgern, um den Interessen beider Länder zu dienen, Wirtschaftswachstum zu erreichen und Stabilität zu gewährleisten,“ wurde der Minister von IRNA zitiert.
Irakische Militärführer hatten zuvor den Wunsch geäußert, die Zusammenarbeit zwischen Teheran und Bagdad im Verteidigungsbereich auf Grundlage einer guten Nachbarschaft und starken Beziehungen zwischen beiden Ländern auszubauen. (https://www.sana.sy/?p=940369)
Im Westen der Provinz al-Anbâr begann am 2.5.2019 laut as-Sûmariyya News eine großangelegte Militäroperation zur Eliminierung von IS-Resten im Grenzgebiet zu Syrien. Ein Kommandeur von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gab dazu an: „Unsere Streitkräfte starteten zu Beginn des Tages eine großangelegte Militäroperation, um die Grenze zu säubern; wir werden uns von drei Hauptachsen aus dorthin begeben.“ Im Irak wird damit gerechnet, daß die Terroristen vor SAA-Attacken über die Grenze fliehen. (https://www.sana.sy/?p=940311)

Die Abgeordneten Abgeordnete Saʽd al-Ḫazʽalî und Ḥassan Sâlim warnen vor US-Plan zum IS, Photo: SANA
Am 29.4.2019 warnte der Abgeordnete Saʽd al-Ḫazʽalî vom Bündnis Ṣâdiqûn gegenüber dem SANA-Korrespondenten in Bagdad davor, das US-Militär versuche den Plan umzusetzen, im Westirak, d.h. an der Grenze zu Syrien, einen sicheren Hafen für IS-Terroristenzu schaffen. Dem dienten die schon mehrfach von unterschiedlichsten Zeugen beschriebenen Verlegungsaktionen der US-Luftwaffe, die IS-Terroristen samt Anführer und manchmal auch deren Familien aus für sie gefährlich gewordenen Orten in sichere transportiert (Beispiele hierfür vgl.u.). Der Parlamentarier bemerkte dazu: „Die amerikanische Luftwaffe deckt die Bewegungen von IS-Terroristenbanden in vielen Gebieten des Iraks, im offenkundigen Versuch, den Irak mit einem neuen Krieg zu überschwemmen und wirtschaftlich zu erschöpfen.“ Al-Ḫazʽalî unterstrich, daß sich damit entsprechende Beobachtungen und Warnungen seitens al-Ḥašd aš-Šaʽbî (s.u.) bestätigten.
Eine ähnliche Erklärung gab der Abgeordnete Ḥassan Sâlim vom selben Block ab und kam auf den Vorfall zu sprechen, als die Bundespolizei im ar-Riyâḍ-Gebiet der Provinz Kirkûk einem US-Versuch, die IS-Anführer in einer Luftlandeoperation aus der Provinz auszufliegen, entgegenschritt, was die US-Amerikaner dazu veranlaßt habe, die Polizei anzugreifen (vgl.u.). Bei der durch US-Kampfhubschrauber ausgeführten Luftattacke wurde eine Sicherheitskraft getötet, andere trugen Verletzungen davon.
Es sei daher geplant, in der heutigen Parlamentssitzung diesen wie andere US-Verstöße im Irak zu diskutieren. (https://www.sana.sy/?p=938700)
Seit der Todesmeldung bzgl. des selbsternannten IS-Kalifen Abû Bakr al-Baġdâdî durch das russische Verteidigungsministerium (s.u.) wurden immer wieder Gerüchte laut, al-Baġdâdî habe überlebt und verstecke sich. In einem von der IS-Medienzelle al-Furqân am Mo., 29.4.2019, veröffentlichten 18-minütigen Video soll sich nun der Kalif persönlich zurückgemeldet haben. Im Weiteren s. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47054. – Nach dem Zweiten Weltkrieg geisterten immer wieder Meldungen durch die Medien, Adolf Hitler habe überlebt und rüste in Südamerika zum Krieg.
Zwei [weitere] irakische Gruppen verurteilten am 28.4.2019 öffentlich die Präsenz des US-Militärs im Land. Vorangegangen war, wie irakische Quellen bestätigten, das Bombardement des Hauptquartiers der irakischen Bundespolizei durch US-Hubschrauber vor einigen Tagen, wobei ein Polizist getötet und andere verletzt worden waren. Dies geschah, während Terroristen aus dem ar-Riyâḍ-Gebiet der Provinz al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk transferiert wurden.
ʽAṣâ´ib Ahl al-Ḥaq äußerte dazu gegenüber dem SANA-Korrespondent in Bagdad: „Der neue Angriff ist ein zwingender Beweis dafür, daß die Präsenz der US-Streitkräfte keine beratende und technische ist wie Washington behauptet.“Die Gruppe forderte das Parlament auf, gesetzgeberisch gegen die Präsenz ausländischer Streitkräfte auf irakischem Boden vorzugehen [ein solches Gesetz ist seit längerem geplant, vgl.u.!]. Außerdem bestehe die Notwendigkeit, die irakischen Gesetze auf US-Soldaten anzuwenden, wozu die Entscheidung von 2012 berechtige.
Einen ähnlichen Standpunkt vertrat Ḥarakat an-Nağbâ´ in ihrer Erklärung: der Angriff untermauere die schlechten Absichten der USA und zeige, daß die US-Behauptungen, die US-Militärpräsenz beschränke sich auf ein Beraterdasein, eine pure Lüge sei. Tag für Tag beweise Amerika sein grausames Verhalten in klarer Verletzung der irakischen Souveränität. Es erfolgte der Appell an die Regierung, diese Umtriebe zu beenden, abschreckende Maßnahmen dagegen mittels strenger Gesetze gegen die US-Truppen zu ergreifen. (https://www.sana.sy/?p=938228)
Wegen „Verbreitung haltloser Behauptungen gegen Iran auf der Facebook-Seite der US-Botschaft in Bagdad, sowie der Verletzung der diplomatischen Gepflogenheiten“, so die Meldung von Pars Today, bestellte das Außenministerium den US-Geschäftsträger Joey Hood (vgl.u.) ein, wo ihm durch Vizeaußenminister Nazâr al-Ḫairullâh eine Protestnote übergeben wurde. Der Vorfall vom 25.4.2019 habe gegen die Richtlinien der irakischen Außenpolitik verstoßen. Die US-Mission in Bagdad wurde aufgefordert, die Außenbeziehungen Iraks zu respektieren, den offensiv anti-iranischen Beitrag zu löschen und die Veröffentlichung ähnlicher Beiträge künftig zu unterlassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i47048)
Eine weitere großangelegte Militäroperation wurde am 28.4.2019 gestartet, um Überreste und Zellen des IS im Bergland von Ḥamrîn an den Grenzen der Provinzen Kirkûk, Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn ausfindig und dingfest zu machen. Ein Militärbefehlshaber im Hauptquartier der gemeinsamen Operationen erklärte gegenüber as-Sûmariyya News: es werde von vier Achsen aus vorgegangen unter Beteiligung von Teams der Bundespolizei und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî an der Nordachse mit Unterstützung des Heeres und der Luftwaffe.
Am Vortag, dem 27.4.2019, waren bei einer Sicherheitsoperation in der Gegend von Tûbzâwa der Provinz Kirkûk drei IS-Terroristen gefangengenommen worden, die per Haftbefehl wegen Angriffen auf Sicherheitsleute, Erpressung und terroristischen Umtrieben gesucht worden waren. (https://www.sana.sy/?p=938028)
Al-Ḥašd aš-Šaʽbî begann am 27.4.2019 eine weitere Militäroperation zur Eliminierung von Überresten und Zellen des IS in den Außenbezirken von Ḫânaqîn in der Provinz Diyâlâ, wie INA berichtete.
Außerdem teilte der Innenministeriumssprecher, Generalmajor Saʽd Maʽn, laut as-Sûmariyya News mit, daß die Polizeidirektion von al-Ḥamdâniyya unter der Führung der Polizei der Provinz Nînawâ am 26.4.2019 auf der Basis akkurater Aufklärungsdaten in mehreren Dörfern des Territoriums von Baʽšîqa eine Sicherheitsoperation durchführen ließ und dabei 17 IS-Terroristen verhaften konnte. Gemäß Auskunft durch Sicherheitskräfte versteckten sich die Terroristen zunehmend in zivilem Gebiet, in der Hoffnung, so ihren Häschern zu entkommen. (https://www.sana.sy/?p=937543)
Das Innenministerium gab bekannt, eine Truppe des 7. Polizeiregiments der Provinz Nînawâ habe es am 26.4.2019 in Mossul „mit Hilfe der Bürger geschafft, einen Suizidattentäter mit einem Sprengstoffgürtel auszuschalten, nachdem sie ihn im Stadtteil al-Intiṣâr verfolgt hatte.“ Dort explodierte der Sprengstoff und tötete den Attentäter ohne Verluste auf Seiten der Polizeitruppe.
Zuvor hatten aufgrund akkurater Aufklärungsdaten Abteilungen der 20. Division in Zusammenarbeit mit der 43. Infanteriebrigade im fünften al-Ğadʽa-Lager in Mossul zwei IS-Terroristen identifizieren und festnehmen, die sich dort unter den Flüchtlingen versteckt hatten. (https://www.sana.sy/?p=937738 vom 27.4.2019)
Der Medienassistent des 43. Kommandos von al-Ḥašd aš-Šaʽbî , Ğaʽfar al-ʽAbûdî, teilte am 26.4.2019 mit: „Mit Hilfe von Wärmebildkameras konnten unsere Truppen die Bewegungen einer IS-Gruppe im Gebiet Sayyid Ġarîb südlich von Sâmarâ´ überwachen und nahmen sie unter Feuer, was zu direkten Verlusten in ihren Reihen führte.“
Zudem habe der IS die Tötung ihres Sicherheitsverantwortlichen für die sog. WilâyaNord-Bagdad mit Namen Abû Isḥâq al-Badrîbekanntgegeben. (https://www.sana.sy/?p=937260)
Den irakischen Streitkräften gelang es am 26.4.2019 während der laufenden Militäroperation zur Säuberung des Wâdî aš-Šây, sechs IS-Terroristen aufzuspüren und zu töten sowie einen Unterschlupf, einige Tunnel, Depots und Höhlen mit Waffen und Sprengstoff zu zerstören. „Die Operationen wurden von der irakischen Luftwaffe unterstützt und sind noch nicht abgeschlossen,“ war der offiziellen Erklärung zu entnehmen. (https://www.sana.sy/?p=937039)
Bei der u.e. Operation unternahm die Anti-Terrorgruppe am 26.4.2019 die Säuberung des Dorfes Samâka bei al-Kâmil und der Ḥâwî-Gegend des Wâdî aš-Šây unterstützt durch die Luftwaffe. Zerstört wurden dabei acht Artilleriegeschütze der Terroristen und eine Schützengrabenanlage.
Am selben Tag fand ein Terroranschlag in der Provinz Diyâlâ im Nordosten des Landes statt. Die IS-Kämpfer griffen das Dorf al-Muḫîsa am Stadtrand von Abû Ṣaidâ von den Obstplantagen aus an, töteten und verletzten einen Bewohner. (https://www.sana.sy/?p=937398)
Laut Erklärung einer Sicherheitsinformationsstelle begann am 25.4.2019 eine Sicherheitsoperation, um IS-Überreste im Gebiet des Wâdî aš-Šây im südlichen Teil der Provinz Kirkûk im Nord-Irak aufzuspüren und zu eliminieren. (https://www.sana.sy/?p=936591)
Nach Mitteilung des Außenministeriums in Bagdad sind die Landesregierung und jene in Moskau übereingekommen, Hindernisse für den Ausbau der bilateralen Beziehungen in den Bereichen „Handel, Geld und Bank, Energie, Elektrizität, Mineralressourcen, Industrie, Kommunikation, Informationstechnologie, Verkehr, Landwirtschaft, Wohnungs- und Städtebau, Gesundheit, Sport sowie Kultur und Tourismus, zu beseitigen. Am Do., 25.4.2019, wurde daher ein Papier über den Ausbau der beiderseitigen Zusammenarbeit von Außenminister Muḥammad ʽAlî al- Ḥakîm und Vizeministerpräsident Juri Borisow unterzeichnet, der am Mi., 24.4.2019, zu einem zweitägigen Besuch nach Bagdad gekommen war. Der Schwerpunkt liegt auf den Gebieten Produktion und Dienstleistung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46997) – Nach den bitteren Erfahrungen mit der US-Administration in den vergangenen Jahr(zehnt)en im Gegensatz zur der seitens Rußlands erfahrenen Unterstützung (vgl.u.) ist diese Entwicklung zwangsläufig.
In einer Konferenz, die am 25.4.2019 in Bagdad über die Rolle des Irans und seiner Berater beim Kampf des Iraks gegen die IS-Terrororganisation veranstaltet wurde, unterstrich Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ in einer von seinem Vertreter Naurûz ʽUmar verlesenen Rede, diese Unterstützung „wird ein leuchtendes und ehrenwertes Zeichen bleiben“, das die Bemühungen um die Beseitigung des Terrorismus und die Schaffung von Sicherheit und Stabilität in der Region fördert.
Zustimmend äußerte sich Fâliḥ al-Fayâḍ, der Vorsitzende der Köperschaft al-Ḥašd aš-Šaʽbî und zeigte sich überzeugt davon: „Die Iraker haben mit der Unterstützung des Irans den Kampf gegen die IS-Terrororganisation gewonnen.“ Hâdî al-ʽÂmirî, Chef des Fataḥ-Bündnisses innerhalb von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, verwies erneut auf die breite Ablehnung der Präsenz der US-Truppen auf irakischem Boden durch die Iraker (vgl.u.!).
Der an der Konferenz teilnehmende Repräsentant des Irans, Muḥammad Âl-Ṣâdiq, sicherte die fortbestehende Unterstützung seines seines Landes für die Bemühungen des Iraks zur Bekämpfung des Terrorismus im Land und der Region zu. (https://www.sana.sy/?p=936281)
Während ihrer Sicherungsoperationen haben die Streitkräfte am 24.4.2019 insgesamt drei IS-Terroristen festgenommen. Darüber gab der Militärgeheimdienst hinsichtlich der Provinz Nînawâ bekannt: „Die Abteilungen der Direktion des militärischen Geheimdienstes im Kommando der Nînawâ-Operationen verhafteten zwei gesuchte Männer in der Gegend von ar-Rašîdiyya auf der linken Seite der Stadt Mauṣil in Nînawâ.“ Die Militärische Nachrichtendirektion ergänzte, daß ein weiterer Terrorist im Gebiet al-ʽAlam in der Provinz Ṣalâḥuddîn verhaftet wurde. Die Extremisten wurden den Gerichten überstellt. (https://www.sana.sy/?p=935600)
Wie schon gestern (vgl.u.!) von Volksvertreterseite zur jüngsten US-Sanktionsentscheidung gegen den Iran bemerkt, versicherte auch der Sprecher des Elektrizitätsministeriums, Muṣʿab al-Mudarris, am Mi., 24.4.2019, es gebe keine Alternative für den Gas-Import aus Iran, weshalb der Irak auch weiterhin solches vom Nachbarland beziehen werde, ob dies nun der US-Administration konveniere oder nicht. Laut al-Mudarris importiere der Irak derzeit täglich rund 28 Mio. m3 Gas aus dem Iran, sodaß die irakischen Kraftwerke ihren Bedarf zur Produktion von 2.800 Megawatt Strom decken könnten. Man hoffe die Gas-Importe in den kommenden Monaten auf 35 Mio. m3 steigern zu können.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46982)
Die jüngste US-Sanktionsentscheidung gegen den Iran (s.u.), kommentierte der Abgeordnete Fâḍil al-Fatlâwî vom Bündnis Ṣâdiqûn wie folgt: Washington hat nicht über den Irak zu bestimmen. Diese „Entscheidung, die Befreiung einiger Länder [von den Sanktionen] hinsichtlich des Imports iranischen Öls zu verlängern, bedeutet uns nichts, wir sind nicht verpflichtet, sie umzusetzen.“ Im Interview mit as-Sûmariyya News vom 23.4.2019 betont das Parlamentsmitglied, der Irak sei ein souveräner Staat, der für die Interessen der eigenen Bevölkerung und nicht für die Washingtons und seiner Verbündeten arbeite. Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen des Iraks seien das einzige Kriterium, nach dem die Abgeordneten handelten. Schließlich verwies al-Fatlâwî darauf, die rücksichtslose US-Politik und ihre aggressiven Tendenzen hätten dem Irak nichts als Terrorismus, Verwüstung und Isolation von der Welt eingebracht. Er forderte daher die eigene Regierung auf, sich nicht dem Druck Washingtons zu beugen und sich nicht an die von dort ausgegebenen Entscheidungen zu halten. (https://www.sana.sy/?p=934937) – Zum besonderen Bedarf des Iraks nach iranischem Öl vgl.u.!
Weitere im Parlament vertretene Parteibündnisse schlossen sich der Kritik wie dem Aufruf an. (https://www.sana.sy/?p=936043 vom 24.4.2019)
Nach der Erklärung aus den USA, die Ausnahmen von Anti-Iran-Sanktionen, welche auch für den Irak galten (vgl.u.), nicht zu verlängern (https://www.sana.sy/?p=934702), droht der Iran, die Meerenge von Hormuz (engl.: strait of Hormuz) zu sperren. Vgl. https://www.zerohedge.com/news/2019-04-22/iran-threatens-close-strait-hormuz-if-us-blocks-its-oil-exports unter Berufung auf eine Meldung von Fars News vom 22.4.2019!
Neben den bislang okkupierten*Basen im Irak hat das US-Militär (Centcom) nun im Stadtbereich von ar-Ruṭba in der westlichen, an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr illegal ihre erste Landebahn für Militärhubschrauber angelegt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46925) – *Zur Einschätzung des Sachverhalts wie der US-Militärpräsenz im Land s.u.!
Syriens Parlamentspräsident Ḥamûda aṣ-Ṣabâġ traf sich in Bagdad am 21.4.2019 auch mit der Allgemeinen Vereinigung der Bauernverbände, angeführt von Ḥassan at-Tamîmî, und würdigte deren unterstützende Haltung seiner Heimat gegenüber während der Jahre der Bekämpfung der Terroristen.
At-Tamîmî versicherte diesen auch für die Zukunft und erklärte gemäß Auskunft gegenüber dem SANA-Korrespondenten: „The battle of Syria and Iraq against terrorism is the same battle against the same enemy.“(https://www.sana.sy/en/?p=163954, https://www.sana.sy/?p=934053)
Die völkerrechtswidrig agierende US-geführte Koalition gab am 20.4.2019 bekannt: „Ein US-Soldat wurde bei einem nicht kampflosen Zwischenfall in der Provinz Irak in Nînawâ getötet“, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. (https://www.sana.sy/?p=933554)
Die Konferenz der Parlamente* [bzw. volksvertretenden Beiräte] der Nachbarländer des Iraks ging am 20.4.2019 in Bagdad mit der Verkündung einer gemeinsamen Abschlußerklärung zu Ende.
Darin betonten die Delegierten, an vorderster Stelle stehe die Bekämpfung des Extremismus in allen seinen Formen, vor allem, da die Bevölkerung der Region den Preis dafür bezahlen müsse.
Wichtig sei auch die Unterstützung des Iraks bei der Aufrechterhaltung der Einheit seines Territoriums und des sozialen Gefüges sowie der Stabilität im Staat nach dem Sieg über die Terroristen, da dies auch notwendig für die Stabilität [der Region sei.
Der Sieg des Iraks über die Terrororganisation bilde die Basis für alle Völker der Region, eine neue Seite der konstruktiven Zusammenarbeit aufzuschlagen, die den Dialog untereinander sucht und pflegt, um gemeinsam Grundlagen für Entwicklung, Investitionen und den Aufbau eines Netzes komplementärer Beziehungen zu schaffen.
Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî wies in seiner Ansprache darauf hin, die Völker der Region seien sämtliche Stadien der Geschichte hindurch ausschließlich von Reichen hegemonial beherrscht worden, hätten aber andererseits schon immer nach Harmonie, Gerechtigkeit und Frieden gerufen. Schließlich sei Friede, der nicht auf Gerechtigkeit aufgebaut sei, bloße Unterwerfung und Kapitulation. Das widerspreche jedoch der menschlichen Kultur auch in dieser Region. (https://www.sana.sy/?p=933613)
In seiner Rede während der Bagdader Konferenz (vgl.u.) stellte Syriens Parlamentspräsident Ḥamûda aṣ-Ṣabâġ am 20.4.2019 fest, die Bekämpfung des Terrorismus müsse bis zu dessen Eliminierung fortgeführt werden, was nicht nur den betroffenen Ländern, sondern vielmehr der ganzen Region und gesamten Welt zugute komme. Er versicherte ein weiteres Mal, Syrien sei entschlossen, jede Handbreit seines Territoriums wieder zurückzuerlangen, was den israelisch besetzten Golan miteinschließe.
Bedeutend an diesem Treffen sei, daß die Versammelten die jeweilige Landesbevölkerung repräsentierten, die gemeinsame Konzepte, Wahrnehmungen und Wünsche für eine bessere Zukunft hegten, die von Frieden, Zusammenarbeit und Respekt einander wie der Souveränität der jeweiligen Bevölkerungen und Staaten gegenüber geprägt sei wie andererseits von der Zurückweisung von Gewalt, Terrorismus und Einmischung [in fremde Angelegenheiten]. All diese Prinzipien seien im Völkerrecht enthalten und bzgl. Syrien in den relevanten UNSC-Resolutionen. Auch die überwiegende Mehrheit der Menschen freue sich mit den Syrern und den Irakern [über die erreichte Stabilisierung] und lehne die Aktionen der Kräfte der Hege¬mo¬nie, des Zionismus, Neo-Kolonialismus und Terrorismus ab.
Wie auch sein irakischer Amtskollege verwies er darauf, daß die Völker der Region, die gesamte Geschichte hindurch von anderen Imperien dominiert worden seien, jedoch immer nach friedlichen Kultur der Zusammenarbeit mittels Handel gestrebt hätten. Reiche seien auf dem Boden der Region entstanden und zerfallen, doch die Völker seien geblieben. Was demnach heutzutage an Okkupationsversuchen zu gewärtigen sei, sei nichts Neues. Es bestehe aber die Notwendigkeit, das untergehende vorherrschende monolithische System durch eine aus¬geglichenere, rationale internationale Ordnung zu ersetzen.
Eine Einheit zu bilden sei heutzutage für die Menschen der Region überlebenswichtig geworden angesichts der Herausforderungen, die sich allen zusammen zu einem besonders gefährlichen Punkt der Geschichte stellen. Den Syrern sei dies wohl bewußt schon aufgrund ihrer geschichtlichen Identität, die tief im Arabismus verwurzelt sei, und dem, was die gegenwärtigen Vorgänge wirklich ausmache.
Die Syrer und die SAA hätten alle Versuche der Feinde der Humanität vereitelt, die syrische Heimat zu einem Brennpunkt der schlimmsten Söldner und brutalsten Killer der Welt zu machen. [Es folgt ein kurzer abriß des durch die Terroristen im Land Angerichteten]. Dabei bezeichnete aṣ-Ṣabâġ den Terrorismus als neueste Innovation der USA, der NATO wie des Zionismus [innerhalb der strategy of tensions, s. Syrien!], der jedoch in Syrien und im Irak sein Grab finden werde. Als das nicht zum Ziele geführt habe, seien die illegalen Sanktionen und die Wirtschaftsblockade gegen Syrien aufgefahren worden, letztlich weil Syriensich immer für die Rechte des palästinensischen Volkes eingesetzt habe im Widerstand gegen den Zionismus.
Darauf forderte er erneut alle Streitkräfte, die sich völkerrechtswidrig in Syrien aufhielten, dazu auf, das Land zu verlassen und seine Souveränität und Unabhängigkeit zu respektieren. Wörtlich erklärte er: „We call for respect of independence and sovereignty of Syria and withdrawal of all forces that entered its territory without legal authorization…There is no future for any kind of occupation in Syria and the Syrian people will not hesitate to liberate every inch of the homeland.”
Zudem versicherte er die Palästinenser der absoluten Unterstützung seitens Syriens bei der Wiederherstellung ihrer Rechte in Abwehr des barbarischen Zionismus, der auch ganz Jerusalem [mit al-Quds] für sich okkupiere. (https://www.sana.sy/en/?p=163740, https://www.sana.sy/?p=933442)
Nach einem Treffen von Premierminister ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî mit den Leitern der Delegationen, die an der bis zum 20.4.2019 dauernden Konferenz der Parlamente* [bzw. volksvertretenden Beiräte] der Nachbarländer des Iraks in Bagdad teilgenommen hatten, gab der Ministerrat des Gastgeberlandes eine Erklärung heraus, in dem er betonte, es komme darauf an „auf den Aufbau, eines Beziehungsnetzes hinzuarbeiten, das der Sicherheit und Stabilität der Region und den Interessen der Menschen [darin] dient und die Entwicklung und den wirtschaftlichen Wohlstand aller ihrer Länder befördert.“
ʽAbdul-Mahdî, der nochmals bekräftigt hatte, dem Irak gehe es darum, mit allen [dazu bereiten und freundlich gesinnten] Nachbarländern zusammenzuarbeiten, bedankte sich für die Positionen der Teilnehmer des Gipfeltreffens im Hinblick auf die Unterstützung des Iraks. (https://www.sana.sy/?p=933711)
Am 19.4.2019 stand – vor der Teilnahme an der Bagdader Konferenz (vgl.u.) – ein Treffen zwischen Syriens Parlamentspräsident Ḥamûda aṣ-Ṣabâġ und irakischen Stammesältesten auf dem Programm. Dabei würdigte aṣ-Ṣabâġ die Unterstützung, welche sein Land durch die Kämpfer der irakischen Stämme im Kampf gegen den Terrorismus erhalten habe und erklärte, letztlich seien doch die Bewohner Syriens und des Iraks ein Volk, das eine gemeinsame Geschichte und ein gemeinsames Schicksal teile. Dank des aufopferungsvollen Heldenmuts der SAA wie der Bevölkerung sei der endgültige Sieg über den Terrorismus in Syrien nah. Diese würdigten wiederum die irakischen Stammesvertreter als bedeutsam und positiv für die gesamte Region und wünschten vollen schnellen Erfolg. – An diesem Treffen nahm auch der syrische Botschafter in Bagdad, Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ, teil.
Am Morgen des 19.4.2019 war die syrische Delegation am internationalen Flughafen von Bagdad von einer parlamentarischen Abordnung in Empfang genommen worden, wie aṣ-Ṣabâġ einem SANA-Korrespondenten mitteilte. Dieser gehörten der Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî selbst und der Ḥassan al-Kaʽbî (vgl.u.) an. Aṣ-Ṣabâġ gab desweiteren bekannt: „Unser Besuch in Bagdad erfolgt auf die freundliche Einladung von Muḥammad al-Ḥalabûsî, dem Vorsitzenden des Repräsentantenhauses der Republik Irak. … Wir danken dem Irak für diese Initiative, die Konferenz abzuhalten, und wir hoffen, daß dies eine gute Geste sein wird.“ (https://www.sana.sy/?p=932889)
Ṣalâḥ al-Ḥumairî, der Generalsekretär des Abgeordnetenhauses gab am 19.4.2019 in Bagdad bekannt, daß alle Vorbereitungen für die Konferenz der Parlamente der Nachbarländer des Irak am Sa., 20.4.2019 abgeschossen seien. Die Teilnehmer kämen demnach aus Syrien, dem Iran, Kuwait, der Tür¬kei, Jordanien und Saudi-Arabien neben dem Gastgeber, dem Irak.
Laut Iqbâl ʽAbdul-Ḥussain, Mitglied im Parlamentsausschuß für auswärtige Beziehungen, erklärte, bei der Konferenz gehe es um Zusammenarbeit und Verständigung, die Lösung von Sicherheitsprobleme und die Wiederbelebung und Entwicklung des Handels.
Am Freitag findet bereits ein offizieller Empfang für die Delegierten statt. Am Ende der Tagung soll eine Abschlußerklärung stehen. (https://www. sana.sy/?p=932701) – Das irakische Parlament heißt auf Arabisch: mağlis (مجلس) an-Nawâb al-ʿIrāqī, was „Rat der irakischen [Volks]vertreter“ bedeutet. Auch in anderen arabischen, nicht-demokratischen Staaten, wie z.B. in Saudi-Arabien, gibt es Einrichtungen, die sich zwar ebenfalls mağlis, Rat bzw. šûrâ, nennen, jedoch nur dieses sind und kein Parlament.
Bei der Durchführung von zwei Sicherheitsoperationen am 19.4.2019 konnte die Terrorismusbekämpfungsmannschaft einmal in einem der Täler in al-Ḥawîğa westlich von Kirkûk 12 IS-Terroristen, darunter vier Anführer, töten und deren Lager mitsamt Waffen, Munition und diverser weiterer Ausrüstung vernichten; wie as-Sûmariyya News am 19.4.2019 mitteilte, hatte diese Terrorgruppe eine irakische Militäreinheit unter Einsatz eines Sprengsatzes angegriffen. Andererseits gelang westlich von ar-Ruṭba die Gefangennahme von weiteren 12 IS-Terroristen in der Provinz al-Anbâr. (https://www.sana.sy/?p=933089).
Wie INA am 16.4.2019 berichtete, wurde die 4. Tranche russischer T-90S-Kampfpanzer, eine Exportversion des im Inland benutzten T-90A-Panzers geliefert. Die letzten Monate über waren die irakischen Soldaten im Umgang damit geübt worden, so daß sie nun einsatzfähig seien. (s. Iraqi Army Receives Fourth Batch Of T-90S Battle Tanks From Russia
Der Kommandeur der Operationen der 17. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Ğâsim an-Nûrî, erklärte gegenüber al-Maʽlûma News am Di., 16.4.2019, daß seine Truppen wichtige Bereiche an der irakisch-syrischen Grenze zwischen den Truppenposten hielten und sicherten, und damit jeden Versuch von IS-Terroristen aus Syrien ins Wâdî Ḥaurân zu einzudringen, verhinderten. Wörtlich bemerkte er: „Die 17. und 18. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî ist entlang der Straße ʽAkâšât – al-Qâ´im bis zur Kreuzung ar-Ruṭba westlich von al-Anbâr eingesetzt. … Die eingesetzten Einheiten hätten feste Punkte inne und bewegten sich [darum], um die Straße sowie die Durchführung vorbeugender Operationen in der Tiefe [der Wüste] vor jeglicher möglichen Infiltration von der syrischen Seite in das irakische Territorium einschließlich des Wâdî Ḥaurân zu sichern.“ An-Nûrî bekräftigte: „unsere Truppen sind vollends bereit und sichern die 70 km der internationalen Straße [d.h. Autobahn] nach ʽAkâšât.“ (https://www.almaalomah.com/2019/04/16/400495/) – Zu diesen IS-Infiltrationsversuchen und der damit verbundenen Kritik am Vorgehen der US-Kräfte im Grenzbereich vgl.u.!
Eine Sicherheitsquelle zitierend, meldete die Inlandsnachrichtenagentur am 16.4.2019, bei einem Angriff der Luftwaffe auf eine IS-Gruppe in Dâqûq östlich der Stadt Kirkûk wurden 20 der Terroristen getötet. Die Gruppe hatte zuvor Angriffe auf Sicherheitskräfte in der Provinz Kirkûk ausgeführt. Ein Bodentrupp hatte zuvor schon vier IS-Mitglieder nördlich von Bagdad festgenommen.
Bei Entminungsarbeiten in der Gegend von an-Nuʽaimiyya südlich der Stadt Falûğa in der westlichen Provinz al-Anbâr wurden durch eine Detonation eines improvisierten Sprengsatzes (sog. IED) 13 Soldaten getötet. Weitere Verletzte wurden in das nächste Krankenhaus gebracht.
(https://www.sana.sy/?p=931823)
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî wies am Di., 16.4.2019, in Bagdad in einer offiziellen Erklärung die Behauptungen von US-Außenminister Mike Pompeo als haltlose, lächerliche Äußerungen zurück. Dieser hatte zuvor geäußert, 20% der irakischen Wirtschaft befänden sich in den Händen der iranischen Revolutionsgarde. Der Irak unterhalte fortgeschrittene Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zum Iran (vgl.u.), was sich grundsätzlich von wirtschaftlichen Beziehungen zu den Revolutionsgarden unterscheide. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46863)
Während der laufenden Militäroperation (vgl.u.) zerstörten irakische Streitkräfte mehrere Bunker des IS in der Provinz Diyâlâ im Ostirak und töteten einen der Terroristen, später wurde ein weiterer verhaftet. Vier weitere IS-Extremisten fanden den Tod im nordöstlichen Teil des Ğabal Ḥamrîn. Einer davon war der IS-Militärgouverneur der Region gewesen. As-Sûmariyya News meldete dazu: „Nach Angaben des Nationalen Nachrichtendienstes hat der Antiterrorapparat eine Luftlandung durchgeführt, bei der es möglich war, den sogenannten Militärgouverneur der Region Ğabal Ḥamrîn der IS-Terrororganisation zu töten, sowie drei seiner Helfer.“ (https://www.sana.sy/?p=930453)
Eine Sicherheitsquelle informierte am 14.4.2019 INA zudem darüber, daß: „die Bewohner des Dorfes Abû Karma in Diyâlâ vier IS-Mitglieder töteten, nachdem sie sie in der Nähe des Dorfes in einen Hinterhalt gelockt hatten. … Bei dem Zusammenstoß mit den Terroristen wurden zwei Dorfbewohner verwundet.“
Ein Mitglied von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gab bekannt, daß seine Kameraden in der Gegend von al-Manṣuriyya in NO-Diyâlâ ein unterirdisches Waffen- und Munitionsdepot entdeckt hatten. In der Nacht auf Sonntag wurden während der neuen Militäroperation in den Tilâl [sic!] al-Ḥamrîn (vgl.u.) zwölf IS-Terroristen eliminiert. (https://www.sana.sy/?p=929340)
Syriens Präsident Dr. al-Assad empfing am Vormittags des 14.4.2019 den irakischen nationalen SicherheitsberaterFâliḥ al-Fayâḍ in Damaskus; mit anwesend war auch Syriens Botschafter im Irak, Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ. Nach Besprechung des derzeitigen Stands der beiderseitigen Beziehungen und der Bekräftigung, diese in den verschiedenen Bereichen zum Wohl beider brüderlich verbundener Völker weiter zu entwickeln und Hindernisse aus dem Weg zu räumen, sowie die Terroristen bis zu deren vollständiger Eliminierung zu bekämpfen, betonte der Gastgeber, die derzeitigen regionalen und internationalen Vorgänge machten es erforderlich, daß beide Nachbarländer zusammenarbeiteten, um sich ihre Souveränität und Unabhängigkeit zu bewahren angesichts der ausländischen Versuche, die Kontrolle über sie mittels Schürens von Chaos und dem Lancierungen von Spannungen, welche zur Zerteilung der Staaten führen sollten [nach dem altrömischen Motto: divide et impera!], zu übernehmen.* Das Schicksal der Menschen der Region sollte schließlich nur von diesen selbst bestimmt werden.
Al-Fayâḍ unterstrich seinerseits nochmals, daß ein starkes Syrien auch für den Irak positiv sei und umgekehrt; Dasselbe gelte für die Besiegung des Terrorismus im jeweiligen Nachbarland. (https://www.sana.sy/?p=929990, https://www.sana.sy/en/?p=163296) – *Vgl. in diesem Zusammenhang Planungen zur „Balkanisierung“ via Yinon-Plan (s. Teil IV) und die u.a. von Dr. Daniele Ganser thematisierte „strategy of tension“, deutsch: „Strategie der Spannung“!
Gemäß Eintrag im SANA-Kalenderblatt vom 13. April kam im Jahr 1966 der irakische Präsident ʽAbdus-Salâm ʽÂrif, der sich auf dem Flug zwischen al-Qurna und al-Baṣra an Bord eines Hubschraubers befand beim Absturz desselben unter mysteriösen Umständen ums Leben. (https://www.sana.sy/?p=929394)
Zur neuen Sicherheitsoperation (vgl.u.) hieß es am 12.4.2019 in einer offiziellen Erklärung: „Die Operation zielt darauf ab, die Tilâl al-Ḥamrîn von den Terroristenüberresten zu befreien, was zur Tötung von 12 Mitgliedern der Terrororganisation und zur Zerstörung des Hauptquartiers im Diyâlâ-Bundesstaates geführt hat, sowie dazu, die [feindliche] Versorgungsroute abzuschneiden.“ Darüber hinaus wurden 11 IS-Schlupfnester mit gebunkerten Waffen und Sprengstoffen zerstört.
Außerdem gelang einer Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in Abstimmung mit den Geheimdienstabteilungen von al-Anbâr und Bagdad die Verhaftung von zwei IS-Terroristen im östlichen Teil von al-Anbâr, wie as-Sûmariyya News berichtete. (https://www.sana.sy/?p=928935)
Die Terrorismusbekämpfungsbehörde kündigte am 11.4.2019 den Start einer weiteren Sicherheitsoperation zur Ausmerzung von IS-Resten in den Tulûl al-Ḥamrîn [Bergland] im Zentrum des Landes an. Laut Generalleutnant ʽAbdul-Wahâb as-Sâʽdî, zitiert von INA, nehmen daran Teile der Armee wie des Antiterrorapparats teil.
Gemäß dem Sprecher der genannten Einrichtung, Ṣabâḥ an-Nuʽmân, seien bereits infolge einer Luftlandeoperation 15 IS-Schlupfnester zerstört und IS-Kontroll– und Führungsposten besetzt worden. (https://www.sana.sy/?p=928809)
Von den schrecklichen Zuständen in den von den US-unterstützten SDF-Kräften unterhaltenen Flüchtlingscamps, z.B. dem von Lager al-Hûl (vgl.u.), in der im NO Syriens gelegenen Provinz al-Ḥasaka war schon mehrfach berichtet worden. Nun informierte die kurdische Seite am 11.4.2019 über AFP darüber, daß sie mit einer irakischen Regierungsdelegation das Problem besprochen und sich auf die Rückführung von ca. 31.000 irakischen Flüchtlingen geeinigt habe. Ein Kurdensprecher namens Mahmud Kero habe erklärt: „A delegation from the Iraqi cabinet visited the autonomous administration to discuss the return to Iraq of displaced Iraqis, estimated to number 31,000, and an agreement was reached.“ Bislang hätten 4.000 Personen dafür angemeldet und warteten auf die Grenzöffnung durch die irakische Regierung: „So far 4,000 people have signed up and we are waiting for the Iraqi government to open up the Iraqi border.“ Ein Problem sei, daß viele der infolge des Terrorismus Heimatvertriebenen, darunter erst in Syrien geborener Kinder, keine Ausweispapiere besäßen. Man habe deswegen die irakische Seite um Lösung gebeten: „We have asked the Iraqi government to find a solution.“
Nicht betroffen von der Vereinbarung seien Leute, die unter dem Verdacht stehen, dem IS angehört zu haben, vielleicht im Gefecht desertiert sind oder die Waffen niedergelegt haben (vgl. dazu u. bzgl. 40 Tonnen Gold-Deal!) und sich daher in Gefängnissen der SDF befänden.
(http://www.rudaw.net/english/middleeast/syria/11042019)
Tags zuvor hatte Generalmajor Viktor Kuptschischin, Chef des russischen Koordinations- und Überwachungszentrums in Ḥumaimîm, über die neueste Situation in den o.e. Lagern mitgeteilt, daß im größten davon, nahe der syrischen Stadt al-Hûl (a.: al-Haul) täglich 10 – 20 Insassen stürben. Die Todesrate der Kinder sei inzwischen auf 235 gestiegen. „In the past week, due to the lack of medicines, food and unbearable living conditions, seven children died in the camp,” führte der General aus. Die Übereinkunft mit der irakischen Regierung werde große Erleichterung schaffen, wenn auch eine generelle Lösung her müsse. Die Regierung in Damaskus biete für Flüchtlinge mit allem Notwenigen ausgestattete Übergangswohnheime und Transportmöglichkeiten dorthin an, doch die USA– und SDF-Streitkräfte verweigerten die Kooperation. (http://parstoday.com/de/news/world-i46797)
Am Abend des 10.4.2019 trat in Damaskus auch der Gemeinsame syrisch-irakische Ministerausschuß(Joint Syrian-Iraqi Ministerial Committee) unter Vorsitz von Syriens Wirtschafts- und Handelsminister auf der einen und dem irakischen Handelsminister Muḥammad Hâšim al-ʽÂnî zum 9. Mal zusammen. Hauptthema waren auch hier die kriegsbedingt nicht zur Ausführung gekommenen Kooperationsvereinbarungen – 44 an der Zahl – zwischen beiden vom Terrorismus geschädigten Ländern. Die Plattform biete die Gelegenheit, über die Umsetzung derselben und etwaige Probleme, die dem noch entgegenstünden, zu besprechen und sich dabei auf gemeinsame Vorgehensweisen zu einigen. Minister al-ʽÂnî sah auch im Erfahrungsaustauschein wichtiges Moment. Mit gemeinsamen Projekten und der Durchführung von internationalen und spezialisierten Messen könne Wirtschaft und Handel beider Länder vorangebracht und Anreiz zu Investitionsmöglichkeiten gegeben werden. (https://www.sana.sy/en/?p=163048, https://www.sana.sy/?p=928255)
Syriens Premierminister ʽImâd Ḫamîs diskutierte mit dem Handelsminister des Iraks, Muḥammad Hâšim al-ʽÂnî, am 10.4.2019 in Damaskus die Entwicklung der Beziehungen in diesem Sektor zwischen beiden einander freundschaftlich verbundenen Ländern wie die Fortführung ihrer Kooperation bei der Bekämpfung des Terrorismus. Man werde einander helfen, die von den Terroristen verursachten Zerstörungen in beiden Staaten zu beheben. Bedeutsam sei ferner die Beschleunigung der Wiederöffnung der Grenzübergänge. Hierzu sollten die seit der Vorkriegszeit bestehenden Vereinbarungen (vgl.u.) endlich umgesetzt werden. Es gehe auch darum, die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Erdöl, Elektrizität und Verkehr zu verbessern. (https://www.sana.sy/en/?p=163028, https://www.sana.sy/?p=928173)
Gleich mehrere Anschläge waren am 10.4.2019 zu verzeichnen:
Die Nachrichtenagentur INA berichtete vom Tod eines Bauern, der in seiner Obstplantage die Detonation einer Sprengfalle auslöste. Dies geschah im Bereich der Grüngrenze (al-Ḥadd al-Aḫḍâr) bei Nâḥiyya al-ʽAbâra im Nordosten der Stadt Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ.
Bei einem Angriff von IS-Terroristen im Distrikt al-Karma in der Provinz al-Anbâr wurden zwei weitere Personen getötet.
Zwei Verletzte verblieben nach Explosion eines Sprengsatzes im al-Qâ´im-Bezirk in der westlichen Provinz al-Anbâr; zwei weitere Explosionen in demselben Gebiet hinterließen ebenfalls Verletzte und Sachschäden.
Ein Polizeibeamter wurde nordöstlich von Bagdad in der Provinz Ṣalâḥuddîn verwundet, als er während einer Patrouille im Gebiet von aš-Šarqâṭ eine Sprengvorrichtung auslöste.
(https://www.sana.sy/?p=927848)
Laut Meldung von as-Sûmariyya News explodierte eine Autobombe in der Nähe des al-Amîn-Restaurants nördlich von Baiğî in der Provinz Ṣalâḥuddîn, führte jedoch zum glück zu keinen Verletzten oder toten.
Am Tag zuvor, dem 9.4.2019, waren in der Provinz Kirkûk bei einem terroristischen Bombenanschlag zwei Polizisten verletzt worden.
(https://www.sana.sy/?p=927961)
Am 8.4.2019 konnte durch das Einschreiten einer Sicherheitseinheit ein Attentat verhindert werden. Der mit einem Sprengstoffgürtel versehene IS-Suizidattentäter wurde auf der aṣ-Ṣakra-Straße östlich von ar-Ramâdî in der in der westlichen Provinz al-Anbâr gestellt und rechtzeitig getötet, so daß es zu keinen Opfern kam, teilte die offizielle irakische Nachrichtenagentur INA mit. (https://www.sana.sy/?p=925976)
Ein Treffen hielten am 7.4.2019 auch der iranische Generalstabschef, Generalmajor Muḥammad Bâqirî, und sein Amtskollege aus Bagdad, Generalleutnant ʽUṯmân al-Ġânimî, in Teheran ab. Ersterer informierte danach die Presse dahingehend, es bestünden gute Beziehungen bzw. beiden Armeen. Weiter führte er aus: „Wir haben eine Einigung über das Thema Luftverteidigung zwischen dem Iran und dem Irak erzielt und die Zusammenarbeit der Luftverteidigungssektoren der beiden Länder verbessert.“ Als Grund nannte er: „Since air threats to us from the western borders is possible, it was decided that the air defense units of both countries launch close cooperation.“
Er fuhr fort: „We also discussed border issues and dredging of Arvand River and its security and it was decided that the two countries‘ Armed Forces provide the security to the region. Joint cooperation also went under discussion at the mouth of Arvand River to establish security in the Persian Gulf.“
(https://www.sana.sy/?p=925522, s.a. http://en.farsnews.com/13980118000441 (englisch))
Gespräche von Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî und Mitgliedern seiner Delegation mit weiteren iranischen Spitzenpolitikern folgten:
Mit Vizepräsident Isḥâq Ğahânğîrî war er sich hinsichtlich der wirtschaftlichen Sanktionen westlicher Länder einig: „Das Embargo gegen den Iran und die damit verbundenen Einschränkungen schaffen viele Möglichkeiten für die Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen dem Iran und dem Irak.“ Wie bei der Bekämpfung des Terrorismus werde sein Land den Irak auch in der Wiederaufbauphase unterstützen. Trotz der US-Feindseligkeiten sei man entschlossen, die beiderseitigen Beziehungen in jeder Hinsicht auszubauen.
In einem verwandten Kontext informierte der iranische Minister für Industrie, Bergbau und Handel, Riḍâ Raḥmânî, darüber, die Umsetzung von Handelsabkommen zwischen dem Iran und dem Irak werde beschleunigt, um einen Handelsaustausch zwischen dem Iran und dem Irak von jährlich 20 Milliarden Dollar zu erreichen, was zur Entwicklung von Produktion und Export führen werde.
Hinsichtlich des Treffens mit dem irakischen Handelsminister ʽAbdul Mağîd Ğâsim gab er an, es seien Verhandlungen zwischen den zuständigen Ausschüssen beider Länder zwecks Schließung eines bilateralen Abkommens eingeleitet worden. Ğâsim bestätigte dies wie die Unterzeichnung wichtiger Abkommen, die bereits erwähnt wurden (vgl.u.). (https://www.sana.sy/?p=925671 vom 7.4.2019)
Am 6.4.2019 traf Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî in Teheran mit Ayatullâh ʽAlî Ḫâmanhây zusammen, anwesend war zudem Präsident Ḥassan Rûḥânî. Dabei wurde auch über die problematische Präsenz des US-Militärs (vgl.u.) jenseits des Geltungsrahmens der ursprünglichen Sicherheitsvereinbarung zwischen dem Irak und den USA gesprochen. Das geistliche Oberhaupt des Irans warnte diesbezüglich: „Despite their remarks, the Americans regard democracy and Iraq’s current political activists to their detriment“ und handelten entsprechend wie schon zusammen mit Saudi-Arabien zur Zeit der IS-Besetzung von Mossul durch Weiterleitung von Geldern, Waffen und Ausrüstung an den IS.
Trotz der weitgehenden Besiegung des IS, sei volle Wachsamkeit gegenüber den verbliebenen IS-Resten nötig, damit diese nicht eine eventuelle momentane Schwäche ausnutzen und wieder erstarken könnten.
Ḫâmanhây zeigte sich sicher, der Irak könne (wieder) eines der einflußreichsten Länder innerhalb der arabischen Welt werden dank seiner reichen menschlichen und Boden-Ressourcen. Das Land verfüge immer noch über eine geistige Elite und zahlreiche Wissenschaftler, obwohl festzustellen sei: „The US had killed many Iraqi scientists because it was aware of the significance of this important asset.“ Die irakische Jugend zeichne sich zudem durch die Kriegserfahrungen besonders aus: „The Iraqi youth were among the country’s human capacities that had passed the exam of the fight against Daesh terrorists in a good and admirable way and marked a historical event.“
Schließlich verwies er auf die enge kulturgeschichtliche Verbindung beider Staaten.
Premier ʽAbdul-Mahdî hatte sich schon Stunden zuvor gegenüber Präsident Rûḥânî bedankt für die langjährige iranische Unterstützung gerade im Counterterrorismus. Bagdad verdanke Frieden und Sicherheit Teheran, hatte er erklärt, indem er ausgeführt hatte:
„The Islamic Republic of Iran helped us in the fight against terrorism and we managed to achieve many victories that contributed to the current peace and stability in Iraq. … We believe that it was due to Iran’s support that Iraq succeeded in reaching this point.“
Darauf unterstrich er nochmals, daß sich der Irak den verurteilenswerten US-Sanktionen gegen den Iran nicht anschließen und auch nicht dulden werde, daß sein Territorium für Angriffe auf den Iran genutzt werde. (http://en.farsnews.com/13980118000166)
Der Ministerpräsident konstatierte außerdem: „We seek to establish a stable and peaceful region in which the era of wars has come to an end.” Daher werde der Irak auch versuchen, in Verbindung zum Oman, Ägypten, den VAE, Kuwait, Saudi-Arabien, Qatar und weiteren Länder des Nahen Ostens zu treten. Für die Jemenkrise sehe er ebenfalls nur eine friedliche politische Lösung. (http://en.farsnews.com/13980118000441)
Während der gemeinsamen Pressekonferenz von Irans Präsident Ḥassan Rûḥânî und seinem Gast, dem irakischen Premierminister ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî vom 6.4.2019 in Teheran betonte ersterer nochmals, daß der israelisch besetzte Golan Bestandteil des syrischen Territoriums sei, al-Quds die Hauptstadt [eines zu erstellenden] palästinensischen Staates sei und die Krise im Jemen politisch gelöst werden müsse. (https://www.sana.sy/en/?p=162638, https://www.sana.sy/?p=925001) – Al-Quds ist der auch die Altstadt umfassende Ost-Teil von Jerusalem und grenzt an das den Palästinensern im zugesprochene, jedoch israelisch besetzte Gebiet. Israelisch besetzt ist auch ganz Jerusalem, obwohl die Stadt (inkl. Bethlehem) gemäß dem UN-Teilungsplan für Palästina vom 29.11.1947 (Resolution 181-II) als Corpus separatum unter internationale Kontrolle gestellt werden sollte.
Laut INA-Bericht vom 6.4.2019 wurde während einer Sicherheitsoperation im südlich Abschnitt der Provinz al-Anbâr der IS-Terrorist Habâd Abû ʽ´iša getötet; er war für das Transportwesen zuständig gewesen. Zudem konnte in Ḫanâqîn in der Provinz Diyâlâ ein prominenter IS-Anführer gefangengenommen werden.
Am 5.4.2019 töteten die gemeinsamen irakischen Sicherheitskräfte südwestlich der Stadt Sâmarâ´ (Samarra) in der Provinz Ṣalâḥuddîn als Teil ihrer fortgesetzten Operationen zur Eliminierung verbliebener IS-Zellen auch drei dieser Terroristen.(https://www.sana.sy/?p=924966)
Qaṭarî al-ʽUbaidî, al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Anführer in der Provinz al-Anbâr, teilte am Fr., 5.4.2019, al-Maʽlûma News mit, die Sicherheitskräfte hätten einen der prominentesten IS-Terroristen festgenommen. Es handelt sich um ʽAkîl ʽAbd Malâğî, einen engen Mitarbeiter des selbsternannten IS-Kalifen Abû Bakr al-Baġdâdî. Er sei in einen geplanten Hinterhalt im Gebiet von an-Nuḫaib bei ar-Ruṭba geraten und habe wenig Widerstand geleistet. Als rechte Hand des „Kalifen“ und militärischer Befehlshaber sei er auch für die Organisation von IS-Schläferzellen in al-Anbâr verantwortlich gewesen wie auch für Morde an Sicherheitskräften und Zivilisten (beim Trüffelsuchen, vgl.u.). Man erhofft sich von der Vernehmung des Top-Terroristen einige Erkenntnisse, auch um das Verschwinden von Abû Bakr al-Baġdâdî (zu Meldungen über dessen Tötung vgl.u.!). ʽAbd Malâğî sei unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in eines der Sicherheitszentren überstellt worden. (https://www.almaalomah.com/2019/04/05/398058/)
Kaum sind gut acht Jahre und damit die schlimmsten Zeiten des Terrorkrieges in Syrien um, erlaubt sich auch eines der deutschen Mainstream-Medien, Der Spiegel, in seiner Online-Ausgabe vom 4.4.2019 (s. https://www.sana.sy/?p=924226) auf die Einschleusung von tausenden Terroristen über die Türkei nach Syrien hinzuweisen.
Was bis dahin als „Verschwörungstheorie“ oder „feindliche Propaganda“ des „Schlächters“ und „Diktators“ – gemeint ist der jeweils mit überwältigender Mehrheit wiedergewählte Staatschef Dr. al-Assad – ausgegeben und im Blog seit Teil I veröffentlicht wurde (s. insbesondere u. zu Abû Banât und Abû Bakr), gilt also damit nun als akzeptable Wahrheit – besser jetzt endlich als nie!
Eine offizielle Quelle von der lokalen Regierung der, an Syrien grenzenden, westirakischen Provinz al-Anbâr machte am Donnerstag gegenüber al-Maʽlûma News die Errichtung einer neuen US-Militärbasis im Gebiet ar-Rukbân [zum Flüchtlingslager bei der US-Militärbasis at-Tanaf auf syrischer Seite s.u.!] allerdings auf jordanischer Seite der Grenze publik. Es handelt sich in der Region um ein Länderdreieck, da auch die Grenze zumIrak nicht fern ist. Damit sollen beide Länder, Syrien wie der Irak, überwacht werden. Der Informant fuhr fort, die Basis umfasse eine große Anzahl an US-amerikanischen Truppen, die über leichte und schwere Waffen sowie Kampfflugzeuge verfügten. (https://www.almaalomah.com/2019/04/04/397862/) – Nahe ʽAmmân befand sich eines der Hauptquartiere der syrienfeindlichen Koalition während der letzten Kriegsjahre! Über Jordanien drangen die Jahre über etliche entsprechend ausgestattete und trainierte Terroristenkontingente nach Syrien ein; andererseits wurden Funde aus Raubgrabungen über Jordanien ausgeschleust (vgl. frühere Teile des Threads!)
Aufbauend auf diesem Bericht informierte FNA teils in Rückgriff auf einen Artikel der libanesischen Tageszeitung al-Aḫbâr am 4.4.2019 über weitere US-Basen in der Provinz al-Anbâr trotz der bestehenden heftigen Proteste der irakischen Regierung wie Bevölkerung dagegen (vgl.u.): Diese lägen an der Autobahn Bagdad – Damaskus (früher: H3) und südlich davon wie im Süden der Bagdad- ʽAmmân-Autobahn, d.h. an strategisch bedeutsamen Punkten, wobei erstere schon in Betrieb sei, die zweite jedoch noch voll ausgestattet werde. Zudem bestünden 13 weitere US-Basen, zwei davon in der Region von al-Ratbah [ar-Ruṭba?], die wohl als Luftbasen dienen sollen. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13980115000394)
Darüber hinaus informierte der Chef des al-Anbâr-Büros der im Parlament vertretenen Partei Organisation Badr am 4.4.2019 darüber, daß die Anzahl der auf den beiden Basen ʽAin al-Assad und al-Ḥabāniyya der an Syrien angrenzenden Provinz stationierten US-Soldaten auf 10.000 Mann aufgestockt worden sei. Ihr Equipment entspreche den modernsten Standards. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13980115000179)
Iraqi Airways nimmt am kommenden So., 7.4.2019, Flüge vom und zum neuen Flughafen von Istanbul auf. (https://www.almaalomah.com/2019/04/04/397905/)

Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ trifft libanesischen Parlamentspräsident Nabîh Barî in Bagdad, Photo: SANA
Während seines Irak-Besuches traf der Parlamentspräsident des Libanon, Nabîh Barî, am 3.4.2019 in Bagdad den Staatspräsidenten des Gastlandes, Barham Aḥmad Ṣāliḥ, zur Besprechung der weiteren Entwicklung beiderseitiger Zusammenarbeit. (https://www.sana.sy/?p=923294)
Das US-Medium Modern Diplomacy veröffentlichte am Di., 2.4.2019 einen Bericht, den al-Maʽlûma News selben Tags wiedergab. Demnach plane das Pentagon, einen großen Teil des irakischen Territoriums stärker in den Griff zu bekommen im Gefolge der Anerkennung der israelischen Annexion des syrischen Golan durch US-Präsident Trumps Proklamation vom 25.3.2019 (s. Syrien).
Im Weiteren verlautete dazu: „Die US-Präsenz im Irak ist in sechs Stützpunkte unterteilt, in denen sich Marines in der Nähe von ar-Ramâdîn befinden und die K1-Basis in der Nähe von Kirkûk verstärken, um den Norden der syrisch-irakischen Grenze zu kontrollieren. … Die amerikanischen Streitkräfte seien auf der ʽAin al-Assad-Luftbasis und der Basis at-Tanaf nahe des syrisch-jordanischen Dreiecks anwesend, wo sie von Marines und elektronischen Netzwerken verstärkt würden. . … Die Verstärkung der US-Streitkräfte stellt schwere Artillerie auf. … Dank dieser neuen Verteilung besteht die Kontrolle der US-Streitkräfte am Boden darin, daß sie [Militär]Bewegungen, Geheimdienst[aktionen] und Kommunikationen eines großen Teils des irakischen [sic!] Territoriums zwischen al-Ḥasaka und at-Tanaf zu überwacht, das an der Grenze zwischen Syrien und dem Irak liegt. … Dies stellt einen Druck der USA auf die Golanhöhen dar, was eine klare militärische und politische Unterstützung für die Anerkennung der israelischen Souveränität über die Golanhöhen bedeutet. … Die Vereinigten Staaten erhalten weiterhin ihre militärische Präsenz in Syrien aufrecht und verstärken sie, insbesondere im östlichen Teil des Landes und in Gebieten des Westirak. … Derzeit gibt es etwa 400 Militärs in Syrien, 200 davon im Norden in Aleppo und östlichen des Euphrats, wohin sie direkt aus dem irakischen Kurdistan und durch den Grenzübergang al-Walîd gekommen sind.“ (https://www.almaalomah.com/2019/04/02/397435/) – Die Vermehrung von US-Truppen und ihre Verteilung im Land hatten verschiedene hohe irakische Politiker in der jüngeren Vergangenheit immer wieder angesprochen und heftig kritisiert, während die US-Seite weiterhin behauptet hatte, die US-Kräfte seien nur gemäß des Sicherheitsübereinkommens als Berater im Irak (vgl. jeweils u.!). Auch hatte die Staatsspitze erklärt, daß Stützpunkte ausländischer Streitkräfte im Irak illegal und nicht zu dulden seien (vgl.u.). Ein Gesetz ist in Planung, sämtliches ausländische Militär, allen voran die US-Kräfte, aus dem Land zu schaffen (s.u.).
Trotz aller Proteste (s.u.) hat auch am 1.4.2019 die türkische Luftwaffe nordirakische Bergregionen bombardiert. Ziel seien laut Verteidigungsministerium/Ankara PKK-Stellungen gewesen. (http://parstoday.com/de/news/world-i46648)
In Bagdad fand am So., 31.3.2019, eine Massen-Protestkundgebung statt, um die Trump-Deklaration zum israelisch besetzten syrischen Golan anzuprangern. (https://www.sana.sy/?p=921089)
Ebenso wiederholte die Staatsführung des Landes in Person von Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ ihre Verurteilung dieser Erklärung im Interview mit der Associated Press Agency desselben Tages. (https://www.sana.sy/en/?p=162223)

Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî (re.) mit libanesischem Parlamentssprecher Nabîh Barî, Photo: SANA
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî diskutierte am 30.3.2019 mit seinem Gast, dem Parlamentspräsidenten Nabîh Barî aus dem Libanon, die jüngsten positiven Entwicklungen in beiden Ländern sowie Möglichkeiten der Ausweitung der Beziehungen und der verstärkten Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten. ʽAbdul-Mahdî legte dar, beim Wiederaufbau des Landes werde libanesischen Geschäftsleuten und Investoren ein weites Feld geboten. Barî sah in der Bekämpfung des IS einen wesentlichen Wert für die gesamte Region, die von einer Stabilisierung der Lage im Irak nur profitieren könne. (https://www.sana.sy/?p=921980)
Von den Kämpfern von al-Ḥašd aš-Šaʽbî ergeht am 30.3.2019 die Kritik, die im Grenzbereich mit Syrien operierenden US-Militärs behinderten die Bekämpfung der IS-Terroristen dort. (https://www.almaalomah.com/2019/03/31/397151/) – Zu weiterer Kritik in dieser Hinsicht im Zusammenhang mit dem Terroristentransfer s.u.!
Gemäß Justizverlautbarung konnte am 30.4.3029 eine IS-Partisaneneinheit, die Bombenanschläge in Mossul durchgeführt hatte, festgenommen werden. (https://www.almaalomah.com/2019/03/31/397116/)
Die Gelegenheit des Gipfeltreffens der Arabischen Liga in Tunis am So., 31.3.2019, möchte die Regierung dazu nutzen, die seit Jahren andauernden völkerrechtswidrigen Souveränitätsverlertzungen seitens des türkischen Militärs mittels Angriffen auf irakischem Teritorium und Besetzung eines Teils desselben zur Sprache [und erhofften Verurteilung] zu bringen, wie Quellen am 30.3.201 bekannt gaben). (https://www.almaalomah.com/2019/03/31/397117/)
Der Kommissionsvorsitzende für nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, Ḥišmatullâh Falâḥat Bîšah (Heshmatollah Falahatpisheh), warnte am 31.3.2019, die USA bereiteten einen Tranfer der übrigen Takfîr-Terroristen (des IS ect.) aus Syrien und dem Irak nach Afghanistan vor. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13980111000227)
Während der UNSC-Dringlichkeitssitzung zur Situation in Syrien (bzgl. des Golan-Status) hatte Botschafter Dr. al-Ğaʽfarî auf einen kurzen Nenner gebracht Folgendes konstatiert: „Das Pentagon erfand al-Baġdâdîzur Verwüstung des Iraks und al-Ğaulânî zur Vernichtung von Syrien.“ <a href=“https://www.almaalomah.com/2019/03/27/396419/“>https://www.almaalomah.com/2019/03/27/396419/ – Abû Muḥammad al-Ğaulânî war der erste Führer des al-Qaida–Ablegers Ğabhatu_n-Nuṣraund strebte die globale islamische Theokratie in Form des Kalifat an.
Im Zuge seines seit Mitte der Woche andauernden Washington-Besuches bat Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî während seiner Ansprache im Freedom House um eine Verlängerung der Ausnahmeregelung für die US-Sanktionen gegen Iran, da der Irak in den nächsten drei Jahre darauf angewiesen sei (vgl.u.), Strom aus dem Iran abzunehmen. für den Wiederaubau des kriegszerstörten Landes sei dies unerläßlich.
Gespräche hatte der Parlamentssprecher zuvor mit der demokratischen Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, Vizepräsident Mike Pence und Außenminister Mike Pompeo sowie mehreren US-Senatoren geführt. (www.parstoday.com/de/news/middle_east-i46612) – Am 31.3.2019 wies der Internationale Gerichtshof in den Haag die US-Administration an, die unilateral gegen den Iran erlassenen Sanktionen zurückzuziehen. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13980111000192)
Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ machte am 30.3.2019 nochmals (vgl.u.) deutlich, daß ein breitestmöglicher Konsens im Irak darüber bestehe, die Präsenz von US-Truppen im Land zu beenden. (https://www.almaalomah.com/2019/03/30/396828/)
Demgegenüber und unbeeindruckt von der Kritik im Land plant das Pentagon gemäß Verlautbarung vom 30.3.2019 im kommenden Sommer die Arctic Wolves der Stryker–Brigade der 25. Infanteriedivision (aus Fort Wright in Alaska) in den Irak zu verlegen. Laut US-Militär und entgegen Berichten aus dem Irak (s.u.) sollen sich die US-Soldaten nur der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte widmen und beraten. (https://www.almaalomah.com/2019/03/30/396878/)
Wieder bombardierten – trotz andauernder Proteste seitens der Landesregierung (vgl.u.) und damit völkerrechtswidrig – türkische Kampfflugzeuge Orte im Nordirak. Laut Twitter-Mitteilung durch das türkische Verteidigungsministerium vom Freitagabend, 29.3.2019, sollen PKK-Stellungen in Hakurk, Afasin-Pasian und Zab die Ziele gewesen sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46612)
Einer der al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Anführer, Hâšim al-Mûsawî, erklärte am Sa., 30.3.2019, die Präsenz der US-Truppen in den Grenzgebieten mit Syrien und insbesondere auf irakischer Seite ermögliche wissentlich IS-Terroristen den Übertritt in den Irak. Dagegen habe sich das jüngste Sicherheitsabkommen zwischen den Regierungen in Damaskus und Bagdad wesentlich zur Stabilisierung der Lage an der gemeinsamen Grenze beigetragen. Zur Abwehr der ersteren Gefahr würden zusammen mit den anderen Sicherheitskräften Notfallpläne entwickelt und in Koordination mit den syrischen Kräften umgesetzt. (https://www.almaalomah.com/2019/03/30/396974/)
Unter Bezugnahme auf einen Artikel von Maʽlûma News vom 30.3.2019 berichtete FNA von logistischen Unterstützungsmaßnahmen seitens des US-Militärs für IS-Terroristen im Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Irak der westlichen Wüste der Provinz al-Anbâr [zu früheren Aktivitäten im genannten Zusammenhang in diesem Gebiet s.u.]. Demnach hätten gemäß Quellen aus der Region US-Kräfte dutzende IS-Kämpfer mit Waffen und anderem militärischen Equipment ausgestattet mit dem Ziel, den aus dem syrischen Grenzgebiet bei al-Bâġûz transferierten einen sicheren Hafen (shelter) in der irakischen Provinz zu errichten, von dem aus dieses weitere Attacken ausführen könnten; damit würde – wie schon früher angeführt (vgl.u.) – die weitere Präsenz der US-Militärs in der strategisch wichtigen Region gerechtfertigt werden.
Quṣay al-Anbârî, Vorsitzender der im Parlament vertretenen Badr-Organisation der Provinz, habe zu einem früheren Zeitpunkt im März im Interview mit Maʽlûma News gewarnt, die US-Truppen führten in der westlichen Wüste verdächtige Aktionen durch, sie versorgten die dort versschanzten Terroristen mit Nachschub. Die sich Ghosts of Desertnennende Terroristengruppe – und damit IS-Ableger – würde aus der Luft durch Helikopter per Abwurf von Lebensmittelpaketen versorgt [zu früheren Meldungen auch im Parlament über solche Versorgung aus der Luft s.u.!]. Auch würden hunderte IS-Terroristen dort trainiert.
Der Parlamentsabgeordnete der al-Fataḥ-Koalition, Ḥassan Salim, nahm ebenfalls Bezug zur völkerrechtswidrigen Tätigkeit der US-Truppen im Irak (dazu vgl.u.) und ihren Versuchen, die Terrorruppen im Inland wieder zum Leben zu erwecken. Er ist einer der parteiübergreifenden Unterstützter des geplanten Gesetzentwurfs (vgl.u.), mit dem das US-Militär aus dem Irak ausgeschafft werden soll; die von US-Seite okkupierte Basis ʽAin al-Assad.(vgl.u.) müsse geschlossen werden, plädiert er. (www.en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13980111000128)
Scheich Ğalâl ad-Dîn aṣ-Ṣaġîr warnte in einer Erklärung gegenüber Maʽlûma News vom Sa., 30.3.2019, ebenfalls davor, daß die US-Administration mittels ihrer im Irak stehenden Truppen plane, einen neuen Zyklus an Herausforderungen für das Land zu eröffnen. Er habe jedoch volles Vertrauen zu den Sicherheitskräften einschließlich al-Ḥašd aš-Šaʽbî, so daß dieser Gefahr widerstanden werden könne. (https://www.almaalomah.com/2019/03/30/396903/)
Basierend auf einer Meldung von Maʽlûma News berichtete FNA, Stammesführer, die früher für den IS gekämpft hätten, würden von in al-Anbâr operierenden US-Militärs gezwungenermaßen benutzt, um die im Counterterrorismus gegen den IS so erfolgreiche, von den USA jedoch immer abgelehnte und teils im Feld angegriffene (s.u.) al-Ḥašd aš-Šaʽbî, welche die Grenze zu Syrien in Absprache mit der SAA sichert, ausspionieren zu lassen. Dies habe eine hochrangige Quelle aus der Provinz am 29.3.2019 bekannt gegeben. Bestätigt wurde dies vom al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kommandeur von al-Anbâr, Qâsim Muṣallaḥ, der schon im Dezember von US-Spionageflügen über al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Standorten insbesondere an der Grenze berichtet hatte. (http://www.en.farsnews.com/13980110000182) – Zum IS–Terroristentransfer über diese Grenze vgl.u.!
Laut FNA vom 29.3.2019 wurde in der Stadt Sâmarâ´ (Samarra)/Provinz Ṣalâḥuddîn ein besonders gefährlicher und hochrangiger IS-Kommandeur namens Muḥammad Intiḫâb zusammen mit vier seiner Kampfgefährten getötet. Er war für die Rekrutierung von Kindern, ihre Ausbildung als Suizidattentäter und die Vorbereitung viele Terroroperationen verantwortlich.
Die Luftwaffe löschte derweil eine IS-Gruppe in der Provinz al-Anbâr aus und darüberhinaus zwei ihrer Stellungen. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13980110000133, https://www.sana.sy/?p=920784)
Generalmajor Nağam al-Ğubûrî, Chef der Nînawâ-Militäroperationen gegen verbliebene IS-Zellen enthüllte am 29.3.2019, daß noch nicht festgenommene IS-Kämpfer das Fährunglück bei Mossul (vgl.u.) benutzten, um sich oder Verwandte für Tod erklären zu lassen mit der Absicht, unter anderer Identität unbehelligt zu bleiben. Es bedürfe also gründlicher Überprüfung der Totenscheine; die Verwandten müßte den jeweiligen Toten und seine Identität zweifelsfrei vorweisen können.(https://www.almaalomah.com/2019/03/30/396951/)
Zu den Warnungen von Oleg Iljinich (Ilyinykh), Chef des Extremismusbekämpfungsdirektorats im Innenministerium zu Moskau, vom 29.3.2019 aufgrund des momentan vor sich gehenden Terroristentransfers nach weitgehender Besiegung des IS in Syrien und dem Irak, s. bzgl. Syrien!
Sicherheitsexperte Ḥussain al-Kinânî warnte am Do., 28.3.2019, vor dem US-Plan, in der westlichen Wüstenregion (Provinz al-Anbâr) den IS-Terrorismus wiederaufleben zu lassen. Dazu dienten aus dem syrischen Kampfgebiet östlich des Euphrats transferierte IS-Kämpfer. Gegenüber Maʽlûma News bemerkte al-Kinânî: „Die Vereinigten Staaten werden sich nicht aus dem östlichen Euphrat oder der westlichen Region des Iraks zurückziehen, sie werden sie als sicheren Zufluchtsort für die Terroristen hernehmen.“ Als Begründung nannte er: „Die Präsenz der USA in der Region zielt darauf ab, die Straße von Teheran-Bagdad-Beirut gemäß einem Plan zu zerschneiden, um die Sicherheit der zionistischen Entität zu schützen und die Kontrolle über die Region auszuweiten.“ Seiner Meinung nach „muß die Regierung gegen diese US-Präsenz in der Nähe der Grenze in der westlichen Region vorgehen.“ (https://www.almaalomah.com/2019/03/28/396469/)
As-Sayyid Ṣadr ad-Dîn al-Qabânğî, Mitglied der Führung des Obersten Islamischen Rates im Land resümierte bei einer Rede anläßlich eines Kulturfestivals in der Provinz ad-Dîwâniyya am 28.3.2019, nach Sturz der Regierung von Ṣaddām Ḥussain als Folge der US-Invasion des Iraks hätten die USA ihre Pläne umzusetzen gesucht, ihnen gefällige Politiker an die Macht zu bringen, von der Führungsspitze bis nach unten. Doch der Irak habe sich schließlich behaupten können und bestimme dies jetzt selbst durch die Wahlen. (https://www.almaalomah.com/2019/03/28/396532/)
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî machte am 28.3.2019 deutlich, um den Irak wieder voranzubringen, genüge es nicht, nur Öl zu exportieren, es müßten auch Raffinerien im Land gebaut werden. (https://www.almaalomah.com/2019/03/28/396664/)
Ein Team französischer Archäologen hat im Nordirak am Zagros-Gebirge an der westlichen Grenze von Mesopotamien eine ca. 4.000 Jahre alte Stadt entdeckt mit Blüte zur Zeit des Akkadianischen Reich. Deren Bewohner, ein Gebirgsvolk, hätten in Wohlstand gelebt, Landwirtschaft und Viehzucht betrieben und Bewässerungssysteme unterhalten. Es wurden auch Aufzeichnungen über den Verkauf verschiedener Materialien und Waren gefunden, dazu Töpferwaren und Pfeilspitzen aus Material, das aus Anatolien stammte. Ausgegrabene Steinplatten enthalten weitere Auskünfte. (https://www.almaalomah.com/2019/03/28/396488/ vom 28.3.2019)

Israels Primierminister Netanyahu mit israelischen Soldaten auf dem besetzten syrischen Golan, Photo: AP
Von verschiedensten bedeutenden Stellen im Irak erfolgten die Tage nach der völkerrechtswidrigen Proklamation von US-Präsident Trump zum Status des israelisch besetzten syrischen Golan vom 25.3.2019 immer wieder massive Verurteilungen derselben und umfassende Kritik daran. Zu Einzelheiten s. Syrien!
In der Provinz Maysân im Südosten des Irak gelang am 25.3.2019 die Festnahme von sieben gesuchten Terroristen im Rahmen der Antiterroroperationen. (https://www.sana.sy/?p=917693)
Muḥammad al-Mûsawî, ein al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Anführer in der Provinz Nînawâ, meldete am 24.3.2019 gegenüber SANA in Bagdad: „Eine Terroristengruppe ist letzte Nacht in das Dorf Sabâya al-ʽAmâš im Bezirk al-Qairuwân im Bezirk Sinğâr eingedrungen und mit al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kämpfern ins Gefecht geraten, wobei die Auseinandersetzungen heute bis Mittag angedauert haben.“ Er ergänzte: Bei den Zusammenstößen wurden fünf Terroristen getötet, drei Suizidattentäter sprengten sich selbst in die Luft, die anderen wurden zur Flucht gezwungen.“ Unter der Bevölkerung gab es keine Opfer. (https://www.sana.sy/?p=917220)
Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî traf am 24.3.2019 mit dem syrischen Botschafter in Bagdad, Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ, zusammen zur Besprechung von Sachverhalten gemeinsamen Interesses und zur Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden brüderlichen Völkern.
Ad-Dandaḥ erklärte dazu im Anschluß gegenüber der Presse: „The meeting comes within the common coordination between the two states in order to realize a broader cooperation in the economic, political and security domains.” Von Bedeutung waren ebenso die Themen der Kooperation bei der Sicherung der gemeinsamen Grenze und der baldigen Wiedereröffnung der Grenzübergänge auch zur Widerbelebung des Handels. (https://www.sana.sy/en/?p=161657, https://www.sana.sy/?p=917501)
Die jüngste Aussage von US-Präsident Trump gegenüber dem syrischen, israelisch besetzten Golan (s. Syrien) vom 22.3.2019 verurteilend äußerte Außenamtssprecher Aḥmad aṣ-Ṣaḥâf am 23.3.2019, zitiert von as-Sûmariyya News, diese Stellungnahmen „give legitimacy to the occupation and they contradict with the international law. … Iraq supports the international legitimacy resolutions issued by the international Security Council which stipulate for ending the occupation.” (https://www.sana.sy/en/?p=161510)
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî brach am Morgen des Fr., 22.3.2019, begleitet von einer Delegation zu seiner ersten Auslandsreise nach Ägypten auf. Womöglich kommt es dort außer mit Staatschef as-Sîsî sogar zu einem Dreiergipfelgespräch, da derzeit auch der jordanische König ʽAbdullâh II. in Kairo zugegen ist. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46521) – Letzeres könnte sich positiv für Syrien auswirken, da die Regierung unter ʽAbdullâh II. in den acht Kriegsjahren zur Feindkoalition gehörte.
Zum Feiertag (Naurûz, vgl.u.) gehört auch traditionell, mit der Familie einen Ausflug in die Natur zu unternehmen. Von Mossul aus suchten sich viele Bewohner eine gern besuchte, touristisch genutzte Insel im nördlichen Waldgebiet zur Destination aus, wobei eine Fähre über den Tigris genutzt wird. Eine davon kam am 21.3.2019 ins Kentern. Bei dem Unfall kamen laut as-Sûmariyya News nach bisherigem Stand 96 Menschen ums Leben, acht Personen gelten als vermißt, 55 konnten gerettet werden. Es wurde Staatstrauer verhängt. Generalmajor Saʽd Maʽn als Sprecher des Innenministeriums erklärte zur vorläufigen Ursache: „Die Aufnahmefähigkeit der Fähre ist geringer als die Anzahl [der Beförderten], die sie beförderte, der Mangel ist aufgrund vorläufiger Untersuchungen eindeutig.“
Gemäß Oberstem Justizrat habe das Untersuchungsgericht in Mossul beschlossen, neun für die Fähre verantwortliche Arbeiter zu verhaften, einen Haftbefehl für den Besitzer der Fähre und den Eigentümer der Touristeninsel auszustellen und die Untersuchungsbehörden anzuweisen, dies rasch umzusetzen.
Präsident Putin übermittelte prompt sein Beileid wie auch die syrische Regierung via Außenamt: “Syrian Arab Republic shares brotherly Iraq its sorrow in this painful event.”
(https://www.sana.sy/?p=915794, https://www.sana.sy/en/?p=161435, https://www.sana.sy/?p=915997)
Insgesamt 13 IS-Terroristen verhafteten die Sicherheitskräfte am 21.3.2019 während ihrer Operationen aufgrund von vorliegenden Geheimdienstermittlungen, wie as-Sûmariyya News meldete. Sechs der Terroristen wurden in der Provinz Kirkûk, einer nahe al-Ḥamza im W der Provinz Bâbil (Babylon) festgenommen, eine terroristische Zelle mit all ihren sechs Elemente in al-Qâ´im und al-Karâbla in der Provinz al-Anbâr im West-Irak zerschlagen. (https://www.sana.sy/?p=915005)
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî erklärte am 19.3.2019 den 21.3.2019 zum offiziellen Feiertag anläßlich des vorchristlichen Naurûz-Festes. Dieses war im Altertum in der Region, von der der Irak nur einen kleinen Teil bildet, mit Eintreten der Tag-und Nachtgleiche das Frühlings- und Neujahrsfest. Da infolge des heutzutage weltweit überwiegend verwendeten gregorianischen Kalenders mit Schaltjahr dieses auf den 20. sowie 21. März fallen kann, wurde im Irak ein Kalendertag dafür bestimmt, schon um nicht mit dem Invasionstag von 2003 (s.u.) zusammenzufallen. Der Feiertag gilt erstmals ab dem kommenden Donnerstag. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46502) – Näheres zum Fest s. Syrien Teil V (allerdings unter dem 1. April 2017)
Mit dem Treffen vom 16.3.2003 auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Lajes der Insel Terceira, die zu den Azoren gehört, bereiteten US-Präsident George Bush, der britische Premiermnister Tony Blair sowie die Premierminister von Spanien, Jose Maria Aznar, und von Portugal Jose Durao Barroso, den Einmarsch im Irak vor, der dann am 20.3.2003 erfolgte. Als hinreichender Grund wurden die Anschuldigungen gegen den Irak wegen angeblichen Besitzes von Massenvernichtungswaffen akzeptiert trotz vorliegender gegenteiliger Berichte vom internationalen UN-Inspektionsteam unter Dr. Hans Blix, der IAEO und weiteren anderslautenden Belegen. Der SANA-Artikel beschäfigt sich mit den horrenden Auswirkungen der Invasion und nachfolgenden Besatzungszeit auf den Irak, die teils schon beim Gedenken am 15.12.2018 (s.u.) erwähnt wurden.((https://www.sana.sy/?p=914333, s.a. Full text: Azores press conference | World news | The Guardian)

Irakischer Minister für Industrie und mineralische Rohstoffe, Ṣâliḥ ʽAbdullâh al-Ğubûrî, und Syriens Botschafter in Bagdad, Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ, Photo: SANA
Zu einer Besprechung kamen am 19.3.2019 der Minister für Industrie und mineralische Rohstoffe, Ṣâliḥ ʽAbdullâh al-Ğubûrî, und der syrische Botschafter in Bagdad, Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ, zusammen zwecks Ermittlung von Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den verschiedenen Industriespektren. Der Irak sei dem Minister gemäß generell offen für Kooperation mit freundlich gesinnten nachbarlichen aber auch weiteren Staaten, um von deren Kapazitäten und Erfahrungen zum beidseitigen Nutzen zu profitieren. Es gelte neue Produktionslinien und Industrieprojekte im Irak zu eröffnen. Investmentmöglichkeiten bestünden auch seitens Firmen, die dem Ministerium angeschlossen seien. In der amtlichen Verlautbarung nach dem Treffen hieß es dazu: „During the meeting, Minister al-Jubouri affirmed the deep-rootedness of the relations binding Iraq and Syria.” Botschafter ad-Dandaḥ bestätigte, der gleiche Wunsch und dieselbe Bereitschaft bestehe auch von syrischer Seite. Sein Land freue sich auf gemeinsame Projekte und die Zusammenarbeit.(https://www.sana.sy/en/?p=161226)
Während einer Sicherheitsoperation verhafteten Streitkräfte am 19.3.2019 in der Provinz Nînawâ (Ninive) aufgrund geheimdienstlicher Ermittlungen drei mit Haftbefehl gesuchte IS-Terroristen, die darauf den Gerichten überstellt wurden. In der Provinz Bâbil (Babylon) glückte dasselbe gegenüber einem laut Artikel 4 des Anti-Terrorismusgesetzes gesuchten IS-Extremisten während einer Sicherheitsoperation in der Gegend von ʽAğraš im Bereich von Ğabla.
Am Vortag, dem 18.3.2019, seien vier Terroristen während einer vorbeugenden Operation in der Provinz Diyâlâ getötet, weitere acht in Bâbil und Bagdad gefangengenommen worden. (https://www.sana.sy/?p=914185)
As-Sûmariyya News berichtete am 19.3.2019 von einem bewaffneten Angriff bei der Durchführung einer Durchsuchungsaktion im Bezirk aṭ-Ṭârmiyya nördlich von Bagdad. Dabei wurde ein hochrangiger Armee-Offizier getötet, zwei Soldaten wurden verletzt. (https://www.sana.sy/?p=914478)

Generalstabschefs des Irans, von Syrien als Gastgeber und des Iraks in Damaskus bei der gemeinsamen Pressekonferenz, Photo: SANA
Nach Fortführung der Gespräche der Generalstabschefs Syriens, des Iraks und des Irans in Damaskus auch am Mo., 18.3.2019, äußerten sich Syriens Verteidigungsminister, General ʽAlî ʽAbdullâh Ayûb, Generalleutnant ʽUṯmân al-Ġânimî (aus dem Irak) und Generalmajor Muḥammad Ḥussain Bâqirî (für den Iran) in einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Zunächst stellte General Ayûb heraus, diese Treffen seien auf allen Ebenen wichtig und produktiv; ihre Ergebnisse würden dazu beitragen, Herausforderungen, Gefahren und Bedrohungen, die mit der Ausbreitung des Takfîr-Terrorismus in diesem Kern-Bereich der Welt einhergehen, zu bewältigen.
Dann erklärte er: „Wir gehen keine Kompromisse ein und stellen unser Recht nicht zur Diskussion, unsere Souveränität zu verteidigen; wir werden die Kontrolle über jede Handbreit syrischen Bodens wiedererlangen.“ Der syrische Staat werde früher oder später die Kontrolle über sein gesamtes Territorium wiedererlangen, sei es durch Rekonziliierung oder Einsatz des Militärs – Idlib mache da keine Ausnahme, es sei eine der ursprünglich vier eingerichteten De-Eskalationen (vgl.u.), von denen drei bereits wieder staatlicher Kontrolle unterstünden; das werde auch mit Idlib so sein.
Es sei schon in beiderlei Hinsicht viel erreicht worden: Die Rekonziliierung habe sich – wie schon früher von Präsident Dr. al-Assad erläutert (vgl.u.) – in weiten Regionen als äußerst erfolgreich gezeigt, gerade wenn sich die Ortsansässigen zusammentaten, um die Militanten zum Verlassen ihrer Gebiete zu veranlassen, so daß die staatlichen Behörden zurückkommen und ihre Arbeit wiederaufnehmen konnten. Da, wo Terroristen es ablehnten, sich zu ergeben, und weiter ihr Unwesen trieben, sei die tapfere Armee des Landes schon bereit, mit ihnen fertig zu werden, Handbreit für Handbreit!
Jede ausländische militärische Präsenz ohne offizielle Einladung durch die Regierung sei per se eine Besatzungsmacht und halte sich völkerrechtswidrig im Land auf. Syrien habe das durch das Völkerrecht und die UN-Charta anerkannte Recht, seine nationale Sicherheit, Souveränität und die Einheit des syrischen Staates zu verteidigen. Die SAA habe die Kampfkraft, die nötig sei, um auch die US-Besatzungstruppen aus at-Tanaf zu vertreiben, schließlich würden die US- wie die anderen fremden, nicht gebetenen Truppen Syrien verlassen. Derzeit sei die SDF/Qasadnoch die letzte verbliebe Spielkarte der US-Administration, auf die sie setze. Doch auch mit denen werde man umzugehen wissen, auch für die gelte: Einigung (Rekonziliierung) oder militärische Auseinandersetzung bis zur vollständigen Befreiung des Landes. Denn es sei die Wahl der Syrer, zusammen nach eigenem Willen zu leben und nicht dem anderer.
Dann verwies er auf die Einwirkung Israels im Land und die Verbindung zwischendessen Militär und den in Syrien aktiven Terroristen. Die meisten israelischen Angriffe seien jedoch abgewehrt worden, was bedeute, daß das feindliche Ziel damit vereitelt worden sei. Es sei schon unklug, sich in einen Krieg hineinziehen zu lassen, der vom Feind geplant und durchdacht ist, welcher Zeit, Raum und militärische Strategie bestimmt, um schließlich fallengelassen zu werden.
Es sei klar, daß jegliche Schwingung bzgl. Sicherheit und Stabilität in dieser kritischen Region Auswirkungen habe, die nicht an ländergrenzen endeten. Daher sei es nur natürlich, daß der Irak, der Iran und Syrien sich an einen Tisch zusammensetzten, um Ansichten darüber auszutauschen, wie mit der Entwicklung von Ereignissen und ihren Folgen umzugehen sei, welche Maßnahmen erforderlich seien, um die Beseitigung des Terrorismus zu gewährleisten. Schließlich erklärte er: „Wir haben in der Tat Recht, stolz darauf zu sein, daß es an uns ist, konfrontiert mit dem Terrorismus, der Tribut im Kampf gefordert hat, diesen zu bekämpfen und auszurotten.“
General Bâqirî bekräftigte seinerseits, die Sicherheit der Region sei eine Frage des Engagements aller Beteiligten darin. Abzulehnen sei jegliche unter Vorwänden ausgeübte unerbetene ausländische militärische Präsenz. Iraner seien ausschließlich auf Bitten der jeweiligen Landesregierung in Syrien und dem Irak präsent, um beratende oder logistische Hilfe zu leisten und zwar solange, wie sie gebraucht und gewünscht werde. Allen drei Seiten sei der Respekt gegenüber der Souveränität des jeweils anderen von großer Bedeutung.
General Bâqirî unterstrich die Einmischung des Westens und zionistischer Kräfte geschehe, um die Region zu destabilisieren zum Vorteil Israels. Er hoffe, die iranischen Kräfte könnten dazu beitragen, die Souveränität auf dem gesamten syrischen Staatsgebiet wiederherzustellen und den Terrorismus davon zu tilgen. Die syrische staatliche Souveränität müsse auch im Gebiet zwischen Euphrat und Tigris (sog. „Insel“, al-Ğazîra), in Idlib und at-Tanaf wiederhergestellt werden.
General al-Ġânimî wies darauf hin, daß die Sicherheit Syriens und die Sicherheit des Iraks ein integraler Bestandteil des jeweils anderen seien. Die Sicherung der gemeinsamen Grenze mit Syrien sie von großer Bedeutung und werde von den irakischen und syrischen Streitkräften gemeinsam kontrolliert. Die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des IS habe ein hohes Niveau, zu dessen Effektivität das vor Jahren gemeinsam in Bagdad eingerichtete Internationale Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus besonders beigetragen habe. In Abstimmung mit der Regierung in Damaskus und der SAA seien wirkungsvolle Schläge gegen IS-Stützpunkte, die Versorgungslinien und Ansammlungen in Syrien geführt worden. Die Kooperation werde dementsprechend fortgeführt. In den kommenden Tagen würden die Grenzübergänge zwischen Syrien und dem Irak wiedereröffnet werden können, verkündete er zum Schluß. (https://www.sana.sy/?p=913637, https://sana.sy/en/?p=161190) – Zu den erwähnten Details liegen Berichte vor, s.u.!
Zum Empfang der irakischen und iranischen Militärdelegation durch Syriens Präsidenten Dr. al-Assad an seinem Amtssitz am Abend desselben Tages im Beisein von Verteidigungsminister und stellvertretendem Kommandeur der Streitkräfte, Generalmajor ʽAlî ʽAbdullâh Ayûb s.dort!
(https://www.sana.sy/en/?p=161216, https://www.sana.sy/?p=913907)
Laut Mitteilung des Sprechers der irakischen Anti-Terror-Stelle, Ṣabâḥ Nuʽmân, gegenüber der arabischen Ausgabe von Russia Today vom 18.3.2019, sucht diese Stelle die Zusammenarbeit mit einigen weiteren Ländern, um die Finanzierungsquellen der IS-Terrororganisation aufzuspüren und sie auszutrocknen. Bislang habe man in dieser Hinsicht schon Erfolge erzielt.(https://www.sana.sy/?p=913999)
Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland verkündete am Mo., 17.3.2019, laut CBS-Meldung auf einer Pressekonferenz, die Militärmission im Irak, die seit 2014 in Koordinierung mit der NATO im Rahmen der US-geführten Koalition stattfindet, bis Ende März 2021 zu verlängern. (http://parstoday.com/de/news/world-i46492) – Für die kanadischen Streitkräfte dürfte damit dasselbe gelten wie bislang für die US-Militärs deutlich gemacht, vgl.u.!
Von den Sicherheitskräften wurden in Bagdad sieben und der Provinz Diyâlâ ein IS-Terrorist, die aufgrund von Haftbefehlen nach Artikel 4 des Antiterrorgesetzes gesucht und aufgespürt worden waren, festgenommen. (https://www.sana.sy/?p=913039)
Im Bezirk al-Ḥawîğa südwestlich von Kirkûk konnten Sicherheitskräfte am 16.3.2019 einen Angriffsversuch von IS-Elementen auf das Dorf ad-Danâdîš abwehren, wobei jedoch zwei Soldaten verletzt wurden.
Andererseits wurde in der Gegend von Ibn Sînâ in aṭ-Ṭârmiyya dir IS-Führungsperson namens Ṣabâḥ Nûrî ʽAbbâs eliminiert, welche früher militärisch und verwaltungstechnisch die IS-WilâyaNord-Bagdad befehligt hatte. (https://www.sana.sy/?p=912233)
Infolge eingegangener Geheimdienstinformationen führten am 15.3.2019 Anti-Terroreinheiten, unterstützt durch die Luftwaffe, eine Operation gegen eine IS-Terrorzelle in der Gegend des Wâdî Abû Ḫanâğir aus, wobei neun IS-Terroristen getötet wurden.
In der Gegend von Sabʽ Quṣûr von in Bagdad hatten unbekannte Bewaffnete plötzlich das Feuer auf einen Zivilisten eröffnet und diesen mit Schalldämpferbestückten Waffen getötet. Aus noch ungeklärten Gründen kam es in der Vergangenheit zu mehreren solchen Vorfällen (vgl.u.).
Andererseits konnten irakische Streitkräfte einen Terroristen im Gebietvon Neu-Bagdad festnehmen.
(https://www.sana.sy/?p=911820)
Bei einem Angriff durch IS-Terroristen im Dorf al-Mâḥûz südwestlich von Kirkûk wurden laut as-Sûmariyya News am 15.3.2019 zwei Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî getötet. Über die näheren Umstände wurde noch nichts bekannt. (https://www.sana.sy/?p=911770)
Der stellvertretende Direktor des Inlandsgeheimdienstes der Russischen Föderation FSB und Präsident des Rats der SCO Regional Anti-Terrorist Structure (RATS, SCO = Shanghai Cooperation Organization), Sergei Smirnow, sprach nach dem Ratstreffen in Taschkent gegenüber Reportern von der steigenden Gefahr, welche durch die in Syrien und dem Irak weitgehend eliminierten und daher vermehrt in Nord-Afghanistan aktiven IS-Terroristen für die Sicherheit der SCO-Anrainerstaaten entstehe. So führte er aus: „Terror groups have intensified their subversive and terrorist activities and consolidated their positions in Afghanistan’s northern districts [bordering SCO countries]. Armed incidents on the border have become more frequent. Taking into account its losses in Syria and Iraq, ISIL (former name of the IS – TASS) has to search for ways of creating the caliphate’s new strongholds. The fact that ISIL is getting stronger in northern Afghanistan can pose a major threat to regional security in the near future. … The groups designated as terrorist, including ISIL, the Taliban movement, the Islamic Movement of Uzbekistan and others, pose the biggest threat to our countries.“ Dies sei der Hauptfaktor zur Destabilisierung jener Region. „These and other elements of changing the nature of threats to peace and stability in the SCO member-states are identified by our organization (RATS SCO – TASS) in the course of monitoring. Additional adequate response measures based on analysis and coordination with the competent authorities of the SCO states have been devised, which made it possible to adapt the regional security system to the changing realities and ensure its viability,“ fügte der Sicherheitsexperte hinzu.
Im September 2018 hatte der russische Sicherheitsratssekretär Nikolai Patruschew vor der Gefahr gewarnt, die sich sich daraus ergebe, daß die USA und einige ihrer Verbündeten versuchten, IS–Terroristenzu verlegen, d.h. sie mehr oder weniger heimlich von Syrien und dem Irak nach Afghanistan zu transferieren. (https://www.sana.sy/?p=912032, http://tass.com/defense/1048894; s.a. deutscher Beitrag in http://parstoday.com/de/news/world-i46473 vom 18.3.2019) – Für letztere Angabe finden sich weiter unten im Thread wie in jenem bzgl. Syrien Belege. Auch der iranische Präsident Rûḥânî hatte sich während seines Staatsbesuchs in Bagdad (s.u.) ähnlich geäußert.

Iranischer Präsident Rûḥânî empfangen vom irakischen Staatspräsidenten Ṣāliḥ in Bagdad, Photo: pars today
Von seinem dreitägigen Irak-Besuch zurückgekehrt berichtete der iranische Präsident Ḥassan Rûḥânî am 14.3.2019 bei der Ankunft am Flughafen Mehrabad in Teheran, sein Besuch im Nachbarland könnte einen Wendepunkt in den Beziehungen beider Länder zum Wohle der Völker darstellen. Man habe nach eingehenden Gesprächen über eine Reihe von Themen wie in Handelsfragen ein tiefes Verständnis für die jeweilige andere Seite erreicht, welche vorerst in der erleichterten Erteilung von Handelsvisa, der Einführung nationaler Währungen an vielen Börsen, der Erleichterung hinsichtlich von Bankbeziehungen und einer Verständigung in Sicherheits- und Regionalfragen ausdrückte. Man sei sich einig gewesen, die gegenseitigen Beziehungen auszubauen, erklärte er.
(https://www.sana.sy/?p=910986)
Insgesamt neun IS-Terroristen konnten aufgrund vorliegender Haftbefehle in Zusammenarbeit mit den Bürgern in der Provinz Nînawâ gefangengenommen werden, teilte am 13.3.2019 der Sprecher des irakischen Innenministeriums, Generalmajor Saʽd Maʽn, gegenüber as-Sûmariyya News mit.
Zu Beginn des Tages tötete die irakische Luftwaffe bereits zwei IS-Terroristen bei einem Luftschlag in der westlichen Provinz Kirkûk.
Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî entdeckten in der südirakischen Stadt Nağaf große Mengen an Waffen und Kriegsrückständen inklusive Raketen und Mörser während einer Sicherheitsoperation.
(https://www.sana.sy/?p=910496, https://www.sana.sy/?p=910510)
Vor versammelten irakischen Clan- und Stammesführern in Bagdad hielt der iranische Präsident Ḥassan Rûḥânî am 12.3.2019 eine Rede. Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, daß westliche Länder hinter der Herstellung der Terrororganisation IS das Verheeren der Region auf verschiedene Weise zu unterstützen und Konflikten und blutige Kriege zu entfachen suchten.
Trotz der von den USA und dem Westen verbreiteten Propaganda, sich im Kampf gegen die Terrororganisation IS zu befinden, hätten sie bei dessen Bekämpfung tatsächlich keine Rolle gespielt.
Ihre Bombardements einiger Standorte seien nicht über den Rahmen bloßer Formalität bzw. Showakte hinausgegangen. Den Menschen in der Region sei es durch ihren Widerstand und ihre Standhaftigkeit gelungen, diese Verschwörung gegen sie zu vereiteln und den Terrorismus zu besiegen. Der Iran sei stolz, ihnen zur Seite gestanden zu sein. Es sei wichtig, die Einheit und den Zusammenhalt unter den Völkern der Region zu stärken, um Bedrohungen entgegenzuwirken.
Er warnte sodann: der Terrorismus sei noch nicht vollständig ausgerottet; die USA arbeiteten neue Pläne zum Erlangen ihrer Ziele für die Region aus und seien dabei, Terroristen in die übrige Region, nach Zentralasien, in den Kaukasus und nach Afghanistan zu transportieren. (https://www.sana.sy/?p=909826) – Berichte über Terroristentransfers finden sich im Thread (s.u.) bzw. dem bzgl. Syrien.
Verlautbarungen aus dem Medienbüro des irakischen Ministerpräsidenten wie des Sprechers des iranischen Außenministeriums, Bahram Qâsimî, informierten am 12.3.2019 über die wichtigsten Details des Staatsbesuchs des iranischen Präsidenten im Irak.
„Beide Seiten haben wichtige Erörterungen geführt und ihren Wunsch geäußert, politische, sicherheitspolitische, wirtschaftliche, gesundheitspolitische, handelspolitische, wissenschaftliche, technische und sonstige Beziehungen aufzubauen.“, war aus ersterer Quelle zu erfahren.
Der Besuch sei ein Wendepunkt für den Aufbau einer strategischen Partnerschaft und die Entwicklung von Beziehungen zwischen beiden Ländern und ihren Bewohnern in allen Bereichen durch enge Zusammenarbeit auf Grundlage des Prinzips der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten beider Länder.
Der Irak habe die iranische Position zur Unterstützung des Kampfes gegen den Terrorismus zur Kenntnis genommen, die iranische Seite ihrerseits diejenige Entscheidung des Iraks, daß er nicht Teil eines Sanktionsregimes gegen den Iran sein werde [dazu vgl.u.]; der Irak habe ferner seine entschiedene Haltung bei der Verfolgung des politischen Prozesses im Inland zum Ausdruck gebracht, die die nationale Souveränität und territoriale Integrität des Iraks bewahre, wie die, alle Maßnahmen zur Eliminierung des Terrorismus zu unternehmen.
Außerdem seien eine Reihe regionaler Fragen, gemeinsame Herausforderungen und Möglichkeiten der Kooperation untereinander erörtert worden, um die Sicherheit und Stabilität der Region zu verbessern und Wirtschaftspartnerschaften aufzubauen, die beiden Völkern zu Gute kämen, unter Betonung dessen, daß die Schaffung von Sicherheit in der Region in der Verantwortung ihrer Kinder liege.
In verschiedenen Bereichen seien Grundsatzvereinbarungen (sog. Memoranda of Understanding, MoU) unterzeichnet worden z.B. in Bezug auf Öl, Handel, Gesundheitswesen und Verkehr, die Einrichtung einer Eisenbahnlinie zwischen aš-Šalâmğa (Shalamjeh) und al-Baṣra (Basra), die Erleichterung bei der Visa-[Erteilung] für Geschäftsleute und für Investoren beider Länder sowie die Vereinbarung gemeinsamer Maßnahmen zur Säuberung des Šaṭ al-ʽArab (Shatt al-Arab).
Bahrâm Qâsimî stellte heraus , der Iran und der Irak würden keine Anstrengungen unterlassen, um ihre bilateralen Beziehungen aufrechtzuerhalten und zu festigen, und dabei keinen anderen darüber bestimmen zu lassen. Der Iran und der Irak seien Nachbarn mit einer langen gemeinsamen Grenze und ebenso langen verbindenden Geschichte; ihre Völker hätten viele Gemeinsamkeiten, ihr Verhältnis beruhe auf gutnachbarschaftlichen und strategischen Beziehungen. Es würden sicherlich keinerlei Anstrengungen unterlassen, um diese Beziehungen aufrechtzuerhalten.
Als Reaktion auf die interventionistische Bemerkungen des US-Sonderbeauftragten für den Iran, anläßlich des Besuchs des iranischen Präsidenten Rûḥânî im Irak, erwiderte Qâsimî: Es sei nicht überraschend, daß dieser US-Beamte wütend darüber ist, daß sein Land es, wie es scheint, trotz Milliardenausgaben im Nahen Osten nicht vermocht hat eine angemessene Position unter den Völkern des Nahen Ostens zu errichten, was sicherlich auf die aggressive, militaristische und interventionistische US-Politik zurückzuführen sei. Er ergänzte: „[US-]Amerikas Politiker müssen ihre Ambitionen aufgeben, an die sie sich seit Jahrzehnten gewöhnt haben, und erkennen, daß die Ära der Eingriffe in die Angelegenheiten anderer Länder längst vorbei ist.“ (www.sana.sy/?p=910177)

Iranischer Präsident Rûḥânî, empfangen vom irakischen Staatspräsidenten Ṣāliḥ in Bagdad am 11.3.2019, Photo: SANA
Wie zuvor angekündigt, traf am 11.3.2019 der iranische Präsident Ḥassan Rûḥânî an der Spitze einer hochrangigen politischen und wirtschaftlichen Delegation zu Besuch in Bagdad ein und wurde von Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ empfangen. Beide Staatsmänner bekräftigten die Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten bei der Bekämpfung des Terrorismus und unterstrichen die Bedeutung der Stärkung der bilateralen Beziehungen in verschiedenen Bereichen wie dem Handel und Tourismus, der Energie und Umwelt, dem Verkehr und der Schaffung von Infrastrukturen mit Auswirkung auf die Region [vgl.u. bzgl. Ausbau der Autobahn- und Zug-Verbindung!]. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz betonte Rûḥânî, der die vorangegangenen Gespräche als „gut und konstruktiv“ wie „im Interesse der Menschen beider Länder und der Verbesserung ihrer gegenseitigen Zusammenarbeit“ beurteilte, der Irak sei ein wichtiger Staat in der Region und ein Schlüsselfaktor für Stabilität und Sicherheit. Der Iran stehe weiter zu ihm bei der Terrorismusbekämpfung. Gastgeber Ṣāliḥ bedankte sich hierfür ganz besonders und forderte die Länder der Region auf, zusammenzuarbeiten, um ihn den Terrorismus ein für alle Mal anzugehen und zu beseitigen. (https://www.sana.sy/?p=909413)
Später am Tag (10.3.2019) konnten zwei weitere IS-Terroristen von den Sicherheitskräften aufgrund von Geheimdienstinformationen festgenommen werden, wie INA meldete. Die eine Frau hatte in der Provinz Ṣalâḥuddîn für den IS Informationen gesammelt und weitergeleitet, die andere war an Terroranschlägen in Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ beteiligt gewesen. Beide Terroristinnen wurden den Gerichten überstellt. (https://www.sana.sy/?p=909100)
Anläßlich des Besuches der hochrangigen iranischen Delegation am Mo., 11.3.2019, in Bagdad baten iranische Medienvertreter Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ um ein Interview. Dieser wiederholte im Zusammenhang mit den Spannungen zu den USA bzgl. der unerwünschten US-Militärpräsenz im Land (vgl.u.) seine feste Einstellung: „Der Irak sollte kein Ort für feindliche Aktionen gegen seine Nachbarn sein.“ Sein Land werde demnach nicht mehr Schauplatz regionaler politischer Konfrontationen oder feindseliger Aktionen gegen ein Nachbarland sein.
Er ergänzte: „Unsere Verfassung läßt Solches nicht zu, unsere Interessen erlauben es uns nicht. Im Gegenteil sollen unsere Beziehungen zu Nachbarländer, dazu beitragen, die Spannungen in der Region abzubauen.“ Insbesondere sei der Iran zum Irak in seinen schwierigen Tagen gestanden, als er sich gegen die IS-Terrororganisation zu behaupten hatte. Daher versicherte er nochmals, der Irak sei nicht Teil des einseitigen [d.h. nicht auf UN-Basis erlassenen] US-Boykott-Systems gegen den Iran, sondern sei vielmehr bemüht, das Spannungsniveau zu senken(vgl. Irak-Iran-Krieg!).
Die gemeinsamen iranisch-irakischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen seien auch nicht gegen andere Länder der Region gerichtet. Der Irak sehe in den guten Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten und den arabsichen Staaten der Region einen probaten Weg der Problemlösung. Zur Bedeutung des Besuchs des iranischen Präsidenten Rûḥânî in Bagdad hob er hervor: „Wir hoffen, daß dieser Besuch ein wichtiger Schritt zur Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden Ländern und Völkern sein wird, auch in wirtschaftlichen, sicherheitspolitischer sowie politischen Fragen.“ (https://www.sana.sy/?p=908837)
Vor seiner Abreise am 11.3.2019 nach Bagdad erklärte der iranische Präsident Ḥassan Rûḥânî, die iranisch-irakischen Beziehungen seien in verschiedenen Bereichen tiefgehend. Z.B.habe das Handelsvolumen bislang jährlich 12 Milliarden US-$ ausgemacht, sei aber auf 20 Milliarden US-$ angehoben worden. hinischtlich der Tagesordnung des Besuchs bemerkte er, der Irak solle an das iranische Eisenbahnnetz angebunden werden (zum Projekt vgl.u.!). Die USA hätten sich die Jahre über zwar sehr bemüht, daß sich die Regierungen beider Länder nicht näher kämen, diese Politik sei jedoch gescheitert. (https://www.sana.sy/?p=909208)
Später am Tag (10.3.2019) konnten zwei weitere IS-Terroristen von den Sicherheitskräften aufgrund von Geheimdienstinformationen festgenommen werden, wie INA meldete. Die eine Frau hatte in der Provinz Ṣalâḥuddîn für den IS Informationen gesammelt und weitergeleitet, die andere war an Terroranschlägen in Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ beteiligt gewesen. Beide Terroristinnen wurden den Gerichten überstellt. (https://www.sana.sy/?p=909100)
In Vorbereitung des Besuchs des iranischen Präsidenten im Irak am kommenden Montag, traf sich der Außenminister des Gastlandes, Muḥammad Ğawâd Ẓarîf, mit dem des Gastgeberlandes, Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm, am So., 10.3.2019 in Bagdad zu Gesprächen, bei denen es auch um die Krise in Syrien ging. Al-Ḥakîm äußerte dazu: „We held talks on the Syrian affair during the discussions between the two sides.” Beide Seiten sprachen sich für die Bewahrung der territorialen Integrität Syriens und die Weiterführung des Counterterrorismus bis zur Eliminierung der Terroristen aus. (www.sana.sy/en/?p=160714)
Im Interview mit dem lokalen Sender al-Furât (d.h. Euphrat) vom 10.3.2019erneuerte der iranische Außenminister Ẓarîf die Unterstützung seines Landes für Syrien und den Irak angesichts der terroristischen Bedrohung. Das Engagement dieser beiden Länder im Counterterrorismus erfülle die gesamte Region mit Stolz. Zugleich lehnte er unerbetene Einmischung aus dem Ausland ab mit den Worten: „We are always with the people of the region in Syria, Iraq, Lebanon, Bahrain, Yemen and Afghanistan, and we will not accept that the foreigners to rule the region.” Schließlich sei die Sicherheit der Region von deren Bewohnern und ihren Regierungen abhängig. Daher rief er dieselben auf, hierfür zusammenzuarbeiten. (https://www.sana.sy/en/?p=160690, https://www.sana.sy/?p=908889, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46356)
In drei Sicherheitsoperationen wurden am 10.3.2019 aufgrund akkurater Überwachungs- und Aufklärungsarbeit in Zusammenarbeit zwischen (Militär-)Geheimdienstbrigaden insgesamt neun IS-Terroristen verhaftet: einer in der Gegend von ar-Rašâd im Bezirk al-Karma in der Provinz al-Anbâr, eine IS-Zelle von sieben Mitgliedern im Dorf Tal Ḥiyâl, Distrikt Rabîʽa von Mossul, und ein weiterer Terrorist bei einer Operation von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Ḫaliyya aṣ-Ṣuqûr in der nordirakischen Provinz Kirkûk. (https://www.sana.sy/?p=908653)
Am Freitagabend, 8.3.2019, wurden im Stadtteil al-Muṯannâ von Mossul im Nordirak infolge der Explosion einer Autobombe mindestens eine Person getötet und sechs weitere verletzt. Da sich im Irak immer noch IS-Reste befinden, geht man Sicherheitskreisen – bislang ohne Bekennerschreiben – von einem IS-Attentat aus. (https://www.sana.sy/?p=908062, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46343)
Im Lauf einer Sicherheitsoperation entdeckten Teile der Streitkräfte am 8.3.2019 Terroristenversteckein Ost- Sâmarâ´ (Samarra) und töteten dabei drei der IS-Extremisten, welche in dieser Wallfahrerstadt in der Provinz Ṣalâḥuddîn im Herzen des Iraks vorhatten, Anschläge gegen Pilger auszuführen, erläuterte Generalmajor ʽImâd az-Zuhairî gegenüber INA. Zum Schutz der Wallfahrer und Anwohner haben die Bundespolizei mit der örtlichen Polizei, den Kampfverbänden der nationalen Sicherheit und des Zivilschutzes sowie der Luftwaffe einen besonderen Plan ausgearbeitet, der sich auf die Stadt, die Zufahrten und das Umland erstreckt. (www.sana.sy/?p=907843)
Auf der Rückkunft von der laufenden Sicherheitoperation gegen verbliebene IS-Reste, die auch durch die Luftwaffe unterstützt wurde, gerieten am Abend des 6.3.2019 Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in einen Hinterhalt auf der Straße von Mossul nach Ṭûz Ḫarmâtû im Bezirk Bâqarka nahe Maḫmûr. Dabei wurden zwei al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Mitglieder getötet, elf weitere verletzt. Gleichzeitig wurde durch den Mediendirektor ʽAlî al-Ḥussainî Medienangaben bestritten, wonach es 150 Tote gegeben habe. (https://www.sana.sy/?p=907033) – Einen Tag später am 7.3.2019 wurde die Opferzahl auf sechs Tote und 31 Verletzte von al-Ḥašd aš-Šaʽbî berichtigt. (https://www.sana.sy/?p=907041)

Treffen zwischen den Parlamentspräsidenten Muḥammad al-Ḥalabûsî (Irak) und ʽAlî Lârîğânî (Iran) in Teheran, Photo: SANA
In Teheran fanden sich am 6.3.2019 die beiden Parlamentspräsidenten, Muḥammad al-Ḥalabûsî für den Irak und ʽAlî Lârîğânî für den Iran, zu einer gemeinsamen Pressekonferenz zusammen. Der Gastgeber würdigte die Leistung des Iraks bei der Terrorismusbekämpfung, wobei al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen gewichtigen anteil gehabt habe. Er befürwortete den Ausbau der Beziehungen zwischen beiden Ländern in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit und der interparlamentarischen Zusammenarbeit. Muḥammad al-Ḥalabûsî bestätigte dies. Außerdem bekräftigte er die Zurückweisung einseitiger Wirtschaftssanktionen wie diejenigen, die derzeit den Iran betreffen, und versicherte er, der Irak werde es nicht zulassen, daß sein Territorium für jegliche Art von Invasion oder Angriff auf eines seiner Nachbarländer benutzt werde. Schließlich bedankte er sich für die iranische Unterstüzung im Counterterrorismus und erklärte: „Die im Irak anwesenden Kräfte sind auf Einladung der Regierung Bagdads in dieses Land gekommen, um terroristische Gruppen zu bekämpfen.“ Später traf al-Ḥalabûsî noch mit Außenminister Muḥammad Ğawâd Ẓarîf zu einem Gespräch über regionale Themen zusammen. (https://www.sana.sy/?p=906564, s.a. (http://parstoday.com/de/news/iran-i46314)
Einer Parlamentserklärung vom 6.3.2019 zum Besuch der irakischen Delegation in Teheran war noch zu entnehmen, daß Muḥammad al-Ḥalabûsî auch den iranischen Präsidenten Ḥassan Rûḥânî wie den Generalsekretär des iranischen Obersten Nationalen Sicherheitsrats, ʽAlî Šamḫânî. Zu den behandelten Themen gehörten demnach auch die Koordinierung der Bemühungen im Kampf gegen den Terrorismus wie bei der Begegnung extremistischen Gedankenguts, die Koordinierung von Positionen in internationalen Foren, die sich mit Problemen der Region beschäftigten, sowie die Aktivierung von parlamentarischen Freundschaftskomitees. (https://www.sana.sy/?p=907037)
Laut Auskunft des Polizeichefs der Provinz al-Anbâr, Generalleutenant Hâdî Razîğ, konnten am 5.3.2019 zwei gesuchte IS-Terroristen im Gebiet von Ḥasî Ṭalûbîn aufgespürt und festgenommen werden.
Am Vortag hätten irakische Streitkräfte bereits in der Kabîsa-Wüste acht IS-Terroristen getötet. (https://www.sana.sy/?p=905908)
Zwei groß angelegte Militäroperationen wurden am 4.3.2019 in der Provinz al-Anbâr eingeleitet, um Überreste des IS aufzuspüren, Waffen- und Munitionslager zu zerstören du vort Ort eingegangene Informationen zu überprüfen. Die eine brachte die 1. Infanteriedivision des al-Anbâr-Operationskommandos ins Gebiet südlich von-aṣ-Ṣakâr und von aḍ-Ḍabʽa, die 7. Infanteriedivision in den Raum westlich und östlich des Wâdî Ḥaurân. Zerstört wurden dabei sechs Tunneln , drei Unterschlupfe und per kontrollierter Detonation eine Sprengvorrichtung der IS-Terroristen. (https://www.sana.sy/?p=905626)

Palästinensischer Präsident Maḥmūd ʿAbbās in Bagdad von Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ empfangen, Photo: hamodia.com
Im Interview mit mehreren Vertretern einheimischer Satellitenkanäle erklärte Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ am 4.3.2019 es bestehe ein nationaler Konsens hinsichtlich der Ablehnung der US-Militärpräsenz im Land – zu verfolgen auf der Webseite der irakischen Präsidentschaft. Politische Führerungspersonen als Vertreter des Volkes wie die Regierung seien sich einig in dem Punkt: Keine [ausländischen] Militärstützpunkte und keine Bodentruppen!
Im weiteren forderte er den Schutz des besetzten al-Quds* und seiner heiligen Stätten vor Übergriffen der israelischen Besatzungstruppen. Es sollten Anstrengungen unternommen werden, welche die Hoffnungen der Palästinenser auf Verwirklichung ihrer legitimen Rechte untermauern. Im Gespräch mit dem palästinensischen Präsidenten Maḥmūd ʿAbbās betonte Ṣāliḥ, der Irak stehe nach wie vor an vorderster Stelle bei der Verteidigung Palästinas, des Problems ersten Ranges in internationalen Foren. Dabei unterstrich er die tiefen, historischen, brüderlichen Beziehungen zwischen den Irakern und Palästinensern. Dann sprach er sich für eine Stärkung der Zusammenarbeit und Koordinierung beider Seiten in allen Bereichen aus, um das Erreichen gemeinsamer Interessen sicherzustellen. ʿAbbās versicherte seinen Gastgeber seienrseits der Solidarität insbesondere angesichts des Terrorismus.
Der palästinensische Präsident Maḥmūd ʿAbbās war am Mo., 4.3.2019, zu einem zweitägigen offiziellen Besuch in Bagdad eingetroffen, bei dem er mit Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî und weiteren höheren Beamten zusammentraf. (https://www.sana.sy/?p=905762) – *Al-Quds ist der traditionell „palästinensische“, nicht von Juden bewohnte Ostteil Jerusalems mit der Altstadt, in dem die durch die Regierung in Tel Aviv betriebene „Judaisierung“ jedoch fortschreitet und in welchem diese entgegen dem UN-Teilungsplan vom 29.11.1947 und weiteren UNSC-Resolutionen zur Sache besetzt hält.
Wie eine Sicherheitsquelle der irakischen Nachrichtenagentur am 3.3.2019 mitteilte, wurden während einer Militäroperation einer Einheit von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen verbliebene IS-Reste in der südwestlich gelegenen Provinz Kirkûk vier IS-Terroristen aufgespürt und getötet werden. Dies gelang im Dorf Ḥağal in der Region ar-Riyâḍ. (https://www.sana.sy/?p=904750)

Treffen der Parlamentspräsidenten von Syrien, Ḥamûda Ṣabâġ, und des Iraks, Muḥammad al-Ḥalabûsî am Rand der 29. AIPU-Konferenz in Amman, Photo: SANA
Am Rande der 29. AIPU-Konferenz in ʽAmmân trafen sich am 2.3.2019 die Parlamentspräsidenten der beiden Nachbarländer Syrien, Ḥamûda Ṣabâġ, und des Iraks, Muḥammad al-Ḥalabûsî und besprachen Möglichkeiten der verstärkten Zusammenarbeit auf Parlamentsebene zwischen den beiden brüderlich und historisch tief miteinander verbundenen Ländern. Diese hätten sich in den letzten Jahren desselben terroristischen Feindes erwehrern müsse, wobei al-Ḥalabûsî besonders für die Aufnahme der irakischen Flüchtlinge dankte. Dazu erwiderte Ṣabâġ: „Syria has always been open to all the brotherly Arab countries and it has always stood by them in times of crises.” Beste Beziehungen zueinander zu erhalten sei das Ziel. (https://www.sana.sy/en/?p=160093, https://www.sana.sy/?p=904593)
Syriens Botschafter Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ traf am Fr., 1.3.2019, in Bagdad mit dem irakischen Minister für Vertreibung und Migration zusammen, um die Lage der Vertriebenen beider Länder und die Sicherung von deren Rückkehr in ihr jeweiliges Heimatland zu besprechen. In der nachfolgend veröffentlichten Erklärung hieß es dazu: „The two sides discussed situation of the displaced Syrians in Iraq, providing them with necessary assistance and mechanism of their return to their liberated areas in Syria, besides the situation of displaced Iraqis in Syria and joint coordination for returning them to Iraq.” Im Interview mit SANA strich ad-Dandaḥ die Bedeutung der Kooperation zwischen beiden Nachbarländern heraus, um geeignete Bedingungen für die Rückführung der Flüchtlinge zu gewährleisten. (https://www.sana.sy/?p=903937, https://www.sana.sy/en/?p=160019)
Im Rabîʽa-Gebiet von Mossul gelang laut Erklärung des Militärischen Nachrichtendienstes vom 1.3.2019 die Festnahme eines gefährlichen IS-Anführers mit Kampfnamen Abû Sumiyya (d.h. Vater der Toxizität/Giftigkeit). Ihm konnte eine wesentliche Beteiligung am Massaker von Camp Spiker (auch: Spyker oder Speicher geschrieben, s.u.) nachgewiesen werden; er und seine vier Brüder nahmen auch an zahlreichen Entführungen und anderen Morden teil. (https://www.sana.sy/?p=903790)
Am Morgen des 26.2.2019 startete eine Streitmacht von al-Ḥašd aš-Šaʽbî zu einer Sicherheitsoperation, um IS-Zellen im Nordosten der Provinz Diyâlâ aufzuspüren und zu eliminieren. Dabei gelang es der Einheit von der 44. Brigade eine aus sechs Terroristen bestehende Zelle auszuheben und diese zu verhaften. Sie sind u.a. für ein Massaker an einer Reihe von Kindern, Jugendlichen und Frauen südlich von Mossul verantwortlich. (https://www.sana.sy/?p=902183)
Der iranische Vize-Verteidigungsminister, General Qâsim Taghizadeh, traf am Mo., 25.2.2019, an der Spitze einer Militär-Delegation in Bagdad ein, um im Beisein des iranischen Militärattaché, Mostafa Moradian, mit Generalstabschef ʽUṯmân al-Ġânimî (Othman al-Ghanemi) im Verteidigungsministerium über den Kampf gegen den Terrorismus in der Region zu sprechen. Wichtiges Thema war dabei das Ausloten von Möglichkeiten zur Vertiefung der Beziehungen zwischen den Streitkräften beider Länder zur Stärkung der Stabilität und Sicherheit in der Region.
Seit 2015 (vgl.u.) besteht schon eine verstärkte Kooperation in diesem Feld zwischen dem Iral, dem Iran, Rußland und Syrien im Counterterrorismus aufgrund der Einrichtung des gemeinsamen Informationszentrums mit Sitz in Bagdad. (http://parstoday.com/de/news/iran-i46174)
Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ trat am 25.2.2019 seine zweitägige Reise nach Frankreich an. Es wird erwartet, daß er in Paris mit Staatspräsident Macron über gefangengenommene IS-Terroristen mit französischer Staatsangehörigkeit diskutieren wird, die sich derzeit in Gefangeschaft der SDF auf der syrischen Seite der Grenze befinden. (https://www.thebaghdadpost.com/en/Story/36680/Iraq-s-president-in-Paris-will-discuss-French-ISIS-detainees)
Adnan Afrin, ein Kommandeur der US-unterstützten SDF in Syrien, stellte am 24.2.2019 gegenüber der Bagdad-Post klar, daß es entgegen früheren Meldungen z.B. der Mainstream-Medien Reuters, al-ʽArabiyyawie von SOHR (vgl.u. im Hinweis von Pars Today) keine Auslieferung von IS-Terroristen über die syrisch-irakischen Grenze an irakische Streitkräfte gegeben habe. Dafür gebe es auch keinerlei Abkommen. Es gebe auch keiner Gespräche bzgl. einer solchen Vereinbarung. Wenn es die gäbe, würde sie auch öffentlich gemacht! („There is no talks about such agreement … If this happen it will be officially announced.“). (https://en.news-front.info/2019/02/24/monitoring-group-us-backed-forces-handed-over-french-terrorists-to-syrian-government/)
Al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Einheiten zerstörten bei einer Großoperation IS-Stellungen in Abû Ṣaidâ (Abu Saida) in der Provinz Diyâlâ laut Bericht von as-Sûmariyya News vom 24.2.2019. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46157)
Einen weiteren IS-Terroristen schnappten gemäß dem Direktorat des Militärischen Nachrichtendienstes (ISI) Angehörige von deren 15. Division am 24.2.2019 im Dorf Naʽîm nahe Rabîʽa in der Stadt Mossul. Er trug den Beinamen الغزوات أمير (Anführer der Raubzüge), war für verschiedene Terroranschläge gegen irakische Sicherheitskräfte – z.B. auf die Baiğî-Raffinerie 2014 u.a. – verantwortlich, darauf nach Syrien geflüchtet, jedoch inzwischen wieder zurückgekehrt und gefangengenommen worden.
In einen Hinterhalt der Sicherheitskräfte bei al-ʽAyâḍiyya in der Gegend von Tal ʽAfar geriet der ebenfalls hochgefährliche IS-Terrorist Abû ʽAbdul ʽAzîz von der Islâm-Polizei der Terrororganisation, der wegen verschiedenster Verbrechen gesucht nach Syrien geflohen war, nach der Rückkehr schließlich aufgrund Haftbefehls verhaftet wurde. (https://www.sana.sy/?p=900844)
Einen der gefährlichsten IS-Terroristen konnten infolge genauer Geheimdienstinformationen Sicherheitsbehörden am 23.2.2019 festnehmen, nachdem er über die Grenze von Syrienaus in den Irak eingedrungen war. Es handelt sich um den sog. Köpfer(قاطع رؤوس ), der in etlichen IS-Enthauptungs- Videos auftaucht und dabei auch noch jubelt.
Am Samstagabend, 23.2.2019, konterten Kräfte von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen Angriff von IS-Terroristen auf das Dorf an-Namal im Bezirk aš-Šarqâṭ der Provinz Ṣalâḥuddîn. Die Gefechte dauerten zum Zeitpunkt der Meldung noch an. (https://www.sana.sy/?p=900013)
Eine Bande IS-Terroristen tötete am Morgen des 23.2.2019 eine Gruppe von sechs Anglern, die unterwegs zum aṯ-Ṯarṯâr-See in der westlichen al-Anbâr-Provinz in einen Hinterhalt geraten war. In der Nacht zuvor entführten IS-Mitglieder sechs junge Männer, die zum Pilzsuchen unterwegs waren, und töteten sie später am Seeufer. Über beide Vorfälle berichtete Zâhir al-Ğabûrî, ein Mitglied des Sicherheitskomitees in an-Nağaf und kritisierte dabei die US-Streitkräfte heftig; diese seien verantwortlich für die wieder ermehrte Präsenz von IS-Terroristen in den Regionen des Wâdî Ḥawrân, von al-Qaḏaf und in der westlichen Wüste von al-Anbâr. (www.sana.sy/?p=900139)
Letzeres unterstreicht der Bericht von al-Maʽlûma vom 18.2.2019, der vom Übertritt von gut 1000 IS-Kämpfern vom syrischen Territorium in den angrenzenden Wets-Irak handelt. (https://www.almaalomah.com/2019/02/18/389422/)
Gemäß as-Sûmariyya News gelang es den irakischen Geheimdiensten das größte Netz zur Finanzierung der IS-Terrormiliz im Land entdeckt und zerschlagen zu haben. In der Mitteilung vom 21.2.2019 verlautete: „Die größte Gruppe in der Geschichte des Irak, die den IS finanzierte, ist entdeckt worden… Diese Gruppe stellt ein umfangreiches Netzwerk dar, das in verschiedenen Ländern tätig war… Und ein kompliziertes Verfahren zur Umgehung der Kontrolle von Finanzströmen einsetzte.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46134)

SDF übergibt 150 (irakische) IS-Terroristen aus syrischem Kampfgebiet an irakische Armee, Photo: pars today
Die US-unterstützten, am mittleren Euphratlauf bislang im Kampf mit restlichen IS-Terroristen verstrickten SDF-Kämpfer haben laut einem Gespräch von Katri [?] al-Obaidi*, einem Stammesgruppen-Kommandeur der westirakischen Provinz al-Anbâr, vom Mittag des 21.2.2019 mit as-Sûmariyya News rund 150 IS-Terroristen irakischer Herkunft, die jenseits der Grenze in Syrien gekämpft hatten, den irakischen Streitkräfte übergeben. Die meisten wurden wegen Zuwiderhandlung gegen Artikel 7 (zur Terrorismusbekämpfung) von der irakischen Justiz gesucht und müssen sich für ihre seit 2014 verübten Verbrechen vor Gericht verantworten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i46127) *Möglicherweise ist der al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kommandeur der Region al-Anbâr namens Qaṭarî al-ʽUbaidî gemeint (vgl.u., Oktober 2017!)
Bei einer Sicherheitsoperation in der Provinz Kirkûk im Nordirak töteten Streitkräfte einen der aufgespürten IS-Terroristen. Am Abend bombardierte die Luftwaffe laut Meldung durch as-Sûmariyya News Schlupfnester des IS in den Bergen von Masḥak im nördlichen Teil des Bezirks Baiğî der Provinz Ṣalâḥuddîn und zerstörten sie, wobei auch zwei IS-Terroristen umkamen. (https://www.sana.sy/?p=899772)
Der Abgeordnete Karîm ʽAlîwî bewertete am 20.2.2019 die Behauptung von US-Seite, geäußert vom Geschäftsträger der US-Botschaft Joe Hood am Vortag, die Regierung in Bagdad brauche nur den Wunsch nach dem US-Truppenabzug aus dem Land äußern und es würde geschehen [wogegen allen bisherigen Forderungen der Regierung nicht entsprochen worden war, dazu vgl.u.!], als „bezweifelnswert und trügerisch“. Dies sei ein bloßer Trick der US-Administration, um zu verhindern, daß der für die kommende Legisturperiode in Aussicht genommene Gesetzesentwurf mit breiter Zustimmung über fast alle Fraktionen hinweg (vgl.u.) eingereicht und angenommen werde. (https://www.almaalomah.com/2019/02/20/389817/, https://www.almaalomah.com/2019/02/19/389664/)
Laut Mitteilung einer Sicherheitsquelle führten irakische Sicherheitskräfte im Wâdî Haurân, südlich von Ḥadîṯa, westlich von ar-Ramâdî, in der Provinz al-Anbâr qm 20.2.2019 eine Militäroperation durch und töteten dabei fünf IS-Terroristen. Gemäß Meldung des Sicherheitsinformationszentrums gerieten fünf IS- Suizidattentäter in ihrem Wagen im Bâduš-Distrikt nordwestlich von Mossul in einen Hinterhalt der eine gemeinsame Operation durchführenden „Falken-Zelle“ des Geheimdienstes samt taktischer Einheit und einer al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Gruppe in Abstimmung mit dem Nînawâ-Operationskommando und wurden ebenfalls eliminiert (https://www.sana.sy/?p=898925)
Bei einem Angriff der Luftwaffe wurden am 20.2.2019 laut Mitteilung des für die Operationen in der Provinz Diyâlâ zuständigen Kommandeurs, Generalmajor ʽAbdul-Muḥsin al-ʽAbbâsî, gegenüber der Nachrichtenagentur INA, wurden aufgrund eingehender Geheindienstinformationen in den al-Muḫîsa-Obstplantagen und Abû Karma im nordöstlichen Provinzteilacht IS-Schlupfnester ausgemacht und zerstört sowie sechs Terroristen getötet. Weitere Einheiten seien gestartet, um IS-Reste in der Provinz auszumerzen. (https://www.sana.sy/?p=898509)
Die am vergangenen Freitag (vgl.u.) von einer IS-Gruppe überfallenen und gefangengenommenen fünf Brüder konnten laut einer Meldung von as-Sûmariyya News in der westlich gelegenen Provinz al-Anbâr in der Nähe von al-Madham, westlich von Râwa, in einer Militäroperation befreit werden. (https://www.sana.sy/?p=897871)
Wie 40 Tonnen Gold, geraubt vom IS aus verschiedenen syrischen Gegenden und aus Mossul in die Hände der völkerrechtswidrig in Syrien operierenden US-Truppen gelangten, s. im Thread: Syrien!
In Bagdad diskutierten am 15.2.2019 der syrische Botschafter im Land, Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ, und Vize-Stabschef Generalleutnant ʽAbdul-Amîr Yârullâh die Vorbereitungen zur Wiedereröffnung des Grenzübergangs al-Bû Kamâl – Ḥuṣaiba sowie Möglichkeiten zur Stärkung der beiderseitigen Beziehungen und Koordination. (https://www.sana.sy/en/?p=158555, https://www.sana.sy/?p=895440)
Die Luftwaffe verhinderte am Do., 14.2.2019, durch gezieltes Bombardment auf IS-Stellungen und -Ansammlungen im grenznahen syrischen Territorium deren Eindringen auf irakisches Gebiet der Provinz al-Anbâr. Dabei wurden etliche Terroristen getötet. (https://www.almaalomah.com/2019/02/14/388871/) – Für solches grenzüberschreitendes Vorgehen besteht zwischen den Regierungen in Damaskus und Bagdad eine Übereinkunft (vgl.u.).
Am Nachmittag des 14.2.2019 sind acht Mann der al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Bezirk Sâmarâ´ in der Provinz Ṣalâḥuddîn durch einen improvisierten Sprengsatz getötet, als die Patrouille dieser zu nahe kam und deren Detonation auslöste. Am Vortag hatten die Volkswehrkräfte erst einen IS-Angriffsversuch auf einen ihrer Stützpunkte in Ḫanaqîn im Nordirak erfolgreich abgewehrt und den Terroristen Verluste beigebracht. (https://www.sana.sy/?p=895053)
Eine informierte Quelle aus der Provinz al-Anbâr enthüllte am Mi., 13.2.2019, gegenüber al-Maʽlûma News: „Die US-Streitkräfte unternehmen Patrouillen nahe der irakisch-syrischen Grenze und unterhalten Militärstützpunkte in verschiedenen Gebieten der westlichen Wüste von al-Anbar. Diese Streitkräfte streben jedoch die Errichtung eines großen Militärstützpunktes an, der mit fortschrittlichen Militärsystemen ausgestattet ist.“ Die Provinzialregierung könne jedoch nicht dagegen vorgehen, da die Zentralregierung für Abmachungen mit den USA zuständig sei. Die geplante noch größere US-Militärbasis, für die es wie für die anderen keine – jedoch für die Errichtung notwendige! – Genehmigung seitens der zuständigen Zentralregierung gibt, solle im Grenzdreieck: Irak, Syrien, Jordanien liegen. Dorthin werde bereits reichlich US-Kriegsmaterial hin verlegt. Die Quelle berichtete dazu, „die mit militärischer Ausrüstung beladenen Transporter verlegten Waffen und Ausrüstung von Jordanien in das irakische Territorium, um eine US-Militärbasis zu errichten, die für die Überwachung dieser Gebiete ausersehen wurde, ohne die wahren Gründe für die Errichtung dieser Basis zu kennen.‘ (https://www.almaalomah.com/2019/02/13/388623/) – Dies bestätigt die seit Ankündigung des US-Truppenabzugs bestehenden Befürchtungen (vgl.u. und bzgl. Syrien!), daß dieselben nur jenseits der irakisch-syrischen Grenze verlegt würden, um beide Länder unter US-Kontrolle zu behalten. Dagegen besteht im Irak jedoch eine massive Ablehnung (s.u.!).
Eine irakische Militärquelle gab am 13.2.2019 bekannt, daß während der letzten zwei Wochen drei Infiltrationsversuche von IS-Terrroristen via Tunneln unter der Grenze zwischen Syrien und dem Irak vereitelt werden konnten. As-Sûmariyya News zitierte die Quelle mit den Worten: „die technische Abteilung der irakischen Armee hat elf Tunnel gefunden, die von Terroristen gegraben worden sind, die dem IS angehören, um das Territorium des Iraks und Syriens zu verbinden – einer in der Länge von etwa drei Kilometern.“ (https://www.sana.sy/?p=894485)
Eine Streitmacht der 16. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und der Bundespolizei hat einen Angriffs- und Infiltrationsversuch eines IS-Trupps nach ad-Dabs westlich Kirkûk vereitelt, teilte einer der Kämpfer as-Sûmariyya News mit. Wegen eines Fluchtversuchs wurden eine Anzahl der IS-Terroristen getötet bzw. verwundet. (https://www.sana.sy/?p=894289)
Mehrere irakische Parlamentarier und politische Persönlichkeiten kommentierten am 13.2.2019 kritisch den plötzlichen Besuch der US-Militär-Delegation in Bagdad vom Vortag (s.u.) im Interview mit dem SANA-Korrespondenten in Bagdad.
Der Abgeordnete Karîm al-Muhammadâwî bemerkte, Shanahans Visite habe dazu gedient, die irakische Regierung unter Druck zu setzen, damit nicht ein Gesetz zur Entfernung der sich illegal im Land aufhaltenden US-Truppen verabschiedet werden soll. Er äußerte: „Alle US-Besuche in Bagdad gelten der Druckausübung auf die Regierung, um den Verbleib der US-Truppen im Irak zu sichern, er [d.h. Shanahan] scheiterte jedoch damit.“
Maḍar Ḫazʽal, Abgeordneter der Sâ´rûn-Koalition, unterstrich, das im Jahr 2011 zwischen Bagdad und Washington abgeschlossene Abkommen den Abzug der US-Truppen aus dem Land beinhaltete, darüberhinaus nur logistische Unterstützung der irakischen Sicherheitskräfte wie Bewaffnung und Training, nicht aber die Präsenz von US-Truppen im Land. Zwar sah das Abkommen auch die Verteidigung des Irak im Falle einer Sicherheitsgefährdung vor, eine Verteidigung des Iraks erfolgte jedoch gerade nicht, als sich der IS im Land ausbreitete. Jetzt handele es sich bei der US-Truppenpräsenz um eine Einmischung durch die US-Seite. Dann kündigte auch er an: „Das Parlament wird sich während der nächsten Legislaturperiode dafür einsetzen, daß alle illegalen Truppen auf irakischem Territorium vertrieben werden.“ Gemäß Maḥmûd ar-Rubaiʽî, einem Mitglied des Politbüros der Bewegung Ahl al-Ḥaqq sei die Beendigung ausländischer Militärpräsenz im Irak sei der größte gemeinsame Nenner unter den meisten parlamentarischen Blöcken.
Der Sicherheitsexperte ʽAbbâs al-ʽArdâwî bekräftigte, im Irak habe sich geradezu die nationale Position in Bezug auf die US-Präsenz herauskristallisiert, die auf eine schnelle Verabschiedung des Gesetzes zur Enfernung der US-Streitkräfte mit Beginn der nächsten Legislaturperiode hinauslaufe.
Daher übten die USA Druck auf die Regierung in Bagdad aus, das besagte Gesetz nicht zu verabschieden; zusätzlich gebe es Erpressungen mittels Ankaufs der Schulden einiger Politiker und Abgeordneter, mit dem Ziel, daß die Gesetzgebung verhindert wird. (https://www.sana.sy/?p=894513) – Bestätigend: https://www.almaalomah.com/2019/02/12/388538/!
Viele weitere gleichlautende Stimmen von Volksvertretern der unterschiedlichsten Parteien zur dringenden Ausschaffung des US-Militärs aus dem Irak finden sich unter: https://www.almaalomah.com/?s=%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82

Ministerpräsident ʽAbdul-Mahdî mit US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan und begleitenden US-Militärs, Photo: SANA
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî traf am 12.2.2019 überraschend mit einer vom kommissarischen US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan angeführten Militär-Delegation zusammen. Nach seiner Kurzvisite in Kabul war Shanahan früher als vom Pentagon angekündigt nach Bagdad gekommen. Grund war, wie sich schnell herausstellte, die im Irak verbreitete Stimmung gegen die US-Besatzung entgegen der zwischen den USA und dem Irak getroffenen Sicherheitsvereinbarung (vgl.u.) mit vielfacher Ankündigung der Verabschiedung eines Gesetzes zur Entfernung aller illegal sich im Land befindenden fremdländischen Truppen mit Eintritt der neuen Legislaturperiode (dazu s.u.!). Wie zu erwarten erklärte dann auch ʽAbdul-Mahdî beim Gespräch, der Irak akzeptiere und benötige keine ausländischen Truppen und Stützpunkte auf seinem Territorium. Diese basiere auf der Unabhängigkeit und Souveränität des Iraks und sei ohne jeglichen Einfluß oder Diktat von irgendeiner Partei außerhalb getroffen worden.
Zuvor hatte ʽAbdul-Mahdî als offizieller Oberbefehlshaber der Armee während einer Rede innerhalb der wöchentlichen Regierungskonferenz früher am Tag verkündet, es würden präventive Operationen durchgeführt, damit keine IS-Trupps zu Grenzen zum Irak überschritten bzw. sich zwischen den beiden Provinzen Kirkuk und Saladin hin- und her bewegen könnten. (www.sana.sy/?p=894172)
Nach Angaben des irakischen Innenministeriums, zitiert von as-Sûmariyya News, konnten am 12.2.2019 bei einer Sicherheitsoperation auf der rechten (d.h. westlischen) Uferseite des Tigris in Mossul in der Provinz Nînawâ (Ninive) drei IS-Terroristen durch Polizeikräfte verhaftet werden. (https://www.sana.sy/?p=894165)
Die bislang größte verbliebene IS-Terrorzelle mit mehr als 200 Kämpfern konnte am 11.2.2019 in der an Syrien angrenzenden westlichen Provinz al-Anbâr ausgehoben werden, wie eine Sicherheitsquelle as-Sûmariyya News wissen ließ. Die gefangengenommenen Extremisten waren an Morden und Massakern an Zivilisten und Sicherheitskräften sowie Terroranschlägen in al-Anbâr beteiligt gewesen.
In der Nacht zuvor war es einer al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Einheit gelungen, im al-Baʽâğ-Distrikt der Provinz Nînawâ (Ninive) zwei IS-Terroristen zu töten und drei weitere während deren vereitelten Angriffsversuchs zu verhaften. (https://www.sana.sy/?p=892988)
Selben Tags wurden sechs von IS-Terroristen während der Kontrolle der Terrororganisation über die Stadt Mossul entführte Frauen und Kinder des Sinğâr-Gebiets durch die Truppen befreit. (https://www.sana.sy/?p=893331)
Ein al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Trupp konnte ebenfalls am 11.2.2019 einen IS–Suizidanschlag in der Stadt Ḫânaqîn, Provinz Diyâlâ, während einer Kundgebung vereiteln. Der Suizidattentäter fand dabei den Tod. (https://www.sana.sy/?p=893608)
Entprechend schon geäußerter Befürchtungen von irakischer Seite (vgl.u.) verlegt das – völkerrechtswidrig in Syrien agierende – US-Militär schwere Waffen und Artillerie von ihrer Basis bei at-Tanaf in die irakische Provinz al-Anbâr, 490 km westlich der Stadt ar-Ramâdî, d.h. nahe der Grenze zwischen Syrien und dem Irak, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am So., 10.2.2019, gemeldet hat. Dort soll sie offenbar den von US-Präsident Trump zuvor geäußerten (s.u.) und irakischerseits vehement kritisierten (vgl.u.) Plänen dienen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45948)
Gemäß Meldung einer Sicherheitsquellen wurden drei irakische Soldaten, welche in einem Fahrzeug durch die Wüste der Provinz al-Anbâr im Westen des Iraks fuhren, durch die Detonation eines von Terroristen zuvor am Straßenrand angebrachten Sprengsatzes getötet. die Route wird regelmäßig vom Militär befahren.
Weiter informierte das Sicherheitsinformationszentrum über die Gefangennahme eines der Geldbeschaffer des IS in Mossul im Norden des Landes. Er hatte durch den Schmuggel von Öl und seinen Derivaten (eingehend dazu s.u.!) die Terrororganisation finanzieren geholfen.
Am Rande des Wâdî al-Kûr (oder: al-Kawar) der Provinz Kirkûk wurde ein IS-Schlupfnest entdeckt mit Waffen, Lebensmitteln und Kleidungsstücken.
Wie am Vortag (s.u.) angekündigt, hat der IS die drei entführten Brüder in der Provinz Ṣalâḥuddîn hingerichtet. (https://www.sana.sy/?p=891955 vom 9.2.2019)
Wie schon die von anderen Abgeordneten lautete auch die Kritik von Muḥammad Karîm al-Baladâwî vom al-Fatḥ-Bündnis im Parlament hinsichtlich Trumps Äußerungen zur US-Truppenstationierung im Irak (vgl.u.) im im Interview mit as-Sûmariyya News dahingehend, dies sei eine Provokation einer Güte, die schon blutige Kriege nach sich gezogen habe. sie beschrieben eine eindeutige Verletzung der irakischen Souveränität und seien damit rundweg abzulehnen. Auch bestätigte er einen fast einhelligen Konsens im Parlament und den staatlichen Einrichtungen hierzu. Yusrî Rağab (s.u.) unterstrich nochmals seinen früheren Kommentar in der Sache. (https://www.sana.sy/?p=892139 vom 9.2.2019)
Zwischen dem irakischen Elektrizitätsminister Lu´ay Ḫaṭîb und dem iranischen Energieminister Reza Ardkanian [Riḍâ Ardkâniyân] kam es am 8.2.2019 zur Unterzeichnung eines Abkommens zur Aufnahme einer umfassenden Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zur Ausweitung der iranischen Stromexporte, bei der Herstellung, dem Export und dem Transfer von Elektrizitätstechnologie – mit Verlängerungsmöglichkeit. Humâyûn Ḥâ´irî, Vize-Energieminister im Iran, verkündte. „Dies könnte zum Abschluß mehrerer Abkommen in diesem Bereich führen.“
Minister Ḫaṭîb wies darauf hin, der Irak baue das Stromnetz aus, wozu es irakischer Spezialisten bedürfe, dabei werde auf die Expertise iranischer Kollegen zurückgegriffen.
Außerdem bestätigte der iranische Energieminister, der Irak habe mit der Zahlung der Schulden im Bereich Elektrizität an den Iran begonnen. (https://www.sana.sy/?p=891593) – Im Sommer war es zu Proteste u.a. auch wegen Problemen mit der Stromversorgung gekommen (vgl.u.).
Der 110. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gelang es am 8.2.2019, einen IS-Angriffsversuch in den Außenbezirken von as-Saʽdiyya im nordöstlichen Teil der Provinz Diyâlâ zu vereiteln, gemäß einer von der irakischen Nachrichtenagentur übertragenen Pressekonferenz. (https://www.sana.sy/?p=891443)
Die IS-Terrororganisation drohte am 8.2.2019 an, die drei vor zwei Tagen entführten jungen Männer, zu exekutieren. Eine Sicherheitsquelle gab gegenüber as-Sûmariyya News bekannt, die Brüder seien in der Gegend von Masḥak im nördlichen Teil der Provinz Ṣalâḥuddîn beim Pilze- bzw. Trüffelsuchen gewesen. Trupps von al-Ḥašd aš-Šaʽbî führten zudem Razzien im Gebiet von Mossul durch, um IS-Zellen aufzuspüren. Sie sichern v.a. die Grenze und erstellen hierzu Posten. (https://www.sana.sy/?p=891510)
In der Nacht auf den 7.2.2019 wehrte die 9. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen IS-Angriff auf die Linie zwischen al-Qaḍânî ad-Dûr und Sâmarâ´ im Bereich al-Milḥ, ab, wo Streitkräfte von al-Ḥašd aš-Šaʽbî stationiert waren, wahrscheinlich, um durchzubrechen. Die erfolgreichen Volksstreitkräfte brachten den Terroristen heftige Verluste bei und zwangen sie zur Flucht. (https://www.sana.sy/?p=890808)
In Bagdad begann am Do., 7.2.2019, die Internationale Buchmesse unter Beteiligung von 650 Verlagshäusern aus 23 Staaten mit mehr als zwei Millionen Titeln. Syrien ist mit 35 Verlangshäusern vertreten. (https://www.sana.sy/en/?p=158108, https://www.sana.sy/?p=892585)

UNAMI-Vertreterin Jeanine Hennis-Plasschaert beim Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī as-Sīstānī in Nağaf, Photo: pars today
Schließlich meldete sich auch Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī as-Sīstānī zu Trumps Ankündigung vom Sonntag (s.u.) zu Wort und bekräftigte beim Treffen mit der Vertreterin der United Nations Assistance Mission in Iraq (UNAMI), Jeanine Hennis-Plasschaert, in Nağaf am 6.2.2019, was zuvor schon Volks- und Regierungsvertreter (s.u.) herausgestrichen hatten: der Irak dürfe nicht von einem Dritten zur Ausgangsbasis von Angriffen auf Nachbarländer gemacht werden. Der Irak wolle mit seinen Nachbar- wie allen anderen Staaten gute, ausgeglichene, auf gemeinsamen Interessen beruhende und auf Frieden ausgerichtete Beziehungen unterhalten, frei von Einmischung von außen in Verletzung der nationalen Souveränität und Unabhängigkeit des Landes. – US-Präsident Trump hatte seinem kritisierten CBS-Interview vom 3.2.2019 in seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstagabend (Ortszeit) noch hinzugesetzt, die US-Armee beabsichtige mittels der in der an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr gelegenen Militärbasis ʽAin al-Assad, die er kürzlich unangekündigt besucht hatte (vgl.u.), den Iran beobachten. (http://parstoday.com/de/news/world-i45896) – Trump hatte zudem die Militärbasis ʽAin al-Assad als eine amerikanische bezeichnet, während schon Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî auf der Pressekonferenz vom 30.12.2018 klargestellt hatte, daß alle im Land befindlichen Militärbasen dem Irak gehörten einschließlich des Stützpunkts ʽAin al-Assad; ausländische oder US-Militärstützpunkte im Land existierten also nicht. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45315)
Weitere Parlamentsvertreter verbalisierten ihre scharfe Kritk an den im CBS-Trump-Interview vom Sonntag (s.u.) geäußerten US-Plänen für den Irak, die kulmininierten in der Feststellung, sie seien „eine ernsthafte Provokation und eine Verletzung der Souveränität eines unabhängigen Staates.“ Der Abgeordnete Faiṣal al-ʽÎsâwî spezifizierte gegenüber dem SANA-Korrespondenten in Bagdad: US-Militärstützpunkte im Irak zu behalten sei „ein Versuch, die irakische Regierung zu provozieren. … Was Trump anspricht, ist die Absicht, Iraker zu provozieren, die entschlossen sind, die US-Streitkräfte gemäß den irakischen verfassungsrechtlichen Mechanismen und in Übereinstimmung mit anwendbaren internationalen Gesetzen aus dem Irak zu entfernen.“
Ähnlich formulierte es der Abgeordnete Ḥamdullâh ar-Rikâbî, Trumps Äußerungen enthüllten „das häßliche Gesicht der Vereinigten Staaten. Der Irak lehne in toto ab, was Trump gesagt habe, da der Irak ein souveränes Land sei mit legitimer Regierung und gewähltem Parlament und nicht akzeptieren könne, was für seine Souveränität nachteilig sei, oder daß sein Territorium zum Ausgangspunkt für Handlungen gegen einen anderen Staat durch einen Drittstaat werde. Weiter tadelte er: „Die US-Administration interagiert mit anderen Völkern und Ländern auf schändliche Weise und mit großer Brutalität; die Mehrheit ider irakischen [Partei-]Blöcke läßt die Präsenz der US-Streitkräfte nicht zu; das irakische Parlament wird nach seiner Legislativpause ein Gesetz verabschieden, zwecks Abzug aller [US-]Streitkräfte und Beendigung der Sicherheitsvereinbarungen zwischen beiden Seiten.“
Daran knüpfte Yusrî Rağab von der Koalition für Reform und Wiederaufbau an und tadelte ebenfalls, die jüngste Erklärung des US-Präsidenten sei „ein Versuch, die Sicherheitslage intern und extern durcheinanderzubringen“ und bekräftigte, daß das Parlament nach der Legislativpause eine Sondersitzung abhalten werde, um die US-Militärpräsenz und die Ausschaffung der US-Truppen aus dem Land zu diskutieren. Die irakische Regierung halte sich an Artikel 8 der Verfassung, der das Eingreifen in die inneren Angelegenheiten von Nachbarländern verbiete, unter Hinweis darauf, daß die USA versuchten, den Irak und die Region insgesamt zu destabilisieren; daher müsse der Irak alle Kräfte, die zu einer Bedrohung für die Sicherheit und Souveränität des Landes geworden sind, beseitigen! (https://www.sana.sy/?p=890350 vom 6.2.2019) – Auch in Syrien bemüht man sich seit Jahren um Abzug der dort absolut völkerrechtswidrigen agierenden Truppen der USA und weiterer „Koalitionspartner“.
In seiner Rede zum Ende seiner Mission in Bagdad enthüllte der scheidende US-Botschafter Douglas Silliman, es hielten sich noch mehr als 5.000 US-Soldaten im Irak auf. Bzgl. deren Tätigkeit erwähnte er nur die offizielle innerhalb der US-geführten Koalition, nämlich in Kooperation mit der Landesregierung im Kampf gegen den IS-Terrorismus zu beraten und auszubilden. Von der Koalition – den USA und Dutzenden anderer Länder – spricht er dabei als denen, „die ihn in ein unabhängiges, demokratisches, wohlhabendes und souveränes Land verwandeln möchten.“(Hhg. blogseits). Im vergangenen Monat habe die US-Botschaft zusammen mit der US-Handelskammer daraufhin gearbeitet, mehr als 50 US-Unternehmen in den Irak zu bringen. Denn der Irak sei „ein reiches Land, es verfügt über reichlich Öl, Gas, Wasser und Ackerland“. (http://www.alhayat.com/article/4620912/ vom 6.2.2019) – Ein Land bzw. eine Koalition, welche(s) ein anderes Land „verwandeln“ möchte, widerspricht sich selbst und der UN-Charta, da dies vehemente Eingriffe in die inneren Angelegenheiten und damit die Souveränität eben dieses anderen Staates meint und bedingt, die man gleichzeitig herzustellen bzw. zu schützen vorgibt. Näheres zum Vorgehen der Koalition, insbesondere der US-truppen im Irak s.u.!
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî nahm am 6.2.2019 noch in andeutender Weise Kritik an Trumps Ankündigungen vor. Beim Treffen mit dem Gouverneur der iranischen Zentralbank, ʽAbdul Nâṣir Hamatî, und der begleitenden Delegation sagte er am 6.2.2019: „Der Irak konnte die Terroristenbande Da’iš dank des Heldentums seiner Söhne, des [vergossenen] Blutes der Gefallenen* und Verwundeten und der Unterstützung unserer Freunde – insbesondere der Islamischen Republik [Iran] bezwingen.“ Er begrüßte die Entwicklung guter Beziehungen zu den Nachbarstaaten und erklärte, das irakische Volk selbst habe unter der Blockade sehr gelitten sei sich der dadurch verursachten Schäden bewußt. Demnach betont er nochmals (vgl.u.), daß der Irak nicht Teil eines Sanktionsregimes gegen den Iran und andere Menschen sein werde. (https://www.sana.sy/?p=890377) – *Der urspüngliche Ausdruck ist „Blutzeuge“, oft übersetzt mit „Märtyrer“; der Ausgangsbegriff ist dabei nicht auf militärische Handlungen oder religiösen Kontext eingeengt!
Zuvor hatte ʽAbdul-Mahdî während seiner wöchentlichen Pressekonferenz am Di., 5.2.2019, erklärt, die US-Truppen, welche sich im Rahmen derUS-geführten Koalition im Land seien, hätten eine klar definierte Aufgabe (dazu s.u.!). Dazu gehöre nicht, den Irak für Schläge gegen Nachbarländer zu benutzen. Das werde nicht erlaubt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45880)
Nach einem as-Sûmariyya News-Bericht reihte sich auch Qais al-Ḫazʽalî, ein Mitglied von ʽAṣâ´ib Ahl al-Ḥaq, einer der Gruppen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, unter die zahlreichen Kritiker der jüngsten Trump-Ansage (s.u.) zum Irak ein und merkte an: „Der Irak verfügt über ein Parlament, das die richtige Entscheidung über die US-Präsenz im Irak treffen kann.“ Der Irak verfüge auch über militärische Einrichtungen wie die Armee, die Polizei, al-Ḥašd aš-Šaʽbî und den Terrorismusbekämpfungsapparat, welche in der Lage seien, die US-Truppen aus dem Land zu entfernen, egal wie viele von ihnen es seien. (https://www.sana.sy/?p=889505)
Beim Empfang des russischen Vize-Außenministers und Sondergesandten für den Nahen Osten und Nordafrika Michail Bogdanow und seiner Delegation durch Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ in Bagdad betonte letzterer die Bedeutung der Rolle Rußlands im Kampf gegen den Terrorismus und wies auf die Bereitschaft seines Landes hin, die Zusammenarbeit mit Rußland zu stärken und die bilateralen Beziehungen auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet auszubauen. Bogdanow bestätigte den Wunsch seiner Regierung nach Ausbau der beiderseitigen Beziehungen und erneuerte die Bereitschaft seines Landes zur Unterstützung des Iraks. (https://www.sana.sy/?p=889158)
Von der Partei al-Mağlis_l-aʿlā_l-islāmī_l-ʿIrāqī war am 4.2.2019 gemäß as-Sûmariyya News-Bericht dazu zu Trumps jüngster Äußerung (s.u.) vernehmen: „Trump enthüllte gestern in seinen neuen Einlassungen und in seinem Interview zur kostspieligen US-Basis im Irak seine Absichten und Pläne, die US-Militärpräsenz im Irak fortzusetzen und zu stärken.“ Dem entgegnete die Partei: „Basierend auf unserer grundsätzlichen Politik und vaterländischen Grundlagen lehnen wir diese gefährlichen Tendenzen kategorisch ab, die mit aggressive Strömungen, groben Verstöße gegen das Völkerrecht und eine Verletzung der nationalen Souveränität des Iraks verbunden sind.“
Der Abgeordnete Râ´id Fahmî von der Allianz für Reform und Wiederaufbau, kritisierte, Trump habe sich mit seiner Äußerung zu allem in Widerspruch gesetzt, was zuvor von der US-Regierung an Versicherungen bezüglich der Nichteinmischung in die irakischen Belange zu vernehmen gewesen sei. Dann konstatierte auch er: „Alle vom Irak geschlossenen Abkommen und das jüngste strategische Abkommen mit Washington hatten nicht die Nutzung unseres Territoriums zum Inhalt, um Nachbarländer unter Kontrolle [auch: Beobachtung] zu halten oder anzugreifen oder sich in die Angelegenheiten anderer [Länder] einzumischen.“ (https://www.sana.sy/?p=889324)
In Erwiderung auf die Erklärung von US-Präsident Trump vom Vortag (s.u.), die US-Truppen weiterhin im Irak zu belassen, konterte Vize-Parlamentspräsident Ḥassan Karîm al-Kaʽbî, noch am selben Tag, zitiert von der staatlichen Nachrichtenagentur INA: „Der Irak wird kein Ausgangspunkt für einen [Militär]Schlag gegen irgendein Land sein noch zur Überwachung [eines solchen Landes]“. Ergänzend verurteilte er Trumps Erwähnung der Ausweitung der Präsenz der US-Truppen im Irak und betonte die Notwendigkeit der allgemeinen deutlich gemachten Ablehnung einer weiteren US-Militärpräsenz im Land. Trump habe mit seiner neuesten Äußerung noch jene von seinem Überraschungsbesuch auf dem Stützpunkt ʽAin al-Assad (s.u.) in der an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr an Nichtachtung gesetztlicher und völkerrechtlicher Bestimmungen wie an Aggressivität und Provokationsstärke noch übertroffen. Al-Kaʽbî bestätigte, daß sich das Parlament in der nächsten Legislaturperiode mit dem Gesetzentwurf zur Beendigung des Sicherheitsabkommens mit den USA und damit der Entfernung der US-Truppen au s dem Irak (s.u.) befassen werde.
Seiner Kritik schlossen sich der frühere Außenminister Hušyār Zîbārī (Hoshyar Zebari), sowie der vorhergehende Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî an. Letzerer erläuterte nochmals (vgl.u.), daß die Tätigkeit der US-Militärs im Land nur eine logistische, informative und ausbildende im Rahmen der US-geführten Koalition unter Respektierung der irakischen Souveränität sei und nicht mehr. Die US-Regierung solle ihre Position überdenken. Ammâr Ḥakîm, Parteichef von Tayâr al-Ḥikma al-Waṭanî (nationalen Hikma-Bewegung) schrieb auf Twitter den Kommentar: „Wir akzeptieren niemals, daß der Irak zu einem Ort regionaler und internationaler Stützpunkte wird, oder zu einem Ort für Drohungen, Verschwörungen oder Angriffe auf unsere Nachbarländer. (https://www.sana.sy/?p=888951, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45857) – Schon zu verschiedenen Gelegenheiten haben Regierungs- und Volksvertreter eine möglichst unverzügliche Entfernung der US-Truppen aus dem Land gefordert und diese auch entsprechend begründet. Dazu s.u.! Vor allem zeigten sich Politiker wie Demonstranten auf der Straße entsetzt über die mit der Verlagerung der US-Truppen von Syrien in den Irak verbundenen angedeuteten Möglichkeit, daß ihr Land durch die US-Administration als Ausgangsplattform für Angriffe auf Nachbarländer mit vorhergehender Überwachung derselben von irakischem Boden mißbraucht werde.
Während eines von CBS am 3.2.2019 ausgestrahlten Interviews mit US-Präsident Trump wiederholte dieser zwar seine Ankündigung des Truppenabzugs aus Syrien und Afghanistan, nicht aber aus dem Irak! (https://www.sana.sy/?p=888966) – Zu den immer stärker werdenden Rufen im Land nach Entfernung der US-Truppen, die entgegen dem getroffenen Sicherheitsabkommen agieren, aus dem Irak vgl.u.!
Das australische Verteidigungsministerium gestand in einer am 2.2.2019 verbreiteten Erklärung erstmals die Tötung einer Reihe Zivilisten während der Teilnahme an den Bombardements der US-geführten Koalition auf Mossul im Juni 2017 ein, bei denen insgesamt ca. 1100 Bewohner getötet wurden. – Australien unterhalte zudem seit 2014 rund 600 Soldaten im Rahmen dieser Militärkoalition im Irak. (http://parstoday.com/de/news/world-i45831)
Al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Kämpfer attackierten am Freitagabend, 1.2.2019, erfolgreich IS-Stellungen in der Region al-Bâġûz (Al-Baghuz) der syrischen Provinz Dair az-Zaur, von welchen aus Angriffe auf Dörferim Umkreis der Stadt Ḫānaqīn in der (irakischen) Provinz Diyâlâ erfolgt waren. Mindestens 15 Terroristen wurden dabei getötet, Dutzende weitere verletzt, berichtete as-Sûmariyya News (am 3.2.2019). Syrien und der Irak koordinieren ihre counterterroristischen Schritte mit Aktionen über die gemeinsame Grenze hinweg. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45839)
Bei einem Anschlag mittels Sprengsatz auf der Autobahn auf Höhe der Stadt Baiğî in der Provinz Ṣalâḥuddîn sind am 1.2.2019 laut Meldung von as-Sûmariyya News zwei Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Am Vortag, dem 31.1.2019, wurden laut Sicherheitsinformationszentrum drei IS-Terroristen in der Provinz al-Anbâr im West-Irak gefangengenommen und 115 Sprengsätze sichergestellt. (https://www.sana.sy/?p=887659)
Während seines Aufenthalts in Moskau (s.u.) traf Außenminister Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm am 31.1.2019 auf Konstantin Kosachow, den Vorsitzenden des Ausschusses für auswärtige Beziehungen im russischen Föderationsrat. Beide begrüßten die Aktivierung der Beziehungen auf parlamentarischer Ebene mit gegenseitigen Besuchen vor allem seitens der Mitglieder der jeweiligen Ausschüsse für Außenbeziehungen und einigten sich auf die Förderung der bilateralen, v.a. wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Minister al-Ḥakîm würdigte die russische Unterstützung bei der Terrorismusbekämpfung im Irak (dazu s.u.!). Kosachow betonte, Rußland setze sich für die Aufrechterhaltung der Einheit und Souveränität des Iraks ein. Al-Ḥakîm bemerkte schließlich, die irakisch-russischen Beziehungen seien zu einer Kraft in der Region geworden. (https://www.sana.sy/?p=887424)
- Rußlands Außenminister Lawrow, Quelle: Reuters
- Irakischer Außenminister al-Ḥakîm, Photo: SANA
In Moskau trafen am 30.1.2019 die Außenminister Sergei Lawrow als Gastgeber und Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm zusammen. Bei der gemeinsam bestrittenen Pressekonferenz betonten beide die Notwendigkeit einer politischen Lösung der Krise in Syrien im Einklang mit der UNSC-Resolution Nr.2254 und der endgültigen Beseitigung des Terrorismus, gerade auch in der Provinz Idlib. Die erwähnte Resolution gebiete den Respekt gegenüber der Souveränität und territorialen Integrität jenes Staates und der Tatsache, daß die Syrer die Zukunft ihres Landes ohne Einmischung von außen selbst bestimmten. Konsens bestehe auch zu weiteren dringenden internationalen Fragen wie der Achtung des Völkerrechts. In diesem Zusammenhang kam die Rede auf die – irakischerseits unerwünschte (dazu s.u.) – fortgesetzte US-Militärpräsenz im Irak. Lawrow gab diesbezüglich der Hoffnung Ausdruck, das Pentagon möge keine weiteren bislang nicht verbalisierten geopolitischen Ziele in der Region haben. (https://www.sana.sy/?p=886619)
Während al-Ḥašd aš-Šaʽbî dieSicherheitsoperation im Operationssektor Sâmarâ´ gegen IS-Reste in der Wüste von al-Anbâr weiterhin durchführt, hat die Polizei an einem Kontrollpunkt an der nördlichen Grenze der Provinz Bâbil zwei Männer festgenommen, die der Zugehörigkeit zum IS verdächtig sind, wie Brigadegeneral ʽAbbâs az-Zarkânî am 30.1.2019 mitteilte. (https://www.sana.sy/?p=886909)
Der Sicherheits- und Verteidigungsausschuß des irakischen Parlaments kritisierte die US-Truppenbewegungen in der Hauptstadt wie anderen Städten des Landes als Souveränitätsverstoß. Ausschußmitglied ʽAbbâs as-Sayyid Sarwaṭ äußerte daher gegenüber dem SANA-Korrespondenten in Bagdad: „Die [US-]amerikanischen Patrouillen in einer Reihe von Wohnvierteln der Hauptstadt Bagdad sowie in den westlichen und südlichen Provinzen enthüllen , daß sie zu Kampfzwecken hier sind und nicht ,wie von der US-Regierung verbreitet, zu Beratungs- und Schulungsmaßnahmen.“ Das zwischen Bagdad und Washington vereinbarte strategische Abkommen sah keine in Städten und Wohngegenden herumlaufenden US-Kampftruppen vor, betonte Sarwaṭ, sondern die Ausbildung von mit militärischer Ausrüstung ausgestatteten Sicherheitskräften und die Anwesenheit ausschließlich von Beratern in den irakischen Lagern. US-Truppen in Wohnvierteln zeugten von verdächtigen Zwecken, die weit von der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte entfernt seien. Es kursierten daher Gerüchte, diese unternähmen angeblich den Versuch, Bürger und irakische Sicherheitskräfte zu provozieren.
Badr az-Ziyâdî, ein weiteres Mitglied des erwähnten Parlamentsausschusses, forderte eine Sondersitzung zur Abstimmung über den Gesetzesentwurf (vgl.u.) zur Beendigung der US-amerikanischen und türkischen Militärpräsenz im Irak, da sie eindeutig gegen alle internationalen Abkommen verstießen und die Souveränität des Iraks verletzten. Zur Aufrechterhaltung der irakischen Souveränität sei die Entfernung dieser Kräfte von irakischem Territorium unvermeidlich.
Ğawâd aṭ-Ṭalîbâwî, Führer der irakischen Ahl al-Ḥaqq-Bewegung, warnte vor provokativen Schritten der USA gegenüber al-Ḥašd aš-Šaʽbî [zu bereits erfolgten Angriffen und Maßnahmen vgl.u.!] und Widerstandskämpfern und betonte, wenn al-Ḥašd aš-Šaʽbî einem israelischen Angriff ausgesetzt sein würde, stünden die US-Truppen dann im Zielfeuer. Im Fall eines US- oder israelischen Angriffes auf die Widerstandsgruppen würde die Raktion schmerzvoll ausfallen. Die Widerstandsgruppen würden sich dann gegenüber den US-Streitkräften ähnlich verhalten wie gegenüber den IS-Terroristen.
Das merkwürdige neue Autreten der US-Militärs im Irak stehe in Verbindung mit Gerede über eine umfassende Ausweitung des Einsatzes von US-Truppen im Irak. (https://www.sana.sy/?p=886167 vom 29.1.2019)
Die zunehmende Ablehnung der US-Truppenpräsenz durchzieht die Bevölkerung wie die Volksvertretung im Irak, was in der Befürwortung des Gesetzesentwurfs zwecks Abzugs der US-Truppen durch den parlamentarischen Sicherheits- und Verteidigungsausschuß seinen unmittelbaren Ausdruck findet. Die erwähnten (s.o.) US-Patrouillen in irakischen Städten verstärkten den öffentlichen Unwillen nur noch.
Trotz des Sicherheitsabkommens mit den USA zum Ende der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush, das besagte, daß alle US-Truppen im Jahr 2011 den Irak zu verlassen hätten, befänden sie sich aber noch immer im Land. Auch der frühere US-Präsident Barack Obama habe den Rückzug der meisten US-Truppen nach 2011 angeordnet, doch seien sie unter dem Vorwand, den IS im Irak zu bekämpfen, in Form der hierzu geschaffenen US-geführten Koalition zurückgekehrt. Tatsächlich habe dieses rechtswidrige Bündnis jedoch zur Unterstützung des IS beigetragen mit dem Ziel, die Völker der Region zu dezimieren und dort Chaos zu verbreiten. Während die US-Regierung nicht müde werde, ihre Behauptung zu wiederholten, die US-Militärpräsenz im Irak zielt darauf ab, den Kampf gegen die IS-Terrororganisation fortzusetzen, erneut bekräftigt, deuten viele Belege dagegen darauf hin, daß die IS-Reste durch die US-Truppen in Gebieten des West-Irak [Provinz al-Anbâr] nahe der Grenze zu Syrien Schutz erhalten. Der IS diene dabei nur als ein Spielkarte zur Rechtfertigung der US-Militärpräsenz im Irak mit dem Ziel, die US-Interessen in der Region sowie die US-Agenden gegen die Länder der Region umzusetzen.
Die steigende Ablehnung der irakischen Bevölkerung gegenüber der anhaltenden US-Militärpräsenz wurde umso deutlicher, als Sgraffiti und Banner in den Straßen der Hauptstadt auftauchten mit Aufschriften wie „Tod den USA“ (“لاميركا الموت ”) oder solchen, welche die US-Praktiken gegen die Iraker und ihre Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iraks angeprangerten.
Das strategische Ziel der US-Militärpräsenz im Land liege nicht im Interesse des Iraks; das irakische Volk habe erkannt, daß die Aufgabe, die US-Militärpräsenz auf irakischem Territorium zu beenden, nicht mehr allein die Aufgabe der Regierung, des Parlaments, der Parteien und nationalen Streitkräfte und religiösen Instanzen sei, sondern die Aufgabe des irakischen Volkes, sonst gebe es keine Souveränität und keine Sicherheit und Stabilität im Irak. (https://www.sana.sy/?p=886371 vom 29.1.2019)
Den Sicherheitskräften gelang am 28.1.2019 die Verhaftung von acht gesuchten IS-Terroristen, drei davon wurden in verschiedenen Teilen von Bagdad aufgegriffen, fünf weitere in der Provinz Maysân.
Der Bezirksrat von Ḥadîṯa in der Provinz al-Anbâr informierte noch darüber, daß IS-Terroristen im Gebiet des Wâdî al-Waziyya zwei Personen getötet und eine dritten entführt hätten. (https://www.sana.sy/?p=885319)
In der Provinz Ṣalâḥuddîn waren am 27.1.2019 laut Bericht von as-Sûmariyya News zwei Bombenanschläge zu verzeichnen: ein am Straßenrand beim Dorfes al-Ḫânûka, südlich von Šarqâṭ, angebrachter Sprengsatz tötete bei seiner Detonation zwei Menschen und verwundete fünf weitere; an weiterer explodierte zwischen den Dörfern al-Ḫânûka und al-Amsîḥlî ebenfalls südlich der genannten Stadt und hinterließ zwei Tote und drei Verletzte. (https://www.sana.sy/?p=884794)
In einer öffentlichen Erklärung vom 26.1.2019 verurteilte das Außenministerium die jüngsten Bombardements der türkischen Luftwaffe im Gebiet Dahûk im Nordirak (s.u.), denen zudem irakische Zivilisten zum Opfer fielen. Zudem hätten die Tiefflieger die Bürger in Panik versetzt. Diese neuerliche türkische Aggression verletze das Völkerrecht wie die Souveränität des Landes. Zugleich wurde der türkische Botschafter in Bagdad einberufen und ihm ein entsprechendes Memorandum für seine Regierung übergeben. (https://www.sana.sy/?p=884740, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45743) – Zum Bürgerprotest gegen das Bombardement s.u.!
Am Rand des Weltwirtschaftsforums in Davos bekräftigte Außenminister Muḥammad ʽAlî Ḥâkim gegenüber den Medien die irakische Unterstützung einer politischen Lösung für die Krise in Syrien und rief gleichzeitig dazu auf, zu ihr nach Möglichkeit beizutragen, indem er bemerkte: „Iraq calls for finding a political solution to the crisis in Syria to preserve its territorial integrity.” Desweiteren erklärte er, sein Land führe die Bekämpfung gegen IS-Überreste weiter bis zur vollständigen Eliminierung des Terrorismus. (https://www.sana.sy/en/?p=156611, https://www.sana.sy/?p=884328)
Während eines TV-Gesprächs vom Sa., 26.1.2019 äußerte sich Außenminister Muḥammad ʽAlî Ḥâkim zu dem seitens der US-Administration und zuletzt in Person von Außenminister Pompeo während dessen Nahost-Reise (s.u.) wiederholt ausgeübten Drucks: „Wir akzeptieren derartige Forderungen nicht und werden auch niemals in einen Pol eintreten, der sich gegen den Iran richtet.“ und ergänzte: „Die Forderung nach Auflösung dieser Einheiten, von wem sie auch kommt, hat für uns keine Bedeutung. Haschd al-Schaabi [al-Ḥašd aš-Šaʽbî] ist ein Teil der irakischen Streitkräfte und wir werden niemandem erlauben, sich in diese Angelegenheit einzumischen.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45725) – Regierungs- und Volksvertreter hatten sich in der Vergangenheit zu beiden Themen schon eindeutig positioniert gehabt.
- Irakische Demonstranten erstürmen türkischen Stützpunkt im Irak und setzen ihn in Brand, Photo: Twitter
- Sturm auf türkischen Stützpunkt im Nord-Irak durch Iraker, Photo: SANA
Infolge der trotz aller Proteste durch die türkische Luftwaffen fortgesetzten völkerrechtswidrigen Bombardements im Nord-Irak unter Vorgabe der (nur) PKK-Bekämpfung machte sich die kochende Volksseele anscheinend endlich Luft: irakische Demonstranten erstürmten ein – ebenso völkerrechtswidrig eingerichtete – türkische Hauptquartier in der Provinz Dahûk im Nordirak und brannten es nieder. As-Sûmariyya News meldete dazu am 25.1.2019: „Eines der Hauptquartiere der türkischen Streitkräfte in der Gegend nahe Šîlâdizî, Teil des ʽAmâdiyyqa-Bezirk des Distrikts Dahûk, wurde von den Leuten der Region niedergebrannt‘, fügte hinzu: ‚Dies geschah vor dem Hintergrund der fünf durch Bombardierungen türkischer Flugzeuge getöteten Iraker.“ Seit 2015 verletzt türkisches Militär die Souveränität des Iraks durch weder von der Landesregierung noch die UN autorisierte Operationen im Land sowie die Einrichtung eines Militärlagers im Gebiet von Baʽšîqa in der Nähe der Stadt Mossul. Wegen des Abwehrkampfes gegen die IS-Landnahme konnte die Regierung in Bagdad lange Zeit dagegen nicht wirkungsvoll vorgehen. Zahlreiche Iraker wurden Opfer der türkischen aggressiven Operationen. (https://sana.sy/?p=884586)
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî empfing am 25.1.2019 eine palästinensischen Parlamentsdelegation unter Leitung von ʽUmrân al-Ḫaṭîb (Omran Al-Khatib), dem Vorsitzenden des Irak-Ausschusses im palästinensischen Parlament. Er unterstrich, der Irak habe eine eindeutige und kontinuierliche Position bei der Verteidigung der Rechte des palästinensischen Volkes bezogen, ihre Unterstützung sei Pflicht. Jeder Iraker trage Palästina in seinem Herzen, die Regierung in Bagdad sei bereit, die Zusammenarbeit mit dem palästinensischen Parlament fortzusetzen. Al-Ḫaṭîb bedankte sich für diese Einstellung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45713)
Gemäß Mitteilung des Sprecher des Sicherheitsinformationszentrums, des Brigadegenerals Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, gegenüber INA vom 25.1.2019, gelang es Mitgliedern des militärischen Geheimdienstes eine IS-Zelle in der Provinz Nînawâ (Ninive) im Nord-Irak ausfindig zu machen und auszuheben, welche mit den IS-Terroristen in der umkämpften syrischen Stadt Hağîn (Provinz Dair az-Zaur) in Verbindung stand.
Im Dorf ʽUbaid al-Aswad auf der Insel im Ṯarṯar-See in der Provinz al-Anbâr wurde ein IS-Lager mit Sprengstoff und verschiedenen Waffen entdeckt und geräumt sowie ein Tunnel des IS von 3km Länge in Falûğa zerstört. (https://www.sana.sy/?p=884011)
Die Luftwaffe zerstörte am 25.1.2019 laut Angabe des Sicherheitsinformationszentrums IS-Schlupfnester im südlichen Bezirk von al-Ḥaḍar in der Provinz Nînawâ. (https://www.sana.sy/?p=884358)
Nach Berichten von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber INA gelang es den vereinten Streitkräften in einer gemeinsam mit dem Geheimdienst ausgeführten Operation am 23.1.2019, einen IS-Angriff auf Falûğa zu vereiteln, indem ein Tunnel entdeckt wurde, der vom Gebiet aš-Šuhadâ´ in das von al-Hiyâkal in der genannten Stadt führte. Er sollte die Terroristen samt militärischem Equipment unentdeckt in die Stadt führen und wurde daher zerstört. (https://www.sana.sy/?p=882728)
Ein 52-jähriger irakischer Geologe namens Sulaimân al-ʽAfarî (?, Suleiman al-Afari), der ursprünglich für das Industrieministerium gearbeitet habe, sei laut einem Artikel von The Washington Post nach Einnahme von Mossul durch den IS von der Terrororganisation angesprochen worden, ob er für sie nicht C-Waffen entwickeln wolle. Darüber berichtete dieser in einem 45-minütigen Interview mit Joby Warrick in Arbîl. Obwohl er von diesem Gebiet wenig Ahnung gehabt habe, habe er das Angebot angenommen und sei ab da für die Überwachung der Herstellung von tödlichen Giftstoffen einschließlich Senfgas zuständig gewesen. Seine Entscheidung bereue er nicht, denn er habe weiterhin einen Regierungsjob ausüben wollen. Dazu bemerkte er: „They had become the government, and we now worked for them. We wanted to work so we could get paid. They didn’t force anyone. I was afraid that I would lose my job. Government jobs are hard to get, and it was important to hang on to it.“ (d.h. Sie waren zur Regierung geworden uns so arbeiteten wir für sie. Sie zwangen keinen. Ich hatte Angst, meine Arbeitsstelle zu verlieren. Regierungsjobs sind schwer zu bekommen und es war wichtig, daran festzuhalten.). Der Iraker ist einer der wenigen Mitarbeiter am IS-Chemiewaffenentwicklungsprogramm, der lebend gefaßt wurde. Er war auch mit der Organisation einer Lieferkette für Senfgas und der Ausstattung einer kleinen Gruppe von Laboren beauftragt.
Desweiteren erzählte der Geologe: „It was important [for Daesh] to make something strong so that they could terrify. It was more about creating horror and affecting the psychology and the morale of troops fighting them. I don’t believe the quality of the weapons was ever at such a dangerous level”. (d.h. Für den IS war es wichtig, etwas Massives zu erzeugen, mit dem man Schrecken einjagen konnte. Es ging eher um das Erzeugen von Schrecken und psychologische Wirksamkeit auch auf die Moral der sie bekämpfenden Truppen. Ich glaube nicht, daß die Qualität der Waffen jemals so einen gefährlichen Level hatte.).
Auf die Frage nach der Einrichtung, in der er tätig war, antwortete der Mann, in einer früheren Autowerkstatt, sie sei „very primitive and simple” (d.h. sehr primitiv und einfach) gewesen, und fuhr fort. „There were uneducated people there who had none of the needed skills. I don’t think anything was being done properly.” (d.h. Da waren ungebildete Leute, die keinerlei erforderliche Ausbildung hatten. Ich glaube nicht, daß alles fachgerecht ausgeführt worden ist).
Obwohl das IS-Chemiewaffenlabor im Irak zerstört worden sei, gehen irakische Behördenmitarbeiter davon aus, daß IS-Terroristen 2016 zur Produktion benötigte Gerätschaften und Chemikalien mit nach Syrien genommen haben. Der IS habe zu mehreren Gelegenheiten Chemiewaffen gegen Zivilisten im Irak und Syrien wie gegen die US-geführte Koalition eingesetzt und dazu vermutlich Chlor- und Senfgas benutzt. (https://sptnkne.ws/k6GN vom 22.1.2019, https://www.washingtonpost.com/gdpr-consent/?destination=%2fworld%2fnational-security%2fexclusive-iraqi-scientist-says-he-helped-isis-make-chemical-weapons%2f2019%2f01%2f21%2f617cb8f0-0d35-11e9-831f-3aa2c2be4cbd_story.html%3f&utm_term=.dbd4fe453112)
Gemäß einer INA-Meldung konnten die Streitkräfte am 21.1.2019 insgesamt sechs IS-Terroristen in den Provinzen Kirkûk und Nînawâ (Ninive) gefangennehmen. Einheiten der Geheimdienste der Bundespolizei schnappten den Anführer, welcher früher über das IS-Wilâyat al-Ğanûb im Gebiet von al-Qâdiriyya befehligte. Ein anderer Anführer der Terrororganisation wurde in der Nähe von Tal Râbiʽa festgenommen neben weiteren Terrorismusverdächtigen.
Der Sprecher des Innenministeriums, Generalmajor Saʽd Maʽn, informierte darüber, daß in Nînawâ ein Regiment der schnellen Eingreiftruppen der Polizei zwei weitere IS-Terroristen gefangensetzten sowie deren Fahrzeuge, eine Pistole mit Schalldämpfer, zwei Handgranaten und einen improvisierten Sprengsatz konfiszierten. dies gelang während einer Patrouille im Stadtteil al-Yarmûk von Mossul.
Die Polizei von Ṣalâḥuddîn stieß im Gebiet von aṣ-Ṣîniyya auf ein unterirdisches IS-Schlupfnest mit Waffen, Munition und Sprengstoff. (https://www.sana.sy/?p=881592)
Irakische Truppen zerstörten am 20.1.2019 drei Tunnel von IS-Terroristen in den Ğibâl Makḥûl der Provinz Ṣalâḥuddîn im Norden des Irak, gab der Sprecher des Sicherheitsinformationszentrums, Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî bekannt.
Von al-Ḥašd aš-Šaʽbî war zu erfahren, daß ihre Einsatzkräfte bei einer Razzia in zwei Dörfern der Nînawâ-Ebene 20 Sprengkörper und eine Sprengladung in der gleichnamigen Provinz demontieren konnten. (https://www.sana.sy/?p=881037)
Beim Treffen mit dem Ministerpräsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Rāmī Ḥamdullāh, am Rande des Wirtschaftsforums der Arabischen Liga (AL) in Beirut am So., 20.1.2019, bekräftigte Außenminister Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm die unveränderbare Unterstützung seines Landes für einen Palästinenserstaat mit al-Quds als Hauptstadt. „Bagdad schenkt der Palästina-Frage und deren Auswirkung auf die Sicherheit und Stabilität in der Region besondere Aufmerksamkeit und betont erneut seinen Standpunkt diesbezüglich„, erklärte er. Ḥamdullāh informierte al-Ḥakîm über die aktuelle Lage in Palästina. Dabei machte er die Notwendigkeit deutlich, die Wirtschaftslage in Palästina wie die Lebensumstände der palästinensischen Bevölkerung zu verbessern und ihr Leid zu verringern. Sodann wurde die Lage in der Region diskutiert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45638)
Am 19.1.2019 startete eine großangelegten Militäroperation im NO der Provinz Diyâlâ zum Aufspüren und Eliminieren verbliebener IS-Zellen vor allem zwischen dem Ḥamrîn- See und dem Distrikt Ḫânaqîn, um die dort wohnende Bevölkerung vor Übergriffen zu sichern, wie INA berichtete.
Laut einer Erklärung seitens al-Ḥašd aš-Šaʽbî, führten die 11. Brigade unter Beteiligung von Ingenieurs-, Sicherheits- und nachrichtendienstlichen Kräften eine große Sicherungsoperation in der 22 km² weiten Seenregion des Distrikts Ğurf aṣ-Ṣaḫar durch.
Im Sâmarâ´-Distrikt der Provinz Ṣalâḥuddîn konnten zwei Terrorverdächtige von Sicherheitskräften beim Durchkämmen von Umm al-Arâtib in Makîšîfa gemäß Artikel 4 des Antiterrorgesetzes festgenommen werden. Sie wurden den zuständigen Behörden überstellt.
Am Morgen gaben Sicherheitskräfte die Aushebung einer terroristischen Zelle bekannt, die den IS mit Informationen über die Sicherheitskräfte in Kirkûk versorgte, sowie die Gefangennahme von drei weiteren Terroristen in der Hauptstadt Bagdad.
Während einer Razzia des Gebiets im Westen der Provinz al-Anbâr nahe der syrischen Grenze wurde ein IS-Depot mit Waffen, Raketen und Sprengstoff entdeckt. (https://www.sana.sy/?p=880930)
Der bereits am 5.1.2019 (s.u.) diskutierte Gesetzesentwurf zur Entfernung ausländischer Streitkräfte, insbesondere die USA, aus dem Irak ist am 19.1.2019 von den Abgeordneten verabschiedet worden. Nach Abschluß der Bildung der aktuellen Regierungsmannschaft wird im Parlament über dessen Annahme abgestimmt werden.
„Der Entwurf ist fertig und wird dem irakischen zur Abstimmung vorgelegt, nachdem die derzeitige Regierungsbildung um das Verteidigungs- und Innenministerium‘ ergänzt ist.“, erklärte Ğamâl Fâḫir, Abgeordnete für den Reformblock, gegenüber dem SANA-Korrespondenten in Bagdad und setzte hinzu: „Es gibt eine breite parlamentarische Bewegung für die Abstimmung über das Projekt, die US-Truppen sofort und dringend zu entfernen.“ Fâḫir kritisierte, daß sich die US-Streitkräfte innerhalb des Landes ohne Wissen oder Zustimmung der Regierung bewegten und zudem noch auf informeller und illegaler Basis eine Reihe von US-Stützpunkten im Land errichteten.
Unterstützung erhält die Gesetzesvorlage auch vom parlamentarischen Ausschuß für auswärtige Beziehungen. Dessen Mitglied, ʽÂmir al-Fâyiz, bemerkte dazu: „Die irakische Regierung wird verpflichtet sein, sie umzusetzen und sich keiner amerikanischen Bedrohung zu beugen.“ Dann informierte er darüber: „Die Verabschiedung des Gesetzes zur Entfernung der US-Streitkräfte aus dem Land findet vor dem Hintergrund der Umsetzung einer bestimmten [erg.: westlichen] Nah-Ost-Agenda statt. Sie stellt den Versuch dar, den Irak zu einem Ausgangspunkt zur Umsetzung der Politik Washingtons in der Region zu machen. Dies ist eine wesentliche Verletzung der irakischen Verfassung, die nicht toleriert werden kann.“ Er warnte ferner, daß Washington das größte Opfer sein werde, für den Fall, daß es die Behinderung des Abzugs seiner Kampfkräfte wage.
Im Gegenzug enthüllte das Sicherheits- und Verteidigungskomitee des irakischen Parlaments, daß die US-Streitkräfte nach Wegen und Möglichkeiten suchen, ihre Militäreinheiten in den Irak zu bringen, nachdem sie sie aus Syrien zurückgezogen hätten; zusätzlich brächten sie Banden der IS-Terrororganisation nach al-Anbâr. Hierzu führte das Ausschußmitglied Karîm ʽAlîwî an, der US-plan ziele darauf ab, sichere Korridore für die Einschleusung von IS-Terroristen in den Irak zu finden, um die Sicherheitslage im Irak zu stören. (https://www.sana.sy/?p=880685)
In der südlichen Hafenstadt Baṣrâ sind die Straßendemonstrationen vom Sommer/Herbst (s.u.) wieder aufgeflammt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45613 vom 19.1.2019).

Irakischer Außenminister Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm am 18.1.2018 im Gespräch mit dem libanesischen Außenminister Ğibrân Bâsîl, Photo: SANA
Am 19. und 20.1.2019 findet in Beirut ein Wirtschafts-Gipfeltreffen der Arabischen Liga(AL) statt. Erhofft und geplant war von Syrien befreundeten Staaten die Wiedereingliederung dieses Landes der AL schon zu diesem Termin. So betonte irakische Außenminister Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm am 18.1.2018 in einer Erklärung im Zusammenhang des Treffens mit dem libanesischen Außenminister, Ğibrân Bâsîl dahingehend: „Die Aussetzung der Mitgliedschaft Syriens in der Arabischen Liga war von Anfang an ein Fehler. … Das Gespräch mit der syrischen Seite ist immer wichtig.“ In einer Rede zur Eröffnungssitzung des o.e. Treffens äußerte Bâsîl: „Syrien hinterläßt heute die größtmögliche Lücke in unserer Konferenz, und wir spüren die drückende Last des Vakuums [seines Fehlens] statt Erleichterung darüber. (https://www.sana.sy/?p=880503) – Als ein AL-Gründungsstaat war Syrien bereits Mitte November 2011 auf Druck der auch Terroristengruppen im Land unterstützenden arabischen Regierungen – vor allem Saudi-Arabiens und Qaṭars etc. – satzungswidrig von der Mitgliedschaft suspendiert worden, nachdem auch ein Treffen mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu stattgefunden hatte. Zugleich wurden die Mitgliedsländer aufgerufen, ihre Botschaften in Damaskus zu schließen. Umfassende Wirtschafts- und Handelssanktionen wurden gegen Syrien verhängt. Ziel war, einen Regime-Change zu erzwingen. (Die jeweiligen Daten sind den Mainstream-Medien zu entnehmen).
Minister al-Ḥakîm bestätigte selben Tags, daß Bemühungen im Gange seien, Syriens AL-Mitgliedschaft wiederzubeleben (vgl. dazu auch die Einschätzung von Syriens Außenminister al-Muʽallim am Rand der UNGA in New York Mitte Oktober 2018!). Pars Today gibt zum AL-Ausschluß Syriens an, nach Ausbruch der Krise im Land vor knapp acht Jahren habe die AL auf den saudischen Druck hin beschlossen, die Mitgliedschaft Syriens auszusetzen. „ Riad und Co.“ hätten damit versucht, den syrischen Präsidenten diplomatisch zu isolieren. „Sie unterstützten dabei auch die Terroristen mit dem Ziel, einen Regimewechsel in Damaskus herbeizuführen.“
Minister al-Ḥakîm bedauerte auch die Abwesenheit Libyens beim AL-Wirtschaftstreffen (Näheres dazu bei www.voltairenet.org/article204707.html) Er unterstrich zudem, der Irak begrüße eine arabische Zollunion sowie den Eisenbahnbau innerhalb der arabischen Länder. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45615) – Der Irak und der Libanon gehören zu den Ländern, welche sich seit Jahren um die Wiedereingliederung Syriens in die AL bemühen.
Am 18.1.2019 verhafteten Sicherheitskräfte des 7. Polizeieinsatzregiments des Nînawâ-Polizeikommando aufgrund vorliegender Haftbefehle der Justizbehörden vier Mitglieder der IS-Terrororganisation in den Stadtteilen al-Intiṣâr, al-ʽAṭšâna, al-Waḥda und al-Karâma am östlichen Tigrisufer von Mossul sowie am Morgen einen IS-Terroristen in der westlichen Provinz al-Anbâr. (https://www.sana.sy/?p=880419)
Bei einem terroristischen Bombenanschlag in der Gegend von Sûrân in der Provinz Arbîl im kurdischen Nordirak durch Detonation eines Sprengsatzes in der Nähe von Geschäften wurden am 16.1.2019 eine Person getötet und drei weitere verletzt. (https://www.sana.sy/?p=879484)
Wie bereits berichtet (s.u.,) ist ein Ziel der Irak-Reise des iranischen Außenministers Muḥammad Ğawâd Ẓarîf auch die Teilnahme an der „Konferenz über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Iran und den zentral- und südirakischen Provinzen“ in Karbalâ´ gewesen. Diesbezüglich eröffnete Ẓarîf am 16.1.2019: „Die Islamische Republik Iran ist bereit, die Zölle auf Einfuhr aus dem Irak auf Null zu reduzieren. … Das Potential der Islamischen Republik Iran für den Wiederaufbau Iraks nach der IS-Terrormiliz, ist enorm, und Iran hat dem Irak seine Bereitschaft für eine völlige Aufhebung von Transitvisum zwischen beiden Ländern schon vor fünf Jahren mitgeteilt.“
Der iranische Außenamtschef fuhr fort: „Trotz der einseitigen US-Sanktionen exportiert Iran jährlich zwei Milliarden Gas und Strom in den Irak. … Die USA haben kein Recht, für zwei Nachbarländer Einschränkungen zu bestimmen. … Durch den Ausbau der Zusammenarbeit im Energiebereich können iranische Unternehmen den Energiebedarf Iraks decken. … Iranische Ingenieurs- und Technikunternehmen gehören zu den mächtigsten Unternehmen in der Region.“ Bislang seien 80 Ingenieurs- und Technikunternehmen mit einem Vertragswert von acht Milliarden US-$ im Irak tätig.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45576, https://www.sana.sy/?p=879847)
Auf Reporterfragen zu den Beziehungen zwischen dem Iran und dem Irak und den letzten US-Aktionen bzgl. der Region antwortete Ẓarîf in der südirakischen Stadt Nağaf am 16.1.2019, der Iran und der Irak seien Nachbarländer, ihre Beziehungen natürlich und nicht künstlich und zudem älter als die USA selbst. Sie gingen den US-Außenminister Mike Pompeo und andere nicht an.
Auf Trumps nächtlichen Blitzbesuch (s.u.) angesprochen, erwiderte er, seiner sei der längste an sich und werde die Zukunft der nachbarlichen Beziehungen konstruktiver als zuvor gestalten. Die Menschen würden selbst beide Reisen miteinander vergleichen und ihre Schlußfolgerungen ziehen. Zur Frage nach einer Zusammenarbeit beider Nachbarländer im Nuklearbereich entgegnete der iranische Außenamtschef, sein Land sei im Rahmen der internationalen Gesetze auch dazu mit den Nachbarländern bereit. Schließlich bemerkte er: „Diejenigen, die gegendie Stärkung der iranisch-irakischen Beziehungen opponieren, wollen nicht, daß sich die Völker der beiden Länder des Wohlergehens erfreuen.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45592, https://www.sana.sy/?p=879847).
Le Drian, der französische Außenminister, traf sich später noch mit Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî und Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî. Ersterem gegenüber teilte er mit: „Der Irak ist zu einem wichtigen Akteur in der Region geworden, welcher eine wesentliche Rolle bei der Herstellung von Stabilität spielt. Die Politik Bagdads basiert auf Bewahrung der Souveränität, nationaler Beschlussfassung und Verzicht auf Auseinandersetzungen. Frankreich setzt seine Zusammenarbeit mit dem Irak fort und wird ihn weiter unterstützen.“ ʽAbdul-Mahdî betonte seinerseits: „Die Erfahrung der Demokratie im Irak wird ausgeweitet und sie wird alle Bürger mit einbeziehen.“ Wichtig sei zudem die Förderung von Mäßigung, Toleranz und zivilen Werten.
Im Anschluß wollte Frankreichs Außenminister weiter in die autonome Kurdenregion nach Arbîl und in den Wallfahrtsort Nağaf zum Treffen mit religiösen Würdenträgern fahren.
Der irakischen Regierung stellte le Drian einen Kredit von einer Milliarde Euro für den Wiederaufbau der vom IS zerstörten Gebiete in Aussicht. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45554) – Als einer der Hauptfeinde Syriens während der letzten Kriegsjahre versucht sich Frankreich anscheinend hierdurch sozusagen im Rücken Syriens eine Position aufzubauen.
Ebenso sieht das der Politologe Th. Meyssan und erwähnt auch die erwartete Gegenforderung: „Frankreich wünscht, über permanente Militärbasen im Land zu verfügen, um sich nach dem Abzug der US-Truppen in Syrien weiter einmischen zu können.“ (www.voltairenet.org/article204756.html vom 17.1.2019)
Man fragt sich, ob in diesem Zusammenhang der Ein-Milliarden-Euro-Kredit die moderne französische “Umrechnung” für literarische 30 Silberlinge sein soll.
Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian ist am Mo., 14.1.2019, zu einem Treffen mit seinem irakischen Amtskollegen in Bagdad aufgebrochen. Während einer gemeinsamen Pressekonferenz unterstrich der gastgebende Außenminister Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm die Bedeutung der Bewahrung von Syriens Einheit, Sicherheit und Stabilität wie der Unterstützung bei der vollständigen Ausmerzung Terrorismus. Er fügte an: „One of Iraq’s priorities is to focus on neighboring countries and improve relations with them.” (https://www.sana.sy/en/?p=155677, https://www.sana.sy/?p=878210)
Der iranische Außenminister Muḥammad Ğawâd Ẓarîf, begleitet durch eine hochrangige Delegation, kam am So., 13.1.2019, zu einem viertägigen Besuch in Bagdad an. Zusammen mit seinem irakischen Amtskollegen Muḥammad ʽAlî al-Ḥakîm besprach er die Kooperation beider Länder und ihre gemeinsame Unterstützung für Syrien im Counterterrorismus und bei der Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilität auf jeder Handbreit seines Territoriums und dem Erhalt von dessen Einheit. Während einer gemeinsamen Pressekonferenz bezeichnete Ẓarîf die iranisch-irakischen Beziehungen als “very strong”; niemand dürfe diese stören.
Im Lauf seines Aufenthalts wird der iranische Chefdiplomat noch mit Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ, Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî und Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsîzusammentreffen, an einer großen Wirtschaftskonferenz über gemeinsame iranisch-irakische Investitionen in der Stadt Karbalâ´ teilnehmen undspäter noch – wie schon zuvor unangekündigt US-Außenminister Pompeo (s.u.) – in der Kurdenregion in Arbîl und Sulaimâniyya Regierungsverantwortliche zwecks Ausbaus der Wirtschaftsbeziehungen sprechen.
Zuvor war der iranische Ölminister Bîžan Nâmadâr Zangana (Bijan Namdar Zangeneh) für einen Tag zu Gesprächen im Energiebereich angereist gewesen. (https://www.sana.sy/en/?p=155547, https://www.sana.sy/?p=877699; s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45527)
Ein von der Luftaufklärung südöstlich von ar-Ruṭba in der westlichen Provinz al-Anbâr entdeckter Pickup mit IS-Terroristen, die Waffen und Munition trugen, wurde kurz darauf von der Luftwaffe unter Beschuß genommen und eliminiert, wie as-Sûmariyya News am 12.1.2019 berichtete. Fünf IS-Anführer fanden dabei den Tod.
Ein weiterer erfolgreicher Luftwaffeangriff richtete sich gegen zwei IS-Schlupfnester und ein Fahrzeug der Terrororganisation in den Talâl Ḥamrîn nahe al-Baḥîra im NO der Provinz Diyâlâ, sie wurden komplett zerstört. (https://www.sana.sy/?p=877123)
Die Türkei führte am 12.1.2019 erneut – völkerrechtswidrig (dazu vgl.u.) – Luftangriffe auf angebliche PKK-Stellungen im Nordost-Irak durch. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45512)
Im Marktviertel von al-Qâ´im der Provinz al-Anbâr explodierte laut as-Sûmariyya News am 11.1.2019 eine Autobombe. Mindestens elf Menschen wurden getötet, darunter fünf Angehörige der Sicherheitskräfte, weitere verletzt.
Bei einem Angriff mehrerer IS-Terroristen auf eine Familie im Gebiet Yaṯrib im südlichen Teil der Provinz Ṣalâḥuddîn wurden eine Person getötet und sieben weitereMenschen, darunter Frauen und Kinder, verletzt. (https://www.sana.sy/?p=876390)
US-Außenminister Mike Pompeo kam am 9.1.2019 wie schon zuvor US-Präsident Trump Ende Dezember 2018 (s.u.) unangekündigt mit einer Militärmaschine in Bagdad an. Beim Treffen mit Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥerklärte Pompeo, Ziel seines Besuches sei „to maintain friendly ties with Iraq at all levels.“ Ṣāliḥ entgegnete, es bestehe die Notwendigkeit zu „constructive dialogue between all relevant parties with a view to achieving peace and security … . Der Irak sei „keen to build balanced relations with all friendly and allied countries based on mutual respect and the principle of sovereignty.” Pompeo traf noch mit Premierminister ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî und Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsîzusammen und flog dann weiter nach Arbîl, wo er Masʽûd Barzânî (vgl.u.!), den früheren, und Nêçîrvan Barzânî (vgl.u.!), den jetzigen Chef der kurdischen Regionalregierung und Neffen des Erstgenannten aufsuchte. (https://www.aa.com.tr/en/middle-east/iraq-us-withdrawal-from-syria-to-be-gradual-steady-/1360531, https://www.aa.com.tr/en/americas/us-secretary-of-state-makes-surprise-visit-to-baghdad/1359996, https://www.aa.com.tr/en/middle-east/us-secretary-of-state-meets-masoud-barzani-in-erbil/1360436) – Die – anscheiende (vgl.u.) zuvor nicht abgesprochene – US-Truppen-Verlegung von Syrien in den Irak rief Protest bei der irakischen Regierung, dem Parlament wie im Volk hervor (vgl.u.). Pompeos Reise sollte wohl die „Wogen glätten“ helfen.
Wie schon beim unangekündigten Besuch des US-Präsidenten (s.u.) war die Reaktion bei Pompeos Überraschungsbesuch im Irak am 9.1.2019 von Protesten gekennzeichnet. Ihn begleiteten einige Militärberater und Offiziere der US-Armee. ʽAbdul-Karîm al-Muḥammadâwî, Mitglied im parlamentarischen Sicherheits- und Verteidigungsausschusses, brachte es auf den Punkt: die – noch dazu militärisch geprägte – Reise Pompeos stelle eine Bedrohung der nationalen Souveränität sowie eine Beleidigung des Landes dar. Pompeo wolle damit das US-Ziel einer fortgesetzten aufoktroyierten US-Militärpräsenz und die Nutzung irakischen Bodens für militärische US-Operationen demonstrieren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45480)
Premierminister ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî unterstrich während seiner wöchentlichen Pressekonferenz am Di., 8.1.2019, in Bagdad, sein Land unterhalte gute und freundschaftliche Beziehung zum Iran. Diese könnten nicht vom Willen und Druck anderer beeinträchtigt werden. Zwar trachteten die USA nachhaltig darauf, die strategische Beziehung zwischen dem Irak und dem Iran zu untergraben, doch werde dieser Forderung nicht nachgegeben. Der Irak strebe nach Intensivierung der Beziehungen zu seinen Nachbarn im Rahmen der nationalen Interessen und Werte und gestützt auf Gemeinsamkeiten, nicht auf Meinungsverschiedenheiten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45463)
As-Sûmariyya News zitierte am 8.1.2019 eine Erklärung des Zentrums für Sicherheitsinformationen, wonach in Sulaymâniyya ein IS-Anführer gefangengenommen werden konnte. Bei Tagesbeginn hatten Streitkräfte zudem einen IS-Terroristen verhaftet, der in die Stadt al-Ḥilla in der Provinz Bâbil (Babylon) einzudringen versucht hatte. (https://www.sana.sy/?p=875168)
Irakische Truppen vereiteln am 8.1.2019 einen IS-Infiltrationsversuch in der nordöstlichen Provinz Diyâlâ. Kämpfer der 110. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî hatten sich ihnen in Tal Bardân nahe as-Saʽdiyya, 60 km nordöstlich von Baʽqûba, erfolgreich entgegengestellt. (https://www.sana.sy/?p=874677)
Die militärische Nachrichtendirektion informierte INA am 7.1.2019 darüber, daß drei IS-Terroristen während einer Sicherheitsoperation in der Gegend von Ḥamâm al-ʽAlîl nahe Mossul im Nord-Irak gefangengenommen worden seien. Am Vortag waren sogar 17 IS-Mitglieder in der Stadt Bâdûš westlich von Mossul den Sicherheitsleuten ins Netz gegangen, wie einer Mitteilung des militärischen Geheimdienstes zu entnehmen war. Zudem war es den Sicherheitskräfte gelungen drei der vier vor wenigen Tagen von der IS-Terrororganisation in der Provinz Ṣalâḥuddîn verschleppten Personen zu befreien. (https://www.sana.sy/?p=874044)
Am 6.1.1921 wurde die irakische Armee gegründet. (https://www.sana.sy/?p=873403)
Nach einer INA-Meldung vom 5.1.2019, basierend auf einer Erklärung des Sicherheitsinformationszentrums, wurden während einer Militäroperation gegen Reste des IS in der Provinz Ṣalâḥuddîn bei Tikrît 10 Tunnel und 12 Unterschlupfe der Terroristen zerstört und einer von ihnen gefangengenommen. Dabei wurde große Mengen an Nahrungsmitteln gefunden.
Oberst Muḥammad ʽUṯmân, der Leiter des Polizeikommandos der Provinz, daß desweiteren bei einer Razzia in der Gegend von as-Sakkariyât in der Wüste von Baiğî ein IS-Depot mit militärischer Ausrüstung sowie ein Tunnel entdeckt und gesprengt wurden. (https://www.sana.sy/?p=873333)
Dem Parlament lag am 5.1.2019 ein Gesetzesentwurf zur Diskussion vor mit dem Ziel, die Präsenz des US-Militärs im Land zu beenden. Dabei zeichnete sich eine Einigkeit der verschiedenen politischen Blöcke im Repräsentantenhaus ab, die mit den USA geschlossene strategische Rahmenvereinbarung (vgl.u.) zu beenden, da die Regierung in Washington seine Bedingungen nicht einhalte, teilte etwa das Mitglied des parlamentarische Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung, Karîm ʽAlîwî, gegenüber dem SANA-Korrespondenten in Bagdad mit. Ein Verbleib der US-Truppen im Land sei eine Gefahr für die Sicherheit und stelle eine Verletzung der irakischen Souveränität dar, da diese Kräfte die Verfassung des Landes und das Völkerrecht nicht respektierten.
Der Abgeordnete al-Baʽîğî machte im Hinblick auf Aussagen von US-Präsident Trump während seines überraschenden Truppenbesuchs auf dem Stützpunkt ʽAin al-Assad vom 26.12.2018 (s.u.) deutlich, daß es inakzeptabel sei, daß ‚der Irak als Basis der US-Truppen für Militäroperationen gegen andere Länder dienen solle. Der Parlamentarier Ḥanîn al-Qadû unterstrich, wegen der wachsenden US-Präsenz im Land mache sich unter der Bevölkerung zunehmend Besorgnis bemerkbar. Im Repräsentantenhaus sei die Stimmung eindeutig für Annahme des Gesetz-Entwurfs.
Nicht vergessen sei, wie die US-Streitkräfte 2003 in den Irak einfielen und seinen Reichtum plünderten, Hunderttausende seiner Bürger töteten und seine Infrastruktur, Wirtschaft und Zivilisation zerstörten. (https://www.sana.sy/?p=873306, https://www.sana.sy/?p=873103)
Die libanesische Tageszeitung al-Aḫbār stellt am 4.1.2019 ein Interview mit kurdischen Quellen vor, in welchem diese klarstellten, der angekündigte US-Truppenabzug gehe einher mit der Wiederbelebung der IS-Terrororganisation, insbesondere im Gebiet der syrisch-irakischen Grenze. Näheres dazu s. im Beitrag Syrien!
Beim Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan am 4.1.2019 in Ankara besprach Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ die – angespanten – Beziehungenbeider Länder zueinander und den Ausbau der Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus. Dabei bemerkte Erdogan während der anschließenden Pressekonferenz: „Die Wahrung der territorialen Integrität des Irak ist einer der Hauptprinzipien unserer Politik gegenüber dem Irak.“ – obwohl in den letzten Jahren türkische Truppen gerade diese mehrfach bis in die jüngste Vergangenheit verletzt hatten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45382)
Gemäß Meldung der irakische Nachrichtenagentur INA beruhend auf Mitteilungen der Direktion des militärischen Nachrichtendienstes wurden am 3.1.2018 infolge genauer Ermittlungen im südlichen Bezirk Ḥammâm al-ʽAlîl von Mossul zwei IS-Terroristen festgenommen und in einem Stadtteil von Bagdad ein weitere Mitglied der Terrorgruppe. (https://www.sana.sy/?p=872081)
Qaṭarî al-ʽUbaidî als einer der Kommandeure der irakischen al-Ḥašd aš-Šaʽbî informierte am Mittwochabend, 2.1.2018, darüber, daß erneut irakische Kampfjets – in vorheriger Übereinkunft mit der syrischen Regierung (vgl.u.) – einen IS-Standort nahe al-Bû Kamâl in der Provinz Dair az-Zaur in Ost-Syrien bombardierten, diesen zerstörten und dabei sieben IS-Führer töteten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45368)
In der Gegend von Ḥammâm al-ʽAlîl südlich der Stadt Mossul gelang am 1.1.2018 aufgrund von Geheimdienstinformationen die Aushebung einer IS-Zelle mit Verhaftung aller fünf Terroristen, die früher Sicherheitsagenten gewesen seien. Derzeit werde daran gearbeitet, Informationen der Sicherheitsabteilungen vor allem über einige wichtige Persönlichkeiten in der Provinz Nînawâ (Ninive) zu sammeln.
In der Provinz Diyâlâ wurde selben Tags eine Militäroperation gestartet, um IS-Zellen, die ihr Unwesen in den Obstplantagen von 12 Dörfern im Waqf-Becken nordöstlich der Stadt Baʽqûba trieben, zu eliminieren. Es gebe auch einen neuen Einsatzplan für Militäreinheiten zum begleiteten Bau von Stützpunkten in Bereichen, die besser vor diesen IS-Terroristen gesichert werden sollen.
In der Kirkûk-Provinz führten Einheiten der Bundespolizei umfangreiche Sicherheitsoperation durch, die zur Entdeckung von Waffen und Munition wie der Festnahme von zwei Verdächtigen, die den zuständigen Behörden übergeben wurden. Etliche Terroristenverstecke wurden von Sicherheitskräften im Zusammenwirken mit der Luftwaffe in der Provinz zerstört, wie das Sicherheitsinformationszentrum bekanntgab. (https://www.sana.sy/?p=871689)
Die irakische Luftwaffe meldete auf Twitter, sie habe – in Absprache mit der syrischen Regierung, vgl.u. – am 31.12.2018 mit F16-Kampfjets ein Treffen von IS-Kommandeuren im syrischen Euphrattal ca. 8km von Sûsa entfernt bombardiert und dabei gut 30 der IS-Terroristen getötet. Das Ziel wurde völlig zerstört.
Al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Polizeikräfte begannen am 30.12.2018 eine Sicherheitsoperation im Gebiet von Tikrît in der Provinz Ṣalâḥuddîn im Nord-Irak. Diese werde fortdauern, bis die Gegend vollkommen gesichert sei, berichtete INA, die offizielle Nachrichtenagentur des Landes.
Polizeikräfte entdeckten in der Gegend von as-Sûsa im Bezirk al-Ḥawîğa derselben Provinz IS-Verstecke mit Raketen- und Granatwerfern, welche beschlagnahmt wurden.
Während einer Sicherheitsoperation in al-Bû Ṭaibân im Bezirk Hît im Westteil der Provinz al-Anbâr verhafteten die Sicherheitskräfte vier Terroristen und konfiszierten 73 Sprengsätze. (https://www.sana.sy/?p=870508)
Ministerpräsidenten ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî ließ dem syrischen Präsidenten Dr. al-Assad am 29.12.2018 ein Schreibendurch den Nationalen Sicherheitsberater Fâliḥ al-Fayâḍ. persönlich überbringen. (https://www.sana.sy/?p=870115, https://www.sana.sy/en/?p=154547) Näheres dazu s. Syrien!
Einem weiteren IS-Angriff begegneten in der Nacht auf den 28.12.2018 Mitglieder von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, als erstere auf der Straße zwischen den Dörfern al-Ḫânûk und an-Namal im Bezirk aš-Šarqâṭ/Provinz Ṣalâḥuddîn aus Schußwaffen das Feuer auf vier Zivilisten eröffneten und diese unterschiedlich schwer verletzten. In der Stadt Sâmarâ´ (Samarra) fanden Angehörige der Streitkräfte vom IS hinterlassene Sprengkörper, bauten sie ab und sprengten sie vorsorglich. (https://sana.sy/?p=869791)
Kurz darauf am Donnerstagmorgen, 27.12.2018, heulten in der Grünen Zone von Bagdad die Alarmesirenen auf und zwei Raketen schlugen nahe der US-Botschaft ein. Der vorangegangene, von irakischer Seite nicht authorisierte Grenzübertritt von US-Truppen hatte im Land schlechte Erinnerungen an die US-Besatzung geweckt und allgemeine Empörung hervorgerufen (s.u.).
(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45254)

US-Präsident Trump mit Frau Melania zu Besuch am Militärstützpunkt ʽAin al-Assad im Irak, 26.12.2018, Photo: SANA
US-Präsident Trump kam am 26.12.2018 überraschend und vor allem unangekündigt [gegenüber der Landesregierung und damit im Protokollverstoß] zum Besuch des US-Militärs zusammen mit seiner Frau Melania auf dem Militärstützpunkt ʽAin al-Assad in der westlichen Provinz al-Anbâr an. Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî weigerte sich in der Folge [s.a. widerrechtliches US-Truppeneindringen am Vortag!], Präsident Trump zu treffen. Statt dessen wurde ein Telefongespräch geführt, indem der Ministerpräsident die Rechtsverstöße hervorhob. (www.sana.sy/?p=869279)
Laut Meldung von al-Atğâh-TV vom 26.12.2018 sind gemäß Mitteilung des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses im Parlament nach dem Abzug aus Syrien unangekündigt US-Militärs in die Provinzen al-Anbâr, Arbil und Nînawâ – völkerrechtswirdrig – einmarschiert. Die Kommission stellte dazu fest, daßdas existierende strategische Abkommen keinen Einsatz von Streitkräften auf dem Territorium des Landes beinhalte, sondern nur die Ausbildung von Sicherheitskräften und deren Ausrüstung mit Waffen. Das Pentagon versuche wohl, die US-Truppen nun wieder im Irak zu stationieren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45234) Solch eine Möglichkeit mit Eindringen in irakisches Territorium war jedoch schon am 23.12.2018 als Verletzung der irakischen Souveränität und Besatzung bezeichnet und strikt abgelehnt worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45192) Auch Ministerpräsident Âdil ʽAbdul-Mahdi hatte am 25.12.208 nach der wöchentlichen Kabinettsitzung auf einer Pressekonferenz einen solchen Einmarsch von US-Truppen abgewiesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45210)
Streitkräfte, unterstützt durch Artillerie der 313. Brigade, zerstörten am 26.12.2018 aufgrund eingegangener Aufklärungs- und Geheimdienstinformationen alle IS-Schlupfwinkel im östlichen Gebiet der Provinz al-Anbâr, wie al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber INA bekannt gab. Außerdem wurden im as-Salâm-Distrikt von Mossul drei und in der Provinz Diyâlâ von Sicherheitskräften zwei Terroristen inhaftierte. (https://sana.sy/?p=868713)
Aufgrund einer Autobombenexplosion vor einem belebten Cafe im Sûq von Tal ʽAfar im zentralen Bezirk des westlichen Provinz Nînawâ wurden am 25.12.2018 zwei Personen getötet, elf weitere verletzt. (https://www.sana.sy/?p=868306)
Allen Lesern frohe Weihnachten!
Aufgrund der anhaltenden türkischen Angriffe (vgl.u.) aus der Luft und mittels Artillerie auf die Region Sanğâr westlich von Mossul mußte der bislang einzig zwischen Nord-Syrien und der genannten Irak-Gegend geöffnete Grenzübergang geschlossen werden, wie Saʽîd Ḥussain (Saeed Hossein), der Befehlshaber einer Jesiden-Einheit bei al-Ḥašd aš-Šaʽbî am So., 23.12.2018, gegenüber Sputnik News mitteilte. Daraus ergäben sich für jesidischen Familien einige Probleme. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45190)
Laut Mitteilung von Luqmân al-Failî, Sprecher des irakischen Staatspräsidenten Barham Aḥmad Ṣāliḥ, vom 23.12.2018 habe sich Ṣāliḥ erneut dafür ausgesprochen, daß eine Unterstützung der Bemühungen um eine politische Lösung der Syrienkrise auf Basis der Achtung der syrischen Souveränität und Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten dieses Landes notwendig sei. Der Präsident unterstütze die Wiederherstellung von Syriens Lebenskraft. Voraussetzung für die Sicherheit und Stabilität Syriens wie gute Beziehungen dieses Landes zu allen Nachbarstaaten sei eine Koordination und Hilfe der Nachbarländer und der Internationalen Gemeinschaft dabei. Der Irak lege Wert auf eine Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen; die irakische Verfassung unterstreiche, daß diese auf der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten gründen. (https://www.sana.sy/en/?p=154198, https://www.sana.sy/?p=867034)
Laut einer türkischen Anadolu-Meldung soll der türkische Botschafter in Bagdad, Fateh Yildiz, die Regierung offiziell um Erlaubnis zur Eröffnung von Konsulaten in den Städten in Kirkûk und Nağaf (wichtiger Pilgerort!) gebeten haben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45170 vom 22.12.2018) – Wegen der ständigen Souveränitätsverletzungen durch türkisches Militär (vgl.u.) stehen die Beziehungen zwischen beiden Staaten nicht zum Besten!
Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ betonte im US-initiiertenTelefongespräch mit US-Außenminister Mike Pompeo vom 22.12.2018 laut Mitteilung aus dem präsidialen Büro, der Abzug der US-Truppen aus Syrien sei ein hilfreicher Faktor bei der Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilität in jemen Land, basierend auf dem Respekt vor den Rechten der Syrer und deren unabhängiger Entscheidung über ihre Zukunft.
Hinsichtlich der Wahrung der eigenen Souveränität erklärte der Staatspräsident, das nationale Interesse des Iraks sollte die Grundlage für die Stärkung seiner Stabilität und die Bewahrung des gegen den Terrorismus errungenen Sieges sein.
Zu einem früheren Zeitpunkt des Tages hatte Ministerpräsident Âdil ʽAbdul-Mahdî im Telefonat mit Pompeo hervorgehoben, Syriens Sicherheit und der politische Prozeß zur Beilegung der Krise stehe in direkter Verbindung mit der Sicherheit im Irak und der Stabilität in der Region. (https://www.sana.sy/en/?p=154108, https://www.sana.sy/en/?p=154086)
Mit Zitierung einer diplomatischen Quelle berichtete Sputnik News am 18.12.2018, Barham Aḥmad Ṣāliḥ, der Staats– „president of Iraq will pay an official visit to Damascus in the coming days.“ Es wäre der erste Besuch [eines irakischen Staatspräsidenten] seit Kriegsausbruch in Syrien 2011 und der zweite eines arabischen Staatschefs nach dem des Sudanesen ʽUmar Ḥassan al-Bašîr (s. Syrien, 16.12.2018). (https://sptnkne.ws/krwf)
Nach Angaben der Direktion der militärischen Nachrichtendienste vom 21.12.2018 beschlagnahmten Soldaten der 30. Infanteriebrigade der 8. Division nach gesammelten Geheimdienstinformationen eine Ansammlung von Militär-Ausrüstung und Sprengstoff mit weiteren Gerätschaften zum Bau von Sprengsätzen und bomben, Mörsergranaten und Raketenwerfer, die in einem wieder zugedeckten Graben im Dorf Duġaima, Bezirk al-Qâ´im der Provinz al-Anbâr vom IS sorgsam versteckt worden war.
Kampfmittelbeseitiger fanden im Baʽšîqa-Gebiet in Mossul Sprengvorrichtungen für Bombenangriffe und Anti-Panzerminen beim Dorf Ḥalabiyya Ḫafâğa, welche abgebaut und konfisziert wurden.
Eine Truppe vom Nînawâ-Operationskommando gelang die Festnahme eines mutmaßlichen Terroristen im Bezirk Ḥammâm al-ʽAlîl.
Tags zuvor, am 20.12.2018, wurde in Falûğa ebenfalls ein Terrorist gefangengenommen. (https://www.sana.sy/?p=865716)
Gemäß einer AFP-Meldung vom 20.12.2018 unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsverantwortlichen in Bagdad verlängerten die USA die Ausnahme des Iraks von den Iran-Sanktionen [zu den Gründen s.u.].
Mehrfach hatte die Regierung in Bagdad erklärt, der Irak werde die Beziehungen zum Iran aufrechterhalten und die entsprechenden US-Sanktionen nicht beachten; außerdem sei das Land auf den Handel mit dem Nachbarn angewiesen (vgl.u.).
Im besonders heißen und trockenen Sommer 2018 hatte es Proteste in einigen großen Städten u.a. auch wegen ständiger Stromausfälle gegeben (s.u.), die bis zu 20 Stunden am Tag angedauert hatten! Derzeit importiere der Irak aus dem Iran 1.200 Megawatt Strom sowie Gas für die drei funktionierenden Kraftwerken. (http://parstoday.com/de/news/iran-i45165)
Die Streitkräfte vereitelten einen IS-Angriffsversuch auf Ḥaqûl ʽAlâs in der Provinz Ṣalâḥuddîn im Nordirak. Laut Bericht Chef von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in Ṣalâḥuddîn, Ṣafâ´ as-Sâʽdî, vom 19.12.2018 attackierten die Extremisten vom Ḥamrîn-Bergland aus, wurden jedoch im Gefecht besiegt, da ihnen herbe Verluste einbrachte.
Tags zuvor am 18.12.2018 hätten die Streitkräfte zwei Tunnel und eine improvisierte Sprengstoffwerkstatt des IS im Dorf Kubaiba, südöstlich von al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk im Nordirak zerstört. (https://www.sana.sy/?p=864405)
Syriens Botschafter im Irak, Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ, traf am 17. und 18.12.2018 in Bagdad mit dem Handelsminister Muḥammad Hâšim al-ʽÂnî sowie anderntags mit Verkehrsminister Ing. ʽAbd_l-llâh Luʽîbî und dem Leiter des Obersten Justizrats des Iraks, Richter Fâ´ik Zaidân, zu Gesprächen zwecks Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden Ländern, vor allem auch in den beiden angesprochenen Bereichen zusammen. Nach den Siegen über die Terroristen aufgrund gemeinsamen Wirkens beschrieb al-ʽÂnî dieselben als „historic and rapidly developing, particularly on the social and geographic levels which bind the two brotherly countries.” Nach der Kriegszeit könne der Irakisch-Syrisches Ausschuß zur gegenseitigen Zusammenarbeit gemäß dem unterzeicheten Vertrag zwecks wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Organisation des Handelsaustausches reaktiviert werden.
Die Öffnung der Grenzüberggänge vor allem zwischen den Regionen al-Bû Kamâl und al-Qâ´im mit Ausbau des Handelsvolumens sowie der Wiederaufnahme des regelmäßigen Luftverkehrs zwischen beiden Länder war u.a. thema des Treffens zwischen dem Botschafter und Minister Luʽîbî.
Mit Richter Fâ´ik Zaidân wurden die Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Recht wie die Rolle der Justiz bei der Bekämpfung des Terrorismus diskutiert. Botschafter ad-Dandaḥ zog schließlich eine positive Bilanz. (https://www.sana.sy/en/?p=153704, https://www.sana.sy/?p=864168)
Kürzlich erstellte Aufnahmen von russischen Satelliten und Überwachungsflugzeugen belegen, daß auch jetzt noch syrisches Öl von Terroristengruppen östlich des Euphrats – also da, wo US-Militär operiert! – geraubt und mittels Öltanker-Konvois in die Türkei und in den Irak geschafft wird – und zwar unter direktem Schutz des US-Militärs bzw. unter Deckung der US-geführten Koalition. Den Gewinn steckten sich hauptsächlich die Terroristenführer in die Tasche, geschmuggelt würden ebenso archäologische Artefakte.Dabei habe die SAA, unterstützt von russischem Militär, viel unternommen, um diesen Schmuggel weitgehend einzudmmen, so daß die Öleinnahmen in den Wiederaufbau zugunsten der kriegsgeschädigten Bürger des Landes verwendet werden konnten. Doch unter den geschilderten Umständen nehme dieser Schmuggel wieder Fahrt auf – zum Schaden der syrischen Bevölkerung. In mehreren früheren Berichten hatte das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigt, daß die türkische Regierung der Hauptabnehmer des vom IS geraubten und aus Syrien und dem Irak geschmuggelten Öls ist und dazu Beweisaufnahmen vorgelegt. (https://www.sana.sy/?p=863619, https://www.sana.sy/en/?p=153774)
Die irakische Luftwaffe führte im Einvernehmen mit der Regierung in Damaskus (s.u., 15.12.2018 bzgl. Internationales Koordinierungs- und Informationszentrum zur Bekämpfung des Terrorismus) einen erfolgreichen Angriff auf eine Versammlung von IS-Führern im Bereich des syrischen Dorfes as-Sûsa im SO-Rîf von Dair az-Zaur durch. Abû ʽAlî al-Baṣrî (Abu-Ai Al Basri), der Leiter der Behörde Information und Terrorismusbekämpfung am 16.12.2018 mit, daß dabei 16 Stellvertreter des früheren IS-„Kalifen“, Abû Bakr al-Baġdâdî, darunter 13 mutmaßliche Suizidattentäter, und der IS-„Kriegsminister“, Moschtaq Anad Heram al-Mohammedi [Muštâq ʽAnad Ḥiram al-Muḥammadî] alias Abu Omar [Abû ʽUmar] als Prominentester unter den Getöteten identifiziert worden sei. Dieser hatte sich 2005 al-Qâʽida und später dem IS angeschlossen. Laut Angabe der Behörde hätten die Terroristen Anschläge in Bagdad, Kirkûk, Sāmarāʾ (Samera) und Karbalâ´(Kerbela) geplant und daher in den Irak eindringen wollen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45079)
Polizei und Angehörige der Geheimdienstabteilung für Terrorismusbekämpfung konnten laut INA-Meldung vom 15.12.2018 fünf per Haftbefehl gesuchte Terroristen während Razzien in verschiedenen Teilen der Provinz Diyâlâ gefangengenommen werden. Die Sicherheitsmaßnahmen würden derzeit intensiviert. Auch in Bâdûš westlich von Mossul konnten zwei Terroristen in einen Hinterhalt gelockt und festgenommen werden. (https://www.sana.sy/?p=862716)
Am 15. Dezember gedachte man im Irak des 7. Jahrestags des Abzugs der US-Invasionsarmee am 15.12.2011 nach neun Jahren der Besatzung. Nach Schließung des Hauptquartier in Bagdad und Abzug der letzten Soldaten, sei am Flughafen der Hauptstadt die Besatzerflagge gegen die irakische Nationalflagge ausgetauscht worden in einem Moment der Befreiung. Die US-Invasion im Irak sei unter fadenscheinigen, inzwischen allgemein als falsch erwiesenen Vorwänden, es befänden sich angeblich Massenvernichtungswaffen im Land, erfolgt, zunächst unter dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush und dann von seinem Nachfolger Barack Obama. Tatsächlich sollte der Irak geschwächt werden, so daß er nicht mehr in der Lage wäre, sich selbst, seine Ressourcen und seine Rechte zu verteidigen. Die US-Invasion habe die Pforten der Hölle geöffnet – nicht nur hinsichtlich der Gegenwart und der Zukunft, sondern auch bezüglich der Vergangenheit – für eine blutige Ära, in der tonnenweise irakische Goldreserven und Aktienguthaben geplündert und die verbliebenen Zeugnisse der Vergangenheit zerstört worden seien. Trotz des US-Sieges auf dem Boden hätten die Iraker [im Original figurativ: der Irak] aber im Herzen bewahrt, was die Pläne der Invasoren ausgemacht hätten, nämlich die Kontrolle über sie und was sie an Fähigkeiten, Stärken und Einzigartigkeit ausmachte, im Dienste ihrer eigenen Interessen in der Region auszuüben. Doch das irakische Volk habe zum Widerstand gedrängt und den Zusammenhalt bewahrt vor den Versuchen der Spaltung und Zerteilung des Landes. Da bedurfte es des Werkzeugs der terroristischen Organisationen, angeführt vom IS, der im Irak installiert wurde, um die Verwirklichung der ursprünglichen abzuschließen. Mit dem Sieg über diese mußten sich die Invasionskräfte schließlich zurückzuziehen.
Inzwischen bestätigten sich sogar viele US-Analysten und -Politiker Forscher Dr. Anthony H. Cordesman und Dr. Andrew J. Bacevich, daß die Besatzung ein katastrophaler Mißerfolg gewesen sei, mit dem die Kriegsziele nicht erreicht worden seien.
Dennoch fielen den Invasoren Hunderttausende Iraker zum Opfer, Millionen wurden zu Flüchtlingen, die Infrastruktur wurde zerstört und es kam der IS und verbreitete sich im Land. Da kamen die US-Militärs unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung und innerhalb der US-geführten Koalition zurück in die Kampfarena, Pläne und Ziele bleiben die gleichen: die Destabilisierung des Irak und der Region im Interesse der israelischen Besatzungsmacht [zur sog. Balkanisierung bzw. dem Yinon-Plan s. Syrien Teil IV!). Der heutige Jahrestag bilde daher einen zusätzlichen Anreiz, allen solchen ausländischen zerstörerischen Plänen wie welchen Invasionsfolgen auch immer zu trotzen. (https://www.sana.sy/?p=862145)

4. Sitzung des Internationalen Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus in Bagdad am 15.12.2018, Photo: SANA
In Bagdad fand am 15.12.2018 die 4. Sitzung von Abgesandten der Teilnehmerstaaten des Internationalen Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus statt. Trotz Einladung an weitere, an der Terrorismusbekämpfung interessierte Staaten besteht dieses seit seiner Einrichtung im Jahr 2015 (s.u.) aus den Gründungsmitgliedern Rußland, Syrien, dem Irak und dem Iran.
Brigadegeneral Ḥassan Tarâf in Vertretung der syrischen Seite würdigte die wichtige Rolle des Zentrums bei der Bereitstellung von Informationen untereinander, insbesondere im Austausch zwischen dem Irak und Syrien, welche sich direkt in Erfolgen bei der Terrorismusbekämpfung in beiden Ländern niedergeschlagen hätten.
Gemäß Meldung von as-Sûmariyya News führte der Leiter des Zentrums, der irakische Generalmajor Saʽd al-ʽAlâq, zugleich Leiter des militärischen Geheimdienstes seines Landes, aus, die äußerst fruchtbare Zusammenarbeit werde weitergeführt und intensiviert, da auf diese Weise ein wertvoller Beitrag für die Sicherheit nicht nur in der Region, sondern ganz allgemein in der Welt geleistet werde. Das Zentrum sei schließlich zu einem der wichtigsten Elemente im Krieg gegen den Terror geworden.
Dann referierte er über die im Kampf gegen die Terrorbanden im Irak wie in Syrien geleisteten Aufgaben, welche einen wesentlichen Ausschlag bei der Zerschlagung der IS-Terrororganisation gegeben hätten: u.a versorgte das Zentrum die irakische und syrische Armee mit mehr als 5.780 Koordinaten und 2075 Informationen [von Terroristenstandorten], infolge derer tausende IS-Terroristen getötet wurden einschließlich 430 Anführern, 200 Kommando- und Kontrollzentren, 301 Waffenlager, 196 Werkstätten zum Bau von Sprengsätzen und 170 Depots mit allerlei Waffen und Munition, hunderten gepanzerten und dutzenden Marschflugkörpern wurden zerstört. (https://www.sana.sy/en/?p=153585, https://www.sana.sy/?p=862805)
Wie eine Sicherheitsquelle am 15.12.2018 gegenüber as-Sûmariyya News berichtete, wurden drei Polizisten getötet, als bei der Absicherung einer Abzweigung der Autobahn ca.130km westlich von ar-Ramâdî eine von Terroristen angebrachte Sprengvorrichtung explodierte.
Andererseits konnte in der Gegend von Bâdûš nördlich von Mossul eine terroristische Schläferzelle ausgemacht, ausgehoben und alle Mitglieder verhaftet werden.
Am Vortag, dem 14.12.2018 waren am linken Ufer in Mossul zwei Terroristen von Sicherheitskräften festgenommen worden. (https://www.sana.sy/?p=862204)
Erst nach Zitierung des türkischen Botschafters und Übergabe der Protestnote der Regierung in Bagdad (s.u.) veröffentlichten Medien die Nachricht von den zuvor erfolgten neuerlichen Bombardements türkischer Kampfjets im irakischen Kurdengebiet. Angegriffen wurden in den 30 (!) Luftangriffen das Flüchtlingscamp Mexmûr und ein Dorf im Sinğâr-Gebirge. Angeblich sei es der türkischen Seite um die Bekämpfung von PKK-Kämpfern gegangen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45059 vom 15.12.2018)
Dennoch erklärte der türkische Staatschef Erdogan am 15.12.2018 bei einer Eröffnungszeremonie in Denizli, die Luftangriffe im Nordirak würden fortgesetzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45063)
Am 14.12.2018 wurde der türkische Botschafter Fatih Yildiz ins Außenministerium einbestellt. Dort wurde ihm eine Protestnote anläßlich des wiederholten [nicht gestatteten] Eindringens in den irakischen Luftraum durch die türkische Luftwaffe übergeben. In der Eine Erklärung von as-Sûmariyya News zitierten Erklärung des Außenministerium hieß es dazu: türkische Kampfjets hätten den irakischen Luftraum verletzt, auf mehrere Standorte im Gebiet des Ğabal Sinğâr und Maḫmûr im Nordirak gefeuert, was zum Verlust von Menschenleben und der Zerstörung von Eigentum geführt habe. Weiter hob das Ministerium hervor, derlei Handlungen verletzten die Souveränität des Iraks, seine Sicherheit und die seiner Bürger; sie stellten einen nicht hinnehmbaren Akt dar, der zudem im Widerspruch zu den Grundsätzen guter Nachbarschaft stehe. Wiederholt wurde die strikte Ablehnung, daß das irakische Territorium als Ausgangspunkt oder Korridor für Aktionen benutzt werde, die die die Sicherheit der (brüderlichen) Nachbarländer gefährdeten. (https://www.sana.sy/?p=861974) – Vgl. hierzu die von Präsident Erdogan kürzlich angekündigte Ausweitung der Militäroperationen in Nord-Syrien!
As-Sûmariyya News informierte über eine Mitteilung von Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî darüber, daß am 14.12.2018 die Streitkräfte zwei IS-Schlupfnester in der Provinz Diyâlâ zerstörten. Sie befanden sich im Bereich von Abû Ḫanâzîr und Ḍaman und enthielten militärische Ausrüstung sowie Lebensmittel. (https://www.sana.sy/?p=861700)
Bei einer Aktion der Anti-Terror-Einheit in Absprache mit der Luftwaffe wurden am 13.12.2018 nördlich von Bagdad 13 IS-Terroristen getötet. Darunter wurde der Anführer Mâğid ʽAbdur-Raḥman Mûsâ al-Makanâ Abû Maryam identifiziert, der für das sog. Wilâya [IS-Gouvernement] Nord-Bagdad zuständig gewesen war.
Eine Arme-Einheit tötete während eienr Operation einen mit einem Sprengstoffgürtel versehenen Terroristen im nördlich gelegenen Ṭârmiyya-Bezirk von Bagdad, bevor er seinen Anschlag ausüben konnte. (https://www.sana.sy/?p=861446)
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur INA vom 12.12.2018 wurde nach Verwertung genauer Informationen durch Streitkräfte eine IS-Schläferzelle im Dorf Ḥauḍ al-Waqf nordöstlich von Baʽqûba ausgehoben und zerstört. Es gelang, zwei der Terroristen gefangenzunehmen.
Wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigungen und Durchführung mehrerer Terroroperationen verurteilte der Strafgerichtshof von Diyâlâ sechs Angeklagte zum Tode. gemäß Auskunft des Medienzentrums des Obersten Justizrates hatten die Verurteilten u.a. den Anschlag per Autobombe auf den Sûq Ḫân Banî Saʽd am 17. 7.2015 zu verantworten, bei dem 115 Menschen getötet und mehr als 170 verletzt worden waren.
Durch die Zerstörung geheimer Lagerhöhlen des IS mit großen Mengen an selbstgebauten Sprengsätzen (sog. IEDs) Munition und US-Waffen im Wüstengebiet von al-Anbâr vereitelten die Streitkräfte gleichzeitig weitere geplante Anschläge, wie der militärische Geheimdienst meldete.
Wie INA unter Rückgriff auf eine Aussage von Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî berichtete, war es Sicherheitskräften des Nînawâ-Operationskommandos im Dorf Ḥâṣûdiyya in der Nähe von Mossul möglich, während der Durchsuchung des Gebiets nach Hinterlassenschaften der Terroristen 31 Sprengsätze, sieben Sprengstoffgürtel, fünf Kalashnikov-Gewehre und fünf Handgranaten des IS sicherstellen. (https://www.sana.sy/?p=860762)
Der irakische Premierminister ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî teilte bei der wöchentlichen Pressekonferenz am 11.12.2018 in einer von as-Sûmariyya News verbreiteten Erklärung mit: „Wir bekräftigen unseren Standpunkt zu den US-Sanktionen gegen den Iran und daß der Irak kein Teil davon ist.“ Die irakisch-iranische Zusammenarbeit werde fortgesetzt. Desweiteren informierte er darüber: „Eine irakische Delegation wird in Kürze nach Washington reisen, um das Problem dieser Sanktionen zu diskutieren und zu lösen.“ Zeitgleich fand eine Reise des US-Energieministers Rick Perry nach Bagdad statt. (https://www.sana.sy/?p=860213, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45016)
Der Generalstab für gemeinsame Operationen der irakischen Streitkräfte informierte am Dienstagabend, 11.12.2018, über die – mit der syrischen Regierung abgesprochene – erfolgreiche Offensiv-Operation der irakische Luftwaffe gegen zwei IS-Sützpunkte in der syrischen Region as-Sûsa im SW-Rîf von Dair az-Zaur östlich des Euphrats basierend auf genauen Informationen der Abteilung für Aufklärung und Terrorismusbekämpfung. Der Erklärung war zu entnehmen: „Unsere Kampfjets zerstörten zwei Ziele. Das erste Ziel war eine Stellung der IS-Terrormiliz, in der sich 30 IS-Terroristen befanden. Sie wollten dort mit Kommandeuren der IS-Terrormiliz zu einer bedeutenden Sitzung zusammenkommen. Das zweite Ziel war eine Stellung, in der sich 14 Selbstmordattentäter aufhielten. Genauen Informationen zufolge, sind bei den Angriffen beide Stellungen vollkommen zerstört worden.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i45019)
Frühere Warnungen seitens der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u., z.B. vom 18.11.2018) scheinen sich nun vollends bewahrheitet zu haben: Qâsim Muṣallaḥ, der Kommandant der al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der al-Anbâr-Provinz, berichtete am Mo., 10.12.2018, im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Baghdad Today davon, daß das US-Militär – trotz ständig wiederholter Proteste der Landesregierung etc. (vgl.u., zuletzt vom 26.11.2018!) – anstatt abzuziehen, neue Stützpunkte in al-Qâ´im und ar-Ruṭba in der westlichen Provinz al-Anbâr errichtet habe. Ziel sei, die vollständige Kontrolle über dieses Gebiet auszuüben, welches über Gas- und Ölfelder verfügt. Muṣallaḥ warnte weiter: „Ein weiteres Ziel der Amerikaner ist es, die Wirtschaft dieser Region zu beherrschen und auch die Handelsrouten in der Region zu kontrollieren.“ Laut irakischen Verantwortlichen hätten die US-Streitkräfte auch das neue Hauptquartier in al-Anbâr errichtet, von dem aus sie die Region zwischen den beiden Nachbarprovinzen al-Anbâr und Nînawâ im West leicht kontrollieren können. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44993)

Feiern mit Parade zum 1. Jahrestag der Erklärung der Zerschlagung der IS-Terrororganisation, Photo: SANA
Zum 1. Jahrestag der Erklärung der Zerschlagung der IS-Terrororganisation im Irak mit Befreiung des gesamten Territoriums [was bis heute andauernde einzelne Attentate nicht miteinschließt!] durch den damaligen Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî wurden am 10.12.2018 in allen Regionen des Landes Feiern abgehalten. In Bagdad und größeren Städten fanden öffentliche Paraden mit Ansprachen statt. In der Hauptstadt hielt der neue Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ eine Rede, würdigte die Leistung des Militärs, betonte aber auch die Notwendigkeit, den militärischen Sieg noch mit einem politischen, sozialen und kulturellen abzuschließen, der der Geschichte des Iraks und seiner Bevölkerung würdig sei. (https://www.sana.sy/?p=859264)
Im Vorfeld der Feiern zur einjährigen Befreiung von der IS-Besetzung des Landesterritoriums vereitelte eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Brigade den Plan einer IS-Bande die Freude an den Siegesfeierlichkeiten in der Provinz Diyâlâ mittels Durchführung eines massiven Terroranschlags zu verderben. Bei dem Scharmützel wurde ein Terrorist getötet, die restlichen ergriffen die Flucht, berichtete der Sprecher Mûsawî.
Laut einer Erklärung des Militärgeheimdienstes gegenüber der Nachrichtenagentur INA gelang es einer Geheimdienstabteilung der 1. Task Force westlich von Mossul, einen der wichtigsten Köpfe der IS-Terrorbanden gefangenzunehmen, dessen Vater als Leibwächter für den sog. Chef der Abteilung für Landwirtschaft der IS-Wilâya Nînawâ in der Region Kûkiğlî tätig gewesen war. Der inhaftierte und per Haftbefehl gesuchte Terrorist war zudem Fälle von Raub und Erpressung verwickelt und hatte auf Bauern Druck ausgeübt, damit sie Zahlungen an den IS leisteten. (https://www.sana.sy/?p=859108 vom 10.12.2018)
Irakische Soldaten verhaften am 9.12.2018 fünf IS-Terroristen in der Provinz Nînawâ, die sich, da nach ihnen gesucht wurde, in einem Grenzdorf versteckt gehalten hatten. Sie alle hatten dem Diwân al-ḥisba des IS angehört. (https://www.sana.sy/?p=858477)
In einer Präventiv-Operation wurde am 8.12.2018 durch Sicherheitskräfte eine siebenköpfige IS-Terrorzelle im Bezirk Hît der Provinz al-Anbâr zerschlagen; alle Mitglieder kamen in Haft. Sie hatten – gemäß Erklärung – im Geheimen operiert und kriminelle Operationen gegen unschuldige Bürger und Sicherheitskräfte in der Provinz geplant. (https://www.sana.sy/?p=857876)
Laut Ḥayân ʽAbdu_l-Ġanî, dem Geschäftsführer der Südirakischen Gasgesellschaft, brauche das Land noch mindesten zwei Jahre, um die Gasproduktion dem Bedarf für Stromerzeugung entsprechend anzuheben. Bis Ende 2020 solle die Gasproduktion auf 1.300 Millionen m3 erhöht werden. Demnach sei für die Deckung des Bedarfs des Landes der weitere Gasimport aus dem Iran unverzichtbar. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44949 vom 7.12.2018)
Eine Einheit von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vereitelte am 6.12.2018 einen IS-Autobombenanschlag auf die Stadt Falûğa in der Provinz al-Anbâr. Technischen Einheiten gelang es, das Auto rechtzeitig zu zerstören, das große Mengen an Sprengstoff enthielt. (https://www.sana.sy/?p=856866)
Eine Sicherheitstruppe des Special Tactical Regiment konnte am 5.12.2018 einen IS-Angriff vereiteln und dabei deren Anführer im Bezirk ar-Ruṭba in der Provinz al-Anbâr gefangenehmen.
As-Sûmariyya News zitierte eine irakische Sicherheitsquelle, die berichtete, daß Unbekannte auf einen Zivilisten in der Nähe von dessen Haus im nördlichen Bagdad aus Waffen, die mit Schalldämpfern versehen waren, das Feuer eröffnet und ihn erschossen hätten. Dazu wurde ausgeführt, daß es in der Hauptstadt Bagdad gelegentlich zu Anschlägen per (Auto-)bomben, mit Sprengstoffgürteln und gezielten Angriffen auf Zivilisten und Sicherheitsbeamte komme. (https://www.sana.sy/?p=856336)
Neue UN-Statistiken besagen laut Veröffentlichung durch die Abteilung für religiöse Angelegenheiten der Jesiden in der irakischen Kurdenregion, es befänden sich noch 3.083 jesidische Kinder, davon 1.427 Mädchen, in IS-Gefangenschaft. Bis Ende November 2018 seien insgesamt 6.417 Jesiden – davon 3.548 Frauen und Mädchen – von IS-Terroristen gefangen genommen worden. Doch wurden inzwischen 3.334 Personen – davon 1.159 Frauen und Mädchen – befreit. 71 Massengräber und dutzende Einzelgräber seien bislang entdeckt worden. 68 jesidische Heiligtümer und weitere religiöse Stätten wurden zerstört, ca. 100.000 Jesiden obdachlos infolge der IS-Terrorakte.
Überdies wurden seit dem IS-Einfall im Juni 2014 in den Irak 360.000 von insgesamt 550.000 Jesiden vertrieben, in den ersten Tagen 1.293 Personen getötet und etwa 7.000 jesidische Frauen und Mädchen entführt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44893 vom 4.12.2018)
Gemäß einer Erklärung des Sicherheitsinformationszentrums vom 4.12.2018 durchsuchte eine Einheit der 6. Division der Bundespolizei die Dörfer al-Maḥmûdiyya, al-ʽAmâra, aṣ-Ṣaḫra, Barîma und ʽAṭašâna im Bezirk al-Ḥawîğa und fand und zerstörte drei IS-Schlupfnester, fünf improvisierte Sprengkörper sowie einen Tunnel der Terroristen.
Nach Mitteilung einer Sicherheitsquelle berichtete INA, Sicerheitskräfte hätten an jenem Tag die Leiche von Muḫtâr Qariyya al-ʽUmrînî Râġibal-Badrânî nahe des Dorfes al-Ğarn im Süden von Mossul gefunden, nachdem der Mann sie im Morgengrauen von einer IS-Gruppe, die das Dorf angegriffen hatte, entführt worden war. (https://www.sana.sy/?p=855719)
Vom unabhängigen irakischen Menschenrechtsbeauftragten liegt unter dem 3.12.2018 ein Bericht vor. Darin teilt er mit, daß gemäß Hilfs- und Rettungsteams der Provinz Nînawâ (Ninive) unter den Trümmern der Stadt Mossul 4.657 Leichen geborgen worden seien, von denen bis zum 6.11.2018 erst 2.665 hätten identifiziert werden können. Durch Blindgänger, andere Munitionsreste und vom IS hinterlassene Minen und Sprengsätze komme es immer wieder zu Todesfällen bei der Zivilbevölkerung. Er forderte demnach die Regierung in Bagdad dazu auf, so schnell wie möglich die betroffenen Gegenden von diesen Hinterlassenschaften säubern zu lassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44901)
INA meldete am 3.12.2018, daß eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Gruppe nach kontinuierlicher Überwachungstätigkeit ein Terroristenlager mit verschiedenen Waffen – teils mit Schalldämpfern – Munition und Sprengsätzen innerhalb der al-Qaʽqâʽ-Anlage im Sektor Ğarf an-Naṣr al-Laṭîfiyya ausmachen und räumen konnten, mit denen die Terrorzelle einen Angriff in Bagdad geplant hatte.
Zudem teilte Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat mit, daß vier IS-Lager hätten geprengt, vier improvisierte Sprengsätze demontiert, vier von den Terroristen angelegte Tunnel zerstört und etliche Artilleriegranaten kontrolliert zur Detonation gebracht werden können.
Tags zuvor (2.12.2018) seien bei einem IS-Angriff auf ein Dorf südlich von Kirkûk ein Iraker getötet und zwei weitere verletzt worden.
Einer vom Sicherheitsdirektorat herausgegebenen Erklärung war zudem zu entnehmen, daß nach Geheimdienstinformationen der IS-Verantwortliche für Bomben- und Suizidanschläge für die Gegend von Râwa in der Provinz al-Anbâr, für den Haftbefehl gemäß Artikel 4 des irakischen Antiterrorgesetzes existierte, gefangengenommen werden konnte. (https://www.sana.sy/?p=855052)
Nûrî al-Mâlikî, der frühere Premierminister, der der Stimmenauszählung nach auch anstelle von Ḥaidar al-ʽAbâdî bei der vorletzten Wahl Ministerpräsident hätte werden sollen (vgl.u.), unterstrich am 2.12.2018 gegenüber der Presse, das saudische Regime habe durch seine Unterstützung terroristischer Organisationen so richtig Verwüstung Trümmerhaufen und Zerstörung in den Irak gebracht, wie as-Sûmariyya News meldete. Schon von daher könne der Irak zu keinem Zeitpunkt Teil eines von diesem Regime angeführten Bündnisses sein. Weiter erklärte er: „Der Irak wird kein Teil des unmoralischen Embargos der USA gegen den Iran und kein Mitglied eines Bündnisses zwischen Washington und Riad gegen Teheran sei. … Diese Angelegenheit ist eine Provokation für Bagdad“, warnte er. (https://www.sana.sy/?p=854618)
Beim Einsatz der Luftwaffe vom 26.11.2018 gegen eine Position des IS im Bezirk ar-Riyâḍ des Distrikts al-Ḥawîğa südwestlich von Kirkûk wurden ein Anführer und fünf weitere Terroristen, darunter zwei Frauen, getötet. Zuvor hatten irakische Streitkräfte während ihrer Razzia gegen verbliebene IS-Zellen einige IS-Schlupfnester in der Provinz Kirkûk im Nordirak zerstört.
Vom Operationskommando Diyâlâ war zu erfahren, daß eine großangelegte Militäroperation bevorstehe, um IS-Zellen im Osten der Provinz auszumachen und zu eliminieren. Der Befehlshaber der Aktion, General Mazhar al-ʽAzâwî, erklärte dazu: Die Streitkräfte von Armee und al-Ḥašd aš-Šaʽbî würden gemeinsam von zwei Hauptachsen aus die Operation gegen IS-Positionen in den Tälern von Fazlâq, Ṯalâb und al-Ḥadîd, 80km östlich von Diyâlâ starten. (https://www.sana.sy/?p=852795)
Die Nachrichtenagentur INA berichtete am 28.11.2018: In einer gemeinsamen Operation der 4. Brigade des Notfalleinsatzkommandos der Polizei von Bâbil wurde in Zusammenarbeit mit den nationalen Sicherheits- und Geheimdiensten ein Terrorist festgenommen, der aus dem Norden kommend versucht hatte, in die Provinz einzudringen. Einen weiteren Terroristen verhafteten Sicherheitskräfte an einem Kontrollpunkt nördlich von Bagdad. Diese hatten bereits am Vortag vier Terroristen festgenommen und Waffen und Munition in Mossul gefunden. (https://www.sana.sy/?p=852296)
Gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur INA machte am 26.11.2018 auch der Verteidigungsminister deutlich, daß die Präsenz von US-Stützpunkten im Irak inakzeptabel sei, sie stoße bei der Regierung wie im Volk auf Ablehnung. Wörtlich erklräte er: „Unser Land ist souverän, daher lehnen wir es ab, daß sich ausländische Streitkräfte auf unserem Boden befinden.“ Der Irak habe es mit der IS-Terrororganisation zu tun gehabt, der er dank seiner Streitkräfte mit Unterstützung seiner Freunde besiegt habe. Der Iran mische sich nicht in die inneren angelegenheiten anderer Staaten und fordere dies auch von jenen. (https://www.sana.sy/?p=851008)
Laut Mitteilung aus dem Büro des Staatspräsidenten Barham Ṣāliḥ betonte dieser beim Treffen mit dem [scheidenden] UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura, am Rande der Mittelmeer-Dialogkonferenz in Rom, Stabilität in Syrien werde sich auf die Stabilität im Irak und in die der gesamten Region auswirken. Es sei daher von großer Bedeutung, die regionalen und internationalen Bemühungen zu bündeln, um eine baldige Beendigung der Krise in Syrien zu erreichen. Bei der Errichtung eines auf gemeinsamer Sicherheit beruhenden regionalen Systems könne der Irak eine wichtige Rolle spielen. (https://www.sana.sy/?p=849815, 24.11.2018)
Ein Abgeordneter machte am 23.11.2018 eine Mitteilung publik, welche von den an der irakisch-syrischen Grenze zur Abwehr des IS und von US-Aktionen stationierten Einheiten der Armee und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî stammte. Muḥammad Karîm von der al-Banâ´-Koalition gab weiter, daß die US-Truppen im erwähnten Gebiet den IS-Terroristen Deckung gäben und sichere Korridore einrichteten, damit die al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Kämpfer nicht an sie herankämen. Letztere würden nicht zulassen, daß die US-Militärs die Grenze überschritten und dort die Kontrolle übernähmen. (https://www.sana.sy/?p=849238) – Am 18.11.2018 hatte ein al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Kommandeur bereits vor den US-Aktivitäten gewarnt (s.u.).
Der neue irakische Außenministers Muḥammad ʽAlî Ḥâkim (Mohammad Ali Hakim), zuvor permanenter UN-Gesandter seines Landes, unterstrich seinerseits – wie zuvor schon andere Regierungsmitglieder – der Irak werde seine Handelsbeziehungen mit dem Iran trotz der US-Sanktionsdrohung fortsetzen. Letzere gingen den Irak nicht an. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44721)
Bei einer von der Luftwaffe und Hubschraubern unterstützten Anti-IS-Operation vom 22.11.2018 spürten die Streitkräfte Standorte der terroristischer Banden in den Gebieten von Ḥussainiyât, al-Kaʽra und al-ʽÛdân nördlich des Distrikts ar-Ruṭba in der Provinz al-Anbâr auf, zerstörten dabei fünf getarnte Tunnel, in denen sich die IS-Terroristen versteckten hielten und in der Folge getötet wurden, demontierten Dutzende von IEDs (selbstgebauten Sprengsätzen) und die sprengten kontrolliert vorgefundene Minen etc. (https://www.sana.sy/?p=848665)
Später am Tag wurde während einer Militäroperation der 51. und 91 Armeebrigade aufgrund von Ermittlungen des militärischen Geheimdienstes eine IS-Terrorgruppe auf der Insel aš-Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn ausgemacht. Beim Zusammenstoß wurde der Anführer getötet, der – betitelt als Katkût – für das Erstellen von Tunneln, die Auswahl von Waffen- und Munitionsstandorten sowie für die Bereitstellung von Wasser und Nahrungsmitteln zuständig war. (https://www.sana.sy/?p=849145)
Während einer Militäroperation in der Provinz in Ṣalâḥuddîn zur Eliminierung verbliebener IS-Zellen zerstörten die Streitkräfte am 21.11.2018 auf der Insel Kanʽûṣ einen Tunnel und töteten die darin sich versteckt haltenden 15 IS-Terroristen wie der Sprecher des des Sicherheitsinformationszentrums, Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, mitteilte.
In Kirkûk konnten die Soldaten zudem einen IS-Anführer gefangennehmen. (https://sana.sy/?p=848091)
Ministerpräsident ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî bekräftigte beim Treffen mit Vertretern aus den gesellschaftlichen Sparten Wissenschaft, Sport und Medien am Di., 20.11.2018, der Irak widersetze sich den illegalen, gegen den Iran verhängten US-Sanktionen. Dazu bemerkte er: „Obwohl der Irak geschwächt ist, wird er dennoch nicht aufgeben.“ Die eingeschlagene Haltung sei richtig, konstatierte er. (http://parstoday.com/de/news/world-i44687) – Als völkerrechtskonform werden Sanktionen eingestuft, welche von den UN beschlossen worden sind.
Tags zuvor hatte Regierungssprecher Luqmân al-Filî in einem Interview mitgeteilt, die derzeit von Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ unternommene Reise (bgl.u.) nach Kuwait, in die Vereinigte Arabische Emirate, nach Jordanien, in den Iran und nach Saudi-Arabien habe zum Ziel, die durch die Anti-Iran Sanktionen der USA erzeugten Spannungen in der Region zu abzubauen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44681)
Der al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kommandeur der Operationen im Westteil der Provinz al-Anbâr, Qasîm Muṣliḥ (Kassem Musleh) teilte am 18.11.2018 über eine Medienstelle von al-Ḥašd aš-Šaʽbî (englisch: Poplar Mobilization Units, PMU) mit: „U.S. forces are trying to provoke the PMU … There are movements to establish a military base in the Abu Rida al-Badaui airport, and they are currently besieging the airport. .. The PMU will not tolerate these provocations … PMU units are on high alert and ready to face any emergency that may occur in coordination with Iraqi security forces.” (d.h. US-Streitkräfte versuchen, die PMU zu provozieren … Es finden Bewegungen zur Etablierung einer US-Basis im Abû Riḍā al-Badâwî–Flughafen statt und sie belagern [auch: bestürmen] gegenwärtig den Flughafen … Die PMU wird diese Provokationen nicht dulden. … PMU-Einheiten befinden sich auf Alarmstufe und sind bereit für jeden Notfall, der sich in Zusammenarbeit mit den irakischen Sicherheitskräften zutragen könnte.) Die iranische Nachrichtenagentur IRNA bestätigte die Besorgnis seitens al-Ḥašd aš-Šaʽbîbzgl. des Abû Riḍā al-Badâwî–Flughafens nahe der irakisch-syrischen Grenze, weshalb die Volkswehr weitere Einheiten im und um den Airport stationiert habe. Würde die US-geführte Koalition den Flughafen unter ihre Kontrolle bringen, hätte sie auch die Hauptverbindungsstraße zwischen dem syrischen Dair az-Zaur und al-Anbâr beständig im Visier. (S. US-led Coalition Is Trying To Occupy Key Base Of Iraqi PMU Near Syria Broder)
Erneut (vgl.u.) wurden Stimmen zur raschen Beendigung der US-Militärpräsenz im Land laut. Ihre Fortdauer stelle eine permanente Bedrohung der nationalen Sicherheit dar, hieß es aus Parlamentskreisen. Der Abgeordnete ʽAlî al-Badairî gab gegenüber dem SANA-Korrespondenten in Bagdad an, die US-Militärpräsenz bedrohe die Sicherheit und Stabilität des Landes aufgrund der offenkundigen Beziehungen zwischen dem US-Militär zu den Terrororganisationen, welche unter seinem Dach im westlichen Wüstengebiet aktiv sind. Der Abgeordnete vom aṣ-Ṣâdiqûn-Block, Ḥassan Sâlim, bemerkte dazu, die US-Administration habe das strategische Sicherheitsabkommen mit dem Irak nicht eingehalten und gegen die Rüstungsbedingungen verstoßen. Eine Fortsetzung des Abkommens sei zum Schaden der nationalen Souveränität. Deshalb beabsichtigten das Repräsentantenhaus und die derzeitige Regierung, dieses Abkommen in den kommenden Wochen aufzukündigen. Aḥmad Ḥaidar von der Aufbau-Koalition verwies auf die unverholenen US-Interventionen und Verstöße des US-Militärs im Irak. Dazu werde das Parlament ebenfalls noch Stellung nehmen. Dazu komme, daß Gruppen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und des Widerstands [im Counterterrorismus] von der Washingtoner Regierung auf die Terrorliste gesetzt worden seien. Demgegenüber bilde al-Ḥašd aš-Šaʽbî jedoch ein gesetzmäßiger Teil der irakischen Armee, dessen Mitglieder bei der Befreiung des irakischen Territoriums von der IS-Terrororganisation viele Opfer gebracht hätten. (https://www.sana.sy/?p=846936)
Gegenüber der Nachrichtenagentur INA gab das Sicherheitsinformationszentrum am 19.11.2018 bekannt, daß Sicherheitskräfte der 66. Brigade in der 20. Division sowie eines Spähtrupps unter dem Nînawâ-Kommando aufgrund von Geheimdienstinformationen eine Militäroperation im al-ʽAlân-Gebiet auf der Bâdûš-Gebirgskette im NW von Mossul durchgeführt haben und dabei etliche IEDs sowie drei Schlupfnester der IS-Terroristen zerstört haben, von denen eines über 100m lang war.
In ar-Rifâʽî im Distrikt al-Muʽallimîn in der Provinz Ḏî Qâr im Süd-Irak explodierte eine selbstgebaute Bombe, die jedoch nur geringfügige materielle Schäden verursachte. (https://www.sana.sy/?p=846819)
Den Irak und Iran verbinden tiefe, historische, soziale und kulturelle Beziehungen miteinander, unterstrich Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ per Mitteilung auf seinem Twitter-Account am So., 18.11.2018.Der Irak, der die Beziehungen zu den islamischen Nachbarländern pflegen möchte, könne Mittelpunkt für die Bildung regionaler Organisation unter Wahrung der jeweiligen nationalen Souveränität sein. Tags zuvor war Ṣāliḥ zu einem offiziellen Besuch nach Teheran gekommen, vom Staatsoberhaupt Âyatullâh ʽAlî Ḫâmanhây, Regierungschef Ḥassan Rûḥânî, dem Parlamentspräsidenten ʽAlî Lârîǧânî, dem Außenminister, Muḥammad Ğawâd Ẓarîf und dem Sekretär des Hohen Nationalen Sicherheitsrats des Irans, ʽAlî Šamḫânî, empfangen worden. am Sonntag reiste er weiter nach Saudi-Arabien. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44638)
Aus IS-Dokumenten, welche Russia Today-TV am 14.11.2018 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat, geht hervor, daß es innerhalb der IS-Terrororganisation spezielle Anreize für Terroranschläge gegen die Feinde mittels Einsatz chemischer Kampfstoffe (C-Waffen) gibt. Wer sich dafür zur Verfügung stellte, erhielt z.B. Gold, Silber, Autos. Dazu äußerte Oberstleutnant Ğâbir Asʽad (Jaber Asaad), Chef der Militärdokumentationsabteilung innerhalb des militärischen Geheimdienstes des Iraks, gegenüber Russia Today, diese Dokumente seien ein klarer Beweis dafür, daß im Irak die international geächteten C-Waffen durch den IS eingesetzt worden seien. Seine Abteilung verfüge noch über weitere Unterlagen des IS mit vollständigen Informationen über die Kämpfer in der Stadt Mossul wie Personenstandsdetails, wann der Beitritt erfolgt war, welche Einsätze ein einzelnes Mitglied mitgemacht hatte und wann und unter welchen Umständen es eventuell getötet worden sei.
Mindestens seit 2014 existierten Berichte über Produktionswerkstätten für und den Einsatz von C-Waffen, hauptsächlich Senfgas, durch Terrorgruppen.
Im Irak waren davon z.B. die Städte Tâza (d.i. Ṭûz Ḫûrmâtû), Falûğa und Tikrît während Kämpfen betroffen.
In Syrien waren von Anfang an seitens der US-Administration und ihrer Allierten automatisch die Regierung in Damaskus bzw. die SAA für C-Waffeneinsätze verantwortlich gemacht worden. Auf Untersuchungen der Sachverhalte vor Erhebung der Beschuldigungen wurde jedoch jeweils verzichtet, was entsprechende Schlüsse zulasse. (https://russian.rt.com/world/article/573340-irak-terroristy-igil-himoruzhiye)
Während einer Operation der Streitkräfte mit Unterstützung der Luftwaffe wurden am 14.11.2018 laut Meldung der Nachrichtenagentur INA in der Provinz Nînawâ 20 IS-Anführer getötet. Die in letzter Zeit wieder zugenommenen Anschläge (vgl.u.) würden von IS-Terroristen ausgeführt, die in einem geheimen Tunneln versteckt hielten. um diese auszuheben, fänden verstärkt Razzien statt. (https://www.sana.sy/?p=844247)
Syrien nimmt an der jährlichen, am Sa., 10.11.2018, eröffneten 45. Bagdad International Fair mit einem eigenen Pavillon teil, der großen Zuspruch erfährt. Angeboten werden Textilien, Industrie- und Landwirtschaftsprodukte, Kosmetik und Arzneimittel. An der Messe in der irakischen Hauptstadt nehmen dieses Jahr 700 Firmen aus 18 Ländern teil. (https://www.sana.sy/?p=844039, https://www.sana.sy/en/?p=151097 vom 14.11.2018)
Direktion des militärischen Geheimdienstes eröffnete am 12.111.2018 gegenüber as-Sûmariyya News die Aushebung der größten IS-Zelle in der Provinz al-Anbâr, bekannt für das Auslegen bzw. Anbringen von Sprengsätzen und Bomben. Der 10. Brigade des militärischen Nachrichtendienstes zusammen mit der 38. Infanterie-Brigade gelang, es alle sechs Terroristen im Bereich der Dörfer al-ʽAṣariyya und az-Zankûra bei ar-Ramâdî in einen Hinterhalt zu locken und zu verhaften. Auf sie sind Haftbefehle nach Artikel 4 des Terrorismusbekämpfungsgesetzes ausgestellt, ihnen droht damit die Hinrichtung. (https://sana.sy/?p=842701)

Dr. al-Miqdâd empfängt iorakische Delegastion unter Leitung von al-Ḫairullâh in Damaskus, Photo: SANA
Eine Delegation unter Führung von ʽUday al-Ḫairullâh, dem Leiter der Abteilung für Nachbarländer im irakischen Außenministerium, besuchte am Morgen des 11.11.2018 Damaskus und hielt im Außenministerium zwei Treffen ab.
Zuvor hatte eine Gesprächsrunde, auf syrischer Seite geführt Aḥmad ʽArnûs, dem Berater des Außenministers stattgefunden, wobei die bilateralen Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern diskutiert wurden. Dann empfing Vize-Außenminister Dr. Faiṣal al-Miqdâd die Delegation, wobei neben anderem die geplante Öffnung der gemeinsamen Grenzübergänge Thema war. Al–Ḫairullâh wies darauf hin, der Besuch diene der Vertiefung der gemeinsamen brüderlichen Beziehungen und der weiteren Koordinierung in den verschiedensten Bereichen, welche solche positive Erfolge, besonders auch im Counterterrorismus, erzielt habe. Auch Dr. al-Miqdâd untertrich die Bedeutung der kontinuierlichen Entwicklung und des Ausbaus der Beziehungen zwischen Syrien und dem Irak auf politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebieten. Beide Seiten äußerten Anerkennung der Leistung bei der Terrorismusbekänpfung des jeweiligen Nachbarlandes. Die beständige Abstimmung zwischen der SAA und der irakischen Armee wie der Standfestigkeit der Bevölkerung beider geschichtlich verbundener Länder im Kampf gegen den IS-Terrorismus habe große Erfolge erzielt und werde helfen, die extremistischen Gruppen in beiden Ländern zu beseitigen. Wörtlich bemerkte der Vize-Außenminister: „Die Wiedereröffnung der Grenzübergänge zwischen den beiden Ländern erhöht deren beider Abwehrstärke, stärkt ihre Wirtschaftsbeziehungen und bietet Möglichkeiten für den Wirtschafts- und Handelsaustausch, um den Bedürfnissen und Interessen der beiden brüderlichen Völker gerecht zu werden.“ An den Gesprächen nahmen desweiteren Aḥmad ʽArnûs, Ġasân ʽAbbâs, Direktor der Rechtsabteilung, Murtaḍâ al-Ğamâl, Direktor der Abteilung für arabische Länder, und Usâma ʽAlî, Direktor des Büros des Vize-Ministers des Äußeren und der Expatriierten, teil. (https://www.sana.sy/?p=842346)
Infolge der jüngsten terroristischen Angriffe bzw. Anschläge mit insgesamt 18 Toten und weiteren Verwundeten in der Stadt Mossul (s.u.) erklärte eine Quelle aus dem Operationskommando der Provinz Nînawâ im Telefonat mit dem SANA-Korrespondenten in Bagdad vom 10.11.2018: „Das Operationskommando hat mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Stadt Mossul zu gewährleisten und die Bürger vor Terroranschlägen nach dem Autobombenanschlag in der Stadt zu schützen, bei dem vier Bürger getötet und elf andere verletzt wurden., und dem Angriff einer Terrorgruppe auf die Gegend von Ḫirbat Ḥamâd im Stadtteil al-Ḥaḍar im Süden Mossuls, welcher zum Tod von drei Brüdern führte.“ An den Provinzgrenzen sei verstärkt Militär stationiert, um Terroristenbewegungen zu unterbinden; besonders gesichert würden auch die Stadtgrenzen von Mossul zusätzlich zum Einsatz von fest eingerichteten und unregelmäßigen Patrouillen rund um die Uhr.
Für den Vize-Vorsitzenden des Parlaments, Bašîr al-Ḥadâd, waren diese Vorfälle ein Indikator für das Bestehen von Schläferzellen in der Gegend, welche eliminiert werden müßten. Zudem müsse die Sicherheitslage der Stadt auf Schwachstellen untersucht werden, um diese zu beheben. (https://www.sana.sy/?p=842106)
Laut Mitteilung des Chefs des Sicherheitskomitees der Provinz Diyâlâ, Ṣâdiq al-Ḥussainî, vom 9.11.2018, erstürmten irakische Sicherheitskräfte in dieser Woche 13 Ziele der IS-Terrororganisation in abgelegenen Gebieten und auf komplexem Gelände in Ḥamrîn und Wâdi Ṯalâb sowie in der Nähe der Grenze zur Provinz Ṣalâḥuddîn. Dabei wurde die größte IS-Zelle der Provinz Diyâlâ eliminiert, drei IS-Führer getötet und die jeweils zugehörigen Schlupfnester zerstört. Außerdem wurde die Detonation einer weiteren Autobombe in Mossul (s. Vortag), dieses Mal auf dem rechten Tigris-Ufer rechtzeitig verhindert. (https://www.sana.sy/?p=841426 )
Bei der Explosion einer Autobombe in der Nähe eines Restaurants in der Bagdad-Straße von Mossul wurden am Donnerstagabend, dem 8.11.2018, drei Personen getötet und vier weitere verletzt. Die Verwundetenzahl mußte nach oben auf zwölf korrigiert werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44492, https://www.sana.sy/?p=841426) – Aktualisierung der Opferzahl auf vier Getötete und elf Verletzte. (https://www.sana.sy/?p=842106)
Generalmajor ʽImâd az-Zuhairî, Kommandant der Operationen im Raum Sâmarâ´, informierte am 8.11.2018 darüber, daß vergangene Nacht in der Stadt ein wichtiges IS-Netzwerk zerschlagen worden sei. Sechs Terroristen wurden verhaftet. (https://www.sana.sy/?p=840989)
Nach Mitteilung von Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, dem Sprecher des Stabs für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, vom 7.11.2018 wurde beim Durchkämmen des Gebiets um das Dorf al-ʽAyûn in der Provinz Diyâlâ nach einem Zusammenstoß mit ihnen drei IS-Terroristen getötet, ein Polizeibeamter wurde dabei verletzt.
Die Luftwaffe richtete in der Provinz al-Anbâr einen Angriff auf IS-Terroristen, die per Motorrad in der Gegend zwischen dem aṯ-Ṯarṯâr-See und der al-Baġdâdî im Distrikt von Hît unterwegs waren. Dabei wurden ein IS-Anführer und drei seiner Gefährten eliminiert.
Am Vortag, dem 6.11.2018, gelang es Soldaten in der Provinz Kirkûk, eine IS-Terrorzelle auszuheben und 26 Personen gefangenzunehmen. (https://www.sana.sy/?p=840587)
Aufgrund vorliegender Geheimdienstinformationen gelang Polizeikräften am 5.11.2018 die Inhaftnahme der gesuchten IS-Terroristin, bekannt unter dem Kürzel ḤSM, auf die ein Haftbefehl vom Berufungsgericht von Kirkûk ausgestellt war, wie as-Sûmariyya News unter Bezugnahme auf Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat meldete.
Derweil hatte eine Einheit von al-Ḥašd aš-Šaʽbî eine Sicherheitsoperation zum Aufspüren von IS-Zellen in den Bergen von Nafṭ Ğâna, Ḥafâyir und an-Nuwaider im nordöstlichen Teil der Provinz Diyâlâ durchgeführt und Waffen und Ausrüstung des IS beschlagnahmen können. (https://www.sana.sy/?p=839554)
Wie aus dem Büro des neuen Ministerpräsidenten verlautete , wurde nach Vereidigung der neuen Regierung, die Mitglieder der vorhergehenden – Ḥaidar al-ʽAbâdî und 20 Minister – ab dem 25.10.2018 in den Ruhestand versetzt, berichtete as-Sûmariyya News am 4.11.2018. Das Kabinett von ʽAdl ʽAbdul Mahdî besteht nun aus 14 von ihm vorgeschlagenen Ministern. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44406)
Dank der Koordinierung der Operationen der SAA und der irakischen Streitkräfte an der gemeinsamen Grenze und des Informationsaustauschs werden die verbliebenen Terroristennester in diesem Gebiet immer effektiver bekämpft. Laut dem Kommando, zuständig für die al-Ğazîra-Operationen vom 4.10.2018 wurde auf irakischer Seite ein gepanzertes Bataillon im Gebiet von al-Qâ´im stationiert, um die Überwachungstätigkeit zu Lande und in der Luft zu unterstützen und Bewegungen des IS zu verhindern, wie [Staatspräsident?] Ṣâliḥ selben Tags mitteilte. Die IS-Terroristen in ihrer Enklave auf syrischer Seite um die Orte Hağîn, Sûsa und al-Bâġûz würden damit von vier Seiten belagert und die Dörfer in der Nähe der syrisch-irakischen Grenze seien damit sehr gut gesichert. (https://www.sana.sy/?p=839387)
Zudem erklärte ein Kommandeur der inzwischen in die irakische Armee integrierten Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (engl.: Popular Mobilization Units, PMU), Hāšim al-Musawwî, die irakischen Kräfte seien bereit für einen Militärschlag gegen die verbliebene IS-Enklave auf syrischer Seite, falls sich beide Regierungen darauf verständigten. Dazu erläuterte er: „The PMU carried out many rocket attacks inside Syria territory … it targeted key positions of ISIS and killed a number of its commanders.” Bislang haben sich die sich in Syrien völkerrechtswidrig aufhaltenden US-Militärs und die von ihnen unterstützte SDF als unfähig erwiesen, den IS in dieser Enklave östlich des Euphrats zu eliminieren, im Gegensatz dazu in letzter Zeit sogar heftige Rückschläge erlitten und Gebietsverlust zu verzeichnen gehabt. Verscheidentlich wurde schon deutlich gemacht, daß das Pentagon gar nicht an einem sieg über den IS in Syrien interessiert sei, da sonst die Vorgabe für die US-Präsenz, den IS zu bekämpfen, entfiele. (S. Iraqi PMU Vows To Eliminate ISIS In Syria’s Euphrates Valley After US-backed Forces Fail To Do This)
Gemäß Mitteilung von Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat wurden bei einer Operation der 2., 11. und 12. Brigade unter Deckung der Luftwaffe im Gebiet Qara Bûtik südöstlich von Maḫmûr in der Provinz Nînâwâ im Nordirak 19 Terroristen getötet. (https://www.sana.sy/?p=838177)
Wie Generalmajor Ziyâd at-Tamîmî gegenüber as-Sûmariyya News am 1.11.2018 mitteilte, unternahm eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Einheit eine Militäroperation im Gebiet des Dorfes Miqdâdiyya in der Provinz Diyâlâ, wobei sie den IS-Anführer Yâsir Naʽnâʽ des sog. Wilâya Diyâlâ [d.h. das Oberhaupt des Diyâlâ-Gouvernements des Islamischen Staates] gefangennehmen konnten. Zudem wurde eine groß angelegte Säuberungsoperation der irakischen Truppen östlich der Tulûl al-Bâğ in der Provinz Ṣalâḥuddîn gestartet, um dort verbliebene IS-Zellen zu eliminieren.
Der Militärgeheimdienst gab heute auch die Verhaftung von drei IS-Anführern in ar-Ruṭba in der westlichen Provinz al-Anbâr bekannt.
Währenddessen teilte die Nachrichtenagentur INA mit, Brigaden von al-Ḥašd aš-Šaʽbî hätten heute morgen zusammen mit Armeekräften unter Deckung der Luftwaffe eine ausgedehnte] Operation zur Säuberung der sog. al-Ğazîra [Gebiet zwischen Euphrat und Tigris] von verbliebenen IS-Terror(schläfer)zellen gestartet. Dabei begannen die Streitkräfte ihre Aktion vom Süden von al-Ḥaḍar in der Nähe der westlichen al-Ğazîra aṣ-Ṣiniyya östlich der Tulûl al-Bâğ aus. Diese Anhöhen dienten dem IS immer wieder als Startrampe für Attentate und Entführungen von Zivilisten aus der Wüste heraus. die Operation dient damit der Sicherung der Dörfer und Städte am Rand der Wüste. (https://www.sana.sy/?p=837509)
Ṣafâ´ as-Sâʽdî, der Befehlshaber der al-Ḥašd aš-Šaʽbî –Operationen in der Provinz Ṣalâḥuddîn, gab gegenüber as-Sûmariyya News am 1.11.2018 bekannt, daß Brigaden von al-Ḥašd aš-Šaʽbî der Provinzen Ṣalâḥuddîn und Nînawâ mitder irakischen Armee und Unterstützung der Luftwaffe eine Säuberungsaktion im Wâdî Ṯarṯâr ausgeführt haben, dabei 11 IS-Terroristen getötet, IS-Verstecke zerstört und zur Sprengung vorbereitete Waffen, Munition u.a. Krigesmaterial der Terroristen beschlagnahmt hätten. (https://www.sana.sy/?p=837670)
Nach Erhalt genauer Informationen über den Aufenthalt von IS-Terroristen nahe der irakisch-syrischen Grenze, welche schon Angriffe getätigt hatten, wurde der Ort gezielt bombardiert, wodurch zwei IS-Anführer getötet wurden, teilte der Vize-Kommandeur der Einsatzkräfte im westlichen al-Anbâr, Aḥmad Naṣrullâh, am 31.10.2018 gegenüber as-Sûmariyya News mit. Weiter versicherte Naṣrullâh, daß den US-Streitkräften der Aufenthaltsort ebenfalls bekannt gewesen sei, diese jedoch keinen Angriff auf den IS unternommen hätten! Dies bestätige erneut frühere Berichte über die US-Unterstützung für den IS. Z.B. waren von US-Hubschraubern schon wiederholt IS-Anführer mit Familien evakuiert worden [zu den Vorfällen s.u.!]. (https://www.sana.sy/?p=837023)
Einen Einblich in das Wallfahrtsgeschen in Karbalâ´ zum ʿšūrāʾ-Fest (vgl.u.) am 30.10.2018 liefert eine Photostrecke in: http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44296
Nach Auskunft durch das Sicherheitsmedienzentrum meldete as-Sûmariyya News am 30.10.2018 zum Attentat in Ḫânaqîn in der Provinz Diyâlâ: „Der Terroranschlag ereignet infolge [der Detonation] eines improvisierten Sprengsatz auf der Straße zum Dorf Bâbâ Maḥmûd am Rande von Ḫânaqîn in der Diyâlâ Provinz; zwei Menschen wurden getötet und sieben weitere verletzt, die meisten von ihnen waren Frauen.“
Am Vortag, dem 29.10.2018, wurde zudem ein irakischer Zivilist von einem Terroristen mit Elektroschockern im Südosten von Bagdad getötet.(https://www.sana.sy/?p=836617)
Zum ʿšūrāʾ-Fest (Näheres dazu vgl.u.) am 30.10.2018 (dem 20. Safar 1439 des islamischen Mondkalenders), das besonders von Šîʽiten, aber auch Sunniten begangen wird, fand in der Wallfahrtsstadt Karbalâ´ am 29.10.2018 ein gemeinsamer Marsch beider Glaubensrichtungen statt als Symbol, daß die Versuche der Spaltung zwischen beiden, die seit Monaten durch Mittelsmänner aus dem Ausland betrieben werden (dazu s.u.), ihr Ziel nicht erreichten und die Iraker ein Volk in einem geeinten Staat seien. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44279; s.a. http://parstoday.com/de/news/world-i44254 und http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44250)
Laut Mitteilung des lokalen Kommandeurs von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Ghassem Mosleh [Qâsim Muṣlaḥ?] vom 29.10.2018 habe es während der beiden letzten Tage heftige Angriffe von IS-Terroristen in Syrien im Gebiet der Stadt as-Sûsa im Osten der Provinz Dair az-Zaur gegeben, während deren sich die US-unterstützten SDF-Kräfte unter enormen Gebietsverlusten hätten zurückziehen müssen. In der Folge wurde der Übergang an der gemeinsamen Grenze bei Bâġûz östlich von al-Bû Kamâl geschlossen und weitere al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Einheiten an die Grenze verlegt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44259)
Durch das Auktionshaus Christies soll am 30.10.2018 ein assyrisches Artefakt aus der antiken Stadt Nimrod zur Versteigerung kommen, welche während der Wirren der Terroristenübergriffe in den Jahren 2014 – 2017 geraubt wurde wie schon viele Skulturen von arschäologischen Stätten und aus irakischen Museen. Wie Der Staatssekretär des Ministeriums für Tourismus und Altertümer, Qais Ḥussain Rašîd, am 26.10.2018 bekannt gab, unternehme man alles, um die Versteigerung zu stoppen. Eingeschaltet wurden in der Sache die irakische Botschaft in Washington, die UNESCO und Interpol. Die irakischen Behörden (einschließlich des Auswärtigen Amtes) egten hierfür alle nötigen Unterlagen inklusive Photographien vor. Das Wandbild zierte einmal den Palast des Königs Assurnasirpal II. in Nimrud. (https://www.sana.sy/?p=834779) – Zu den Zerstörungen in Nimrud durch den IS vglu.!
As-Sûmariyya News meldete am 26.10.2018 aufgrund einer Verlaubarungt des Sicherheitsmedienzentrums, daß die Polizei zwölf IS-Terroristen in Mossul verhaftet habe. In den letzten zwei Tagen sei es zudem gelungen drei Terroristen in der Nähe von Bâdû š nördlich von Mossul gefangenzunehmen und eine terroristische Zelle in der Provinz al-Anbâr asuzuheben, wobei ebenfalls eines der prominentesten Elemente der IS-Terrororganisation in Haft genommen worden sei. (https://www.sana.sy/?p=834856)
Weitere sechs IS-Terroristen wurden am 26.10.2018 während einer Militäroperation zum Aufspüren von Terrorzellen im Bezirk ʽAmiriyya aṣ-Ṣamûd im Süden der Stadt Falûğa in der Provinz al-Anbâr in Flüchtlingslagern identifiziert und festgenommen. (https://www.sana.sy/?p=834567)
Nach der ersten Sitzung des neuen Kabinetts am Do., 25.10.2018, erklärte Ministerpräsident ʽAdl Abdul-Mahdî offiziell, der Irak, der selbst durch Sanktionen enorme Verluste erlitten habe, werde keinerlei Sanktionierungen und Wirtschaftsblockaden über das internationale Recht hinaus befolgen. Ebenfalls betonte er: „Die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder ist eine Priorität der neuen irakischen Regierung.“ Als Folge daraus werde ferner jeglichen Angriff auf ein befreundetes Land, mit dem der Irak gemeinsame Interessen und Konzepte gegen Terrorismus und zur Herstellung von Frieden in der Region und weltweit hat, abgelehnt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44227) – Die Ansagen richten sich – im Kontext gesehen – vor allem gegen die USA bzw. die US-geführte Koalition, welche ihre rechtwidrige Präsenz z.B. in Syrien weiterhin behauptet, gegen den Iran vorgeht und in diesem Zusammenhang nicht von den UN ausgehende und damit illegale Sanktionen z.B. gegen Syrien, Rußland, den Iran etc. erläßt. Dabei haben letztere Staaten bislang z.B. über das Astana-Format bemerkenswerte Fortschritte und Erfolge zur Befriedung des Nahen Osten auf politischem Weg erzielt (s. Syrien-Thread!).
Während ihrer Operation zur Eliminierung verbliebener IS-Zellen entdeckten Soldaten am 24.10.23018 solche im Gebiet von al-Bû Ṭîbân, az-Zankûra und Kîlû 5 in der westlichen an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr. Die Terroristen wurden verhaftet. (https://www.sana.sy/?p=833585)
Bei der Explosion einer Autobombe des IS auf dem Sûq al-Qayâra [einem belebten Markt] in der Stadt Mossul wurden am 23.10.2018 zehn Personen verletzt wie as-Sûmariyya News aufgrund einer Mitteilung vom Sicherheitsinformationszentrum berichtete. (https://www.sana.sy/?p=832939)
Der Generaldirektor des Departments Geheimdienste und Terrorismusbekämpfung im Innenministerium, Abû ʽAlî al-Baṣrî“, berichtete der nationalen Nachrichtenagentur gegenüber am 21.10.2018, den Sicherheitsdiensten sei es gelungen, mittels Infiltrierung einer IS-Zelle, diese auszuheben und damit die geplanten Terroranschläge im Iran, der Türkei und europäischen Ländern zu vereiteln. Möglich geworden sei dies durch die Zusammenarbeit der vier Landesregierungen des Iraks Syriens, des Irans und Rußlands im Internationalen Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus in Bagdad, das sie 2015 mit Einladung an weitere Staaten zur Teilnahme eingerichtet hatten (vgl.u.). Aufgrund der sorgsam gesammelten Beobachtungen und Daten konnte die IS-Zelle ausgemacht und auspioniert werden, bevor die Festnahme erfolgte.
Zu den erlangten Informationen gehörte auch, daß der IS plant, seine Präsenz in der Türkei, in Frankreich, Nordafrika und Ostasien durch Wieder-Rekrutierung der aus Syrien und dem Irak geflüchteten und künftig fliehenden IS-Kämpfer zu stärken mit dem Ziel, mit diesen Elemente neuen terroristische Operationen durchzuführen. Namen und Einsatzorte seien einer Reihe von Geheimdiensten im Ausland zur Verfügung gestellt worden. (https://www.sana.sy/?p=831943)
Bei Razzien töteten Kämpfer der 16. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî zwei IS-Terroristen, die sie dank Geheimdienstinformationen nach einer Überwachungstätigkeit im Gebiet ar-Rašâd südlich von Kirkûk ausgemacht hatten, wie as-Sûmariyya News am 19.10.2018 berichtete. (https://www.sana.sy/?p=831262)
Während einer Konferenz zur Diskussion der Arbeitsbedingungen im Ölsektor gab Ölminister Ğabâr al-Luʽîbî bekannt, die derzeitigen Ölexporte über die südlichen Häfen des Landes hätten 3,6 Millionen Barrel pro Tag erreicht. Das sei die höchste Exportquote seit 2003 und angesichts der kurzen Zeit [nach Zerschlagung der IS-Terrororganisation] und unter den gegebenen Umständen und Herausforderungen eine enorme Leistung. Zum Abbau der grassierenden Arbeitslosigkeit – einem Grund für die Aufstände vor Erstellung der neuen Regierung (s.u.) – werde von ausländischen Ölfirmen im Irak verlangt, daß 80% ihrer Angestellten ausschließlich Iraker sein müssen. (https://www.sana.sy/?p=830589 vom 18.10.2018)
Laut Webseite des EU-Rats vom Mo., 15.10.2018, verlängerte die EU das Mandat der Beratenden Mission der EU (EUAM Iraq) bis zum 17.4.2020 und bewilligte hierfür ein Budget in Höhe von 64,8 Millionen US-$ für den Zeitraum: 18.10.2018 – 17.4. 2020. Gemäß Erklärung nach Beendigung einer Sitzung des EU-Rats in Luxemburg hieß es dazu, in Zusammenarbeit mit den im Irak tätigen wichtigsten internationalen Akteuren wie z.B. der NATO trage die 2017 mit Zentralbüro in Bagdad eingerichtete EUAM „zur Umsetzung einer umfassenden Strategie zur Bekämpfung des Terrorismus und der organisierten Kriminalität mit konkretem Bezug zu Grenzmanagement, Finanzkriminalität, Geldwäsche und dem illegalen Handel mit Kulturgütern bei.“ Missionsleiter ist Markus Ritter. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44076 vom 17.10.2018)
Liebe Leser! Mephisto begibt sich näher an das Geschehen. Eingehende Nachrichten können voraussichtlich erst wieder ab dem 26.10.2018 eingestellt werden. (Die bis dahin aufgelaufenen Beiträge werden nachgetragen)
Der neue Staatspräsident Barham Ṣâliḥ empfing am 17.10.2018 in Bagdad die Botschafter arabischer und weiterer ausländischer Staaten, darunter den syrischen Gesandten Ṣaṭâm Ğadʽân ad-Dandaḥ. Dabei erklärte Ṣâliḥ, der Irak wolle die Beziehungen zu allen brüderlichen und freundschaftlich gesinnten Ländern verbessern in einer Weise, die den gemeinsamen Interessen ihrer Völker diene. Der Irak befinde sich derzeit am Beginn einer neuen Phase. Die erfolgte Regierungsbildung ermögliche es, künftige Herausforderungen anzupacken und Hindernisse zu überwinden, um dem Land wieder Frieden und Fortschritt zu bringen. (https://www.sana.sy/?p=830037)
Laut Information von Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat, Kommandant der irakischen Bundespolizei, gegenüber der Presse vom 16.10.2018 führte die 13. Brigade am Ufer des Tigris und nördlich von Sâmarâ´ (Samarra) eine Suchaktion innerhalb einer Operation der 4. Division durch und stieß dabei auf vier selbstgebaute, von IS-Terroristen zurückgelassene Sprengsätze. Bei deren Detonation wurden zwei Lager der Terroristen am Tigris zerstört. (https://www.sana.sy/?p=829775)
Gemäß offizieller Bekanntgabe durch die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der iranischen Revolutionsgarde (Sepah) vom 16.10.2018 ist während einer Aufklärungs- und Überraschungsoperation der inländischen Sicherheitskräfte in der Provinz Diyâlâ im NO von Bagdad am Morgen der Planer des Terroranschlags von Ahwâz (s. Syrien) im Iran vom 22.9. 2018, Abu Zahi [Abû Zâhî], zusammen mit vier weiteren Terroristen getötet worden. (http://parstoday.com/de/news/iran-i44070)

Der libanesische Präsident ʽAûn (rechts) empfängt den irakischen Außenminister al-Ğaʽfarî in Beirut, Photo: SANA
Am 16.10.2018 traf Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in Beirut den libanesischen Präsidenten Michel ʽAûn. Dabei gratulierte ʽAûn al-Ğaʽfarî zur [fast vollständigen] Befreiung des Iraks vom Terrorismus und der Rückkehr von Sicherheit und Stabilität ins Land. Beide Seiten bekräftigten den Wunsch, die libanesisch-irakischen Beziehungen zu stärken und in allen Bereichen weiterzuentwickeln. Der libanesische Präsident verwies auf die aggressiven Praktiken der israelischen Regierung gegen den Libanon, welche UN-Resolutionen – vor allem der Nr.1701 – zuwiderhandelten, wie gegen die Palästinenser in den israelisch besetzten Gebieten. Ibrâhîm al-Ğaʽfarî versicherte die stete Unterstützung des Libanon seitens des Iraks und betonte die Vertiefung der bilateralen brüderlichen historischen Beziehung. (https://www.sana.sy/?p=829870)
Erneut haben türkische Kampfjets Luftangriffe auf nordirakischem Territorium im az-Zâb-Gebiet der Provinz Kirkûk auf PKK-Stellungen ausgeführt, wie der Generalstab am Montagabend, 15.10.2018, mitteilen ließ. Gegen diese Art Souveränitätsverletzungen hat sich die irakische Regierung bislang erfolglos beschwert (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i44051)

Gemeinsame Pressekonferenz des syrischen Außenministers Walîd al-Muʽallim (rechts) und seines irakischen Amtskollegen Ibrâhîm al-Ğaʽfarî vom 15.10.2018 in Damaskus, Photo: SANA
Seit So., 14.10.2018 befindet sich Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî auf dreitägigem Staatsbesuchin Damaskus. Ausführlich dazu wird im Themenstrang (thread) Syrien berichtet.
Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit der gemeinsamen, ca. 200km langen Grenze zwischen Syrien und dem Irak haben die Streitkräfte letzteren Landes Bataillone entlang derselben stationiert, behalten dabei stets den Kontakt zur Luftwaffe wie dem Operationszentrum und kontrollieren sämtliche Übergänge zwischen al-Qâ´im und Tal Ṣafwak (Tal-e Safvak), um terroristische Aktivitäten zu verhindern, wie der Fernsehsender al-Mayâdîn am Fr., 12.10.2018, meldete.
Einheiten des Militärgeheimdienstes spürten zudem ein IS-Waffenlager in aṣ-Ṣaqlâwiyya (Saqlawiyah) auf und beschlagnahmten 83 Mörsergranaten. (http://parstoday.com/de/news/world-i43999)
Während seines zweitägigen Irak-Besuchs traf der türkische Außenminister, Mevlüt Çavuşoğlu, am 11.10.2018 in Nağaf im Südirak mit Staatspräsident Barham Aḥmad Ṣāliḥ, dem Führer des Sâ´rûn-Blocks, Muqtadā aṣ-Ṣadr, dem Parlaments– und Ministerpräsidenten sowie Turkmenenvertretern zusammen. Themen waren die Bewertung der gegenseitigen Beziehungen, der Wiederaufbau und Kooperationsmöglichkeiten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i43990) – Zur schwierigen Beziehung der Türkei zum Irak infolge seiner aggressiven Militäraktionen im Irak s.u.!
Die Parlamentspräsidenten des Iraks, Muḥammad al-Ḥalabûsî, und des Irans, ʽAlî Lârîğânî, trafen am Di., 9.10.2018, am Rande des 3. Parlamentariertreffens der Mitgliedsstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion im türkischen Antalya zusammen. Dabei kamen sie überein, die gegenseitigen Beziehungen zu vertiefen; z.B. könnten iranische Unternehmen mit dem Irak in den Bereichen Industrie und Landwirtschaft zusammenarbeiten. Lârîğânî bemerkte: „Einige versuchen, Spannungen zwischen Iran und Irak zu erzeugen, aber sie werden es niemals schaffen„, und versicherte: „Die Islamische Republik Iran ist bereit, dem Irak zu helfen, wann immer es nötig ist.“
Al-Ḥalabûsî bedankte sich für die geleistete Unterstützung bei der Terrorismusbekämpfung. Sodann verurteilte er die gegen den Iran druch die USA verhängten Sanktionen und erklärte: „Irak ist bemüht, durch den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu Iran, den entstandenen Druck durch die Sanktionen zu verringern.“ Hinsichtlich der Versuche einiger Länder, Spaltungen in der Region zu schaffen, bemerkte der irakische Parlamentschef zudem: „Die parlamentarische Diplomatie zwischen Iran und Irak muss jetzt gestärkt werden, außerdem müsse man umfassende Maßnahmen zur Lösung der Probleme in der Region ergreifen.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i43967)
Gemäß einem eingegangenen Schreiben der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini gab Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî in einer Mitteilung am Mo., 8.10.2018, bekannt, die EU-Vertreterin habe darin dem Irak eine Wiederaufbauhilfe von 400 Millionen € zugesagt, zu der sich die EU bereits im Februar des Jahre in Kuwait-Stadt beim internationalen Investmentforum verpflichtet hatte. Der Gesamtschaden infolge der Terroristeneinwirkung und der Bekämpfung des IS im Irak belaufe sich nach Angaben der Regierung auf ca. 100 Milliarden US-$. (S. EU unterstützt Irak mit 400 Millionen Euro) – Während für den Irak dieses Geschenk feststeht, kann Syrien nicht mit Ähnlichem rechnen. Allerdings ist im Irak im Gegensatz zu Syrien der durch die US-britische Invasion (2003) eingeleitete Regimechange erfolgt!
Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî informierte as-Sûmariyya News am 7.10.2018 darüber, daß eine gemeinsam mit Armeekräften durchgeführte Sicherheitsoperation in der Nähe von Tal ʽAfar in den Bergen (Ğibâl) von Mâl und Yirân zur Eliminierung verbliebener IS-Zellen beginne mit angeschlossener Entminungsaktion. (https://www.sana.sy/?p=825533)
Der Vize-Kommandeur der Militäroperationen in al-Anbâr, Aḥmad Naṣrullâh, teilte am 6.10.2018 der Agentur INA mit, es begänne an jenem Tag eine großangelegte vorsorgliche Sicherheitsoperation im westlichen Wüstengebiet der Provinz al-Anbâr [d.h. in Richtung der syrischen Grenze], an der Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, die im westlichen al-Anbâr Dienst täten, und solche der 13. Brigade teilnähmen sowie Leute des militärischen Geheimdienstes und der Pioniertruppe. Ziel sei restliche IS-Terroristen auszuspüren und zu eliminieren, ausgehend vom as-Sarğa-Gebiet in das von Umm Tîna und der Maqâlaʽ Ibrâhîm (Steinbrüche) bis in die Ḫarğa-Region. (https://www.sana.sy/?p=825090)
Gemäß Meldung von as-Sûmariyya News vom 6.10.2018 wurden in Tikrît in der Provinz Ṣalâḥuddîn infolge eines Suizidanschlags ein Zivilist getötet und 32 weitere verletzt. Letztere wurden von einem Bus zu ihrer Arbeitsstätte, einer chinesischen Raffinerie, gefahren, als der Bus getroffen wurde. Zuvor hatte eine Sicherheitsquelle berichtet, daß ein Sprengkörper auf einen Bus mit Arbeitern der chinesischen Raffinerie abgeschossen worden sei, als er durch Tikrît in der Nähe der Hûndây-Brücke gefahren sei und sprach von einem Todesopfer und 13 Verletzten.
Nördlich von Bagdad in der Gegend von Sabʽ al-Bûr hätten laut Aussage eines Polizisten Bewaffnete das Feuer auf einen Zivilisten eröffnet und diesen erschossen.
Durch einen Autobombenanschlag in der Gegend von Falûğa in der Provnz al-Anbâr wurden fünf Personen verletzt, darunter zwei Polizisten.
Schon am Mi., 3.10.2018, seien drei Iraker ebenfalls bei einem Autobombenanschlag in der nordirakischen Provinz Kirkûk verletzt worden. (https://www.sana.sy/?p=825079)
Am Donnerstagabend, 4.10.2018, teilte der designierte und damit geschäftsführende Regierungschef ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî (vgl.u.) mit, er wolle keinem Parlamentsabgeordneten den Posten eines Ministeriums zuerkennen, rief jedoch die Parteien auf, Vorschläge für Ministerposten einzureichen. (S. Irak: Adel Abdul Mahdi schließt Einberufung von Abgeordneten in sein Kabinett aus) – ʽÂdil ʽAbdul-Mahdî al-Muntafiqî als Angehöriger einer US-unterstützten Oppositionsgruppe zur Regierung von Ṣaddām Ḥussain vollzog in seinem selbstgewählten Exil in Frankreich einen radikalen Wandel von einem Anhänger des Marxismus zu einem von Ayatullâh Ḫumainî (Khomeini).Er ist Mitglied des Islamic Supreme Council of Iraq (kurz: ISCI bzw. SIIC), der früher Supreme Council for the Islamic Revolution in Iraq (kurz: SCIRI) geheißen hat und 1982 im Iran gegründet worden ist.
Den Sicherheitskräften gelang es am 3.10.2018, nach Geheimdienstinformationen in Zusammenarbeit mit Bürgern ein IS-Terrornetzwerk bestehend aus 13 Elementen auf dem linken Tigrisufer von Mossul, der Provinzhauptstadt von Nînawâ, zu sprengen und die Mitglieder zu inhaftieren. (https://www.sana.sy/?p=824225)
Im Parlament wird derzeit unter Vorsitz des neuen Parlamentspräsidenten al-Ḥalabûsî (vgl.u.) der Präsident der Republik (Staatspräsident) als Teil der seit Monaten andauernden neuen Regierungsbildung gewählt, wie al-Mayâdîn und as-Sûmariyya News am 2.10.2019 melden. Nachdem keiner der Kandidaten genügend Stimmen der 301 teilnehmenden Abgeordneten auf sich vereinigen konnte, wird eine zweite Runde nötig. Zur Wahl stehen Barham Aḥmad Ṣāliḥ (zuvor 165 Stimmen) und Fu´âd Ḥussain (zuvor 89 Stimmen, während Frau Sarwa ʽAbdul Wâḥid (zuvor 18 Stimmen) ausscheidet. Die Patriotische Union Kurdistans hat zur Wahl von Ṣāliḥ aufgerufen, der gute Beziehungen zu den USA pflegt.
Nachdem die Kurdische Demokratische Partei ihren Kandidaten zurückzog, gewann Barham Aḥmad Ṣāliḥ die Wahl.
Ṣāliḥ war bereits Vize-Ministerpräsident der US-kreierten Übergangsregierung 2003 nach der Invasion mit Sturz der alten Regierung. Nach seiner Wahl beauftragte er ʽAdl Abdul-Mahdî mit der Regierungsbildung. (S. Irak: Neuer Präsident vereidigt) – Der irakische Staatspräsident hat in etwa vergleichbare Funktionen wie derjenige der BRD oder Österreichs, wohingegen die Schweiz keine natürliche Person sondern eine juristische – den Bundesrat (allerdings mit einem Vorsitzenden) – als Staatsoberhaupt hat, ähnlich dem deutschen Kaiserreich bis 1918.
Wie mindestens seit Betrieb des gemeinsamen Informationszentrums in Bagdad (s.u.) nicht anders zu erwarten, war auch der Irak zuvor von der iranischen counterterroristischen Operration vom Morgen des 1.10.2018 in Ost-Syrien informiert worden, wie as-Sûmariyya News am 1.10.2018 bestätigt.
In Ausweitung der ebenfalls schon mehrfach kritisierten US-Festsetzung auf irakischem Territorium soll gemäß Aussage des Pîšmarga-Kommandeurs Ğalîl Sîrawân eine neue US-Militärbasis im grenznahen Gebiet zu Syrien in der Provinz al-Anbâr in der strategisch wichtigen Region al-Qâ´im (Al Ghayem), welche Anfang November des Vorjahres (s.u.) vom IS befreit worden war, errichtet worden sein. (S. Neue US-Militärbasis an der irakisch-syrischen Grenze vom 30.9.2018)
Am 29.9.2018 berichtete as-Sûmariyya News, die Bundespolizei habe während ihrer Operation zur Eliminierung verbliebener IS-Zellen in mehr als 23 Dörfern südöstlich von Mossul wurden 21 IS-Terroristen getötet, Tunnel zerstört, Lager mit Waffen, Munition und Sprengsätzen entdeckt. Tags zuvor waren bei der Aktion sechs IS-Extremisten verhaftet worden.
Ebenfalls am 29. September wurde ein irakischer Zivilist bei der Explosion eines selbst gebauten Sprengkörpers im Dorf Maḥmûd ʽAzîz Aġâ, Kreis Ḫânaqîn, im Nordosten der Stadt Baʽqûba in der östlichen Provinz Diyâlâ verletzt, wie ein Sicherheitsbeamter angab. Gleiches widerfuhr einem anderen Bürger früher am Tag in der Mitte der Provinz Babylon [arab.: Bâbil]. (https://www.sana.sy/?p=821707)

Rede von Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî während der 73. UN-Generalversaqmmlung in New York, Photo: news.un.org
In seiner Rede vor der 73. UN-Generalversammlung in New York am 29.9.2018 betonte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî die Unterstützung seines Landes für Syrien, damit es wieder Sicherheit und Stabilität erlange, seine territoriale Integrität bewahre und zu einer ausgewogenen politischen Lösung der Krise gelange.
Beim Counterterrorismus sei es mit der militärischen Bekämpfung nicht getan, es müsse auch den Ursachen begegnet werden – darin stimmte er mit der Darlegung des syrischen UN-Botschafters vom Vortag überein. Auch hierbei müsse die Internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten, um eine Immunisierung gegenüber dem extremistischen Gedankengut zu erzielen. Als Nächstes bekräftigte er die wiederholte kategorische Ablehnung seines Landes gegenüber der Präsenz türkischer Truppen in Baʽšîqa (s.u.) als laufende Verletzungen der irakischen Souveränität und forderte deren umgehende Beendigung.
Sodann kritisierte er scharf die Kommentare des israelischen Premierministers Netanyahu, der behauptet hatte, die Anwesenheit der iranischer Militärs im Irak rechtfertigte israelische Angriffe auf das Land in Verletzung von dessen Souveränität, Ebenso sei es nicht tolerabel, daß jener die Plattform der UN-Generalversammlung zur Bedrohung der Souveränität und Sicherheit anderer Staaten ausnutze.
In Bezug auf die palästinensische Frage bekundete er die feste Haltung des Iraks an der Seite jenes Volkes. Ohne den Abzug der israelischen Besatzungstruppen vom besetzt gehaltenen arabischen (!, d.h. einschließlich der syrischen Golanhöhen) Boden könne es im Nahen Osten keinen Frieden geben. Die Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt desselben sei unabdingbar. Dagegen habe die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem den Friedensprozeß in der Region unterminiert und verkompliziert.
Auch im Jemen gelte es, die ausländische Einmischung zu stoppen und den friedlichen Dialog zwischen den jemenitischen Parteien zu unterstützen. (https://www.sana.sy/?p=821600)
Wie schon zu einem früheren Zeitpunkt (vgl.u.) unterstrich Rußlands Vize-Außenminister Michail Bogdanow, zuständig für Nahost- und Afrika-Angelegenheiten, erneut, sein Land sei bereit, dem Irak ähnlich wie Syrien militärische Unterstützung zu bieten. Während eines Empfangs in der irakischen Botschaft zu Moskau am 28.9.2018 äußerte er, ausschlaggebend dafür sei nur der von irakischer Seite formulierte politische Wille dazu. Der Irak sei einer von Rußlands wichtigsten Partnern im Nahen Osten und die gegenseitigen Beziehungen basierten auf Vertrauen. Ferner führte er aus: „Our countries are bound by traditions of strong friendship and mutually beneficial cooperation. Iraq is one of Russia’s main partners in the Middle East. The sides have achieved a high level cooperation between ministries and departments. Russia and Iraq act as close partners. Of course, an important component of our bilateral relations is a rich and trustworthy political dialogue.” (https://www.urdupoint.com/en/world/russian-deputy-foreign-minister-calls-iraq-on-443181.html)
Kurz bevor das Parlament über das Verbleiben von Generalleutnant Ğamîl aš-Šamarî als Armeekommandeur in Baṣrâ entscheiden sollte, verkündete [Noch-]Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî dessen Ausscheiden aus dem Posten gefolgt von einer Degradierung. Aus seinem Büro verlautete: „The prime minister ordered that Basra Operations Commander al-Shammari be demoted to the post of rector of Iraq’s Defense University for Military Studies.“ Der Kommandeur war in Kritik geraten, nachdem bei den Ausschreitungen während der Proteste im September 18 Demonstranten in Baṣrâ getötet worden waren.
Tags zuvor waren drei Minister entlassen worden. (https://www.albawaba.com/news/iraqi-premier-abadi-dismisses-basra-commander-al-shammari-1192244)
In der Provinz Kirkûk kam es am 27.9.2018 zu zwei Anschlägen, wie as-Sûmariyya News berichtete. Südwestlich der Provinzhauptstadt explodiert auf dem Weg nach ar-Riyâḍ al-Ḥawîğa eine Bombe und kostete einen Polizisten das Leben. Ein weiterer Sprengsatz detonierte im Westen von Dâqûq im Süden der Provinz, wobei zwei Polizisten verletzt wurden. (https://www.sana.sy/?p=820844)
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, informierte am 24.9.2018 via as-Sûmariyya News darüber, daß aufgrund präziser nachrichtendienstlicher Hinweise bei einem gezielten Angriff der Luftwaffe auf eine IS-Zelle im Bezirk Ḫânaqîn in der Provinz Diyâlâ im Ost-Irak sechs IS-Terroristen getötet wurden. (https://www.sana.sy/?p=819058)
Bei Militäroperationen gegen verbliebene IS-Zellen in den Provinzen Nînawâ und Kirkûk stießen irakische Truppen auf zwei Tunnel im Gebiet Ḥâwî Zaʽîniyya. Die sich darin versteckt haltenden fünf Terroristen wurden verhaftet. Die zielführenden Hinweise verdankten sie dem Geheimdienst der Bundespolizei, wie Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl als Sprecher des Sicherheitsinformationszentrums gegenüber den Medien bekanntgab.
Eine Einheit von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vereitelte einen Angriff von IS-Terroristen im Dorf Rabza im Gebiet von al-Ḥawîğa, südwestlich von Kirkûk, wobei zwei Extremisten getötet, weitere verwundet wurden.
Der Geheimdienst der Bundespolizei machte ein IS-Versteck mit Waffen und improvisierten Sprengsätzen im Ğibâl Ḥamrîn-Gebirge aus. (https://www.sana.sy/?p=818602 vom 23.9.2018)
Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl vom Sicherheitsinformationszentrums gab am 22.9.2018 den Beginn einer großangelegten Militäroperation auf der Suche nach IS-Verstecken im Wüstengebiet der Provinzen Ṣalâḥuddîn, al-Anbâr und Nînawâ in Richtung der irakisch-syrischen Grenze bekannt. wie as-Sûmariyya News berichtete, nehmen daran auch die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Stammeskämpfer unter Deckung der Luftwaffe teil. (https://www.sana.sy/?p=818141)
Einem Bombenanschlag fielen am 18.9.2018 laut as-Sûmariyya News 16 Personen zum Opfer. Auf der Straße zwischen Bagdad und Kirkûk passierte ein Bus mit Mitarbeitern der Bundespolizei eine Stelle, an der zuvor Terroristen einen Sprengsatz angebracht hatten. Bei der Detonation wurden ein Bundespolizist sowie ein Zivilist getötet, weitere 14 Menschen verletzt. (https://www.sana.sy/?p=816683)
Der neu gewählte (s.u.) Parlamentspräsident Muḥammad al-Ḥalabûsî unternahm zusammen mit einer hochrangigen Parlamentsdelegation am Di., 18.9.2018, eine Fahrt in die südliche Provinzhauptstadt al-Baṣra, um sich der in den wochenlangen Protesten zur Sprache gebrachten Problemen, vor allem auch der Trinkwassergefährdung (vgl.u.), anzunehmen. Im Provinzrat wurden u.a. mit dem Gouverneur Asʽad al-ʽÎdânî Lösungsmöglichkeiten besprochen. Ing. al-Ḥalabûsî vermittelte den Eindruck ernsthaften Bemühens, sich der angesprochenen unleugbaren Probleme anzunehmen, wozu auch die Korruption zähle. Er versicherte, daß im Budget für 2018 Hilfen für die Region enthalten seien. (http://www.theiqdteam.com/)
Mit dem früheren Gouverneur der westlichen Provinz al-Anbâr wurde der seit der letzten Wahl als Abgeordneter tätige Muḥammad al-Ḥalabûsî (verfassungsgemäß Sunnit, *1981) in geheimer Abstimmung des Parlaments am 15.9.2018 mehrheitlich mit 169 von 298 zum neuen Parlamentspräsidenten gewählt. Sein Mitbewerber um das Amt, Ḫâlid al-ʽUbaidî, erhielt nur 85 Stimmen.
Dies ist ein erster Schritt hin zu einer Regierungsbildung. Es folgt noch die Wahl seines Stellvertreters, wofür ʽAdnân Faiḥân, Ḫalaf ʽAbdu_ṣ-Ṣamad und Aḥmad al-Asadî kandidieren, wie as-Sûmariyya News mitteilte. (https://www.sana.sy/?p=814999)
Ḥassan Karîm wurde zumVizepräsidentengewählt, zweiter Stellvertreter wurde laut Meldung von as-Sûmariyya News mit 185 Stimmen Bašîr al-Ḥadad.
Nachdem die Demokratische Partei ihren Kandidaten zurückzog , gewann Barham Aḥmad Ṣāliḥ die Wahl.
Wie zuvor vehement gefordert, aber dem nicht nachkommend (vgl.u.), hat sich Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nun doch dazu bringen lassen, seinen Posten innerhalb einer künftigen Regierung aufzugeben, indem er sich auf „Ratschläge“ der Obersten religiösen Autorität – mit welcher nur Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī as-Sīstānī gemeint sein kann – berief. (S. Irak: Al-Abadi verzichtet auf Ministerpräsidentenposten vom 14.9.2018) – Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß Ḥaidar al-ʽAbâdî nur in Mißachtung des Wählerwillens Ministerpräsident der jetzigen, von den Demonstranten so heftig kritisierten Regierung (s.u.) wurde, nachdem sich ebenfalls jener Groß-Ayatullâh dafür und damit für die Entmachtung von Nûrî al-Mâlikî eingesetzt hatte (s.u.). Ḥaidar al-ʽAbâdî galt im Gegensatz zu Nûrî al-Mâlikî als der von der US-Besatzungsmacht bevorzugte und leichter zu beeinflussende Kandidat.
In seiner Freitagspredigt ging der Imâm der Stadt Nağaf auf den Angriff auf das iranische Konsulat in Baṣrâ während der Demonstrationsausschreitungen (s.u.) ein. Auch er stellte die feindselige Aktion gegen sein Land als im Sinne der USA und des IS ausgeführt dar mit den Worten: „Die bösen Hände kamen zum Einsatz, um Differenzen zwischen dem iranischen und irakischen Volk zu schaffen. Die Islamische Republik Iran weiß jedoch genau, dass der Angriff auf das Konsulat durch Söldner geschah. Wieso wurde nicht die Botschaft der USA oder der Saudis angegriffen.“ (S. Freitagsimam von Nadschaf: Angriff auf iranisches Konsulat war im Sinne des IS und der USA)
Am 13.9.2018 vereitelte eine Armee-Einheit der 43.Brigade mit Artillerieunterstützung von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen Versuch von IS-Terroristen, in die Nähe des Distrikts Balad südlich der Provinz Ṣalâḥuddîn einzudringen, nachdem die Bewegungen der Extremisten intensiv überwacht worden waren. Darüber berichtete die Nachrichtenagentur INA. (https://www.sana.sy/?p=813135)
Am Sa., 8.9.2018, hatte die iranische Revolutionsgarde (Islamic Revolutionary Guard Corps, kurz:IRGC) mit sieben Kurzstreckenraketen die Ausbildungsstätte von Terroristen, d.h. eines von zwei Hauptquartieren der Kurdistan Democratic Party of Iran (KDPI) und der Democratic Party of Iranian Kurdistan (PDKI) in der nordirakischen Stadt Kuwî (auch Koya, Koja) angegriffen. In dem getroffenen Ausbildungsgebäude seien Sabotageoperationen gegen den Iran geplant worden, verlautete aus einer am So., 9.9.2018, verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarde.
Daran übte der Sprecher der britischen Regierung, Edwin Samuel, am Do., 13.9.2018, Kritik und nannte die Aktion einen gefährlichen und unpassenden Akt, da er eine Einmischung in die internen Angelegenheit des Iraks darstelle. Die iranische Regierung erwiderte darauf mit Unverständnis. (S. Iran weist Kritik am Militäreinsatz gegen Terroristen-Stellungen in Irak zurück) – Aufgrund der Existenz des Internationalen Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus (s.u.) kann davon ausgegangen werden, daß die irakische Regierung den iranischen Angriff zumindest duldete. – Daß gerade von britischer Seite die Begründung vorgebracht wird, Militäreinsatz gegen Terroristen-Verstecke im Nordirak, ist mindestens seit der Beteiligung an der US-Invasion vom 20.3.2003 etc. schon bemerkenswert. Nicht nur der frühere Chef der UN-Rüstungskontrollkommission Hans Blix warf (am 5.3.2004) letzten beiden Administrationen vor, bei der Invasion ohne rechtliche Grundlage gehandelt zu haben.
Während der Sitzung der Außenminister der Arabischen Liga (AL) am 11.9.2018 thematisierte Amtsträger Ibrâhîm al-Ğaʽfarî die fortdauernde völkerrechtswidrige Anwesenheit türkischer Truppen auf irakischem Hoheitsgebiet. Am 4.12.2015 seien sie unter dem Vorwand der Ausbildung von Pîšmarga-Kämpfern in die Region Baʽšîqa, 110km tief im irakischen Gebiet nahe Mossul eingedrungen und hätten sich trotz wiederholter eindeutiger Aufforderungen nicht wieder über die Grenze in türkisches Gebiet zurückgezogen. (S. Irakischer Außenminister: Türkische Soldaten sollen sofort aus Irak abziehen)
Laut as-Sûmariyya News–Meldung vom 11.9.2018 drangen IS-Terroristen in der Morgendämmerung des 11.9.2018 in das Dorf al-Ḥawâyiğ nahe al-ʽAbbâsî im Südwesten des al-Ḥawîğa–Bezirks in der Provinz Kirkûk ein töteten zwei Bewohner.
Spät in der Nacht wurden infolge der Detonation der Sprengsätze eines Suizidattentäters am Eingang des Krankenhauses von Ḥadîṯa in der Provinz al-Anbâr ein Polizist getötet, drei andere verletzt. (https://www.sana.sy/?p=811706)
Wie al-Mayâdîn berichtet, hat Abû Mahdî al-Muhandis, Vize-Leiter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, am Samstagabend, 8.9.2018 bezüglich der in al-Baṣra wieder ausgebrochenen und von Ausschreitungen begleiteten Straßenprotesten bekanntgemacht, die Volksmobilmachungseinheiten seien im Besitz von Dokumenten, die belegten, daß die US-Botschaft daran keinen unwesentlichen Anteil habe! Demnach hätten einige Personen unter US-Leitung staatliche Institutionen in Brand gesetzt, wie die von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und diplomatische Einrichtungen gerade des Landes, das dem Irak bei der Vernichtung der IS-Terrororganisation beigestanden war, nämlich der iranischen. Damit versuche die US-Seite Unruhen und ein Zerwürfnis zwischen bislang einmütig kämpfenden Gruppen zu erzielen und die Zusammensetzung der neuen Regierung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Damit korrespondierten Drohungen seitens der USA, Großbritanniens und Saudi-Arabiens gegen Abgeordnete. Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen wurde nochmals das Versagen der Regierung auch in Bezug auf die fortdauernde Anwesenheit der US-geführten Koalitionstruppen im Land angeprangert.
Hätte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die Einsatzmöglichkeiten von al-Ḥašd aš-Šaʽbî nicht so sehr beschnitten, wäre es nicht zu den Ausschreitungen gekommen, zu demonstrieren sei ein verfassungsgemäßes Recht und eine Pflicht der Regierung sei es, dabei für Sicherheit zu sorgen. – Zur Verflechtung der US-Botschaft in Damaskus unter Botschafter Peter Ford in Ausschreitungen bei Protesten und damit den Anfang des Krieges in Syrien s. dort mit weiterführenden Links!
Inzwischen verkündete (Noch-)Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî, die Geheimdienste Saudi-Arabiens und der VAE nutzten die Proteste zu ihren Zwecken aus. Sâ´rûn-Block und al-Fatḥ-Liste forderten dagegen den Rücktritt des Premierministers und seines Kabinetts laut al-Mayâdîn vom 8.9.2018.
In der Hafenstadt al-Baṣra ist es erneut zu Ausschreitungen bei Demonstrationen Tausender gekommen. Die neu aufgeflammten Proteste (dazu vgl.u.) dauern schon seit zwei Nächten an. Laut Gesundheitsministerium kam es dabei zu drei Todesfällen und 50 Verletzten. Während am 7.9.2018 das iranische Konsulat angegriffen wurde, war am 8.9.2018 der internationale Flughafen Ziel von drei Raketen, die jedoch den Flugverkehr nicht behinderten. Gemäß as-Sûmariyya News wurden Spezialkräfte in die Provinzhauptstadt geschickt, die die Ordnung wiederherstellten und verhindern konnten, daß das US-Konsulat attackiert wurde. Die Koordinatoren begrüßten deren Vorgehen. (https://www.sana.sy/?p=809206) Gegenüber Russia Today (TV-Sendung!) gab ein Demonstrant erklärend an: „The purpose of pausing the protests is to give an opportunity for Iraqi security forces to arrest the saboteurs and to help in restoring security in the province … the protestors will return to demonstrate again once the chaos in the province is over.”
Zu den von den Demonstranten kritisierten Zuständen gehört auch die Trinkwasserverschmutzung. Mahdî at-Tamîmî, Vorsitzender der irakischen Hohen Kommission für Menschenrechte, Abteilung Baṣrâ, schlug am 12.9.2018 in der Sache Alarm. Es handele sich bereits um eine Umweltkatastrophe mit bereits mehr als 60.000 gemeldeten Fällen zeitweiser Vergiftungserscheinungen in der Provinz Baṣrâ. Wörtlich bemerkte er dazu: „We’re watching with concern as the adverse effects of pollution continue to mount in Basra, where we have documented 60,000 cases of temporary poisoning [due to tainted drinking water].” Er setze hinzu: „This is a serious environmental disaster affecting the lives of all Basra residents.” (https://www.worldbulletin.net/iraq/60000-cases-of-water-poisoning-in-basra-h205713.html)
Schon zu Beginn der neuen Protestwelle am 6.9.2018 rief (Noch-)Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî zu einer baldigen Abhaltung einer Parlamentssitzung auf, nachdem dies von Muqtadā aṣ-Ṣadr, dem Führer des Sâ´rûn-Blocks gefordert worden war. Diese solle sich mit den Problemen der Bevölkerung befassen. Eine Regierungsbildung ist jedoch immer noch nicht abgeschlossen und das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung (seit 2002, dazu vgl.u.) nicht mehr gegeben. (s. Iraks Ministerpräsident fordert rasche Parlamentssitzung)
Weiterer Schritt zur neuen Regierungsbildung:
Mehrere irakische Medien meldeten am 3.9.2018 die Bildung eines neuen politischen Blocks unter Führung von Muqtadā aṣ-Ṣadrs Sâ´rûn-Block (vgl.u.) nach dem Koalitionstreffen vom So., 2.9.2018, bekannt. Dieses fand im Haus des šîʽitischen Klerikers ʽAmmâr Ḥakîm, dem Parteichef von Tayâr al-Ḥikma al-Waṭanî, statt und verfügt so nun über eine Parlamentsmehrheit als Voraussetzung zur Bestimmung des künftigen Regierungschefs und dessen Kabinetts (dazu vgl.u.).
Der neuen Vereinigung gehören – mit ihren Parteien – desweiteren die politischen Führer Ḥaidar al-ʽAbâdî (der bisherige Ministerpräsident), Ayād ʿAllāwī (als früher Dissident Ansprechpartner von CIA und MI6 und als solcher nach der US-Invasion 2003 Premierminister der US-eingesetzten Übergangsregierung), Usâma an-Nuğaifî (s.u.) und Ṣāliḥ al-Muṭlak (säkular, patriotisch, Mitglied der Baʽṯ-Partei unter Ṣaddām Ḥussain, nach deren Verbot unter US-Einfluß Vorsitzender der Partei al-Ğabhat al-ʿIrāqiyya li-l_Hiwār al-Waṭanī) an.
Demnach kann und soll das neue Parlament am Mo., 3.9.2018, erstmals zusammentreten und muß dieser Blockbildung zustimmen, damit sie wirksam wird. (S. Bildung großer Koalition im Irak – angeführt von Muqtada Sadr)
(Noch-)Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî – und damit Oberbefehlshaber der Streitkräfte – hat sich laut einer Mitteilung seines Büros, welche von as-Sûmariyya News am Mo., 3.9.2018, veröffentlicht wurde, zum neuen Kommandeur der 2014 infolge einer fatwâ von Groß-Ayatullâh ʽAlî as-Sīstānī zur Abwehr des IS gegründeten und 2017 der Armee angeschlossenen al-Ḥašd aš-Šaʽbî erklärt. Dessen Hauptquartier stattete er selben Tags einen Besuch ab. (S. Al-Abbadi übernimmt persönlich die Leitung der irakischen Al-Hashd ash-Sha’bi) – Zur Entlassung des vorhergehenden und damit ersten Kommandeurs der Volkswehr, Fâliḥ al-Fayâḍ, am 30.8.2018 vgl.u.!

1. Sicherheitskonferenz der Vierergruppe des Internationalen Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus in Bagdad am 1.9.2018, Photo: SANA
In der irakischen Hauptstadt Bagdad kamen am 1.9.2018 Vertreter des Internationalen Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus zu einer ersten Sicherheitskonferenz auf Ebene der Vizestabschefs der vier teilnehmenden Länder (Irak, Syrien, Rußland und Iran) statt. Laut Generalleutnant Salîm Ḥarbâ, dem Leiter der syrischen Delegation stand die Koordination der gemeinsamen Anstrengungen bei der Terrorismusbekämpfung im Focus. Dieser bedrohe nicht nur die Teilnehmerstaaten sondern die gesamte Menschheit, darin waren sich die Kooperationspartner einig. Weiter thematisierten die Gespräche die Weiterentwicklung des Zentrums, die Sicherheitsherausforderungen, denen sich die Mitgliedsstaaten derzeit ausgesetzt sehen, die Verbesserung der Geheimdienstarbeit und der Kooperation bei der militärischen Versorgung.(https://sana.sy/en/?p=145916, https://www.sana.sy/?p=805925) – Präsident Putin wie die weiteren Teilnehmerstaaten hatten immer wieder um weitere Beteiligung an der neuen Einrichtung geworben. Bislang haben sich jedoch keine weiteren Regierungen dazu bereiterklärt (s.u.).
Bahrâm Qâsimî, Sprecher des iranischen Außenministeriums, widersprach am Sa., 1.9.2018 vehement einerReuter-Meldung vom Vortag , in der behauptet wurde, daß aufgrund der Aussage von – nicht näher bezeichneten! – westlichen und irakischen Amtsträgern der Iran den Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî ballistische Marschflugkörper geliefert und diese im südlichen und westlichen Irak in Stellung gebracht habe, wobei weitere folgen sollten. Diese hätten eine Reichweite von 200 – 700km und würden damit eine ernsthafte Bedrohung für die Nachbarn des Iraks darstellen, u.a. könnten ar-Riyāḍ in Saudi-Arabien und Tel Aviv in Israel unter Beschuß genommen werden.In Wahrheit verhalte es sich jedoch so, daß keinerlei solche Lieferungen je erfolgt seien. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî habe seine Raketen für den Counterterrorismus im Irak (s.u.) selbst hergestellt, welche auch nur eine Reichweite von 50km hätten und damit keinerlei Bedrohung für Nachbarstaaten darstellten. Die von Reuter verbreiteten Meldungen seien damit „lies“, „fabricated and nonsense“. Es gehe darum, Panik zu verbreiten und damit weiteren Druck auf den Iran – einen der wichtigsten Unterstützer des Counterterrorismus auch in Syrien – auszuüben. Untermauert wurde diese Erklärung durch eine gleichgeartete eines hohen irakischen Amtsträgers. Er kommentierte: „Such reports are not precise. There is a mistake in what has been said. The missiles are produced by Hashd al-Shaabi and they were unveiled during ceremonies to celebrate victory over the ISIL.“ (www.irna.ir/en/News/83019414, http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13970610000999)
Laut einer Meldung von as-Sûmariyya News wurden am 30.8.2018 bei einem weiteren Suizidanschlag mittels Autobombe an einem Kontrollpunkt der Bundespolizei an der Zufahrt zum al-ʽAbbâsî-Stadtteils von al-Ḥawîğasüdwestlich von Kirkûk zwei Sicherheitsbeamte getötet und ein weiterer verletzt. (https://www.sana.sy/?p=804634)
Am 30.8.2018 ließ (Noch-)Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî, der auch das Amt des Generalchef der irakischen Armee bekleidet, verlauten, der Kommandeur der irakischen Volksmobilisierungseinheiten, al-Ḥašd aš-Šaʽbî (PMU), Fâliḥ al-Fayâḍ (Faleh Fayyaz), sei seines Kommandos enthoben und als nationaler Sicherheitsberater entlassen. Grund sei dessen politisches Engagement der letzten Zeit. Laut Verfassung sei Angehörigen des Sicherheitsapparates, welche politisch unabhängig zu sein hätten, jegliche Parteizugehörigkeit verboten. (S. Iraks Ministerpräsident entlässt Kommandeur von Hasched al-Schaabi)
Timo Juhani Soini, der finnische Außenminister, kündigte m 30.8.2018 die Wiederöffnung der Botschaft seines Landes in Bagdad nach 27 Jahren, d.h. seit der Schließung 1991, an. Inzwischen habe sich die beziehung zum Iran gebessert und die Rückführung irakischer Flüchtlinge, abgelehnter Asylbewerber, stehe an. (S. Finnland öffnet Botschaft in Bagdad wieder )
Bei der Detonation einer Autobombe nahe einer Sicherheitsbarriere an der Nordzufahrt von al-Qâ´im im West-Irak unweit der Grenze zu Syrien wurden mindestens elf Menschen getötet, darunter sechs Zivilisten, drei Mitglieder von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und zwei Soldaten, sowie 16 weitere Personen verletzt, davon fünf Sicherheitskräfte. Der Suizidattentäter hatte laut einer AFP-Meldung direkt auf den Kontrollpunkt zugehalten. Al-Qâ´im war einer der letzten vom IS genutzten Stützpunkte gewesen. (https://www.sana.sy/?p=804199 vom 29.8.2018)
Laut Angabe von Generalmajor Saʽd Maʽn, dem Sprecher des Innenministeriums, vom 28.8.2018 wurden elf IS-Terroristen basierend auf Geheimdienstinformationen durch die schnelle Eingreiftruppe und die Polizei von Nînawâ auf der rechten Flußseite von Mossul verhaftet. Aufgespürt worden waren sie während eines Kontrollgangs, wie as-Sûmariyya News meldete. Unter den Gefangenen befand sich der Medienbeauftragte der Terrororganisation, dazu einer, der für das Sammeln von Geldern zuständig war, und dann noch einer, der von den Bewohnern der Provinz Schafe und Rinder konfiszierte, um diese zu Geld zu machen. (https://www.sana.sy/?p=804165)
Die irakischen Truppen in der Provinz Nînawâ gaben am 26.8.2018 bekannt, die Säuberung von Sprengsätzen, welche die IS-Terroristen hinterlassen hatten, sei in drei Bereichen südlich von Mossul abgeschlossen, nämlich in Ğazîrat aš-Šûra, Wâdî al-Qaṣab und der Gegend von al-Maġr. (https://www.sana.sy/?p=802905)
Nach präventiven Luftschlägen rückte am 25.8.2018 die schnelle Eingreiftruppe und die Polizei von Nînawâ aufgrund von Geheimdienstinformationen in die Gegend von al-Maġr, einem Teil von aš-Šûra südlich von Mossul, vor, wo sie eine natürliche Höhle von einem Kilometer Länge entdeckten, die prädestiniert war als Versteck für IS-Terroristen. Es gelang schließlich, elf darin festzunehmen. (https://www.sana.sy/?p=802822)
Nach Meldung von as-Sûmariyya News wurde am 25.8.2018 ein Zivilist bei einem Angriff unbekannter Täter mit mit Schalldämpfern versehenen Schußwaffen im Gebiet von Bûb aš-Šâm nördlich von Bagdad getötet.
Südwestlich von Kirkûk im Dorf al-Ġarîb nahe al-Ḥawîğa wurden drei Polizisten, darunter ein Oberstleutnant, bei einen Bombenanschlag mittels eines improvisierten Sprengkörpers verwundet.
Zwei Tage zuvor, am 23.8.2018, wurde bereits ein Polizist durch eine Bombenexplosion in der Provinz al-Anbâr getötet, zwei weitere Polizisten erlitten Verletzungen. (https://www.sana.sy/?p=802758)
Die IS-eigene Mediengründung al-Furqân veröffentlichte am 22.8.2018 ein angeblich von Abû Bakr al-Baġdâdî arabisch besprochenes Audioband. Es handelt sich dabei – verbunden mit Glückwünschen zum ʽÎd al-Aḍḥâ – um klassische Durchhalteparolen in einer Zeit, in der der IS als Organisation in den Ländern seines vermeintlichen „Kalifats, im Irak und Syriens zerschlagen und nur noch in Grüppchen existiert. So wurde davon von der Reuter-Agentur zitiert: „For the Mujahedeen (holy warriors) the scale of victory or defeat is not dependent on a city or town being stolen or subject to that who has aerial superiority, intercontinental missiles or smart bombs … Oh Caliphate soldiers… trust in God’s promise and His victory… for with hardship comes relief and a way out.” Die Anhänger sollten weiterkämpfen, vor allem gegen die säkulare syrische Regierung, vor allem in dem in Terroristenhänden verbliebenen Gebiet von Idlib. (https://af.reuters.com/article/commoditiesNews/idAFL8N1VD59V) – Zu den Todesmeldungen von Abû Bakr al-Baġdâdî s.u.! Dafür daß jener tatsächlich das Band besprochen haben solle, exisitiert kein Beweis.
Im SW der Provinz Kirkûk im Norden des Landes stöberten Mitglieder der Bundespolizei drei IS-Tunnel im Dorf Muzairîra im Bezirk al-Ḥawîğa auf, welche teils als örtliches Hauptquartier, teils als Depot ihrer militärischen Ausrüstung und für Überraschungsangriffe dienten. Neben der Zerstörung dieser durch die Luftwaffe wurden noch zehn aufgespürte Sprengkörper durch den Kampfmittelräumdienst demontiert, berichtete as-Sûmariyya News am 22.8.2018. (https://www.sana.sy/?p=801751)
Aufgrund von Geheimdienstinformationen gelang am 21.8.2018 einem Spähtrupp die Verhaftung je eines IS-Terroristen in in ʽÂmiriyyat al-Falûğa und al-Bûraiša im Gebiet von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr im West-Irak. (https://www.sana.sy/?p=801415)
Am 20.8.2018 zitierte as-Sûmariyya News eine Quelle aus dem Sicherheitsmedienzentrum mit den Worten: „Einheiten der Bundespolizei führten heute eine Razzia und Suchoperation in den Gebieten und Dörfern Maṭanṭar, Tal Halâlah, Ḫâtûniyya und Zidân al-ʽAğâğ und ʽAlî Ruš in Kirkûk durch, was zur Eliminierung von vier Terroristen von Dâʽiš und auch zur Zerstörung eines Depots im Industriegebiet vonal-Ḥawîğaführte, in dem sie Waffen und Munition gefunden hatten.“ Weiter hieß es: „die Sicherheitskräfte verhafteten auch Terroristen der Dâʽiš -Terrororganisation und demontierten 27 explosive Gerätschaften.“ Um noch verbliebene IS-Zellen aufzuspüren und zu eliminieren, vollführen Sicherheitskräfte weiterhin Razzien und Suchoperationen in verschiedenen Teilen des Landes. (https://www.sana.sy/?p=800926)
Aufgrund von Geheimdienstinformationen gelang am 21.8.2018 einem Spähtrupp die Verhaftung je eines IS-Terroristen in in ʽÂmiriyyat al-Falûğa und al-Bûraiša im Gebiet von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr im West-Irak. (https://www.sana.sy/?p=801415)
Aufgrund von Geheimdienstinformationen gelang am 21.8.2018 einem Spähtrupp die Verhaftung je eines IS-Terroristen in in ʽÂmiriyyat al-Falûğa und al-Bûraiša im Gebiet von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr im West-Irak. (https://www.sana.sy/?p=801415)
Wie laut AFP-Meldung vom 24.8.2018 UN-Generalsekretär Antonio Guterres in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat mitteilte, nahm am 20.8.2018 ein Team von Ermittlern die Arbeit auf, welches von dem britischen Menschenrechtsanwalt Karîm Asʽad Aḥmad Ḫân geleitet wird. Dessen Aufstellung war 2017 im UNSC einstimmig beschlossen worden. Es sollen Fälle von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Völkermord untersucht werden und die Ergebnisse irakischen Gerichten vorgelegt werden.
In einem am 23.8.2018 veröffentlichten Bericht machte Guterres bekannt, daß die IS-Organisation immer noch an ihre Anhänger Anweisungen herausgebe bzgl. Ausführungsmethoden für Terroranschläge, der Herstellung von Sprengätzen und Sprengstoffgürteln und neuerdings zur Verwendung von Chemikalien und Fernzündern.(https://www.sana.sy/?p=802330)
Aufgrund von Geheimdienstinformationen gelang am 21.8.2018 einem Spähtrupp die Verhaftung je eines IS-Terroristen in in ʽÂmiriyyat al-Falûğa und al-Bûraiša im Gebiet von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr im West-Irak. (https://www.sana.sy/?p=801415)
Wie laut AFP-Meldung vom 24.8.2018 UN-Generalsekretär Antonio Guterres in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat mitteilte, nahm am 20.8.2018 ein Team von Ermittlern die Arbeit auf, welches von dem britischen Menschenrechtsanwalt Karîm Asʽad Aḥmad Ḫân geleitet wird. Dessen Aufstellung war 2017 im UNSC einstimmig beschlossen worden. Es sollen Fälle von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Völkermord untersucht werden und die Ergebnisse irakischen Gerichten vorgelegt werden.
In einem am 23.8.2018 veröffentlichten Bericht machte Guterres bekannt, daß die IS-Organisation immer noch an ihre Anhänger Anweisungen herausgebe bzgl. Ausführungsmethoden für Terroranschläge, der Herstellung von Sprengätzen und Sprengstoffgürteln und neuerdings zur Verwendung von Chemikalien und Fernzündern.(https://www.sana.sy/?p=802330)

Allianzbildung (u.a.) zwischen dem radikalen Kleriker Muqtadā aṣ-Ṣadr und dem bisherigen/scheidenden Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî, Photo: al-Ğazîra
Zwecks endlicher Regierungsbildung nach den letzten Wahlen vom 12. Mai des Jahres (s.u.) hat sich am 19.8.2018 nach einem Treffen zwischen (dem Wahlsieger und šîʽitischen Kleriker) Muqtadā aṣ-Ṣadr, dem scheidenden Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî, dem šîʽitischen Kleriker ʽAmmâr Ḥakîm als Parteichef von Tayâr al-Ḥikma al-Waṭanî sowie Mitgliedern der al-Waṭaniyya-Partei eine Allianz zusammengefunden. In einer gemeinsamen Stellungnahme dazu hieß es: „We agreed today to form a core for an alliance seeking to form a parliamentary alliance that can form the government. We have decided at this meeting to open up to our other partners to contribute together in the formation of this (largest) alliance.”
Auch strebe man einen „anti-sectarian approach“ (anti-sektiererischen Ansatz) an, was in der Auslegung vieles offen läßt und jedenfalls von einem Bekenntnis zu einem modernen säkularen Staat wie vor der US-Invasion 2003 unter der Präsidentschaft von Ṣaddām Ḥussain meilenweit entfernt ist. Es soll wohl Kritiker eines religions- bzw. islamdominierten Staatswesens beschwichtigen.
Die Regierungsbildung hatte sich verzögert, nachdem das Wahlergebnis vom Oberster Gerichtshof ratifiziert und dem Wahlsieger aṣ-Ṣadr und seiner Koalition eine 90-Tagefrist zur Regierungsbildung eingeräumt worden war. Allerdings mußte nach einer Parlamentsentscheidung vom Juni eine Stimmenneuauszählung durchgeführt werden (s.u.) mit dem Ergebnis nur sehr geringer Abweichungen vom ursprünglich festgestellten Wahlergebnis: so erhielt lediglich die zweitplazierte Al-Fatḥ-Liste einen weiteren Sitz von der Bagdad-Koalition und erreichte damit 48 Sitze, wodurch das Parlament von 328 auf 329 Sitze anwuchs. Unmittelbar nach der Wahl hatten sich bereits aṣ-Ṣadr, al-ʽAbâdî und Ḥakîm zu einer Allianz zusammengeschlossen. Dieser fehlten wie der erweiterten vom 19.8. jedoch immer noch notwendige Sitze zur Erlangung der absoluten Mehrheit, welche jenseits von 165 Sitzen liegt. Mit der erreichten Allianz sollen diese hinzugewonnen werden.
Für die Regierungsbildung gilt nun erneut die 90-Tagefrist. Danach müßte eine erste Sitzung mit Wahl eines Sprechers abgehalten werden, wonach innerhalb eines Monats ein neuer (Staats)Präsident zu wählen wäre. Dieser müßte dann den größten Block im Parlament beauftragen, einen Premierminister zu stellen, der anschließend sein Kabinett bestimmt.
Die seit Anfang Juli schließlich landesweit ausgeweiteten Proteste (s.u.) sind inzwischen zum Erliegen gekommen, getragen von der Hoffnung, daß mit einer neuen „anti-sektiererischen“ Regierung ein positiver Wandel einhergehe.
(S. Iraqi Political Parties Form Core Alliance To Establish New Government basierend auf der al-Ğazîra-Meldung vom 20.8.2018)
Am späten So., 19.8.2018, stürzte ein Hubschrauber der US-geführten Koalition im Irak aus bislang noch ungeklärter Ursache ab. Das Pentagon bestätigte diese, verweigerte aber Angaben zum Ort des Geschehens und zur ausgeführten Operation. Der Vorfall soll kein Ergebnis eines Abschusses gewesen sein. Ein US-Soldat kam ums Leben, weitere Insassen, von denen die Landeszugehörigkeit nicht angegeben wurde, wurden verletzt. (https://www.sana.sy/?p=800872)
Entgegen den vehementen Forderungen durch Regierung und Parlament (vgl.u.) nach Abzug der Truppen der US-geführten Koalition infolge Zerschlagung der IS-Terrororganisation im Land (s.u., Erklärung von Mitte Dezember 2017), verkündete der Sprecher der erwähnten Koalition, Ryan Dillon, am So., 19.8.2018, auf einer Pressekonferenz in der VAE-Hauptstadt Abû Ẓabî, diese werde nicht abziehen, sondern solange bleiben, wie es nötig sei. (S. Anti-IS-Koalition: US-Soldaten bleiben auch nach IS im Irak)- Die Entscheidung über den Verbleib der ausländischen Truppen im Irak liege, impliziert in der Behauptung Dillons, damit bei der US-Administration und nicht – wie es das Völkerrecht vorsieht – in der des nach wie vor als souverän geltenden Staates Irak. Eine zulässige logische Folgerung daraus ist, daß die Souvernäität des Iraks tatsächlich (immer noch) nicht gegeben ist. Vielmehr scheint die Okkupationsmacht seit der Invasion von 2003 immer noch tonangebend zu sein.
Während einer Rede bei einem Kongreß seiner Partei, der Justice and Development Party, am 18.8.2018 pochte der türkische Staatspräsident Erdogan nochmals darauf, er werde die – völkerrechtswidrige (vgl. dazu Syrien, Teil VI) – Militäroperation in Nord-Syrien (begonnen mit Operation Olivenzweig, vgl.u.) auch im Norden des Nachbarlandes Irak weiterführen. (S. Erdogan: Turkish Military Will Expand Area Of Its Operations In Syria) – Zur vehementen Verurteilung dieses als Aggression verstandenen Vorhabens und der schon im Irak stattgehabten türkischen Operationen durch die Landesregierung s.u.!

Asylsuchende irakische Yesidin Ashwaq Ta’lo trifft in Stuttgart auf ihren früheren IS-Peiniger, ebenfalls asylsuchend, Quelle: The Times
Laut einem Bericht von The Times vom 16.8.2018, basierend auf einer Meldung der kurdischen Agentur Bas News, hatte eine aus dem irakischen Kurdengebiet stammende Jesidin [Yazîdîyya], deren Namen mit Ashwaq Ta’lo (s. Photo) widergegeben ist, um Asyl in der BR Deutschland nachgesucht und hielt sich in Stuttgart auf. 2014 war sie vom IS gefangengenommen und dem IS-Kämpfer mit Kampfnamen Abû Humâm (Abu Humam) als Sklavin für umgerechnet $100verkauft worden gemäß pic.twitter.com/wGrEFkZHfN — Rênas (@Rojavian) August 14, 2018.
Auf der Straße in Stuttgart sei sie ihrem früheren Peiniger zufällig begegnet. Sofort habe sie darüber die deutsche Polizei verständigt. Doch diese habe geäußert, jener sei ein Asylsuchender wie sie selbst. Darauf sei die Kurdin aus Furcht vor diesem IS-Mann zurück in den Irak gegangen. (https://www.thetimes.co.uk/article/yazidi-slave-girl-meets-isis-captor-in-german-street-wkj20m3fv om 16.8.2018)
Via as-Sûmariyya News wurde durch einen Sprecher des Innenministeriums am 14.8.2018 bekanntgemacht, daß bei Sicherheitsoperationen in vier Provinzen Terroristen gefangengenommen wurden: so verhaftete die Polizei von Mossul basierend auf zuvor eingeholten genauen Informationen im Stadtteil Aman auf der linken Flußseite fünf IS-Terroristinnen. Ein weiterer Terrorist ging den Sicherheitskräften während einer Suchoperation in den Gebieten und Dörfern der Provinz Kirkûk ins Netz zusammen mit Haftbomben und Sprengstoff, ein anderer wurde im Stadtteil Nazâl von Falûğa in der Provinz al-Anbâr festgenommen. In Nînawâ entdeckten die Streitkräfte vier IS-Basen und zwei Boote, während im Dorf Qâbûsiyya insgesamt 256 Häuser durchkämmt wurden; sechs Sprengkörper fand man nahe des Dorfes Tal Ğadûʽ sowie explosive Materialien in einem unterirdischen Stollen im Baʽšîqa-Bereich. (https://www.sana.sy/?p=798240)
As-Sûmariyya News meldete am 13.8.2018 basierend auf der Aussage einer namentlich nicht genannten irakischen Sicherheitsquelle, der selbsterklärte IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî sei klinisch tot und Abû ʽUṯmân at-Tûnisî (d.h. es handelt sich um einen Tunesier und einen reinen Kampfnamen) zu seinem Nachfolger bestimmt. Aufgrund von Geheimdienstermittlungen habe die Luftwaffe des Landes im Juni des Jahres ein IS-Führertreffen auf syrischem Gebiet [was einer Vereinbarung der Nachbarländer entspricht] gezielt bombardiert. Dabei seien einige getötet, andere verletzt worden, darunter auch Abû Bakr al-Baġdâdî, der allerdings als klinisch tot eingestuft worden sei. – Diese Meldung widerspricht jener des russischen Verteidigungsministeriums vom 16.6.2017, wonach Abû Bakr al-Baġdâdî bereits in einem Angriff russischer Kampfjets umkommen ist (vgl.u.).
Ein Teilnehmer der al-Ğazîra-Operationen gab via as-Sûmariyya News am 7.8.2018 bekannt, daß während dieser in der Wüste von Râwa, westlich von al-Anbâr 16 IS-Terroristen aufgestöbert und getötet wurden. (https://www.sana.sy/?p=794627)
Laḥsan ʽAmmâr Ġîbûdğ (55) mit französischer und Nadia Rainer-Hermann (22) mit deutscher Staatsangehörigkeit sind am 6.8.2018 wegen Zugehörigkeit zur Terrororganisation IS und Beteiligung an deren Aktionen von einem irakischen Gericht jeweils zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. Mitarbeiter und Dolmetscher beider Botschaften nahmen am Prozeß teil. Die Deutsche [mit marokkanischer Mutter,verurteilt im Januar, s.u.] war zuvor schon wegen illegaler Einreise in den Irak zu einem Jahr Haft verurteilt worden. (https://www.sana.sy/?p=794293)
Bei zwei Bombenanschlägen, einmal im Industriegebiet at-Tâğî im nördlichen Teil von Bagdad sowie in einem Wäldchen beim Dorf Zahra im NO von Baʽqûba wurden am 4.8.2018 insgesamt drei Einheimische verletzt. Im ersten Fall handelte es sich gemäß as-Sûmariyya News um die Detonation einer ausgelegten Sprengfalle, der die beiden Passanten zum Opfer fielen, im zweiten um einen Suizidanschlag mittels improvisiertem Sprengsatz, wodurch ein weiterer Bürger Wunden davontrug. (https://www.sana.sy/?p=793206)
Gemäß Mitteilung des Leiters des Sicherheitsausschusses im Provinzrat von Diyâlâ, Ṣâdiq al-Ḥussainî, gegenüber as-Sûmariyya News vom 30.7.2018 eliminierten Männer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Sicherheitsoperation zur Ausmerzung verbliebener IS-Zellen nach Umstellung von IS-Terroristen im Wâdî Ğanat nordöstlich der Stadt Baʽqûba drei davon.
Desweiteren wurden laut al-Ḥussainî drei IS-Terroristen in einem Prozeß zum Tod verurteilt, vier andere erhielten lebenslange Haftstrafen. (https://www.sana.sy/?p=790459)
Den massiven IS-Terroranschlag in mit Angriffen auf umliegende Dörfer von as-Suwaidâ´ in Süd-Syrien vom 26.7.2018 verurteilte auch die Regierung in Bagdad auf das Schärfste, wie Außenamtssprecher Aḥmad Maḥğûb gegenüber as-Sûmariyya News am folgenden Tag deutlich machte. (https://sana.sy/en/?p=143432)
In einem TASS-Interview bestätigte der irakische Botschafter in Moskau, Ḥaidar Manṣûr al-ʽAḏârî, erneut die kategorische Ablehnung seiner Regierung bezüglich der Präsenz permanenter US-Militärbasen auf ihrem Territorium. „Wenn Washington wirklich [solche] Militärbasen im Land beziehen wollte, wird die irakische Regierung ,Nein‘ sagen“ stellte er klar, denn die eigene Souveränität stelle eine Priorität dar.Das derzeitige Militärpersonal setze sich aus Militärberatern zusammen. (https://www.sana.sy/?p=786533 vom 23.7.2018)
Aḥmad Maḥğûb in seiner Funktion als Sprecher des Außenministeriums machte in einer von as-Sûmariyya News veröffentlichten Erklärung vom 23.7.2018 deutlich, die Landesregierung verurteile – wie zuvor schon die syrische – das von der israelischen Knesset verabschiedete neue rassistische Gesetz [d.i. Gesetz des jüdischen Nationalstaates]. Es erhebe den illegalen Siedlungsbau im palästinensischen Gebiet wie die Judaisierung einschließlich Jerusalems zu Verfassungsrang. Dieses Gesetz verstoße damit eindeutig gegen das Völkerrecht, die betreffenden UNSC-Resolutionen – insbesondere jene mit der Nr.2334 aus dem Jahr 2016 – und die 4. Genfer Konvention von 1949. Auch er richtete an die internationale Gemeinschaft den Appell, auf die Regierung in Tel Aviv einzuwirken, dieses völkerrechtswidrige Gesetz rückgängig zu machen und Verletzungen des internationalen Rechts wie die wiederholten Aggressionen gegen das palästinensische Volk zu stoppen. (https://www.sana.sy/?p=786543)
Der kuwaitischen Zeitung al-Ğarîda war, basierend auf anonymen Quellen, zu entnehmen, das israelische Militär habe Ziele auch im Irak für Angriffe ins Auge gefaßt fußend auf der Bahauptung, es befänden sich iranische Militärstützpunkte dort, die dem Waffen- und Ausrüstungstransport nach Syrien dienen würden, wo sich die Armee im Counterterrorismus immer näher an die israelisch besetzten Golanhöhen vorarbeitet. Wörtlich hieß es: „Israel has drawn up a list of targets within Iraqi territory, in preparation for a strike, claiming that they are Iranian military sites used to transport weapons and equipment to Syria.” Behauptungen über iranische Truppen oder Militärstützpunkte waren israelischerseits schon bezüglich Syrien aufgestellt und von den Regierungen in Damaskus wie in Teheran und Moskau wiederholt zurückgewiesen worden. (S. Israel Prepared List Of ‘Iranian Targets’ To Strike In Iraq: Media)
Ein Anschlag wurde am 23.7.2018 auf den Amtssitz der kurdischen Regionalregierung in Arbîl verübt. Die Angreifer hätten sich im Gebäude verschanzt gehabt und Angestellte als Geisel genommen. Schließlich wurden drei Attentäter getötet, die Geiseln kamen frei. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i42518-irakischer_kurdenregion_anschlag_auf_gouverneurssitz_in_erbil)
Ğalîl ar-Rubaiʽî, Kommandant der Bagdad-Militäroperationen gab gegenüber as-Sûmariyya News bekannt, daß aufgrund von Geheimdienstinformationen am 22.7.2018 vier in Bagdad geplante Terrorattentate hatten vereitelt werden können. Dabei wurden auch die Mitglieder einer Terrorzelle verhaftet.
Früher am Tag hatte die Luftwaffe bei ihren Einsätzen 15 IS-Terroristen in der Provinz Diyâlâ im Nordosten des Landes getötet.
Tags zuvor, am 21.7.2018, hatten die Streitkräfte Terroristenstellungen in der westlichen, an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr zerstört. (https://www.sana.sy/?p=786181)
Bei den immer mehr um sich greifenden Massenprotesten (vgl.u.) wurden bislang laut Angaben des Iraqi High Commission for Human Rights (HCHR) vom So., 22.7.2018, 13 Personen getötet und 729 verletzt, zudem mehr als 600 gewalttätige Demonstranten inhaftiert. Die Kommission rief die lokalen Behörden dazu auf, alles zu tun, um den Schutz der Demonstranten vor Übergriffen zu gewährleisten. Die Sicherheitskräfte gehen gegen Randalierer mit Tränengas und Wasserwerfern vor. (S. Iraq Protests: 13 killed, 729 Injured In Two Weeks)
Die immer mehr Zulauf erhaltenden regierungskritischen Bürgerproteste vor allem im Süd- und Zentralirak bekommen zunehmend Unterstützung von Seiten der šîʽitischen Geistlichkeit, vor allem während der Freitagspredigten vom 19.7.2018. So hob der Sprecher von Großayatullâh ʽAlî Ḥussainī as-Sīstānī, Aḥmad aṣ-Ṣâfî, hervor, dem Bürger versagte zufriedenstellende Dienstleistungen könnten nicht mit Parolen wettgemacht werden. Gegenseitiges Vertrauen zwischen Verantwortlichen und Bürgern müsse erworben werden, was seine Zeit erfordere. Dem schloß sich Ayatullâh Naghi Modaresi an. Ein weiterer Großayatollah monierte die verzögerte Regierungsbildung und sah ebenfalls einen Spalt zwischen Bürgern und Regierungsverantwortlichen, den manche für sich ausnutzten. (http://parstoday.com/de/news/world-i42482-ayatollah_sistani_vertreter_mit_parolen_k%C3%B6nnen_dienstleistungen_nicht_verwirklicht_werden)
Der Kommandant der Militäroperationen der Provinz Diyâlâ, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, konnte am Fr., 20.7.2018, gegenüber as-Sûmariyya News die Verhaftung eines wichtigen IS-Anführers verkünden. Dieser sei während der militäroperation zum Aufspüren und eiminieren von IS-Zellen in der Provinz bei Ğabâra, 90 km nordöstlich von Baʽqûba im NO der Provinz Diyâlâ überwältigt worden. (http://www.sana.sy/?p=785321)
Šîʽitenführer Muqtadā aṣ-Ṣadr, dessen Sâ´rûn-Block bei den letzten Wahlen als Sieger hervorging, jedoch zur Regierungsbildung Koalitionspartner benötigt, forderte am 19.7.2018 angesichts der anhaltenden Proteste im Süd-Irak die Suspendierung der Koalitionsgespräche. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i42463-sadr_fordert_aussetzung_von_koalitionsgespr%C3%A4chen)
Laut einer Meldung von as-Sûmariyya News vom Di., 17.7.2018, wurden am Vortag bei den Protestkundgebungen in der Provinz Karbalâ´ mindestens 51 Sicherheitskräfte verletzt. Sogar die Zufahrtsstraße zum Ölfeld az-Zaubair in der Provinz Baṣra wurde von den Protestierenden blockiert. Innenminister Qâsim al-ʽArağî appellierte darauf an die Massen, ihre Forderungen friedlich zu stellen, und sicherte denen, die Sicherheitskräfte oder staatliche Institutionen angriffen juristische Verfolgung zu.
Während der seit der letzten Woche andauernden Proteste wurden rund 150 Personen unter Anklage der Aufruhrstiftung, Zerstörung öffentlichen Eigentums und Störung der öffentlichen Ordnung in der Provinz Maisân festgenommen sowie 65 Aufruhrstifter in der Provinz al-Muṯannā. Auch in den Provinzen Karbalâ´, Nağaf und Baṣra wird gegen Aufrührer vorgegangen. Es ist vom Einwirken des saudischen Geheimdienstes die Rede.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i42414-irak_mehr_als_50_sicherheitskr%C3%A4fte_bei_protesten_verletzt) – Wegen der Proteste gilt es zu bedenken, daß ist seit der letzten Parlamentswahl (s.u.) immer noch keine neue Regierung gebildet worden ist.
Bei Demonstrationen in der Hafenstadt Baṣra im Südirak kam es am 15.7.2018 zu Ausschreitungen mit Beschädigungen öffentlichen und privaten Eigentums. Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî beorderte daher (die militärischen) Krisenreaktionskräfte vor Ort, auch um notfalls die friedlichen Demonstranten von den gewalttätigen zu schützen und weitere Eskalationen zu verhindern.
Bei einem Treffen mit Honoratioren der Provinz versicherte der Ministerpräsident, daß die Regierung einen umfassenden Plan zum Wiederaufbauauch in der Provinz Baṣra vorbereitet habe. Allerdings sei daran erst zu denken, bevor die Sicherheit im Land ganz wiederhergestellt sei.
Der Ministerrat für nationale Sicherheit hatte am 14.7.2018 bestätigt, daß es den Sicherheitskräften und Geheimdiensten gelungen sei, eine kleine Gruppe auszumachen, welche friedliche Demonstrationen nutzen wolle, um Sachzerstörungen zu begehen und Krawall zu entfachen.
In mehreren große Städten im Süden des Landes wie Baṣra, an-Nâṣiriyya, al-ʽAmâra und Karbalâ´ ist es in den letzten Ta¬gen zu Protestkundgebungen gekommen. Zu den Forderungen gehören die nach ausreichender Stromversorgung nach eklatanten Ausfällen der letzteren Zeit bei Temperaturen, die arbeitend ohne Klimaanlage (45 – 48°C) kaum zu bewältigen sind, nach genügend Trinkwasser, besseren Dienstleistungen, Umsetzung der Korruptionsbekämpfung, die im Wahlkampf ein großes Thema gewesen war, und die Bekämpfung der massiven Arbeitslosigkeit, während im Öl- und Gas Sektor massenweise ausländische Arbeitnehmer beschäftigt sind. (http://www.sana.sy/?p=782447) – Allein die Provinz Baṣra verfügt über 70% der irakischen Ölrreserven, gilt jedoch zur Zeit als eine der ärmsten im Land.
IS-Terroristen unternahmen am 14.7.2018 einen Angriffsversuch auf das Haus des Vize-Gouverneurs der Provinz Ṣalâḥuddîn, Ismâʽîl al-Halûb im Gebiet von al-ʽAḏiyya nördlich von al-Asḥâqîn. Dabei wurden eine Person getötet, zwei weitere verwundet. (http://www.sana.sy/?p=781987)
Am 14.7.2018 unternahmen Sicherheitskräfte eine Operation zur Vernichtung noch bestehender IS-Zellen in den Gebieten nördlich des Euphrats, wie deren Leiter gegenüber as-Sûmariyya News bekannt gab. Ziel sind das Areal von Ṭarîq Ḥadîṯa von Baiğî bis zum Schnittpunkt der gleichgearteten Operationen der Kommandanten der Provinzen Nînawâ und Ṣalâḥuddîn. (http://www.sana.sy/?p=782051)
Die Militäroperation zur Beseitigung der IS-Zellen im östlichen Teil der Provinz Ṣalâḥuddîn wurde am 13.7.2018 von zwei Achsen aus in Angriff genommen, wie as-Sûmariyya News berichtete: einmal von Tal Astan aus, sodann vom Flughafen aḍ-Ḍulûʽiyya, der Nûrî al-Ğalûb-Moschee etc. und dem dem Dorf al-Bû Ğumʽa aus. Besonders heimgesucht von IS-Überfällen ist immer noch das Grenzgebiet der Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn. (http://www.sana.sy/?p=781747)
Gemäß Mitteilung von Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, dem Kommandanten der Diyâlâ-Operationen, startete am 12.7.2018 eine solche großangelegte Aktion zur Eliminierung der verbliebenen IS-Zellen im Norden der Provinz im sog. Großen Becken (Ḥauḍ al-ʽAẓîm), 63 km nördlich von Baʽqûba. Sie heißt Rache der Märtyrer II nach jener im Ḥamrîn-Becken in Ṣalâḥuddîn (Rache der Märtyrer I, s.u.) eins, wie as-Sûmariyya News zudem meldete. Gleichzeitig fänden ähnliche Militäroperationen in den Provinzen Sâmarrâ´, Kirkûk und Ṣalâḥuddîn statt. (http://www.sana.sy/?p=781183)
Al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Streitkräften der Brigade 43 gelang es am 10.7.2018, einen Angriffsversuch von 15 IS-Suizidattentätern auf Tal aḏ-Ḏahab, südlich von Sâmarâ´, rechtzeitig zu entdecken und zu vereiteln, wie die Nachrichtenagentur INA meldete. Dabei wurden vier der Attentäter getötet, weitere verletzt, der Rest floh, verfolgt von den Volkswehr-Kämpfern. – Tags zuvor hatte ein IS-Suizidattentäter im Distrikt Baiğî in der Provinz Ṣalâḥuddîn vier Soldaten getötet und einen weiteren verwundet. (https://www.sana.sy/?p=780111)
Beim Empfang des irakischen Botschafters in Syrien, Saʽd Muḥammad Riḍâ, zusammen mit seiner Delegation durch den Parlamentspräsidenten Ḥamûda Ṣabâġ am 9.7.2018 bekräftigten beide die tiefen historischen und anderweitigen Verbindungen beider Länder zueinander. Beide hätten den von westlichen und zionistischen Kräften gegen sie angestrengten [Proxy-]Krieg durchstehen und überwinden können. Ziel der Zusammenkunft war die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur strategischen Zusammenarbeit auf allen Gebieten der bilateralen Politik, der Wirtschaft, des Handels und der Sicherheit. Ihr soll später eine weitere auf parlamentarischer Ebene folgen. Riḍâ bemerkte in einer anschließenden Presseerklärung zur geplanten Wiedereröffnung der syrisch-irakischen Grenzübergänge: „We are going to open these crossings, especially Al-Boukamal-al-Qaim.” Dies würd zur Wiederbelebung des Handels und der Wirtschaft führen. Er versicherte, daß irakische Geschäftsleute schon auf den syrischen Markt drängten. (https://sana.sy/en/?p=142006, https://www.sana.sy/?p=779760)
Wie Provinzratsmitglied Aḥmad ar-Rubaiʽî gegenüber as-Sûmariyya News am 7.7.2018 mitteilte, wurde ein Polizist in der Nähe des Dorfes Abû Karma im al-Waqf-Becken im NO von Baʽqûba/Diyâlâ von einem IS-Scharfschützen getötet. Das sei der dritte Vorfall dieser Art in der Region innerhalb weniger Wochen. (https://www.sana.sy/?p=778539)
In Fortführung der am Vortag begonnenen Operation (vgl.u.) zum Aufspüren und Beseitigen von IS-Zellen in der Provinz Diyâlâ (vgl.u.) drangen die Sicherheitskräfte am 5.7.2018 weiter in das Ḥamrîn-Gebiet vor. Laut dem Befehlshaber, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, erfolgte der Zugriff von fünf Achsen her. Derzeit operiere man nahe Qarah Tabah und im Gebiet der Verbindungsstraße Diyâlâ – Kirkûk. Dabei sei es gelungen, zwei IS-Anführer festzunehmen. (https://www.sana.sy/?p=777665)
Offizielle irakische Quellen haben in einer am 5.7.2018 verbreiteten Erklärung bestätigt, daß der Sohn des selbsterklärten IS-Kalifen Abû Bakr al-Baġdâdî (zu dessen Tod vgl.u.) namens Ḥuḏaifa al-Badrî bei einem russischen Luftangriff auf eine IS-Stellung am 2.7.2018 in der syrischen Provinz Ḥomṣ neben anderen getötet worden sei. Auch die IS-eigene Plattform Aʽmâq teilte dies mit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i42179-irak_best%C3%A4tigt_den_tod_al_bagdadis_sohn)
Gemäß Ankündigung des Kommandanten, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, begann in der Morgendämmerung des 4.7.2018 eine gemeinsame Militäroperation der Armee- und Polizei-Kräfte unter Deckung der Luftwaffe in der Provinz Diyâlâ zum Aufspüren und Beseitigen von IS-Zellen im Gebiet Ḥamrîn zwischen Diyâlâ, Kafarî und Ṭûz Ḫurmâtû im Norden der Provinz. (https://www.sana.sy/?p=777091)
Außenministeriumssprecher Aḥmad Maḥğûb appellierte am 4.7.2018 vor Medienvertretern an die Regierungen, aus denen IS-Kämpfer in den Irak gekommen waren, wie folgt: „Wir rufen alle ständigen und nicht-ständigen diplomatischen Vertretungen im Irak auf, Staatsangehörige, die ihre Strafe verbüßt haben sowie die Kinder von Terroristen, gegen die noch kein Verfahren läuft, aufzunehmen.“ Viele, aus verschiedenen Ländern eingereiste weibliche IS-Mitglieder sind im Irak schon zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. (http://parstoday.com/de/news/world-i42159-irak_fordert_weltl%C3%A4nder_zur_aufnahme_der_kinder_ausl%C3%A4ndischer_terroristen_auf)
Während des Empfangs einer Delegation des US-Kongresses in Bagdad, forderte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die Reduzierung der Zahl der US-Militärberater im Land, wie einer Erklärung des Büros des Premiers vom 3.7.2018 zu entnehmen war.
Die Rechtsstaat-Allianz unter Leitung des früheren Ministerpräsidenten und damit des Vorgänger des noch amtierenden, Nûrî al-Mâlikî, bezog indes kritisch Stellung zum öffentlichen Eingeständnis des früheren US-Botschafters in Bagdad, Christopher R. Hill. Dieser hatte zugegeben, seine Mission sei es gewesen, für die Entmachtung von Nûrî al-Mâlikî mit Hilfe der Opposition zu sorgen. [Schließlich hätte dem Wahlergebnis zufolge al-Mâlikî sein Amt behalten sollen, statt dessen folgte ihm Ḥaidar al-ʽAbâdî nach (vgl.u.!).] Das Rechtsstaat-Parteienbündnis schalt diese Aktion daher auch als klare Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten des Iraks. Die Besetzung des Landes durch den IS habe den USA dann den gewünschten Vorwand geliefert, die 2011 abgezogenen Truppen erneut in den Irak zu schicken. Davon befinden sich derzeit noch ca. 5.000 Mann im Irak. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i42150-al_abadi_fordert_reduzierung_der_us_milit%C3%A4rberater_im_irak)
As-Sûmariyya News berichtete am 3.7.2018 unter Berufung auf Geheimdienstquellen über die Eliminierung der größten 14 Mann starken IS-Zelle im Raum Kirkûk einschließlich ihres Anführers Abû Anas al-ʽIrâqî infolge einer Präventivoperation der Sicherheitskräfte in einem der Dörfer der Provinz Kirkûk. Diese Gruppe hatte etliche Morde begangen und via fingierten Polizei-Straßensperren (vgl.u.) Bewohner verschleppt. (https://www.sana.sy/?p=776516)
Der Kommandant der Militäroperationen in der Provinz Diyâlâ, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, verkündete am 1.7.2018 laut INA den Beginn einer groß angelegten Operation ab Morgendämmerung zur Eliminierung von IS-Zellen im NO der Provinz. Beteiligt sind Sicherheitskräfte von Armee und Polizei, unterstützt durch die Luftwaffe. Einsatzgebiete sind zunächst das al-Muḫaisa-Becken, Bustân al-Muḫaisa und Bustân Ḥalabî sowie Abû Karama. (https://www.sana.sy/?p=775587)
Während einer Zeremonie anläßlich des Volksaufstandes von 1920 im Kampf gegen die britische Besatzungsmacht machte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals deutlich, daß mit (IS-) Terroristen nicht verhandelt werde. Der Krieg gegen die IS-Terrormiliz sei ebenso durch eine fatwâ der befugten religiösen Rechtsgelehrten zustande gekommen wie der Aufstand von 1920 und diente der Unabhängigkeit des Iraks. Die IS-Terroristen hielten sich derzeit in kleinen Gruppen in bergigen oder Wüstenbereichen versteckt und verübten von dort Überfälle, doch die Streitkräfte würden dem ein Ende bereiten. Außerdem thematisierte er Intrigen gegen den Irak und die irakischen Streitkräfte, vor allem deren Teil von al-Ḥašd aš-Šaʽbî [dazu vgl.u.], und erklärte: „Die Feinde versuchen, die irakische Bevölkerung gegeneinander aufzuhetzen.“ (www.parstoday.com/de/news/middle_east-i42075-iraks_ministerpr%C3%A4sident_werden_mit_terroristen_nicht_verhandeln)
Nahe der Provinzauptstadt Mossul haben IS-Zellen sog. Checkpoints errichtet. Verkleidet als Polizisten stoppten sie dort Bürger, um sie zu verschleppen, oder töteten echtes Sicherheitspersonal. Auf der Straße zwischen al-Ḥaḍr und Mossul konnte eine Polizeieinheit während ihrer Operation zur Eliminierung solcher Zellen 17 IS-Mitglieder töten.
In einem Dorf (Helwati?) im SW von Kirkûk kam es zu Kämpfen zwischen IS-Terroristen und Polizisten, wobei sieben der letzteren getötet bzw. verletzt wurden.
Gemäß einer Verlautbarung durch einen Sprecher von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî waren am Do., 28.6.2018, 12 IS-Terroristen zum Tod verurteilt worden. (S. 17 ISIS Militants Killed, 7 Police Servicemen Killed And Injured In Clashes Near Kirkuk And Mosul vom 29.6.2018)
Im Zug der Militäroperationen zur Tilgung verbliebener IS-Zellen in der Provinz Ṣalâḥuddîn konnten Sicherheitskräfte am 24.6.2018 aufgrund genauer Geheimdienstinformationen den IS-Drahtzieher von Bombenanschlägen und Entführungen, Abû Salâm al-ʽIrâqî zusammen mit fünf seiner Begleiter in einem der Tunnel in Ğazîra aš-Šarqâṭ ausfindig machen und töten. Der Militärsprecher, Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, teilte zudem mit, daß zwei weitere IS-Mitglieder, welche in ar-Ramâdî in der westlichen Provinz al-Anbâr Sprengstoffanschläge verübten, gefaßt worden seien. (https://www.sana.sy/?p=771636)
Die angekündigten Ermittlungen hinsichtlich des am 18.6.2018 erfolgten ausländischen Luftangriffs auf die im Gefecht mit IS-Terroristen befindlichen irakischen Streitkräfte einschließlich der al-Ḥašd aš-Šaʽbî (s.u.) haben laut offizieller Erklärung ergeben, daß – wie schon damals angegeben – tatsächlich die US-geführte Koalition dafür verantwortlich sei. Während der Pressekonferenz in Bagdad gab der stellvertretende Führer der Volkswehr (auch als Popular Mobilization Units, kurz PMU bekannt), Abû Mahdî al-Muhandis, bekannt: „The strike was carried out with a missile and we still have the remnants of that missile.” Diese Reste des Marschflugkörper seien untersucht worden und den USA zuzuweisen. Die Ergebnisse widersprächen den von US-Amtsträgern gemachten und durch CNN verbreiteten Behauptungen, wonach es sich um einen israelischen Angriff gehandelt habe. Al-Muhandis erklärte ferner: „The crime is considered a war crime and we are waiting for the government to defend the rights of these martyrs.” (S. Not Israel: Iraqi PMU Accuses US-led Coalition Of Killing Its Fighters Near Al-Bukamal)
Die Luftwaffe führte – in Übereinstimmung mit der syrischen Regierung – am 23.6.2018 erfolgreiche Angriffe gegen ein Treffen von IS-Führungspersonen im syrischen Hağîn am Ost-Ufer des Euphrats in der Provinz Dair az-Zaur durch. Drei durch ein Tunnelsystem verbundene Häuser wurden dabei zerstört und 45 anwesenden IS-Anführer getötet, darunter der Leiter des IS-Kriegsministeriums und sein Stellvertreter, der IS-Militärkommandeur der Region al-Ğazîra, der IS-Medien-Leiter, zwei IS-Kommandeure der Islampolizei (al-ḥisba), ein Mitglied der IS-Hauptkommission (?) und der persönliche Bote des IS-Gründers. In der offiziellen Stellungnahme des gemeinsamen Operationskommandos war außerdem zu entnehmen: „In accordance with the orders of the Commander-in-Chief of the Armed Forces, Dr. Haider Al-Abadi, and according to accurate intelligence information from the Falcons intelligence cell, and in coordination and supervision of the Joint Operations Command, Iraqi F16 warplanes carried out a successful airstrike [inside Syria].” (S. Iraqi Warplanes Kill 45 ISIS Members In New Round Of Strikes In Syria)
Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî betonte am Fr. 22.6.2018, gegenüber der Presse am Rande der 174. Jahrestagung der Erdölexportierenden Länder (OPEC) in Wien, die US-Sanktionen gegen den Iran hätten keinerlei Auswirkungen auf die Ölgeschäfte zwischen dem Iran und dem Irak. Das Rohöl, das der Irak dem Iran liefere, sei vielmehr der Preis für die Stromlieferung aus dem Iran an den Irak gemäß dem 2017 durch beide Regierungen unterzeichneten Vertrag. (http://parstoday.com/de/news/world-i41860-iraks_%C3%96lminister_us_sanktionen_haben_keinen_einfluss_auf_%C3%96lgesch%C3%A4fte_mit_iran)
Saʽd Maʽn, Sprecher des Innenministeriums, teilte am Do., 21.6.2018, mit, daß sieben mutmaßliche IS-Terroristen in Mossul gefaßt wurden. einer davon sei für die Erzwingung von Aussagen Gefangener spezialisiert gewesen.
Laut einer Aussage des türkischen Premierministers Binali Yildirim gegenüber dem privaten Nachrichtensender A Haber vom 21.6.2018 unterhält die Türkei im Nord-Irak elf temporäre Militärbasen (s. Turkey Has 11 ‘Temporary’ Military Bases In Northern Iraq: Prime Minister mit 2 Karten).
Das irakische Außenministerium verurteilte am 19.6.2018 die Aggression der US-geführten Koalition gegen Streitkräfte, welche [gerade] mit der Bekämpfung der IS-Terroristen beschäftigt seien. Sprecher Aḥmad Maḥğûb präzisierte, dies gelte für alle Streitkräfte im Counterterrorismus ob in Syrien, dem Irak oder andernorts und wie auch immer sie sich nennten. Angriffe gegen solche Antiterroreinheiten leisteten nur Unterstützung für den Takfîr-Terrorismus und trügen zu dessen Ausbreitung und Reorganisation bei. Der Irak appelliere erneut an alle Länder der Erde, bei der Terrorismusbekämpfung zusammenzuarbeiten. (https://sana.sy/en/?p=140496) – Damit nimmt der Irak dieselbe Haltung wie Syrien ein. Sowohl die SAA als auch z.B. al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Einheiten waren schon vielfach Bombardement der US-geführten Koalition ausgesetzt gewesen, während sie sich im Gefecht mit Terroristen z.B. des IS befanden (vgl.u.).
Betroffen vom Bombardement waren auch Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî. Die irakische Volkswehr gab am 18.6.2018 bekannt, in der syrisch-irakischen Grenzregion nahe al-Bû Kamâl seien durch die US-geführte Koalition auch 22 ihrer Leute getötet und 12 weitere verwundet worden. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî verurteilte wie schon die Regierung in Bagdad vehement diese völkerrechtswidrige Aggression der US-geführten Koalition, die durch ihre Angriffe schon in den vergangenen Jahren immer wieder ihre im Kampf gegen die Terroristen befindlichen Kämpfer getötet und verletzt und damit regelmäßig den IS-Terroristen Vorteile verschafft habe. Es werde ein Komitee zur Untersuchung der genauen Umstände und Details gebildet, das dann dem Oberbefehlshaber der irakischen Streitkräfte, Ḥaidar al-ʽAbâdî, Bericht erstatten werde. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i41716-irakische_regierung_und_al_hashd_al_shaabi_verurteilen_angriffe_auf_al_bukamal)
Von der irakischen Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî war am Mo., 18.6.2018, zu erfahren, daß eine ihrer Einheiten per Artillerieeinsatz IS-Stellungen auf der syrischen Seite der beiderseitigen Grenze – was grundsätzlich im Einvernehmen beider Regierungen geschieht! – attackierte. Dazu hieß es laut einem Sprecher: Bei dem Artillerieangriff der irakischen Volksmobilmachungskräfte auf IS-Stellungen nahmen Mitglieder dieser Terroristengruppe große Schäden davon.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i41672-al_haschd_al_schaabi_greifen_is_stellungen_in_syrien_an)
Bei einem Sprengstoffattentat durch eine nahe ihres Hauses von Terroristen angebrachte und zur Detonation gebrachte Bombe starb im Dorf Mardân am Rand des Bezirks Ḫânaqîn nordöstlich von Baʽqûba am 17.6.2018 ein Ehepaar, ihr Sohn wurde schwer verletzt. (https://www.sana.sy/?p=768747)
Eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Einheit eliminiert eine kleine Gruppe IS-Terroristen, bestehend aus vier Kämpfern im Wâdî Ṯalâb nordöstlich von Baʽqûba in der östlichen Provinz Diyâlâ während ihrer militäroperation zum Aufspüren und ausmerzen der verbliebenen IS-Zellen. Diese führen immer noch Anschläge durch wie as-Sûmariyya News meldet. So wurden etliche Sicherheitskräfte der Bundespolizei bei zwei terroristische Bombenexplosionen in der Nähe von al-Ḥawîğa südwestlich von Kirkûk verwundet, während sie sich auf Patrouille befanden. (https://www.sana.sy/?p=768317 vom 16.6.2018)
Pars Today meldet am 16.6.2018: Türkische Luftwaffe greift PKK-Stellungen im Irak an und zwar wieder (dazu vgl.u.) im Qandîl-Bergland, auch der Vormarsch der Bodentruppen werde dort fortgesetzt.
Kanada beendet seine dreijährige Militärkooperation mit den Pîšmarga der irakischen Kurdenregion. Gemäß dem von lokalen Medien zitierten militärischen Befehlshaber der kanadischen Streitkräfte, Jonathan Holbert Vance, bestehe seit der Rückeroberung Mossuls keine Notwendigkeit mehr dazu. Damit wurden auch Waffenlieferungen an diese Miliz eingestellt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i41610-kanada_beendet_milit%C3%A4rkooperation_mit_irakischer_kurdenregion vom 16.6.2018)
Süd-Korea lieferte weitere sechs T-50IQ-Überschall-Schulungskampfflugzeuge (fighter trainer jets) basierend auf einem Vertrag von 2013. Sie sollen Einsatz bei der Bekämpfung verbliebener IS-Zellen finden. (s. Iraq Receives Six T-50IQ Fighter Trainer Jets from South Korea (Photos, Video) vom 14.6.2018)
Quṭrî al-ʽUbaidî, ein Führer der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî berichtete gegenüber einem al-Maʽlûma-Korrespondenten, daß IS-Führer am Mi., 13.6.2018, 90 ihrer Kämpfer vor den Augen der anderen hinrichten und ihre Leichen in den Euphrat werfen ließen. Das Exempel wurde in Hazîn, ca. 40km von den irakischen Grenzstadt al-Qâ´im in der Provinz al-Anbâr statuiert. Die Terroristen hatten davor zurückgeschreckt, im Grenzbereich von Syrien und dem Irak, wo sich immer noch auf beiden Seiten IS-Zellen halten, gegen die SAA vorzugehen. Dies zeuge davon, daß die IS-Führung langsam die Kontrolle über die eigenen Kämpfer verliere, je mehr sie unter militärischen Druck der syrischen Armee (SAA), von al-Ḥašd aš-Šaʽbî wie der irakischen Luftwaffe im Grenzbereich geraten. (http://www.almaalomah.com/2018/06/13/317912/ und http://www.almaalomah.com/2018/06/12/317685/). Am Do., 14.6.2018 fanden und bargen Sicherheitskräfte mehr als 30 der Leichen aus dem Euphrat nach Meldungen aus der Bevölkerung wegen üblen Geruchs und aus Angst vor der Gewässerverschmutzung. Sämtliche Körper trugen Schußwunden. (http://www.almaalomah.com/2018/06/14/318173/)
Der noch amtierende Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî erklärte am 12.6.2018 aufgrund des Magazin-Brandes vom 10.6.2018, eine Neuwahl des Parlaments brauche eine richterliche Anordnung. Es stehe weder dem Repräsentantenhaus noch der Regierung zu, die Wahlergebnisse für nichtig zu erklären. In einer Rede betonte er: „Es gibt kein Zurück mehr … wir müssen daran arbeiten, eine neue Regierung zu bilden.“ Zudem erklärte er: „Die Untersuchung des Brandes der Magazine liegt in der Verantwortung der Wahlkommission und nicht in der der Sicherheitsdienste.‘ (https://www.sana.sy/?p=766962)
Der Iran protestiert bei der kurdischen Regionalregierung im Irak gegen terroristische Bewegungen an der gemeinsamen Grenze. Darauf wurde am Di., 12.6.2018, bekannt, daß sich eine Delegation unter Leitung eines ranghohen Experten des iranischen Konsulats in Arbîl mit einer Verantwortlichen der Abteilung für Außenbeziehungen der kurdischen Regionalregierung getroffen habe, wobei Siham Mamand das Protestschreiben der IR Iran entgegennahm und versicherte, man werde nicht erlauben, daß die positiven und konstruktiven Beziehungen beider Seiten durch derartige Vorkommnisse beeinträchtigt würden. – Kürzlich hatten Terroristen-Trupps versucht, über die irakische Kurdenregion auf iranisches Gebiet zu gelangen, um dort Terroranschläge durchzuführen. Iranische Sicherheitskräfte eliminierten jedoch rechtzeitig die Eindringlinge.
Bei neuerlichen Luftangriffen der US-geführten Koalition, dieses Mal auf das syrische Dorf Ḫuwâibîr im SO von aš-Šadâdî im Süd-Rîf von al-Ḥasaka am 11.6.2018 wurde auch die Schule bombardiert. Laut Einheimischen sind mindestens 18 Menschen getötet worden, die meisten davon Kinder und Frauen, meist irakische Flüchtlinge. (https://sana.sy/en/?p=139987, https://www.sana.sy/?p=766305) – Zu den unzähligen Beschwerden seitens der Regierung über diese, sich noch dazu völkerrechtswidrig in Syrien aufhaltende Koalition bei den UN-Behörden wie auch die damit konform gehende Einschätzung durch Amnesty International s.u.!
Bei einer Wahlkampfkundgebung am Mo., 11.6.2018, in der zentraltürkischen Provinz Nigde verkündete der türkische Staatspräsident Erdogan, er werde die – völkerrechtswidrige – Militäroperation im Qandîl–Bergland des NO-Iraks fortführen.
Gemäß Verlautbarung des Sprechers des Obersten Justizrats, ʽAbdus-Satâr al-Bayrakdâr (sic!), welche die irakische Nachrichtenagentur INA am 11.6.2018 veröffentlichte, hat das Untersuchungsgericht in ar-Ruṣâfa vier Männer unter dem Verdacht, am Vortag die Magazine der irakischen Wahlkommission in ar-Ruṣâfa in Brand gesteckt zu haben verhaften lassen. Drei der Beschuldigten seien Mitglieder der Polizei, einer Mitarbeiter der Wahlkommission. Der Oberste Justizrat warnte, jedem, der sich anschicke, Wahldokumente zu manipulieren, drohe die Höchststrafe. Der Ausbruch des Feuers war von der Polizei am 10.6.2018 gemeldet worden. Im parlamentarischen Sicherheitsausschuß hieß es dazu, das gelegte Feuer galt den Magazinen des Handelsministeriums, die von der Wahlkommission zur Unterbringung der Wahlurnen angemietet worden war. Der gesamte Inhalt sei ein Raub der Flammen geworden. (https://www.sana.sy/?p=766504) – Zuvor hatte das Parlament die letzten Wahlen für ungültig erklärt, die Wahlkommission entlassen und eine neue Wahl verlangt, wie Thierry Meyssan am 14.6.2018 berichtet. (http://www.voltairenet.org/article201502.html)
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Militäroperationen in der Provinz Diyâlâ zur Eliminierung der verbliebenen IS-Terrorzellen, teilte gegenüber as-Sûmariyya News am 10.6.2018 mit, daß diese Order beginnend am heutigen Tag im al-Muḫaisa-Becken, 25km im Nordosten von Baʽqûba ausgeführt werde im Zusammenwirken der Armee, der Polizeikräfte und derer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî . Dabei hätten die Streitkräfte schon zwei gesuchte und wegen Terrorismusaktivität verurteilt Männer verhaftet. (https://www.sana.sy/?p=765838)
Am So., 10.6.2018 griffen türkische Kampfflugzeuge wieder Orte im Qandîl-Gebirgszug an, welche dem Hauptquartier der türkischen Armee gemäß Stellungen der PKK sein sollten. Zugleich rückten türkische Bodentruppen in das Bergland vor. (S. Türkei greift PKK-Stellungen im Nordirak an) – Die Regierung in Bagdad beschwert sich seit Jahren über die völkerrechtswidrige Präsenz türkischen Militärs auf irakischem Gebiet (vgl.u.). Diese hängt mit der Ausweitung der ebenfalls völkerrechtswidrigen „Operation Olivenzweig“ in Syrien zusammen.
Irakische Sicherheitskräfte der Bundespolizei töteten am 9.6.2018 drei in einen Hinterhalt gelockte Terroristen, nachdem sie dabei überrascht worden waren, in den ar-Riyâd-Bezirk von al-Ḥawîğa südwestlich von Kirkûk einzudringen. Dörfer und Checkpoints der irakischen Streitkräfte im Umkreis von al-Ḥawîğa sind nach wie vor Terroristenziele. (https://www.sana.sy/?p=765445)
Bei einem terroristischen Bombenanschlag am 9.6.2018 mittels eines improvisierten Sprengsatzes auf einem belebten Marktzentrum in al-Ḫâliṣ in der östlichen Provinz Diyâlâ wurde eine Person getötet und 23 verletzt. Dies berichtete der Bürgermeister des Ortes, ʽUday al-Ḫadrân as-Sûmariyya News. Tags zuvor hatte es einen Terroranschlag in Kirkûk mit einem Toten und 14 Verletzten gegeben. (https://www.sana.sy/?p=765564)
Die Landesvertreter des im Oktober 2015 in Bagdad eingerichteten gemeinsamen Informationszentrums zum Austausch von Aufklärungsdaten zwischen den Militärs des Iraks, Syriens, Rußlands und des Irans diskutierten am Do., 7.6.2018 in der irakischen Hauptstadt regional und internationale Sicherheitsfragen insbesondere hinsichtlich des Terrorismus, Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung der Zusammenarbeit und deren Weiterführung zur Besserung der Sicherheitslage auch nach Zerschlagung derIS-Terrororganisation, zu deren Zweck das Bündnis ursprünglich geschlossen worden war (vgl.u.). Generalmajor Saʽd al-ʽAlâq, der irakische Direktor des Militärischen Geheimdienstes, zeigte sich erfreut von der erfolgreichen bisherigen Zusammenarbeit, die den Interessen der jeweiligen Teilnehmerstaaten diene und deren nationale Sicherheit erhöhe. Daher sollte diese Institution auch weitergeführt werden. Dem schlossen sich die Vertreter der anderen Staaten an und teilten bekundeten ihre Wertschätzung für die nützlichen, untereinander ausgetauschten Informationen bei der Bekämpfung der terroristischen Gruppen. (https://sana.sy/en/?p=139785, https://www.sana.sy/?p=764785)
Von Rußland erhielt der Irak inzwischen 39 Kampfpanzer des Typs T-90C, wie das Verteidigungsministerium des Empfängerlandes mitteilte. Mit ihnen werden zwei Bataillone ausgerüstet. Das Training erfolge „under supervision of Russian experts” wurde dazu ausgeführt. Insgesamt werden vertragsgemäß 73 Kampfpanzer – auch des Typs T-90SK – geliefert werden. (s. Iraq Receives 39 T-90C Battle Tanks From Russia vom 7.6.2018)
In Bagdads Stadtbezirk aṣ-Ṣadr City, einer Neubausiedlung, welche nach der US-Invasion umbenannt wurde nach dem dort residierenden und mit seinen Paramilitärs die Herrschaft ausübenden Šîʽitenführers Muqtadā aṣ-Ṣadr, kam es in Mittwoch nachts zu Explosionen in einem Munitionslager der genannten Paramilitärs, das sich in einer Moschee des Bezirks befand. Es wird vermutet, daß es sich um einen Unfall beim Umladen der Munition, bestehend aus Raketen und Granaten, gehandelt hat. Infolge der Detonation kamen mindesten 17 Personen zu Tode, weitere 80 wurden verletzt, die Moschee erlitt Totalschaden wie auch umstehende Häuser. Eine Anwohnerin beklagte sich: „They put ammunition inside a mosque. The ammunition exploded, destroying houses. … We appeal to Moqtada Sadr to follow up this incident. This group destroyed our life. Our properties and houses were levelled to the ground. Our sons and daughters were killed.“ (d.h.: Sie brachten Munition in einer Moschee unter. Die Munition explodierte, zerstörte Häuser. … Wir appellieren an Muqtadā aṣ-Ṣadr, diesen Unfall zu verfolgen. Diese Gruppe zerstörte unser Leben. Unsere Besitztümer und Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht.). Muqtadā aṣ-Ṣadr bat am Do., 7.6.2018, um „patience and self-control“ (Geduld und Selbstkontrolle). Ein Untersuchungskomitee solle binnen dreier Tage Ergebnisse über den Vorfall präsentieren. (http://english.alghad.com/articles/2295522-Arms-Cache-Explosion-Destroys-Baghdad-Mosque)
Auf der Grundlage genauer Mitteilungen war das zweite Notfall-Regiment der Polizei beim Polizeikommando Nînawâ in der Lage, am 3.6.2018 nahe at-Tanak im östlichen Teil von Mossul ein Lager von mehr als 400 Containern, gefüllt mit explosiven entzündlichen Stoffen zu finden, wie der Sprecher des irakischen Innenministerium, Brigade-General Saʽd Maʽn, as-Sûmariyya News gegenüber mitteilte. – Nördlich von Mossul zerstörten am 4.6.2018 irakische Truppen fünf vom IS angelegte Tunnel mit Raketen und Munition. – Das Direktorium des Militärgeheimdienstes teilte as-Sûmariyya News noch mit, daß es einer Ablösungseinheit der 20. Division gelang, auf fünf Schupfnester des IS in der Gegend von Ğabal Bâdûš nördlich von Mossul zuzugreifen, wo sie eine Reihe von RPGs, Raketen Raketenwerfer, eine Mörser-Abschußbasis, leichte Munition, Decken und Nahrungsmittel, vorfand und zerstörte. (https://www.sana.sy/?p=763201)
Am So, 3.6.2018, nahm der Irak gemäß dem Swap-Abkommen mit dem Iran seine Rohöl-Lieferungen in Höhe von täglich 30 – 60.000 Barrel aus Kirkûk für die persischen Raffinerien per Öltankwagen wieder auf. Der dem Irak im Gegenzug zukommende raffinierte Öl-Anteil wird dagegen über die Erdöl-Terminals im Persischen Golf abgewickelt. (http://parstoday.com/de/news/world-i41138-irak_nimmt_roh%C3%B6l_export_von_kirkuk_nach_iran_auf)
Am Sonntagabend, dem 3.6.2018, kam es zur Detonation eines Sprengstoffpakets im Bazar al-Ḥussainiyya im nördlichen Teil von Bagdad mit einem Toten und fünf Verletzten. Bislang bekannte sich niemand zu dem Attentat. Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, informierte zudem darüber, daß in der westlich gelegenen Provinz al-Anbâr weitere 16 Sprengstoffpakete hätten entdeckt und entschärft werden können. (http://parstoday.com/de/news/world-i41140-ein_todesopfer_und_f%C3%BCnf_verletzte_bei_explosion_in_bagdad)
Auch am 3.6.2018 haben Teile der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî – gemäß Abmachungen zwischen der syrischen und irakischen Regierung – erfolgreiche Angriffe auf IS–Stellungen im Grenzbereich auf syrischem Terrain wohl im Bereich von al-Bû Kamâl durchgeführt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i41130-al_haschd_al_schaabi_greifen_is_terroristen_in_syrien_an)
Das Parlament der autonomen Kurdenregion forderte den Abzug türkischer Truppen. In der am 3.6.2018 verbreiteten Erklärung wurde die Präsenz türkischer Soldaten erneut als Bedrohung der Sicherheit insbesondere der Kurden bezeichnet. In einer außerordentlichen Parlamentssitzung in Erbil, solle die Staatengemeinschaft aufgefordert werden, Maßnahmen zu ergreifen, damit die türkische Regierung die politische Souveränität des Iraks respektiere. Der Einzug türkischen Militärs in kurdischen Dörfern des Iraks sei ein Okkupationsversuch ähnlich wie im syrischen ʽAfrîn [s. „Operation Olivenzweig“!] sowie im früher vom IS gehaltenen Korridor zwischen Manbiğ undʽAfrîn, südlich von Ğarâbulus (ebenfalls in Syrien). So hätten laut lokalen Medien türkische Truppen in Sîdakân, einem Teil Distrikts Sûrân im NO von Arbîl im Grenzbereich des Iraks, von Syrien und der Türkei, einen Stützpunkt mit Baracken errichtet, woraus sich schließen lasse, daß sich die türkischen Truppen über das Vertreiben von PKK-Mitgliedern hinaus dort festzusetzen trachten.
Auch die US-Streitkräfte bauen einen neuen Stützpunkt im Gebiet des Sinğâr-Gebirges nahe der Grenze zu Syrien trotz der immer lauter werdenden Aufforderungen an diese, endlich das Land zu verlassen, was sich auch im Ergebnis der letzten Parlamentswahl ausdrückte (vgl.u.). Dazu zitierte Kurdistan 24 den Vize-Gouverneur wie folgt: „15 military vehicles of US troops arrived on top of Mount Shingal and stationed themselves near Mira peak on the mountain.” Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu bestätigte ebenfalls die Beobachtung. Zudem stellte Brigadegeneral Ḥamad Nâmis al-Ğubûrî nochmals die eigentlich zu beachtenden Grenzen der Militärberatereigenschaft des US-Militärs heraus: „The involvement of the US military in supporting Iraqi forces in securing the border does not go beyond its scope, which is to provide military advice.” Eine ähnliche – völkerrechtswidrige – US-Einrichtung existierte im syrischen at-Tanaf. (s. US Forces Set Up Military Facility At Syrian-Iraqi Border – Reports vom 3.6.2018)
Wie schon an den Berichten zur kürzlichen Parlamentswahl abzulesen (vgl.u.) war, ist die Gesellschaft bzw. Wählerschaft im Irak seit 2003 von einem generellen Vertrauensverlust in die Politik gekennzeichnet. Dieser Umstand kam auch im Interview mit Prof. Udo Steinbach vom 28.5.2018 zum Tragen. Der deutsche Islamwissenschaftler war drei Wochen zuvor einer Einladung folgend noch während des Wahlkampfes im Irak gewesen und sprach über seine Eindrücke auch im Gespräch mit führenden Politikern. So stellte er fest, daß das Vertrauen in die Politiker, das Vertrauen, daß man über Wahlen und über ein Parlament etwas verändern, etwas entwickeln könne, das Vertrauen sei extrem gering. „Ich habe auch Parlamentarier gesprochen, die gar nicht mehr angetreten sind, die gesagt haben: „wir können sowieso nichts erreichen … deswegen kandidiere ich nicht mehr.“ Eine weitere Einschätzung lautet: „Auf der einen Seite spielt man Demokratie sozusagen, auch gerade in der Öffentlichkeit. Auf der anderen Seite wird die Demokratie in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen als eine Staatsform, als eine Regierungsform, mit der man Probleme lösen kann. Und die Probleme, die anstehen, die kann man im Irak sozusagen in jedem Augenblick wahrnehmen: Die ökonomischen Probleme, das Elend, die Zerstörung. Und hier muss man sich wirklich fragen ob die Politiker, die politische Klasse entschlossen genug ist, die Dinge zu verändern, oder ob sie weiterhin nur mit der Demokratie spielt und sozusagen die eigenen Taschen füllt.“ Später sagt Prof. Steinbach nach Unterhaltungen mit Politikern: „Im Klartext heißt das, dass mir viele Politiker gesagt haben, eigentlich Land auf und ab, das war ein Konsens, wir regieren ja gar nicht mehr uns selbst, sondern wir werden regiert. … andere Mächte von außen bestimmen uns.“ Erwähnung finden in dem Zusammenhang natürlich die USA (seit der Invasion von 2003!), dann Saudi-Arabien und der Iran. Immer werde noch gesagt, „wir sind von den Amerikanern bestimmt.“ Dann faßt Prof. Steinbach zusammen: „Also dieser Defätismus hat sehr viel zu tun mit der Vermutung in der Öffentlichkeit oder der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, dass der Irak keine eigene Politik hat. Und das Andere ist dann eben die Korruption – das wird auch ganz offen angesprochen – dass die Politiker nicht bereit sind, sich nicht in der Lage sehen, nun das Wohl des Ganzen ins Auge zu fassen, sondern dass Politik im Grunde als Strategie der persönlichen Bereicherung aufgefasst wird. Diese Beiden Elemente, Fremdbestimmtheit und Korruption, das ist das, was die Menschen umtreibt und was ihnen die Lust nimmt, sich demokratisch am politischen Prozess zu beteiligen.“ Wichtig festzuhalten sei auch, daß zwar im Westen ein positives Bild der Regierung von Ḥaidar al-ʽAbâdî vermittelt worden sei, doch vor Ort im Irak habe er feststellen müssen: „Aber, diese positive Einschätzung von Abadi wird eben nicht in der Öffentlichkeit geteilt. Muqtada al-Sadr steht dann da als eine Protestwahl.“
Über die Sicherheitslage berichtet er: zwar sei nach der Zerschlagung des IS eine gewisse Ruhe eingekehrt, doch zu einem sehr hohen Preis. Die Zerstörungen seien enorm, die Leute erschöpft. Und dann schildert er: „Man fährt von Checkpoint zu Checkpoint. Ich werde vom Flughafen abgeholt von drei Jeeps, die gepanzert sind. Im ersten Jeep sitzt die Bodyguard, im letzten Jeep sitzt die Bodyguard, in der Mitte sitze ich selber. Und dann fährt man von Checkpoint zu Checkpoint.“ Er ergänzt: „das Land ist weit davon entfernt, befriedet zu werden. Und man hat das Gefühl, dass dies eine Art von Scheinruhe ist.“
Das Fazit einer einstündigen Unterhaltung mit dem früheren (und eigentlich wiedergewählten! vgl.u.) Ministerpräsidenten al-Mâlikî ist in dessen Anschauung: „wir müssen erst den ausländischen Einfluss, den Einfluss von außen abwehren, und dann können wir zu einer wirklich irakischen Politik kommen, die am national irakischen Interesse orientiert ist.“ – Es empfiehlt sich, das lesenswerte Stimmungsbild in ganzer Länge anzusehen.
Gemäß Associated Press informierte der Vizegouverneur von Ṣalâḥuddîn, ʽAmmâr Ḥikmat, darüber, daß am 2.6.2018 IS-Terroristen ein Haus im Dorf al-Farḥâniyya angriffen und darin zwölf Mitglieder einer Familie einschließlich Frauen und Kinder ermordeten.
Bei einem Suizidanschlag wurden am 1.6.2018 in der Nähe des Industriegebiets at-Tâğî im nördlichen Teil von Bagdad zwei Iraker verletzt. (https://www.sana.sy/?p=762485)
In einem offiziellen Statement vom 31.5.2018 gab die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî bekannt, ihre Mitglieder hätten selben Tags Artillerieangriffe auf IS-Stellungen nahe des Dorfes ad-Dušaiša/ad-Dašîša auf syrischem Grenzgebiet ausgeführt. Diese hätten geplant „trying to reach [Iraqi] troops deployed along the border, taking advantage of the bad weather conditions”. (s. Iraqi Popular Mobilization Units Attack ISIS Terrorists Inside Syria) – Solche grenzübergreifenden Aktionen gegen den IS entsprechen dem ausdrücklichen Übereinkommen zwischen Syrien und dem Irak (vgl.u.!).
In einem kurzen Interview gegenüber SANA machte der irakische Botschafter in Moskau, Ḥaidar Manṣûr Hadî, deutlich: „Die syrisch-irakischen Beziehungen sind stark, historisch, brüderlich und solide … Das irakische Volk wird das syrische Volk immer unterstützen.“ Er fuhr fort: „Wir spüren, was das syrische Volk durchmacht, weil auch wir dem Terrorismus und seinen Verbrechen ausgesetzt waren. Wir hoffen, dass die terroristische Präsenz in Syrien enden wird, damit es bald wieder zu dem ehemals schönen und sicheren Land wird.“ Die Regierungen beider Staaten sollten zusammen an der Beseitigung aller Hindernisse arbeiten, welcher der Kooperation bei der Eliminierung der terroristischen Gefahr im Weg stehen. Der Irak lehne die Politik der Achsen in der Region ab und arbeite daran, gute Beziehungen zu verschiedenen Ländern aufzubauen. Der Botschafter betonte gleichzeitig, daß sein Land jede ausländische Präsenz in Syrien ablehne und versicherte, der Irak werde immer zu Syrien stehen. (https://www.sana.sy/?p=760982)
Nach vorheriger Absprache und Koordination mit ihren syrischen Partnern führten irakische F-16-Kampfflugzeuge am 24.5.2018 erfolgreiche Angriffe auf IS-Stellungen mit einem Depot im Gebiet von Hağîn am Ost-Ufer des Euphrats in Syrien aus. S. Iraqi Fighter Jets Carry Out Strikes On ISIS Targets In Syria’s Hajin Area (Video)
Nachdem eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kämpfer Terroristen im SW der Provinz Kirkûk im Nordirak ausgemacht und umstellt hatten, sprengten sich am 24.5.2018 acht Suizidattentäter in den Dörfern al-Aḥnaf und Ġuraib im Bezirk ʽAbbâsî in die Luft, töteten dadurch noch eine Person und verletzten 13 weitere. – Am So., 20.5.2018, seien im aš-Šuʽla-Gebiet der Hauptstadt Bagdad einem Suizidattentäter vier Bürger als Tote und 15 als Verwundete zum Opfer gefallen. (https://www.sana.sy/?p=759189)
Nachdem das Reutersche Nachrichtenbüro mit Bezug auf den Leiter des Politbüros von Muqtadā aṣ-Ṣadr gemeldet hatte, US-Unterhändler hätten Kontakt zum Wahlgewinner, dem von aṣ-Ṣadr unterstützten Sâ´rûn-Block (s.u.), aufgenommen, antwortete der eben jener Leiter: „There are no channels of communication with the Americans…they do send us mediators but we refuse to sit down or cooperate with them even through those intermediaries.” (https://www.iraqinews.com/baghdad-politics/sadrs-office-denies-u-s-contacts-washington-says-ready-for-cooperation/ vom 23.5.2018)
Ein Marokkaner mit belgischer Staatsangehörigkeit namens Ṭâriq Ğidʽûn wurde am 22.5.2018 vom Strafgericht in Bagdad zum Tod verurteilt gemäß Abschnitt 4 des Anti-Terror-Gesetzes, wie Agence France-Presse berichtet. Der 1988 Geborene war 2014 unter dem Namen Abû Ḥamza al-Balğîkî (Letzeres bedeutet: der Belgier) dem IS beigetreten und über die Türkei in den Irak gereist. Dort hatte er sich sowie in in Tikrît, Nînawâ und ar-Ramâdî sowie in Nord-Syrien an Terroranschlägen beteiligt und war für die Ausbildung von mehr als sechzig Kindern im Alter zwischen 8 – 13 Jahren verantwortlich, die zu sog. Ašbâl al-Ḫilâfa (wörtlich: die jungen Löwen des Kalifats) herangezogen werden sollten. In ar-Ramâdî wurde er schießlich durch eine Mörsergranate verletzt und dann verhaftet. (https://www.sana.sy/?p=757857)
Ein IS-Trupp hat versucht, heimlich in eines der Dörfer im Gebiet von al-Yûrġûn des Bezirks ar-Rašâd im SW von Kirkûk einzudringen. Dabei wurde er laut as-Sûmariyya News von einer Abteilung von al-Ḥašd aš-Šaʽbî überwacht und in einen Hinterhalt gelockt. Fünf Terroristen fanden den Tod, der Rest floh. Am Vortag hatte es südlich von Kirkûk einen Anschlag mit einem selbstgebauten Sprengsatz gegeben. (https://www.sana.sy/?p=756798 vom 20.5.2018)
Bei seinem Treffen mit dem Wahlgewinner Muqtadā aṣ-Ṣadr am Abend des 19.5.2018, forderte der bisherige Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî den šîʽitischen Kleriker laut as-Sûmariyya News dazu auf, möglichst bald die Regierungsbildung in Angriff zu nehmen. Als Aufgaben seien zu bewältigen die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten, die Verbesserung der Lebensbedingungen und die Bekämpfung der Korruption. (https://www.sana.sy/?p=756832) – Muqtadā aṣ-Ṣadr, Chef der politischen Partei at-Tayyār aṣ-Ṣadri, hatte zur Parlamentswahl mit der Kommunistenpartei und einer weiteren einen Block gebildet, selbst aber nicht kandidiert und wird damit auch nicht den Ministerpräsidenten stellen können. Für eine Mehrheitsregierung muß ein Koalitionspartner gesucht werden.
Die „Politehe“ zwischen einer Bewegung, der ein radikaler Kleriker vorsteht, und einer kommunistischen Partei (unter der Führerschaft von Râ´id Ğâhid Fahmî) ist ungewöhnlich. Sie resultiert aus den Bügerprotesten etwa seit 2015 gegen die Regierung (und deren Aufbau seit 2003), die sich für dringende Reformen einsetzte (s.u.). Weitere Mitglieder des Sâ´rûn-Blocks sind: Ḥizb al-Istiqâma, die Youth Movement for Change Party, die Party of Progress and Reform, die Iraqi Republican Group und die State of Justice Party. (http://www.shafaaq.com/en/En_NewsReader/557615e4-a090-4bf2-8f3e-964ac23de8e2)

Der Wahlsieger, Photo: Bildquelle: İslamazeri.az
Nach endgültiger Stimmauszählung steht nun als Sieger der Parlamentswahlen der Block Sâ´rûn des radikalen Šîʽitenführers Muqtadā aṣ-Ṣadr (s.u.!) fest mit 54 Sitzen der insgesamt 329 im Abgeordnetenhaus. An zweiter Stelle liegt wie schon unmittelbar nach der Wahl (s.u.) ermittelt die Al-Fatḥ-Liste der Badr-Organisation mit 47 Sitzen und auf Platz drei die An-Naṣr-Liste des bisherigen Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî mit 42 Sitzen von Hâdî al-ʽÂmirî, auf Platz drei die An-Naṣr-Liste des bisherigen Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî mit 42 Sitzen. Auf Platz vier erlangte die Rechtsstaatlichkeitskoalition des früheren Ministerpräsidenten Nûrî al-Mâlikî (s.u.) 26 Sitzen, die Nationale Koalition unter der Leitung von Iyâd ʽAâwî Platz fünf mit 22 Sitzen bei der bislang niedrigsten Wahlbeteiligung von rund 44%. (http://parstoday.com/de/news/world-i40548-endergebnis_der_irakwahlen_verk%C3%BCndet_sieg_der_moqtada_sadr_liste)
Zur niedrigen Wahlbeteiligung – nicht nur im Irak sondern in weiteren Staaten des sog. „arabischen Frühlings“ – erschien ein interessanter Meinungsartikel des Politologen Thierry Meyssan mit dem Titel: Wahlen genügen nicht für Demokratie.
Über die immer enger werdenden Beziehungen von aṣ-Ṣadr – trotz der Tatsache, daß es sich bei ihm um einen šîʽitischen Klerikalen handelt – zu Saudi-Arabien erschien im Magazin Der Spiegel ein informativer Artikel (www.spiegel.de/politik/ausland/irak-wahl-muqtada-al-sadr-ist-der-schiit-dem-saudi-arabien-vertraut-a-1204889.htm)
Muqtadā aṣ-Ṣadr hatte als radikaler schon den säkularen Staat unter Ṣaddām Ḥussain bekämpft, damit jedoch keinen Erfolg. Dieser kam erst nach Sturz desselben. Mit der US-Invasion 2003 stellte sich seine militärische Anhängerschaft jedoch auf die Seite des Widerstands gegen den Eindringling. Da die von den Siegern eingesetzte Regierung mit fortdauernden, sich negativ auswirkenden Strukturen (dazu s.u.) auch nach den wieder eingeführten Wahlen nicht verändert wurden, ist ein deutliches patriotisches Moment bei der Wählerschaft 2018 nicht in Abrede zu stellen. Die Gefahr einer weiteren Entfernung von einem säkularen Staatswesen seit 2003, das schon in der geänderten Staatsflagge deutlich zum Ausdruck kommt (s.u.), besteht weiterhin.
Nach Auskunft von Außenminister Anders Samuelsen wird Dänemark seine Spezialeinsatzkräfte aus dem Irak zurückziehen, nachdem die IS-Terrororganisation zerschlagen ist. Die saudische Zeitung Arab News zitiert ihn mit den Worten: „We have now reached a point where we can begin withdrawing our special forces because (IS) no longer has control over large areas in Iraq.” Dennoch bekannte er: „the fight against IS isn’t over yet”. Das Land werde jedoch weiterhin Radar-Gerätschaften und Bodenpersonal zur Verfügung stellen. (s. Denmark To Withdraw Its Special Forces From Iraq As ISIS Has ‘No Control Over Large Area’ vom 17.5.2018)
Anläßlich des Gedenkens der Nakba (d.h. „Katastrophe“ … der Vertreibung der Palästinenser infolge der Gründung des Staates Israel vor 70 Jahren), welcher auf der anderen Seite mit israelischen Feierlichkeiten und der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem einherging, äußerte sich das irakische Außenministerium durch seinen Sprecher Aḥmad Maḥğûb am 14.5.2018. In einer Erklärung zur damit verbundenen Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels durch die USA bemerkte er: „Was heute mit dem Transfer der US-Botschaft in die arabische Stadt Jerusalem geschieht unter Berücksichtigung dessen, daß diese arabische Stadt als Hauptstadt der zionistischen Entität betrachtet wird, ist nicht akzeptabel und entfacht den Zorn von Hunderten von Millionen von Arabern , Muslimen wie Christen ,auf der ganzen Welt und ist eine eklatante Verletzung internationaler Resolutionen und des Friedensprozesses .“ Er ergänzte: „Zu dieser Zeit, in der wir unsere volle Solidarität mit unseren palästinensischen Brüdern verkünden, drücken wir unsere entschiedene Ablehnung dieser Verfahrensweise aus und warnen vor den Folgen dieses Schritts wegen der schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf die Stabilität der Region und auf die politische und Sicherheitsebene.“(https://www.sana.sy/?p=754157 vom 15.5.2018) – Jerusalem (inkl. Bethlehem) sollte mit seinem den Palästinensern vorbehaltenen östlichen Teil (al-Quds) gemäß dem UN-Teilungsplan für Palästina, vom 29.11.1947, von der UN-Generalversammlung als Resolution 181 (II) angenommen, als Corpus separatum unter internationale Kontrolle gestellt werden. Die Palästinenser stehen auf dem Standpunkt, wenn schon der Teilungsplan umgesetzt wird, dann auch hinsichtlich der darin garantierten, ihnen zugesprochenen Rechte. Näheres dazu auch bei: Wolfgang Effenberger vom15.12.2017 (http://parstoday.com/de/news/world-i34895-jerusalem_trump_und_liberman_f%C3%B6rdern_konflikt)
In Übereinstimmung mit der syrischen Regierung (und damit völkerrechtsgemäß) führte die Luftwaffe erneut erfolgreiche Angriffe auf IS-Stellungen im gemeinsamen Grenzbereich, südlich der Stadt ad-Dašîša im SO-Rîf von al-Ḥasaka (Syrien) aus. (s. Iraqi Air Force Carries Out New Strikes On ISIS Targets Inside Syria (Video))
Wie schon mehrfach vom türkischen Präsidenten Erdogan angekündigt (s.u.), führt dessen Luftwaffe die – völkerrechtswidrigen – Offensiven im Nord-Irak in der letzten Woche fort gemäß Information durch den türkischen Generalstab vom 14.5.2018. Dem seien 13 PKK-Mitglieder zum Opfer gefallen. Laut Innenministerium in Ankara seien zwischen dem 7. und 14.5.2018 24 solcher „Terroristen“ neutralisiert, 132 Personen aufgrund des Verdachts, die PKK zu unterstützen verhaftet worden. (s. Turkish Strikes Reportedly Kill 13 PKK Members In Northern Iraq)
Die Stimmenauszählung für die Parlamentswahlen (s.u.) begann am 12.5.2018. Es habe keine Störungen gegeben. Laut Verlautbarung der Hohen Wahlkommission sei die Wahlbeteiligung im Vergleich zu den Vorjahren schwach ausgefallen. (https://www.sana.sy/?p=752894) – Sie lag laut as-Sûmariyya News bei 44,52 % und war damit die niedrigste Wahlbeteiligung seit dem Sturz der Regierung des als Präsidenten gewählten Ṣaddām Ḥussain! Die endgültigen Ergebnisse seien gemäß Mitteilung des Hohen Wahlbeauftragten, Riyâḍ al-Badrân, bei einer Pressekonferenz am späten Samstagabend nach Schließung der 8.899 Wahllokale etwa in zwei Tagen zu erwarten. Er bestätigte, daß „alle Gerüchte über Manipulation oder Fälschung unbegründet seien.“ (https://www.sana.sy/?p=753015 vom 13.5.2018) – Zu den allgemeinen Problemen der Regierung(sbildung) durch die im Irak seit dem Sturz von Ṣaddām Ḥussain 2003 vorgegebenen Richtlinien s.u.!
Zu der allgemein am 12.5.2018 anstehenden Parlamentswahl sind Sicherheits- und Streitkräfte, Gefangene sowie im Ausland – wie z.B. in Syrien – ansässige Iraker bereits ab 10. Mai aufgerufen, berichtet as-Sûmariyya News, für die erstere gilt das bis zum Abend, für diejenigen im Ausland bis zum 11.5.2018. Dies ist die erste Wahl nach Erklärung der Niederlage des IS und die vierte seit dem Sturz der Regierung von Ṣaddām Ḥussain. 7.737 Bewerber von 320 politischen Parteien, Koalitionen und Wahllisten kandidieren aus 18 Provinzen um 328 Parlamentssitze im Repräsentantenhaus für eine vierjährige Amtszeit. (https://www.sana.sy/?p=751942 )
Gemäß verschiedener Vereinbarungen (vgl.u.) und auf Basis des Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus in Bagdad (s.u.) betreiben der Irak undSyrien den Kampf gegen den IS – vor allem in der Grenzregion gemeinsam. In diesem Zusammenhang bombardierte die irakische Luftwaffe IS-Stellungen und Kommando-Stützpunkte im syrischen Gebiet wie Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, laut Fernsehsehsender al-ʽIrâqiyya mitteilte. Aus dem Büro des Ministerpräsidenten hieß es dazu: „Die irakische Luftwaffe griff die Stellungen der IS-Kommandeure im Süden von ,Al-Daschischa‘ und im Nordosten Syriens an.“ Einsatzgebeit waren IS-Stellungen rund um die Stadt ad-Dašîša im SO-Rîf von al-Ḥasaka (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i40060-iraks_ministerpr%C3%A4sident_befiehlt_bombardierung_der_is_stellungen_in_syrien und pic.twitter.com/q7K3Vs7FRa vom May 6, 2018)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî war zu einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen, Mevlüt Çavuşoğlu, am Sa., 5.5.2018, nach Ankara gereist. Dort machte er nochmals (vgl.u.) deutlich, daß seine Regierung an der Pflege guter Beziehungen zu seinen Nachbarländern auf der Grundlage friedlicher Koexistenz festhalte. Jegliche ausländische Militärpräsenz gefährde jedoch die Sicherheit und Stabilität und werde daher kategorisch abgelehnt. Außerdem ging es um die Nutzung der Wasserressourcen. Anschließend reist al-Ğaʽfarî nach Jordanien weiter, um dort über Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus zu sprechen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i40042-iraks_au%C3%9Fenminister_lehnt_erneute_pr%C3%A4senz_ausl%C3%A4ndischer_truppen_ab) – Die AKP-geführte Türkei bedroht den Irak nicht nur mit ihren – völkerechtswidrigen – Militäraktionen auf irakischem Territorium (s.u.), sondern auch durch die Einflußnahme auf die Durchflußmenge wichtiger Flüsse in den Irak, die aus dem Territorium der Türkei einströmen.
Ein von IS-Terroristen am Rand einer landwirtschaftlich genutzten Straße bei al-Barwâna al-Kabîra nordöstlich von Baʽqûba an- und zur Detonation gebrachter Sprengsatz tötete am späten Abend des 3.5.2018 drei Zivilisten, wie der Leiter des Sicherheitsausschusses in Abû Ṣaidâ, ʽUwâd ar-Rubaiʽî, gegenüber as-Sûmariyya News zur Kenntnis brachte. (https://www.sana.sy/?p=748053)
Bei einem Angriff von IS-Terroristen auf einen Militärstützpunkt im Wâdî al-ʽÛsiğ am Rande von Ğalûlâ´ im NO der Provinz Diyâlâ wurden am 2.5.2018 ein Polizist getötet und drei weitere verletzt, wie as-Sûmariyya News berichtete. aufgrund einesAnschlags mit einem improvisierten Sprengsatz waren zudem bei al-ʽAẓîm nördlich von Diyâlâ drei Zivilisten zu Tode gekommen.(https://www.sana.sy/?p=747491)
Oberst Ryan Dillon als Sprecher der US-geführten Koalition teilte am Mo., 30.4.2018, offiziell mit: „Das Zentralkommando der gemeinsamen Bodenstreitkräfte hat heute seine Arbeit in Bagdad beendet, was das Ende der großen Kampfoperationen gegen den IS im Irak symbolisiert.“ Alle anderen Missionen würden jedoch ohne Änderungen fortgesetzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i39876-us_gef%C3%BChrte_anti_is_koalition_erkl%C3%A4rt_ende_des_haupteinsatzes_im_irak) – Damit ändert sich also außer dieser Formalie im Wesentlichen nichts.
Die Türkei läßt trotz Wegfalls der Voraussetzung für die Sperrung des internationalen Flughafens von Sulaimâniyya im kurdischen Nord-Irak, welche mit Sanktionen infolge des Separationsreferendums (s.u.) zusammenhingen, diesen als einziger Staat immer noch nicht anfliegen. Dies kritisierte das Verkehrsministerium via Botschafter in der Türkei am 30.4.2018 und drohte der AKP-Regierung mit Gegenmaßnahmen, sollte die Sperrung, die internationalen Abkommen widerspreche, nicht aufgehoben werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i39854-irak_droht_t%C3%BCrkei_mit_gegenma%C3%9Fnahmen)
Wie die Nachrichtenagentur INA berichtet, sind laut dem Kommandanten der Diyâlâ-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, am 30.4.2018 in Buhriz zwei der gefährlichsten IS-Anführer der Region gefaßt worden. Aufgespürt wurde in einer gemeinsamen Säuberungsaktion der Sicherheitskräfte, der Bundespolizei, der Antiterrorkräfte gemäß Geheimdienstermittlungen ein IS–Bunker im Wâdî aṯ-Ṯalâb im NO der Provinz, dessen enthaltene militärische Ausrüstung konfisziert wurde. (https://www.sana.sy/?p=745634)
Am Fr., 27.4.2018 verurteilte das hohe Strafgericht 10 IS-Terroristinnen. Gegen fünf davon, zwei Aserbaidschanerinnen und drei Kirgisinnen, wurde die Todesstrafe verhängt, gegen die restlichen fünf, zwei weitere Aserbaidschanerinnen, zwei Russinnen und eine Französin, eine lebenslange Haftstrafe wegen Beihilfe. Der Richtspruch erfolgte jeweils gemäß dem Anti-Terrorgesetz des Landes, wie der Richter und zugleich Sprecher (ʽAbdus-Satâr Bayraktâr ?) mitteilte. (http://parstoday.com/de/news/world-i39748-zehn_is_terroristinnen_im_irak_zu_lebensl%C3%A4nglich_und_zum_tode_verurteilt)
Laut einer Sicherheitsquelle aus Kirkûk konnten die gemeinsam agierenden Kräfte der Bundespolizei und der 16. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der Nähe des Dorfes ad-Dabs im NW der Provinzhauptstadt sechs IS-Terroristen töten, wie as-Sûmariyya News am 25.4.2018 meldete.
Andererseits wurden bei einem Angriff des IS beim Dorf Tawâfil nahe ar-Rašâd südwestlich von Kirkûk ein Anführer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî getötet und fünf seiner Mitkämpfer verwundet. (https://www.sana.sy/?p=742637)
In Bagdad fand am 19.4.2018 wieder eine Sitzung von Vertretern der vier Betreiberstaaten des im September 2015 in der irakischen Hauptstadt eingerichteten Internationalen Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus statt. Daran nahm auch der iranische Verteidigungsminister, Brigadegeneral Amîr Ḥâtamî (Amir Hatami), teil. Er stellte zu Beginn fest, daß der Informationskooperation des Irans und Iraks, Syriens und Rußlands bei der Niederwerfung des IS und damit der Terrorismusbekämpfung eine ernsthafte und effektive Rolle zugekommen sei, die von Erfolg auch bei der Wiederherstellung von Stabilität und Sicherheit in der Region gekrönt gewesen sei. Darauf zurückzuführen seien daher auch die Versuche der feindlichen Regierungen, diese Erfolge im Counterterrorismus zu beeinträchtigen. Beweis dafür seien die jüngsten Angriffe der drei westlichen Länder USA, Großbritannien und Frankreich sowie die zahlreichen Attacken des israelischen Regimes auf Syrien. Dann legte der Vorsitzende des Informationsgremiums der irakischen Armee, General Saʽd al-ʽAlâq (?, Saad Alaaq), zusammen mit dem Sekretär der Sitzung einen Bericht über die Aktivitäten der Bekämpfung des Terrorismus und des IS vor. General Ḥâtamî war bereits am Vortag zum Treffen mit hohen irakischen Funktionsträgern in den Bereichen Politik und Verteidigung angereist. (http://parstoday.com/de/news/iran-i39438-informationsausschuss_von_iran_russland_irak_und_syrien)
Beim Treffen mit dem Nationalen Sicherheitsberater des Iraks, Fâliḥ al-Fayâḍ, sprach sich der iranische Verteidigungsminister für den Respekt gegenüber der Souveränität fremder Staaten aus. Dabei kritisierte er vehement sowohl die türkischen Offensiven im Nord-Irak wie die Angriffe der drei westlichen Länder USA, Großbritannien und Frankreich auf Syrien. Zudem erklärte er: Der „Iran steht mit aller Kraft neben dem irakischen Volk und der Regierung in Bagdad und setzt seine Unterstützung bis zur Entwurzelung der kriminellen IS-Terrormiliz fort.“ Dem setzte er hinzu: „Die unverantwortlichen und kriminellen Maßnahmen westlicher Länder und der Verfechter der [vorgeblichen] Menschenrechte in der Region sowie die jüngsten Raketenangriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf Syrien zeigen die weitere Einmischung der Ausländer in die internen Angelegenheiten regionaler Länder bei der Bestimmung ihres Schicksals.“ Fâliḥ al-Fayâḍ betonte demgegenüber, die Regierung in Bagdad werde es keinem Land erlauben, sich in die internen Angelegenheiten des Landes einzumischen und die strategischen Beziehungen zum Iran zu stören. Vor allem würdigte er die iranische Unterstützung beim Kampf gegen den Terrorismus sowohl im Irak wie auch in Syrien: „Würde Iran den Irak und Syrien nicht unterstützen, wäre die gegenwärtige Lage in diesen Ländern viel komplizierter.“ versicherte er. (http://parstoday.com/de/news/iran-i39430-iran_ist_gegen_ausl%C3%A4ndischen_milit%C3%A4reinsatz_im_nordirak)
Aufgrund der verabredeten gemeinsamen Bekämpfung des letzten IS-Reste, die sich noch besonders im wüstenhaften Grenzgebiet beider Staaten aufhalten, haben am 19.4.2018 irakische Kampfflugzeuge auch auf der syrischen Seite der Grenze „tödliche Luftschläge“ ausgeführt. Koordiniert wurden diese außer durch den Irak und Syrien mit Rußland und dem Iran, wie der Sprecher des irakischen Militärs, Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl mitteilte. Gemäß Meldung des libanesischen TV-Kanals al-Maṣdar wurden in der Provinz Dair az-Zaur Kommandostäbe und Werkstätten für den Bau von Sprengkörpern zerstört. Die Aktion werde fortgeführt, sobald entsprechende Geheimdienstinformationen vorlägen. (https://sptnkne.ws/hsce)
Brigadegeneral Amîr Ḥâtamî, der iranische Verteidigungsminister, informierte die Presse bei seiner Ankunft in Bagdad am Mi., 18.4.2018 darüber, daß er gekommen sei, um an der ersten Tagung der Kommission für gemeinsame Verteidigungskooperationen zwischen Bagdad und Teheran teilzunehmen. Zudem komme er, um über regionale Entwicklungen zu beraten. Bei der Gelegenheit verurteilte er die Raketenangriffe seitens der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf Syrien. Diese seien eine verbrecherische Aktion, eine deutliche Verletzung des Völkerrechts, der internationalen Spielregeln und Grundsätze der UNO-Charta. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i39390-erste_sitzung_der_kommission_f%C3%BCr_verteidigungskooperationen_teheran_bagdad)
Aufgrund der verabredeten gemeinsamen Bekämpfung des letzten IS-Reste, die sich noch besonders im wüstenhaften Grenzgebiet beider Staaten aufhalten, haben am 19.4.2018 irakische Kampfflugzeuge auch auf der syrischen Seite der Grenze „tödliche Luftschläge“ ausgeführt. Koordiniert wurden diese außer durch den Irak und Syrien mit Rußland und dem Iran, wie der Sprecher des irakischen Militärs, Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl mitteilte. Gemäß Meldung des libanesischen TV-Kanals al-Maṣdar wurden in der Provinz Dair az-Zaur Kommandostäbe und Werkstätten für den Bau von Sprengkörpern zerstört. Die Aktion werde fortgeführt, sobald entsprechende Geheimdienstinformationen vorlägen. (https://sptnkne.ws/hsce)
Einen Tag nach den Angriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf Syrien vom 14.4.2018 äußerte sich auch der irakische Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî dazu im Telefonat mit dem US-Außenminister John Sullivan am Sonntag. Darüber veröffentlichte das Amt eine offizielle Stellungnahme. Diese lautet, die Angriffe bedeuteten negative Auswirkungen für die Region und eine Chance für den Terrorismus, sich wieder zu erholen. Dabei unterstrich er, daß dieser die gesamte Welt bedrohe. Für die Krise in Syrien könne es nur eine politische Lösung geben, wobei klar sein müsse, daß die Syrer ihre Zukunft zu bestimmen hätten.. (https://sana.sy/en/?p=134467)
Im Zusammenhang mit dem von den USA, Großbritannien, Frankreich und Saudi-Arabien ins Auge gefaßten militärischen Angriff gegen Syrien meldete der VAE-Fernsehsender Sky News ʽArabiyya am Morgen des 11.4.2018, Kampfjets der US-geführten Koalition flögen über dem syrisch-irakischem Grenzgebiet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i39132-kampfjets_der_us_koalition_%C3%BCber_syrisch_irakischem_grenzgebiet) – Näheres dazu im Syrien–Thread !
Der Leiter des Sicherheitsausschusses im Provinzrat von Diyâlâ, Ṣâdiq al-Hussainî, informierte as-Sûmariyya News am 11.4.2018 darüber, daß Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî IS-Mitglieder in einen Hinterhalt locken und dann den sog. IS-Amîr des Wâdî Ğanat und einen seiner Begleiter nahe as-Saʽdiyya, 60km nordöstlich von Baʽqûba töten konnten. In dem Gebiet finde eine Militäroperation zur Beseitigung von IS-Zellen statt. Da sich dieses durch eine sehr komplexe Topographie auszeichne, sei es prädestiniert als Versteck für Terroristen. (https://www.sana.sy/?p=737224)
Beim Zusammenstoß von Sicherheitskräften mit vier Suizidattentätern am 9.4.2018 in Ḥadîṯa, 160 km westlich der Stadt ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr konnten drei davon getötet werden, während sich der vierte selbst in die Luftsprengte. dabei kamen zwei Angehörige der Sicherheitskräfte zu Tode, sechs weitere wurden verletzt, wie Brigadegeneral Ḥamad Nâmis al-Ğubûrî, der Polizeichef von Nînawâ gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. (https://www.sana.sy/?p=736412)
Gemäß einer Information von Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gegenüber as-Sûmariyya News vom 8.4.2018 startete im NO-Teil der Provinz Diyâlâ eine großangelegte Militäroperation zum Aufspüren und Eliminieren von IS-(Schläfer)Zellen in Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte und der Luftwaffe. Die Aktionen, basierend auf Geheimdienstermittlungen, konzentrieren sich von zwei Achsen her auf das Gebiet des Wâdî Ṯalâb im Ḥamrîn-Becken. – Am Vortag hatte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî noch gemahnt, daß der IS noch nicht gänzlich ausgerottet sei und daher weitere Militäroperationen notwendig seien. (https://www.sana.sy/?p=736055)
Am frühen Sonntagmorgen sprengte sich ein Suizidattentäter mittels seines Sprengstoffgürtels in der Nähe einer Armeeabteilung in die Luft, welche gerade mit der Aufklärung eines Suizidanschlags vom Vortag in der Zentrale der Partei al-Ḥal in der Stadt Hît und ebenfalls mittels Sprengstoff-Detonation und leichten Waffen durchgeführt, beschäftigt war. Am 8.4.2018 gab es zwei Tote und elf Verletzte, am Abend zuvor, dem 7.4.2018, beim Treffen der Jugendorganisation der Partei zwei tote Sicherheitskräfte und weitere fünf Verletzte, worunter sich auch ein Kandidat für die Parlamentswahlen befand. (https://www.sana.sy/?p=736040)
Am 7.4.2018 führte die türkische Luftwaffe weitere Angriffe im N-Irak im Sîdkân-Distrikt der Provinz Arbîl durch. Begonnen hatten diese Ende März trotz wiederholter heftiger Proteste der Landesregierung (vgl.u.), obwohl die PKK letzte Woche freiwillig einen Rückzug aus dem N-Irak begonnen hatte. (https://southfront.org/pkk-kills-twelve-turkish-soldiers-in-northern-iraq-turkish-air-force-responds/)
Schließlich drangen am 7.4.2018 noch türkische Bodentruppen ca. 20km weit in die Region Sîdakân ein, besetzten die Anhöhen um die Stadt Sûrân und errichtete dort einen Militärstützpunkt wie zuvor schon einige in der Provinz Dahûk. Gut 100 Familien sind seither auf der Flucht aus ihren Wohngebieten nach dieser Invasion. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38974-t%C3%BCrkische_armee_greift_die_region_kurdistan_im_irak_an)
Wegen der vermehrten türkischen Truppenaktionen im Nord-Irak rief Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm am 4.4.2018 nochmals die türkische AKP-Regierung auf ihr Militär vom irakischen Territorium zurückzuziehen und erklärt laut al-Ḥayāt: „We do not need the presence of any military forces on the ground in Iraq, but we need cooperation with the countries.” Er setzte hinzu: „Foreign troops are not allowed to launch military operations inside Iraq or occupy parts of the country.” (https://southfront.org/turkish-forces-quietly-developing-their-ground-operation-in-northern-iraq/ mit Karte)
Wieder wurde ein Massengrab mit 158 Leichen des IS–Massakers an der Luftwaffenakademie (nach der US-Invasion von 2003 umbenannt in Camp Speicher, s.u.) am (Oster-)Mo., 2.4.2018, in Tigris-Nähe in der Provinz Ṣalâḥuddîn gefunden, teilte das Gesundheitsministerium tags darauf mit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38842-irak_weitere_158_leichen_in_camp_speicher_gefunden)
Einheimischenberichten führen die Sicherheitskräfte seit dem 2.4.2018 breit angelegte Operationen zum Aufspüren und Unschädlichmachen von IS–Zellen in der Wüste an der Grenze zu Syrien durch, wie dies auch umgekehrt von der syrischen Seite auch der Fall ist. (https://southfront.org/iraqi-forces-carried-wide-scale-operation-isis-cells-syrian-iraqi-border-tens-isis-members-reportedly-killed/)
Das Kabinett beschloß am 1.4.2018 die Erhöhung der Erdölproduktion auf 6,5 Millionen Barrel pro Tag gemäß dem Nationalen-Fünf-Jahres-Entwicklungsplan 2018-2022. (https://www.sana.sy/?p=733657)
Im Tal ar-Rumân-Distrikt östlich von Mossul konnten laut Mitteilung des Innenministeriumssprechers Generalmajor Saʽd Maʽn vom 31.3.2018 durch die Föderationspolizei elf Mitglieder von IS-Zellen gefangengenommen und deren Zellen eliminiert werden. Die Aktion erfolgte nach den IS-Angriffen (s.u.) auf al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kämpfer vor wenigen Tagen. – Dem Ministerium für Migration und Flüchtlinge war selben Tags zu entnehmen, daß während der letzten Tage, 425 geflüchtete Bürger aus der Türkei zurück nach Mossul gekommen seien. (https://southfront.org/iraqi-army-neutralizes-isis-cell-in-mosul-as-refugees-return-to-city/)
Erneut kam es am Abend des 28.3.2018 zu türkischen Luftangriffen auf nordirakischem Terrain im Bruch des Völkerrechts und trotz der mehrfachen Warnungen (s.u.) seitens der irakischen Regierung. Gegenüber as-Sûmariyya News teilte der Bezirksvertreter von Arbîl, Kuwîstân Aḥmad, mit, bombardiert worden seien die Gegenden Sâya und Siyûk wie der Berg Halmûn. Über die Größe der Verluste ist noch nichts Näheres bekannt. (https://www.sana.sy/?p=732201)
Während der Öl-Konferenz in Bagdad resümierte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 28.3.2018 kurz die gegenwärtige Situation: „Viele dachten, dass der Irak am Ende ist und nicht mehr aufstehen kann. Aber dieses Land hat bewiesen, dass diese Beurteilung falsch war.“, erklärte er. Trotz des Kampfes gegen die IS-Terrormiliz habe die Ölproduktion zugenommen. Doch müsse die Wirtschaft des Landes nicht ausschließlich vom Öl abhängig sein. Nun würden Investitionen aus dem Privatsektor gebraucht, um den Wiederaufbau des Landes zu beschleunigen. Als großes Problem sähen die Bürger nach wie vor das Ausmaß der Korruption, was auch ein Identifikationshindernis mit dem Staat darstelle. Er versicherte, die Regierung sei entschlossen, dagegen systematisch vorzugehen. Falsch sei dagegen die von außen an den Irak herangetragene Segmentierung [Balkanisierung!] in Ethnien oder religiöse Richtungen. Daher forderte er forderte alle Nachbarländer auf, den Irak als ein einheitliches Land wahrzunehmen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38576-al_abadi_fordert_nachbarstaaten_auf_den_irak_als_ein_einheitliches_land_anzusehen)
In einer Luftlandeoperation gelang es Sicherheitskräften und Mitgliedern der Antiterroreinheit in der Provinz al-Anbâr zwei IS-Terroristen gefangenzunehmen, darunter den sog. IS-Amîr der Wüste, Saab Abdullah al-Issawi [Ṣaʽb ʽAbdullâh al-ʽIsâwî ?], der für die Vorbereitung von Terrorattacken vor allem mit Autobomben auf militärische wie zivile Ziele verantwortlich zeichnete. (https://southfront.org/iraqi-security-forces-detained-top-isis-member-anbar-governorate-in-successful-air-landing-operation/ vom 28.3.2018)
Um einem Eindringen von türkischen Bodentruppen zuvorzukommen, sind in Sinğar/Provinz Nînawâ im Nordirak Streitkräfte der irakischen Armee und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî eingetroffen, gab der Bürgermeister der Stadt bekannt. Zuvor hatte der türkische Staatspräsident Erdogan am So., 25.3.20178, trotz der irakischen Warnungen (vgl.u.) noch erklärt: „We said we would go into Sinjar. Now operations have begun there. The fight is internal and external.” Die irakischen Streitkräfte übernahmen zudem Stellungen der PKK, die ihnen von dieser Organisation im Grenzgebiet überlassen worden waren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38544-irakische_armee_trifft_in_sinjar_ein_um_gegen_drohungen_der_t%C3%BCrkischen_armee_vorzugehen, https://southfront.org/pkk-hands-over-large-area-at-syrian-iraqi-border-to-iraqi-security-forces/ mit Karte!)
Türkische Kampfflugzeuge bombardierten am 26.3.2018 erneut und trotz wiederholter Proteste und Warnungen seitens der Landesregierung irakisches Grenzgebiet im Bezirk Sîdakân der nördlichen Provinz Arbîl. Übereinstimmend berichteten dies Bewohner des Bezirk al-ʽAmâdiyya im Gebiet Dahûk wie auch der Bezirksdirektor von Sîdakân, Iḥsân Ğalabî, gegenüber as-Sûmariyya News. (https://www.sana.sy/?p=731316)
Ğâsim al-Bazûnî, Kommandant der Spezialabteilung der 50. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, gab gegenüber den Medien bekannt, daß unter seiner Leitung Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und der Sicherheitskräfte eine gemeinsame Sicherheitsoperation in den Provinzen Ṣalâḥuddîn und Nînawâ durchgeführt hätten. Diese zielte auf das Gebiet Zaur al-Kanʽuṣ zwischen aš-Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn und Imâm Ġarbî in der Provinz Nînawâ, wohin sich nach der Befreiung von al-Ḥawîğa IS-Terroristen zurückgezogen hatten. Dabei wurden 14 IS-Terroristen getötet, teils in Luftangriffen, teils bei der Zerstörung von drei IS-Schlupfnestern und -Tunneln, und Waffen und Munition entdeckt. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî führe zudem eine Razzia in den weiten Tälern, Wüstengebieten und Bergland an der irakisch-syrischen Grenze durch. Es gehe um Aufklärungs- und Überwachungsaktionen bis zum Einmarsch von Infanterie begleitet von Schützenpanzern. Die Operation führe ins Wâdî Sansûl und Wâdî al-ʽAğîğ bis in die Tiefen der West-Wüste hinein. (https://www.sana.sy/?p=731290)
Nachdem am 24.3.2018 durch IS-Terroristen bei einem Angriff auf ein fahrendes Auto vier Zivilisten getötet und zwei andere verwundet worden waren, unternahm die al-Ḥašd aš-Šaʽbî eine militärische Operation gegen die noch bei as-Saʽdiyya im NO der Provinz Diyâlâ verbliebenen IS-Zellen, wie der Führers des 110. Bataillons der Volkswehr gegenüber as-Sûmariyya News am 25.3.2018 bestätigte. (https://www.sana.sy/?p=730542)
Nach genauen Geheimdienstinformationen trafen Sicherheitskräfte am 24.3.2018 auf eine versteckte Geschützstellung des IS mit einer schweren Kanone vom Kaliber 130 mm. Dieses wurde vor Ort an den Ufern des Tigris bei al-Qayyâra südlich von Mossul konfisziert und ein Schütze verhaftet, wie as-Sûmariyya News berichtete. (https://www.sana.sy/?p=730026)
Gemäß einem Bericht von as-Sûmariyya News gab eine Sicherheitsquelle der Provinz Ṣalâḥuddîn an, ein erneuter IS-Terroristenangriff sei am 24.3.2018 im SW von Sâmarâ´ vereitelt worden. Diese teilte mit: „Die Sicherheitskräfte und die Sarâyâ as-Salâm vereitelten einen Angriff der IS-Organisation im al-Farḥâtiyya- Bezirk im Südwesten von Sâmarâ.“. Sie fügte hinzu: „Die Sicherheitskräfte schafften es, viele der Terroristen-Organisation während der Auseinandersetzungen zu töten.“ (https://www.sana.sy/?p=730121)
Am 24.3.2018 forderte Zainab al-Ḫazraği, Mitglied des irakischen Repräsentantenrats, die Regierung dazu auf, umgehend etwas zu unternehmen, um die anhaltenden Exzesse des türkischen Regimes gegen das Territorium und die Souveränität des Irak zu stoppen. Gegenüber der Nachrichtenagentur INA betonte sie, der Staatspräsident des türkischen Regimes, Erdogan, verletze mit seinen militärischen Offensiven fortwährend die Normen des Völkerrechts wie der UN-Charter, indem er seine Truppen in Nachbarstaaten einfallen lasse, wie zuletzt im syrischen ʽAfrîn. Alle diplomatischen Auseinandersetzungen mit ihm hätten nicht dazu geführt, daß die türkischen Truppen aus dem Land abgezogen worden seien. Das zeige, daß Erdogan die Bedeutung der diplomatischen Bemühungen nicht richtig verstehe. Daher forderte sie den türkischen Botschafter auf, umgehend dem türkischen Staatschef mitzuteilen, er müsse seine Streitkräfte aus dem irakischen Territorium abziehen bzw. fernhalten.
In gleicher Weise engagierte sich das Parlamentsmitglied Amîn Bakr. Die Angriffe des türkischen Regimes auf irakisches Territorium, denen schon viele unschuldige Zivilisten zum Opfer gefallen seien, müßten unbedingt gestoppt werden. auch er forderte die Regierung zu sofortigem Handeln auf und schlug vor, eine Beschwerde darüber bei den UN einzureichen.
Das Außenministerium hatte am 22.3.2018 die Fortsetzung der Angriffe und die Exzesse der Streitkräfte des türkischen Regimes an der gemeinsamen Grenze wie die jüngsten Luftangriffe in der Provinz Arbîl (s.u.), bei der eine Reihe Zivilisten getötet wurde, scharf verurteilt. (https://www.sana.sy/?p=730117)
Trotz der eindeutigen Warnung durch Außenminister al-Ğaʽfarî (s.u.) flogen türkische Kampfflieger am Morgen des 22.4.2018 Luftangriffe auf die Dörfer Wasân, Mâwinân und Sarkân im Ğûmân-Bezirk der Provinz Arbîl im Nordirak. Dabei wurden vier Zivilisten getötet und mehrere Häuser zerstört.
IS-Terroristen verübten in der westlich gelegenen, an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr beim Grenzübergang Ṭarîbîl nach Jordanien einen Bombenanschlag auf die Grenzwache und töteten vier Männer von dieser. Einen weiteren IS-Angriff auf die Wachstation ʽAnâza an der Grenze zu Saudi-Arabien konnten die Grenzsoldaten vereiteln.
(https://www.sana.sy/?p=729326)
Selben Tags verurteilte die Regierung vermittels des Sprechers des Außenministerium, Aḥmad Maḥğûb, diese neuerlichen Angriffe gegen unbewaffnete Zivilisten in der Region Kurdistan in Nichtachtung der Souveränität des Iraks und des internationalen Rechts wie auch die weitere Präsenz fremden Militäars auf eigenem Territorium. Dies sei den Beziehungen beider Länder zueinander nicht förderlich. energisch wiederholt wurde dann die Erklärung des Außenministers (s.u.) vom Vortag. (https://www.sana.sy/?p=729639)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî machte laut Meldung von as-Sûmariyya News am 21.3.2018 beim Treffen mit dem türkischen Vize-Außenminister Ahmet Yildiz in Bagdad deutlich, sein Land lehne jegliche Verletzung seiner Grenzen durch einmarschierende Truppen kategorisch ab wie auch die Durchführung türkischer Militäroperationen auf seinem Territorium. Dazu bemerkte er: „Der Irak lehnt das Vorhandensein irgendwelcher Truppen auf seinem Territorium ab und wird die Durchführung militärischer Operationen aus den Nachbarländern im Land nicht zulassen.“ Er fügte hinzu: „Wir kategorisch die Verletzung der irakischen Grenze durch die türkischen Truppen ab. Und wir betonen erneut, daß die türkischen Truppen aus der Stadt Baʽšîqa abgezogen werden müssen.“ Schließlich konstatierte al-Ğaʽfarî , nach den Siegen gegen den IS werde nun am Wiederaufbau gearbeitet. In den außenpolitischen Beziehungen gehe es der Regierung um Förderung von Projekten von gemeinsamem Interesse, basierend auf dem Prinzip des gegenseitigen Respekts der Souveränität und Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des jeweils anderen Staates. (https://www.sana.sy/?p=729048) – Zum Fall Baʽšîqa s.u.!
Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua News Agency berichtete von einem bestätigten Angriff einer IS-Gruppe auf das al–ʽAlâs-Ölfeld im SW von Kirkûk vom 21.3.2018, welcher aber durch die Sicherheitskräfte zurückgeschlagen werden konnte, wie Major ʽAlî al-Bayâtî von der Bundespolizei bekanntgab. (https://southfront.org/isis-attacks-oil-field-southwest-of-iraqs-kirkuk-photos/)
Die letzte Partie an Exemplaren des russischen Pantsir-S1–Luftabwehrsystems wurden am 21.3.2018 von der Armee in Empfang genommen. Damit verfügt diese über 48 Stück. Den Vertrag darüber schloß noch der vorhergehende Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî (s.u.) während seines Moskau-Besuchs im Oktober 2012. (https://southfront.org/iraqi-army-receives-last-batch-of-russian-made-pantsir-s1-air-defense-systems/)
Durch die Auffindung eines Massengrabs im NW von Mossul mit hinterher via DNS-Analyse identifizierten 39 Leichen indischer Arbeiter, wurde deren Ermordung durch den IS nach deren Verschleppung im Juni 2014 durch die Terroristen bestätigt. Diese waren damals bei der Einnahme von Mossul. Die indische Außenministerin Sushma Swaraj informierte über den Sachverhalt laut Agence France-Presse vom 20.3.2018. (https://www.sana.sy/?p=728678)
Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gab am 19.3.2018 eine Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur INA ab, in der er mitteilte, daß Einheiten der 24. Brigade der al-Ḥašd aš-Šaʽbî zusammen mit jenen des Operationskommandos Diyâlâ eine Razzia gegen verbliebene IS-Zellen im Bereich von Aṭḥamâyâ, dem naheliegenden Militärlager Karâkûš und dem Dorf an-Nadâ nahe Baladurûz, östlich von Baʽqûba durchführte. Dabei wurden eine Zentrale der Terroristen und weitere Verstecke zerstört und etliche der Extremisten festgenommen.
Das Operationskommando Bagdad informierte über das Auffinden explosiver Materialien und Munitionsreste der IS-Terroristen sowie über die Verhaftung gesuchter Personen im Gebiet von al-ʽUbaid, Aḥrâba und al-Bû ʽÛsiğ südlich von Bagdad. (https://www.sana.sy/?p=728206)
Am 19.3.2018 war außerdem zu erfahren, daß 27.000 Minen in Mossul entschärft worden sind.
Pars Today meldete am 18.3.2018, daß ein Terroranschlag in Samarra vereitelt worden sei. Dieser richtete sich gegen [šîʽitische] Besucher des Pilgerorts Samarâ´ zum Todestag des 10.Imams. Dabei wurden laut dem militärischen Informationsbüro durch die Sicherheitskräfte zwei Terroristen-Verstecke mit Mörsergranaten und Sprengstoffen in den Regionen Sayyid Ġarîb und Samarâ´ aufgespürt.
Unter Hinweis auf die Fähigkeit der irakischen Streit- und Sicherheitskräfte zur Herstellung von Sicherheit im Land bestand Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî im Telefonat mit US-Vizepräsident Mike Pence auf der planmäßigen Reduzierung der im Irak stationierten US-Militärs einschließlich Militärausbilder und -Berater. Ziel sei, damit der ausländischen Einmischung in die Angelegenheiten des Landes wie der Schwächung seiner nationalen Souveränität entgegenzuarbeiten. (http://parstoday.com/de/news/world-i38173-iraks_ministerpr%C3%A4si-dent_gibt_reduzierung_der_zahl_der_us_truppen_bekannt vom 16.3.2018)
Ein US-Helikopter des Typs HH-60 Pave Hawk, einer Variante des UH-60 Black Hawk für Spezialoperationen, stürzte am 15.3.2018 westlich von Bagdad in der Provinz al-Anbâr ab. Als Grund gab das US-Militär technisches Versagen an. Sieben US-Soldaten an Bord starben bei dem Crash. Der Hubschrauber, der zusammen mit anderen vom Fliegerhorst ʽAin al-Assad in al-Anbâr gestartet war, fing unmittelbar Feuer wegen der Waffenladung an Bord. Al-Mayâdîn TV informierte ausführlich über den Vorfall. (https://www.sana.sy/?p=726932)
Während der Operation zur Säuberung der Provinz Kirkûk von IS-Terrorzellen und -Schläfern konnten laut dem al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kommandanten Abû Ḥusâm as-Sahlânî gegenüber as-Sûmariyya News während der letzten 20 Tage mehr als 80 IS-Terroristen aufgespürt und eliminiert werden. Darunter befanden sich etliche Suizidattentäter. gefunden wurden in den Verstecken zudem Waffen, Sprengvorrichtungen, selbstgebaute Sprengsätze und Minen.
As-Sûmariyya News meldete auch, daß sieben Soldaten bei einem Angriff von IS-Terroristen südöstlich von ar-Ruṭba in der Provinz al-Anbâr getötet, weitere sieben verletzt wurden. Sie alle waren Teil einer Großoperation in der Wüstenregion jener Gegend, einem klassischen Rückzugsgebiet für die versprengten Terroristen.
Einen Tag zuvor, am 14.3.2018, hatten die Militärs einen Raketenangriff auf das Gebiet ar-Rustamiyya südlich von Bagdad vereiteln können. (https://www.sana.sy/?p=726890)
Syriens Präsident Dr. al-Assad empfing am 14.3.2018 den persönlichen Gesandten von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî, der gleichzeitig als Nationaler Sicherheitsberater fungiert. Fâliḥ al-Fayâḍ überbrachte als Botschaft, wie wichtig es sei, die Zusammenarbeit und Koordinierung von Maßnahmen zwischen beiden brüderlichen Ländern in allen Bereichen zu stärken, v.a. in denen von Politik und Sicherheit angesichts der gegenwärtigen kritischen Lage der Region. Der Präsident stimmte dem zu und wies darauf hin, daß trotz der gewaltigen Erfolge bei der Terrorismusbekämpfung im Irak und Syrien dieser bis zu vollständigen Eliminierung weitergeführt werden müsse. Außerdem ließen die USA wie ihre Verbündeten und Handlungsgehilfen in der Region nicht nach, mittels Einsatzes der Terrorgruppen, die daher weiterhin finanziert und in vielfacher anderer Weise wie z.B. via politischer Deckung ihrer Untaten unterstützt würden, um die Staaten der Region zu schwächen und zu teilen. Demgegenüber bedürfe es der Intensivierung und Vereinheitlichung der Anstrengungen jener Staaten, die sich diesen Bestrebungen widersetzen und versuchten, ihre staatliche Einheit zu bewahren und damit auch im weiteren Sinne die Sicherheit und Stabilität in der Region wiederherzustellen. Dies traf auf Zustimmung von irakischer Seite. – Am Treffen nahm auch der syrische Botschafter im Bagdad teil. (https://www.sana.sy/?p=726344, https://sana.sy/en/?p=130466)
Nach Meldung des TV-Senders al-Âtağah vom 14.3.2018 wurde am Nachmittag des 13.3.2018 das Sicherheitspersonal von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî im Westteil der Stadt Sâmarâ´ (Samarra) angegriffen. Dabei wurden der Kommandeur der 57. Brigade, Oberst Šarîf Ismâʽîl, am Kontrollposten Ḥawiš erschossen und weitere Personen verletzt. Al-ʽAbâdî befahl unverzüglich eine Untersuchung des Attentats, ein Fahrverbot für Sâmarâ´ wurde bis auf weiteres verhängt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38073-angriff_auf_sicherheitspersonal_des_irakischen_ministerpr%C3%A4sidenten)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî erklärte am Di., 13.3.2018, die Aufhebung der infolge der Durchführung des illegalen Sezessionsreferendums (s.u.) erlassenen Blockademaßnahmen gegen die Kurdenregion. Damit werden auch die beiden Flughäfen Arbîl und Sulaimâniyya wieder für den internationalen Verkehr geöffnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38161-iran_begr%C3%BC%C3%9Ft_einigung_zwischen_bagdad_und_erbil)
Wladimir Kozhin, Berater des russischen Präsidenten für militärische Kooperationen, eröffnete am 12.3.2018, Rußland rüste ein Bataillon der irakischen Streitkräfte aus. Dazu erklärte er: „Irak ist unser traditioneller Partner und hat mit dem Kauf russischer Rüstungsgüter sein Militärpotenzial gesteigert. Momentan sind wir dabei, eine Militäreinheit auszurüsten und haben dazu die Rüstungsgüter nach Irak geliefert.“ Generalstabschef ʽUṯmân al-Ġânimî hatte bereits am 20.2.2018 bekanntgegeben, daß die erste Lieferung an russischen 36 T-90S-Panzern vertragsgemäß eingetroffen sei. (http://parstoday.com/de/news/world-i37999-russland_r%C3%BCstet_irakische_milit%C3%A4rbataillon_aus)
Im SW von Kirkûk konnten Mitglieder von al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Dorf Rabza nahe der Stadt al-Ḥawîğa am 13.3.2018 drei IS-Terroristen ausmachen und töten sowie weitere vier Suizidattentäter der Terrororganisation auschalten, bevor sie ihr Attentat gegen die Streitkräfte der Volkswehr durchführen konnten. (https://www.sana.sy/?p=726061)
Die irakischen Streitkräfte ließen am 11.3.2018 bekannt geben, daß am Vortag eine Militäroperation zum Aufspüren und Eliminieren von IS-Terrorzellen und -Schlupfnestern im SW der Provinzhauptstadt Kirkûk im Raum ar-Riyâḍ aufgrund entsprechender Mitteilungen von Seiten des Geheimdienstes begonnen habe. Es nehmen Brigaden von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und der Bundespolizei mit Unterstüzung det Luftwaffe teil. (https://www.sana.sy/?p=724401)
ʽAlî al-Ḥussainî, Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, machte bekannt, daß am Fr., 9.3.2018, südwestlich von Kirkûk 16 IS-Terrorzellen ausgemacht und zerstört worden seien mit Tunneln und Waffendepots. Zugleich wurde eine Anzahl Verdächtiger verhaftet, die in Verbindung zum IS stehen sollen. Die Operation werde bis zur Eliminierung aller restlichen Zellen fortgeführt, versicherte der Sprecher. (https://www.sana.sy/?p=725670)
Ḥâkim az-Zâmilî, der Vorsitzende des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses des irakischen Parlaments, warnte am 9.3.2018 während einer Pressekonferenz davor, daß IS-Zellen einen Sturm auf die Stadt Sâmarâ´ (Samarra), 100km im NW von Bagdad, planten, um dort einige šîʽitische Schreine zu zerstören. Davon habe schon Russia Today berichtet. Hierzu hätten sich schon IS-Terroristen in der Nähe von Sâmarâ´ versammelt. Bereits am 8.3.2018 hätten Sicherheitskräfte und solche der Popular Mobilization Units (PMU) einen IS-Angriff auf die Stadt zurückgeschlagen. Auch hätten Soldaten etliche IS-Anhänger südlich der Stadt verhaften können. Diese Vorfälle zeigten den wachsenden Einfluß des IS in diesem Gebiet. Daher müsse die Regierung zusätzliche Streitkräfte um Sâmarâ´ stationieren. Ähnliche Warnungen seien von der Regierung vor dem Fall von Mossul im Jahr 2014 ignoriert worden. Nun hoffe er, dieses Mal werde es anders ausgehen. https://southfront.org/senior-official-isis-is-planning-to-storm-key-iraqi-city-north-of-baghdad/)
As-Sûmariyya News meldet am 9.3.2018 aufgrund einer Mitteilung des Sprechers des Obersten Justizrats, Richter ʽAbdus-Satâr Bayrqadâr: „Der Zentrale Strafgerichtshof verhandelte den Fall einer der Angeklagten, die an einer Terrororganisation beteiligt ist. Dabei soll es sich um die Schwester des Anführers vom Terrornetzwerk Al-Qaida, Abu Omar al-Baghdadi, handeln.“ Die Angeklagte erklärte sich der Beteiligung an terroristischen Gruppierungen für strafbar, sie habe „logistische Unterstützung und Hilfe bei ihren kriminellen Aktivitäten“ geleistet und Kämpfer finanziert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37889-todesstrafe_f%C3%BCr_schwester_des_ex_is_anf%C3%BChrers_angeordnet) – Letzere Tätigkeiten gelten anch dem überkommenen klassischen Islamischen Recht als Beteiligungsarten am Ğihâd.
Am Morgen des 8.3.2018 startete aufgrund der letzten terroristischen Vorfälle (s.u.) eine Militäroperation zur Ausmerzung der verbliebenen IS-Zellen im NO der Provinz von Diyâlâ im Ost-Irak, wie ein Vertreter der daran teilnehmenden Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî in einer Erklärung gegenüber as-Sûmariyya News deutlich machte. Demnach führten die Männer der 110. Brigade Razzien im Bereich Tal Bardân und Tal Salîma und den benachbarten Rändern von aṭ-Ṭabağ beim Diyâlâ-Fluß durch. Ebenfalls fände eine Überwachungstätigkeit verdächtiger Bewegungen im Gebiet statt. – Zwei Tage zuvor (am 6.3.2018) hätten irakische Sicherheitskräfte zwei mit Sprengstoffgürteln versehene IS-Attentäter rechtzeitig in der Region al-Ḥafâyir im NO der Provinz Diyâlâ töten können. (https://www.sana.sy/?p=722989)
Ab April 2018 wird die deutsche Bundeswehr ihre bisherige Ausbildungsmission im Irak auch auf das Heer des Landes ausweiten und daher eine Basis in Bagdad aufbauen. Von den bislang 1350 Soldaten würden künftig jedoch nur noch 800 gebraucht, da der Schutz für den französischen Flugzeugträger im Mittelmeer entfalle. Aufklärungsflüge mit Tornados und solche zur Luftbetankung sollen weitergeführt werden. Der Einsatz sei vorerst bis zum 31. 10.2018 begrenzt gemäß Planung durch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Außenminister Sigmar Gabriel. (http://parstoday.com/de/news/germany-i37769-deutschland_beginnt_neue_mission_im_irak vom 6.3.2018) – auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg habe sich für einen Verbleib im Irak ausgesprochen. Nach seinem Treffen mit Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî erklärte er: „Wir sind auf Ersuchen der irakischen Regierung hier und werden nicht länger als notwendig bleiben.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37789-nato_will_irak_mission_ausweiten vom 6.3.2018)
Im westlichen Teil von Mossul kam es am 5.3.2018 zu einem IS-Angriff auf Sicherheitskräfte, bei dem vier getötet wurden. Anwohner berichteten laut Basnews: „The assailants fled the scene after the shooting and a probe was opened into the incident.” Trotz der Befreiung der Stadt sei dort die Lage weiter angespannt. Der IS verfüge noch über ein breites Netzwerk an Unterstützern und Schläferzellen. – Nahe ar-Ruṭba in West-al- Anbâr wurde zudem ein Militärfahrzeug durch einen vom IS ausgelegten Sprengsatz in die Luft gejagt (https://southfront.org/four-security-forces-servicemen-killed-in-clashes-with-isis-in-mosul/) – Darauf wurden tags darauf innernhalb der Säuberungsoperationen der Sicherheitskräfte in West-Mossul 26 wahrscheinlich IS-Affiliierte festgesetzt. (https://southfront.org/iraqi-security-forces-arrest-26-isis-linked-suspects-in-mosul/)
Gemäß Mitteilung durch den militärischen Geheimdienst ist eine IS-Attacke mittels einer VBIED (Vehicle Borne IED) im NO von Tal ʽAfar vereitelt worden. Zugleich verbreitete die IS-affiliierte Quelle Aʽmâq, es gebe noch eine signifikante IS-Kämpferzahl im Land, die zu Attacken gegen die Armee etc. imstande sei. (https://southfront.org/isis-attacks-iraqi-army-around-mosul-shoots-down-surveillance-blimp-over-tikrit-photos/ vom 3.3.2018)
Zum Ende seines mehrtägigen Moskau-Besuchs an der Spitze einer ranghohen Delegation machte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî am 2.3.2018 auf einer Pressekonferenz nochmals deutlich, bezüglich seiner territorialen Integrität lasse der Irak nicht mit sich spaßen. Seine Souveränität sei nicht verhandelbar und bilde sozusagen eine Rote Linie. 2014 habe man im UN-Sicherheitsrat um die Stellung einer internationalen Truppe bei der Bekämpfung des IS nachgesucht unter Betonung, daß die irakische territoriale Integrität und Unabhängigkeit gewahrt bleibe. Demgegenüber bestünden nun US-Stützpunkte im Land. Hierzu führte mit Blick in die Geschichte aus: „Sogar nach Ende des Zweiten Weltkrieges liegt der Schatten der US-Stützpunkte immer noch über Ländern wie Südkorea, Japan, der Türkei und vielen anderen mehr, wobei diese Basen einen Verstoß gegen die Souveränität der Länder darstellen„. Im Irak sollten jedoch keine fremden Truppen verbleiben. (http://parstoday.com/de/news/world-i37657-al_jafari_bagdad_lehnt_bau_von_us_basis_im_land_ab) – Über die beschränkte Souveränität z.B. der BRD nach dem 2. Weltkrieg philosophierte Rußlands Staatschef Putin Mitte 2017 (https://sptnkne.ws/e7GE)
Das Parlament forderte am 28.2.2018 offizielle den Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî dazu auf, einen Zeitplan für den Abzug ausländischer Truppen aus dem Land vorzubereiten und bekanntzugeben. Zuvor hatte der Parlamentsausschuß für Sicherheit und Verteidigung die fortdauernde Präsenz insbesondere des US-Militärs moniert (vgl.u.) und schließlich al-ʽAbâdî als Oberbefehlshaber der irakischen Streitkräfte schriftlich aufgefordert, zu erklären, warum sich die US-Truppen immer noch im Irak aufhielten. Seit Aufkommen des IS haben die USA wieder 12.000 Mann im Land stationiert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37621-iraks_parlament_beschloss_abzug_ausl%C3%A4ndischer_truppen)
Nach den jüngsten Unruhen in Kirkûk und Umgebung wie der Zunahme von IS-Angriffen auf Sicherheitskräfte und Volksmobilmachungseinheiten (al-Ḥašd aš-Šaʽbî), worüber v.a. im as-Sûmariyya News–Ticker der letzten Zeit zu lesen war, werden nach Anordnung von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die Volksmobilmachungskräfte zusammen mit der föderalen Polizei eine Operationen zur Säuberung des Gebietes im SW der Provinz Kirkûk von den noch verbliebenen IS-Elementen beginnen. Dazu die Kampfeinheiten am 27.2.2018 in al-Ḥawîğa ein. – außerdem informierte der Premierminister darüber: „Der Erdölexport aus Kirkuk über den türkischen Hafen Ceyhan werde aufgrund von Übereinkünften mit den Verantwortlichen im irakischen Kurdistan bald wieder beginnen.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i37591-al_abadi_stimmt_gemeinsamen_operationsraum_mit_peschmerga_in_kirkuk_zu )
Während seines Moskau-Besuchs am 28.2.2018 äußerte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî zur Beziehung zwischen seinem Land und Syrien, beide Bruderländer verbänden seien seit alten Zeiten geschichtlich, geographisch, gesellschaftlich und bzgl. ihrer Interessen eng miteinander verbunden. Die erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich der Terrorismusbekämpfung habe dies nur noch verstärkt. (https://www.sana.sy/?p=718706, https://sana.sy/en/?p=128886)
Syriens Vize-Außenminister Dr. al-Miqdâd und Nizâr Ḫairullâh, Unterstaatssekretär des irakischen Außenministeriums, unterzeichneten am 26.2.2018 in Damaskus ein Memorandum of Understanding (MoU) im Bereich der politischen Konsultationen. (https://www.sana.sy/?p=717526)
Bei einem Angriff durch IS-Terroristen wurde im Gebiet al-Ḥafâ´ir am Rande des Sees Ḥamrîn ein Hirte getötet und ein weiterer Mann verletzt. Eine Untersuchung des Vorfalls durch die Sicherheitsdienste laufe, versicherte der Bezriksrats-Vorsitzende von al-Miqdâdiyya, ʽAdnân at-Tamîmî, gegenüber as-Sûmariyya News. (https://www.sana.sy/?p=717049 vom 26.2.2018)
Im Interview mit Gazeta.ru bestätigte die frühere US-Botschafterin in Kuwait und Libyen, Deborah Jones, daß die Irak-Invasion von 2003 ein großer strategischer Fehler war: „Ich glaube nicht, dass irgend jemand im Nahen Osten bestreitet, daß die Invasion im Irak ein strategischer Fehler war und weiterhin als ein strategischer Fehler im 21. Jahrhundert angesehen werden wird“, kritisierte sie die Entscheidung. Die USA hätten sich auf falsche Behauptungen gestützt – das angebliche Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen – um ihre Aggression gegen den Irak zu starten und in diesen einzumarschieren, um sich des Reichtums des Landes zu bemächtigen und eine US-Militärpräsenz in der Region zu etablieren mit dem Ziel, so unmittelbar in die inneren Angelegenheiten des Iraks einzugreifen zu können. Die US-Invasion im Irak führte neben der massiven Zerstörung der Infrastruktur zu Hunderttausenden Toten und Verletzten, der Entstehung und Verbreitung terroristischer Organisationen, an der Spitze der IS. (https://www.sana.sy/?p=716522 vom 25.2.2018)
Infolge der Detonation eines Sprengsatzes wurden drei Iraker wurden am 25.2.2018 nördlich von Bagdad verwundet.
Später am Tag griffen Bewaffnete die Ölquelle Nr.43 als Teil des Ölfelds Ḫabâz beim Dorf Idrîs Ḫabâz südwestlich von Kirkûk an. Von der irakischen Schutzpolizei dort wurden zwei Mann getötet ein weiterer verletzt. – Die Ḫabâz-Ölquellen hatten beim Versuch des IS vor 3 Jahren, die Kontrolle über sie zu erlangen, Schäden erlitten und waren daraufhin außer Betrieb. (https://www.sana.sy/?p=716432)
Der historische Kalender erinnert an das Eindringen der Koalitionstruppen in den Irak während des Zweiten Golfkrieg 23.2.1991. (https://www.sana.sy/?p=715425)
Laut eigenem Eingeständnis habe die US-geführte Koalition „mindestens 841 Zivilisten“ während ihrer [völkerrechtswidrigen, zu Belegen s.u.] „Operation Inherent Resolve“ in Syrien und im Irak bei Angriffen getötet. 485 Fälle würden noch geprüft. (https://www.sana.sy/?p=715416, s.a. (https://sptnkne.ws/gNHV, je vom 22.2.2018) – Die unabhängige Ermittlergruppe Airwars hatte bereits laut einem Independent-Artikel vom 6.3.2016 ca. tausend Tote (vgl. Teil IV) und am 19.1.2018 wurden rund 6.000 Opfer konstatiert (s.u.).
Während seiner wöchentlichen Pressekonferenz vom 20.2.2018 wies Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals darauf hin: Selbst in Anwesenheit der Terroristen im Land sei der Irak gegen die Präsenz ausländischer Truppen auf seinem Territorium gewesen, und fügte daher an: „Wir werden der NATO und auch keinem Land erlauben, den irakischen Boden gegen Iran zu nutzen.“ – Die Äußerung ist als Reaktion auf die Forderung von US-Verteidigungsminister James Mattis zu sehen, künftig die NATO-Truppen im Irak zu verstärken.
Zudem informierte er darüber, daß er Ermittlungen zum jüngst im Nord-Irak im Raum al-Ḥawîğa erfolgten Hinterhaltsangriff von Terroristen auf eine Einheit der im Anti-IS-Kampf so erfolgreichen (vgl.u.) Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî angeordnet habe.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37285-al_abadi_nato_darf_irakischen_boden_nicht_gegen_iran_nutzen)
As-Sûmariyya News hatte am 19.2.2018 gemeldet, es bestünden noch IS-Nester in al-Ḥawîğa, ar-Riyâḍ, ar-Rašâd, aṭ-Ṭûz (oder: aṭ-Ṭawuz).
Syriens Großmuftî Dr. Aḥmad Badr ad-Dīn Ḥassūn traf während seines Bagdad-Besuchs (vgl.u.) auch mit dem Außenminister seines Gastlandes, Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, am 19.2.2018 zusammen. Wichtiges Thema war die Notwendigkeit des Zusammenwirkens islamischer Staaten angesichts der extremistischen Ideologie, wie sie auch die Terroristen in beiden Ländern verkörpert hatten und an Stelle dessen den religiösen Diskurs hin zu freundschaftlichem Einvernehmen unter- und Respekt füreinander wie auf den Frieden zu lenken. Auch müsse den Spaltungsversuchen der von den Terroristen verbreiteten haßerfüllten Takfîr-Ideologie entgegengewirkt werden. Hierzu wären Foren und Symposien geeignet. (https://www.sana.sy/?p=713404, http://www.sana.sy/en/ßP=127916)
Am Rand der bis zum 18.2.2018 dauernden Münchener Sicherheitskonferenz machte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gegenüber dem Sender Deutsche Welle deutlich, der Irak lehne ausländische Militäroperationen im Land ab, Ausbildung und logistische und informative Unterstützung durch US- bzw. ausländische Militärs sei jedoch nötig. (http://parstoday.com/de/news/germany-i37217-iraks_ministerpr%C3%A4sident_unterst%C3%BCtzt_pr%C3%A4senz_des_us_milit%C3%A4rs_in_seinem_land) – Damit stellte sich der Ministerpräsident in Widerspruch zu etlichen anderen Volksvertretern (vgl.u.).
As-Sûmariyya News meldete am 19.2.2018 mittags den Ausgang der Verhandlung der IS-Terroristin Linda W. aus Pulsnitz in Sachsen (BRD) vor dem Jugendgericht in Bagdad. Dieses war zuständig, da Linda zur Zeit ihrer Verhaftung in Mossul im Juli 2017 (vgl.u.) 17 Jahre alt und damit noch nicht volljährig war. Für ihre illegale Einreise in den Irak erhielt sie ein Jahr, für ihre IS-Zugehörigkeit als Scharfschützin fünf Jahre, zusammen sechs Jahre Haft. Beamte der deutschen Botschaft in Bagdad nahmen am Prozeß teil und sverfolgten das Verfahren.
Der zur Gründungskonferenz der Assembly of Islamic Unity in Bagdad am Sa., 17.2.2018, angereiste syrische Großmuftî Dr. Aḥmad Badr ad-Dīn Ḥassūn (https://sana.sy/en/?p=127654, https://www.sana.sy/?p=711666) traf am So., 18.2.2018, mit einem Mitglied des Präsidiums des irakischen Repräsentantenhauses, Hamâm Ḥamûdî, zusammen. Dr. Ḥassūn gratulierte zunächst zu den Siegen über den IS im Irak. Beide stimmten sodann darüber überein, daß die Einigkeit zwischen dem Irak und Syrien gegenüber der gemeinsamen terroristischen Bedrohung den großen Sieg ermöglicht habe. Ḥamûdî faßte dies so zusammen: „we triumphed in the battle against terrorism and we should be unified for facing extremism and Takfiri ideology.“ Eine solche Einigkeit werde auch den israelischen Versuchen, Zwietracht zwischen den (beiden) arabischen Staaten zu säen, widerstehen. Zudem appellierte er an die internationale Gemeinschaft, sich für Syriens Stabilität und die Rückkehr der Vertriebenen einzusetzen. (https://sana.sy/en/?p=127822, https://www.sana.sy/?p=712804)
Ḥakim az-Zamilî, der Vorsitzende des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses des irakischen Parlaments, der sich schon wiederholt kritisch gegenüber der US-Präsenz im Land wie deren Aktionen geäußert hatte (vgl.u.) wiederholte am So., 18.2.2018, in einem offiziellen Statement, der Verbleib der US-Soldaten im Irak sei nicht gerechtfertigt und daher fragwürdig. Es sei eine falsche Annahme, zu glauben, daß das US-Militär ins Land gekommen seien, um hier Sicherheit herzustellen oder den politischen Prozeß zu unterstützen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37187-irak_us_milit%C3%A4rpr%C3%A4senz_im_land_ist_nicht_gerechtfertigt)
Am 16.2.2018 erhielt der Irak die erste Ladung moderner russischer Panzer des Typs T-90S per Seefracht im Hafen von Umm Qaṣr. Von dort wurden sie weiter von al-Baṣra nach Bagdad transportiert, war aus dem Verteidigungsministerium zu erfahren. (https://www.sana.sy/?p=711508) – Infolge der trotz wiederholter Proteste dagegen fortgesetzten und somit als aufgezwungen gesehenen US-Präsenz im Land hat sich in den letzten Jahren eine zunehmende Annäherung an Rußland (vgl.u.) ergeben.
Von der Weltbank war am 16.2.2018 aus ihrem Washingtoner Hauptquartier zu erfahren, daß als Ergebnis der Irak-Wiederaufbau-Konferenz mit der irakischen Regierung eine Vereinbarung zu zwei Projekten im Wert von 510 Millionen US-$ unterzeichnet wurde. Das Geld diene der Verbesserung der Lebensbedingungen der Iraker und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Zudem seien die Mittel als sofortige Unterstützung zur Sanierung des Bildungssektors, des Gesundheitswesen, der Sanierung von Straßen und großen Brücken wie der Wiederherstellung des Strom- und Wasserversorgungsnetzes gedacht. (https://www.sana.sy/?p=710371)
Bei der Geberkonferenz zum Wiederaufbau des Iraks (s.u.) wurden schließlich Finanzzusagen in Höhe von 30 Mrd. US-$ gemacht; u.a. sagten die Türkei 5 Mrd. US-$ und Kuwait 2 Mrd. US-$ zu. (http://parstoday.com/de/news/world-i37073-30_milliarden_dollar_f%C3%BCr_wiederaufbau_iraks) – Aufgrund der immer noch andauernden völkerrechtswidrigen türkischen Militäraktionen im Land (s.u.) könnte die genannte Summe auch als eine Art Wiedergutmachungsversuch eingestuft werden. Kuwait dagegen war lange Jahre über einer der Hauptunterstützer von Terrorgruppen in Syrien.
Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini versprach am Mi., 14.2.2018, anläßlich der Irak-Wiederaufbau-Konferenz dem Irak zusätzlich zur Beteiligung einzelner europäischer Staaten an der Nachkriegswiederherstellung der Wirtschaft des Landes 400 Millionen € für humanitäre Hilfe. (https://sptnkne.ws/gHTt)
In seiner Rede während der Irak-Wiederaufbaukonferenz (s.u.) betonte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am Mittwoch: „Unser Ziel ist ein solides wirtschaftliches Umfeld zu schaffen und Arbeitsmöglichkeiten für die verschiedenen Komponenten des irakischen Volkes zu bieten.“ Die Zahl der Anleger im Irak erhöhe sich täglich. Es gelte, diejenigen wieder für Investitionen im Irak zu gewinnen, die durch die Ausbreitung des Terrorismus abgeschreckt worden waren. Die Agentur hebt hervor, das Land brauche frisches Kapital, um die verheerenden Auswirkungen der US-Invasion im Jahr 2003 mit den folgenden negativen Entwicklungen überwinden zu können. (https://www.sana.sy/?p=710035)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî teilte zum Auftakt der vom 12. – 14.2.2018 tagenden Irak-Wiederaufbau-Konferenz, welche am ersten Tag gleichzeitig mit jener der Verteidigungsminister der US-geführten Koalition in Kuwait stattfindet, am Di., 13.2.2018, in seiner Rede mit, daß infolge des Terrorkrieges 18.000 Menschen getötet, 36.000 weitere verletzt worden und ca. seien 5 Millionen Menschen aus dem Land geflüchtet seien. Die Statistik gelte für die Städte Mossul, Ṣalâḥuddîn , al-Anbâr und weitere Gebiete. Gemäß Einschätzung des Planungsministers, Salmân al-Ğumailî, würden für den Wiederaufbau rund 88,2 Mrd. US-$ benötigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37057-irak_18000_tote_und_36000_verletzte_sind_folge_des_terrorismus)
Beim Treffen der Verteidigungsminister der Mitgliedsstaaten der US-geführten Koalition (USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Belgien, Türkei, Dänemark, Frankreich, BRD, Holland, Norwegen, Großbritannien, Spanien) in Rom am Di., 13.2.2018, verkündete die italienische Amtsinhaberin Roberta Pinotti, Italien werde seine Truppenstärke im Irak im Jahr 2018 halbieren. Dennoch versicherte sie: „Italien wird weiterhin seine Verpflichtungen als ein Mitglied der US-geführten Anti-IS-Koalition einhalten.“ Bislang sind 1500 italienische Militärkräfte im Irak stationiert. (http://parstoday.com/de/news/world-i37047-italien_reduziert_truppen_im_irak) – Entweder stimmt das Datum oder der Ort des Treffens gemäß Pars Today nicht: das Koalitionstreffen findet in Kuwait statt, andererseits trafen sich die Verteidigungsminister von Italien und den USA in Rom am Mo., 12.2.2018 (s. http://sicurezzainternazionale.luiss.it/2018/02/13/mattis-roma-incontro-la-pinotti-della-ministeriale-anti-isis/)
Nach Angabe eines Mitglieds der Volkswehr gegenüber as-Sûmariyya News wehrten am Abend des 10.2.2018 Kräfte der 29. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen Angriff von IS-Terroristen auf die irakisch-syrische Grenze im Abschnitt von Tal Ṣafûk ab. (https://www.sana.sy/?p=707451)
Syriens Innenminister Muḥammad Ibrâhîm aš-Šaʽâr besuchte am 7.2.2018 mit begleitender Delegation verschiedene hohe Staats-Repräsentanten des Iraks in Bagdad. Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm besprach mit ihm die Notwendigkeit die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich zwischen beiden Nachbarstaaten weiter auszubauen, schon um dem Terrorismus zu begegnen, was vom Gesprächspartner begrüßt wurde. Zuvor hatte es ein Treffen mit Innenminister Qâsim al-Aʽrağî ähnlichen Inhalts gegeben. Unter Verweis auf die bereits beiderseitig unterzeichneten Abkommen wurde – gerade auch im Hinblick der Terrorismusbekämpfung – ein verbesserter Informationsaustausch vereinbart wie die Eliminierung von terroristischen Schläferzellen und Bekämpfung des organisierten Verbrechens. Man verständigste sich zudem auf verstärkte Grenzkontrollen, die Kooperation dabei und die Wiedereröffnung des Grenzübergangs al-Qâ´im zur Belebung des Handels. Beim Gespräch mit Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî beglückwünschte dieser die syrischen Besucher zu ihren Siegen gegenüber den terroristischen Gruppen im Land. Es folgten noch Besuche der irakischen Polizeiakademie und weiterer Sicherheitsinstitutionen. (https://sana.sy/en/?p=126648, https://www.sana.sy/?p=706339)
Generalleutnant Ğalîl ar-Rubaiʽa, welcher die Mission übernimmt, erklärte gegenüber as-Sûmariyya News, daß am 7.2.2018 eine Militäroperation zur Durchsuchung und gleichzeitig Säuberung des Terrains östlich von aṭ-Ṭawaz in der Provinz Ṣalâḥuddîn von Resten der IS-Terrororganisation begonnen habe. An dieser nähmen Einheiten der Armee, der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî wie der schnellen Krisenreaktionsgruppe teil, unterstützt von der Luftwaffe.Zudem gelte es, die Verbindungsstraße zwischen Bagdad und Kirkûk vollkommen zu sichern.
Andererseits gelang es einer Einheit des Bagdader Operationskommandos, eine mit Sprengstoffgürtel versehene Terroristin vor Ausübung ihres geplanten Suizidattentats in der Gegend Ṭâsa im Bereich von Ṭârarmiyya nördlich von Bagdad zu stellen. (https://www.sana.sy/?p=705867)
Während in die viel später als Mossul von den Terroristen befreiten Städte in Syrien bereits wieder nach Rückkehr der zuvor vertriebenen Bevölkerung das normale Leben zurückgekehrt ist, liegt Mossul – vor allem der Westteil – immer noch voller Ruinen, unter denen Leichen liegen. Deren Überführung in Leichenschauhäuser beginne den Behörden gemäß erst jetzt. Darüber veröffentlichte die Agentur Ruptly kürzlich einen bestürzenden Bericht, der auf Augenzeugenaussagen beruht. S. Iraq: West Mosul still looks like ‚middle of a war zone‘ – HRW (https://ruptly.tv/vod/20180205-026 vom 5.2.2018) wie auch: Iraq: Mosul still in ruins 5 months after liberation from IS (https://ruptly.tv/vod/20171226-014 vom 2017-12-26) und Iraq: Destruction, dead bodies and aggrieved residents: Mosul after liberation (https://ruptly.tv/vod/20180203-005 vom 5.2.2018 sowie die Schilderung einer Einwohnerin: https://sptnkne.ws/gFpg).
Am 5.2.2018 informierte Sprecher des Innenministeriums, Generalmajor Saʽd Maʽn, laut as-Sûmariyya News darüber, daß Abteilungen der Bundespolizei auf Basis von Geheimdienstermittlungen in einem beliebten Restaurant von Bagdad einen IS-Terroristen verhaftet haben. Dieser gestand, er sei an etlichen Kämpfen in der Provinz Nînawâ (Ninive) beteiligt gewesen und nach Befreiung der Gegend 2017 in die Hauptstadt geflohen und habe dort im Restaurant Beschäftigung gefunden.
Tags zuvor am Sonntag hatten Sicherheitskräfte und Angehörige von al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Zentrum von al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk im Nordirak ein Lager des IS mit TNT-Sprengstoff entdeckt und konfisziert. Dieses war im Keller eines Wohnhauses eingerichtet worden. (https://www.sana.sy/?p=704520)
Dem Ticker von as-Sûmariyya News vom 5.4.2017 war noch zu entnehmen, daß ein Offizier getötet und ein Mitarbeiter verletzt wurde, als südlich von Kirkûk am Straßenrand eine Bombe explodierte.
Zwei Häuser wurden westlich von Kirkûk durch Mörsergranaten zerstört.
In al-Ḥawîğa haben Bewaffnete das Haus eines Mitglieds des Bezirksrates gesprengt.
Andererseits konnten wieder mehr als 244.000 durch die Terroristen vertriebener Familien in ihre Wohngebiete in al-Anbâr, Ṣalâḥuddîn und Nînawâ zurückkehren.
Ein Sprecher der irakischen Regierung bestätigt am Mo., 5.2.2018, gegenüber Associated Press von einer Einigung mit der US-Regierung über den Teilabzug der US-Truppen aus dem Land, meldet as-Sûmariyya Newsam selben Tag. Dies hätten „westliche Vertragspartner“ der Basis der US-geführten Koalition bestätigt. Douglas Silliman, US-Botschafter in Bagdad, hatte am 10.1.2018 eine „schrittweise“ Reduzierung der US-Streitkräfte im Irak angekündigt. Am 28.11.2017 hatte das Pentagon die Zahl der US-Militärs im Irak mit 8892 bekanntgegeben. Geplant sei der Abzug von ca. 60% der US-Truppen und einem Verbleib von etwa 4000 US-Soldaten. Neues Ziel der Truppen seit letzter Woche sei Afghanistan. – Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî hatte mehrfach den Rückzug der US-Truppen versprochen. Jener unterstützt bei den kommenden Wahlen am 12.5.2018 somit seine Position. (www.alsumaria.tv/news/228757/ap-%D8%A7%D9%84%D8%AD%D9%83%D9%88%D9%85%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D8%AA%D8%A4%D9%83%D8%AF-%D8%A8%D8%AF%D8%A1-%D8%B3%D8%AD%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D9%82%D9%88%D8%A7%D8%AA-%D8%A7%D9%84%D8%A7%D9%85%D8%B1%D9%8A%D9%83%D9%8A%D8%A9/ar)
Seit offiziellen Bekanntgabe (s.u., Mt. Dezember) der Zerschlagung der IS-Terrororganisation im Irak hatten zunehmend irakische Parteien, Persönlichkeiten und Medien den Abzug der US-Streitkräfte gefordert, da seither nicht einmal mehr der vorgebliche Grund für deren weitere Anwesenheit im Land, nämlich der der IS-Bekämpfung, noch Bestand habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36811-al_abadi_anti_is_koalitionskr%C3%A4fte_verlassen_irak_nach_und_nach)
Gegenüber as Sûmariyya News verkündete Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, der Kommandant der Militäroperationen in der Provinz al-Anbâr am 3.2.2018 den Beginn einer großangelegten Militäroperation in den Wüstenbereichen dieser im Westen gelegenen und an Syrien wie Saudi-Arabien grenzenden Provinz, in die sich nach Zerschlagung der IS-Terrororganisation etliche von deren Mitgliedern geflüchtet hatten. Diese sollen nun aufgespürt und eliminiert werden. (https://www.sana.sy/?p=703429)
Ein türkisches Kampfflugzeug hat Gebiete in der Provinz as-Sulaimâniyya im Nord-Irak bombardiert. Dabei kamen Landesbürger ums Leben, in einigen Dörfern fiel der Strom aus und es kam zum Ausbruch von Bränden großer Waldgebiete im Zielgebiet. Irakische Abgeordnete verurteilten diese türkische Aggression in den nördlichen Grenzgebieten, während die türkische Armee vorgab „11 Ziele der PKK im Qandîl– und Asûs–Gebirge zerstört“ zu haben. Die Parlamentarier forderten die Regierung auf, unmittelbar Abschreckungsmaßnahmen gegen die türkische Seite zu ergreifen. (https://www.sana.sy/?p=700986 vom 29.1.2018, Hhg. blogseits) – Der türkische Staatspräsident hatte nach Beginn der „Operation Olivenzweig“ genannten neuelrichen Invasion in Nord-Syrien vor einigen Tagen angekündigt, er wolle diese auch auf den Irak ausdehnen.
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî ließ am Di., 30.1.2018, in Reaktion auf die Ankündigung der französische Justizministerin Nicole Belloubet (s.u.) vom So., 28.1.2018, verlauten, ausländische Terroristen, welche im Irak inhaftiert seien, würden auch nach irakischem Recht verurteilt. Die Regionalbehörden in der Autonomen Kurdenregion wurden hierzu gebeten, vollständige Informationen zur Verfügung zu stellen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36581-al_abadi_ausl%C3%A4ndische_terroristen_werden_nach_irakischem_recht_verurteilt)
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gab gegenüber der Nachrichtenagentur INA am 29.1.2018 den Beginn einer größeren Militäroperation im Ost-Teil der Provinz Diyâlâ bekannt, um die dort verbliebenen IS-Terrorzellen zu eliminieren. Diese wird durch Einheiten der Armee, Polizei und der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî mit Unterstützung der Luftwaffe im Gebiet von an-Nadâ durchgeführt. Razzien fanden in mehreren Dörfern und Tälern statt, vor allem im Wâdî Qazlâqaz und den Orten al-Ḥamâ´il und Karîm al-Haimaṣ.
Laut Meldung von as-Sûmariyya News wurden am Abend des Vortags, dem 28.1.2018, zwei Iraker in einem Auto auf dem Weg nach Baʽqûba, östlich von Baldûrûz im O von Diyâlâ getötet, als Bewaffnete aus einem Auto heraus das Feuer mit Maschinengewehren auf sie eröffneten.
Ebenfalls am So., 28.1.2018, wurden zudem drei Iraker durch die Detonation eines Sprengstoffpakets im S von Bagdad verwundet
Die Zentralregierung in Bagdad hat am 29.1.2018 die zu einem früheren Zeitpunkt gegen die autonome Kurdenregion infolge des Sezesssionsreferendums erlassenen Sanktionen (s.u.) wieder aufgehoben, da sie nicht mehr nötig seien. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36491-bagdad_hebt_blockade_der_bankgesch%C3%A4fte_gegen_erbil_auf)
Nachdem die Hinrichtung einer aus der BRD eingereisten IS-Terroristin (s.u.) im Land bekannt geworden war, erklärte Frankreichs Justizministerin Nicole Belloubet, sich einmischen zu wollen, sollte französischen IS-Angehörigen der Prozeß gemacht werden und ein Todesurteil drohen. Im Juli 2017 waren bei der Befreiung Mossuls vom IS französische Terroristinnen gefangengenommen worden. Gemäß Aussage des französischen Generalstaatsanwalts befinden sich ca. 767 französische Staatsbürger, davon 295 Frauen im „Ğihâd“ in Syrien und dem Irak. (http://parstoday.com/de/news/world-i36461-frankreich_warnt_irak)
Nach Mitteilung des Verteidigungsministeriums vom So., 28.1.2018, konnten 44.000 wieder in ihr Heim nach Tikrît, 57.000 nach Baiğî und 420.000 nach Ṭûz Ḫurmâtû (Tuz Churmatu) zurückkehren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36447-140.000_irakische_familien_nach_salahaddin_zur%C3%BCckgekehrt)
In der Morgendämmerung des 27.1.2018 beschoß ein US-Helikopter einen Kleinkonvoi im Distrikt von al-Baġdâdî, westlich von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr. Mit diesem waren der Direktor des Distrikts, Šarḥabîl al-ʽUbaidî, wie dessen Polizeichef, Oberst Salâm al-ʽUbaidî mit weiteren Sicherheitskräften unterwegs zum Haus vom Šaiḫ des Stammes al-ʽUbaid im Gebiet von aš-Šaiḫ Maʽdî al-ʽUbaidî, 90 km westlich von ar-Ramâdî, unterwegs. Infolge des US-Angriffs wurden sieben der Insassen, darunter die namentlich Genannten, getötet und weitere elf Personen teils sehr schwer verletzt. Das Gebiet wird von irakischen Sicherheitskräfte und Stämmen kontrolliert, jedoch halten sich dort um ʽAin al-Assad auch Truppen der US-geführten Koalition auf, die – wie es hieß, behaupteten, den IS zu bekämpfen, obwohl dessen Terrororganisation ja bereits zerstört sei. Dies erhebe laut dem Generalsekretär der irakischen Rechtsliga, Qais al-Ḫazʽalî, die ernste und gewichtige Frage nach der Rechtfertigung des weiteren Verbleibs der US-Militärs im Irak, wie as-Sûmariyya News berichtete. Gemäß Meldung des irakischen Militärinformationsdienstes habe das Militärkommando des Landes eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. (https://www.sana.sy/?p=699488)
Nach Angaben des Gouverneurs von Kirkûk, Rakân Saʽîd al-Ğabûrî gegenüber AFP vom 26.1.2018, wurde das mittlerweile 14. Massengrab von Opfern des IS gefunden, nachdem Einheimische und wandernde Schafhirten Kämpfer der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Elemente zu der Stelle im al-Ḥawîğa-Bezirk, nahe ar-Riyâḍ 45km westlich von Kirkûk im Nordirak. Geborgen wurden die Überresten von mehr als 75 Zivilisten und Sicherheitsleuten, die von IS-Terroristen ermordet worden waren. (https://www.sana.sy/?p=699386)
Die vereinten irakischen Streitkräfte starteten am 25.1.2018 eine militärische Spezial-Operation zur Eliminierung von IS-Schläferzellen in ar-Ramâdî / Provinz al-Anbâr im West-Irak. Das Vorgehen erfolgte von zwei Achsen aus: einmal von Ğisr aš-Šaiḫ ʽÂmar zur Kontrolle von ar-Raʽûd, zum anderen vom Projekt Nâẓim 28 aus gen Ğisr aš-Šaiḫa, wie ein al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber der Nachrichtenagentur INA bekannt gab. – In der al-ʽAbbâsî-Region von al-Ḥawîğa südwestlich von Kirkûk konnte eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Einheit vier IS-Terroristen während ihrer Sicherungsaufgaben töten. (https://www.sana.sy/?p=698703)
Die russische Nesawissimaja Gaseta vom 24.1.2018 entnimmt verschiedenen türkischen Medien, der türkische Staatschef Erdogan plane, die derzeitige Militäroperation Olivenzweig in Nord-Syrien in Irakisch- Kurdistan fortzusetzen. (https://sptnkne.ws/g7V4)
Nach Auskunft von Generalleutnant Ğalîl ar-Rubaiʽa gegenüber as-Sûmariyya News gelang es am 23.1.2018, nach geheimdienstlichen Ermittlungen drei Terroristen zu töten. Zwei von ihnen hatten Sprengstoffgürtel umgeschnallt. Sie hatten einen Anschlag in N-Bagdad geplant.
Am Morgen hatte zudem eine Militäroperation zur Vernichtung verbliebener IS-Zellen im Gebiet von in Ğazar Maḫalaṭ in der Provinz Nînawâ (Ninive) begonnen. (https://www.sana.sy/?p=697367)
Zu dem nun endgültig für den 29./30.1.2018 (https://www.sana.sy/?p=696925) angesetzten Syrian National Dialogue Congress in Sotschi hat die russische Regierung auch den Irak hinzugebeten. Die Einladung sprach der russische Botschafter in Bagdad gegenüber dem Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî am 22.1.2018 aus. Aus dem irakischen Außenamt erging die Erlärung: „During a meeting with Iraqi Foreign Minister, Ibrahim al-Jaafari, the Russian Ambassador in Baghdad, Maxim Maximov, handed over a message from Russian Foreign Minister, Sergey Lavrov, inviting Iraq to participate in the Syrian National Dialogue Congress, which will be held on January 29-30.” (https://sana.sy/en/?p=125159, https://www.sana.sy/?p=696648)- Noch am selben Tag teilte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî per Twitter mit, als geladener Bobachter nach Sotschi zu reisen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36271-irak_zur_teilnahme_an_syrien_gespr%C3%A4-chen_in_sotschi_eingeladen)
Nach entsprechendem Entscheid des Bundesgerichtshofs vom 21.1.2018 und einstimmiger Entschließung des Repräsentantenrats vom 22.1.2018 finden die Parlamentswahlen wie geplant am 12.5.2018 statt. (https://www.sana.sy/?p=696703)
Nach Ergehen des Todesurteils gegen ein weibliches Mitglied der Terrororganisation IS durch den zentralen Strafgerichtshof des Iraks wurde dieses am 21.1.2018 auch mittels Erhängen vollzogen, wie as-Sûmariyya News nach Auskunft des Sprechers des irakischen Obersten Justizrats, ʽAbdus-Satâr Bayraqdar, meldete. Dieser gab an, die aus der BRD mit ihren beiden Töchtern nach Syrien und dann in den Irak eingereiste Frau marokkanischer Herkunft habe sich dem IS abgeschlossen, wie sie im Verhör gestanden habe. Sie wurde der logistischen Unterstützung bei der Begehung krimineller Handlungen der Terrororganisation überführt wie auch der Beteiligung an Angriffen auf irakische Sicherheits- und Militäreinheiten. In letzter Zeit haben die irakischen Sicherheitskräfte viele IS-Terrorist(inn)en ausländischer Nationalität während der Befreiungsoperationen der unter IS-Herrschaft stehenden Gebiete verhaften können. (https://www.sana.sy/?p=696007)
Laut Meldung von as-Sûmariyya News wurden südöstlich des Bezirks Kalâr Diyâlâ Nordirak zwei Erdbeben der Stärke 4,3 und 4,2 auf der Richterskala registriert; es gab am 20.1.2018 mehrere Nachbeben. Zuvor hatte es im Januar schon ein mäßiges Erdbeben im Raum von Bagdad und anderen Provinzen gegeben jeweils ohne, daß Personen zu Schaden kamen. (https://www.sana.sy/?p=696136, 21.1.2018)
Nachdem laut Meldung von as-Sûmariyya News bislang unidentifizierte Täter ins das Haus eines Polizeioffiziers in der Gegend von al-Bûḏiyâb eingedrungen waren, drei Familienmitglieder getötet und weitere vier verwundet hatten, begann am Abend des 19.1.2018 eine Suchoperation der irakischen Sicherheitskräfte, verstärkt durch Stammeskämpfer, nach Schläferzellen von Terroristen in dem Gebiet nördlich von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr.
Tags zuvor (am 19.1.2018) waren vier irakische Kinder verletzt worden, als westlich von ar-Ramâdî am Straßenrand ein ein Sprengsatz explodierte. (https://www.sana.sy/?p=695453 vom 20.1.2018)
Die unabhängige Journalistengruppe Air wars informierte die Öffentlichekit darüberm, daß im vergangenen Jahr 2017 rund 6.000 Zivilisten Opfer der Militäraktionen der US-geführten Koalition in Syrien und dem Irak geworden sind. (https://www.sana.sy/?p=695351 vom vom 19.1.2018, https://airwars.org/)
Wie der Gouverneur der irakischen Provinz Kirkûk, Rakân al-Ğabûrî (?, Rakan al-Dschaburi), am 18.1.2018 mitteilte, seien bislang 1.500 Flüchtlinge nach al-Ḥawîğa (vgl.u.) zurückgekehrt. Am 11.1.2018 hatte das Innenministerium bekanntgegeben, daß 50% der Vertriebenen in die vom IS befreiten Gebiete hätten heimkehren können. (http://parstoday.com/de/news/world-i36079-1.500_irakische_fl%C3%BCchtlinge_nach_kirkuk_zur%C3%BCckgekehrt)
Als Teilnehmer der 13. PUIC-Konferenz am diesjährigen Austragungsort Teheran betonte Parlamentssprecher Salîm al-Ğabûrî in seiner Rede die Bedeutung eines ernsthaften Dialogs zur Lösung der Probleme und Fragen in der Region wie des Erhalts der Souveränität und nationalen Einheit der zugehörigen Staaten. Außerdem unterstrich er die Notwendigkeit, den arabisch-islamischen und christlichen Charakter von Jerusalem zu bewahren. (https://www.sana.sy/?p=694025) – Letzteres bezieht sich auf al-Quds/Jerusalem-Erklärung von US-Präsident Trump vom 6.12.2017 (vgl. dazu Teil VI zu Syrien!).
Gemäß einer Meldung des kurdischen Senders Rudaw haben sich die Zentral– und die kurdische Regionalregierung nach einer Zusammenkunft vom Sa., 13.1.2018 und Mo., 15.1.2018 auf die Wiederaufnahme von Flügen aus der und in die Kurdenregion sowie die gemeinsame Verwaltung der Grenzübergänge geeinigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35993-erbil_und_bagdad_%C3%BCber_wiederer%C3%B6ffnung_von_flugh%C3%A4fen_in_der_kurdenregion_einig)
Dr. phil. Jan Keller, tschechischer Abgeordneter im Europa-Parlament, äußerte am 15.1.2018 im Interview mit der Webseite Parlamentsdokumente der Tschechischen Republik, wie Beweise zeigten, stamme ein Großteil der Waffen terroristischer Organisationen in Syrien und im Irak aus den USA, was darauf hindeute, daß die Terroristen in Syrien sie von der sog. gemäßigten Opposition erhalten, die ja von der US-geführten Koalition unterstützt wird. Wörtlich bemerkte er: „Es ist bedauerlich, daß es trotz dieser offensichtlichen, durch Beweise belegten Tatsache, bisher keine formelle Diskussion über die Verantwortung der Vereinigten Staaten dazu gibt. … .“ (https://www.sana.sy/?p=692740)
Später am Tag (15.1.2018) glückte dann ein doppelter Terroranschlag im Zentrum von Bagdad und auf die Arbeiter am Luftfahrt-Platz, bei dem 31 Menschen getötet und 94 verletzt wurden. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî traf sich darauf mit Führungspersonen im Bereich militärischer Operationen und der Geheimdiensttätigkeit, in dem er die Ausmerzung verbliebener terroristischer Zellen dringlich machte, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. – Vom libanesischen Auswärtigen Amt erging eine Beileidsbekundung an das brüderliche irakische Volk, mit dem man sich solidarisch erklärte angesichts der Opfer der Attentate, die dem IS offenkundig zur Kompensation seiner erlittenen Niederlage im Land dienen sollte. (https://www.sana.sy/?p=692661)
Zunächst war von 16 Todesopfern und dutzenden Verletzten die Rede in Erwartung steigender Opferzahlen. (https://www.sana.sy/?p=692652)
Die Bundespolizei konnte am Morgen des 15.1.2018 nach sorgsamer Überwachungstätigkeit einen Suizidanschlag auf dem ʽAdan-Platz im nördlichen Bagdad verhindern, bevor der mit einem Sprengstoffgürtel versehene Attentäter sich wie geplant inmitten einer Menschenschar in die Luftsprengen konnte. Das gab Generalmajor Saʽd Maʽn, der Sprecher des irakischen Innenministeriums, gegenüber irakischen Medien bekannt. Der Leiter des Bagdader Bezirksrats, Riyâḍ al-ʽAḍâḍ informierte zudem im Interview mit as-Sûmariyya News darüber, daß noch früher am Tag durch die Detonation eines improvisierten Sprengsatzes in der Nähe von Geschäften in der Gegend von Ḥussainiyya ar-Râšidiyya im N von Bagdad ein Iraker getötet und drei weitere verletzt wurden. (https://www.sana.sy/?p=691738)
Abdu_l-Bârî Zîbârî (Abdelbari Zebari), der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für auswärtige Beziehungen, bemerkte am Mi., 10.1.2018, in einer Erklärung zur eventuellen Zwangsabschiebung irakischer Staatsbürger, die in Europa vergeblich um Asyl nachgesucht haben: „Vorhandene Informationen zeigen, dass die EU-Mitgliedsstaaten eine neue Haltung gegenüber den Verhandlungen zwischen ihnen und der irakischen Regierung eingenommen haben. Wie erwartet, soll bei dem Besuch der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini in Bagdad am 22. Januar darüber gesprochen werden.“ Zîbârî bekundete, die Rückkehr aller ins Ausland gereisten Iraker in ihre Heimat werde zwar begrüßt, doch solle die Rückführung in voller Bereitschaft und ohne Druck oder Zwang erfolgen. – Seit der Besetzung des Landes durch die USA und ihre Verbündeten im Jahr 2013 hätten laut UN-Angaben 1,6 Millionen Iraker ihre Heimat verlassen. Davon seien 500.000 – 700.000 Menschen nach Jordanien, 800.000 in das ebenfalls vom Krieg heimgesuchte Syrien (!), 100.000 nach Saudi-Arabien und Kuwait sowie 436.000 nach Europa, Afrika, Asien und in die USA gereist. (http://parstoday.com/de/news/world-i35845-irak_fordert_stopp_der_zwangsabschiebung_von_fl%C3%BCchtlingen_aus_europa) – Zum Thema s.a. die Beurteilung durch den Völkerrechtsprofessor Dr. Gerd Seidel: „Warum kein Familiennachzug aus Syrien und dem Irak notwendig ist“.
ʽAlî al-Ḥussainî, Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, unterrichtete via as-Sûmariyya News die Öffentlichkeit darüber, daß es dem 16. Bataillon bei der Einführung von Sicherheitsmaßnahmen in der Provinz Kirkûk gelungen sei, den sog. IS-Muftîdes Gouvernements, ʽAbdul Qâdir al-ʽIzzî, mit drei seiner Begleiter nahe eines Dorfes im Bezirk Dâqûq südlich von Kirkûk aufzuspüren und zu töten. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Sicherheitskräfte würden fortfahren, um Raum al-Ḥawîğa IS-Terroristen aufzustöbern. – Am Vortag, 9.1.2018, seien zudem der sog. Wâlî (IS-Gouverneur) von Kirkûk mit vier seiner Anhänger durch einen Luftangriff südlich der Provinzhauptstadt getötet worden. (https://www.sana.sy/?p=689937)
Der kürzlich (s.u., 29.12.2017) gefangengenommene, berüchtigte IS-Henker Abû ʽUmar, bekannt als White Beard („Weißbart“), soll nach Zahlung von rund 7.500 US-$ Bestechung an die Polizeiwache nach wenigen Minuten wieder in Freiheit gesetzt worden sein, meldet The Daily Mail am 9.1.2018. Darauf sei er per Motorrad einfach davongefahren. (http://www.dailymail.co.uk/news/article-5249941/ISIS-White-Beard-executioner-escaped-5-500-bribe.html?ito=social-twitter_mailonline)
Am Mo., 8.1.2018, stellten die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und die EU-Kommission in einer gemeinsamen Erklärung die EU-Strategie zur Stabilisierung des Irak nach der IS-Niederlage sowie zur Unterstützung der irakischen Bevölkerung vor. Dabei konzentriere sich die EU auf „folgende strategische Ziele:
– Wahrung der Einheit, der Souveränität und der territorialen Integrität des Landes und Unterstützung der irakischen Bemühungen um ein ausgewogenes, rechenschaftspflichtiges und demokratisches Regierungssystem;
– Förderung eines nachhaltigen, wissensbasierten und inklusiven Wirtschaftswachstums;
– Stärkung der nationalen Identität Iraks und der Aussöhnung zwischen seinen verschiedenen Gemeinschaften;
– Förderung einer wirksamen und unabhängigen Justiz;
– Bewältigung der Herausforderungen im Bereich Migration;
– Unterstützung der guten Beziehungen Iraks zu allen Nachbarländern.“
Mit Vertretern der EU-Mitgliedstaaten würden die vorgeschlagenen Maßnahmen bei der Tagung des Rates für Auswärtige Angelegenheiten“ am 22.1.2018 und mit dem EU-Parlament diskutiert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35777-eu_stellt_irak_strategie_vor)
In einer Erklärung der NATO, zitiert von der irakischen Zeitung aṣ-Ṣabâḥ al-Ğadîd am 8.1.2018, soll bei einem Treffen auf Ebene der Generalstabschefs am 16. /17.1.2018 die Rolle des Bündnisses im begonnen neuen Jahr im Irak überprüft werden. – Iraker haben mehrfach gegen die Präsenz westlichen Militärs in ihrem Land protestiert. (http://parstoday.com/de/news/world-i35719-nato_%C3%BCberpr%C3%BCft_ausbildung_irakischer_truppen)
Nach Mitteilung von ʽAlî al-Ḥussainî, einem Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, gegenüber der Nachrichtenagentur INA, hat am 4.1.2018 eine Militäroperation von Streitkräften der Armee, al-Ḥašd aš-Šaʽbî und der Luftwaffe zur Säuberung der Gebiete westlich und südlich von Kirkûk bis in den Osten der Provinz Ṣalâḥuddîn von verbliebenen IS-Zellen begonnen. Diese werden im Bereich von al-Ḥawîğa durch das Ḥamrîn-Bergland hindurch bis in die Gegend von az-Zarka an der Grenze zum östlichen Teil von Ṣalâḥuddîn vermutet.(https://www.sana.sy/?p=686967)
Haiṯam Abû Saʽîd, UN-Hochkommissar für die Nahost-Region und Generalsekretär des European Department for Security and Information (DESI) machte 3.1.2018 öffentlich, die Unruhen in einigen iranischen Städten der letzten Tage [seit Do., 28.12.2017] seien von hohen westlichen und israelischen Offiziere, aber auch Sicherheitsexperten einiger arabischer Länder und Vertretern der al-ʽAdl-Bewegung von zwei Operationszentralen aus geleitet worden. Davon sei die eine in Arbîl, der Hauptstadt der autonomen irakischen Kurdenregion, gelegen mit Einsatzgebiet Iran-West, die andere in Harāt (Herat) in Afghanistan mit Einsatzgebiet Iran-Ost. Dabei unterstrich Abû Saʽîd, eine solche Einflußnahme auf ein fremdes Land über die Steuerung von Aufruhrgeschehen darin sei ein klarer Verstoß gegen Internationales Recht bzw. die UN-Charta, welche Einmischungen in die interne Angelegenheit anderer Länder verbiete. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35585-desi_generalsekret%C3%A4r_operationszentrale_f%C3%BCr_unruhen_im_osten_und_westen_waren_in_erbil_und_herat)
Nach Mitteilung von Iḥsân [oder: Iḥsan] aš-Šamrî (Ehsan al-Shemri), einem Berater von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî, vom Di., 2.1.2018 auf dessen Facebook-Seite habe die kurdische Regionalbehörde sich nun doch entschlossen, die durch das Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 (s.u.) geschaffene und durch die jüngsten massiven Proteste (s.u.) ausgeweitete Krise auf Basis der Verfassung beizulegen, wie es die Zentralregierung vorgezeichnet hatte. Die Regionalregierung sei demnach einverstanden, im Vorfeld gemeinsamer Gespräche offiziell vom erwähnten Referendum Abstand zu nehmen, über alle internationalen Grenzübergänge und Flughäfen die Kontrolle zu übergeben, ein Hohes Komitee zur Planung und Organisation der Aktivitäten dieser Grenzübergänge zu bilden sowie über Öl- und Nicht-Öl-Einnahmen und Steuern die Zentralregierung entscheiden zu lassen. Zuvor hatte Ministerpräsident al-ʽAbâdî den Verantwortungsträgern in Arbîl eine Liste mit 13 Bedingungen zukommen lassen, an welche die Wiederaufnahme der Gespräche geknüpft war. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35541-irakisches_kurdengebiet_akzeptiert_bedingungen_der_zentralregierung)
Das türkische Militär hält bekanntlich (vgl.u.) trotz wiederholter vehementer Proteste der Zentralregierung dagegen Territorien des Iraks besetzt bzw. unterhält dort Stützpunkte. Daher ist es verständlich, daß Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî es ablehnte, daß ausgerechnet der türkische Präsident Erdogan eine Vermittlertätigkeit zwischen der irakischen Kurdenverwaltung und der Regierung in Bagdad übernehmen solle, wie es Nêçîrvan Bârzânî, der Premierminister letzterer, nach seinem jüngsten Türkei-Besuch gefordert hatte. Außerdem hob al-ʽAbâdî die Notwendigkeit der Kontrollausweitung über alle irakischen Grenzübergänge hervor, wie as-Sûmariyya News am Mo., 1.1.2017, berichtete. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35511-al_abadi_lehnt_t%C3%BCrkischen_vermittlungsvorschlag_in_streitfrage_mit_erbil_ab) – Letzteres bezieht sich auf die Auseinandersetzungen im Gefolge des illegalen Sezessionsreferendums vom 25.9. 2017 (s.u.).
Die irakischen Streitkräfte starteten am 1.1.2018 eine Militäroperation zusammen mit Brigaden der Bundespolizei und Deckung der Luftwaffe in der Gegend von al-Farḥâniyya und ar-Rafîʽât und as-Sayyid Ġuraib im Distrikt Sâmarâ´ der Provinz Ṣalâḥuddîn, nachdem dort Anschläge (s.u.) verübt worden waren. Laut der Führung der Militäroperation gegenüber as-Sûmariyya News sollten damit IS-Überreste ausgemerzt werden. (https://www.sana.sy/?p=685687)
Bei einem Suizidanschlag im Südwesten von Bagdad wurden am 30.12.2017 drei Iraker verletzt.
In der Nacht zum 31.12.2017 kam es zu zwei weiteren Anschlägen: im Gebiet al-Farḥâniyya nördlich von Bagdad verübten IS-Kämpfer einen Angriff, bei dem vier Menschen getötet und neun weitere verwundet wurden. Sicherheitskräften gelang es, die Terroristen abzuwehren und zu vertreiben. Nicht identifizierte Bewaffnete schleuderten zudem nächtens eine Handgranate in ein Café in der al-Quds-Straße im Zentrum von Kirkûk und verletzten damit drei Zivilisten. (https://www.sana.sy/?p=685418)
Gemäß Angaben der britischen The Daily Mail sollen Militärs am Fr., 29.12.2017, den berüchtigten IS-Henker mit Kampfnamen Abû ʽUmar (Abu Omer) und Beinamen White Beard (Weißbart) in Mossul in Haft genommen haben. Einheimische hätten von seiem Aufenthaltsort Kenntnis erlangt und diesen den Behörden mitgeteilt. In manchen Städten des Landes hielten sich noch IS-Kämpfer versteckt, hieß es zudem. (http://www.dailymail.co.uk/news/article-5227961/ISIS-White-Beard-executioner-captured-Mosul.html mit Bezugnahme auf http://en.abna24.com/news/middle-east/isis-long-white-beard-executioner-who-stoned-people-captured-in-mosul_875201.html)
Infolge des Besuchs von Nêçîrvan Barzânî (Neffe des Initiators des Sezessionsreferendums Masʽûd Barzânî, s.u.), und seines Stellvertreters, Ġûbâd Ṭâlabânî, in Berlin (s.u., 18.12.2017), hat der Bundestag der BRD am Do., 28.12.2017, die weitere Unterstützung der Pîšmarga (s.u., 12.12.2017) gebilligt, trotz deren teils verheerenden Einsatzes im Umfeld und besonders nach Scheitern des Sezessionsreferendums (s.u.) und der Massenproteste gegen die Regierung (s.u.). (https://sptnkne.ws/guD5)
Gemäß der vom irakischen Nachrichtensender al-Masala-TV am Di., 26.12.2017, zitierten US-Webseite Business Insider seien tausenden IS-Terroristen, darunter auch Anführer verschiedenster Rangordnungen nach der Niederlage der Terrororganisation in Syrien und dem Irak gemäß einer Übereinkunft zwischen den USA und syrischen Oppositionskräften zur Flucht über die Türkei in EU-Länder geschleust worden. Ein namentlich nicht genannter hochrangiger US-Offizier habe dazu kommentiert: „Die führenden westlichen Politiker werden in naher Zukunft zu einem hohen Preis die negativen Auswirkungen dieser Übereinkunft bemerken. Die Nachteile ihres Versuchs, Terroristen als Werkzeuge gegen die Regierungen in Syrien und Libyen einzusetzen, werden sie eines Tages zu spüren bekommen.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35331-us_websei-te_usa_und_syrische_opposition_haben_tausende_is_mitglie-der_nach_europa_geschleust)
Nach den vehementen Massenprotesten gegen die noch bestehende von den beiden Clans Barzânî- wie Ṭâlabânî (zu beiden s.u.!) getragenen Regierung (vgl.u.) und das Verwaltungssystem ist nach etlichen Austritten aus dem Kabinett nun auch der Parlamentspräsident der kurdischen Autonomieregion zurückgetreten. Dieser gehört der kritischen oppositionellen demokratische ausgerichteten Partei für Wandel (auch: Goran-Partei, vgl.u.) an, welche sich seit Jahren gegen die diktatorisch korrupte Verwaltungspraxis der Barzânî– wie Ṭâlabânî-Clans engagiert einschließlich der jahrelang erfolgreichen Machenschaften von Masʽûd Barzânî, entgegen der Verfassung an der Macht zu bleiben. Nach Einschätzung von Yûsuf Muḥammad Ṣâdiq während einer Pressekonferenz in Sulaimâniyya am Di., 26.12.2017, könne nur eine Auflösung der bestehenden Autonomiebehörde und die Übernahme der Kontrolle durch die Menschen selbst endlich Abhilfe im politischen Desaster schaffen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35297-irak_parlamentspr%C3%A4sident_kurdischer_regionalregierung_tritt_zur%C3%BCck)
Mit der am Di., 26.12.2017, in Damaskus angekommenen irakischen Experten-Delegation unter Führung des irakischen Elektrizitätsminister Qâsim Muḥammad al-Fahdâwî sprach Syriens Amtskollege Muḥammad Zuhair Ḫarbûṭlî über die Umsetzung des Projekts der gemeinsamen Stromenergieversorgung zum Nutzen beider Staaten, vor allem bei deren Wiederaufbau nach den Kriegsjahren. (https://www.sana.sy/?p=683722, https://sana.sy/en/?p=122644)
Erstmals seit Vertreibung der Terroristen konnten die chaldäischen Christen in der Pauluskirche in Mossul wieder Weihnachten feiern, wie as-Sûmariyya News berichtet. Die Paulskirche ist die einzige, die von ca. 30 Kirchen der Provinz Nînawâ (Ninive) noch vollständig erhalten ist. Jugendliche hatten die Kirche für die Festlichkeit wieder hergerichtet. (https://www.sana.sy/?p=682468)
Laut Meldung der SonntagsZeitung soll die Basler Firma Tradewell AG in illegale Waffengeschäfte mit dem IS verwickelt sein. Sie hatte hierzu nicht die laut Kriegsmaterialgesetz für „den Handel mit Kriegsmaterial“ und „die Vermittlung von Kriegsmaterial“ zwingend notwendige Bewilligung des schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft, Seco. (https://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/anzeige-gegen-schweizer-firma-wegen-ismunition/story/31926145 vom 23.12.2017)
Am 20.12.2017 wurden bei zwei Bombenexplosionen im Umkreis von Bagdad gemeldet. Die eine ereignete sich an einem Bauernmarkt im Norden der Hauptstadt, wobei eine Person getötet und zwei weitere verletzt wurden, die andere nahe der Geschäftsgegend az-Zaidân von Abû Ġuraib westlich von Bagdad mit zwei Verletzten. Verhaftet wurden in der Provinz Diyâlâ zwei Fahrer von Suizidattentätern mit Ziel Mandalî. (https://www.sana.sy/?p=679831)
Bei Massendemonstrationen in der autonomen irakischen Kurdenregion kamen in der Stadt Râniyya laut Meldung von as-Sûmariyya News bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten drei Menschen getötet und über 80 verletzt. Die Protestierenden forderten bessere Lebensbedingungen und die Auszahlung der seit Monaten überfälligen Gehälter. (https://www.sana.sy/?p=679334 vom 19.12.2017) – Über die korrupte Barzânî-Regierung (s.u.) war schon mehrfach berichtet worden.
Nachtrag: Mehrere tausend Beamte demonstrierten in Sulaimâniyya, der zweitgrößten Stadt der o.e. Region, schon am 18. 12.2017 und forderten den Rücktritt der von den beiden Clans Barzânî– wie Ṭâlabânî (zu beiden s.u.!) getragenen Regierung. Sie stellten die Autorität der Barzânî direkt in Frage, indem sie Plakate mit der aufschrift „26 Jahre Diebstähle und Fehlentscheidungen“ trugen. Zugleich wurden durch „unkontrollierte Elemente“ die Parteibüros beider Clans angezündet. (Rachele Marmetti für Il Cronista, http://www.voltairenet.org/article199113.html vom 21.12.2017)
Im Grenzgebiet zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn wurden nach den Worten von Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, dem Kommandanten der Tigris-Operationen, gegenüber as-Sûmariyya News alle IS-Zellen beseitigt und die Kontrolle über das Gebiet von al-Muṭaibîğa wiedererlangt. Nach Bericht des Kommandanten der 2. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Karîm al-Ḫaqânî, wurden geheime Höhlen und Tunnel des IS entdeckt, Sprengsätze zerstört wie auch Werkstätten zur Herstellung von Auto- und anderen Bomben. Befreit vom IS wurden zudem Grenzübergang und Dorf Mîtah sowie das Dorf al-Ğumʽa und Gebiet al-Ḥâwî. In der Nähe von Duwânim bei Banî Saʽd, südwestlich von Baʽqûba, fiel den Soldaten noch ein Waffentransporter in die Hände. (https://www.sana.sy/?p=678792 vom 18.12.2017)
Auf offizielle Einladung der (deutschen) Bundesregierung kamen der noch im Amt befindliche Ministerpräsident der autonomen Kurdenregion des Iraks, Nêçîrvan Barzânî (Neffe des Initiators des Sezessionsreferendums Masʽûd Barzânî, s.u.), und sein Stellvertreter, Ġûbâd Ṭâlabânî (Ghobad Talibani), am Mo., 18.12.2017, nach Berlin zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Merkel, Verteidigungsministerin von der Leyen und Außenminister Gabriel. Ziel soll die Unterstützung bei der Beilegung jener Turbulenzen sein, welche durch das Sezessionsreferendum (s.u.!) ausgelöst wurden, auf friedlichem und demokratischem Weg und in Zusammenarbeit mit der Zentralregierung in Bagdad. – Die BRD gilt als einer der Hauptunterstützer des Iraks und stellte dafür schon mehr als eine Milliarde € zur Verfügung. (http://parstoday.com/de/news/germany-i34997-nechirvan_barzani_reist_nach_berlin, http://parstoday.com/de/news/germany-i34999-deutschland_wird_nur_bedingt_hilfe_an_irak_fortsetzen) – Beide Familien, die Barzâniyûn wie die Ṭâlibâniyûn sind die reichsten und beherrschenden im kurdischen Nordirak (dazu vgl.u.).
Am 17.12.2017 informierte der Leiter des Sicherheitsausschusses der Provinz Diyâlâ, Ṣâdiq al-Ḥussainî as-Sûmariyya News darüber, daß es den Sicherheitskräften des 5. Bataillons aufgrund von Geheimdienstdaten gelungen sei, einen der bekanntesten IS-Anführer mit Kampfnamen Zarqâwî im Talkessel an-Nadâ, 55km östlich von Baʽqûba aufzuspüren und zu töten. Zudem hätten die Sicherheitskräfte in der Umgebung des Talkessels von al-Muṭaibîğa an der Grenze zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn einen geheimen Friedhof gefunden, der von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gesichert werde. Dort seien ca. 50 IS-Anführer heimlich begraben worden, damit weder die Tatsache ihres Todes noch deren Identität festgestellt werden könne. (https://www.sana.sy/?p=678235) – Zur Zeit laufen im al-Muṭaibîğa Gebiet Operationen zum Aufspüren von IS-Schläferzellen wie zum Räumen von Minen und Sprengsätzen. (https://www.sana.sy/?p=677837)
Laut Meldung von as-Sûmariyya News vom 16.12.2017 erklärte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, nach der Niederlage der IS-Terrormiliz seien Militärbasen der US-geführten Koalition unnötig. Deren Aktionen seien an die Beibehaltung der Unversehrtheit der Landes-Souveränität geknüpft gewesen. Zuvor hatte der Vize-Vorsitzende des Komitees für Nationale Sicherheit und Verteidigung im Parlament, Nâyif aš-Šamarî (Nayef Al-Schamari), schon klargestellt, daß der Irak keine US-Militärs und -Basis mehr benötige und das Land nicht zu einem Ausgangspunkt für Übergriffe auf andere Länder werden dürfe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34935-iraks_au%C3%9Fenminister_internationale_anti_is_koa- lition_wird_keine_milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkte_im_irak_errichten) – Ganz ähnlich ist die Einstellung der syrischen Regierung.
Der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gab am 16.12.2017 den Beginn einer Säuberungsoperation im Grenzgebiet der Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn in der Gegend von Muṭaibîğa im Nord-Irak bekannt. Dabei seien am ersten Tag sechs IS-Verstecke zerstört und fünf Terroristen getötet worden. Danach sei nach Sprengsätzen und Minen gesucht worden; sie wurden demontiert. (https://www.sana.sy/?p=677423)
Gemäß Landesrecht sind nach Angaben des Justizministeriums im Südirak 38 gefangengesetzte IS-Kämpfer hingerichtet worden, wie The Independent am Do., 14.12.2017, meldete. Weitere zehntausend wegen IS-Affiliierung Angeklagter säßen derzeit in Haft. (https://sptnkne.ws/gmVW) – Im Gegensatz zu Syrien gibt es im Irak kein im Anschluß an die immer wieder verlängerten präsidialen Amnestie-Erlasse von Dr. al-Assad (ab Teil I) von der Regierung veranlaßtes Rekonziliierungsprogramm (s. ab Teil II).
Wie schon im Themenstrang (Thread) zu Syrien bemerkt, hat der Deutsche Bundestag am 12.12.2017 die Auslandsmission der Bundeswehr als NATO-Mitglied bis zum April 2018 verlängert, darunter auch diejenige zur Unterstützung der Pîšmarga (Peschmerga, zu deren Einordnung s.u.!) im Nordirak. Hierzu wurden 9,9 Millionen € zur Verfügung gestellt.(http://parstoday.com/de/news/germany-i34851-bundestag_verl%C3%A4ngert_bundeswehr_einsatz_in_afghanistan, http://parstoday.com/de/news/germany-i34997-nechirvan_barzani_reist_nach_berlin) – Diese Missionsverlängerung widerspricht auch im Irak jeglicher Logik gemessen an der jüngsten Entwicklung im Land. S. dazu daher bzgl. Syrien.
Nach Auskunft des Kommandanten der Militäroperationen der Provinz Kirkûk, Generalmajor ʽAlî Fâḍil ʽImrân, informierte as-Sûmariyya News über die Tötung von zwei IS-Terroristen im Gebiet von al-Ḥawîğa während der Säuberungsaktionen der Streitkräfte.
Zum anderen wurden sechs Iraker in der Nähe eines beliebten Cafés bei der alten Diyâlâ-Brücke südöstlich von Bagdad durch die Detonation eines Sprengsatzes verwundet. (https://www.sana.sy/?p=675921 vom 13.12.2017)
Gemäß Aussage von Saʽd al-Ḥadîṯî, dem Sprecher des Büros des Ministerpräsidenten, vom 12.12.2017 sind seit Anfang 2016 2,5 Millionen Iraker wieder in ihre Wohnhäuser zurückgekehrt. Sodann wies er darauf hin, daß zur Sicherung weiterer Rückkehrer die Säuberung der befreiten Gebiete von Minen und Sprengsätzen weitergehe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34809-2.5_millionen_irakische_fl%C3%BCchtlinge_kehren_in_ihre_h%C3%A4user_zur%C3%BCck)
Die irakische Regierung hat durch ihren Botschafter in Moskau, Ḥaidar Manṣûr Hâdî al-ʽAḏârî, einen formellen Antrag an die russische gestellt, eine Einladung für irakische Vertreter zur Teilnahme an der 8. Astana-Konferenz auszustellen. Entgegengenommen hat ihn Konstantin Kosatschow, der Vorsitzende des Komitees für auswärtige Angelegenheiten beim Russischen Föderationsrat während eines Treffens. Schließlich teile der Irak eine Reihe von Erfahrungen mit seinem Nachbarstaat, zu dem traditionell enge, gute Verbindungen bestünden. Das sollte bei der Findung einer politischen Beilegung der Krise nützlich sein. (https://sana.sy/en/?p=121069, https://www.sana.sy/?p=675386 vom 12.12.2017)
Im Zentrum von Bagdad fand am So., 10.12.2017, eine Militärparade mit Teilnehmern aller an der Bekämpfung des IS beteiligten Fraktionen der Streitkräfte infolge der Erklärung zum Sieg vom Vortag (s.u.) durch den Ministerpräsidenten statt. (http://www.sana.sy/?p=673910 mit Bezug auf as-Sûmariyya News)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî verkündete am 9.12.2017 während der Internationalen Medienkonferenz in Bagdad laut as-Sûmariyya News das Ende des Krieges gegen den IS im Irak wie die vollständige Kontrolle über die Grenze zu Syrien. „Unser Kampf galt einem Feind, der unsere Zivilisation auslöschen wollte, aber wir haben gesiegt durch unsere Einheit und unsere Entschlossenheit und so waren wir in kurzer Zeit in der Lage, dem Unterdrücker eine Niederlage zu bereiten.“, äußerte al-ʽAbâdî. Zuvor hatte Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant der Operationen am oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, gegenüber as-Sûmariyya News die Beendigung der Befreiung des gesamten irakischen Territoriums von der IS-Terrororganisation bekanntgegeben. Den vereinten Streitkräften sei es gelungen, die „Insel“ (al-Ğazîra) zwischen Nînawâ und al-Anbâr mit Unterstützung der Luftwaffe von den Terroristen zu befreien einschließlich von mehr als 90 Dörfer und 16.000km2. Am Morgen des 9.12.2017 gab auch die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Beendigung ihrer Militäreinsätze im Bereich der Ğazîra wie in West-al-Anbâr an der Grenze zu Syrien – vom Grenzübergang al-Walîd bis zu dem von ar-Rabîʽa – an, die nun vollkommen gesichert sei. (http://www.sana.sy/?p=673483)
Kritisch zur Sieg-Erklärung äußert sich Konstantin Kossatschow im Beitrag: Was hinter Verkündung des Sieges über IS in Irak steckt – Außenpolitiker
Die Reaktion des Großayatullâh des Landes, ʽAlî Ḥussainī as-Sīstānī, auf die Ankündigung von US-Präsident Trump vom 6.12.2017 zur geplanten US-Botschaftsverlegung innerhalb Israels mitsamt ihren Implikationen scheint ebenfalls zu unterstreichen, was schon zur Bedeutung des Wortes al-Quds dargelegt worden ist (s. Syrien). Daß es um die Einforderung der u.a. aus der UN-Resolution Nr.181 hergeleiteten Rechte der Palästinenser auch auf einen Teil von Jerusalem (Bait al-Muqaddas mit dem Ostteil, d.i. al-Quds) geht und nicht die Bezweiflung des Existenzrecht Israels unterstreicht die Formulierung in der Erklärung des Großayatullâhs vom 8.12.2017. Demnach verletze die Ankündigung Trumps vom 7.12.2017 (s. Syrien) die Gefühle von Millionen Arabern und Muslimen; dies ändere jedoch nichts an der Tatsache, daß al-Quds ein besetztes Gebiet sei, das ihren Eignern, den Palästinensern, zurückgegeben werden müsse, unabhängig davon, wie lange es dauere. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34609-gro%C3%9Fayatollah_sistani_verurteilt_trumps_schritt) – Die hervorgehobene Formulierung entspricht inhaltlich genau derer der UNSC-Resolution Nr.242.
Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî warnte angesichts der von US-Präsident Trump angekündigten Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem vor den möglichen schwerwiegenden Folgen einer solchen Entscheidung vor allem in der Region. Dezidiert erklärte er, wie as-Sûmariyya News berichtete, kein Staat habe das Recht, eine Besatzung, die über UN-Resolutionen hinausgehe und die legitimen Rechte der Palästinenser beinträchtige, zu legitimieren. Er forderte die US-Regierung auf, die Entscheidung zu revidieren, die zu einer gefährlichen Eskalation der Lage führen könne, die den Extremismus fördere, eine dem Wachstum des Terrorismus förderliche Atmosphäre schaffe und Frieden und Stabilität in der Welt gefährde. Dem US-Botschafter in Bagdad, Douglas Seelman, ließ er eine entsprechende Protestnote zur Aushändigung an dessen Regierung zukommen, wie Ministeriumssprecher Aḥmad Maḥğûb bekanntgab.(http://www.sana.sy/?p=672362)
Vize-Präsident Nûrî al-Mâlikî (vgl.u.) kritisierte am 3.12.2017 die Äußerungen des französischen Präsidenten Macron während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem noch im Amt befindlichen Ministerpräsident der autonomen Kurdenregion des Iraks, Nêçîrvan Barzânî (vgl.u.), vom Vortag. Darin hatte Emanuel Macron gefordert, die irakische Regierung solle die bewaffneten Gruppen, darunter al-Ḥašd aš-Šaʽbî auflösen und entwaffnen. Wie as-Sûmariyya News meldete, wies al-Mâlikî derartige Einmischungen in die inneren Angelegenheiten des irakischen Staates scharf zurück und stellte klar, daß es sich bei den al-Ḥašd aš-Šaʽbî um die im Kampf gegen den IS äußerst erfolgreichen Kampfverbände handele, die eine Institution des Staates zu dessen Sicherheit darstellten. Die Streitkräfte des Landes setzten sich wie die Bevölkerung aus verschiedenen Konfessionen zusammen, die gemeinsam effektiv den Counterterrorismus durchführten bis zu dessen endgültiger Ausmerzung. Hierbei kooperiere man gerne mit befreundeten Staaten, die die Souveränität des Iraks achteten, wobei letzteres nicht aus Macrons Rede herauszulesen gewesen sei – entgegen der französischen Verfassung. (http://www.sana.sy/?p=669923) – Eine ganz ähnliche Verwahrung gegen Macrons Einmischungen und inakzeptable Forderungen war auch aus dem Büro von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî durch dessen Sprecher Saʽd al-Ḥadîṯî zu vernehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i34433-irak_kritisiert_aussagen_macrons_%C3%BCber_haschd_al_shaabi)
Gemäß den Worten vom Kommandanten der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gegenüber as-Sûmariyya News vom 2.12.2017 begann eine großangelegte militärische Operation im östlichen Teil der Provinz Diyâlâ, um dort IS-Zellen auszumerzen. Teil nehmen Armee- und Sicherheitskräfte, die Bundespolizei sowie al-Ḥašd aš-Šaʽbî. Die Aktion begann von zwei Achsen im an-Nadâ-Becken, 55km östlich der Stadt Baʽqûba. – Al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Einheiten – die Brigaden 15 und 53 – entdeckten zudem zwei Massengräber: im südlichen Sinğâr-Gebiet mit den Leichen ca. 80 Zivilisten und im Dorf Qâbûsî mit den Überresten von mehr als 20 Frauen und Dutzenden von Kindern, allesamt IS-Opfer. (http://www.sana.sy/?p=669549)
Im Zug der Militäroperation, übrige IS-Nester auszumerzen, töteten die irakischen Streitkräfte in ʽAbbâsî, einem Teil des al-Ḥawîğa-Bezirks westlich von Kirkûk im Nordirak einige Terroristen, wie der Kommandant von Kirkûk, Generalmajor ʽAlî Fâḍil ʽImrân, gegenüber as-Sûmariyya News bekanntgab. Zudem meldete ein Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, eine ihrer Einheiten habe einen IS-Angriff auf das Dorf al-Qûš Ğih unweit Qâra Taba (Kara Tepe) in NO-Diyâlâ vereiteln können. (http://www.sana.sy/?p=668710)
Vom Polizeikommando Diyâlâ gegenüber as-Sûmariyya News war am 29.11.2017 zu erfahren, daß Dörfer und Obstplantagen im Bezirk al-Muqdâdiyya nordöstlich von Baʽqûba nach IS-Zellen durchkämmt wurden wie auch im Bereich der Dörfer Tûkal, Bâbilân, al-Harâmiša und Šâkarâk.
Der Kommandant des Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, informierte darüber, daß 200 vertriebene Familien wieder in ihre Häuser in den Dörfern nördlich von al-Muqdâdiyya hätten zurückkehren können. Auch der Kommandant des Regiments der Stammeskämpfer von al-Karma in der Provinz al-Anbâr, Oberst Maḥmûd Marḍî, teilte mit, daß nach aufwendigem Minenräumen in das Umland von Bagdad vor dem IS geflohene Bewohner von des Bezirks al-Karma und östlich von ar-Ramâdî nun heimkehren würden. (http://www.sana.sy/?p=668093)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî erklärte während einer Pressekonferenz vom 28.11.2017 den [an Syrien grenzenden) Westteil der Provinz al-Anbâr dank der erfolgreichen Militäroperation dort für frei vom IS, wie as-Sûmariyya News berichtete. (http://www.sana.sy/?p=668025)
Während der laufenden Militäroperation zur Befreiung der Wüstenregionen vom IS (vgl.u.) entdecken Soldaten der Bodentruppen laufend Öl-Depots des IS, welche bislang bei Aufklärungsflügen nicht haben verifiziert werden können. Die Behälter mit einem Fassungsvermögen von mehreren tausend Litern geraubten Öls sind in Erdlöchern versteckt. (https://sptnkne.ws/gdfw)
In der Nacht auf Di., 28.11.2017, haben Bomber der türkischen Luftwaffe ungebeten von der Landesregierung und ohne UN-Mandat hierfür und damit völkerrechtswidrig 41 PKK-Objekte im N-Irak angegriffen und zerstört. (https://sptnkne.ws/gdbb)
Aus einer vom Pentagon am Mo., 27.11.2017, veröffentlichten Infografik geht hervor, daß sich – bezogen auf den 30. 9.2017 – im Land 8.900 US-Militärs aufhalten. (https://sptnkne.ws/gcVk)
As-Sûmariyya News berichtete am 26.11.2017 davon, die vereinten Truppen hätten vom IS die Kontrolle über 175 Dörfer, dazu fünf Brücken, Grenzübergänge (?) und einen Flughafen zurückerkämpft, wobei vier Dörfer nördlich von Râwa lägen. Die Rückeroberungen betreffen ein Gebiet von 14.100km2 südlich vom al-Ḥaḍar-Bezirks bis nördlich von Râwa. Die IS-Terroristen hätten herbe Verluste erlitten. Zerstört worden seien militärische Ausrüstung, dazu elf automatische Maschinengewehre, sieben Motorräder, 18 Autobomben bei Demonatge von über 1.000 Sprengfallen. Von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Operationen am oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, war zudem zu erfahren, bei den nordöstlich von Râwa gelegenen Dörfern habe es sich um al-Ḥumaima, Hîğî, al-Buġailîn und al-Waṭâ gehandelt und eine vom IS befreit Fläche von 740km2. Unterdessen gingen die Säuberungsaktionen weiter. (http://www.sana.sy/?p=666837)
Gemäß INA-Meldung vom 25.11.2017 befreiten die vereinten Streitkräfte in der zweiten Phase der schon erwähnten Militäroperation (s.u.) 25 Dörfer in der al-Anbâr-Wüste, wie der Sprecher der al-Anbâr-Stämme mitgeteilt hatte. Zuvor hatte al-Ḥašd aš-Šaʽbî berichtet, daß al-Qariyya im südlichen Bezirk von al-Ḥaḍar und ʽÎn Ṭarfâwî nahe der Verbindungsstraße zwischen den Bezirken al-Ḥaḍar im Süden von Nînawâ und Râwa im westlichen al-Anbâr von der IS-Herrschaft durch die 2. Brigade zurückgewonnen worden seien. Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vereitelten zudem einen IS-Angriff in der aṣ-Ṣiniyya-Wüste westlich des Baiğî-Bezirks. – Andererseits wurden zwei Iraker getötet, als sie eine vom IS mit einem Sprengsatz präparierte Stelle am Straßenrand vor dem Râwa–Krankenhaus passierten. – In den befreiten Gebieten komme es vermehrt zu Anschlägen, die sowohl viele Angehörige der Sicherheitskräfte wie Zivilisten töteten. (http://www.sana.sy/?p=665942)
In der zweiten Phase der Militäroperation im al-Ğazîra-Bereich, am oberen Euphrat und in der Wüste zwischen den Provinzen Ṣalâḥuddîn, al-Anbâr und Nînawâ gegen Reste von IS-Terrorzellen erkämpften die vereinten irakischen Streitkräfte die Kontrolle über die Dörfer Siyâḥ aḏ-Ḏîb und ʽAbd ʽAlwân im SW der Nînawâ-Wüste wie über das Dorf Musailîla tief in der Wüste von al-Ğazîra gelegen und den Bezirk al-Mâliḥa at-Tâbiʽa bei Baiği in N-Ṣalâḥuddîn zurück. Darüber gab der Sprecher der 33. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Ḥaidar Muḥammadâwî, am 23.11.2017 gegenüber Nachrichtenagentur INA Auskunft. (http://www.sana.sy/?p=664890)
Während der o.e. Operation wurden gemäß Bericht von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Operationen am oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich bereits mehr als 5800km2 und 77 Dörfer vom IS durch Einheiten der Armee, der Bundespolizei und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî unter Deckung der Luftwaffe befreit. U.a. wurde die Kontrolle über die Brücke Umm al-ʽAqârib und den Ğanîf-Flughafen im südlichen Bezirk von al-Ḥaḍar zurückgewonnen. Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî konnte vermelden, daß seine Einheiten drei vielbenutzte Brücken und den Zugang zum Wâdî aṯ-Ṯarṯâr, das die Provinzen Ṣalâḥuddîn, al-Anbâr verbindet, vom IS erobert hätten. (http://www.sana.sy/?p=665295 vom 23.11.2017)
Beim Treffen mit UN-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard mit Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī Sīstānī (vgl.u.) in Bagdad am Di., 21.11.2017, erklärten beide die Rolle des jeweilig anderen (im Falle von Frau Callamard die UN) für die Stärkung der Kultur von Frieden, Freundschaft und friedlicher Koexistenz im Irak für bedeutsam. Der Groß-Ayatullâh bemerkte dazu: „Die irakische Gesellschaft ist für die Lösung der Probleme nach der Beseitigung der von der IS-Terrormiliz ausgehenden Gefahr, in verschiedenen Bereichen auf UN-Hilfen angewiesen.“ Eine friedliche Koexistenz werde von allen Irakern begrüßt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34015-gro%C3%9Fayatollah_sistani_fordert_st%C3%A4rkere_rolle_der_uno_im_irak)
Das oberste Gericht hat am 20.11.2017 das am 25.9.2017 (s.u.) durchgeführte kurdische Sezessionsreferendum nach eingehender Prüfung für verfassungswidrig und damit ungültig erklärt. Im Weiteren rief das Gericht dazu auf, sämtliche verfassungswidrigen Handlungen zu unterlassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33937-al_abadi_begr%C3%BC%C3%9Ft_annullierung_des_referendums_in_der_irakischen_kurdenregion_durch_das_h%C3%B6chste_gericht)
Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm äußerte während einer Pressekonferenz vom Mo., 20.11.2017, in Kuwait, Sicherheit und Stabilität in Syrien habe die gleichen Auswirkungen auf den Irak. Die Erfolge in Syrien bei der Terrorismusbekämpfung bahnten den Weg für den innersyrischen Dialog abseits von dem, was gewisse Seiten Syrien gerne aufoktroyiert hätten. (http://sana.sy/en/?p=118751, http://www.sana.sy/?p=663136)
Am Morgen des 20.11.2017 kam es im westlich gelegenen Bagdader Vorort Abû Ġuraib zu einem Bombenanschlag. Ein Sicherheitsbeamter gab dazu bekannt: „Die Bombe explodierte in der Nähe eines Ladens im Bagdader Vorortviertel Abu Ghraib„. Vier Bürger wurden dabei verletzt. Entsprechende Warnungen hoher Kommandierender und Politiker des Iraks wie Syriens zunehmender wahlloser Terroranschläge in beiden Nachbarländern seitens Angehörigen der zerschlagenen Terrororganisationen schienen sich zu bewahrheiten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33929-vier_verletzte_bei_explosion_im_westen_bagdads)
Generalmajor ʽAlî ʽUmrân, Kommandanten für die Militäroperation im Bereich Kirkûk, berichtete der Nachrichtenagentur INA, Sicherheitskräfte hätten den bei der Rückeroberung von wie Kämpfer von al-Ḥawîğa im letzten Monat geflohenen IS-Kämpfern nachgespürt und mindestens 30 davon in der Gegend von al-Batîra nördlich von az-Zâb getötet und deren Versteck mit etlichen Sprengstoffgürteln zerstört. Zum anderen informierte ein Mitglied von Ḥašd aš-Šaʽbî darüber, daß wieder ein Massengrab mit vom IS ermordeten Zivilisten gefunden worden sei und zwar beim Dorf al-Kîṣûma nahe Aḏarbân nördlich von Ğabal Ḥamrîn. (http://www.sana.sy/?p=662926 vom 20.11.2017)
Laut einer Meldung von as-Sûmariyya News wurden in der Stadt Râwa am So., 19.11.2017, ein Offizier und drei Soldaten durch Sprengsätze getötet, die die Terroristen in einem Haus angebracht hatten. (http://www.sana.sy/?p=662598)
Am 19.11.2017 vereitelten Streitkräfte der Armee und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen IS–Angriff am Grenzübergang Tal Ṣufûk nach Syrien nach für den Feind verlustreichen Kämpfen. – Ein am Straßenrand nahe eines belebten Marktes im Gebiet von ar-Raḍwâniyya westlich von Bagdad detonierender Sprengsatz führte zur Verwundung von drei passierenden Personen. (http://www.sana.sy/?p=662309)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant der Operationen am oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, gab am 17.11.2017 gegenüber as-Sûmariyya News bekannt, daß der letzte IS-Stützpunkt mit der Stadt Râwa im Euphrattal in Zusammenarbeit der Armee mit al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Clanmitgliedern vollständig zurückerobert sei. Damit ist die Grenzregion zu Syrien weitgehend gesichert. Zuvor wurden den Terroristen heftige Verluste an Kämpfern und Ausrüstung beigebracht. Einige flüchteten sich auch wieder in die Weiten der Wüste.
Innenminister Qâsim al-Aʽrağî verkündete darauf das militärische Ende der IS-Terrororganisation im Irak. (http://www.sana.sy/?p=661386)
Dennoch machte Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî deutlich, daß die vereinten Sreitkräfte weiterhin die Terroristen bis zu deren Ausrottung bekämpfen und die Grenzen sichern müssen. (http://www.sana.sy/?p=661679)
Die irakischen Streitkräfte erkämpften sich am 16.11.2017, wieder die Kontrolle über die Gebiete von as-Saʽîdân und at-Tilâl im Bezirk Râwa im Westen der Provinz al-Anbâr, wie die Nachrichtenagentur INA meldete. Dem waren heftige Bombardements der Luftwaffe vorausgegangen.
Von al-Ḥašd aš-Šaʽbî war zu vernehmen, daß es den Volkswehrkämpfern gelungen war, einen Terroristen-Angriff im al-Baʽâğ Bezirk im W der Provinz Nînawâ erfolgreich zurückzuschlagen.
Gemäß einer Polizeiquelle wurden westlich von Bagdad drei Männer und eine Frau bei einer Explosion eines Sprengsatzes verwundet. (http://www.sana.sy/?p=660767)
Gemäß Mitteilung von Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, dem Kommandanten der Tigris-Operationen, vom 16.11.2017 sei eine militärische Operation zum Aufspüren von IS-Terrorzellen im Süden von Kanʽân östlich von al-Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ gestartet worden. Teil nähmen Kontingente der Armee und Sicherheitskräfte, von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Stammesmitglieder unter Deckung der Luftwaffe. (http://www.sana.sy/?p=660585)
Einem Schreiben von UN-Generalsekretär Antonio Guterres ist zu entnehmen, daß jener sich für Vermittlungen zwischen der Zentralregierung in Bagdad und jener der autonomen Kurdenregion auf Grundlage der irakischen Verfassung bereit erkläre. Dies war Erklärung vom Mi., 15.11.2017, zu entnehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i33812-uno_zur_vermittlung_zwischen_erbil_und_bagdad_bereit)
Die kurdische Regionalverwaltung hat am 14. 11.2017 bekanntgegeben, das Urteil des höchsten Gerichts im Irak zum Sezessionsreferendum (s.u.) zu respektieren und daher an umfassenden nationalen Gesprächen teilzunehmen, zu denen die Zentralregierung immer wieder eingeladen hat. auch der kurdische Staatspräsident des Iraks, Fu´âd Maʽṣûm, unterstützt dieses Vorgehen nach wie vor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33825-iraks_pr%C3%A4sident_fordert_gespr%C3%A4ch_zwischen_bagdad_und_erbil)
Während einer Pressekonferenz in Karbalâ´ machte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 12.11.2017, die Summe zur Behebung der Schäden an Einrichtungen und Infrastruktur des Landes infolge des Wütens des IS überstiegen bereits 100 Mrd. US-$. Niemand in der Region könne sich vor Terror-Gefahr sicher fühlen. daher rief er deren Staats- und Regierungschefs zu einem baldigen Gipfeltreffen auf, um einer derartigen Krise vorzubeugen und dem vorzubeugen, daß eine neue Generation mit extremistischem Gedankengut heranwachse. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33736-iraks_ministerpr%C3%A4sident_is_terrormiliz_hat_dem_land_schaden_in_h%C3%B6he_von_dutzenden_milliarden_us_dollar_verursacht)
Die irakische Luftwaffe vollführte am 12.11.2017 Angriffe auf vereinzelte IS-Trupps im Bereich von Baʽqûba innerhalb der zusammen mit der im gemeinsam Grenzbereich eröffneten Operation gegen verbliebene IS-Nester, wobei die SAA (syrisch-arabische Armee) weiterhin im grenznahen Bereich der Provinz Dair az-Zaur aktiv ist. (http://www.sana.sy/?p=658409)
Den vereinten Streitkräften gelang am 12.11.2017 die Rückeroberung von insgesamt neun Arealen im Industriegebiet, im Bereich des Wohnkomplexes und der Vororte nördlich von Râwa in der westlichen Provinz al-Anbâr, wie as-Sûmariyya News berichtete.
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gab gemäß as-Sûmariyya News an, die vereinten Streitkräfte würden derzeit im S von Baʽqûba/Provinz Diyâlâ in neun Bereichen IS-Zellen aufspüren und ausmerzen.
Infolge der Detonation eines nahe eines belebten Marktes im nördlichen Bagdader Stadtbezirk Tâğî versteckten Sprengsatzes wurden vier Personen verletzt.
Wenige Kilometer von der Stadt al-Ḥawîğa (s.u.) entfernt fanden die Streitkräfte aufgrund von Informationen von Einheimischen am 11.11.2017 eine Reihe von Massengräbern mit vom IS getöteten Personen. Sie waren teils erschossen, teils geköpft worden. Es dürfte sich insgesamt um mehr als 2.000 der momentan geborgenen Leichen handeln, wovon ca. 400 in der o.e. Gegend entdeckt wurden, teilte Râkân Saʽîd, der Gouverneur von Kirkûk, der Presse mit. (http://www.sana.sy/?p=658371)
Am Sa., 11.11.2017, begann morgens die großangelegte Militäroperation zur Befreiung von ar-Rumâna und Râwa in der westlichen Provinz al-Anbâr aus den Händen des IS, wie as-Sûmariyya News aufgrund einer Mitteilung einer Sicherheitskraft meldete. Hierzu hätten sich Einheiten der 7. und die Führungsriege der 8. Armee-Division mit Stammeskämpfern von von mehreren Achsen aus der Stadt ar-Rumâna genähert, unterstützt von der Luftwaffe. Es gelang ihnen schließlich, in dieselbe einzudringen. (http://www.sana.sy/?p=657859) – Râwa (vgl.u.) ist noch ein dem IS verbliebener größerer Stützpunkt in der Nähe der Grenze zu Syrien.
Laut dem Sprecher des Finanzausschusses des kurdischen Parlaments im Gespräch mit Sputnik News werde die Zentralregierung in Bagdad für eine bestimmte Anzahl der kurdischen Pîšmarga als Teil der Streitkräfte des Landes die Finanzierung übernehmen. Wörtlich übermittelte der Abgeordnete: „Die Föderale Regierung hat mehrmals erklärt, dass sie den Unterhalt von den nicht mehr als 45.000 bis 50.000 kurdischen Peschmerga-Soldaten auf sich nimmt. Dafür werden etwa 37 bis 40 Milliarden Dinar (circa 27 bis 29 Millionen Euro) ausgegeben.“ Gemäß ʽAbdul-Qâdir Muḥammad (Abdel Kader Mohamed) als Mitglied des Finanzausschusses des o.e. Parlaments sehe der Haushalt für 2017 12,67% für diese Kosten vor. Offiziell bestünden die Pîšmarga aus 266.000 Personen, gemäß inoffiziellen Angaben jedoch aus 400.000. (https://sptnkne.ws/fUtv)
Nach Meldung der Nachrichtenagentur INA vom 9.11.2017, basierend auf einer Mitteilung durch Brigadegeneral Firâs al-Bayâtî, Kommandeur der al-Ğazîra–Streitkräfte in der Provinz al-Anbâr, haben die irakischen Streitkräfte die Kontrolle über das Gebiet al-Baġûz nördlich von al-Qâ´im zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=656966) – Damit hatte die Armee die Ausgangsposition für die gemeinsam mit der SAA von der syrischen Seite der Grenze her ausgeführte Befreiungsoperation von al-Bû Kamâl in Syrien erreicht.
Ḥâtim aṭ-Ṭâ´î (?, Sheikh Hatem Al-Taei), Bürgermeister von Kirkûk veröffentlichte eine erste Liste von 7.000 Einwohnern, die während der Zeit der kurdischen Besetzung durch die Pîšmarga von der Asâyiš, der Geheimpolizei der Barzânî, festgesetzt und entführt wurden. Ziel der Kampagne seien Nicht-Kurden gewesen, vor allem Araber – Christen bzw. Sunniten – und auch Turkmenen. Legten die Familien dieser Beschwerde ein, seien ihre Verwandten endgültig „verschwunden“. (http://www.voltairenet.org/article198672.html vom 8.11.2017) – Zum Barzânî–Clan und der o.e. Besetzung vgl.u.!
Qaṭarî al-ʽUbaidî, Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der westlichen (an Syrien grenzenden) Provinz al-Anbâr, gab im Interview mit as-Sûmariyya News an, der Volkswehr zusammen mit Sicherheitskräften und Stammesmitgliedern ar-Rumâna, nördlich von al-Qâ´im aus der Gewalt des IS befreien konnten. In den letzten Tagen seien ebenso die Gegend von al-ʽUbaidî und Karâbila zurückerobert worden. – Andererseits kündigte Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, am 8.11.2017 den Beginn einer Groß-Operation östlich der Stadt al-Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ im Ostirak an. Gestartet wurde in der Gegend von Kanʽân östlich von al-Baʽqûba. – Zum anderen berichtete eine Polizeiquelle, daß vier Iraker verletzt wurden, als sie eine von den Terroristen an der Straße im Bereich der alten Diyâlâ-Brücke südlich von Bagdad passierten und diese detonierte. (http://www.sana.sy/?p=656221)
Gemäß Überprüfung und abschließendem Urteil des irakischen Bundesgerichtshofs vom 6.11.2017 hierzu enthält die Verfassung – sowohl Artikel 1 als auch weitere – keine Möglichkeit einer Abspaltung einzelner Landesteile. Demnach sind alle Bundesbehörden zur Aufrechterhaltung dieser Einheit verpflichtet. (http://www.sana.sy/?p=654994) – Hintergrund ist das v.a. von den beherrschenden beiden Familien der Kurdenregion angestrebte Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 mit seinen Auswirkungen (dazu vgl.u.!)
Infolge dieses Gerichtsentscheids rief Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî in einer von seinem Büro veröffentlichten Erklärung vom 6.11.2017 die „kurdischen Verantwortlichen im Norden des Landes dazu auf, sich zur Wahrung der territorialen Integrität und der Verfassung der Landes zu bekennen sowie die Entscheidungen des Obersten Gerichts zu respektieren.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33624-iraks_ministerpr%C3%A4sident_kurdenverwaltung_soll_separatisti-sche_bestrebungen_aufgeben)
Am Abend des 3.11.2017, bestätigte der Generalleutnant dann, daß mit Rückeroberung von al-Qâ´im eine der größten und wichtigsten Bastionen des IS im Westen des Landes [nahe der Grenze zu Syrien] wieder unter staatlicher Kontrolle sei. (http://www.sana.sy/?p=653779, http://parstoday.com/de/news/world-i33571-al_abadi_gratuliert_irakischen_b%C3%BCrgern_zur_befreiung_der_stadt_al_qaim)
Nâẓim al-Birdân, Chef der Kreisverwaltung informierte am 3.11.2017 as-Sûmariyya News darüber, daß die vereinten Streitkräfte die westlichen Stadtteile at-Tanak, as-Sakak von al-Qâ´im vom IS zurückerobert hätten. Eine andere Quelle meldete den Einmarsch der Truppen in Ġaza I und den zentralen Stadtteilen von al-Qâ´im im W der Provinz al-Anbâr. – Der Kommandant, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, machte zudem bekannt, daß Befreiungsoperationen in drei Bereichen in jenem Teil der Provinz begännen. (http://www.sana.sy/?p=653481)
Nachdem sein Onkel Masʽûd Barzânî endlich das Präsidentenamt, das er widerrechtlich seit Jahren okkupierte, kürzlich zur Verfügung gestellt hat (vgl.u.), scheidet auch Nêçîrvan Barzânî als Ministerpräsident der Autonomen Kurdenregion aus dem Amt. (http://parstoday.com/de/news/world-i33530-barzani_beendet_laufbahn_als_pr%C3%A4sident_ira- kischer_kurdenregion) – Zur bestimmenden Rolle des superreichen Barzânî-Clans in dieser Region wie auch bei der IS-Invasion s.u.!
Pars Today (loc. cit.) stellt die konkreten Daten des „Präsidenten ohne Recht oder Titel“ (dazu s.u.) zusammen: Am 13.6.2005 wurde Masʽûd Barzânî im kurdischen Parlament zum Präsidenten für vier Jahre, danach nochmals für vier Jahre am 25.7.2009. Trotz Verbots einer dritten Amtsperiode gemäß der kurdischen Regionalverfassung ließ er sich jedoch per Direktwahl nochmals im Amt bestätigen. Das war der erste Verfassungsbruch, dem der zweite mit erneuter Verlängerung der Amtszeit um zwei Jahre folgte. Doch auch nach dem 19.8.2015 räumte Masʽûd Barzânî nicht sein Amt, dieses Mal ganz ohne Pseudo-Legitimierung bis zum Parlamentsentscheid vom 29.10.2017 (s.u.).
Die vereinten Streitkräfte erkämpften die Kontrolle über die Regionen Ğarîğab und al-Kanîṭra al-Fayyâḍiyya im östlichen Distrikt von al-Qâ´im in der Provinz al-Anbâr-West von den IS-Terroristen zurück, wie ein Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Qaṭarî as-Samarmad, am 2.11.2017 gegenüber Nachrichtenagentur واع [INA] bekannt machte. Dutzende Terroristen seien mitsamt deren Fahrzeugen, Autobomben und militärischer Ausrüstung beseitigt worden. Gemäß Generalmajor Nûmân az-Zûbaʽî seien damit 85% des al-Qâ´im-Distrikts zurückerobert. Eine Geheimdienstquelle verriet zudem, daß bei einem Luftwaffenangriff auf einen IS-Konvoi, der sich mitsamt dem sog. IS-Gouverneur (wâlî) von al-Qâ´im in Richtung syrischer Grenze auf der Flucht befand, dieser eliminiert wurde. (http://www.sana.sy/?p=652818)
Am 1.11.2017 zerstörte die Luftwaffe IS-Fortifikationen in den Dörfern Saʽda und al-Karâbila im Umkreis von al-Qâ´im/ in West-al-Anbâr, wie ein Spreche von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber der Nachrichtenagentur واع [INA] mitteilte. (http://www.sana.sy/?p=652344)
Nachdem während des kurdischen Sezessionsreferendums (vgl.u.) von den Unterstützern israelische‚ Flaggen gehißt worden waren (zum Hintergrund s.u.!), nahm das Parlament in Bagdad am Di., 31.10.2017 eine Gesetzesvorlage an, wonach das Hissen dieser Flagge an öffentlichen Plätzen künftig als Gesetzesverstoß gilt. Außerdem berichtete as-Sûmariyya News von der Verabschiedung eines weiteren Gesetzes, das die Einrichtung von Sicherheitsposten bzw. die Stationierung von Streitkräften außer denen des Iraks auch in Kirkûk und den Konfliktgebieten untersagt. (http://www.sana.sy/?p=651958, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33513-irak_betrachtet_hissen_von_israelischer_flagge_als_gesetzesversto%C3%9F)
In der Kabinettssitzung am Dienstagnachmittag wurde der 15. Mai 2018 zum Termin der 4. Gemeinderats- und Parlamentswahlen bestimmt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33521-irak_15._mai_2018_als_termin_der_gemeinderats_und_parlamentswahlen_festgelegt)
Nach Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 31.10.2017 haben die vereinten Streitkräfte im Westteil der Provinz al-Anbâr die beiden Ölfelder ʽAkâz I und II und die Orte Umm al-Walaf, Ḥussain al-ʽAlî und Umm Tîna zurückerobert. Dsweiteren rücken sie in die Umgebung von ʽUbaidî östlich der Stadt al-Qâ´im vor. (http://www.sana.sy/?p=651718)
Während eines Telefonats mit dem britischen Außenminister Boris Johnson bemerkte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am Sonntagabend, die kurdische Seite verhalte sich „langsam“ bei der Übergabe der Kontrolle des Landes an die Zentralregierung. Er sei für eine friedliche Lösung der Krise, doch sei diese ohne die Unterstützung der irakischen Kräfte, welche die Spannungen verhindern, nicht möglich. Zudem konstatierte er: „Die irakische Regierung muss die Zugänge zum Öl-Export in die Türkei unter ihre Kontrolle bringen, ansonsten wird die Krise nur noch schlimmer„. Dabei wies er auch auf Kriegstreiber auf kurdischer Seite hin: „Die Zentralregierung will keinen (sic!) Blut vergießen oder die Lage kritisch werden lassen. Einige in der irakischen Kurdenregion sowie die Parteimedien in Erbil werben und verbreiten aber die Gewalt.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i33470-al_abadi_kontrolle_%C3%BCber_irak_ist_aufgabe_der_zentralregierung)
Ebenfalls am So., 29.10.2017, beschloß das Parlament der Kurdenregion mit 70 Ja- und 23 Nein-Stimmen die Übertragung der Macht von Masʽûd Barzânî, des „Präsidenten ohne Recht oder Titel“, wie schon zutreffend kommentiert wurde (vgl.u., Marc Thörner und Thierry Meyssan), auf Regionalregierung, Parlament und Justiz. Während der Parlamentssitzung waren von draußen Schüsse zu vernehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i33462-r%C3%BCcktritt_barzanis_beschlossen)
Sky News Arabia meldete zur Schießerei, Anhänger von Masʽûd Barzânî versuchten während der Sitzung, das Parlamentsgebäude zu erstürmen. (https://sptnkne.ws/fPkH)
Der Sender al-Ḥadaṯ meldete am So., 29.10.2017, daß die infolge der Luftwaffenangriffe aus al-Qâ´im fliehenden IS-Terroristen samt Kommandeuren die Grenze überquerten und sich nach Syrien absetzten. (http://www.alhadath.net/alhadath/iraq/2017/10/29/%D9%85%D8%B5%D8%A7%D8%AF%D8%B1-%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D9%81%D8%B1%D8%A7%D8%B1-%D9%82%D9%8A%D8%A7%D8%AF%D8%A7%D8%AA-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D9%85%D9%86-%D8%A7%D9%84%D9%82%D8%A7%D8%A6%D9%85-%D8%A5%D9%84%D9%89-%D8%B3%D9%88%D8%B1%D9%8A%D8%A7.html)
Gemäß Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Befreiungsoperation in West-al-Anbâr eroberten die Truppen einschließlich der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî am 28.10.2017 die Kontrolle über die Dörfer an-Nazûra, an-Nahîyya, al-ʽAmârî, aṭ-Ṭazâliyya und Ratâğa vom IS zurück. Zuvor hatten die vereinten Streitkräfte etliche Positionen südlich von al-Qâ´im erobert, darunter landwirtschaftliche Betriebe, al-ʽAwâğî, Tankstellen, die Eisenbahn(station) 22 und 8km im Gebiet von al-Qâ´im nach Beseitigung Dutzender IS-Terroristen samt einer großen Anzahl von Autobomben. (http://www.sana.sy/?p=650125)
Im Bereich des unlängst befreiten al-Ḥawîğa (vgl.u.) hat die Armee ein weiteres Massengrab aufgespürt. „Es wurde ein Massengrab entdeckt, wo vorläufigen Angaben zufolge sterbliche Überreste von rund 50 Militärangehörigen und Polizisten liegen, die die IS-Kämpfer im Dorf Al-Bakara im Raum Al-Hawidscha hingerichtet hatten“, ließ die Armee mitteilen. (https://sptnkne.ws/fNNb)
Wie der Kommandeur der jüngsten Befreiungsoperationen gegenüber as-Sûmariyya News am Freitagabend, 27.10.2017, noch bekannt gab, wurden auch die Zementfabrik von al-Qâ´im zurückerobert und 43km der Straße nach ʽAkâšât unter Kontrolle genommen. Damit sei bislang eine Fläche von 301km2 vom IS gesäubert worden. Drei Autobomben und etwa 100 Sprengfallen wurden unwirksam gemacht und die Barrikaden der Terroristen zerstört. (http://www.sana.sy/?p=649970)
Nach Mitteilung eines Sprechers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom 26.10.2017 erkämpften sich die vereinten Streitkräfte in West-al-Anbâr bereits am ersten Tag jener Operation (vgl.u.) unter Deckung der Luftwaffe die Kontrolle über die Umgebung von al-Qâ´im, die Straßenverbindung zwischen al-Qâ´im und ʽAkâšât, Ğibâb, Labors, Projekte, an-Nâdira, al-Ḥasîtiyât, al-ʽAkara und al-Ḥaṣâ sowie über Awdiyat an-Naṣr, ʽUbaid, al-Aġar und al-Ḥalqûm und Ğaḥîš auf der südlichen Achse von al-Qâ´im, dazu über die Saʽd Air Base, den Ğabal Mâsûs südlich von al-Qâ´im sowie die Phosphat-Fabrik und das Institut für Agrarforschung in al-Qâ´im, die T-1-Station und das Dorf Umm al-Waz auf dem Weg zur K-1 Militärbasis zurück. (http://www.sana.sy/?p=649436)
Laut einer Rudaw-Meldung haben die kurdischen Pîšmarga, die die irakischen Streitkräfte nicht mehr anzugreifen versprochen hatten (vgl.u.), einen Aufklärungsjet von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Teil der vereinten Streitkräfte bei der Bekämpfung des IS, um 7.00 Uhr früh am Do., 26.10.2017, bei Šaila abgeschossen. (https://sptnkne.ws/fMNg)
Später sollen sich laut dem in Bagdad befindlichen Sprecher der US-geführten Koalition, Ryan Dillon, die Pîšmarga dann zu einem Waffenstillstand bereit erklärt haben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33412-irak_peshmerga_und_armee_einigen_sich_auf_waffenstillstand_und_verhandlungen, vom 27.10.2017)
Wie schon angekündigt (vgl.u.) hat nun, am 26.10.2017, auch der Ministerpräsident verkündet, daß die Befreiungs-Operation in West-al-Anbâr im Gebiet der Grenze zu Syrien beginne, wie as-Sûmariyya News meldet. Diese umfaßt laut dem Befehlshaber, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, die Gegenden von al-Qâ´im, Râwa und al-ʽUbaidî und Saʽda und al-Karâbila samt umliegenden Dörfern und den Phosphat- und Zement-Fabriken. und wird durch die vereinten Streitkräfte – wie gehabt – durchgeführt. (http://www.sana.sy/?p=649027)
Am Mittwochmorgen, 25.10.2017, trat Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî seine zweite Reise in die Türkei und den Iran an. Beide Länder hatten sich bzgl. des kurdischen Sezessionsreferendums auf die Seite der Zentralregierung gestellt (vgl.u.). Begleitet wird al-ʽAbâdî vom Innen-, Öl-, Planungs- und Energieminister sowie dem Berater für die nationale Sicherheit und weiteren irakischen Amtsträgern Es gehe um den Ausbau der jeweiligen Beziehungen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33377-iraks_ministerpr%C3%A4sident_beginnt_rundreise_in_t%C3%BCrkei_und_nach_iran)
Mit Flugblättern machten die vereinten Streitkräfte am Mi., 25.10.2017, die abschließende Offensive gegen den IS im Westen des Landes, bei der Bevölkerung bekannt. Darin hieß es: „Eure Sicherheitskräfte sind auf dem Weg, euch zu befreien.“ Es gilt noch, die beiden verbliebenen IS-BastionenRâwa und al-Qâ´im (vgl.u.) zurückzuerobern. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33380-irak_k%C3%BCndigt_abschlie%C3%9Fende_offensive_gegen_is_im_westen_des_landes_an)
Nach Aussage des amtlichen Sprechers des Obersten Justizrats im Irak, Richter ʽAbdus-Satâr Bayraktâr, vom 24.10.2017, konnten die Sicherheitsdienste in Zusammenarbeit mit den Justizbehörden eine Terrorgruppe von zehn 10 Personen verhafteten, welche ihre Zugehörigkeit zum IS gestanden wie auch, einen Angriff mittels Chlorgas auf Zivilisten in einem Vorort von Bagdad vorbereitet und weitere in Bagdad geplant zu haben. Wie INA berichtete, habe der IS bislang Chlorgas gegenüber der irakischen Armee in Mossul eingesetzt wie in der Provinz Ṣalâḥuddîn, was bei Dutzenden von Zivilisten und Freiwilligen der irakischen Truppen in der Region zu Erstickungsanfällen und Vergiftungen geführt habe. (http://www.sana.sy/?p=648243)
Infolge der jüngsten Ereignisse (vgl.u.) hat die Regierung der autonomen Kurdenregion sich laut einer Rudaw-Meldung vom Di., 24.10.2017, zugesagt, die Umsetzung des [verfassungswidrig und auch sonst unredlich zustandegekommenen] Ergebnisses des Sezessionsreferendums vom 25.10.2017, zu beenden und Gespräche mit der Zentralregierung zur Beilegung der Kontroverse, wie von letzterer mehrfach angeregt (vgl.u.), zu führen. Andererseits forderte die Regionalregierung in Arbîl einen Stop jeglicher militärischer Vorgehensweisen an den Grenzen ihrer Region. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33370-irak_kurden_f%C3%BCr_stopp_des_referendumergebnisses)
Nach den diffamierenden Äußerungen von US-Außenminister Tillerson vom So., 22.10.2017, in ar-Riyâḍ gegenüber der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (s.u.), machte dieser auf seiner Nahost-Reise am 3.10.2017, überraschend einen Zwischenstop in Bagdad und traf Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî. Da laut laut (überwiegend westlichen) Medien inhaltlich nichts Neues dabei erörtert wurde, handelte es sich in gewisser Hinsicht offenbar um einen Wiedergutmachungsbesuch. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33360-iraks_pr%C3%A4sident_unterstreicht_einheit_des_landes_und_einhaltung_der_verfassung)
Zur Situation im Irak s.a. den aufschlußreichen Artikel: Jetzt auch im Irak: „Ami go home!“ (https://de.rt.com/1a2m vom 29.10.2017) – Die vom Autor erwähnten, auf unterschiedlichen (Augen-)Zeugenaussagen beruhenden Angaben über Unterstützungsleistungen für die (IS-)Terroristen bzw. deren Schonung infolge entsprechenden Einschreitens durch die US-geführte Koalition, sind bereits in diesem Thread schon gelistet und dargelegt worden (vgl.u.!). Ähnliche Aussagen liegen überdies von verschiedenen Augenzeugen in unterschiedlichen (Kampf-)Gebieten von Syrien vor.
Wie bislang zusammengetragen und u.a. auch vom Auslandsjournalisten Marc Thörner und dem Politologen Th. Meyssan bestätigt, teilen sich seit Jahrzehnten die beiden kurdischen Clans Barzânî (Sitz in Arbîl) und Ṭalabānī (Sitz in Sulaimâniyya) die Macht und den (Öl-)Reichtum in der autonomen Kurdenregion des Iraks. Sie waren auch die Initiatoren des verfassungswidrigen Sezessionsreferendums vom 26.9.2017 (s.u.). Mit einem autonomen „Kurdistan“ erweitert um die von den Pîšmarga bis vor kurzem besetzt gehaltene ölreiche irakische Provinz Kirkûk (vgl.u.) hätten sie dann legal Zugriff auf die ganzen Ressourcen gehabt, die der irakischen Verfassung gemäß dem ganzen irakischen Volk zustehen. Die Wähler hätten überwiegend deshalb mit „Ja“ gestimmt, weil ihnen durch die Referendumskampagne von Masʽûd Barzânî, den Meyssan zutreffend als „Präsident ohne Recht oder Titel“ beschreibt [zum Sachverhalt s.u.!], entgegen den Tatsachen vorgemacht worden war, 80 Staaten der Welt – darunter die Regierungen der USA und von Frankreich, die ebenfalls beide dagegen eingestellt waren – die Schaffung des neuen Staates „Kurdistan“ in seinen erweiterten Grenzen unterstützten. In Wirklichkeit unterstützte nur Israel dieses Projekt (zu den Gründen s.u.!). Dagegen hatte der iranische General Qâsim Sulaimânî (vgl.u.) davor gewarnt. Die mit Israel vereinbarte Ankunft von 200.000 israelischen Siedlern wie die Installation (israelischer) Raketen im neuen „Kurdistan“ könnten einen neuen Krieg entfesseln. Die weiteren Vorgänge sind bekannt (vgl.u.). U.a. flohen bei Ankunft der Armee in den Provinz Kirkûk innerhalb zweier Tage mehr als 100.000 Kurden, die zuvor von dort die einheimische Bevölkerung vertrieben und sich in Abstimmung mit dem IS dann selbst dort angesiedelt hatten – die internationale Gemeinschaft hatte darüber – einschließlich der Mainstream-Medien – mit Stillschweigen hinweggesehen. Dank der – auch begrenzten militärischen – Maßnahmen der Zentralregierung konnten die ursprünglichen arabischen Bewohner, Christen wie Muslime, wieder in ihre Heimatgebiete zurückkehren. Da hätten die irakischen Kurden die „Maskerade der manipulierten Wahlen“ zum Sezessionsreferendum endlich durchschaut und erkannt, daß „die Barzani und Talabani ihnen blauen Dunst vorgemacht“ hatten. Denn „Kein Land – mit Ausnahme von Israel – kann die Schaffung eines neuen Staates mittels Annexion und ethnischer Säuberung zulassen.“ Masʽûd Barzânî wird nun nicht mehr eigenmächtig – wie bislang (vgl.u.) – das Amt des Präsidenten der Kurdenregion für sich behaupten könne, während der Ṭalabānī -Clan sich plötzlich „vorsichtig von der illegitimen Macht von Erbil distanziert“ habe.
Schließlich listet Th. Meyssan auf, was „die westlichen Medien, die die Diktatur der Barzani fortlaufend unterstützt haben, verschwiegen“, nämlich: politische Morde an ihren Gegnern; die Unmöglichkeit, Wahlen abzuhalten, wohl aber die Möglichkeit, ein Referendum abzuhalten; ihre Absprache mit der Regierung Israels; ihre Vereinbarung mit dem IS; ihre Verantwortung am Völkermord der jazidischen Kurden; die Annexion von 80 % ihres Territoriums in wenigen Jahren; die darauf folgenden ethnischen Säuberungen; die aktuellen Entwicklungen. (http://www.voltairenet.org/article198504.html vom 24.10.2017)
Die schon früher im Syrien-Thread erwähnte Aktivistin „Syrian Girl“ hat auf ihrem You Tube-Kanal einerseits von einer Belagerung einer christlichen Stadt in der autonomen Kurdenregion des Iraks durch kurdische Kräfte berichtet wie auch von Absprachen zwischen den kurdischen Streitkräften, den Pîšmarga, mit dem IS, was erneut diese Fakten untermauert. (s. https://www.youtube.com/watch?v=BrnGnVkon4c&feature=youtu.be&t=228)
Trotz der gespannten Lage in der Kurdenregion – seit dem verfassungswidrigen Sezessionsreferendum, vgl.u.! hat die deutsche Bundeswehr (s.u.) Order, ihre seit 2014 andauernde Ausbildungsmission der Pîšmarga im Nord-Irak nach nur kurzfristigem Stop wiederaufzunehmen. Dabei hatte das kurdische Nachrichtenseite Rudaw gemeldet, daß bei den jüngsten Gefechten durch die Pîšmarga auch die Panzerabwehrwaffe Milan, die für die Bekämpfung des IS gedacht war, gegen Regierungssoldaten eingesetzt worden war, was auch Militärs aus Bagdad bestätigten. (http://parstoday.com/de/news/germany-i33330-bundeswehr_nimmt_ausbildung_von_kurden_k%C3%A4mpfern_wieder_auf vom 23.10.2017) – U.a. hatte das Operationskommando der vereinten irakischen Streitkräfte mitgeteilt, die Pîšmarga hätten am Fr., 20.10.2017, bei den Gefechten in at-Tûn Kûbrî (s.u.) deutsche MILAN-Panzerabwehrraketen erfolgreich gegen einen Panzer der Armee eingesetzt, wie Rudaw berichtete (https://sptnkne.ws/fKRB)
Wie aus dem Regierungssitz zu vernehmen war, verurteilt dieselbe die kürzlich von US-Außenminister Tillerson in ar-Riyâḍ an den Irak gerichteten Bemerkungen. Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî zeigte sich äußerst überrascht über die negative Haltung Tillersons gegenüber al-Ḥašd aš-Šaʽbî, die jener fälschlicherweise als „iranische Milizen“ titulierte.Deren Fraktionen bestünden ausschließlich aus Irakern, die der Führung der Regierung unterlägen. Zum einen habe keine Partei das Recht, sich in die inneren Angelegenheiten des Iraks einzumischen zum anderen, seien „Die Kämpfer in den Reihen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî … irakische Patrioten, die enorme Opfer gebracht haben, ihr Land und das irakische Volk zu verteidigen.“
Aḥmad al-Asadî, ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî forderte eine Entschuldigung der USA für die erwähnten Aussagen Tillersons. Auf einer Pressekonferenz von dem irakischen Parlamentsgebäude, kritisierte er, die vom US-Außenminister abgegebenen Erklärungen über al-Ḥašd aš-Šaʽbî würden rundweg zurückgewiesen. Sie seien inakzeptabel, dazu falsch und unbegründet. Ferner konstatierte er: „Diese Aussagen zeigen einen Mangel an Erfahrung bzw. Wissen oder Nichtbeachtung des [vergossenen] Bluts [erg.: dieser Männer].“. Auch alle ausländischen Berater befänden sich mit ausdrücklicher Billigung und Kenntnis der Regierung im Irak. Sie würden nach Ende der militärischen Operationen gegen den Terrorismus das Land wieder verlassen.
Der iranische Außenminister Muḥammad-Ǧawād Ẓarīf ordnete Tillerson Bemerkungen als beschämend ein, kennzeichnemd für eine US-Politik, die nur vom Petro-Dollar diktiert wird. (http://www.sana.sy/?p=647873)
Beim Treffen mit dem saudischen Außenminister ʽÂdil al-Ğubair (vgl.u.), hatte Tillerson in ar-Riyâḍ am 22.10.2017, geäußert: „die schiitischen Milizionäre [im Irak], die gegen den IS kämpften, haben nichts mehr im Irak zu suchen und und müssen in ihre Heimat zurückkehren„. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33333-iraks_ministerpr%C3%A4sident_k%C3%A4mpfer_der_haschd_al_schaabi_sind_irakische_nationalhelden)
Präsident as-Sîsî versicherte Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî während dessen Besuchs in Ägypten die Unterstützung seines Landes für den Irak und dessen territoriale Einheit (http://www.sana.sy/?p=647451)
Beim Treffen zwischen Rußlands Außenminister Sergei Lawrow und seinem irakischen Amtskollegen Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in Moskau vom Mo., 23.10.2017, diskutierten sie Folgen des Sezessionsreferendums in der Kurdenregion, die Lösung der Syrien-Krise mittels der Konferenzen in Astana und Genf wie die letzte Phase der zur Befreiungsoperationen noch unter IS-Kontrolle stehender Gebiete im Irak. Zudem erklärte Lawrow, daß Rußland mit Genehmigung der irakischen Regierung langfristige Wirtschaftsbeziehungen zu Arbîl unterhalten habe. (http://parstoday.com/de/news/world-i33317-au%C3%9Fenminister_iraks_und_russlands_sprechen_%C3%BCber_folgen_des_sezessionsreferendums_in_kurdenregion)
Beim Zusammentreffen von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî in ar-Riyâḍ mit US-Außenminister Rex Tillerson (vgl.u.), hat Letzerer al-ʽAbâdî laut CBS-Meldung dazu aufgefordert, dem „bösartigen Verhalten“ des Irans entgegenzuwirken. Damit solle jenes Land isoliert werden. https://sptnkne.ws/fKpN vom 23.10.2017) – Der Irak pflegt wegen der jahrelangen Unterstützung im Counterterrorismus jedoch sehr gute Beziehungen zum Nachbarstaat Iran (vgl.u.).
Gemäß Verfassung und Nr. 45 Wahlgesetz (vom Jahr 2013) hat das hohe unabhängige Kommissariat für Wahlen im Irak den Mai 2018 als Datum für die nächsten Parlamentswahlen im Land genannt. Der Termin muß als nächstes vom Parlament bestätigt und nach Anordnung des Präsidialamts durch das Kabinett spätestens 90 Tage vor dem Wahltermin offiziell verkündet werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33303-irak_4._parlamentswahlen_im_mai)
In Kirkûk ist am 22.10.2017 Innenminister Qâsim al-Aʽrağî eingetroffen, um sich vor Ort ein Bild der Sicherheitslage zu machen und darüber mit den Sicherheitskräften zu sprechen. Dann besuchte er die Stadt Dâqûq südlich von Kirkûk. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33308-iraks_innenminister_in_kirkuk)
Am Abend des Fr., 20.10.2017 war das iranische Konsulat in Arbîl von Unbekannten – allem Anschein nach Sezessionisten – angegriffen worden, die daraufhin die Flagge der IRI von jenem diplomatischen Sitz entfernten. Tags darauf, am Sa., 21.10.2017, verurteilte das Außenministerium in Bagdad dies als einen vorgeplanten „Aufruhrakt“ und warnte vor der Gefährdung ausländischer Diplomaten in der Kurdenregion. Schließlich veröffentlichten auch Verantwortliche in Arbîl eine Erklärung am So., 22.10.2017, wonach die Kurdenregion niemals Aufruhrakte gegenüber ausländischen Diplomaten und Vertretungen dulden und gegen die Aufrührer juristisch vorgehen werde. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33309-kurdische_regionalverwaltung_verurteilt_angriff_auf_das_iranische_konsulat_in_erbil)
As-Sûmariyya News berichtete am 22.10.2017: „Die irakische Luftwaffe hat während der laufenden Inspektionen an den der Grenze zu Syrien angrenzenden Gebieten 25 Terroristen der IS-Organisation in Al-Anbar getötet und 13 Autos in der Wüste Anbar zerstört.“ (http://www.sana.sy/?p=646833)
Seit Sa., 21.10.2017, besucht Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî auf die kürzlich erfolgte Einladung hin zum zweiten Mal seit Januar dieses Jahres Saudi-Arabien [zum Sachverhalt s.u.!]. Danach stehen Ägypten, die Türkei und Jordanien auf dem Programm. Zur gleichen Zeit weilt US-Außenminister Rex Tillerson in ar-Riyâḍ, der anschließend nach Qaṭar, Indien, Pakistan und Schweden weiterreist. (http://parstoday.com/de/news/world-i33295-al_abadi_trifft_k%C3%B6nig_salman_in_riad)
Am 21.10.2017 verkündete Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî an, daß täglich zusätzlich 200.000 Barrel Rohöl durch die süd-irakischen Häfen als Ausgleich für Nord-Exporte gepumpt würden. Die Baṣra Oil Company habe begonnen, diese Menge aus den zentralen und südlichen Ölfeldern zu pumpen zusätzlich den bisher mehr als drei Millionen. Dies erfolge wegen des Rückgangs der irakischen Ölexporte aus den nördlichen Gebieten über den türkischen Hafen Ceyhan und werde solange andauern, bis die Ölmengen für die Exporte aus den nördlichen Gebieten zu den bisherigen Preisen wieder zur Verfügung stünden. Außerdem dränge die North Oil Company (NOC) auf eine beschleunigte Sanierung der Kirkûk-Ceyhan-Pipeline. (http://www.sana.sy/?p=646292) – Auch forderte die Regierung in Bagdad vom britischen Unternehmen British Petroleum, sofort Pläne für den Ausbau der Ölfelder in Kirkûk vorzulegen, da das Ölunternehmen Chevron infolge der angespannten Situation dort seine Aktivitäten vorläufig eingestellt habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33288-irakisches_%C3%96lministerium_will_den_mangel_des_%C3%96lexports_aus_kirkuk_ausgleichen)
Unweit at-Tûn Kûbrî (vgl.u.) hatten Masʽûd Barzânî nahestehende Kampfeinheiten in den gestrigen Abendstunden des 21.10.2017, im Norden der Provinz Kirkûk [Bundes-]Streitkräfte angegriffen, indem sie deren Panzer mehrfach mit Raketen deutschen Fabrikats (dazu s.u.!) beschossen. Dabei kamen viele Soldaten ums Leben bzw. wurden verletzt. (http://parstoday.com/de/news/world-i33296-barzani_truppen_greifen_f%C3%B6derale_kr%C3%A4fte_mit_deutschen_raketen_an)
Am 20.10.2017 nahmen laut as-Sûmariyya News die vereinten Streitkräfte aus Anti-Terroreinheit, Bundespolizei und al-Ḥašd aš-Šaʽbî das Gebiet von at-Tûn Kûbrî in der Provinz Kirkûk unter Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=646079)
As-Sûmariyya News meldete am 20.10.2017, die Luftwaffe habe laut Mitteilung des Kommandanten der al-Anbâr-Operationen, Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, an diesem Tag in der Wüste von ar-Ruṭba ein IS-Lager mit dutzenden Terroristen, Waffen, Munition und elf Kampfwagen erfolgreich bombardiert. Zudem berichtete der Leiter des Sicherheitsausschusses im Provinzrat von Diyâlâ, Ṣâdiq al-Ḥussainî, von der erneuten Zerschlagung einer IS-Zelle verbunden mit der Verhaftung ihrer Mitglieder in einer Blitzaktion vor Ort in der Nähe von Baʽqûba wie schon in den vergangenen Monaten. Auch die Polizei führte eine breit angelegte Sicherheitsoperation im Nordosten der Provinz Diyâlâ im erweiterten Bereich von Ğisr Ğalûlâ´ bis zur Kreuzung Bâhîza und Umgebung durch, um IS-Elemente daraus zu tilgen. (http://www.sana.sy/?p=646463)
Abû_l-Mahdî al-Karbalāʾî, der Vertreter von Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī as-Sīstānī (Ali Sistani, vgl.u.!), dem obersten Šîʽitenführer des Iraks, rief während seiner Freitagspredigt in Karbalāʾ die die Verantwortlichen der Kurdenregion dazu auf, im Dialog mit der Zentralregierung und auf Basis der Verfassung vorliegende Probleme zu lösen. Gleichzeitig würdigte er die Bemühungen jener, die sich dafür einsetzten, es zu keinen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der Armee und Kurden-Kämpfern (Pîšmarga) in Kirkûk und anderen Gebieten kommen zu lassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33275-irak_gro%C3%9Faya-tollah_sistani_ruft_kurden_zur_zusammenarbeit_mit_bagdad_auf)
Eine Delegation der Ältesten (Scheichs) der arabischen Stämme des Iraks unter Leitung von Dr. ʽAlî al-ʽAnzî besucht derzeit Syrien. Sie traf sich am 19.10.2017 mit einer Reihe von Abgeordneten (Mitgliedern der Volksversammlung) im Parlamentsgebäude zu einer Sitzung. Die Gäste bekräftigten die Bedeutung der gemeinsamen Anstrengungen beider brüderlicher Völker im vereinten koordinierten Kampf gegen den Terrorismus vor allem auch des IS im Interesse beider Länder. Beide Länder würden ebenso gemeinsam ihre Souveränität und Unabhängigkeit dank der Erfolge beider Armeen im Counterterrorismus verteidigen. Damit würden die seit Jahrzehnten von gewisser Seite gehegten Pläne für die Region mit ihren negativen Auswirkungen vereitelt. Der Sekretär der Volksversammlung [in Damaskus], Râmî aṣ-Ṣâliḥ, unterstrich seinerseits diese Ausführungen. http://www.sana.sy/?p=645711) Mit der letzten Anspielung sind offensichtlich die schon erwähnten Balkanisierungspläne bzw. der sog. Yinon-Plan (vgl.u.) gemeint.
Gemäß Verfassung (vgl.u.) hat das Ölministerium am Do., 19.10.2017, sämtliche Verträge zur Erschließung von Öl- und Gasvorkommen im Irak, die von Regionen – im gegebenen Fall durch die Regierung der autonomen Kurdenregion – ohne Zustimmung der Zentralregierung in Bagdad unterzeichnet worden sind, als ungesetzlich bezeichnet. Diese weüden vor Gericht angefochten. Betroffen ist davon z.B. der russische Konzern Rosneft. (https://sptnkne.ws/fHPS) Laut Rosneft-Chef Igor Setschin sei geplant, mit der kurdischen KAR Group eine Ölpipeline zu betreiben, mittels derer das Öl nach Europa, darunter in die Ölverarbeitungswerke von Rosneft in der BRD transportiert werde. (https://sptnkne.ws/fJhR)
Entsprechend der Ankündigung des Ministerpräsidenten vom Vortrag (s.u.), Aufhetzung der Bevölkerung nicht zuzulassen unter Androhung der Verhaftung, wurde am 19.10.2017 der Stellvertreter von Masʽûd Barzânî und zugleich Generalsekretär der Patriotischen Union Kurdistans, Kûsrat Rasûl (Kosrat Rasul), per Gerichtsentscheid nach Ausstellung eines Haftbefehls festgenommen. Zuvor hatte er die verfassungsgemäß (dazu s.u.) in die Provinz Kirkûk eingezogenen irakischen Streitkräfte in einer Rede u.a. als „Okkupanten“ bezeichnet. Der zuständige Richter sah in Rasûls Äußerungen die Tatbestände der Beleidigung und einer gegen die Armee gerichteten Provokation für gegeben an. Die zu erwartende Haftstrafe liegt unter sieben Jahren. (http://parstoday.com/de/news/world-i33242-haftbefehl_f%C3%BCr_stellvertreter_barzanis)
Am Mittwochabend berichtete as-Sûmariyya News von einer Verlautbarung des Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî dahingehend: „Die Sicherheitskräfte in Kirkuk sind verantwortlich für die Herstellung der Sicherheit und für den Schutz verschiedener irakischer Volksschichten.“ Daraus ergebe sich – wie generell in Staaten zu Friedenszeiten mit Anspruch auf Souveränität: „Die Präsenz weiterer bewaffneter Gruppen in Kirkuk ist verboten.“ Zudem machte er darauf aufmerksam, daß jegliche Aufreizung der Bevölkerung durch das Verbreiten von Falschmeldungen und rassistischem Gedankengut Frieden und Sicherheit im Land gefährde und die, die sich dessen schuldig gemacht hätten, festgenommen werden müßten. (http://parstoday.com/de/news/world-i33235-al_abadi_verbietet_pr%C3%A4senz_aller_bewaffneten_gruppen_in_kirkuk)
Seit 27 Jahren ist am Mi., 18.10.2017, wieder ein saudische Maschine der Gesellschaft Flynas auf dem Flughafen Bagdad im Beisein des Verkehrsministers und Mitarbeitern der saudischen Botschaft gelandet. Eine regelmäßige Flugverbindung soll mit mehreren irakischen Städten wiederaufgenommen werden. Schon während er Münchener Sicherheitskonferenz im Frühjahr war eine Annäherung eingeleitet worden. Der Besuch des saudischen Außenministers im Februar löste dennoch in der Bevölkerung die erwarteten heftigen Reaktionen aus, da Saudi-Arabien als Unterstützer der im Irak wie in Syrien agierenden Terroristen und damit Mitverursacher des Leidens beider Bevölkerungen bekannt geworden ist (vgl.u.). Nach Einschätzung von Hadi Jalu Muri, dem Chef des irakischen Zentrums für politische Studien, hätten die USA, die im Irak seit der Invasion von 2003 die Landespolitik nicht unwesentlich beeinflussen, ein Interesse daran, daß Saudi-Arabien sich im Irak mehr engagiere. (https://sptnkne.ws/fHxH, https://sptnkne.ws/dDT7)
Nach Angaben lokaler Quellen sind die beiden Grenzübergänge zum Iran, Barwîz Ḫân (Parvizkhan) und Bâšmâq (Başmak), der Provinz Sulaimâniyya von Kämpfern der PUK (Patriotische Union Kurdistan) der Staatskontrolle zurückgegeben worden und werden demnächst wieder eröffnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33219-grenz%C3%BCberg%C3%A4nge_’parvizkhan_und_ba%C5%9Fmak’_an_irakische_regierung_%C3%BCbergeben)
Bei der (verfassungsgemäßen) Wiederherstellung der Kontrolle über die Provinz Kirkûk, die ohne blutige Zusammenstöße vor sich ging – von Kämpfen mit Terroristen des IS abgesehen, die aber zum Anti-Terrorkampf zählen – und der positiven Stimmung der Bevölkerung in der Folge (vgl.u.), zeigte sich, daß diese, darunter auch Kurden, die Sezessionspolitik des seit Jahren nicht mehr im Amt befindlichen „Präsidenten“ Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) offensichtlich gerade nicht mittrugen. Dessen vorgeblich in Bekämpfung des IS agierende Pîšmarga hatten die Provinz Kirkûk erobert und weiterhin besetzt gehalten, also nicht den Behörden der Zentralregierung zurückgegeben, die vor dem IS-Einfall verfassungsgemäß dort zuständig gewesen war. So konnte der Barzânî-Clan (zu nähere Informationen s.u.!) die letzten beiden Jahren das geförderte Öl lediglich im eigenen Interesse verkaufen und die Einnahmen einstreichen, die damit der Zentralregierung in Vertretung des gesamten irakischen Volkes entgingen. Hauptabnehmer war die israelische Regierung gewesen (dazu vgl.u.!), die daher auch das Sezessionsreferendum unterstützt hatte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33218-iraks_gro%C3%9Fer_verlierer_ist_masoud_barzani vom 18.10.2017)
Konsequenterweise forderte der Parlamentspräsident der Autonomen Kurden-Region, Yûsuf Muḥammad Ṣâdiq (Yousef Mohammad), am 17.10.2017 den Rücktritt von Masʽûd Barzânî. Dazu bemerkte er: „Mit seinem Rücktritt wird Barzani dem Volk in der irakischen Kurdenregion dienen. … Die Menschen in der irakischen Kurdenregion werden von einigen Politikern in Beschlag genommen, die die lokalen Ressourcen nutzen wollen, um ihre Macht auszubauen. Sie setzen dafür das Leben und Blut opferbereiter Menschen aufs Spiel.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33217-parlamentspr%C3%A4sident_irakischer_kurdenregion_fordert_r%C3%BCcktritt_barzanis) – Masʽûd Barzânî, dessen Amtszeit regulär ja schon seit Jahren abgelaufen ist, ohne daß er Neuwahlen zugelassen hätte (vgl.u.).
Mehrere deutschsprachige Medien meldeten neben Sputnik News, Mehr News und der Jerusalem Post u.a., daß die deutsche Bundeswehr (vgl.u.) die seit 2014 andauernde Ausbildungsmission der Pîšmarga im Nord-Irak vorübergehend eingestellt habe, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mi., 18.10.2017, mit den Worten bestätigte: „Deutschland hat aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Kirkuk die militärische Ausbildungsmission für Barzani-Truppen in der irakischen Kurdenregion ausgesetzt.“ Die kurdische Seite habe versichert, die erhaltenen deutschen Waffen nur im Kampf gegen den IS einzusetzen. Ca. 140 Bundeswehr-Soldaten befinden sich im Nordirak. (http://parstoday.com/de/news/germany-i33232-deutschland_stellt_ausbildung_von_barzani_kr%C3%A4ften_ein, https://sptnkne.ws/fGzv) – Jedoch zeigten Recherchen von WDR und NDR, daß die ebenfalls seit 2014 von der Bundeswehr ausrangierten an die kurdischen Pîšmarga gelieferten Waffen auf speziellen Märkten verkauft worden und so auch in die Hände des IS gelangt waren. Laut dem Friedensaktivisten und Sprecher der Aktion Aufschrei — Stoppt den Waffenhandel! , Jürgen Grässlin, sei das sogar der Regelfall. Ca. 140 Bundeswehr-Soldaten befinden sich im Nordirak. (https://sptnkne.ws/dz62)
Seit Stunden (Stand früher Nachmittag, 16.10.2017) bestehen massivste Postingprobleme
Aus dem syrischen Außenministerium war zu vernehmen, daß die Regierung in Damaskus die Wiederherstellung der Kontrolle über die Provinz Kirkûk durch die brüderliche Regierung im Irak ausdrücklich willkommen heiße. (http://sana.sy/en/?p=115977)
Gemäß Information durch den Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî vom 18.10.2017 sind die Öl-Felder Bây Ḥassan und Havanna [Hâfânâ] in der Provinz Kirkûk mitsamt den Pumpstationen wieder an das nationalen Produktionssystem angeschlossen, wie as-Sûmariyya News meldete. Er versichert, daß damit der Ölreichtum dem gesamten irakischen Volk, dem er gehöre, zugute kommen werde. Derzeit werde daran gearbeitet, per Investition die finanziellen Einnahmen aus diesem Schatz zu optimieren, damit die nationale Wirtschaft zu unterstützen und eine bessere Zukunft für die Menschen in allen Provinzen zu erreichen. Ähnliches berichtete Ministeriumssprecher ʽÂṣim Ğihâd Sputnik News. (http://www.sana.sy/?p=644631)
Nach den Aktionen der letzten 48 Stunden erklärte die Führung dieser Sicherheitsoperationen am 18.10.2017 den Abschluß der Sicherungsmaßnahmen in der Provinz Kirkûk. Die ganze Provinz befinde sich nun wieder unter (verfassungsgemäßer!) Kontrolle der Zentralregierung. Diese schließe nach Beendigung der letzten Einsätze auch den Bezirk Dabis ein, al-Maltaqâ, die Öl-Felder Ḫabâz, Bây Ḥassan Nord und Bây Ḥassan Süd sowie die Gebiete von Ḫânaqîn und Ğalûlâ´ in der Provinz Diyâlâ, Maḫmûr, Baʽšîqa, den Mossul-Damm, die Gegend ʽUwînât, den Bezirk Sinğâr, die Gegend Rabîʽa und einige Bereiche in der Nînâwâ-Ebene in der gleichnamigen Provinz. (http://www.sana.sy/?p=644963)
Am 17.10.2017 hatte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals die Notwendigkeit herausgestellt, daß eine Bundesbehörde über den gesamten Irak die Kontrolle habe wie es auf Grundlage der Verfassung und föderalen Gestalt der nationalen Partnerschaft im Landvorgesehen ist. Gleichermaßen erging durch ihn erneut der Aufruf zum nationalen Dialog. (http://www.sana.sy/?p=644809)
Syrien begrüßte die Bemühungen der brüderlichen irakischen Regierung, die zentrale Autorität der Provinz Kirkûk und der übrigen Regionen wiederherzustellen, und sieht hoffnungsvoll dem Scheitern der Pläne der Separatisten und ihrer Unterstützung zur Zerteilung des Landes entgegen und hofft auf die Erhaltung der Einheit von Land und Volk. Explizit war aus dem Außenministerium zu hören: „The referendum that was conducted by the separatists in northern Iraq serves the implementation of the Israeli agenda in the region, and it would aim at diverting attention away from the efforts exerted by the governments of Syria and Iraq against ISIS terrorist organization, especially ending this organization’s presence in eastern Syria and western Iraq in Deir Ezzor and al-Anbar, [respectively].” (http://www.sana.sy/?p=644499 vom 17.10.2017) – Zudem bekräftigte die Behörde seine Unterstützung für die Bemühungen des Iraks, den Terrorismus zu bekämpfen, die staatliche Souveränität (wieder) zu etablieren, wie die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern in ihrem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und ihre kriminellen Organisationen stärken zuwollen. (http://www.sana.sy/?p=644501)
News-Ticker: Wiederaufnahme der normalen Behördenarbeit in Kirkûk. http://www.alsumaria.tv/news/218885/
Die Sicherheitskräfte eröffnen wieder die Straße Kirkuk-Bagdad. (http://www.alsumaria.tv/news/218875/)
Die Bewohner von Kirkûk begrüßen die „großen Veränderungen“ in der Provinz und senden Botschaften an al-ʽAbâdî und Kurden. (http://www.alsumaria.tv/news/218880/ vom 17.10.2017)
Laut einer Quelle aus den Reihen der Sicherheitskräfte berichtete die staatliche Agentur INA [واع] darüber, daß mit der Besetzung des Ölfelds Bay Ḥassan am Morgen des 17.10.2017 nun wieder – d.h. seit dem IS-Einfall 2014 – die gesamte Provinz Kirkûk unter staatlicher Kontrolle sei. Zuvor waren in der Nacht des 16.10.2017 noch IS-Trupps in den Bezirk ad-Dibis im NW der Provinz Kirkûk eingefallen und hatten etliche Familien zur Flucht getrieben, die Extremisten wurden jedoch durch die Kräfte der Anti-Terror-Einheit eliminiert, wie as-Sûmariyya News meldete. Ebenfalls unter staatliche Kontrolle kehrte die Stadt Sinğâr – Zentrum der Jesiden [Yazîdiyûn, vgl.u.] – im W der Nînawâ-Provinz infolge des Einsatzes von Armee- und Volkswehrkräften (al-Ḥašd aš-Šaʽbî) zurück. Die Pîšmarga hätten sich laut einer Quelle aus Mossul darauf zurückgezogen, alle Einwohner seien geblieben, die Lage dort sei stabil.(http://www.sana.sy/?p=644328)
Gemäß der vor kurzem gemeldeten Anordnung, daß alle führend an der Vorbereitung bzw. Organisation des verfassungswidrigen kurdischen Sezessionsreferendums Beteiligten strafrechtliche Konsequenzen zu erwarten hätten (vgl.u.), wurde der zuvor schon von seinem Amtssitz geflohene bisherige Provinzgouverneur von Kirkûk (vgl.u.) durch den Ministerpräsidenten seines Amtes enthoben. Nachfolger wird gemäß Rudaw-Meldung Rakan al-Jubouri [Rakân al-Ğubûrî]. (https://sptnkne.ws/fGsU) – Bedeutsam ist hier v.a. auch, daß Kirkûk gar nicht zum autonomen Kurdenregion des Iraks zählt, jedoch mittels Aktion des Gouverneurs an der Abstimmung teilnahem (und somit zudem das Wahlergebnis verfälschte).
Wichtige Bemerkung:
Kirkûk samt Umland gehört nicht zur autonomen Kurdenregion des Iraks, sondern wurde im gesamtirakischen Abwehrkampf gegen den IS von den kurdischen Pîšmarga erobert, dann jedoch nicht wieder der verfassungsgemäßen Kontrolle der Zentralregierung übergeben (Vgl. hierzu u. auch die illegalen Gebietsforderungen seitens der Initiatoren (v.a. Barzânî-Clan!) des Sezessionsreferendums).
Auch in einer öffentlichen Erklärung des Außenamts vom Mo., 16.10.2017, zur (Wieder)besetzung der Provinz Kirkûk durch Organe der Zentralregierung (vgl.u.) hieß es: „Trotz aller Gerüchte handelt es sich bei allen Militärkräften, die in Kirkuk vorgedrungen sind, nur um irakische Kräfte. Und es sind die PKK-Kämpfer, die in Kirkuk als fremde Kräfte angesehen werden.“ Ziel sei es, daß die Zentralregierung die Kontrolle über Kirkûk zurückerlange, was keineswegs eine Kriegserklärung bedeute. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33181-irak_milit%C3%A4roperation_zur_r%C3%BCckeroberung_kirkuks_wird_fortgesetzt)
Irakische Sicherheitskräfte und Militärs konnten in einer gemeinsamen Aktion Ayman Dawûd Dahâm al-Ḥalbasî (Aiman Davud Daham al-Halbussi) alias Ayman Spiker, einen der bekanntesten IS-Kommandeure im Irak in Ḥalbasa auf dem Gebiet der Euphratschleife gegenüber der Stadt Falûğa zusammen mit zweien seiner Brüder gefangennehmen. Seinen Kampfnamen erhielt er wegen seiner Beteiligung am Massaker der (nach der US-Invasion von 2003) zwischenzeitlichen US-Luftwaffenbasis Camp Spiker (auch: Spyker oder Speicher geschrieben) bzw. der Luftwaffenakademie Tikrît 2014 (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33119-m%C3%B6rder_von_3.000_irakischen_studenten_festgenommen)
Nachdem sich die kurdischen Pîšmarga geweigert hatten, sich aus den ehemaligen Kampfgebieten mit dem IS, die sie wie auch Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) als für die Kurdenregion erobert betrachteten, zurückzuziehen (vgl.u.) und dazu ein 72-stündiges Ultimatum der Zentralregierung hatten verstreichen lassen, rückten auf Befehl von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî entsprechend seiner zuvor gemachten Erklärung (vgl.u.) am Sonntagabend, 15.10.2017, irakische Streitkräfte unter tunlichstem Schutz der Bevölkerung in der Provinz Kirkûk ein und übernahmen die – der Zentralregierung verfassungsmäßig zustehende – Kontrolle über die Ölfelder einschließlich derer von Bâbâ Karkar und der North Oil Company (NOC), die wichtigsten Straßen, die Gebäude der Regionalregierung, zudem über den (Militär-)Flughafen Kirkûk und die Stützpunkte Kaiwân (Keyvan) und Ḫalid (Khalid) im Umland dieser Provinzhauptstadt und ebenso über Ṭûz Ḫurmâtû und die Grenzübergänge Ğisr Ḫâlid und Maryâm Bîk. Im Gefolge zogen sich die Pîšmarga-Kräfte vom Zentrum von Dâqûq südlich von Kirkûk vollständig zurück. Zuvor floh der Gouverneur von Kirkûk, Nağm ad-Dîn Karîm (Najmaldin Karim), nach Arbîl, einige der Pîšmarga ergaben sich laut einem Bericht von al-ʽÂlam, z.B. in ad-Dabis (?), andere zogen sich dann doch nach Arbîl und Sulaimâniyya zurück.
In einer von as-Sûmariyya News übertragenen Erklärung des Ministerpräsidenten forderte dieser die Pîšmarga dazu auf, sich ihrer Pflicht zu erinnern, unter Befehl der Zentralregierung zu agieren. Dann bemerkte er: „es ist meine Pflicht, nach der Verfassung vorzugehen, den Bürger zu dienen und die Einheit des Landes zu schützen, das durch das Beharren auf dem Referendum der Gefahr der Spaltung ausgesetzt ist. Dieses sei von einer gewissen Seite in der irakischen Region Kurdistan gerade zu einer Zeit ausgerufen worden, als es um den gemeinsamen Abwehrkampf gegen den Terrorismus, repräsentiert durch den IS ging. Ḥaidar al-ʽAbâdî bekräftigte nochmals, „weiterhin die Rechte des Volkes und seines nationalen Reichtums vor Verschwendung und Korruption zu verteidigen„.
Parlamentspräsident Salim al-Ğubûrî bemerkte zum Sachverhalt während seiner Teilnahme an der 137. Konferenz der Interparlamentarischen Union (IPU) in St. Petersburg selben Tags, die Operation mit [Wieder-]Stationierung der Bundespolizei in der Provinz Kirkûk sei auf die Erhaltung der Stabilität und Sicherheit jener Region gerichtet. Gleichzeitig warnte er vor Aktionen, die dies beeinträchtigen könnten.
Die durch die Bundespolizei und die schnelle Reaktionstruppe bzw. die Anti-Terroreinheit (CTS) ausgeführten Operationen bestätigte auch eine Militärquelle gegenüber as-Sûmariyya News.
(http://www.sana.sy/?p=643636, http://parstoday.com/de/news/world-i33151-irakische_kr%C3%A4fte_bringen_teil_von_kirkuk_unter_ihre_kontrolle)
Ergänzend teilte Pars Today aufgrund verschiedener Quellen mit, daß am Nachmittag des 16.10.2017, kurdische Spitzenpolitiker zu einem Krisentreffen mit dem irakischen Staatspräsidenten Fu´âd Maʽṣûm (vgl.u.), selbst Kurde, zusammenkamen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33171-irak_gouverneur_von_kirkuk_geflohen)
Gemäß Mitteilung des Führers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der westlichen (an Syrien grenzenden) Provinz al-Anbâr, Qaṭarî al-ʽUbaidî, im Interview mit as-Sûmariyya News hat die Luftwaffe mit Suchoi-Kampfflugzeugen einen IS-Konvoi bestehend aus 300 Tanklastern, befüllt mit geraubtem Öl, erfolgreich angegriffen und vollends zerstört. Das Öl war wie üblich zum Schmuggel bestimmt. – Am Fr., 13.10.2017, war es Soldaten gelungen, drei Suizidattentäter mit Sprengstoffgürteln auszuschalten, als sie auf dem Weg in Wohngebiete von ar-Ramâdî, der Provinzhauptstadt von al-Anbâr waren. (http://www.sana.sy/?p=643190 vom 15.10.2017)
Bei einem Treffen mit einer Delegation der irakischen Streitkräftekoalition am Sa., 14.10.2017, bekräftigte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals die Position der Zentralregierung zum kurdischen Sezessionsreferendum und zur Durchführung der in der folge eingeleiteten Maßnahmen zum gesetzes- und verfassungsgemäßen Schutz der einheit des Landes. Die Patriotische Union Kurdistans versicherte ihrerseits, am Sonntag eine Abordnung nach Bagdad zu entsenden, um via Dialog die Beendigung des gegenwärtigen Konflikts um Kirkûk und den weiteren Spannungsgebieten zu erreichen. Zudem wurde volle Unterstützung für die o.e. Maßnahmen der Zentralregierung zugesichert. Durch Pars Today war noch zu erfahren, die beiden kurdischen Parteien „Patriotische Union“ und „Bewegung für Wandel“ hätten die Botschaft von Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm zur Sache (s.u.) begrüßt. Demgegenüber war von Kamal Kirkuki, einem Verantwortlicher der Pîšmarga (Peschmerga) im Westen der Provinz Kirkûk zu hören, diese Truppen würden sich nicht aus der Provinz zurückziehen. Außerdem fügte er hinzu: „Wir haben notwendige Maßnahmen ergriffen, um mit Risiken umzugehen.“ (http://www.sana.sy/?p=643069; s.a. http://parstoday.com/de/news/world-i33103-irakischer_ministerpr%C3%A4sident_fordert_annullierung_des_sezessionsreferendums)
Das Kommando der gemeinsamen Streitkräfte zur Befreiung des Landes von den Terroristen gab am 13.10.2017 bekannt, gewisse Medienmeldungen über den Beginn einer Militäroperation südlich von Kirkûk [also im Kurdengebiet] seien falsch, wie bei as-Sûmariyya News zu lesen war. Gleichzeitig wurden rechtliche Schritte denen angedroht, die solche Falschmeldungen verbreiteten und damit die öffentliche Meinung zu verwirren und manipulieren suchten. Eine solche Entscheidung stehe nur dem Obersten Befehlshaber der Streitkräfte zu, der einen solchen Befehl nicht erteilt habe. Derzeit seien die vereinten Streitkräfte mit Sicherungs- und Säuberungsarbeiten in den kürzlich befreiten Gebieten beschäftigt wie damit, die noch unter IS-Kontrolle verbliebenen Gegenden in al-Anbâr, Râwa und al-Qâ´im von den Terroristen zu befreien.
Auch Innenminister Qâsim al-Aʽrağî bestätigte, daß es die von gewissen Medien ausgestreuten Pläne nicht gebe und auch keinerlei entsprechende Operationen im Kirkûk-Gebiet durchgeführt würden. Vielmehr werde nach der erfolgten Befreiung der Gegend vom IS wieder der Zustand vor der Terroristeninvasion vom 9.6.2014 wiederhergestellt. (http://www.sana.sy/?p=642395) – Vgl. hierzu die übereinstimmende Verlautbarung des Ministerpräsidenten vom Vortag.
Aus beiden Äußerungen läßt sich schließen, daß offenbar von kurdischer Regierungsseite Falschmeldungen (sog. fake news) lanciert wurden, die kurdische Bevölkerung würde demnächst von ihrem eigenen Militär (unter Kommando der Zentralregierung) angegriffen auf Befehl dieser Zentralregierung, um somit künstlich Stimmung gegen letztere zu schüren.
In einer von Iraqi News zitierten Information des Sprechers des Innenministeriums Saʽd Maʽn vom 12.10.2017 heißt es zu einem Suizidanschlag in der Stadt Hît (vgl.u.) im Ostteil der Provinz al-Anbâr: „Im Ergebnis des Angriffs, der von einem Attentäter mit einer Sprengstoffweste in einem Café im Stadtviertel al-Dawar in der Stadt Hit verübt wurde, wurden sieben Menschen getötet sowie 15 verletzt.“ Bei AP war dagegen von elf Todesopfern die Rede. (https://sptnkne.ws/fEss)
Brigadegeneral ʽAbdullâh ʽArâqî, stellvertretender Kommandeur der Bodentruppen des Islamischen Revolutionsgarde-Corps im Iran bestätigte, was zuvor schon mehrfach der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, der Presse gegenüber verdeutlicht hatte. Er, ʽArâqî, beschuldigt die US-Administration ebenfalls der Unterstützung des IS als wichtigstem Mittel, Syrien und den Irak zu destabilisieren. In einer Erklärung vom 11.10.2017 äußerte er: „Die USA führten Lufttransporte mit Waffen und Nahrungsmitteln an die extremistische Terrororganisation Dâʽiš [داعش, d.i. der IS] in den Provinzen Dair az-Zaur in Syrien und Diyâlâ, Ṣalâḥuddîn und Nînawâ im Irak durch, in denen sie schon fast aufgegeben hat.“ Weiter bemerkte er: „Die Amerikaner traten im Irak und Syrien angeblich an, um Dâʽiš zu kämpfen, während sich die Realität von jenen Ansprüchen an jedem Ort, an dem man mit den Terroristen konfrontiert ist, unterscheidet.“ .Er fügte an: „Das Problem im Irak und in Syrien ist, daß die Amerikaner die dort [erg.: von den Streitkräften] gehetzten Terroristen als deren Herren [أسياد ] unterstützen“, mit dem Hinweis darauf, daß die Achse des Widerstands [d.s. die SAA und die sie im Counterterrorismus unterstützenden Streitkräfte] den US-Plan [erg.: zum Sturz der Regierung unter Präsident Dr. al-Assad] in Syrien vereitelt habe.
Viele Fakten und Quellen bestätigten das Wirken Washingtons in dieser Hinsicht „einschließlich der irakischen Quellen über die Landung amerikanischer Waffen für die Terrororganisation [d.i. Dâʽiš, IS] im Irak. Auch ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, habe vor einer Woche festgestellt, daß die US-Administration den Terroristen genaue Koordinaten [für ihre Angriffe auf die SAA, s. bzgl. 28.9.2017] geliefert habe und am 4.10.2017 aus dem Verteidigungsministerium in Moskau verlauten ließ: „The main obstacle to the complete elimination of ISIS in Syria is not the military capabilities of terrorists, but rather the support of the Americans.” (http://www.sana.sy/?p=641715)
Nachdem der Sicherheitsrat der kurdischen Regionalregierung unter dem schon seit Jahren nicht mehr im Amt befindlichen „Präsidenten“ Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) am 11.10.2017 auf seiner offiziellen Twitter-Seite die Behauptung aufgestellt hatte, die (Bundes-) Armee, Polizeikräfte und Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî planten, die Kurdenregion im Nordirak anzugreifen, bekräftigte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 12.10.2017 im Einklang mit seinen bisherigen Verlautbarungen und Handlungen, die Zentralregierung in Bagdad beabsichtige keineswegs, die Armee gegen irakische Zivilisten, insbesondere in der Kurdenregion einzusetzen. Die Zentralregierung habe die verfassungsgemäße Aufgabe, durch Maßnahmen die Einheit des Landes zu verteidigen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33017-al_abadi_bagdad_will_nicht_die_armee_gegen_die_menschen_in_kurdistan_einsetzen)
Das zuständige Gericht in Ost-Bagdad hat am 11.10.2017 dem entsprechenden Antrag des Nationalen Sicherheitsrates (s.u.) stattgegeben und die Verhaftung der Vorsitzenden und zweier weiterer Mitglieder der Kommission angeordnet, welche im September das kurdische Sezessionsreferendum organisiert haben. (https://sptnkne.ws/fDT5)

Kommandeur Yârullâh, Photo: http://liputanislam.com
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa, resümierte am Mi., 11.10.2017 gegenüber as-Sûmariyya News, die 2. Phase der gegenwärtigen Militäroperation sei mit der vollständigen Befreiung des Distrikts al-Ḥawîğa abgeschlossen. Hierzu wurde durch die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die letzten Gebiete im südlichen Teil des Umlands von al-Ḥawîğa und ar-Riyâḍ wiederhergestellt wie über 161 Dörfer und Liegenschaften und die Straße al-Fatiḥa – ar-Riyâḍ nahe Kirkûk. Gesichert wurden laut dem Kommandeur auch die Ḥamrîn–Gebirgskette von Ğisr Zuġaitûn bis Ğisr al-Fatiḥa in einem Gebiet von auf 45km mal 15km. (http://www.sana.sy/?p=641146)
Ḥaidar Hādī (Haidar Hadi), der irakische Botschafter in Rußland, gab am 10.10.2017 über die noch unter IS-Kontrolle stehende Fläche des Landes zu verstehen: „Ja, der IS kontrolliert derzeit etwa fünf Prozent des Territoriums, und man kann sagen, dass es die letzte Etappe der Zerschlagung des IS ist. Es gibt noch IS-Gruppen in einigen Orten, aber im Großen und Ganzen sind sie zerschlagen worden. Tatsächlich ist ein Sieg über den IS errungen worden, und an diesem Kampf haben alle Iraker teilgenommen.“ 2014 dagegen seien ca. 40% der staatsfläche unter IS-Herrschaft gestanden. „Der Sieg wurde aber dank der Teilnahme aller Iraker, aller nationalen und konfessionellen Gruppen am Krieg gegen den IS errungen“, setzte der Botschafter abschließend hinzu. (https://sptnkne.ws/fDvr)
Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, teilte der Presse am Di., 10.10.2017, mit, die US-geführte Koalition imitiert im Irak nur den Kampf gegen die (IS-)Terroristen. Zudem wecke die Unterstützung der Terroristen aus dem Irak ernsthafte Fragen in Bezug auf die Ziele dieser Koalitionsoperationen. Seit die syrische Armee (SAA) so erfolgreich ihre Operation zur Befreiung der syrischen Provinz Dair az-Zaur (Nachbarprovinz des irakischen al-Anbâr!) habe jene ihre Luftschläge gegen Terroristen im Irak sogar wesentlich reduziert. „Die Befreiung des nun sehr tief im Hinterland bleibenden Rakka, welches die USA und die Koalition in den vergangenen sechs Monaten als zentrale Priorität ihres Kampfes gegen den IS bezeichneten, ist seit Monaten eingefroren“, betonte der Generalmajor. Dadurch habe sich das vom IS kontrollierte Gebiet im Irak sogar wieder vergrößert! (https://sptnkne.ws/fDke) Dies treffe v.a. auf den westlichen Teil des Iraks [d.h. die Provinz al-Anbâr] zu. (https://sptnkne.ws/fDpr)
Ergänzend führte der Generalmajor aus: „Täglich werden Versuche zur Verlegung von neuen IS-Kräften nach al-Mayadin fixiert, unter denen es viele ausländische Söldner gibt, die aus dem Irak in das syrische Territorium eingedrungen sind.“ Die IS–Verstärkung aus dem Irak rücke hierzu mit Panzertechnik und Geländewagen mit darauf installierten großkalibrigen Waffen an. Diese seien Ziel der russischen Kampfflieger. (http://www.sana.sy/?p=640484, für Zitat in Deutsch: https://sptnkne.ws/fDmw)
Die irakische Luftwaffe zerstört laut Mitteilung von as-Sûmariyya News vom 9.10.2017 ein IS–Wüstenlager in West-al-Anbâr. (http://www.sana.sy/?p=639960)
Infolge des kurdischen Sezessionsreferendums (s.u.) hat der Regierungsausschuß für nationale Sicherheit in Bagdad Klage gegen Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) angekündigt und Maßnahmen für die autonome Kurdenregion eingeleitet wie der kurdische Nachrichtensenders rudaw meldete. Hierzu gehört die Übernahme der Kontrolle über die in der Kurdenregion ansässigen Mobilfunkanbieter durch die Zentralregierung sowie die Verlegung des Sitzes der Unternehmen dieser Branche nach Bagdad. Juristische Schritte werden zudem gegen jene Staatsbedienstete gefordert, welche an jenem – vom Obersten Gericht (s.u.) als verfassungswidrig erklärten – Referendum vom 25.9.2017 teilgenommen haben. Von diesen wurde bereits eine Liste erstellt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32857-irak_klagt_kurdenf%C3%BChrer_offiziell_an vom 9.10.2017)
In Bagdad ist in den kommenden Tagen ist ein trilaterales Treffen der Präsidenten des Irans, der Türkei und des irakischen Ministerpräsidenten zu den Folgen des kurdischen Sezessionsreferendums geplant, gab Ğâsim Muḥammad Ğaʽfar (Dschasim Mohammad Dschafar), ein Verantwortlicher der Nationalallianz (s.u.) am So., 8.10.2017, gegenüber al-ʽArabiyya bekannt. Dabei sollen Mechanismen zum Umgang mit dem Konflikt im irakischen Kurdengebiet und dem Sezessionsreferendum erörtert werden. „Die gegen die örtliche Verwaltung der kurdischen Region im Irak getroffenen Maßnahmen dürfen nicht zu einem Mittel werden, um die irakischen Kurden zu schädigen.“, bemerkte er jedoch und geht darin mit der Zentralregierung konform (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/world-i32817-trilaterales_treffen_der_regierungschefs_i- rans_iraks_und_der_t%C3%BCrkei_zum_referendum_in_iraki- scher_kurdenregion)
Am 1.11.2017 sollen die anstehende allgemeinen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Kurdistan durchgeführt werden. (https://sptnkne.ws/fBtV) – Da Masʽûd Barzânî trotz Ablauf seiner Amtszeit vor Jahren im Präsidium blieb (s.u.), bekäme dann diese autonome Region des Iraks (als Föderalstaat seit der US-Invasion von 2003!) endlich wieder einen gewählten Präsidenten.
Dr. Ğawad Qâsim al-Hindâwî, irakischer Botschafter in Brüssel, gab laut The Independent vom 8.10.2017 hinsichtlich der europäischen IS-Kämpfer in seinem Land an: „Sie sind Bürger aus Belgien, Russland, Tschetschenien und Zentralasien, die sich der IS-Terrormiliz angeschlossen haben und die nun mit Todesstrafe rechnwen müssen. Rund 1.400 IS-Familienmitglieder befinden sich in der Nähe von Mossul im Nordirak. Sie kommen aus der Türkei, ostasiatischen Ländern, Frankreich und Deutschland.“ Ferner informierte er die Presse: „Bagdad arbeitet mit den europäischen Staaten zusammen, um eine Entscheidung über die Lage der IS-Familien zu treffen. Einige europäische Länder wollen aber nicht, dass die IS-Familien in ihre Heimatländer zurückzukehren.“ – EU-Angaben gemäß seien 15 – 20 % der europäischen Terroristen im Irak und in Syrien getötet worden, 30 – 35% in ihre Heimatländer zurückgekehrt, während ca. 50% der Terroristen sich noch in diesen beiden Ländern befänden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32789-irak_mindestens_100_europ%C3%A4ische_is_k%C3%A4mpfer_vor_gericht)
Das Außenministerium bat die Regierungen des Irans wie der Türkei darum, die Handelsbeziehungen mit der nordirakischen Kurdenregion einzustellen. Wörtlich gab der Außenamtssprecher zu verstehen: „Solange die Kontrolle der Grenzübergänge nicht an die Zentralregierung in Bagdad übergeben wird, fordern wir die zwei Bruderländer Iran und die Türkei auf, die Grenzen zu blockieren.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i32735-irak_iran_und_t%C3%BCr-kei_sollen_handelsbeziehungen_zur_irakischen_kurdenregion_ein-stellen vom 7.10.2017)
Während seines Besuches in Damaskus als Leiter einer iranischen Delegation war sich ʿAlāʾ ad-Dîn Barûğardî (Alaeddin Boroujerdi), Vorsitzender des parlamentarischen Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des Šûrâ-Rats der IRI, mit Syriens Vizepremier und Außenminister Walîd al-Muʽallim darin einig, daß das kurdische Sezessionsreferendum (s.u.) abzulehnen sei. Es stelle eine Gefahr für die Souveränität und territoriale Einheit des Iraks dar. Die Nachbarn des Iraks würden deren Gefährdung nicht dulden. Das Referendum sei „doomed to failure”. Klar äußerte der Gast: „What is happening in the Kurdistan region represents for Iran a transgression of a red line, and Tehran will not stand idly by.” Barûğardî informierte zudem darüber, es fänden Dialogsitzungen zwischen iranischen und irakischen Amtsträgern zum Sachverhalt statt. (http://sana.sy/en/?p=115235 vom 5.10.2017)
Hintergrundinformation: Laut einer vom Politologen Th. Meyssan zitierten Meldung der Kurds-Israel Revue wurde von einem Abkommen zwischen der israelischen Regierung wie der kurdisch-irakischen Regionalregierung unter Barzânî bekanntgemacht, wonach sofort nach der Erklärung der Unabhängigkeit des neu geschaffenen Kurdistan im Nordirak (von jedoch fünffacher Größe auf Kosten der indigenen christlichen arabischen Bevölkerung, dazu vgl.u.!) infolge des durchgezogenen Sezessionsreferendums vom 25.9.2017 (s.u.) 200.000 israelische Bürger nach „Kurdistan“ umgesiedelt und und dort umgehend Raketen durch die israelische Armee installiert würden, um Syrien und den Iran von dieser neuen Seite aus zu bedrohen. (http://www.voltairenet.org/article198324.html)
Nûrî al-Mâlikî, der frühere und eigentlich auch wiedergewählte Ministerpräsident des Irak, der jedoch seither als Vizepräsident agiert (vgl.u.), wurde nun als Nachfolger von ʽAmmâr al-Ḥakîm (Vorsitzender des Obersten Islamischen Rates (engl. abgek.: SIIC, s.u.) zum Vorsitzenden der Nationalallianz, der größten politischen Allianz im Irak, gewählt. Diese besteht seit August 2009 als Zusammenschluß der vier Gruppen: Rechtsstaatkoalition, Oberster Islamischer Rat im Irak, Reform-Partei und der Ṣadr-Bewegung. Mit mehr als 185 Sitzen bildet sie damit die Mehrheit im Parlament. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32621-nuri_al_maliki_ist_neuer_vorsitzender_der_iraki- schen_nationalallianz vom 4.10.2017)
Das Parlament in Damaskus erklärte in einer Stellungnahme vom 4.10.2017 zum Irak, die Erhaltung von dessen territorialen Integrität sei essentiell notwendig. Jeglicher Versuch der Zerteilung (s.u. Balkanisierung!) des befreundeten Nachbarlands sei abzulehnen. Der von den USA unterstützte zionistische Plan hierzu ziele auf eine Schwächung des Irak wie Syriens als Verteidiger der Rechte der Palästinenser wie im Kampf zur Ausrottung des Terrorismus. Nur die Einigkeit der arabischen Länder, die in der Verantwortung aller Araber stehe. (http://sana.sy/en/?p=115141) – Hinsichtlich des Gebrauchs des Adjektivs „zionistisch“ führte der seit den 1960ern in der BRD lebende türkischstämmige šiʽitische Muslim Dr. Ing. Yavuz Özoguz am 16.6.2017 in einem Beitrags für Pars Today mit dem Titel „Die Angst der Zionisten vor Untergang der Apartheidsstaaten“, aus, dieser werde benutzt, um deutlich zu machen, daß es (gerade) nicht um Anti-Semitismus, genauer Anti-Judaismus, gehe. (http://parstoday.com/de/news/world-i28318die_angst_der_zionisten_vor_untergang_der_apartheidsstaaten)
Gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa, befreiten die gemeinsamen irakischen Streitkräfte 150 Dörfer und beseitigen 385 Terroristen laut Meldung von as-Sûmariyya News. Zerstört wurden ein Hauptquartier mit 20 Terroristen, fünf Anlagen zur Herstellung von Sprengkörpern und Autobomben, fünf Kommunikationszentren und zehn Waffen- und Munitionsdepots.(http://www.sana.sy/?p=639097 vom 7.10.2017)
Im al-Ḥawîğa-Distrikt entdeckten Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbîzehn Massengräber irakischer Soldaten und Zivilisten. Unter den Opfern des IS befanden sich Frauen und Kinder. ( http://www.sana.sy/?p=639046 vom 7.10.2017)
Die Luftwaffe zerstörte gezielt IS-Verstecke im Bezirk von deren Stützpunkt Rawâh in West-al–Anbâr, 35km westlich von ar-Ramâdî wie INA und as-Sûmariyya News am 6.10.2017 meldeten. (http://www.sana.sy/?p=638611)
Am 5.10.2017 verkündete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die vollständige Befreiung der Stadt al-Ḥawîğa vom IS. (http://www.sana.sy/?p=637796)
Die vereinten Streitkräfte machten am 4.10.2017 weitere Fortschritte im Operationsgebiet von al-Ḥawîğa, wie as-Sûmariyya News meldete. Einer lokalen Quelle aus Kirkûk zufolge, flohen zudem viele IS-Terroristen von den Fronten. Gemäß dem Kommandeur Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh bewegten sich die Streitkräfte auf das Gebiet von ar-Riyâḍ zu. (http://www.sana.sy/?p=637055) Am 4.10.2017 erkämpften sich die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Verbindungsstraße Baiğî – al-Ḥawîğa vom W her zurück sowie über die Dörfer Nâyif Ibrâhîm, as-Saʽîdiyya und al-Ġâziyya westlich von al-Ḥawîğa und Ğisr al-Fatiḥa, wie ein Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî den Medien berichtete. (http://www.sana.sy/?p=637243)
In einem Berliner Krankenhaus verstarb am 3.10.2017 der frühere kurdische Präsident Ğalâl Ṭâlabānī, u.a. Gründer der Patriotische Union Kurdistans (PUK) in Westberlin im Alter von 84 Jahren. Nach der US-Invasion von 2003 wurde er als Präsident der Übergangsregierung eingesetzt, später als solcher wiedergewählt und von 2005 – 2014 im Amt. (http://www.sana.sy/?p=636874, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32609-irans_au%C3%9Fenminister_kondoliert_anl%C3%A4%C3%9Flich_des_todes_von_dschalal_talabani)
Laut Aussage des Parlamentsabgeordneten Ğâsim Muḥammad Ğaʽfar (Jasem Mohammad Jafar) vom 3.10.2017 verkündete der trotz langem Verstreichen seiner Amtszeit nicht aus dem Präsidium der Kurdenregion weichende Masʽûd Barzânî (vgl.u.) bei einem Treffen mit kurdischen Positionsträgern, für den Fall, daß sich irakische Soldaten den Ölfeldern von Kirkûk näherten, rufe er [erg.: die Pîšmarga] auf, auf erstere zu schießen. – Daraufhin warnte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî bei der wöchentlichen Pressekonferenz die Verantwortlichen der irakischen Kurdenregion vor der Entsendung der Pîšmarga nach Kirkûk. Im Konfliktgebiet solle man vielmehr gemeinsam vorgehen. Zudem machte er deutlich, daß Entscheidungen der irakischen Zentralregierung gegen die Behörden der Region Kurdistan nicht die kurdischen Bürger beträfen. Nochmals erinnerte er daran, daß im Land das Grundgesetz „Referenz und Prinzip“ für Gespräche mit der Autonomen Kurdenregion sei. Zu Gesprächen mit der Regionalregierung in Arbîl sei man unter der Bedingung, daß sich jene an das Grundgesetz halte und das Referendumsergebnis streiche, weiterhin bereit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32607-al_abadi_warnt_vor_milit%C3%A4rischen_schritten_der_peshmerga_in_kirkuk)
Am 3.10.2017 befreiten al-Ḥašd aš-Šaʽbî laut INA-Mitteilung die Dörfer al-ʽAṣiriyya, ʽAṣiriyya Talîl al-Qamar, ʽAṣiriyya as-Saṭîḥ im NO von al-Ḥawîğa von der IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=636442)
Das US-Militär teilte am 2.10.2017 mit, daß infolge der Detonation einer Straßenbombe am 1.10.2017 ein US-Soldat getötet, ein weiterer verwundet wurde. Genaueres könne man zum Zeitpunkt noch nicht sagen, die betroffenen Familien würden jedoch informiert. (http://www.sana.sy/?p=635821)
Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî informierte am 2.10.2017 die Nachrichtenagentur INA darüber, daß die Volkswehr heute die Dörfer Sayyid Ḥassûn und as-Saʽîdî südöstlich von al-Ḥawîğa im SW der Provinz Kirkûk befreit, den Wâdî Zuġaitûn vollständig geräumt habe. Andere Einheiten rückten in Richtung ar-Rašâd vor und eroberten die Anhöhen Madak al-Maṭar, al-Ḫadîğa und Tal Ṣâliḥ westlich von ar-Rašâd und zerstörten sämtliche Verteidigungsanlagen des IS auf den Anhöhen.
Ein Vertreter der Badr-Organisation gab gegenüber as-Sûmariyya News zur Kenntnis, daß deren Streitkräfte heute die Kontrolle über die Ostseite des ar-Rašâd-Flughafens und 17 Dörfer südlich und östlich von al-Ḥawîğa zurückgewonnen hätten, nämlich: al-ʽAwâšira und ʽAbdul ʽAzîz, as-Sân, Mullâ Nâṣif und Ṭâr al-Ḥamar, Kûrdara, Tal Ḫadîğa, Ḫâṣa, al-Fašaka, Ġaida und Šabîğaba, aṣ-Ṣaḫûr und Dikmât und as-Saṭîḥ und Ḍabâġ al-Farġûl, ʽAṣiriyya as-Saṭîḥ.
Gemäß lokalen Quellen wurde eine IS–Scharfschützen-Einheit, bestehend aus 5 – 6 Elementen, versteckt am Stadtrand von ar-Rašâd südlich von Kirkuk, durch einen Luftschlag aufgrund vorhergehender genauer Geheimdienstaufklärung ausgelöscht.
Auch wurde Abû Bilâl al-Maṣrî [d.h. der Ägypter], ein IS-Kommandeur im Gefecht mit einer al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Gruppe getötet im Umfeld von al-Ḥawîğa getötet. Verhaftet werden konnte zudem der sog. Wâlî[IS-Gouverneur] von al-Ḥawîğa namens Mûsâ Iskandarauf der Flucht aus dieser Stadt in Richtung Ṣalâḥuddîn gefangengenommen.
Sicherheitskräfte der Armee und Polizisten mit Unterstützung von Stammesleuten eliminierten in den letzten beiden Tagen 10 IS-Suizidattentäter westlich von Abû Ğîr, 35km im Westen von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr.
In Bagdad machten Sicherheitskräfte drei Suizidattentäter und 19 Fahrzeuge zum Zweck der Verübung von Anschlägen unschädlich.
Das Operationskommando in Bagdad gab bekannt, daß es südwestlich der Hauptstadt zur Verhaftung eines des Terroristen im Besitz von vier Sprengkörpern und Raketen gekommen war. (http://www.sana.sy/?p=635763)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa befreiten Teile der 9. Panzerdivision und die Brigaden 2, 11, 42, 56 und 88 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî sowie eine Brigade des 3. Kommando der Bundespolizei Dutzende Orte, nämlich ar-Ramil, al-Aṣfar, al-Ḥamal, al-Ḥamad, al-Mansiyya, al-Bû Kanʽân, Ṭawîlʽa, as-Salmân, al-Aʽwîğ, al-Bû Saif, Ḥamad Šarğî, Sarây al-Faḍl, Tal as-Sarây, ʽAlî, Samy, ʽAlî Šalġam, Šalâl Maṭar, ʽAğâğ Muḥassan, aš-Šaʽîbât, al-ʽAsâkira, Wâdî al-Ḫarâfiša, die Anwar al-ʽÂṣî-Bahnstation; Saḥân al-Mašlağ, as-Suwaisa, Ğadîda, Nâyif aṣ-Ṣâliḥ und eroberten den nördlichen Teil der Ḥamrîn–Gebirgskette; alsdann erkämpften die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Straße in Richtung Ğisr Zuġaitûn und ar-Riyâḍ, den Flughafen al-Fatiḥa, das Ölgewinnungsunternehmen in den ʽAğîl-Bergen und darüber hinaus; Kontingente der Bundespolizei, der schnellen Reaktionstruppe wie von al-Ḥašd aš-Šaʽbî befreiten im Weiteren die Dörfer ad-Dâwidiyya, al-Qasâmiyya, al-Muʽtaṣim, Sayyid ʽAlî, Šaiḫ Ğâsim, Mala Ḥassan, Salmân al- Ḥamîd, Mağûl ʽAlîğ, Taba, Ḥussain Naʽîm, al-Marâdiyya, Tal aḏ-Ḏahab as-Saflâ, ʽAlî as-Sulṭân, al-Bû Ğaḥš, Ḥussain ʽAlî Murâd, Ḥauḍ 18, al-ʽAwâšir, as-Sarây, Tal as-Sarây, al-Ğâsimiyya, Umm at-Tilâl, ʽÎn as-Sulṭân, Nağim, Tal al-Ġazâl, Sarhîd al-Maṭar, al-Ḥawîḏân, Aṯirbân, al-Buraiğ. Die Anti-Terror-Kräfte mit den Brigade 5, 10, 22 und 27 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Teile der östlich des Tigris operierenden Gruppe erkämpften die Kontrolle über die Dörfer Kanʽân, al-Maidân al-Ğanûbî und al-Maidân aš-Šamâlî, ar-Rafîʽ, al-Ḥamîḍa, Ġarb Hağûl, Ğifâr ʽÛn, ʽIzzaddîn Šâkir, Abû ʽArkûba, al-ʽAwâšira, Ibrâhîm aṣ-Ṣâliḥ, al-Busta, as-Sakûn, Falâḥ Farḥân, Mabdad und ʽÎn Manât zurück. (http://www.sana.sy/?p=635620 vom 1.10.2017) – Seit Beginn dieses Operationsabschnitts seien laut der Nachrichtenagentur INA 207 Terroristen getötet und 344km2 zurückerobert, 50 Sprengstoffpakete entschärft und 20 Fahrzeuge des IS zerbombt worden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32507-zweite_phase_der_befreiungsoperation_in_al_hawidscha_207_terroristen_get%C3%B6tet).
Im Telefongespräch mit Aḥmad Abū l-Ġaiṭ, Generalsekretär der Arabischen Liga, versicherte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 1.10.2017, man werde im Counterterrorismus nicht nachlassen. Bislang hätten die vereinten Streitkräfte schon beachtliche Siege errungen und weite Gebiete befreit, wie aš-Šafaq News berichtete. außerdem konstatierte er: „Was die föderale Regierung gegen die Abspaltung der Region Kurdistan unternommen hat, sind nur eine Reihe von legalen Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung der Einheit und Integrität des Irak dienen; wir wollen unsere Landsleute nicht damit bestrafen.“ Abū l-Ġaiṭ bestätigte nochmals die Ablehnung gegenüber dem kurdischen Sezessionsreferendums und das Fortbestehens der Unterstützung der Arabische Liga für die Regierung des Landes. (http://parstoday.com/de/news/world-i32503-al_abadi_terrorismusbek%C3%A4mpfung_darf_wegen_differenzen_nicht_in_gefahr_geraten)
Zum Hintergrund: Gemäß Ausführung des Politolgen Th. Meyssan gelang es der Familie Barzânî, das Gebiet der usrpünglichen irakischen Kurdenregion unter Ausnutzung von lokalen Konflikten und Kriegen in der Region seit 15 Jahren auf das Fünffache zu vergrößern und zwar auf Kosten der indigenen christlichen und arabischen Volksgruppen. (http://www.voltairenet.org/article198324.html)
Der kurdischen Bevölkerung sicherte al-ʽAbâdî zudem den Schutz der Regierung zu und schrieb auf Twitter : „Wir lassen nicht zu, dass Ihnen etwas zustößt, wir teilen unser Brot mit Ihnen.“ Auf Nachfrage eines französischen hierzu antwortete der Berater des Ministerpräsidenten: „Der Ministerpräsident meinte jeden möglichen Angriff, egal ob er vom In- oder Ausland erfolgt.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32473-iraks_ministerpr%C3%A4sident_warnt_vor_m%C3%B6glichen_angriffen_gegen_kurden vom 1.10.2017)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî betonte in einer Rede vom So., 1.10.2017, nochmals, die Bedeutung der Einheit des Landes und seines Volkes in jeder Hinsicht. diese sei allein schon für die gemeinsame Besiegung des Terrorismus notwendig. Die Abtrennung einer Region stehe nicht zur Debatte, zitierte ihn as-Sûmariyya News. (http://www.sana.sy/?p=635119)
Nach Meldung von as-Sûmariyya News berichtete der Kreistagschef der Stadt Hît in der Provinz al-Anbâr, Muḥammad al-Muḥammadî, die Sicherheitskräfte hätten vier IS-Suizidattentäter mit Sprengstoffgürteln rechtzeitig eliminieren können, bevor sie in die Stadt eindringen konnten. Andererseits waren bei einem Bombenanschlag in Hît ein Soldat getötet, drei weitere verletzt. Dennoch konstatierte al-Muḥammadî, die Sicherheitslage der Stadt sei stabil, sie stehe unter Kontrolle der Sicherheitskräfte und Stämme.
Drei andere IS-Suizidattentäter, die sich versteckt in einem Hause im Gebiet Abû al-Ğîr westlich der Stadt ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr versteckt hielten, wurden ebenfalls getötet. (http://www.sana.sy/?p=635139 vom 1.10.2017)
Im Irak und Syrien wirkt es mehr als befremdlich, wenn der türkische Staatspräsident Erdogan während einer Rede bei einem AKP-Treffen plötzlich behauptet, großen Wert auf die Einheit von Syrien und des Iraks zu legen, und dabei ganz darauf vergißt, daß seine Regierung seit Jahren die Terroristen in beiden Ländern kräftig unterstützte, die jene beinahe zerstört hätten. (http://www.sana.sy/?p=634886 vom 30.9.2017).
Wie schon bzgl. des kurdischen Abspaltungseferendums angekündigt (vgl.u.), verbietet der Iran nun jegliche Verbringung von Treibstoffprodukten in die und aus der Kurdenregion des Iraks. (http://www.sana.sy/?p=634660 vom 30.9.2017)
Nach einer gemeinsamen Sitzung hoher Befehlshaber der iranischen und irakischen Streitkräfte vom Morgen des 30.9.2017, gab der iranische Brigade-General Masʽûd Ğazâ´irî laut einer Meldung von Tasnîm News bekannt, daß in den nächsten Tagen ein Militärmanöver beider Armeeteile an der gemeinsamen Grenze stattfinde. Es gehe um die Sicherung dieser Grenze wie der Grenzübergänge (s.u.) und der Anrainergebiete Qaṣr Šîrîn, Barwîz Ḫân, Bâšmâq in Marîwân, Tamarğîn in Bîrânšahar. Dabei wiederholte der General, seiner Regierung sei die Erhaltung der Integrität und die Einheit des irakischen Territoriums wichtig, auch betonte er die Illegalität des kurdischen Sezessionsreferendums im Nordirak. (http://www.sana.sy/?p=634799)
In Ausführung der zweiten vom Ministerpräsidenten am Vortag angekündigten Phase der Militäroperation im Raum al-Ḥawîğa etc. (vgl.u.) befreiten die vereinten Streitkräfte aus Bundespolizei, schneller Reaktionstruppe und al-Ḥašd aš-Šaʽbî laut Aussage von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh am 30.9.2017 gegenüber as-Sûmariyya News 26 Dörfer, nämlich al-Aḥnaf, aṭ-Ṭâriqiyya, ʽArṣa, al-Mutawakiliyya, Tal Laḥam, al-Ğaʽfariyya, as-Saʽadiyya, Kîsûma, Tal al-Hawâ, al-Ḥamdâniyya, al-ʽIyûn, Tulûl Ḏiyâb, aš-Šanta,dazu: Warîdiyya, as-Sabtî, Nuwâikîṭ, al-Ḥuwâ´iğ al-ʽAliyâ und al-Ḥuwâ´iğ as-Saflâ, Tal aḏ-Ḏahab al-ʽAliyâ und Tal aḏ-Ḏahab as-Saflâ, sodann as-Sawîd, al-Maḫallaṭ, Tal ʽUbaid, Tal Saʽîd, al-Bû Ṣaḫara und Ḥamad al-ʽAlî. Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, meldete, daß während eines Bombardements der Luftwaffe nordöstlich von Baʽqûba drei IS-Terroristen getötet worden seien, darunter ein Anführer. Der Polizei gelang es, einen IS-Suizidattentäter zu eliminieren, der sich vor einer Polizeistation linkerseits von aš-Šarqâṭ in im Norden der Provinz Ṣalâḥuddîn in die Luft sprengen wollte. Andererseits wurden durch einen Bombenanschlag in Bagdad zwei Zivilisten getötet, drei andere verletzt. (http://www.sana.sy/?p=634816)
Später am Tag wurden zudem die ʽAlâs-Ölfelder in al-Kamâl vollständig zurückerobert, wie Hâdî al-ʽÂmirî, Generalsekretär der Badr-Organisation innerhalb von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und damit einer Führer dieser Volkswehr gegenüber as-Sûmariyya News bekannt gab. (http://www.sana.sy/?p=635084)
Nach Abgang des letzten internationalen Flugs vom Flughafen Arbîl wurde dieser für den Luftverkehr geschlossen. Eine Großzahl von Ländern ist dem Aufruf der Zentralregierung in Bagdad nachgekommen, Flüge dorthin und von dort auszusetzen.
Nach vorhergehender Absprache mit dem Iran und der Türkei sind die drei offiziellen Grenzübergänge aus der und zur Kurdenregion des Iraks von der zentralen Grenzbehörde übernommen worden (vgl.u.) und stehen unter deren Kontrolle, die wichtigsten davon sind die beiden zum Iran: Ḥâğ ʽUmrân und Bâšmâġ. (http://parstoday.com/de/news/world-i32439-bagdad_kontrolle_kurdischer_grenz%C3%BCberg%C3%A4nge_durch_kooperation_mit_iran_und_t%C3%Bcrkei vom 30.9.2017)
Zur Übernahme der Grenzkontrollen gehen am Samstagmorgen, 30.9.2017, offizielle Verantwortliche des Amts für Grenzkontrollen in Begleitung dreier Militär-Delegationen in die Kurdenregion ab. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32417-irak_schickt_drei_milit%C3%A4r_delegationen_in_die_kurdenregion)
Während seiner Freitagsansprache am 29.9.2017 wandte sich der offizielle Vertreter von Ayatullâh ʿAlī al-Ḥussainī as-Sīsitānī [Bild s.u., 14.8.2017!], des obersten šîʽitischen Geistlichen des Landes, in der Pilgerstadt Karbalâ´ gegen das kurdische Sezessionsreferendum und rief zur Einhaltung der Verfassung und Beachtung des Entscheids des Obersten Gerichtshofes (s.u.) auf. Gerade sei die irakische Bevölkerung dem vom IS verursachten Leid entkommen und sei noch dabei, diese Phase hinter sich zu bringen, da gebe es Versuche, das Land und die Bevölkerung mit einem neuen Leiden zu überziehen, indem man es zu spalten trachte. Schließlich warnte er die Führung der Kurdenregion vor den schwerwiegenden Folgen einer Abspaltung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32411-gro%C3%9Fayatollah_sistani_lehnt_ab-spal-tung_der_kurdenregion_vom_irak_ab)
US-Außenminister Rex Tillerson wird im Internetportal des US-Amts zum kurdischen Sezessionsreferendum am Fr., 29.9.2017, wie folgt zitiert: „Der Abstimmung fehlt es an jeglicher Legitimität.„, gefolgt von: „Wir unterstützen weiterhin einen fortschritllichen (sic!), demokratischen, föderalen und einheitlichen Irak und sind besorgt über die möglichen negativen Konsequenzen dieses einseitigen Handelns“ und der Mahnung: „Der Kampf gegen die IS-Terrormiliz ist noch nicht zu Ende„. (http://parstoday.com/de/news/world-i32431-usa_erkennen_kurdisches_sezessionsreferendum_nicht_an)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gab am 29.9.2017 den Beginn der zweiten Phase der Militäroperation zur Befreiung von al-Ḥawîğa samt Umgebung und der Gebiete westlich der Stadt Kirkûk im Norden des Irak vom IS, dem Ableger von al-Qâʽidabekannt. (http://www.sana.sy/?p=634398)
Beim Treffen zwischen dem UN–Vertreter Jan Kubisch und dem Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in Bagdad am Do., 28.9.2017 erklärte ersterer, die Staatengemeinschaft unterstütze die territoriale Integrität des Iraks, die UNO sei auch bereit zur Vermittlung mit Regionalregierung der Kurdenregion. Al-Ğaʽfarî unterstrich die Bereitschaft der Zentralregierung zur Zusammenarbeit. Im Kampf gegen den IS bedürfe man allerdings konsequenterer Unterstützung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32409-uno_bieten_erbil_und_bagdad_vermittlung_an)
Die Zentralregierung hat der kurdischen Regionalregierung ein Ultimatum gestellt: gemäß Entscheidung von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî und des Ministerrates sei nach Durchführung des verfassungswidrigen Sezessionsreferendum die Kontrolle über die beiden Flughäfen Arbîl und Sulaimâniyya binnen drei Tagen dem Bundesamt für Zivilluftfahrt zu übertragen. Ansonsten würden alle internationalen Flüge ohne Ausnahme vom internationalen Flughafen Arbîl ab Freitagabend [18.00 Uhr Ortszeit] ausgesetzt, teilte der Flughafendirektor Talâr Fâ´ik Ṣalâḥ am 28.9.2017 der Presse mit. Der Iran und die Türkei haben bereits die Flugverbindung nach Arbîl gestoppt. (http://www.sana.sy/?p=633756)
Nach Angaben des Polizeichefs von al-Anbâr, Generalmajor Hâdî Razîğ Kasâr, vom 27.9.2017 konnten die Sicherheitskräfte zusammen mit Stammeskämpfern die Kontrolle über die Gebiete aṭ-Ṭâš und al-Mağar südlich von ar-Ramâdî im Kampf gegen den IS zurückgewinnen und dabei sämtliche Terroristen zu töten. (http://www.sana.sy/?p=633166)
Gegen das Sezessionsreferendum und für die Erhaltung der territorialen Einheit des Iraks sprachen sich nach der trotz aller Proteste (s.u.) stattgefundenen Wahl mehrfach Rußland (http://www.sana.sy/?p=633094, http://www.sana.sy/?p=632709) und der Iran aus (http://www.sana.sy/?p=632802, http://www.sana.sy/?p=633149). Die syrische Position war und ist grundsätzlich dieselbe wie die der Zentralregierung in Bagdad (vgl. z.B. die Stellungnahme von Außenminister Walîd al-Muʽallim während der Presse-Konferenz vom So., 24.9.2017, in New York). Auf der offiziellen EU-Webseite war vom Bedauern über die Abhaltung des Referendums in der irakischen Kurdenregion wie über die Ignoranz Barzânîs gegenüber der Aufforderung, die Abstimmung fallen zu lassen, zu lesen. Erneut forderte die EU dazu auf, Ruhe und Frieden zu bewahren und zu versuchen, weiterhin durch konstruktive und friedliche Verhandlungsgespräche eine Konfliktlösung im Rahmen der irakischen Verfassung zu finden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32333-frankreich_warnt_vor_fol-gen_einer_abspaltung_der_irakischen_kurdenregion). Spanien drückte ebenfalls sein Bedauern über die Abhaltung des Referendums aus (http://www.sana.sy/?p=633671), während Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian die Verantwortlichen der irakischen Kurdenregion warnte und erklärte, das Beharren auf einer Abspaltung führe zu Instabilität in der Region. „Sollte es in der gegenwärtigen Situation zu einer Abspaltung der kurdischen Region des Iraks kommen, so wird das sicherlich eine neue Krise im Nahen Osten entfachen, und das zu einer Zeit, wo die IS-Terroristen kurz vor der Vernichtung stehen. … Die Kurdenregion sollte die territoriale Integrität und Solidarität mit der irakischen Zentralregierung anstreben und sich am Wiederaufbau des Irak beteiligen; dadurch wird der kurdischen Region die höchstmöglichste Autonmie gewährtleistet.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i32333-frankreich_warnt_vor_fol- gen_einer_abspaltung_der_irakischen_kurdenregion). Der türkische Staatspräsident Erdogan erklärte auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Staatspräsidenten Putin in Ankara am 28.9.2017 abends, dieselbe Ansicht zur Sache wie jener zu vertreten. (http://sana.sy/en/?p=114784)
Am Nachmittag des 27.9.2017 gab das Oberste Komitee des irakischen Kurden-Referendums während einer Pressekonferenz als Ergebnis desselben an, von den 4.5 Millionen Teilnehmern hätten 92,73% für die Abspaltung gestimmt. (http://parstoday.com/de/news/world-i32337-ergebnis_des_sezessions_referendums_steht_fest)
Während einer außerordentlichen Parlamentssitzung erklärte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 27.9.2017, die Bundesregierung werde das Sezessionsreferendum bzw. dessen Ergebnis nicht diskutieren, wolle jedoch – wie schon zuvor immer wieder bekräftigt (s.u.) – den Dialog mit den Kurden der autonomen Provinz auf Basis der gemeinsamen Verfassung führen. Wörtlich bemerkte er: „Wir haben vor den Folgen der Krise mit der kurdischen Region gewarnt, wir werden die Verletzung der Verfassung nicht zulassen„. Wahlen würden im Irak planmäßig stattfinden. Es sei Sache des [gesamt-irakischen] Parlaments, Gesetze für Autonomiegebiete zu erlassen bzw. Wahlen auch in der Provinz Kirkûk zu veranlassen. – Der Aufforderung an ausländische Fluggesellschaften vom Vortag (s.u.) kam bereits der Libanon nach. (http://www.sana.sy/?p=633218)
Am 26.9.2017 kam es zu zwei Sprengstoffattentaten im Großraum Bagdad, wie as-Sûmariyya News meldete: die eine Detonation ereignete sich nahe eines belebten Marktes im Gebiet von Sabʽ al-Bûr nördlich der Hauptstadt mit einem toten und sieben Verletzte, die andere in der Gegend von Karġûliyya östlich von Bagdad mit ebenfalls einem Todesopfer und drei weiteren Verletzten. Tags zuvor hatte die Armee eine IS-Stellung südlich von Bagdad vernichtet und dort Sprengstoff vorgefunden. (http://www.sana.sy/?p=632634)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî wies am Di., 26.9.2017 die kurdische Regionalverwaltung ultimativ dazu auf, die Kontrolle über die Grenzübergänge wie über die beiden internationalen Flughäfen Arbîl (Erbil) und Sulaimâniyya der Zentralregierung zurückzugeben, ansonsten würden binnen drei Tagen internationale Flüge in das und aus dem Gebiet gestoppt. Hierzu wurden bereits ausländische Staaten in der vergangenen Woche zur Unterstützung aufgefordert. (http://www.sana.sy/?p=633218, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32289-irak_setzt_kurdischer_regionalverwaltung_frist_zur_%C3%9Cbergabe_der_flugh%C3%A4fen_im_kurdengebiet) – Al-ʽAbâdî beschuldigte ferner die kurdischen Verantwortlichen, Haß unter der Bevölkerung zu verbreiten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32301-al_abadi_wir_werden_keinesfalls_%C3%BCber_das_ergebnis_des_kurden_referendums_verhandeln)
Kurz nach Beendigung des Sezessionsreferendums begannen Teile der irakischen wie türkischen Armee im Grenzgebiet ein gemeinsames großangelegtes Manöver. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32263-t%C3%BCrkei_und_irak_halten_gemeinsames_man%C3%B6ver_ab)

Wahlplakat mit einem Kurdistan, das über die Grenze des iraksicehn Autonomiegebietes deutlich heinausgeht, Abb. voltairenet.org
Kritischer Hintergrundbericht zum kurdischen Sezessionsreferendum des Politologen Th. Meyssan: „In einer Welt, in der Bilder mehr als die Realität zählen, spricht die Presse von einem demokratischen Referendum für die Unabhängigkeit vom Irakischen Kurdistan. Aber abgesehen davon, dass das Referendum verfassungsrechtlich im ganzen Irak stattfinden müsste und nicht nur im Unabhängigkeitsbereich, wurden bereits mehrere Millionen nicht-kurdischer Wähler schon aus ihren Häusern verjagt und können nicht mehr dorthin zurückkehren. In den Wahllokalen werden nur die Separatisten die Ordnungsmäßigkeit der Wahlen überwachen. Thierry Meyssan enthüllt diesen Betrug und die Interessen, die dahinter stecken. … Weiter bei: http://www.voltairenet.org/article198067.html (Der in der deutschen Übersetzungvorkommende Ausdruck „Dutzend“ ist eine Fehlübersetzung; im arabischen Originalartikel steht ein Ausdruck für eine Zehnereinheit, nicht für eine Zwölfer-Einheit ( „Dutzend“!), weshalb in dieser Version die Zählung stimmt). – Zur ganzen Thematik s.u.!
Mit einem Ergebnis des Sezessionsreferendums sei erst in drei Tagen zu rechnen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32249-nach_blockade_gegen_irakische_kurdenregion_%C3%96lpreise_stei- gen_weiter vom 26.9.2017)
Laut der kurdischen Wahlkommission sollen von derzeit ca. 78% der abgegebenen Stimmen [zu deren eingeschränkter Bedeutung s.u.!] 93% Ja-Stimmen eingegangen sein. Das gesamt-irakische Parlament stimmte derweil für die Entlassung dreier kurdischer Staatsbeamter, die sich an dem verfassungswidrigen und vom Höchsten Gericht untersagten (dazu vgl.u.) Referendum teilnahmen, und fordert die Rückübertragung der Kontrolle über die Grenzen Kurdistans zu den Nachbarländern an die Zentralregierung; ebenfalls müßten Verhandlungen und Ölgeschäfte künftig nur über die irakische Zentral-Regierung laufen. (https://sptnkne.ws/f6D2 vom 26.9.2017)
Am Montagabend (25.9.2017) gab Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gemäß den bisherigen Darlegungen (s.u.) bekannt, das Ergebnis des verfassungswidrigen Sezessionsreferendums nicht anzuerkennen und auch nicht zu diskutieren. Neben den schon früher erfolgten Vertreibungsaktionen hinsichtlich der indigenen nicht-kurdischen (ursprünglichen Mehrheits-)Bevölkerung (s.u.) haben laut irakischen Medienberichten die Pîšmarga (Paschmerga, zu deren Rolle vgl.u.!) nochmals den Bewohnern einiger Kurdengebiete im Nordirak mit Zwangsvertreibung gedroht, falls sie nicht an dem Referendum teilnähmen.
Das Parlament hatte in Reaktion auf das Referendum laut as-Sûmariyya News eine 14-Paragraphen-Entschließung gefaßt. §14 betrifft die Absetzung des kurdischen Staatspräsidenten Fu´âd Maʽṣûm. In einem nachfolgenden Schreiben das Verfassungsgericht forderte das Parlament dieses auf, die Kompetenz von Fu´âd Maʽṣûm gemäß der Verfassung und damit dessen mögliche Absetzung zu prüfen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32243-irak_parlament_fordert_absetzung_des_pr%C3%A4sidenten)
Anläßlich des kurdischen Sezessionsreferendums kündigte der türkische Premierminister Binali Yıldırım am 25.9.2017 im türkischen TV-Sender NTV an: „Wir treten in keinen Krieg ein, unsere Bürger können ruhig bleiben. … Wir werden aber unsere nationale Sicherheit schützen.“ Das derzeitige Manöver an der Grenze zur Türkei finde unter Beteiligung irakischer Offiziere statt. Das Training der Pîšmarga (Paschmerga, zu deren Rolle vgl.u.!) werde eingestellt, eventuell auch der Öltransit aus dem irakisch-kurdischen Autonomiegebiet [hierzu hatte die irakische Regierung zuvor aufgerufen, s.u.]. (https://sptnkne.ws/f6pE) – Bereits am 24.9.2017 hatten sich die Regierungen in Bagdad und Ankara auf die Bildung eines Krisenteams wegen des Sezessions-Referendum geeinigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32177-ankara_und_bagdad_%C3%BCber_bildung_eines_krisenteams_f%C3%BCr_sezessions_referendum_in_irakischer_kurdenregion_einig) – Zudem wurde vom Staatspräsidenten Erdogan die Grenzschließung zum Nord-Irak angeordnet. Auch die iranischen Revolutionsgarde führte an der Grenze zum kurdischen Autonomiegebiet des Iraks ein großangelegtes Militärmanöver durch. (https://sptnkne.ws/f6sr).
Später bestimmte die türkische Regierung die Ausweisung von Amar Mirani, des Vertreters der irakischen Demokratischen Partei Kurdistans (PDK), deren Führer Masʽûd Barzânî (zu dessen Verortung s.u.) ist. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32301-al_abadi_wir_werden_keinesfalls_%C3%BCber_das_ergebnis_des_kurden_referendums_verhandeln)
Laut dem türkischen Politologen vom Zentrum für politische Forschung und Krisensituationen in Ankara (ANKASAM), Doğacan Başaran, sei es bekannt, „dass keine Initiative und kein Prozess in der Region umgesetzt werden können, wenn der Iran und die Türkei gleichzeitig dagegen auftreten“. Daher sei er überzeugt, daß „das US-Projekt des Irakisch-Kurdistans unter der Führung Barsani, das die USA im Rahmen der Umsetzung des Projekts des Großen Nahen Osten bildeten, wahrscheinlich scheitern wird“. Dann setzte er hinzu: „Vor diesem Hintergrund kann man vermuten, dass Irakisch-Kurdistan letzten Endes keine Unabhängigkeit erlangt, da Ankara und Teheran dagegen auftreten“. (https://sptnkne.ws/f4eq)
Im Nordirak wurden um 7.00 Uhr Ortszeit die Wahllokale für das Sezessionsreferendum (s.u.) geöffnet, 5,3 Millionen Wähler haben sich registriert, wie der Sender Rudaw berichtet. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr, das Ergebnis werde am Dienstag verkündet. Mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden soll die Frage: „Möchten Sie, dass die Region Kurdistan und die kurdischen Territorien außerhalb ihrer Grenzen zu einem unabhängigen Staat werden?“ (https://sptnkne.ws/f6gh) – Näheres zur folgenschweren Bedeutung dieser Formulierung s.u.!
Noch Wissenswertes zum heute trotz Protesten innerhalb und außerhalb des Iraks stattfindenden, der Verfassung des Landes widersprechenden Sezessionsreferendum, die man sich angesichts der zu erwartenden Darstellung in den Mainstream-Medien – nach dem Motto: „Volk ohne Staat“ ins Gedächtnis rufen sollte: „Die Wahl findet nicht nur in der autonomen Region Kurdistan statt, sondern auch in den Gebieten, die von Barzani [d.h. den Pîšmarga/Paschmerga] in Verbindung mit Daesch [d.h. IS] annektiert wurden. Das Referendum ist eine einseitige Entscheidung von Erbil, verurteilt von der Nationalversammlung, von der föderalen Regierung und dem obersten Gerichtshof von Bagdad. Das Referendum taucht jetzt auf, weil mehr als 3 Millionen nicht-Kurden von der Region wegen der von den Barzanis durchgeführten ethnischen Säuberungen geflohen sind und Zuflucht in der Türkei und Syrien gefunden haben.“ (http://www.voltairenet.org/article198053.html vom 25.9.2017) – Außerdem: es gibt auch kurdische Einheiten innerhalb des IS! Eines lebt derzeit mit dem Status eines politischen Flüchtlings in Oslo. (http://www.voltairenet.org/article198054.html) – Alle weiteren Hintergrundinformationen sind – neben Gefechtsberichten etc. – im Anschluß (s.u.) zu finden!
Im Zusammenhang mit dem Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 (vgl.u.) steht nach Ansicht des Politologen Th. Meyssan auch die Planung eines neuen Kriegs gegen Syrien, nachdem die Projekte „Arabischer Frühling“ und die Aktionen des IS wie von Ğabhatu_n-Nuṣranicht zum Zerfall von Syrien [wie des Iraks] geführt haben (vgl.u. zu Balkanisierung!). Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch die US-Base im deutschen Ramstein. Nachzulesen in: 500 Millionen Dollar für den nächsten Krieg gegen Syrien. (http://www.voltairenet.org/article198033.html vom 24. 9.2017)
Zur Unterstützung des kurdischen Sezessionsreferendum von israelischer Seite erklärte Emmanuel Nahshon, Sprecher des israelischen Außenministeriums anläßlich eines Treffens mit dem kurdischen Spezial-Gesandten Safeen Dizayee am Sa., 23.9.2017, in Tel Aviv: „an independent Kurdistan will be like a second Israel where we can weaken our enemies like Russia and Iran”. Der libanesische Journalist und politische Kommentator Osama al-Sharif schrieb dazu in der Jordan Times: „Netanyahu and his far-right allies know very well that a unilateral Kurdish decision to cede from Iraq in the absence of an agreement over a number of contentious issues, least of which is the future of oil-rich Kirkuk province, would trigger a civil war that is likely to spill over. … Destabilizing the region and weakening central governments will shift attention from Israel’s nefarious policies towards the Palestinians while hastening the process of colonization of what remains of the West Bank.” (https://fromdarknesstolight365.wordpress.com/2017/09/26/israeli-foreign-ministry-spokesmanindependent-kurdistan-will-be-a-second-israelwhere-we-can-weaken-russia-and-iran/)
Am 24.9.2017 verkündete der Kommandant Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh das Ende der ersten Phase der Befreiungsoperation der Gegend al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk einhergehend mit der Befreiung von Îsr aš-Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn. Dabei kritisierte er gewisse Medien, vor allem den saudischen Sender al-ʽArabiyya wegen Verbreitung falscher Nachrichten zur Irreführung der öffentliche Meinung und das, obwohl jede Möglichkeit zur Überprüfung der Meldungen den Medien zur Verfügung gestanden seien. Es sei nämlich wahrheitswidrig, daß es während dieser Operationen zu Plünderungen und Vertreibung der Bevölkerung gekommen sei – die Sicherheit der Bevölkerung sei vielmehr die erste Pflicht der Streitkräfte.
Seinerseits gab der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî bekannt, diese erste Phase sei gerichtet gewesen auf die Befreiung von Îsr aš-Šarqâṭ, der Gegend az-Zâb und der Dörfer entlang des az-Zâb-Flusses – insgesamt 120 – mit Rückeroberung der Brücke aš-Šamâṭ, die den Süden von Mossul mit den Gebieten westlich von Kirkûk verbindet; das sei ein Gebiet von 1.251km2 nach der Vertreibung der IS-Terroristen daraus und unter Wahrung der Leute darin. Nach Medienberichten verlor der IS 126 Tote Kämpfer, zehn Autobomben sowie dutzende an Stellungen und Schlupfnestern. (http://www.sana.sy/?p=631780)
Hušyâr Zâbârî (Hoshyar Zebari, vgl.u. 13.8.2017), Berater und Onkel von Masʽûd Barzânî, dem seit Ablauf seiner Amtsperiode vor Jahren trotzdem eigenmächtig weiterhin amtierenden „Ministerpräsidenten“ der autonomen irakischen Kurdenregion (s.u., 8.12.2015, 1.1.2016, …) gab am 23.9.2017 im Interview mit der Agentur Reuter bekannt, daß am selben Tag eine Kurden-Delegation aus dem Autonomiegebiet nach Bagdad gekommen sei, um mit der Zentralregierung bzgl. des für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî angesetzten, jedoch schon seit mindestens 2014 geplanten Referendums (vgl.u.) zu verhandeln. Letzteres werde aber dennoch stattfinden. – In Mossul, der Provinzhauptstadt von Nînawâ (Niniwe) haben die Bewohner ebenfalls am 23.9.2017 gegen das Sezessionsreferendum demonstriert; auch in Bagdad fand eine Protestdemonstration statt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32143-irak_eine_kurdische_delega-tion_will_mit_der_zentralregierung_in_bagdad_verhandeln)
In seiner Rede vor der 72. UN–Vollversammlung in New York am 23.9.2017 kam der irakische Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî auf den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (sog. Atomwaffensperrvertrag) zu sprehen, dem gemäß jedes Land friedliche Projekte im Bereich der Atomenergie entwickeln darf. In diesem Zusammenhang erklärte der Minister: „Der Irak bittet die Nuklearmächte, ihm beim Bau eines Atomreaktors für friedliche Zwecke und beim Erhalt einer Nukleartechnologie zu helfen.“ (https://sptnkne.ws/f5JQ) – Zu seinem Treffen mit dem syrischen Amtskollegen Walîd al-Muʽallim s. unter Syrien (https://is.gd/iV1hNj)!
Laut Interview von as-Sûmariyya News mit dem Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, ʽAlî al-Ḥussainî, befreiten die vereinten Kämpfer der Tigris-Einsatzkräfte, der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî und der Bundespolizei am 23.9.2017 das az-Zarka-Gebiet, einem der wichtigsten IS-Rückzugsorte in der Provinz Ṣalâḥuddîn, und eroberten vom IS die Kontrolle über das Autobahnstück aṭ-Ṭûz und Tikrît zurück. (http://www.sana.sy/?p=630870)
Laut Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) gegenüber as-Sûmariyya News vom 22.9.2017 wurden weitere 19 Dörfer im Umfeld des IS-Stützpunkts al-Ḥawîğa innerhalb des zweiten Teils der ersten Operationsphase befreit, nämlich: Dûma ʽAzîz, ʽArab Lûk, Tal Ġazâl, al-Ḫaḍîra, ʽAzîz ʽUbaid, al-Ḥadîfa, Mandiyân ʽArabî,Mandiyân Šarqî, Kurd Dîwâna, Šanâwa, Kurd Ḫâl, Karmaš Lazâka, Bâš Taba, Bâš Band, Dûma Idrîs, Kalîḥa, Karîʽa, Ḫandaq al-Kubrâ, Tal al-Maṭar. (http://www.sana.sy/?p=630523)
Selben Tags griff die Luftwaffe im aš-Šarqâṭ-Gebiet den IS an, tötete 23 Terroristen und vernichtete fünf Kampfgerätschaften. (http://www.sana.sy/?p=630831)
Als wichtige Hintergrundinformation zum Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 liegt nun der 3. Teil der Reihe von Sarah Abed vor mit dem Titel: „Der Mythos moderater kurdischer Rebellen“, der auch von der langjährigen Vertreibung der indigenen, nicht kurdischen Mehrheitsbevölkerung aus den Gebieten handelt, die nach einem Wahlausgang für die geplante (dazu s.u.!) die Sezession „Kurdistan“ bilden sollen. (http://www.voltairenet.org/article197987.html vom 21.9. 2017)
Für das für den 25.9.2017 trotz Verfassungswidrigkeit und anderer widersprechender Faktoren (vgl.u.) angesetzte Sezessionsreferendum zur Erstellung eines Kurdistans bestimmte das Wahlkomitee, die Provinzen Kirkûk, Diyâlâ und Nînawâ (Ninive), dazu die Stadt Ṭûz Ḫurmâtû (Tozkhurmato) in der Provinz Ṣalâḥuddîn als Teilnehmer mit 2.000 Wahllokalen. Die Wahlwerbung ende am Fr., 22.9.2017, um 24:00 Uhr Ortszeit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32117-irakische_kurdenregion_sezessionsreferendum_fin-det_in_kirkuk_diyala_und_ninive_statt)
In der ersten Phase der Befreiungsoperationen von al–Ḥawîğa (wie schon bzgl. Tal ʽAfar etc.) unter Kommando von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh befreiten die Kämpfer der Brigaden 3, 4, 5 und 10 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî zusammen mit denen der Bundespolizei 20 Dörfer, wie er am 21.9.2017 bekanntgab. Dabei handelt es sich um Kahâra, Šîrâwa, al-Fûğa, Ḥamad Satîr, Sabḥa ʽUṯmân, Kanʽûṣ aš-Šamâliyya, Kanʽûṣ al-Ğanûbiyya, Ḥarâba Zard, Sîsbân, ʽÎn Ḥayâwî, Lazâka, Kanîṭra, al-Ḥamîr, Hîğal aš-Šamâlî, Hîğal al-Wasṭâ [d.h. Hîğal-Mitte], Hîğal al-Ğanûbî, ʽAwîğîla aš-Šamâlî, ʽAwîğîla al-Ğanûbî, Ḥaḍîr al-Ğâsim, as-Safîna. Damit sei der erste Teil der ersten Phase erreicht. Andere Einheiten von al-Ḥašd aš-Šaʽbî säuberten derweil in Richtung Norden von Îsr aš-Šarqâṭ (vgl.u.) die rückeroberte Gegend von hinterlassenen Sprengsätzen und Minen und räumten vom IS errichtete Barrieren zur Seite.(http://www.sana.sy/?p=629982)
Westlich von al–Ḥawîğa in der Provinz Ṣalâḥuddîn erkämpften sich die irakischen Streitkräfte die Kontrolle über sieben Dörfer nördlich von Îsr aš-Šarqâṭ zurück nach Beseitigung von 25 IS-Terroristen und Zerstörung einer Autobombe. Laut Meldung von as-Sûmariyya News vom 21.9.2017 betrifft dies die Orte ʽÎn Kâwa, Kanʽûṣ, Šandar al-ʽAliyâ, Ḥaṣârûk, Hûštar Lâlûk, Šîrâwa und Sîsbâna. Aḥmad al-Asadî, der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, bezeichnete dies als perfekten Ausgangspunkt für die Rückeroberung des noch bestehenden bedeutsamen IS-Stützpunkts al–Ḥawîğa.
Bei irakischen Luftangriffen im Distrikt al-Ḥawîğa im SW der Provinz Kirkûk. Dabei wurde der sog. wâlî[IS-Gouverneur] von al–Ḥawîğa namens Ḥassan Walî al-Bayâtî mit Kampfnamen Abû Haiṯam getötet. – Aus dem Bezirk al-Ḥawîğa und den Gebieten von ar-Rašâd, al-ʽAbbâsî, az-Zâb und ar-Riyâḍ habe der IS ursprünglich bei seiner Invasion die Provinz Ṣalâḥuddîn und den Außenbezirken von Kirkûk angegriffen. (http://www.sana.sy/?p=629982)
In Ausführung der schon am Vortag vom Kommandanten der in West-al-Anbâr agierenden al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Gruppe, Rašîd Falîḥ, angekündigten großangelegten Befreiungsoperation lieferten diese Kräfte zusammen mit Stammesleuten am 19.9.2017 den IS-Terroristen in der östlichen Region von ar-Rîḥâna harte, für den Feind verlustreiche Gefechte, wie as-Sûmariyya News berichtete. – In der Nähe zweier Restaurants an der Straße Tikrît – Baiğî, wo sich auch Pilger bevorzugt aufhalten, sprengten sich zwei Suizidattentäter in die Luft, töteten damit drei Iraker und verletzten 34 weitere Personen, während der dritte Attentäter rechtzeitig getötet wurde. (http://www.sana.sy/?p=628730)
Später am 19.9.2017 konnte bereits die Einnahme des Gebiets von ar-Rîḥâna gemeldet werden, nachdem Schlupfnester des IS, eine Werkstatt zum Bau von Sprengsätzen sowie vier Autobomben zerstört worden waren.(http://www.sana.sy/?p=629211)
Unter Leitung des Fraktionsvorsitzenden des Vlaams Belang, Filip Dewinter, kam eine belgische Parlamentsdelegation in den Irak. Bekanntlich haben sich die letzten Jahre über etwa 500 Personen mit belgischem Paß dem IS angeschlossen. Dewinter appellierte an die Regierung in Bagdad, aus Belgien stammende und im Irak als IS-Kämpfer festgenommene Personen nicht nach Brüssel auszuliefern, sondern im Irak gemäß dessen Gesetzen hinrichten zu lassen. Die Gefahr, welche von diesen Rückkehrern ausgeht, wird ja allgemein in Europa als sehr hoch bewertet. Entsprechend radikale Strafmaßnahmen wie im Irak sind dort jedoch nicht möglich. – Das für den 25.9.2017 von Masʽûd Barzânî angesetzte Kurden-Sezessionsreferendum nannte der flämische Politiker unpassend und votierte für eine Problemlösung per Dialog. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32011-br%C3%BCssel_fordert_hinrichtung_500_seiner_staatsb%C3%BCrger_im_irak_wegen_is_mitgliedschaft)
Übernahme eines Artikels des Politologen Thierry Meyssan zum Referendum:
„Laut dem Magazin Israel-Kurd mit Sitz in Erbil haben der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und der selbsternannte Präsident des zukünftigen unabhängigen Kurdistan, Massud Barzani, ein geheimes Abkommen geschlossen.
Tel Aviv hat sich verpflichtet, in Kurdistan 200 000 Israelis kurdischer Herkunft zu installieren.
Die Ankündigung wurde von der türkischen, iranischen und arabischen Presse weitgehend verbreitet.Das Projekt der Schaffung eines Süd-Sudans und eines Kurdistans ist ein israelisches militärisches Ziel seit der Entwicklung der Raketen am Ende der 1990er Jahre. Diese weitgehend von Israelis verwalteten Gebiete sollen möglich machen, Ägypten und Syrien von hinten anzugreifen.
Von den 8,5 Millionen Israelis die in Israel leben, sind etwa 200.000 kurdischer Herkunft. Im März 1951 gestattete die „Operation Ezra und Nehemiah“ (von dem Namen der biblischen Figuren, die die Flucht der Juden aus Babylon organisierten) 11000 jüdischen Kurden aus dem Irak nach Israel auszuwandern. Diese Operation wurde von der American Jewish Joint Distribution Committee von New York finanziert. Für die Luftbrücke wurden von dem kubanischen Diktator Fulgencio Batista Flugzeuge zur Verfügung gestellt.
Die Barzani-Familie, die das Irakische Kurdistan mit eiserner Hand regiert, ist historisch mit Israel verbunden. Der Vater des gegenwärtigen Präsidenten Massoud Barzani, Mullah Mustafa Barzani, war hoher Offizier des Mossad.
Der israelische Premierminister ist der einzige Regierungschef, der sich öffentlich für die Schaffung eines unabhängigen Kurdistan außerhalb des historischen kurdischen Gebietes ausgedrückt hat (und damit auf Kosten der indigenen Völker).
Trotz des Verbotes des irakischen Verfassungsgerichtes wird ein Referendum am 25. September 2017 stattfinden, um diesen neuen Staat zu verkünden.“ (http://www.voltairenet.org/article197957.html)
Laut dem irakischen Sicherheitsexperte Aḥmad aš-Šarîfî (Ahmed al Sharifi) im Interview mit Sputnik News, steckt hinter der israelischen Unterstützung für die Erstellung eines Kurdistan per Referendum im Irak noch Folgendes: Netanjahu spricht seit 2005 von der Notwendigkeit, eine Ölleitung von Kirkuk und Mosul (beide im Irak) über syrisches Gebiet zum Mittelmeer zu bauen, damit Israel eine zuverlässige Energiequelle bekäme“. Allerdings stehen sich diese Staaten feindlich gegenüber. Die Gründung des IS habe daher zum Ziel gehabt, die Regierungen im Irak und in Syrien zu stürzen und an ihrer Stelle proamerikanische und damit pro-israelische Regierungen in diesen Ländern zu installieren. Dieser Regimewechsel würde es Israel ermöglichen, Öl- und Wasserquellen unter seine Kontrolle zu bringen. „Aber die Hartnäckigkeit der Syrer brachte diese Pläne zum Scheitern. Daher wird jetzt auf die Umsetzung des ‚kurdischen Projekts‘ zur Teilung Syriens und des Iraks gesetzt“, konstatiert der Experte. Laut dem syrischen Brigadegeneral Haiṯam Ḥassûn (Haisam Hassun) habe die SAA bereits mit der Abwehr der Bedrohung durch die US-orchestrierten Kurden auf syrischem Territorium begonnen. „Es geht vor allem um die Umdislozierung von Kräften auf das östliche Euphrat-Ufer. Demnächst plant die syrische Armee, die von den ‚Demokratischen Kräften Syriens‘ (DKS) besetzten Gebiete zurückzuerobern. Diese Kräfte könnten ohne weiteres als Ableger des Daesh bezeichnet werden, weil sie syrische Territorien gesetzwidrig besetzt haben“, sagte der General in einem Sputnik-Interview. Die US-unterstützten sog. „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) in Syrien agierten „im Interesse der Kurden und wollen die Kontrolle über die von ihnen besetzten Gebiete künftig an die Kurden übertragen. Eben deshalb will die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe diese Pläne jetzt schon zum Scheitern bringen“, erklärte der General. (https://sptnkne.ws/f5p2)
Laut Veröffentlichung auf der EU-Website vom 19.9.2017 erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hinsichtlich des geplanten Kurdenreferendums (s.u.). Die Europäische Union bekräftigt ihre unerschütterliche Unterstützung für die Einheit, die Souveränität und die territoriale Integrität des Irak. Einseitige Handlungen, wie das vorgeschlagene Referendum, sind kontraproduktiv und müssen vermieden werden. Statt dessen schlage sie konstruktive und friedliche Gespräche hinsichtlich offener Fragen vor , um eine bilaterale Vereinbarung gemäß den Richtlinien der irakischen Verfassung zu erzielen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32029-mogherini_eu_unterst%C3%BCtzt_einheit_iraks)
Das oberste Gericht des Landes hat das für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî geplante Sezessionsreferendum (s.u.) ausgesetzt. Es seien mehrere Klagen eingegangen, die erst geprüft werden müßten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31957-irak_ausset-zung_des_sezessionsreferendums_angeordnet) – Zum besseren Verständnis der letzteren Bemerkung s. z.B. http://www.voltairenet.org/article197792.html
Staatspräsident Erdogan, der die Entstehung eines Kurdistans auf türkischem Staatsgebiet auf jeden Fall zu verhindern trachtet, hat überraschend in jenem Teil der Türkei, welches an die autonome irakische Kurdenregion grenzt, ein Militärmanöver angeordnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31955-t%C3%BCrkei_h%C3%A4lt_milit%C3%A4rman%C3%B6ver_an_der_grenze_zu_irak_ab vom 18.9.2017)
Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî erkämpfte sich am 18.9.2017 die Kontrolle über vier Bezirke im nördlichen Duğail-Gebiet der Provinz Ṣalâḥu_d-Dîn, zusammen mit Teilen der Armee wurden dann die westlichen Gebiete von Sayyid Ġarîb, von Bû ʽAlûl, al-Farḥatiyya und ar-Rafîʽât im Norden von Duğail von den IS-Terroristen befreit. Zudem informierte der Kommandant der al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der al-Anbâr-Provinz, Qâsim Muṣallaḥ, darüber, daß man im auch im ʽAkâšât-Bereich in West-al-Anbâr vorrücke auf die verbliebenen IS-Stützpunkte Qâ´im und Rawâh zu. (http://www.sana.sy/?p=627867)
Negativ fällt auch die Bewertung von UN-Generalsekretär Guterres zum Sezessionsreferendums im irakischen autonomen Kurdengebiet (s.u.) aus. Es störe den Kampf gegen den IS wie den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes. Grundsätzlich schon sei die nationale Souveränität wie territoriale Integrität und Einheit des Irak zu respektieren. Zur Beilegung von Differenzen rät er ebenso zum konstruktiven Dialog. (http://parstoday.com/de/news/world-i31937-guterres_sezessionsreferendum_in_irakischer_kurdenregi- on_lenkt_vom_kampf_gegen_is_terrormiliz_ab vom 18.9.2017)
Ein weiteres Suizidattentat betraf am So., 17.9.2017, die Stadt Muqdâdiyya, im NO von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ, wobei neun Iraker getötet bzw. verwundet wurden. – Tags darauf detonierte eine Straßenbombe nahe eines stark frequentierten Marktes im Nahrawân-Gebiet südlich von Bagdad, wobei ein Bürger getötet, fünf weitere verwundet wurden. (http://www.sana.sy/?p=628115)
Auf den US-Militärstützpunkt in Maḫmûr, 60km südwestlich von Mossul, wurde in der Nacht zum am So., 17.9.2017, ein Angriff von drei IS-Suizidattentätern vereitelt: zwei wurden im Vorfeld getötet, der Dritte sprengte sich selbst in die Luft. Es gab keine Opfer. Laut dem kurdischsprachigen Sender NRT sollen die Terroristen aus dem noch vom IS kontrollierten Gebiet von al-Ḥawîğa im SO von Kirkûk gekommen sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31905-drei_selbstmordattent%C3%A4ter_greifen_us_milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkt_in_erbil_an)
Bei der Explosion einer Autobombe im Stadtteil ʽAdan in Kirkûk kam am 16.9.2017 laut einer Meldung von as-Sûmariyya News eine Person ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. (http://www.sana.sy/?p=627220)
Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm hat vom Sa., 16.9.2017, offiziell alle politischen Parteien samt den Präsidenten der Legislative und Exekutive in Bagdad und der autonomen Kurden-Region im Nordirak auf, einen gemeinsamen Dialog auf Grundlage einer nationalen Partnerschaft ohne provokative und extremistische Haltung zu führen, um den Konflikt um das von Masʽûd Barzânî initiierte Kurden-Referendum (s.u.) zu beenden. Deswegen sagte er seine Teilnahme an der UN-Generalversammlung in New York ab, wohin an seiner Stelle der Ministerpräsident fahren werde. Jener warnte erneut vor der Abhaltung dieses Referendums und machte deutlich, sollte jenes zu zu Ausschreitungen und Chaos im Land führen, werde dagegen militärisch vorgegangen. (http://parstoday.com/de/news/world-i31895-irakischer_pr%C3%A4sident_fordert_gespr%C3%A4che_%C3%BCber_referen- dum_in_den_autonomen_kurdengebieten)
Laut einer Mitteilung des Pressedienstes des Weißen Hauses lehnt die US-Regierung die Durchführung des Referendums vom 25.9.2017 (s.u.) ab. In der Erklärung heißt es: „Die Durchführung des Referendums in den strittigen Gebieten ist besonders provokativ und destabilisierend. In dieser Hinsicht rufen wir die kurdische Regionalregierung dazu auf, die Volksabstimmung abzusagen und einen ernsthaften und inhaltsvollen Dialog mit Bagdad aufzunehmen“. (http://parstoday.com/de/news/world-i31841-irak_parlament_autonomer_kurdenregion_stimmt_f%C3%BCr_ unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum, https://sptnkne.ws/f2qR für Zitat in Deutsch, je vom 16.9.2017)
Sicher nicht aus purem Zufall wurde die Präsenz der kurdischen Pîšmarga (Peschmerga-Miliz) noch kurz vor dem Sezessionsreferendum in der von ihr besetzt gehaltenen Provinz Kirkûk – die nicht zum autonomen Kurdenterritorium gehört! – verstärkt. (https://sptnkne.ws/fGsU)
Nach Artillerieangriffen der Armee, welche zur Flucht von IS-Kämpfern aus der Gegend führte, rückte al-Ḥašd aš-Šaʽbî am Vormittag des 16.9.2017 ins Zentrum des ʽAkâšât-Bezirks in West-al-Anbâr vor, um die letzten IS-Ansammlungen und -Stellungen dort zu eliminieren. (http://www.sana.sy/?p=627026) Dies war am Nachmittag bereits erreicht. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31879-irakische_stadt_akashat_in_al_anbar_vollst%C3%A4ndig_vom_is_befreit)
Auf der Luftbasis von ʽÎn al-Assad in West-al-Anbâr sind Verstärkungseinheiten eingetroffen für die geplante Befreiung dieses Teils der an Syrien grenzenden Provinz, welche die Gegenden um ʽAna, Rawâh und al-Qâ´im miteinschließt. (http://www.sana.sy/?p=626636, vom 15.9.2017)
Am 14.9.2017 schossen laut Mitteilung aus dem Innenministerium Bewaffnete in Militäruniformen aus einem vorbeifahrenden Auto wahllos auf die Gäste eines Restaurants an einer Schnellstraße am Ortsrand von an–Nâṣiriyya, der Provinzhauptstadt von Ḏī Qār (Sikar, Zikar); später explodierte der Wagen an einem Kontrollpunkt, wie as-Sûmariyya News meldete. Bislang liegt die Opferzahl bei 74 Toten und 93 Verletzten. Der IS reklamierte den Doppelanschlag für sich. Tags darauf wurde der Geheimdienstchef der Provinz entlassen und zum Verhör der zuständigen Behörde überantwortet, war Al-Yaum as-Sâbiʽ zu entnehmen. (http://www.sana.sy/?p=626216, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31815-irak_geheimdienstschef_der_provinz_si- kar_entlassen) – Aktualisierung: Die Zahl der Todesopfer stieg nach weiterer Leichenbergung auf 84. Die Anschlag sei eine Reaktion auf die erfolgreiche Militäroperation, welche die ganze nördliche Provinz Nînawâ aus der Terroristenkontrolle befreite. Derzeit übe die Terrororganisation noch die Kontrolle über das Gebiet von al-Ḥawîğa (s.u.) wie über jenes am Euphrat in West-al-Anbâr aus, betroffen seien in letzterem vor allem die Städte ʽAna, Rawâh und al-Qâ´ im. (http://www.sana.sy/?p=626636 vom 15.9.2017)
Nach Aussage von Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, dem Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, gegenüber as-Sûmariyya News wurden bei der Militäraktion im Dorf Qaṣba ar-Râʽî westlich von al-ʽIyâḍiyya 30 Terroristen getötet, darunter 11 Suizidattentäter sowie der sog. Direktor [mudîr] im Büro des Wâlî [Gouverneurs] von Tal ʽAfar namens Muḥammad Mahdî Muḥammad Farḥân. Ğawâd aṭ-Ṭalîbâwî, Führer der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, fügte im Interview hinzu, daß die Volkswehr alle Vorbereitungen zur Befreiung von al-Qâ´im (vgl.u.) getroffen habe, nachdem die Grenze zu Syrien gesichert worden sei. (http://www.sana.sy/?p=625151 vom 12.9.2017)
Bei der Sitzung vom Di., 12.9.2017 hat das gesamtirakische Parlament in Bagdad, das verfassungsgemäß diese Entscheidung zu fällen hat (vgl.u.), gegen das von Masʽûd Barzânî für den 25.9.2017 angesetzte Referendum (s.u.) gestimmt, da es illegal sei. Parlamentspräsident Salîm al-Ğabûrî machte deutlich, daß diese Ablehnung ein „Ja“ für „die Einheit des Gebietes und des irakischen Volkes“ sei. 168 Abgeordnete waren anwesend, kurdische Abgeordnete hatten aus Protest nicht an der Sitzung teilgenommen. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî wurde durch die Entscheidung dazu verpflichtet, alles zu tun, um die Einheit des Landes zu schützen und einen ernsthaften Dialog mit den verantwortlichen Politikern der autonomen Kurdenregion im Nordirak zu suchen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31711-irak_parla- ment_stimmt_gegen_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_der_kurden)
Zur geschichtsverfälschenden, von Masʽûd Barzânî initiierten Propaganda für das erwähnte Referendum unter Rückgriff auf die vom IS während seines damaligen Eroberungszugs massenhaft ermordeten oder versklavten Jesiden (Yazîdiyûn, vgl.u.) meist kurdischer Abstammung im Sinğar s. http://www.voltairenet.org/article197856.html vom 12.9.2017! Demnach zogen sich die Pîšmarga, die für den Schutz der Jesiden zuständig waren, zurück, als der IS im August 2014 heranzog (s.u.), und überließen die Bewohner im autonomen kurdischen Teil des Iraks ihrem Schicksal. Dies versuche nun Masʽûd Barzânî so darzustellen, als habe die irakische Armee die Jesiden im Stich gelassen.
Auch Sarah Abed sieht in ihrem dreiteiligen Beitrag über die Hintergründe des Referendums und der Planung zur Erschaffung von „Kurdistan“ neben Israel als Staat, das schon 1917 von Woodrow Wilson als eines der US-Kriegsziele benannt worden war, einen Schritt zur Verwirklichung der Balkanisierung des Iraks gemäß dem schon erwähnten (s.u.) Yinon-Plan. (http://www.voltairenet.org/article197792.html und http://www.voltairenet.org/article197906.html) – Näheres zu Balkanisierung/Yinon-Plan s.u. und bei http://www.voltairenet.org/article185981.html!
Wegen der vielfachen, immer schlimmer werdenden Niederlagen des IS kurz vor dem totalen Zusammenbruch im Irak und Syrien lasse die Terrororganisation ihr Geld in großem Umfang in andere Regionen überweisen, z.B. auch in EU-Staaten, machte Dmitri Feoktistow als Vertreter des Außenministeriums in Moskau am Di., 12.9.2017, bekannt. Damit finde erstmals der Finanzfluß in umgekehrter Richtung, nämlich aus den noch IS-kontrollierten Gebiete statt. Die Finanzmittel dienten in den Zielländer „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ der Erstellung von Terrorzellen und der Vorbereitung von Anschlägen. Feoktistow ist derzeit Teilnehmer der Konferenz der Internationalen Financial Action Task Force (FATF). (https://sptnkne.ws/fy8r)
Die Regierung der IR Iran hat durch ihren Botschafter in Bagdad ebenfalls deutlich gemacht, daß sie das für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî angesetzte Referendum (s.u.) ablehne. Es würde – während immer noch der Kampf gegen den Terrorismus geführt werde – zu Unruhe und Instabilität führen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31661-iran_gegen_das_geplante_unabh%C3%A4ngig-keitsreferendum_in_der_irakischen_kurdenregion vom 11.9.2017)
Regierungssprecher Saʽd al-Ḥadîṯî gab am 11.9.2017 bekannt, über 90% des ursprünglich vom IS kontrollierten Gebiets seien zurückgewonnen. Er erklärte: „Die Situation hat sich radikal geändert, als wir aus der Defensive von Bagdad und den südlichen Provinzen in die Offensive gegangen sind und die Städte und Gebiete nacheinander befreit haben. Im Vergleich mit den Zeiten der Regierungsbildung waren die Bewaffnungsmöglichkeiten begrenzt, aber trotzdem waren die irakischen Soldaten bereit, dem Terrorismus ein Ende zu setzen. Der endgültige Sieg ist nah“. Im Kampf gegen den IS habe die Armee 1/3 ihrer Technik und Bewaffnung verloren. Mehr als 2,2 Millionen Flüchtlinge seien in die befreiten Gebiete zurückgekehrt. (https://sptnkne.ws/fxU3 )
Auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Aḥmad Abu_l-Ġaiṭ, der am 10.9.2017 in Bagdad eintraf, trat anläßlich des projektierten Referendums für die Wahrung der nationalen Integrität des Landes ein zur Vermeidung von Instabilität und Unsicherheit im Land. Dies werde er auch am nächsten Tag in Arbîl bei seinem Zusammentreffen mit Masʽûd Barzânî verdeutlichen. (http://parstoday.com/de/news/world-i31589-al_generalsekret%C3%A4r_fordert_aufrechterhaltung_irakischer_einheit)
In Reaktion auf Kritik dahingehend, er habe nur Schweigen für das von Masʽûd Barzânî initiierte Abspaltungsreferendum (s.u.) übrig, entgegnete Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm am Sa., 9.9.2017, nur Verhandlungen könnten das Problem lösen. Daher erklärte er: „Ich werde alles daran setzten, damit sich die Beziehung zwischen den Konfliktparteien verbessert und werde sie zu weiteren Gesprächen zur Lösung der Probleme aufrufen.“ und fügte hinzu: „Der Präsident ist für den Schutz des Grundgesetzes und die Aufsicht auf seine Umsetzung verantwortlich.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31577-iraks_pr%C3%A4sident_dialog_ist_die_l%C3%B6sung_f%C3%BCr_probleme_zwischen_bagdad_und_erbil)
Wie der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gegenüber as-Sûmariyya News mitteilt, führen Armee, Bundespolizei und al-Ḥašd aš-Šaʽbîunter Deckung der Luftwaffe Operationen zur Auslöschung des IS im Raum zwischen dem Ölfeld, Ḫânaqîn, Tašmal, Diyân Ṯalâb, al-Ḥadîdîn und Qazlâq im NO der Provinz Diyâlâ durch. (http://www.sana.sy/?p=623326 vom 9.9.2017)
Die Regierung in Moskau verhandelt derzeit mit derjenigen in Bagdad über ein Verlegung ihrer Botschaft aus dem Bezirk al-Manṣūr in einen sichereren Teil der Hauptstadt. Inzwischen sei die Tätigkeit in der russischen Botschaft so gefahrvoll, daß nur Männer ohne Familien dorthin geschickt werden könnten. Z.B. sind die diplomatischen Vertretungen westlicher Länder wie die Regierungsgebäude und Büros ausländischer Firmen in der sog. Grüne Zone (vgl.u.) untergebracht. (https://sptnkne.ws/fwmY
Beim Treffen zwischen der russischen Vize-Außenminister Michail Bogdanow und dem Chef des irakischen Anti-Terror-Dienstes, Ṭâlib al-Ḫanânî (Talib Al-Khanani), am 7.9.2017 in Moskau vereinbarten beide im Namen ihrer Regierungen eine noch engere Zusammenarbeit im Counterterrorismus. Dabei unterstrich Bogdanow erneut die Unterstützung seiner Regierung für die territoriale Integrität und nationale Souveränität des Iraks wie bei der Stärkung von dessen Kampfkraft. (http://parstoday.com/de/news/world-i31523-irak_und_russland_wollen_im_kampf_gegen_terrorismus_enger_zusammenarbeiten)
In der autonomen Kurdenregion hat eine eine Agitationskampagne zugunsten des von Masʽûd Barzânî für den 25.9.2017 geplanten Referendums zur Abtrennung dieses Gebiets und weiterer von den Pîšmarga eroberter Gegenden vom Irak eingesetzt. (https://sptnkne.ws/fwcB) – Wissenswertes zum hintergrund dieser Aktion des rechtlich schon lange nicht mehr im Amt befindlichen Präsidenten der Region bieten z.B. die Beiträge. Die Kurden: Washingtons Massen-Destabilisierungs-Waffe in Mittel-Ost von Sarah Abed (http://www.voltairenet.org/article197792.html vom 8.9.2017), von Thierry Meyssan mit dem Titel: Die Zerschlagung des Irak sollte am 25. September stattfinden vom (http://www.voltairenet.org/article197612.html 27.8.2017) wie schon erwähnte Artikel des letztegenannten Autors zur Thematik. Vor allem ist zu beachten, daß mit diesem Referendum Gebiete zu kurdischen erklärt werden sollen, die bis vor kurzem gar keine kurdische Mehrheitsbevölkerung hatten, sondern diese erst durch Vertreibungen, Umsiedlungsaktionen etc. künstlich erlangten.
Die arabischen und turkmenischen Abgeordneten des Provinzrats von Kirkûk lehnen das Referendum grundsätzlich und unter Verweis auf dessen Verfassungswidrigkeit ab, da Entscheidungen über nationale Fragen und die irakische Souveränität beim irakischen Parlament und der zentralirakischen Regierung lägen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31264-irak_provinzrat_von_kirkuk_stimmt_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_zu)
Nachlese zur Befreiungsoperation von Tal ʽAfar (20. – 31.8.2017): laut einer offiziellen Erklärung vom So., 3.9.2017, durch Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“ wurden dabei 50 Suizidattentäter getötet, 77 Autobomben, 71 in Gebäuden und 900 am Straßenrand plazierte Sprengbomben sowie 46 Motorräder des IS vernichtet., dazu Dutzende Waffen und Munition beschlagnahmt. Vor und während der Offensive hätten 40.747 Familien ihre Häuser verlassen. In der Stadt hätten sich zuvor schätzungsweise 800 bis 2000 IS-Terroristen befunden. Auf der counterterroristischen Seite hätten mehr als 40.000 Soldaten der Armee, Bundespolizisten und al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Kämpfer teilgenommen, wobei 115 Regierungskräfte getötet, 679 verletzt worden seien, fügte er an. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31394-2000_is_terroristen_w%C3%A4hrend_der_befreiungsoperation_in_tal_afar_get%C3%B6tet)
Nachtrag: bei der Rückeroberung von Tal ʽAfar haben sich ca. 1.300 ausländischer IS-Kämpfer den vereinten irakischen Streitkräften ergeben wie die inländische Nachrichtenagentur Šafaq meldet. Die Terroristen aus Afghanistan, Tschetschenien, Rußland, Frankreich und Großbritannien wurden in das Militärlager Ḥamâm al-ʽAlîl südlich von Mossul überführt und werden nach dem mindestens dreitägig gefeierten ʿĪd al-Aḍḥā (isl. Opferfest, vgl. Syrien!) verlegt. (https://sptnkne.ws/fuBC)
Acht IS-Suizidattentäter waren in das Kraftwerk al-Ğâlisiyya östlich von Sâmarâ´ (Samarra) in der Provinz Ṣalâḥuddîn eingedrungen, hatten die Werksmannschaft umstellt und sechs Mann der Belegschaft getötet. Sicherheitskräfte kreisten die Örtlichkeit ein und töteten im Anschluß sieben der Attentäter, während sich der Achte selbst in die Luft sprengte. Danach durchkämmten die Sicherheitsleute das Terrain nach Sprengsätzen, nachdem schon neun ihrer Mitglieder verletzt worden waren. – Zum anderen gab der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, am 2.9.2017 bekannt, daß ein IS-Führungsmitglied verhaftet worden und drei Depots mit Sprengstoff während einer Blitz-Operation im Waqf-Talkessel nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ entdeckt wurden und der Inhalt konfisziert worden sei. (http://www.sana.sy/?p=619782)
Während einer Operation der Geheimdienste in Abstimmung mit dem Kommando der Militäraktionen im Gebiet wurden unter Deckung der Luftwaffe sechs IS-Standorte in der Provinz al-Anbâr im Bereich von Qâ´im (einer noch verbliebenen IS-Hochburg, vgl.u.!) vernichtet und 94 IS-Terroristen liquidiert. Darunter befand sich, wie as-Sûmariyya News am 31.8.2017 berichtete, auch einer der früheren Führer von Tal ʽAfar, Ẓâfir Ibrâhîm ar-Râwîalias Abû Ayman, ein enger Vertrauer von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî (zu dessen Todesmeldungen s.u.!) nahegestanden war. Ebenso wurden zwei Autobomben unbrauchbar gemacht. (http://www.sana.sy/?p=618745)
Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî machte bekannt, daß die Volkswehr zusammen mit Bundespolizeikräften am 31.8.2017 den gesamten Bezirk al-ʽIyâḍiyya im W von Tal ʽAfar (Provinz Nînawâ im Nord-Irak) von der IS-Besetzung befreien konnten. (http://www.sana.sy/?p=618851)
In einer gemeinsamen Erklärung gaben die Regierungen des Iraks und von Jordanien am Mi., 30.8.2017, bekannt, daß der Grenzübergang von Ṭarîbîl nun wieder für den Verkehr geöffnet sei, wie as-Sûmariyya News meldete. dies werde die Beziehungen beider Länder wieder verbessern. (http://www.sana.sy/?p=618292) – Über Jordanien war die letzten Kriegsjahre über kontinuierlich Nachschub für Terroristen an Söldnern und weiteren militärischen Gerätschaften sowie nachrichtendienstlichen Daten in die Territorien des Iraks und Syriens gelangt (s. hierzu besonders die Angaben zu Syrien!).
Nach Mitteilung von Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat gegenüber as-Sûmariyya News vom 30.8.2017 haben die vereinten Streitkräfte den Ostteil von al-ʽIyâḍiyya und damit 50% des Gebietes, das sich nördlich von Tal ʽAfar noch unter IS-Kontrolle befunden hat, zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=618253)
An der Grenze zu Syrien im Westen der Provinz al-Anbâr wehrten Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen IS-Angriff am Abend des 29.8.2017 erfolgreich ab und zerstörten dabei 12 IS-Kampfwagen. (http://www.sana.sy/?p=618222)
Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, Kommandant der al-Anbâr Operationen, gab am 29.8.2017 im Interview mit as-Sûmariyya News bekannt, daß Kontingente der irakischen Armee derzeit die große Wüste in West-al-Anbâr (grenzt an Syrien!) durchkämmten, um die Region von IS-Terroristen zu säubern; dabei sei ein Hauptquartier zerstört worden. Die Aktion betreffe ein Gebiet 160km westlich der Stadt ar-Ramâdî bis nach ar-Ruṭba und in Richtung Norden auf einer Strecke von 100km innerhalb der Region von ar-Ruṭba und Wâdî Ḥaurân. Zwar seien die meisten Gebiete der Provinz al-Anbâr vom IS befreit, doch seine immer wieder aus kürzlich befreiten Gebieten Terroristen in diese Wüstenregion geflohen, machte der Kommandant deutlich. (http://www.sana.sy/?p=617758)
Im Bezirk Tal ʽAfar erkämpften sich die Streitkräfte am 29.8.2017 die Kontrolle über das Regierungsgebäude und die Treibstofftankstelle in ʽIyâḍiyya, der letzten IS-Hochburg im N von Tal ʽAfar; zudem erorberten sie den Wâdî al-Wašâš zurück. (http://www.sana.sy/?p=617882)
Ziad Tarik [Ziyâd Ṭâriq] wurde vom Strafgericht in Bagdad nach Überführung der Mithilfe bei Entwicklung und Bau biologisch-chemischer Waffen für die IS-Terrormiliz im Zuge der Terrorismusbekämpfung zum Tod verurteilt. U.a. hatten weitere Angeklagte ausgesagt, der Angeklagte habe in seiner häuslichen Werkstatt chemische Stoffe und Chlorgas gelagert gehabt und daraus Waffen gebaut. Laut irakischen Justizquellen soll er eine Rakete mit Reichweite bis 20km erstellt haben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31206-irak_todesstrafe_f%C3%BCr_planer_und_entwickler_von_is_chemiewaffen)
Kritischer, unbedingt lesenwerter Hintergrundsbeitrag mit wichtigen Informationen zu dem von Masʽûd Barzânî (zur Person/Familie s.u., 8.12.2015) geplanten Referendum vom 25.9.2017 (vgl.u.) von Thierry Meyssan:
„Die Zerschlagung des Irak sollte am 25. September stattfinden“
(http://www.voltairenet.org/article197612.html)
Die staatliche Nachrichtenagentur INA [واع] meldete, daß die vereinten Streitkräfte am Morgen des 28.8.2017 das Dorf Ḫarâ´iğ al-ʽšaq im SW des al-ʽIyâḍiyya-Gebiets, nordöstlich von Tal ʽAfar, westlich von Mossul gelegen, vom IS zurückgewonnen hätten, wie auch einen Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî bestätigte.
Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat konnte indessen bekanntgeben, daß aufgrund von Geheimdienstinformationen der Vize-Kommandeur der IS-Mordkommandos (Attentäter!) im Bezirk aṭ-Ṭârmiyya gefaßt und verhaftet werden konnte. Zudem wurde im westliche gelegenen Stadtteil as-Saʽd von Tal ʽAfar ein IS–Gefängnis mit Foltereinrichtungen entdeckt, dazu Unmengen von Drogen und psychotropen Pillen [zum bevorzugten Einsatz von Captagon durch die Terroristen s. Syrien Teil II und folgende Teile!]
Terroranschläge:
Am 28.8.2017 fielen aber auch neun Menschen einem Terroranschlag mittels einer Autobombe auf einem Markt inṢadr-City* im Osten von Bagdad zum Opfer, weitere 25 Besucher wurden verletzt.
Beim Passieren einer Stelle, an der Terroristen einen Sprengsatz am Rand einer zu landwirtschaftlich genutzten Obstgärten führenden Straßen angebracht hatten, detonierte dieser und tötete eine Lehrer in der Nähe von Abû Ṣaidâ nordöstlich von Baʽqûba.
Auf der Schnellstraße in Höhe von Ġazâliyya im westlichen Bereich von Bagdad griffen im Vorbeifahren unbekannte Schützen das Auto eines Mitarbeiters des Justizministeriums an und töteten ihn. (http://www.sana.sy/?p=617138)
*Anmerkung: Ṣadr-City ist ein 1959 nach dem Sturz der Monarchie neu errichteter Stadtteil Bagdads, der daher durch den neuen Premierminister Madīnat aṯ-Ṯawra, d.h. City der Revolution, genannt wurde; nach der US-Invasion 2003 und Ansammlung der Paramilitärs des radikalen Šîʽitenführers Muqtadā aṣ-Ṣadr (s.u.) umbenannt in Madīnat aṣ-Ṣadr aṯ-ṯānī nach dessen Vater, dem Großayatullâh Muḥammad Ṣādiq aṣ-Ṣadr und Opponenten des säkularen Staatschefs Ṣaddām Ḥussain. Jener Großayatullâh ließ sich auch mit dem Titel Sayyid als Nachfahre von Religionsgründer Muḥammad ansprechen.
Am 27.8.2017 informierte das Operationskommando der vereinten Streitkräfte des Landes über die vollkommene Befreiung der ehemaligen IS-Hochburg Tal ʽAfar, wie as-Sûmariyya News berichtete. (http://www.sana.sy/?p=616648)
Bei der Detonation zweier Autobomben in Bagdad – einmal im südwestlich gelegenen 4. Polizeibezirk, das andere Mal im südlichen Abû Dašîr – kamen am So., 27.8.2017 insgesamt fünf Menschen ums Leben, sechs wurden verletzt. (http://www.sana.sy/?p=616568)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“ erklärte laut as-Sûmariyya News am 26.8.2017, daß inzwischen 27 von insgesamt 29 Stadtteilen von Tal Afar dem IS entrissen seien. (http://www.sana.sy/?p=616202) Später kam dann noch der Stadtteil Muṯanna 1 zur Liste der befreiten Areale hinzu. (http://www.sana.sy/?p=616136)
Wie schon mehrfach für Syrien(s.a. die früheren Teile bzgl. TOW-Panzerabwehr-Raketen!) belegt, stießen die Truppen in Tal ʽAfar in eroberten IS-Stellungen nun auch auf Anti-Panzer-Raketenwerfer aus US-Produktion, hier vom Typ FGM-148 Javelin, wie der irakische Fernsehsender al-Mauṣiliyya mit entpsrechenden Aufnahmen berichtete. Laut dem Portal Defence.ru vom 25.8.2017 seien mit der Waffe, die ein einzelner Kämpfer abgefeuern könne, gepanzerte Ziele in bis zu 2000m Entfernung oder tieffliegende Luftobjekte (von Drohnen zu Helikoptern) bekämpfbar. (https://sptnkne.ws/fqnR)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî traf am 26.8.2017 in Bagdad mit seiner französischen Amtskollegin Florence Parly sowie dem französischen Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian zusammen. Während der nachfolgenden gemeinsamen Pressekonferenz forderte Gastgeber al-Ğaʽfarî, alle Anstrengungen darein zu setzen, daß mit den Terroristen abgerechnet werde, die Verbrechen im Irak begangen hätten und jetzt zurück in ihre Heimatländer flöhen unter Betonung dessen, daß deren Ausbreitung verhindert werden müsse und Zusammenarbeit erforderlich sei, um gegen sie schwerste Sanktionen zu verhängen. Wörtlich bemerkte er: „Das irakische Außenministerium spricht offen mit dem betroffenen Staat und fordert die Zusammenarbeit mit dem Irak, um diese Gerechtigkeit zu erreichen.“ Auch bekräftigte er, daß der Irak weiterhin den IS bekämpfen werde. Derzeit seien von Tal ʽAfar bereits 70% zurückerobert. Jean-Yves Le Drian würdigte die Erfolge der irakischen Streitkräfte, warnte jedoch, daß der Krieg gegen den Terrorismus noch nicht beendet sei. Frankreich sehe seine Präsenz im Land innerhalb der US-geführten Koalition als unterstützend in diesem Prozeß an, erwiderte Außenministerin Florence Parly. Le Drian versicherte zudem, sein Land werde sich um die Beseitigung der Stagnation [auch: des Patts] auf dem Weg hin zu einer politischen Lösung für Syrien mit Umsetzung des De-Eskalationszonen-Memorandums bemühen. (http://www.sana.sy/?p=615901, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31126-frankreichs_au%C3%9Fenminister_die_syrer_selbst_entscheiden_%C3%BCber_assad)
Nördlich von Bagdad wurde infolge einer Sprengsatzdetonation im Geschäftsbezirk des Ortsteils al-Mašâhida von aṭ-Ṭârmiyya eine Person getötet, vier weitere trugen Verletzungen davon, berichtete as-Sûmariyya News am 25.8.2017. (http://www.sana.sy/?p=615098)
Laut einer Meldung von as-Sûmariyya News vom 25.8.2017, befreiten die vereinten Streitkräfte des Iraks die al-Ḫaḍrâ´, an-Nidâ´ und aṭ-Ṭalîʽa von Tal ʽAfar. Der Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh teilte mit, daß die Truppen der 15. Infanteriedivision und der 17. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Kontrolle über den Stadtteil al-Maḥlabiyya al-Mu´alaf von 13 erkämpften; damit sei eine strategische Verbindung von al-Kasak nach Ṣalâḥuddîn hergestellt. Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî befreite zudem zu Beginn des Tages den Ortsteil al-Ġâbât im SO der Stadt vom IS. (http://www.sana.sy/?p=615198)
Der Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gab am 24.8.2017 laut einer Meldung von as-Sûmariyya News bekannt, daß die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Stadtteile an-Nûr I bis zum Stadtteil an-Naṣr hin und al-Ğazîra in Tal ʽAfar erkämpft hätten. Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî spezifizierte, daß Truppen der Volkswehr die Befreiung der gesamten Fläche des östlich gelegenen Stadtteils al-Ğazîra geglückt seien, die damit nur noch 250m vom Zentrum entfernt stünden. Neben den fünf Dörfern [s.u.] haben am Vortag die Streitkräfte zudem die Gebirgskette Šaiḫ Ibrâhîm im Bezirk Tal ʽAfar zurückerobert. Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, informierte während einer Pressekonferenz am Sitz des Verteidigungsministeriums in Bagdad die Journalisten, daß die vereinten Truppen damit im Zeitraum vom 20. -23. August die Kontrolle über 31 Bezirke in Tal ʽAfar wiedererlangt hätten bei 302 getöteten Terroristen, 15 zerstörten IS-Stellungen, 35 Tunneln, 19 Granatwerfergeschossen, 33 Auto-Bomben und Entschärfung von 752 Sprengkörpern und Räumung von sieben verminten Gebäuden. (http://www.sana.sy/?p=614256)
Am 23.8.2017 unterzeichneten der russische Innenminister Igor Zubov und sein irakischer Amtskollege ʽAqîl al-Ḫazʽalî ein Memorandum zur Sicherheitskooperation. (http://www.sana.sy/?p=613847)
Gemäß Angabe des Kommandanten der Befreiungsoperation von Tal ʽAfar gegenüber as-Sûmariyya News wurde der nordwestlich gelegene Stadtteil al-Kifâḥ bereits zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=613512 vom 23.8.2017)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh informierte am 23.8.2017 laut einer Meldung von as-Sûmariyya News darüber, daß die 15. Infanterie-Division die Dörfer Šaiḫ Ibrâhîm, ʽÎn al-Wâḥ, Ḥamra, al-ʽArab befreit habe und die 16. Infanterie-Division die die Dörfer al-ʽšiq I und al-ʽšiq II, welche auch die Straßenverbindung al-Kasak – al-Maḥlabiyya unter ihre Kontrolle brachte.
(http://www.sana.sy/?p=613866)
Masʽûd Barzânî (s.u.) hält nach wie vor am Referendum zur Herauslösung des autonomen Kurdengebiets aus dem irakischen staatsverband fest. Er bekräftigte den Termin (25.9. 2017) erneut bei einem Treffen am 22.8.2017 mit religiösen Führern der Region. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30988-irak_barzani_besteht_auf_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum)
Während der Militäroperation „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“ konnten die 16. Infanteriedivision die Dörfer Ṭaštiyya und Tal as-Saman befreien und den Kreuzungspunkt al-Kasak wie al-Kasak–Öl-Raffinerie zurückerobern, wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. In Tal ʽAfar kam es zu Kämpfen mit dem IS in den Stadtteilen Turmî im Nordwesten und al-Kafâḥ 1 mit Eindringen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom Westen her. Außerdem verkündeten die gemeinsamen Streitkräfte die Befreiung der Dörfer Tal Raḥâl, Tal Ḥabâra, Ḥussain Idrîs, al-Mulâ und al-Mağîd südwestlich von Tal ʽAfar sowie Tûmâ, Mağârîn, Ḥalâwa, und Abû Šaka östlich von Maḥlabiyya; dazu schnitten sie dem IS die Straße al-Kasak in Richtung Maḥlabiyya ab. (http://www.sana.sy/?p=612464)
Später ergänzte Generalleutnant Yârullâh den Bericht dahingehend, daß die 15. Infanterie-Division das Dorf al-Ḫân im W von Tûm wie das Dorf aṭ-Ṭainiyya südlich von Maḥlabiyya befreit habe, die 11.Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî zusammen mit der 9. Armee-Brigade hätten zudem ein IS-Ausbildungszentrum innerhalb der Stadtgrenzen von Tal ʽAfar erobert sowie die Kontrolle über den nordwestlich gelegenen Stadtteil Termaba erlangt, wo sich die Hauptverteidigungslinie des IS-auf der nördlichen Achse befinde. (http://www.sana.sy/?p=613037, http://www.sana.sy/?p=612753)
Über den noch unter IS-Kontrolle stehenden Ortschaften im Gebiet der Militäroperation wurden von den Luftstreitkräften hunderttausende Flugblätter abgeworfen, in welchen die Terroristen zur Kapitulation aufgerufen werden. Dabei verwiesen sie auf die Siege der vereinten Streitkräfte und die Verluste des IS. Betroffen waren vor allem al Havidja [al-Ḥawîğa], al Qaim [al-Qâ´im], Rava [Râwa], Ana [ʽĀna] und Akashat [ʽAkâšât]. (https://sptnkne.ws/fnnA)
In Tal ʽAfar (vgl.u.) herrrscht derzeit Nahrungsmittel– und Wasserknappheit. Tausende Einwohner flöhen derzeit aus der umkämpften Stadt und ihrer ugebung berichtete UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Mo., 21.8.2017, unter Berufung auf Lise Grande von der UN-Unterstützungsmission (UNAMI) im Irak. Bislang hätten ca. 40 000 Menschen das Gebiet verlassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30946-uno_tausende_iraker_fl%C3%BCchten_aus_tal_afar)
Bereits am ersten Tag der Befreiungsoperation bzgl. Tal ʽAfar konnten die vereinten Streitkräfte – wie der Rückeroberung von Mossul aus Armee, Bundespolizei und Antiterroreinheiten sowie denen der schnellen Eingreiftruppe, der al-Ḥašd aš-Šaʽbî und lokale Kämpfern – das kleine Gebiet von al-ʽAbra erobern und dabei unterwegs auf jene Stadt zuauf der West-Achse nahe as-Saʽd, az-Zahrâ´ und al-Waḥda IS-Befestigungen zerstören, berichtete Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News. Er befehligt die Operationen „Wir kommen, Tal ʽAfar“ wie zuvor schon diejenige zur Befreiung von Mossul, welche „Wir kommen, Nînawâ (Ninive)“ hieß. – Tal ʽAfar war am 15.6.2014 vom IS eingenommen worden. (http://www.sana.sy/?p=610687)
Desweiteren informierte der Kommandant der Befreiungsoperation die Presse darüber, daß die Anti-Terror-Kräfte im SW von Tal ʽAfar die beiden Dörfer Qazal Qiyû und Kasar Maḥrâb befreit hätten. Zudem habe die Luftwaffe ein IS-Quartier nahe ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr angegriffen. Zum anderen verurteilte heute der Oberste Strafgerichtshof der Provinz Nînawâ vier IS-Terroristen zum Tod durch Erhängen. (http://www.sana.sy/?p=611049)
Am frühen Morgen des So., 20.8.2017, gab Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî den seit Tagen erwarteten Befehl zur Befreiungsoperation für eine der letzten IS-Hochburgen Tal ʽAfar. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30858-irak_startet_armeeoffensive_zur_r%C3%BCckeroberung_von_tal_afar)
Die Luftwaffe zerstörte am 19.8.2017 drei IS-Schlupfnester im Bezirk al-Qâ´im in der Provinz al-Anbâr. (http://www.sana.sy/?p=609891)
Gerade schockierten die Anschläge von Barcelona und Cambrils wieder die Welt, auch in anderen Städten kam es in in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder zu Terrorangriffen mittels zielgerichtet in Menschenmengen gesteuerter Fahrzeuge. Nun ist bekannt, daß der IS schon vor Jahren zu solchen Anschlägen wie auch Angriffen mit Messern hat aufrufen lassen. Der – am 7.1.2016 (s.u.) schwer verletzte – IS-Sprecher mit dem Kampfnahmen Abû Muḥammad al-ʽAdnânî aš-Šâmî [d.h. aus Syrien, er ist tatsächlich die einzige syrische IS-Führungsperson!] hatte zunächst dazu aufgerufen, Ungläubige rund um den Erdball zu ermorden und dann in einer auch schriftlich im Internet verbreiteten Predigt mit dem Titel „Was dir Gutes widerfährt, kommt von Allah“ speziell zu Suizidanschlägen in Europa aufgerufen mit den Worten: „Tut alles, was euch möglich ist, um jene zu töten, die euren Glauben nicht teile.“ Weiter hieß es u.a. „So bindet eure Sprengstoffgürtel und bereitet euch vor, bereitet euch vor.“
Später wurde eine knapp 42 Minuten dauernde Predigt als Audiobotschaft mit dem Titel „In der Tat ist Dein Herr immer wachsam“ im Internet verbreitet. Diese veröffentlichte die IS-Medienabteilung schriftlich auch in Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch und Hebräisch. Dabei wurde darauf verwiesen, daß sich effektive Anschläge auch von Einzeltätern mit gewöhnlichen mitteln wie Autos und Messern verwirklichen ließen, zu denen es in der Folge in vielen Städten kam und noch kommt. (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.isis-terror-aufruf-sprecher-der-is-miliz-fordert-weltweite-anschlaege.03d42e17-bc20-49ae-a2fa-9566305b75d3.html vom 23.9.2014).
Kurz vor den Anschlägen in Spanien wurde in einer der drei noch vom IS gehaltenen irakischen Stützpunkte al-Ḥawîğa, 55km südwestlich von Kirkûk, Papiere mit einer Freitagspredigt gefunden, in denen der IS EU-Staaten, aber auch den USA und Großbritannien mit weiteren Auto-Anschlägen drohte. Laut Meldung des irakischen Fernsehsender as-Sûmariyya News habe der IS eine eigene Gruppe gebildet mit dem Ziel Menschen in Europa und Amerika zu überfahren. (http://parstoday.com/de/news/world-i30792-3.000_terroristen_keh- ren_bald_nach_europa_zur%C3%BCck, s.a. https://sptnkne.ws/fmkb)
Aus all dem geht klar hervor, daß das, was laut dem „Terror-Experten“ Rolf Tophoven der „neue modus operandi“ des IS sei (https://sptnkne.ws/fmeH) – leider – alles andere als neu. Vor allem hatte die syrische Regierung schon seit Jahren klargelegt (vgl.Teil I – Teil VI), daß nur eine ernsthafte internationale Bekämpfung des Terrorismus einschließlich des IS erfolgreich sein könne, was schließlich von der Regierung in Moskau unter Präsident Putin unterstützt wurde, und eindringlich – wie auch Präsident Dr. al-Assad in seinen Interviews (z.B. vom 3.6.2017, 11.3.2017, 14.12.2016 etc.) eindringlich davor gewarnt, daß Terrorismus keine Grenzen kenne und die in Syrien aktiven IS-Anhänger einmal als Heimkehrer in ihre europäischen Heimatländer vermehrt Attentate verüben würden. Doch waren die Mainstream-Medien viel zu sehr damit beschäftigt, nicht überprüfte, die syrische Regierung diskreditierende Meldungen zu verbreiten als dieser Warnung (genügend) Gehör zu verschaffen.
Aus einem durch schweizer Nachrichtenagentur SDA am Fr., 18.8.2017, bekannt gemachten Bericht des Radicalization awareness network (RAN) der Europäischen Kommission geht über diese Heimkehrer hervor, daß in naher Zukunft knapp 3.000 europäische Terroristen, die sich zuvor dem IS oder Ğabhatu_n-Nuṣra angeschlossen hatten, in ihre europäischen Heimatländer zurückkehren würden. Schließlich hätten sich mehr als 42.000 Extremisten aus 120 Ländern zwischen 2011 und 2016 allein dem IS die Treue geschworen. Terrorkämpfer aus Schweden, Finnland, Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der BRD, Österreich, Italien und Spanien würden demnach bald zurückerwartet, umso eher als die großen Terrorgruppen in Syrien und dem Irak weiter erfolgreich bekämpft werden. (http://parstoday.com/de/news/world-i30792-3.000_terroristen_kehren_bald_nach_eu- ropa_zur%C3%BCck, s.a. https://sptnkne.ws/fmkb)
Nicht vergessen werden sollte auch, daß bis zuletzt immer noch vor allem via Türkei (aber auch über die jordanische Grenze) frischer Söldnernachschub nach Syrien geschleust wurde (vgl.u. und Teil V) und bekanntlich gerade die IS-Führungspersonen überwiegend Ausländer auch aus europäischen Ländern sind.Wie oft hatte sich schließlich die letzten Jahre über die syrische Regierung u.a. bei der UNO darüber beschwert, daß immer noch gewisse, die Terroristen (auch per Söldnernachschub) unterstützenden Staaten entgegen den Bestimmungen der UN-Resolution Nr.2171, Nr.1373, Nr.2178 und Nr.2253 ungestraft damit fortfahren könnten….
Die Befreiungsoperation von Tal ʽAfar (vgl.u.) steht unmittelbar bevor, teilte Aḥmad al-Asadî, der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî (auch: irakische Volksmobilisierungseinheiten oder PMU) am Fr., 18.8.2017, gegenüber der Presse mit. 20.000 Kämpfer der Gruppe seien daran beteiligt. Sie zögen wie üblich mit den Armee- und (Bundes-)Polizei-Truppen sowie Antiterroreinheiten in die Schlacht. Artillerie-Einheiten hätten bereits in der Umgebung der Stadt, einer der letzten IS-Hochburgen, Stellung bezogen. Seiner Einschätzung nach werde die Operation nur in wenigen Wochen beanspruchen. (http://parstoday.com/de/news/world-i30816-irak_mehr_als_20.000_haschd_al_schaabi_kr%C3%A4fte_wirken_bei_befreiung_von_tal_afar_mit)
Das von Masʽûd Barzânî, dem trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus dem Präsidium weichenden (vgl. u.) Führer des kurdischen Autonomiegebiets im Irak, für den 25.9.2017 geplante Referendum zur Abtrennung der Region vom irakischen Staatsgebiet (s.u.) wird auch von UN-Seite kritisiert. Es widerspreche dem Grundgesetz des Landes und sei damit illegal, bewertete Jan Kubis, der UN-Sondergesandte für den Irak, den Sachverhalt am Do., 17.8.2017. (http://parstoday.com/de/news/world-i30760-uno_referendum_zur_unabh%C3%A4ngigkeit_der_autonomen_kurdengebiete_ist_illegal)
Gemäß einer von der Agentur INA zitierten Erklärung ließ das Verteidigungsministerium am 16.8.2017 wissen, daß fünf IS-Suizidattentäter nahe der Baiğî Raffinerie (vgl.u.) im N der Provinz Ṣalâḥuddîn rechtzeitig durch Sicherheitskräfte außer Gefecht gesetzt werden konnten. Einer Sicherheitsquelle der Provinz war laut as-Sûmariyya News zu entnehmen, daß eine Reihe Menschen durch die Aktion eines Suizidattentäters getötet bzw. verletzt wurden.- Am Vortag, dem 15.8.2017, töteten die Streitkräfte ebenfalls fünf IS-Terroristen, die ein Suizidattentat östlich von Ṣalâḥuddîn planten. (http://www.sana.sy/?p=607886)
Am Di., 15.8.2017, gab das Verteidigungsministerium den Beginn der Befreiungsoperationen für die Städte Tal ʽAfar (vgl.u.) in der Provinz Nînawâ (Ninive) und al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk aus den Händen des IS bekannt. Laut Aussage des Ministeriumssprecher Muḥammad al-Ḥaḍrî während einer Presseerklärung würde nach Ende der Angriffe der Luftwaffe auf IS-Stellungen die Bodeninitiative starten. Gemäß Bundespolizeichef Generalleutnant Ra´îd Šâkir Ğaudat vom Vortag hätten Panzereinheiten und Elitetruppen im Gebiet von Tal ʽAfar bereits ihre Kampfstellungen eingenommen. – Derzeit befindet sich außer den genannten Städten noch al-Qâ’im im Westen der Provinz al-Anbâr unweit der Grenze zu Syrien unter IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=606996, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30628-irak_beginn_der_befreiungsoperationen_f%C3%BCr_tal_afar)
„Gemäß den früher unterzeichneten Verträgen beginnen in Kürze die Lieferungen von T-90-Panzern in den Irak. Auch in anderen Richtungen der militärtechnischen Kooperation werden die Verhandlungen fortgesetzt“, erklärte der russische Botschafter in Bagdad, Maxim Maximow am Mo., 14.8.2017. Der T-90-Panzer, erstmals vorgestellt 2011, habe sich imKampf gegen den Terrorismus in Syrien bewährt. (https://sptnkne.ws/fhYg)
Sonntagabend, 13.8.2017, wehrte eine Gruppe von al-Ḥašd aš-Šaʽbî an der irakisch-syrischen Grenze nördlich von Tal Ṣufûk einen IS-Angriff erfolgreich ab, tötete dabei 20 Terroristen, verwundete acht und zerstörte vier von deren Kampfwagen. Am 9.6.2017 hatte die Volkswehr bereist den Grenzübergang Tal Ṣufûk al-Ḥudûdî dem IS nach heftigen Gefechten entrissen. – Vom Sprecher des Innenministeriums, Wahhâb aṭ-Ṭâ´î, verlautete, daß zwei Suizidattentäter rechtzeitig gefaßt und ihre Autobombe konfisziert werden konnte, bevor es zum Anschlag im Zentrum von Bagdad kommen konnte. Dagegen war am Vortag eine Autobombe im östlichen Teil der Hauptstadt detoniert, wodurch zwei Personen verletzt worden waren. (http://www.sana.sy/?p=606398)
Erst vor zwei Wochen war der extremistische Šîʽitenführer Muqtadā aṣ-Ṣadr (vgl. Teil I) zu einem unangekündigten Besuch nach Saudi-Arabien aufgebrochen und hatte dort den neuen saudischen Kronprinzen, Muḥammad bin Salmân getroffen und die Eröffnung eines saudischen Konsulats in Nağaf besprochen. Am So., 13.8.2017, ließ er sich nun mit einem emiratischen Privatflugzeug nach ad-Dauḥa zum Kronprinzen der VAE, Muḥammad bin Zāyid Āl-Nahyān (Muhammad bin Zayid Al Nahyan), bringen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30600-irakischer_schiitenf%C3%BChrer_sadr_reist_nach_%C3%84gypten, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30604-saudi_arabien_erw%C3%A4gt_er%C3%B6ffnung_eines_konsulats_im_irakischen_nadschaf) – Sowohl Saudi-Arabien als auch die VAE wurden während des Kriegs in Syrien (wie im Irak) mehrfach als Terroristenunterstützer insbesondere des IS genannt, schon die IS-Ideologie hat ja auch ihre Wurzeln im Wahhâbismus, der in Saudi-Arabien Staatsreligion mit rigidesten Ausflüssen ist. Mit diplomatischen Vertretern Saudi-Arabiens hatte es in der Vergangenheit zunehmend Schwierigkeiten wegen massiver Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iraks gegeben, die in Richtung Stimmungsmachung im Land, Spaltung der Bevölkerung und Aufreizung gingen (s.u.).
Laut Angaben des Sprechers der arabischen Nomadengruppen der Provinz Nînawâ haben die USA ca. vor einer Woche mit dem Bau ihres bislang größten Militärstützpunktes in Mossul westlich des Tigris begonnen, wie an-Našra am So., 13.8.2017, berichtete. Weitere vier Basen seien im Grenzgebiet zu Syrien zwischen Sinğar im Westen und al-Qâ´im geplant. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30526-usa_beginnen_bau_von_gr%C3%B6%C3%9Fter_milit%C3%A4rbasis_in_mossul)
Trotz negativer Reaktionen auch aus den USA, Großbritannien und Ägypten läßt die Regierung des kurdischen Autonomiegebiets unter Masʽûd Barzânî, der trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus dem Präsidentenamt weicht (vgl. Teil I), nicht davon ab, ein – gesetzlich nicht vorgesehenes! – Referendum am 25.9.2017 zur Abtrennung vom irakischen Staatsgebiet durchzuführen, wie Präsidentenberater (und Onkel von Masʽûd B.), Huschyār Zēbārī (Hoshyar Zebari), zuletzt am 13.8.2017 wiederholte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30448-gro%C3%9Fbritannien_und_%C3%84gypten_gegen_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_der_irakischen_region_kurdistan, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30502-irakische_kurden_wol-len_am_25._september_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_abhalten, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30514-zebari_volksabstim-mung_%C3%BCber_unabh%C3%A4ngigkeit_der_autonomen_kur-denregion_findet_am_25._september_statt)
Laut Meldung von as-Sûmariyya News basierend auf Quellen vor Ort waren infolge zweier Bombenexplosionen, einmal nahe eines belebten Markts in der Gegend Abû Dašîr südlich von Bagdad und dann im 4. Polizeibezirk westlich von Bagdad ein Todesopfer und drei Verletzte bzw. vier Verwundete zu beklagen. Ein weiterer Suizidanschlag konnte durch Sicherheitskräfte verhindert werden. Gemäß Auskunft durch das Operationskommando al-Anbâr hatte ein mit Sprengstoffgürtel ausgestatteter Terrorist versucht, sich inmitten des Vertriebenenlagers im N von ar-Ruṭba, westlich von ar-Ramâdî gelegen (vgl. Teil I), in die Luft zu sprengen. (http://www.sana.sy/?p=604657 vom 10.8.2017)
Bedeutende Einblicke in die Finanzierungsströme des IS gibt der Sputnik-Beitrag: https://sptnkne.ws/ffNH. Diese wurden hauptsächlich über die türkische Stadt Gaziantep bzw. die Hauptstadt der kurdischen Autonomiegebiets, Arbîl (Erbil), und Zāḫū (Zaxo, Zakhu) an der Grenze zur Türkei abgewickelt, um schließlich unter Einschluß von Bagdad nach Mossul zu gelangen. .Das geschah teils über Strohfirmen oder Geldüberweisungen durch einen Agenten mit der Parole: „Ich gebe Geld an einen Mann zurück.“. Pro Tag wurden so bis zu drei Millionen US-$ an den IS überwiesen. als die Geldströme Ende 2016 – Anfang 2017 deutlich zurückgingen seien es täglich immerhin noch 80.000 – 100.000 US-$ gewesen, die bis zur Befreiung Mossul den Terroristen regelmäßig zuflossen.
Auf Bitten der Sputnik– und RT-Chefin Margarita Simonjan hat den Präsidenten der russischen autonomen Teilrepublik Tschetschenien, Kadyrow, gebeten, ein Video über sog. russischeĞihâd–Waisen von Mossul und anderen irakischen Städten zu fertigen, welches jener schließlich bei Instagram einstellte. Sie sprächen Russisch, hätten jedoch keine Pässe. Ihre Eltern hatten sich vor Zeiten dem IS angeschlossen und ihre Kinder in den Irak, aber auch nach Syrien mitgenommen. Nach der Befreiung von Mossul und den erlittenen Verlusten hätten sich jene abgesetzt, ihre Kinder vor Ort (im Stich) gelassen. mit dem Video wird versucht, Verwandte der Kleinen zu finden, die sich derzeit in irakischen Waisenhäusern befänden. Sie sollen in die Heimat zurückgebracht werden, worum sich Rußland bemüht. Nicht einmal UNICEF habe eine RT-Anfrage über die Anzahl der Betroffenen beantworten können. „Die Kinder sprechen Russisch. Sie haben keine Eltern. Sie wissen nicht, wie sie heißen, sie haben aber den Schmerz, die Angst und den Tod in Erinnerung“, macht Kadyrow im Video deutlich. (https://sptnkne.ws/fggY) – Präsident Kadyrow hatte sich zuvor schon in Syrien engagiert (vgl. Teil V, Teil VI, Teil III).
Wenige Kilometer von Tal ʽAfar (vgl.u.) entfernt läßt das Pentagon offenbar eine weitere US-Basis errichten, die schon zur Hälfte fertiggestellt sei. Panzertechnik und US-Militärberater seien bereits dorthin verlegt, wie Russia Today berichtet. „Gegenwärtig wird eine Start- und Landepiste für Maschinen gebaut, die logistische Unterstützung während der bevorstehenden Befreiungsoperation erweisen werden“, ließ man vernehmen. (https://sptnkne.ws/ffWj)
Nach der jüngsten Bombardierung einer Stellung der al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) durch die US-geführte Koalition forderte der Außenausschuß im Parlament die Einbestellung des US-Botschafters wie die Übergabe einer Protestnote an ihn. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30416-parlament_in_bagdad_fordert_einbestellung_des_us_bot- schafters)
Die letzten Vorbereitungen zur Befreiung der nach dem Fall von Mossul zum neuen IS-Stützpunkt erkorenen Großstadt Tal ʽAfar, gut 60km westlich der genannten Provinzhauptstadt, sind abgeschlossen. Zusammen mit der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî beginne die Armee demnächst die Operation, teilte der Kommandeur der Volkswehr am Di., 8.8.2017 gegenüber Sputnik Türkiye mit. Es fehle laut Generalstabschef ʽUṯâmân al-Ġânimî nur noch der Befehl von Ministerpräsident und Oberbefehlshaber Ḥaidar al-ʽAbâdî hierzu. (http://www.sana.sy/?p=606996, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30386-irakische_ar- mee_beginnt_operation_zur_befreiung_von_tal_afar)
Weitere 27 Personen, die der Teilnahme am berüchtigten IS-Massaker (vgl. Teil I) an den (šîʽitischen) Armeerekruten der Luftwaffenakademie vom Juni 2014 überführt wurden. Gemäß Artikel 4 der irakischen Verfassung zur Terrorismus-Bekämpfung verurteilte sie der zentrale Strafgerichtshof des Landes am Di., 8.8.2017, zum Tod; 25 weitere Angeklagte wurden wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Gegen die Urteile kann noch Einspruch eingelegt werden. – 2016 wurden bereits 36 IS-Anhänger wegen Beteiligung an jenem Massaker vor den Familien der Opfer und dem Justizminister hingerichtet. Das Massaker fand nach Eroberung der Luftwaffenakademie (der ehemaligen as-Sahra Luftwaffenbasis im NNW von Tikrît unter Präsidentschaft von Ṣaddâm Ḥussain) statt. Nach der US-Invasion von 2003 war sie in Camp Speicher umbenannt worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30360-27_is_terrori- sten_wegen_camp_speicher_massaker_im_irak_zum_tode_verurteilt)
Zurückkommend auf die jüngsten Angriffe der US-geführten Koalition auf die im Kampf gegen den IS befindlichen al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) konstatierte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî während der Pressekonferenz vom Dienstagnachmittag in Bagdad, die US-geführte Koalition habe keine Erlaubnis, ohne die Zustimmung der Regierung, im Irak Operationen oder Luftangriffe durchzuführen. Zur al-Ḥašd aš-Šaʽbî stellte er nochmals klar, diese sei keine Miliz. Ihre Streitkräfte seien in verschiedenen Gruppen organisiert und keiner von ihnen sei außerhalb der irakischen Grenze an Kämpfen beteiligt. Wörtlich setzte er hinzu: „Es gibt keine rote Linie für die irakischen Kräfte innerhalb des Landes beim Kampf gegen den IS.“ (http://www.sana.sy/?p=603757, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30396-irak._ministerpr%C3%A4sident_ohne_zustimmung_bagdads_keine_operationen_der_us_koalition für das Zitat in Deutsch)
Wie die Zivilbevölkerung in Syrien – derzeit vor allem im Raum ar-Raqqa (s. Teil VI) – und die SAA vor einiger Zeit (vgl. Teil V) wurden nun auch wieder Mitglieder der im Kampf gegen den IS so tüchtigen Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) durch Bomber der US-geführten Koalition bei ihren Einsätzen an der Grenze zu Syrien angegriffen und verloren so 40 Mann ihrer Sayyid aš-Šuhadâ´-Brigade, dutzende weitere wurden verwundet. Darauf gab al-Ḥašd aš-Šaʽbî laut Meldung der Nachrichtensender al-Mayâdîn und as-Sûmariyya News am Montagabend in einer Erklärung außerdem bekannt: „Wir fordern die irakische Regierung auf, über den Angriff der USA auf die Kämpfer der Sayed al-Schohada-Brigade zu ermitteln.“ Außerdem solle die Regierung für den Schutz der gemeinsamen Grenze mit Syrien sorgen und auch dafür, daß keine weiteren dieser „verachtenswerten Akte“ erfolgten. (http://www.sana.sy/?p=603272, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30334-irak_40_volksmobilmachungskr%C3%A4fte_durch_us_luftangriff_get%C3%B6tet vom 8.8.2017)
Laut Aussage des Beraters des syrischen Ministerpräsidenten, Abdul Kadir [ʽAbdul-Qâdir] Azuz, am 6.8.2017, im Interview mit al-Maluma [?] wird Syrien mit der im Kampf gegen den IS sehr erfolgreichen irakischen Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Counterterrorismus zusammenarbeiten und die gemeinsame Grenze u.a. gegen Übertritte durch Bewaffnete sichern. auch begrüßte er deren Mitwirkung bei der Befreiungsoperation von Tal ʽAfar. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30298-syrische_regierung_zur_zusammen- arbeit_mit_al_haschd_al_schaabi_bereit)
Entgegen der Forderung des – selbst extremistischen Šîʽitenführers – Muqtadā aṣ-Ṣadr vom Vortag während einer von ihm organisierten Protestversammlung seiner Anhänger in Bagdad hat Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî am Sa., 5.8.2017, klargestellt, daß die im Kampf gegen den IS so erfolgreiche Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî nicht aufgelöst werde und Teil des irakischen Militärs bleibe. „Alle irakische Truppen, darunter die Hashd ash-Shabi, nahmen an den Befreiungsoperationen in Tikrit, Falludja und Mossul teil und werden auch an den Operationen zur Befreiung von Tal Afar, teilnehmen„, konstatierte er daher. Muqtadā aṣ-Ṣadr hatte zuvor den saudischen Kronprinzen Muḥammad bin Salmân in Ğidda getroffen und von ihm – angeblich für den Wiederaufbau des Iraks – 10 Millionen US-$ erhalten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30268-iraks_premier- minister_hashd_ash_shabi_wird_nicht_aufgel%C3%B6st)

„No veil is required“, aus der Multimedia-Präsentation des politischen Künslers Amir Normandi in Chicago
Über die merkwürdigen, ja fast komisch anmutenden „Sitten“ unter IS-Kontrolle – wären sie nicht von so ernsthaften, grausamen Konsequenzen gefolgt gewesen – berichten Frauen aus Mossul, die nun wieder freizügigere Kleidung als die Totalverhüllung genießen können, im Gespräch mit Sputniknews. Wer zuvor damit von der speziellen Polizei [vom ğihâzal–ḥisba] aufgegriffen worden wäre, wäre getötet worden. Dieselbe Strafe galt für das Tragen von Nachthemden, Bikinis oder Dessous – Pyjamas [als „Männerkleidung“] verbaten sich von selbst. Generell war der Kleidungskauf für das weibliche Geschlecht ein Problem, obwohl es dafür noch Geschäfte gab: einerseits sollten sich Frauen so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit aufhalten [ein Geschäft zu führen, widersprach dem unter den meisten Umständen], andererseits durften Männer keine Frauenkleidung verkaufen. Fast alle speziell für Frauen konzipierten Läden hätten daher schließen müssen. Auf die wenigen speziellen Frauenläden durfte nicht per Schildern hingewiesen werden, ebenso war Werbung oder Damenkleidung im Schaufenster untersagt. Die Schriftstellerin Teiba al Siraj [Ṭayyiba as-Sirâğ] erzählte: „Den Geschäften war es verboten, jegliche Frauenkleidung in der Vitrine auszustellen. Wenn durch die geöffnete Tür eine Frau zu sehen war, wurde der Verkäufer ausgepeitscht. Er bekam eine Menge Probleme.“ Selbst das Nennen von Körpergrößen war tabu, das Anprobieren vor Ort unmöglich, da auch Umkleidekabinen geächtet worden waren. Frauenunterwäsche anzubieten oder zu kaufen sei damit fast unmöglich gewesen, weshalb dieselben jetzt einen regelrechten Boom erlebten. Allerdings wurde manches illegal angeboten. Eine 22-Jährige berichtet über solche Angebote: „Sie ersparten uns das Bummeln auf dem Markt, wo man jederzeit einem Daesh-Kämpfer in die Arme laufen konnte. Daher gingen alle Frauen nur dann auf den Basar, wenn es wirklich dringend notwendig war. In der Regel fuhr mein Vater mich mit dem Auto zu solchen Geschäften.“ (https://sptnkne.ws/fcFK)
Eine weitere Bewohnerin Mossuls ergänzt diese Berichte: seit der „Kalifat“-Errichtung des IS 2014 sei auch bunte, Hochzeits- und Abendkleidung aus den Schaufenstern verschwunden wie die als zu verführerisch für Männer geltenden weiblichen Modepuppen. „Es wurde verboten, Jeanskleidung für Männer und Frauen zu verkaufen. Offene Kleidung, nicht genug lange Röcke und T-Shirts mit Prints, auch für Kinder, sind verschwunden. Daesh hat gesagt, das sei Kleidung für Ungläubige,“ berichtete Sora al Aga gegenüber Sputnik News und ergänzte: „Daesh wollte, dass wir Kleidung im afghanischen Stil trugen. Wenn die Terroristen noch ein Jahr länger ausgehalten hätten, würden wir blaue Pelerinen mit einem speziellen Ausschnitt für die Augen tragen. Und alle Männer würden kurze Hosen tragen.“. Auch über Hochzeitskleider mußte „frau“ die unförmige, die Figur völlig verhüllende Ganzkörperbekleidung mit langen Handschuhen anlegen. Anstelle der geschlossenen Geschäfte, deren Besitzer geflohen waren, eröffneten die IS-Leute spezielle Damenmode-Geschäfte, in denen schwarz verhüllte IS-Angehörige als Verkäuferinnen arbeiteten. Die anbefohlene IS-„Montur“ nannten die Bewohner bald „Rabenkittel“ oder „Müllsack“. Auch Sora gibt an: „Die Läden, die weiter offen geblieben sind, haben Verluste erlitten, weil die Menschen so selten wie möglich auf die Straße gegangen sind und unter den schweren Bedingungen fast keine Kleidung mehr gekauft haben.“ Die von vor 2014 bekannte hübsche moderne Bekleidung, darunter Importe aus dem Libanon, der Türkei, Syrien und sogar aus Frankreich und Italien, war fast kaum zu bekommen und wenn dann zu völlig überzogenen Preisen wie z.B. 200.000 Dinar (umgerechnet ca. 143€) für ein Hemd. (https://sptnkne.ws/fdgK)
Gemäß einer von irakischen Spezialkräften bei der Rückeroberung von Mossul in einem IS-Versteck aufgefundene Unterlagen soll sich auch eine Liste mit 173 potentiellen IS-Suizidattentätern des In- und Auslands mit Photos und Herkunftsinformationen befunden haben. Es handelte sich bei den Nicht-Irakern um Eingereiste aus Tunesien, Marokko, Jordanien, Tadschikistan und Saudi-Arabien sowie aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und der BRD. Nach Auswertung der Papiere durch US-Geheimdienste seien sie Interpol übergeben worden. „Im Mai wurde die Liste schließlich an die europäischen Polizeibehörden verschickt – als Vorsichtsmaßnahme, falls sich die Männer auf den Fotos auf den Weg nach Europa machen“, hieß dazu. Es wird befürchtet, daß diese IS-Kämpfer nach ihrer Heimreise Anschläge begehen. (https://sptnkne.ws/fcXW)
Nach Auskunft des Kommandanten der al-Ğazîra-Operationen, Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, gegenüber as-Sûmariyya News wurden bei einer Operation der Sicherheitskräfte mit Unterstützung von Stammesangehörigen in Umm al-Waz nordwestlich von al-Ḥadîṯa im W der Provinz al-Anbâr 15 IS-Terroristen getötet und vier ihrer Sprengvorrichtungen zerstört. Jagd auf weitere IS-Trupps wurde auch in anderen Teilen der Provinz gemacht. – Der Generaldirektor im Bereich Geheimdienst und Antiterrorismus im Innenministerium, Abû ʽAlî al-Baṣrî machte zudem im Interview bekannt, daß der IS auf die vier Wallfahrtsorte al-Kûfa, al-Baṣra, Karbalâ´, Nağaf und Samârâ´ sowie das Heim von Groß-Ayatullâh ʽAlî as-Sīstānī[des bedeutendsten šîʽitischen Geistlichen im Irak] Anschläge per Autobomben und Suizidattentätern geplant hatte. Diese konnten durch einen durch einen Präventivschlag der Luftwaffe auf die Terroristen am Rand der Stadt al-Qâ´im im West-Irak vereitelt werden. (http://www.sana.sy/?p=598262 vom 30.7.2017) – offenbar waren die IS-Pläne verraten worden, wie aṣ-Ṣabāḥ berichtet.
Andererseits führte die Luftwaffe im grenznahen Gebiet der Großstadt al-Qa’im [am Grenzfluß Euphrat] sowie jenseits derselben in der syrischen Region al-Mayâdîn – nach Absprache mit der Landesregierung (vgl.u.) – Angriffe gegen IS-Stellungen aus und vernichtete sieben davon. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29996-irak_is_terrorpl%C3%A4ne_in_nadschaf_verraten) – Gewissermaßen „gegenüber“ von al-Qa’im auf syrischem Territorium liegt al-Bû Kamâl.
Bei Einsätzen der Luftwaffe wurden ca. 50 IS-Terroristen im Bezirk Tal ʽAfar getötet und dutzende von Autobomben zerstört, dazu ein großes Waffenlager und ein Tunnel. Westlich von al-Anbâr konnten vier Suizidattentäter liquidiertt werden, während Mitarbeiter des militärischen Geheimdiensts im Raum Mossul große Mengen an Munition und Sprengstoff, Raketen, Mörsergranaten u.a., versteckt in der Kirche von an-Nimrûd al-Aṯriyya im Dorf al-Ḥaḍar nahe an-Nimrûd aufspürten. (http://www.sana.sy/?p=597820 vom 29.7.2017)
Die BRD spendet noch mehr Geld für den Wiederaufbau Mossuls: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller gab im Interview gegenüber Zeitungen der Funke-Gruppe am 25.7.2017 an: „Jetzt, wo Mossul befreit ist, bauen wir unsere Programme schnell aus. Allein dieses Jahr investieren wir zusätzlich 100 Millionen Euro in die Stabilisierung und den Wiederaufbau“. (https://sptnkne.ws/eYV2) – Syrien dagegen leistet diese Arbeiten schon seit langem selbst.
Präsident Putin traf sich am 25.7.2017 mit Vizepräsident Nûrî al-Mâlikî in St. Petersburg. Zuvor fanden Gespräche mit Außenminister Lawrow und Föderationsratspräsidentin Walentina Matwijenko statt. Ziel ist die Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Wirtschaft, Technik und Militär wie die Vertiefung der bilateralen Beziehungen. Laut al-Mâlikî habe der Irak im Kampf gegen den Terrorismus im Land Rußland schon viel zu danken [zu Details s.u.!]. Auch sollten russische Investitionen im Strom- und Ölsektor gefördert werden. Eine vermehrte militärische und politische Präsenz Rußlands im Irak sei durchaus erwünscht. „Auf diese Weise könnte ein Gleichgewicht geschaffen werden, das zum Wohl der Region, ihrer Völker und ihrer Länder beitragen könnte“, erklärte der Vizepräsident. Beide Länder unterhielten schließlich historisch gefestigte Beziehungen zueinander. (http://www.sana.sy/?p=595761, auf Deutsch s.a. https://sptnkne.ws/eYHR)
Die Agentur Mawâzîn News berichtet unter Berufung auf Quellen im irakischen Geheimdienst nun auch von der Tötung des Nachfolgers von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî [zu dessen Liquidierung s.u.!], mit Namen Iyâd Ṭâlib ʽAbd ar-Raḥmân al-ʽUbaidî alias Fâḍil Ḥaifâ alias Abû Ṣâliḥ in der Stadt al-Qadadîma vor ca. 10-14 Tagen während eines gezielten Luftangriffs auf sein Versteck nahe Tal ʽAfar. Der Experte in Sachen Terrorgruppen, Hišâm al-Hâšimî, informierte darüber, der 50-Jährige zudem die Posten des Amîr Dîwân al-Ğund und des Führers der Hohen Kommission innerhalb des IS innegehabt habe. Er sei ein ehemaliger Armeeoffizier gewesen, der der Ğihâd–Ideologie anheimgefallen sei, al-Qâʽidaangehörte und ehemaliger Häftling des Bûkâ-Gefängnisses war. Der Militärrat des IS sei nach dem Tod von Nâṣir li-Dîn Allâh, des zweiten Kriegsministers des irakischen Staats, gebildet worden; auf den hochrangigen IS-Führungsposten des Chefs dieses Rates sei zunächst Ḥağî Bakr berufen worden, dann Abû ʽAbdurraḥmân al-Bîlâwî, Abû Aḥmad al-ʽAlwânî und nach dem Tod des Turkmenen Abû Muslim schließlich Abû Ṣâliḥ al-ʽUbaidî. Die Position des Stellvertreters von Abû Bakr im Irak erhielt er ebenfalls erst vor kurzem nach des Turkmenen Tod. Zudem sei al-ʽUbaidî verantwortlich gewesen für die Finanzierung und Ausstattung der Suizidattentäter mit Waffen und Sprengstoff in der Provinz al-Anbâr wie im Raum Bagdad. (http://www.mawazin.net/%D8%AA%D8%A3%D9%83%D8%AF-%D9%87%D9%84%D8%A7%D9%83-%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%BA%D8%AF%D8%A7%D8%AF%D9%8A-%D9%88%D8%A7%D9%85%D9%8A%D8%B1-%D8%A7%D9%84%D8%AC%D9%86%D8%AF-%D9%81%D9%8A-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D8%A8%D8%B6%D8%B1%D8%A8%D8%A9-%D8%AC%D9%88%D9%8A%D8%A9-%D8%A8%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%88%D8%B5%D9%84 vom 24.7.2017)
Auf dem vom IS in Mossul ebenfalls eroberten Gelände der Medizinischen Universität lagerten Vorräte an radioaktivem Kobalt-60, welche für den Bau einer „schmutzigen Bombe“ getaugt hätten. Allerdings hätten die IS-Kämpfer nicht gewußt, wie sie das Depot hätten öffnen können, ohne radioaktive Strahlen abzubekommen, urteilten Nukleartechnologen gegenüber The Washington Post“ vom So., 23.7.2017. (https://sptnkne.ws/eXUz)
Laut einer RIA Novosti vorliegenden Erklärung der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom So., 23.7.2017, konnten unter den „am 20. Juli in West-Mossul bei einem Versuch, sich ins Hinterland der Volkswehr einzuschleichen, getöteten Terroristen drei IS-Führungskräfte identifiziert werden: „Das sind Abu Iman, der die sogenannte ,islamische Polizei‘ in Tal Afar angeführt hatte, Abu Abd Saisija, der für die Anwerbung von Selbstmordattentätern zuständig war, sowie Hasser Abdalla Hoder al-Badrani, der die Tätigkeit von Untergrund-Zellen des IS koordiniert hatte“. (https://sptnkne.ws/eXYJ) – Mit „islamische Polizei“ inTal ʽAfar ist dem Zusammenhang nach al-ḥisbagemeint.
Der – zur Aufgabe seines, ihm gemäß Wahlergebnisses zustehenden Postens als gegenwärtiger Ministerpräsident genötigte (vgl.u.) und auch – frühere Ministerpräsident, derzeit als Vize-Präsident agierende Nûrî al-Mâlikî bekannte im Interview mit RIA Novosti hinsichtlich des Einflusses Rußlands im Nahen Osten „Wenn es die russische Position nicht gegeben hätte, wäre die Region vollständig vernichtet worden“ und fuhr fort: „Ohne Russlands Herangehen an das syrische Problem, das sich von dem der USA unterschied, wäre das Regime in Syrien gestürzt worden, die Terroristen wären aktiver geworden, die (politische) Landkarte der Region hätte sich geändert, was letztendlich zum Fallen von Bagdad geführt hätte“. Auch die Rückeroberung Mossuls sei nicht den USA oder der US-geführten Koalition zu verdanken. „Ja, sie haben uns mit Flugzeugen unterstützt, doch der Hauptverdienst gehört den irakischen Soldaten, den Volksmilizen und den Luftstreitkräften des Iraks“, kommentierte al-Mâlikî. (https://sptnkne.ws/eXdY)
Einheiten der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, der irakischen Armee und der Bundespolizei befreiten am 20.7.2017 das Dorf Imâm südwestlich von Qayyâra in der Provinz Nînawâ von den IS-Terrormiliz, wie as-Sûmariyya News berichtete. Tags zuvor hatte al-Ḥašd aš-Šaʽbî vier Täler und zwei Dörfer im nordöstlichen Gebiet der Provinz Diyâlâ zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=592776)
Laut Mitteilung des Berater des russischen Präsidenten für militärtechnische Kooperation, Wladimir Koschin, ist ein Vertrag mit der Regierung in Bagdad über die Lieferung von Panzern des Typs T-90 unterzeichnet worden, meldet die Zeitung Iswestija. „Es geht um einen ordentlichen Vertrag über die Lieferung einer großen Partie. … Eine konkrete Summe kann ich nicht nennen. Die Zahl ist groß.“, teilte er noch mit. (https://sptnkne.ws/eW7G)
Ungewöhnlich hoch sei die Zahl der infolge der Rückeroberung von Mossul getöteten Einwohner letztlich ausgefallen, gibt The Independent am 19.7.2017 an. Mehr als 40.000 Einwohner seien dabei quasi „zu Tode befreit“ worden. Viele der toten Körper seien immer noch unter den Trümmern begraben. Damit kommen die tatsächlichen Zahlen jenen aus dem Bericht von Amnesty International („At Any Cost: The Civilian Catastrophe in West Mosul“) sehr nahe. (https://sptnkne.ws/eWqH, http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/mosul-massacre-battle-isis-iraq-city-civilian-casualties-killed-deaths-fighting-forces-islamic-state-a7848781.html)
Weitere Massengräber des IS–Massakers vom Juni 2014 an den Kadetten der Luftwaffenakademie bei der früheren Luftwaffenbasis Spyker (vgl.u.), 10km im NW von Tikrît, nahe des Präsidentenpalastes entdeckt. Die 827 Überreste von 14 werden durch Rechtsmediziner untersucht. Es ist zu erwarten, daß noch nicht alle Opfer gefunden worden sind. (http://www.sana.sy/?p=590976 vom 17.7.2017)
Laut einer Meldung des Senders al-ʽArabiyya aus den VAE soll der IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî noch am Leben sein. Der Leiter der irakischen Antiterrorbehörde, Abû ʽAlî al-Baṣrî (Abu Ali al-Basri), halte das für möglich. Auch der kurdische Geheimdienstmitglied Lâhûr Tâlâhbânî (Lahur Talabani) hält es für wahrscheinlich, daß sich jener in einem südlichen Vorort von ar-Raqqa in Syrien aufhalte. Kremlsprecher Dmitri Peskow kommentierte diese Mitteilung mit den worten: „Es gibt keine zuverlässige Information über das Schicksal von al-Baghdadi. Alle eingehenden Nachrichten werden geprüft“. (https://sptnkne.ws/eUYK ) – Al-ʽArabiyya wurde in den letzten Jahren bekannt für seine tendenziösen, klar antisyrisch ausgerichteten Meldungen. Der Konzern MBC, dem der Sender angehört, befindet sich im Besitz saudischer (!) Investoren.
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in der Provinz Nînawâ („Wir kommen, Ninive„) gab am 15.7.2017 während eines Militärbriefings laut irakischen Medien bekannt, bei der Befreiung Mossuls seien 100.000 Kämpfer von Armee, Bundespolizei, Antiterroreinheit und al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen den IS vorgegangen und hätten 25.000 dieser Extremisten getötet, darunter mehr als 450 Suizidattentäter. Zerstört worden seien zudem 1247 Autobomben und weitere 1.500 Stück unterschiedlichen Kriegsgeräts, abgeschossen wurden auch 130 Marschflugkörper der Terroristen. In der 4. Phase der Bekämpfung des IS in der Provinz Nînawâ stehe die Befreiung von Tal ʽAfar (vgl.u.) westlich von Mosul und einiger anderer Bereiche an. (http://www.sana.sy/?p=590430)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in der Provinz Nînawâ („Wir kommen, Ninive„) gab am 15.7.2017 während eines Militärbriefings laut irakischen Medien bekannt, bei der Befreiung Mossuls seien 100.000 Kämpfer von Armee, Bundespolizei, Antiterroreinheit und al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen den IS vorgegangen und hätten 25.000 dieser Extremisten getötet, darunter mehr als 450 Suizidattentäter. Zerstört worden seien zudem 1247 Autobomben und weitere 1.500 Stück unterschiedlichen Kriegsgeräts, abgeschossen wurden auch 130 Marschflugkörper der Terroristen. In der 4. Phase der Bekämpfung des IS in der Provinz Nînawâ stehe die Befreiung von Tal ʽAfar (vgl.u.) westlich von Mosul und einiger anderer Bereiche an. (http://www.sana.sy/?p=590430)
Gegenüber as-Sûmariyya News gab der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, am 15.7.2017 bekannt, daß die Sicherheitskräfte zusammen mit der volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî am Morgen eine großangelegte Militäroperation zum Aufspüren von IS-Schläferzellen im NO der Provinz Diyâlâ gestartet hätten. Diese konzentriere sich auf das Dorf Tûkal, die Obstplantagen und das Gebiet im N von al-Muqdâdiyya im NO der Stadt Baʽqûba. Andererseits wurde bekannt, daß beim Passieren ihres Fahrzeugs zwei IS-Kämpfer zusammen mit einem Anführer im Gebiet zwischen den Provinzen Ṣalâḥuddîn und Diyâlâ bei der Explosion einer am Straßenrand angebrachten Sprengvorrichtung getötet wurden. (http://www.sana.sy/?p=590026)
Dr. Kim Hartzner, Geschäftsführer der internationalen Nothilfeorganisation Mission East, bezeichnet die Lage in Mossul als absolute Katastrophe. Im Deutschlandfunk teilte er am 15.7.2017mit, ein Großteil der zurückkehrenden Bevölkerung leide unter akuter Unterernährung, es fehle an Lebensmitteln, Wasser, und Unterkünften. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29458-internationale_hilfsorganisation_situa-tion_in_mossul_ist_wie_in_stalingrad_oder_berlin_im_zweiten_weltkrieg)
Trotz der Meldung des Siegs über den IS in Mossul wird insbesondere in der Alststadt weiterhin gegen die Terrororganisation gekämpft. Deswegen und wegen des Durchkämmens des Gebiets auf vom IS hinterlassene Sprengsätze und minen hin, wurde Journalisten für einige Tage der Zugang in dieselben durch die Armee verwehrt. (https://sptnkne.ws/eTZj)
Nach einem Bericht des Nachrichten-Fernsehsenders RT Arabic vom Do., 14.7.2017, kontrolliert der IS noch Gebiete in den Provinzen Nînawâ, Kirkûk, al-Anbâr – dort vor allem in und um Tal ʽAfar (vgl.u.) – und Ṣalâḥuddîn. Tal ʽAfar genießt besondere strategische Bedeutung durch seine Lage nahe der Grenze zu Syrien wie zur Türkei, weshalb eine Bodenoffensive in jenem Terrain in Bälde zu erwarten sein dürfte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29420-is_terrormi- liz_kontrolliert_nur_noch_wenige_regionen_im_irak)
Die unabhängige Londoner Beobachtergruppe und Journalisteninitiative Airwars hat bekannt gegeben, daß bei den Luftangriffen der US-geführten Koalition im Irak und in Syrien im Juni mindestens 750 Zivilisten getötet worden sind. Besonders verheerend waren demnach die Angriffe im Gebiet von ar-Raqqa und Mossul. Die Todesrate sei im Vergleich zum Mai um ca. 50% gestiegen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29388-750_zivilisten_durch_luftangriffe_der_us_gef%C3%BChrten_koalition_im_juni_get%C3%B6tet)
Kritisch bemerkte Rußlands Außenminister Lawrow hinsichtlich der Zivilbevölkerung bei der Befreiung von Mossul: „Es wurden keine Bedingungen dafür geschaffen, um Zivilisten organisiert auszuschleusen. Das alles war chaotisch, spontan.“ Das habe die Opferzahlen erhöht. (https://sptnkne.ws/eSwf) – Dagegen bestanden und bestehen bei den Befreiungsoperationen in Syrien – wie etwa am Beispiel von Aleppo zu sehen – lange im voraus erstellte Pläne zur Evakuierung, die auch umgesetzt wurden.
S.a. Was IS nach Niederlage in Mossul tun wird
Heute, am Di., 11.7.2017 hat der IS offizielle gegenüber dem Nachrichtensender as-Sûmariyya News eingestanden, daß – wie russischerseits schon vor Wochen gemeldet (vgl.u., bei den Abbildungen) – ihr selbsternannter „Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî tatsächlich getötet worden ist. Einer Quelle aus der Provinz Nînawâ zufolge hatte der IS in den Medien des noch von der Terrororganisation kontrollierten im Bezirks Tal ʽAfar, westlich von Mossul, diese kurze Meldung ohne Angabe weiterer Einzelheiten veröffentlicht. Der ausführliche SANA-Artikel referiert im weiteren die von russischer Seite gemachten Angaben zu dem Luftschlag vom 28.5.2017 (s. Teil V). Nach der russischen Ankündigung sei in Tal ʽAfar Konfusion unter den Terroristen ausgebrochen gefolgt von Gruppenrivalitäten, Massenverhaftungen und Ausgangssperren. Die äußerst aufgeladene Atmosphäre könnte zu blutigen Machtkämpfen um die Führerschaft innerhalb des IS führen. (http://www.sana.sy/?p=587808, s.a. https://sptnkne.ws/eSnA)
Nahe von aš-Šarqâṭ im N der Provinz Ṣalâḥuddîn zerstörte die Luftwaffe einen IS–Konvoi, welcher hochexplosive selbstgebaute Sprengsätze transportierte. Dabei wurde u.a. der IS-Amîr Abû Qutaiba verletzt. (http://www.sana.sy/?p=587220 vom 10.7.2017)
Beim Treffen mit einer Delegation von Christen am 10.7.2017 in Mossul äußerte der in der Provinzhauptstadt am Vortag eingetroffene Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die Hoffnung, daß alle Flüchtlinge, unabhängig von ihrer religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit, wieder in ihre Stadt zurückkehren möchten, um dort wie im ganzen Irak friedlich zusammenzuleben. Dabei hob er erneut die Bedeutung der Einheit der irakischen Nation hervor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29260-iraks_ministerpr%C3%A4sident_bagdad_bem%C3%BCht_sich_um_r%C3%BCckf%C3%BChrung_von_fl%C3%BCchtlingen)
Laut Mitteilung der Bundespolizei gegenüber as-Sûmariyya News wurden zuvor noch 30 IS-Terroristen getötet, die sich über den Tigris zu retten versuchten. Insgesamt seien bei der Befreiung der Altstadt mehr 1.000 IS-Extremisten eliminiert, 65 Fahrzeuge zerstört und 20 Autobomben, 310 Sprengkörper und 71 Sprengstoffgürtel konfisziert und deaktiviert Fahrzeugbomben, 181 Raketen und acht Tunnel entdeckt worden. – Der Ministerpräsident gratulierte zum Sieg. (http://www.sana.sy/?p=586428 vom 9.7.2017)
Laut Erklärung des Joint Operations Command (JOC) vom Sa., 8.7.2017, wurde mit der Einnahme der Altstadt praktisch ganz Mossul befreit. Ein kleiner Ort am Rande des Tigris sei noch unter IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=585895, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29192-altstadt_von_mossul_befreit)
Nach Mitteilung von as-Sûmariyya News gab Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh am 8.7.2017 an, daß durch die vereinten Streitkräfte in der Altstadt von Mossul die drei Stadtteile Bâb aṭ-Ṭûb, Sûq aṣ-Ṣâḥa und die Straße an-Nağafî wieder unter Kontrolle gebracht. Bei Luftangriffen wurde ein IS-Trupp mit einem Anführer vom Dîwân al-Quḍât [Kammer der religiösen Richter] in Tal ʽAfar westlich von Mossul getötet. (http://www.sana.sy/?p=585906)
Im Dorf Imâm westlich von al-Qayyâra, (65km südlich von Nînawâ) wurden Journalisten von einer Gruppe IS-Terrroristen angegriffen. Dabei fanden der Front-Berichterstatter des Kanals Hunâ Ṣalâḥuddîn [d.h.: hier Ṣalâḥuddîn] mit Namen, Hazâʽ ad-Dulaimî und sein Photograf, Sa´dad ad-Dûrî, den Tod ein weiterer Medien-Photograf, ʽAlî Ğamâl ʽAkâb, wurde verletzt. Die Armee ist weiterhin dabei, die Altstadt von Mossul von verbliebenen IS-Resten zu säubern wie auch der Terrororganisation in anderen Bereichen des Landes zum Leibe zu rücken. (http://www.sana.sy/?p=585590 vom 7.7.2017) – Zu weiteren Anschlägen vor allem in der Provinz Diyâlâ vom Vortag (6.7.2017) s. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29076-neun_tote_im_osten_von_irak.
Laut einer von as-Sûmariyya News zitierten Militär-Presseerklärung des Militärs vom 6.7.2017 vereitelte die Armee am Vortag einen IS-Angriff auf das Dorf al-Ḫaḍrâniyya bei aš-Šarqâṭ im nördlichen Teil der Provinz Salah al-Din und führte die Aktionen zur Befreiung von ganz West-Mossul fort. (http://www.sana.sy/?p=584695) In deren Altstadt seien die Truppen nur noch 250m vom Tigrisufer entfernt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29018-irak_anordnung_f%C3%BCr_wiederaufbau_des_befreiten_mossul_erfolgt)
Laut Angabe von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 5.7.2017 konnte durch die Bundespolizei am Vortag der Platz wie das mehrstöckige Parkhaus Bâb aṭ-Ṭûb wie Straße Ḫalîd bin al-Walîd in der Altstadt Mossuls zurückerobert werden. Die Luftwaffe zerstörte gemäß einer lokalen Quelle eine der größten Anlagen samt Waffenlager des IS südwestlich von Kirkûk. (http://www.sana.sy/?p=584078)
Zur Situation in West-Mossul und dem Irak als Ganzem berichtete die Nesawissimaja Gaseta am Di., 4.7.2017, es seien dort immer noch IS-Scharfschützen aktiv, Explosionen von Minenwurfgeschossen und Schußwaffen zu vernehmen. Auch gingen die Zusammenstöße mit dort verbliebenen Extremistentrupps in der Altstadt weiter – ähnlich wie bei der Befreiung von ar-Ramâdî (vgl.u.). Doch selbst wenn der IS vollständig besiegt sein sollte, kämen auf den Irak schwere Zeiten zu. Vor der US-Invasion 2003 begriffen sich die Iraker unter der Regierung von Ṣaddām Ḥussain als ein Staatsvolk einerlei welcher ethnischen oder religiösen Gruppierung, die säkulare Gesellschaft mit allen Implikationen [z.B. bzgl. Gleichberechtigung der Geschlechter, Bildung etc.], die Wirtschaft etc. befanden sich im Aufwind, das Land hatte einen ansehnlichen Stellenwert in der Weltgemeinschaft. Nun im kriegszerstörten Irak liegt die Wirtschaft brach, Grüppchen kämpft gegen Grüppchen, die [auf die US-Besetzung zurückgehenden neuen] staatlichen Strukturen sind schwach und ineffektiv, müssen sich erst das Vertrauen der Bevölkerung verdienen. Die Staatskasse ist nahezu geleert. [Auch ist der Irak schon lange nicht mehr säkular und damit zukunftsorientiert, vgl.u., wie schon an der neuen Staatsflagge abzulesen ist]. Mögliche Geldgeber werden Bedingungen stellen. Zudem versucht der seit fast zwei Jahren regulär nicht mehr im Amt befindliche (dazu vgl.u.) Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Masʽûd Barzânî, dessen Familie den Hauptteil der staatlichen Öl-Einnahmen für sich abzweigt (s.u.) seit Jahren, das irakische Kurdistan vom Rest-Irak abzutrennen, und diesem somit den Staat seiner Haupteinnahmequelle (99% der Staatseinnahmen), den meisten und ergiebigsten Ölquellen des Landes zu entreißen. Zwar befinde sich die wichtige Öl-Region um Kirkûk außerhalb dieses Gebiets, sei jedoch von kurdischen Pîšmarga besetzt. – Der Artikel schließt mit der nachvollziehbaren Feststellung, daß die Iraker selbst über ihr Schicksal entscheiden, davor aber zueinander finden müßten. Die den Nachkriegsirak unterstützende Weltgemeinschaft bzw. die Geberländer dürften sich jedoch wohl in dessen innere Angelegenheiten einmischen, um eigene Interessen zu verwirklichen, wie z.B. die USA, die Türkei, Saudi-Arabien etc.. (https://sptnkne.ws/ePa2)
Nachdem Bewohner von Tal ʽAfar, dem neuen Sammelpunkt des IS (vgl.u.), vergangene Woche versuchten, von dort zu fliehen, wurden sie von den Terroristen aufgegriffen, psychischer und physischer Folter unterworfen. 200 wurden schließlich per Enthauptung exekutiert Wie im ebenfalls vom IS kontrollierten al-Ḥawîğa seien alle Fluchtwege gesperrt worden, um die Bewohner als menschliche Schutzschilde nutzen zu können. Dies berichtete am Di., 4.7.2017, Aiden Maruf, turkmenischer Abgeordneter im regionalen Kurdenparlament. Auch in al-Ḥawîğa seien am Dienstag 12 fluchtwillige Zivilisten exekutiert – angeblich verbrannt – worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29004-is_verbrechen_im_irak_200_enthauptun- gen_in_tal_afar) – SANA berichtet am 5.7.2017 ebenfalls von der Hinrichtung der 200 Fluchtwilligen. (http://www.sana.sy/?p=584078)
Noch ist – trotz der vollmundigen Aussagen des Ministerpräsidenten (vgl.u.) – nicht ganz West-Mossul befreit und auch außerhalb Mossuls muß die Bekämpfung des IS erst einmal weitergeführt werden. Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat berichtete gegenüber Sputnik News, im südlichen Gebiet seien sind 32,5 Tonnen eines Sprengstoff-Bestandteils gefunden worden und 1,5 Tonnen Ammoniumnitrat, zur Herstellung von Bomben. Seit Beginn der Befreiungsaktion bzgl. Mossul seien zudem 21.220 Zivilisten aus IS-Gefangenschaft befreit und zwei große Massengräber vom IS getöteter Einwohner entdeckt worden. Das Kontingent der föderalen Polizei werde nach vollständiger Befreiung der Provinzhauptstadt reduziert werden. (https://sptnkne.ws/eNKM vom 4.7.2017)
Laut Mitteilung von Flüchtlingsminister Jasim Muhammed al-Jaf [Ğâsim Muḥammad al-Ğâf] vom Mo., 3.7.2017, sind seit der Befreiungsoperation bzgl. Mossul 900.857 Einwohner aus der Stadt geflüchtet, davon 176.455 aus dem östlichen und 724.402 aus dem westlichen durch den Tigris getrennten Teil. Ca. 500.000 und damit 64% seien in vom Flüchtlingsministerium eingerichteten Camps untergebracht, 217.854 bislang in ihre Wohnungen zurückgekehrt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28970-%C3%9Cber_900.000_menschen_we- gen_is_aus_mossul_gefl%C3%BCchtet)
Am 3.7.2017 melden Agenturen, daß die irakischen Truppen das ganze Gebiet des Stadtteils Bâb as-Sarây in der Altstadt im Westen von Mossul befreit hätten. (http://www.sana.sy/?p=582803)
Eine Gruppe IS-Kämpfer, welche sich in Tal-ʽAfar im Westen von Mossul festgesetzt hat, droht allen Mitgliedern, die eine mögliche Tötung ihres „Kalifen“ Abû Bakr al-Baġdâdî auch nur ansprechen, die Bestrafung mit 50 Peitschenhieben an. Ein dem obersten IS-Anführer nahestehender Imâm mit Namen Abû Ḫâṭib (Abu Khatib), der beim Freitagsgebet eine Äußerung zum „möglichen Tod“ von al-Baġdâdî machte, wurde daraufhin – laut as-Sûmariyya News vom 2.7.2017 mit Berufung auf Quellen in der Administration von Nînawâ – wegen „Verbreitung einer Revolte“ unter den IS-Kämpfern ermordet. (https://sptnkne.ws/eNsB) – Entgegen der Meldung von Sputnik News (https://sptnkne.ws/eMgD, https://sptnkne.ws/eNsB) bringt die erwähnte IRIB News-Seite http://www.iribnews.ir/fa/news/1695848/%D9%85%D8%B1%DA%AF-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%BA%D8%AF%D8%A7%D8%AF%DB%8C-%D8%A2%D8%BA%D8%A7%D8%B2-%D9%BE%D8%A7%DB%8C%D8%A7%D9%86-%DB%8C%DA%A9-%D8%B1%D9%88%DB%8C%D8%A7) keine Bestätigung des Todes von Abû Bakr al-Baġdâdî, obwohl Photos veröffentlicht sind, die ihn als Toten zeigen könnten. Im Artikel geht es um etwas anderes. dabei wurde auch erwähnt, daß die syrische wie die irakische Armee spektakuläre Erfolge gegen den IS erzielt hätten und dieser damit – auch kraft der Unterstützung seitens Rußlands und des Irans – besiegt werden könnte, erhielte er wie andere Terrorgruppen nicht weiterhin Unterstützung durch das Ausland.
Bei einem Suizid-Bombenanschlag auf ein Flüchtlingslager westlich der Stadt ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr vom 2.7.2017 wurden 14 Insassen, meist Frauen und Kinder, getötet, 13 weitere verletzt. (http://www.sana.sy/?p=582629)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh informierte as-Sûmariyya News darüber, daß am 2.7.2017 durch die Truppen das Gebiet Makâwî in der Altstadt von Mossul befreit worden sei. (http://www.sana.sy/?p=582116)
Nach Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandeur der Operation „Wir kommen, Ninive!“, geht die Säuberung der Altstadt Mossul von Resten des IS weiter. Die Bundespolizei sicherte dabei den Stadtteil Bâb Ğadîd, den Sûq al-Arbaʽa wie die Eisenbrücke, während die Sicherheitskräfte die Kontrolle über das Ibn Sînâ–Krankenhaus samt Blutbank, Nuklearmedizin und Pathologie sowie das Wasserwirtschaftsamt übernahmen. In den letzten paar Stunden seien die Moscheen Kaʽb bin Mâlik und al-ʽAmriyya wie der Bereich ar-Râbiʽiyya befreit worden. Dabei wurden 110 Terroristen getötet, darunter drei Heckenschützen, 64 Sprengkörper demontiert, ein Netzwerk von Tunneln entdeckt und einige IS-Kommandostellen zerstört. (http://www.sana.sy/?p=581589 vom 1.7.2017)
Im Interview für Sputnik Arabic gab Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, zur Situation in Mossul an: „In der Stadt sind nur noch mehrere Dutzend Extremisten zurückgeblieben, von denen die meisten ausländische Bürger sind. Die Terroristen befinden sich in einer sehr schweren Lage und sind komplett umzingelt, und ihr baldiger Sturz ist nicht zu bezweifeln.“ Da manche Extremisten Suizidgürtel trügen, seien diese noch nicht endgültig aus der Provinzhauptstadt vertrieben: „Die irakischen Kräfte handeln höchst vorsichtig, um Zivilisten keiner zusätzlichen Gefahr auszusetzen.“
Auch dauere in mehreren Provinzen Krieg gegen den Terrorismus noch an, besonders im Westen von al-Anbâr und um Tal-ʽAfar (Tal Affar). Hierzu gibt Ra´îd al-ʽAzâwî (?, Raid al-Azawi), Dozent für Internationale Beziehungen an der Amerikanischen Universität, zu bedenken, daß auch weiterhin eine US-Militärpräsenz in Kauf genommen werden müsse. Infolge der US-Invasion 2003, die auch die auch zur Terrorismuskrise geführt habe, gebe es im Land es immer noch keine echte einheitliche Armee, auf im Fall innerer oder äußerer Gefahren Verlaß sei. (https://sptnkne.ws/eMCs)
Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî konnte am 30.6.2017 zusammen mit Grenzschutzkräfte einen IS-Angriff von al-Qâ´im aus nördlich des Grenzübergang al-Walîd zu Syrien abwehren und dabei etliche Terroristen eliminieren. (http://www.sana.sy/?p=581308)
Bei der Detonation eines selbstgebauten Sprengsatzes nahe des Obst- und Gemüsemarktes von al-Laṭîfiyya im S von Bagdad am 30.6.2017 wurden laut as-Sûmariyya News wurden drei Personen verletzt. (http://www.sana.sy/?p=581295)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî verkündete laut as-Sûmariyya News am 29.6.2017 nach den letzten Rückeroberungen in der Alt-Stadt (vgl.u.) das Ende des IS in der Provinzhauptstadt Mossul. (http://www.sana.sy/?p=581063)
Gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 29.6.2017 wurde an diesem Tag die an-Nûrî–Moschee mit dem al-Ḥadbāʾ–Minarett (vgl.u.) und das Gebiet as-Sarğ Ḫâna in der Altstadt von Mossul vom IS zurückerobert. Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat teilte Dasselbe hinsichtlich des Krankenhauses al-Batûl samt dem Gebäude für geistig Behinderte auf dem Westufer des Tigris mit. Außerdem wurden 20 vom IS entführte Kinder im Bezirk aš-Šifâ´ befreit. (http://www.sana.sy/?p=580910)
Die Truppen eliminierte eine Gruppe IS-Terroristen im Bezirk Tal ʽAfar im W der Provinz Nînawâ (Ninive); die Luftwaffe bombardierte IS-Schlupfnester nordöstlich von Diyâlâ. In Mossul heute befreite die Armee die az-Ziwânî-Moschee im Bereich Bâb al-Baiḍ in der Altstadt. – Auf der anderen Seite wurden zwei irakische Polizisten durch die Detonation einer an einem Fahrrad angebrachten Bombe in Falûğa/Provinz al-Anbâr verletzt. (http://www.sana.sy/?p=579874 vom 27.6.2017)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 26.6.2017 eroberten die vereinten Streitkräfte in der Altstadt von Mossul den Stadtteil Fârûq I. Im Stadtteil Tal ʽAfar, in dessen Mitte zuletzt ein hochrangiger IS-Angehöriger (s.u.) mit dem Namen Abû ʽAbdullâh al-Ḥalabî [d.h. aus Aleppo] getötet worden war, verhängte die Terrororganisation eine Ausgangssperre und versetzte das Gebiet in Alarmzustand. (http://www.sana.sy/?p=579290)
Den Streitkräften gelang die Liquidierung von drei der prominentesten IS-Führer, darunter den sog. Dîwân al-Ğund (Leiter des „Heeresamts“), mit mehreren ihrer Untergebenen der Gegend in einem Luftangriff im Stadtteil Tal ʽAfar der Altstadt von Mossul, meldete as-Sûmariyya News am 25.6.2017. (http://www.sana.sy/?p=578389)
Vereitelung von drei Terroranschlägen gegen Standorte von Militär- und Sicherheitskräften in der Provinz Diyâlâ mit Beseitigung einer Reihe von IS-Extremisten, nämlich nahe des Dorfes Maḥbûbiyya am Rande von Banî Saʽd, südwestlich von Baʽqûba durch Sicherheitskräfte, dann durch die Armee im Dorf al-Asyûd nahe Ḥûḍ az-Zaur nordöstlich von Baʽqûba und schließlich durch Stammesleute in Ḥûḍ Šarwîn östlich von Baʽqûba, wie das Mitglied des Rats von Diyâlâ, Karîm al-Ğubûrî, erklärte. Auch in Kirkûk wurde der IS-Zuständige für die Sicherheit im Stadtteil al-ʽAbâsî getötet. (http://www.sana.sy/?p=578788 vom 25.6.2017)
Basierend auf einer Meldung von al-ʽArabiyya berichtet Russia Today, daß sich in Mossul nur noch knapp 200 IS-Kämpfer aufhalten sollen. Dort sprengte sich am 25.6.2027 in Suizidattentäter innerhalb einer Menge aus der Provinzhauptstadt Flüchtender in die Luft und riß damit mindestens 20 andere mit in den Tod. (https://sptnkne.ws/eHQz)
Gemäß Meldung von as-Sûmariyya News hinterließ ein Suizidanschlag in der westlichen Provinz al-Anbâr neun Tote und zehn Verletzte. Die meisten Opfer sind Soldaten. (http://www.sana.sy/?p=577812 vom 23.6.2017)
Wie Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat am 22.6.2017 as-Sûmariyya News berichtete, befreiten seine Leute an diesem Tag die Moschee al-Ḥâmidîn in Bâb al-Abyaḍ auf dem Tigris-Westufer von Mossul sowie die Simeons-Kirche. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî zerstörte derweil die größten IS-Lager an Vorräten und Treibstoff bei einem Ölfeld, 90km nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ. (http://www.sana.sy/?p=577541)
Die Sprengung der an-Nûrî-Moschee aus dem 12.Jh. in Mossuls Altstadt, am 22.6.2017, bekannt geworden durch die Ausrufung des IS-Kalifats am 29.6.2014 darin durch Abû Bakr al-Baġdâdî, bezeichnete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî als Verbrechen und Zeichen der Niederlage der der IS-Terrororganisation. Die Detonation ereignete sich 50m entfernt von den vordringenden Armeetruppen. Zuvor soll der IS 60 Familien in den Bau verschleppt und dabei umgebracht haben. – Die Moschee, benannt nach ihrem Bauherrn Nûr ad-Dîn Zankî [auch Namensgeber einer Terrorunterorganisation in Syrien!], galt mit ihrem leicht gekrümmten Minarett, genannt al-Ḥadbāʾ [d.h. die Gebückte], als eines der Wahrzeichen der Provinzhauptstadt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28548-is_zerst%C3%B6rt_historische_mo- schee_in_mossul_mitglieder_von_60_familien_get%C3%B6tet)
Beim Angriff auf Alt-Mossul durch Spezialeinheit der Anti-Terror-Einheiten erlitten die Kämpfer Wunden, die eindeutig auf die erneute Verwendung chemischer Kampfstoffe durch den IS hindeutete. (https://sptnkne.ws/eG4D vom 21.6.2017)
Der irakische Nationale Sicherheitsberater, Fâliḥ al-Fayâḍ, sprach im Interview mit dem Sender al-Mayâdîn über die Koordinierung der irakischen und syrischen Antiterror-Operationen in der gemeinsamen Grenzregion. hinsichtlich der Aktionen der US-Seite in Nah-Ost versicherte er, daß sein Land niemals zuließe, daß es Ausgangspunkt für deren Militärschläge auf syrischem Territorium werde. Außerdem betonte er, die Beziehungen zwischen dem Irak, Syrien und dem Iran seien „ausgezeichnet“. Man strebe ein gutes Miteinander mit den Nachbarländern an anstelle von Gegnerschaft, die nur zu Kriegen führe. Auch komme eine Zusammenarbeit im Counterterrorismus allen Ländern der Region zu Gute. (http://www.sana.sy/?p=576372)
In Alt-Mossul wurden am 20.6.2017 die drei Stadtteile as-Sâʽa, al-Mušâhida und Ḫazrağ durch Antiterrortrupps dem IS entrisse laut dem Vize-Vorsitzenden des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Parlament, Nâyif aš-Šamrî. Nach Angabe von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News befreite die 9. Panzerdivision zudem den südlichen Teil des Stadtteils aš-Šafâ´, die antike Qalʽat Bâšṭâbiyân und erkämpfte die Kontrolle über das Jugend-Gefängnis, die Ruhestätte von Yaḥyâ Abû al-Qâsim neben dem Gesundheitsamt von Ninive, die Marien-Kirche und die 5. Brücke. (http://www.sana.sy/?p=576205)
Am 19.6.2017 gelang dem Grenzschutz die Rückeroberung des Grenzstreifens von 40km zwischen dem Grenzübergang al-Walîd und dem von al-Qâ´im. Der Kreisdirektor des Kreises von al-Walîd der Provinz al-Anbâr, ʽAbdul-Munʽam aṭ-Ṭarmûz, bestätigte zudem die Ankunft von Verstärkungseinheiten im Ort. (http://www.sana.sy/?p=575653)
Während ihrer Sitzung in Luxemburg einigten sich die EU-Außenminister am Mo., 19.6.2017, auf die Entsendung von Militärberatern und Soldaten in den Irak. Diese sollten nach der Vertreibung des IS aus dem Land die Landes-Streitkräfte bei der Herstellung und Beibehaltung der Ordnung ausbilden und nicht an Kampfhandlungen teilnehmen. Auf einer Pressekonferenz bemerkte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini dazu: „Ich hoffe, das kann schnell genug gehen, hoffentlich in den kommenden Monaten, so dass wir alle unsere Ratschläge und Unterstützung für die irakischen Behörden liefern können.“ Laut EU-Diplomaten habe der Irak die Europäische Union offiziell um ihre Hilfe gebeten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28468-eu_pr%C3%BCft_truppenentsendung_in_den_irak)
Am 19.6.2017 wurde die Zentrale der syrisch-irakischen Industrie- und Handelskammer (ISICC) in Bagdad eröffnet. (http://www.sana.sy/?p=575902)
Am So., 18.6.2017, begannen die vereinten Streitkräfte von Armee, Antiterrorkämpfern und Bundespolizei den Sturm auf die Alt-Stadt von Mossul [im Westteil der Provinzhauptstadt], wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. (http://www.sana.sy/?p=574803)
Gemäß Mitteilung des Verteidigungsministeriums vom So.,18.6.2017, eroberte die 7. Division ausgehend von Straße nach ʽAna, Râwa und Qâ´im in Richtung Wâdî Ḥaurân in der westlichen Wüste der Provinz al-Anbâr das Gebiet von aṣ-Ṣakra vom IS zurück, tötete dabei 43 von deren Kämpfern und zerstörte zwei ihrer Autobomben. Anschließend wurde das Terrain von hinterlassenen Sprengsätzen gesäubert. – Das 13. Bataillon von al-Ḥašd aš-Šaʽbî verhinderte unter Deckung der irakischen Luftwaffe einen Durchbruch von IS-Terroristen an der Grenze zu Syrien und zerstörte eine Reihe ihrer Kampfwagen und vernichtete die Angreifer vollständig, wie Generalmajor Aḥmad Naṣrullâh in einer Erklärung erläuterte. (http://www.sana.sy/?p=575176)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî machte am Abend des 17.6.2017 beim Treffen mit Medienvertretern und Politikanalytikern in Bagdad deutlich, daß vom Irak keine Angriffe auf Nachbarstaaten erfolgen dürften. Ebensowenig dürfe das Land, das gerade mit der Wiederherstellung der Sicherheit im eigenen Territorium befaßt sei, keine Region zur Begünstigung von Spannungen und Feindseligkeiten sein. Man begrüße den Aufbau positiver Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses anstatt von Feindseligkeiten. „Auch wenn man uns die Welt zu Füßen legt oder den Irak umsonst wieder aufbaut, werden wir der Islamischen Republik Iran nicht den Rücken kehren“, erklärte er. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28384-haidar_al_abadi_vom_irakischen_boden_darf_kein_an-griff_auf_nachbarstaaten_erfolgen).– Knapp zwei Wochen zuvor hatten positive Worte des qaṭarischen Emirs hinsichtlich des Irans eine Krise ausgelöst und zum Zerwürfnis u.a. mit seinen unmittelbaren Nachbarländern geführt. Dies wiederum geschah in der Folge der gegen den Iran gerichteten Rede von US-Präsident Trump während seines Besuches in ar-Riyâḍ (vgl. http://www.voltairenet.org/article196560.html, http://www.sana.sy/?p=567027, https://sptnkne.ws/eDnN etc.).
Laut as-Sûmariyya News vom 17.6.2016 haben die vereinten irakischen Streitkräfte bestehend aus Grenzschutz, al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Clan-Mitgliedern unter Deckung der Luftwaffe im Kampf gegen den IS den Grenzübergang al-Walîd nach Syrien unter ihre Kontrolle gebracht und den verbleibenden Grenzstreifen zwischen der jordanisch-syrisch-irakischen Grenze von Terroristen gesäubert. (http://www.sana.sy/?p=574319)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh vom 16.6.2017 wurde der Stadtteil Bâb Sinğâr in West-Mossul zurückerobert. Teile der 15. Infanteriedivision befreiten zudem die Dörfer al-Buwîr, al-Lazâka, as-Salâm und al-Manṣûr, die al-Manṣûr-Militärfabrikationsanlage wie die al-Buwîr-Wasseraufbereitungsanlage östlich der Straße al-Kazak al-Maḥalbiyya im Westen von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=573379)
IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî mit weiteren hohen IS-Führern in Syrien getötet!
Das russische Verteidigungsministerium informiert am Fr., 16.6.2017: „Laut der Information, die durch unterschiedliche Kanäle geprüft wird, ist der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi bei der Sitzung, die die russische Luftwaffe angegriffen hat und an der er beteiligt gewesen ist, getötet worden.“ Es handelt sich um einen Luftangriff der russischen Streitkräfte nahe ar-Raqqa vom 28. Mai. Wie schon zu früheren Zeitpunkten konzentrieren sich Luftschläge der syrischen und russischen Kampfflieger infolge geheimdienstlicher Überwachungstätigkeit auch auf Treffen hochrangiger Terroristenführer. Ende Mai bestätigten Videos einer Überwachungsdrohne Ort und die Zeit des Treffens hoher IS-Kommandeure in einem südlichen Vorort von ar-Raqqa. Darauf erfolgte von 00.35 bis 00.45 Uhr (Moskauer Zeit) der Angriff, von dem die USA im voraus informiert worden waren. Dazu hieß es aus dem Ministerium: „Bei einem Luftschlag der Flugzeuge vom Typ Su-35 und Su-34 wurden ranghohe Kommandeure des IS, die dem sogenannten Militärrat der Terrororganisation angehörten, sowie etwa 30 mittlere Kommandeure und rund 300 Leibwächter vernichtet.“. Aufgrund der zuvor gesammelten Informationen sollten bei dem Treffen, an dem auch ranghohe Mitglieder des sog. IS-Militärrates teilnahmen, Fluchtkorridore für IS-Kämpfer aus ar-Raqqa in südlicher Richtung [d.h. nach Dair az-Zaur] geplant werden, was unbedingt verhindert werden mußte. Unter den Getöteten befänden sich auch der IS–Amîrvon ar-Raqqa, Au al-Hadschi al Mysri [Abû al-Ḥâğ al-Maṣrî, demnach ein Ägypter], der Chef des IS-„Sicherheitsdienstes“, Suleiman al-Schauakh [Sulaimân aš-Šawâḫ], und der für das Gebiet ar-Raqqa – as-Suḫna zuständige Kommandeur Ibrahim an-Nayef al-Hadsch [Ibrâhîm an-Nâyif al-Ḥâğ]. (https://sptnkne.ws/eDXu, https://sptnkne.ws/eDWx, http://www.sana.sy/?p=573797, http://www.sana.sy/?p=573797)
Die Luftwaffe eliminierte zehn IS-Schlupfnestern samt Kämpfern in al-Muṭaîbîğa an der Grenze zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn, wie der Bürgermeister von Ḫâliṣ/ Provinz Diyâlâ namens ʽUday al-Ḫadrân gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. Laut dem Kommandanten der Tigris-Operationen, Generalleutnant Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, wurde auch eine IS-Zentrale zerstört, zudem fanden Razzien im NW von Baʽqûba statt. (http://www.sana.sy/?p=572010 vom 13.6.2017)
Im Flüchtlingslager Ḥusn Šâm nahe Mossul kam es infolge des Ifṭar-Essens [Fastenbrechen im Ramaḍân] am Abend des 12.6.2017 zu Vergiftungserscheinungen. In der Folge starben zwei Menschen, 752 weitere Personen erkrankten schwer an Lebensmittelvergiftung, wie sich später herausstellte und vom UN-Flüchtlingskommissar bekannt gemacht wurde. Der Sprecher des irakischen Gesundheitsministerium, Saif al-Badr, informierte AFP darüber, daß nun Untersuchungen im Gange seien. Klar sei jedoch, daß die Verantwortlichen für die Bereitstellung des Essens von der qaṭarischen Firma RAF stammten. Tags darauf kam es daher zu Verhaftungen in der Firma wie in einem Restaurant der Provinz Arbîl laut Aussage des Vorsitzenden des Ausschusses für Migration im irakischen Parlament mit Namen Raʽad ad-Dahalakî. (http://www.sana.sy/?p=571903)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News am 12.6.2017 befreiten Abteilungen der 15. Infanteriedivision die Dörfer Šaiḫ Qara Saflâ, Ṭayyiša al-ʽAṭšâna, aš-Šuhadâ´ al-ʽAzîziyya, al-Mawâlî westlich der Gebirgskette ʽAṭšâna im Osten des Gebiets von al-Maḥalbiyya östlich von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=571226
Durch ein von der qaṭarischen Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis ausgegebenes Dokument (s. Photo) bestätigte sich, daß ca. 1.800 Terroristen aus verschiedenen nordafrikanischen Ländern in den Irak geschickt wurden, um die dort agierenden Terrororganisationen zu verstärken. Am 11.6.2017 informierte as-Sûmariyya News darüber, daß ein Sprecher der Führung der libyschen National-Armee, Aḥmad al-Masmârî, in einer Erklärung dieser Woche im Fernsehen sagte, Sicherheitsdienste hätten ermöglicht, dieses Dokument zu erhalten, als Beweis für eine Beteiligung des Scheichtums Qaṭar beider Unterstützung terroristischer Organisationen. Feldmarschall Ḫalîfa Ḥaftar, Kommandant der libyschen National-Armee, bestätigte zudem letzten Monat, daß das Scheichtum Qaṭar den Terrorismus in seinem Land unterstütze und es Mitglieder der bewaffneten Milizen von Libyen trainieren lasse. Laut dem o.e. Dokument befanden sich die angesprochenen Trainingslager in az-Zintân, Banġâzî, az-Zâwîyya und Miṣrâta, von wo aus die 1.800 Terroristen in drei Chargen über libysche Häfen via Türkei in den Irak gebracht wurden. Durch libysche Sicherheitsquellen wurde außerdem deutlich, daß der berüchtigte und durch das Scheichtum Qaṭar bevorzugt unterstützte Terroristenführer mit Alias-Namen ʽAbdulḥakîm bi_l-Ḥâğ(Belhaj, a.: Belhadsch in der Lage war, durch eine eigene seit im September 2015 eingerichtete Fluggesellschaft mit Zielort Istanbul mehr als 3.000 Terroristen durch türkisches Territorium zwischen Libyen und Syrien zu transferieren. (http://www.sana.sy/?p=570540)
Die vereinten Streitkräfte des Landes vollendeten am 10.6.2017 die Befreiung des Stadtteils az Zanğîlî in West-Mossul. Beim Minenräumen habe man laut dem Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat dort moderne Anlagen zur die Herstellung von Raketenwerfern, großen Mengen an Sprengstoff und Raketen sowie anderen Waffen gefunden. Auch wurden gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh sechs weitere Dörfer im Westen der Provinzhauptstadt der IS-Kontrolle entrissen, nämlich az-Zarnûk, Šaiḫ Qara al-ʽAliyâ, al-Muhâfîf, Dâm Sinğâr, Tal Ḫîma, Baġla westlich der Gebirgskette ʽAṭšâna. In der Morgendämmerung eroberten Kräfte der Brigade 51 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî das Gebiet al-Masîḥilî im Bezirk Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn vollständig zurück, während die 33. Brigade erfolgreich gegen einen IS-Konvoi auf der Verbindungsstraße zwischen Bagdad und Mossul vorging. Gemäß Generalmajor Ḥaidar Muḥammadâwî scheiterte zwar der Angriff im SW der Wüste von Nînawâ (Ninive) bei Ğibâl Makḥûl und aš–Šarqâṭ, doch wurden den Terroristen schwere Verluste beigebracht. Laut der Direktion des militärischen Geheimdienstes konnten die Sicherheitskräfte IS-Suizidanschläge gegen den großen Damm in Diyâlâ verhindern, der von Booten aus durchgeführt werden sollte. alle Terroristen konnten eliminiert werden. (http://www.sana.sy/?p=570139 vom 10.6.2017)
Ein Suizidattentäter sprengte sich am 9.6.2017 mittels eines Sprengstoffgürtels auf einem Parkplatz im Zentrum von Karbalâ´ in der Provinz Bâbil (Babylon) in die Luft. Laut as-Sûmariyya News starben dabei 20 Personen, 21 wurden verletzt.(http://www.sana.sy/?p=569602) – Pars Today gibt neun Tote und 15 Verletzte an und ergänzt, daß es sich bei den Opfern in der Hauptsache um Pilger gehandelt habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28004-irak_24_to- te_und_verletzte_bei_terrorranschlag_in_kerbela) – Die Wüstenstadt ist ein für Šîʽiten wichtiger Wallfahrtsort seit der Schlacht vom 10.10. 680 n.u.Z., bei der der Prophetenenkel Ḥussain sein Leben einbüßte.
Bei einem Bombenanschlag am Eingang zum großen Markt von Musayyib im N der Provinz Bâbil wurden am selben Tag 20 bzw. 21 Menschen getötet und 21 bzw. 20 verletzt. (http://www.sana.sy/?p=569696, s.a. https://sptnkne.ws/eAV8)
Nach Aussagen glaubwürdiger Zeugen sollen IS-Kämpfer in Mossul am 8.6.2017 gemäß Sputnik zum neunten Mal Chemiewaffen eingesetzt haben und zwar gegen Zivilisten, die Stadtteil az-Zanğîlî (vgl.u.) zu verlassen suchten. Es sollen mindestens 13 Menschen, auch Frauen und Kinder, verletzt worden sein. (https://sptnkne.ws/eAA7)
Am 6.6.2017 kamen laut as-Sûmariyya News drei Kinder ums Leben, zwei Frauen wurden verletzt, als inmitten der Stadt Hît in der Provinz al-Anbâr eine Handgranate auf ein Wohnhaus warf, welche detonierte. In den letzten Tagen hätten sich in der Stadt schon einige Attentate von sog. IS–Schläfern gegen Bürger und Angehörige der Streit- und Sicherheitskräfte ereignet. Man versuche solche Zellen weiterhin aufzuspüren und unschädlich zu machen. (http://www.sana.sy/?p=568054)
Am 6.6.2017 befreite al-Ḥašd aš-Šaʽbî ein weiteres Wohngebiet südlich des Flughafen Saḥl Sinğâr im Westen der Provinz Ninive vom IS, wie as-Sûmariyya News meldete. (http://www.sana.sy/?p=567561)
Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî hat einer Meldung von as-Sûmariyya News zufolge im NW von al-Baʽâğ weitere neun Dörfer im Grenzgebiet zu Syrien befreit, nämlich: Bi´r Aṣîbaʽî, ʽAliyya, Šarğî ar-Râwî, Ḥamad al-Madlûl, Marzûka – al-Ḥadûdiyât, Tûmân, Raqba al-Fars, Ḫirbat al-ʽArîḍa. Die Operation werde weitergeführt, bis alle Ortschaften in jenem Gebiet dem IS entrissen seien. Außerdem wurden in Richtung des Abzweigs al-Walîd al-Ḥudûdî in einem Gefecht 37 IS-Terroristen getötet und acht Autobomben zerstört. (http://www.sana.sy/?p=567197)
Die Brigade 11 und 41von al-Ḥašd aš-Šaʽbî befreiten einer Erklärung nach einen weiteren Wohnkomplex im S von al-Baʽâğ. (http://www.sana.sy/?p=566249) Tags darauf, am 4.6.2017, gelang dann die Rückeroberung der Stadt selbst unter Deckung der Luftwaffe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27786-irak_befreiung_stra- tegischer_stadt_baadsch_an_der_syriengrenze)
Gemäß einer Erklärung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandeur der Operation „Wir kommen, Ninive!“ gegenüber as-Sûmariyya News konnte am 3.6.2017 der Stadtteil aṣ-Ṣiḥa I in West-Mossul endgültig von den IS-Terroristen befreit werden. (http://www.sana.sy/?p=565983)
Durch eine im Bereich einer Armeepatrouille in ar-Raḍwâniyya explodierende Bombe wurden ein Soldat getötet und eine weiterer verletzt, wie as-Sûmariyya News am 2.6.2017 meldete. (http://www.sana.sy/?p=565873)
Nach Vertreibung der IS-Terroristen aus dem Grenzdorf Ğâyir Ġalfas durch die al-Ḥašd aš-Šaʽbî befreiten diese auch die Wohnanlage aṣ-Ṣakâr mit umliegendem Gebiet im südlichen al-Baʽâğ-Bezirk, wobei sie zuvor deren Bewohner evakuiert hatten. Außerdem verhinderten sie einen Suizidanschlag mittels Autobombe, verhafteten den Täter und vernichteten die Sprengsätze. Anschließend wurde das Dorf al-Ḫabra südlich von al-Baʽâğ der IS-Kontrolle entrissen bei erheblichen Verlusten auf der Feindseite. Der al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Führer, Abû Mahdî al-Muhandis, erklärte dazu gegenüber einem Kriegsberichterstatter, die Volkswehr werde nach Befreiung des gesamten Grenzstreifens zu Syrien die Kontrolle darüber der Grenzpolizei übergeben. – Die Volkswehr hatte am 24. 5.2016 den Beginn der zweiten Phase der Befreiung der restlichen Bereiche westlich von Qairâwân und al-Baʽâğ entlang der irakisch-syrischen Grenze angekündigt. (http://www.sana.sy/?p=565614 vom 1.6.2017)
Zwar sind die Truppen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî inzwischen an der Grenze zu Syrien angekommen, doch werden sie solange nicht die Grenze überschreiten, bis sich diesbezüglich eine Genehmigung der Regierung in Damaskus vorliegt bzw. diese mit der in Bagdad darüber einvernehmlich entschieden hat. Man werde sich in jedem Fall an das geltende [Völker-]recht halten, erklärte hierzu ein Sprecher der Führung der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Aḥmad al-Asadî, gegenüber as-Sûmariyya News. Er widersprach damit dezidiert anderslautenden Gerüchten, diese seien bar jeglicher Authentizität. (http://www.sana.sy/?p=565533)
Im kürzlich von der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî zurückeroberten und den jesidischen Behörden überantworteten früheren IS-Hochburg Kûğû (vgl.u.), ca. 18km südlich von Sinğar haben deren Kämpfer fünf weitere Massengräber mit vom IS im Jahr 2014 ermordeten Jesiden [Yazîdiyûn, vgl.u.] entdeckt. „Zurzeit wissen wir nicht, wieviel Menschen dort begraben sind. Die Untersuchungen werden fortgesetzt„, informierte der Sprecher der Behörde für religiöse Angelegenheiten der autonomen kurdisch-irakischen Regierung, Xeyri Boazan, den Reporter von Sputnik Türkei. Es müßten aber gut 400 Leichen sein. (https://sptnkne.ws/e6pf)
Bei einer Suizidattacke nahe einer Schule im Zentrum der Stadt Hīt (vgl.u.) in der westirakischen, an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr kamen am Dienstagabend, 30.5.2017, zwölf Menschen ums Leben, 13 weitere wurden verletzt (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27646-irak_12_tote_bei_terroranschlag_in_h%C4%ABt)
Angriffe auf IS-Trupps flog die Luftwaffe im Raum Tal Fâris, al-Baʽâğ und Bâdûš am 30.5.2017, zerstörte u.a. eine IS-Zentrale im al-Baʽâğ-Bezirk sowie eine Sprengvorrichtung im Dorf al-Bûṯa südlich von al-Baʽâğ, während al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen IS-Ansammlungen westlich von Mossul erfolgreich vorging. (http://www.sana.sy/?p=564442)
Hâdî al-ʽÂmirî, Generalsekretär der Badr-Organisation innerhalb von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, teilte am Mo., 29.5.2017, mit, daß durch die jüngsten erfolgreichen Operationen die Grenzregion zu Syrien erreicht sei, deren Säuberung von den Terroristen nun bevorstehe. „Wir werden die Mitglieder der IS-Terrormiliz überall jagen. … Dazu werden wir im Notfall mit der Zustimmung von Damaskus auch in syrisches Gebiet vorrücken. Die Sicherheit im Irak kann nur durch Sicherheit in Syrien hergestellt werden.“ Hingegen verwahre man sich gegen eine Einmischung der USA: „Bei der Befreiung irakischer Gebiete handelt es sich um eine rein irakische Entscheidung. Diesbezüglich lassen wir uns von niemandem etwas vorschreiben bzw. wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis. Wir erlauben den US-Amerikanern auch nicht, sich in diese Angelegenheit einzumischen.“, unterstrich der Sprecher. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27598-s%C3%A4uberungs-aktion_in_irakisch_syrischer_grenzregion_heute_begonnen) – Auch Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî beim Frontbesuch und Treffen mit mehreren al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Kommandeuren bekräftigte dies. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27600-ministerpr%C3%A4sident_al_abadi_irak_ist_in_der_letzten_phase_des_kampfes_ge-gen_den_terrorismus)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî trat am 29.5.2017, gegenüber IRNA dezidiert Gerüchten entgegen, wonach sich der Irak einer US-israelisch geführten Allianz zusammen mit Saudi-Arabien gegen den Iran zusammenschlösse. Solches anzunehmen, sei insbesondere angesichts der wesentlichen Unterstützung seitens des Iran im Kampf gegen den Terrorismus blanker Unsinn. Der Iran sei ein friedlicher Staat, der bestrebt sei, mit anderen im guten Einvernehmen zu stehen. http://www.sana.sy/?p=563974)
Durch die Detonation einer in einem Auto versteckten IS-Bombe, das vor einer Eisdiele im belebten bagdader Stadtbezirk Karâda abgestellt war, kamen am Montagabend, 29.5.2017, 15 Menschen ums Leben, 55 weitere wurden verletzt. – Schon tags zuvor hatte es in jenem Viertel einen Bombenanschlag, mit 13Toten gegeben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27582-irak_15_tote_nach_bombenan- schlag_in_bagdad, s.a. http://www.sana.sy/?p=564233)
Nach Aussage von Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl vom 29.5.2017 werden die Operationen in Mossul fortgeführt. Seit der Rückeroberung der drei Stadtteile (s.u.) sei nun die Altstadt von Süden, Westen und Norden eingekreist [im Osten begrenzt der Tigris jenen Westteil der Stadt!]. Abends am Vortag habe die Luftwaffe tausende Flugblätter abgeworfen, damit die in der Altstadt lebende Bevölkerung sich über eingerichtete Sicherheitskorridore von dort flüchten solle. (http://www.sana.sy/?p=563573)
Am So., 28.5.2017, beseitigte laut Oberst Muḥammad al-Mâlikî gegenüber as-Sûmariyya News die al-Ḥašd aš-Šaʽbî unter Deckung der Luftwaffe einen IS-Trupp mit Panzern und drei Autobomben im al-Baʽâğ-Bezirk im W der Provinz Nînawâ nahe der Grenze zu Syrien. (http://www.sana.sy/?p=563014) – Zudem befreite diese Volkswehr das Gebiet al-Qaḥṭâniyya in derselben Gegend. (http://www.sana.sy/?p=563051)
Gemäß Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh im Gespräch mit as-Sûmariyya News vom 27.5.2017 befreiten die vereinten Truppen die drei Stadtteile aš-Šifâ´, Zanğîlî und aṣ-Ṣiḥa I im Westteil von Mossul inklusive des staatlichen Krankenhauses dort.
Al-Ḥašd aš-Šaʽbî vertrieb derweil die IS-Terroristen aus den Dörfern Rambûs aš-Šarqiyya und Rambûs al-Ġarbiyya im N von al-Baʽâğ im W der Provinz Nînawâ. (http://www.sana.sy/?p=562554)
Laut einer Erklärung eines Vertreters von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber as-Sûmariyya News vom 26.5.2017, konnten die Dörfer Biskî, al-Ḥâtimiyya, al-Qâbûsiyya und Rambûs befreit werden, nachdem zuvor die lokale IS-Hochburg Kûğû (kurdisch: Koço), eine Stadt im Westen von al-Qairawân nach heftigen Kämpfen mit den dort zunächst eingekesselten IS-Terroristen hatte erobert und zudem die Kontrolle über die Straße Sinğar – al-Baʽâğ hatte hergestellt werden können.
Im NO der Provinz Diyâlâ wurde zudem ein IS-Anführer während eines Terroranschlags auf einen Sicherheitsposten getötet.
Zudem vereitelten die vereinten Truppen einen Angriff von IS-Terroristen auf Sicherheitsposten nahe Ḥamrîn nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ, während deren Sicherheitskräfte ein Grab mit 40 Leichen von IS-Terroristen Ermordeter in al-Bûbâlî im Gebiet ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr entdeckten.
Am Morgen wurde ein Iraker getötet, drei erlitten Verletzungen infolge der Detonation eines am Straßenrand nahe eines belebten Marktes südlich von Bagdad angebrachten Sprengsatzes. (http://www.sana.sy/?p=562141)
Der Politologe Th. Meyssan informiert über eine Umsetzung der veränderten US-Politik unter Präsident Trump in Nah-Ost. Demnach wurden drei Kommunikationskanäle zwischen der russischen und der US-Armeeeingerichtet:
Im gemeinsamen US Generalstab sei General Kenneth F. McKenzie dazu bestimmt worden jegliches Problem zwischen beiden Armeen in der Region mit absoluter Dringlichkeit zu behandeln.
Eine direkte Leitung sei zwischen den Verantwortlichen der Operationen beider Länder im Irak und in Syrien eingerichtet worden mit dem Ziel, ihre Operationen in den vier durch die Verhandlungen in Astana eingerichteten De-Eskalationszonen zu koordinieren. Jene Übereinkunft war unter Schirmherrschaft Rußlands, des Iran und der Türkei zustande gekommen, von der US-Regierung jedoch nicht offiziell akzeptiert worden. Meyssan vermutet daher diesbezüglich eine Vereinbarung geheimer Art zwischen Moskau und Washington.
Zudem sei eine direkte Leitung zwischen dem Befehlshaber des CentCom, General Joseph Votel, und seinem russischen Pendant eingerichtet worden, um strategische, nicht taktische Probleme zu behandeln.
Der Politologe konstatiert: „Diese Maßnahme markiert eine Revolution in Bezug auf die Gewohnheiten der US-Armeen, die sich diesem bisher stets widersetzt haben. Es ist die direkte Konsequenz der neuen von Donald Trump eingehauchten Strategie“. (http://www.voltairenet.org/article196473.html vom 25.5.2017)
Laut einer Mitteilung von Human Rights Watch (HRW) vom Do., 25.5.2017, haben IS-Terroristen ca. 3.000 Zivilisten aus Dörfern im Norden der Stadt Nînawâ entführt, um sie an die Grenzen zu Syrien als menschliches Schutzschild zu mißbrauchen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27452-irak_is_entf%C3%BChrt_3000_zivili-sten_im_westen_von_nineveh)
Amnesty International kritisiert nun öffentlich, was irakische Bewohner vor Ort und Regierungsbeamte bzw. Volksvertreter im Parlament schon vor Jahren anprangerten (vgl.u.): laut einem Bericht der Financial Times sind den US-Streitkräften im Irak Rüstungsgüter im Wert von einer Milliarde Euro „verloren“ gegangen, von denen Amnesty International annimmt, daß sie in den Händen der IS– und anderer Terroristen gelandet sind. Darunter befanden sich zehntausende Sturmgewehre, hunderte Granatwerfer und Panzerkraftwagen des Typs Humvee, welche regelmäßig von IS-Suizidattentätern als selbstfahrende Bomben eingesetzt worden sind und werden. (https://www.ft.com/content/eb7f4c3c-404c-11e7-9d56-25f963e998b2, https://sptnkne.ws/e32v) – Die Iraker hatten zum Grund des Verschwindens – während der Obama-Ära! – andere klare Ursachen benannt (s.u., z.B. 24.10.2016).
Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî kündigte im Interview mit as-Sûmariyya News vom 25.5.2017den Beginn einer zweiten Operation zur Säuberung von IS-Terroristen westlich al-Qairawân (Provinz Nînawâ) an wie die Erstürmung des al-Baʽâğ–Bezirks an der Grenze zu Syrien. Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gab einen kurzen Überblick der letzten Ergebnisse im NO der Provinz Diyâlâ, wo IS-Nester aufgespürt und vernichtet worden seien. Bundespolizeikommandeur Râ´id Šâkir Ğaudat konnte melden, daß das [Gebäude mit dem] Šarîʽa-Gericht des IS-Wilâyat al-Ğund im Stadtteil 17. Juli von Mossul erobert worden sei. Darin fanden sich wichtige Dokumente, Haftzellen und Foltereinrichtungen für die Gefangenen. Einen Zusammenstoß mit einem IS-Trupp gab es zudem in der Altstadt bei der an-Nûrî-Moschee.(http://www.sana.sy/?p=561277)
Gemäß Generalleutnant Ğalîl ar-Rubaîʽî gegenüber as-Sûmariyya News beginnen am 23.5.2017 zwei Militäroperationen, einmal westlich von Bagdad unter seinem Kommando und dann in der Provinz Diyâlâ. Im ersten Fall sollen die Bereiche Nibâʽî und al-Kasârât sowie Banî Zaid von IS-Terroristen gesäubert werden, im zweiten Fall rücke man laut dem Kommandanten, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, zusammen mit der Bundespolizei, der Volkswehr und Stammesleuten von drei Achsen vor, um den IS aus den Gebieten Qara Taba (Tepe) östlich von Baʽqûba und der Hügelkette Tilâl Ḥamrîn nordöstlich von Baʽqûba zu vertreiben.
In der Provinz al-Anbâr gelang es der Armee, einen IS-Vorstoß auf Ḫaṭ aṣ-Ṣad, ca. 12km westlich von ar-Ramâdî zu evreiteln.
Eine am Straßenrand im Bereich von ar-Raʽûd nördlich von Bagdad angebrachte Sprengladung detonierte beim Passieren einer Militärpatrouille, tötete einen Offizier und verletzte drei weitere.
In den Tiefen der Wüste von al-Anbâr eliminierten irakischen Streitkräfte 34 IS-Terroristen, deren Großteil Sprengstoffgürtel trug.
Ebenfalls in dieser westlichen Wüstengegend wurden innerhalb von 48 Stunden erfolgreiche Blitzangriffe auf eine Strecker von 40km nördlich des al-Qâdisiyya–Sees in Richtung Rawah, südlich des Euphrats in Richtung Rîḥâna und in Richtung Itâd Ḥadîṯa sowie Wâdî Ḥaurân gegen IS-Trupps durchgeführt.
(http://www.sana.sy/?p=560093)
Ein Vertreter der Sicherheitskräfte der Provinz Kirkûk teilte gegenüber RIA Novosti mit: „Alle Anführer des IS sind aus Mossul in die Provinz al-Hawidscha, die sich 55 Kilometer westlich von Kirkuk befindet, umgezogen“. Die Stadt al-Ḥawîğa, ca. 170km südlich von Mossul gelegen, befindet sich seit 2014 unter IS-Kontrolle. Zuvor zählte sie etwa 500.000 Einwohner. Demnach errichtete der IS den Sitz seiner sog. Wilayât [Provinzen] Nînawâ, Dağla, Ṣalâḥuddîn, Diyâlâ u.s.w. in al-Ḥawîğa, welche damit zur IS-Hochburg wurde. Von dort aus kontrollieren sie die noch unter seiner Besetzung verbliebenen Gebiete von az-Zâb, al-ʽAbbâsîi, ar-Riyâḍ und ar-Rašâd südwestlich von Kirkûk und planen Anschläge auf eine Reihe der irakischen Provinzen. (http://www.sana.sy/?p=560093, s.a. https://sptnkne.ws/e2Mz vom 23.5.2017)
Hunderte von Kämpfern der libanesischen Hizbullâh zusammen mit denen der ihnen zahlenmäßig noch überlegenen irakischen al-Ḥašd aš-Šaʽbî seien in den letzten zehn Tagen in den SO von Damaskus/Syrien vorgestoßen, um die SAA und deren Alliierte zu unterstützen. Ersterer wie irakische Paramilitärs befänden sich seit 2013 auf syrischem Boden, nicht nur um die Damaskus-Bagdad-Autobahn gegen die Terroristen sichern zu helfen sondern ebenso die Grenzen. Kräfte von al-Ḥašd aš-Šaʽbî befänden sich erst seit 15 Monaten zum selben Zweck in Syrien, wobei sie sich zunächst im Gebiet von Sayyida Zainab (mit dem besonders für Šîʽiten bedeutsamen Wallfahrtsort) nahe Damaskus verteilt hätten sowie in den Provinzen Aleppo und Dair az-Zaur. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13960231001125 vom 21.5.2017)
Aus IS-Dokumenten, welche Armeeangehörige nach der Rückeroberung in der mossuler Universität fanden, experimentierten die Terroristen mit mit Schwefelthallium und Nikotin-Verbindungen, die üblicherweise zu Schädlingsbekämpfungsmitteln verarbeitet werden, auch an Menschen. Damit sollten „ideale tödliche Gifte“ mit Spätwirkung, die man dem Trinkwasser oder der Nahrung z.B. in westlichen Ländern zusetzen könnte, erprobt werden. sie können zudem bei einer chemischen Analyse nur schwer nachgewiesen werden. In einem Versuch verstarb ein 100kg schwerer Mann nach zehntägiger Beimischung unter Verzehrtes. Ausreichend Giftstoffe habe der IS zur Verfügung gehabt. (https://sptnkne.ws/ezUp)
Nach Auskunft des Führers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Hâdî al-ʽÂmirî, gegenüber as-Sûmariyya News vom 21.5.2017 sind dem IS ein Hügel mit Wohnblocks und die Dörfer ʽÎn (Ain) Fatḥî al-Ğanûbî, ʽÎn (Ain) Ġazâl al-Aulâ und ʽÎn (Ain) Ġazâl aṯ-Ṯâniyya, Bâsûk, Ğîlû und Tal Ḫân entrissen worden. Ein anderes Mitglied dieser Volkswehr teilte noch mit, daß auch die Dörfer Sâda Zûbiʽ, al-Masbas, an-Nîliyya und Ṯarâ al-Awîsaṭ in al-Qairawân westlich von Mossul vom IS befreit worden seien. Vom militärischen Geheimdienst war zu hören, daß bei einem Angriff der Luftwaffe der sog. Wâlî des ISfür die Provinzen Nînawâ und ar-Raqqa auf dem West-Ufer von Mossul getötet worden sei. (http://www.sana.sy/?p=558610)
Infolge von IS-Suizidanschlägen bei Kontrollpunkten in Bagdad und Baṣra sind am Abend des Sa., 20.5.2017, bislang 35 Todesopfer und mehr als 50 Verletzte gemeldet worden. (http://www.sana.sy/?p=558155)
Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm erklärte am Rande eines Wirtschaftstreffens in ʽAmmân/Jordanien Mossul werde in den kommenden Tagen vollständig von den IS-Terroristen befreit und der Irak insgesamt bis zum Jahresende. Nächste Prioritäten besäßen der Wiederaufbau und die Rückkehr der Flüchtlinge. Hierzu forderte er die Weltbank und den internationalen Währungsfond zur Unterstützung auf. „Der Irak wird zum Wiederaufbau und zur Entwicklung und Besserung der Lebens- und Gesundheitslage die Tür für alle Investoren öffnen„, erklärte er noch. Maʽṣûm reist dann weiter nach Saudi-Arabien, um in ar-Riyâḍ am Treffen mit US-Repräsentanten teilzunehmen (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27214-iraks_pr%C3%A4si-dent_mossul_wird_in_den_n%C3%A4chsten_tagen_vollkommen_befreit) – Derzeit weilt US-Präsident Trump ebenfalls in ar-Riyâḍ.
Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat informierte as-Sûmariyya News am 20.5.2017 darüber, daß die Stadtteile al-Iqtiṣâyidîn und 17. Juli in West-Mossul befreit seien, zudem habe man die vom IS errichteten Barrikaden und Straßensperren zu den Vierteln an-Niğâr und aš-Šafâ´ beseitigen können.
Innenministeriumssprecher Brigade-General Saʽd Maʽn gab zudem an, daß rechtzeitig zwei Fahrzeugbomben in den Stadtteilen al-Qâ´im wie al-Karâda von Bagdad rechtzeitig entdeckt und die Angriffe vereitelt werden konnten. Am Vortag dagegen hatten zwei Bombenexplosionen, einmal im Gebiet Abû Dašîr südlich von Bagdad 13 Tote und 15 Verletzte und in al-Baṣra, acht Tote und sieben Verletzte hinterlassen. (http://www.sana.sy/?p=558069) – Die Opferzahl in Abû Dašîr wurde von Brigade-General Saʽd Maʽn schließlich mit 24 Toten und ca. 20 Verwundeten angegeben. (http://www.sana.sy/?p=558155)
Am 19.5.2017 befreiten die Streitkräfte den Stadtteil al-Waršân in West-Mossul, wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News bekanntgab. (http://www.sana.sy/?p=557716)
Zum Angriff der US-geführten Koalition im Raum at-Tanaf (s. Syrien) vom Do., 18.5.2017, wurde von einem Mitkämpfer der die irakische Armee im Antiterrorkampf verstärkenden al-Badr-Bewegung [Teil der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî!] am Sa., 20.5.2017, ein Amateur-Video veröffentlicht, das zeigt, wie Kämpfer auf seiten der irakischen Regierung mit FlaG auf die angreifenden Kampfflieger der Koalition schießen.
Die Kämpfer von unterstützten die SAA im Antiterrorkampf entlang der Damaskus-Bagdad-Autobahn. Dazu gehörten: die Badr-Bewegung, die Syrian Social Nationalist Party (SSNP), die 313 Forces (syrische Bürgerwehr), die libanesische Hizbullâh, Ḥarakat al-Abdâl (irakische Paramilitärs), die Katâ’ib bzw. Liwâ´ Imâm ʽAlî (irakische Paramilitärs) und die Katî’ib Hizbullâh (ebenfalls irakische Paramilitärs).
Um erneute derartige Angriffe möglichst abzuwehren bzw. die vom Angriff betroffenen Kontingente aufzustocken, wurde eine große Anzahl weiterer Streitkräfte in den Süden entlang dieser Autobahn verlegt, wie es am Freitag hieß. Diese würden zum at-Tanaf-Grenzübergang vorstoßen, unterstützt durch die National Defense Forces (NDF), die libanesische Hizbullâh, Liwâ´ Imâm ʽAlî, die SSNP wie die AMN. Östlich von Damaskus müsse entsprechende FlaG installiert werden, um weiteren solchen Luftangriffen begegnen. Auch lauerten in der großen Wüste Verbände der US-trainierten FSA (zu deren Einordnung s.u.!). Gegen diese wird auch durch die SAA im Osten von as-Suwaidâ´ vorgegangen, wobei noch am Donnerstag ein Großteil ein Boden wiedergutgemacht worden sei.. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13960231000841)
Sowohl Masʽûd Barzânî, der trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus dem Präsidentenamt der autonomen Kurdenregion weicht, als auch Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm sind am 18.5.2017 nach Jordanien jeweils zu einem Treffen mit König ʽAbdullâh II. gereist. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27170-barzani_reist_nach_jordanien)
Am 18.5.2017 stattete der Nationale Sicherheitsberater und Gesandte von Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî, Fâliḥ al-Fayâḍ, dem syrischen Präsidenten Dr. al-Assad in Damaskus/Syrien einen offiziellen Besuch ab. (http://sana.sy/en/?p=106392, http://www.sana.sy/?p=557244)
Mittels as-Sûmariyya News informierte der Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî am 18.5.2017 darüber, zwei für den Nachschub und die Sicherung der Umgebung wichtige Militärflughäfen seien dem IS im Kampf entrissen worden; zum einen der Militärflughafen Washington [واشنطن] westlich von Mossul und zum anderen derjenige in der Sinğar-Ebene südlich al-Qairawân, ebenfalls westlich von Mossul. Zuvor schon hatte die Armee weitere sechs Dörfer befreit. – Andererseits kamen zwei Menschen ums Leben und wurden acht weitere verletzt infolge der Detonation je eines Sprengsatzes in den Bereichen an-Naṣr und a-Salâm von Abû Ġuraib westlich der Hauptstadt und im Stadtteil ar-Risâla von Bagdad. (http://www.sana.sy/?p=557272)
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, machte am 17.5.2017 gegenüber WAʽ die Mitteilung, daß nun massive Operation zur Befreiung von fünf Regionen im N- und NO-Ḥamrîn-Becken der Provinz Diyâlâ begännen. Es handele sich um eine gemeinsame Aktion von Armee, Sicherheitskräften der Polizei, von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Clanangehörigen unter Luftunterstützung. Betroffen sind die Gebiete Hay Sarḥa, Nağâna, Qara Taba, Ġisr Nurain und ʽÎn Laila. (http://www.sana.sy/?p=556472)
Nach Befreiung Mossuls in den nächsten Tagen würden die Militäroperationen gegen den IS in der Provinz Kirkûk fortgesetzt, verkündete Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî am Di., 16.5.2017. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27090-irak_nach_mossul_starten_wir_weitere_operation_in_kirkuk)
Seit Beginn der Militäroperation irakischer Verbände zur Befreiung Mossuls seien laut Mitteilung des Sprechers des Stabs für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, während einer Pressekonferenz 16.467 IS-Terroristen getötet worden. Zudem seien elf IS-Kommandozentralen zerstört, 6661 Sprengsätze und 76 Minen abgebaut sowie weiteres Equipment inklusive von 217 Sprengstoffgürteln eliminiert worden. Mehr als 90% des Stadtgebiets seien befreit. Der Rest solle nach dem Ramaḍān [beginnend am 27.5.2017] angegangen werden. (http://www.sana.sy/?p=555849 vom 16.5.2017)
In einer Erklärung informierte Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat die Presse am 15.5.2017, daß irakische Sicherheitskräfte im Westen von Mossul eine große Chemiewaffenanlage des IS entdeckt haben. Zudem seien 60 hochrangige IS-Mitglieder in Begleitung ihrer Familien aus der Region geflohen, als sich die irakischen Kräfte näherten. Der IS kontrolliere in West-Mossul nur noch 9% des Gebiets. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27030-irak_is_chemiewaffenanlage_in_west_mossul_entdeckt)
Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî eroberte am 15.5.2017 den Bereich Karkaš südlich von al-Qairawân westlich der Stadt Mossul zurück gemäß WAʽ-Meldung. Die Räumungsarbeiten hätten bereits begonnen. Laut dem Kommandanten der al-Ğazîra-Operationen, Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, wurden zudem von Lagerbestände des IS an Waffen und Sprengkörpern, in der Wüste aṯ-Ṯarṯâr im N der Provinz al-Anbâr durch Sprengung vernichtet.
An Terrorattentaten gab es einen explodierenden Sprengsatz auf einem Feldweg nordöstlich der Stadt Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ, wobei zwei Soldaten auf Patrouille verwundet wurden, sodann wurden drei Zivilisten durch einen detonierenden Sprengsatz im Nordteil von Bagdad verletzt. am Vortag war ein Iraker infolge der Detonation einer Autobombe im Karâda-Viertel im Zentrum von Bagdad umgekommen und fünf weitere erlitten Verletzungen. (http://www.sana.sy/?p=555186)
Am 15.5.2017 gab der Bürgermeister von Ḫâliṣ/Provinz Diyâlâ, ʽUday al-Ḫadrân, laut Meldung von as-Sûmariyya News an, einer der wichtigsten Gehilfen von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî sei in Mossul zusammen mit vier Mitkämpfern Opfer eines Luftschlags geworden. 2006-2007 sei er ein al-Qâʽida-Amîr in Ḫâliṣ gewesen, dann in die Provinz Kirkûk geflohen. Im Juni 2014 habe er sich dem IS angeschlossen und sei in der Organisation schnell an eine Spitzenposition aufgerückt. (https://sptnkne.ws/ewB8, vgl. http://www.sana.sy/?p=554379 vom 13.5.2017)
Am 14.5.2017 befreiten die vereinten irakischen Truppen das Dorf Tal Qaṣab östlich von al-Qairawân im W von Mossul/ Provinz Nînawâ laut der Nachrichtenagentur INA (واع). Im S von Ḥamrîn / Provinz Diyâlâ wurden zudem 22 IS-Basen und eine Autobombe zerstört. (http://www.sana.sy/?p=554764)
Im Zentrum Bagdads kamen am 14.5.2017 ein Iraker ums Leben, fünf weitere wurden infolge der Detonation einer Autobombe verletzt. (http://www.sana.sy/?p=554672)
Condoleezza Rice, die frühere Sicherheitsberaterin und dann Außenministerin unter der US-Administration von Präsident George W. Bush. spricht Jahre danach Klartext zur US-Invasion des Iraks von 2003 im Interview mit Foreign Policy vom Do., 11.5.2017 (https://sptnkne.ws/evTH, ausführlicher bei: https://sptnkne.ws/evQS):
Zudem machte sie deutlich: „We didn’t go to Iraq to bring democracy to Iraq we went to Iraq to overthrow Saddam Hussein… “ [Wir zogen nicht in den Irak, um dem Irak Demokratie zu bringen, wir zogen in den Irak, um Ṣaddām Ḥussain zu stürzen] (https://sptnkne.ws/ev3G).
Zum oft zitierten Mantra der Bush-Ära von der „Verbreitung von Freiheit und Demokratie“ ( ’spreading freedom and democracy‚) bemerkte der Politologe Prof. Tor Georg Jakobsen von der Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim/Norwegen gegenüber Sputnik News sowie Autor von „The Game: A Rational Actor Approach to the US-led Invasion of Iraq“, es bezwecke hauptsächlich die Rechtfertigung von US-Invasionen: „It’s important to justify invasions, or similar actions. Also, the introduction of democracy goes hand in hand with creating Iraq to become a more US-friendly nation that can be traded with…“. Letztlich steckten auch Wirtschaftsinteressen dahinter: „The United States would like to transform other countries. Democracy is one part of it, but it also goes hand in hand with liberal capitalism.“ Die USA beanspruchten die alleinige Führungsmacht, deswegen müßten immer mehr Länder der von den USA – mit Europa im Schlepptau – dominierten Wirtschaftsordnung unterworfen werden, selbst wenn die Folge die Verbreitung des Terrorismus in manchen Gebieten sei. So fährt er fort: „They want countries to fall into both the economic order and the security order led by the United States. In that aspect, it is important to democratize, without taking into account local contexts, or whether it will succeed or not. And this has of course led to negative consequences like we see [with] the rise of terrorism – especially the Islamic State (Daesh).“ Gerade Gesellschaften auf dem Weg zur vollen Demokratie [vgl.a. Darlegung von Präsident Dr. al-Assad im Interview vom 11.5.2017 u.a.] seien besonders gefährdet, sich bei äußerer Einmischung einem Bürgerkrieg oder dem Aufkommen von Terrorismus gegenüber zu sehen: „That means those that lie in the middle category between dictatorships and full democracies. In order to transform a country from a dictatorship to a democracy, you have to move through that really dangerous category, which more often than not results in civil conflict and the rise of terrorism.“. (https://sptnkne.ws/evQS)
Gegenüber as-Sûmariyya News machte Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) am 13.5.2017 publik: Mit Einnahme des Stadtteils al-Harmât III durch Verbände der Bundespolizei, der schnellen Reaktionstruppe und der Armee sei der gesamte Bezirk al-Harmât dem IS in zähen Gefechten entwunden worden. Ebenso sie unter hefigen Feindverlusten das Stadtgebiet Ḥawî al-Kanîsa wieder unter Kontrolle gebracht worden. (http://www.sana.sy/?p=554166)
Nach einer CBC News-Meldung vom Fr., 12.5.2017, aufgrund eigener Recherchen haben beim Einsatz der kanadischen Luftwaffe innerhalb der Militäroperationen der US-geführten Koalition im Irak di von den Kampfjets CF18 abgefeuerten sog. Hochpräzisionsbomben 17 Mal ihr Ziel verfehlt. Es kann dabei zu zivilen Toten gekommen sein. Kanada hat seit Februar 2016seine Beteiligung an diesen Kampfhandlungen eingestellt (vgl.u.). – Ein Luftwaffensprecher teilte mit, kein einziger Waffentyp besitze eine 100-prozentige Zielgenauigkeit. (https://sptnkne.ws/evQu) – Soviel zu den angeblich „chirurgischen“ Luftschlägen der USA laut deren früheren Präsidenten.
Heute, am 12.5.2017, vereitelten Soldaten einen Suizidanschlag per Autobombe in Qairawân, einem westlichen Stadtteil von Tal ʽAfar. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî gerade die Stadt samt umliegenden Dörfern sowie al-Ḥaḍar und die Stadt Aṯriyya im selben Gebiet wieder zurückerobert hatten. Der IS versuchte damit, das weitere Vordringen der Truppen zu stoppen. Gleichzeitig belagern Brigaden von al-Ḥašd aš-Šaʽbî das Dorf Tal Ḥâğim, um es aus den Händen der Terroristen zu befreien; dabei sind sie in heftige Kämpfen an den Ortsrändern verwickelt. Die Luftwaffe bombardierte derweil zwei IS-Stellungen, wodurch den Bodentruppen den Vormarsch zu den Dörfern Mahdî Maḥal und Tal Ḥâğim im Norden von Qairawân ermöglicht wurde, den der IS ebenfalls zu blockieren versucht hatte. Schließlich begannen die vereinten Truppen am 12.5.2017 eine große Militäroperation, um die südliche Wüste bei ar-Ruṭba im Westteil der Provinz al-Anbâr zurückzuerobern. (http://www.sana.sy/?p=553817)
Laut Mitteilung der Polizei wurden am Do., 11.5.2017, drei Massengräber des IS in der westlichen Provinz al-Anbâr entdeckt in den Regionen aṣ-Ṣaqlawiyya im NW von Falûğa, der von Karma im O von Falûğa und hinter der alten Zentralbibliothek von ar-Ramâdî. Laut Probenanalysen handele es sich bei den Leichen um Zivilisten irakischen Sicherheitskräfte. (http://www.sana.sy/?p=553729, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26876-irak_drei_massengr%C3%A4ber_in_al_anbar_gefunden)
Bei US-Luftangriffen auf Wohngebiete von Mossul am Mittwochabend kamen mindestens 35 Bewohner ums Leben, weitere 133 wurden verletzt.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26838-irak_35_tote_bei_us_luftangriffen_auf_wohngebiete_in_mossul)
Ab kommenden Mi., 10.5.2017, beginnt Fly Damas Airways mit dem erstem der wöchentlichen Flüge vom Internationalen Flughafen Damaskus nach Sulaimâniyya im Irak. (http://www.sana.sy/?p=551058)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) gab gegenüber as-Sûmariyya News am 10.5.2017 an, die Truppen hätten in den letzten beiden Tagen in für die IS-Terroristen verlustreichen Gefechten den Nordens der Industriezone sowie den Wâdî ʽAkâb und Ġânim as-Sayyid auf dem rechten Tigrisufer im Westteil von Mossul befreit. (http://www.sana.sy/?p=552793)
Nach Erklärung Joint Special Operations Command vom 9.5.2017 gemäß as-Sûmariyya News führte die Luftwaffe elf Angriffe im Gebiet ca. 210km und vier im Gebiet ca. 350km westlich von ar-Ramâdî aus, wobei einmal mehr als 47 Terroristen und das andere Mal 53 Terroristen getötet wurden. Es handele sich Zellen, welche gezielt Anschläge im Bereich Bagdad verübten. Zerstört wurden zudem Produktionsstätten von Bomben, Sprengsätzen und Raketen sowie Laboratorien.
Der Bürgermeister von Ḫâliṣ/Provinz Diyâlâ, ʽUday al-Ḫadrân, informierte darüber, daß es bei internen Kämpfen zwischen IS-Terroristen im Dorf Bû Bakr an der Provinzgrenze zu Ṣalâḥuddîn 15 Tote gegeben habe. Seit mehreren Tagen kämpften demnach IS-Terroristen aus Ḥawîğa und aus Mutaibîğa miteinander aufgrund gegenseitiger Beschuldigungen ihrer Führer über die Verantwortung bzgl. der erlitten schweren Verluste. Deswegen komme es zu Säuberungsaktionen durch die Fraktion aus Mutaibîğa.
In der vergangenen Woche hatte die Leitung der Tigris-Operationen im Raum Mutaibîğa erfolgreich Aktionen in einem großen Gebiet an der Grenze zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn durchgeführt. Unter den ca. 80 getöteten IS-Terroristen befanden sich auch einige Anführer.
(http://www.sana.sy/?p=552579)
Nach Auskunft des UN-Sprechers Stephane Dujarric während der täglichen Pressekonferenz vom Mo., 8.5.2017, sind seit Beginn der Militäroperationen zur Rückeroberung von West-Mossul am 19. 2.2017 rund 435.000 Bewohner von dort geflohen und erst wieder 31.000 in die bereits befreiten Stadtteile zurückgekehrt. Die unter IS-Kontrolle verbliebenen Zivilisten litten unter eklatantem Mangel an fast allem, was zum Überleben notwendig ist, da sie seit November 2016 keine Hilfslieferungen mehr erhalten hätten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26750-uno_435_000_menschen_seit_febru- ar_aus_west_mossul_gefl%C3%BCchtet)
Der Sprecher des Obersten Justizrats, Richter ʽAbdus-Satâr Bayrqadâr gab laut einer Meldung von as-Sûmariyya News die Entdeckung von Massengräbern in Bagdad mit Überresten vom IS zunächst entführter und dann getöteter Opfer bekannt. Bekanntlich waren Lösegeldforderungen eine wichtige Geldquelle des IS. (http://www.sana.sy/?p=552375)
Am So., 7.5.2017, gab Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî laut irakischen Medien bekannt, daß Militäroperationen zur Rückeroberung der westlichen Wüstengebiet in der al-Anbâr Provinz begännen. Es gehe darum, die Grenze zu Syrien zu sichern.
Am Montagmorgen, dem 8.5.2017, eröffneten bislang unbekannte Täter das Feuer nördlich der Hauptstadt Bagdad im Gebiet al-Qaṣîr at-Tâbiʽa, wobei ein Zivilist erschossen wurde. (http://www.sana.sy/?p=552342)
Ḥaidar al-ʽAbâdî erklärte zur Strategieplanung, daß die syrisch-irakische Grenze bislang unter IS-Kontrolle stehe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26780-irak_al_abadi_ord- net_beginn_der_befreiungsoperationen_f%C3%BCr_westli-che_landesgebiete_an)
Die Nachrichtenagentur INA zitierte Hauptmann Ğabâr Ḥassan aus seiner Presseerklärung vom 7.5.2017 dahingehend, daß die Kämpfe in West-Mossul noch andauerten. Ein IS-Trupp hatte am Morgen versucht, mittels sechs Suizidattentätern die Basis Kîwân (Provinz Kirkûk) im Nordirak zu erobern; diese Attacke konnte jedoch abgewehrt werden, wobei drei der Attentäter sogar verhaftet werden konnten.
Der Sprecher des irakischen Verteidigungsministeriums, Laiṯ Muḥammad, gab der Hoffnung Ausdruck, die Rückeroberung des Westteils von Mossul könne in den kommenden Tagen abgeschlossen werden. Meldungen über die Verhaftung des obersten IS-Führers Abû Bakr al-Baġdâdî konnte er nicht bestätigen. (http://www.sana.sy/?p=551076)
Am 6.5.2017 befreiten die irakischen Kampfverbände den gesamten Stadtbezirk Mušairifa von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=550887)
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, kündigte am 6.5.2017, den Beginn von Militäroperationen in vier Bereichen an, nämlich im Talkessel an-Nadâ, in Ḥamrîn, im Wâdî Ṯalab und auf den Tilâl Qazlâq, um jene Gegenden der Provinz Diyâlâ vom IS zu befreien. Zuvor hatte die Luftwaffe auf den zuletzt erwähnten Anhöhen eine Autobombe zerstört. Laut dem Kommandeur gehe es darum, vorhandene IS-Schläferzellen zu eliminieren.
Gemäß dem Vize-Präsident des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses im irakischen Repräsentantenrat, Nâyif aš-Šamarî, würden zudem Großoperationen zur Vernichtung von verbliebenen IS-Fraktionen in Mossul nach Durchbrechung all ihrer Linien wie zur Blockierung ihrer nördlichen Rückzugsachse aus den Gebieten az-Zanğîlî und 17. Juli in Richtung al-Fârûq laufen.
Unterdessen konnte der Kommandant der al-Ğazîra-Operationen, Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, bekanntgeben, daß die weiteren Mitglieder IS-Zelle, welche den Suizidanschlag vom Vortag (vgl.u.) zu verantworten hatten, verhaftet worden seien. (http://www.sana.sy/?p=550754)
Ein vom Informationszentrum der irakischen Polizei übergebenes Video zeigt Einzelnheiten der Kampfhandlungen in Mossul: https://sptnkne.ws/e7mU
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) informierte am 5.5.2017 as-Sûmariyya News darüber, daß die Truppen im Kampf mit dem IS den Stadtteil Mušairifa II mitsamt der Kirche und dem Kloster St. Michael am rechten Tigrisufer, also in West-Mossul, befreit hätten. (http://www.sana.sy/?p=550428)
Infolge eines IS-Suizidanschlag mittels Detonation einer Autobombe inmitten eines neuen Marktes westlich von ar-Ramâdî/Provinz al-Anbâr kamen am 5.5.2017 fünf Personen ums Leben, weitere sechs wurden verletzt. (http://www.sana.sy/?p=550534)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Operationen in der Provinz Nînawâ (Militäroperation „Wir kommen, Ninive„) vom 4.5.2015 eroberten eine Panzerbrigade zusammen mit einem Teil der Bundespolizeikräfte und der schnellen Reaktionstruppe den nördlichen Abschnitt des Stadtbezirks Mušairifa (d.i. Mušairifa III und einen Teil von Mušairifa II) und al-Harmât auf dem rechten Tigrisufer, also im Westteil von Mossul. Der Kommandant der al-Anbâr-Operationen, Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî informierte darüber, daß die Säuberung der westlichen Westenbereiche wie eines nördlichen Gebiets von 160km westlich von ar-Ramâdî und von IS-Nestern im Westen auf einer Fläche von 170km begänne. (http://www.sana.sy/?p=549568)
Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî vereitelte am 3.5.2017 einen massiven IS–Angriffsversuch auf die zur Sicherung eines Ölfeldes eingerichteten Stützpunkte der Sicherheitskräfte im NO der Provinz Diyâlâ. Zudem informierte der Vorsitzende des Kreistags von ʽÂmiriyyat aṣ-Ṣamûd, südlich von Falûğa in der Provinz al-Anbâr, namens Šâkir al-ʽAsâwî, as-Sûmariyya News darüber, daß die Armee eine weitere IS–Attacke auf Stützpunkte der Sicherheitskräfte im Sumpfgebiet südlich von Falûğa in der Provinz al-Anbâr erfolgreich abwehrte.
Am Vortag, dem Dienstagmorgen, 2.5.2017, hatte der IS zudem ein Armeehauptquartier östlich von ar-Ruṭba (al-Anbâr) zunächst mit Raketen und Mörsergranaten beschossen und dann zu erstürmen versucht. Nach zähen zweistündigen Gefechten konnten die Terroristen zurückgeschlagen werden.
(http://www.sana.sy/?p=549011)
Die irakischen Streitkräfte bereiten eine großangelegte Operation zur Befreiung der Stadtteile Mušairifa, ar-Rifâʽî, Tamûz und an-Niğâr von West-Mossul vor, wie Generalmajor Nağim al-Ğabûrî als Kommandant der militärischen Operationen in der Provinz Ninive mittags in einer öffentlichen Erklärung mitteilte. In den kommenden Stunden würden Angriffe von sämtlichen Achsen auf die unter IS-Kontrolle verbliebenen Wohngebiete beginnen, um auch die rechte Tigris-Seite vom IS zu befreien. (http://www.sana.sy/?p=548523)
Nachdem das Pentagon kürzlich eingeräumt hat, daß Bombardements der US-geführten Koalition seit 2014 bis heute 352 Bürger im Irak und in Syrien zum Opfer gefallen seien, und lokale Behörden sowie die Beobachtergruppe „Airwars“ um das zehnfache höhere Opferzahlen gemeldet haben (vgl.u.), hat das irakische Parlament bekanntgegeben, die Tötung der Zivilisten durch diese Luftangriffe im Irak und in Syrien gerichtlich verfolgen zu lassen. Laut as-Sûmariyya News bemerkte Ḥassan Salîm (Hassan Salim), Mitglied des Ausschusses für Verteidigung, Nationale Sicherheit und Inneres im Parlament zum Sachverhalt: „Das offene Geständnis des Pentagons, unschuldige Bürger getötet zu haben, ist Kriegsverbrechen, weshalb die USA zur Rechenschaft gezogen werden und die Hinterbliebenen und Opfer moralisch und materiell entschädigen müssen„. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26454-irakisches_parlament_will_die_usa_anklagen)
Die Zahl der in den seit August 2014 begonnenen Luftangriffen der US-geführten Koalition in Syrien und dem Irak getöteten Zivilisten ist weit höher als von der Koalition am So., 30.4.2017, zugegebene Zahl von 352, berichten die unabhängige Monitoring-Gruppe „Airwars“ wie lokale Behörden. Vielmehr liege die Zahl bei mehr als 3.000. Schon im März seien es nicht weniger als 1782 Getötete gewesen bzw. nach Angaben der irakischen Behörden von Mossul am 17. März bei Fehlangriffen der Koalition allein Hunderte an Zivilisten. (http://www.sana.sy/?p=547809, s.a. https://sptnkne.ws/epZs)
Durch einen explodierenden selbstgebauten Sprengsatz (IED) wurden laut as-Sûmariyya News vom 25.7.2018 im Dorf Zahra im al-Waqf-Becken, nordöstlich der Stadt Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ ein Iraker getötet, zwei weitere bei einem Angriff unbekannter Täter. Ebenfalls bei einem Angriff durch unbekannte Bewaffnete wurde am Vorabend ein Bewohner des nördlichen bagdader Stadtteils aṭ-Ṭârimiyya in der Nähe seines Hauses schwer verletzt.
Am 24.7.2018 hatten Sicherheitskräfte drei IS-Hauptquartiere zerstören und fünf Sprengkörper während einer Sicherheitsoperation im NO von Diyâlâ demontieren können. Im gleichen Zusammenhang verhafteten die Sicherheitskräfte einen IS-Anführer in der Provinz Kirkûk, während die Gruppe einen Versuch unternahm, vom Nordosten her in die Provinz einzudringen.
(https://www.sana.sy/?p=787816)
Syriens Vize-Außenminister Dr. al-Miqdâd und Nizâr Ḫairullâh, Unterstaatssekretär des irakischen Außenministeriums, unterzeichneten am 26.2.2018 in Damaskus ein Memorandum of Understanding (MoU) im Bereich der politischen Konsultationen. (https://www.sana.sy/?p=717526)
Bei einem Angriff durch IS-Terroristen wurde im Gebiet al-Ḥafâ´ir am Rande des Sees Ḥamrîn ein Hirte getötet und ein weiterer Mann verletzt. Eine Untersuchung des Vorfalls durch die Sicherheitsdienste laufe, versicherte der Bezriksrats-Vorsitzende von al-Miqdâdiyya, ʽAdnân at-Tamîmî, gegenüber as-Sûmariyya News. (https://www.sana.sy/?p=717049 vom 26.2.2018)
Im Interview mit Gazeta.ru bestätigte die frühere US-Botschafterin in Kuwait und Libyen, Deborah Jones, daß die Irak-Invasion von 2003 ein großer strategischer Fehler war: „Ich glaube nicht, dass irgend jemand im Nahen Osten bestreitet, daß die Invasion im Irak ein strategischer Fehler war und weiterhin als ein strategischer Fehler im 21. Jahrhundert angesehen werden wird“, kritisierte sie die Entscheidung. Die USA hätten sich auf falsche Behauptungen gestützt – das angebliche Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen – um ihre Aggression gegen den Irak zu starten und in diesen einzumarschieren, um sich des Reichtums des Landes zu bemächtigen und eine US-Militärpräsenz in der Region zu etablieren mit dem Ziel, so unmittelbar in die inneren Angelegenheiten des Iraks einzugreifen zu können. Die US-Invasion im Irak führte neben der massiven Zerstörung der Infrastruktur zu Hunderttausenden Toten und Verletzten, der Entstehung und Verbreitung terroristischer Organisationen, an der Spitze der IS. (https://www.sana.sy/?p=716522 vom 25.2.2018)
Infolge der Detonation eines Sprengsatzes wurden drei Iraker wurden am 25.2.2018 nördlich von Bagdad verwundet.
Später am Tag griffen Bewaffnete die Ölquelle Nr.43 als Teil des Ölfelds Ḫabâz beim Dorf Idrîs Ḫabâz südwestlich von Kirkûk an. Von der irakischen Schutzpolizei dort wurden zwei Mann getötet ein weiterer verletzt. – Die Ḫabâz-Ölquellen hatten beim Versuch des IS vor 3 Jahren, die Kontrolle über sie zu erlangen, Schäden erlitten und waren daraufhin außer Betrieb. (https://www.sana.sy/?p=716432)
Der historische Kalender erinnert an das Eindringen der Koalitionstruppen in den Irak während des Zweiten Golfkrieg 23.2.1991. (https://www.sana.sy/?p=715425)
Laut eigenem Eingeständnis habe die US-geführte Koalition „mindestens 841 Zivilisten“ während ihrer [völkerrechtswidrigen, zu Belegen s.u.] „Operation Inherent Resolve“ in Syrien und im Irak bei Angriffen getötet. 485 Fälle würden noch geprüft. (https://www.sana.sy/?p=715416, s.a. (https://sptnkne.ws/gNHV, je vom 22.2.2018) – Die unabhängige Ermittlergruppe Airwars hatte bereits laut einem Independent-Artikel vom 6.3.2016 ca. tausend Tote (vgl. Teil IV) und am 19.1.2018 wurden rund 6.000 Opfer konstatiert (s.u.).
Während seiner wöchentlichen Pressekonferenz vom 20.2.2018 wies Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals darauf hin: Selbst in Anwesenheit der Terroristen im Land sei der Irak gegen die Präsenz ausländischer Truppen auf seinem Territorium gewesen, und fügte daher an: „Wir werden der NATO und auch keinem Land erlauben, den irakischen Boden gegen Iran zu nutzen.“ – Die Äußerung ist als Reaktion auf die Forderung von US-Verteidigungsminister James Mattis zu sehen, künftig die NATO-Truppen im Irak zu verstärken.
Zudem informierte er darüber, daß er Ermittlungen zum jüngst im Nord-Irak im Raum al-Ḥawîğa erfolgten Hinterhaltsangriff von Terroristen auf eine Einheit der im Anti-IS-Kampf so erfolgreichen (vgl.u.) Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî angeordnet habe.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37285-al_abadi_nato_darf_irakischen_boden_nicht_gegen_iran_nutzen)
As-Sûmariyya News hatte am 19.2.2018 gemeldet, es bestünden noch IS-Nester in al-Ḥawîğa, ar-Riyâḍ, ar-Rašâd, aṭ-Ṭûz (oder: aṭ-Ṭawuz).
Syriens Großmuftî Dr. Aḥmad Badr ad-Dīn Ḥassūn traf während seines Bagdad-Besuchs (vgl.u.) auch mit dem Außenminister seines Gastlandes, Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, am 19.2.2018 zusammen. Wichtiges Thema war die Notwendigkeit des Zusammenwirkens islamischer Staaten angesichts der extremistischen Ideologie, wie sie auch die Terroristen in beiden Ländern verkörpert hatten und an Stelle dessen den religiösen Diskurs hin zu freundschaftlichem Einvernehmen unter- und Respekt füreinander wie auf den Frieden zu lenken. Auch müsse den Spaltungsversuchen der von den Terroristen verbreiteten haßerfüllten Takfîr-Ideologie entgegengewirkt werden. Hierzu wären Foren und Symposien geeignet. (https://www.sana.sy/?p=713404, http://www.sana.sy/en/ßP=127916)
Am Rand der bis zum 18.2.2018 dauernden Münchener Sicherheitskonferenz machte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gegenüber dem Sender Deutsche Welle deutlich, der Irak lehne ausländische Militäroperationen im Land ab, Ausbildung und logistische und informative Unterstützung durch US- bzw. ausländische Militärs sei jedoch nötig. (http://parstoday.com/de/news/germany-i37217-iraks_ministerpr%C3%A4sident_unterst%C3%BCtzt_pr%C3%A4senz_des_us_milit%C3%A4rs_in_seinem_land) – Damit stellte sich der Ministerpräsident in Widerspruch zu etlichen anderen Volksvertretern (vgl.u.).
As-Sûmariyya News meldete am 19.2.2018 mittags den Ausgang der Verhandlung der IS-Terroristin Linda W. aus Pulsnitz in Sachsen (BRD) vor dem Jugendgericht in Bagdad. Dieses war zuständig, da Linda zur Zeit ihrer Verhaftung in Mossul im Juli 2017 (vgl.u.) 17 Jahre alt und damit noch nicht volljährig war. Für ihre illegale Einreise in den Irak erhielt sie ein Jahr, für ihre IS-Zugehörigkeit als Scharfschützin fünf Jahre, zusammen sechs Jahre Haft. Beamte der deutschen Botschaft in Bagdad nahmen am Prozeß teil und sverfolgten das Verfahren.
Der zur Gründungskonferenz der Assembly of Islamic Unity in Bagdad am Sa., 17.2.2018, angereiste syrische Großmuftî Dr. Aḥmad Badr ad-Dīn Ḥassūn (https://sana.sy/en/?p=127654, https://www.sana.sy/?p=711666) traf am So., 18.2.2018, mit einem Mitglied des Präsidiums des irakischen Repräsentantenhauses, Hamâm Ḥamûdî, zusammen. Dr. Ḥassūn gratulierte zunächst zu den Siegen über den IS im Irak. Beide stimmten sodann darüber überein, daß die Einigkeit zwischen dem Irak und Syrien gegenüber der gemeinsamen terroristischen Bedrohung den großen Sieg ermöglicht habe. Ḥamûdî faßte dies so zusammen: „we triumphed in the battle against terrorism and we should be unified for facing extremism and Takfiri ideology.“ Eine solche Einigkeit werde auch den israelischen Versuchen, Zwietracht zwischen den (beiden) arabischen Staaten zu säen, widerstehen. Zudem appellierte er an die internationale Gemeinschaft, sich für Syriens Stabilität und die Rückkehr der Vertriebenen einzusetzen. (https://sana.sy/en/?p=127822, https://www.sana.sy/?p=712804)
Ḥakim az-Zamilî,der Vorsitzende des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses des irakischen Parlaments, der sich schon wiederholt kritisch gegenüber der US-Präsenz im Land wie deren Aktionen geäußert hatte (vgl.u.) wiederholte am So., 18.2.2018, in einem offiziellen Statement, der Verbleib der US-Soldaten im Irak sei nicht gerechtfertigt und daher fragwürdig. Es sei eine falsche Annahme, zu glauben, daß das US-Militär ins Land gekommen seien, um hier Sicherheit herzustellen oder den politischen Prozeß zu unterstützen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37187-irak_us_milit%C3%A4rpr%C3%A4senz_im_land_ist_nicht_gerechtfertigt)
Am 16.2.2018 erhielt der Irak die erste Ladung moderner russischer Panzer des Typs T-90S per Seefracht im Hafen von Umm Qaṣr. Von dort wurden sie weiter von al-Baṣra nach Bagdad transportiert, war aus dem Verteidigungsministerium zu erfahren. (https://www.sana.sy/?p=711508) – Infolge der trotz wiederholter Proteste dagegen fortgesetzten und somit als aufgezwungen gesehenen US-Präsenz im Land hat sich in den letzten Jahren eine zunehmende Annäherung an Rußland (vgl.u.) ergeben.
Von der Weltbank war am 16.2.2018 aus ihrem Washingtoner Hauptquartier zu erfahren, daß als Ergebnis der Irak-Wiederaufbau-Konferenz mit der irakischen Regierung eine Vereinbarung zu zwei Projekten im Wert von 510 Millionen US-$ unterzeichnet wurde. Das Geld diene der Verbesserung der Lebensbedingungen der Iraker und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Zudem seien die Mittel als sofortige Unterstützung zur Sanierung des Bildungssektors, des Gesundheitswesen, der Sanierung von Straßen und großen Brücken wie der Wiederherstellung des Strom- und Wasserversorgungsnetzes gedacht. (https://www.sana.sy/?p=710371)
Bei der Geberkonferenz zum Wiederaufbau des Iraks (s.u.) wurden schließlich Finanzzusagen in Höhe von 30 Mrd. US-$ gemacht; u.a. sagten die Türkei 5 Mrd. US-$ und Kuwait 2 Mrd. US-$ zu. (http://parstoday.com/de/news/world-i37073-30_milliarden_dollar_f%C3%BCr_wiederaufbau_iraks) – Aufgrund der immer noch andauernden völkerrechtswidrigen türkischen Militäraktionen im Land (s.u.) könnte die genannte Summe auch als eine Art Wiedergutmachungsversuch eingestuft werden. Kuwait dagegen war lange Jahre über einer der Hauptunterstützer von Terrorgruppen in Syrien.
Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini versprach am Mi., 14.2.2018, anläßlich der Irak-Wiederaufbau-Konferenz dem Irak zusätzlich zur Beteiligung einzelner europäischer Staaten an der Nachkriegswiederherstellung der Wirtschaft des Landes 400 Millionen € für humanitäre Hilfe. (https://sptnkne.ws/gHTt)
In seiner Rede während der Irak-Wiederaufbaukonferenz (s.u.) betonte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am Mittwoch: „Unser Ziel ist ein solides wirtschaftliches Umfeld zu schaffen und Arbeitsmöglichkeiten für die verschiedenen Komponenten des irakischen Volkes zu bieten.“ Die Zahl der Anleger im Irak erhöhe sich täglich. Es gelte, diejenigen wieder für Investitionen im Irak zu gewinnen, die durch die Ausbreitung des Terrorismus abgeschreckt worden waren. Die Agentur hebt hervor, das Land brauche frisches Kapital, um die verheerenden Auswirkungen der US-Invasion im Jahr 2003 mit den folgenden negativen Entwicklungen überwinden zu können. (https://www.sana.sy/?p=710035)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî teilte zum Auftakt der vom 12. – 14.2.2018 tagenden Irak-Wiederaufbau-Konferenz, welche am ersten Tag gleichzeitig mit jener der Verteidigungsminister der US-geführten Koalition in Kuwait stattfindet, am Di., 13.2.2018, in seiner Rede mit, daß infolge des Terrorkrieges 18.000 Menschen getötet, 36.000 weitere verletzt worden und ca. seien 5 Millionen Menschen aus dem Land geflüchtet seien. Die Statistik gelte für die Städte Mossul, Ṣalâḥuddîn , al-Anbâr und weitere Gebiete. Gemäß Einschätzung des Planungsministers, Salmân al-Ğumailî, würden für den Wiederaufbau rund 88,2 Mrd. US-$ benötigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37057-irak_18000_tote_und_36000_verletzte_sind_folge_des_terrorismus)
Beim Treffen der Verteidigungsminister der Mitgliedsstaaten der US-geführten Koalition (USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Belgien, Türkei, Dänemark, Frankreich, BRD, Holland, Norwegen, Großbritannien, Spanien) in Rom am Di., 13.2.2018, verkündete die italienische Amtsinhaberin Roberta Pinotti, Italien werde seine Truppenstärke im Irak im Jahr 2018 halbieren. Dennoch versicherte sie: „Italien wird weiterhin seine Verpflichtungen als ein Mitglied der US-geführten Anti-IS-Koalition einhalten.“ Bislang sind 1500 italienische Militärkräfte im Irak stationiert. (http://parstoday.com/de/news/world-i37047-italien_reduziert_truppen_im_irak) – Entweder stimmt das Datum oder der Ort des Treffens gemäß Pars Today nicht: das Koalitionstreffen findet in Kuwait statt, andererseits trafen sich die Verteidigungsminister von Italien und den USA in Rom am Mo., 12.2.2018 (s. http://sicurezzainternazionale.luiss.it/2018/02/13/mattis-roma-incontro-la-pinotti-della-ministeriale-anti-isis/)
Nach Angabe eines Mitglieds der Volkswehr gegenüber as-Sûmariyya News wehrten am Abend des 10.2.2018 Kräfte der 29. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen Angriff von IS-Terroristen auf die irakisch-syrische Grenze im Abschnitt von Tal Ṣafûk ab. (https://www.sana.sy/?p=707451)
Syriens Innenminister Muḥammad Ibrâhîm aš-Šaʽâr besuchte am 7.2.2018 mit begleitender Delegation verschiedene hohe Staats-Repräsentanten des Iraks in Bagdad. Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm besprach mit ihm die Notwendigkeit die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich zwischen beiden Nachbarstaaten weiter auszubauen, schon um dem Terrorismus zu begegnen, was vom Gesprächspartner begrüßt wurde. Zuvor hatte es ein Treffen mit Innenminister Qâsim al-Aʽrağî ähnlichen Inhalts gegeben. Unter Verweis auf die bereits beiderseitig unterzeichneten Abkommen wurde – gerade auch im Hinblick der Terrorismusbekämpfung – ein verbesserter Informationsaustausch vereinbart wie die Eliminierung von terroristischen Schläferzellen und Bekämpfung des organisierten Verbrechens. Man verständigste sich zudem auf verstärkte Grenzkontrollen, die Kooperation dabei und die Wiedereröffnung des Grenzübergangs al-Qâ´im zur Belebung des Handels. Beim Gespräch mit Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî beglückwünschte dieser die syrischen Besucher zu ihren Siegen gegenüber den terroristischen Gruppen im Land. Es folgten noch Besuche der irakischen Polizeiakademie und weiterer Sicherheitsinstitutionen. (https://sana.sy/en/?p=126648, https://www.sana.sy/?p=706339)
Generalleutnant Ğalîl ar-Rubaiʽa, welcher die Mission übernimmt, erklärte gegenüber as-Sûmariyya News, daß am 7.2.2018 eine Militäroperation zur Durchsuchung und gleichzeitig Säuberung des Terrains östlich von aṭ-Ṭawaz in der Provinz Ṣalâḥuddîn von Resten der IS-Terrororganisation begonnen habe. An dieser nähmen Einheiten der Armee, der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî wie der schnellen Krisenreaktionsgruppe teil, unterstützt von der Luftwaffe.Zudem gelte es, die Verbindungsstraße zwischen Bagdad und Kirkûk vollkommen zu sichern.
Andererseits gelang es einer Einheit des Bagdader Operationskommandos, eine mit Sprengstoffgürtel versehene Terroristin vor Ausübung ihres geplanten Suizidattentats in der Gegend Ṭâsa im Bereich von Ṭârarmiyya nördlich von Bagdad zu stellen. (https://www.sana.sy/?p=705867)
Während in die viel später als Mossul von den Terroristen befreiten Städte in Syrien bereits wieder nach Rückkehr der zuvor vertriebenen Bevölkerung das normale Leben zurückgekehrt ist, liegt Mossul – vor allem der Westteil – immer noch voller Ruinen, unter denen Leichen liegen. Deren Überführung in Leichenschauhäuser beginne den Behörden gemäß erst jetzt. Darüber veröffentlichte die Agentur Ruptly kürzlich einen bestürzenden Bericht, der auf Augenzeugenaussagen beruht. S. Iraq: West Mosul still looks like ‚middle of a war zone‘ – HRW (https://ruptly.tv/vod/20180205-026 vom 5.2.2018) wie auch: Iraq: Mosul still in ruins 5 months after liberation from IS (https://ruptly.tv/vod/20171226-014 vom 2017-12-26) und Iraq: Destruction, dead bodies and aggrieved residents: Mosul after liberation (https://ruptly.tv/vod/20180203-005 vom 5.2.2018 sowie die Schilderung einer Einwohnerin: https://sptnkne.ws/gFpg).
Am 5.2.2018 informierte Sprecher des Innenministeriums, Generalmajor Saʽd Maʽn, laut as-Sûmariyya News darüber, daß Abteilungen der Bundespolizei auf Basis von Geheimdienstermittlungen in einem beliebten Restaurant von Bagdad einen IS-Terroristen verhaftet haben. Dieser gestand, er sei an etlichen Kämpfen in der Provinz Nînawâ (Ninive) beteiligt gewesen und nach Befreiung der Gegend 2017 in die Hauptstadt geflohen und habe dort im Restaurant Beschäftigung gefunden.
Tags zuvor am Sonntag hatten Sicherheitskräfte und Angehörige von al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Zentrum von al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk im Nordirak ein Lager des IS mit TNT-Sprengstoff entdeckt und konfisziert. Dieses war im Keller eines Wohnhauses eingerichtet worden. (https://www.sana.sy/?p=704520)
Dem Ticker von as-Sûmariyya News vom 5.4.2017 war noch zu entnehmen, daß ein Offizier getötet und ein Mitarbeiter verletzt wurde, als südlich von Kirkûk am Straßenrand eine Bombe explodierte.
Zwei Häuser wurden westlich von Kirkûk durch Mörsergranaten zerstört.
In al-Ḥawîğa haben Bewaffnete das Haus eines Mitglieds des Bezirksrates gesprengt.
Andererseits konnten wieder mehr als 244.000 durch die Terroristen vertriebener Familien in ihre Wohngebiete in al-Anbâr, Ṣalâḥuddîn und Nînawâ zurückkehren.
Ein Sprecher der irakischen Regierung bestätigt am Mo., 5.2.2018, gegenüber Associated Press von einer Einigung mit der US-Regierung über den Teilabzug der US-Truppen aus dem Land, meldet as-Sûmariyya News am selben Tag. Dies hätten „westliche Vertragspartner“ der Basis der US-geführten Koalition bestätigt. Douglas Silliman, US-Botschafter in Bagdad, hatte am 10.1.2018 eine „schrittweise“ Reduzierung der US-Streitkräfte im Irak angekündigt. Am 28.11.2017 hatte das Pentagon die Zahl der US-Militärs im Irak mit 8892 bekanntgegeben. Geplant sei der Abzug von ca. 60% der US-Truppen und einem Verbleib von etwa 4000 US-Soldaten. Neues Ziel der Truppen seit letzter Woche sei Afghanistan. – Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî hatte mehrfach den Rückzug der US-Truppen versprochen. Jener unterstützt bei den kommenden Wahlen am 12.5.2018 somit seine Position. (www.alsumaria.tv/news/228757/ap-%D8%A7%D9%84%D8%AD%D9%83%D9%88%D9%85%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D8%AA%D8%A4%D9%83%D8%AF-%D8%A8%D8%AF%D8%A1-%D8%B3%D8%AD%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D9%82%D9%88%D8%A7%D8%AA-%D8%A7%D9%84%D8%A7%D9%85%D8%B1%D9%8A%D9%83%D9%8A%D8%A9/ar)
Seit offiziellen Bekanntgabe (s.u., Mt. Dezember) der Zerschlagung der IS-Terrororganisation im Irak hatten zunehmend irakische Parteien, Persönlichkeiten und Medien den Abzug der US-Streitkräfte gefordert, da seither nicht einmal mehr der vorgebliche Grund für deren weitere Anwesenheit im Land, nämlich der der IS-Bekämpfung, noch Bestand habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36811-al_abadi_anti_is_koalitionskr%C3%A4fte_verlassen_irak_nach_und_nach)
Gegenüber as Sûmariyya News verkündete Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, der Kommandant der Militäroperationen in der Provinz al-Anbâr am 3.2.2018 den Beginn einer großangelegten Militäroperation in den Wüstenbereichen dieser im Westen gelegenen und an Syrien wie Saudi-Arabien grenzenden Provinz, in die sich nach Zerschlagung der IS-Terrororganisation etliche von deren Mitgliedern geflüchtet hatten. Diese sollen nun aufgespürt und eliminiert werden. (https://www.sana.sy/?p=703429)
Ein türkisches Kampfflugzeug hat Gebiete in der Provinz as-Sulaimâniyya im Nord-Irak bombardiert. Dabei kamen Landesbürger ums Leben, in einigen Dörfern fiel der Strom aus und es kam zum Ausbruch von Bränden großer Waldgebiete im Zielgebiet. Irakische Abgeordnete verurteilten diese türkische Aggression in den nördlichen Grenzgebieten, während die türkische Armee vorgab „11 Ziele der PKK im Qandîl– und Asûs–Gebirge zerstört“ zu haben. Die Parlamentarier forderten die Regierung auf, unmittelbar Abschreckungsmaßnahmen gegen die türkische Seite zu ergreifen. (https://www.sana.sy/?p=700986 vom 29.1.2018, Hhg. blogseits) – Der türkische Staatspräsident hatte nach Beginn der „Operation Olivenzweig“ genannten neuelrichen Invasion in Nord-Syrien vor einigen Tagen angekündigt, er wolle diese auch auf den Irak ausdehnen.
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî ließ am Di., 30.1.2018, in Reaktion auf die Ankündigung der französische Justizministerin Nicole Belloubet (s.u.) vom So., 28.1.2018, verlauten, ausländische Terroristen, welche im Irak inhaftiert seien, würden auch nach irakischem Recht verurteilt. Die Regionalbehörden in der Autonomen Kurdenregion wurden hierzu gebeten, vollständige Informationen zur Verfügung zu stellen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36581-al_abadi_ausl%C3%A4ndische_terroristen_werden_nach_irakischem_recht_verurteilt)
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gab gegenüber der Nachrichtenagentur INA am 29.1.2018 den Beginn einer größeren Militäroperation im Ost-Teil der Provinz Diyâlâ bekannt, um die dort verbliebenen IS-Terrorzellen zu eliminieren. Diese wird durch Einheiten der Armee, Polizei und der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî mit Unterstützung der Luftwaffe im Gebiet von an-Nadâ durchgeführt. Razzien fanden in mehreren Dörfern und Tälern statt, vor allem im Wâdî Qazlâqaz und den Orten al-Ḥamâ´il und Karîm al-Haimaṣ.
Laut Meldung von as-Sûmariyya News wurden am Abend des Vortags, dem 28.1.2018, zwei Iraker in einem Auto auf dem Weg nach Baʽqûba, östlich von Baldûrûz im O von Diyâlâ getötet, als Bewaffnete aus einem Auto heraus das Feuer mit Maschinengewehren auf sie eröffneten.
Ebenfalls am So., 28.1.2018, wurden zudem drei Iraker durch die Detonation eines Sprengstoffpakets im S von Bagdad verwundet
Die Zentralregierung in Bagdad hat am 29.1.2018 die zu einem früheren Zeitpunkt gegen die autonome Kurdenregion infolge des Sezesssionsreferendums erlassenen Sanktionen (s.u.) wieder aufgehoben, da sie nicht mehr nötig seien. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36491-bagdad_hebt_blockade_der_bankgesch%C3%A4fte_gegen_erbil_auf)
Nachdem die Hinrichtung einer aus der BRD eingereisten IS-Terroristin (s.u.) im Land bekannt geworden war, erklärte Frankreichs Justizministerin Nicole Belloubet, sich einmischen zu wollen, sollte französischen IS-Angehörigen der Prozeß gemacht werden und ein Todesurteil drohen. Im Juli 2017 waren bei der Befreiung Mossuls vom IS französische Terroristinnen gefangengenommen worden. Gemäß Aussage des französischen Generalstaatsanwalts befinden sich ca. 767 französische Staatsbürger, davon 295 Frauen im „Ğihâd“ in Syrien und dem Irak. (http://parstoday.com/de/news/world-i36461-frankreich_warnt_irak)
Nach Mitteilung des Verteidigungsministeriums vom So., 28.1.2018, konnten 44.000 wieder in ihr Heim nach Tikrît, 57.000 nach Baiğî und 420.000 nach Ṭûz Ḫurmâtû (Tuz Churmatu) zurückkehren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36447-140.000_irakische_familien_nach_salahaddin_zur%C3%BCckgekehrt)
In der Morgendämmerung des 27.1.2018 beschoß ein US-Helikopter einen Kleinkonvoi im Distrikt von al-Baġdâdî, westlich von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr. Mit diesem waren der Direktor des Distrikts, Šarḥabîl al-ʽUbaidî, wie dessen Polizeichef, Oberst Salâm al-ʽUbaidî mit weiteren Sicherheitskräften unterwegs zum Haus vom Šaiḫ des Stammes al-ʽUbaid im Gebiet von aš-Šaiḫ Maʽdî al-ʽUbaidî, 90 km westlich von ar-Ramâdî, unterwegs. Infolge des US-Angriffs wurden sieben der Insassen, darunter die namentlich Genannten, getötet und weitere elf Personen teils sehr schwer verletzt. Das Gebiet wird von irakischen Sicherheitskräfte und Stämmen kontrolliert, jedoch halten sich dort um ʽAin al-Assad auch Truppen der US-geführten Koalition auf, die – wie es hieß, behaupteten, den IS zu bekämpfen, obwohl dessen Terrororganisation ja bereits zerstört sei. Dies erhebe laut dem Generalsekretär der irakischen Rechtsliga, Qais al-Ḫazʽalî, die ernste und gewichtige Frage nach der Rechtfertigung des weiteren Verbleibs der US-Militärs im Irak, wie as-Sûmariyya News berichtete. Gemäß Meldung des irakischen Militärinformationsdienstes habe das Militärkommando des Landes eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. (https://www.sana.sy/?p=699488)
Nach Angaben des Gouverneurs von Kirkûk, Rakân Saʽîd al-Ğabûrî gegenüber AFP vom 26.1.2018, wurde das mittlerweile 14. Massengrab von Opfern des IS gefunden, nachdem Einheimische und wandernde Schafhirten Kämpfer der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Elemente zu der Stelle im al-Ḥawîğa-Bezirk, nahe ar-Riyâḍ 45km westlich von Kirkûk im Nordirak. Geborgen wurden die Überresten von mehr als 75 Zivilisten und Sicherheitsleuten, die von IS-Terroristen ermordet worden waren. (https://www.sana.sy/?p=699386)
Die vereinten irakischen Streitkräfte starteten am 25.1.2018 eine militärische Spezial-Operation zur Eliminierung von IS-Schläferzellen in ar-Ramâdî / Provinz al-Anbâr im West-Irak. Das Vorgehen erfolgte von zwei Achsen aus: einmal von Ğisr aš-Šaiḫ ʽÂmar zur Kontrolle von ar-Raʽûd, zum anderen vom Projekt Nâẓim 28 aus gen Ğisr aš-Šaiḫa, wie ein al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber der Nachrichtenagentur INA bekannt gab. – In der al-ʽAbbâsî-Region von al-Ḥawîğa südwestlich von Kirkûk konnte eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Einheit vier IS-Terroristen während ihrer Sicherungsaufgaben töten. (https://www.sana.sy/?p=698703)
Die russische Nesawissimaja Gaseta vom 24.1.2018 entnimmt verschiedenen türkischen Medien, der türkische Staatschef Erdogan plane, die derzeitige Militäroperation Olivenzweig in Nord-Syrien in Irakisch- Kurdistan fortzusetzen. (https://sptnkne.ws/g7V4)
Nach Auskunft von Generalleutnant Ğalîl ar-Rubaiʽa gegenüber as-Sûmariyya News gelang es am 23.1.2018, nach geheimdienstlichen Ermittlungen drei Terroristen zu töten. Zwei von ihnen hatten Sprengstoffgürtel umgeschnallt. Sie hatten einen Anschlag in N-Bagdad geplant.
Am Morgen hatte zudem eine Militäroperation zur Vernichtung verbliebener IS-Zellen im Gebiet von in Ğazar Maḫalaṭ in der Provinz Nînawâ (Ninive) begonnen. (https://www.sana.sy/?p=697367)

Maxim Maximow, russischer Botschafter beim irakischen Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî , Photo: SANA
Zu dem nun endgültig für den 29./30.1.2018 (https://www.sana.sy/?p=696925) angesetzten Syrian National Dialogue Congress in Sotschi hat die russische Regierung auch den Irak hinzugebeten. Die Einladung sprach der russische Botschafter in Bagdad gegenüber dem Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî am 22.1.2018 aus. Aus dem irakischen Außenamt erging die Erlärung: „During a meeting with Iraqi Foreign Minister, Ibrahim al-Jaafari, the Russian Ambassador in Baghdad, Maxim Maximov, handed over a message from Russian Foreign Minister, Sergey Lavrov, inviting Iraq to participate in the Syrian National Dialogue Congress, which will be held on January 29-30.” (https://sana.sy/en/?p=125159, https://www.sana.sy/?p=696648)
Nach entsprechendem Entscheid des Bundesgerichtshofs vom 21.1.2018 und einstimmiger Entschließung des Repräsentantenrats vom 22.1.2018 finden die Parlamentswahlen wie geplant am 12.5.2018 statt. (https://www.sana.sy/?p=696703)
Nach Ergehen des Todesurteils gegen ein weibliches Mitglied der Terrororganisation IS durch den zentralen Strafgerichtshof des Iraks wurde dieses am 21.1.2018 auch mittels Erhängen vollzogen, wie as-Sûmariyya News nach Auskunft des Sprechers des irakischen Obersten Justizrats, ʽAbdus-Satâr Bayraqdar, meldete. Dieser gab an, die aus der BRD mit ihren beiden Töchtern nach Syrien und dann in den Irak eingereiste Frau marokkanischer Herkunft habe sich dem IS abgeschlossen, wie sie im Verhör gestanden habe. Sie wurde der logistischen Unterstützung bei der Begehung krimineller Handlungen der Terrororganisation überführt wie auch der Beteiligung an Angriffen auf irakische Sicherheits- und Militäreinheiten. In letzter Zeit haben die irakischen Sicherheitskräfte viele IS-Terrorist(inn)en ausländischer Nationalität während der Befreiungsoperationen der unter IS-Herrschaft stehenden Gebiete verhaften können. (https://www.sana.sy/?p=696007)
Laut Meldung von as-Sûmariyya News wurden südöstlich des Bezirks Kalâr Diyâlâ Nordirak zwei Erdbeben der Stärke 4,3 und 4,2 auf der Richterskala registriert; es gab am 20.1.2018 mehrere Nachbeben. Zuvor hatte es im Januar schon ein mäßiges Erdbeben im Raum von Bagdad und anderen Provinzen gegeben jeweils ohne, daß Personen zu Schaden kamen. (https://www.sana.sy/?p=696136, 21.1.2018)
Nachdem laut Meldung von as-Sûmariyya News bislang unidentifizierte Täter ins das Haus eines Polizeioffiziers in der Gegend von al-Bûḏiyâb eingedrungen waren, drei Familienmitglieder getötet und weitere vier verwundet hatten, begann am Abend des 19.1.2018 eine Suchoperation der irakischen Sicherheitskräfte, verstärkt durch Stammeskämpfer, nach Schläferzellen von Terroristen in dem Gebiet nördlich von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr.
Tags zuvor (am 19.1.2018) waren vier irakische Kinder verletzt worden, als westlich von ar-Ramâdî am Straßenrand ein ein Sprengsatz explodierte. (https://www.sana.sy/?p=695453 vom 20.1.2018)
Die unabhängige Journalistengruppe Air wars informierte die Öffentlichekit darüberm, daß im vergangenen Jahr 2017 rund 6.000 Zivilisten Opfer der Militäraktionen der US-geführten Koalition in Syrien und dem Irak geworden sind. (https://www.sana.sy/?p=695351 vom vom 19.1.2018, https://airwars.org/)
Wie der Gouverneur der irakischen Provinz Kirkûk, Rakân al-Ğabûrî (?, Rakan al-Dschaburi), am 18.1.2018 mitteilte, seien bislang 1.500 Flüchtlinge nach al-Ḥawîğa (vgl.u.) zurückgekehrt. Am 11.1.2018 hatte das Innenministerium bekanntgegeben, daß 50% der Vertriebenen in die vom IS befreiten Gebiete hätten heimkehren können. (http://parstoday.com/de/news/world-i36079-1.500_irakische_fl%C3%BCchtlinge_nach_kirkuk_zur%C3%BCckgekehrt)
Als Teilnehmer der 13. PUIC-Konferenz am diesjährigen Austragungsort Teheran betonte Parlamentssprecher Salîm al-Ğabûrî in seiner Rede die Bedeutung eines ernsthaften Dialogs zur Lösung der Probleme und Fragen in der Region wie des Erhalts der Souveränität und nationalen Einheit der zugehörigen Staaten. Außerdem unterstrich er die Notwendigkeit, den arabisch-islamischen und christlichen Charakter von Jerusalem zu bewahren. (https://www.sana.sy/?p=694025) – Letzteres bezieht sich auf al-Quds/Jerusalem-Erklärung von US-Präsident Trump vom 6.12.2017 (vgl. dazu Teil VI zu Syrien!).
Gemäß einer Meldung des kurdischen Senders Rudaw haben sich die Zentral– und die kurdische Regionalregierung nach einer Zusammenkunft vom Sa., 13.1.2018 und Mo., 15.1.2018 auf die Wiederaufnahme von Flügen aus der und in die Kurdenregion sowie die gemeinsame Verwaltung der Grenzübergänge geeinigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35993-erbil_und_bagdad_%C3%BCber_wiederer%C3%B6ffnung_von_flugh%C3%A4fen_in_der_kurdenregion_einig)
Dr. phil. Jan Keller, tschechischer Abgeordneter im Europa-Parlament, äußerte am 15.1.2018 im Interview mit der Webseite Parlamentsdokumente der Tschechischen Republik, wie Beweise zeigten, stamme ein Großteil der Waffen terroristischer Organisationen in Syrien und im Irak aus den USA, was darauf hindeute, daß die Terroristen in Syrien sie von der sog. gemäßigten Opposition erhalten, die ja von der US-geführten Koalition unterstützt wird. Wörtlich bemerkte er: „Es ist bedauerlich, daß es trotz dieser offensichtlichen, durch Beweise belegten Tatsache, bisher keine formelle Diskussion über die Verantwortung der Vereinigten Staaten dazu gibt. … .“ (https://www.sana.sy/?p=692740)
Später am Tag (15.1.2018) glückte dann ein doppelter Terroranschlag im Zentrum von Bagdad und auf die Arbeiter am Luftfahrt-Platz, bei dem 31 Menschen getötet und 94 verletzt wurden. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî traf sich darauf mit Führungspersonen im Bereich militärischer Operationen und der Geheimdiensttätigkeit, in dem er die Ausmerzung verbliebener terroristischer Zellen dringlich machte, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. – Vom libanesischen Auswärtigen Amt erging eine Beileidsbekundung an das brüderliche irakische Volk, mit dem man sich solidarisch erklärte angesichts der Opfer der Attentate, die dem IS offenkundig zur Kompensation seiner erlittenen Niederlage im Land dienen sollte. (https://www.sana.sy/?p=692661)
Zunächst war von 16 Todesopfern und dutzenden Verletzten die Rede in Erwartung steigender Opferzahlen. (https://www.sana.sy/?p=692652)
Die Bundespolizei konnte am Morgen des 15.1.2018 nach sorgsamer Überwachungstätigkeit einen Suizidanschlag auf dem ʽAdan-Platz im nördlichen Bagdad verhindern, bevor der mit einem Sprengstoffgürtel versehene Attentäter sich wie geplant inmitten einer Menschenschar in die Luftsprengen konnte. Das gab Generalmajor Saʽd Maʽn, der Sprecher des irakischen Innenministeriums, gegenüber irakischen Medien bekannt. Der Leiter des Bagdader Bezirksrats, Riyâḍ al-ʽAḍâḍ informierte zudem im Interview mit as-Sûmariyya News darüber, daß noch früher am Tag durch die Detonation eines improvisierten Sprengsatzes in der Nähe von Geschäften in der Gegend von Ḥussainiyya ar-Râšidiyya im N von Bagdad ein Iraker getötet und drei weitere verletzt wurden. (https://www.sana.sy/?p=691738)
Abdu_l-Bârî Zîbârî (Abdelbari Zebari), der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für auswärtige Beziehungen, bemerkte am Mi., 10.1.2018, in einer Erklärung zur eventuellen Zwangsabschiebung irakischer Staatsbürger, die in Europa vergeblich um Asyl nachgesucht haben: „Vorhandene Informationen zeigen, dass die EU-Mitgliedsstaaten eine neue Haltung gegenüber den Verhandlungen zwischen ihnen und der irakischen Regierung eingenommen haben. Wie erwartet, soll bei dem Besuch der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini in Bagdad am 22. Januar darüber gesprochen werden.“ Zîbârî bekundete, die Rückkehr aller ins Ausland gereisten Iraker in ihre Heimat werde zwar begrüßt, doch solle die Rückführung in voller Bereitschaft und ohne Druck oder Zwang erfolgen. – Seit der Besetzung des Landes durch die USA und ihre Verbündeten im Jahr 2013 hätten laut UN-Angaben 1,6 Millionen Iraker ihre Heimat verlassen. Davon seien 500.000 – 700.000 Menschen nach Jordanien, 800.000 in das ebenfalls vom Krieg heimgesuchte Syrien (!), 100.000 nach Saudi-Arabien und Kuwait sowie 436.000 nach Europa, Afrika, Asien und in die USA gereist. (http://parstoday.com/de/news/world-i35845-irak_fordert_stopp_der_zwangsabschiebung_von_fl%C3%BCchtlingen_aus_europa) – Zum Thema s.a. die Beurteilung durch den Völkerrechtsprofessor Dr. Gerd Seidel: „Warum kein Familiennachzug aus Syrien und dem Irak notwendig ist“.
ʽAlî al-Ḥussainî, Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, unterrichtete via as-Sûmariyya News die Öffentlichkeit darüber, daß es dem 16. Bataillon bei der Einführung von Sicherheitsmaßnahmen in der Provinz Kirkûk gelungen sei, den sog. IS-Muftî des Gouvernements, Abdul Qâdir al-ʽIzzî, mit drei seiner Begleiter nahe eines Dorfes im Bezirk Dâqûq südlich von Kirkûk aufzuspüren und zu töten. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Sicherheitskräfte würden fortfahren, um Raum al-Ḥawîğa IS-Terroristen aufzustöbern. – Am Vortag, 9.1.2018, seien zudem der sog. Wâlî (IS-Gouverneur) von Kirkûk mit vier seiner Anhänger durch einen Luftangriff südlich der Provinzhauptstadt getötet worden. (https://www.sana.sy/?p=689937)
Der kürzlich (s.u., 29.12.2017) gefangengenommene, berüchtigte IS-Henker Abû ʽUmar, bekannt als White Beard („Weißbart“), soll nach Zahlung von rund 7.500 US-$ Bestechung an die Polizeiwache nach wenigen Minuten wieder in Freiheit gesetzt worden sein, meldet The Daily Mail am 9.1.2018. Darauf sei er per Motorrad einfach davongefahren. (http://www.dailymail.co.uk/news/article-5249941/ISIS-White-Beard-executioner-escaped-5-500-bribe.html?ito=social-twitter_mailonline)
Am Mo., 8.1.2018, stellten die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und die EU-Kommission in einer gemeinsamen Erklärung die EU-Strategie zur Stabilisierung des Irak nach der IS-Niederlage sowie zur Unterstützung der irakischen Bevölkerung vor. Dabei konzentriere sich die EU auf „folgende strategische Ziele:
– Wahrung der Einheit, der Souveränität und der territorialen Integrität des Landes und Unterstützung der irakischen Bemühungen um ein ausgewogenes, rechenschaftspflichtiges und demokratisches Regierungssystem;
– Förderung eines nachhaltigen, wissensbasierten und inklusiven Wirtschaftswachstums;
– Stärkung der nationalen Identität Iraks und der Aussöhnung zwischen seinen verschiedenen Gemeinschaften;
– Förderung einer wirksamen und unabhängigen Justiz;
– Bewältigung der Herausforderungen im Bereich Migration;
– Unterstützung der guten Beziehungen Iraks zu allen Nachbarländern.“
Mit Vertretern der EU-Mitgliedstaaten würden die vorgeschlagenen Maßnahmen bei der Tagung des Rates für Auswärtige Angelegenheiten“ am 22.1.2018 und mit dem EU-Parlament diskutiert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35777-eu_stellt_irak_strategie_vor)
In einer Erklärung der NATO, zitiert von der irakischen Zeitung aṣ-Ṣabâḥ al-Ğadîd am 8.1.2018, soll bei einem Treffen auf Ebene der Generalstabschefs am 16. /17.1.2018 die Rolle des Bündnisses im begonnen neuen Jahr im Irak überprüft werden. – Iraker haben mehrfach gegen die Präsenz westlichen Militärs in ihrem Land protestiert. (http://parstoday.com/de/news/world-i35719-nato_%C3%BCberpr%C3%BCft_ausbildung_irakischer_truppen)
Nach Mitteilung von ʽAlî al-Ḥussainî, einem Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, gegenüber der Nachrichtenagentur INA, hat am 4.1.2018 eine Militäroperation von Streitkräften der Armee, al-Ḥašd aš-Šaʽbî und der Luftwaffe zur Säuberung der Gebiete westlich und südlich von Kirkûk bis in den Osten der Provinz Ṣalâḥuddîn von verbliebenen IS-Zellen begonnen. Diese werden im Bereich von al-Ḥawîğa durch das Ḥamrîn-Bergland hindurch bis in die Gegend von az-Zarka an der Grenze zum östlichen Teil von Ṣalâḥuddîn vermutet.(https://www.sana.sy/?p=686967)
Haiṯam Abû Saʽîd, UN-Hochkommissar für die Nahost-Region und Generalsekretär des European Department for Security and Information (DESI) machte 3.1.2018 öffentlich, die Unruhen in einigen iranischen Städten der letzten Tage [seit Do., 28.12.2017] seien von hohen westlichen und israelischen Offiziere, aber auch Sicherheitsexperten einiger arabischer Länder und Vertretern der al-ʽAdl-Bewegung von zwei Operationszentralen aus geleitet worden. Davon sei die eine in Arbîl, der Hauptstadt der autonomen irakischen Kurdenregion, gelegen mit Einsatzgebiet Iran-West, die andere in Harāt (Herat) in Afghanistan mit Einsatzgebiet Iran-Ost. Dabei unterstrich Abû Saʽîd, eine solche Einflußnahme auf ein fremdes Land über die Steuerung von Aufruhrgeschehen darin sei ein klarer Verstoß gegen Internationales Recht bzw. die UN-Charta, welche Einmischungen in die interne Angelegenheit anderer Länder verbiete. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35585-desi_generalsekret%C3%A4r_operationszentrale_f%C3%BCr_unruhen_im_osten_und_westen_waren_in_erbil_und_herat)
Nach Mitteilung von Iḥsân [oder: Iḥsan] aš-Šamrî (Ehsan al-Shemri), einem Berater von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî, vom Di., 2.1.2018 auf dessen Facebook-Seite habe die kurdische Regionalbehörde sich nun doch entschlossen, die durch das Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 (s.u.) geschaffene und durch die jüngsten massiven Proteste (s.u.) ausgeweitete Krise auf Basis der Verfassung beizulegen, wie es die Zentralregierung vorgezeichnet hatte. Die Regionalregierung sei demnach einverstanden, im Vorfeld gemeinsamer Gespräche offiziell vom erwähnten Referendum Abstand zu nehmen, über alle internationalen Grenzübergänge und Flughäfen die Kontrolle zu übergeben, ein Hohes Komitee zur Planung und Organisation der Aktivitäten dieser Grenzübergänge zu bilden sowie über Öl- und Nicht-Öl-Einnahmen und Steuern die Zentralregierung entscheiden zu lassen. Zuvor hatte Ministerpräsident al-ʽAbâdî den Verantwortungsträgern in Arbîl eine Liste mit 13 Bedingungen zukommen lassen, an welche die Wiederaufnahme der Gespräche geknüpft war. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35541-irakisches_kurdengebiet_akzeptiert_bedingungen_der_zentralregierung)
Das türkische Militär hält bekanntlich (vgl.u.) trotz wiederholter vehementer Proteste der Zentralregierung dagegen Territorien des Iraks besetzt bzw. unterhält dort Stützpunkte. Daher ist es verständlich, daß Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî es ablehnte, daß ausgerechnet der türkische Präsident Erdogan eine Vermittlertätigkeit zwischen der irakischen Kurdenverwaltung und der Regierung in Bagdad übernehmen solle, wie es Nêçîrvan Bârzânî, der Premierminister letzterer, nach seinem jüngsten Türkei-Besuch gefordert hatte. Außerdem hob al-ʽAbâdî die Notwendigkeit der Kontrollausweitung über alle irakischen Grenzübergänge hervor, wie as-Sûmariyya News am Mo., 1.1.2017, berichtete. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35511-al_abadi_lehnt_t%C3%BCrkischen_vermittlungsvorschlag_in_streitfrage_mit_erbil_ab) – Letzteres bezieht sich auf die Auseinandersetzungen im Gefolge des illegalen Sezessionsreferendums vom 25.9. 2017 (s.u.).
Die irakischen Streitkräfte starteten am 1.1.2018 eine Militäroperation zusammen mit Brigaden der Bundespolizei und Deckung der Luftwaffe in der Gegend von al-Farḥâniyya und ar-Rafîʽât und as-Sayyid Ġuraib im Distrikt Sâmarâ´ der Provinz Ṣalâḥuddîn, nachdem dort Anschläge (s.u.) verübt worden waren. Laut der Führung der Militäroperation gegenüber as-Sûmariyya News sollten damit IS-Überreste ausgemerzt werden. (https://www.sana.sy/?p=685687)
Bei einem Suizidanschlag im Südwesten von Bagdad wurden am 30.12.2017 drei Iraker verletzt.
In der Nacht zum 31.12.2017 kam es zu zwei weiteren Anschlägen: im Gebiet al-Farḥâniyya nördlich von Bagdad verübten IS-Kämpfer einen Angriff, bei dem vier Menschen getötet und neun weitere verwundet wurden. Sicherheitskräften gelang es, die Terroristen abzuwehren und zu vertreiben. Nicht identifizierte Bewaffnete schleuderten zudem nächtens eine Handgranate in ein Café in der al-Quds-Straße im Zentrum von Kirkûk und verletzten damit drei Zivilisten. (https://www.sana.sy/?p=685418)
Infolge des Besuchs von Nêçîrvan Barzânî (Neffe des Initiators des Sezessionsreferendums Masʽûd Barzânî, s.u.), und seines Stellvertreters, Ġûbâd Ṭâlabânî, in Berlin (s.u., 18.12.2017), hat der Bundestag der BRD am Do., 28.12.2017, die weitere Unterstützung der Pîšmarga (s.u., 12.12.2017) gebilligt, trotz deren teils verheerenden Einsatzes im Umfeld und besonders nach Scheitern des Sezessionsreferendums (s.u.) und der Massenproteste gegen die Regierung (s.u.). (https://sptnkne.ws/guD5)
Gemäß der vom irakischen Nachrichtensender al-Masala-TV am Di., 26.12.2017, zitierten US-Webseite Business Insider seien tausenden IS-Terroristen, darunter auch Anführer verschiedenster Rangordnungen nach der Niederlage der Terrororganisation in Syrien und dem Irak gemäß einer Übereinkunft zwischen den USA und syrischen Oppositionskräften zur Flucht über die Türkei in EU-Länder geschleust worden. Ein namentlich nicht genannter hochrangiger US-Offizier habe dazu kommentiert: „Die führenden westlichen Politiker werden in naher Zukunft zu einem hohen Preis die negativen Auswirkungen dieser Übereinkunft bemerken. Die Nachteile ihres Versuchs, Terroristen als Werkzeuge gegen die Regierungen in Syrien und Libyen einzusetzen, werden sie eines Tages zu spüren bekommen.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35331-us_websei-te_usa_und_syrische_opposition_haben_tausende_is_mitglie-der_nach_europa_geschleust)
Nach den vehementen Massenprotesten gegen die noch bestehende von den beiden Clans Barzânî- wie Ṭâlabânî (zu beiden s.u.!) getragenen Regierung (vgl.u.) und das Verwaltungssystem ist nach etlichen Austritten aus dem Kabinett nun auch der Parlamentspräsident der kurdischen Autonomieregion zurückgetreten. Dieser gehört der kritischen oppositionellen demokratische ausgerichteten Partei für Wandel (auch: Goran-Partei, vgl.u.) an, welche sich seit Jahren gegen die diktatorisch korrupte Verwaltungspraxis der Barzânî– wie Ṭâlabânî-Clans engagiert einschließlich der jahrelang erfolgreichen Machenschaften von Masʽûd Barzânî, entgegen der Verfassung an der Macht zu bleiben. Nach Einschätzung von Yûsuf Muḥammad Ṣâdiq während einer Pressekonferenz in Sulaimâniyya am Di., 26.12.2017, könne nur eine Auflösung der bestehenden Autonomiebehörde und die Übernahme der Kontrolle durch die Menschen selbst endlich Abhilfe im politischen Desaster schaffen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35297-irak_parlamentspr%C3%A4sident_kurdischer_regionalregierung_tritt_zur%C3%BCck)
Mit der am Di., 26.12.2017, in Damaskus angekommenen irakischen Experten-Delegation unter Führung des irakischen Elektrizitätsminister Qâsim Muḥammad al-Fahdâwî sprach Syriens Amtskollege Muḥammad Zuhair Ḫarbûṭlî über die Umsetzung des Projekts der gemeinsamen Stromenergieversorgung zum Nutzen beider Staaten, vor allem bei deren Wiederaufbau nach den Kriegsjahren. (https://www.sana.sy/?p=683722, https://sana.sy/en/?p=122644)
Erstmals seit Vertreibung der Terroristen konnten die chaldäischen Christen in der Pauluskirche in Mossul wieder Weihnachten feiern, wie as-Sûmariyya News berichtet. Die Paulskirche ist die einzige, die von ca. 30 Kirchen der Provinz Nînawâ (Ninive) noch vollständig erhalten ist. Jugendliche hatten die Kirche für die Festlichkeit wieder hergerichtet. (https://www.sana.sy/?p=682468)
Laut Meldung der SonntagsZeitung soll die Basler Firma Tradewell AG in illegale Waffengeschäfte mit dem IS verwickelt sein. Sie hatte hierzu nicht die laut Kriegsmaterialgesetz für „den Handel mit Kriegsmaterial“ und „die Vermittlung von Kriegsmaterial“ zwingend notwendige Bewilligung des schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft, Seco. (https://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/anzeige-gegen-schweizer-firma-wegen-ismunition/story/31926145 vom 23.12.2017)
Am 20.12.2017 wurden bei zwei Bombenexplosionen im Umkreis von Bagdad gemeldet. Die eine ereignete sich an einem Bauernmarkt im Norden der Hauptstadt, wobei eine Person getötet und zwei weitere verletzt wurden, die andere nahe der Geschäftsgegend az-Zaidân von Abû Ġuraib westlich von Bagdad mit zwei Verletzten. Verhaftet wurden in der Provinz Diyâlâ zwei Fahrer von Suizidattentätern mit Ziel Mandalî. (https://www.sana.sy/?p=679831)
Bei Massendemonstrationen in der autonomen irakischen Kurdenregion kamen in der Stadt Râniyya laut Meldung von as-Sûmariyya News bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten drei Menschen getötet und über 80 verletzt. Die Protestierenden forderten bessere Lebensbedingungen und die Auszahlung der seit Monaten überfälligen Gehälter. (https://www.sana.sy/?p=679334 vom 19.12.2017) – Über die korrupte Barzânî-Regierung (s.u.) war schon mehrfach berichtet worden.
Nachtrag: Mehrere tausend Beamte demonstrierten in Sulaimâniyya, der zweitgrößten Stadt der o.e. Region, schon am 18. 12.2017 und forderten den Rücktritt der von den beiden Clans Barzânî– wie Ṭâlabânî (zu beiden s.u.!) getragenen Regierung. Sie stellten die Autorität der Barzânî direkt in Frage, indem sie Plakate mit der aufschrift „26 Jahre Diebstähle und Fehlentscheidungen“ trugen. Zugleich wurden durch „unkontrollierte Elemente“ die Parteibüros beider Clans angezündet. (Rachele Marmetti für Il Cronista, http://www.voltairenet.org/article199113.html vom 21.12.2017)
Im Grenzgebiet zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn wurden nach den Worten von Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, dem Kommandanten der Tigris-Operationen, gegenüber as-Sûmariyya News alle IS-Zellen beseitigt und die Kontrolle über das Gebiet von al-Muṭaibîğa wiedererlangt. Nach Bericht des Kommandanten der 2. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Karîm al-Ḫaqânî, wurden geheime Höhlen und Tunnel des IS entdeckt, Sprengsätze zerstört wie auch Werkstätten zur Herstellung von Auto- und anderen Bomben. Befreit vom IS wurden zudem Grenzübergang und Dorf Mîtah sowie das Dorf al-Ğumʽa und Gebiet al-Ḥâwî. In der Nähe von Duwânim bei Banî Saʽd, südwestlich von Baʽqûba, fiel den Soldaten noch ein Waffentransporter in die Hände. (https://www.sana.sy/?p=678792 vom 18.12.2017)
Auf offizielle Einladung der (deutschen) Bundesregierung kamen der noch im Amt befindliche Ministerpräsident der autonomen Kurdenregion des Iraks, Nêçîrvan Barzânî (Neffe des Initiators des Sezessionsreferendums Masʽûd Barzânî, s.u.), und sein Stellvertreter, Ġûbâd Ṭâlabânî (Ghobad Talibani), am Mo., 18.12.2017, nach Berlin zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Merkel, Verteidigungsministerin von der Leyen und Außenminister Gabriel. Ziel soll die Unterstützung bei der Beilegung jener Turbulenzen sein, welche durch das Sezessionsreferendum (s.u.!) ausgelöst wurden, auf friedlichem und demokratischem Weg und in Zusammenarbeit mit der Zentralregierung in Bagdad. – Die BRD gilt als einer der Hauptunterstützer des Iraks und stellte dafür schon mehr als eine Milliarde € zur Verfügung. (http://parstoday.com/de/news/germany-i34997-nechirvan_barzani_reist_nach_berlin, http://parstoday.com/de/news/germany-i34999-deutschland_wird_nur_bedingt_hilfe_an_irak_fortsetzen) – Beide Familien, die Barzâniyûn wie die Ṭâlibâniyûn sind die reichsten und beherrschenden im kurdischen Nordirak (dazu vgl.u.).
Am 17.12.2017 informierte der Leiter des Sicherheitsausschusses der Provinz Diyâlâ, Ṣâdiq al-Ḥussainî as-Sûmariyya News darüber, daß es den Sicherheitskräften des 5. Bataillons aufgrund von Geheimdienstdaten gelungen sei, einen der bekanntesten IS-Anführer mit Kampfnamen Zarqâwî im Talkessel an-Nadâ, 55km östlich von Baʽqûba aufzuspüren und zu töten. Zudem hätten die Sicherheitskräfte in der Umgebung des Talkessels von al-Muṭaibîğa an der Grenze zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn einen geheimen Friedhof gefunden, der von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gesichert werde. Dort seien ca. 50 IS-Anführer heimlich begraben worden, damit weder die Tatsache ihres Todes noch deren Identität festgestellt werden könne. (https://www.sana.sy/?p=678235) – Zur Zeit laufen im al-Muṭaibîğa Gebiet Operationen zum Aufspüren von IS-Schläferzellen wie zum Räumen von Minen und Sprengsätzen. (https://www.sana.sy/?p=677837)
Laut Meldung von as-Sûmariyya News vom 16.12.2017 erklärte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, nach der Niederlage der IS-Terrormiliz seien Militärbasen der US-geführten Koalition unnötig. Deren Aktionen seien an die Beibehaltung der Unversehrtheit der Landes-Souveränität geknüpft gewesen. Zuvor hatte der Vize-Vorsitzende des Komitees für Nationale Sicherheit und Verteidigung im Parlament, Nâyif aš-Šamarî (Nayef Al-Schamari), schon klargestellt, daß der Irak keine US-Militärs und -Basis mehr benötige und das Land nicht zu einem Ausgangspunkt für Übergriffe auf andere Länder werden dürfe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34935-iraks_au%C3%9Fenminister_internationale_anti_is_koa- lition_wird_keine_milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkte_im_irak_errichten) – Ganz ähnlich ist die Einstellung der syrischen Regierung.
Der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gab am 16.12.2017 den Beginn einer Säuberungsoperation im Grenzgebiet der Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn in der Gegend von Muṭaibîğa im Nord-Irak bekannt. Dabei seien am ersten Tag sechs IS-Verstecke zerstört und fünf Terroristen getötet worden. Danach sei nach Sprengsätzen und Minen gesucht worden; sie wurden demontiert. (https://www.sana.sy/?p=677423)
Gemäß Landesrecht sind nach Angaben des Justizministeriums im Südirak 38 gefangengesetzte IS-Kämpfer hingerichtet worden, wie The Independent am Do., 14.12.2017, meldete. Weitere zehntausend wegen IS-Affiliierung Angeklagter säßen derzeit in Haft. (https://sptnkne.ws/gmVW) – Im Gegensatz zu Syrien gibt es im Irak kein im Anschluß an die immer wieder verlängerten präsidialen Amnestie-Erlasse von Dr. al-Assad (ab Teil I) von der Regierung veranlaßtes Rekonziliierungsprogramm (s. ab Teil II).
Wie schon im Themenstrang (Thread) zu Syrien bemerkt, hat der Deutsche Bundestag am 12.12.2017 die Auslandsmission der Bundeswehr als NATO-Mitglied bis zum April 2018 verlängert, darunter auch diejenige zur Unterstützung der Pîšmarga (Peschmerga, zu deren Einordnung s.u.!) im Nordirak. Hierzu wurden 9,9 Millionen € zur Verfügung gestellt.(http://parstoday.com/de/news/germany-i34851-bundestag_verl%C3%A4ngert_bundeswehr_einsatz_in_afghanistan, http://parstoday.com/de/news/germany-i34997-nechirvan_barzani_reist_nach_berlin) – Diese Missionsverlängerung widerspricht auch im Irak jeglicher Logik gemessen an der jüngsten Entwicklung im Land. S. dazu daher bzgl. Syrien.
Nach Auskunft des Kommandanten der Militäroperationen der Provinz Kirkûk, Generalmajor ʽAlî Fâḍil ʽImrân, informierte as-Sûmariyya News über die Tötung von zwei IS-Terroristen im Gebiet von al-Ḥawîğa während der Säuberungsaktionen der Streitkräfte.
Zum anderen wurden sechs Iraker in der Nähe eines beliebten Cafés bei der alten Diyâlâ-Brücke südöstlich von Bagdad durch die Detonation eines Sprengsatzes verwundet. (https://www.sana.sy/?p=675921 vom 13.12.2017)
Gemäß Aussage von Saʽd al-Ḥadîṯî, dem Sprecher des Büros des Ministerpräsidenten, vom 12.12.2017 sind seit Anfang 2016 2,5 Millionen Iraker wieder in ihre Wohnhäuser zurückgekehrt. Sodann wies er darauf hin, daß zur Sicherung weiterer Rückkehrer die Säuberung der befreiten Gebiete von Minen und Sprengsätzen weitergehe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34809-2.5_millionen_irakische_fl%C3%BCchtlinge_kehren_in_ihre_h%C3%A4user_zur%C3%BCck)
Die irakische Regierung hat durch ihren Botschafter in Moskau, Ḥaidar Manṣûr Hâdî al-ʽAḏârî, einen formellen Antrag an die russische gestellt, eine Einladung für irakische Vertreter zur Teilnahme an der 8. Astana-Konferenz auszustellen. Entgegengenommen hat ihn Konstantin Kosatschow, der Vorsitzende des Komitees für auswärtige Angelegenheiten beim Russischen Föderationsrat während eines Treffens. Schließlich teile der Irak eine Reihe von Erfahrungen mit seinem Nachbarstaat, zu dem traditionell enge, gute Verbindungen bestünden. Das sollte bei der Findung einer politischen Beilegung der Krise nützlich sein. (https://sana.sy/en/?p=121069, https://www.sana.sy/?p=675386 vom 12.12.2017)
Im Zentrum von Bagdad fand am So., 10.12.2017, eine Militärparade mit Teilnehmern aller an der Bekämpfung des IS beteiligten Fraktionen der Streitkräfte infolge der Erklärung zum Sieg vom Vortag (s.u.) durch den Ministerpräsidenten statt. (http://www.sana.sy/?p=673910 mit Bezug auf as-Sûmariyya News)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî verkündete am 9.12.2017 während der Internationalen Medienkonferenz in Bagdad laut as-Sûmariyya News das Ende des Krieges gegen den IS im Irak wie die vollständige Kontrolle über die Grenze Syrienzu Syrien. „Unser Kampf galt einem Feind, der unsere Zivilisation auslöschen wollte, aber wir haben gesiegt durch unsere Einheit und unsere Entschlossenheit und so waren wir in kurzer Zeit in der Lage, dem Unterdrücker eine Niederlage zu bereiten.“, äußerte al-ʽAbâdî. Zuvor hatte Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant der Operationen am oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, gegenüber as-Sûmariyya News die Beendigung der Befreiung des gesamten irakischen Territoriums von der IS-Terrororganisation bekanntgegeben. Den vereinten Streitkräften sei es gelungen, die „Insel“ (al-Ğazîra) zwischen Nînawâ und al-Anbâr mit Unterstützung der Luftwaffe von den Terroristen zu befreien einschließlich von mehr als 90 Dörfer und 16.000km2. Am Morgen des 9.12.2017 gab auch die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Beendigung ihrer Militäreinsätze im Bereich der Ğazîra wie in West-al-Anbâr an der Grenze zu Syrien – vom Grenzübergang al-Walîd bis zu dem von ar-Rabîʽa – an, die nun vollkommen gesichert sei. (http://www.sana.sy/?p=673483)
Kritisch zur Sieg-Erklärung äußert sich Konstantin Kossatschow im Beitrag: Was hinter Verkündung des Sieges über IS in Irak steckt – Außenpolitiker
Die Reaktion des Großayatullâh des Landes, ʽAlî Ḥussainī as-Sīstānī, auf die Ankündigung von US-Präsident Trump vom 6.12.2017 zur geplanten US-Botschaftsverlegung innerhalb Israels mitsamt ihren Implikationen scheint ebenfalls zu unterstreichen, was schon zur Bedeutung des Wortes al-Quds dargelegt worden ist (s. Syrien). Daß es um die Einforderung der u.a. aus der UN-Resolution Nr.181 hergeleiteten Rechte der Palästinenser auch auf einen Teil von Jerusalem (Bait al-Muqaddas mit dem Ostteil, d.i. al-Quds) geht und nicht die Bezweiflung des Existenzrecht Israels unterstreicht die Formulierung in der Erklärung des Großayatullâhs vom 8.12.2017. Demnach verletze die Ankündigung Trumps vom 7.12.2017 (s. Syrien) die Gefühle von Millionen Arabern und Muslimen; dies ändere jedoch nichts an der Tatsache, daß al-Quds ein besetztes Gebiet sei, das ihren Eignern, den Palästinensern, zurückgegeben werden müsse, unabhängig davon, wie lange es dauere. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34609-gro%C3%9Fayatollah_sistani_verurteilt_trumps_schritt) – Die hervorgehobene Formulierung entspricht inhaltlich genau derer der UNSC-Resolution Nr.242.
Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî warnte angesichts der von US-Präsident Trump angekündigten Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem vor den möglichen schwerwiegenden Folgen einer solchen Entscheidung vor allem in der Region. Dezidiert erklärte er, wie as-Sûmariyya News berichtete, kein Staat habe das Recht, eine Besatzung, die über UN-Resolutionen hinausgehe und die legitimen Rechte der Palästinenser beinträchtige, zu legitimieren. Er forderte die US-Regierung auf, die Entscheidung zu revidieren, die zu einer gefährlichen Eskalation der Lage führen könne, die den Extremismus fördere, eine dem Wachstum des Terrorismus förderliche Atmosphäre schaffe und Frieden und Stabilität in der Welt gefährde. Dem US-Botschafter in Bagdad, Douglas Seelman, ließ er eine entsprechende Protestnote zur Aushändigung an dessen Regierung zukommen, wie Ministeriumssprecher Aḥmad Maḥğûb bekanntgab.(http://www.sana.sy/?p=672362)
Vize-Präsident Nûrî al-Mâlikî (vgl.u.) kritisierte am 3.12.2017 die Äußerungen des französischen Präsidenten Macron während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem noch im Amt befindlichen Ministerpräsident der autonomen Kurdenregion des Iraks, Nêçîrvan Barzânî (vgl.u.), vom Vortag. Darin hatte Emanuel Macron gefordert, die irakische Regierung solle die bewaffneten Gruppen, darunter al-Ḥašd aš-Šaʽbî auflösen und entwaffnen. Wie as-Sûmariyya News meldete, wies al-Mâlikî derartige Einmischungen in die inneren Angelegenheiten des irakischen Staates scharf zurück und stellte klar, daß es sich bei den al-Ḥašd aš-Šaʽbî um die im Kampf gegen den IS äußerst erfolgreichen Kampfverbände handele, die eine Institution des Staates zu dessen Sicherheit darstellten. Die Streitkräfte des Landes setzten sich wie die Bevölkerung aus verschiedenen Konfessionen zusammen, die gemeinsam effektiv den Counterterrorismus durchführten bis zu dessen endgültiger Ausmerzung. Hierbei kooperiere man gerne mit befreundeten Staaten, die die Souveränität des Iraks achteten, wobei letzteres nicht aus Macrons Rede herauszulesen gewesen sei – entgegen der französischen Verfassung. (http://www.sana.sy/?p=669923) – Eine ganz ähnliche Verwahrung gegen Macrons Einmischungen und inakzeptable Forderungen war auch aus dem Büro von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî durch dessen Sprecher Saʽd al-Ḥadîṯî zu vernehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i34433-irak_kritisiert_aussagen_macrons_%C3%BCber_haschd_al_shaabi)
Gemäß den Worten vom Kommandanten der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gegenüber as-Sûmariyya News vom 2.12.2017 begann eine großangelegte militärische Operation im östlichen Teil der Provinz Diyâlâ, um dort IS-Zellen auszumerzen. Teil nehmen Armee- und Sicherheitskräfte, die Bundespolizei sowie al-Ḥašd aš-Šaʽbî. Die Aktion begann von zwei Achsen im an-Nadâ-Becken, 55km östlich der Stadt Baʽqûba. – Al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Einheiten – die Brigaden 15 und 53 – entdeckten zudem zwei Massengräber: im südlichen Sinğâr-Gebiet mit den Leichen ca. 80 Zivilisten und im Dorf Qâbûsî mit den Überresten von mehr als 20 Frauen und Dutzenden von Kindern, allesamt IS-Opfer. (http://www.sana.sy/?p=669549)
Im Zug der Militäroperation, übrige IS-Nester auszumerzen, töteten die irakischen Streitkräfte in ʽAbbâsî, einem Teil des al-Ḥawîğa-Bezirks westlich von Kirkûk im Nordirak einige Terroristen, wie der Kommandant von Kirkûk, Generalmajor ʽAlî Fâḍil ʽImrân, gegenüber as-Sûmariyya News bekanntgab. Zudem meldete ein Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, eine ihrer Einheiten habe einen IS-Angriff auf das Dorf al-Qûš Ğih unweit Qâra Taba (Kara Tepe) in NO-Diyâlâ vereiteln können. (http://www.sana.sy/?p=668710)
Vom Polizeikommando Diyâlâ gegenüber as-Sûmariyya News war am 29.11.2017 zu erfahren, daß Dörfer und Obstplantagen im Bezirk al-Muqdâdiyya nordöstlich von Baʽqûba nach IS-Zellen durchkämmt wurden wie auch im Bereich der Dörfer Tûkal, Bâbilân, al-Harâmiša und Šâkarâk.
Der Kommandant des Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, informierte darüber, daß 200 vertriebene Familien wieder in ihre Häuser in den Dörfern nördlich von al-Muqdâdiyya hätten zurückkehren können. Auch der Kommandant des Regiments der Stammeskämpfer von al-Karma in der Provinz al-Anbâr, Oberst Maḥmûd Marḍî, teilte mit, daß nach aufwendigem Minenräumen in das Umland von Bagdad vor dem IS geflohene Bewohner von des Bezirks al-Karma und östlich von ar-Ramâdî nun heimkehren würden. (http://www.sana.sy/?p=668093)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî erklärte während einer Pressekonferenz vom 28.11.2017 den [an Syrien grenzenden) Westteil der Provinz al-Anbâr dank der erfolgreichen Militäroperation dort für frei vom IS, wie as-Sûmariyya News berichtete. (http://www.sana.sy/?p=668025)
Während der laufenden Militäroperation zur Befreiung der Wüstenregionen vom IS (vgl.u.) entdecken Soldaten der Bodentruppen laufend Öl-Depots des IS, welche bislang bei Aufklärungsflügen nicht haben verifiziert werden können. Die Behälter mit einem Fassungsvermögen von mehreren tausend Litern geraubten Öls sind in Erdlöchern versteckt. (https://sptnkne.ws/gdfw)
In der Nacht auf Di., 28.11.2017, haben Bomber der türkischen Luftwaffe ungebeten von der Landesregierung und ohne UN-Mandat hierfür und damit völkerrechtswidrig 41 PKK-Objekte im N-Irak angegriffen und zerstört. (https://sptnkne.ws/gdbb)
Aus einer vom Pentagon am Mo., 27.11.2017, veröffentlichten Infografik geht hervor, daß sich – bezogen auf den 30. 9.2017 – im Land 8.900 US-Militärs aufhalten. (https://sptnkne.ws/gcVk)
As-Sûmariyya News berichtete am 26.11.2017 davon, die vereinten Truppen hätten vom IS die Kontrolle über 175 Dörfer, dazu fünf Brücken, Grenzübergänge (?) und einen Flughafen zurückerkämpft, wobei vier Dörfer nördlich von Râwa lägen. Die Rückeroberungen betreffen ein Gebiet von 14.100km2 südlich vom al-Ḥaḍar-Bezirks bis nördlich von Râwa. Die IS-Terroristen hätten herbe Verluste erlitten. Zerstört worden seien militärische Ausrüstung, dazu elf automatische Maschinengewehre, sieben Motorräder, 18 Autobomben bei Demonatge von über 1.000 Sprengfallen. Von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Operationen am oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, war zudem zu erfahren, bei den nordöstlich von Râwa gelegenen Dörfern habe es sich um al-Ḥumaima, Hîğî, al-Buġailîn und al-Waṭâ gehandelt und eine vom IS befreit Fläche von 740km2. Unterdessen gingen die Säuberungsaktionen weiter. (http://www.sana.sy/?p=666837)
Gemäß INA-Meldung vom 25.11.2017 befreiten die vereinten Streitkräfte in der zweiten Phase der schon erwähnten Militäroperation (s.u.) 25 Dörfer in der al-Anbâr-Wüste, wie der Sprecher der al-Anbâr-Stämme mitgeteilt hatte. Zuvor hatte al-Ḥašd aš-Šaʽbî berichtet, daß al-Qariyya im südlichen Bezirk von al-Ḥaḍar und ʽÎn Ṭarfâwî nahe der Verbindungsstraße zwischen den Bezirken al-Ḥaḍar im Süden von Nînawâ und Râwa im westlichen al-Anbâr von der IS-Herrschaft durch die 2. Brigade zurückgewonnen worden seien. Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vereitelten zudem einen IS-Angriff in der aṣ-Ṣiniyya-Wüste westlich des Baiğî-Bezirks. – Andererseits wurden zwei Iraker getötet, als sie eine vom IS mit einem Sprengsatz präparierte Stelle am Straßenrand vor dem Râwa–Krankenhaus passierten. – In den befreiten Gebieten komme es vermehrt zu Anschlägen, die sowohl viele Angehörige der Sicherheitskräfte wie Zivilisten töteten. (http://www.sana.sy/?p=665942)
In der zweiten Phase der Militäroperation im al-Ğazîra-Bereich, am oberen Euphrat und in der Wüste zwischen den Provinzen Ṣalâḥuddîn, al-Anbâr und Nînawâ gegen Reste von IS-Terrorzellen erkämpften die vereinten irakischen Streitkräfte die Kontrolle über die Dörfer Siyâḥ aḏ-Ḏîb, und ʽAbd ʽAlwân im SW der Nînawâ-Wüste wie über das Dorf Musailîla tief in der Wüste von al-Ğazîra gelegen und den Bezirk al-Mâliḥa at-Tâbiʽa bei Baiği in N-Ṣalâḥuddîn zurück. Darüber gab der Sprecher der 33. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Ḥaidar Muḥammadâwî, am 23.11.2017 gegenüber Nachrichtenagentur INA Auskunft. (http://www.sana.sy/?p=664890)
Während der o.e. Operation wurden gemäß Bericht von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Operationen am oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich bereits mehr als 5800km2 und 77 Dörfer vom IS durch Einheiten der Armee, der Bundespolizei und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî unter Deckung der Luftwaffe befreit. U.a. wurde die Kontrolle über die Brücke Umm al-ʽAqârib und den Ğanîf-Flughafen im südlichen Bezirk von al-Ḥaḍar zurückgewonnen. Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî konnte vermelden, daß seine Einheiten drei vielbenutzte Brücken und den Zugang zum Wâdî aṯ-Ṯarṯâr, das die Provinzen Ṣalâḥuddîn, al-Anbâr verbindet, vom IS erobert hätten. (http://www.sana.sy/?p=665295 vom 23.11.2017)
Beim Treffen mit UN-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard mit Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī Sīstānī (vgl.u.) in Bagdad am Di., 21.11.2017, erklärten beide die Rolle des jeweilig anderen (im Falle von Frau Callamard die UN) für die Stärkung der Kultur von Frieden, Freundschaft und friedlicher Koexistenz im Irak für bedeutsam. Der Groß-Ayatullâh bemerkte dazu: „Die irakische Gesellschaft ist für die Lösung der Probleme nach der Beseitigung der von der IS-Terrormiliz ausgehenden Gefahr, in verschiedenen Bereichen auf UN-Hilfen angewiesen.“ Eine friedliche Koexistenz werde von allen Irakern begrüßt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34015-gro%C3%9Fayatollah_sistani_fordert_st%C3%A4rkere_rolle_der_uno_im_irak)
Das oberste Gericht hat am 20.11.2017 das am 25.9.2017 (s.u.) durchgeführte kurdische Sezessionsreferendum nach eingehender Prüfung für verfassungswidrig und damit ungültig erklärt. Im Weiteren rief das Gericht dazu auf, sämtliche verfassungswidrigen Handlungen zu unterlassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33937-al_abadi_begr%C3%BC%C3%9Ft_annullierung_des_referendums_in_der_irakischen_kurdenregion_durch_das_h%C3%B6chste_gericht)
Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm äußerte während einer Pressekonferenz vom Mo., 20.11.2017, in Kuwait, Sicherheit und Stabilität in Syrien habe die gleichen Auswirkungen auf den Irak. Die Erfolge in Syrien bei der Terrorismusbekämpfung bahnten den Weg für den innersyrischen Dialog abseits von dem, was gewisse Seiten Syrien gerne aufoktroyiert hätten. (http://sana.sy/en/?p=118751, http://www.sana.sy/?p=663136)
Am Morgen des 20.11.2017 kam es im westlich gelegenen Bagdader Vorort Abû Ġuraib zu einem Bombenanschlag. Ein Sicherheitsbeamter gab dazu bekannt: „Die Bombe explodierte in der Nähe eines Ladens im Bagdader Vorortviertel Abu Ghraib„. Vier Bürger wurden dabei verletzt. Entsprechende Warnungen hoher Kommandierender und Politiker des Iraks wie Syriens zunehmender wahlloser Terroranschläge in beiden Nachbarländern seitens Angehörigen der zerschlagenen Terrororganisationen schienen sich zu bewahrheiten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33929-vier_verletzte_bei_explosion_im_westen_bagdads)
Generalmajor ʽAlî ʽUmrân, Kommandanten für die Militäroperation im Bereich Kirkûk, berichtete der Nachrichtenagentur INA, Sicherheitskräfte hätten den bei der Rückeroberung von wie Kämpfer von al-Ḥawîğa im letzten Monat geflohenen IS-Kämpfern nachgespürt und mindestens 30 davon in der Gegend von al-Batîra nördlich von az-Zâb getötet und deren Versteck mit etlichen Sprengstoffgürteln zerstört. Zum anderen informierte ein Mitglied von Ḥašd aš-Šaʽbî darüber, daß wieder ein Massengrab mit vom IS ermordeten Zivilisten gefunden worden sei und zwar beim Dorf al-Kîṣûma nahe Aḏarbân nördlich von Ğabal Ḥamrîn. (http://www.sana.sy/?p=662926 vom 20.11.2017)
Laut einer Meldung von as-Sûmariyya News wurden in der Stadt Râwa am So., 19.11.2017, ein Offizier und drei Soldaten durch Sprengsätze getötet, die die Terroristen in einem Haus angebracht hatten. (http://www.sana.sy/?p=662598)
Am 19.11.2017 vereitelten Streitkräfte der Armee und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen IS-Angriff am Grenzübergang Tal Ṣufûk nach Syrien nach für den Feind verlustreichen Kämpfen. – Ein am Straßenrand nahe eines belebten Marktes im Gebiet von ar-Raḍwâniyya westlich von Bagdad detonierender Sprengsatz führte zur Verwundung von drei passierenden Personen. (http://www.sana.sy/?p=662309)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant der Operationen am oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, gab am 17.11.2017 gegenüber as-Sûmariyya News bekannt, daß der letzte IS-Stützpunkt mit der Stadt Râwa im Euphrattal in Zusammenarbeit der Armee mit al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Clanmitgliedern vollständig zurückerobert sei. Damit ist die Grenzregion zu Syrien weitgehend gesichert. Zuvor wurden den Terroristen heftige Verluste an Kämpfern und Ausrüstung beigebracht. Einige flüchteten sich auch wieder in die Weiten der Wüste.
Innenminister Qâsim al-Aʽrağî verkündete darauf das militärische Ende der IS-Terrororganisation im Irak. (http://www.sana.sy/?p=661386)
Dennoch machte Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî deutlich, daß die vereinten Sreitkräfte weiterhin die Terroristen bis zu deren Ausrottung bekämpfen und die Grenzen sichern müssen. (http://www.sana.sy/?p=661679)
Die irakischen Streitkräfte erkämpften sich am 16.11.2017, wieder die Kontrolle über die Gebiete von as-Saʽîdân und at-Tilâl im Bezirk Râwa im Westen der Provinz al-Anbâr, wie die Nachrichtenagentur INA meldete. Dem waren heftige Bombardements der Luftwaffe vorausgegangen.
Von al-Ḥašd aš-Šaʽbî war zu vernehmen, daß es den Volkswehrkämpfern gelungen war, einen Terroristen-Angriff im al-Baʽâğ Bezirk im W der Provinz Nînawâ erfolgreich zurückzuschlagen.
Gemäß einer Polizeiquelle wurden westlich von Bagdad drei Männer und eine Frau bei einer Explosion eines Sprengsatzes verwundet. (http://www.sana.sy/?p=660767)
Gemäß Mitteilung von Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, dem Kommandanten der Tigris-Operationen, vom 16.11.2017 sei eine militärische Operation zum Aufspüren von IS-Terrorzellen im Süden von Kanʽân östlich von al-Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ gestartet worden. Teil nähmen Kontingente der Armee und Sicherheitskräfte, von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Stammesmitglieder unter Deckung der Luftwaffe. (http://www.sana.sy/?p=660585)
Einem Schreiben von UN-Generalsekretär Antonio Guterres ist zu entnehmen, daß jener sich für Vermittlungen zwischen der Zentralregierung in Bagdad und jener der autonomen Kurdenregion auf Grundlage der irakischen Verfassung bereit erkläre. Dies war Erklärung vom Mi., 15.11.2017, zu entnehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i33812-uno_zur_vermittlung_zwischen_erbil_und_bagdad_bereit)
Die kurdische Regionalverwaltung hat am 14. 11.2017 bekanntgegeben, das Urteil des höchsten Gerichts im Irak zum Sezessionsreferendum (s.u.) zu respektieren und daher an umfassenden nationalen Gesprächen teilzunehmen, zu denen die Zentralregierung immer wieder eingeladen hat. auch der kurdische Staatspräsident des Iraks, Fu´âd Maʽṣûm, unterstützt dieses Vorgehen nach wie vor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33825-iraks_pr%C3%A4sident_fordert_gespr%C3%A4ch_zwischen_bagdad_und_erbil)
Während einer Pressekonferenz in Karbalâ´ machte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 12.11.2017, die Summe zur Behebung der Schäden an Einrichtungen und Infrastruktur des Landes infolge des Wütens des IS überstiegen bereits 100 Mrd. US-$. Niemand in der Region könne sich vor Terror-Gefahr sicher fühlen. daher rief er deren Staats- und Regierungschefs zu einem baldigen Gipfeltreffen auf, um einer derartigen Krise vorzubeugen und dem vorzubeugen, daß eine neue Generation mit extremistischem Gedankengut heranwachse. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33736-iraks_ministerpr%C3%A4sident_is_terrormiliz_hat_dem_land_schaden_in_h%C3%B6he_von_dutzenden_milliarden_us_dollar_verursacht)
Die irakische Luftwaffe vollführte am 12.11.2017 Angriffe auf vereinzelte IS-Trupps im Bereich von Baʽqûba innerhalb der zusammen mit der im gemeinsam Grenzbereich eröffneten Operation gegen verbliebene IS-Nester, wobei die SAA (syrisch-arabische Armee) weiterhin im grenznahen Bereich der Provinz Dair az-Zaur aktiv ist. (http://www.sana.sy/?p=658409)
Den vereinten Streitkräften gelang am 12.11.2017 die Rückeroberung von insgesamt neun Arealen im Industriegebiet, im Bereich des Wohnkomplexes und der Vororte nördlich von Râwa in der westlichen Provinz al-Anbâr, wie as-Sûmariyya News berichtete.
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gab gemäß as-Sûmariyya News an, die vereinten Streitkräfte würden derzeit im S von Baʽqûba/Provinz Diyâlâ in neun Bereichen IS-Zellen aufspüren und ausmerzen.
Infolge der Detonation eines nahe eines belebten Marktes im nördlichen Bagdader Stadtbezirk Tâğî versteckten Sprengsatzes wurden vier Personen verletzt.
Wenige Kilometer von der Stadt al-Ḥawîğa (s.u.) entfernt fanden die Streitkräfte aufgrund von Informationen von Einheimischen am 11.11.2017 eine Reihe von Massengräbern mit vom IS getöteten Personen. Sie waren teils erschossen, teils geköpft worden. Es dürfte sich insgesamt um mehr als 2.000 der momentan geborgenen Leichen handeln, wovon ca. 400 in der o.e. Gegend entdeckt wurden, teilte Râkân Saʽîd, der Gouverneur von Kirkûk, der Presse mit. (http://www.sana.sy/?p=658371)
Am Sa., 11.11.2017, begann morgens die großangelegte Militäroperation zur Befreiung von ar-Rumâna und Râwa in der westlichen Provinz al-Anbâr aus den Händen des IS, wie as-Sûmariyya News aufgrund einer Mitteilung einer Sicherheitskraft meldete. Hierzu hätten sich Einheiten der 7. und die Führungsriege der 8. Armee-Division mit Stammeskämpfern von von mehreren Achsen aus der Stadt ar-Rumâna genähert, unterstützt von der Luftwaffe. Es gelang ihnen schließlich, in dieselbe einzudringen. (http://www.sana.sy/?p=657859) – Râwa (vgl.u.) ist noch ein dem IS verbliebener größerer Stützpunkt in der Nähe der Grenze zu Syrien.
Laut dem Sprecher des Finanzausschusses des kurdischen Parlaments im Gespräch mit Sputnik News werde die Zentralregierung in Bagdad für eine bestimmte Anzahl der kurdischen Pîšmarga als Teil der Streitkräfte des Landes die Finanzierung übernehmen. Wörtlich übermittelte der Abgeordnete: „Die Föderale Regierung hat mehrmals erklärt, dass sie den Unterhalt von den nicht mehr als 45.000 bis 50.000 kurdischen Peschmerga-Soldaten auf sich nimmt. Dafür werden etwa 37 bis 40 Milliarden Dinar (circa 27 bis 29 Millionen Euro) ausgegeben.“ Gemäß ʽAbdul-Qâdir Muḥammad (Abdel Kader Mohamed) als Mitglied des Finanzausschusses des o.e. Parlaments sehe der Haushalt für 2017 12,67% für diese Kosten vor. Offiziell bestünden die Pîšmarga aus 266.000 Personen, gemäß inoffiziellen Angaben jedoch aus 400.000. (https://sptnkne.ws/fUtv)
Nach Meldung der Nachrichtenagentur INA vom 9.11.2017, basierend auf einer Mitteilung durch Brigadegeneral Firâs al-Bayâtî, Kommandeur der al-Ğazîra–Streitkräfte in der Provinz al-Anbâr, haben die irakischen Streitkräfte die Kontrolle über das Gebiet al-Baġûz nördlich von al-Qâ´im zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=656966) –
– Damit hatte die Armee die Ausgangsposition für die gemeinsam mit der SAA von der syrischen Seite der Grenze her ausgeführte Befreiungsoperation von al-Bû Kamâl in Syrien erreicht.
Ḥâtim aṭ-Ṭâ´î (?, Sheikh Hatem Al-Taei), Bürgermeister von Kirkûk veröffentlichte eine erste Liste von 7.000 Einwohnern, die während der Zeit der kurdischen Besetzung durch die Pîšmarga von der Asâyiš, der Geheimpolizei der Barzânî, festgesetzt und entführt wurden. Ziel der Kampagne seien Nicht-Kurden gewesen, vor allem Araber – Christen bzw. Sunniten – und auch Turkmenen. Legten die Familien dieser Beschwerde ein, seien ihre Verwandten endgültig „verschwunden“. (http://www.voltairenet.org/article198672.html vom 8.11.2017) – Zum Barzânî–Clan und der o.e. Besetzung vgl.u.!
Qaṭarî al-ʽUbaidî, Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der westlichen (an Syrien grenzenden) Provinz al-Anbâr, gab im Interview mit as-Sûmariyya News an, der Volkswehr zusammen mit Sicherheitskräften und Stammesmitgliedern ar-Rumâna, nördlich von al-Qâ´im aus der Gewalt des IS befreien konnten. In den letzten Tagen seien ebenso die Gegend von al-ʽUbaidî und Karâbila zurückerobert worden. – Andererseits kündigte Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, am 8.11.2017 den Beginn einer Groß- Operation östlich der Stadt al-Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ im Ostirak an. Gestartet wurde in der Gegend von Kanʽân östlich von al-Baʽqûba. – Zum anderen berichtete eine Polizeiquelle, daß vier Iraker verletzt wurden, als sie eine von den Terroristen an der Straße im Bereich der alten Diyâlâ-Brücke südlich von Bagdad passierten und diese detonierte. (http://www.sana.sy/?p=656221)
Gemäß Überprüfung und abschließendem Urteil des irakischen Bundesgerichtshofs vom 6.11.2017 hierzu enthält die Verfassung – sowohl Artikel 1 als auch weitere – keine Möglichkeit einer Abspaltung einzelner Landesteile. Demnach sind alle Bundesbehörden zur Aufrechterhaltung dieser Einheit verpflichtet. (http://www.sana.sy/?p=654994) – Hintergrund ist das v.a. von den beherrschenden beiden Familien der Kurdenregion angestrebte Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 mit seinen Auswirkungen (dazu vgl.u.!)
Infolge dieses Gerichtsentscheids rief Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî in einer von seinem Büro veröffentlichten Erklärung vom 6.11.2017 die „kurdischen Verantwortlichen im Norden des Landes dazu auf, sich zur Wahrung der territorialen Integrität und der Verfassung der Landes zu bekennen sowie die Entscheidungen des Obersten Gerichts zu respektieren.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33624-iraks_ministerpr%C3%A4sident_kurdenverwaltung_soll_separatisti-sche_bestrebungen_aufgeben)
Am Abend des 3.11.2017, bestätigte der Generalleutnant dann, daß mit Rückeroberung von al-Qâ´im eine der größten und wichtigsten Bastionen des IS im Westen des Landes [nahe der Grenze zu Syrien] wieder unter staatlicher Kontrolle sei. (http://parstoday.com/de/news/world-i33571-al_abadi_gratuliert_irakischen_b%C3%BCrgern_zur_befreiung_der_stadt_al_qaim)
Nâẓim al-Birdân, Chef der Kreisverwaltung informierte am 3.11.2017 as-Sûmariyya News darüber, daß die vereinten Streitkräfte die westlichen Stadtteile at-Tanak, as-Sakak von al-Qâ´im vom IS zurückerobert hätten. Eine andere Quelle meldete den Einmarsch der Truppen in Ġaza I und den zentralen Stadtteilen von al-Qâ´im im W der Provinz al-Anbâr. – Der Kommandant, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, machte zudem bekannt, daß Befreiungsoperationen in drei Bereichen in jenem Teil der Provinz begännen. (http://www.sana.sy/?p=653481)
Nachdem sein Onkel Masʽûd Barzânî endlich das Präsidentenamt, das er widerrechtlich seit Jahren okkupierte, kürzlich zur Verfügung gestellt hat (vgl.u.), scheidet auch Nêçîrvan Barzânî als Ministerpräsident der Autonomen Kurdenregion aus dem Amt. (http://parstoday.com/de/news/world-i33530-barzani_beendet_laufbahn_als_pr%C3%A4sident_irakischer_kurdenregion) – Zur bestimmenden Rolle des superreichen Barzânî-Clans in dieser Region wie auch bei der IS-Invasion s.u.!
Pars Today (loc. cit.) stellt die konkreten Daten des „Präsidenten ohne Recht oder Titel“ (dazu s.u.) zusammen: Am 13.6.2005 wurde Masʽûd Barzânî im kurdischen Parlament zum Präsidenten für vier Jahre, danach nochmals für vier Jahre am 25.7. 2009.Trotz Verbots einer dritten Amtsperiode gemäß der kurdischen Regionalverfassung ließ er sich jedoch per Direktwahl nochmals im Amt bestätigen. Das war der erste Verfassungsbruch, dem der zweite mit erneuter Verlängerung der Amtszeit um zwei Jahre folgte. Doch auch nach dem 19.8.2015 räumte Masʽûd Barzânî nicht sein Amt, dieses Mal ganz ohne Pseudo-Legitimierung bis zum Parlamentsentscheid vom 29.10.2017 (s.u.).
Die vereinten Streitkräfte erkämpften die Kontrolle über die Regionen Ğarîğab und al-Kanîṭra al-Fayyâḍiyya im östlichen Distrikt von al-Qâ´im in der Provinz al-Anbâr-West von den IS-Terroristen zurück, wie ein Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Qaṭarî as- Samarmad, am 2.11.2017 gegenüber Nachrichtenagentur واع [INA] bekannt machte. Dutzende Terroristen seien mitsamt deren Fahrzeugen, Autobomben und militärischer Ausrüstung beseitigt worden. Gemäß Generalmajor Nûmân az-Zûbaʽî seien damit 85% des al-Qâ´im-Distrikts zurückerobert. Eine Geheimdienstquelle verriet zudem, daß bei einem Luftwaffenangriff auf einen IS-Konvoi, der sich mitsamt dem sog. IS-Gouverneur (wâlî) von al-Qâ´im in Richtung syrischer Grenze auf der Flucht befand, dieser eliminiert wurde. (http://www.sana.sy/?p=652818)
Am 1.11.2017 zerstörte die Luftwaffe IS-Fortifikationen in den Dörfern Saʽda und al-Karâbila im Umkreis von al-Qâ´im/ in West-al-Anbâr, wie ein Spreche von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber der Nachrichtenagentur واع [INA] mitteilte. (http://www.sana.sy/?p=652344)
Nachdem während des kurdischen Sezessionsreferendums (vgl.u.) von den Unterstützern israelische‚ Flaggen gehißt worden waren (zum Hintergrund s.u.!), nahm das Parlament in Bagdad am Di., 31.10.2017 eine Gesetzesvorlage an, wonach das Hissen dieser Flagge an öffentlichen Plätzen künftig als Gesetzesverstoß gilt. Außerdem berichtete as-Sûmariyya News von der Verabschiedung eines weiteren Gesetzes, das die Einrichtung von Sicherheitsposten bzw. die Stationierung von Streitkräften außer denen des Iraks auch in Kirkûk und den Konfliktgebieten untersagt. (http://www.sana.sy/?p=651958, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33513-irak_betrachtet_hissen_von_israelischer_flagge_als_gesetzesversto%C3%9F)
In der Kabinettssitzung am Dienstagnachmittag wurde der 15. Mai 2018 zum Termin der 4. Gemeinderats- und Parlamentswahlen bestimmt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33521-irak_15._mai_2018_als_termin_der_gemeinderats_und_parlamentswahlen_festgelegt)
Nach Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 31.10.2017 haben die vereinten Streitkräfte im Westteil der Provinz al-Anbâr die beiden Ölfelder ʽAkâz I und II und die Orte Umm al-Walaf, Ḥussain al-ʽAlî und Umm Tîna zurückerobert. Dsweiteren rücken sie in die Umgebung von ʽUbaidî östlich der Stadt al-Qâ´im vor. (http://www.sana.sy/?p=651718)
Während eines Telefonats mit dem britischen Außenminister Boris Johnson bemerkte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am Sonntagabend, die kurdische Seite verhalte sich „langsam“ bei der Übergabe der Kontrolle des Landes an die Zentralregierung. Er sei für eine friedliche Lösung der Krise, doch sei diese ohne die Unterstützung der irakischen Kräfte, welche die Spannungen verhindern, nicht möglich. Zudem konstatierte er: „Die irakische Regierung muss die Zugänge zum Öl-Export in die Türkei unter ihre Kontrolle bringen, ansonsten wird die Krise nur noch schlimmer„. Dabei wies er auch auf Kriegstreiber auf kurdischer Seite hin: „Die Zentralregierung will keinen (sic!) Blut vergießen oder die Lage kritisch werden lassen. Einige in der irakischen Kurdenregion sowie die Parteimedien in Erbil werben und verbreiten aber die Gewalt.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i33470-al_abadi_kontrolle_%C3%BCber_irak_ist_aufgabe_der_zentralregierung)
Ebenfalls am So., 29.10.2017, beschloß das Parlament der Kurdenregion mit 70 Ja- und 23 Nein-Stimmen die Übertragung der Macht von Masʽûd Barzânî, des „Präsidenten ohne Recht oder Titel“, wie schon zutreffend kommentiert wurde (vgl.u., Marc Thörner und Thierry Meyssan), auf Regionalregierung, Parlament und Justiz. Während der Parlamentssitzung waren von draußen Schüsse zu vernehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i33462-r%C3%BCcktritt_barzanis_beschlossen)
Sky News Arabia meldete zur Schießerei, Anhänger von Masʽûd Barzânî versuchten während der Sitzung, das Parlamentsgebäude zu erstürmen. (https://sptnkne.ws/fPkH)
Der Sender al-Ḥadaṯ meldete am So., 29.10.2017, daß die infolge der Luftwaffenangriffe aus al-Qâ´im fliehenden IS-Terroristen samt Kommandeuren die Grenze überquerten und sich nach Syrien absetzten. (http://www.alhadath.net/alhadath/iraq/2017/10/29/%D9%85%D8%B5%D8%A7%D8%AF%D8%B1-%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D9%81%D8%B1%D8%A7%D8%B1-%D9%82%D9%8A%D8%A7%D8%AF%D8%A7%D8%AA-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D9%85%D9%86-%D8%A7%D9%84%D9%82%D8%A7%D8%A6%D9%85-%D8%A5%D9%84%D9%89-%D8%B3%D9%88%D8%B1%D9%8A%D8%A7.html)
Gemäß Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Befreiungsoperation in West-al-Anbâr eroberten die Truppen einschließlich der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî am 28.10.2017 die Kontrolle über die Dörfer an-Nazûra, an-Nahîyya, al-ʽAmârî, aṭ-Ṭazâliyya und Ratâğa vom IS zurück. Zuvor hatten die vereinten Streitkräfte etliche Positionen südlich von al-Qâ´im erobert, darunter landwirtschaftliche Betriebe, al-ʽAwâğî, Tankstellen, die Eisenbahn(station) 22 und 8km im Gebiet von al-Qâ´im nach Beseitigung Dutzender IS-Terroristen samt einer großen Anzahl von Autobomben. (http://www.sana.sy/?p=650125)
Im Bereich des unlängst befreiten al-Ḥawîğa (vgl.u.) hat die Armee ein weiteres Massengrab aufgespürt. „Es wurde ein Massengrab entdeckt, wo vorläufigen Angaben zufolge sterbliche Überreste von rund 50 Militärangehörigen und Polizisten liegen, die die IS-Kämpfer im Dorf Al-Bakara im Raum Al-Hawidscha hingerichtet hatten“, ließ die Armee mitteilen. (https://sptnkne.ws/fNNb)
Wie der Kommandeur der jüngsten Befreiungsoperationen gegenüber as-Sûmariyya News am Freitagabend, 27.10.2017, noch bekannt gab, wurden auch die Zementfabrik von al-Qâ´im zurückerobert und 43km der Straße nach ʽAkâšât unter Kontrolle genommen. Damit sei bislang eine Fläche von 301km2 vom IS gesäubert worden. Drei Autobomben und etwa 100 Sprengfallen wurden unwirksam gemacht und die Barrikaden der Terroristen zerstört. (http://www.sana.sy/?p=649970)
Nach Mitteilung eines Sprechers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom 26.10.2017 erkämpften sich die vereinten Streitkräfte in West-al-Anbâr bereits am ersten Tag jener Operation (vgl.u.) unter Deckung der Luftwaffe die Kontrolle über die Umgebung von al-Qâ´im, die Straßenverbindung zwischen al-Qâ´im und ʽAkâšât, Ğibâb, Labors, Projekte, an-Nâdira, al-Ḥasîtiyât, al-ʽAkara und al-Ḥaṣâ sowie über Awdiyat an-Naṣr, ʽUbaid, al-Aġar und al-Ḥalqûm und Ğaḥîš auf der südlichen Achse von al-Qâ´im, dazu über die Saʽd Air Base, den Ğabal Mâsûs südlich von al-Qâ´im sowie die Phosphat-Fabrik und das Institut für Agrarforschung in al-Qâ´im, die T-1-Station und das Dorf Umm al-Waz auf dem Weg zur K-1 Militärbasis zurück. (http://www.sana.sy/?p=649436)
Laut einer Rudaw-Meldung haben die kurdischen Pîšmarga, die die irakischen Streitkräfte nicht mehr anzugreifen versprochen hatten (vgl.u.), einen Aufklärungsjet von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Teil der vereinten Streitkräfte bei der Bekämpfung des IS, um 7.00 Uhr früh am Do., 26.10.2017, bei Šaila abgeschossen. (https://sptnkne.ws/fMNg)
Später sollen sich laut dem in Bagdad befindlichen Sprecher der US-geführten Koalition, Ryan Dillon, die Pîšmarga dann zu einem Waffenstillstand bereit erklärt haben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33412-irak_peshmerga_und_armee_einigen_sich_auf_waffenstillstand_und_verhandlungen, vom 27.10.2017)
Wie schon angekündigt (vgl.u.) hat nun, am 26.10.2017, auch der Ministerpräsident verkündet, daß die Befreiungs-Operation in West-al-Anbâr im Gebiet der Grenze zu Syrien beginne, wie as-Sûmariyya News meldet. Diese umfaßt laut dem Befehlshaber, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, die Gegenden von al-Qâ´im, Râwa und al-ʽUbaidî und Saʽda und al-Karâbila samt umliegenden Dörfern und den Phosphat- und Zement-Fabriken. und wird durch die vereinten Streitkräfte – wie gehabt – durchgeführt. (http://www.sana.sy/?p=649027)
Am Mittwochmorgen, 25.10.2017, trat Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî seine zweite Reise in die Türkei und den Iran an. Beide Länder hatten sich bzgl. des kurdischen Sezessionsreferendums auf die Seite der Zentralregierung gestellt (vgl.u.). Begleitet wird al-ʽAbâdî vom Innen-, Öl-, Planungs- und Energieminister sowie dem Berater für die nationale Sicherheit und weiteren irakischen Amtsträgern Es gehe um den Ausbau der jeweiligen Beziehungen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33377-iraks_ministerpr%C3%A4sident_beginnt_rundreise_in_t%C3%BCrkei_und_nach_iran)
Mit Flugblättern machten die vereinten Streitkräfte am Mi., 25.10.2017, die abschließende Offensive gegen den IS im Westen des Landes, bei der Bevölkerung bekannt. Darin hieß es: „Eure Sicherheitskräfte sind auf dem Weg, euch zu befreien.“ Es gilt noch, die beiden verbliebenen IS-Bastionen Râwa und al-Qâ´im (vgl.u.) zurückzuerobern. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33380-irak_k%C3%BCndigt_abschlie%C3%9Fende_offensive_gegen_is_im_westen_des_landes_an)
Nach Aussage des amtlichen Sprechers des Obersten Justizrats im Irak, Richter ʽAbdus-Satâr Bayraktâr, vom 24.10.2017, konnten die Sicherheitsdienste in Zusammenarbeit mit den Justizbehörden eine Terrorgruppe von zehn 10 Personen verhafteten, welche ihre Zugehörigkeit zum IS gestanden wie auch, einen Angriff mittels Chlorgas auf Zivilisten in einem Vorort von Bagdad vorbereitet und weitere in Bagdad geplant zu haben. Wie INA berichtete, habe der IS bislang Chlorgas gegenüber der irakischen Armee in Mossul eingesetzt wie in der Provinz Ṣalâḥuddîn, was bei Dutzenden von Zivilisten und Freiwilligen der irakischen Truppen in der Region zu Erstickungsanfällen und Vergiftungen geführt habe. (http://www.sana.sy/?p=648243)
Infolge der jüngsten Ereignisse (vgl.u.) hat die Regierung der autonomen Kurdenregion sich laut einer Rudaw-Meldung vom Di., 24.10.2017, zugesagt, die Umsetzung des [verfassungswidrig und auch sonst unredlich zustandegekommenen] Ergebnisses des Sezessionsreferendums vom 25.10.2017, zu beenden und Gespräche mit der Zentralregierung zur Beilegung der Kontroverse, wie von letzterer mehrfach angeregt (vgl.u.), zu führen. Andererseits forderte die Regionalregierung in Arbîl einen Stop jeglicher militärischer Vorgehensweisen an den Grenzen ihrer Region. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33370-irak_kurden_f%C3%BCr_stopp_des_referendumergebnisses)
Nach den diffamierenden Äußerungen von US-Außenminister Tillerson vom So., 22.10.2017, in ar-Riyâḍ gegenüber der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (s.u.), machte dieser auf seiner Nahost-Reise am 3.10.2017, überraschend einen Zwischenstop in Bagdad und traf Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî. Da laut Medien inhaltlich nichts Neues dabei erörtert wurde, handelte es sich offensichtlich um einen Wiedergutmachungsbesuch. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33360-iraks_pr%C3%A4sident_unterstreicht_einheit_des_landes_und_einhaltung_der_verfassung)
Wie bislang zusammengetragen und u.a. auch vom Auslandsjournalisten Marc Thörner und dem Politologen Th. Meyssan bestätigt, teilen sich seit Jahrzehnten die beiden kurdischen Clans Barzânî (Sitz in Arbîl) und Ṭalabānī (Sitz in Sulaimâniyya) die Macht und den (Öl-)Reichtum in der autonomen Kurdenregion des Iraks. Sie waren auch die Initiatoren des verfassungswidrigen Sezessionsreferendums vom 26.9.2017 (s.u.). Mit einem autonomen „Kurdistan“ erweitert um die von den Pîšmarga bis vor kurzem besetzt gehaltene ölreiche irakische Provinz Kirkûk (vgl.u.) hätten sie dann legal Zugriff auf die ganzen Ressourcen gehabt, die der irakischen Verfassung gemäß dem ganzen irakischen Volk zustehen. Die Wähler hätten überwiegend deshalb mit „Ja“ gestimmt, weil ihnen durch die Referendumskampagne von Masʽûd Barzânî, den Meyssan zutreffend als „Präsident ohne Recht oder Titel“ beschreibt [zum Sachverhalt s.u.!], entgegen den Tatsachen vorgemacht worden war, 80 Staaten der Welt – darunter die Regierungen der USA und von Frankreich, die ebenfalls beide dagegen eingestellt waren – die Schaffung des neuen Staates „Kurdistan“ in seinen erweiterten Grenzen unterstützten. In Wirklichkeit unterstützte nur Israel dieses Projekt (zu den Gründen s.u.!). Dagegen hatte der iranische General Qâsim Sulaimânî (vgl.u.) davor gewarnt. Die mit Israel vereinbarte Ankunft von 200.000 israelischen Siedlern wie die Installation (israelischer) Raketen im neuen „Kurdistan“ könnten einen neuen Krieg entfesseln. Die weiteren Vorgänge sind bekannt (vgl.u.). U.a. flohen bei Ankunft der Armee in den Provinz Kirkûk innerhalb zweier Tage mehr als 100.000 Kurden, die zuvor von dort die einheimische Bevölkerung vertrieben und sich in Abstimmung mit dem IS dann selbst dort angesiedelt hatten – die internationale Gemeinschaft hatte darüber – einschließlich der Mainstream-Medien – mit Stillschweigen hinweggesehen. Dank der – auch begrenzten militärischen – Maßnahmen der Zentralregierung konnten die ursprünglichen arabischen Bewohner, Christen wie Muslime, wieder in ihre Heimatgebiete zurückkehren. Da hätten die irakischen Kurden die „Maskerade der manipulierten Wahlen“ zum Sezessionsreferendum endlich durchschaut und erkannt, daß „die Barzani und Talabani ihnen blauen Dunst vorgemacht“ hatten. Denn „Kein Land – mit Ausnahme von Israel – kann die Schaffung eines neuen Staates mittels Annexion und ethnischer Säuberung zulassen.“ Masʽûd Barzânî wird nun nicht mehr eigenmächtig – wie bislang (vgl.u.) – das Amt des Präsidenten der Kurdenregion für sich behaupten könne, während der Ṭalabānī -Clan sich plötzlich „vorsichtig von der illegitimen Macht von Erbil distanziert“ habe.
Schließlich listet Th. Meyssan auf, was „die westlichen Medien, die die Diktatur der Barzani fortlaufend unterstützt haben, verschwiegen“, nämlich: politische Morde an ihren Gegnern; die Unmöglichkeit, Wahlen abzuhalten, wohl aber die Möglichkeit, ein Referendum abzuhalten; ihre Absprache mit der Regierung Israels; ihre Vereinbarung mit dem IS; ihre Verantwortung am Völkermord der jazidischen Kurden; die Annexion von 80 % ihres Territoriums in wenigen Jahren; die darauf folgenden ethnischen Säuberungen; die aktuellen Entwicklungen. (http://www.voltairenet.org/article198504.html vom 24.10.2017)
Die schon früher im Syrien-Thread erwähnte Aktivistin „Syrian Girl“ hat auf ihrem You Tube-Kanal einerseits von einer Belagerung einer christlichen Stadt in der autonomen Kurdenregion des Iraks durch kurdische Kräfte berichtet wie auch von Absprachen zwischen den kurdischen Streitkräften, den Pîšmarga, mit dem IS, was erneut diese Fakten untermauert. (s. https://www.youtube.com/watch?v=BrnGnVkon4c&feature=youtu.be&t=228)
Trotz der gespannten Lage in der Kurdenregion – seit dem verfassungswidrigen Sezessionsreferendum, vgl.u.! hat die deutsche Bundeswehr (s.u.) Order, ihre seit 2014 andauernde Ausbildungsmission der Pîšmarga im Nord-Irak nach nur kurzfristigem Stop wiederaufzunehmen. Dabei hatte das kurdische Nachrichtenseite Rudaw gemeldet, daß bei den jüngsten Gefechten durch die Pîšmarga auch die Panzerabwehrwaffe Milan, die für die Bekämpfung des IS gedacht war, gegen Regierungssoldaten eingesetzt worden war, was auch Militärs aus Bagdad bestätigten. (http://parstoday.com/de/news/germany-i33330-bundeswehr_nimmt_ausbildung_von_kurden_k%C3%A4mpfern_wieder_auf vom 23.10.2017) – U.a. hatte das Operationskommando der vereinten irakischen Streitkräfte mitgeteilt, die Pîšmarga hätten am Fr., 20.10.2017, bei den Gefechten in at-Tûn Kûbrî (s.u.) deutsche MILAN-Panzerabwehrraketen erfolgreich gegen einen Panzer der Armee eingesetzt, wie Rudaw berichtete (https://sptnkne.ws/fKRB)
Wie aus dem Regierungssitz zu vernehmen war, verurteilt dieselbe die kürzlich von US-Außenminister Tillerson in ar-Riyâḍ an den Irak gerichteten Bemerkungen. Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî zeigte sich äußerst überrascht über die negative Haltung Tillersons gegenüber al-Ḥašd aš-Šaʽbî, die jener fälschlicherweise als „iranische Milizen“ titulierte.Deren Fraktionen bestünden ausschließlich aus Irakern, die der Führung der Regierung unterlägen. Zum einen habe keine Partei das Recht, sich in die inneren Angelegenheiten des Iraks einzumischen zum anderen, seien „Die Kämpfer in den Reihen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî … irakische Patrioten, die enorme Opfer gebracht haben, ihr Land und das irakische Volk zu verteidigen.“
Aḥmad al-Asadî, ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî forderte eine Entschuldigung der USA für die erwähnten Aussagen Tillersons. Auf einer Pressekonferenz von dem irakischen Parlamentsgebäude, kritisierte er, die vom US-Außenminister abgegebenen Erklärungen über al-Ḥašd aš-Šaʽbî würden rundweg zurückgewiesen. Sie seien inakzeptabel, dazu falsch und unbegründet. Ferner konstatierte er: „Diese Aussagen zeigen einen Mangel an Erfahrung bzw. Wissen oder Nichtbeachtung des [vergossenen] Bluts [erg.: dieser Männer].“. Auch alle ausländischen Berater befänden sich mit ausdrücklicher Billigung und Kenntnis der Regierung im Irak. Sie würden nach Ende der militärischen Operationen gegen den Terrorismus das Land wieder verlassen.
Der iranische Außenminister Muḥammad-Ǧavād Ẓarīf ordnete Tillerson Bemerkungen als beschämend ein, kennzeichnemd für eine US-Politik, die nur vom Petro-Dollar diktiert wird. (http://www.sana.sy/?p=647873)
Beim Treffen mit dem saudischen Außenminister ʽÂdil al-Ğubair (vgl.u.), hatte Tillerson in ar-Riyâḍ am 22.10.2017, geäußert: „die schiitischen Milizionäre [im Irak], die gegen den IS kämpften, haben nichts mehr im Irak zu suchen und und müssen in ihre Heimat zurückkehren“ . (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33333-iraks_ministerpr%C3%A4sident_k%C3%A4mpfer_der_haschd_al_schaabi_sind_irakische_nationalhelden)
Präsident as-Sîsî versicherte Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî während dessen Besuchs in Ägypten die Unterstützung seines Landes für den Irak und dessen territoriale Einheit (http://www.sana.sy/?p=647451)
Beim Treffen zwischen Rußlands Außenminister Sergei Lawrow und seinem irakischen Amtskollegen Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in Moskau vom Mo., 23.10.2017, diskutierten sie Folgen des Sezessionsreferendums in der Kurdenregion, die Lösung der Syrien-Krise mittels der Konferenzen in Astana und Genf wie die letzte Phase der zur Befreiungsoperationen noch unter IS-Kontrolle stehender Gebiete im Irak. Zudem erklärte Lawrow, daß Rußland mit Genehmigung der irakischen Regierung langfristige Wirtschaftsbeziehungen zu Arbîl unterhalten habe. (http://parstoday.com/de/news/world-i33317-au%C3%9Fenminister_iraks_und_russlands_sprechen_%C3%BCber_folgen_des_sezessionsreferendums_in_kurdenregion)
Beim Zusammentreffen von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî in ar-Riyâḍ mit US-Außenminister Rex Tillerson (vgl.u.), hat Letzerer al-ʽAbâdî laut CBS-Meldung dazu aufgefordert, dem „bösartigen Verhalten“ des Irans entgegenzuwirken. Damit solle jenes Land isoliert werden. https://sptnkne.ws/fKpN vom 23.10.2017) – Der Irak pflegt wegen der jahrelangen Unterstützung im Counterterrorismus jedoch sehr gute Beziehungen zum Nachbarstaat Iran (vgl.u.).
Gemäß Verfassung und Nr. 45 Wahlgesetz (vom Jahr 2013) hat das hohe unabhängige Kommissariat für Wahlen im Irak den Mai 2018 als Datum für die nächsten Parlamentswahlen im Land genannt. Der Termin muß als nächstes vom Parlament bestätigt und nach Anordnung des Präsidialamts durch das Kabinett spätestens 90 Tage vor dem Wahltermin offiziell verkündet werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33303-irak_4._parlamentswahlen_im_mai)
In Kirkûk ist am 22.10.2017 Innenminister Qâsim al-Aʽrağî eingetroffen, um sich vor Ort ein Bild der Sicherheitslage zu machen und darüber mit den Sicherheitskräften zu sprechen. Dann besuchte er die Stadt Dâqûq südlich von Kirkûk. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33308-iraks_innenminister_in_kirkuk)
Am Abend des Fr., 20.10.2017 war das iranische Konsulat in Arbîl von Unbekannten – allem Anschein nach Sezessionisten – angegriffen worden, die daraufhin die Flagge der IRI von jenem diplomatischen Sitz entfernten. Tags darauf, am Sa., 21.10.2017, verurteilte das Außenministerium in Bagdad dies als einen vorgeplanten „Aufruhrakt“ und warnte vor der Gefährdung ausländischer Diplomaten in der Kurdenregion. Schließlich veröffentlichten auch Verantwortliche in Arbîl eine Erklärung am So., 22.10.2017, wonach die Kurdenregion niemals Aufruhrakte gegenüber ausländischen Diplomaten und Vertretungen dulden und gegen die Aufrührer juristisch vorgehen werde. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33309-kurdische_regionalverwaltung_verurteilt_angriff_auf_das_iranische_konsulat_in_erbil)
As-Sûmariyya News berichtete am 22.10.2017: „Die irakische Luftwaffe hat während der laufenden Inspektionen an den der Grenze zu Syrien angrenzenden Gebieten 25 Terroristen der IS-Organisation in Al-Anbar getötet und 13 Autos in der Wüste Anbar zerstört.“ (http://www.sana.sy/?p=646833)
Seit Sa., 21.10.2017, besucht Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî auf die kürzlich erfolgte Einladung hin zum zweiten Mal seit Januar dieses Jahres Saudi-Arabien [zum Sachverhalt s.u.!]. Danach stehen Ägypten, die Türkei und Jordanien auf dem Programm. Zur gleichen Zeit weilt US-Außenminister Rex Tillerson in ar-Riyâḍ, der anschließend nach Qaṭar, Indien, Pakistan und Schweden weiterreist. (http://parstoday.com/de/news/world-i33295-al_abadi_trifft_k%C3%B6nig_salman_in_riad)
Am 21.10.2017 verkündete Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî an, daß täglich zusätzlich 200.000 Barrel Rohöl durch die süd-irakischen Häfen als Ausgleich für Nord-Exporte gepumpt würden. Die Baṣra Oil Company habe begonnen, diese Menge aus den zentralen und südlichen Ölfeldern zu pumpen zusätzlich den bisher mehr als drei Millionen. Dies erfolge wegen des Rückgangs der irakischen Ölexporte aus den nördlichen Gebieten über den türkischen Hafen Ceyhan und werde solange andauern, bis die Ölmengen für die Exporte aus den nördlichen Gebieten zu den bisherigen Preisen wieder zur Verfügung stünden. Außerdem dränge die North Oil Company (NOC) auf eine beschleunigte Sanierung der Kirkûk-Ceyhan-Pipeline. (http://www.sana.sy/?p=646292) – Auch forderte die Regierung in Bagdad vom britischen Unternehmen British Petroleum, sofort Pläne für den Ausbau der Ölfelder in Kirkûk vorzulegen, da das Ölunternehmen Chevron infolge der angespannten Situation dort seine Aktivitäten vorläufig eingestellt habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33288-irakisches_%C3%96lministerium_will_den_mangel_des_%C3%96lexports_aus_kirkuk_ausgleichen)
Unweit at-Tûn Kûbrî (vgl.u.) hatten Masʽûd Barzânî nahestehende Kampfeinheiten in den gestrigen Abendstunden des 21.10.2017, im Norden der Provinz Kirkûk [Bundes-]Streitkräfte angegriffen, indem sie deren Panzer mehrfach mit Raketen deutschen Fabrikats (dazu s.u.!) beschossen. Dabei kamen viele Soldaten ums Leben bzw. wurden verletzt. (http://parstoday.com/de/news/world-i33296-barzani_truppen_greifen_f%C3%B6derale_kr%C3%A4fte_mit_deutschen_raketen_an)
Am 20.10.2017 nahmen laut as-Sûmariyya News die vereinten Streitkräfte aus Anti-Terroreinheit, Bundespolizei und al-Ḥašd aš-Šaʽbî das Gebiet von at-Tûn Kûbrî in der Provinz Kirkûk unter Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=646079)
As-Sûmariyya News meldete am 20.10.2017, die Luftwaffe habe laut Mitteilung des Kommandanten der al-Anbâr-Operationen, Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, an diesem Tag in der Wüste von ar-Ruṭba ein IS-Lager mit dutzenden Terroristen, Waffen, Munition und elf Kampfwagen erfolgreich bombardiert. Zudem berichtete der Leiter des Sicherheitsausschusses im Provinzrat von Diyâlâ, Ṣâdiq al-Ḥussainî, von der erneuten Zerschlagung einer IS-Zelle verbunden mit der Verhaftung ihrer Mitglieder in einer Blitzaktion vor Ort in der Nähe von Baʽqûba wie schon in den vergangenen Monaten. Auch die Polizei führte eine breit angelegte Sicherheitsoperation im Nordosten der Provinz Diyâlâ im erweiterten Bereich von Ğisr Ğalûlâ´ bis zur Kreuzung Bâhîza und Umgebung durch, um IS-Elemente daraus zu tilgen. (http://www.sana.sy/?p=646463)
Abû_l-Mahdî al- Karbalāʾî, der Vertreter von Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī as-Sīstānī (Ali Sistani, vgl.u.!), dem obersten Šîʽitenführer des Iraks, rief während seiner Freitagspredigt in Karbalāʾ die die Verantwortlichen der Kurdenregion dazu auf, im Dialog mit der Zentralregierung und auf Basis der Verfassung vorliegende Probleme zu lösen. Gleichzeitig würdigte er die Bemühungen jener, die sich dafür einsetzten, es zu keinen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der Armee und Kurden-Kämpfern (Pîšmarga) in Kirkûk und anderen Gebieten kommen zu lassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33275-irak_gro%C3%9Faya-tollah_sistani_ruft_kurden_zur_zusammenarbeit_mit_bagdad_auf)
Eine Delegation der Ältesten (Scheichs) der arabischen Stämme des Iraks unter Leitung von Dr. ʽAlî al-ʽAnzî besucht derzeit Syrien. Sie traf sich am 19.10.2017 mit einer Reihe von Abgeordneten (Mitgliedern der Volksversammlung) im Parlamentsgebäude zu einer Sitzung. Die Gäste bekräftigten die Bedeutung der gemeinsamen Anstrengungen beider brüderlicher Völker im vereinten koordinierten Kampf gegen den Terrorismus vor allem auch des IS im Interesse beider Länder. Beide Länder würden ebenso gemeinsam ihre Souveränität und Unabhängigkeit dank der Erfolge beider Armeen im Counterterrorismus verteidigen. Damit würden die seit Jahrzehnten von gewisser Seite gehegten Pläne für die Region mit ihren negativen Auswirkungen vereitelt. Der Sekretär der Volksversammlung [in Damaskus], Râmî aṣ-Ṣâliḥ, unterstrich seinerseits diese Ausführungen. http://www.sana.sy/?p=645711) Mit der letzten Anspielung sind offensichtlich die schon erwähnten Balkanisierungspläne bzw. der sog. Yinon-Plan (vgl.u.) gemeint.
Gemäß Verfassung (vgl.u.) hat das Ölministerium am Do., 19.10.2017, sämtliche Verträge zur Erschließung von Öl- und Gasvorkommen im Irak, die von Regionen – im gegebenen Fall durch die Regierung der autonomen Kurdenregion – ohne Zustimmung der Zentralregierung in Bagdad unterzeichnet worden sind, als ungesetzlich bezeichnet. Diese weüden vor Gericht angefochten. Betroffen ist davon z.B. der russische Konzern Rosneft. (https://sptnkne.ws/fHPS) Laut Rosneft-Chef Igor Setschin sei geplant, mit der kurdischen KAR Group eine Ölpipeline zu betreiben, mittels derer das Öl nach Europa, darunter in die Ölverarbeitungswerke von Rosneft in der BRD transportiert werde. (https://sptnkne.ws/fJhR)
Entsprechend der Ankündigung des Ministerpräsidenten vom Vortrag (s.u.), Aufhetzung der Bevölkerung nicht zuzulassen unter Androhung der Verhaftung, wurde am 19.10.2017 der Stellvertreter von Masʽûd Barzânî und zugleich Generalsekretär der Patriotischen Union Kurdistans, Kûsrat Rasûl (Kosrat Rasul), per Gerichtsentscheid nach Ausstellung eines Haftbefehls festgenommen. Zuvor hatte er die verfassungsgemäß (dazu s.u.) in die Provinz Kirkûk eingezogenen irakischen Streitkräfte in einer Rede u.a. als „Okkupanten“ bezeichnet. Der zuständige Richter sah in Rasûls Äußerungen die Tatbestände der Beleidigung und einer gegen die Armee gerichteten Provokation für gegeben an. Die zu erwartende Haftstrafe liegt unter sieben Jahren. (http://parstoday.com/de/news/world-i33242-haftbefehl_f%C3%BCr_stellvertreter_barzanis)
Am Mittwochabend berichtete as-Sûmariyya News von einer Verlautbarung des Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî dahingehend: „Die Sicherheitskräfte in Kirkuk sind verantwortlich für die Herstellung der Sicherheit und für den Schutz verschiedener irakischer Volksschichten.“ Daraus ergebe sich – wie generell in Staaten zu Friedenszeiten mit Anspruch auf Souveränität: „Die Präsenz weiterer bewaffneter Gruppen in Kirkuk ist verboten.“ Zudem machte er darauf aufmerksam, daß jegliche Aufreizung der Bevölkerung durch das Verbreiten von Falschmeldungen und rassistischem Gedankengut Frieden und Sicherheit im Land gefährde und die, die sich dessen schuldig gemacht hätten, festgenommen werden müßten. (http://parstoday.com/de/news/world-i33235-al_abadi_verbietet_pr%C3%A4senz_aller_bewaffneten_gruppen_in_kirkuk)
Seit 27 Jahren ist am Mi., 18.10.2017, wieder ein saudische Maschine der Gesellschaft Flynas auf dem Flughafen Bagdad im Beisein des Verkehrsministers und Mitarbeitern der saudischen Botschaft gelandet. Eine regelmäßige Flugverbindung soll mit mehreren irakischen Städten wiederaufgenommen werden. Schon während er Münchener Sicherheitskonferenz im Frühjahr war eine Annäherung eingeleitet worden. Der Besuch des saudischen Außenministers im Februar löste dennoch in der Bevölkerung die erwarteten heftigen Reaktionen aus, da Saudi-Arabien als Unterstützer der im Irak wie in Syrien agierenden Terroristen und damit Mitverursacher des Leidens beider Bevölkerungen bekannt geworden ist (vgl.u.). Nach Einschätzung von Hadi Jalu Muri, dem Chef des irakischen Zentrums für politische Studien, hätten die USA, die im Irak seit der Invasion von 2003 die Landespolitik nicht unwesentlich beeinflussen, ein Interesse daran, daß Saudi-Arabien sich im Irak mehr engagiere. (https://sptnkne.ws/fHxH, https://sptnkne.ws/dDT7)
Nach Angaben lokaler Quellen sind die beiden Grenzübergänge zum Iran, Barwîz Ḫân (Parvizkhan) und Bâšmâq (Başmak), der Provinz Sulaimâniyya von Kämpfern der PUK (Patriotische Union Kurdistan) der Staatskontrolle zurückgegeben worden und werden demnächst wieder eröffnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33219-grenz%C3%BCberg%C3%A4nge_’parvizkhan_und_ba%C5%9Fmak’_an_irakische_regierung_%C3%BCbergeben)
Bei der (verfassungsgemäßen) Wiederherstellung der Kontrolle über die Provinz Kirkûk, die ohne blutige Zusammenstöße vor sich ging – von Kämpfen mit Terroristen des IS abgesehen, die aber zum Anti-Terrorkampf zählen – und der positiven Stimmung der Bevölkerung in der Folge (vgl.u.), zeigte sich, daß diese, darunter auch Kurden, die Sezessionspolitik des seit Jahren nicht mehr im Amt befindlichen „Präsidenten“ Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) offensichtlich gerade nicht mittrugen. Dessen vorgeblich in Bekämpfung des IS agierende Pîšmarga hatten die Provinz Kirkûk erobert und weiterhin besetzt gehalten, also nicht den Behörden der Zentralregierung zurückgegeben, die vor dem IS-Einfall verfassungsgemäß dort zuständig gewesen war. So konnte der Barzânî-Clan (zu nähere Informationen s.u.!) die letzten beiden Jahren das geförderte Öl lediglich im eigenen Interesse verkaufen und die Einnahmen einstreichen, die damit der Zentralregierung in Vertretung des gesamten irakischen Volkes entgingen. Hauptabnehmer war die israelische Regierung gewesen (dazu vgl.u.!), die daher auch das Sezessionsreferendum unterstützt hatte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33218-iraks_gro%C3%9Fer_verlierer_ist_masoud_barzani vom 18.10.2017)
Konsequenterweise forderte der Parlamentspräsident der Autonomen Kurden-Region, Yûsuf Muḥammad (Yousef Mohammad), am 17.10.2017 den Rücktritt von Masʽûd Barzânî. Dazu bemerkte er: „Mit seinem Rücktritt wird Barzani dem Volk in der irakischen Kurdenregion dienen. … Die Menschen in der irakischen Kurdenregion werden von einigen Politikern in Beschlag genommen, die die lokalen Ressourcen nutzen wollen, um ihre Macht auszubauen. Sie setzen dafür das Leben und Blut opferbereiter Menschen aufs Spiel.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33217-parlamentspr%C3%A4sident_irakischer_kurdenregion_fordert_r%C3%BCcktritt_barzanis) – Masʽûd Barzânî, dessen Amtszeit regulär ja schon seit Jahren abgelaufen ist, ohne daß er Neuwahlen zugelassen hätte (vgl.u.).
Mehrere deutschsprachige Medien meldeten neben Sputnik News, Mehr News und der Jerusalem Post u.a., daß die deutsche Bundeswehr (vgl.u.) die seit 2014 andauernde Ausbildungsmission der Pîšmarga im Nord-Irak vorübergehend eingestellt habe, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mi., 18.10.2017, mit den Worten bestätigte: „Deutschland hat aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Kirkuk die militärische Ausbildungsmission für Barzani-Truppen in der irakischen Kurdenregion ausgesetzt.“ Die kurdische Seite habe versichert, die erhaltenen deutschen Waffen nur im Kampf gegen den IS einzusetzen. Ca. 140 Bundeswehr-Soldaten befinden sich im Nordirak. (http://parstoday.com/de/news/germany-i33232-deutschland_stellt_ausbildung_von_barzani_kr%C3%A4ften_ein, https://sptnkne.ws/fGzv) – Jedoch zeigten Recherchen von WDR und NDR, daß die ebenfalls seit 2014 von der Bundeswehr ausrangierten an die kurdischen Pîšmarga gelieferten Waffen auf speziellen Märkten verkauft worden und so auch in die Hände des IS gelangt waren. Laut dem Friedensaktivisten und Sprecher der Aktion Aufschrei — Stoppt den Waffenhandel! , Jürgen Grässlin, sei das sogar der Regelfall. Ca. 140 Bundeswehr-Soldaten befinden sich im Nordirak. (https://sptnkne.ws/dz62)
Seit Stunden (Stand früher Nachmittag, 16.10.2017) bestehen massivste Postingprobleme
Aus dem syrischen Außenministerium war zu vernehmen, daß die Regierung in Damaskus die Wiederherstellung der Kontrolle über die Provinz Kirkûk durch die brüderliche Regierung im Irak ausdrücklich willkommen heiße. (http://sana.sy/en/?p=115977)
Gemäß Information durch den Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî vom 18.10.2017 sind die Öl-Felder Bây Ḥassan und Havanna [Hâfânâ] in der Provinz Kirkûk mitsamt den Pumpstationen wieder an das nationalen Produktionssystem angeschlossen, wie as-Sûmariyya News meldete. Er versichert, daß damit der Ölreichtum dem gesamten irakischen Volk, dem er gehöre, zugute kommen werde. Derzeit werde daran gearbeitet, per Investition die finanziellen Einnahmen aus diesem Schatz zu optimieren, damit die nationale Wirtschaft zu unterstützen und eine bessere Zukunft für die Menschen in allen Provinzen zu erreichen. Ähnliches berichtete Ministeriumssprecher ʽÂṣim Ğihâd Sputnik News. (http://www.sana.sy/?p=644631)
Nach den Aktionen der letzten 48 Stunden erklärte die Führung dieser Sicherheitsoperationen am 18.10.2017 den Abschluß der Sicherungsmaßnahmen in der Provinz Kirkûk. Die ganze Provinz befinde sich nun wieder unter (verfassungsgemäßer!) Kontrolle der Zentralregierung. Diese schließe nach Beendigung der letzten Einsätze auch den Bezirk Dabis ein, al-Maltaqâ, die Öl-Felder Ḫabâz, Bây Ḥassan Nord und Bây Ḥassan Süd sowie die Gebiete von Ḫânaqîn und Ğalûlâ´ in der Provinz Diyâlâ, Maḫmûr, Baʽšîqa, den Mossul-Damm, die Gegend ʽUwînât, den Bezirk Sinğâr, die Gegend Rabîʽa und einige Bereiche in der Nînâwâ-Ebene in der gleichnamigen Provinz. (http://www.sana.sy/?p=644963)
Am 17.10.2017 hatte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals die Notwendigkeit herausgestellt, daß eine Bundesbehörde über den gesamten Irak die Kontrolle habe wie es auf Grundlage der Verfassung und föderalen Gestalt der nationalen Partnerschaft im Landvorgesehen ist. Gleichermaßen erging durch ihn erneut der Aufruf zum nationalen Dialog. (http://www.sana.sy/?p=644809)
Syrien begrüßte die Bemühungen der brüderlichen irakischen Regierung, die zentrale Autorität der Provinz Kirkûk und der übrigen Regionen wiederherzustellen, und sieht hoffnungsvoll dem Scheitern der Pläne der Separatisten und ihrer Unterstützung zur Zerteilung des Landes entgegen und hofft auf die Erhaltung der Einheit von Land und Volk. Explizit war aus dem Außenministerium zu hören: „The referendum that was conducted by the separatists in northern Iraq serves the implementation of the Israeli agenda in the region, and it would aim at diverting attention away from the efforts exerted by the governments of Syria and Iraq against ISIS terrorist organization, especially ending this organization’s presence in eastern Syria and western Iraq in Deir Ezzor and al-Anbar, [respectively].” (http://www.sana.sy/?p=644499 vom 17.10.2017) – Zudem bekräftigte die Behörde seine Unterstützung für die Bemühungen des Iraks, den Terrorismus zu bekämpfen, die staatliche Souveränität (wieder) zu etablieren, wie die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern in ihrem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und ihre kriminellen Organisationen stärken zuwollen. (http://www.sana.sy/?p=644501)
News-Ticker: Wiederaufnahme der normalen Behördenarbeit in Kirkûk. http://www.alsumaria.tv/news/218885/
Die Sicherheitskräfte eröffnen wieder die Straße Kirkuk-Bagdad. (http://www.alsumaria.tv/news/218875/)
Die Bewohner von Kirkûk begrüßen „großen Veränderungen“ in der Provinz und senden Botschaften an al-ʽAbâdî und Kurden. (http://www.alsumaria.tv/news/218880/ vom 17.10.2017)
Laut einer Quelle aus den Reihen der Sicherheitskräfte berichtete die staatliche Agentur INA [واع] darüber, daß mit der Besetzung des Ölfelds Bay Ḥassan am Morgen des 17.10.2017 nun wieder – d.h. seit dem IS-Einfall 2014 – die gesamte Provinz Kirkûk unter staatlicher Kontrolle sei. Zuvor waren in der Nacht des 16.10.2017 noch IS-Trupps in den Bezirk ad-Dibis im NW der Provinz Kirkûk eingefallen und hatten etliche Familien zur Flucht getrieben, die Extremisten wurden jedoch durch die Kräfte der Anti-Terror-Einheit eliminiert, wie as-Sûmariyya News meldete. Ebenfalls unter staatliche Kontrolle kehrte die Stadt Sinğâr – Zentrum der Jesiden [Yazîdiyûn, vgl.u.] – im W der Nînawâ-Provinz infolge des Einsatzes von Armee- und Volkswehrkräften (al-Ḥašd aš-Šaʽbî) zurück. Die Pîšmarga hätten sich laut einer Quelle aus Mossul darauf zurückgezogen, alle Einwohner seien geblieben, die Lage dort sei stabil.(http://www.sana.sy/?p=644328)
Gemäß der vor kurzem gemeldeten Anordnung, daß alle führend an der Vorbereitung bzw. Organisation des verfassungswidrigen kurdischen Sezessionsreferendums Beteiligten strafrechtliche Konsequenzen zu erwarten hätten (vgl.u.), wurde der zuvor schon von seinem Amtssitz geflohene bisherige Provinzgouverneur von Kirkûk (vgl.u.) durch den Ministerpräsidenten seines Amtes enthoben. Nachfolger wird gemäß Rudaw-Meldung Rakan al-Jubouri [Rakân al-Ğubûrî]. (https://sptnkne.ws/fGsU) – Bedeutsam ist hier v.a. auch, daß Kirkûk gar nicht zum autonomen Kurdenregion des Iraks zählt, jedoch mittels Aktion des Gouverneurs an der Abstimmung teilnahem (und somit zudem das Wahlergebnis verfälschte).
Wichtige Bemerkung:
Kirkûk samt Umland gehört nicht zur autonomen Kurdenregion des Iraks, sondern wurde im gesamtirakischen Abwehrkampf gegen den IS von den kurdischen Pîšmarga erobert, dann jedoch nicht wieder der verfassungsgemäßen Kontrolle der Zentralregierung übergeben (Vgl. hierzu u. auch die illegalen Gebietsforderungen seitens der Initiatoren (v.a. Barzânî-Clan!) des Sezessionsreferendums).
Auch in einer öffentlichen Erklärung des Außenamts vom Mo., 16.10.2017, zur (Wieder)besetzung der Provinz Kirkûk durch Organe der Zentralregierung (vgl.u.) hieß es: „Trotz aller Gerüchte handelt es sich bei allen Militärkräften, die in Kirkuk vorgedrungen sind, nur um irakische Kräfte. Und es sind die PKK-Kämpfer, die in Kirkuk als fremde Kräfte angesehen werden.“ Ziel sei es, daß die Zentralregierung die Kontrolle über Kirkûk zurückerlange, was keineswegs eine Kriegserklärung bedeute. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33181-irak_milit%C3%A4roperation_zur_r%C3%BCckeroberung_kirkuks_wird_fortgesetzt)
Irakische Sicherheitskräfte und Militärs konnten in einer gemeinsamen Aktion Ayman Dawûd Dahâm al-Ḥalbasî (Aiman Davud Daham al-Halbussi) alias Ayman Spiker, einen der bekanntesten IS-Kommandeure im Irak in Ḥalbasa auf dem Gebiet der Euphratschleife gegenüber der Stadt Falûğa zusammen mit zweien seiner Brüder gefangennehmen. Seinen Kampfnamen erhielt er wegen seiner Beteiligung am Massaker der (nach der US-Invasion von 2003) zwischenzeitlichen US-Luftwaffenbasis Camp Spiker (auch: Spyker oder Speicher geschrieben) bzw. der Luftwaffenakademie Tikrît 2014 (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33119-m%C3%B6rder_von_3.000_irakischen_studenten_festgenommen)
Nachdem sich die kurdischen Pîšmarga geweigert hatten, sich aus den ehemaligen Kampfgebieten mit dem IS, die sie wie auch Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) als für die Kurdenregion erobert betrachteten, zurückzuziehen (vgl.u.) und dazu ein 72-stündiges Ultimatum der Zentralregierung hatten verstreichen lassen, rückten auf Befehl von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî entsprechend seiner zuvor gemachten Erklärung (vgl.u.) am Sonntagabend, 15.10.2017, irakische Streitkräfte unter tunlichstem Schutz der Bevölkerung in der Provinz Kirkûk ein und übernahmen die – der Zentralregierung verfassungsmäßig zustehende – Kontrolle über die Ölfelder einschließlich derer von Bâbâ Karkar und der North Oil Company (NOC), die wichtigsten Straßen, die Gebäude der Regionalregierung, zudem über den (Militär-)Flughafen Kirkûk und die Stützpunkte Kaiwân (Keyvan) und Ḫalid (Khalid) im Umland dieser Provinzhauptstadt und ebenso über Ṭûz Ḫurmâtû und die Grenzübergänge Ğisr Ḫâlid und Maryâm Bîk. Im Gefolge zogen sich die Pîšmarga-Kräfte vom Zentrum von Dâqûq südlich von Kirkûk vollständig zurück. Zuvor floh der Gouverneur von Kirkûk, Nağm ad-Dîn Karîm (Najmaldin Karim), nach Arbîl, einige der Pîšmarga ergaben sich laut einem Bericht von al-ʽÂlam, z.B. in ad-Dabis (?), andere zogen sich dann doch nach Arbîl und Sulaimâniyya zurück.
In einer von as-Sûmariyya News übertragenen Erklärung des Ministerpräsidenten forderte dieser die Pîšmarga dazu auf, sich ihrer Pflicht zu erinnern, unter Befehl der Zentralregierung zu agieren. Dann bemerkte er: „es ist meine Pflicht, nach der Verfassung vorzugehen, den Bürger zu dienen und die Einheit des Landes zu schützen, das durch das Beharren auf dem Referendum der Gefahr der Spaltung ausgesetzt ist. Dieses sei von einer gewissen Seite in der irakischen Region Kurdistan gerade zu einer Zeit ausgerufen worden, als es um den gemeinsamen Abwehrkampf gegen den Terrorismus, repräsentiert durch den IS ging. Ḥaidar al-ʽAbâdî bekräftigte nochmals, „weiterhin die Rechte des Volkes und seines nationalen Reichtums vor Verschwendung und Korruption zu verteidigen„.
Parlamentspräsident Salim al-Ğubûrî bemerkte zum Sachverhalt während seiner Teilnahme an der 137. Konferenz der Interparlamentarischen Union (IPU) in St. Petersburg selben Tags, die Operation mit [Wieder-]Stationierung der Bundespolizei in der Provinz Kirkûk sei auf die Erhaltung der Stabilität und Sicherheit jener Region gerichtet. Gleichzeitig warnte er vor Aktionen, die dies beeinträchtigen könnten.
Die durch die Bundespolizei und die schnelle Reaktionstruppe bzw. die Anti-Terroreinheit (CTS) ausgeführten Operationen bestätigte auch eine Militärquelle gegenüber as-Sûmariyya News.
(http://www.sana.sy/?p=643636, http://parstoday.com/de/news/world-i33151-irakische_kr%C3%A4fte_bringen_teil_von_kirkuk_unter_ihre_kontrolle)
Ergänzend teilte Pars Today aufgrund verschiedener Quellen mit, daß am Nachmittag des 16.10.2017, kurdische Spitzenpolitiker zu einem Krisentreffen mit dem irakischen Staatspräsidenten Fu´âd Maʽṣûm (vgl.u.), selbst Kurde, zusammenkamen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33171-irak_gouverneur_von_kirkuk_geflohen)
Gemäß Mitteilung des Führers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der westlichen (an Syrien grenzenden) Provinz al-Anbâr, Qaṭarî al-ʽUbaidî, im Interview mit as-Sûmariyya News hat die Luftwaffe mit Suchoi-Kampfflugzeugen einen IS-Konvoi bestehend aus 300 Tanklastern, befüllt mit geraubtem Öl, erfolgreich angegriffen und vollends zerstört. Das Öl war wie üblich zum Schmuggel bestimmt. – Am Fr., 13.10.2017, war es Soldaten gelungen, drei Suizidattentäter mit Sprengstoffgürteln auszuschalten, als sie auf dem Weg in Wohngebiete von ar-Ramâdî, der Provinzhauptstadt von al-Anbâr waren. (http://www.sana.sy/?p=643190 vom 15.10.2017)
Bei einem Treffen mit einer Delegation der irakischen Streitkräftekoalition am Sa., 14.10.2017, bekräftigte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals die Position der Zentralregierung zum kurdischen Sezessionsreferendum und zur Durchführung der in der folge eingeleiteten Maßnahmen zum gesetzes- und verfassungsgemäßen Schutz der einheit des Landes. Die Patriotische Union Kurdistans versicherte ihrerseits, am Sonntag eine Abordnung nach Bagdad zu entsenden, um via Dialog die Beendigung des gegenwärtigen Konflikts um Kirkûk und den weiteren Spannungsgebieten zu erreichen. Zudem wurde volle Unterstützung für die o.e. Maßnahmen der Zentralregierung zugesichert. Durch Pars Today war noch zu erfahren, die beiden kurdischen Parteien „Patriotische Union“ und „Bewegung für Wandel“ hätten die Botschaft von Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm zur Sache (s.u.) begrüßt. Demgegenüber war von Kamal Kirkuki, einem Verantwortlicher der Pîšmarga (Peschmerga) im Westen der Provinz Kirkûk zu hören, diese Truppen würden sich nicht aus der Provinz zurückziehen. Außerdem fügte er hinzu :„Wir haben notwendige Maßnahmen ergriffen, um mit Risiken umzugehen.“ (http://www.sana.sy/?p=643069; s.a. http://parstoday.com/de/news/world-i33103-irakischer_ministerpr%C3%A4sident_fordert_annullierung_des_sezessionsreferendums)
Das Kommando der gemeinsamen Streitkräfte zur Befreiung des Landes von den Terroristen gab am 13.10.2017 bekannt, gewisse Medienmeldungen über den Beginn einer Militäroperation südlich von Kirkûk [also im Kurdengebiet] seien falsch, wie bei as-Sûmariyya News zu lesen war. Gleichzeitig wurden rechtliche Schritte denen angedroht, die solche Falschmeldungen verbreiteten und damit die öffentliche Meinung zu verwirren und manipulieren suchten. Eine solche Entscheidung stehe nur dem Obersten Befehlshaber der Streitkräfte zu, der einen solchen Befehl nicht erteilt habe. Derzeit seien die vereinten Streitkräfte mit Sicherungs- und Säuberungsarbeiten in den kürzlich befreiten Gebieten beschäftigt wie damit, die noch unter IS-Kontrolle verbliebenen Gegenden in al-Anbâr, Râwa und al-Qâ´im von den Terroristen zu befreien.
Auch Innenminister Qâsim al-Aʽrağî bestätigte, daß es die von gewissen Medien ausgestreuten Pläne nicht gebe und auch keinerlei entsprechende Operationen im Kirkûk-Gebiet durchgeführt würden. Vielmehr werde nach der erfolgten Befreiung der Gegend vom IS wieder der Zustand vor der Terroristeninvasion vom 9.6.2014 wiederhergestellt. (http://www.sana.sy/?p=642395) – Vgl. hierzu die übereinstimmende Verlautbarung des Ministerpräsidenten vom Vortag.
Aus beiden Äußerungen läßt sich schließen, daß offenbar von kurdischer Regierungsseite Falschmeldungen (sog. fake news) lanciert wurden, die kurdische Bevölkerung würde demnächst von ihrem eigenen Militär (unter Kommando der Zentralregierung) angegriffen auf Befehl dieser Zentralregierung, um somit künstlich Stimmung gegen letztere zu schüren.
In einer von Iraqi News zitierten Information des Sprechers des Innenministeriums Saʽd Maʽn vom 12.10.2017 heißt es zu einem Suizidanschlag in der Stadt Hît (vgl.u.) im Ostteil der Provinz al-Anbâr: „Im Ergebnis des Angriffs, der von einem Attentäter mit einer Sprengstoffweste in einem Café im Stadtviertel al-Dawar in der Stadt Hit verübt wurde, wurden sieben Menschen getötet sowie 15 verletzt.“ Bei AP war dagegen von elf Todesopfern die Rede. (https://sptnkne.ws/fEss)
Brigadegeneral ʽAbdullâh ʽArâqî, stellvertretender Kommandeur der Bodentruppen des Islamischen Revolutionsgarde-Corps im Iran bestätigte, was zuvor schon mehrfach der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, der Presse gegenüber verdeutlicht hatte. Er, ʽArâqî, beschuldigt die US-Administration ebenfalls der Unterstützung des IS als wichtigstem Mittel, Syrien und den Irak zu destabilisieren. In einer Erklärung vom 11.10.2017 äußerte er: „Die USA führten Lufttransporte mit Waffen und Nahrungsmitteln an die extremistische Terrororganisation Dâʽiš [داعش, d.i. der IS] in den Provinzen Dair az-Zaur in Syrien und Diyâlâ, Ṣalâḥuddîn und Nînawâ im Irak durch, in denen sie schon fast aufgegeben hat.“ Weiter bemerkte er: „Die Amerikaner traten im Irak und Syrien angeblich an, um Dâʽiš zu kämpfen, während sich die Realität von jenen Ansprüchen an jedem Ort, an dem man mit den Terroristen konfrontiert ist, unterscheidet.“ .Er fügte an: „Das Problem im Irak und in Syrien ist, daß die Amerikaner die dort [erg.: von den Streitkräften] gehetzten Terroristen als deren Herren [أسياد ] unterstützen“, mit dem Hinweis darauf, daß die Achse des Widerstands [d.s. die SAA und die sie im Counterterrorismus unterstützenden Streitkräfte] den US-Plan [erg.: zum Sturz der Regierung unter Präsident Dr. al-Assad] in Syrien vereitelt habe.
Viele Fakten und Quellen bestätigten das Wirken Washingtons in dieser Hinsicht „einschließlich der irakischen Quellen über die Landung amerikanischer Waffen für die Terrororganisation [d.i. Dâʽiš, IS] im Irak. Auch ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, habe vor einer Woche festgestellt, daß die US-Administration den Terroristen genaue Koordinaten [für ihre Angriffe auf die SAA, s. bzgl. 28.9.2017] geliefert habe und am 4.10.2017 aus dem Verteidigungsministerium in Moskau verlauten ließ: „The main obstacle to the complete elimination of ISIS in Syria is not the military capabilities of terrorists, but rather the support of the Americans.” (http://www.sana.sy/?p=641715)
Nachdem der Sicherheitsrat der kurdischen Regionalregierung unter dem schon seit Jahren nicht mehr im Amt befindlichen „Präsidenten“ Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) am 11.10.2017 auf seiner offiziellen Twitter-Seite die Behauptung aufgestellt hatte, die (Bundes-) Armee, Polizeikräfte und Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî planten, die Kurdenregion im Nordirak anzugreifen, bekräftigte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 12.10.2017 im Einklang mit seinen bisherigen Verlautbarungen und Handlungen, die Zentralregierung in Bagdad beabsichtige keineswegs, die Armee gegen irakische Zivilisten, insbesondere in der Kurdenregion einzusetzen. Die Zentralregierung habe die verfassungsgemäße Aufgabe, durch Maßnahmen die Einheit des Landes zu verteidigen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33017-al_abadi_bagdad_will_nicht_die_armee_gegen_die_menschen_in_kurdistan_einsetzen)
Das zuständige Gericht in Ost-Bagdad hat am 11.10.2017 dem entsprechenden Antrag des Nationalen Sicherheitsrates (s.u.) stattgegeben und die Verhaftung der Vorsitzenden und zweier weiterer Mitglieder der Kommission angeordnet, welche im September das kurdische Sezessionsreferendum organisiert haben. (https://sptnkne.ws/fDT5)

Kommandeur Yârullâh, Photo: http://liputanislam.com
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa, resümierte am Mi., 11.10.2017 gegenüber as-Sûmariyya News, die 2. Phase der gegenwärtigen Militäroperation sei mit der vollständigen Befreiung des Distrikts al-Ḥawîğa abgeschlossen. Hierzu wurde durch die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die letzten Gebiete im südlichen Teil des Umlands von al-Ḥawîğa und ar-Riyâḍ wiederhergestellt wie über 161 Dörfer und Liegenschaften und die Straße al-Fatiḥa – ar-Riyâḍ nahe Kirkûk. Gesichert wurden laut dem Kommandeur auch die Ḥamrîn–Gebirgskette von Ğisr Zuġaitûn bis Ğisr al-Fatiḥa in einem Gebiet von auf 45km mal 15km. (http://www.sana.sy/?p=641146)
Ḥaidar Hādī (Haidar Hadi), der irakische Botschafter in Rußland, gab am 10.10.2017 über die noch unter IS-Kontrolle stehende Fläche des Landes zu verstehen: „Ja, der IS kontrolliert derzeit etwa fünf Prozent des Territoriums, und man kann sagen, dass es die letzte Etappe der Zerschlagung des IS ist. Es gibt noch IS-Gruppen in einigen Orten, aber im Großen und Ganzen sind sie zerschlagen worden. Tatsächlich ist ein Sieg über den IS errungen worden, und an diesem Kampf haben alle Iraker teilgenommen.“ 2014 dagegen seien ca. 40% der staatsfläche unter IS-Herrschaft gestanden. „Der Sieg wurde aber dank der Teilnahme aller Iraker, aller nationalen und konfessionellen Gruppen am Krieg gegen den IS errungen“, setzte der Botschafter abschließend hinzu. (https://sptnkne.ws/fDvr)
Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, teilte der Presse am Di., 10.10.2017, mit, die US-geführte Koalition imitiert im Irak nur den Kampf gegen die (IS-)Terroristen. Zudem wecke die Unterstützung der Terroristen aus dem Irak ernsthafte Fragen in Bezug auf die Ziele dieser Koalitionsoperationen. Seit die syrische Armee (SAA) so erfolgreich ihre Operation zur Befreiung der syrischen Provinz Dair az-Zaur (Nachbarprovinz des irakischen al-Anbâr!) habe jene ihre Luftschläge gegen Terroristen im Irak sogar wesentlich reduziert. „Die Befreiung des nun sehr tief im Hinterland bleibenden Rakka, welches die USA und die Koalition in den vergangenen sechs Monaten als zentrale Priorität ihres Kampfes gegen den IS bezeichneten, ist seit Monaten eingefroren“, betonte der Generalmajor. Dadurch habe sich das vom IS kontrollierte Gebiet im Irak sogar wieder vergrößert! (https://sptnkne.ws/fDke) Dies treffe v.a. auf den westlichen Teil des Iraks [d.h. die Provinz al-Anbâr] zu. (https://sptnkne.ws/fDpr)
Ergänzend führte der Generalmajor aus: „Täglich werden Versuche zur Verlegung von neuen IS-Kräften nach al-Mayadin fixiert, unter denen es viele ausländische Söldner gibt, die aus dem Irak in das syrische Territorium eingedrungen sind.“ Die IS–Verstärkung aus dem Irak rücke hierzu mit Panzertechnik und Geländewagen mit darauf installierten großkalibrigen Waffen an. Diese seien Ziel der russischen Kampfflieger. (http://www.sana.sy/?p=640484, für Zitat in Deutsch: https://sptnkne.ws/fDmw)
Die irakische Luftwaffe zerstört laut Mitteilung von as-Sûmariyya News vom 9.10.2017 ein IS-Wüstenlager in West-al-Anbâr. (http://www.sana.sy/?p=639960)
Infolge des kurdischen Sezessionsreferendums (s.u.) hat der Regierungsausschuß für nationale Sicherheit in Bagdad Klage gegen Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) angekündigt und Maßnahmen für die autonome Kurdenregion eingeleitet wie der kurdische Nachrichtensenders rudaw meldete. Hierzu gehört die Übernahme der Kontrolle über die in der Kurdenregion ansässigen Mobilfunkanbieter durch die Zentralregierung sowie die Verlegung des Sitzes der Unternehmen dieser Branche nach Bagdad. Juristische Schritte werden zudem gegen jene Staatsbedienstete gefordert, welche an jenem – vom Obersten Gericht (s.u.) als verfassungswidrig erklärten – Referendum vom 25.9.2017 teilgenommen haben. Von diesen wurde bereits eine Liste erstellt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32857-irak_klagt_kurdenf%C3%BChrer_offiziell_an vom 9.10.2017)
In Bagdad ist in den kommenden Tagen ist ein trilaterales Treffen der Präsidenten des Irans, der Türkei und des irakischen Ministerpräsidenten zu den Folgen des kurdischen Sezessionsreferendums geplant, gab Ğâsim Muḥammad Ğaʽfar (Dschasim Mohammad Dschafar), ein Verantwortlicher der Nationalallianz (s.u.) am So., 8.10.2017, gegenüber al-ʽArabiyya bekannt. Dabei sollen Mechanismen zum Umgang mit dem Konflikt im irakischen Kurdengebiet und dem Sezessionsreferendum erörtert werden. „Die gegen die örtliche Verwaltung der kurdischen Region im Irak getroffenen Maßnahmen dürfen nicht zu einem Mittel werden, um die irakischen Kurden zu schädigen.“, bemerkte er jedoch und geht darin mit der Zentralregierung konform (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/world-i32817-trilaterales_treffen_der_regierungschefs_i- rans_iraks_und_der_t%C3%BCrkei_zum_referendum_in_iraki- scher_kurdenregion)
Am 1.11.2017 sollen die anstehende allgemeinen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Kurdistan durchgeführt werden. (https://sptnkne.ws/fBtV) – Da Masʽûd Barzânî trotz Ablauf seiner Amtszeit vor Jahren im Präsidium blieb (s.u.), bekäme dann diese autonome Region des Iraks (als Föderalstaat seit der US-Invasion von 2003!) endlich wieder einen gewählten Präsidenten.
Dr. Ğawad Qâsim al-Hindâwî, irakischer Botschafter in Brüssel, gab laut The Independent vom 8.10.2017 hinsichtlich der europäischen IS-Kämpfer in seinem Land an: „Sie sind Bürger aus Belgien, Russland, Tschetschenien und Zentralasien, die sich der IS-Terrormiliz angeschlossen haben und die nun mit Todesstrafe rechnwen müssen. Rund 1.400 IS-Familienmitglieder befinden sich in der Nähe von Mossul im Nordirak. Sie kommen aus der Türkei, ostasiatischen Ländern, Frankreich und Deutschland.“ Ferner informierte er die Presse: „Bagdad arbeitet mit den europäischen Staaten zusammen, um eine Entscheidung über die Lage der IS-Familien zu treffen. Einige europäische Länder wollen aber nicht, dass die IS-Familien in ihre Heimatländer zurückzukehren.“ – EU-Angaben gemäß seien 15 – 20 % der europäischen Terroristen im Irak und in Syrien getötet worden, 30 – 35% in ihre Heimatländer zurückgekehrt, während ca. 50% der Terroristen sich noch in diesen beiden Ländern befänden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32789-irak_mindestens_100_europ%C3%A4ische_is_k%C3%A4mpfer_vor_gericht)
Das Außenministerium bat die Regierungen des Irans wie der Türkei darum, die Handelsbeziehungen mit der nordirakischen Kurdenregion einzustellen. Wörtlich gab der außenamtssprecher zu verstehen: „Solange die Kontrolle der Grenzübergänge nicht an die Zentralregierung in Bagdad übergeben wird, fordern wir die zwei Bruderländer Iran und die Türkei auf, die Grenzen zu blockieren.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i32735-irak_iran_und_t%C3%BCr-kei_sollen_handelsbeziehungen_zur_irakischen_kurdenregion_ein-stellen vom 7.10.2017)
Während seines Besuches in Damaskus als Leiter einer iranischen Delegation war sich ʿAlāʾ ad-Dîn Barûğardî (Alaeddin Boroujerdi), Vorsitzender des parlamentarischen Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des Šûrâ-Rats der IRI, mit Syriens Vizepremier und Außenminister Walîd al-Muʽallim darin einig, daß das kurdische Sezessionsreferendum (s.u.) abzulehnen sei. Es stelle eine Gefahr für die Souveränität und territoriale Einheit des Iraks dar. Die Nachbarn des Iraks würden deren Gefährdung nicht dulden. Das Referendum sei „doomed to failure”. Klar äußerte der Gast: „What is happening in the Kurdistan region represents for Iran a transgression of a red line, and Tehran will not stand idly by.” Barûğardî informierte zudem darüber, es fänden Dialogsitzungen zwischen iranischen und irakischen Amtsträgern zum Sachverhalt statt. (http://sana.sy/en/?p=115235 vom 5.10.2017)
Hintergrundinformation: Laut einer vom Politologen Th. Meyssan zitierten Meldung der Kurds-Israel Revue wurde von einem Abkommen zwischen der israelischen Regierung wie der kurdisch-irakischen Regionalregierung unter Barzânî bekanntgemacht, wonach sofort nach der Erklärung der Unabhängigkeit des neu geschaffenen Kurdistan im Nordirak (von jedoch fünffacher Größe auf Kosten der indigenen christlichen arabischen Bevölkerung, dazu vgl.u.!) infolge des durchgezogenen Sezessionsreferendums vom 25.9.2017 (s.u.) 200.000 israelische Bürger nach „Kurdistan“ umgesiedelt und und dort umgehend Raketen durch die israelische Armee installiert würden, um Syrien und den Iran von dieser neuen Seite aus zu bedrohen. (http://www.voltairenet.org/article198324.html)
Nûrî al-Mâlikî, der frühere und eigentlich auch wiedergewählte Ministerpräsident des Irak, der jedoch seither als Vizepräsident agiert (vgl.u.), wurde nun als Nachfolger von ʽAmmâr al-Ḥakîm (Vorsitzender des Obersten Islamischen Rates (engl. abgek.: SIIC, s.u.) zum Vorsitzenden der Nationalallianz, der größten politischen Allianz im Irak, gewählt. Diese besteht seit August 2009 als Zusammenschluß der vier Gruppen: Rechtsstaatkoalition, Oberster Islamischer Rat im Irak, Reform-Partei und der Ṣadr-Bewegung. Mit mehr als 185 Sitzen bildet sie damit die Mehrheit im Parlament. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32621-nuri_al_maliki_ist_neuer_vorsitzender_der_iraki- schen_nationalallianz vom 4.10.2017)
Das Parlament in Damaskus erklärte in einer Stellungnahme vom 4.10.2017 zum Irak, die Erhaltung von dessen territorialen Integrität sei essentiell notwendig. Jeglicher Versuch der Zerteilung (s.u. Balkanisierung!) des befreundeten Nachbarlands sei abzulehnen. Der von den USA unterstützte zionistische Plan hierzu ziele auf eine Schwächung des Irak wie Syriens als Verteidiger der Rechte der Palästinenser wie im Kampf zur Ausrottung des Terrorismus. Nur die Einigkeit der arabischen Länder, die in der Verantwortung aller Araber stehe. (http://sana.sy/en/?p=115141) – Hinsichtlich des Gebrauchs des Adjektivs „zionistisch“ führte der seit den 1960ern in der BRD lebende türkischstämmige šiʽitische Muslim Dr. Ing. Yavuz Özoguz am 16.6.2017 in einem Beitrags für Pars Today mit dem Titel „Die Angst der Zionisten vor Untergang der Apartheidsstaaten“, aus, dieser werde benutzt, um deutlich zu machen, daß es (gerade) nicht um Anti-Semitismus, genauer Anti-Judaismus, gehe. (http://parstoday.com/de/news/world-i28318die_angst_der_zionisten_vor_untergang_der_apartheidsstaaten)
Gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa, befreiten die gemeinsamen irakischen Streitkräfte 150 Dörfer und beseitigen 385 Terroristen laut Meldung von as-Sûmariyya News. Zerstört wurden ein Hauptquartier mit 20 Terroristen, fünf Anlagen zur Herstellung von Sprengkörpern und Autobomben, fünf Kommunikationszentren und zehn Waffen- und Munitionsdepots.(http://www.sana.sy/?p=639097 vom 7.10.2017)
Im al-Ḥawîğa-Distrikt entdeckten Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbîzehn Massengräber irakischer Soldaten und Zivilisten. Unter den Opfern des IS befanden sich Frauen und Kinder. ( http://www.sana.sy/?p=639046 vom 7.10.2017)
Die Luftwaffe zerstörte gezielt IS-Verstecke im Bezirk von deren Stützpunkt Rawâh in West-al–Anbâr, 35km westlich von ar-Ramâdî wie INA und as-Sûmariyya News am 6.10.2017 meldeten. (http://www.sana.sy/?p=638611)
Am 5.10.2017 verkündete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die vollständige Befreiung der Stadt al-Ḥawîğa vom IS. (http://www.sana.sy/?p=637796)
Die vereinten Streitkräfte machten am 4.10.2017 weitere Fortschritte im Operationsgebiet von al-Ḥawîğa, wie as-Sûmariyya News meldete. Einer lokalen Quelle aus Kirkûk zufolge, flohen zudem viele IS-Terroristen von den Fronten. Gemäß dem Kommandeur Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh bewegten sich die Streitkräfte auf das Gebiet von ar-Riyâḍ zu. (http://www.sana.sy/?p=637055) Am 4.10.2017 erkämpften sich die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Verbindungsstraße Baiğî – al-Ḥawîğa vom W her zurück sowie über die Dörfer Nâyif Ibrâhîm, as-Saʽîdiyya und al-Ġâziyya westlich von al-Ḥawîğa und Ğisr al-Fatiḥa, wie ein Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî den Medien berichtete. (http://www.sana.sy/?p=637243)
In einem Berliner Krankenhaus verstarb am 3.10.2017 der frühere kurdische Präsident Ğalâl Ṭâlibānī, u.a. Gründer der Patriotische Union Kurdistans (PUK) in Westberlin im Alter von 84 Jahren. Nach der US-Invasion von 2003 wurde er als Präsident der Übergangsregierung eingesetzt, später als solcher wiedergewählt und von 2005 – 2014 im Amt. (http://www.sana.sy/?p=636874, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32609-irans_au%C3%9Fenminister_kondoliert_anl%C3%A4%C3%9Flich_des_todes_von_dschalal_talabani)
Laut Aussage des Parlamentsabgeordneten Ğâsim Muḥammad Ğaʽfar (Jasem Mohammad Jafar) vom 3.10.2017 verkündete der trotz langem Verstreichen seiner Amtszeit nicht aus dem Präsidium der Kurdenregion weichende Masʽûd Barzânî (vgl.u.) bei einem Treffen mit kurdischen Positionsträgern, für den Fall, daß sich irakische Soldaten den Ölfeldern von Kirkûk näherten, rufe er [erg.: die Pîšmarga] auf, auf erstere zu schießen. – Daraufhin warnte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî bei der wöchentlichen Pressekonferenz die Verantwortlichen der irakischen Kurdenregion vor der Entsendung der Pîšmarga nach Kirkûk. Im Konfliktgebiet solle man vielmehr gemeinsam vorgehen. Zudem machte er deutlich, daß Entscheidungen der irakischen Zentralregierung gegen die Behörden der Region Kurdistan nicht die kurdischen Bürger beträfen. Nochmals erinnerte er daran, daß im Land das Grundgesetz „Referenz und Prinzip“ für Gespräche mit der Autonomen Kurdenregion sei. Zu Gesprächen mit der Regionalregierung in Arbîl sei man unter der Bedingung, daß sich jene an das Grundgesetz halte und das Referendumsergebnis streiche, weiterhin bereit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32607-al_abadi_warnt_vor_milit%C3%A4rischen_schritten_der_peshmerga_in_kirkuk)
Am 3.10.2017 befreiten al-Ḥašd aš-Šaʽbî laut INA-Mitteilung die Dörfer al-ʽAṣiriyya, ʽAṣiriyya Talîl al-Qamar, ʽAṣiriyya as-Saṭîḥ im NO von al-Ḥawîğa von der IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=636442)
Das US-Militär teilte am 2.10.2017 mit, daß infolge der Detonation einer Straßenbombe am 1.10.2017 ein US-Soldat getötet, ein weiterer verwundet wurde. Genaueres könne man zum Zeitpunkt noch nicht sagen, die betroffenen Familien würden jedoch informiert. (http://www.sana.sy/?p=635821)
Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî informierte am 2.10.2017 die Nachrichtenagentur INA darüber, daß die Volkswehr heute die Dörfer Sayyid Ḥassûn und as-Saʽîdî südöstlich von al-Ḥawîğa im SW der Provinz Kirkûk befreit, den Wâdî Zuġaitûn vollständig geräumt habe. Andere Einheiten rückten in Richtung ar-Rašâd vor und eroberten die Anhöhen Madak al-Maṭar, al-Ḫadîğa und Tal Ṣâliḥ westlich von ar-Rašâd und zerstörten sämtliche Verteidigungsanlagen des IS auf den Anhöhen.
Ein Vertreter der Badr-Organisation gab gegenüber as-Sûmariyya News zur Kenntnis, daß deren Streitkräfte heute die Kontrolle über die Ostseite des ar-Rašâd-Flughafens und 17 Dörfer südlich und östlich von al-Ḥawîğa zurückgewonnen hätten, nämlich: al-ʽAwâšira und ʽAbdul ʽAzîz, as-Sân, Mullâ Nâṣif und Ṭâr al-Ḥamar, Kûrdara, Tal Ḫadîğa, Ḫâṣa, al-Fašaka, Ġaida und Šabîğaba, aṣ-Ṣaḫûr und Dikmât und as-Saṭîḥ und Ḍabâġ al-Farġûl, ʽAṣiriyya as-Saṭîḥ.
Gemäß lokalen Quellen wurde eine IS–Scharfschützen-Einheit, bestehend aus 5 – 6 Elementen, versteckt am Stadtrand von ar-Rašâd südlich von Kirkuk, durch einen Luftschlag aufgrund vorhergehender genauer Geheimdienstaufklärung ausgelöscht.
Auch wurde Abû Bilâl al-Maṣrî [d.h. der Ägypter], ein IS-Kommandeur im Gefecht mit einer al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Gruppe getötet im Umfeld von al-Ḥawîğa getötet. Verhaftet werden konnte zudem der sog. Wâlî[IS-Gouverneur] von al-Ḥawîğa namens Mûsâ Iskandarauf der Flucht aus dieser Stadt in Richtung Ṣalâḥuddîn gefangengenommen.
Sicherheitskräfte der Armee und Polizisten mit Unterstützung von Stammesleuten eliminierten in den letzten beiden Tagen 10 IS-Suizidattentäter westlich von Abû Ğîr, 35km im Westen von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr.
In Bagdad machten Sicherheitskräfte drei Suizidattentäter und 19 Fahrzeuge zum Zweck der Verübung von Anschlägen unschädlich.
Das Operationskommando in Bagdad gab bekannt, daß es südwestlich der Hauptstadt zur Verhaftung eines des Terroristen im Besitz von vier Sprengkörpern und Raketen gekommen war.(http://www.sana.sy/?p=635763)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa befreiten Teile der 9. Panzerdivision und die Brigaden 2, 11, 42, 56 und 88 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî sowie eine Brigade des 3. Kommando der Bundespolizei Dutzende Orte, nämlich ar-Ramil, al-Aṣfar, al-Ḥamal, al-Ḥamad, al-Mansiyya, al-Bû Kanʽân, Ṭawîlʽa, as-Salmân, al-Aʽwîğ, al-Bû Saif, Ḥamad Šarğî, Sarây al-Faḍl, Tal as-Sarây, ʽAlî, Samy, ʽAlî Šalġam, Šalâl Maṭar, ʽAğâğ Muḥassan, aš-Šaʽîbât, al-ʽAsâkira, Wâdî al-Ḫarâfiša, die Anwar al-ʽÂṣî-Bahnstation; Saḥân al-Mašlağ, as-Suwaisa, Ğadîda, Nâyif aṣ-Ṣâliḥ und eroberten den nördlichen Teil der Ḥamrîn–Gebirgskette; alsdann erkämpften die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Straße in Richtung Ğisr Zuġaitûn und ar-Riyâḍ, den Flughafen al-Fatiḥa, das Ölgewinnungsunternehmen in den ʽAğîl-Bergen und darüber hinaus; kontingente der Bundespolizei, der schnellen Reaktionstruppe wie von al-Ḥašd aš-Šaʽbî befreiten im Weiteren die Dörfer ad-Dâwidiyya, al-Qasâmiyya, al-Muʽtaṣim, Sayyid ʽAlî, Šaiḫ Ğâsim, Mala Ḥassan, Salmân al- Ḥamîd, Mağûl ʽAlîğ, Taba, Ḥussain Naʽîm, al-Marâdiyya, Tal aḏ-Ḏahab as-Saflâ, ʽAlî as-Sulṭân, al-Bû Ğaḥš, Ḥussain ʽAlî Murâd, Ḥauḍ 18, al-ʽAwâšir, as-Sarây, Tal as-Sarây, al-Ğâsimiyya, Umm at-Tilâl, ʽÎn as-Sulṭân, Nağim, Tal al-Ġazâl, Sarhîd al-Maṭar, al-Ḥawîḏân, Aṯirbân, al-Buraiğ. Die Anti-Terror-Kräfte mit den Brigade 5, 10, 22 und 27 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Teile der östlich des Tigris operierenden Gruppe erkämpften die Kontrolle über die Dörfer Kanʽân, al-Maidân al-Ğanûbî und al-Maidân aš-Šamâlî, ar-Rafîʽ, al-Ḥamîḍa, Ġarb Hağûl, Ğifâr ʽÛn, ʽIzzaddîn Šâkir, Abû ʽArkûba, al-ʽAwâšira, Ibrâhîm aṣ-Ṣâliḥ, al-Busta, as-Sakûn, Falâḥ Farḥân, Mabdad und ʽÎn Manât zurück. (http://www.sana.sy/?p=635620 vom 1.10.2017) – Seit Beginn dieses Operationsabschnitts seien laut der Nachrichtenagentur INA 207 Terroristen getötet und 344km2 zurückerobert, 50 Sprengstoffpakete entschärft und 20 Fahrzeuge des IS zerbombt worden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32507-zweite_phase_der_befreiungsoperation_in_al_hawidscha_207_terroristen_get%C3%B6tet).
Im Telefongespräch mit Aḥmad Abū l-Ġaiṭ, Generalsekretär der Arabischen Liga, versicherte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 1.10.2017, man werde im Counterterrorismus nicht nachlassen. Bislang hätten die vereinten Streitkräfte schon beachtliche Siege errungen und weite Gebiete befreit, wie aš-Šafaq News berichtete. außerdem konstatierte er: „Was die föderale Regierung gegen die Abspaltung der Region Kurdistan unternommen hat, sind nur eine Reihe von legalen Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung der Einheit und Integrität des Irak dienen; wir wollen unsere Landsleute nicht damit bestrafen.“ Abū l-Ġaiṭ bestätigte nochmals die Ablehnung gegenüber dem kurdischen Sezessionsreferendums und das Fortbestehens der Unterstützung der Arabische Liga für die Regierung des Landes. (http://parstoday.com/de/news/world-i32503-al_abadi_terrorismusbek%C3%A4mpfung_darf_wegen_differenzen_nicht_in_gefahr_geraten)
Der kurdischen Bevölkerung sicherte al-ʽAbâdî zudem den Schutz der Regierung zu und schrieb auf Twitter : „Wir lassen nicht zu, dass Ihnen etwas zustößt, wir teilen unser Brot mit Ihnen.“ Auf Nachfrage eines französischen hierzu antwortete der Berater des Ministerpräsidenten: „Der Ministerpräsident meinte jeden möglichen Angriff, egal ob er vom In- oder Ausland erfolgt.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32473-iraks_ministerpr%C3%A4sident_warnt_vor_m%C3%B6glichen_angriffen_gegen_kurden vom 1.10.2017)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî betonte in einer Rede vom So., 1.10.2017, nochmals, die Bedeutung der Einheit des Landes und seines Volkes in jeder Hinsicht. diese sei allein schon für die gemeinsame Besiegung des Terrorismus notwendig. Die Abtrennung einer Region stehe nicht zur Debatte, zitierte ihn as-Sûmariyya News. (http://www.sana.sy/?p=635119)
Nach Meldung von as-Sûmariyya News berichtete der Kreistagschef der Stadt Hît in der Provinz al-Anbâr, Muḥammad al-Muḥammadî, die Sicherheitskräfte hätten vier IS-Suizidattentäter mit Sprengstoffgürteln rechtzeitig eliminieren können, bevor sie in die Stadt eindringen konnten. Andererseits waren bei einem Bombenanschlag in Hît ein Soldat getötet, drei weitere verletzt. Dennoch konstatierte al-Muḥammadî, die Sicherheitslage der Stadt sei stabil, sie stehe unter Kontrolle der Sicherheitskräfte und Stämme.
Drei andere IS-Suizidattentäter, die sich versteckt in einem Hause im Gebiet Abû al-Ğîr westlich der Stadt ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr versteckt hielten, wurden ebenfalls getötet. (http://www.sana.sy/?p=635139 vom 1.10.2017)
Im Irak und Syrien wirkt mehr als befremdlich, wenn der türkische Staatspräsident Erdogan während einer Rede bei einem AKP-Treffen plötzlich behauptet, großen Wert auf die Einheit von Syrien und des Iraks zu legen und dabei ganz darauf vergißt, daß seine Regierung seit Jahren die Terroristen in beiden Ländern kräftig unterstützte, die jene beinahe zerstört hätten. (http://www.sana.sy/?p=634886 vom 30.9.2017).
Wie schon bzgl. des kurdischen Abspaltungseferendums angekündigt (vgl.u.), verbietet der Iran nun jegliche Verbringung von Treibstoffprodukten in die und aus der Kurdenregion des Iraks. (http://www.sana.sy/?p=634660 vom 30.9.2017)
Nach einer gemeinsamen Sitzung hoher Befehlshaber der iranischen und irakischen Streitkräfte vom Morgen des 30.9.2017, gab der iranische Brigade-General Masʽûd Ğazâ´irî laut einer Meldung von Tasnîm News bekannt, daß in den nächsten Tagen ein Militärmanöver beider Armeeteile an der gemeinsamen Grenze stattfinde. Es gehe um die Sicherung dieser Grenze wie der Grenzübergänge (s.u.) und der Anrainergebiete Qaṣr Šîrîn, Barwîz Ḫân, Bâšmâq in Marîwân, Tamarğîn in Bîrânšahar. Dabei wiederholte der General, seiner Regierung sei die Erhaltung der Integrität und die Einheit des irakischen Territoriums wichtig, auch betonte er die Illegalität des kurdischen Sezessionsreferendums im Nordirak. (http://www.sana.sy/?p=634799)
In Ausführung der zweiten vom Ministerpräsidenten am Vortag angekündigten Phase der Militäroperation im Raum al-Ḥawîğa etc. (vgl.u.) befreiten die vereinten Streitkräfte aus Bundespolizei, schneller Reaktionstruppe und al-Ḥašd aš-Šaʽbî laut Aussage von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh am 30.9.2017 gegenüber as-Sûmariyya News 26 Dörfer, nämlich al-Aḥnaf, aṭ-Ṭâriqiyya, ʽArṣa, al-Mutawakiliyya, Tal Laḥam, al-Ğaʽfariyya, as-Saʽadiyya, Kîsûma, Tal al-Hawâ, al-Ḥamdâniyya, al-ʽIyûn, Tulûl Ḏiyâb, aš-Šanta,dazu: Warîdiyya, as-Sabtî, Nuwâikîṭ, al-Ḥuwâ´iğ al-ʽAliyâ und al-Ḥuwâ´iğ as-Saflâ, Tal aḏ-Ḏahab al-ʽAliyâ und Tal aḏ-Ḏahab as-Saflâ, sodann as-Sawîd, al-Maḫallaṭ, Tal ʽUbaid, Tal Saʽîd, al-Bû Ṣaḫara und Ḥamad al-ʽAlî. Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, meldete, daß während eines Bombardements der Luftwaffe nordöstlich von Baʽqûba drei IS-Terroristen getötet worden seien, darunter ein Anführer. Der Polizei gelang es, einen IS-Suizidattentäter zu eliminieren, der sich vor einer Polizeistation linkerseits von aš-Šarqâṭ in im Norden der Provinz Ṣalâḥuddîn in die Luft sprengen wollte. Andererseits wurden durch einen Bombenanschlag in Bagdad zwei Zivilisten getötet, drei andere verletzt. (http://www.sana.sy/?p=634816)
Später am Tag wurden zudem die ʽAlâs-Ölfelder in al-Kamâl vollständig zurückerobert, wie Hâdî al-ʽÂmirî, Generalsekretär der Badr-Organisation innerhalb von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und damit einer Führer dieser Volkswehr gegenüber as-Sûmariyya News bekannt gab. (http://www.sana.sy/?p=635084)
Nach Abgang des letzten internationalen Flugs vom Flughafen Arbîl wurde dieser für den Luftverkehr geschlossen. Eine Großzahl von Ländern ist dem Aufruf der Zentralregierung in Bagdad nachgekommen, Flüge dorthin und von dort auszusetzen.
Nach vorhergehender Absprache mit dem Iran und der Türkei sind die drei offiziellen Grenzübergänge aus der und zur Kurdenregion des Iraks von der zentralen Grenzbehörde übernommen worden (vgl.u.) und stehen unter deren Kontrolle, die wichtigsten davon sind die beiden zum Iran: Ḥâğ ʽUmrân und Bâšmâġ. (http://parstoday.com/de/news/world-i32439-bagdad_kontrolle_kurdischer_grenz%C3%BCberg%C3%A4nge_durch_kooperation_mit_iran_und_t%C3%Bcrkei vom 30.9.2017)
Zur Übernahme der Grenzkontrollen gehen am Samstagmorgen, 30.9.2017, offizielle Verantwortliche des Amts für Grenzkontrollen in Begleitung dreier Militär-Delegationen in die Kurdenregion ab. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32417-irak_schickt_drei_milit%C3%A4r_delegationen_in_die_kurdenregion)
Während seiner Freitagsansprache am 29.9.2017 wandte sich der offizielle Vertreter von Ayatullâh ʿAlī al-Ḥussainī as-Sīsitānī [Bild s.u.!], des obersten šîʽitischen Geistlichen des Landes, in der Pilgerstadt Karbalâ´ gegen das kurdische Sezessionsreferendum und rief zur Einhaltung der Verfassung und Beachtung des Entscheids des Obersten Gerichtshofes (s.u.) auf. Gerade sei die irakische Bevölkerung dem vom IS verursachten Leid entkommen und sei noch dabei, diese Phase hinter sich zu bringen, da gebe es Versuche, das Land und die Bevölkerung mit einem neuen Leiden zu überziehen, indem man es zu spalten trachte. Schließlich warnte er die Führung der Kurdenregion vor den schwerwiegenden Folgen einer Abspaltung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32411-gro%C3%9Fayatollah_sistani_lehnt_ab-spal-tung_der_kurdenregion_vom_irak_ab)
US-Außenminister Rex Tillerson wird im Internetportal des US-Amts zum kurdischen Sezessionsreferendum am Fr., 29.9.2017, wie folgt zitiert: „Der Abstimmung fehlt es an jeglicher Legitimität.„, gefolgt von: „Wir unterstützen weiterhin einen fortschritllichen (sic!), demokratischen, föderalen und einheitlichen Irak und sind besorgt über die möglichen negativen Konsequenzen dieses einseitigen Handelns“ und der Mahnung: „Der Kampf gegen die IS-Terrormiliz ist noch nicht zu Ende„. (http://parstoday.com/de/news/world-i32431-usa_erkennen_kurdisches_sezessionsreferendum_nicht_an)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gab am 29.9.2017 den Beginn der zweiten Phase der Militäroperation zur Befreiung von al-Ḥawîğa samt Umgebung und der Gebiete westlich der Stadt Kirkûk im Norden des Irak vom IS, dem Ableger von al-Qâʽidabekannt. (http://www.sana.sy/?p=634398)
Beim Treffen zwischen dem UN–Vertreter Jan Kubisch und dem Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in Bagdad am Do., 28.9.2017 erklärte ersterer, die Staatengemeinschaft unterstütze die territoriale Integrität des Iraks, die UNO sei auch bereit zur Vermittlung mit Regionalregierung der Kurdenregion. Al-Ğaʽfarî unterstrich die Bereitschaft der Zentralregierung zur Zusammenarbeit. Im Kampf gegen den IS bedürfe man allerdings konsequenterer Unterstützung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32409-uno_bieten_erbil_und_bagdad_vermittlung_an)
Die Zentralregierung hat der kurdischen Regionalregierung ein Ultimatum gestellt: gemäß Entscheidung von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî und des Ministerrates sei nach Durchführung des verfassungswidrigen Sezessionsreferendum die Kontrolle über die beiden Flughäfen Arbîl und Sulaimâniyya binnen drei Tagen dem Bundesamt für Zivilluftfahrt zu übertragen. Ansonsten würden alle internationalen Flüge ohne Ausnahme vom internationalen Flughafen Arbîl ab Freitagabend [18.00 Uhr Ortszeit] ausgesetzt, teilte der Flughafendirektor Talâr Fâ´ik Ṣalâḥ am 28.9.2017 der Presse mit. Der Iran und die Türkei haben bereits die Flugverbindung nach Arbîl gestoppt. (http://www.sana.sy/?p=633756)
Nach Angaben des Polizeichefs von al-Anbâr, Generalmajor Hâdî Razîğ Kasâr, vom 27.9.2017 konnten die Sicherheitskräfte zusammen mit Stammeskämpfern die Kontrolle über die Gebiete aṭ-Ṭâš und al-Mağar südlich von ar-Ramâdî im Kampf gegen den IS zurückgewinnen und dabei sämtliche Terroristen zu töten. (http://www.sana.sy/?p=633166)
Gegen das Sezessionsreferendum und für die Erhaltung der territorialen Einheit des Iraks sprachen sich nach der trotz aller Proteste (s.u.) stattgefundenen Wahl mehrfach Rußland (http://www.sana.sy/?p=633094, http://www.sana.sy/?p=632709) und der Iran aus (http://www.sana.sy/?p=632802, http://www.sana.sy/?p=633149). Die syrische Position war und ist grundsätzlich dieselbe wie die der Zentralregierung in Bagdad (vgl. z.B. die Stellungnahme von Außenminister Walîd al-Muʽallim während der Presse-Konferenz vom So., 24.9.2017, in New York). Auf der offiziellen EU-Webseite war vom Bedauern über die Abhaltung des Referendums in der irakischen Kurdenregion wie über die Ignoranz Barzânîs gegenüber der Aufforderung, die Abstimmung fallen zu lassen, zu lesen. Erneut forderte die EU dazu auf, Ruhe und Frieden zu bewahren und zu versuchen, weiterhin durch konstruktive und friedliche Verhandlungsgespräche eine Konfliktlösung im Rahmen der irakischen Verfassung zu finden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32333-frankreich_warnt_vor_fol-gen_einer_abspaltung_der_irakischen_kurdenregion). Spanien drückte ebenfalls sein Bedauern über die Abhaltung des Referendums aus (http://www.sana.sy/?p=633671), während Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian die Verantwortlichen der irakischen Kurdenregion warnte und erklärte, das Beharren auf einer Abspaltung führe zu Instabilität in der Region. „Sollte es in der gegenwärtigen Situation zu einer Abspaltung der kurdischen Region des Iraks kommen, so wird das sicherlich eine neue Krise im Nahen Osten entfachen, und das zu einer Zeit, wo die IS-Terroristen kurz vor der Vernichtung stehen. … Die Kurdenregion sollte die territoriale Integrität und Solidarität mit der irakischen Zentralregierung anstreben und sich am Wiederaufbau des Irak beteiligen; dadurch wird der kurdischen Region die höchstmöglichste Autonmie gewährtleistet.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i32333-frankreich_warnt_vor_fol- gen_einer_abspaltung_der_irakischen_kurdenregion) Der türkische Staatspräsident Erdogan erklärte auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Staatspräsidenten Putin in Ankara am 28.9.2017 abends dieselbe Ansicht zur Sache wie jener zu vertreten. (http://sana.sy/en/?p=114784)
Am Nachmittag des 27.9.2017 gab das Oberste Komitee des irakischen Kurden-Referendums während einer Pressekonferenz als Ergebnis desselben an, von den 4.5 Millionen Teilnehmern hätten 92,73% für die Abspaltung gestimmt. (http://parstoday.com/de/news/world-i32337-ergebnis_des_sezessions_referendums_steht_fest)
Während einer außerordentlichen Parlamentssitzung erklärte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 27.9.2017, die Bundesregierung werde das Sezessionsreferendum bzw. dessen Ergebnis nicht diskutieren, wolle jedoch – wie schon zuvor immer wieder bekräftigt (s.u.) – den Dialog mit den Kurden der autonomen Provinz auf Basis der gemeinsamen Verfassung führen. Wörtlich bemerkte er: „Wir haben vor den Folgen der Krise mit der kurdischen Region gewarnt, wir werden die Verletzung der Verfassung nicht zulassen„. Wahlen würden im Irak planmäßig stattfinden. Es sei Sache des [gesamt-irakischen] Parlaments, Gesetze für Autonomiegebiete zu erlassen bzw. Wahlen auch in der Provinz Kirkûk zu veranlassen. – Der Aufforderung an ausländische Fluggesellschaften vom Vortag (s.u.) kam bereits der Libanon nach. (http://www.sana.sy/?p=633218)
Am 26.9.2017 kam es zu zwei Sprengstoffattentaten im Großraum Bagdad, wie as-Sûmariyya News meldete: die eine Detonation ereignete sich nahe eines belebten Marktes im Gebiet von Sabʽ al-Bûr nördlich der Hauptstadt mit einem toten und sieben Verletzte, die andere in der Gegend von Karġûliyya östlich von Bagdad mit ebenfalls einem Todesopfer und drei weiteren Verletzten. Tags zuvor hatte die Armee eine IS-Stellung südlich von Bagdad vernichtet und dort Sprengstoff vorgefunden. (http://www.sana.sy/?p=632634)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî wies am Di., 26.9.2017 die kurdische Regionalverwaltung ultimativ dazu auf, die Kontrolle über die Grenzübergänge wie über die beiden internationalen Flughäfen Arbîl (Erbil) und Sulaimâniyya der Zentralregierung zurückzugeben, ansonsten würden binnen drei Tagen internationale Flüge in das und aus dem Gebiet gestoppt. Hierzu wurden bereits ausländische Staaten in der vergangenen Woche zur Unterstützung aufgefordert. (http://www.sana.sy/?p=633218, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32289-irak_setzt_kurdischer_regionalverwaltung_frist_zur_%C3%9Cbergabe_der_flugh%C3%A4fen_im_kurdengebiet) – Al-ʽAbâdî beschuldigte ferner die kurdischen Verantwortlichen, Haß unter der Bevölkerung zu verbreiten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32301-al_abadi_wir_werden_keinesfalls_%C3%BCber_das_ergebnis_des_kurden_referendums_verhandeln)
Kurz nach Beendigung des Sezessionsreferendums begannen Teile der irakischen wie türkischen Armee im Grenzgebiet ein gemeinsames großangelegtes Manöver. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32263-t%C3%BCrkei_und_irak_halten_gemeinsames_man%C3%B6ver_ab)

Wahlplakat mit einem Kurdistan, das über die Grenze des iraksicehn Autonomiegebietes deutlich heinausgeht, Abb. voltairenet.org
Kritischer Hintergrundbericht zum kurdischen Sezessionsreferendum des Politologen Th. Meyssan: „In einer Welt, in der Bilder mehr als die Realität zählen, spricht die Presse von einem demokratischen Referendum für die Unabhängigkeit vom Irakischen Kurdistan. Aber abgesehen davon, dass das Referendum verfassungsrechtlich im ganzen Irak stattfinden müsste und nicht nur im Unabhängigkeitsbereich, wurden bereits mehrere Millionen nicht-kurdischer Wähler schon aus ihren Häusern verjagt und können nicht mehr dorthin zurückkehren. In den Wahllokalen werden nur die Separatisten die Ordnungsmäßigkeit der Wahlen überwachen. Thierry Meyssan enthüllt diesen Betrug und die Interessen, die dahinter stecken. … Weiter bei: http://www.voltairenet.org/article198067.html (Der darin vorkommende Ausdruck „Dutzend“ ist eine Fehlübersetzung; im arabischen Originalartikel steht ein Ausdruck für eine Zehnereinheit, nicht für eine Zwölfer-Einheit ( „Dutzend“!), weshalb in dieser Version die Zählung stimmt). – Zur ganzen Thematik s.u.!
Mit einem Ergebnis des Sezessionsreferendums sei erst in drei Tagen zu rechnen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32249-nach_blockade_gegen_irakische_kurdenregion_%C3%96lpreise_stei- gen_weiter vom 26.9.2017)
Laut der kurdischen Wahlkommission sollen von derzeit ca. 78% der abgegebenen Stimmen [zu deren eingeschränkter Bedeutung s.u.!] 93% Ja-Stimmen eingegangen sein. Das gesamt-irakische Parlament stimmte derweil für die Entlassung dreier kurdischer Staatsbeamter, die sich an dem verfassungswidrigen und vom Höchsten Gericht untersagten (dazu vgl.u.) Referendum teilnahmen, und fordert die Rückübertragung der Kontrolle über die Grenzen Kurdistans zu den Nachbarländern an die Zentralregierung; ebenfalls müßten Verhandlungen und Ölgeschäfte künftig nur über die irakische Zentral-Regierung laufen. (https://sptnkne.ws/f6D2 vom 26.9.2017)
Am Montagabend (25.9.2017) gab Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gemäß den bisherigen Darlegungen (s.u.) bekannt, das Ergebnis des verfassungswidrigen Sezessionsreferendums nicht anzuerkennen und auch nicht zu diskutieren. Neben den schon früher erfolgten Vertreibungsaktionen hinsichtlich der indigenen nicht-kurdischen (ursprünglichen Mehrheits-)Bevölkerung (s.u.) haben laut irakischen Medienberichten die Pîšmarga (Paschmerga, zu deren Rolle vgl.u.!) nochmals den Bewohnern einiger Kurdengebiete im Nordirak mit Zwangsvertreibung gedroht, falls sie nicht an dem Referendum teilnähmen.
Das Parlament hatte in Reaktion auf das Referendum laut as-Sûmariyya News eine 14-Paragraphen-Entschließung gefaßt. §14 betrifft die Absetzung des kurdischen Staatspräsidenten Fu´âd Maʽṣûm. In einem nachfolgenden Schreiben das Verfassungsgericht forderte das Parlament dieses auf, die Kompetenz von Fu´âd Maʽṣûm gemäß der Verfassung und damit dessen mögliche Absetzung zu prüfen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32243-irak_parlament_fordert_absetzung_des_pr%C3%A4sidenten)
Anläßlich des kurdischen Sezessionsreferendums kündigte der türkische Premierminister Binali Yıldırım am 25.9.2017 im türkischen TV-Sender NTV an: „Wir treten in keinen Krieg ein, unsere Bürger können ruhig bleiben. … „Wir werden aber unsere nationale Sicherheit schützen.“ Das derzeitige Manöver an der Grenze zur Türkei finde unter Beteiligung irakischer Offiziere statt. Das Training der Pîšmarga (Paschmerga, zu deren Rolle vgl.u.!) werde eingestellt, eventuell auch der Öltransit aus dem irakisch-kurdischen Autonomiegebiet [hierzu hatte die irakische Regierung zuvor aufgerufen, s.u.]. (https://sptnkne.ws/f6pE) – Bereits am 24.9.2017 hatten sich die Regierungen in Bagdad und Ankara auf die Bildung eines Krisenteams wegen des Sezessions-Referendum geeinigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32177-ankara_und_bagdad_%C3%BCber_bildung_eines_krisenteams_f%C3%BCr_sezessions_referendum_in_irakischer_kurdenregion_einig) – Zudem wurde vom Staatspräsidenten Erdogan die Grenzschließung zum Nord-Irak angeordnet. Auch die iranischen Revolutionsgarde führte an der Grenze zum kurdischen Autonomiegebiet des Iraks ein großangelegtes Militärmanöver durch. (https://sptnkne.ws/f6sr).
Später bestimmte die türkische Regierung die Ausweisung von Amar Mirani, des Vertreters der irakischen Demokratischen Partei Kurdistans (PDK), deren Führer Masʽûd Barzânî (zu dessen Verortung s.u.) ist. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32301-al_abadi_wir_werden_keinesfalls_%C3%BCber_das_ergebnis_des_kurden_referendums_verhandeln)
Laut dem türkischen Politologen vom Zentrum für politische Forschung und Krisensituationen in Ankara (ANKASAM), Doğacan Başaran, sei es bekannt, „dass keine Initiative und kein Prozess in der Region umgesetzt werden können, wenn der Iran und die Türkei gleichzeitig dagegen auftreten“. Daher sei er überzeugt, daß „das US-Projekt des Irakisch-Kurdistans unter der Führung Barsani, das die USA im Rahmen der Umsetzung des Projekts des Großen Nahen Osten bildeten, wahrscheinlich scheitern wird“. Dann setzte er hinzu: „Vor diesem Hintergrund kann man vermuten, dass Irakisch-Kurdistan letzten Endes keine Unabhängigkeit erlangt, da Ankara und Teheran dagegen auftreten“. (https://sptnkne.ws/f4eq)
Im Nordirak wurden um 7.00 Uhr Ortszeit die Wahllokale für das Sezessionsreferendum (s.u.) geöffnet, 5,3 Millionen Wähler haben sich registriert, wie der Sender Rudaw berichtet. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr, das Ergebnis werde am Dienstag verkündet. Mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden soll die Frage: „Möchten Sie, dass die Region Kurdistan und die kurdischen Territorien außerhalb ihrer Grenzen zu einem unabhängigen Staat werden?“ (https://sptnkne.ws/f6gh) – Näheres zur folgenschweren Bedeutung dieser Formulierung s.u.!
Noch Wissenswertes zum heute trotz Protesten innerhalb und außerhalb des Iraks stattfindenden, der Verfassung des Landes widersprechenden Sezessionsreferendum, die man sich angesichts der zu erwartenden Darstellung in den Mainstream-Medien – nach dem Motto: „Volk ohne Staat“ ins Gedächtnis rufen sollte: „Die Wahl findet nicht nur in der autonomen Region Kurdistan statt, sondern auch in den Gebieten, die von Barzani [d.h. den Pîšmarga/Paschmerga] in Verbindung mit Daesch [d.h. IS] annektiert wurden. Das Referendum ist eine einseitige Entscheidung von Erbil, verurteilt von der Nationalversammlung, von der föderalen Regierung und dem obersten Gerichtshof von Bagdad. Das Referendum taucht jetzt auf, weil mehr als 3 Millionen nicht-Kurden von der Region wegen der von den Barzanis durchgeführten ethnischen Säuberungen geflohen sind und Zuflucht in der Türkei und Syrien gefunden haben.“ (http://www.voltairenet.org/article198053.html vom 25.9.2017) – Außerdem: es gibt auch kurdische Einheiten innerhalb des IS! Eines lebt derzeit mit dem Status eines politischen Flüchtlings in Oslo. (http://www.voltairenet.org/article198054.html) – Alle weiteren Hintergrundinformationen sind – neben Gefechtsberichten etc. – im Anschluß (s.u.) zu finden!
Im Zusammenhang mit dem Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 (vgl.u.) steht nach Ansicht des Politologen Th. Meyssan auch die Planung eines neuen Kriegs gegen Syrien, nachdem die Projekte „Arabischer Frühling“ und die Aktionen des IS wie von Ğabhatu_n-Nuṣranicht zum Zerfall von Syrien [wie des Iraks] geführt haben (vgl.u. zu Balkanisierung!). Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch die US-Base im deutschen Ramstein. Nachzulesen in: 500 Millionen Dollar für den nächsten Krieg gegen Syrien (http://www.voltairenet.org/article198033.html vom 24. 9.2017)
Zur Unterstützung des kurdischen Sezessionsreferendum von israelischer Seite erklärte Emmanuel Nahshon, Sprecher des israelischen Außenministeriums anläßlich eines Treffens mit dem kurdischen Spezial-Gesandten Safeen Dizayee am Sa., 23.9.2017, in Tel Aviv: „an independent Kurdistan will be like a second Israel where we can weaken our enemies like Russia and Iran”. Der libanesische Journalist und politische Kommentator Osama al-Sharif schrieb dazu in der Jordan Times: „Netanyahu and his far-right allies know very well that a unilateral Kurdish decision to cede from Iraq in the absence of an agreement over a number of contentious issues, least of which is the future of oil-rich Kirkuk province, would trigger a civil war that is likely to spill over. … Destabilizing the region and weakening central governments will shift attention from Israel’s nefarious policies towards the Palestinians while hastening the process of colonization of what remains of the West Bank.” (https://fromdarknesstolight365.wordpress.com/2017/09/26/israeli-foreign-ministry-spokesmanindependent-kurdistan-will-be-a-second-israelwhere-we-can-weaken-russia-and-iran/)
Am 24.9.2017 verkündete der Kommandant Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh das Ende der ersten Phase der Befreiungsoperation der Gegend al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk einhergehend mit der Befreiung von Îsr aš-Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn. Dabei kritisierte er gewisse Medien, vor allem den saudischen Sender al-ʽArabiyya wegen Verbreitung falscher Nachrichten zur Irreführung der öffentliche Meinung und das, obwohl jede Möglichkeit zur Überprüfung der Meldungen den Medien zur Verfügung gestanden seien. Es sei nämlich wahrheitswidrig, daß es während dieser Operationen zu Plünderungen und Vertreibung der Bevölkerung gekommen sei – die Sicherheit der Bevölkerung sei vielmehr die erste Pflicht der Streitkräfte.
Seinerseits gab der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî bekannt, diese erste Phase sei gerichtet gewesen auf die Befreiung von Îsr aš-Šarqâṭ, der Gegend az-Zâb und der Dörfer entlang des az-Zâb-Flusses – insgesamt 120 – mit Rückeroberung der Brücke aš-Šamâṭ, die den Süden von Mossul mit den Gebieten westlich von Kirkûk verbindet; das sei ein Gebiet von 1.251km2 nach der Vertreibung der IS-Terroristen daraus und unter Wahrung der Leute darin. Nach Medienberichten verlor der IS 126 Tote Kämpfer, zehn Autobomben sowie dutzende an Stellungen und Schlupfnestern. (http://www.sana.sy/?p=631780)
Hušyâr Zâbârî (Hoshyar Zebari, vgl.u. 13.8.2017), Berater und Onkel von Masʽûd Barzânî, dem seit Ablauf seiner Amtsperiode vor Jahren trotzdem eigenmächtig weiterhin amtierenden „Ministerpräsidenten“ der autonomen irakischen Kurdenregion (s.u., 8.12.2015, 1.1.2016, …) gab am 23.9.2017 im Interview mit der Agentur Reuter bekannt, daß am selben Tag eine Kurden-Delegation aus dem Autonomiegebiet nach Bagdad gekommen sei, um mit der Zentralregierung bzgl. des für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî angesetzten, jedoch schon seit mindestens 2014 geplanten Referendums (vgl.u.) zu verhandeln. Letzteres werde aber dennoch stattfinden. – In Mossul, der Provinzhauptstadt von Nînawâ (Niniwe) haben die Bewohner ebenfalls am 23.9.2017 gegen das Sezessionsreferendum demonstriert; auch in Bagdad fand eine Protestdemonstration statt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32143-irak_eine_kurdische_delega-tion_will_mit_der_zentralregierung_in_bagdad_verhandeln)
In seiner Rede vor der 72. UN–Vollversammlung in New York am 23.9.2017 kam der irakische Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî auf den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (sog. Atomwaffensperrvertrag) zu sprehen, dem gemäß jedes Land friedliche Projekte im Bereich der Atomenergie entwickeln darf. In diesem Zusammenhang erklärte der Minister: „Der Irak bittet die Nuklearmächte, ihm beim Bau eines Atomreaktors für friedliche Zwecke und beim Erhalt einer Nukleartechnologie zu helfen.“ (https://sptnkne.ws/f5JQ) – Zu seinem Treffen mit dem syrischen Amtskollegen Walîd al-Muʽallim s. unter Syrien (https://is.gd/iV1hNj)!
Laut Interview von as-Sûmariyya News mit dem Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, ʽAlî al-Ḥussainî, befreiten die vereinten Kämpfer der Tigris-Einsatzkräfte, der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî und der Bundespolizei am 23.9.2017 das az-Zarka-Gebiet, einem der wichtigsten IS-Rückzugsorte in der Provinz Ṣalâḥuddîn, und eroberten vom IS die Kontrolle über das Autobahnstück aṭ-Ṭûz und Tikrît zurück. (http://www.sana.sy/?p=630870)
Laut Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) gegenüber as-Sûmariyya News vom 22.9.2017 wurden weitere 19 Dörfer im Umfeld des IS-Stützpunkts al-Ḥawîğa innerhalb des zweiten Teils der ersten Operationsphase befreit, nämlich: Dûma ʽAzîz, ʽArab Lûk, Tal Ġazâl, al-Ḫaḍîra, ʽAzîz ʽUbaid, al-Ḥadîfa, Mandiyân ʽArabî, Mandiyân Šarqî, Kurd Dîwâna, Šanâwa, Kurd Ḫâl, Karmaš Lazâka, Bâš Taba, Bâš Band, Dûma Idrîs, Kalîḥa, Karîʽa, Ḫandaq al-Kubrâ, Tal al-Maṭar. (http://www.sana.sy/?p=630523)
Selben Tags griff die Luftwaffe im aš-Šarqâṭ-Gebiet den IS an, tötete 23 Terroristen und vernichtete fünf Kampfgerätschaften. (http://www.sana.sy/?p=630831)
Als wichtige Hintergrundinformation zum Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 liegt nun der 3. Teil der Reihe von Sarah Abed vor mit dem Titel: „Der Mythos moderater kurdischer Rebellen“, der auch von der langjährigen Vertreibung der indigenen, nicht kurdischen Mehrheitsbevölkerung aus den Gebieten handelt, die nach einem Wahlausgang für die geplante (dazu s.u.!) die Sezession „Kurdistan“ bilden sollen. (http://www.voltairenet.org/article197987.html vom 21.9. 2017)
Für das für den 25.9.2017 trotz Verfassungswidrigkeit und anderer widersprechender Faktoren (vgl.u.) angesetzte Sezessionsreferendum zur Erstellung eines Kurdistans bestimmte das Wahlkomitee, die Provinzen Kirkûk, Diyâlâ und Nînawâ (Ninive), dazu die Stadt Ṭûz Ḫurmâtû (Tozkhurmato) in der Provinz Ṣalâḥuddîn als Teilnehmer mit 2.000 Wahllokalen. Die Wahlwerbung ende am Fr., 22.9.2017, um 24:00 Uhr Ortszeit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32117-irakische_kurdenregion_sezessionsreferendum_fin-det_in_kirkuk_diyala_und_ninive_statt)
In der ersten Phase der Befreiungsoperationen von al–Ḥawîğa (wie schon bzgl. Tal ʽAfar etc.) unter Kommando von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh befreiten die Kämpfer der Brigaden 3, 4, 5 und 10 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî zusammen mit denen der Bundespolizei 20 Dörfer, wie er am 21.9.2017 bekanntgab. Dabei handelt es sich um Kahâra, Šîrâwa, al-Fûğa, Ḥamad Satîr, Sabḥa ʽUṯmân, Kanʽûṣ aš-Šamâliyya, Kanʽûṣ al-Ğanûbiyya, Ḥarâba Zard, Sîsbân, ʽÎn Ḥayâwî, Lazâka, Kanîṭra, al-Ḥamîr, Hîğal aš-Šamâlî, Hîğal al-Wasṭâ [d.h. Hîğal-Mitte], Hîğal al-Ğanûbî, ʽAwîğîla aš-Šamâlî, ʽAwîğîla al-Ğanûbî, Ḥaḍîr al-Ğâsim, as-Safîna. Damit sei der erste Teil der ersten Phase erreicht. Andere Einheiten von al-Ḥašd aš-Šaʽbî säuberten derweil in Richtung Norden von Îsr aš-Šarqâṭ (vgl.u.) die rückeroberte Gegend von hinterlassenen Sprengsätzen und Minen und räumten vom IS errichtete Barrieren zur Seite.(http://www.sana.sy/?p=629982)
Westlich von al–Ḥawîğa in der Provinz Ṣalâḥuddîn erkämpften sich die irakischen Streitkräfte die Kontrolle über sieben Dörfer nördlich von Îsr aš-Šarqâṭ zurück nach Beseitigung von 25 IS-Terroristen und Zerstörung einer Autobombe. Laut Meldung von as-Sûmariyya News vom 21.9.2017 betrifft dies die Orte ʽÎn Kâwa, Kanʽûṣ, Šandar al-ʽAliyâ, Ḥaṣârûk, Hûštar Lâlûk, Šîrâwa und Sîsbâna. Aḥmad al-Asadî, der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, bezeichnete dies als perfekten Ausgangspunkt für die Rückeroberung des noch bestehenden bedeutsamen IS-Stützpunkts al–Ḥawîğa.
Bei irakischen Luftangriffen im Distrikt al-Ḥawîğa im SW der Provinz Kirkûk. Dabei wurde der sog. wâlî[IS-Gouverneur] von al–Ḥawîğa namens Ḥassan Walî al-Bayâtî mit Kampfnamen Abû Haiṯam getötet. – Aus dem Bezirk al-Ḥawîğa und den Gebieten von ar-Rašâd, al-ʽAbbâsî, az-Zâb und ar-Riyâḍ habe der IS ursprünglich bei seiner Invasion die Provinz Ṣalâḥuddîn und den Außenbezirken von Kirkûk angegriffen. (http://www.sana.sy/?p=629982)
In Ausführung der schon am Vortag vom Kommandanten der in West-al-Anbâr agierenden al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Gruppe, Rašîd Falîḥ, angekündigten großangelegten Befreiungsoperation lieferten diese Kräfte zusammen mit Stammesleuten am 19.9.2017 den IS-Terroristen in der östlichen Region von ar-Rîḥâna harte, für den Feind verlustreiche Gefechte, wie as-Sûmariyya News berichtete. – In der Nähe zweier Restaurants an der Straße Tikrît – Baiğî, wo sich auch Pilger bevorzugt aufhalten, sprengten sich zwei Suizidattentäter in die Luft, töteten damit drei Iraker und verletzten 34 weitere Personen, während der dritte Attentäter rechtzeitig getötet wurde. (http://www.sana.sy/?p=628730)
Später am 19.9.2017 konnte bereits die Einnahme des Gebiets von ar-Rîḥâna gemeldet werden, nachdem Schlupfnester des IS, eine Werkstatt zum Bau von Sprengsätzen sowie vier Autobomben zerstört worden waren.(http://www.sana.sy/?p=629211)
Unter Leitung des Fraktionsvorsitzenden des Vlaams Belang, Filip Dewinter, kam eine belgische Parlamentsdelegation in den Irak. Bekanntlich haben sich die letzten Jahre über etwa 500 Personen mit belgischem Paß dem IS angeschlossen. Dewinter appellierte an die Regierung in Bagdad, aus Belgien stammende und im Irak als IS-Kämpfer festgenommene Personen nicht nach Brüssel auszuliefern, sondern im Irak gemäß dessen Gesetzen hinrichten zu lassen. Die Gefahr, welche von diesen Rückkehrern ausgeht, wird ja allgemein in Europa als sehr hoch bewertet. Entsprechend radikale Strafmaßnahmen wie im Irak sind dort jedoch nicht möglich. – Das für den 25.9.2017 von Masʽûd Barzânî angesetzte Kurden-Sezessionsreferendum nannte der flämische Politiker unpassend und votierte für eine Problemlösung per Dialog. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32011-br%C3%BCssel_fordert_hinrichtung_500_seiner_staatsb%C3%BCrger_im_irak_wegen_is_mitgliedschaft)
Übernahme eines Artikels des Politologen Thierry Meyssan zum Referendum:
„Laut dem Magazin Israel-Kurd mit Sitz in Erbil haben der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und der selbsternannte Präsident des zukünftigen unabhängigen Kurdistan, Massud Barzani, ein geheimes Abkommen geschlossen.
Tel Aviv hat sich verpflichtet, in Kurdistan 200 000 Israelis kurdischer Herkunft zu installieren.
Die Ankündigung wurde von der türkischen, iranischen und arabischen Presse weitgehend verbreitet.Das Projekt der Schaffung eines Süd-Sudans und eines Kurdistans ist ein israelisches militärisches Ziel seit der Entwicklung der Raketen am Ende der 1990er Jahre. Diese weitgehend von Israelis verwalteten Gebiete sollen möglich machen, Ägypten und Syrien von hinten anzugreifen.
Von den 8,5 Millionen Israelis die in Israel leben, sind etwa 200.000 kurdischer Herkunft. Im März 1951 gestattete die „Operation Ezra und Nehemiah“ (von dem Namen der biblischen Figuren, die die Flucht der Juden aus Babylon organisierten) 11000 jüdischen Kurden aus dem Irak nach Israel auszuwandern. Diese Operation wurde von der American Jewish Joint Distribution Committee von New York finanziert. Für die Luftbrücke wurden von dem kubanischen Diktator Fulgencio Batista Flugzeuge zur Verfügung gestellt.
Die Barzani-Familie, die das Irakische Kurdistan mit eiserner Hand regiert, ist historisch mit Israel verbunden. Der Vater des gegenwärtigen Präsidenten Massoud Barzani, Mullah Mustafa Barzani, war hoher Offizier des Mossad.
Der israelische Premierminister ist der einzige Regierungschef, der sich öffentlich für die Schaffung eines unabhängigen Kurdistan außerhalb des historischen kurdischen Gebietes ausgedrückt hat (und damit auf Kosten der indigenen Völker).
Trotz des Verbotes des irakischen Verfassungsgerichtes wird ein Referendum am 25. September 2017 stattfinden, um diesen neuen Staat zu verkünden.“ (http://www.voltairenet.org/article197957.html)
Laut dem irakischen Sicherheitsexperte Aḥmad aš-Šarîfî (Ahmed al Sharifi) im Interview mit Sputnik News, steckt hinter der israelischen Unterstützung für die Erstellung eines Kurdistan per Referendum im Irak noch Folgendes: Netanjahu spricht seit 2005 von der Notwendigkeit, eine Ölleitung von Kirkuk und Mosul (beide im Irak) über syrisches Gebiet zum Mittelmeer zu bauen, damit Israel eine zuverlässige Energiequelle bekäme“. Allerdings stehen sich diese Staaten feindlich gegenüber. Die Gründung des IS habe daher zum Ziel gehabt, die Regierungen im Irak und in Syrien zu stürzen und an ihrer Stelle proamerikanische und damit pro-israelische Regierungen in diesen Ländern zu installieren. Dieser Regimewechsel würde es Israel ermöglichen, Öl- und Wasserquellen unter seine Kontrolle zu bringen. „Aber die Hartnäckigkeit der Syrer brachte diese Pläne zum Scheitern. Daher wird jetzt auf die Umsetzung des ‚kurdischen Projekts‘ zur Teilung Syriens und des Iraks gesetzt“, konstatiert der Experte. Laut dem syrischen Brigadegeneral Haiṯam Ḥassûn (Haisam Hassun) habe die SAA bereits mit der Abwehr der Bedrohung durch die US-orchestrierten Kurden auf syrischem Territorium begonnen. „Es geht vor allem um die Umdislozierung von Kräften auf das östliche Euphrat-Ufer. Demnächst plant die syrische Armee, die von den ‚Demokratischen Kräften Syriens‘ (DKS) besetzten Gebiete zurückzuerobern. Diese Kräfte könnten ohne weiteres als Ableger des Daesh bezeichnet werden, weil sie syrische Territorien gesetzwidrig besetzt haben“, sagte der General in einem Sputnik-Interview. Die US-unterstützten sog. „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) in Syrien agierten „im Interesse der Kurden und wollen die Kontrolle über die von ihnen besetzten Gebiete künftig an die Kurden übertragen. Eben deshalb will die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe diese Pläne jetzt schon zum Scheitern bringen“, erklärte der General. (https://sptnkne.ws/f5p2)
Laut Veröffentlichung auf der EU-Website vom 19.9.2017 erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hinsichtlich des geplanten Kurdenreferendums (s.u.). Die Europäische Union bekräftigt ihre unerschütterliche Unterstützung für die Einheit, die Souveränität und die territoriale Integrität des Irak. Einseitige Handlungen, wie das vorgeschlagene Referendum, sind kontraproduktiv und müssen vermieden werden. Statt dessen schlage sie konstruktive und friedliche Gespräche hinsichtlich offener Fragen vor , um eine bilaterale Vereinbarung gemäß den Richtlinien der irakischen Verfassung zu erzielen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32029-mogherini_eu_unterst%C3%BCtzt_einheit_iraks)
Das oberste Gericht des Landes hat das für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî geplante Sezessionsreferendum (s.u.) ausgesetzt. Es seien mehrere Klagen eingegangen, die erst geprüft werden müßten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31957-irak_ausset-zung_des_sezessionsreferendums_angeordnet) – Zum besseren Verständnis der letzteren Bemerkung s. z.B. http://www.voltairenet.org/article197792.html
Staatspräsident Erdogan, der die Entstehung eines Kurdistans auf türkischem Staatsgebiet auf jeden Fall zu verhindern trachtet, hat überraschend in jenem Teil der Türkei, welches an die autonome irakische Kurdenregion grenzt, ein Militärmanöver angeordnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31955-t%C3%BCrkei_h%C3%A4lt_milit%C3%A4rman%C3%B6ver_an_der_grenze_zu_irak_ab vom 18.9.2017)
Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî erkämpfte sich am 18.9.2017 die Kontrolle über vier Bezirke im nördlichen Duğail-Gebiet der Provinz Ṣalâḥu_d-Dîn, zusammen mit Teilen der Armee wurden dann die westlichen Gebiete von Sayyid Ġarîb, von Bû ʽAlûl, al-Farḥatiyya und ar-Rafîʽât im Norden von Duğail von den IS-Terroristen befreit. Zudem informierte der Kommandant der al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der al-Anbâr-Provinz, Qâsim Muṣallaḥ, darüber, daß man im auch im ʽAkâšât-Bereich in West-al-Anbâr vorrücke auf die verbliebenen IS-Stützpunkte Qâ´im und Rawâh zu. (http://www.sana.sy/?p=627867)
Negativ fällt auch die Bewertung von UN-Generalsekretär Guterres zum Sezessionsreferendums im irakischen autonomen Kurdengebiet (s.u.) aus. Es störe den Kampf gegen den IS wie den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes. Grundsätzlich schon sei die nationale Souveränität wie territoriale Integrität und Einheit des Irak zu respektieren. Zur Beilegung von Differenzen rät er ebenso zum konstruktiven Dialog. (http://parstoday.com/de/news/world-i31937-guterres_sezessionsreferendum_in_irakischer_kurdenregi- on_lenkt_vom_kampf_gegen_is_terrormiliz_ab vom 18.9.2017)
Ein weiteres Suizidattentat betraf am So., 17.9.2017, die Stadt Muqdâdiyya, im NO von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ, wobei neun Iraker getötet bzw. verwundet wurden. – Tags darauf detonierte eine Straßenbombe nahe eines stark frequentierten Marktes im Nahrawân-Gebiet südlich von Bagdad, wobei ein Bürger getötet, fünf weitere verwundet wurden. (http://www.sana.sy/?p=628115)
Auf den US-Militärstützpunkt in Maḫmûr, 60km südwestlich von Mossul, wurde in der Nacht zum am So., 17.9.2017, ein Angriff von drei IS-Suizidattentätern vereitelt: zwei wurden im Vorfeld getötet, der Dritte sprengte sich selbst in die Luft. Es gab keine Opfer. Laut dem kurdischsprachigen Sender NRT sollen die Terroristen aus dem noch vom IS kontrollierten Gebiet von al-Ḥawîğa im SO von Kirkûk gekommen sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31905-drei_selbstmordattent%C3%A4ter_greifen_us_milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkt_in_erbil_an)
Bei der Explosion einer Autobombe im Stadtteil ʽAdan in Kirkûk kam am 16.9.2017 laut einer Meldung von as-Sûmariyya News eine Person ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. (http://www.sana.sy/?p=627220)
Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm hat vom Sa., 16.9.2017, offiziell alle politischen Parteien samt den Präsidenten der Legislative und Exekutive in Bagdad und der autonomen Kurden-Region im Nordirak auf, einen gemeinsamen Dialog auf Grundlage einer nationalen Partnerschaft ohne provokative und extremistische Haltung zu führen, um den Konflikt um das von Masʽûd Barzânî initiierte Kurden-Referendum (s.u.) zu beenden. Deswegen sagte er seine Teilnahme an der UN-Generalversammlung in New York ab, wohin an seiner Stelle der Ministerpräsident fahren werde. Jener warnte erneut vor der Abhaltung dieses Referendums und machte deutlich, sollte jenes zu zu Ausschreitungen und Chaos im Land führen, werde dagegen militärisch vorgegangen. (http://parstoday.com/de/news/world-i31895-irakischer_pr%C3%A4sident_fordert_gespr%C3%A4che_%C3%BCber_referen- dum_in_den_autonomen_kurdengebieten)
Laut einer Mitteilung des Pressedienstes des Weißen Hauses lehnt die US-Regierung die Durchführung des Referendums vom 25.9.2017 (s.u.) ab. In der Erklärung heißt es: „Die Durchführung des Referendums in den strittigen Gebieten ist besonders provokativ und destabilisierend. In dieser Hinsicht rufen wir die kurdische Regionalregierung dazu auf, die Volksabstimmung abzusagen und einen ernsthaften und inhaltsvollen Dialog mit Bagdad aufzunehmen“. (http://parstoday.com/de/news/world-i31841-irak_parlament_autonomer_kurdenregion_stimmt_f%C3%BCr_ unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum, https://sptnkne.ws/f2qR für Zitat in Deutsch, je vom 16.9.2017)
Nach Artillerieangriffen der Armee, welche zur Flucht von IS-Kämpfern aus der Gegend führte, rückte al-Ḥašd aš-Šaʽbî am Vormittag des 16.9.2017 ins Zentrum des ʽAkâšât-Bezirks in West-al-Anbâr vor, um die letzten IS-Ansammlungen und -Stellungen dort zu eliminieren. (http://www.sana.sy/?p=627026) Dies war am Nachmittag bereits erreicht. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31879-irakische_stadt_akashat_in_al_anbar_vollst%C3%A4ndig_vom_is_befreit)
Auf der Luftbasis von ʽÎn al-Assad in West-al-Anbâr sind Verstärkungseinheiten eingetroffen für die geplante Befreiung dieses Teils der an Syrien grenzenden Provinz, welche die Gegenden um ʽAna, Rawâh und al-Qâ´im miteinschließt. (http://www.sana.sy/?p=626636, vom 15.9.2017)
Am 14.9.2017 schossen laut Mitteilung aus dem Innenministerium Bewaffnete in Militäruniformen aus einem vorbeifahrenden Auto wahllos auf die Gäste eines Restaurants an einer Schnellstraße am Ortsrand von an–Nâṣiriyya, der Provinzhauptstadt von Ḏī Qār (Sikar, Zikar); später explodierte der Wagen an einem Kontrollpunkt, wie as-Sûmariyya News meldete. Bislang liegt die Opferzahl bei 74 Toten und 93 Verletzten. Der IS reklamierte den Doppelanschlag für sich. Tags darauf wurde der Geheimdienstchef der Provinz entlassen und zum Verhör der zuständigen Behörde überantwortet, war Al-Yaum as-Sâbiʽ zu entnehmen. (http://www.sana.sy/?p=626216, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31815-irak_geheimdienstschef_der_provinz_si- kar_entlassen) – Aktualisierung: Die Zahl der Todesopfer stieg nach weiterer Leichenbergung auf 84. Die Anschlag sei eine Reaktion auf die erfolgreiche Militäroperation, welche die ganze nördliche Provinz Nînawâ aus der Terroristenkontrolle befreite. Derzeit übe die Terrororganisation noch die Kontrolle über das Gebiet von al-Ḥawîğa (s.u.) wie über jenes am Euphrat in West-al-Anbâr aus, betroffen seien in letzterem vor allem die Städte ʽAna, Rawâh und al-Qâ´ im. (http://www.sana.sy/?p=626636 vom 15.9.2017)
Nach Aussage von Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, dem Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, gegenüber as-Sûmariyya News wurden bei der Militäraktion im Dorf Qaṣba ar-Râʽî westlich von al-ʽIyâḍiyya 30 Terroristen getötet, darunter 11 Suizidattentäter sowie der sog. Direktor [mudîr] im Büro des Wâlî [Gouverneurs] von Tal ʽAfar namens Muḥammad Mahdî Muḥammad Farḥân. Ğawâd aṭ-Ṭalîbâwî, Führer der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, fügte im Interview hinzu, daß die Volkswehr alle Vorbereitungen zur Befreiung von al-Qâ´im (vgl.u.) getroffen habe, nachdm die Grenze zu Syrien gesichert worden sei. (http://www.sana.sy/?p=625151 vom 12.9.2017)
Bei der Sitzung vom Di., 12.9.2017 hat das gesamtirakische Parlament in Bagdad, das verfassungsgemäß diese Entscheidung zu fällen hat (vgl.u.), gegen das von Masʽûd Barzânî für den 25.9.2017 angesetzte Referendum (s.u.) gestimmt, da es illegal sei. Parlamentspräsident Salîm al-Ğabûrî machte deutlich, daß diese Ablehnung ein „Ja“ für „die Einheit des Gebietes und des irakischen Volkes“ sei. 168 Abgeordnete waren anwesend, kurdische Abgeordnete hatten aus Protest nicht an der Sitzung teilgenommen. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî wurde durch die Entscheidung dazu verpflichtet, alles zu tun, um die Einheit des Landes zu schützen und einen ernsthaften Dialog mit den verantwortlichen Politikern der autonomen Kurdenregion im Nordirak zu suchen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31711-irak_parla- ment_stimmt_gegen_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_der_kurden)
Zur geschichtsverfälschenden, von Masʽûd Barzânî initiierten Propaganda für das erwähnte Referendum unter Rückgriff auf die vom IS während seines damaligen Eroberungszugs massenhaft ermordeten oder versklavten Jesiden (Yazîdiyûn, vgl.u.) meist kurdischer Abstammung im Sinğar s. http://www.voltairenet.org/article197856.html vom 12.9.2017! Demnach zogen sich die Pîšmarga, die für den Schutz der Jesiden zuständig waren, zurück, als der IS im August 2014 heranzog (s.u.), und überließen die Bewohner im autonomen kurdischen Teil des Iraks ihrem Schicksal. Dies versuche nun Masʽûd Barzânî so darzustellen, als habe die irakische Armee die Jesiden im Stich gelassen.
Auch Sarah Abed sieht in ihrem dreiteiligen Beitrag über die Hintergründe des Referendums und der Planung zur Erschaffung von „Kurdistan“ neben Israel als Staat, das schon 1917 von Woodrow Wilson als eines der US-Kriegsziele benannt worden war, einen Schritt zur Verwirklichung der Balkanisierung des Iraks gemäß dem schon erwähnten (s.u.) Yinon-Plan. (http://www.voltairenet.org/article197792.html und http://www.voltairenet.org/article197906.html) – Näheres zu Balkanisierung/Yinon-Plan s.u. und bei http://www.voltairenet.org/article185981.html!
Wegen der vielfachen, immer schlimmer werdenden Niederlagen des IS kurz vor dem totalen Zusammenbruch im Irak und Syrien lasse die Terrororganisation ihr Geld in großem Umfang in andere Regionen überweisen, z.B. auch in EU-Staaten, machte Dmitri Feoktistow als Vertreter des Außenministeriums in Moskau am Di., 12.9.2017, bekannt. Damit finde erstmals der Finanzfluß in umgekehrter Richtung, nämlich aus den noch IS-kontrollierten Gebiete statt. Die Finanzmittel dienten in den Zielländer „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ der Erstellung von Terrorzellen und der Vorbereitung von Anschlägen. Feoktistow ist derzeit Teilnehmer der Konferenz der Internationalen Financial Action Task Force (FATF). (https://sptnkne.ws/fy8r)
Die Regierung der IR Iran hat durch ihren Botschafter in Bagdad ebenfalls deutlich gemacht, daß sie das für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî angesetzte Referendum (s.u.) ablehne. Es würde – während immer noch der Kampf gegen den Terrorismus geführt werde – zu Unruhe und Instabilität führen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31661-iran_gegen_das_geplante_unabh%C3%A4ngig-keitsreferendum_in_der_irakischen_kurdenregion vom 11.9.2017)
Regierungssprecher Saʽd al-Ḥadîṯî gab am 11.9.2017 bekannt, über 90% des ursprünglich vom IS kontrollierten Gebiets seien zurückgewonnen. Er erklärte: „Die Situation hat sich radikal geändert, als wir aus der Defensive von Bagdad und den südlichen Provinzen in die Offensive gegangen sind und die Städte und Gebiete nacheinander befreit haben. Im Vergleich mit den Zeiten der Regierungsbildung waren die Bewaffnungsmöglichkeiten begrenzt, aber trotzdem waren die irakischen Soldaten bereit, dem Terrorismus ein Ende zu setzen. Der endgültige Sieg ist nah“. Im Kampf gegen den IS habe die Armee 1/3 ihrer Technik und Bewaffnung verloren. Mehr als 2,2 Millionen Flüchtlinge seien in die befreiten Gebiete zurückgekehrt. (https://sptnkne.ws/fxU3 )
Auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Aḥmad Abu_l-Ġaiṭ, der am 10.9.2017 in Bagdad eintraf, trat anläßlich des projektierten Referendums für die Wahrung der nationalen Integrität des Landes ein zur Vermeidung von Instabilität und Unsicherheit im Land. Dies werde er auch am nächsten Tag in Arbîl bei seinem Zusammentreffen mit Masʽûd Barzânî verdeutlichen. (http://parstoday.com/de/news/world-i31589-al_generalsekret%C3%A4r_fordert_aufrechterhaltung_irakischer_einheit)
In Reaktion auf Kritik dahingehend, er habe nur Schweigen für das von Masʽûd Barzânî initiierte Abspaltungsreferendum (s.u.) übrig, entgegnete Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm am Sa., 9.9.2017, nur Verhandlungen könnten das Problem lösen. Daher erklärte er: „Ich werde alles daran setzten, damit sich die Beziehung zwischen den Konfliktparteien verbessert und werde sie zu weiteren Gesprächen zur Lösung der Probleme aufrufen.“ und fügte hinzu: „Der Präsident ist für den Schutz des Grundgesetzes und die Aufsicht auf seine Umsetzung verantwortlich.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31577-iraks_pr%C3%A4sident_dialog_ist_die_l%C3%B6sung_f%C3%BCr_probleme_zwischen_bagdad_und_erbil)
Wie der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gegenüber as-Sûmariyya News mitteilt, führen Armee, Bundespolizei und al-Ḥašd aš-Šaʽbî unter Deckung der Luftwaffe Operationen zur Auslöschung des IS im Raum zwischen dem Ölfeld, Ḫânaqîn, Tašmal, Diyân Ṯalâb, al-Ḥadîdîn und Qazlâq im NO der Provinz Diyâlâ durch. (http://www.sana.sy/?p=623326 vom 9.9.2017)
Die Regierung in Moskau verhandelt derzeit mit derjenigen in Bagdad über ein Verlegung ihrer Botschaft aus dem Bezirk al-Manṣūr in einen sichereren Teil der Hauptstadt. Inzwischen sei die Tätigkeit in der russischen Botschaft so gefahrvoll, daß nur Männer ohne Familien dorthin geschickt werden könnten. Z.B. sind die diplomatischen Vertretungen westlicher Länder wie die Regierungsgebäude und Büros ausländischer Firmen in der sog. Grüne Zone (vgl.u.) untergebracht. (https://sptnkne.ws/fwmY</a
Beim Treffen zwischen der russischen Vize-Außenminister Michail Bogdanow und dem Chef des irakischen Anti-Terror-Dienstes, Ṭâlib al-Ḫanânî (Talib Al-Khanani), am 7.9.2017 in Moskau vereinbarten beide im Namen ihrer Regierungen eine noch engere Zusammenarbeit im Counterterrorismus. Dabei unterstrich Bogdanow erneut die Unterstützung seiner Regierung für die territoriale Integrität und nationale Souveränität des Iraks wie bei der Stärkung von dessen Kampfkraft. (http://parstoday.com/de/news/world-i31523-irak_und_russland_wollen_im_kampf_gegen_terrorismus_enger_zusammenarbeiten)
In der autonomen Kurdenregion hat eine eine Agitationskampagne zugunsten des von Masʽûd Barzânî für den 25.9.2017 geplanten Referendums zur Abtrennung dieses Gebiets und weiterer von den Pîšmarga eroberter Gegenden vom Irak eingesetzt. (https://sptnkne.ws/fwcB) – Wissenswertes zum hintergrund dieser Aktion des rechtlich schon lange nicht mehr im Amt befindlichen Präsidenten der Region bieten z.B. die Beiträge. Die Kurden: Washingtons Massen-Destabilisierungs-Waffe in Mittel-Ost von Sarah Abed (http://www.voltairenet.org/article197792.html vom 8.9.2017), von Thierry Meyssan mit dem Titel: Die Zerschlagung des Irak sollte am 25. September stattfinden vom (http://www.voltairenet.org/article197612.html 27.8.2017) wie schon erwähnte Artikel des letztegenannten Autors zur Thematik. Vor allem ist zu beachten, daß mit diesem Referendum Gebiete zu kurdischen erklärt werden sollen, die bis vor kurzem gar keine kurdische Mehrheitsbevölkerung hatten, sondern diese erst durch Vertreibungen, Umsiedlungsaktionen etc. künstlich erlangten.
Die arabischen und turkmenischen Abgeordneten des Provinzrats von Kirkûk lehnen das Referendum grundsätzlich und unter Verweis auf dessen Verfassungswidrigkeit ab, da Entscheidungen über nationale Fragen und die irakische Souveränität beim irakischen Parlament und der zentralirakischen Regierung lägen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31264-irak_provinzrat_von_kirkuk_stimmt_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_zu)
Nachlese zur Befreiungsoperation von Tal ʽAfar (20. – 31.8.2017): laut einer offiziellen Erklärung vom So., 3.9.2017, durch Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“ wurden dabei 50 Suizidattentäter getötet, 77 Autobomben, 71 in Gebäuden und 900 am Straßenrand plazierte Sprengbomben sowie 46 Motorräder des IS vernichtet., dazu Dutzende Waffen und Munition beschlagnahmt. Vor und während der Offensive hätten 40.747 Familien ihre Häuser verlassen. In der Stadt hätten sich zuvor schätzungsweise 800 bis 2000 IS-Terroristen befunden. Auf der counterterroristischen Seite hätten mehr als 40.000 Soldaten der Armee, Bundespolizisten und al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Kämpfer teilgenommen, wobei 115 Regierungskräfte getötet, 679 verletzt worden seien, fügte er an. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31394-2000_is_terroristen_w%C3%A4hrend_der_befreiungsoperation_in_tal_afar_get%C3%B6tet)
Nachtrag: bei der Rückeroberung von Tal ʽAfar haben sich ca. 1.300 ausländischer IS-Kämpfer den vereinten irakischen Streitkräften ergeben wie die inländische Nachrichtenagentur Šafaq meldet. Die Terroristen aus Afghanistan, Tschetschenien, Rußland, Frankreich und Großbritannien wurden in das Militärlager Ḥamâm al-ʽAlîl südlich von Mossul überführt und werden nach dem mindestens dreitägig gefeirten ʿĪd al-Aḍḥā (isl. Opferfest, vgl. Syrien!) verlegt. (https://sptnkne.ws/fuBC)
Acht IS-Suizidattentäter waren in das Kraftwerk al-Ğâlisiyya östlich von Sâmarâ´ (Samarra) in der Provinz Ṣalâḥuddîn eingedrungen, hatten die Werksmannschaft umstellt und sechs Mann der Belegschaft getötet. Sicherheitskräfte kreisten die Örtlichkeit ein und töteten im Anschluß sieben der Attentäter, während sich der Achte selbst in die Luft sprengte. Danach durchkämmten die Sicherheitsleute das Terrain nach Sprengsätzen, nachdem schon neun ihrer Mitglieder verletzt worden waren. – Zum anderen gab der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, am 2.9.2017 bekannt, daß ein IS-Führungsmitglied verhaftet worden und drei Depots mit Sprengstoff während einer Blitz-Operation im Waqf-Talkessel nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ entdeckt wurden und der Inhalt konfisziert worden sei. (http://www.sana.sy/?p=619782)
Während einer Operation der Geheimdienste in Abstimmung mit dem Kommando der Militäraktionen im Gebiet wurden unter Deckung der Luftwaffe sechs IS-Standorte in der Provinz al-Anbâr im Bereich von Qâ´im (einer noch verbliebenen IS-Hochburg, vgl.u.!) vernichtet und 94 IS-Terroristen liquidiert. Darunter befand sich, wie as-Sûmariyya News am 31.8.2017 berichtete, auch einer der früheren Führer von Tal ʽAfar, Ẓâfir Ibrâhîm ar-Râwîalias Abû Ayman, ein enger Vertrauer von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî (zu dessen Todesmeldungen s.u.!) nahegestanden war. Ebenso wurden zwei Autobomben unbrauchbar gemacht. (http://www.sana.sy/?p=618745)
Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî machte bekannt, daß die Volkswehr zusammen mit Bundespolizeikräften am 31.8.2017 den gesamten Bezirk al-ʽIyâḍiyya im W von Tal ʽAfar (Provinz Nînawâ im Nord-Irak) von der IS-Besetzung befreien konnten. (http://www.sana.sy/?p=618851)
In einer gemeinsamen Erklärung gaben die Regierungen des Iraks und von Jordanien am Mi., 30.8.2017, bekannt, daß der Grenzübergang von Ṭarîbîl nun wieder für den Verkehr geöffnet sei, wie as-Sûmariyya News meldete. dies werde die Beziehungen beider Länder wieder verbessern. (http://www.sana.sy/?p=618292) – Über Jordanien war die letzten Kriegsjahre über kontinuierlich Nachschub für Terroristen an Söldnern und weiteren militärischen Gerätschaften sowie nachrichtendienstlichen Daten in die Territorien des Iraks und Syriens gelangt (s. hierzu besonders die Angaben zu Syrien!).
Nach Mitteilung von Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat gegenüber as-Sûmariyya News vom 30.8.2017 haben die vereinten Streitkräfte den Ostteil von al-ʽIyâḍiyya und damit 50% des Gebietes, das sich nördlich von Tal ʽAfar noch unter IS-Kontrolle befunden hat, zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=618253)
An der Grenze zu Syrien im Westen der Provinz al-Anbâr wehrten Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen IS-Angriff am Abend des 29.8.2017 erfolgreich ab und zerstörten dabei 12 IS-Kampfwagen. (http://www.sana.sy/?p=618222)
Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, Kommandant der al-Anbâr Operationen, gab am 29.8.2017 im Interview mit as-Sûmariyya News bekannt, daß Kontingente der irakischen Armee derzeit die große Wüste in West-al-Anbâr (grenzt an Syrien!) durchkämmten, um die Region von IS-Terroristen zu säubern; dabei sei ein Hauptquartier zerstört worden. Die Aktion betreffe ein Gebiet 160km westlich der Stadt ar-Ramâdî bis nach ar-Ruṭba und in Richtung Norden auf einer Strecke von 100km innerhalb der Region von ar-Ruṭba und Wâdî Ḥaurân. Zwar seien die meisten Gebiete der Provinz al-Anbâr vom IS befreit, doch seine immer wieder aus kürzlich befreiten Gebieten Terroristen in diese Wüstenregion geflohen, machte der Kommandant deutlich. (http://www.sana.sy/?p=617758)
Im Bezirk Tal ʽAfar erkämpften sich die Streitkräfte am 29.8.2017 die Kontrolle über das Regierungsgebäude und die Treibstofftankstelle in ʽIyâḍiyya, der letzten IS-Hochburg im N von Tal ʽAfar; zudem erorberten sie den Wâdî al-Wašâš zurück. (http://www.sana.sy/?p=617882)
Ziad Tarik [Ziyâd Ṭâriq] wurde vom Strafgericht in Bagdad nach Überführung der Mithilfe bei Entwicklung und Bau biologisch-chemischer Waffen für die IS-Terrormiliz im Zuge der Terrorismusbekämpfung zum Tod verurteilt. U.a. hatten weitere Angeklagte ausgesagt, der Angeklagte habe in seiner häuslichen Werkstatt chemische Stoffe und Chlorgas gelagert gehabt und daraus Waffen gebaut. Laut irakischen Justizquellen soll er eine Rakete mit Reichweite bis 20km erstellt haben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31206-irak_todesstrafe_f%C3%BCr_planer_und_entwickler_von_is_chemiewaffen)
Kritischer, unbedingt lesenwerter Hintergrundsbeitrag mit wichtigen Informationen zu dem von Masʽûd Barzânî (zur Person/Familie s.u., 8.12.2015) geplanten Referendum vom 25.9.2017 (vgl.u.) von Thierry Meyssan:
„Die Zerschlagung des Irak sollte am 25. September stattfinden“
(http://www.voltairenet.org/article197612.html)
Die staatliche Nachrichtenagentur INA [واع] meldete, daß die vereinten Streitkräfte am Morgen des 28.8.2017 das Dorf Ḫarâ´iğ al-ʽšaq im SW des al-ʽIyâḍiyya-Gebiets, nordöstlich von Tal ʽAfar, westlich von Mossul gelegen, vom IS zurückgewonnen hätten, wie auch einen Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî bestätigte.
Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat konnte indessen bekanntgeben, daß aufgrund von Geheimdienstinformationen der Vize-Kommandeur der IS-Mordkommandos (Attentäter!) im Bezirk aṭ-Ṭârmiyya gefaßt und verhaftet werden konnte. Zudem wurde im westliche gelegenen Stadtteil as-Saʽd von Tal ʽAfar ein IS-Gefängnis mit Foltereinrichtungen entdeckt, dazu Unmengen von Drogen und psychotropen Pillen [zum bevorzugten Einsatz von Captagon durch die Terroristen s. Syrien Teil II und folgende Teile!]
Terroranschläge:
Am 28.8.2017 fielen aber auch neun Menschen einem Terroranschlag mittels einer Autobombe auf einem Markt inṢadr-City* im Osten von Bagdad zum Opfer, weitere 25 Besucher wurden verletzt.
Beim Passieren einer Stelle, an der Terroristen einen Sprengsatz am Rand einer zu landwirtschaftlich genutzten Obstgärten führenden Straßen angebracht hatten, detonierte dieser und tötete eine Lehrer in der Nähe von Abû Ṣaidâ nordöstlich von Baʽqûba.
Auf der Schnellstraße in Höhe von Ġazâliyya im westlichen Bereich von Bagdad griffen im Vorbeifahren unbekannte Schützen das Auto eines Mitarbeiters des Justizministeriums an und töteten ihn. (http://www.sana.sy/?p=617138)
*Anmerkung: Ṣadr-City ist ein 1959 nach dem Sturz der Monarchie neu errichteter Stadtteil Bagdads, der daher durch den neuen Premierminister Madīnat aṯ-Ṯawra, d.h. City der Revolution, genannt wurde; nach der US-Invasion 2003 und Ansammlung der Paramilitärs des radikalen Šîʽitenführers Muqtadā aṣ-Ṣadr (s.u.) umbenannt in Madīnat aṣ-Ṣadr aṯ-ṯānī nach dessen Vater, dem Großayatullâh Muḥammad Muḥammad Ṣādiq aṣ-Ṣadr und Opponenten des säkularen Staatschefs Ṣaddām Ḥussain. Jener Großaytullâh ließ sich auch mit dem Titel Sayyid als Nachfahre von Religionsgründer Muḥammad ansprechen.
Am 27.8.2017 informierte das Operationskommando der vereinten Streitkräfte des Landes über die vollkommene Befreiung der ehemaligen IS-Hochburg Tal ʽAfar, wie as-Sûmariyya News berichtete. (http://www.sana.sy/?p=616648)
Laut Meldung von as-Sûmariyya News basierend auf Quellen vor Ort waren infolge zweier Bombenexplosionen, einmal nahe eines belebten Markts in der Gegend Abû Dašîr südlich von Bagdad und dann im 4. Polizeibezirk westlich von Bagdad ein Todesopfer und drei Verletzte bzw. vier Verwundete zu beklagen. Ein weiterer Suizidanschlag konnte durch Sicherheitskräfte verhindert werden. Gemäß Auskunft durch das Operationskommando al-Anbâr hatte ein mit Sprengstoffgürtel ausgestatteter Terrorist versucht, sich inmitten des Vertriebenenlagers im N von ar-Ruṭba, westlich von ar-Ramâdî gelegen (vgl. Teil I), in die Luft zu sprengen. (http://www.sana.sy/?p=604657 vom 10.8.2017)
Bedeutende Einblicke in die Finanzierungsströme des IS gibt der Sputnik-Beitrag: https://sptnkne.ws/ffNH. Diese wurden hauptsächlich über die türkische Stadt Gaziantep bzw. die Hauptstadt der kurdischen Autonomiegebiets, Arbîl (Erbil), und Zāḫū (Zaxo, Zakhu) an der Grenze zur Türkei abgewickelt, um schließlich unter Einschluß von Bagdad nach Mossul zu gelangen. .Das geschah teils über Strohfirmen oder Geldüberweisungen durch einen Agenten mit der Parole: „Ich gebe Geld an einen Mann zurück.“. Pro Tag wurden so bis zu drei Millionen US-$ an den IS überwiesen. als die Geldströme Ende 2016 – Anfang 2017 deutlich zurückgingen seien es täglich immerhin noch 80.000 – 100.000 US-$ gewesen, die bis zur Befreiung Mossul den Terroristen regelmäßig zuflossen.
Auf Bitten der Sputnik– und RT-Chefin Margarita Simonjan hat den Präsidenten der russischen autonomen Teilrepublik Tschetschenien, Kadyrow, gebeten, ein Video über sog. russischeĞihâd–Waisen von Mossul und anderen irakischen Städten zu fertigen, welches jener schließlich bei Instagram einstellte. Sie sprächen Russisch, hätten jedoch keine Pässe. Ihre Eltern hatten sich vor Zeiten dem IS angeschlossen und ihre Kinder in den Irak, aber auch nach Syrien mitgenommen. Nach der Befreiung von Mossul und den erlittenen Verlusten hätten sich jene abgesetzt, ihre Kinder vor Ort (im Stich) gelassen. mit dem Video wird versucht, Verwandte der Kleinen zu finden, die sich derzeit in irakischen Waisenhäusern befänden. Sie sollen in die Heimat zurückgebracht werden., worum sich Rußland bemüht. Nicht einmal UNICEF habe eine RT-Anfrage über die Anzahl der Betroffenen beantworten können. „Die Kinder sprechen Russisch. Sie haben keine Eltern. Sie wissen nicht, wie sie heißen, sie haben aber den Schmerz, die Angst und den Tod in Erinnerung“, macht Kadyrow im Video deutlich. (https://sptnkne.ws/fggY) – Präsident Kadyrow hatte sich zuvor schon in Syrien engagiert (vgl. Teil V, Teil VI, Teil III).
Wenige Kilometer von Tal ʽAfar (vgl.u.) entfernt läßt das Pentagon offenbar eine weitere US-Basis errichten, die schon zur Hälfte fertiggestellt sei. Panzertechnik und US-Militärberater seien bereits dorthin verlegt, wie Russia Today berichtet. „Gegenwärtig wird eine Start- und Landepiste für Maschinen gebaut, die logistische Unterstützung während der bevorstehenden Befreiungsoperation erweisen werden“, ließ man vernehmen. (https://sptnkne.ws/ffWj)
Nach der jüngsten Bombardierung einer Stellung der al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) durch die US-geführte Koalition forderte der Außenausschuß im Parlament die Einbestellung des US-Botschafters wie die Übergabe einer Protestnote an ihn. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30416-parlament_in_bagdad_fordert_einbestellung_des_us_bot- schafters)
Die letzten Vorbereitungen zur Befreiung der nach dem Fall von Mossul zum neuen IS-Stützpunkt erkorenen Großstadt Tal ʽAfar, 60km westlich der genannten Provinzhauptstadt, sind abgeschlossen. Zusammen mit der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî beginne die Armee demnächst die Operation, teilte der Kommandeur der Volkswehr am Di., 8.8.2017 gegenüber Sputnik Türkiye mit. Es fehle nur noch der Befehl von Ministerpräsident und Oberbefehlshaber Ḥaidar al-ʽAbâdî hierzu. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30386-irakische_ar- mee_beginnt_operation_zur_befreiung_von_tal_afar)
Weitere 27 Personen, die der Teilnahme am berüchtigten IS-Massaker (vgl. Teil I) an den (šîʽitischen) Armeerekruten der Luftwaffenakademie vom Juni 2014 überführt wurden. Gemäß Artikel 4 der irakischen Verfassung zur Terrorismus-Bekämpfung verurteilte sie der zentrale Strafgerichtshof des Landes am Di., 8.8.2017, zum Tod; 25 weitere Angeklagte wurden wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Gegen die Urteile kann noch Einspruch eingelegt werden. – 2016 wurden bereits 36 IS-Anhänger wegen Beteiligung an jenem Massaker vor den Familien der Opfer und dem Justizminister hingerichtet. Das Massaker fand nach Eroberung der Luftwaffenakademie (der ehemaligen as-Sahra Luftwaffenbasis im NNW von Tikrît unter Präsidentschaft von Ṣaddâm Ḥussain) statt. Nach der US-Invasion von 2003 war sie in Camp Speicher umbenannt worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30360-27_is_terrori- sten_wegen_camp_speicher_massaker_im_irak_zum_tode_verurteilt)
Zurückkommend auf die jüngsten Angriffe der US-geführten Koalition auf die im Kampf gegen den IS befindlichen al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) konstatierte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî während der Pressekonferenz vom Dienstagnachmittag in Bagdad, die US-geführte Koalition habe keine Erlaubnis, ohne die Zustimmung der Regierung, im Irak Operationen oder Luftangriffe durchzuführen. Zur al-Ḥašd aš-Šaʽbî stellte er nochmals klar, diese sei keine Miliz. Ihre Streitkräfte seien in verschiedenen Gruppen organisiert und keiner von ihnen sei außerhalb der irakischen Grenze an Kämpfen beteiligt. Wörtlich setzte er hinzu: „Es gibt keine rote Linie für die irakischen Kräfte innerhalb des Landes beim Kampf gegen den IS.“ (http://www.sana.sy/?p=603757, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30396-irak._ministerpr%C3%A4sident_ohne_zustimmung_bagdads_keine_operationen_der_us_koalition für das Zitat in Deutsch)
Wie die Zivilbevölkerung in Syrien – derzeit vor allem im Raum ar-Raqqa (s. Teil VI) – und die SAA vor einiger Zeit (vgl. Teil V) wurden nun auch wieder Mitglieder der im Kampf gegen den IS so tüchtigen Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) durch Bomber der US-geführten Koalition bei ihren Einsätzen an der Grenze zu Syrien angegriffen und verloren so 40 Mann ihrer Sayyid aš-Šuhadâ´-Brigade, dutzende weitere wurden verwundet. Darauf gab al-Ḥašd aš-Šaʽbî laut Meldung der Nachrichtensender al-Mayâdîn und as-Sûmariyya News am Montagabend in einer Erklärung außerdem bekannt: „Wir fordern die irakische Regierung auf, über den Angriff der USA auf die Kämpfer der Sayed al-Schohada-Brigade zu ermitteln.“ Außerdem solle die Regierung für den Schutz der gemeinsamen Grenze mit Syrien sorgen und auch dafür, daß keine weiteren dieser „verachtenswerten Akte“ erfolgten. (http://www.sana.sy/?p=603272, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30334-irak_40_volksmobilmachungskr%C3%A4fte_durch_us_luftangriff_get%C3%B6tet vom 8.8.2017)
Laut Aussage des Beraters des syrischen Ministerpräsidenten, Abdul Kadir [ʽAbdul-Qâdir] Azuz, am 6.8.2017, im Interview mit al-Maluma [?] wird Syrien mit der im Kampf gegen den IS sehr erfolgreichen irakischen Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Counterterrorismus zusammenarbeiten und die gemeinsame Grenze u.a. gegen Übertritte durch Bewaffnete sichern. auch begrüßte er deren Mitwirkung bei der Befreiungsoperation von Tal ʽAfar. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30298-syrische_regierung_zur_zusammen- arbeit_mit_al_haschd_al_schaabi_bereit)
Entgegen der Forderung des – selbst extremistischen Šîʽitenführers – Muqtadā aṣ-Ṣadr vom Vortag während einer von ihm organisierten Protestversammlung seiner Anhänger in Bagdad hat Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî am Sa., 5.8.2017, klargestellt, daß die im Kampf gegen den IS so erfolgreiche Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî nicht aufgelöst werde und Teil des irakischen Militärs bleibe. „Alle irakische Truppen, darunter die Hashd ash-Shabi, nahmen an den Befreiungsoperationen in Tikrit, Falludja und Mossul teil und werden auch an den Operationen zur Befreiung von Tal Afar, teilnehmen„, konstatierte er daher. Muqtadā aṣ-Ṣadr hatte zuvor den saudischen Kronprinzen Muḥammad bin Salmân in Ğidda getroffen und von ihm – angeblich für den Wiederaufbau des Iraks – 10 Millionen US-$ erhalten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30268-iraks_premier- minister_hashd_ash_shabi_wird_nicht_aufgel%C3%B6st)

„No veil is required“, aus der Multimedia-Präsentation des politischen Künslers Amir Normandi in Chicago
Über die merkwürdigen, ja fast komisch anmutenden „Sitten“ unter IS-Kontrolle – wären sie nicht von so ernsthaften, grausamen Konsequenzen gefolgt gewesen – berichten Frauen aus Mossul, die nun wieder freizügigere Kleidung als die Totalverhüllung genießen können, im Gespräch mit Sputniknews. Wer zuvor damit von der speziellen Polizei [vom ğihâz al-ḥisba] aufgegriffen worden wäre, wäre getötet worden. Dieselbe Strafe galt für das Tragen von Nachthemden, Bikinis oder Dessous – Pyjamas [als „Männerkleidung“] verbaten sich von selbst. Generell war der Kleidungskauf für das weibliche Geschlecht ein Problem, obwohl es dafür noch Geschäfte gab: einerseits sollten sich Frauen so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit aufhalten [ein Geschäft zu führen, widersprach dem unter den meisten Umständen], andererseits durften Männer keine Frauenkleidung verkaufen. Fast alle speziell für Frauen konzipierten Läden hätten daher schließen müssen. Auf die wenigen speziellen Frauenläden durfte nicht per Schildern hingewiesen werden, ebenso war Werbung oder Damenkleidung im Schaufenster untersagt. Die Schriftstellerin Teiba al Siraj [Ṭayyiba as-Sirâğ] erzählte: „Den Geschäften war es verboten, jegliche Frauenkleidung in der Vitrine auszustellen. Wenn durch die geöffnete Tür eine Frau zu sehen war, wurde der Verkäufer ausgepeitscht. Er bekam eine Menge Probleme.“ Selbst das Nennen von Körpergrößen war tabu, das Anprobieren vor Ort unmöglich, da auch Umkleidekabinen geächtet worden waren. Frauenunterwäsche anzubieten oder zu kaufen sei damit fast unmöglich gewesen, weshalb dieselben jetzt einen regelrechten Boom erlebten. Allerdings wurde manches illegal angeboten. Eine 22-Jährige berichtet über solche Angebote: „Sie ersparten uns das Bummeln auf dem Markt, wo man jederzeit einem Daesh-Kämpfer in die Arme laufen konnte. Daher gingen alle Frauen nur dann auf den Basar, wenn es wirklich dringend notwendig war. In der Regel fuhr mein Vater mich mit dem Auto zu solchen Geschäften.“ (https://sptnkne.ws/fcFK)
Eine weitere Bewohnerin Mossuls ergänzt diese Berichte: seit der „Kalifat“-Errichtung des IS 2014 sei auch bunte, Hochzeits- und Abendkleidung aus den Schaufenstern verschwunden wie die als zu verführerisch für Männer geltenden weiblichen Modepuppen. „Es wurde verboten, Jeanskleidung für Männer und Frauen zu verkaufen. Offene Kleidung, nicht genug lange Röcke und T-Shirts mit Prints, auch für Kinder, sind verschwunden. Daesh hat gesagt, das sei Kleidung für Ungläubige,“ berichtete Sora al Aga gegenüber Sputnik News und ergänzte: „Daesh wollte, dass wir Kleidung im afghanischen Stil trugen. Wenn die Terroristen noch ein Jahr länger ausgehalten hätten, würden wir blaue Pelerinen mit einem speziellen Ausschnitt für die Augen tragen. Und alle Männer würden kurze Hosen tragen.“. Auch über Hochzeitskleider mußte „frau“ die unförmige, die Figur völlig verhüllende Ganzkörperbekleidung mit langen Handschuhen anlegen. Anstelle der geschlossenen Geschäfte, deren Besitzer geflohen waren, eröffneten die IS-Leute spezielle Damenmode-Geschäfte, in denen schwarz verhüllte IS-Angehörige als Verkäuferinnen arbeiteten. Die anbefohlene IS-„Montur“ nannten die Bewohner bald „Rabenkittel“ oder „Müllsack“. Auch Sora gibt an: „Die Läden, die weiter offen geblieben sind, haben Verluste erlitten, weil die Menschen so selten wie möglich auf die Straße gegangen sind und unter den schweren Bedingungen fast keine Kleidung mehr gekauft haben.“ Die von vor 2014 bekannte hübsche moderne Bekleidung, darunter Importe aus dem Libanon, der Türkei, Syrien und sogar aus Frankreich und Italien, war fast kaum zu bekommen und wenn dann zu völlig überzogenen Preisen wie z.B. 200.000 Dinar (umgerechnet ca. 143€) für ein Hemd. (https://sptnkne.ws/fdgK)
Gemäß einer von irakischen Spezialkräften bei der Rückeroberung von Mossul in einem IS-Versteck aufgefundene Unterlagen soll sich auch eine Liste mit 173 potentiellen IS-Suizidattentätern des In- und Auslands mit Photos und Herkunftsinformationen befunden haben. Es handelte sich bei den Nicht-Irakern um Eingereiste aus Tunesien, Marokko, Jordanien, Tadschikistan und Saudi-Arabien sowie aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und der BRD. Nach Auswertung der Papiere durch US-Geheimdienste seien sie Interpol übergeben worden. „Im Mai wurde die Liste schließlich an die europäischen Polizeibehörden verschickt – als Vorsichtsmaßnahme, falls sich die Männer auf den Fotos auf den Weg nach Europa machen“, hieß dazu. Es wird befürchtet, daß diese IS-Kämpfer nach ihrer Heimreise Anschläge begehen. (https://sptnkne.ws/fcXW)
Nach Auskunft des Kommandanten der al-Ğazîra-Operationen, Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, gegenüber as-Sûmariyya News wurden bei einer Operation der Sicherheitskräfte mit Unterstützung von Stammesangehörigen in Umm al-Waz nordwestlich von al-Ḥadîṯa im W der Provinz al-Anbâr 15 IS-Terroristen getötet und vier ihrer Sprengvorrichtungen zerstört. Jagd auf weitere IS-Trupps wurde auch in anderen Teilen der Provinz gemacht. – Der Generaldirektor im Bereich Geheimdienst und Antiterrorismus im Innenministerium, Abû ʽAlî al-Baṣrî machte zudem im Interview bekannt, daß der IS auf die vier Wallfahrtsorte al-Kûfa, al-Baṣra, Karbalâ´, Nağaf und Samârâ´ sowie das Heim von Groß-Ayatullâh ʽAlî as-Sīstānī[des bedeutendsten šîʽitischen Geistlichen im Irak] Anschläge per Autobomben und Suizidattentätern geplant hatte. Diese konnten durch einen durch einen Präventivschlag der Luftwaffe auf die Terroristen am Rand der Stadt al-Qâ´im im West-Irak vereitelt werden. (http://www.sana.sy/?p=598262 vom 30.7.2017) – fenbar waren die IS-Pläne verraten worden, wie aṣ-Ṣabāḥ berichtet.
Andererseits führte die Luftwaffe im grenznahen Gebiet der Großstadt al-Qa’im [am Grenzfluß Euphrat] sowie jenseits derselben in der syrischen Region al-Mayâdîn – nach Absprache mit der Landesregierung (vgl.u.) – Angriffe gegen IS-Stellungen aus und vernichtete sieben davon. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29996-irak_is_terrorpl%C3%A4ne_in_nadschaf_verraten) – Gewissermaßen „gegenüber“ von al-Qa’im auf syrischem Territorium liegt al-Bû Kamâl.
Bei Einsätzen der Luftwaffe wurden ca. 50 IS-Terroristen im Bezirk Tal ʽAfar getötet und dutzende von Autobomben zerstört, dazu ein großes Waffenlager und ein Tunnel. Westlich von al-Anbâr konnten vier Suizidattentäter liquidiertt werden, während Mitarbeiter des militärischen Geheimdiensts im Raum Mossul große Mengen an Munition und Sprengstoff, Raketen, Mörsergranaten u.a., versteckt in der Kirche von an-Nimrûd al-Aṯriyya im Dorf al-Ḥaḍar nahe an-Nimrûd aufspürten. (http://www.sana.sy/?p=597820 vom 29.7.2017)
Die BRD spendet noch mehr Geld für den Wiederaufbau Mossuls: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller gab im Interview gegenüber Zeitungen der Funke-Gruppe am 25.7.2017 an: „Jetzt, wo Mossul befreit ist, bauen wir unsere Programme schnell aus. Allein dieses Jahr investieren wir zusätzlich 100 Millionen Euro in die Stabilisierung und den Wiederaufbau“. (https://sptnkne.ws/eYV2) – Syrien dagegen leistet diese Arbeiten schon seit langem selbst.
Präsident Putin traf sich am 25.7.2017 mit Vizepräsident Nûrî al-Mâlikî in St. Petersburg. Zuvor fanden Gespräche mit Außenminister Lawrow und Föderationsratspräsidentin Walentina Matwijenko statt. Ziel ist die Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Wirtschaft, Technik und Militär wie die Vertiefung der bilateralen Beziehungen. Laut al-Mâlikî habe der Irak im Kampf gegen den Terrorismus im Land Rußland schon viel zu danken [zu Details s.u.!]. Auch sollten russische Investitionen im Strom- und Ölsektor gefördert werden. Eine vermehrte militärische und politische Präsenz Rußlands im Irak sei durchaus erwünscht. „Auf diese Weise könnte ein Gleichgewicht geschaffen werden, das zum Wohl der Region, ihrer Völker und ihrer Länder beitragen könnte“, erklärte der Vizepräsident. Beide Länder unterhielten schließlich historisch gefestigte Beziehungen zueinander. (http://www.sana.sy/?p=595761, auf Deutsch s.a. https://sptnkne.ws/eYHR)
Die Agentur Mawâzîn News berichtet unter Berufung auf Quellen im irakischen Geheimdienst nun auch von der Tötung des Nachfolgers von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî [zu dessen Liquidierung s.u.!], mit Namen Iyâd Ṭâlib ʽAbd ar-Raḥmân al-ʽUbaidî alias Fâḍil Ḥaifâ alias Abû Ṣâliḥ in der Stadt al-Qadadîma vor ca. 10-14 Tagen während eines gezielten Luftangriffs auf sein Versteck nahe Tal ʽAfar. Der Experte in Sachen Terrorgruppen, Hišâm al-Hâšimî, informierte darüber, der 50-Jährige zudem die Posten des Amîr Dîwân al-Ğund und des Führers der Hohen Kommission innerhalb des IS innegehabt habe. Er sei ein ehemaliger Armeeoffizier gewesen, der der Ğihâd–Ideologie anheimgefallen sei, al-Qâʽida angehörte und ehemaliger Häftling des Bûkâ-Gefängnisses war. Der Militärrat des IS sei nach dem Tod von Nâṣir li-Dîn Allâh, des zweiten Kriegsministers des irakischen Staats, gebildet worden; auf den hochrangigen IS-Führungsposten des Chefs dieses Rates sei zunächst Ḥağî Bakr berufen worden, dann Abû ʽAbdurraḥmân al-Bîlâwî, Abû Aḥmad al-ʽAlwânî und nach dem Tod des Turkmenen Abû Muslim schließlich Abû Ṣâliḥ al-ʽUbaidî. Die Position des Stellvertreters von Abû Bakr im Irak erhielt er ebenfalls erst vor kurzem nach des Turkmenen Tod. Zudem sei al-ʽUbaidî verantwortlich gewesen für die Finanzierung und Ausstattung der Suizidattentäter mit Waffen und Sprengstoff in der Provinz al-Anbâr wie im Raum Bagdad. (http://www.mawazin.net/%D8%AA%D8%A3%D9%83%D8%AF-%D9%87%D9%84%D8%A7%D9%83-%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%BA%D8%AF%D8%A7%D8%AF%D9%8A-%D9%88%D8%A7%D9%85%D9%8A%D8%B1-%D8%A7%D9%84%D8%AC%D9%86%D8%AF-%D9%81%D9%8A-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D8%A8%D8%B6%D8%B1%D8%A8%D8%A9-%D8%AC%D9%88%D9%8A%D8%A9-%D8%A8%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%88%D8%B5%D9%84 vom 24.7.2017)
Auf dem vom IS in Mossul ebenfalls eroberten Gelände der Medizinischen Universität lagerten Vorräte an radioaktivem Kobalt-60, welche für den Bau einer „schmutzigen Bombe“ getaugt hätten. Allerdings hätten die IS-Kämpfer nicht gewußt, wie sie das Depot hätten öffnen können, ohne radioaktive Strahlen abzubekommen, urteilten Nukleartechnologen gegenüber The Washington Post“ vom So., 23.7.2017. (https://sptnkne.ws/eXUz)
Laut einer RIA Novosti vorliegenden Erklärung der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom So., 23.7.2017, konnten unter den „am 20. Juli in West-Mossul bei einem Versuch, sich ins Hinterland der Volkswehr einzuschleichen, getöteten Terroristen drei IS-Führungskräfte identifiziert werden: „Das sind Abu Iman, der die sogenannte ,islamische Polizei‘ in Tal Afar angeführt hatte, Abu Abd Saisija, der für die Anwerbung von Selbstmordattentätern zuständig war, sowie Hasser Abdalla Hoder al-Badrani, der die Tätigkeit von Untergrund-Zellen des IS koordiniert hatte“. (https://sptnkne.ws/eXYJ) – Mit „islamische Polizei“ inTal ʽAfar ist dem Zusammenhang nach al-ḥisba gemeint.
Der – zur Aufgabe seines, ihm gemäß Wahlergebnisses zustehenden Postens als gegenwärtiger Ministerpräsident genötigte (vgl.u.) und auch – frühere Ministerpräsident, derzeit als Vize-Präsident agierende Nûrî al-Mâlikî bekannte im Interview mit RIA Novosti hinsichtlich des Einflusses Rußlands im Nahen Osten „Wenn es die russische Position nicht gegeben hätte, wäre die Region vollständig vernichtet worden“ und fuhr fort: „Ohne Russlands Herangehen an das syrische Problem, das sich von dem der USA unterschied, wäre das Regime in Syrien gestürzt worden, die Terroristen wären aktiver geworden, die (politische) Landkarte der Region hätte sich geändert, was letztendlich zum Fallen von Bagdad geführt hätte“. Auch die Rückeroberung Mossuls sei nicht den USA oder der US-geführten Koalition zu verdanken. „Ja, sie haben uns mit Flugzeugen unterstützt, doch der Hauptverdienst gehört den irakischen Soldaten, den Volksmilizen und den Luftstreitkräften des Iraks“, kommentierte al-Mâlikî. (https://sptnkne.ws/eXdY)
Einheiten der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, der irakischen Armee und der Bundespolizei befreiten am 20.7.2017 das Dorf Imâm südwestlich von Qayyâra in der Provinz Nînawâ von den IS-Terrormiliz, wie as-Sûmariyya News berichtete. Tags zuvor hatte al-Ḥašd aš-Šaʽbî vier Täler und zwei Dörfer im nordöstlichen Gebiet der Provinz Diyâlâ zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=592776)
Laut Mitteilung des Berater des russischen Präsidenten für militärtechnische Kooperation, Wladimir Koschin, ist ein Vertrag mit der Regierung in Bagdad über die Lieferung von Panzern des Typs T-90 unterzeichnet worden, meldet die Zeitung Iswestija. „Es geht um einen ordentlichen Vertrag über die Lieferung einer großen Partie. … Eine konkrete Summe kann ich nicht nennen. Die Zahl ist groß.“, teilte er noch mit. (https://sptnkne.ws/eW7G)
Ungewöhnlich hoch sei die Zahl der infolge der Rückeroberung von Mossul getöteten Einwohner letztlich ausgefallen, gibt The Independent am 19.7.2017 an. Mehr als 40.000 Einwohner seien dabei quasi „zu Tode befreit“ worden. Viele der toten Körper seien immer noch unter den Trümmern begraben. Damit kommen die tatsächlichen Zahlen jenen aus dem Bericht von Amnesty International („At Any Cost: The Civilian Catastrophe in West Mosul“) sehr nahe. (https://sptnkne.ws/eWqH, http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/mosul-massacre-battle-isis-iraq-city-civilian-casualties-killed-deaths-fighting-forces-islamic-state-a7848781.html)
Weitere Massengräber des IS-Massakers vom Juni 2014 an den Kadetten der Luftwaffenakademie bei der früheren Luftwaffenbasis Spyker (vgl.u.), 10km im NW von Tikrît, nahe des Präsidentenpalastes entdeckt. Die 827 Überreste von 14 werden durch Rechtsmediziner untersucht. Es ist zu erwarten, daß noch nicht alle Opfer gefunden worden sind. (http://www.sana.sy/?p=590976 vom 17.7.2017)
Laut einer Meldung des Senders al-ʽArabiyya aus den VAE soll der IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî noch am Leben sein. Der Leiter der irakischen Antiterrorbehörde, Abû ʽAlî al-Baṣrî (Abu Ali al-Basri), halte das für möglich. Auch der kurdische Geheimdienstmitglied Lâhûr Tâlâhbânî (Lahur Talabani) hält es für wahrscheinlich, daß sich jener in einem südlichen Vorort von ar-Raqqa in Syrien aufhalte. Kremlsprecher Dmitri Peskow kommentierte diese mitteilung mit den worten: „Es gibt keine zuverlässige Information über das Schicksal von al-Baghdadi. Alle eingehenden Nachrichten werden geprüft“. (https://sptnkne.ws/eUYK ) – Al-ʽArabiyya wurde in den letzten Jahren bekannt für seine tendenziösen, klar antisyrisch ausgerichteten Meldungen. Der Konzern MBC, dem der Sender angehört, befindet sich im Besitz saudischer (!) Investoren.
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in der Provinz Nînawâ („Wir kommen, Ninive„) gab am 15.7.2017 während eines Militärbriefings laut irakischen Medien bekannt, bei der Befreiung Mossuls seien 100.000 Kämpfer von Armee, Bundespolizei, Antiterroreinheit und al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen den IS vorgegangen und hätten 25.000 dieser Extremisten getötet, darunter mehr als 450 Suizidattentäter. Zerstört worden seien zudem 1247 Autobomben und weitere 1.500 Stück unterschiedlichen Kriegsgeräts, abgeschossen wurden auch 130 Marschflugkörper der Terroristen. In der 4. Phase der Bekämpfung des IS in der Provinz Nînawâ stehe die Befreiung von Tal ʽAfar (vgl.u.) westlich von Mosul und einiger anderer Bereiche an. (http://www.sana.sy/?p=590430)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in der Provinz Nînawâ („Wir kommen, Ninive„) gab am 15.7.2017 während eines Militärbriefings laut irakischen Medien bekannt, bei der Befreiung Mossuls seien 100.000 Kämpfer von Armee, Bundespolizei, Antiterroreinheit und al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen den IS vorgegangen und hätten 25.000 dieser Extremisten getötet, darunter mehr als 450 Suizidattentäter. Zerstört worden seien zudem 1247 Autobomben und weitere 1.500 Stück unterschiedlichen Kriegsgeräts, abgeschossen wurden auch 130 Marschflugkörper der Terroristen. In der 4. Phase der Bekämpfung des IS in der Provinz Nînawâ stehe die Befreiung von Tal ʽAfar (vgl.u.) westlich von Mosul und einiger anderer Bereiche an. (http://www.sana.sy/?p=590430)
Gegenüber as-Sûmariyya News gab der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, am 15.7.2017 bekannt, daß die Sicherheitskräfte zusammen mit der volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî am Morgen eine großangelegte Militäroperation zum Aufspüren von IS-Schläferzellen im NO der Provinz Diyâlâ gestartet hätten. Diese konzentriere sich auf das Dorf Tûkal, die Obstplantagen und das Gebiet im N von al-Muqdâdiyya im NO der Stadt Baʽqûba. Andererseits wurde bekannt, daß beim Passieren ihres Fahrzeugs zwei IS-Kämpfer zusammen mit einem Anführer im Gebiet zwischen den Provinzen Ṣalâḥuddîn und Diyâlâ bei der Explosion einer am Straßenrand angebrachten Sprengvorrichtung getötet wurden. (http://www.sana.sy/?p=590026)
Dr. Kim Hartzner, Geschäftsführer der internationalen Nothilfeorganisation Mission East, bezeichnet die Lage in Mossul als absolute Katastrophe. Im Deutschlandfunk teilte er am 15.7.2017mit, ein Großteil der zurückkehrenden Bevölkerung leide unter akuter Unterernährung, es fehle an Lebensmitteln, Wasser, und Unterkünften. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29458-internationale_hilfsorganisation_situa-tion_in_mossul_ist_wie_in_stalingrad_oder_berlin_im_zweiten_weltkrieg)
Trotz der Meldung des Siegs über den IS in Mossul wird insbesondere in der Alststadt weiterhin gegen die Terrororganisation gekämpft. Deswegen und wegen des Durchkämmens des Gebiets auf vom IS hinterlassene Sprengsätze und minen hin, wurde Journalisten für einige Tage der Zugang in dieselben durch die Armee verwehrt. (https://sptnkne.ws/eTZj)
Nach einem Bericht des Nachrichten-Fernsehsenders RT Arabic vom Do., 14.7.2017, kontrolliert der IS noch Gebiete in den Provinzen Nînawâ, Kirkûk, al-Anbâr – dort vor allem in und um Tal ʽAfar (vgl.u.) – und Ṣalâḥuddîn. Tal ʽAfar genießt besondere strategische Bedeutung durch seine Lage nahe der Grenze zu Syrien wie zur Türkei, weshalb eine Bodenoffensive in jenem Terrain in Bälde zu erwarten sein dürfte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29420-is_terrormi- liz_kontrolliert_nur_noch_wenige_regionen_im_irak)
Die unabhängige Londoner Beobachtergruppe und Journalisteninitiative Airwars hat bekannt gegeben, daß bei den Luftangriffen der US-geführten Koalition im Irak und in Syrien im Juni mindestens 750 Zivilisten getötet worden sind. Besonders verheerend waren demnach die Angriffe im Gebiet von ar-Raqqa und Mossul. Die Todesrate sei im Vergleich zum Mai um ca. 50% gestiegen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29388-750_zivilisten_durch_luftangriffe_der_us_gef%C3%BChrten_koalition_im_juni_get%C3%B6tet)
Kritisch bemerkte Rußlands Außenminister Lawrow hinsichtlich der Zivilbevölkerung bei der Befreiung von Mossul: „Es wurden keine Bedingungen dafür geschaffen, um Zivilisten organisiert auszuschleusen. Das alles war chaotisch, spontan.“ Das habe die Opferzahlen erhöht. (https://sptnkne.ws/eSwf) – Dagegen bestanden und bestehen bei den Befreiungsoperationen in Syrien – wie etwa am Beispiel von Aleppo zu sehen – lange im voraus erstellte Pläne zur Evakuierung, die auch umgesetzt wurden.
S.a. Was IS nach Niederlage in Mossul tun wird
Heute, am Di., 11.7.2017 hat der IS offizielle gegenüber dem Nachrichtensender as-Sûmariyya News eingestanden, daß – wie russischerseits schon vor Wochen gemeldet (vgl.u., bei den Abbildungen) – ihr selbsternannter „Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî tatsächlich getötet worden ist. Einer Quelle aus der Provinz Nînawâ zufolge hatte der IS in den Medien des noch von der Terrororganisation kontrollierten im Bezirks Tal ʽAfar, westlich von Mossul, diese kurze Meldung ohne Angabe weiterer Einzelheiten veröffentlicht. Der ausführliche SANA-Artikel referiert im weiteren die von russischer Seite gemachten Angaben zu dem Luftschlag vom 28.5.2017 (s. Teil V). Nach der russischen Ankündigung sei in Tal ʽAfar Konfusion unter den Terroristen ausgebrochen gefolgt von Gruppenrivalitäten, Massenverhaftungen und Ausgangssperren. Die äußerst aufgeladene Atmosphäre könnte zu blutigen Machtkämpfen um die Führerschaft innerhalb des IS führen. (http://www.sana.sy/?p=587808, s.a. https://sptnkne.ws/eSnA)
Nahe von aš-Šarqâṭ im N der Provinz Ṣalâḥuddîn zerstörte die Luftwaffe einen IS-Konvoi, welcher hochexplosive selbstgebaute Sprengsätze transportierte. Dabei wurde u.a. der IS-Amîr Abû Qutaiba verletzt. (http://www.sana.sy/?p=587220 vom 10.7.2017)
Beim Treffen mit einer Delegation von Christen am 10.7.2017 in Mossul äußerte der in der Provinzhauptstadt am Vortag eingetroffene Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die Hoffnung, daß alle Flüchtlinge, unabhängig von ihrer religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit, wieder in ihre Stadt zurückkehren möchten, um dort wie im ganzen Irak friedlich zusammenzuleben. Dabei hob er erneut die Bedeutung der Einheit der irakischen Nation hervor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29260-iraks_ministerpr%C3%A4sident_bagdad_bem%C3%BCht_sich_um_r%C3%BCckf%C3%BChrung_von_fl%C3%BCchtlingen)
Laut Mitteilung der Bundespolizei gegenüber as-Sûmariyya News wurden zuvor noch 30 IS-Terroristen getötet, die sich über den Tigris zu retten versuchten. Insgesamt seien bei der Befreiung der Altstadt mehr 1.000 IS-Extremisten eliminiert, 65 Fahrzeuge zerstört und 20 Autobomben, 310 Sprengkörper und 71 Sprengstoffgürtel konfisziert und deaktiviert Fahrzeugbomben, 181 Raketen und acht Tunnel entdeckt worden. – Der Ministerpräsident gratulierte zum Sieg. (http://www.sana.sy/?p=586428 vom 9.7.2017)
Laut Erklärung des Joint Operations Command (JOC) vom Sa., 8.7.2017, wurde mit der Einnahme der Altstadt praktisch ganz Mossul befreit. Ein kleiner Ort am Rande des Tigris sei noch unter IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=585895, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29192-altstadt_von_mossul_befreit)
Nach Mitteilung von as-Sûmariyya News gab Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh am 8.7.2017 an, daß durch die vereinten Streitkräfte in der Altstadt von Mossul die drei Stadtteile Bâb aṭ-Ṭûb, Sûq aṣ-Ṣâḥa und die Straße an-Nağafî wieder unter Kontrolle gebracht. Bei Luftangriffen wurde ein IS-Trupp mit einem Anführer vom Dîwân al-Quḍât [Kammer der religiösen Richter] in Tal ʽAfar westlich von Mossul getötet. (http://www.sana.sy/?p=585906)
Im Dorf Imâm westlich von al-Qayyâra, (65km südlich von Nînawâ) wurden Journalisten von einer Gruppe IS-Terrroristen angegriffen. Dabei fanden der Front-Berichterstatter des Kanals Hunâ Ṣalâḥuddîn [d.h.: hier Ṣalâḥuddîn] mit Namen, Hazâʽ ad-Dulaimî und sein Photograf, Sa´dad ad-Dûrî, den Tod ein weiterer Medien-Photograf, ʽAlî Ğamâl ʽAkâb, wurde verletzt. Die Armee ist weiterhin dabei, die Altstadt von Mossul von verbliebenen IS-Resten zu säubern wie auch der Terrororganisation in anderen Bereichen des Landes zum Leibe zu rücken. (http://www.sana.sy/?p=585590 vom 7.7.2017) – Zu weiteren Anschlägen vor allem in der Provinz Diyâlâ vom Vortag (6.7.2017) s. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29076-neun_tote_im_osten_von_irak.
Laut einer von as-Sûmariyya News zitierten Militär-Presseerklärung des Militärs vom 6.7.2017 vereitelte die Armee am Vortag einen IS-Angriff auf das Dorf al-Ḫaḍrâniyya bei aš-Šarqâṭ im nördlichen Teil der Provinz Salah al-Din und führte die Aktionen zur Befreiung von ganz West-Mossul fort. (http://www.sana.sy/?p=584695) In deren Altstadt seien die Truppen nur noch 250m vom Tigrisufer entfernt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29018-irak_anordnung_f%C3%BCr_wiederaufbau_des_befreiten_mossul_erfolgt)
Laut Angabe von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 5.7.2017 konnte durch die Bundespolizei am Vortag der Platz wie das mehrstöckige Parkhaus Bâb aṭ-Ṭûb wie Straße Ḫalîd bin al-Walîd in der Altstadt Mossuls zurückerobert werden. Die Luftwaffe zerstörte gemäß einer lokalen Quelle eine der größten Anlagen samt Waffenlager des IS südwestlich von Kirkûk. (http://www.sana.sy/?p=584078)
Zur Situation in West-Mossul und dem Irak als Ganzem berichtete die Nesawissimaja Gaseta am Di., 4.7.2017, es seien dort immer noch IS-Scharfschützen aktiv, Explosionen von Minenwurfgeschossen und Schußwaffen zu vernehmen. Auch gingen die Zusammenstöße mit dort verbliebenen Extremistentrupps in der Altstadt weiter – ähnlich wie bei der Befreiung von ar-Ramâdî (vgl.u.). Doch selbst wenn der IS vollständig besiegt sein sollte, kämen auf den Irak schwere Zeiten zu. Vor der US-Invasion 2003 begriffen sich die Iraker unter der Regierung von Ṣaddām Ḥussain als ein Staatsvolk einerlei welcher ethnischen oder religiösen Gruppierung, die säkulare Gesellschaft mit allen Implikationen [z.B. bzgl. Gleichberechtigung der Geschlechter, Bildung etc.], die Wirtschaft etc. befanden sich im Aufwind, das Land hatte einen ansehnlichen Stellenwert in der Weltgemeinschaft. Nun im kriegszerstörten Irak liegt die Wirtschaft brach, Grüppchen kämpft gegen Grüppchen, die [auf die US-Besetzung zurückgehenden neuen] staatlichen Strukturen sind schwach und ineffektiv, müssen sich erst das Vertrauen der Bevölkerung verdienen. Die Staatskasse ist nahezu geleert. [Auch ist der Irak schon lange nicht mehr säkular und damit zukunftsorientiert, vgl.u., wie schon an der neuen Staatsflagge abzulesen ist]. Mögliche Geldgeber werden Bedingungen stellen. Zudem versucht der seit fast zwei Jahren regulär nicht mehr im Amt befindliche (dazu vgl.u.) Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Masʽûd Barzânî, dessen Familie den Hauptteil der staatlichen Öl-Einnahmen für sich abzweigt (s.u.) seit Jahren, das irakische Kurdistan vom Rest-Irak abzutrennen, und diesem somit den Staat seiner Haupteinnahmequelle (99% der Staatseinnahmen), den meisten und ergiebigsten Ölquellen des Landes zu entreißen. Zwar befinde sich die wichtige Öl-Region um Kirkûk außerhalb dieses Gebiets, sei jedoch von kurdischen Pîšmarga besetzt. – Der Artikel schließt mit der nachvollziehbaren Feststellung, daß die Iraker selbst über ihr Schicksal entscheiden, davor aber zueinander finden müßten. Die den Nachkriegsirak unterstützende Weltgemeinschaft bzw. Geberländer dürften sich jedoch in dessen inneren Angelegenheiten einmischen, um eigene Interessen zu verwirklichen, wie z.B. die USA, die Türkei, Saudi-Arabien etc.. (https://sptnkne.ws/ePa2)
Nachdem Bewohner von Tal ʽAfar, dem neuen Sammelpunkt des IS (vgl.u.), vergangene Woche versuchten, von dort zu fliehen, wurden sie von den Terroristen aufgegriffen, psychischer und physischer Folter unterworfen. 200 wurden schließlich per Enthauptung exekutiert Wie im ebenfalls vom IS kontrollierten al-Ḥawîğa seien alle Fluchtwege gesperrt worden, um die Bewohner als menschliche Schutzschilde nutzen zu können. Dies berichtete am Di., 4.7.2017, Aiden Maruf, turkmenischer Abgeordneter im regionalen Kurdenparlament. Auch in al-Ḥawîğa seien am Dienstag 12 fluchtwillige Zivilisten exekutiert – angeblich verbrannt – worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29004-is_verbrechen_im_irak_200_enthauptun- gen_in_tal_afar) – SANA berichtet am 5.7.2017 ebenfalls von der Hinrichtung der 200 Fluchtwilligen. (http://www.sana.sy/?p=584078)
Noch ist – trotz der vollmundigen Aussagen des Ministerpräsidenten (vgl.u.) – nicht ganz West-Mossul befreit und auch außerhalb Mossuls muß die Bekämpfung des IS erst einmal weitergeführt werden. Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat berichtete gegenüber Sputnik News, im südlichen Gebiet seien sind 32,5 Tonnen eines Sprengstoff-Bestandteils gefunden worden und 1,5 Tonnen Ammoniumnitrat, zur Herstellung von Bomben. Seit Beginn der Befreiungsaktion bzgl. Mossul seien zudem 21.220 Zivilisten aus IS-Gefangenschaft befreit und zwei große Massengräber vom IS getöteter Einwohner entdeckt worden. Das Kontingent der föderalen Polizei werde nach vollständiger Befreiung der Provinzhauptstadt reduziert werden. (https://sptnkne.ws/eNKM vom 4.7.2017)
Laut Mitteilung von Flüchtlingsminister Jasim Muhammed al-Jaf [Ğâsim Muḥammad al-Ğâf] vom Mo., 3.7.2017, sind seit der Befreiungsoperation bzgl. Mossul 900.857 Einwohner aus der Stadt geflüchtet, davon 176.455 aus dem östlichen und 724.402 aus dem westlichen durch den Tigris getrennten Teil. Ca. 500.000 und damit 64% seien in vom Flüchtlingsministerium eingerichteten Camps untergebracht, 217.854 bislang in ihre Wohnungen zurückgekehrt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28970-%C3%9Cber_900.000_menschen_we- gen_is_aus_mossul_gefl%C3%BCchtet)
Am 3.7.2017 melden Agenturen, daß die irakischen Truppen das ganze Gebiet des Stadtteils Bâb as-Sarây in der Altstadt im Westen von Mossul befreit hätten. (http://www.sana.sy/?p=582803)
Eine Gruppe IS-Kämpfer, welche sich in Tal-ʽAfar im Westen von Mossul festgesetzt hat, droht allen Mitgliedern, die eine mögliche Tötung ihres „Kalifen“ Abû Bakr al-Baġdâdî auch nur ansprechen, die Bestrafung mit 50 Peitschenhieben an. Ein dem obersten IS-Anführer nahestehender Imâm mit Namen Abû Ḫâṭib (Abu Khatib), der beim Freitagsgebet eine Äußerung zum „möglichen Tod“ von al-Baġdâdî machte, wurde daraufhin – laut as-Sûmariyya News vom 2.7.2017 mit Berufung auf Quellen in der Administration von Nînawâ – wegen „Verbreitung einer Revolte“ unter den IS-Kämpfern ermordet. (https://sptnkne.ws/eNsB) – Entgegen der Meldung von Sputnik News (https://sptnkne.ws/eMgD, https://sptnkne.ws/eNsB) bringt die erwähnte IRIB News-Seite http://www.iribnews.ir/fa/news/1695848/%D9%85%D8%B1%DA%AF-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%BA%D8%AF%D8%A7%D8%AF%DB%8C-%D8%A2%D8%BA%D8%A7%D8%B2-%D9%BE%D8%A7%DB%8C%D8%A7%D9%86-%DB%8C%DA%A9-%D8%B1%D9%88%DB%8C%D8%A7) keine Bestätigung des Todes von Abû Bakr al-Baġdâdî, obwohl Photos veröffentlicht sind, die ihn als Toten zeigen könnten. Im Artikel geht es um etwas anderes. dabei wurde auch erwähnt, daß die syrische wie die irakische Armee spektakuläre Erfolge gegen den IS erzielt hätten und dieser damit – auch kraft der Unterstützung seitens Rußlands und des Irans – besiegt werden könnte, erhielte er wie andere Terrorgruppen nicht weiterhin Unterstützung durch das Ausland.
Bei einem Suizid-Bombenanschlag auf ein Flüchtlingslager westlich der Stadt ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr vom 2.7.2017 wurden 14 Insassen, meist Frauen und Kinder, getötet, 13 weitere verletzt. (http://www.sana.sy/?p=582629)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh informierte as-Sûmariyya News darüber, daß am 2.7.2017 durch die Truppen das Gebiet Makâwî in der Altstadt von Mossul befreit worden sei. (http://www.sana.sy/?p=582116)
Nach Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandeur der Operation „Wir kommen, Ninive!“, geht die Säuberung der Altstadt Mossul von Resten des IS weiter. Die Bundespolizei sicherte dabei den Stadtteil Bâb Ğadîd, den Sûq al-Arbaʽa wie die Eisenbrücke, während die Sicherheitskräfte die Kontrolle über das Ibn Sînâ–Krankenhaus samt Blutbank, Nuklearmedizin und Pathologie sowie das Wasserwirtschaftsamt übernahmen. In den letzten paar Stunden seien die Moscheen Kaʽb bin Mâlik und al-ʽAmriyya wie der Bereich ar-Râbiʽiyya befreit worden. Dabei wurden 110 Terroristen getötet, darunter drei Heckenschützen, 64 Sprengkörper demontiert, ein Netzwerk von Tunneln entdeckt und einige IS-Kommandostellen zerstört. (http://www.sana.sy/?p=581589 vom 1.7.2017)
Im Interview für Sputnik Arabic gab Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, zur Situation in Mossul an: „In der Stadt sind nur noch mehrere Dutzend Extremisten zurückgeblieben, von denen die meisten ausländische Bürger sind. Die Terroristen befinden sich in einer sehr schweren Lage und sind komplett umzingelt, und ihr baldiger Sturz ist nicht zu bezweifeln.“ Da manche Extremisten Suizidgürtel trügen, seien diese noch nicht endgültig aus der Provinzhauptstadt vertrieben: „Die irakischen Kräfte handeln höchst vorsichtig, um Zivilisten keiner zusätzlichen Gefahr auszusetzen.“
Auch dauere in mehreren Provinzen Krieg gegen den Terrorismus noch an, besonders im Westen von al-Anbâr und um Tal-ʽAfar (Tal Affar). Hierzu gibt Ra´îd al-ʽAzâwî (?, Raid al-Azawi), Dozent für Internationale Beziehungen an der Amerikanischen Universität, zu bedenken, daß auch weiterhin eine US-Militärpräsenz in Kauf genommen werden müsse. Infolge der US-Invasion 2003, die auch die auch zur Terrorismuskrise geführt habe, gebe es im Land es immer noch keine echte einheitliche Armee, auf im Fall innerer oder äußerer Gefahren Verlaß sei. (https://sptnkne.ws/eMCs)
Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî konnte am 30.6.2017 zusammen mit Grenzschutzkräfte einen IS-Angriff von al-Qâ´im aus nördlich des Grenzübergang al-Walîd zu Syrien abwehren und dabei etliche Terroristen eliminieren. (http://www.sana.sy/?p=581308)
Bei der Detonation eines selbstgebauten Sprengsatzes nahe des Obst- und Gemüsemarktes von al-Laṭîfiyya im S von Bagdad am 30.6.2017 wurden laut as-Sûmariyya News wurden drei Personen verletzt. (http://www.sana.sy/?p=581295)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî verkündete laut as-Sûmariyya News am 29.6.2017 nach den letzten Rückeroberungen in der Alt-Stadt (vgl.u.) das Ende des IS in der Provinzhauptstadt Mossul. (http://www.sana.sy/?p=581063)
Gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 29.6.2017 wurde an diesem Tag die an-Nûrî–Moschee mit dem al-Ḥadbāʾ–Minarett (vgl.u.) und das Gebiet as-Sarğ Ḫâna in der Altstadt von Mossul vom IS zurückerobert. Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat teilte Dasselbe hinsichtlich des Krankenhauses al-Batûl samt dem Gebäude für geistig Behinderte auf dem Westufer des Tigris mit. Außerdem wurden 20 vom IS entführte Kinder im Bezirk aš-Šifâ´ befreit. (http://www.sana.sy/?p=580910)
Die Truppen eliminierte eine Gruppe IS-Terroristen im Bezirk Tal ʽAfar im W der Provinz Nînawâ (Ninive); die Luftwaffe bombardierte IS-Schlupfnester nordöstlich von Diyâlâ. In Mossul heute befreite die Armee die az-Ziwânî-Moschee im Bereich Bâb al-Baiḍ in der Altstadt. – Auf der anderen Seite wurden zwei irakische Polizisten durch die Detonation einer an einem Fahrrad angebrachten Bombe in Falûğa/Provinz al-Anbâr verletzt. (http://www.sana.sy/?p=579874 vom 27.6.2017)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 26.6.2017 eroberten die vereinten Streitkräfte in der Altstadt von Mossul den Stadtteil Fârûq I. Im Stadtteil Tal ʽAfar, in dessen Mitte zuletzt ein hochrangiger IS-Angehöriger (s.u.) mit dem Namen Abû ʽAbdullâh al-Ḥalabî [d.h. aus Aleppo] getötet worden war, verhängte die Terrororganisation eine Ausgangssperre und versetzte das Gebiet in Alarmzustand. (http://www.sana.sy/?p=579290)
Den Streitkräften gelang die Liquidierung von drei der prominentesten IS-Führer, darunter den sog. Dîwân al-Ğund (Leiter des „Heeresamts“), mit mehreren ihrer Untergebenen der Gegend in einem Luftangriff im Stadtteil Tal ʽAfar der Altstadt von Mossul, meldete as-Sûmariyya News am 25.6.2017. (http://www.sana.sy/?p=578389)
Vereitelung von drei Terroranschlägen gegen Standorte von Militär- und Sicherheitskräften in der Provinz Diyâlâ mit Beseitigung einer Reihe von IS-Extremisten, nämlich nahe des Dorfes Maḥbûbiyya am Rande von Banî Saʽd, südwestlich von Baʽqûba durch Sicherheitskräfte, dann durch die Armee im Dorf al-Asyûd nahe Ḥûḍ az-Zaur nordöstlich von Baʽqûba und schließlich durch Stammesleute in Ḥûḍ Šarwîn östlich von Baʽqûba, wie das Mitglied des Rats von Diyâlâ, Karîm al-Ğubûrî, erklärte. Auch in Kirkûk wurde der IS-Zuständige für die Sicherheit im Stadtteil al-ʽAbâsî getötet. (http://www.sana.sy/?p=578788 vom 25.6.2017)
Basierend auf einer Meldung von al-ʽArabiyya berichtet Russia Today, daß sich in Mossul nur noch knapp 200 IS-Kämpfer aufhalten sollen. Dort sprengte sich am 25.6.2027 in Suizidattentäter innerhalb einer Menge aus der Provinzhauptstadt Flüchtender in die Luft und riß damit mindestens 20 andere mit in den Tod. (https://sptnkne.ws/eHQz)
Gemäß Meldung von as-Sûmariyya News hinterließ ein Suizidanschlag in der westlichen Provinz al-Anbâr neun Tote und zehn Verletzte. Die meisten Opfer sind Soldaten. (http://www.sana.sy/?p=577812 vom 23.6.2017)
Wie Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat am 22.6.2017 as-Sûmariyya News berichtete, befreiten seine Leute an diesem Tag die Moschee al-Ḥâmidîn in Bâb al-Abyaḍ auf dem Tigris-Westufer von Mossul sowie die Simeons-Kirche. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî zerstörte derweil die größten IS-Lager an Vorräten und Treibstoff bei einem Ölfeld, 90km nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ. (http://www.sana.sy/?p=577541)
Die Sprengung der an-Nûrî-Moschee aus dem 12.Jh. in Mossuls Altstadt, am 22.6.2017, bekannt geworden durch die Ausrufung des IS-Kalifats am 29.6.2014 darin durch Abû Bakr al-Baġdâdî, bezeichnete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî als Verbrechen und Zeichen der Niederlageder der IS-Terrororganisation. Die Detonation ereignete sich 50m entfernt von den vordringenden Armeetruppen. Zuvor soll der IS 60 Familien in den Bau verschleppt und dabei umgebracht haben. – Die Moschee, benannt nach ihrem Bauherrn Nûr ad-Dîn Zankî [auch Namensgeber einer Terrorunterorganisation in Syrien!], galt mit ihrem leicht gekrümmten Minarett, genannt al-Ḥadbāʾ [d.h. die Gebückte], als eines der Wahrzeichen der Provinzhauptstadt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28548-is_zerst%C3%B6rt_historische_mo- schee_in_mossul_mitglieder_von_60_familien_get%C3%B6tet)
Beim Angriff auf Alt-Mossul durch Spezialeinheit der Anti-Terror-Einheiten erlitten die Kämpfer Wunden, die eindeutig auf die erneute Verwendung chemischer Kampfstoffe durch den IS hindeutete. (https://sptnkne.ws/eG4D vom 21.6.2017)
Der irakische Nationale Sicherheitsberater, Fâliḥ al-Fayâḍ, sprach im Interview mit dem Sender al-Mayâdîn über die Koordinierung der irakischen und syrischen Antiterror-Operationen in der gemeinsamen Grenzregion. hinsichtlich der Aktionen der US-Seite in Nah-Ost versicherte er, daß sein Land niemals zuließe, daß es Ausgangspunkt für deren Militärschläge auf syrischem Territorium werde. Außerdem betonte er, die Beziehungen zwischen dem Irak, Syrien und dem Iran seien „ausgezeichnet“. Man strebe ein gutes Miteinander mit den Nachbarländern an anstelle von Gegnerschaft, die nur zu Kriegen führe. Auch komme eine Zusammenarbeit im Counterterrorismus allen Ländern der Region zu Gute. (http://www.sana.sy/?p=576372)
In Alt-Mossul wurden am 20.6.2017 die drei Stadtteile as-Sâʽa, al-Mušâhida und Ḫazrağ durch Antiterrortrupps dem IS entrisse laut dem Vize-Vorsitzenden des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Parlament, Nâyif aš-Šamrî. Nach Angabe von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News befreite die 9. Panzerdivision zudem den südlichen Teil des Stadtteils aš-Šafâ´, die antike Qalʽat Bâšṭâbiyân und erkämpfte die Kontrolle über das Jugend-Gefängnis, die Ruhestätte von Yaḥyâ Abû al-Qâsim neben dem Gesundheitsamt von Ninive, die Marien-Kirche und die 5. Brücke. (http://www.sana.sy/?p=576205)
Am 19.6.2017 gelang dem Grenzschutz die Rückeroberung des Grenzstreifens von 40km zwischen dem Grenzübergang al-Walîd und dem von al-Qâ´im. Der Kreisdirektor des Kreises von al-Walîd der Provinz al-Anbâr, ʽAbdul-Munʽam aṭ-Ṭarmûz, bestätigte zudem die Ankunft von Verstärkungseinheiten im Ort. (http://www.sana.sy/?p=575653)
Während ihrer Sitzung in Luxemburg einigten sich die EU-Außenminister am Mo., 19.6.2017, auf die Entsendung von Militärberatern und Soldaten in den Irak. Diese sollten nach der Vertreibung des IS aus dem Land die Landes-Streitkräfte bei der Herstellung und Beibehaltung der Ordnung ausbilden und nicht an Kampfhandlungen teilnehmen. Auf einer Pressekonferenz bemerkte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini dazu: „Ich hoffe, das kann schnell genug gehen, hoffentlich in den kommenden Monaten, so dass wir alle unsere Ratschläge und Unterstützung für die irakischen Behörden liefern können.“ Laut EU-Diplomaten habe der Irak die Europäische Union offiziell um ihre Hilfe gebeten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28468-eu_pr%C3%BCft_truppenentsendung_in_den_irak)
Am 19.6.2017 wurde die Zentrale der syrisch-irakischen Industrie- und Handelskammer (ISICC) in Bagdad eröffnet. (http://www.sana.sy/?p=575902)
Am So., 18.6.2017, begannen die vereinten Streitkräfte von Armee, Antiterrorkämpfern und Bundespolizei den Sturm auf die Alt-Stadt von Mossul [im Westteil der Provinzhauptstadt], wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. (http://www.sana.sy/?p=574803)
Gemäß Mitteilung des Verteidigungsministeriums vom So.,18.6.2017, eroberte die 7. Division ausgehend von Straße nach ʽAna, Râwa und Qâ´im in Richtung Wâdî Ḥaurân in der westlichen Wüste der Provinz al-Anbâr das Gebiet von aṣ-Ṣakra vom IS zurück, tötete dabei 43 von deren Kämpfern und zerstörte zwei ihrer Autobomben. Anschließend wurde das Terrain von hinterlassenen Sprengsätzen gesäubert. – Das 13. Bataillon von al-Ḥašd aš-Šaʽbî verhinderte unter Deckung der irakischen Luftwaffe einen Durchbruch von IS-Terroristen an der Grenze zu Syrien und zerstörte eine Reihe ihrer Kampfwagen und vernichtete die Angreifer vollständig, wie Generalmajor Aḥmad Naṣrullâh in einer Erklärung erläuterte. (http://www.sana.sy/?p=575176)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî machte am Abend des 17.6.2017 beim Treffen mit Medienvertretern und Politikanalytikern in Bagdad deutlich, daß vom Irak keine Angriffe auf Nachbarstaaten erfolgen dürften. Ebensowenig dürfe das Land, das gerade mit der Wiederherstellung der Sicherheit im eigenen Territorium befaßt sei, keine Region zur Begünstigung von Spannungen und Feindseligkeiten sein. Man begrüße den Aufbau positiver Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses anstatt von Feindseligkeiten. „Auch wenn man uns die Welt zu Füßen legt oder den Irak umsonst wieder aufbaut, werden wir der Islamischen Republik Iran nicht den Rücken kehren“, erklärte er. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28384-haidar_al_abadi_vom_irakischen_boden_darf_kein_an-griff_auf_nachbarstaaten_erfolgen).– Knapp zwei Wochen zuvor hatten positive Worte des qaṭarischen Emirs hinsichtlich des Irans eine Krise ausgelöst und zum Zerwürfnis u.a. mit seinen unmittelbaren Nachbarländern geführt. Dies wiederum geschah in der Folge der gegen den Iran gerichteten Rede von US-Präsident Trump während seines Besuches in ar-Riyâḍ (vgl. http://www.voltairenet.org/article196560.html, http://www.sana.sy/?p=567027, https://sptnkne.ws/eDnN etc.).
Laut as-Sûmariyya News vom 17.6.2016 haben die vereinten irakischen Streitkräfte bestehend aus Grenzschutz, al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Clan-Mitgliedern unter Deckung der Luftwaffe im Kampf gegen den IS den Grenzübergang al-Walîd nach Syrien unter ihre Kontrolle gebracht und den verbleibenden Grenzstreifen zwischen der jordanisch-syrisch-irakischen Grenze von Terroristen gesäubert. (http://www.sana.sy/?p=574319)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh vom 16.6.2017 wurde der Stadtteil Bâb Sinğâr in West-Mossul zurückerobert. Teile der 15. Infanteriedivision befreiten zudem die Dörfer al-Buwîr, al-Lazâka, as-Salâm und al-Manṣûr, die al-Manṣûr-Militärfabrikationsanlage wie die al-Buwîr-Wasseraufbereitungsanlage östlich der Straße al-Kazak al-Maḥalbiyya im Westen von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=573379)
IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî mit weiteren hohen IS-Führern in Syrien getötet!
Das russische Verteidigungsministerium informiert am Fr., 16.6.2017: „Laut der Information, die durch unterschiedliche Kanäle geprüft wird, ist der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi bei der Sitzung, die die russische Luftwaffe angegriffen hat und an der er beteiligt gewesen ist, getötet worden.“ Es handelt sich um einen Luftangriff der russischen Streitkräfte nahe ar-Raqqa vom 28. Mai. Wie schon zu früheren Zeitpunkten konzentrieren sich Luftschläge der syrischen und russischen Kampfflieger infolge geheimdienstlicher Überwachungstätigkeit auch auf Treffen hochrangiger Terroristenführer. Ende Mai bestätigten Videos einer Überwachungsdrohne Ort und die Zeit des Treffens hoher IS-Kommandeure in einem südlichen Vorort von ar-Raqqa. Darauf erfolgte von 00.35 bis 00.45 Uhr (Moskauer Zeit) der Angriff, von dem die USA im voraus informiert worden waren. Dazu hieß es aus dem Ministerium: „Bei einem Luftschlag der Flugzeuge vom Typ Su-35 und Su-34 wurden ranghohe Kommandeure des IS, die dem sogenannten Militärrat der Terrororganisation angehörten, sowie etwa 30 mittlere Kommandeure und rund 300 Leibwächter vernichtet.“. Aufgrund der zuvor gesammelten Informationen sollten bei dem Treffen, an dem auch ranghohe Mitglieder des sog. IS-Militärrates teilnahmen, Fluchtkorridore für IS-Kämpfer aus ar-Raqqa in südlicher Richtung [d.h. nach Dair az-Zaur] geplant werden, was unbedingt verhindert werden mußte. Unter den Getöteten befänden sich auch der IS-Amîr von ar-Raqqa, Au al-Hadschi al Mysri [Abû al-Ḥâğ al-Maṣrî, demnach ein Ägypter], der Chef des IS-„Sicherheitsdienstes“, Suleiman al-Schauakh [Sulaimân aš-Šawâḫ], und der für das Gebiet ar-Raqqa – as-Suḫna zuständige Kommandeur Ibrahim an-Nayef al-Hadsch [Ibrâhîm an-Nâyif al-Ḥâğ]. (https://sptnkne.ws/eDXu, https://sptnkne.ws/eDWx, http://www.sana.sy/?p=573797, http://www.sana.sy/?p=573797)
Die Luftwaffe eliminierte zehn IS-Schlupfnestern samt Kämpfern in al-Muṭaîbîğa an der Grenze zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn, wie der Bürgermeister von Ḫâliṣ/ Provinz Diyâlâ namens ʽUday al-Ḫadrân gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. Laut dem Kommandanten der Tigris-Operationen, Generalleutnant Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, wurde auch eine IS-Zentrale zerstört, zudem fanden Razzien im NW von Baʽqûba statt. (http://www.sana.sy/?p=572010 vom 13.6.2017)
Im Flüchtlingslager Ḥusn Šâm nahe Mossul kam es infolge des Ifṭar-Essens [Fastenbrechen im Ramaḍân] am Abend des 12.6.2017 zu Vergiftungserscheinungen. In der Folge starben zwei Menschen, 752 weitere Personen erkrankten schwer an Lebensmittelvergiftung, wie sich später herausstellte und vom UN-Flüchtlingskommissar bekannt gemacht wurde. Der Sprecher des irakischen Gesundheitsministerium, Saif al-Badr, informierte AFP darüber, daß nun Untersuchungen im Gange seien. Klar sei jedoch, daß die Verantwortlichen für die Bereitstellung des Essens von der qaṭarischen Firma RAF stammten. Tags darauf kam es daher zu Verhaftungen in der Firma wie in einem Restaurant der Provinz Arbîl laut Aussage des Vorsitzenden des Ausschusses für Migration im irakischen Parlament mit Namen Raʽad ad-Dahalakî. (http://www.sana.sy/?p=571903)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News am 12.6.2017 befreiten Abteilungen der 15. Infanteriedivision die Dörfer Šaiḫ Qara Saflâ, Ṭayyiša al-ʽAṭšâna, aš-Šuhadâ´ al-ʽAzîziyya, al-Mawâlî westlich der Gebirgskette ʽAṭšâna im Osten des Gebiets von al-Maḥalbiyya östlich von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=571226
Durch ein von der qaṭarischen Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis ausgegebenes Dokument (s. Photo) bestätigte sich, daß ca. 1.800 Terroristen aus verschiedenen nordafrikanischen Ländern in den Irak geschickt wurden, um die dort agierenden Terrororganisationen zu verstärken. Am 11.6.2017 informierte as-Sûmariyya News darüber, daß ein Sprecher der Führung der libyschen National-Armee, Aḥmad al-Masmârî, in einer Erklärung dieser Woche im Fernsehen sagte, Sicherheitsdienste hätten ermöglicht, dieses Dokument zu erhalten, als Beweis für eine Beteiligung des Scheichtums Qaṭar beider Unterstützung terroristischer Organisationen. Feldmarschall Ḫalîfa Ḥaftar, Kommandant der libyschen National-Armee, bestätigte zudem letzten Monat, daß das Scheichtum Qaṭar den Terrorismus in seinem Land unterstütze und es Mitglieder der bewaffneten Milizen von Libyen trainieren lasse. Laut dem o.e. Dokument befanden sich die angesprochenen Trainingslager in az-Zintân, Banġâzî, az-Zâwîyya und Miṣrâta, von wo aus die 1.800 Terroristen in drei Chargen über libysche Häfen via Türkei in den Irak gebracht wurden. Durch libysche Sicherheitsquellen wurde außerdem deutlich, daß der berüchtigte und durch das Scheichtum Qaṭar bevorzugt unterstützte Terroristenführer mit Alias-Namen ʽAbdulḥakîm bi_l-Ḥâğ (Belhaj, a.: Belhadsch in der Lage war, durch eine eigene seit im September 2015 eingerichtete Fluggesellschaft mit Zielort Istanbul mehr als 3.000 Terroristen durch türkisches Territorium zwischen Libyen und Syrien zu transferieren. (http://www.sana.sy/?p=570540)
Die vereinten Streitkräfte des Landes vollendeten am 10.6.2017 die Befreiung des Stadtteils az Zanğîlî in West-Mossul. Beim Minenräumen habe man laut dem Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat dort moderne Anlagen zur die Herstellung von Raketenwerfern, großen Mengen an Sprengstoff und Raketen sowie anderen Waffen gefunden. Auch wurden gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh sechs weitere Dörfer im Westen der Provinzhauptstadt der IS-Kontrolle entrissen, nämlich az-Zarnûk, Šaiḫ Qara al-ʽAliyâ, al-Muhâfîf, Dâm Sinğâr, Tal Ḫîma, Baġla westlich der Gebirgskette ʽAṭšâna. In der Morgendämmerung eroberten Kräfte der Brigade 51 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî das Gebiet al-Masîḥilî im Bezirk Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn vollständig zurück, während die 33. Brigade erfolgreich gegen einen IS-Konvoi auf der Verbindungsstraße zwischen Bagdad und Mossul vorging. Gemäß Generalmajor Ḥaidar Muḥammadâwî scheiterte zwar der Angriff im SW der Wüste von Nînawâ (Ninive) bei Ğibâl Makḥûl und aš–Šarqâṭ, doch wurden den Terroristen schwere Verluste beigebracht. Laut der Direktion des militärischen Geheimdienstes konnten die Sicherheitskräfte IS-Suizidanschläge gegen den großen Damm in Diyâlâ verhindern, der von Booten aus durchgeführt werden sollte. alle Terroristen konnten eliminiert werden. (http://www.sana.sy/?p=570139 vom 10.6.2017)
Ein Suizidattentäter sprengte sich am 9.6.2017 mittels eines Sprengstoffgürtels auf einem Parkplatz im Zentrum von Karbalâ´ in der Provinz Bâbil (Babylon) in die Luft. Laut as-Sûmariyya News starben dabei 20 Personen, 21 wurden verletzt.(http://www.sana.sy/?p=569602) – Pars Today gibt neun Tote und 15 Verletzte an und ergänzt, daß es sich bei den Opfern in der Hauptsache um Pilger gehandelt habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28004-irak_24_to- te_und_verletzte_bei_terrorranschlag_in_kerbela) – Die Wüstenstadt ist ein für Šîʽiten wichtiger Wallfahrtsort seit der Schlacht vom 10.10. 680 n.u.Z., bei der der Prophetenenkel Ḥussain sein Leben einbüßte.
Bei einem Bombenanschlag am Eingang zum großen Markt von Musayyib im N der Provinz Bâbil wurden am selben Tag 20 bzw. 21 Menschen getötet und 21 bzw. 20 verletzt. (http://www.sana.sy/?p=569696, s.a. https://sptnkne.ws/eAV8)
Nach Aussagen glaubwürdiger Zeugen sollen IS-Kämpfer in Mossul am 8.6.2017 gemäß Sputnik zum neunten Mal Chemiewaffen eingesetzt haben und zwar gegen Zivilisten, die Stadtteil az-Zanğîlî (vgl.u.) zu verlassen suchten. Es sollen mindestens 13 Menschen, auch Frauen und Kinder, verletzt worden sein. (https://sptnkne.ws/eAA7)
Am 6.6.2017 kamen laut as-Sûmariyya News drei Kinder ums Leben, zwei Frauen wurden verletzt, als inmitten der Stadt Hît in der Provinz al-Anbâr eine Handgranate auf ein Wohnhaus warf, welche detonierte. In den letzten Tagen hätten sich in der Stadt schon einige Attentate von sog. IS-Schläfern gegen Bürger und Angehörige der Streit- und Sicherheitskräfte ereignet. Man versuche solche Zellen weiterhin aufzuspüren und unschädlich zu machen. (http://www.sana.sy/?p=568054)
Am 6.6.2017 befreite al-Ḥašd aš-Šaʽbî ein weiteres Wohngebiet südlich des Flughafen Saḥl Sinğâr im Westen der Provinz Ninive vom IS, wie as-Sûmariyya News meldete. (http://www.sana.sy/?p=567561)
Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî hat einer Meldung von as-Sûmariyya News zufolge im NW von al-Baʽâğ weitere neun Dörfer im Grenzgebiet zu Syrien befreit, nämlich: Bi´r Aṣîbaʽî, ʽAliyya, Šarğî ar-Râwî, Ḥamad al-Madlûl, Marzûka – al-Ḥadûdiyât, Tûmân, Raqba al-Fars, Ḫirbat al-ʽArîḍa. Die Operation werde weitergeführt, bis alle Ortschaften in jenem Gebiet dem IS entrissen seien. Außerdem wurden in Richtung des Abzweigs al-Walîd al-Ḥudûdî in einem Gefecht 37 IS-Terroristen getötet und acht Autobomben zerstört. (http://www.sana.sy/?p=567197)
Die Brigade 11 und 41von al-Ḥašd aš-Šaʽbî befreiten einer Erklärung nach einen weiteren Wohnkomplex im S von al-Baʽâğ. (http://www.sana.sy/?p=566249) Tags darauf, am 4.6.2017, gelang dann die Rückeroberung der Stadt selbst unter Deckung der Luftwaffe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27786-irak_befreiung_stra- tegischer_stadt_baadsch_an_der_syriengrenze)
Gemäß einer Erklärung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandeur der Operation „Wir kommen, Ninive!“ gegenüber as-Sûmariyya News konnte am 3.6.2017 der Stadtteil aṣ-Ṣiḥa I in West-Mossul endgültig von den IS-Terroristen befreit werden. (http://www.sana.sy/?p=565983)
Durch eine im Bereich einer Armeepatrouille in ar-Raḍwâniyya explodierende Bombe wurden ein Soldat getötet und eine weiterer verletzt, wie as-Sûmariyya News am 2.6.2017 meldete. (http://www.sana.sy/?p=565873)
Nach Vertreibung der IS-Terroristen aus dem Grenzdorf Ğâyir Ġalfas durch die al-Ḥašd aš-Šaʽbî befreiten diese auch die Wohnanlage aṣ-Ṣakâr mit umliegendem Gebiet im südlichen al-Baʽâğ-Bezirk, wobei sie zuvor deren Bewohner evakuiert hatten. Außerdem verhinderten sie einen Suizidanschlag mittels Autobombe, verhafteten den Täter und vernichteten die Sprengsätze. Anschließend wurde das Dorf al-Ḫabra südlich von al-Baʽâğ der IS-Kontrolle entrissen bei erheblichen Verlusten auf der Feindseite. Der al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Führer, Abû Mahdî al-Muhandis, erklärte dazu gegenüber einem Kriegsberichterstatter, die Volkswehr werde nach Befreiung des gesamten Grenzstreifens zu Syrien die Kontrolle darüber der Grenzpolizei übergeben. – Die Volkswehr hatte am 24. 5.2016 den Beginn der zweiten Phase der Befreiung der restlichen Bereiche westlich von Qairâwân und al-Baʽâğ entlang der irakisch-syrischen Grenze angekündigt. (http://www.sana.sy/?p=565614 vom 1.6.2017)
Zwar sind die Truppen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî inzwischen an der Grenze zu Syrien angekommen, doch werden sie solange nicht die Grenze überschreiten, bis sich diesbezüglich eine Genehmigung der Regierung in Damaskus vorliegt bzw. diese mit der in Bagdad darüber einvernehmlich entschieden hat. Man werde sich in jedem Fall an das geltende [Völker-]recht halten, erklärte hierzu ein Sprecher der Führung der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Aḥmad al-Asadî, gegenüber as-Sûmariyya News. Er widersprach damit dezidiert anderslautenden Gerüchten, diese seien bar jeglicher Authentizität. (http://www.sana.sy/?p=565533)
Im kürzlich von der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî zurückeroberten und den jesidischen Behörden überantworteten früheren IS-Hochburg Kûğû (vgl.u.), ca. 18km südlich von Sinğar haben deren Kämpfer fünf weitere Massengräber mit vom IS im Jahr 2014 ermordeten Jesiden [Yazîdîyûn, vgl.u.] entdeckt. „Zurzeit wissen wir nicht, wieviel Menschen dort begraben sind. Die Untersuchungen werden fortgesetzt„, informierte der Sprecher der Behörde für religiöse Angelegenheiten der autonomen kurdisch-irakischen Regierung, Xeyri Boazan, den Reporter von Sputnik Türkei. Es müßten aber gut 400 Leichen sein. (https://sptnkne.ws/e6pf)
Bei einer Suizidattacke nahe einer Schule im Zentrum der Stadt Hīt (vgl.u.) in der westirakischen, an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr kamen am Dienstagabend, 30.5.2017, zwölf Menschen ums Leben, 13 weitere wurden verletzt (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27646-irak_12_tote_bei_terroranschlag_in_h%C4%ABt)
Angriffe auf IS-Trupps flog die Luftwaffe im Raum Tal Fâris, al-Baʽâğ und Bâdûš, zerstörte u.a. eine IS-Zentrale im al-Baʽâğ-Bezirk sowie eine Sprengvorrichtung im Dorf al-Bûṯa südlich von al-Baʽâğ, während al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen IS-Ansammlungen westlich von Mossul erfolgreich vorging.(http://www.sana.sy/?p=564442)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî trat am 29.5.2017, gegenüber IRNA dezidiert Gerüchten entgegen, wonach sich der Irak einer US-israelisch geführten Allianz zusammen mit Saudi-Arabien gegen den Iran zusammenschlösse. Solches anzunehmen, sei insbesondere angesichts der wesentlichen Unterstützung seitens des Iran im Kampf gegen den Terrorismus blanker Unsinn. Der Iran sei ein friedlicher Staat, der bestrebt sei, mit anderen im guten Einvernehmen zu stehen. http://www.sana.sy/?p=563974)
Durch die Detonation einer in einem Auto versteckten IS-Bombe, das vor einer Eisdiele im belebten bagdader Stadtbezirk Karâda abgestellt war, kamen am Montagabend, 29.5.2017, 15 Menschen ums Leben, 55 weitere wurden verletzt. – Schon tags zuvor hatte es in jenem Viertel einen Bombenanschlag, mit 13Toten gegeben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27582-irak_15_tote_nach_bombenanschlag_in_bagdad, s.a. http://www.sana.sy/?p=564233)
Nach Aussage von Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl vom 29.5.2017 werden die Operationen in Mossul fortgeführt. Seit der Rückeroberung der drei Stadtteile (s.u.) sei nun die Altstadt von Süden, Westen und Norden eingekreist [im Osten begrenzt der Tigris jenen Westteil der Stadt!]. Abends am Vortag habe die Luftwaffe tausende Flugblätter abgeworfen, damit die in der Altstadt lebende Bevölkerung sich über eingerichtete Sicherheitskorridore von dort flüchten solle. (http://www.sana.sy/?p=563573)
Am So., 28.5.2017, beseitigte laut Oberst Muḥammad al-Mâlikî gegenüber as-Sûmariyya News die al-Ḥašd aš-Šaʽbî unter Deckung der Luftwaffe einen IS-Trupp mit Panzern und drei Autobomben im al-Baʽâğ-Bezirk im W der Provinz Nînawâ. (http://www.sana.sy/?p=563014) – Zudem befreite diese Volkswehr das Gebiet al-Qaḥṭâniyya in derselben Gegend. (http://www.sana.sy/?p=563051)
Gemäß Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh im Gespräch mit as-Sûmariyya News vom 27.5.2017 befreiten die vereinten Truppen die drei Stadtteile aš-Šifâ´, Zanğîlî und aṣ-Ṣiḥa I im Westteil von Mossul inklusive des staatlichen Krankenhauses dort.
Al-Ḥašd aš-Šaʽbî vertrieb derweil die IS-Terroristen aus den Dörfern Rambûs aš-Šarqiyya und Rambûs al-Ġarbiyya im N von al-Baʽâğ im W der Provinz Nînawâ. (http://www.sana.sy/?p=562554)
Laut einer Erklärung eines Vertreters von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber as-Sûmariyya News vom 26.5.2017, konnten die Dörfer Biskî, al-Ḥâtimiyya, al-Qâbûsiyya und Rambûs befreit werden, nachdem zuvor die lokale IS-Hochburg Kûğû, eine Stadt im Westen von al-Qairawân nach heftigen Kämpfen mit den dort zunächst eingekesselten IS-Terroristen hatte erobert und zudem die Kontrolle über die Straße Sinğar – al-Baʽâğ hatte hergestellt werden können.
Im NO der Provinz Diyâlâ wurde zudem ein IS-Anführer während eines Terroranschlags auf einen Sicherheitsposten getötet.
Zudem vereitelten die vereinten Truppen einen Angriff von IS-Terroristen auf Sicherheitsposten nahe Ḥamrîn nordöstlich von Baʽkûba in der Provinz Diyâlâ, während deren Sicherheitskräfte ein Grab mit 40 Leichen von IS-Terroristen Ermordeter in al-Bûbâlî im Gebiet ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr entdeckten.
Am Morgen wurde ein Iraker getötet, drei erlitten Verletzungen infolge der Detonation eines am Straßenrand nahe eines belebten Marktes südlich von Bagdad angebrachten Sprengsatzes. (http://www.sana.sy/?p=562141)
Der Politologe Th. Meyssan informiert über eine Umsetzung der veränderten US-Politik unter Präsident Trump in Nah-Ost. Demnach wurden drei Kommunikationskanäle zwischen der russischen und der US-Armeeeingerichtet:
Im gemeinsamen US Generalstab sei General Kenneth F. McKenzie dazu bestimmt worden jegliches Problem zwischen beiden Armeen in der Region mit absoluter Dringlichkeit zu behandeln.
Eine direkte Leitung sei zwischen den Verantwortlichen der Operationen beider Länder im Irak und in Syrien eingerichtet worden mit dem Ziel, ihre Operationen in den vier durch die Verhandlungen in Astana eingerichteten De-Eskalationszonen zu koordinieren. Jene Übereinkunft war unter Schirmherrschaft Rußlands, des Iran und der Türkei zustande gekommen, von der US-Regierung jedoch nicht offiziell akzeptiert worden. Meyssan vermutet daher diesbezüglich eine Vereinbarung geheimer Art zwischen Moskau und Washington.
Zudem sei eine direkte Leitung zwischen dem Befehlshaber des CentCom, General Joseph Votel, und seinem russischen Pendant eingerichtet worden, um strategische, nicht taktische Probleme zu behandeln.
Der Politologe konstatiert: „Diese Maßnahme markiert eine Revolution in Bezug auf die Gewohnheiten der US-Armeen, die sich diesem bisher stets widersetzt haben. Es ist die direkte Konsequenz der neuen von Donald Trump eingehauchten Strategie“. (http://www.voltairenet.org/article196473.html vom 25.5.2017)
Laut einer Mitteilung von Human Rights Watch (HRW) vom Do., 25.5.2017, haben IS-Terroristen ca. 3.000 Zivilisten aus Dörfern im Norden der Stadt Nînawâ entführt, um sie an die Grenzen zu Syrien als menschliches Schutzschild zu mißbrauchen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27452-irak_is_entf%C3%BChrt_3000_zivilisten_im_westen_von_nineveh)
Amnesty International kritisiert nun öffentlich, was irakische Bewohner vor Ort und Regierungsbeamte bzw. Volksvertreter im Parlament schon vor Jahren anprangerten (vgl.u.): laut einem Bericht der Financial Times sind den US-Streitkräften im Irak Rüstungsgüter im Wert von einer Milliarde Euro „verloren“ gegangen, von denen Amnesty International annimmt, daß sie in den Händen der IS– und anderer Terroristen gelandet sind. Darunter befanden sich zehntausende Sturmgewehre, hunderte Granatwerfer und Panzerkraftwagen des Typs Humvee, welche regelmäßig von IS-Suizidattentätern als selbstfahrende Bomben eingesetzt worden sind und werden. (https://www.ft.com/content/eb7f4c3c-404c-11e7-9d56-25f963e998b2, https://sptnkne.ws/e32v) – Die Iraker hatten zum Grund des Verschwindens – während der Obama-Ära! – andere klare Ursachen benannt (s.u., z.B. 24.10.2016).
Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî kündigte im Interview mit as-Sûmariyya News vom 25.5.2017den Beginn einer zweiten Operation zur Säuberung von IS-Terroristen westlich al-Qairawân (Provinz Nînawâ) an. Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gab einen kurzen Überblick der letzten Ergebnisse im NO der Provinz Diyâlâ, wo IS-Nester aufgespürt und vernichtet worden seien. Bundespolizeikommandeur Râ´id Šâkir Ğaudat konnte melden, daß das [Gebäude mit dem] Šarîʽa-Gericht des IS-Wilâyat al-Ğund im Stadtteil 17. Juli von Mossul erobert worden sei. Darin fanden sich wichtige Dokumente, Haftzellen und Foltereinrichtungen für die Gefangenen. Einen Zusammenstoß mit einem IS-Trupp gab es zudem in der Altstadt bei der an-Nûrî-Moschee.(http://www.sana.sy/?p=561277)
Gemäß Generalleutnant Ğalîl ar-Rubaîʽî gegenüber as-Sûmariyya News beginnen am 23.5.2017 zwei Militäroperationen, einmal westlich von Bagdad unter seinem Kommando und dann in der Provinz Diyâlâ. Im ersten Fall sollen die Bereiche Nibâʽî und al-Kasârât sowie Banî Zaid von IS-Terroristen gesäubert werden, im zweiten Fall rücke man laut dem Kommandanten, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, zusammen mit der Bundespolizei, der Volkswehr und Stammesleuten von drei Achsen vor, um den IS aus den Gebieten Qara Taba (Tepe) östlich von Baʽkûba und der Hügelkette Tilâl Ḥamrîn nordöstlich von Baʽkûba zu vertreiben.
In der Provinz al-Anbâr gelang es der Armee, einen IS-Vorstoß auf Ḫaṭ aṣ-Ṣad, ca. 12km westlich von ar-Ramâdî zu evreiteln.
Eine am Straßenrand im Bereich von ar-Raʽûd nördlich von Bagdad angebrachte Sprengladung detonierte beim Passieren einer Militärpatrouille, tötete einen Offizier und verletzte drei weitere.
In den Tiefen der Wüste von al-Anbâr eliminierten irakischen Streitkräfte 34 IS-Terroristen, deren Großteil Sprengstoffgürtel trug.
Ebenfalls in dieser westlichen Wüstengegend wurden innerhalb von 48 Stunden erfolgreiche Blitzangriffe auf eine Strecker von 40km nördlich des al-Qâdisiyya–Sees in Richtung Rawah, südlich des Euphrats in Richtung Rîḥâna und in Richtung Itâd Ḥadîṯa sowie Wâdî Ḥaurân gegen IS-Trupps durchgeführt.
(http://www.sana.sy/?p=560093)
Ein Vertreter der Sicherheitskräfte der Provinz Kirkûk teilte gegenüber RIA Novosti mit: „Alle Anführer des IS sind aus Mossul in die Provinz al-Hawidscha, die sich 55 Kilometer westlich von Kirkuk befindet, umgezogen“. Die Stadt al-Ḥawîğa, ca. 170km südlich von Mossul gelegen, befindet sich seit 2014 unter IS-Kontrolle. Zuvor zählte sie etwa 500.000 Einwohner. Demnach errichtete der IS den Sitz seiner sog. Wilayât [Provinzen] Nînawâ, Dağla, Ṣalâḥuddîn, Diyâlâ u.s.w. in al-Ḥawîğa, welche damit zur IS-Hochburg wurde. Von dort aus kontrollieren sie die noch unter seiner Besetzung verbliebenen Gebiete von az-Zâb, al-ʽAbbâsîi, ar-Riyâḍ und ar-Rašâd südwestlich von Kirkûk und planen Anschläge auf eine Reihe der irakischen Provinzen. (http://www.sana.sy/?p=560093, s.a. https://sptnkne.ws/e2Mz vom 23.5.2017)
Hunderte von Kämpfern der libanesischen Hizbullâh zusammen mit denen der ihnen zahlenmäßig noch überlegenen irakischen al-Ḥašd aš-Šaʽbî seien in den letzten zehn Tagen in den SO von Damaskus/Syrien vorgestoßen, um die SAA und deren Alliierte zu unterstützen. Ersterer wie irakische Paramilitärs befänden sich seit 2013 auf syrischem Boden, nicht nur um die Damaskus-Bagdad-Autobahn gegen die Terroristen sichern zu helfen sondern ebenso die Grenzen. Kräfte von al-Ḥašd aš-Šaʽbî befänden sich erst seit 15 Monaten zum selben Zweck in Syrien, wobei sie sich zunächst im Gebiet von Sayyida Zainab (mit dem besonders für Šîʽiten bedeutsamen Wallfahrtsort) nahe Damaskus verteilt hätten sowie in den Provinzen Aleppo und Dair az-Zaur. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13960231001125 vom 21.5.2017)
Aus IS-Dokumenten, welche Armeeangehörige nach der Rückeroberung in der mossuler Universität fanden, experimentierten die Terroristen mit mit Schwefelthallium und Nikotin-Verbindungen, die üblicherweise zu Schädlingsbekämpfungsmitteln verarbeitet werden, auch an Menschen. Damit sollten „ideale tödliche Gifte“ mit Spätwirkung, die man dem Trinkwasser oder der Nahrung z.B. in westlichen Ländern zusetzen könnte, erprobt werden. sie können zudem bei einer chemischen Analyse nur schwer nachgewiesen werden. In einem Versuch verstarb ein 100kg schwerer Mann nach zehntägiger Beimischung unter Verzehrtes. Ausreichend Giftstoffe habe der IS zur Verfügung gehabt. (https://sptnkne.ws/ezUp)
Nach Auskunft des Führers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Hâdî al-ʽÂmirî, gegenüber as-Sûmariyya News vom 21.5.2017 sind dem IS ein Hügel mit Wohnblocks und die Dörfer ʽÎn (Ain) Fatḥî al-Ğanûbî, ʽÎn (Ain) Ġazâl al-Aulâ und ʽÎn (Ain) Ġazâl aṯ-Ṯâniyya, Bâsûk, Ğîlû und Tal Ḫân entrissen worden. Ein anderes Mitglied dieser Volkswehr teilte noch mit, daß auch die Dörfer Sâda Zûbiʽ, al-Masbas, an-Nîliyya und Ṯarâ al-Awîsaṭ in al-Qairawân westlich von Mossul vom IS befreit worden seien. Vom militärischen Geheimdienst war zu hören, daß bei einem Angriff der Luftwaffe der sog. Wâlî des ISfür die Provinzen Nînawâ und ar-Raqqa auf dem West-Ufer von Mossul getötet worden sei. (http://www.sana.sy/?p=558610)
Infolge von IS-Suizidanschlägen bei Kontrollpunkten in Bagdad und Baṣra sind am Abend des Sa., 20.5.2017, bislang 35 Todesopfer und mehr als 50 Verletzte gemeldet worden. (http://www.sana.sy/?p=558155)
Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm erklärte am Rande eines Wirtschaftstreffens in ʽAmmân/Jordanien Mossul werde in den kommenden Tagen vollständig von den IS-Terroristen befreit und der Irak insgesamt bis zum Jahresende. Nächste Prioritäten besäßen der Wiederaufbau und die Rückkehr der Flüchtlinge. Hierzu forderte er die Weltbank und den internationalen Währungsfond zur Unterstützung auf. „Der Irak wird zum Wiederaufbau und zur Entwicklung und Besserung der Lebens- und Gesundheitslage die Tür für alle Investoren öffnen„, erklärte er noch. Maʽṣûm reist dann weiter nach Saudi-Arabien, um in ar-Riyâḍ am Treffen mit US-Repräsentanten teilzunehmen (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27214-iraks_pr%C3%A4si-dent_mossul_wird_in_den_n%C3%A4chsten_tagen_vollkommen_befreit) – Derzeit weilt US-Präsident Trump ebenfalls in ar-Riyâḍ.
Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat informierte as-Sûmariyya News am 20.5.2017 darüber, daß die Stadtteile al-Iqtiṣâyidîn und 17. Juli in West-Mossul befreit seien, zudem habe man die vom IS errichteten Barrikaden und Straßensperren zu den Vierteln an-Niğâr und aš-Šafâ´ beseitigen können.
Innenministeriumssprecher Brigade-General Saʽd Maʽn gab zudem an, daß rechtzeitig zwei Fahrzeugbomben in den Stadtteilen al-Qâ´im wie al-Karâda von Bagdad rechtzeitig entdeckt und die Angriffe vereitelt werden konnten. Am Vortag dagegen hatten zwei Bombenexplosionen, einmal im Gebiet Abû Dašîr südlich von Bagdad 13 Tote und 15 Verletzte und in al-Baṣra, acht Tote und sieben Verletzte hinterlassen. (http://www.sana.sy/?p=558069) – Die Opferzahl in Abû Dašîr wurde von Brigade-General Saʽd Maʽn schließlich mit 24 Toten und ca. 20 Verwundeten angegeben. (http://www.sana.sy/?p=558155)
Am 19.5.2017 befreiten die Streitkräfte den Stadtteil al-Waršân in West-Mossul, wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News bekanntgab. (http://www.sana.sy/?p=557716)
Zum Angriff der US-geführten Koalition im Raum at-Tanaf (s. Syrien) vom Do., 18.5.2017, wurde von einem Mitkämpfer der die irakische Armee im Antiterrorkampf verstärkenden al-Badr-Bewegung [Teil der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî!] am Sa., 20.5.2017, ein Amateur-Video veröffentlicht, das zeigt, wie Kämpfer auf seiten der irakischen Regierung mit FlaG auf die angreifenden Kampfflieger der Koalition schießen.
Die Kämpfer von unterstützten die SAA im Antiterrorkampf entlang der Damaskus-Bagdad-Autobahn. Dazu gehörten: die Badr-Bewegung, die Syrian Social Nationalist Party (SSNP), die 313 Forces (syrische Bürgerwehr), die libanesische Hizbullâh, Ḥarakat al-Abdâl (irakische Paramilitärs), die Katâ’ib bzw. Liwâ´ Imâm ʽAlî (irakische Paramilitärs) und die Katî’ib Hizbullâh (ebenfalls irakische Paramilitärs).
Um erneute derartige Angriffe möglichst abzuwehren bzw. die vom Angriff betroffenen Kontingente aufzustocken, wurde eine große Anzahl weiterer Streitkräfte in den Süden entlang dieser Autobahn verlegt, wie es am Freitag hieß. Diese würden zum at-Tanaf-Grenzübergang vorstoßen, unterstützt durch die National Defense Forces (NDF), die libanesische Hizbullâh, Liwâ´ Imâm ʽAlî, die SSNP wie die AMN. Östlich von Damaskus müsse entsprechende FlaG installiert werden, um weiteren solchen Luftangriffen begegnen. Auch lauerten in der großen Wüste Verbände der US-trainierten FSA (zu deren Einordnung s.u.!). Gegen diese wird auch durch die SAA im Osten von as-Suwaidâ´ vorgegangen, wobei noch am Donnerstag ein Großteil ein Boden wiedergutgemacht worden sei.. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13960231000841)
Sowohl Masʽûd Barzânî, der trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus dem Präsidentenamt der autonomen Kurdenregion weicht, als auch Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm sind am 18.5.2017 nach Jordanien jeweils zu einem Treffen mit König ʽAbdullâh II. gereist. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27170-barzani_reist_nach_jordanien)
Am 18.5.2017 stattete der Nationale Sicherheitsberater und Gesandte von Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî, Fâliḥ al-Fayâḍ, dem syrischen Präsidenten Dr. al-Assad in Damaskus/Syrien einen offiziellen Besuch ab. (http://sana.sy/en/?p=106392, http://www.sana.sy/?p=557244)
Mittels as-Sûmariyya News informierte der Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî am 18.5.2017 darüber, zwei für den Nachschub und die Sicherung der Umgebung wichtige Militärflughäfen seien dem IS im Kampf entrissen worden; zum einen der Militärflughafen Washington [واشنطن] westlich von Mossul und zum anderen derjenige in der Sinğar-Ebene südlich al-Qairawân, ebenfalls westlich von Mossul. Zuvor schon hatte die Armee weitere sechs Dörfer befreit. – Andererseits kamen zwei Menschen ums Leben und wurden acht weitere verletzt infolge der Detonation je eines Sprengsatzes in den Bereichen an-Naṣr und a-Salâm von Abû Ġuraib westlich der Hauptstadt und im Stadtteil ar-Risâla von Bagdad. (http://www.sana.sy/?p=557272)
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, machte am 17.5.2017 gegenüber WAʽ die Mitteilung, daß nun massive Operation zur Befreiung von fünf Regionen im N- und NO-Ḥamrîn-Becken der Provinz Diyâlâ begännen. Es handele sich um eine gemeinsame Aktion von Armee, Sicherheitskräften der Polizei, von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Clanangehörigen unter Luftunterstützung. Betroffen sind die Gebiete Hay Sarḥa, Nağâna, Qara Taba, Ġisr Nurain und ʽÎn Laila. (http://www.sana.sy/?p=556472)
Nach Befreiung Mossuls in den nächsten Tagen würden die Militäroperationen gegen den IS in der Provinz Kirkûk fortgesetzt, verkündete Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî am Di., 16.5.2017. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27090-irak_nach_mossul_starten_wir_weitere_operation_in_kirkuk)
Seit Beginn der Militäroperation irakischer Verbände zur Befreiung Mossuls seien laut Mitteilung des Sprechers des Stabs für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, während einer Pressekonferenz 16.467 IS-Terroristen getötet worden. Zudem seien elf IS-Kommandozentralen zerstört, 6661 Sprengsätze und 76 Minen abgebaut sowie weiteres Equipment inklusive von 217 Sprengstoffgürteln eliminiert worden. Mehr als 90% des Stadtgebiets seien befreit. Der Rest solle nach dem Ramaḍān [beginnend am 27.5.2017] angegangen werden. (http://www.sana.sy/?p=555849 vom 16.5.2017)
In einer Erklärung informierte Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat die Presse am 15.5.2017, daß irakische Sicherheitskräfte im Westen von Mossul eine große Chemiewaffenanlage des IS entdeckt haben. Zudem seien 60 hochrangige IS-Mitglieder in Begleitung ihrer Familien aus der Region geflohen, als sich die irakischen Kräfte näherten. Der IS kontrolliere in West-Mossul nur noch 9% des Gebiets. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27030-irak_is_chemiewaffenanlage_in_west_mossul_entdeckt)
Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî eroberte am 15.5.2017 den Bereich Karkaš südlich von al-Qairawân westlich der Stadt Mossul zurück gemäß WAʽ-Meldung. Die Räumungsarbeiten hätten bereits begonnen. Laut dem Kommandanten der al-Ğazîra-Operationen, Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, wurden zudem von Lagerbestände des IS an Waffen und Sprengkörpern, in der Wüste aṯ-Ṯarṯâr im N der Provinz al-Anbâr durch Sprengung vernichtet.
An Terrorattentaten gab es einen explodierenden Sprengsatz auf einem Feldweg nordöstlich der Stadt Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ, wobei zwei Soldaten auf Patrouille verwundet wurden, sodann wurden drei Zivilisten durch einen detonierenden Sprengsatz im Nordteil von Bagdad verletzt. am Vortag war ein Iraker infolge der Detonation einer Autobombe im Karâda-Viertel im Zentrum von Bagdad umgekommen und fünf weitere erlitten Verletzungen. (http://www.sana.sy/?p=555186)
Am 15.5.2017 gab der Bürgermeister von Ḫâliṣ/Provinz Diyâlâ, ʽUday al-Ḫadrân, laut Meldung von as-Sûmariyya News an, einer der wichtigsten Gehilfen von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî sei in Mossul zusammen mit vier Mitkämpfern Opfer eines Luftschlags geworden. 2006-2007 sei er ein al-Qâʽida-Amîr in Ḫâliṣ gewesen, dann in die Provinz Kirkûk geflohen. Im Juni 2014 habe er sich dem IS angeschlossen und sei in der Organisation schnell an eine Spitzenposition aufgerückt. (https://sptnkne.ws/ewB8, vgl. http://www.sana.sy/?p=554379 vom 13.5.2017)
Am 14.5.2017 befreiten die vereinten irakischen Truppen das Dorf Tal Qaṣab östlich von al-Qairawân im W von Mossul/ Provinz Nînawâ laut der Nachrichtenagentur WAʽ (واع). Im S von Ḥamrîn / Provinz Diyâlâ wurden zudem 22 IS-Basen und eine Autobombe zerstört. (http://www.sana.sy/?p=554764)
Im Zentrum Bagdads kamen am 14.5.2017 ein Iraker ums Leben, fünf weitere wurden infolge der Detonation einer Autobombe verletzt. (http://www.sana.sy/?p=554672)
Condoleezza Rice, die frühere Sicherheitsberaterin und dann Außenministerin unter der US-Administration von Präsident George W. Bush. spricht Jahre danach Klartext zur US-Invasion des Iraks von 2003 im Interview mit Foreign Policy vom Do., 11.5.2017 (https://sptnkne.ws/evTH, ausführlicher bei: https://sptnkne.ws/evQS):
Zudem machte sie deutlich: „We didn’t go to Iraq to bring democracy to Iraq we went to Iraq to overthrow Saddam Hussein… “ [Wir zogen nicht in den Irak, um dem Irak Demokratie zu bringen, wir zogen in den Irak, um Ṣaddām Ḥussain zu stürzen] (https://sptnkne.ws/ev3G).
Zum oft zitierten Mantra der Bush-Ära von der „Verbreitung von Freiheit und Demokratie“ ( ’spreading freedom and democracy‚) bemerkte der Politologe Prof. Tor Georg Jakobsen von der Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim/Norwegen gegenüber Sputnik News sowie Autor von „The Game: A Rational Actor Approach to the US-led Invasion of Iraq“, es bezwecke hauptsächlich die Rechtfertigung von US-Invasionen: „It’s important to justify invasions, or similar actions. Also, the introduction of democracy goes hand in hand with creating Iraq to become a more US-friendly nation that can be traded with…“. Letztlich steckten auch Wirtschaftsinteressen dahinter: „The United States would like to transform other countries. Democracy is one part of it, but it also goes hand in hand with liberal capitalism.“ Die USA beanspruchten die alleinige Führungsmacht, deswegen müßten immer mehr Länder der von den USA – mit Europa im Schlepptau – dominierten Wirtschaftsordnung unterworfen werden, selbst wenn die Folge die Verbreitung des Terrorismus in manchen Gebieten sei. So fährt er fort: „They want countries to fall into both the economic order and the security order led by the United States. In that aspect, it is important to democratize, without taking into account local contexts, or whether it will succeed or not. And this has of course led to negative consequences like we see [with] the rise of terrorism – especially the Islamic State (Daesh).“ Gerade Gesellschaften auf dem Weg zur vollen Demokratie [vgl.a. Darlegung von Präsident Dr. al-Assad im Interview vom 11.5.2017 u.a.] seien besonders gefährdet, sich bei äußerer Einmischung einem Bürgerkrieg oder dem Aufkommen von Terrorismus gegenüber zu sehen: „That means those that lie in the middle category between dictatorships and full democracies. In order to transform a country from a dictatorship to a democracy, you have to move through that really dangerous category, which more often than not results in civil conflict and the rise of terrorism.“. (https://sptnkne.ws/evQS)
Gegenüber as-Sûmariyya News machte Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) am 13.5.2017 publik: Mit Einnahme des Stadtteils al-Harmât III durch Verbände der Bundespolizei, der schnellen Reaktionstruppe und der Armee sei der gesamte Bezirk al-Harmât dem IS in zähen Gefechten entwunden worden. Ebenso sie unter hefigen Feindverlusten das Stadtgebiet Ḥawî al-Kanîsa wieder unter Kontrolle gebracht worden. (http://www.sana.sy/?p=554166)
Nach einer CBC News-Meldung vom Fr., 12.5.2017, aufgrund eigener Recherchen haben beim Einsatz der kanadischen Luftwaffe innerhalb der Militäroperationen der US-geführten Koalition im Irak di von den Kampfjets CF18 abgefeuerten sog. Hochpräzisionsbomben 17 Mal ihr Ziel verfehlt. Es kann dabei zu zivilen Toten gekommen sein. Kanada hat seit Februar 2016seine Beteiligung an diesen Kampfhandlungen eingestellt (vgl.u.). – Ein Luftwaffensprecher teilte mit, kein einziger Waffentyp besitze eine 100-prozentige Zielgenauigkeit. (https://sptnkne.ws/evQu) – Soviel zu den angeblich „chirurgischen“ Luftschlägen der USA laut deren früheren Präsidenten.
Heute, am 12.5.2017, vereitelten Soldaten einen Suizidanschlag per Autobombe in Qairawân, einem westlichen Stadtteil von Tal ʽAfar. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî gerade die Stadt samt umliegenden Dörfern sowie al-Ḥaḍar und die Stadt Aṯriyya im selben Gebiet wieder zurückerobert hatten. Der IS versuchte damit, das weitere Vordringen der Truppen zu stoppen. Gleichzeitig belagern Brigaden von al-Ḥašd aš-Šaʽbî das Dorf Tal Ḥâğim, um es aus den Händen der Terroristen zu befreien; dabei sind sie in heftige Kämpfen an den Ortsrändern verwickelt. Die Luftwaffe bombardierte derweil zwei IS-Stellungen, wodurch den Bodentruppen den Vormarsch zu den Dörfern Mahdî Maḥal und Tal Ḥâğim im Norden von Qairawân ermöglicht wurde, den der IS ebenfalls zu blockieren versucht hatte. Schließlich begannen die vereinten Truppen am 12.5.2017 eine große Militäroperation, um die südliche Wüste bei ar-Ruṭba im Westteil der Provinz al-Anbâr zurückzuerobern. (http://www.sana.sy/?p=553817)
Laut Mitteilung der Polizei wurden am Do., 11.5.2017, drei Massengräber des IS in der westlichen Provinz al-Anbâr entdeckt in den Regionen aṣ-Ṣaqlawiyya im NW von Falûğa, der von Karma im O von Falûğa und hinter der alten Zentralbibliothek von ar-Ramâdî. Laut Probenanalysen handele es sich bei den Leichen um Zivilisten irakischen Sicherheitskräfte. (http://www.sana.sy/?p=553729, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26876-irak_drei_massengr%C3%A4ber_in_al_anbar_gefunden)
Bei US-Luftangriffen auf Wohngebiete von Mossul am Mittwochabend kamen mindestens 35 Bewohner ums Leben, weitere 133 wurden verletzt.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26838-irak_35_tote_bei_us_luftangriffen_auf_wohngebiete_in_mossul)
Ab kommenden Mi., 10.5.2017, beginnt Fly Damas Airways mit dem erstem der wöchentlichen Flüge vom Internationalen Flughafen Damaskus nach Sulaimâniyya im Irak. (http://www.sana.sy/?p=551058)
Der Sprecher des Obersten Justizrats, Richter ʽAbdus-Satâr Bayrqadâr gab laut einer Meldung von as-Sûmariyya News die Entdeckung von Massengräbern in Bagdad mit Überresten vom IS zunächst entführter und dann getöteter Opfer bekannt. Bekanntlich waren Lösegeldforderungen eine wichtige Geldquelle des IS. (http://www.sana.sy/?p=552375)
Am So., 7.5.2017, gab Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî laut irakischen Medien bekannt, daß Militäroperationen zur Rückeroberung der westlichen Wüstengebiet in der al-Anbâr Provinz begännen. Es gehe darum, die Grenze zu Syrien zu sichern.
Am Montagmorgen, dem 8.5.2017, eröffneten bislang unbekannte Täter das Feuer nördlich der Hauptstadt Bagdad im Gebiet al-Qaṣîr at-Tâbiʽa, wobei ein Zivilist erschossen wurde. (http://www.sana.sy/?p=552342)
Die Nachrichtenagentur INA zitierte Hauptmann Ğabâr Ḥassan aus seiner Presseerklärung vom 7.5.2017 dahingehend, daß die Kämpfe in West-Mossul noch andauerten. Ein IS-Trupp hatte am Morgen versucht, mittels sechs Suizidattentätern die Basis Kîwân (Provinz Kirkûk) im Nordirak zu erobern; diese Attacke konnte jedoch abgewehrt werden, wobei drei der Attentäter sogar verhaftet werden konnten.
Der Sprecher des irakischen Verteidigungsministeriums, Laiṯ Muḥammad, gab der Hoffnung Ausdruck, die Rückeroberung des Westteils von Mossul könne in den kommenden Tagen abgeschlossen werden. Meldungen über die Verhaftung des obersten IS-Führers Abû Bakr al-Baġdâdî konnte er nicht bestätigen. (http://www.sana.sy/?p=551076)
Am 6.5.2017 befreiten die irakischen Kampfverbände den gesamten Stadtbezirk Mušayrifa von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=550887)
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, kündigte am 6.5.2017, den Beginn von Militäroperationen in vier Bereichen an, nämlich im Talkessel an-Nadâ, in Ḥamrîn, im Wâdî Ṯalab und auf den Tilâl Qazlâq, um jene Gegenden der Provinz Diyâlâ vom IS zu befreien. Zuvor hatte die Luftwaffe auf den zuletzt erwähnten Anhöhen eine Autobombe zerstört. Laut dem Kommandeur gehe es darum, vorhandene IS-Schläferzellen zu eliminieren.
Gemäß dem Vize-Präsident des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses im irakischen Repräsentantenrat, Nâyif aš-Šamarî, würden zudem Großoperationen zur Vernichtung von verbliebenen IS-Fraktionen in Mossul nach Durchbrechung all ihrer Linien wie zur Blockierung ihrer nördlichen Rückzugsachse aus den Gebieten az-Zanğîlî und 17. Juli in Richtung al-Fârûq laufen.
Unterdessen konnte der Kommandant der al-Ğazîra-Operationen, Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, bekanntgeben, daß die weiteren Mitglieder IS-Zelle, welche den Suizidanschlag vom Vortag (vgl.u.) zu verantworten hatten, verhaftet worden seien. (http://www.sana.sy/?p=550754)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) informierte am 5.5.2017 as-Sûmariyya News darüber, daß die Truppen im Kampf mit dem IS den Stadtteil Mušairifa II mitsamt der Kirche und dem Kloster St. Michael am rechten Tigrisufer, also in West-Mossul, befreit hätten. (http://www.sana.sy/?p=550428)
Infolge eines IS-Suizidanschlag mittels Detonation einer Autobombe inmitten eines neuen Marktes westlich von ar-Ramâdî/Provinz al-Anbâr kamen am 5.5.2017 fünf Personen ums Leben, weitere sechs wurden verletzt. (http://www.sana.sy/?p=550534)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Operationen in der Provinz Nînawâ (Militäroperation „Wir kommen, Ninive„) vom 4.5.2015 eroberten eine Panzerbrigade zusammen mit einem Teil der Bundespolizeikräfte und der schnellen Reaktionstruppe den nördlichen Abschnitt des Stadtbezirks Mušairifa (d.i. Mušairifa III und einen Teil von Mušairifa II) und al-Harmât auf dem rechten Tigrisufer, also im Westteil von Mossul. Der Kommandant der al-Anbâr-Operationen, Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî informierte darüber, daß die Säuberung der westlichen Westenbereiche wie eines nördlichen Gebiets von 160km westlich von ar-Ramâdî und von IS-Nestern im Westen auf einer Fläche von 170km begänne. (http://www.sana.sy/?p=549568)
Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî vereitelte am 3.5.2017 einen massiven IS–Angriffsversuch auf die zur Sicherung eines Ölfeldes eingerichteten Stützpunkte der Sicherheitskräfte im NO der Provinz Diyâlâ. Zudem informierte der Vorsitzende des Kreistags von ʽÂmiriyyat aṣ-Ṣamûd, südlich von Falûğa in der Provinz al-Anbâr, namens Šâkir al-ʽAsâwî, as-Sûmariyya News darüber, daß die Armee eine weitere IS–Attacke auf Stützpunkte der Sicherheitskräfte im Sumpfgebiet südlich von Falûğa in der Provinz al-Anbâr erfolgreich abwehrte.
Am Vortag, dem Dienstagmorgen, 2.5.2017, hatte der IS zudem ein Armeehauptquartier östlich von ar-Ruṭba (al-Anbâr) zunächst mit Raketen und Mörsergranaten beschossen und dann zu erstürmen versucht. Nach zähen zweistündigen Gefechten konnten die Terroristen zurückgeschlagen werden.
(http://www.sana.sy/?p=549011)
Die irakischen Streitkräfte bereiten eine großangelegte Operation zur Befreiung der Stadtteile Mušairifa, ar-Rifâʽî, Tamûz und an-Niğâr von West-Mossul vor, wie Generalmajor Nağim al- Ğabûrî als Kommandant der militärischen Operationen in der Provinz Ninive mittags in einer öffentlichen Erklärung mitteilte. In den kommenden Stunden würden Angriffe von sämtlichen Achsen auf die unter IS-Kontrolle verbliebenen Wohngebiete beginnen, um auch die rechte Tigris-Seite vom IS zu befreien. (http://www.sana.sy/?p=548523)
Nachdem das Pentagon kürzlich eingeräumt hat, daß Bombardements der US-geführten Koalition seit 2014 bis heute 352 Bürger im Irak und in Syrien zum Opfer gefallen seien, und lokale Behörden sowie die Beobachtergruppe „Airwars“ um das zehnfache höhere Opferzahlen gemeldet haben (vgl.u.), hat das irakische Parlament bekanntgegeben, die Tötung der Zivilisten durch diese Luftangriffe im Irak und in Syrien gerichtlich verfolgen zu lassen. Laut as-Sûmariyya News bemerkte Ḥassan Salîm (Hassan Salim), Mitglied des Ausschusses für Verteidigung, Nationale Sicherheit und Inneres im Parlament zum Sachverhalt: „Das offene Geständnis des Pentagons, unschuldige Bürger getötet zu haben, ist Kriegsverbrechen, weshalb die USA zur Rechenschaft gezogen werden und die Hinterbliebenen und Opfer moralisch und materiell entschädigen müssen„. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26454-irakisches_parlament_will_die_usa_anklagen)
Die Zahl der in den seit August 2014 begonnenen Luftangriffen der US-geführten Koalition in Syrien und dem Irak getöteten Zivilisten ist weit höher als von der Koalition am So., 30.4.2017, zugegebene Zahl von 352, berichten die unabhängige Monitoring-Gruppe „Airwars“ wie lokale Behörden. Vielmehr liege die Zahl bei mehr als 3.000. Schon im März seien es nicht weniger als 1782 Getötete gewesen bzw. nach Angaben der irakischen Behörden von Mossul am 17. März bei Fehlangriffen der Koalition allein Hunderte an Zivilisten. (http://www.sana.sy/?p=547809, s.a. https://sptnkne.ws/epZs)
Die Zahl der in den seit August 2014 begonnenen Luftangriffen der US-geführten Koalition in Syrien und dem Irak getöteten Zivilisten ist weit höher als von der Koalition am So., 30.4.2017, zugegebene Zahl von 352, berichten die unabhängige Monitoring-Gruppe „Airwars“ wie lokale Behörden. Vielmehr liege die Zahl bei mehr als 3.000. Schon im März seien es nicht weniger als 1782 Getötete gewesen bzw. nach Angaben der irakischen Behörden von Mossul am 17. März bei Fehlangriffen der Koalition allein Hunderte an Zivilisten. (http://www.sana.sy/?p=547809, s.a. https://sptnkne.ws/epZs)
Bei einem gezielten Luftschlag auf zwei Autos und einen Schlupfwinkel des IS westlich von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr seien laut as-Sûmariyya News 13 IS-Terroristen getötet worden – Zudem hätten Sicherheitskräfte in Mossul IS-Terroristen dabei gestellt, als sie einen Giftgasanschlag vorbereiteten, den sie der irakischen Armee anzulasten planten. (http://www.sana.sy/?p=547483)
Bei der Explosion einer Autobombe an der Zufahrt zu Ġarf Naṣr im Norden der Provinz Bâbil am Abend des 29.4.2017 wurde eine Person getötet, elf weitere erlitten Verletzungen wie as-Sûmariyya News meldete. Zudem detonierte eine weitere Autobombe vor einer Verkehrspolizeiwache in der Abû Nawâs Straße am Ostufer des Tigris [in Bagdad?], wo etliche Botschaften wie die Büros ausländischer Medien angesiedelt sind. Dies führte zum Tod von vier Verkehrspolizisten und der Verletzung fünf weiterer Menschen. (http://www.sana.sy/?p=547414)
Die Türkei führte am Sa., 29.4.2017, die völkerrechtswidrigen Luftangriffe (vgl.u.) auf nord-syrischem wie nordirakischem Territorium gegen PKK-Kämpfer fort. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26410-t%C3%BCrkei_etwa_90_pkk_k%C3%A4m- pfer_im_irak_und_in_syrien_get%C3%B6tet)
Die Detonation einer Autobombe im Stadtzentrum Bagdads am Freitagabend kostete fünf Menschen das Leben und verletzte zehn weitere. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26404-irak_vier_tote_und_f%C3%BCnf_verletzte_bei_bombenexplosion)
Gegenüber as-Sûmariyya News gab al-Ḥašd aš-Šaʽbî in einer Erklärung bekannt, am 27.4.2017 hätten sie nun die gesamte Stadt al-Ḥaḍar (vgl.u.) südlich von Mossul zurückerobert. Beteiligt waren die 2. und 11. Brigade, die zudem das Gebiet nach hinterlassenen Sprengsätzen absuchte und fliehende IS-Kämpfer verfolgte.(http://www.sana.sy/?p=546063)
Befreiung von Muṭaibîğa samt umliegenden Gebieten im O der Provinz Ṣalâḥuddîn von der IS-Besetzung während einer großangelegten Militäroperation. Gegenüber der staatlichen irakischen Nachrichtenagentur INA gab der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, an, der IS sei von vier Achsen unter Deckung der Luftwaffe angegriffen worden, dabei wurden 15 IS-Anhänger getötet, weitere verletzt und zehn ihrer Kampfwagen zerstört. (http://www.sana.sy/?p=545359)
Am 26.4.2017 konnte al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Stadt al-Ḥaḍar al-Aṯriyya mit umliegendem Gebiet südlich von Mossul vom IS befreien, wie ihr Sprecher mitteilte. Am Vortag hatte die Volksverteigungstruppe die Befreiungsaktion des Gebiets angekündigt und dabei schon 12 Dörfer der IS-Kontrolle entrissen. (http://www.sana.sy/?p=545458)
Aufgrund der Detonation von drei am Straßenrand angebrachten Sprengkörpern kamen nahe des Dorf es al-Maḥûla, östlich von Abû Ṣaidâ (seinerseits im NO von Baʽqûba“ ein Erwachsener und drei Kinder ums Leben, weitere drei Bürger wurden verletzt, wie Abû Ṣaidâ-Kreisdirektor Muḥammad at-Tamîmî am 25.4.2017 gegenüber as-Sûmariyya News bekanntgab. – Andererseits informierte Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat darüber, daß dank der Befreiungsoperation auf dem Westufer des Tigris rund 260.000 Zivilisten in der Alt-Stadt von Mossul befreit worden seien und zudem das Dorf Tal Hilâla außerhalb der Provinzhauptstadt. (http://www.sana.sy/?p=544570)
Sicherheitsleute gaben am Mo., 24.4.2017, gegenüber Sputnik an, ca. 30 beurlaubte Soldaten seien mit ihren beiden LKW am So., 23.4.2017, in einen IS-Hinterhalt geraten. „Die Soldaten in Zivil fuhren ohne Begleitung. Das Wetter war schlecht. Die Terroristen lagen auf der Lauer an einer Verkehrsstraße im Westen der Provinz Anbar. Erstaunlich ist, dass sie genau wussten, wo die Wagen fahren werden“, hieß es. Etliche wurden bei dem Überfall getötet, andere verletzt und zehn davon verschleppt. Gerade im Weste des Landes hätten sich auch aus Jordanien gekommene wie grenzüberschreitend auch in Syrien aktive Extremisten verschanzt, ergänzte der Informant. (https://sptnkne.ws/ekYx)
Die irakischen Truppen erkämpften am 22.4.2017 Befreiung des Stadtteils aṣ-Ṣiḥa II von West-Mossul vom IS, wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant der Operationen in Nînawâ und somit Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Ninive“ der Presse mittteilte. Zugleich vereitelte al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen IS-Angriffsversuch auf das Dorf aš-Šaiḫ ʽAlî bei Makḥûl im N der Provinz Ṣalâḥuddîn. Eine weitere massive militärische Operation richtete sich laut dem Kommandeur der Tigris Operationseinheit, Mazhar al-ʽAzâwî, gegen den IS in drei Tälern nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ. – Am Vortag erlangten die irakischen Streitkräfte wieder die Kontrolle über die Stadtteile aṯ-Ṯaura, an-Naṣr und Tanak in Mossul. (http://www.sana.sy/?p=542888)
Nachdem im Dezember 2015 eine Reisegruppe einschließlich Mitgliedern der Emirsfamilie von Qaṭar während ihrer alljährlichen Jagdausflüge im Irak durch Terroristen entführt worden ist (s.u.), ist diese nun nach zähen Verhandlungen und gegen Zahlung von mehreren Millionen US-Dollar an Lösegeld freigelassen worden. Sie befindet sich derzeit in Obhut des Bagdader Innenministeriums. Während Qaṭar die Regierung für den Vorfall verantwortlich machte, wies diese dies zurück. Entgegen den Bestimmungen und Anweisungen hätten sich die Urlauber auf eigenes Risiko in unsicheres Gebiet begeben. (https://sptnkne.ws/ejpv)
Obwohl die nördliche, autonom verwaltete Kurdenregion ein integraler Bestandteil des Iraks ist, hat der Provinzrat von Kirkûk dafür gestimmt, künftig über die Regierungsgebäuden der Kurdenregion neben der irakischen (Staats-)Flagge auf die kurdische zu hissen. Verfassungsrechtlich vorgesehen ist jedoch, daß über Regierungsgebäuden im ganzen Irak nur die Staatsflagge weht, während die kurdische Regionalflagge auf Gebäuden kurdischer Parteien gehißt werden kann. In der Provinz Kirkûk wohnen zwar etliche Volks- und Religionsgruppen, doch ist die Gegend seit Vertreibung der ins Land eingedrungenen IS-Truppen von kurdischen Pîšmarga-Kämpfern besetzt. Nach Ansicht von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî, der den Vorgang während einer Pressekonferenz am 19.4.2017 kritisierte, hätten die Kurden im Nordirak zwar das Recht, ein Unabhängigkeitsreferendum abzuhalten, allerdings sei der Zeitpunkt dafür nicht geeignet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26104-iraks_ministerpr%C3%A4sident_zeitpunkt_f%C3%BCr_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_in_der_kurdenregion_ist_nicht_geeignet) – Kirkûk ist eins der ölreichsten Gebiet des Iraks. Die herrschend auftretende Familie Barzânî möchte dieses möglichst für sich nutzen und nicht dem ganzen irakischen Volk zur Verfügung stellen, wie es rechtlich vorgesehen ist. Einzelheiten zur Familie Barzânî s.u.
Der bundesdeutsche Außenminister Sigmar Gabriel besucht erstmals unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen in Bagdad irakische Regierungsverantwortliche. Themen sind Hilfe beim Wiederaufbau und Inspektion der 140 in der nördlichen Kurdenregion in ʽArbîl (Erbil) stationierten Bundeswehrsoldaten. Bedingung für Ersteres sei die Ausschöpfung der wirtschaftlichen Potenziale des ölreichen Landes. Zudem sprach er sich für den Zusammenhalt des Irak aus, der sich aus den muslimischen Großgruppen der Sunniten und Šîʽiten wie den religiösen Minderheiten der Jesiden und Kurden zusammensetze. Deutlich machte er, daß der 2003 von der US-Administration begonnene Krieg im Irak sei völkerrechtswidrig gewesen und habe „einen großen Teil der Probleme mit ausgelöst“, sagte er. „Ihr Krieg ist hier noch überall präsent.“, diagnostizierte er. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26062-gabriel_zu_besuch_im_irak_eingetroffen, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26090-bundesau%C3%9Fenmini-ster_im_irak_die_verantwortung_f%C3%BCr_den_zustand_des_landes_liegt_bei_den_usa)
Beim Gespräch mit dem Außenamtschef Ibrâhîm Ğaʽfarî in Bagdad noch am Mi., 19.4.2017, indem es ebenfalls um den Wiederaufbau ging, forderte jener die Freigabe der in deutschen Banken „eingefrorenen“ Gelder seines Landes. – In ʽArbîl (Erbil) will Gabriel mit den kurdischen Verwaltungschefs die bilateralen Beziehungen und den Counterterrorismus diskutieren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26096-deutscher_au%C3%9Fenminister_zu_gespr%C3%A4chen_in_erbil)
Gemäß dem Bürgermeister von Sinğar (Sindschar, vgl.u.), Mihemed Xelil, bereite sich die Türkei auf eine Invasion auf die Stadt vor, um die dort sich aufhaltenden PKK-Mitglieder zu töten. Diese, geplant ab Ende April mit dem Namen „Operation Tigerschild“ solle unter Einsatz von 4.000 Soldaten und Fliegerkräften stattfinden. Im Interview mit Sputnik Türkiye erklärte Xelil dazu: „Uns liegen keine Informationen über die Vorbereitung einer militärischen Operation durch die türkischen Streitkräfte vor. Aber wir werden es der Türkei nicht erlauben, eine Operation gegen die PKK auf kurdischem Territorium zu führen. Die PKK ist eine kurdische Organisation und wir wollen nicht, dass in Sindschar kurdisches Blut vergossen wird“. Die Anwesenheit von PKK-Mitglieder vor Ort betreffe nur diese und Sinğar. Eine Einmischung der Türkei wie einer anderen Macht sei unstatthaft und werde nötigenfalls abgewehrt. „Auf dem Territorium von Sindschar dürfen sich weder PKK-Mitglieder noch türkische Soldaten aufhalten“, betonte Xelil. (https://sptnkne.ws/ehh6)
Nach Information von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Befreiungsoperation, vom 20.4.2017, gegenüber as-Sûmariyya News haben die Streitkräfte den Stadtteil aṯ-Ṯaura auf dem rechten (westlichen) Tigris-Ufer von Mossul vom IS wieder zurückerobert. Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, Kommandant der al-Ğazîra-Operationen wies zudem darauf hin, daß die Befreiung der Region nördlich des Stausees Ḥadiṯa in West-al-Anbâr begonnen habe. (http://www.sana.sy/?p=541748)
Nach Auskunft von Polizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat vom Di., 18.4.2017, könnte mit dem IS–Militärchef Abû Hâğir ar-Rûsî (Abu Hajir al-Rusi) durch einen Raketenangriff in Mossul ein Russe getötet worden sein, worauf zumindest der angegebene Kampfname hindeutet. Zuvor schon waren laut den irakische Behörden schon die hochrangigen IS-Terroristen Abû Muhâğir ar-Rûsî (Abu Muhajir al-Rusi) und Abû Mariam ar-Rûsî (Abu Maria al-Rusi) getötet worden.
(https://sptnkne.ws/egxR)
Nach Auskunft des Sprechers des Stabs für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, gegenüber AP mußten am So., 16.4.2017, sechs irakische Soldaten einer Militärbasis mit Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden. CBS berichtete dazu am M., 19.4.2017, es habe zuvor eine IS-Giftgasattacke mit der Substanz Iprit (Senfgas) gegeben. Zu jener Zeit befanden sich Militärexperten aus den USA und Australien auf dem Stützpunkt, wurden aber nicht tangiert. (https://sptnkne.ws/egJz) – Über weitere fünf IS–Angriffe mit C-Waffen seit Frühlingsbeginn informiert Sputnik aufgrund einer verläßlichen einheimischen Quelle aus Mossul (https://sptnkne.ws/eg8S).
Laut as-Sûmariyya News wurde einer der führenden Berater von IS-„Kalîf“ Abû Bakr al-Baġdâdî, der sog. Kaukasus-Amîr, im Stadtteil Tal ʽAfar von West-Mossul getötet. (http://sana.sy/?p=540279 vom 17.4.2017)
Zum ersten Mal nach drei Jahren läuteten am Ostersonntag wieder von Dutzenden Kirchen im östlichen Teil von Mossul die Kirchenglocken. „70 Prozent von christlichen Familien, die auf der Flucht waren, kehrten ih [sic!] ihre Häuser in den befreiten Gebieten dieser Provinz zurück und Dutzenden Kirchenglocken, die seit Juni 2014 stillgelegt waren, läuteten wieder,“ hieß es von den christlichen Führern der Provinz Nînawâ (Ninive). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25946-mossul_nach_drei_jahren_l%C3%A4uteten_kirchenglocken_im_ost- teil_der_stadt)
Am 15.4.2017 eroberten die irakischen Truppen den südlichen Teil des Westufers des Tigris in Mossul zurück. Beim gestrigen Vordringen in die Altstadtgegend nahe der an-Nûrî-Moschee (vgl.u.) wurde unter den getöteten Führungsmitgliedern des IS auch deren sog. Großmuftî Abû Ayyûb al-ʽAṭṭâr identifiziert. 66 IS-Kämpfer wurden zudem in den Stadt-Bereichen al-Baʽâğ und Bâdûš eliminiert sowie der Stadtteil al-Abâr I befreit. Die militärischen Operationen im Westteil Mossuls werden derweil weitergeführt. – Andererseits Andererseits kam im Dorf Abû Karma nördlich von Abû Ṣaidâ in der Diyâlâ –Provinz ein Bauer durch die Nacheinander-Explosion zweier in seiner Obstplantage angebrachten Sprengsätze ums Leben, ein weiterer erlitt dabei Verletzungen. Solchen Attentaten fielen im letzten Monat schon etliche Bauern zum Opfer. Zu den Zielen solcher Anschläge seitens der Terroristen Gründen s. im Thread Syrien! (http://sana.sy/?p=539012)
Laut Meldung von as-Sûmariyya-News töteten die irakischen Truppen am 14.4.2017 in West-Mossul während der Gefechte mit dem IS auch einige Anführer. Nach Angaben von Bundespolizeikommandeur Râ´id Šâkir Ğaudat wurden durch Artilleriebeschuß auch das sog. Gebäude für öffentliche Sicherheit des IS zerstört wie dies in der Schule Zanğîlî eingerichtete Flag der Terroristen. (http://sana.sy/?p=538635)
Der Sicherheitsberater des Provinzrats von al-Anbâr, Ḥussain Kasâr, gab gegenüber den as-Sûmariyya-News an, daß am 13.4.2017 durch die Detonation einer LKW-Bombe im Südwesten der Stadt ar-Ramâdî acht Iraker getötet und zwei andere verletzt wurden. Es befanden sich Frauen und Kinder unter den Opfern. – Am Abend des Vortags wurden eine Person getötet und drei weitere verwundet infolge der Explosion eines improvisierten Sprengsatzes nördlich von Bagdad. (http://sana.sy/?p=537936)
Nach Aussage eines irakischen Piloten sind am 12.4.2017 bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition auf West-Mossul 13 Zivilisten getötet und 17 weitere verletzt sowie etliche Wohnhäuser im kürzlich befreiten Stadtteil al-Yarmûk zerstört worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25846-13_zivilisten_bei_us_angriff_im_irak_get%C3%B6tet)
Der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, gab am Di., 11.4.2017 bekannt, in West-Mossul seien die Stadtteile as-Sakak und Yarmûk I befreit worden. (http://sana.sy/?p=536708)
Im Gebiet Sinğar seien inzwischen 31 Massengräber mit 1.646 Leichen der Volksgruppe der Yaziden (Jesiden) aufgespürt worden, welche die im Zeitraum von November 2015 bis Januar 2016 Opfer des IS geworden sind, informierte der Gouverneur der Stadt Sinğar am Mo., 10.4.2017, die Presse. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25722-irak_bislang_31_massengr%C3%A4ber_mit_mindestens_1.600_jesiden_leichen_entdeckt)
Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî ließ durch seinen Sprecher Saʽd al-Ḥadîṯî am Sa., 8.4.2017, gegenüber Sputnik“ aufgrund der vorhergehenden Äußerungen des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu mitteilen, daß aus ausländischer Militäreinsatz im Land kategorisch abgelehnt werde. „Die irakische Regierung erlaubt keiner ausländischen Partei (d.h. weder der Türkei, noch einem anderen Land) in seinem Hoheitsgebiet Militäraktionen durchzuführen.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25648-bagdad_wir_erlauben_t%C3%BCrkei_nicht_milit%C3%A4roperationen_auf_irakischem_boden_durchzuf%C3%BChren) – Tatsächlich sind die vor Monaten völkerrechtswidrig in den Irak eingedrungenen türkischen Militärs (vgl.u.) noch nicht einmal abgezogen.
Nach Aussage des lokalen Stadtratschefs gegenüber RIA Novosti setzte der IS am Fr., 7.4.2017, in zwei schon befreiten Gebieten von Mossul Giftgas (Chlorgasgeschosse!) gegen die Bewohner und Streitkräfte ein. Über die Opferzahlen sei noch nichts bekannt. (https://sptnkne.ws/ebu6)
Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, Kommandant der al-Ğazîra– Operationen, gab am 6.4.2017 bekannt, daß Teile der Armee mit Unterstützung der Clans dem IS selben Tags Umm al-Waz, al-Madhum und das Gebiet der neuen Depots (Maḫâzin Ḥadîṯa) westlich von al-Anbâr entrissen hätten. Außerdem informierte der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, darüber, daß in West-Mossul der Stadtteil Yarmûk II befreit worden sei, nachdem am Vortag die Kontrolle über den Stadtteil al-Maġrib erkämpft worden sei. Auch hätten die Streitkräfte laut Generalmajor ʽAbdul Nûmân az-Zûbiʽî etliche Autobomben und Raketenwerfer des IS zerstört. (http://www.sana.sy/?p=534290)
Mossul: IS schießt irakischen Helikopter ab – beide Piloten tot
Mossul: 140 Zivilisten von IS hingerichtet – Sicherheitsrat Kurdistans
Hinrichtung wegen Fluchtversuchs: IS tötet 30 Zivilisten in Mossul
Der IS in West-Mossul ist von allen Seiten mit Ausnahme der Tigris-Seite, an dessen anderem Ufer die Armee steht, von der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî eingekreist. Wie auch in Syrien können die Terroristen noch zwischen innerhalb und außerhalb der Frontlinie durch Tunnels verkehren. Der irakische Sicherheitsexpert Muʽtaz Muḥī ʽAbdulḥamîd (Muatas Muhi Abdel Hamid) führte dazu aus: „Die Stadt ist von allen Seiten eingekesselt. Im Osten ist der Weg der Terroristen nach Tigris versperrt, hinter dem irakische Truppen stehen. Im Westen ist alles von den Volkswehreinheiten ‚Al-Haschd asch-Schaabi‘ blockiert. Es bleiben unterirdische Tunnel, die in Richtung Wüste führen, die von IS-Extremisten anscheinend im Voraus angelegt wurden. Anscheinend wird die Flucht durch diese Tunnel erfolgen. Jedenfalls ist es nur eine Frage der Zeit, bis Mossul wieder unter Kontrolle steht“. Unter diesen Umständen sei es verständlich, daß IS-Feldkommandeure ihren Gefolgsleuten per Verlautbarung freigestellt hätten, das Schlachtfeld zu verlassen. Negativ würde sich deren Flucht v.a. für Syrien auswirken, wo die vom IS belagerte Provinzhauptstadt Dair az-Zaur wie der IS-Stützpunkt ar-Raqqa in erreichbarer Nähe liegen. Ebenso könnten die IS-Kämpfer in andere Länder und Regionen instabiler Lage wie Libyen, den Jemen [wird seit März 2015von Saudi-Arabien und Partnern angegriffen] und auf die Sinai-Halbinsel [Ziel etlicher Anschläge eines IS-Ablegers] fliehen und die dortigen Extremisten unterstützen.
Der Leiter des Instituts zur Erforschung regionaler Probleme, Dmitri Schurawljow, urteilte über die Situation: „Damit wurde zugegeben, dass die Verteidigung nicht nur unwirksam, sondern destruktiv für den IS wurde. Falls die Extremisten bleiben, wird es demnächst keinen mehr geben, den die Kommandeure führen können“. Ausgehend von den von der US-geführten Koalition bei ihren Bombardements in Kauf genommenen vielen zivilen Toten (vgl.u.) in Mossul äußerte er zudem: „Die US-Militärs setzen auf einen willkürlichen Beschuss und kümmern sich nicht darum, dass diese Geschosse neben einem einzelnen Terroristen auch Dutzende friedliche Einwohner töten können. In dieser Situation würden Terroristen sich dorthin begeben, wo sie sich verschanzen können, am besten eignet sich anscheinend Syrien. Dort können sie sich hinter dem Rücken der friedlichen Einwohner verstecken“. Für die USA sei der Extremistenstrom aus dem Irak nach Syrien womöglich vorteilhaft und sie könnten ihn sogar fördern, um den Regierungen in Moskau und Damaskus das Vorgehen gegen die Terroristen zu erschweren [dazu vgl.u. bzgl. „IS-Fluchtkorridor“ nach Syrien!] (https://sptnkne.ws/dYUG)
General-Major Igor Konaschenkow, der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, bezeichnete am So., 2.4.2017, in Moskau, die Begründung durch Pentagon-Sprecher Joseph Skrokka hinsichtlich der Tötung von Zivilisten in Mossul durch Bombardierungen der USA als inakzeptabel. Ebenso seien die vorgebrachten Gründe für die vielen Toten haltlos und stellte die Frage in den Raum: „Warum hat die US-geführte Koalition, die über solche Angaben [über Zivilisten als menschliche Schutzschilde in vom IS kontrollierten Gebäuden] verfügt, trotzdem mit ihren ‚klugen Bomben‘ Angriffe auf Gebäude mit Zivilisten fliegt und damit diese zu einem schrecklichen Tod verurteilt?“ Das sei gerade nicht unter humanitären Aspekten der Operation der US-Luftwaffe zu verstehen im Gegensatz zum syrisch-russischen Vorgehen bei der Befreiung von Aleppo (welches er anschließend nochmals ausführte). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25414-russland_berichtet_von_smart_bombeneinsatz_der_internationa-len_koalition_unter_us_f%C3%BChrung_in_mossul, s.a. https://sptnkne.ws/dXVC)
Nach Darlegung der Strategie zur Eroberung der mossuler Altstadt durch einen Bundespolizeikommandeur vom 1.4.2017 (s.u.), ein Einrücken zu verschieben, bis der IS dort seine Widerstandskraft verloren habe, setzt jener nun zum Ausgleich der verlorenen männlichen Kämpfer Scharfschützinnen gegen die Armee ein wie as-Sûmariyya News am 3.4.2017 berichtete. Diese gingen auf Gebäudedächern der von der Terrorgruppe besetzten Häusern in Stellung. (https://sptnkne.ws/dYqR)
Im Interview mit einer kurdischen Zeitung vom 1.4.2017 erklärte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî einem Unabhängigkeitsreferendum der autonomen Kurdenzone des Landes eine klare Absage. Diese strebt Masʽûd Barzânî an, der trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus seinem Präsidentenamt weicht und bislang Neuwahlen immer wieder aufschieben ließ. Dessen Familie beherrscht nach unterschiedlichen Recherchen die kurdische Zone und bereichert sich überwiegend an den Landesressourcen [zu Belegen vgl.u.!]. Das irakische Parlament stellte am 1.4.2017 nochmals heraus, daß das Öl von Kirkuk [gesetzt – und vertragsmäßig!] allen Irakern gehöre und daß die Flagge der Region Kurdistan nicht in öffentlichen Gebäuden Kirkuks zu hissen sei. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25416-irak_abadi_warnt_vor_bestrebungen_nach_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_in_kurdistan) – Zum Balkanisierungs– bzw. Yinon-Plan bzgl. des Iraks und Syriens, der die Zerteilung dieser Länder mit dem Zweck ihrer Schwächung vorsieht, s.u.!
Das irakische Ministerium für Migration gab am 1.4.2017 eine Erklärung heraus, wonach inzwischen 25% der Flüchtlinge der Provinz Nînawâ (Ninive) wieder zurückgekehrt seien. Bezüglich aller von Kämpfen betroffener Provinzen handele es sich um 45%. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25394-irak_25_prozent_der_fl%C3%BCchtlinge_nach_mossul_zur%C3%BCckgekommen)
Nach Aussage von Brigadegeneral Šâkir Ḥawâğî oder Ḫawâğî (Shaker al-Hawadschi), einem Kommandeur der Bundepolizei, ggegenüber Sputnik News vom 1.4.2017 gestalte sich die weitere Vorgehensweise in Mossul folgendermaßen: „Die föderale Polizei ist noch nicht in den Bezirk Altstadt eingerückt. Wir planen das zu tun, sobald der IS seine Munitionsvorräte verbraucht und seine Widerstandsfähigkeit verliert und alle Nachschubwege gesperrt werden (…) oder die Terroristen selbst alles in die Luft sprengen“. Die Bundespolizeieinheiten befinden sich nahe der vom IS gehaltenen mossuler Stadtteile. (https://sptnkne.ws/dXGh)
Im Interview mit dem arabischsprachigen US-TV-Sender al-Ḥurra würdigte der derzeit in den USA sich aufhaltende Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die positive Rolle des Irans bei den Entwicklungen im Irak. Mit diesem Land teile man sich die längste Grenze, was zunehmende Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zur Folge habe. Außerdem hätten Millionen iranischer Pilger die Arbeitslosigkeit in einigen Provinzen des Landes stark sinken lassen. In den kommenden Jahren habe der Wiederaufbau von Infrastruktur, Schulen, Krankenhäusern, Strom- und Wasserversorgung Priorität. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25378-al_abadi_w%C3%BCrdigt_positive_rolle_irans_im_irak) – Viele der besonders für Šîʽiten bedeutenden Wallfahrtsorte befinden sich aus historischen Gründen im Irak.
Nach den wiederholten tödlichen Bombenangriffen auf Zivilisten im Irak und Syrien durch die US-geführte Koalition ruft Rußland dieselbe dazu auf, ihre Ziele besser zu überprüfen, bevor sie ihre Bomber starteten. Dazu bemerkte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Do., 30.3.2017, in Moskau: Wir rufen alle Mitglieder der amerikanischen Koalition zu mehr Sicherheit und Verantwortung beim Kampf gegen Terroristen in Syrien und im Irak auf.“ Das sei nötig, „um zahlreiche Opfer unter Zivilisten und Vernichtung kritisch wichtiger ziviler Infrastrukturen zu verhindern“. (http://sptnkne.ws/dXfa)
Vgl. zur Thematik auch die Ausführungen des Ex-NATO-Luftkriegsplaners und ehemaligen Tornado-Piloten Oberstleutnant Ulrich Scholz. Äußerst deutliche und kritische Worte fand der Ex-Offizier ebenfalls zur Beteiligung der Bundeswehr an den Aktionen der US-geführten Koalition wie der völlig unterschiedlichen Medienhandhabung der Rückeroberungsoperationen von Aleppo und Mossul, die er erstere als klare „Kriegspropaganda“ bezeichnete. (https://sptnkne.ws/dWN5).
Auch der am Do., 30.3.2017, zu einem unangekündigten Besuch in Bagdad eingetroffene UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte bzgl. der Rückeroberung von Mossul, der Schutz der Zivilbevölkerung müsse den „absoluten Vorrang“ besitzen. Diesen müßten die irakischen Streitkräfte und die US-geführte Militärkoalition gewährleisten. Zudem kritisierte er die – völkerrechtwidrige (dazu vgl.u.) türkische Militärpräsenz im Nord-Irak als Verletzung der irakischen Souveränität. Grund seiner Reise sei, mit den irakischen Spitzenpolitikern über die humanitäre Lage der Flüchtlinge und Zivilisten im umkämpften Mossul zu sprechen. Daher wird er im Anschluß in die kurdische Autonomieregion nach Arbîl weiterreisen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25330-un_generalsekret%C3%A4r_im_irak)
Am 30.3.2017 gab der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, gegenüber der nationalen Nachrichtenagentur INA an, die irakischen Streitkräfte hätten den Bahnhof und das Dorf aṣ-Ṣâbûniyya auf der westlichen Tigrisseite vom IS zurückerobert und dort die irakische Fahne gehißt. – Am Vortag seien der Ortsteil Qaḍîb al-Bân von West-Mossul befreit und das Sportstadion [al-Malʽab] wieder unter Kontrolle gebracht worden. (http://www.sana.sy/?p=530424)
Am Mittwochabend kamen infolge der Detonation einer LKW-Autobombe an einer Kontrollstelle im südlichen Bagdad 17 Personen ums Leben, ca. 60 weitere wurden verletzt, berichtete as-Sûmariyya News. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25302-17_tote_und_60_verletzte_durch_autobombe_in_bagdad) – Dagegen wird bei SANA von „nur“ drei Toten bei demselben Vorfall berichtet. (http://www.sana.sy/?p=530081)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî machte am 29.3.2017 im Interview mit der Tageszeitung aš-Šarq al-Ausaṭ deutlich, der Irak lehne nach wie vor eine US-Militärpräsenz bzw. die Errichtung eines US-Militärstützpunkts auf irakischem Boden ab. Einverstanden erklärt habe man sich im Abwehrkampf gegenüber dem IS nur mit der Präsenz von US- Militärberatern und –Ausbildern der eigenen Armee. Zuvor hatte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî betont, daß mit Näherrücken der Rückeroberung von Mossul und der Besiegung des IS die die Zahl ausländischen Streitkräfte, wie z.B. der US-Soldaten im Inland reduziert werden müsse. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25294-bagdad_gegen_us_milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkt_im_irak)
Nach den vielen Protesten über die hohe Anzahl ziviler Opfer bei der Operation zur Befreiung des Westteils von Mossul (vgl.u.) gab Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm bekannt, dieselbe würde vorübergehend wegen des „Charakters der Kämpfe“ eingestellt, bis geeignetere Methoden der Gefechtsführung gefunden seien. Dafür sei jetzt eine Kommission eingesetzt worden, um zu ermitteln, ob es in Bezug auf die jüngsten Luftangriffe der US-geführten Koalition auf Zivilisten in Mossul Fehler im Kommunikationsverkehr oder falsche Informationen gegeben habe. Zudem gestand Maʽṣûm ein, daß die militärische Bekämpfung des IS eher eintreten werde als die Ausmerzung der gefährlichen von ihm vertretenen und verbreiteten Ideologie. Das würde lange Zeit erfordern und die Einbeziehung aller Kräfte auf sämtlichen Ebenen. (http://sptnkne.ws/dVVT, http://www.sana.sy/?p=528978
Generaloberst Sergei Rudskoi, der Chef des Operativkommandos im russischen Generalstab, informierte bei derselben Gelegenheit darüber, daß aus Mossul, von dem die US-geführte Koalition behauptet, es sei vollkommen umzingelt, weiterhin nach Syrien und v.a. in Richtung der vom IS eingeschlossenen Provinzhauptstadt Dair-az-Zaur Kontingente der Extremisten kämen, so um die 800 IS-Kämpfer. Dies geschehe, obwohl die Bomber der Koalition fast täglich Luftangriffe im Gebiet Mossuls flögen, wobei sich in den angegriffenen Stadtvierteln außer den IS-Kämpfern noch Zehntausende Zivilisten befänden. Dadurch kämen sie in besonders hoher Zahl ums Leben. „Nach Einschätzung internationaler Hilfsorganisationen haben über 250.000 Menschen die Stadt verlassen. Die Auffanglager in der Umgebung sind überfüllt, dort herrscht akuter Mangel an Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten“, gab er zu Bedenken. Dagegen seien in der vergleichbaren Situation bei der Befreiung von Aleppo zum Schutz der Zivilbevölkerung etliche entsprechende Vorsichtsmaßnahmen (vgl.u.) getroffen worden einschließlich gesicherter Fluchtkorridore und umfassender Versorgung im Anschluß für alle Flüchtlinge. (http://sptnkne.ws/dVFB)
Rußlands UN-Vertretung erklärte, die US-geführte Koalition solle bei der Befreiung Mossuls von der IS-Besetzung eine ebenso korrekte, vorsichtige und verantwortungsbewusste Vorgehensweise“ einschlagen, wie sie einst die SAA mit russischer Unterstützung vorbildlich in Aleppo gezeigt habe. Dort wurde „eine Initiative umgesetzt, die es ermöglichte, viele Leben zu retten“. Die eingerichteten Korridore für den Abzug von Kämpfern aus der Stadt hätten es damals ermöglicht, die Zahl der bewaffneten Zusammenstöße rasant zu verringern und somit den Einwohnern unnötige Risiken zu ersparen. Man werde in Moskau jedenfalls „die Operation in Mossul sehr aufmerksam verfolgen“ und notfalls auf die Ereignisse dort schnell reagieren, war auf New York zu vernehmen. (http://sptnkne.ws/dVu6)
Nun wird auch auch Amnesty International (AI) rührig: am Mo., 27.3.2017, stellte die Organisation einen Bericht vor, in dem sie der US-geführten Militärkoalition vorwarf, bei den Kämpfen um die irakische Stadt Mossul – vor allem durch die Luftbombardements (vgl.u.) – das Leben von Zivilisten nicht ausreichend zu schützen. Dies sei ein eklatanter Bruch des Völkerrechts. (http://parstoday.com/de/news/world-i25232-amnesty_international_usa_sch%C3%BCtzen_das_leben_von_irakischen_zivilisten_nicht)
Wegen der schon von den UN beklagten hohen und weiter wachsenden Zahlen ziviler Opfer in Mossul infolge der Bombardements der UN-geführten Koalition (vgl.u.) hat Rußland eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zur Thematik gefordert. (http://sptnkne.ws/dVdr)
Nach Aussage des Sprechers des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, sei selbst bei größtem Optimismus nicht daran zu denken, daß Mossul noch in diesem Jahr von der IS-Terrormiliz befreit werden kann. Dazu ergänzte er: „Ich möchte daran erinnern, dass verheißungsvolle Parolen über eine Einkesselung des irakischen Mossul und einen baldigen Sieg der Koalition bereits zu empfindlichen Verlusten der irakischen Kräfte und zu einer zunehmenden humanitären Katastrophe geführt haben“. (http://sptnkne.ws/dUwk) – Dies scheint eine realere Sicht auf die Situation zu sein als die allzu euphorischen Bemerkungen der irakischen Delegation kürzlich in Washington (vgl.u.).
Wegen des erstaunlich hohen Anstiegs der Zahl ziviler Opfer in Mossul hat sich die UNO-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande, in einer offiziellen Erklärung äußerst besorgt gezeigt. Bei diesem Krieg sei Nichts wichtiger als Schutz der Bevölkerung, weshalb alle Konfliktparteien alles tun müßten, um das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen. Es sei wichtig, sich mit den Angehörigen der Opfer zu solidarisieren. – Zuvor hatten Augenzeugen wie auch der irakische Parlamentsabgeordenete der Provinz Nineve, ʽAbdurraḥmân al-Wazîrî, die hohe Zahl ziviler Opfer infolge der Luftangriff eder US-geführten Koalition berichtet sowie, daß unter den Trümmern der eingestürzten Häuser viele Bewohner begraben lägen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25166-dutzende_tote_in_mossul_uno_%C3%A4u%C3%9Fert_sich_besorgt )
Mittlerweile ist die große Anzahl ziviler Opfer während der Rückeroberungsoperation in West-Mossul nicht mehr zu übersehen. Hier komme es für die Zivilisten zu einer beispiellos brutalen Tragödie, wie Außenamtssprecherin Maria Sacharowa in Moskau kritisiert. Dazu bemerkte der kurdische Journalist Hevidar Ahmed im Gespräch mit RT über die Gefechte mit dem IS: „Die irakischen Truppen und die Kräfte der internationalen Koalition wissen nicht, dass in den Häusern Zivilisten sind und gehen zum Gegenfeuer über … Erst später wird klar, dass dort ganze Familien leben.“ – Das wirkt einigermaßen befremdlich, nachdem die UN immer wieder klar gemacht haben, daß sich dort hunderttausende (vgl.u.) aufhielten. – Im Viertel Neu-Mossul seien, so Hevidar Ahmed weiter, z.B. alle 135 Bewohner eines Hochhauses zu Tode kamen: „Die Koalitionsluftwaffe warf Bomben auf dieses Haus ab und alle, die sich darin befanden – Frauen, Männer, ältere Menschen – wurden getötet“. (http://sptnkne.ws/dT3A) – Vgl. dagegen die Vorkehrungen der SAA vor jeweiligen Gefechten z.B. in Aleppo und deren umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen!
S.a. den Bericht: West-Mossul: 400.000 Menschen sitzen in der „Falle“ laut Angaben des Vertreters der UN-Flüchtlingsagentur im Irak, Bruno Geddo.
Während sich die Mainstream-Medien darüber ausschweigen, informieren andere Quellen über das Leid der Zivilbevölkerung bei der Rückeroberung von Mossul. Auf sie werde – im Gegensatz zum vergleichbaren Fall in Aleppo – kaum Rücksicht genommen. Näheres ist zu verfolgen bei: War Crimes, Death and Destruction in Mosul ~ [+LIVE UPDATES]
Z.B. berichtet auch das kurdische Nachrichtenportal Rudaw von 200 überwiegend zivilen Toten in einem Teil von Mossul infolge der Luftangriffe gegen den IS am Do., 23.2.2017. (http://sptnkne.ws/dSXF)
Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî befindet sich derzeit mit einer Delegation in Washington, um die Beziehungen beider Länder zu diskutieren und über Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Wirtschafts-, und Sicherheitsbereich vor allem in der Zeit nach Vernichtung des IS zu sprechen. Während des US-Besuchs werde er laut dem Regierungssprecher mit US-Präsident Donald Trump, Kongreß-Mitgliedern und Vertretern von US-Großunternehmen zusammentreffen. (http://sana.sy/?p=525966) – Der ebenfalls mitgereiste Verteidigungsminister ʽIrfân al-Ḥayâlî drückte sich ziemlich euphorisch bezüglich der Situation in Mossul aus, wo der IS in den letzten Zügen liege und die endgültige Befreiung bald bevorstehe. Jedoch warnte er auch Schläfer-Zellen, die sich nach der Niederlage in Mossul in anderen Landesteilen halten würden. (http://www.sana.sy/?p=525966)
Terroranschläge vom 21.3.2017:
Nach Informationen von lokalen Quellen meldet as-Sûmariyya News, in der sog. Neustadt, südwestlich von Mossul gelegen, hinterließ Mörsergranatenbeschuß seitens des IS sechs Tote derselben Familie und weitere 15 Verwundete. – Der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, informierte darüber, daß südlich der Stadt Falûğa in der Provinz al-Anbâr durch einen am Straßenrand angebrachten Sprengsatz je ein Soldat getötet und verletzt worden sei. – Infolge einer Bombenexplosion nahe des Marktes ʽAbiyya im nördlichen Stadtteil Rašadiyya von Bagdad wurden zwei Personen verletzt. – Eine weiterer Zivilist trug Verletzungen davon, als eine Bombe am Straßenrand in der Nähe der Handelshäuser im Stadtteil al-Basâtîn in der irakischen Hauptstadt detonierte. (http://sana.sy/?p=525913)
Am 21.3.2017 konnte Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, melden, der Stadtteil ar-Risâla und einige weitere Wohnhäuser auf dem West-Ufer des Tigris seien zurückerobert. am Vortag habe man die Dörfer ad-Dâmarğî al-ʽAliyâ und Neustadt, westlich von Mossul aus der IS-Besetzung befreit.
Zur selben Zeit machte Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî am Montag in Washington am US Institute of Peace deutlich, daß der IS trotz seiner Niederlagen weiterhin von seinen Sponsoren ausreichend finanziert werde. Dann erklärte er, er benötige für die Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilität in Mossul mehr Unterstützung und Geldmittel. Um den Terrorismus insgesamt auszurotten bedürfe es allerdings eines Gesamtkonzepts für die Region. (http://sana.sy/?p=525524)
Im südlichen Bagdad, wo hauptsächlich Šîʽiten wohnen, sind am Mo., 20.3.2017, infolge der Detonation einer Autobombe mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen und dutzende verletzt worden. (http://sptnkne.ws/dR4N) – Laut as-Sûmariyya News liegt die Opferzahl bei 13 Getöteten und 31 Verletzten. (http://sana.sy/?p=525913)
Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat gab am 18.3.2017 gegenüber der Presse an, seine Leute hätten zusammen mit den schnellen Reaktionskräften in West-Mossul den Funkfeuerturm al-Ḥadbâ´ und Moschee an-Nûrî vom IS zurückerobert. In letzterer hatte der selbsternannte IS-Kalif Abû Bakr al-Baġdâdî seine Ansprachen mit den Terrordrohungen gehalten. Drohnen überwachten weiterhin die IS-Bewegungen im Umkreis der Moschee und Kampfflugzeuge unterstützten weiterhin die Bodentruppen. – Laut dem Kommando in Bagdad seien in den Randbezirken und im Umkreis der Hauptstadt etliche Raketen, Sprengkörper und Minen aufgefunden worden. – Durch einen Luftangriff auf sein Auto sei zudem der lokale IS-Anführer Abû al-Qaʽqâʽ – es gibt mehrere IS-Führungsmitglieder mit gleichen oder ähnlichen Kampfnamen! (vgl. u. sowie Syrien Teil I), auch der Mörder von Theo van Gogh und ein Sprecher von Boko Haram nannten sich so – mit Begleiter im O der nördlichen Provinz Ṣalâḥuddîn getötet worden. (http://sana.sy/?p=524077)
Gemäß dem Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî (Yahya Rasul Az-Zubaidi) seien die IS-Terroristen nun am 17.3.2017 in West-Mossul vollständig umstellt. Er forderte sie auf, die Waffen niederzulegen, sonst könnten sie nur noch auf den Tod warten. die Stadt werde in naher Zukunft ganz zurückerobert sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24980-irak_is_terroristen_vollst%C3%A4ndig_in_west_mossul_umzingelt )
Gegenüber as-Sûmariyya News machte Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat die Mitteilung, einer Abteilung seiner wie der schnellen Reaktionskräfte sei im Kampf gegen den IS die Einnahme der Pascha-Moschee, der Straße der Gerechtigkeit [al-ʽAdâla] und des Sûq Bâb as-Sarây in der Altstadt von Mossul am rechten, d.h. westlichen Tigris-Ufer gelungen.
Auf der anderen Seite wurden durch einen von Terroristen angebrachten Sprengsatz nahe einer Verkaufsstelle für Ziegen im Süden von Bagdad ein Zivilist getötet und zwei weitere verletzt. (http://sana.sy/?p=523635)
Der Kommandant der 7. Armee-Division, Generalmajor Nûmân ʽAbduz-Zûbaʽî, machte am 16.3.2017 gegenüber as-Sûmariyya News bekannt, die irakischen Kampfflugzeuge hätten ein Lager des IS wie eine Anlage zum Bau von Sprengsätzen und vier Schlupfnester im al-Madhum-Gebiet südwestlich von ar-Ramâdî bombardiert und zerstört sowie etliche Terrroristen getötet.
Andererseits seien nördlich von Bagdad durch eine am Straßenrand angebrachte Sprengvorrichtung nahe eines belebten Marktes im Gebiet von Sabʽ al-Bûr ein Bürger getötet und weitere vier verwundet worden. (http://sana.sy/?p=523265)
Am Mittwochabend, dem 15.3.2017, wurde im Zentrum von Tikrît eine Autobombe gezündet. Dabei kamen mindestens sieben Personen ums Leben, 43 wurden verletzt, es entstanden Brände. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24936-irak_sieben_tote_und_43_ver-letzte_bei_bombenanschlg_in_tikrit) – Zudem habe es im Norden Bagdads einen ähnlichen Anschlag etwa zur gleichen Zeit mit mindestens 18 Toten und 22 Verletzt gegeben. (http://sptnkne.ws/dPbk)
Zur eklatanten Diskrepanz der westlichen Mainstream–Medien-Haltung gegenüber den Vorgängen im syrischen Aleppo und im irakischen Mossul beleuchtet ein neuerlicher Sputnik-Bericht, der hier im Ganzen wiedergegeben werden soll:
„Die irakische Stadt Mossul haben bereits wesentlich mehr Menschen verlassen, als Ostaleppo in Syrien bei dessen Befreiung, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag mitteilte. Dabei findet diese Tragödie, so dessen Sprecherin Maria Sacharowa ferner, in den westlichen Medien so gut wie keinen Platz.
„Diejenigen, die die Aufnahmen aus Mossul gesehen haben, können das Unruhegefühl nicht loswerden“, sagte Lawrow. „Aus dieser Stadt sind bereits sicherlich mehr Zivilisten geflüchtet, als aus Ostaleppo während der Operation zu dessen Befreiung“, betonte der Minister ferner.
Dabei gehe die Tragödie dieser irakischen Stadt an den meisten Medien in der Welt vorbei, so die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa. „Es ist merkwürdig, dass bislang immer noch kein Twitter-Account eines Mädchens entstand, das in der Stadt Mossul leidet“, sagte Sacharowa ironisch. Dabei spielte sie offenbar auf das Twitter-Profil des syrischen Mädchens Bana an, dessen Geschichte international für Aufmerksamkeit gesorgt hatte.
„Es ist seltsam, dass sich (die CNN-Korrespondentin – Anm. d. Red.) Christiane Amanpour nicht tagtäglich fragt, wie viele Menschen infolge der Kampfhandlungen der internationalen Koalition in dieser Stadt ums Leben kamen (…), dass es in den leitenden Zeitungen und Zeitschriften keine Bilder, Hashtags oder knackigen Überschriften über die humanitäre Katastrophe in Mossul gibt“, so die Sprecherin.
„Die Tragödie von Mossul wird im Informationsraum der Welt vorsichtig aus dem Auge gelassen. Soweit das im Prinzip technologisch möglich ist, angesichts des Ausmaßes der Katastrophe“, sagte Sacharowa abschließend.
In West-Mossul befinden sich derzeit nach UN-Angaben bis zu 750.000 Zivilisten und 350.000 Kinder (in Aleppo waren einst 300.000 Menschen eingesperrt), wobei der Stadtteil derzeit verstärkt bombardiert wird. Tausende Menschen fliehen vor dem Hunger, Durst und den eskalierenden Kämpfen — von humanitären Korridoren für die Zivilbevölkerung wie beim Kampf um das syrische Aleppo ist jedoch keine Rede, obwohl Hilfsorganisationen wie zum Beispiel Save the Children die irakischen Streitkräfte und ihre Verbündeten dazu auffordert, solche Korridore einzurichten und „alles dafür zu tun, um Kinder und Familien zu schützen. Mittlerweile ist es laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF rund 30.000 Flüchtlingen, die Hälfte davon Kinder, gelungen, die Stadt zu verlassen. Davon und von dem hohen Blutzoll bei den Zivilisten und der Armee wird jedoch nur sehr vereinzelt und nüchtern in den Leitmedien der USA berichtet.
Auch in deutschen Medien fehlt diesmal jede Spur der so üblich gewordenen Kriegsberichterstattung, bei der zuvor schon fast leidenschaftlich Russland und die „blutrünstige“ syrische Regierung wegen „unmenschlicher Bombardements“ und des „völkerrechtswidrigen Krieges“ stigmatisiert wurden.
Dem Leser werden diesmal keine zerstörten Straßen, weinende Kinder und verstümmelte Leichen unter die Nase gehalten, als ob die Bomben der US-Koalition ganz stichprobenartig nur Terroristen als Ziel verfolgen würden und die Angaben der militärischen Non Profit-Beobachtungsstelle „Airwars“, wonach die Zahl der Todesfälle von Zivilisten bei der Befreiung Mossuls bereits weitaus höher ist als in Aleppo, ganz gewiss eine Lüge wären.“ (http://sptnkne.ws/dNyn)
S. dazu auch den Beitrag des vor Ort gewesenen TV-Senders RT: Death & destruction. U.a. berichtet der RT-Reporter Murad Gazdiev aus Arbîl: „Ich war in Aleppo, als der Kampf seinen Höhepunkt erreicht hatte“. Die Lage in Mossul sei jedoch „viel schlimmer“, als es „jemals“ in Aleppo gewesen sei. (http://sptnkne.ws/dP6s)
Ein zweites Massengrab von im Jahr 2014 durch den IS Getöteten ist unweit des Militärstützpunktes in Tikrit gefunden worden, wie der Generaldirektor der Abteilung Gerichtsmedizin im Gesundheitsministerium mitteilte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24934-irak_massengrab_in_salahudin_entdeckt)
Aufgrund der neuesten völkerrechtswidrigen türkischen Truppenstationierungen (vgl.u.) hat Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî den türkischen Botschafter in Bagdad, Fatih Yildiz, einbestellt und am Di., 14.3.2017, erneut protestiert. Er forderte ein weiteres Mal explizit den Rückzug türkischer Soldaten aus irakischem Terrain sowie die Nichtverletzung seines Luftraums durch türkische Kampfjets. Gute Beziehungen mit dem Nachbarstaat, die der Irak anstrebe, seien nur unter dieser Voraussetzung möglich. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24900-irak_fordert_erneut_abzug_t%C3%BCrkischer_truppen)
Laut Angabe von Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat gegenüber as-Sûmariyya News haben die irakischen Truppen am Dienstagmorgen den Ninive-Bahnhof und Bagdad-Busbahnhof südwestlich von Alt-Mossul zurückerobert und sind in den Bereich des Bâb al-Ṭuwwâb auf dem rechten westlichen Tigrisufer eingedrungen. Am Vortag, dem 13.3.2017, seien die Stadtteile an-Nafṭ und Neu-Mossul wie das Dorf al-Ğafâl wieder unter Kontrolle gebracht worden. (http://www.sana.sy/?p=521936) – Laut dem Geschäftsführer der irakischen Eisenbahngesellschaft liegt jener Bahnhof im SW von Alt-Mossul auf der Hauptroute von Nord nach Süd und ist für den Transport aus der Türkei und Syrien nach Bagdad und al-Baṣra am Šaṭṭ al-ʿArab (Schatt al-Arab). Daher wurde sie bereits während des IS-Eroberungsfeldzugs 2014 Ziel vieler Anschläge. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24898-irakische_truppen_befreien_bahnhof_in_mossul)
Anstatt die 2016 völkerrechtswidrig in den Irak eingedrungenen türkischen Streitkräfte wieder von dort – wie z.B. von der Militärbasis in Baʽšiqa (vgl.u. – über die gemeinsame Grenze zurückzuziehen, wie es die irakische Regierung seither immer wieder fordert, hat die AKP-Regierung in Ankara weitere 800 Soldaten zusammen mit Panzern über über den Grenzübergang Ibrâhîm Ḫalîl in die autonome Kurdenregion des Irak im Norden des Landes geschickt und dort an verschiedenen Punkten stationiert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24848-neue_kr%C3%A4fte_der_t%C3%BCr- kischen_armee_in_nordirak_einmarschiert)
Vor Journalisten in Bagdad gab der US-Beauftragte Brett McGurk an, der 9. irakischen Armeedivision sei es in der Nacht auf So., 12.3.2017, gelungen, die letzte Ausfallstraße aus Mossul abzuriegeln. Von West-Mossul sei etwa ein Drittel zurückerobert. „Wir legen es darauf an, sie in Mossul nicht nur zu besiegen, sondern sicherzustellen, dass diese Typen nicht entkommen können.“, bemerkte er. Auch sollten so viele der Extremisten getötet werden, daß es der Organisation nicht mehr möglich sei, sie zu ersetzen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24846-usa_is_terroristen_in_mossul_eingekesselt)
Am Fr., 10.3.2017, fanden al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Mitglieder auf dem Gelände des Bâdûš-Gefängnisses nahe Mossul ein Massengrab mit etwa 500. In der Haftanstalt hatte der IS bei der Eroberung 2014 bereits mehr als 600 Insassen umgebracht. Tags darauf am Sonntag entdeckten Aktivisten östlich der Provinzhauptstadt noch ein Grab von ca. 40 Opfern des IS, teils Zivilisten, teils Polizisten inklusive eines Obersten, worüber sein Ausweis Auskunft gab. (http://sptnkne.ws/dNrJ)
Laut der russischen Zeitung Iswestija vom Fr., 11.3.2017, gab der syrische Parlamentarier der in der Regierung vertretenen Baʽṯ-Partei, Sadschi Taama (?), an: „Unsere Länder sind auf eine gemeinsame Gefahr gestoßen. Der Irak, wie auch Syrien, wiedersetzt sich den IS-Extremisten. … Wir hatten schon vor einigen Jahren den Kampf gegen den Terrorismus koordiniert. Und solche Aussagen (d.h. von Iraks Premier Ḥaidar al-ʽAbâdî) hätte es nie gegeben, wenn Damaskus nicht der Teilnahme der irakischen Luftwaffe an Einsätzen auf syrischem Territorium zugestimmt hätte.“ Er schloß auch nicht aus, daß künftig syrische Luftstreitkräfte IS-Kämpfer im Grenzgebiet des Iraks verfolgten.
Ḥaidar al-ʽAbâdî hatte ja schon früher (vgl.u.) erklärt gehabt, die Iraker seien bereit, gegen die Extremisten nicht nur im eigenen Land, sondern auch in den Nachbarländern, vor allem in Syrien, vorzugehen, sofern sie darum gebeten würden, da man die Souveränität seiner Nachbarn achte und nicht antasten wolle. Abgesprochenermaßen hatten Ende Februar schon irakische Kampfflieger nahe der syrischen Stadt al-Bûkamâl IS-Stellungen angegriffen. Zudem existiert seit September 2015 das in Bagdad eingerichtete, gemeinsam zwischen dem Irak, Syrien, Rußland und dem Iran unter Einschluß der Kurden betriebene internationale Koordinierungs- und Informationszentrum zur Bekämpfung des Terrorismus u.a. gegenüber dem IS(vgl.u.).
Dem russischen Diplomat a.D. und Militärexperten Wjatscheslaw Matusow zufolge ist die Koordinierung der syrischen und irakischen Aktivitäten auch die Folge des US-Administrationswechsels: „Es ist offensichtlich, dass die Administration des früheren US-Präsidenten Barack Obama den Mitgliedern der von den USA angeführten Anti-Terror-Koalition, der auch der Irak angehört, Kontakte mit der syrischen Regierung untersagte. Jetzt sind in Washington aber andere Kräfte an der Macht, und sie gehen auf ihre Weise vor. … Davon zeugt auch die Entwicklung der Situation um Manbidsch, wo die Kurden, hinter denen die USA stehen, einen Teil des Territoriums den syrischen Regierungstruppen überlassen haben“. (http://sptnkne.ws/dK7f) – Für letztere Einschätzung spricht, daß beide Regierungen sich immer sozusagen im gleichen Schützengraben agierend empfanden, die irakische Seite jedoch seit der US-Invasion 2003 ganz offenbar anders lautenden US-Weisungen verpflichtet war.
Gegenüber as-Sûmariyya News konnte der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, berichten, es sei der irakischen Armee am heutigen Tag, dem 10.3.2017, gelungen, die Stadtteile al-ʽÂmil I und II am linken (westlichen) Tigris-Ufer der Provinzhauptstadt zu befreien und dort die irakische Flagge zu hissen. Am Vortag, dem 9.3.2017, hätten die Streitkräfte die Stadtteile al-Maʽlamîn und as-Sâ´îlû ebenfalls im Westteil von Mossul, zurückerobert wie die Dörfer al-Bîṭâr (al-Bitar), al-ʽAkîlât (al-Akilat) nahe der al-Bâdûš- (Badusch) Zementfabrik. (http://sana.sy/?p=520262) – Zudem hätten die irakischen Truppen in Süd-Mossul 30 IS-Frauen unterschiedlicher Nationalitäten festgenommen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24714-is_terrormiliz_aus_weiteren_teilen_in_west_mossul_zur%C3%BCckgedr%C3%A4ngt)
Am Mittwochabend erschütterten zwei Detonationen das Dorf Ḥağâğ (Hajjaj) etwa 20km nördlich von Tikrît 160 km nördlich von Bagdad). Zwei Suizidattentäter des IS zündeten ihre Sprengstoffgürtel bei einer Hochzeitsgesellschaft, wodurch mindestens 30 Menschen getötet und 26 verletzt wurden.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24676-irak_mindestens_30_tote_bei_selbstmordanschlag_auf_hochzeit, http://sptnkne.ws/dJHj)
Zum türkischen Wasserkrieg gegen Syrien und den Irak s. hier unter dem Datum vom 7.3.2017!
Mit der völlig unterschiedlichen, aber einheitlichen Mainstream-Medien–Behandlung der Befreiungsoperationen bzgl. Aleppo in Syrien und Mossul im Irak unter Beteiligung der US-geführten Koalition sowohl in Wortwahl als auch in der Beurteilung trotz der absolut vergleichbaren Situationen beschäftigen sich zwei lesenswerte Essays von Tilo Gräser: Tod in Aleppo als Anklage – in Mossul notwendiges Übel? Experte kritisiert Westen in: Die Blätter für deutsche und internationale Politik online: www.blaetter.de und die RT-Kolumnistin Polina Duchanowa mit ihrem Beitrag: Aleppo vs. Mossul: Die zwei Wahrheiten westlicher Medien in: http://sptnkne.ws/dHZ3.
Wie durch eine örtliche Quelle bekannt wurde, beschoß der IS bereits Anfang März vom Westteil Mossuls aus mit Giftstoffen versehene Raketen auf den Stadtteil ar-Rašadiyya in Ost-Mossul, wobei zwölf Personen mit entsprechenden Symptomen in Krankenhäusern behandelt wurden. Die Chemiewaffen, gefährlicher als Chlor oder Senfgas kämen aus dem Ausland, gab der Chef des Informationszentrums der irakischen Volksmobilisierungskräfte Ḏū l-faqār al-Baladawî (Zu al-Fakkar al Baladawi) im Interview mit Sputnik Arabic an und erklärte: „Die USA leisten Beistand bei der Versorgung von Terroristen mit diesen Chemiestoffen. Gleichzeitig warnen sie die örtlichen Einwohner vor der Gefahr der Chemieangriffe und verbessern somit ihr Ansehen im Kampf gegen die Terroristen“. Doch seien diese Chemiewaffeneinsätze der Terroristen auch Mittel des Informationskrieges: „Zum ersten Mal setzte der Daesh Chemiewaffen, Chlor und andere Giftstoffe im Süden der Provinz Salah ad Din ein. Damals achteten die Uno und die internationale Gemeinschaft jedoch nicht auf die Ermittlungen der irakischen Seite, die Berichte einiger Medien sowie die Berichte der Verletzten über das Erlebte und die Art der erlittenen Verletzungen.“ Aber erst seit der Aktivität der US-geführten Allianz im Irak werde das Thema endlich internationalen in den führenden Medien diskutiert und das, „Obwohl wir früher jedenfalls viele Daten darüber lieferten, dass der IS eine Vielzahl von Stoffen für die Erzeugung von Chemiebomben zur Verfügung hat“. (http://sptnkne.ws/dJy5)
Im Westteil von Mossul wurde derweil ein unterirdisches IS-Trainingslager, eingerichtet in einem Eisenbahntunnel des 20. Jh. von 500m/Länge, 6,5m/Höhe und 4,5m/ Breite entdeckt. Ausgestattet war er mit Hindernisbahn, Schießstand, Kaserne, einem Raum zur propagandistischen Schulung und einem Gebetsraum (Moschee). Der Stützpunkt war beidseits verbarrikadiert und an den Wände mit einschlägigen IS-Parolen überzogen. (http://sptnkne.ws/dJdw)
Im Westteil von Mossul wurde derweil ein unterirdisches IS-Trainingslager, eingerichtet in einem Eisenbahntunnel des 20. Jh. von 500m/Länge, 6,5m/Höhe und 4,5m/ Breite entdeckt. Ausgestattet war er mit Hindernisbahn, Schießstand, Kaserne, einem Raum zur propagandistischen Schulung und einem Gebetsraum (Moschee). Der Stützpunkt war beidseits verbarrikadiert und an den Wände mit einschlägigen IS-Parolen überzogen. (http://sptnkne.ws/dJdw)
Am 7.3.2017 informierte der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, as-Sûmariyya News darüber, daß die vereinten Streitkräfte im Westteil von Mossul dem IS nun auch die Kontrolle über Hauptfiliale der Zentralbank, die Gebäude der Provinzialregierung von Nînawâ durch Erstürmung durch eine Spezialeinheit der Bundespolizei sowie über das Archäologische Museum abgerungen hätten. Der Sprecher der Eliteeinheit, Oberstleutnant ʽAbdulamîr al-Muḥammadâwî, ergänzte, daß auch das Gebäude, in dem das sog. al-Muḥkama ar-Ra´îsiyya , das Hauptgericht des IS, untergebracht war, erobert worden sei. Darin hatten die selbsterklärten IS-šarîʽa-Richter die vielen grausam-drakonischen Strafen verhängt wie z.B. Steinigungen, das Herabstürzen von Verurteilten von den Dächern hoher Gebäude und das Abhacken von Händen. Die erwähnten Bauten befinden sich in demselben Areal, in welchem am Vortag schon die schnellen Reaktionskräfte erfolgreich zugeschlagen hatten (vgl.u.). Damit gilt die Verteidigungslinie der Extremisten als durchbrochen. (http://sana.sy/?p=518612)
Die persische Agentur Fars meldet, daß der IS – wie auch in Syrien – das Vorrücken der Armee so gut wie möglich zu behindern versucht, durch Verminung, Einsatz von Suizidattentätern mit Autobomben und durch Scharfschützen, die sich in den engen Gassen der Altstadt von Mossul versteckt halten. (http://sptnkne.ws/dHEP).
Über die katastrophale Lage der Bewohner von Mossul, denen Lebensmittel, Medikamente und Wasser fehlen, und die vom IS an der Flucht gehindert und als menschliche Schutzschilde mißbraucht werden wie zuvor im syrischen Aleppo, informieren – teils mit Videos – z.B.: https://syrianfreepress.wordpress.com/2017/03/06/mosul-suffering-of-civilians-caused-from-airstrikes-by-us-led-coalition-neglected-by-western-media/ sowie http://sptnkne.ws/dHte und http://sptnkne.ws/dHvv. S.a. die UN-Berichte dazu (vgl.u.). Im Gegensatz zur Situation in Syrienunternähmen jedoch laut Russia Today-Korrespondent Murat Gasdijew die irakische Armee und deren Verbündete so gut wie nichts, um den Menschen zur Flucht zu verhelfen. Und leider führten das irakische Militär wiedie US-geführte Koalition Luft- und Artillerieschläge gegen die Extremisten ohne Rücksicht auf die Zivilisten in der Gegend. (http://sptnkne.ws/dHvv).
Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî kam am Di., 7.3.2017, erstmals seit der Eroberung der Provinzhauptstadt 2014 Mossul besuchen, wie as-Sûmariyya News meldet. Er will sich möglichst nahe vor Ort mit dem Lauf der Befreiungsoperation vertraut machen. (http://sptnkne.ws/dHMy)
In einer kurzen Erklärung gegenüber as-Sûmariyya News gab der Befehlshaber, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, am 6.3.2017 bekannt, daß die Truppen im Kampf gegen den IS wieder die Kontrolle über den Stadtteil aṣ-Ṣamûd und mit der Freiheits-Brücke (Ğisr al-Ḥuriyya, vgl.u.) am rechten [d.i. westlichen] Tigrisufer von Mossul zurückerlangt haben. Die Freiheits-Brücke führt mitten ins Stadtzentrum, welches der IS von Süden her kontrolliert. Sie ist die zweite gesicherte Brücke nach jener, die während des am 19.2.2017 beginnenden Angriffs im Süden des Westteils von Mossul zurückerobert wurde. – Am Vortag, dem 5.3.2017, hatten sich dem Kommandeur zufolge die vereinten Streitkräfte in vier Stadtteile vorgekämpft, wobei die Bundespolizei und die schnelle Abwehrtruppe die Stadtteile ad-Dindân und ad-Duwâsa stürmten während die Anti-Terror-Kräfte in die Stadtteile aṣ-Ṣamûd und Tal ar-Rumân vorstießen. (http://www.sana.sy/?p=518087)
Am Samstagmorgen konnte die Armee einen IS–Angriff auf die Stadt ar-Ruṭba (vgl.u.) in der westlich gelegenen Provinz al-Anbâr zu vereiteln wie as-Sûmariyya News berichtet. Die Stadt sei von Zeit zu Zeit immer wieder Terroranschläge von extremistischen Organisation ausgesetzt. Derweil eliminierte die Bundespolizei rechtzeitig einen Suizidattentäter auf dem rechten [d.i. westlichen] Ufer von Mossul. (http://sana.sy/?p=517306)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Nînawâ“, verkündete am 3.3.2017, die Befreiung des Stadtteils Wâdî Ḥağar am rechten Tigrisufer (Westteil) in Mossul. Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî hatte zuvor schon von Fortschritten im Bereich der 4. Tigrisbrücke berichtet. (http://sana.sy/?p=517039)
Südlich von Mossul entdeckten örtliche Aktivisten wieder ein Massengrab. Die 15 Skelette stammten wahrscheinlich von Ermordeten des IS per Erschießung. (http://sptnkne.ws/dEX2)
Immer mehr Bewohner von Westmossul fliehen aus dem umkämpften Gebiet. Von den ca. 750.000 Personen, die sich möglicherweise dort noch aufhalten sind laut dem Minister für Flüchtlingsangelegenheiten in den letzten zehn Tagen ca. 26.000 Flüchtlinge registriert worden, was bedeutet, daß noch sehr viel mehr zu erwarten sind. Doch reichen die Kapazitäten der Notunterkünfte laut UNO-Schätzungen gerade einmal für 85.000 Menschen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24414-26.000_iraker_aus_westmossul_geflohen) Der Westteil Mossuls beinhaltet die historische Altstadt mit enger Bebauung, den alten Märkten, der großen Moschee und bedeutenden Regierungsgebäuden. Damit sind die Straßenkämpfe besonders schwierig, die Verwendung schwerer Rüstungstechnik ist daher ausgeschlossen. Auch das ummauerte Ausgrabungsgelände des antiken Ninive befindet sich innerhalb der Stadtgrenzen im Westteil.
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, gab am Mi., 1.3.2017, eine Presseerklärung ab, in der er den jahrelangen –von manchen Regierungen nicht entsprechend gewürdigten – Kampf der beiden Staaten, des Iraks wie Syriens, gegen den Terrorismus herausstellte, der gerade nicht nur diese Staaten bedrohe und somit generell Priorität haben müsse. Wörtlich bemerkte er: „we strike terrorism wherever it exists in cooperation with our neighbor Syria” und fügte hinzu: “we are the ones who have been fighting terrorism for years regardless of states’ positions towards it, and any understanding from states of the danger posed by terrorism and the priority of fighting it is welcome.” Im Hinblick auf die Türkei warnte er, daß der Terrorismus eine Gefahr für einen jeden werden könne. (http://sana.sy/en/?p=101147)
Angesichts der vermehrten Niederlagen des IS auch in Mossul, seiner letzten großen Bastion im Land, soll deren selbsternannter Kalif Abû Bakr al-Baġdâdî eine „Abschiedsrede“ an seine Anhänger gerichtet haben, wie as-Sûmariyya berichtet. Dabei habe er „erläutert, was mit der Gruppierung passiert“, so der Informant der Agentur aus der Provinz Nînawâ und dezidiert die Mißerfolge der letzten Zeit in der Provinz wie anderswo angesprochen. Die Mitstreiter rief er daher auf, sich – wie meist in solchen Fällen [vgl. Tadmur und Dair az-Zaur !] – im Gebirge zu verschanzen. (http://sptnkne.ws/dEKS)
Kritisch gesehen wird diese sog. „Abschiedsrede“ – außer von den Blogbetreibern – auch hier: http://sptnkne.ws/dEYm, http://sptnkne.ws/dFc9
Wie schon in Syrien mißbraucht der IS nun auch im Irak Haustiere, um Bombenanschläge zu verwirklichen. So bemerkten etliche die Armee unterstützende Milizen während eines Gefechts, wie ein niedlicher Hundewelpe, versehen mit genügend Sprengstoff, die Frontlinie in ihre Richtung überquerte. Der Sprengsatz sollte per Fernzünder zur Detonation gebracht werden, was die irakischen Kämpfer jedoch noch rechtzeitig verhindern konnten. „Was hat dieses Tier verbrochen? Jetzt fangen die IS-Tölpel sogar Tiere ein, um diese gegen uns zu schicken“, kommentierte einer der Männer den Vorfall. (http://sptnkne.ws/dDUj)
Infolge der Detonation zweier Bomben nahe des Stadions im südlichen bagdader Stadtteil aš-Šuhadâ´ kam am Di., 28.2.2017, eine Person ums Leben, vier weitere wurden verletzt. Man vermutet den IS hinter dem Anschlag. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24348-explo- sion_s%C3%BCdlich_von_bagdad_hinterl%C3%A4sst_1_to- ten_und_4_verletzte)
Der Nahost-Beauftrage des russischen Präsidenten, Michail Bogdanow, bemerkte bei der Konferenz zum Thema „Nahost: Wann beginnt das Morgen?, Rußland „wirkt mit den Irakern bei der Bekämpfung des IS eng zusammen – sowohl im Irak als auch im benachbarten Syrien“. Dies geschehe im Rahmen des seit längerem in Bagdad eingerichteten Informationszentrums (vgl.u.). Dabei steigere die russische Waffen- und Kampftechnik deren Gefechtsfähigkeit. – Seit dem Jahr 2012 kaufte die Regierung in Bagdad Waffen aus Rußland in großen Mengen, darunter neue Waffen und solche aus Depots des russischen Verteidigungsministeriums, nämlich: u.a. 13 Erdkampfflugzeuge Su-25, 28 Hubschrauber Mi-35M, 15 Hubschrauber Mi-28NE, mehrere Hubschrauber Mi-17, Fla-Raketenkomplexe Igla-S, 48 Fla-Raketensysteme Panzir-S1, 12 schwere Flammenwerfer-Systeme TOS-1A und Panzer T-72B, dazu große Mengen an Munition, Pioniergerät und Schützenwaffen. die Kurden erhalten ihre Bewaffnung über die Zentralregierung, aus russischen Beständen z.B. Flakartillerieanlagen SU-23-2 und große Mengen an Munition. (http://sptnkne.ws/dDFd)
Im Raum von Ḫasaf (Khasf) nahe der Verbindungsstraße Mossul-Bagdad fanden irakischen Behörden laut The Telegraf vom Sa., 25.2.2017, das bisher größte Massengrab von ca. 4.000 IS-Opfern gefunden. Unmittelbar nach Besetzung von Mossul 2014 hätten gemäß Augenzeugen IS-Terroristen Lastwagen voll mit Gefangenen – v.a. Sicherheitskräften – zu einem natürlichen trichterartigen Landschaftseinschnitt gebracht, die Menschen erschossen und die Leichen dort abgeladen. Erst 2015 sei der Trichter zugeschüttet worden. (http://sptnkne.ws/dDbS)
Die Anti-Terror-Kräfte konnten am 24.2.2016 auch wieder das Militärlager al-Ġazlânî (vgl.u.) vom IS zurückerobern. Die Luftwaffe erreichte zudem die Außenbezirke von West-Mossul. (http://sana.sy/?p=513820)
Nach einem Großangriff von mehreren Seiten wurde der Flughafen von Mossul durch die vereinten Streitkräfte des Landes aus der IS-Besetzung zurückerobert, nachdem deren Barrikaden überrannt worden waren. Polizei und schnelle Eingreiftruppen mit Unterstützung der Luftwaffe und schweren Artillerie vernichteten den größten Teil der IS-Befestigungsanlagen. Die Erklärung hierzu wurde am Do., 23.2.2017, morgens im Staatsfernsehen verlesen. (http://sana.sy/?p=513820, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24148-irakische_streitkr%C3%A4fte_befreien_flughafen_in_mossul)
Wie Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat mitteilte, zogen sich die IS-Terroristen aufgrund des Vorstoßes der irakischen Armee vom Flughafen in Mossul zurück. Zuvor war das Gebiet am Dienstagmorgen schweren Bombardements ausgesetzt, die immense Schäden zur Folge hatten. Anschließend kam es zu harten Gefechten mit dem IS, die schließlich zum Rückzug der Terroristen führten. Bei einem Drohnen-Angriff der Armee sei am Flughafen auch der IS-Kommandeur mit Kampfnamen Abû ʽAbdullâh getötet worden. Zudem konnte das strategisch bedeutsame Dorf al-Sahaji (?) befreit werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24070-is_terrori- sten_fliehen_von_flughafen_in_mossul_nach_irakischer_milit%C3%A4r-operation)
An den den derzeitigen Operationen in West-Mossul nehmen die Armee, die Bundespolizei, Anti-Terror-Einheiten wie die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî teil, nicht jedoch Pîšmarga-Kräfte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24110-peschmerga_k%C3%A4mpfer_neh- men_nicht_an_befreiungsoperation_f%C3%BCr_mossul_teil)
Nach Mitteilung des Kommandanten der Krisenreaktionskräfte, Generalmajor Ṯâmir Muḥammad, gegenüber der irakischen Nachrichtenagentur am Mo., 20.2.2017, gelang es der Armee, Dutzende Dörfer auf der rechten Uferseite des Tigris im Umkreis von Mossul vom IS zu befreien. Er fuhr fort: „Die irakischen Sicherheitskräfte beendeten die Säuberung der Dörfer al-ʽAḏba und al-Lazâka und näherten sich dem Dorf al-Kâfûra, sie eliminierte 23 Terroristen und nahmen eine große Anzahl von Waffen und Munition an sich.“ Laut dem Bundespolizeichef, Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat, wurden zudem fünf IS-Stellungen in al-ʽAḏba mitsamt Heckenschützen eliminiert und in Richtung al-Kâfûr (sic!) vorgerückt. Der Kommandant der Ninive-Operationen, Generalmajor Nağim al-Ğubûrî, informierte darüber, daß bei der Befreiungsschlacht um das Dorf al-Lazâka sechs IS-Anführer zur Strecke gebracht wurden. Gemäß dem Kommandanten der Operation „Wir kommen, Nînawâ“ erlangte die Bundespolizei die Kontrolle über den Bereich „Saiṭra al-ʽAqarib“ zurück und über den Dörfern al-Kâfûr, al-Ğamâša und al-Bağwârî wurde die irakische Flagge gehißt. Befreit wurden gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Nînawâ“, auch die Dörfer Ḥussainiyya und aš-Šaiḫ Yûnis, al-Ḥarâkiyât und Tal Kîṣûm; die Tête der Armee stieß dabei bis zum Rand der ʽAṭšân-Bergkette vor. Unter Armekontrolle kamen auch die Dörfer al-Kannṭîra und al-Ubaiḍ südlich von al-Bûsîf.
Andererseits kam bei der Detonation einer Bombe am Straßenrand im Gebiet von as-Sayyid ʽAbdullâh südlich von Bagdad ein Bürger ums Leben, weitere vier wurden verwundet. (http://sana.sy/?p=511402)
Am Rand der Münchener Sicherheitskonferenz trafen sich am So., 19.2.2017, Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm und der russische Vizeaußenminister Michail Bogdanow. Maʽṣûm bekundete das Interesse seines Landes am Ausbau politischer, militärischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit wie an russischen Investitionen in die Wirtschaft des Landes und seinen Erdölsektor. „Der Präsident bekräftigte den Wunsch der Republik, das Engagement russischer Firmen bei der Entwicklung der Landwirtschaft sowie in der Industrie und im Erdölsektor zu fördern“, in formierte das Präsidialamt. Bogdanow bedankte sich für dieses „herausragende Interesse“. Im Kampf gegen den IS betonte der Staatspräsident die Notwendigkeit von mehr Datenaustausch und Koordinierung bei der Vernichtung des IS und seiner Zellen außerhalb des Iraks, die die Region wie die ganze Welt gefährdeten. (http://sptnkne.ws/d9Wj)
As-Sûmariyya News berichtet von einer Massenevakuierung der IS-Familienmitglieder aus dem westlichen Mossul aufgrund der gestarteten Armee-Operation (vgl.u.) von S und SW her. Vordringliche Ziele seien das Militärlager al-Ġazlânî und der Luftwaffenstützpunkt. In Mossul soll es gleichzeitig zu immer mehr Übergriffen der Bevölkerung auf IS-Leute kommen. (http://sptnkne.ws/d9VR)
Während seiner vom staatlichen Fernsehen ausgestrahlten Rede vom So., 19.2.2017, erklärte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî: „Wir verkünden den Beginn der neuen Phase der Operation. Wir kommen, um den westlichen Teil von Mosul zu befreien„. Er setzte hinzu: „Unsere Einsatzkräfte sind dabei, Operationen zur Befreiung der Bürger aus den Klauen der Terroristen zu beginnen„. Kampfflugzeuge der irakischen Luftwaffe haben bereits Millionen an Flugblättern über West-Mossul abgeworfen, um die Bürger über die Operationsziele zu informieren. Man geht davon aus, daß die föderale Polizei mit Angriffen auf IS-Stellungen am Flughafen im Süden der Provinzhauptstadt westlich des Tigris beginnt. – Im vorhergehenden Gespräch mit dem britischen Außenminister Boris Johnson am Rande Münchener Sicherheitskonferenz tags zuvor hatte er zudem die Bedeutung der Fortsetzung der internationalen Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Terrorismus betont. (http://sana.sy/?p=511007, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23934-iraks_premierminister_befreiungsoffensi-ve_im_westteil_von_mossul_begonnen)
Wegen mangelnder Sicherheit hat der IS im Bezirk Tal ʽAfar, westlich von Mossul, für den 17.2.2017 die Abhaltung der Freitagsgebete abgesagt. (http://babil24.com/ar/details.aspx?id=54279&page=%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D9%8A%D8%B1%D8%AA%D8%B9%D8%B4–%D8%A7%D9%84%D8%AA%D9%86%D8%B8%D9%8A%D9%85-%D9%8A%D9%84%D8%BA%D9%8A-%D8%B5%D9%84%D8%A7%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%AC%D9%85%D8%B9%D8%A9-%D9%84%D9%87%D8%B0%D8%A7-%D8%A7%D9%84%D8%B3%D8%A8%D8%A8
Am Donnerstagnachmittag detonierte erneut eine Autobombe des IS im südlichen Bagdader Stadtteil al-Bayya (AL-Bayaa, AL-Bia). Dabei kamen mindestens 48 Personen ums Leben – die Zahl könnte noch steigen; zudem brannten Autos aus und wurden Gebäude zerstört. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23858-bombenan- schlag_in_bagdad_hinterl%C3%A4sst_50_tote_und_dutzende_verletzte, s.a. http://sptnkne.ws/d8Be)
Zeugen aus Mossul berichteten, der IS habe am Mi., 15.2.2017, unter Vorgabe, die Beschuldigen hätten mit irakischen Sicherheitskräften zusammengearbeitet, 13 Personen in einen Käfig sperren und daraufhin ertränken lassen. (http://babil24.com/ar/details.aspx?id=54264&page=%D9%85%D8%A7-%D8%AA%D9%87%D9%85%D8%AA%D9%87%D9%85-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D9%8A%D8%B9%D8%AF%D9%85-13-%D8%B4%D8%AE%D8%B5%D8%A7-%D8%A8%D8%A7%D8%BA%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%87%D9%85-%D9%81%D9%8A-%D8%A7%D9%84%D9%85%D8%A7%D8%A1) – Da illustrierende, hier leider nicht einkopierbare Photo sieht allerdings nach einem Fake aus.
In Bagdad kam es zu zwei Anschlägen: einmal detonierte eine Autobombe im Stadtteil aṣ-Ṣadr am Nachmittag, wobei mindestens 15 Menschen starben. Infolge einer weiteren Explosion im östlichen Stadtteil al-Ḥabîbiyya seien ca. 50 Personen verletzt worden sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23828-mindestens_15_tote_und_50_verletzte_bei_bombenanschlag vom 15.2. 2017)
Ein IS-Kämpfer in Mossul ereiferte sich nach Gesprächen Jugendlicher anläßlich des Valentinstages am 14.2.2017, der im Arabischen ʽÎd al-Ḥubb (d.i. Fest der Liebe) heißt, dermaßen, daß er laut Bericht von babil24.com/ar, in einer Moschee im IS-kontrollierten Westen von Mossul zuerst eine flammende Predigt gegen das – seiner Ansicht nach – „Fest der Unzucht“ hielt und das Fest verbot. Zur Abschreckung für solche, die das Fest vielleicht gerne begangen hätten, holte er dann einen der Teddybären hervor, die aus diesem Anlaß gerne verschenkt werden, schnitt ihm den Kopf ab und drohte, Zuwiderhandelnden werde es genau so ergehen. Auch das Tragen roter Kleidung – selbst für Babys – sei gemäß einer Meldung von as-Sûmariyya News untersagt. (http://sptnkne.ws/d734, s.a. (http://sptnkne.ws/d729) – Im im säkularen Syrien dagegen hat man kein Problem beim Begehen des ʽÎd al-Ḥubb. (http://sptnkne.ws/d74Z)
Nach Auffindung der ursprünglichen Webseite ergab sich, daß der reguläre IS-Prediger beim Freitags-ṣalât die Aktion im Voraus in der Moschee durchgeführt hatte. darüber hatte eine lokale Quelle am Mo., 13.2.2017, berichtet.(http://babil24.com/ar/details.aspx?id=54192&page=%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D9%8A%D8%B3%D8%AA%D8%A8%D9%8A%D8%AD-%D8%A7%D9%84%D8%AF%D9%85%D8%A7%D8%A1-%D9%88%D9%8A%D8%AD%D8%B1%D9%85-%D8%A7%D9%84%D9%84%D9%88%D9%86-%D8%A7%D9%84%D8%A3%D8%AD%D9%85%D8%B1-%D9%81%D9%8A-%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%88%D8%B5%D9%84)
Anmerkung: Mit diesen drastischen Verboten steht der IS nicht alleine. In etlichen islamischen Ländern (besonders streng in Saudi-Arabien) ist die Begehung des Valentinstags (mit Verbannung alles Roten, entsprechender Bräuche und Geschenkartikel) verboten, in anderen zumindest verpönt. Gemäß überkommenem klassischen Islamischem Recht ist es den Gläubigen (i.e. Muslimen) untersagt, Nichtmuslime nachzuahmen. Hierzu gibt es zahlreiche Ḥadîṯe und fatâwâ (Fatwen); vgl. etwa: Riyâd aṣ-Ṣâliḥîn, Kap.40; Juynboll 1910, S.352; www.islam-qa.com/ar/ref/13759 und die Mitteilung des Islamischen Zentralrats der Schweiz: http://www.izrs.ch/weshalb-muslime-keinen-valentinstag-feiern-sollten.html.
Mit einem Kredit der staatlichen deutschen Förder- und Entwicklungsbank KfW stellt die BRD dem Irak zum Wiederaufbau der Schlüsselinfrastrukturen in den im Kampf gegen den IS geschädigten Gebieten 500 Millionen € zur Verfügung. „Wir wollen die irakische Regierung bei der Wiederherstellung öffentlicher Infrastruktur unterstützen, damit die Menschen, die vor dem IS-Terror fliehen mussten, nach Hause zurückkehren können„, erklärte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) dazu in Berlin. (http://parstoday.com/de/news/germany-i23760-deutschland_leiht_irak_halbe_milliarde_euro_f%C3%BCr_wiederaufbau vom 14.2.2017)
ʽIrâqî Media Network meldete aus einer Erklärung des Verteidigungsministeriums, die Streitkräfte hätten einen IS-Angriff auf aš-Šaiḫ ʽAlî und im Gebiet al-Ḥarâriyât nahe der Stadt Baiğî Armee in der nördlichen Ṣalâḥuddîn-Provinz unter beträchtlichen Feindverlusten vereitelt.
Laut Polizeiauskunft kam infolge der Detonation einer am Straßenrand angebrachten Bombe in Ḫân Ḍârî im Umkreis von Abû Ġuraib westlich von Bagdad ein Passant zu Tode, weitere drei wurden verletzt.
Schon am Vortag (11.2.2017) waren bei verschiedenen Anschlägen im Irak drei Personen getötet und acht verwundet worden.
Nach Mitteilung des Bagdader Operationskommandos waren im Hauptstadtgebiet durch Sicherheitskräfte im südlichen al-Bûḥaba 4 Sprengkörper und drei Mörsergranaten verschiedener Kaliber sowie in al-Muftiyya und al-Ḥaṣâmît 163 Mörsergranaten und Sprengkörper verschiedener Kalibergefunden worden. (http://sana.sy/?p=508167)
Am Sa., 11.2.2017, führten US-Präsident Trump und Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî ein Telefonat. Trump habe die Unterstützung Washingtons für Bagdad hervorgehoben und erklärt, die USA stünden im Krieg gegen den IS an der Seite des irakischen Volkes. Hierzu sei eine Erhöhung der Anzahl an US-Militärs im Irak notwendig. Auch habe er den Tod so vieler Iraker im Kampf gegen die Terroristen bedauert. Derzeit befänden sich ca. 4 500 US-Soldaten im Irak.
Al-ʽAbâdî teilte laut Agentur Reuter mit: „Der Irak strebt die Beibehaltung seiner nationalen Interessen an und will nicht Teil irgendwelcher regionalen und internationalen Konflikte werden, was zu Katastrophen in der Region und im Irak selbst führen kann“. Während das Weiße Hauses verlauten ließ, es sei auch über die Gefahr, die der Iran für die gesamte Region darstelle, gesprochen worden, fehlte dieser Punkt in der offiziellen Pressemitteilung der irakischen Präsidialverwaltung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23649-trump_wir_werden_mehr_truppen_in_den_irak_entsenden , http://sptnkne.ws/d5ZE) – Letztere Diskrepanz erklärt sich wohl daraus, daß der Iran Partner im Counterterrorismus u.a. auch bzgl. des IS sowohl der syrischen wie auch der irakischen Regierung ist.
Mit großem Protest nahm das irakische Parlament die britische Entscheidung zur Beendung der Ermittlungen über Menschenrechtsverletzungen britischer Militärs im Irak auf. Nach Aussage des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Landesparlament, ʽAbdulbârî Zâbārī (Abdul Bari Zebari), im Interview mit as-Sûmariyya News vom Sa., 11.2.2017, sei dies eine Verachtung der Rechte des irakischen Volkes. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23643-bagdad_protestiert_gegen_been-dung_des_strafverfahrens_%C3%BCber_verbrechen_britischer_soldaten_im_irak)
Terroranschläge vom 9. und 10.2.2017:
Infolge eines Angriffs durch einen IS–Suizidattentäter in einem Restaurant des Stadtteils az-Zuhûr im östlichen [befreiten] Teil Mossuls kamen laut Mitteilung von irakischen Militärs fünf Menschen ums Leben, weitere 124 wurden verletzt. Dasselbe ereignete sich bei einem Checkpoint im Stadtteil an-Nûr, bei dem vier Personen ihr Leben ließen und sieben Verwundungen davon trugen – hierbei handelte es sich teils um Soldaten, teils um Bürger.
Am Vortag wurden zwei Soldaten getötet und dieselbe Anzahl verletzt durch die Detonation einer Autobomben nahe einer bei einem Sicherheitspunkt südlich von Falûğa. (http://sana.sy/?p=507586)
Über verstärkte Anwerbemaßnahmen seitens des IS infolge seiner fortdauernden Niederlagen wurde schon mehrfach berichtet. Jetzt wurde gemeldet, daß in Mossul allein an zwei Tagen Anfang der Woche mindestens 45 Zivilisten durch die Terroristen erschossen wurden, die sich einer Anwerbung widersetzten und zu fliehen versuchten. Das hätten Anwohner bestätigt. „Die Kämpfer wissen, dass ihre Tage gezählt sind, deshalb wollen sie so viele Menschen wie möglich töten, bevor sie eine Niederlage erleiden“, meinte ein Bürger dazu. Im durch den Tigris abgetrennten Westteil der Provinzhauptstadt, der noch unter IS-Kontrolle steht, lebten laut UN-Angaben ca. 780.000 bis 800.000 Zivilisten. (http://sptnkne.ws/d4QR vom 9.2.2017)
Der Nationale Sicherheitsberater, Fâliḥ al-Fayâḍ, erklärte im Interview mit der libanesischen Tageszeitung al-Aḫbar beide Staaten, der Irak wie Syrien bekämpften denselben Feind, den IS. Da sei eine bessere Koordination untereinander nur förderlich. Das gelte auch für die Überwachung der Terroristenbewegungen über die gemeinsame Grenze etc. Auch sollten weitere befreundete Regierungen in der Abwehr des Terrorismus zugezogen werden, da ein vereinter Kampf, auch was den Informationsaustausch betreffe immer effektiver sei. Die jüngsten Besuche in Damaskus (vgl.u.) seien da schon ein positives Signal gewesen, die Kontakte sollten aber intensiviert werden.
Zur Befreiung von Mossul äußerte er, die Verzögerung der Operation habe taktische Gründe: während die Phase eins vergleichsweise schnell abgelaufen sei, brauche Phase zwei Zeit, damit die Infrastruktur nicht so sehr (vgl.u.) unter Zerstörungen leide. Die Befreiung des Westteils der Stadt werde bald eingeleitet werden.
Hinsichtlich der türkischen Intervention im Nordirak (vgl.u.) bemerkte er, daß diese ohne Zustimmung der Regierung erfolge und daher widerrechtlich und unerwünscht sei. Sie sei ein Spiegelbild dessen, was sich in der Türkei derzeit abspiele und offenbare die Natur des Regimes in Ankara, die jedoch zum Scheitern verurteilt sei. ebenso kritisierte er das Âl-Saʽûd-Regime, dessen auf Konfrontation ausgerichtete Politik sich ja auch im Jemen zeige. (http://www.sana.sy/?p=507054)
Am Mittwochabend, 8.1.2017, wurde laut Meldung von as-Sûmariyyya News Bassem al-Safi [Bassâm aṣ-Ṣâfî], ranghoher Kommandeur der irakischen Ḥizbullâh, bei einem Anschlag Bewaffneter auf sein Auto in der Stadtmitte von al-Baṣra ermordet. Auch sein Begleiter wurde verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23579-terror-akt_ranghoher_kommandeur_der_irakischen_hisbollah_get%C3%B6tet) – Die Ḥizbullâh bekämpft wie in Syrien zusammen mit der Armee den IS.
Nach Rückeroberung des Campus durch die Armee Ende Januar (vgl.u.) konnte nun bestätigt werden, daß Spezialisten des IS in der Universität von Mossul das Giftgas Iprit (d.i. Senfgas) zum Kampfeinsatz hergestellt haben. Sie bedienten sich dabei der dort vorgefundene Chemikalien und Einrichtungen. (http://sptnkne.ws/d4mu vom 8.2.2017)
Aus einem Bericht der Quilliam Foundation geht hervor, daß der IS die Anwerbung unter Flüchtlingskindern intensiviere, besonders in Lagern des Libanon und in Jordanien. Die Kinder seien unter den schwierigen Bedingungen, unter denen sie leben müßten, leichte Opfer. Zunächst würden sie mit Lebensmitteln und Geld angelockt, dann erfolge eine intensive Gehirnwäsche, nach der die Jugendlichen wie besessen von der extremistischen Ideologie seien, erklärt Nikita Malik, eine der Berichtsverfasserinnen. Sie konstatiert: „Ihre Methoden der Anlockung sind äußerst effektiv, besonders wenn es sich um Jugendliche handelt, die keine Familie mehr haben“. Gerne würden diese Neuangeworbenen auch für Attentate im Ausland eingesetzt, wobei der IS enge Verbindungen zu Flüchtlingsschleppern unterhalte. (http://sptnkne.ws/d3Su vom 7.2.2017)
Über die grausamen „Disziplinierungsmaßnahmen“ des IS für „widerspenstige“ Bürger von Mossul spricht eine anonym bleiben wollende 20-jährige Juristin im Interview mit Sputnik . Bei der Zwangseinführung ihres islamischen Reglements wahhâbitischer Prägung setzen die Extremisten vor allem auf brutale abschreckende Strafmaßnahmen. Zwei kleine Mädchen (unter 10 Jahre alt!) wurden wegen einer Lappalie ergriffen, ihre Eltern sollten wählen, ob ihre Kinder wegen ihrer Verfehlungen ausgepeitscht oder gebissen würden. Nachdem die Eltern hofften, letzteres sei weniger schlimm, kam jedoch eine Art Fangeisen mit Metallzähnen zum Einsatz, das tiefe Fleischwunden verursachte – die Mädchen verbluteten. Doch auch die harten Auspeitschungen überlebten viele nicht. Von den gravierenden psychischen Auswirkungen solcher Demütigungen wolle man gar nicht erst reden. IS-Aufseher stünden an jeder Ecke und überwachten das äußere Erscheinungsbild von Männern und Frauen. Ihnen entgehe nichts. „Ständig schreien sie die Frauen an: Warum hast du dich geschminkt? Wo sind deine Handschuhe? Bedecke dein Gesicht mit noch mehr Stoff!“, berichtet die Juristin. „Auch Männer wurden streng kontrolliert. Sie dürfen sich nicht rasieren. Rauchen ist eine Todsünde.“ wer gar Kritik übe an den Vorgehensweisen der Extremisten, dem werde mit Nadel und Faden der Mund zugenäht. Tag und Nacht lebe man in Angst. Daher trauten sich die meisten kaum mehr aus ihren Wohnungen heraus. „Und dann sind da noch die dichten Rauchschwaden über der Stadt. Die kommen von brennendem Öl. Öl ist die wichtigste Einnahmequelle für die Terroristen. Aber wegen der Kämpfe brennen viele Ölquellen und können nicht gelöscht werden. Deswegen erstickt die Stadt im dichten Qualm“, hieß im Bericht weiter. (http://sptnkne.ws/d3sF) – Zu Grausamkeiten der Terroristen und ihrer Beurteilung nach Islamischem Recht vgl.!
Nachdem sich nach Absetzung der von den Muslimbrüdern dominierten ägyptischen Regierung unter Mursî die Beziehung zum säkularen Syrien wieder gut entwickeln, hat Saudi-Arabien als Heimat des Wahhâbismus im Oktober 2016 die Öllieferungen nach Ägypten eingestellt. In diese Lücke stößt nun die irakische Regierung. Eine Vereinbarung über regelmäßige Lieferungen nach Ägypten steht bevor, wie der ägyptische Ölminister gemäß al-Yaum as-Sâbiʽa mitteilte (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23311-irak_ersetzt_saudi_arabien_bei_%C3%96l_export_nach_%C3%84gypten)
Der deutsche Bundesentwicklungsminister Gerd Müller traf am Do., 2.2.2017, zu seinem zweitägigen Besuch in Arbîl (Erbil) im kurdischen Autonomiegebiet des Irak ein, um mit dem trotz langem Ablauf seiner Amtszeit als Präsident nicht von seinem Posten weichenden Masʽûd Barzânî (Masoud Barzani) und dem Ministerpräsidenten Nêçîrvan Barzânî (Nechirvan Barzani) zusammenzutreffen. Neben dem Ausbau wirtschaftlicher Beziehungen gehe es auch um die Lieferung von Waffen, die schließlich in IS-Händen landeten und u.a. deshalb in der BRD umstritten sind. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23305-bundesentwicklungsminister_im_nordirak) – Zum das irakische Kurdengebiet beherrschenden Familienclan Barzânî vgl.u.! Zur Kritik an den Waffenlieferungen s. http://sptnkne.ws/dz62.
Rußlands Außenminister Sergei Lawrow gab am Mi., 1.2.2017, während des Forums für Russisch-Arabische Zusammenarbeit bekannt: „Wir sind solidarisch mit dem irakischen Volk in dessen Kampf gegen den IS, unterstützen das scharfe Vorgehen der irakischen Regierung zur Übernahme der Kontrolle über die von Terroristen besetzten Territorien des Landes. Wir tragen zu diesem Kampf bei und stärken die Kampfbereitschaft der irakischen Streitkräfte, indem wir russische Waffen und Militärtechnik in den Irak liefern“. Es sei wichtig, die Befreiungsoperation von Mossul zu vollenden, wobei aber der Schutz der Zivilisten nicht vernachlässigt werden dürfe. (http://sana.sy/?p=503211, http://sptnkne.ws/dyET)
Der IS-Terrorist mit Kampfnamen Abū Sayyāf (Abu Sayyaf), laut einem irakischen Journalisten „einer der am meisten gefürchteten Henker in Ninive. Er war bekannt wegen seines riesigen Wuchses und seiner starken Arme. Er war eines der berühmten Gesichter der IS-Propagandavideos“, sei am Sonntagabend, 29.1.2017, in Mossul getötet worden wie verschiedene Blätter basierend auf ʽIrâqî News melden. Eine Sicherheitskraft gab an: „Eine unbekannte bewaffnete Gruppierung tötete am Sonntag den bekanntesten IS-Henker, den so genannten Abu Sayyaf“, während es nach anderen Mitteilungen hieß: „Er wurde nahe Mossul im Gebiet al-Dasawa in einen Hinterhalt gelockt. Er starb augenblicklich an mehreren Messerstichen.“ (http://sptnkne.ws/dxRH)
Am Fr., 27.1.2017, erließ der neue US-Präsident Trump den Erlaß: „Über den Schutz der Nation vor der Einreise ausländischer Terroristen“, welcher verfügt, daß Bürger aus dem Irak, Iran, Jemen, Sudan, aus Libyen, Somalia und Syrien 90 Tage lang keine Visa erhalten (http://sptnkne.ws/dyhy). Das Pentagon fordert jedoch jene Iraker vom Einreiseverbot auszunehmen, welche bei und nach der US-Invasion von 2013 die US-Armee im Irak unterstützten. (http://parstoday.com/de/news/world-i23189-pentagon_fordert_ausnahmeregelung_f%C3%BCr_iraker_bei_einreiseverbot)
Während des moskauer Treffens einiger syrischer Oppositionsgruppen vom Fr., 27.1.2017, verdeutlichte der russische Außenminister Sergei Lawrow, daß es sich nach der US-Invasion im Irak 2003 „genau um diejenigen Besatzer handelte, die eine Verfassung erarbeiteten und diese dann als kompromisslosen Text dem irakischen Volk aufzwangen“. Paul Bremer war 2003 unter der US-Administration von George W. Bush als Zivilverwalter für den Irak eingesetzt worden und sollte eine Reihe neuer Gesetze im Land einführen. Während einer Sonntagmorgen-Nachrichtenshow teilte er damals mit, daß die USA dem Land eine neue Verfassung im Gegensatz zu jener unter Staatschef Ṣaddām Ḥussain geltenden [säkularen! Vgl. allein Flagge!] gäben. (http://sptnkne.ws/dwp7) – Damit verwundert es nicht, daß auch die von der Besatzung macht eingesetzte Übergangsregierung (vgl.u.) im Volk auf Ablehnung stieß.
Nach Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in Nînawâ und Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Ninive“ vom 27.1.2017, wurden in den letzten 100 Tagen seit Beginn der Befreiungsoperation von Mossul 1.028 IS-Autobomben, 100 Drohnen, 312 Militärfahrzeuge sowie 100 Boote des IS zerstört. die vereinten Streitkräfte – zusammengesetzt aus Armee, Polizei, Anti-Terror-Einheit und der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî – befreiten in jener Zeit 403 Dörfer und 87 Stadtviertel. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23013-befreiungsopera-tion_in_mossul_mehr_als_1000_is_autobomben_zerst%C3%B6rt)
Die Detonation eines Sprengsatzes, angebracht nahe eines belebten Marktes im Viertel al-Basâtîn im nördlichen Teil Bagdads, kostete am Freitagnachmittag [27.1.2017] einem Bürger das Leben, drei weitere wurden verletzt. Eine Gruppe mit automatischen Waffen schoß in Yûsufiyya, im südlichen Teil der Hauptstadt um sich, tötete und verletzte auf diese Weise je einen Einwohner. (http://sana.sy/?p=501237)
In einer zweiten Rückkehrwelle seit Oktober 2016 sind tausende Binnenflüchtlinge – mindestens 22000 der insgesamt 180.000 – wieder in den Ostteil von Mossul zurückgekehrt, wie die UNO informiert. Je Zwei Mal pro Woche werden die in den Flüchtlingslagern al-Ḫazar (Al-Khazer) und Ḥusn aš-Šâm (Husn al-Scham) untergebrachten Personen zurückgeführt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22983-mossul_fl%C3%BCchtlinge_kehren_in_die_be- freiten_gebiete vom 26.1.2017)
Durch eine Autobombenexplosion im aš-Šurğa-Bereich des ar-Ruṣâfa-Viertels im Zentrum von Bagdad wurden bislang elf Iraker getötet und ca. 30 weitere Personen verletzt.
Südöstlich der Hauptstadt detonierte ein am Straßenrand platzierter improvisierter Sprengsatz im Bereich an-Nahrawân, wobei ein Iraker starb und drei weitere verletzt wurden.
Im Süden Bagdads wurden durch ein Operationskommando in einem Versteck Raketen und weitere explosive Materialen gefunden. Auch konnten Sicherheitskräfte westlich von Bagdad einen Entführten befreien und zwei seiner Entführer verhaften.
Der Kommandeur der 7. Armee-Division, Generalmajor ʽAbduz-Zûbaʽî, informierte zudem über die Zerstörung eines IS-Lagers bei Luftangriffen nahe der Grenzstadt zu Syrien, Qâ`îm (Qaim), im westlichen al-Anbâr. (http://sana.sy/?p=500413)
In einem Tunnel im befreiten südöstlichen Teil von Mossul, welcher offenbar vom IS zum Ausbildungszentrum für Kinder umgerüstet worden war, entdeckten Soldaten liegengebliebene Hefte mit Kinderzeichnungen. Diese glichen in keiner Weise denen „normaler“ Kinder, sondern wiesen augenfällige Auffälligkeiten auf, die auf die schädliche Indoktrination druch den IS zurückzuführen sind. U.a. sind Angriffe durch Bedienung von Maschinenpistolen und Artillerie, aus Hubschraubern und Panzern zu sehen, welche die minderjährigen Rekruten , die sog. „Kinder des Kalifats“ oder „Löwenjungen des Kalifats“ (vglu.), zeichneten.(http://sptnkne.ws/duHe) – Die große Gefahr, welche eine Jugend bildet, die der Indoktrinierung solch extremistischen Gedankenguts ausgesetzt gewesen ist, hat auch kürzlich der syrische Präsident Dr. al-Assad im Interview vom 20.1.2017 angesprochen.
Das Verteidigungsministerium ließ verlauten: „Den irakischen Regierungskräften ist es gelungen, den Osten der Großstadt Mossul vollständig vom IS zu befreien. Den Terroristen wurden schwere Schäden zugefügt.“ Noch am Montagabend griffen Armeehubschrauber letzte IS-Stellungen im Bezirk Rašadiyya im Ostteil von Mossul an, töteten 28 Terroristen und zerstörten zwei ihrer Panzerfahrzeuge sowie eine halbschwere Waffe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22895-irakische_armee_nimmt_ost_mossul_komplett_ein)
Durch einen Autobombenanschlag im östlichen Bagdad wurden am Mo., 23.1.2017, eine Person getötet und weitere sechs verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22897-autobom- be_im_osten_bagdads_hinterl%C3%A4sst_1_toten_und_6_verletzte)
Am Mo., 23.1.2017, konnte die Luftwaffe zwei geheime IS-Trainingslager der letzten IS-Hochburg al-Qâ´im (al-Qaim, nahe der Grenze zu Syrien) in der Provinz al-Anbâr zerbomben, wobei auch ca 50 Terroristen getötet und 25 verletzt worden seien. (http://sptnkne.ws/duhj)
Nach Mitteilung des Portals Rudaw vom Mo., 23.1.2017, hätten IS-Kämpfer um die 15 Jahre alte Kinder zu einer 15 – 20 tägigen Militärausbildung in ein Kirchengebäude in Tal Kaif (s.u.) gebracht. Dieses hätten sie zum Stabsgebäude auserkoren, da sie davon ausgingen, daß keine Luftschläge auf Kirchen ausgeführt würden. (http://sptnkne.ws/duk4)
Am So., 22.1.2017 veröffentlichte das Verteidigungsministerium eine Erklärung darüber, daß in den befreiten Gebieten der Provinz al-Anbâr inzwischen 20.000 Sprengfallen entdeckt und entschärft seien sowie 250 Häuser von Bomben und Sprengsätzen gesäubert und hunderte Autobomben zerstört worden sind. Südlich Bagdads sei zudem ein Terroristenlager mit Sprengsätzen aufgespürt und dazu im Norden von al-Anbâr ein mit Sprengstoff bestücktes Motorrad und weitere elf Sprengstoffpakete unschädlich gemacht worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22873-irak_20.000_spreng-stoffpakete_im_irakischen_al_anbar_entsch%C3%A4rft)
Laut Veröffentlichung des Bildungsministeriums vom So., 22.1.2017, seien in den eroberten Teilen Mossuls nach zweieinhalb Jahren der Schließung wieder 70 Schulen geöffnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22783-nach_befreiung_von_teilen_mossuls_schulen_wieder_ge%C3%B6ffnet)
Innerhalb eines Komplexes des Präsidentenpalastes in Tikrît wurde ein Massengrab mit 89 Leichen gefunden. Diese Opfer eines IS-Massakers von Mitte 2014 sind zuvor gefangengenommene Soldaten gewesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22759-massengrab_mit_89_opfern_in_irak_gefunden)
In einer Übertragung von as-Sûmariyya News eröffnete Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in Nînawâ und Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Ninive„, am 20.1.2017 weitere Eroberungen im nördlichen Teil von Mossul, darunter das Gebiet al-Ḥara und die pharmazeutische Fabrik. (http://sana.sy/?p=497897)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in Nînawâ und Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Ninive“ gab am 19.1.2017 bekannt, die Streitkräfte unter Deckung der Luftwaffe hätten dem IS Talkaif nordöstlich von Mossul unter erheblichen Feindverlusten abgenommen und dort die Staatsflagge gehißt. Ein Mitglied der Sicherheitskräfte informierte noch darüber, daß bei Luftschlägen der Luftwaffe im Zentrum von Mossul ein Adjutant von Bakr al-Baġdâdî, ʽAbdalwâḥid Ḫuḍair Sâyir al-Ğûʽân neben fünf weiteren Kommandeuren getötet worden seien. Desweiteren konnte der Stadtteil Fâḍiliyya am linken Ufer des Tigris zurückgewonnen werden, wie der Generalleutnant in einer Übertragung von as-Sûmariyya News mitteilte. (http://sana.sy/?p=497514)
Nâla al-Ḥabîbî (Nala al- Habibi) vom politischen Bündnis „Staat des Gesetzes“, gab am Fr., 20.1.2017, gegenüber al-Maṣdar News an, der IS habe in Tal ʽAfar nahe Mossul 150 Kinder, hauptsächlich Jesiden (Yaziden), entführt, um sie – wieder einmal – innerhalb ihrer Jugendgruppe „Löwenjungen des Kalifats“ (vgl.u.) zu Suizidattentätern auszubilden. (http://sptnkne.ws/dsK3) – Vgl.u. bzgl. Jihadi John und IS-„Waisenhaus“!
Am 18.1.2017 gab Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî im staatlichen Fernsehen bekannt, erstmals seien die Truppen in den Westteil Mossuls eingedrungen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22594-%C3%84gypten_setzt_1500_personen_auf_terroristenliste vom 18.1.2017)
In einigen nordöstlichen Stadtbezirken von Mossul, in denen sich IS-Leute verschanzt hielten, gebe es noch Gefechte. Am Mittwochmorgen drangen die Streitkräfte zudem in die große Moschee ad-Dawla [eigentlich: an-Nûrî] in Ost-Mossul vor, in der IS-„Kalîf‘“ Abû Bakr al-Baġdâdî [am 4.7.2014] vom Minbar [d.i. Kanzel] aus gepredigt hatte (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=R09FmLnWC8E). Es wurden dort eine Menge IS-Unterlagen gefunden, welche Sicherheitsbeamte nun analysierten. Jetzt wurde dort die irakische Flagge gehißt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22624-irak_osten_mosuls_befreit)
Endlich hätten die vereinten Streitkräfte den Ostteil von Mossul – der durch den Tigris vom Westteil mit dem eigentlichen Stadtzentrum getrennt ist – vollständig unter ihre Kontrolle gebracht, teilte der Kommandant der Anti-Terroreinheit [General ʽAbdul-Ġanî al-Asadî] gegenüber as-Sûmariyya News mit. Falâḥ Muṣṭafâ Bakîr (Falah Mustafa Bakir), der Außenminister der autonomen Kurdenregion, gab dazu gegenüber RIA Novosti an: „Ein Teil Mossuls wurde befreit. Dies ist einer guten Zusammenarbeit zwischen den Peschmerga-Einheiten und der irakische Armee in Mossul zu verdanken“ und ergänzte: „Es ist sehr wichtig, diese Stadt vom IS zu befreien. Das sind schwere Gefechte, sie werden gewisse Zeit in Anspruch nehmen“. (http://sptnkne.ws/drHb vom 18.1.2017)
In einer Erklärung vom Montagabend, 16.1.2017, gaben die UN bekannt, daß derzeit mehr als 148.000 Menschen infolge der Rückeroberungsoperation in Mossul obdachlos seien; allein vergangene Woche hätten ca. 12.500 Personen ihre Wohnungen dort verlassen müssen. Dabei seien massive Schäden an zivilem Eigentum angerichtet und mehr als 1500 Bewohner verletzt worden. Gemäß Stand von Oktober 2016 lebten in Mossul noch etwa eine Million Menschen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22552-un_148.000_menschen_nach_k%C3%A4mpfen_in_mossul_obdachlos)
Am Mo., 16.1.2017, konnten die Streitkräfte das Gelände Mossuls zurückerobern, auf dem sich vor der IS-Zerstörung die Wallfahrtsstäte zum sog. das Grabmal des Propheten Jonas befand (vgl.u., 24.7.2014). Gegenüber AFP eröffnete der Sprecher der Antiterroreinheit CTS, Ṣabâḥ an-Nuʽmân (Sabah al-Noman): „Wir haben die Kontrolle über das Gebiet Nabi Junes übernommen und auf dem Grabmal die irakische Flagge gehisst„. Vom Ostteil der Provinzhauptstadt würden bereit 90% von der Armee kontrolliert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22519-irakische_armee_ero-bert_in_mossul_das_grabmal_des_propheten_jonas)
Drei Terroranschläge mittels Autobomben fanden laut as-Sûmariyya News am So., 15.1.2017, statt: dabei wurden morgens nahe einer Polizeistation, 15km von Baʽqûba (Baghuba) in der Provinz Diyâlâ neun Personen getötet und weitere 20 verletzt, darunter Sicherheitskräfte. Anschließend wurde die Verbindungsstrecke Kirkuk-Bagdad geschlossen. – In der Nähe von drei Ministerien in Bagdad kamen sechs Menschen ums Leben, mindestens 13 weitere wurden verletzt. – Nahe eines Restaurants in der Bagdader Stadtmitte wurden mindestens sechs Leute getötet und drei verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22426-21_tote_und_46_verletzte_bei_drei_bom-benanschl%C3%A4gen_im_irak)
Schon wieder ein Versehen wie es heißt: die US-geführte Koalition bombardierte am Sa., 14.1.2017, Wohnhäuser im nördlichen Stadtteil al-ʽArabî von Mossul und verletzt dabei 18 Bewohner. – Schon vergangene Woche waren beim Angriff der US-geführten Koalition im Osten der Stadt Mossul 27 irakische Zivilisten getötet worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22381-12_zivilisten_bei_angriff_von_kampfflugzeugen_der_us_gef%C3%BChrten_koalition_in_mossul_get%C3%B6tet)
Luftangriffe der Armee auf IS-Stellungen in Mossuls töteten teilte am Sa., 14.1.2017, 174 IS-Terroristen, wie das Verteidigungsministerium selben Tags mitteilte. 80 davon seien im Osten der Provinzhauptstadt im Gebiet Yaramiğa (Yaremjeh) liquidiert worden zusammen mit der Zerstörung von einigen Autobomben und Panzerfahrzeugen. Auf der Westachse hätten die Kampfjets einen IS-Tunnel zerbombt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22372-174_is_terroristen_bei_luftangriffen_der_irakischen_armee_get%C3%B6tet)
Ein anonymer Hackerangriff auf Kommunikationsfrequenz des IS habe laut The Daily Mail in Mossul unter den Terroristen Konfusion ausgelöst. In der lancierten Botschaft hieß es, Mossul sei gerade dabei, befreit zu werden. (http://sptnkne.ws/dpGs)
Am 13.1.2017 eröffnete Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in Nînawâ, gegenüber as-Sûmariyya News, die vereinten Streitkräfte häten etliche wichtige Verwaltungsgebäude im Zentrum von Mossul vom IS erobert und dort die Staatsflagge gehißt. Auch hätten die Anti-Terror-Einheiten die zweite Tigris-Brücke, die Freiheits-Brücke, in der Innenstadt samt einen Teil des westlichen Ufers und sogar die Universität unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei hätten sie dem IS schwere Verluste an Menschenleben und Ausrüstung beigebracht. Daher begännen die IS-Anhänger, die restlichen Tigris-Brücken der Innenstadt zu sprengen. (http://sana.sy/?p=494708)
Nach Mitteilung der UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande, sind mit 47% fast die Hälfte der Verletzten des Militäreinsatzes zur Befreiung von Mossul im Land Zivilisten. Dies geschehe, obwohl die irakische Luftwaffe keine Angriffe auf Wohnviertel fliege und Evakuierungskorridore einrichtet habe. Zur Zeit befänden sich ca. 750.000 Zivilisten in den vom IS kontrollieren westlichen Stadtbezirken. Vom Süden her blockiere die irakische Polizei die Terroristen. (http://sptnkne.ws/dnJZ)
Beim Versuch, so vermuten Anwohner, einen IS-Anführer zu liquidieren, sind am Do., 12.1.2017, bei Luftschlägen auf den mossuler Stadtbezirk al-Ğadîda mindestens 30 Zivilisten getötet worden. (http://sptnkne.ws/dpKG)
Laut Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in Nînawâ, haben die vereinten Streitkräfte vier weitere südlich gelegene Stadtteile von Mossul befreit. Bei den Gefechten vom 11.1.2017 sei zudem ein Berater von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî getötet worden sein, während im Norden der Provinz einige IS-Mitglieder festgenommen wurden. (www.parstoday.com/de/news/middle_east-i22267-irak_weitere_bezir-ke_von_mossul_von_is_befreit )
Der Bundeswehreinsatz von 150 Soldaten und Offizieren im Land wird laut Beschluß des Bundeskabinett vom Mi., 11.1.2017, bis Januar 2018 verlängert. (www.parstoday.com/de/news/germany-i22282-das_mandat_der_bundeswehr_im_irak_um_ein_jahr_verl%C3%A4ngert)
Bei der ferngezündeten Detonation einer im al-Bayâʽ- Gebiet südlich von Bagdad geparkten Autobombe, wurden am Mi., 11.1.2017, vier Personen verletzt. Sicherheitkräfte riegelten die Region ab. (http://www.sana.sy/?p=493906)
Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî stellte am Di., 10.1.2017, während einer Pressekonferenz in Bagdad nochmals klar, ohne einen vollkommenen Abzug der türkischen Truppen aus seinem Land sei eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Bagdad und Ankara ausgeschlossen.angesichts des Kampfes gegen den IS forderte er erneut alle Iraker auf, mit den Sicherheitskräften zusammenzuarbeiten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22222-al_abadi_verbesse-rung_der_beziehungen_zwischen_bagdad_und_ankara_abh%C3%A4n- gig_von_t%C3%BCrkischem_truppenabzug)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh als Kommandant der Operationen in Nînawâ und damit Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Ninive“ teilte am Mo., 9.1.2017, mit, 75% des Ostteils von Mossul seien befreit. Der Rest erfolge in den nächsten Tagen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22147-75_pro- zent_des_ostens_von_mossul_vom_is_befreit)
Im weiteren Verlauf seien Aufenthalts traf der türkische Premierminister Binali Yıldırım auch den Staats- und den Parlamentspräsidenten vor seiner Weiterreise in die autonome Kurdenregion zum Treffen mit Ministerpräsidenten Nêçîrvan Barzânî (vgl.u.) und Masʽûd Barzânî, der trotz Ablauf seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus dem Präsidentenamt weicht (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22084-t%C3%BCrkischer_ministerpr%C3%A4sident_in_iraks_kurdenregion_ge- reist vom 8.1.2017) – Zur besonderen Beziehung des superreichen Familienclans Barzânî zur AKP-geführten Türkei vgl.u., Artikel vom 8.12.2015.
Vor Besuch des türkischen Premierministers Binali Yıldırım an der Spitze einer Delegation im Land ließ Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî durch seinen Sprecher Saʽd al-Ḥadîṯî am Fr., 6.1.2017, mitteilen, nach der Befreiung Mossuls würden die türkischen Truppen aus dem Irak abgezogen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22033-nach_eroberung_von_mossul_will_t%C3%BCrkei_ihre_milit%C3%A4rpr%C3%A4senz_im_irak_reduzieren) – Dies wurde in einer gemeinsamen Pressekonferenz am 7.1.2017 nochmals bestätigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22063-abadi_bagdad_und_ankara_einigen_sich_%C3%BCber_abzug_t%C3%BCrkischer_soldaten_aus_nordirak)
Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat machte am 7.1.2016 bekannt, die Sicherheitskräfte hätten in Mossul Stabräume des IS, dazu den nahegelegenen Krankenhauskomplex und das al-Gafrân-Viertel erobert. (http://sptnkne.ws/dksP)
Der syrische Präsident Dr. al-Assad empfing am 5.1.2016 den Berater in nationalen Sicherheitsfragen von Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî und Gesandten in Syrien, Falâḥ al-Fayâḍ. Dieser betonte im Auftrag von al-ʽAbâdî die Notwendigkeit des Ausbaus der beiderseitigen Beziehungen beim Kampf gegen die beide brüderlichen Länder heimsuchenden Terroristen, nachdem in beiden Staaten schon so viel gegen jene erreicht worden sei. Hierzu gehöre die Vertreibung der Takfîr-Terroristen aus Aleppo wie der Vormarsch in Mossul mit ihrer gefährlichen Ideologie. Bei Gesprächspartner waren sich auch darin einig, daß sich alle Länder diesem Kampf anschließen sollten. Wäre er vollzogen, hätte dies nicht nur positive Auswirkungen auf die Region sondern auch die anderen Länder der Erde, da ja Terroristen keine Grenzen respektierten, wie sich in den letzten Anschlägen der Region wie in Europa gezeigt habe. (http://sana.sy/en/?p=97647)
In Reaktion auf die Vorstöße der Armee kommt es im Irak wieder zu vermehrten Terroranschlägen: im Stadtteil al-ʽUbaidî (al-Obeidi) von Bagdad wurden am Donnerstagmorgen aufgrund einer explodierten Autobombe laut Bericht von al-Mayâdîn bislang acht Personen getötet und 14 verletzt (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21919-irak_mindestens_acht_tote_bei_terroranschlag_in_bagdad)
Generalleutnant Ṭâlib Šaġâtî (Talib Shaghati), der Abteilungsleiter zur Terrorismusbekämpfung im Land, informierte darüber, 65 – 70% der der östlichen Stadtteile von Mossul seien zurückerobert. „Es wird erwartet, dass die irakischen Kräfte in den kommenden Tagen den Tigris erreichen„, setzte er hinzu. – Zudem sei es den irakischen Streitkräften gelungen, 8km im Westen der Stadt al-Anbâr vorzudringen und alle vom IS installierten Bomben und Minen zu entschärfen. In der Nacht zu Do., 5.1.2016, war die Operation im Gebiet gestartet.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21943-70_prozent_der_%C3%B6stli- chen_stadtteile_mossuls_unter_irakischer_kontrolle)
Nach Auskunft von Oberst John Dorrian, dem Sprecher der US-geführten Koalition, vom 4.1.2016, wurden die US-Militärberater auf ca. 450 Mann verdoppelt. Zudem befänden sich 5.000 US-Soldaten im Land im Einsatz auch bei Kämpfen am Boden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21925-usa_stocken_milit%C3%A4rberater_im_irak_auf)
Laut Bekanntmachung von Pentagon-Sprecher Peter Cook während der Pressekonferenz vom Di., 3.1.2016, zur Befreiungsoperation von Mossul, sind zwei Drittel des östlichen Teils von Mossul unter Regierungskontrolle. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21862-pentagon_irakische_regierung_kontrolliert_zwei_drit- tel_von_ost_mossul)
Nach zweieinhalb Jahren wurden weitere Leichen der Opfer des IS-Massakers (s.u.) von Mitte Juni 2014 bei der früheren Luftwaffenbasis Speicher, 10 km im NW von Tikrît, im Flußschlamm des Tigris aufgefunden. Darüber informierte der UN Menschenrechtskommissar für den Irak, Faḍl Ġrawî (Fadel Ghraoui), am Di., 3.1.2016. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21856-irak_weitere_80_tote_in_camp_speicher_gefunden)
Ein mit Sprengstoffgürtel versehener Suizidattentäter näherte sich einem Kontrollpunkt in ar-Ramâdî (vgl.u.). Bei der Detonation starb nach Mitteilung des Innenministeriumssprechers Saʽd Maʽn vom Di., 3.1.2016, auch ein Soldat, eine Zivilperson wurde verletzt. Die massierten Attentate der letzten Zeit werden zur Vertuschung der zunehmenden Verluste des IS gesehen. (http://parstoday.com/de/news/mid- dle_east-i21799-irak_terroristischer_anschlag_in_al_ramadi)
Gemäß Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vom Di., 3.1.2016, befinden sich seit Beginn der Mossul-Befreiungsoperation etwa 129.642 Zivilisten auf der Flucht. 79% seien in offiziellen Lagern untergekommen, der Rest sei weiter weg geflohen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21844-iom_et- wa_130.000_fl%C3%BCchtlinge_seit_beginn_der_operatio- nen_in_mossul)
Mit Sprengstoffwesten ausgestattete Suizidattentäter haben am Mo., 2.1.2016 in Samarâ´ (Samarra) zwei 2 Polizeistationen angegriffen, wobei mindestens 7 Menschen starben. Gefechte dauerten an, es sei eine sei Ausgangssperre verhängt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21784-irak_mindestens_7_tote_bei_angrif- fen_auf_2_po- lizeistationen_in_samarra und http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21799-irak_terroristischer_anschlag_in_al_ramadi)
Ein Suizidattentäter tötete am 2.1.2016 per Autobombe in aṣ-Ṣadr, einem Stadtteil von Bagdad bislang mindestens 32 Menschen und verletzte 61. Ziel der Attacke war eine Ansammlung arbeitsssuchender Tagelöhner, die sich am Zugang zum Stadtviertel eingefunden hatte. Der IS reklamierte die Tat für sich. (http://sana.sy/?p=489550, s.a. http://sptnkne.ws/dheK)
Durch einen Autobombenanschlag des IS kamen am Sonntagmorgen, dem 1.1.2017, in al-Qadisiyya (Provinz Nağaf) nahe eines Kontrollpunkts sechs Menschen ums Leben, 22 weitere wurden verletzt. Die Opfer setzten sich aus Polizeikräften und einigen Zivilisten zusammen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21610-irak_terroranschl%C3%A4ge_in_nadschaf)
Bei der Detonation von zwei Bomben auf dem belebten Sûq (Markt) as-Sanak in Bagdad am Morgen kamen bislang mindestens 21 Besucher ums Leben, über 50 weitere Personen wurden teils sehr schwer verletzt. Am Vortag hatte die Explosion einer Autobombe im südlichen Stadtteil al-Maʽlaf ein Todesopfer und sechs Verletzte hinterlassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21559-irak_21_tote_bei_terroranschlag_in_bagdad) – Syrien verurteilte umgehend die beiden IS-Suizidattentate in Bagdad auf das Schärfste. Sie dienten dem IS nur dazu, von den durch die Armee und die Volkswehr erlittenen empfindlichen Niederlagen abzulenken. Den Angehörigen wurde tiefes Mitgefühl übermittelt und den überlebenden Opfern schnelle Genesung gewünscht. Demnach beziffert sich die Opferzahl auf 27 Tote und 53 Verletzte. Syrien rief zugleich die UN an, die nach wie vor existierenden Unterstützer des im Irak wie in Syrien grassierenden Terrorismus aus der Region wie darüber hinaus bestraft würden und forderte den UN-Sicherheitsrat dazu auf, die UN-Resolutionen gegen diese Unterstützung endlich ohne Anwendung von doppelten Standards umzusetzen. (http://sana.sy/en/?p=97374)
Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğawdat informierte am Fr., 30.12.2016, in Bagdad darüber, daß der IS im Ostteil Mossuls in letzter Zeit mindestens 25 Kommandeure verloren habe. „Die Verteidigung der Terroristen an diesem Frontabschnitt bricht allmählich zusammen“, konstatierte er und fügte hinzu: „Zerstört wurden auch wichtige Fortifikationsanlagen der Terroristen“. Auch sei es gelungen, ca. 500 Zivilisten aus dem Dorf Šahrazâd (Shahrasad) südlich der Provinzhauptstadt Mossul in Sicherheit zu bringen. (http://sptnkne.ws/dgrZ)
Zu Beginn der 2. Etappe (falsch: Phase; vgl.u.!) der Befreiung Mossuls am 29.12.2016 ist zur Vermehrung der Streitkräfte, die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Sicherheit in einigen der befreiten Gebiete der Provinz Nînawâ auf die lokalen Polizeikräfte übertragen worden. Zuvor konnte das östliche Stadtgebiet al-Quds, das zu den wichtigsten IS-Kommandozentralen zählte, (wohl erneut, denn vgl.u.!) befreit werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21466-zweite_phase_der_befreiungsak-tion_von_mossul_begonnen) – – Nach vierwöchiger Kampfpause und Verlegegung tausender Soldaten vom südlichen Stadtrand dorthin startete die Offensive im Stadtbezirk Intiṣâr (Intisar) im Ostteil Mossuls. Gekämpft wurde – von den schon gegebene Informationen abgesehen – auch im Stadtteil al-Karâma (vgl.u.) wie in denen von as-Salâm (As-Salam) und aš-Šîmâʽ (Al-Shimaa) im Süden, wo die 9. Armeedivision und die Bundespolizei im Einsatz seien. Der freiwillige Kämpfer Maḥmûd Surğî (Mahmud as-Surdji) gab gegenüber Sputnik an, die IS-Terroristen hätten angesichts der überraschenden Offensive keinen ernst zu nehmenden Widerstand geleistet. „Dadurch und dank der Eröffnung neuer Fronten ist die irakische Armee erfolgreich ins Stadtinnere vorgedrungen“, berichtete er. An der Operation seien keine US-Bodentruppen beteiligt. US-Berater stellten der Armee jedoch Aufklärungsangaben zur Verfügung und gäben Empfehlungen ab(http://sptnkne.ws/dgqv).
Bei Luftangriffen der US-geführten Koalition wurde am 29.12.2016 auch die letzte funktionierende Brücke über den Tigris in Mossul, der die Großstadt in zwei Teile teil, zerstört. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21424-irak_us_gef%C3%BChrte_koalition_zerst%C3%B6rt_letzte_br%C3%BCcke_in_mossul) – Auch in Syrien wurde eine weitere Brücke zerbombt.
Im Interview mit Sputnik News vom Mi., 28.12.2016, erklärte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, der Irak sei bereit zur Lösung der Syrien-Krise als Vermittler aufzutreten. Schließlich lebe man mit Syrien nicht nur in guter Nachbarschaft, sondern sei wie dieses Land vom Terrorismus heimgesucht, den man hier ebenso bekämpfe wie jenseits der Grenze. Zudem pflege man gute Beziehungen zum Iran und Rußland und habe auch noch den Sitz in der Arabischen Liga [diese hatte seit Beginn des Terrorkriegs in Syrien 2011 die Mitgliedschaft dieses Gründungsstaates (!) ausgesetzt, vgl. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/233213-al-verkn%C3%BCpft-r%C3%BCckkehr-syriens-an-bedingungen]. Gewisse Staaten investierten massiv ihr Budget in die Finanzierung des IS in beiden Ländern, doch wolle er diese nicht namentlich nennen, um die Beziehungen zu diesen Staaten nicht zu gefährden. Dennoch hoffe man im Irak, daß jene Staaten ein einsehen hätten und die Terrorismusfinanzierung beendeten. (http://sana.sy/en/?p=97192)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî teilte im Interview mit RIA Novosti mit: „Mittlerweile ist der Großteil Mossuls, und auch die Umgebung in der Provinz Nainawa, befreit: 40 von 56 Regionen. Jetzt beginnt die Arbeit zur Befreiung der restlichen 16 Stadtbezirke“. Inzwischen habe sich das Vorgehen verlangsamt, da die Terroristen zunehmend Bewohner als „menschliche Schutzschilde“ mißbrauchten, auf die Rücksicht genommen werden müsse. Hierzu bemerkte er: „Die Lehre der irakischen Armee besteht darin, Verluste unter den Zivilisten zu vermeiden zu versuchen. Der IS nutzt sie aus. Aus diesem Grund beeilen wir uns nicht, wählen zusätzliche Mittel, riskieren unsere Soldaten, um die Leben der Zivilisten zu schützen. Wir brauchen Zeit, um die Stadt mit minimalen Verlusten zu befreien“. Ein weiteres Problem seien „die riesigen Vorräte an modernen Waffen“ in Händen der Terroristen. (http://sptnkne.ws/dfbN) – Schon bei der türkischen Invasion in Nord-Syrien ab dem 24.8.2016 unter dem Motto Schutzschild Euphrat hatte sich herausgestellt, daß der IS und andere Terrororganisationen entgegen der Mär, die Extremisten würde bei Weitem nicht über moderne und starke Panzerabwehrlenkraketen, sondern hauptsächlich über die im Irak und in Syrien erbeuteten, für den Export bestimmten sowjetischen Panzerabwehrraketenkomplexe Kornet verfügen. Das Gegenteil stellte sich jedoch heraus. (http://sptnkne.ws/deC4).
Der saudische Außenminister ʽÂdil al-Ğubair hatte am Mo., 26.12.2016, die Volkswehr als sektiererische, von iranischen Offizieren befehligte Gruppe bezeichnet. Dies kritisierte das irakische Außenministerium tags darauf am Di., 27.12.2016, als Ausdruck der erneuten kontinuierlichen Provokation vgl.u., 29.6.2016 etc.) durch Saudi-Arabien gegenüber dem Irak und als wiederholte Beleidigung gegenüber al-Ḥašd aš-Šaʽbî. Die Volkswehr sei tatsächlich eine kämpferische und mutige nationale irakische Organisation, die entsprechend der Gesetze des Parlaments agiere und Teil des offiziellen Sicherheitsapparates sei. „Wir legen keinen Wert auf die Äußerungen saudi-arabischer Politiker und die Welt versteht alle Fakten im Irak und respektiert dieses Land„, entgegnete Außenministeriumssprecher Aḥmad Ğamâl. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21310-irak_au%C3%9Fenministerium_bezeichnet_%C3%84u%C3%9Ferun- gen_von_al_dschubeir_gegen%C3%BCber_al_hashd_al_sha-bi_als_wertlos)
Nach Mitteilung des Chefs der Irakischen Nationalallianz im Parlament, ʽAmmâr al-Ḥakîm, im IRIB News-Interview vom So., 25.12.2026, stünden ihm Beweise zur Verfügung, welche von der Präsenz ausländischer Militäroffiziere und Geheimagenten im Irak zeugten, die er veröffentlichen werde. Diese Offiziere seien den den Terroristen in Mossul und anderen irakischen Städten mit Beratung zur Seite gestanden. Hierzu bemerkte er: „Die Präsenz ausländischer Truppen in der Region, trage nicht nur zur Sicherheit in der Region nicht bei, sondern sie verursache Unsicherheit und erhöht die Sicherheitskosten in der Region.“
Zur Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî, welche erfolgreich gegen die Terroristen im Land kämpft (vgl.u.) gefragt, antwortete er: „Entscheidungen, die im Irak getroffen werden, basieren auf nationale Interessen des irakischen Volkes und andere Länder haben nicht das Recht, sich einzumischen.“ Der Volkswehr gehörten, wie der Name schon ausdrücke, alle möglichen ethnischen Gruppen und Religionen an wie Sunniten, Šîʽiten, Yaziden, Kurden, Turkmenen und Christen. Zudem versicherte er: „Die Al-Haschd asch-Scha’bi hat sich in der Tat in ein nationales Symbol gewandelt, deren Strategie darin besteht, Sicherheit in allen Regionen des Iraks wiederherzustellen.“(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21163-vorsitzender_der_irakischen_nationalallianz) – Vgl.a. das Aufspüren ausländischer Offiziere, darunter von der NATO, in einem Bunker im zuvor von den Terroristen besetzten östlichen Stadtteilen Aleppos.
Aḥmad al-Asadî (Ahmed al-Assadi), Sprecher der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî, gab im Interview mit dem Nachrichtensender al–Ġad Press vom So., 25.12.2016, in Reaktion auf eine Meldung der Zeitung al-ʽArab vom selben Tag an, die al-Ḥašd aš-Šaʽbî brauche weder eine ausländische Militärausbildung noch stimmten Gerüchte über die Planung eines ständigen Militärlagers mit Hilfe Rußlands und des Irans im Westen von Mossul. Die al-Ḥašd aš-Šaʽbî verfüge selbst über Ausbildungslager, in denen bislang Dutzende Gruppen von Kommandeuren und Soldaten militärisch ausgebildet worden seien. Seit mehr als zwei Monaten sei die Volkswehr an der Westflanke Mossuls stationiert und habe zuvor über 50 Dörfer sowie ein strategisch bedeutsames Gebiet befreit (vgl.u.), machte er deutlich. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21202-irak_al_haschd_al_schaabi_dementiert_bau_von_milit%C3%A4r-lager_mit_hilfe_irans_und_russlands)
Durch das Bombardement eines bislang nicht identifizierten Kampfflugzeugs kamen auf einem traditionellen Markt in der Stadt al-Baʽâğ (al-Baʿadsch) westlich Mossuls kamen am So., 25.12.2016, 20 Zivilisten ums Leben, 55 Menschen wurden verletzt. „Zur Identifizierung des Bombers werden Kontakte zu der für die Befreiungsoperation in Mossul zuständige Abteilug [sic!] fortgesetzt“, erklärte der Parlamentsabgeordnete der Provinz Nînawâ, Zâhid al-Ḫatûnî (Zahed al-Khatuni). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21181-20_zivili-sten_bei_unbekanntem_luftangriff_in_west_mossul_get%C3%B6tet)
In der Zeit vom 23.12.2016 bis 28.12.2016 können leider allenfalls Kurznachrichten gesendet werden. Die fehlenden Informationen werden jedoch baldmöglichst nachgetragen.
Allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî äußerte zur Befreiung Aleppos während einer Pressekonferenz am So., 18.12.2016, hierzu, diese habe einen neuen Horizont im Kampf gegen Terrorismus eröffnet. Ein Sieg über den Terrorismus habe immer positive Auswirkungen auch auf den Counterterrorismus in anderen Ländern. Diesbezüglich stehe der Irak an Syriens Seite, wie an der Ägyptens, Libyens oder eines anderen Landes. Truppen habe man nicht nach Syrien entsandt, da man sich nicht in die internen Angelegenheiten dieses Landes einmische. Jedoch unterstütze der Irak Syrien bei internationalen Gremien. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20737-iraks_au%C3%9Fenminister_befreiung_von_aleppo_%C3%B6ffnet_neuen_horizont_im_kampf_gegen_terrorismus)
Der IS verkauft in Mossul geraubtes Öl zu horrenden Preisen. Ein Bewohner der Stadt bestätigte gegenüber Sputnik Arabic, das angebotene Öl stammte zuvor aus al-Qayâra (Kayara, Kayra) und nach dessen Rückeroberung im August (vgl.u.) aus ar-Raqqa in Syrien. „Um die erlittenen Schäden wiedergutzumachen, haben die Terroristen einen zu hohen Ölpreis angesetzt. Ein Liter der stinkenden weißen Flüssigkeit kostet vier US-Dollar (umgerechnet zirka 3,7 Euro), ein Kanister 90 US-Dollar (85 Euro). Es gibt keine Alternative dafür. Das Öl wird nur von IS-Kämpfern verkauft“. Für ein Barrel Öl seien 600 US-$ (564 €) zu zahlen beim gegenwärtigen Weltpreis von ca. 60 US-$ (56 €). Im Westteil der Provinzhauptstadt, der unter IS-Kontrolle steht, kann Strom nur mit kleinen, Kerosin benötigenden Generatoren erzeugt werden. Wegen der Mangelsituation ist mit Strom nur zwischen 17.00 – 21.00 Uhr und 6.00 – 9.00 Uhr zu rechnen. „Die Stadtbewohner leiden sehr darunter und erwarten die irakische Armee“, erzählt der Mann. Gemäß einem IS Dokument, das nach der Befreiung von Nînawâ im November aufgefunden worden war und von der Verteilung gestohlenen Öls an die Mitkämpfer handelte, erhielt jeder Terrorist 20 bis 75 Liter Benzin, das er weitererkaufen konnte. (http://sptnkne.ws/cYwS)
Wie Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî während einer Pressekonferenz am Di., 13.12.2016, in Bagdad angekündigte, werde Plan für die Befreiung von Mossul überprüft. Zuvor hatte Ğâsim al-Bayâtî (Jassim al-Bayati), ein Mitglied der irakischen Rechtsstaat-Koalition, mitgeteilt, es werde eine radikale Veränderung beim militärischen Vorgehen um Mossul geben. Dennoch versicherte al-ʽAbâdî, er sei mit der bisherigen Entwicklung zufrieden und fügte an: „Unsere wichtigste Unterstützung in diesem Kampf sind die Volkstruppen und die Luftwaffe hat ebenfalls eine bedeutende Rolle.“. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20527-irak_al_abadi_k%C3%BCndigt_%C3%9Cberpr%C3%BCfung_des_befreiungsplans_f%C3%BCr_mossul_an)
Nachdem lange nicht für die Flüchtlinge aus Mossul entsprechend vorgesorgt worden war (vgl.u.), werden den Fliehenden laut Šafaq News Nahrungsmittel, Medikamente und weitere lebensnotwendige Mittel zur Verfügung gestellt. Seit Beginn der Rückeroberungsoffensive von Mossul seien 103.000 Iraker aus der Stadt geflohen. „Heute haben 2.470 weitere Mossul verlassen und wurden in die Provinzen Nineve, Erbil, Dohuk und Kirkuk abtransportiert„, machte der Migrationsminister, am Mo., 12.12.2016, bekannt.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20398-irak_mindestens_103.000_menschen_aus_mossul_gefl%C3%BCchtet)
Bei einem erneuten „versehentlichen“ US-Luftangriff auf Mossul seien ca. 90 Zivilisten gestorben, gut 100 verletzt worden, berichtet ein Mitglied der Armee gegenüber Sputnik News. Außerdem sei dabei Militärtechnik der Armee beschädigt worden. Als Folge habe die Einheit den Rückzug aus jenem Gebiet antreten müssen. (http://sptnkne.ws/cWeg)
Bei Luftangriffen, welche am Mi., 7.12.2016, Einkaufszentren in al-Qâ´im (al-Qaim) nahe der Grenze zu Syrien trafen, wurden ca. 60 Zivilpersonen, darunter 19 Kinder, getötet und etliche verwundet. Daher hat Parlamentspräsident Salîm al-Ğabûrî am Do., 8.12.2016 eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet und macht die Regierung für solch einen Fehler verantwortlich. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20218-irakisches_parlament_tod_von_zivi- listen_in_der_stadt_al_qaim_muss_%C3%BCberpr%C3%BCft_werden) – Sputnik News beziffert die Opfer auf 55 bis 100 Toteund Hunderte verletzter, wobei nicht klar sei, „welche Flugzeuge die Angriffe auf al-Qaim flogen und wer den Befehl zum Bombardieren erteilte“. (http://sptnkne.ws/cVKx)
Hervorragende Kurz-Zusammenstellung dessen, wie unterschiedliche Wortwahl bei gleichen Sachverhalten die Mainstreammedien die Meinung der Leser beeinflussen soll am Beispiel von Aleppo und Mossul, vorgeführt von Richard Labeviere, einem internationaler Experte für den Nahen und Mittleren Osten (zudem Autor des Buches „Terrorismus — die Schattenseite der Globalisierung“; franz.: „Terrorisme face cachée de la mondialisation“):
„Wenn man ‚Le Monde‘ oder andere große westliche Zeitungen liest, dann wird die Armee Mossul befreien, während Aleppo von der Armee des eigenen Landes umkreist ist. In Mossul leistet die westliche Luftwaffe ‚chirurgisch präzise Schläge‘ — in Aleppo führt die russische Armee verheerende ‚Bombardements‘ durch“, sagte Labeviere, der früher als Chefredakteur von Radio France Internationale (RFI) tätig war. In Mossul werden die Zivilisten laut westlichen Medien von Terroristen als lebendige Schilde benutzt. In Aleppo ziele die syrische und russische Luftwaffe absichtlich auf die Zivilbevölkerung. „Aleppo ist eine belagerte, leidende Stadt während Mossul freigekämpft wird“, kritisierte der Experte die unterschiedliche Darstellungsweise der Abläufe in den Großstädten.
Die Fokussierung der Medien auf Aleppo übertünche, daß der Einsatz in Mossul vor eineinhalb Monaten begonnen wurde und es dort schon jetzt bereits zahlreiche Opfer gibt. „Nach Angaben verschiedener Agenturen wurden 2.000 Personen derjeniger, die Mossul gemeinsam mit der irakischen und kurdischen Armee zu befreien versuchen, bereits getötet“, so Labeviere. (http://sptnkne.ws/cU3F, 7.12.2016)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî machte während der Pressekonferenz nach seiner wöchentlichen Kabinettssitzung deutlich: „Der Irak befindet sich stellvertretend für alle Länder der Welt im Krieg gegen die Terroristen, aber er wird unter keinen Umständen erlauben, dass nach der Vernichtung des IS fremde Truppen, insbesondere der USA, im Irak bleiben.“ Außerdem ergänzte er: „Bagdad fleht bei keinem Land um Hilfe für die Befreiung von Mossul.“ Hinsichtlich der Militäroperation um Mossul informierte er: „Die IS-Terroristen sind von allen Seiten von irakischen Kräften umzingelt und sie erhalten keinerlei Hilfe von der syrischen Grenze.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20098-al_abadi_kein_land_hat_das_recht_einen_milit%C3%A4rst%C3%BCtz- punkt_im_irak_zu_bauen) – Erstere Aussage ist wohl im Zusammenhang mit der Ankündigung von US-Verteidigungsminister Ashton Carter zu verstehen, wonach laut Fox News-Bericht vom So., 4.12.2016, auch nach einer Vernichtung der IS-Terrormiliz im Irak US-Militärs und US-Verbündete im Land blieben. (http://sptnkne.ws/cTc9)
Der IS hat den Radio-Sender al-Bayân [d.i. Bekanntgabe] im Irak und Syrien in Betrieb genommen, eine Beiträge werden auch ins Internet eingespeist. Besonders populär sei die Sendung mit fatâwa zu Alltagsfragen, hier besonders im Umgang mit Frauen. (http://sptnkne.ws/cUDF) – Derlei Sendungen sind üblich auch in übrigen islamischen Ländern, denen der IS mit seiner wahhâbitischen Einstellung nun offensichtlich Konkurrenz zu machen versucht.
fatâwa sind mit Erklärungen und Belegen z.B. aus Koran oder Ḥadîṯen versehene Entscheidungen eines muftî, also eines hierzu befugten islamischen Rechtsgelehrten (faqîh) zu einer Frage aus dem Bereich der šarîʽa; Sg.: fatwâ.
Nach Mitteilung der Volkswehr (al-Ḥašd aš-Šaʽbî) wurden am Di., 6.12.2016, das Gebiet Tal-Atbâ´ (Tal Atba) Süd – IS-Hauptsitz südlich von Tal-ʽAfar – im W von Mossul zusammen mit dem – vom IS zum Stützpunkt umfunktionierte – Krankenhaus as-Salâm (al-Salam) befreit. Dies geschah innerhalb der am vergangenen Fr., 2.12.2016, begonnenen 5. Phase der Befreiungsoperation für Mossul, welche zum Ziel hat, die restlichen Dörfer und der Süden und Westen von Tal ʽAfar zu befreien. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20074-irak_hauptsitz_der_is_terroristen_im_s%C3%BCden_von_tal_a- far_erobert)
In der Nacht auf Mo., 5.12.2016, haben IS-Kämpfer aus mehreren Dörfern westlich der Stadt al-Ḥawîğa (al-Hawidscha, al-Hawija) 35 ehemalige Geheimdienstler überfallen und verschleppt. Laut al-Madâ Press gaben sie als Grund die Zusammenarbeit mit dem irakischen Militär an. (http://sptnkne.ws/cTwr)
Am So., 4.12.2016, befreiten die Streitkräfte erneut zwei Dörfer linkerhand von aš-Širqâṭ im Nordteil der Provinz Ṣalâḥuddîn, nämlich an-Nâhiyya und al-Kabîra, wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh als Kommandant der Operationen in Nînawâ gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. (http://www.sana.sy/?p=474028)
Laut einer Mitteilung des irakischen Migrationsministeriums vom Sa., 3.12.2016, veröffentlicht von Yaum 7, sind seit Beginn der Militär-Offensive auf Mossul 85.590 Menschen auf der Flucht. Es würden weitere Zeltunterkünfte gebaut. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19879-mehr_als_85.000_iraker_seit_beginn_der_mos- sul_offensive_auf_der_flucht) – Jenseits der Grenze quillt das syrische Flüchtlingslager in al-Haul bereits über, der Zulauf aus Mossul hält an.
Wie schon früher in Aleppo in Syrien versucht der IS von Fluchtwilligen Geld zu erpressen, wie aus Mossul geflohene und im syrischen Flüchtlingslager al-Haul angekommene irakische Familien berichten. Zwischen 500 und 1.000. US-Dollar würden pro Person für die „Ausreisegenehmigung“ verlangt. Dann seien noch die 20km gefährlicher Strecke durch Kampfgebiet zurückzulegen. (http://sptnkne.ws/cSxh)
Gemäß Erklärung des Kommandanten der Operationen in Nînawâ, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, wurden von derArmee und Verbündeten die Dörfer: Kara Taba (Tepe), Kûrî Ġarîbân, Darâwîš und Abû Ğarbûʽa im N von Mossul aus der Gewalt des IS befreit. Im Zentrum von Bagdad zündete ein Suizidattentäter eine Autobombe und tötete damit vier Personen, verletzte weitere neun. (http://sana.sy/?p=473566 vom 3.12.2016)
Erneut wies die UN-Koordinatorin für humanitäre Angelegenheiten im Irak, Lise Grande, am 30.11.2016 daraufhin, daß – im Gegensatz zu den lange im voraus vorbereiteten umfangreichen Maßnahmen zur Versorgung bei Angriffen zu evakuierender Bürger in Syrien – wegen der Befreiungsaktion von Mossul ca. 500.000 Zivilisten unter Trinkwasserknappheit litten und besonders für Frauen und Kinder die Situation geradezu verheerend sei. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19726-irak_uno_warnt_vor_trinkwasserkrise_in_mossul)
Laut Meldung der Nachrichtenagentur INA gab die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî bekannt, in der Morgendämmerung des 30.11.2016 die Dörfer al-Bûṯa aš-Šarqiyya und aṣ-Ṣâliḥiyya südwestlich von Mossul aus den Händen des IS befreit zu haben. Tags zuvor wurden die Dörfer Šiyâl al-ʽAblî und Šiyâl al–Amâm linkerhand von aš-Širqâṭ im Nordteil der Provinz Ṣalâḥuddîn zurückerobert. (http://sana.sy/?p=471808)
Gemäß Mitteilung von Generalmajor ʽAbdulġanî al Assadî, dem Leiter der Spezialkräfte, konnten jene am Mo., 28.11.2016, die Versorgungs- und Telekommunikationsverbindungen der IS-Terroristen in Mossul mit der Außenwelt abschneiden. In der Folge verringerten sich Suizidanschläge deutlich.Ca. 1000 IS-Terroristen seien in den Kämpfen getötet worden. Allerdings seien auch die bisherigen Schätzungen von 5000 – 6000 IS-Kämpfern in der IS-Hochburg womöglich zu hoch gegriffen gewesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19594-rund_1000_is_terroristen_bei_mossul_offensive_get%C3%B6tet)
In Sāmarrā` (Samarra) verhinderten Sicherheitskräfte weitere Anschläge durch Suizidattentäter: in Gefechten wurden fünf getötet, drei weitere hatten sich in Häuser geflüchtet und wurden anschließend ebenfalls liquidiert, nachdem die Stadt zeitweilig weiträumig abgeriegelt worden war. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19537-terroristenangriff_in_samarra_vereitelt)
Ein Luftangriff der US-geführten Koalition im Stadtteil al-Baʽṯ (Al-Baath) von Mossul hinterließ am So., 27.11.2016, 18 Tote, darunter 14 Frauen. Es habe sich laut US-Militärverantwortlichen dabei um ein Versehen gehandelt, wie schon – laut Pars today – beim „Massaker an Studenten in Mossul, Angriff auf eine Trauerzeremonie in Kirkuk“ mit 25 Tote u.s.w. und weiter: „Die Behaptung (sic.!) ist allerdings mit Blick auf den Fahrplan der irakischen Armee zur Befreiung von Mossul sowie die genaue Kennzeichung (sic!) der Aufenhaltsorte (sic!) der IS-Terrormiliz nicht vertretbar.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_easti19501-us_gef%C3%BChrte_internationale_anti_is_ko- alition_t%C3%B6tet_zivilisten_im_irak)
Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, gab am Sa., 26.11.2016, bekannt, seit Beginn der Befreiungsaktion von Mossul am 17. Oktober sei die Hälfte der Provinz Nînawâ (Ninive) vom IS zurückgewonnen worden. Nînawâ ist mit 32.000 km2 die flächenmäßig größte Provinz mit einer Bevölkerung aus Arabern, Kurden und Turkmenen verschiedener Religionen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19423-eine_h%C3%A4lfte_der_provinz_nini- ve_von_is_terroristen_befreit)
Die bislang schon sehr erfolgreich gegen den IS kämpfende Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî, welche den türkischen Invasoren im Land ein Dorn im Auge ist und auch seitens der US-geführten Koalition schon einige Luftschläge hat hinnehmen müssen (vgl.u.), ist nun offizieller Teil der irakischen Streitkräfte. Dies geschah auf Antrag von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî durch einen Mehrheitsbeschluß des Parlaments und ist nun auch gesetzlich verankert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19411-al_hashd_al_shaabi_an_irakische_streitkr%C3%A4fte_angeschlossen)
Beim Examinieren der kürzlich befreiten Region aš-Šabâbît (al-Shababit) entdeckten Pîšmarga erneut zwei Massengräber mit insgesamt 18 Leichen von Jesiden. Laut dem Vize-Gouverneur von Sinğâr, daß bislang 29 jesidische Massengräber in der Nähe von Mossul entdeckt worden seien mit steigender Tendenz, da der IS ja nach Eroberung des Gebiets Sinğâr im Jahr 2014 Tausende der Bewohner (Yaziden) von den Terroristen getötet, verschleppt und versklavt worden waren (vgl.u.). Noch 3.500 Jesiden sollen sich im IS-kontrollierten Gebiet befinden. Kürzlich gelang es etwa 18 Angehörigen der Glaubens- und volksgemeinschaft, aus Tal ʽAfar zu fliehen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19450-irak_zwei_massengr%C3%A4ber_in_der_n%C3%A4he_von_mossul_entdeckt)
In Folge eines terroristischen Suizidanschlags mittels eines mit Sprengstoff beladenen LKW, der auf eine Tankstelle der Stadt al-Ḥila (im SO von Bagdad) auffuhr kamen gut 70 Menschen, die meisten davon iranische Pilger, ums Leben, mindestens 20 wurden verletzt. Darüber gab der der Leiter des Sicherheitsausschusses der Provinz Bâbil (Babylon), Falâḥ ar-Râḍî, Auskunft.(http://www.sana.sy/?p=468435) – Auf dem Gelände der Tankstelle auf dem Weg zum šîʽitischen Wallfahrtsort Karbalâ´ standen zu jener Zeit sieben Pilger-Busse, wie ein Polizist vor Ort mitteilte. Der IS bekannte sich inzwischen zur Tat. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19282-irak_duztende_pilger_nahe_kerbela_get%C3%B6tet)
Bei vier Sprengstoffanschlägen u.a. in einem Bazar südwestlich gelegenen Bezirk al-Baiyâʽ von Bagdad kamen am Mi., 23.11.2016, mindestens drei Bürger ums Leben und weitere neun wurden verletzt. – Wie auch in Syrien nutzen die Terroristen die Tatsache, daß die Armee mit Kämpfen in anderen Landesteilen beschäftigt ist. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19243-explosion_ersch%C3%BCttert_bagdad, http://www.sana.sy/?p=468435)
Der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî gelang am Mi., 23.11.2016, die komplette Abriegelung der IS-Hochburg Mossul mit Einnahme des Sinğâr-Gebiets im Süden der Provinz Nînawâ laut Mitteilung von as-Sûmariyya News. Am Vortag hatte die Armee die Dörfer aš-Šarîʽa al-Ğanûbiyya nahe Mossul und Ḫarâba Ğaḥîš im S von Tal ʽAfar befreit. (http://sana.sy/?p=467601 vom 23.11.2016)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî appellierte am Di., 22.11.2016, vor Reportern in Budapest an die OPEC, dem Land eine höhere Ölproduktion ohne Einschränkungen zu erlauben. Die bestehende Reduzierung sei nicht fair, besonders angesichts der Herausforderungen, denen sich das Land gegenüber sieht. Bei der nächsten Sitzung Ende des Monats werde daher der Ölminister eine entsprechende Vorlage einreichen. – Der Irak ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Ölproduzent unter den 14 OPEC-Mitgliedern. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19144-irakischer_au%C3%9Fenminister_wir_brauchen_%C3%96leinnahmen_f%C3%BCr_kampf_gegen_is)
Nach heftigen Protesten der Bewohner in Sulaimâniyya gegen Masʽûd Barzânî Masoud Barzani) und einer Erklärung der Islamischen Union Kurdistans wie der Islamischen Gemeinschaft in Kurdistan dahingehend, daß ein endlicher Rücktritt dieses umstrittenen Politikers und Clanchefs wesentlich zur Lösung des Kurdenproblems beitragen würde, hat er erstmals die Freigabe des Präsidentenamts der autonomen Kurdenregion des Iraks in Aussicht gestellt. Masʽûd Barzânî war seit Ablauf seiner Amtszeit 2015 (vgl.u.) dennoch eigenmächtig in seiner Position verblieben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19198-barzani_bereit_zum_r%C3%BCcktritt)
Laut as-Sûmariyya News, basierend auf eigene Quellen, soll sich IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî irgendwo zwischen den Städten Tal ʽAfar und al-Baʿāğ (al-Baʿādsch) in der Provinz Nînawâ versteckt halten. Genaueres wisse nur ein kleiner Kreis ihm sehr nahe stehenden Personen, der sog. Muğâhid-Rat. An seinem Zufluchtsort werde er von „ausländischen Kämpfern bewacht, die professionell mit ihrer Sache vertraut seien“. (http://sptnkne.ws/cMhD)
Aus einer unabhängigen Studie des britischen Analyse-Zentrums IHS geht hervor, daß IS-Terroristen seit 2014 dutzende Male chemische Waffen in Syrienund im Irak benutzt haben. Gemäß dem Leiter des Zentrums, C. Stark, nehme die Gefahr solcher Terroranschläge mit Giftgas zu, jemehr sich die Terrorgruppe(n) zurückgedrängt und in der Defensive fühlen und der Armee so weiteres Vorrücken erschweren [wie die Bevölkerung angesichts ihres schwindenden Einflusses einschüchtern wollen]. Zudem sei zusammen mit der Fluchtbewegung der IS-Terroristen – vor allem von Anführern mitsamt ihren Familien – gen Syrien seit der Befreiungsoperation um Mossul auch mit einer Verfrachtung ihres Giftgas-Equipments dorthin zu rechnen. (http://www.sana.sy/?p=466970 vom 22.11.2016)
Erstmals seien laut dem Politologen Meyssan mehr als 14.000 Einwohner aus Mossul in Richtung ar-Raqqa und Idlib nach Syrien geflohen, eine Völkerverschiebung zwischen IS-kontrollierten Gebieten also. Über die aktionen der US-geführten Koalition in Mossul könne man nicht wirklich etwas aussagen, da dort nur jener genehme sog. embedded Journalisten zugelassen seien, die zudem der militärischen Zensur unterlägen. Diese Bevölkerungsverlagerung verstärke jedenfalls die Zahl der Ausländer im Norden Syriens, die der Ideologie der Muslimbruderschaft verhaftet seien. Dies müsse jedenfalls im Zusammenhang mit dem Plan der Schaffung eines künstlichen Kurdistan zu Lasten Syriens gesehen werden (http://www.voltairenet.org/article194133.html mit Verweis auf: „Enthüllungen der PKK über den Angriff des EIIL und die Schaffung von ,Kurdistan‘“. (http://www.voltairenet.org/article184659.html). – Vgl.u. bzgl. Balkanisierung von Syrien und dem Irak.
Nach dem saudischen Botschafter (vgl.u.) haben sich nun offenbar die Mitarbeiter der saudischen Zeitung aš-Šarq al-Ausaṭ gleich gegenüber mehreren Seiten im Irak unbeliebt gemacht: die Armee hat deren sämtliche Reporter aus den Operationsgebieten der Streitkräfte samt Volkswehr ausgeschafft „wegen Beleidigung der irakischen Frauen“ hieß es seitens des inländischen Mediums Burâṯâ News (Borsa) am Mo., 21.11.2016. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî hatte die Saudis am So., 20.11.2016, noch aufgefordert, sich bei den irakischen Frauen zu entschuldigen, was nicht geschah. Vorgeworfen wurde jenen Zeitungsleuten auch, sie würden durch Lügenmeldungen die irakische Armee in ein schlechtes Licht rücken auch in Bezug auf die Herstellung von Sicherheit für die Pilger zur Wallfahrt nach Karbalâ´ (vgl.u.) wie bei der Befreiung Mossul. Als dritte Partei beschwerte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO), deren Mitarbeiter aš-Šarq al-Ausaṭ der „sexuellen Belästigungen“ in Karbalâ´ beschuldigt hatte, was erst Genannte als „pure Verleumdung“ zurückwiesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19027-irakische_armee_weist_al_sharq_al_aswat_reporter_aus)
Laut Mitteilung von Zweisterne-General Ra´îd Šâkir Ğaudat, dem Chef der irakischen Bundespolizei, haben die vereinten Streitkräfte am 19.11.2016, den Süden Mossuls vollständig von den IS-Terroristen befreit. Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in Nînawâ, ergänzte, die Sicherheitskräfte hätten zuvor die Gegenschläge der IS-Terroristen im Gebiet abwehren können, dabei 43 von ihnen getötet und 11 weitere festgenommen. Im Weiteren würde man von Osten und Süden her gen Stadtmitte Mossuls vordringen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18964-irak_s%C3%BCdlicher_teil_von_mossul_vollst%C3%A4ndig_befreit)
Bei der Detonation einer Autobombe inmitten einer Hochzeitsfeier in al-ʽÂmiriyya (?, Amerija) nahe Falûğa kamen am Donnerstagnachmittag mindestens 30 Menschen ums Leben, weitere 45 Personen sind teils lebensgefährlich verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18907-irak_dutzende_tote_und_verletzte_bei_terror- anschlag_in_falludscha)
Nach dem die Zentralregierung und die der autonomen Region Kurdistan zu keiner Vereinbarung hinsichtlich der befreiten Regionen in Nînawâ (Ninive) gelangten, forderte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am Do., 17.11.2016, in einer Erklärung, den Rückzug der kurdischen Pîšmarga-Kämpfer aus diesen Gebieten. – Zuvor hatte der – trotz Ablauf seiner Amtszeit nicht von seinem Posten als Chef der kurdischen Regionalverwaltung gewichene (vgl.u.) – Masʽûd Barzânî in einer umstrittenen Rede vom Mi., 16.11.2016, mitgeteilt, aufgrund einer Vereinbarung mit der US-Administration (!) würden die kurdischen Pîšmarga-Milizen in den Gebieten bleiben, bei deren Befreiung sie mitgewirkt hätten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18877-iraks_premierminister_besteht_auf_abzug_der_peschmerga_milizen) – Zum damit verbundenen Zerteilungs- bzw. Balkanisierungsplan bzgl. des Irak mit seinen Auswirkungen und Hintergründen vgl.u.
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Militäroperationen in der Provinz Nînawâ sind durch die vereinten Streitkräfte zuletzt die Dörfer Tal ʽAmarkân, Tal und Wâdî Ḍaman sowie ʽUmar befreit worden. (http://sana.sy/?p=464842)
Gemäß Erklärung des Kommandanten der Operationen in Nînawâ, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, wurden von derArmee und Verbündeten die Dörfer: Kara Taba (Tepe), Kûrî Ġarîbân, Darâwîš und Abû Ğarbûʽa im N von Mossul aus der Gewalt des IS befreit. Im Zentrum von Bagdad zündete ein Suizidattentäter eine Autobombe und tötete damit vier Personen, verletzte weitere neun. (http://sana.sy/?p=473566 vom 3.12.2016)
Erneut wies die UN-Koordinatorin für humanitäre Angelegenheiten im Irak, Lise Grande, am 30.11.2016 daraufhin, daß – im Gegensatz zu den lange im voraus vorbereiteten umfangreichen Maßnahmen zur Versorgung bei Angriffen zu evakuierender Bürger in Syrien – wegen der Befreiungsaktion von Mossul ca. 500.000 Zivilisten unter Trinkwasserknappheit litten und besonders für Frauen und Kinder die Situation geradezu verheerend sei. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19726-irak_uno_warnt_vor_trinkwasserkrise_in_mossul)
Laut Meldung der Nachrichtenagentur INA gab die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî bekannt, in der Morgendämmerung des 30.11.2016 die Dörfer al-Bûṯa aš-Šarqiyya und aṣ-Ṣâliḥiyya südwestlich von Mossul aus den Händen des IS befreit zu haben. Tags zuvor wurden die Dörfer Šiyâl al-ʽAblî und Šiyâl al–Amâm linkerhand von aš-Širqâṭ im Nordteil der Provinz Ṣalâḥuddîn zurückerobert. (http://sana.sy/?p=471808)
Gemäß Mitteilung von Generalmajor ʽAbdulġanî al Assadî, dem Leiter der Spezialkräfte, konnten jene am Mo., 28.11.2016, die Versorgungs- und Telekommunikationsverbindungen der IS-Terroristen in Mossul mit der Außenwelt abschneiden. In der Folge verringerten sich Suizidanschläge deutlich.Ca. 1000 IS-Terroristen seien in den Kämpfen getötet worden. Allerdings seien auch die bisherigen Schätzungen von 5000 – 6000 IS-Kämpfern in der IS-Hochburg womöglich zu hoch gegriffen gewesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19594-rund_1000_is_terroristen_bei_mossul_offensive_get%C3%B6tet)
In Sāmarrā` (Samarra) verhinderten Sicherheitskräfte weitere Anschläge durch Suizidattentäter: in Gefechten wurden fünf getötet, drei weitere hatten sich in Häuser geflüchtet und wurden anschließend ebenfalls liquidiert, nachdem die Stadt zeitweilig weiträumig abgeriegelt worden war. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19537-terroristenangriff_in_samarra_vereitelt)
Ein Luftangriff der US-geführten Koalition im Stadtteil al-Baʽṯ (Al-Baath) von Mossul hinterließ am So., 27.11.2016, 18 Tote, darunter 14 Frauen. Es habe sich laut US-Militärverantwortlichen dabei um ein Versehen gehandelt, wie schon – laut Pars today – beim „Massaker an Studenten in Mossul, Angriff auf eine Trauerzeremonie in Kirkuk“ mit 25 Tote u.s.w. und weiter: „Die Behaptung (sic.!) ist allerdings mit Blick auf den Fahrplan der irakischen Armee zur Befreiung von Mossul sowie die genaue Kennzeichung (sic!) der Aufenhaltsorte (sic!) der IS-Terrormiliz nicht vertretbar.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_easti19501-us_gef%C3%BChrte_internationale_anti_is_ko- alition_t%C3%B6tet_zivilisten_im_irak)
Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, gab am Sa., 26.11.2016, bekannt, seit Beginn der Befreiungsaktion von Mossul am 17. Oktober sei die Hälfte der Provinz Nînawâ (Ninive) vom IS zurückgewonnen worden. Nînawâ ist mit 32.000 km2 die flächenmäßig größte Provinz mit einer Bevölkerung aus Arabern, Kurden und Turkmenen verschiedener Religionen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19423-eine_h%C3%A4lfte_der_provinz_nini- ve_von_is_terroristen_befreit)
Die bislang schon sehr erfolgreich gegen den IS kämpfende Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî, welche den türkischen Invasoren im Land ein Dorn im Auge ist und auch seitens der US-geführten Koalition schon einige Luftschläge hat hinnehmen müssen (vgl.u.), ist nun offizieller Teil der irakischen Streitkräfte. Dies geschah auf Antrag von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî durch einen Mehrheitsbeschluß des Parlaments und ist nun auch gesetzlich verankert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19411-al_hashd_al_shaabi_an_irakische_streitkr%C3%A4fte_angeschlossen)
Beim Examinieren der kürzlich befreiten Region aš-Šabâbît (al-Shababit) entdeckten Pîšmarga erneut zwei Massengräber mit insgesamt 18 Leichen von Jesiden. Laut dem Vize-Gouverneur von Sinğâr, daß bislang 29 jesidische Massengräber in der Nähe von Mossul entdeckt worden seien mit steigender Tendenz, da der IS ja nach Eroberung des Gebiets Sinğâr im Jahr 2014 Tausende der Bewohner (Yaziden) von den Terroristen getötet, verschleppt und versklavt worden waren (vgl.u.). Noch 3.500 Jesiden sollen sich im IS-kontrollierten Gebiet befinden. Kürzlich gelang es etwa 18 Angehörigen der Glaubens- und volksgemeinschaft, aus Tal ʽAfar zu fliehen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19450-irak_zwei_massengr%C3%A4ber_in_der_n%C3%A4he_von_mossul_entdeckt)
In Folge eines terroristischen Suizidanschlags mittels eines mit Sprengstoff beladenen LKW, der auf eine Tankstelle der Stadt al-Ḥila (im SO von Bagdad) auffuhr kamen gut 70 Menschen, die meisten davon iranische Pilger, ums Leben, mindestens 20 wurden verletzt. Darüber gab der der Leiter des Sicherheitsausschusses der Provinz Bâbil (Babylon), Falâḥ ar-Râḍî, Auskunft.(http://www.sana.sy/?p=468435) – Auf dem Gelände der Tankstelle auf dem Weg zum šîʽitischen Wallfahrtsort Karbalâ´ standen zu jener Zeit sieben Pilger-Busse, wie ein Polizist vor Ort mitteilte. Der IS bekannte sich inzwischen zur Tat. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19282-irak_duztende_pilger_nahe_kerbela_get%C3%B6tet)
Bei vier Sprengstoffanschlägen u.a. in einem Bazar südwestlich gelegenen Bezirk al-Baiyâʽ von Bagdad kamen am Mi., 23.11.2016, mindestens drei Bürger ums Leben und weitere neun wurden verletzt. – Wie auch in Syrien nutzen die Terroristen die Tatsache, daß die Armee mit Kämpfen in anderen Landesteilen beschäftigt ist. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19243-explosion_ersch%C3%BCttert_bagdad, http://www.sana.sy/?p=468435)
Der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî gelang am Mi., 23.11.2016, die komplette Abriegelung der IS-Hochburg Mossul mit Einnahme des Sinğâr-Gebiets im Süden der Provinz Nînawâ laut Mitteilung von as-Sûmariyya News. Am Vortag hatte die Armee die Dörfer aš-Šarîʽa al-Ğanûbiyya nahe Mossul und Ḫarâba Ğaḥîš im S von Tal ʽAfar befreit. (http://sana.sy/?p=467601 vom 23.11.2016)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî appellierte am Di., 22.11.2016, vor Reportern in Budapest an die OPEC, dem Land eine höhere Ölproduktion ohne Einschränkungen zu erlauben. Die bestehende Reduzierung sei nicht fair, besonders angesichts der Herausforderungen, denen sich das Land gegenüber sieht. Bei der nächsten Sitzung Ende des Monats werde daher der Ölminister eine entsprechende Vorlage einreichen. – Der Irak ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Ölproduzent unter den 14 OPEC-Mitgliedern. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19144-irakischer_au%C3%9Fenminister_wir_brauchen_%C3%96leinnahmen_f%C3%BCr_kampf_gegen_is)
Nach heftigen Protesten der Bewohner in Sulaimâniyya gegen Masʽûd Barzânî Masoud Barzani) und einer Erklärung der Islamischen Union Kurdistans wie der Islamischen Gemeinschaft in Kurdistan dahingehend, daß ein endlicher Rücktritt dieses umstrittenen Politikers und Clanchefs wesentlich zur Lösung des Kurdenproblems beitragen würde, hat er erstmals die Freigabe des Präsidentenamts der autonomen Kurdenregion des Iraks in Aussicht gestellt. Masʽûd Barzânî war seit Ablauf seiner Amtszeit 2015 (vgl.u.) dennoch eigenmächtig in seiner Position verblieben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19198-barzani_bereit_zum_r%C3%BCcktritt)
Laut as-Sûmariyya News, basierend auf eigene Quellen, soll sich IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî irgendwo zwischen den Städten Tal ʽAfar und al-Baʿāğ (al-Baʿādsch) in der Provinz Nînawâ versteckt halten. Genaueres wisse nur ein kleiner Kreis ihm sehr nahe stehenden Personen, der sog. Muğâhid-Rat. An seinem Zufluchtsort werde er von „ausländischen Kämpfern bewacht, die professionell mit ihrer Sache vertraut seien“. (http://sptnkne.ws/cMhD)
Aus einer unabhängigen Studie des britischen Analyse-Zentrums IHS geht hervor, daß IS-Terroristen seit 2014 dutzende Male chemische Waffen in Syrienund im Irak benutzt haben. Gemäß dem Leiter des Zentrums, C. Stark, nehme die Gefahr solcher Terroranschläge mit Giftgas zu, jemehr sich die Terrorgruppe(n) zurückgedrängt und in der Defensive fühlen und der Armee so weiteres Vorrücken erschweren [wie die Bevölkerung angesichts ihres schwindenden Einflusses einschüchtern wollen]. Zudem sei zusammen mit der Fluchtbewegung der IS-Terroristen – vor allem von Anführern mitsamt ihren Familien – gen Syrien seit der Befreiungsoperation um Mossul auch mit einer Verfrachtung ihres Giftgas-Equipments dorthin zu rechnen. (http://www.sana.sy/?p=466970 vom 22.11.2016)
Erstmals seien laut dem Politologen Meyssan mehr als 14.000 Einwohner aus Mossul in Richtung ar-Raqqa und Idlib nach Syrien geflohen, eine Völkerverschiebung zwischen IS-kontrollierten Gebieten also. Über die aktionen der US-geführten Koalition in Mossul könne man nicht wirklich etwas aussagen, da dort nur jener genehme sog. embedded Journalisten zugelassen seien, die zudem der militärischen Zensur unterlägen. Diese Bevölkerungsverlagerung verstärke jedenfalls die Zahl der Ausländer im Norden Syriens, die der Ideologie der Muslimbruderschaft verhaftet seien. Dies müsse jedenfalls im Zusammenhang mit dem Plan der Schaffung eines künstlichen Kurdistan zu Lasten Syriens gesehen werden (http://www.voltairenet.org/article194133.html mit Verweis auf: „Enthüllungen der PKK über den Angriff des EIIL und die Schaffung von ,Kurdistan‘“. (http://www.voltairenet.org/article184659.html). – Vgl.u. bzgl. Balkanisierung von Syrien und dem Irak.
Nach dem saudischen Botschafter (vgl.u.) haben sich nun offenbar die Mitarbeiter der saudischen Zeitung aš-Šarq al-Ausaṭ gleich gegenüber mehreren Seiten im Irak unbeliebt gemacht: die Armee hat deren sämtliche Reporter aus den Operationsgebieten der Streitkräfte samt Volkswehr ausgeschafft „wegen Beleidigung der irakischen Frauen“ hieß es seitens des inländischen Mediums Burâṯâ News (Borsa) am Mo., 21.11.2016. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî hatte die Saudis am So., 20.11.2016, noch aufgefordert, sich bei den irakischen Frauen zu entschuldigen, was nicht geschah. Vorgeworfen wurde jenen Zeitungsleuten auch, sie würden durch Lügenmeldungen die irakische Armee in ein schlechtes Licht rücken auch in Bezug auf die Herstellung von Sicherheit für die Pilger zur Wallfahrt nach Karbalâ´ (vgl.u.) wie bei der Befreiung Mossul. Als dritte Partei beschwerte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO), deren Mitarbeiter aš-Šarq al-Ausaṭ der „sexuellen Belästigungen“ in Karbalâ´ beschuldigt hatte, was erst Genannte als „pure Verleumdung“ zurückwiesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19027-irakische_armee_weist_al_sharq_al_aswat_reporter_aus)
Laut Mitteilung von Zweisterne-General Ra´îd Šâkir Ğaudat, dem Chef der irakischen Bundespolizei, haben die vereinten Streitkräfte am 19.11.2016, den Süden Mossuls vollständig von den IS-Terroristen befreit. Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in Nînawâ, ergänzte, die Sicherheitskräfte hätten zuvor die Gegenschläge der IS-Terroristen im Gebiet abwehren können, dabei 43 von ihnen getötet und 11 weitere festgenommen. Im Weiteren würde man von Osten und Süden her gen Stadtmitte Mossuls vordringen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18964-irak_s%C3%BCdlicher_teil_von_mossul_vollst%C3%A4ndig_befreit)
Bei der Detonation einer Autobombe inmitten einer Hochzeitsfeier in al-ʽÂmiriyya (?, Amerija) nahe Falûğa kamen am Donnerstagnachmittag mindestens 30 Menschen ums Leben, weitere 45 Personen sind teils lebensgefährlich verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18907-irak_dutzende_tote_und_verletzte_bei_terror- anschlag_in_falludscha)
Nach dem die Zentralregierung und die der autonomen Region Kurdistan zu keiner Vereinbarung hinsichtlich der befreiten Regionen in Nînawâ (Ninive) gelangten, forderte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am Do., 17.11.2016, in einer Erklärung, den Rückzug der kurdischen Pîšmarga-Kämpfer aus diesen Gebieten. – Zuvor hatte der – trotz Ablauf seiner Amtszeit nicht von seinem Posten als Chef der kurdischen Regionalverwaltung gewichene (vgl.u.) – Masʽûd Barzânî in einer umstrittenen Rede vom Mi., 16.11.2016, mitgeteilt, aufgrund einer Vereinbarung mit der US-Administration (!) würden die kurdischen Pîšmarga-Milizen in den Gebieten bleiben, bei deren Befreiung sie mitgewirkt hätten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18877-iraks_premierminister_besteht_auf_abzug_der_peschmerga_milizen) – Zum damit verbundenen Zerteilungs- bzw. Balkanisierungsplan bzgl. des Irak mit seinen Auswirkungen und Hintergründen vgl.u.
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Militäroperationen in der Provinz Nînawâ sind durch die vereinten Streitkräfte zuletzt die Dörfer Tal ʽAmarkân, Tal und Wâdî Ḍaman sowie ʽUmar befreit worden. (http://sana.sy/?p=464842)
Ein Mitglied der Verteidigungseinheiten der Provinz Nînawâ (Nineveh Plain Protection Units, kurz: NPU) teilte gegenüber Sputnik Arabic mit, in der kürzlich befreiten Stadt al-Ḥamdâniyya (vgl.u.) ein Schriftstück des IS gefunden. Dieses erwies sich als IS-Erlaß zum Verbotjeglichen Angriffs auf die US-geführte Koalition über Mossul samt Umgebung. U.a. hieß es darin: Es ist strikt verboten, beliebige Flugzeuge am Himmel mit jeglichen Waffen anzugreifen, unabhängig davon auf welcher Höhe sie sich befinden, und selbst wenn sie auf dem Dach eines Hauses gelandet sind“. Unterzeichnet sei es von einem der lokalen IS-Anführer namens Abû Muʽawiyya (Abu Muawia), angeschlagen an einer Tafel de sog. „Mobilisierungszentren“ der Terrororganisation zu Anwerbung und Training von Nachwuchskämpfern.
Sputnik Arabic weist darauf hin, daß die US-geführte Koalition, die besonders mit Luftangriffen in der Provinz Nînawâ engagiert sei, offenbar aufgrund von Meldungen aus der Region [vgl.u.] mehrfach Attacken auf die Volkswehr und die irakische Armee führte und humanitäre und militärische Hilfsgüter abgeworfen habe, die letztendlich den IS-Kämpfern zugute kamen.
„Beim letzten skandalösen Luftangriff auf die irakischen Volkmilizen, die gegen den IS kämpfen, hatte die Koalition 18 Kämpfer der Ninawa-Volkswehr getötet. Die Koalitionsjets hatten die Kämpfer angegriffen, als diese gegen Terroristen gekämpft hatten. Dadurch konnten allerdings letztere fliehen.“ (http://sptnkne.ws/cHz3 und http://sptnkne.ws/cHvb) – Zu Belegen der letzten Beschuldigungen vgl.u.!
Untersuchungen der Kommission für gemeinnützige Organisationen in Großbritannien haben ergeben, daß die vom IS enthauptete britische Geisel Alan Henning (vgl.u.) unter dem Deckmantel der karitativen Arbeit in Syrien der Finanzierung der dort aktiven Terrorgruppen diente, bevor er 2014 vom IS gefangengenommen wurde. (http://sana.sy/?p=464061 vom 16.11.2016)
In der Provinz Nînawâ wurden weitere Gebiete wie z.B. Tal Šiyân (Tal Schiyan) vom IS zurückerobert und der Belagerungsring um die Terrororganisation ausgeweitet, berichteten Militärangehörige. Besonders die frühere schon kampferprobte und erfolgreiche Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) liefert sich nach wie vor schwere Gefechte mit dem IS um den Flughafen Tal ʽAfar (Talafar), den sie von drei Seiten umstellt habe. Viele Terroristen flüchteten in Richtung der Grenze nach Syrien . Beim Vormarsch der Armee auf den Ort al-Bakr östlich von Mossul, wurden zudem ca. 100 Familien aus IS-Gewalt befreit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18826-irak_weitere_gebiete_der_provinz_nineve_befreit)
Erstmals seit zwei Jahren ließen am Sonntagmorgen UNICEF, UNFPA und das UN-Welternährungsprogramm humanitäre Hilfsgüter in eine Vorstadt des östlichen Teils von Mossul bringen, ging aus einer UNICEF-Mitteilung vom Di., 15.11.2016, hervor. Die Lieferung auf 14 Fahrzeugen enthielt Tabletten zum Desinfizieren von Wasser, Power-Snacks, Zahnpaste, Seife, Windeln und andere Mittel des Grundbedarfs. Dies wurden innerhalb von 6 Stunden verteilt. Dem UN-Kinderhilfswerk zufolge hätten seit Beginn der Befreiungsoperation mehr als 27.000 Kinder Mossul verlassen, während sich noch 1,5 Millionen Menschen, darunter 600.000 Kinder, in der Stadt befänden. (http://sptnkne.ws/cGTu) – Auf die völlig unzureichenden Vorbereitungen um Mossul hinsichtlich der zu erwartenden Versorgung der zu erwartenden vielen Flüchtlinge im Gegensatz zur Situation in/um Aleppo in Syrien war schon früher hingewiesen worden (vgl.u. 18.10.2016)
Während der šîʽitischen al-Arbaʽain-Wallfahrt, zu der üblicherweise Hunderttausende Pilger anreisen, kamen in ʽAin at-Tamr, westlich des Wallfahrtsorts Karbalâ´ durch einen Suizidanschlag am Mo., 14.11.2016, neun Personen ums Leben, sechs wurden verletzt. Dabei war es den Sicherheitskräften sogar gelungen, rechtzeitig fünf weitere Attentäter zufassen, so daß allein der sechste sich innerhalb einer Menschenansammlung in die Luft sprengen konnte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18658-neun_tote_bei_selbstmordanschlag_im_westen_von_kerbela) – Später bekannte sich der IS zur Tat. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18679-irak_is_verantwortlich_f%C3%BCr_anschlag_in_kerbala)
Überblick und (vergrößerbare) Karte der bislang befreiten Gebiete von Mossul (https://southfront.org/iraqi-forces-take-control-of-more-villages-in-mosul-countryside-advance-inside-of-city/)
Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant der Operation gab am 13.11.2016, in einer Übertragung von as-Sûmariyya News bekannt, die Truppen hätten die Kontrolle über das Gebiet von Nimrûd und das südlich gelegene Dorf Nuʽmaniyya in der Provinz Nînawâ vollends zurückgewonnen. Gestern konnten alle nördlich des Zâb-Flusses gelegenen Dörfer befreit werden sowie die Region al-Aûrubašiyya und der Stadtbereich al-Qadisiyya 2 im östlichen Teil von Mossul. Zuvor am Samstagabend hatten IS-Terroristen teils mit Chlor bestückte Mörsergranaten in den Ortsteil al-Ḫânûka von aš-Širqâṭ gefeuert, und damit eine Person getötet und fünf weiteren Verletzungen zugefügt.In der Provinz Diyâlâ wurden am Sonntag eine Person südwestlich der Stadt Baʽqûba getötet, eine weitere verletzt, als beim Passieren der Stelle eine am Straßenrand zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen angebrachte Bombe detonierte. (http://www.sana.sy/?p=461687, s.a. http://www.sana.sy/?p=461588)
Bereits am Mo., 7.11.2016, waren im Bezirk Šûra (Schure, Shura) von Mossul in einem unterirdischen Gefängnis des IS hunderte abgemagerter Menschen befreit worden, wie der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen mitteilte. In der kürzlich herausgegebenen Erklärung hieß es: „Irakische Sicherheitskräfte entdeckten ein unterirdisches Gefängnis, in dem sich 961 Menschen befanden, alle sind Sunniten, viele von ihnen sind ehemalige Mitglieder der irakischen Sicherheitskräfte oder Mitglieder der Islamischen Partei des Irak“. Die Körper der ausgehungerten Personen, die teilweise in kleinen Käfigen gehalten worden seien, wiesen zudem Folterspuren auf. (http://sptnkne.ws/cET6)
Die Verlautbarung des Pressesprechers des US-Zentralkommandos, Oberst John Thomas, man erkenne an, daß bei 24 Luftschlägen im Irak und in Syrien zwischen dem 20. November 2015 und dem 10. September 2016 etwa 64 Zivilisten getötet worden sein könnten (!), obwohl man alle möglichen Maßnahmen ergriffen habe, um zivile Todesopfer zu vermeiden (vgl. http://sptnkne.ws/cEeW), konnte bei den Betroffenen nur Empörung auslösen. Daher hieß es auch im Kommentar aus dem russischen Verteidigungsministerium, welches täglich umfassende Daten vom Koordinierungs- und Überwachungszentrums in Ḥumaimîm nicht nur über Aktionen in Syrien sondern auch im Irak erhält (vgl. Syrien): „Es waren Tausende“! und weiter: „Die US-Luftwaffe versetzte in Syrien und im Irak bis zu 20 Schläge pro Tag. Das sind insgesamt etwa 7.300 Angriffe alleine im vergangenen Jahr“. Zum Einsatz seien zum größten Teil strategische Bomber 1B bis B52H gekommen, deren „Menschenfreundlichkeit“ und „Präzision“ seit dem Vietnam Krieg berüchtigt sei. „Wenn man solche Erklärungen vom Zentralkommando der US-Luftwaffe hört, entsteht der Eindruck, dass weitere Tausende Zivilopfer unter Syrern und Iraker Pentagon einfach nicht für Menschen gehalten werden“, hieß es aus Moskau, „Aber selbst diese höchste Form der Schamlosigkeit und des Zynismus der amerikanischen Kollegen muss ihre Grenzen haben“. Darauf folgen einige Beispiele wie der Luftangriff vom 17.9.2016 auf die Stellungen der syrischen Armee, die sich im Kampf mit dem IS befand (vgl. Syrien), mit allein schon 62 getöteten und über 100 Verletzte mit dem Kommentar: „Sie waren keine Terroristen oder Gegner der US-Luftstreitkräfte, trotzdem wurden sie [erg.: aus] unklarem Grund nicht erwähnt“; dann den US-Luftangriff vom Januar 2016 mit 27 getöteten Zivilisten und 40 Verletzten oder in Manbiğ (vgl. Syrien), wo zwischen Mai und Juli 167 Zivilisten – davon 17 Frauen und 44 Kinder – den US-Luftschlägen zum Opfer fielen u.s.w. „Die Situation im Irak ist ähnlich“ geht die Kritik weiter und referiert: am 20. Mai 2016 wurden bei US-Bombardements auf den Universitätskomplex in Mossul 92 Zivilisten getötet und 135 verletzt. „Solche Beispiele kann man unendlich aufführen“, hieß es abschließend. (http://sptnkne.ws/cEux)
Auch Neil Sammonds von Amnesty International kommentiert die Verlautbarung dahingehend, daß das Pentagon die wahre Opferzahl drastisch gesenkt habe. Gegenüber Russia Today kritisierte er, daß bei den Luftangriffe der US-geführten Koalition die Todesopfer unter den friedlichen Bewohnern nicht ordnungsgemäß ermittelt würden. Die von den US-Militärs angeführten Zahlen machten „etwa fünf bis zehn Prozent von der wirklichen Totenzahl“ aus, erklärt der Menschenrechtler. Es sei zudem immer noch unklar, aus welchen Quellen das Pentagon seine Angaben beziehe. Sammonds forderte daher: „Wir rufen das US-Verteidigungsministerium auf, entsprechende Informationen zu veröffentlichen … . Wir fürchten nach wie vor, dass das Vorgehen der Koalitions-Luftstreitkräfte im Irak und in Syrien zur Verletzung des internationalen humanitären Rechts geführt hat“. (http://sptnkne.ws/cEP6)
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) sprach sich am Do., 10.11.2016, dafür aus, daß IS-Kämpfer bei mindestens drei Angriffen auf al-Qayâra (Quayyara; vgl.u.) im September und Oktober 2016 Chemiewaffen eingesetzt haben. (http://sptnkne.ws/cEPZ)
Zusammen mit der kurdischen Volkswehr befreite die Armee östlich des Stadtzentrums von Mossul die Außenbezirke Hayalkudüs [wohl gemeint: Ḥay = Stadtbereich al-Quds, vgl.u.], Kerame [al-Karâma, vgl.u.], Hayalsalah [Ḥay aṣ-Ṣalâḥ] und ebenfalls nochmals genannt: Ṣadâm (Saddam). Anschließend begann die Säuberung von hinterlassenen Sprengsätzen. (http://sptnkne.ws/cExP)
Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdul-Amîr Rašîd Yarallâh, dem Kommandanten der Operation, gegenüber der irakischen Nachrichtenagentur INA wurde das Dorf ʽAbbâs Rağab im N von az-Zâb in der Provinz Nînawâ vom IS zurückgewonnen und dort die irakische Flagge gehißt. Fortschritte würden auch nahe der antiken Stätte Nimrud (vgl.u.) gemacht. (http://sana.sy/?p=458260)
Basierend auf einer Nachricht von as-SûmariyyaNews soll auch der am Ost-Rand der Millionenstadt Mossul gelegene Bereich as-Sahra [aṣ-Ṣaḥrâ´ ?] vom IS befreit worden sein. (http://sptnkne.ws/cEn6)
Zu Beginn der Woche entdeckten irakische Soldaten nahe Mossul auf dem Gelände einer Landwirtschaftsschule ein Massengrab. In der kürzlich befreiten, 15km südlich der Provinzhauptstadt gelegenen Ortschaft Ḥamâm al-ʽAlîl (vgl.u.) wurden Hunderte enthaupteter Leichen aufgefunden, womöglich Schüler der Lehranstalt. (http://sptnkne.ws/cDPF)
Prof. Christopher Busby vom Europäischen Komitee für Strahlenrisiken zeigt sich überzeugt, daß die US-Regierung bislang alles getan habe, um die Auswirkungen ihrer Kriegsführung mittels abgereicherten Urans im Irakkrieg, vor allem bei der Operation Phantom Fury während der zweiten Schlacht von Falûğa 2004 herunterzuspielen. Dabei litten die Bewohner noch heute, 12 Jahre später also, an deren Folgen. Etliche Forscher haben laut Russia Today den Zusammenhang zwischen angeborenen Kindes-Mißbildungen und Gesundheitsproblemen erwachsener Einwohner und dem Einsatz v.a. dieser panzerbrechender Uranmunition hergestellt, das bei den US-Luftangriffen eingesetzt worden sei. Es fördere auch Krebs und Fehlgeburten. „Es wird immer offensichtlicher, dass Uran sehr ernsthafte genetische Folgen hat, die von den Behörden bis heute nicht berücksichtigt werden“, hebt Prof. Busby hervor und fügte an, die US-Administration, besonders das US-Militär, seien aber die letzten, die auf diese Folgen Rücksicht nähmen. „Sie wollen diese ‚magischen Waffen‘ nicht loswerden. Sie kämpfen mit allen Mitteln, auch wissenschaftlich, um zu zeigen, dass es dieses ernsthaften Problem nicht gebe.“ unter „Deckung“ auf hoher Ebene in den USA, bekräftigt der Professor im RT-Interview. Sogar der Veteran der US-Marine Ross Caputi, selbst Teilnehmer der o.e. Operation gab gegenüber RT an: „Angesichts eines solchen politisierten Faktors hat die US-Regierung keine Forschungen zu diesen Fragen unterstützt und hat es abgelehnt, jegliche Verantwortung zu übernehmen“. (http://sptnkne.ws/cDhr)
Pîšmarga-Kämpfer haben Baʽšîqa, aus dem sich zuvor die türkischen Truppen zrückgezogen hatten (vgl.u.) „aus den Händen der IS-Terroristen befreit“ wie es mehrere Nachrichtenagenturen meldeten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18382-iraki- sche_stadt_bashika_in_der_n%C3%A4he_von_mossul_befreit vom 9.11.2016)
Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) vom Fr., 11.11.2016, habe die IS-Führung am Di., 8.11.2016, „40 Zivilisten in Mossul wegen Mithilfe für die Sicherheitsdienste des Irak“ exekutieren lassen, tags darauf einen Mann wegen Handynutzung und am Mittwochabend noch 20 Zivilisten im Norden von Mossul. (http://sptnkne.ws/cEK8)
Nach Angaben von UN-Menschenrechtssprecherin Ravina Shamdasani in Genf vom Di., 8.11.2016, habe der IS in den letzten Tagen knapp 2000 Menschen entführt, um sie nach Mossul zu schaffen. Davon seien 295 ehemalige Mitarbeiter der Sicherheitskräfte aus Ḥamâm al-ʽAlîl (vgl.u.) gewesen. Weitere etwa 1.600 Bewohner von Ḥamâm al-ʽAlîl seien gezwungen worden, sich mit den IS-Leuten nach TalʽAfar (vgl.u.) zurückzuziehen. Vor einer Woche bereits seien etwa 30 Scheichs aus Sinğar (Sindschar) entführt und 18 davon vom IS getötet worden. (http://sptnkne.ws/cDjX)
IS-Trupps hätten mit dem Vordringen der irakischen Truppen nach Mossul und Desertion vieler IS-Kämpfer aus den Orten ʽĀna (Ana), Râwa (Rawa) und al-Qâ´im (al-Qa ím) den (?) Grenzübergang vom Irak nach Syrien geschlossen, berichtete as-Sûmariyya News am 7.11.2016 unter Berufung auf Nāẓim al- Ğuġaifî (Nazim al-Jughaifi), einen Geheimdienst-Offizier der Provinz al-Anbâr. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18334-is_schlie%C3%9Ft_grenz%C3%BCber- gang_zwischen_irak_und_syrien)
Wie schon am 3.11.2016 mitgeteilt (vgl.u.), betätigt nun auch die irakische Armee basierend auf Aufklärungsdaten die Flucht von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî zusammen mit mit 150 Familien aus Mossul. (http://sptnkne.ws/cC9d) – Zu Meldungen über die und Kritiken an der Einrichtung von einem „IS-Fluchtkorridor“ nach Syrien s. im Syrien-Thread und vgl.u..
Wieder (vgl.u.) haben IS-Milizen Ölfelder in Brand gesteckt, dieses Mal 19 in einem südlichen Vorort von Mossul. (http://sptnkne.ws/cCEn)
Über die IS-Schandtaten gegenüber der Bevölkerung – und hier insbesondere den Frauen gegenüber – im „Kalifat“ berichten erfolgreich Geflohene z.B. hier: http://sptnkne.ws/cCHw und bei: http://sptnkne.ws/cCFj.
Nach seinem Treffen mit Rußlands Vize-Außenminister Michail Bogdanow informierte Falâḥ Muṣṭafā Bakîr (Falah Mustafa Bakir), Chef des Departements für auswärtige Beziehungen der Regierung der Autonomen Region Kurdistans den Korrespondenten von Iswestija: „Wir haben um eine solche Art von Unterstützung (um militärische Hilfe — Anm. d. Red.) gebeten, da der Kampf gegen den Terrorismus jetzt eine kritisch wichtige Frage ist. Denn der Kampf dreht sich um die sogenannte Hochburg des IS.“ wegen der Masse an Flüchtlinge brauche man auch humanitäre Hilfe. Aus Moskau habe man hierauf erfahren, daß man „die Anfragen prüfen und sich bemühen werde, zu helfen“. (http://sptnkne.ws/cCyP)
Am So., 6.11.2016, teilte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa zur Beteiligung der US-geführten Koalition bei der Befreiungsoperation bzgl. Mossul auf Facebook mit: „Die Anti-Terror-Operation, die von führenden Mächten des 21. Jahrhunderts durchgeführt wird, hat sich in eine mittelalterliche Schlächterei verwandelt, bei der vor allem Zivilisten leiden. Die Bevölkerung von Mossul stirbt von den Händen der Terroristen sowie der ihnen gegenüberstehenden Koalitionskräfte. Es lässt sich feststellen, dass kein grundlegender Plan für die Rettung der Zivilisten entwickelt wurde“. Ihr zufolge existiere eine Informationsblockade seitens der Koalition, da diese keine zuverlässigen Daten dazu bereitstelle, was in Mossul vorgehe. Es scheine daher einen diesbezüglichen Befehl gegeben zu haben. (http://sptnkne.ws/cCn7)
Laut Bericht von as-Sûmariyya News kam es am So., 6.11.2016, noch zu zwei Suizidanschlägen. In Tikrît ließ ein Suizidattentäter einen mit Sprengstoff beladenen Krankenwagen nahe eines Kontrollpunkts einer Wetterstation im Süden der Stadt explodieren, wobei 13 Personen ums Leben kamen, weitere verletzt wurden. Eine weitere Autobombe in Form eines Krankenwagens detonierte. Nahe des unter Šîʽiten beliebten Wallfahrtszentrums des al-ʽAskarî-Schreins („Goldene Moschee“) in Sāmarrā` (Samarra), wo zehn Pilger getötet und Dutzende verletzt wurden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18154-24_to- te_bei_terroranschl%C3%A4gen)
Mit Bezug auf einen Bericht von al-Mayâdîn bringt Sputnik news am 6.11.2016 eine Nachricht (http://sptnkne.ws/cCkK), welche as-Sûmariyya news schon am 26.10.2016 gemeldet hatte (vgl.u.). Es geht dabei um die Flucht des IS-FührungsmitgliedsAbû Muʽtaz al-Qaḥṭânî gen Syrien, der in der russischen Version „Abu al-Bara al-Qahtani“ genannt wird. Zusammen mit ihm seien weitere vier IS-Führungskräfte nach Syrien geflohen. Nach Aussage eines Mitglieds der Regierung der autonomen Kurdenregion sei für die in Mossul eingekesselten IS-Terroristen die Möglichkeit geschaffen worden, die Stadt über die südliche Ausfahrt in Richtung Syrien auf einem „IS-Fluchtkorridor“ sozusagen zu verlassen. Hierzu hatten auch sich die Außenminister al-Muʽallim (Syrien, 28.10.2016), Lawrow (Rußland, 28.10.2016) und Ẓarīf(Iran, 28.10.2016) sowie der syrische UN-Botschafter Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî (26.10.2016) einschließlich des Obersten Heereskommandos von Syrien (18.10.2016) kritisch geäußert. Vgl.a. die gleichgeartete Mitteilung des Sprechers der Demokratischen Partei Kurdistans (DKP) Saʽîd Mamuzini. (http://sptnkne.ws/cyTz vom 13.10.2016).
Am Samstagabend reiste Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî an der Spitze einer militärischen Delegation nach Arbîl, um mit dem trotz Ablauf seiner Amtszeit nicht von seinem Posten als Chef der kurdischen Regionalverwaltung gewichenen Masʽûd Barzânî (Masoud Barzani, vgl.u.) über die Koordination der Befreiungsoperationen um und in Mossul zu sprechen. Laut Stabschef des letzteren sei man demnach übereingekommen: „Laut Vereinbarung zwischen Bagdad und Erbil werden die Peschmerga-Kämpfer nicht in Mossul eindringen“. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18145-al_abadi_und_barzani_beraten_%C3%BCber_mossul_operation)
Auch die südlich der Provinzhauptstadt gelegene Ortschaft Ḥamâm al-ʽAlîl (Hamam al-Alil) konnte nach Mitteilung von Generalmajor Nağîm [falsch: Hadschim] al-Ğubûrî am Samstagmorgen zurückgewonnen werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18136-irakische_armee_meldet_r%C3%BCckeroberung_strategisch_wichtiger_ortschaft_hammam_al_alil_vor_mossul)
As-Sûmariyya News berichtet über die Befreiung von 45 Häftlingen eines IS-Gefängnisses im Ostteil von Mossul bei einem Sturm durch die Stadtbewohner darauf am Freitagabend. Die IS-Wachmannschaft wurde getötet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18064-einwohner_von_mossul_befreien_dutzende_h%C3%A4ftlinge)
Laut Mitteilung des irakischen Militärs wurden die östlich gelegenen sechs Stadtbereiche Mossuls Malayeen [Malâyîn], Samah [as-Samâḥ], Khadra/Chadra, Karkukli [Karkûklî], Quds und Karama [Karâma] befreit. Der in Reaktion hierauf vom IS gestartete Angriff auf die am 22.9.2016 befreite Stadt aš-Širqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn konnte von den Streitkräften ebenfalls abgewehrt werden. (http://sptnkne.ws/cB2p vom 4.11.2016) – Ein Blick auf die Karte zeigt, daß es sich bei den befreiten Gebieten um abgeschlossene Bereiche außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes von Mossul handelt. (http://www.maplandia.com/iraq/neineva/mosul/)
Ergänzung: Laut as-Sûmariyya News wurden auch die Außenbereiche ʽAdan (Aden) und Ṣadâm (Saddam) zurückerobert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18124-200_is_terroristen_bei_gefechten_um_mossul_get%C3%B6tet)
Laut Meldung der Agentur Rudaw haben die irakischen Truppen den östlichen Außenbezirk al-Intiṣâr (al-Intisar) von Mossul am linken Tigris-Ufer zurückerobert. (http://sptnkne.ws/cAZ4)
Der türkische Vizepremier und Regierungssprecher Numan Kurtulmuş verkündete am 3.11.2016, die türkischen – seit der Invasion vor ca. einem Jahr völkerrechtswidrig im Land stationierten (dazu vgl.u.) – Einheiten in Baʽšîqa (Baschigheh) nahe Mossul in andere nicht näher benannte Regionen des Irak verlegt würden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17974-t%C3%BCrkei_beschlie%C3%9Ft_ab- zug_ihrer_truppen_aus_nordirak) – Das Ehepaar Kurtulmuş agitiert für die als antidemokratisch und extremistisch geltende Millî Görüş-Bewegung.
Rußlands Generalstabschef Sergei Rudskoi eröffnete am Do., 3.11.2016, der Presse [dank der Informationen ausfgrund eigener Überwachungsmaßnahmen im Irak, dazu vgl.u.], die US-Luftwaffe habe vor wenigen Tagen mehrere Luftangriffe auf die Stadt Ḥamâm al-ʽAlîl (Hamam el-Elil) südlich von Mossul ausgeführt und dabei vor allem Zivilisten verletzt und auch eine Moschee beschädigt haben. Wörtlich sagte er: „Die USA setzen ihre Raketen- und Bombenangriffe auf Wohnviertel sowohl in Mossul als auch in anderen Ortschaften der irakischen Provinz Nainawa fort. Am 26. Oktober haben US-Kampfjets Wohnviertel im Stadtzentrum von Hamam el-Elil bombardiert, das 20 Kilometer südöstlich von Mossul liegt“. Ebenso seien dicht besiedelte Wohnviertel nur 14 bzw. 9km von Mossul aus der Luft angegriffen worden. Satellitenbilder belegtendie jeweiligen Folgen z.B. auch bzgl. der Stadt Tal Kaif nahe Mossul. Auf dem Bild sei u.a. eine durch Splitter und Detonationswelle beschädigte Schule zu sehen. Dazu bemerkte er: „Ein taktisches Kampfflugzeug der US-Luftwaffe hat am 24.Oktober eine Schule in Tell-Kaif, 14 Kilometer nördlich von Mossul, mit Bomben und Raketen angegriffen“. Mehrere Tote und Verletzte waren darauf zu verzeichnen. (http://sptnkne.ws/cAQG)
Chef der irakischen Bundespolizei, Zweisterne-General Ra´îd Šâkir Ğaudat, teilte am 2.11.2016 mit, die eigenen Truppen seien inzwischen 16km vor dem Flughafen von Mossul in Stellung gegangen. Zuvor seien 12 Dörferim Gebiet Ḥamâm al-ʽAlîl (Hamam al-Alil) südlich von Mossul zurückerobert worden. Im westlichen Abschnitt des Kamfpgebiets von Mosul sei auch die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî auf dem Vormarsch und habe ar-Raḥmaniyya befreit und die Anhöhe Tal aṣ-Ṣaif zurückgewonnen. Ca. 100 IS-Terroristen seien bei Luftangriffen getötet worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17926-irakische_truppen_16_kilometer_vor_mosuls_flughafen)
As-Sumariyya News berichtet am Di., 2.11.2016: „Die IS-Führung hat nach aus der Stadt eingetroffenen Informationen allen Kämpfern die Anweisung gegeben, das westliche und östliche Ufer des Flusses Tigris zu verlassen und in Richtung Syrien abzuziehen“. (http://sptnkne.ws/cAcD) – Zur Problematik der Ausschaffung der IS-Kämpfer nachSyrien vgl.u.!
Allerdings befinde sich IS-Führer Abû Bakr al-Baġdâdî noch in Mossul. (http://sptnkne.ws/cAyb)
Laut Bericht von The Guardian vom 1.11.2016 wurde durch einen Luftangriff der US-geführten Koalition im erst kürzlich befreiten Dorf al-Fâḍiliyya, 20km nördlich von Mossul, eine achtköpfige Familie bei der Bombardierung ihres Hauses ausgelöscht, wie Dorfbewohner mit Filmmaterial der Presse meldeten. Auch wüßten sie im Laufe der kriegerischen Situation im Land sehr wohl zwischen Luftangriff und Artilleriegranateneinschlag zu unterscheiden. Splitter und Trümmer seien über 300m verteilt. Auch im Irak hatte es schon mehrere dieser Vorfälle gegeben (vgl.u.). Konstantin Dolgow, der Menschenrechtsbeauftragte des russischen Außenministeriums forderte daher genaue Untersuchungen in dieser Hinsicht und wies darauf hin, Moskau verfüge über glaubhafte Beweise für anhaltende Angriffe der US-geführten Koalition auf die Zivilbevölkerung in Syrien wie dem Irak, die in einem Weißbuch zusammengefaßt und einzusehen seien. (http://sana.sy/?p=453578 vom 2.11.2016) – Zum erwähnten Weißbuch s.a. http://sptnkne.ws/c9RZ
Am Di., 1.11.2016, konnten Armeeinheiten ins Gebiet aš-Šalâlât nördlich von Mossul eindringen und erhielten so Zugang zu einigen Stadtteilen der Provinzhauptstadt und die Kontrolle über Gebäude der TV- und Radio-Anstalten im Ostteil und mehrere umliegende Dörfer.
Heute wurde das Dorf al-Mankar im S Mossuls zurückgewonnen und Dutzende mit Sprengstoffgürteln versehene Suizidattentäter des IS wurden rechtzeitig eliminiert. Nach Meldung von as-SûmariyyaNews schritten die militärischen Einheiten kontinuierlich fort. (http://sana.sy/?p=453535 vom 2.11.2016)
Bislang hauptsächlich von befreiten Orten aus Syrien bekannt und mit dem Vormarsch der irakischen Armee nun auch in diesem Land hinterlassen die Terroristen – nicht nur vom IS – beim Rückzug an den Straßen, aber auch in Wohnhäusern und anderen Gebäuden Minen und Sprengfallen für die vorrückenden Truppen aber auch die heimkehrwillige Bevölkerung. Deshalb verbingen Spezialeinheiten des Heeres lange Zeit mit der Durchsuchung und räumung des jeweiligen Gebiets. Nun ist der IS dazu übergegangen, auch herumlaufende Haustiere einzufangen und ihnen Sprengsätze umzubinden, so daß diese, in ihr Heim und zu ihren Besitzern zurückgekehrt, diesen so den Tod bringen oder sie schwer verletzen. (http://sptnkne.ws/c92w)
Bewohner kürzlich befreiter Orte sprachen mit Sputnik-Reportern über die schlimme Zeit unter IS-Besatzung. Die Berichte sind zusammengestellt bei http://sptnkne.ws/c6bR, http://sptnkne.ws/c8sR, http://sptnkne.ws/c95Y.
Laut Mitteilung von Generalmajor Fâḍil Ğamîl al-Barwânî vom Mo., 31.10.2016, befinde sich die Armee mit unterstützenden Kräften des Landes ca. 3km von Mossul entfernt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17773-irak_armee_n%C3%A4hert_sich_mos- sul_von_osten)
Bei fünf Explosionen an verschiedenen Stellen von Bagdad kamen am Sonntag mindestens 17 Personen ums Leben, weitere 60 wurden verletzt. (http://sptnkne.ws/c8WX)
Nach Auskunft eines Pîšmarga-Kommandeurs gegenüber Sputnik Türkiye stünden die Armee wie die regierungstreuen Milizen bereits 2km östlich der Altstadt Mossuls, wobei sie von SO her angriffen. Im Einzelnen bemerkte er: „Die irakische Armee hat 13 Ortschaften östlich und nordöstlich von Mossul befreit. Dort wird erbittert gekämpft. Die irakische Armee steht zwei Kilometer vom Stadtkern von Mossul entfernt. Die Daesh-Kämpfer wehren sich fast nicht mehr: Viele fliehen oder sprengen sich mit verminten Fahrzeugen in die Luft.” Etliche Terroristen seien getötet bzw. gefangengenommen worden. „Um sich vor den Artillerieangriffen zu schützen, graben die Dschihadisten Hunderte Kilometer lange Tunnel und Gräben aus. Wir stoßen in den von uns befreiten Dörfern auf diese Gräben.“ fügte er hinzu. (http://sptnkne.ws/c8tk)
Am Fr., 28.10.2016, teilte General Sergei Rudskoi, Chef der Operativen Verwaltung im russischen Generalstab, in Moskau mit: „Ein taktisches Kampfflugzeug der US-Luftwaffe hat am 24-Oktober um 03:24 Uhr eine Schule in Tell-Kaif, 14km nördlich von Mossul, mit Bomben und Raketen angegriffen“. Dem fielen in Mossul mehrere Tote und Verletzte zum Opfer. Es kämen US-Langstreckenbomber des Typs B-52 zum Einsatz. (http://sptnkne.ws/c8mb)
Dem irakischen Immigrationsministerium entstammt die Information, daß seit Beginn der Operation zur Befreiung Mossuls 11.735 Bürger der Provinz Nînawâ aus ihrem Heim geflohen sind. Laut as-Sûmariyya News vom Do., 27.10.2016, brachten Mitarbeiter des Ministeriums in den letzten Tagen 1.940 Obdachlose in den Lagern von Arbîl und in der Provinz Dahûk unter. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17596-irak_%C3%BCber_11000_personen_verlassen_die_provinz_ninive)
Nach Angaben der Sprecherin des UN-Hochkommissars für Menschenrechte am Fr., 28.10.2016, in Genf hat der IS am Mi., 26.10.2016, 232 Zivilisten nahe Mosul ermordet. Als Grund wurde genannt, daß sie für die Armee gekämpft oder sich geweigert hätten, dem IS beizutreten. „Einige wurden auch erschossen, obwohl sie den Anweisungen vom IS Folge leisteten.“. (http://parstoday.com/de/news/world-i17650-uno_is_t%C3%B6tet_%C3%BCber_230_zi-vilisten_in_mosul)
Nach Mitteilung des Generalsekretär der al-Badr-Organisation, Hâdî al-ʽÂmirî (Hadi al-Ameri), habe allein die Regierung und damit der Ministerpräsident darüber zu entscheiden, ob die Volkswehral-Ḥašd aš-Šaʽbî an der Befreiung Mossuls und beim Einmarsch in die Stadt teilnehme, und nicht der türkische Präsident. Die Kämpfer stünden jedenfalls dazu bereit. Masʽûd Barzânî, der illegal weiter im Amt verweilende (vgl.u.) „Präsident“ der autonomen Kurdenregion erklärte hingegen bei einer Pressekonferenz mit dem Chef der Irakischen Nationalallianz, ʽAmâr al-Ḥakîm (Ammar al-Hakim), die kurdischen Pîšmarga würden sich zwar bei der Belagerung nicht aber beim Einmarsch in jene Provinzhauptstadt beteiligen. Al-Ḥakîm sprach sich dabei ebenfalls deutlich gegen die Präsenz ausländischer Soldaten, insbesondere der türkischen, aus, die sich derzeit auf dem US-Stützpunkt Baʽšîqa nahe Mossul aufhalten. Außerdem forderte er die US-geführte Koalition auf, ihre Einsätzen mit der irakischen Regierung abzustimmen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17590-schiitische_miliz_im_irak_werde_auf_wunsch_in_mosul_einmarschieren)
Ein Video vom Di., 25.10.2016, zeigt den Einmarsch der Regierungstruppen in die befreite Stadt al-Ḥamdâniyya (auch: Karakusch, Baghdeda) im SO von Mossul. Vor der IS-Invasion wohnten hier fast ausschließlich Christen, die daraufhin jedoch zu zehntausenden flohen. Im Ort sind noch die Ruinen in Brand gesteckter Kirchen zu sehen. (http://sptnkne.ws/c6Zj) Am 26.10.2016 wurde zudem al-Qalâʽ im O von Mossul zurückerobert.
Zudem meldete as-Sûmariyya news am 26.10.2016, der IS-Verantwortliche für die Finanzen der Terrorgruppe wie für die Anwerbung von Suizidattentäterinnen aus dem (europäischen, deutschen!) Ausland, der Araber Abû Muʽtaz al-Qaḥṭânî (Abu Moataz Al-Qahtani) sei unter mysteriösen Umständen, dafür im Besitz von Millionen US-$ und brisanten Dateien über Transaktionen des IS sowie über Mitglieder verschwunden. Die Quelle verweist in dem Zusammenhang auf die Ausschaffung von IS-Angehörigen aus Mossul gen Syrien, ungehindert durch die Einsatzkräfte der US-geführten Koalition (vgl.u., 19.10.2016). (http://sana.sy/?p=450328)
Gegenüber der arabischen Webseite von Sputnik news gab der Vorsitzende des Sicherheitskomitees der Provinz Kirkûk, Ali Musa Yadekar, an, US-Flugzeuge hätten IS-Terroristen von Ḥawîğa (Hawijah) in die Bergregion von Leilan (?) und Dâqûq (südlich von Kirkûk) transportiert, wo es keine Sicherheitskräfte gab. Auch der Gesandte des International High Commission for Human Rights für den Nahen Osten (englisch: Middle-East), Haiṯam Abû Saʽîd) (Haitham Abu Saeed), bestätigte am 24.10.2016, die Terroristen flöhen aus Mossul nach ar-Raqqa und Idlib in Syrienmit US-Unterstützung. Außerdem übe die US-Regierung Druck auf die in Bagdad aus, die Volkswehrkräfte, bislang äußerst erfolgreich im Kampf gegen den IS (vgl.u.) nicht weiter am Kampf um Mossul teilnehmen zu lassen [was ja eine Forderung der türkischen Regierung unter Erdogan ist, s. http://sptnkne.ws/c595%5D. Demnach teilte er mit: „TheUS is also pressuring the Iraqi government to stop Hashd al-Sha’abi (popular) forces‘ participation in the Mosul Liberation Operations in a move to implement its plots in the region„. Ein von den Streitkräften gefangengenommener IS-Kämpfer sagte zudem beim Verhör aus, daß seine Leute von türkischen Flugzeugen südlich von Kirkûk abgesetzt worden seien. Hierzu führte ein Mitglied der Sicherheitskräfte aus: „The Iraqi security forces have managed to arrest a number of terrorists who attacked Kirkuk province, after the militants blew up and struck governmental headquarters by suicide attacks and clashed with the security forces and the local people. One of the prisoners admitted that Turkish planes brought them from Turkey and dropped them in an area South of Kirkuk, near the village of Sari Tepe. The investigations are underway about the confessions of those terrorists for documentation purposes and to criminalize those who facilitated the terrorists’ infiltration into Kirkuk”. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13950803000670) – Schon früher hatten Parlamentarier und Mitglieder der Streitkräfte von ähnlichen Unterstützungsleistungen seitens der USA für den IS durch Lieferungen von Waffen, Munition und anderen Hilfsmitteln aus der Luft und Abstransport von IS-Führungspersonal aus Gefahrengebiet berichtet und diese zusammengetragen, vglu.! – Ähnliches wurde auch druhc einen Parlamentarier bzgl. Aleppo in Syrien festgestellt.
Daß der Irak seit der US-Invasion 2003 sein säkulares Gepräge verloren hat, ist nicht nur am Vergleich der Flagge vor- und nachher (vgl.u.) festzustellen sondern jetzt auch an der Einführung des totalen Alkoholverbots im Irak, in dem nach Sturz der fortschrittlichen Baʽṯ-Regierung seither die Islamisten erstarkt sind. Nur der autonome kurdische Teil bleibt wegen dieser Entität (vorerst) nicht tangiert. Wie in anderen fundamentalistischen Staaten drohen nun auch im Irak bei Mißachtung des Verbots drakonische Strafen. Von diesem betroffen sind vor allem die seither in ihrer Zahl schon stark dezimierten Christen, die bislang hauptsächlich im Verkauf tätig gewesen sind und die eine Befeuerung der früher weitgehend unbekannten interkonfessionellen Konflikte befürchten. (http://sptnkne.ws/c6bR)
Nach Mitteilung von General Sergei Rudskoi vom russischen Generalstab vom Di., 25.10.2016, kommen immer mehr IS-Terroristenaus dem Irak nach Syrien mit Ziel [des vom IS belagerten] Dair az-Zaur. Ca. 300 seien neu angekommen. Dabei liefere die sog. US-geführte Koalition keine namhaften Erfolge bei der Befreiung von Mossul im Irak, wohingegen bei ihren Bombardements in Mossul und Umgebung über 60 Zivilisten getötet und 200 weitere verletzt worden sind einschließlich der Beschießung einer Mädchenschule südlich der Provinzhauptstadt. (http://sana.sy/en/?p=91587)
Laut Berichten von Bürgern und aufgrund staatlicher Quellen informierte Rupert Colville, Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, am Di., 25.10.2016, darüber, daß der IS in der Zeit von Mittwoch letzter Woche [19.10.] bis Sonntag [23.10.] eine Anzahl Bürger wie Sicherheitskräfte in und um Mossul ermordet („hingerichtet“) habe. Am Sonntag seien 50 Polizisten als Geiseln genommen und in einem Gebäude am Rand von Mossul getötet worden. Am Mittwoch davor habe es im Dorf Safîna (Safina), 45km südlich von Mossul 15 Zivilisten getroffen, deren Leichen anschließend in den Fluß geworfen worden seien. Am Sa., 22.10.2016, seien drei Frauen und drei Mädchen in einem weiteren Dorf südlich von Mossul vom IS erschossen worden. Zudem fanden irakische Sicherheitskräfte am Do, 20. 10.2016, 70 Leichen mit Schußwunden im Ort Tal Nâṣir (Tel Nasser) vor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17467-un_is_richtet_zahlreiche_b%C3%BCr- ger_von_mossul_hin)
Vor etwa einem Jahr (vgl.u., 13.10.2015, und hier) kam die Frage auf, woher der IS über seine Mengen an Fahrzeugen v.a. des Herstellers Toyota verfüge. Der japanische Autohersteller leitete diesbezüglich eine Untersuchung ein, nachdem Rußland dem Unternehmen Filmmaterial über den Einsatz Dutzender solcher Fahrzeuge durch den IS vorlegt hatte. Demnach kauften Saudi-Arabien 22.500, Qaṭar 32.000, die VAE 11.650 und Jordanien 4.500 Toyota-Fahrzeuge über saudi-arabische Banken beim Hersteller, vor allem die die Modelle Landcruiser und Pickup. Diese stellten sie dann dem IS zur Verfügung. (http://parstoday.com/de/news/world-i17317-arabische_l%C3%A4n- der_kauften_f%C3%BCr_is_60.000_fahrzeugetoyotas)
Pars today verweist dabei auf Meldungen von SANA und Sputnik news (siehe z.B. http://sana.sy/en/?p=57860). In einem Interview mit Sputnik news hatte der syrische permanente UN-Vertreter Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî zur Thematik ausgesagt: „How can Turkey say that it is fighting ISIS in Jarablus if Turkey itself allowed the establishment of ISIS and helped in the development of it by providing thousands of Toyota cars and other branded cars with built-in weapons?“ (http://sana.sy/en/?p=86392 vom 25.8.2016). In einer Rede vor der UNO stellte Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî zudem die Frage „why the Turkish government would allow the Arab Gulf states to transport tens of thousands of Toyota brand cars to ISIS in Syria and Iraq, and why it overlooks the Turkish mafia’s role in forging Syrian passports and smuggling refugees using crude methods that have claimed the lives of thousands of refugees so far.“ (http://sana.sy/en/?p=62104 vom 20.11.2016)
Während die Befreiungsoperation der Armee und unterstützenden Streitkräften um Mossul im Gange ist, greifen IS-Gruppen zunehmend andere (vgl.u. Kirkûk), auch schon vor einiger Zeit befreite Städte an. So sind IS-Trupps in die am 18.5.2016 befreite Stadt ar-Ruṭba (vgl.u.) an der Grenze zu Jordanien eingedrungen und haben zwei Stadtviertel unter ihre Kontrolle gebracht, dazu mindestens fünf Geiseln, Polizisten wie Zivilisten, „hingerichtet“. Laut Militärangaben seien Kräfte abgestellt worden, um den IS wieder aus der Stadt zu vertreiben. (http://sptnkne.ws/c5Rf)
In einer bei as-Sûmariyya News veröffentlichten Erklärung informieren die Streitkräfte darüber, daß seit Beginn der Operation zur Befreiung Mossuls bislang 772 Terroristen getötet, 23 verhaftet, u.a. 127 Autobomben und hunderte in Häusern angebrachte Sprengfallen unschädlich gemacht und ein großes Waffenlager inklusive Flugabwehrgeschützen, Raketen und schwerer Artillerie sowie Werkstätten zum Bombenbau etc. zerstört worden seien. Zudem wurden 5,1 Tonnen Ammoniumnitrat beschlagnahmt. Brigade-General Yaḥyâ Rasûl stellte zudem als Sprecher des operativen Kommandos ebenfalls in einer Verlautbarung klar, daß Berichte über die angebliche Teilnahme der sich völkerrechtswiirig im Irak aufhaltenden türkischen Militärs (vgl.u.) an der Befreiungsaktion bzgl. von Mossul jeglicher Grundlage entbehrten. (http://www.sana.sy/?p=449177)
„Epoch Times“ berichtet über zunehmend in Frauenkleidern fliehende IS-Anhänger aus Mossul. „So sehen sie aus, die Helden des Dschihad, die zuvor mutig genug waren, wehrlose Gefangene abzuschlachten und Frauen und Kinder zu vergewaltigen“, heißt es im Artikel. (http://sptnkne.ws/c5TE)
In seinem jüngsten Facebook-Post vom am Sonntagabend [23.10.2016] widmet sich Journalist Jürgen Todenhöfer der Rolle der US-geführten Koalition bei der Rückeroberung von Mossul unter dem Titel „Auch die Bombardierung Mossuls ist Terror“. Dabei kritisiert er: „Wer, wie fast alle unsere Politiker, von der ‚Befreiung‘ Mossuls spricht, lügt. Die sunnitischen Städte im Irak werden nicht befreit, sondern zerstört. In Schutt und Asche gelegt. Die geflohenen Einwohner verlieren alles. Hab und Gut, oft ihre Familien, alles. Und niemand im Westen protestiert. Sind wir Vasallen, Knechte der USA oder ein stolzes, freies Land?“. Die USA planten im Irak ein „blutiges Finale“. „Sie wollen die 5.000 IS-Terroristen, die sich noch in Mossul verbergen, mit 90.000 schiitischen, kurdischen, türkischen und ein paar tausend bestochenen arabisch-sunnitischen Kämpfern angreifen. Unterstützt von 6.500 US-Spezialeinheiten. Parallel wird eine von den USA geführte 60-Staaten-Koalition die Millionenstadt Mossul im Minutentakt bombardieren.“ Dabei stürben Zehntausende. „In Mossul leben wunderbare Menschen. Menschen wie Du und ich. Aber in furchtbarem Leid: Sie mussten die mörderischen Sanktionen Clintons erdulden, den Krieg Bushs, den Terror des IS und jetzt die ‚Freiheitsbomben‘ Obamas. Doch wer weint schon um Mossul, wer um sunnitische Iraker? Jeden Tag denke ich an die Menschen von Mossul“ ergänzt Todenhöfer, der selbst zweimal in die Stadt gereist war. Der IS sei mit „klügeren Strategien“ zu bekämpfen. Hierzu liege dem Weißen Haus ein offizielles Angebot der oppositionellen irakischen Sunniten vor, mit deren Hilfe der IS „nicht die Spur einer Chance“ hätte. Bedingung sei nur die Teilnahme am politischen Leben des Irak, [die in einer Demokratie selbstverständlich sein sollte]. Das aber sei Washington zu kompliziert. „Bombardieren ist einfacher“, kommentiert der Journalist bitter und fährt fort: „Wie bei all ihren Kriegen töten die US-Bomben die Falschen. Und züchten dadurch neuen Terror“.
Seit August 2014 tötete die US-geführte Koalition mit ihren Angriffen auf sunnitisch-irakische Städte rund 50.000 Zivilisten, ihre Verbündeten weitere 15.000. Demgegenüber seien die meisten IS-Terroristen bereits entkommen – via Flüchtlingsströmen, Tunnel oder Bestechung – und kämpften in anderen Ländern längst weiter. Für Europa sieht er daher eine düstere Zukunft: „Wir werden die amerikanische Bombenstrategie mit Jahrzehnten des Terrorismus bezahlen“. Daß die US-Amerikaner trotzdem von großen Erfolgen sprächen, hält Todenhöfer für zynisch und eine „Perversion des Denkens“. „Wenn sich die Welt nicht endlich gegen diesen Bombenterror erhebt, wird die Jahrtausende alte Kulturstadt Mossul bald nicht mehr existieren. Dank Clinton und Bush, dank dem IS. Und dank Ihnen, Herr Obama. Wenn Sie diesen kriminellen Wahnsinn nicht stoppen, wird Mossul sterben. In den Trümmern Ihrer großen Worte. Und unserer Feigheit„, schließt der Journalist sein Statement. (http://sptnkne.ws/c5Wr)
US-Verteidigungsminister Ashton Carter war am Sa., 22.10.2016, unangekündigt zu Besuch in Bagdad eingetroffen. Nach seinem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan in Ankara behauptete er, zwischen dem Irak und der Türkei sei eine Einigung bzgl. der Rückeroberung von Mossul zustande gekommen. Demgegenüber stellte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gegenüber Carter nochmals klar: „der Kampf um Mossul betrifft lediglich die Iraker„, die Befreiung der Stadt sei ein Kampf der irakischen Kräfte werde von ihnen selbst durchgeführt. Weiter konstatierte er: „wenn wir militärische Hilfe der Nachbarländer brauchen würden, würden wir die fordern„. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17251-iraks_mini-sterpresident_der_kampf_um_mossul_ist_ein_kampf_der_iraker, s.a. http://sptnkne.ws/c5mt)
Minenräumkommandos durchsuchen die am 20.10.2016 aus den Händen des IS durch die Armee befreite, vorwiegend von Christen bewohnte Stadt Barṭalla (Bartella), von angebrachten Minen und Sprengsätzen. Der Ort liegt 21km im O von Mossul und hatte ursprünglich ca. 60.000 Einwohner. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17266-irakische_armee_befreit_die_von_chri-sten_bewohnte_stadt_bartella)
As-Sûmariyya News berichtet über die jüngsten Vorkommnisse im Rahmen der Befreiungsoperation für Mossul, daß die Truppen zusammen mit Sicherheitskräften und der Volkswehr am 22.10.2016 Fortschritte im Gewerbegebiet von Talkîf wie beim Dorf Fulayfil im N der Provinzhauptstadt machten. Während der bislang sechstätigen Operation seien schon 37 Dörfer befreit worden, u.a. wurden nach Polizeiangaben am Vortag über den Dörfern Duwaizât und Naʽnâʽa jeweils die irakische Flaggen gehißt. Dasselbe gilt für al-Ḥamdâniyya nacherneuten Auseinandersetzungen mit dem IS dort. Der Polizeichef von Kirkûk, Brigade-General Ḫaṭṭâb ʽUmar ʽÂrif, gab zudem in einer Erklärung gegenüber Agence France-Presse (AFP) bekannt, über die Stadt sei nach den gestrigen Vorkommnissen (vgl.u.) wieder die volle Kontrolle hergestellt. (http://sana.sy/?p=448507)
Aufklärungsdaten der russischen Überwachung der Kampfhandlungen um Mossul (vgl.u.) belegen laut Mitteilung von Generalmajor Igor Konaschenkow aus dem Verteidigungsministerium in Moskau vom Sa., 22.10.2016, daß die US-geführte Koalition in der Siedlung Dâqûq, 49km von Kirkûk, einen Trauerzug bombardiert hat. dabei kamen dutzende Menschen ums Leben. Jedoch gebe es in der Gegend keinerlei Stellungen des IS. (http://sptnkne.ws/c5nm)
Zu den Errungenschaften der Armee während der Befreiungsoperation von Mossul gehören auch die Tötung zweier Männer aus der IS-Führung: der eine ist der sog. IS-„Gouverneurs“ der Sahl-Region der Provinz Nînawâ, Waʽâd Yûnis (Wa’ad Youness), er starb am 20.10.2016 im NO von Mossul. (https://southfront.org/syria-iraq-war-report-october-20-2016-russia-made-tos-1a-heavy-flamethrower-systems-in-battle-for-mosul/) Der zweite ist Anatoli Semljanka aus dem sibirischen Nojabrsk, auch bekannt als IS-Henker Dschihadi Tolik. Der Spätkonvertit kam laut Lifenews vom 21.10.2016 bei einem bei einem Schußwechsel in Mossul ums Leben. (http://sptnkne.ws/c4ER)
Bei einem IS-Suizidanschlag auf ein Kraftwerk eines iranischen Unternehmens in Dibis bzw. Dubs im im nordirakischen Gouvernement Kirkûk am Freitagmorgen kamen 12 Iraker und vier iranische Techniker ums Leben, andere wurden verletzt, wie as-Sûmariyya News berichtete und der Bürgermeister des Ortes gegenüber AFP Auskunft gab. Sicherheitskräfte sprachen von mindestens zwei Attentätern, die heranstürmten und ihre Sprengstoffgürtel vor dem im Bau befindlichen Gebäude detonieren ließen. – Dagegen konnte ein IS-Angriff auf die Polizeidirektion in Kirkûk abgewehrt werden. (http://www.sana.sy/?p=448107, http://sptnkne.ws/c455)
Eine Sprecherin des UN-Büros für Menschenrechte gab heute, 21.10.2016, bekannt, daß der IS in Mossul 550 Familien als menschliche Schutzschilde einsetze. Zudem werde von der Behörde die Tötung von 40 Zivilisten in einem Dorf untersucht. (http://www.sana.sy/?p=448255)
Die Internationale Organisation für Migration (IOM) meldet, es hätten bereits ca. 2.000 Einwohner Mossul verlassen. So seien „erste Ankünfte von Familien, die ihre Häuser verlassen mussten, im südöstlichen Teil des Bezirks Mossul in der Provinz Nainawa registriert“ worden. Gemäß Stand vom 18.10.2106 seien 350 Familien in die nähere Umgebung von Mossul gezogen, insgesamt hätten 1900 die Stadt in Richtung Flüchtlingszentren verlassen. Zudem hätten 900 Bewohner laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks Mossul verlassen, die Grenze nach Syrien überquert und in einem Flüchtlingscamp in der Provinz al-Ḥasaka Unterkunft erhalten. (http://sptnkne.ws/c3Yb) – Wie Vergleiche zeigten sind zwar von der Regierung erstellte Flüchtlingsunterkünfte in Syrien mit allem Nötigen ausgestattet, jedoch nicht diejenigen im Umkreis von Mossul (vgl.u.).
Zwei Bombenexplosion in Bagdad, eine bei einem Handelszentrum im O, eine andere im Stadtbezirk Qazaliyya im NW hinterließen am 20.10.2016 drei Tote und 19 Verletzte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17125-irak_drei_tote_und_19_verletzte_bei_zwei_bombenexplosionen_in_bagdad)
Nach Einschätzung der an der Operation zur Befreiung der Stadt beteiligten Spezialeinheiten halten sich 5.000 – 6.000 IS-Kämpfer in Mossul auf. (http://sptnkne.ws/c3BX)
Bereits nache einem Tag wurde die Befreiungsoffensive für Mossul gestoppt. Nach Auskunft des Chefs der Spezialeinheiten, Ḥaidar Faḍl (Haider Fadhil)habe man die Offensive auf Bitten der teiknehmende kurdischen Pîšmarga verschieben müssen, da jene mehr Zeit bräuchten, ihre Ziele zu erreichen. Ursprünglich hätten die beiden Gruppen am Dienstagabend aufeinandertreffen sollen. (http://sptnkne.ws/c3pr) – Zum Fluchtkorridor für die aus Mossul fliehenden IS-Kämpfer nach Syrien vgl.u.!
Für die fliehende Zivilbevölkerung sei zwar außerhalb Mossuls ein Lager gebaut worden, jedoch sei nichts von Pentagon- und irakischer Seite geplant, diese medizinisch zu behandeln, mit Nahrungsmittels oder Wasser zu versorgen, kritisiert Politologe Th. Meyssan. (http://www.voltairenet.org/article193773.html vom 18.10.2016).
Zur rund-um-die-Uhr-Überwachung der Kampfhandlungen um Mossul mit der möglichen Flucht von IS-Kämpfern nach Syrien hat das russische Militär raumgestützte Aufklärungssysteme in Richtung der umkämpften irakischen Provinzhauptstadt geschickt. (http://sptnkne.ws/c39A)
Lokale Quellen aus der Provinz Nînawâ teilten im Interview mit as-Sûmariyya News am Mi., 19.10.2016, mit, daß auf Geheiß von IS-Terroristenführer Abû Bakr al-Baġdâdî nach der öffentlichen Ankündigung der folgenden Befreiungsoperation von Mossul die Frauen und anderen Familienmitglieder der IS-Kämpfer nach Syrienevakuiert würden. Darauf habe sich ein Konvoi aus jeweils vollbesetzten 10 Bussen und 12 Autos mit einer Kämpfereskorte gen ar-Raqqa in Syrien aufgemacht, unbehelligt (!) von den Einsatzkräften der US-geführten Koalition. (http://www.sana.sy/?p=447024)
Der Armee mit ihren Unterstützungskräften gelang am Di., 18.10.2016, beim Vormarsch auf Mossul die Rückeroberung der 90 Ölquellen im Gebiet von al-Qayâra und der zehn des Areals an-Nağma (al-Najmeh). Die zuvor vom IS in Brand gesteckten Quellen konnten gelöscht werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17098-irak_armee_hat_%C3%96lquellen_im_s%C3%BCden_von_mossul_unter_kontrolle)
Der türkische Staatschef Erdogan beharrt trotz mehrfacher Beschwerden der irakischen Regierung dagegen nicht nur auf einem Verbleib der Ende letzten Jahres illegal in den Irak eingedrungenen türkischen Truppen im Land sondern auch auf deren Beteiligung an der Mossul-Operation [zu den Gründen s.u.]. Schließlich hätten die USA bei ihrer Invasion 2003 auch nicht auf Einladung der irakischen Regierung – welche einen völkerrechtswirksamen Grund böte – gehandelt. (http://sptnkne.ws/c28V). – Auch die syrische Regierung hatte anläßlich der Mossul-Operation bzgl. der türkischen Aggression Warnungen ausgesprochen, da sowohl Syrien als auch der Irak in ähnlicher Weise immer noch davon betroffen seien.
Wie schon seit Jahren versucht Erdogan unter Ausnutzung der neuen Situation (vgl. Syrien Teil IV und frühere Teile!) unter Vorgabe der Schaffung einer Pufferzone zum Schutz der Türkei auf irakischem Territorium und damit völkerrechtswidrig einen 10km breiten Streifen entlang der gemeinsamen Grenze zu okkupieren wie auch in Syrien geplant. (http://sptnkne.ws/c2WD)
Nach Meldung von as-Sûmariyya News informierte Bundespolizeichef Major Šâkir Ğawdat darüber, daß Polizeikräfte während des Armeevormarsches auf Mossul den IS aus dem Dorf al-Bağuwâniyya südlich von Mossul vertreiben und zwei Suizidattentäter mitsamt ihren Autobomben in den Außenbezirken von aš-Šûra unterwegs nach Mossul rechtzeitig unschädlich machen konnten. Zudem glückte anschließend die Befreiung von mehr als hundert kurz zuvor vom IS verschleppter Familien in aš-Šûra. Befreit wurde auch Talas-Saman im Süden der Provinzhauptstadt. Gemäß einem Armee-Offizier drängen die Kräfte der 34. Brigade der 9. Panzerdivision al-Ḥamdâniyya östlich von Mossul von drei Achsen vor in ständigen Scharmützeln mit dem IS vor; nach kurzer Belagerung seien die Terroristen auch von dort vertrieben worden. Erstürmt wurde auch die Landstadt Qarqûs in der Ebene von Nînawâ (Ninive), wobei das Vorrücken durch die vom IS ausgelegten Minen erschwert werde. Derweil habe der IS aus 16 Dörfern Zivilisten, meist Frauen und Kinder, nach Mossul geholt als zusätzliche Geiseln und menschliche Schutzschilde. (http://sana.sy/?p=446523 vom 18.10.2016)
Video von der Front: Mosul Offensive: operations in progress by Iraqi forces
Um den gen Mossul vorrückenden Regierungstruppen den Vormarsch zu erschweren, haben IS-Angehörige vor der Provinzhauptstadt bei al-Ḥamdâniyya gezogene Gräben mit Rohöl gefüllt und in Brand gesteckt. Auf diesen Ort rücke derzeit die 9. Panzerdivision vor. (http://sptnkne.ws/c2Da) – Auch habe der IS seinen gemäß einer al-Aḫbar-Meldung Stab aus der Stadt verlegt und dessen Wohnviertel vermint (http://sptnkne.ws/c2WQ) – Letzteres Vorgehen kennt man zur Genüge aus Syrien, wo nach der Befreiung eines Ortes durch die SAA erst einmal Minenräumkommandos im jeweiligen Gebiet eine Zeit lang beschäftigt sind.
Im Umkreis von Mossul konnten durch die Armee mitsamt Hilfsverbänden am Mo., 17.10.2016, elf Dörfer befreit werden, u.a. auch die antike Anlage von Nimrud (vgl.u.), 30 km südöstlich von Mossul. (http://sptnkne.ws/c3bp).
Zur Anstachelung des in der Region Syriens und des Irak bislang unbekannten religiösen Separatismus`durch ausländische Mächte s. Th. Meyssans aktuellen Artikel: Der Westen bewirkt neuen Separatismus im Irak und in Syrien
Die Detonation einer Autobombe am Militärposten der Stadt Yûsufiyya, 20km südlich von Hauptstadt Bagdad, die dem IS zugeschrieben wird, forderte bislang neun Tote (fünf Zivilisten und vier Militärangehörige) sowie mindestens 35 Verletzte. (http://sptnkne.ws/c2xs) – Sputniknews schreibt unter Verweis auf die kurdischen Agentur Firat von mindestens 70 getöteten irakischen Soldaten bei einem Suizidangriff auf eine Kolonne der Regierungstruppen. (http://sptnkne.ws/c2BD)
Am Montagmorgen, 17.10.2016, verkündete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî im Kreis seiner Generäle (s. Photo) in einer Fernsehansprache im Staatssender ʽIrâqiyya den Beginn der schon seit Wochen angekündigten Befreiungsoperation von Mossul. Zu den Beteiligten der Aktion gab es im Vorfeld Diskussionen – u.a. eine harte Auseinandersetzung mit der AKP-geführten Türkei unter Staatspräsident Erdogan (s.u.) – die von irakischer Seite eindeutig quittiert wurden (vgl.u.). In einer Botschaft an die Bewohner von Mosul teilte er mit: „Bald werden wir unter Euch sein, um die irakische Flagge zu hissen“. Die Armee sei bereit, die Bewohner von Mosul aus der Gewalt der Terroristen zu retten. Die Bewohner sollten mit den irakischen Kräften kooperieren, hieß es zudem im Aufruf. Angeführt werde die Offensive von der Armee, Polizeikräften, Anti-Terror-Einheiten, der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî und kurdischen Pîšmarga. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16921-irak_operation_zur_befreiung_von_mo- sul_begonnen)
Seit Sonntagmorgen, 16.10.2016, überflogen Maschinen der Luftwaffe das Gebiet der Stadt Mossul (Provinz Nînawâ) und warfen für die Bewohner Flugblätter ab, die sie auf die kommende Befreiungsoperation vorbereiten sollten. Die Einwohner sollten sich demnach möglichst zuhause auf- und jedenfalls von den vom IS frequentierten Orten fernhalten. Mittels einer abgedruckten Telefonnummer könnten sie über die IS-Aktivitäten Bescheid geben. Nun sei die „Zeit des Feierns für einen Irak frei vom IS oder jeglichen satanischen Ideologien“ bzw. die „Zeit des Sieges“ gekommen. Nach Erklärung des Spezialkommandos der Armee würden die Zeitungen täglich die wichtigsten Meldungen über „die jüngsten Errungenschaften“ veröffentlichen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16885-irakische_armee_ruft_bewohner_von_mo- sul_zur_vorsicht_auf) – Zur Vorbereitung der Offensive erfolgten dann Bombardierungen Mossuls durch die Luftwaffe unterstützt durch die sog. US-geführte Koalition. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16900-breite_luftschl%C3%A4ge_der_us_ko-alition_gegen_mosul)
Ṯâmir as-Sabhân, der saudische Botschafter, der sich vehemente Amtsvergehen hatte zu Schulden kommen lassen (vgl.u.), wurde nach wiederholten Beschwerden der irakischen Regierung wegen seiner Agitationen im Land nun am Wochenende abberufen und übernimmt das für ihn neu geschaffenen Amt des Ministers für Angelegenheiten des Persischen Golfes. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16888-saudischer_botschafter_in_bagdad_entlassen)
Erneut wurde ein Suizidattentat während einer religiösen Trauerfeier im Stadtteil Ğadariyya (Jaderiyah) von Bagdad verübt, wobei sechs Personen starben, Dutzende verletzt wurden. – Für den Anschlag am Vortag (s.u.) hatte der IS die Verantwortung übernommen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16879-explosion_in_bag-dad_6_tote_und_dutzende_verletzte_bei_selbstmordanschlag)
Während der Syrien-Gespräche in Lausanne vom Sa., 15.10.2016, brachte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in bilateralen Treffen mit den Außenministern der USA, Rußlands, des Irans, Ägyptens, Jordaniens, Saudi-Arabiens, Qaṭars und der Türkei sowie mit dem UN-Sondergesandten erneut die Mißachtung der nationalen Souveränität des Iraks durch die Türkei und die Notwendigkeit des Rückzugs der türkischen Truppen vom Stützpunkt Baʽšîqa (Bashika) zum Ausdruck. Hierzu bedürfe es der Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17029-au%C3%9Fenminister_von_7_l%C3%A4n- dern_sind_gegen_pr%C3%A4senz_t%C3%BCrkischer_soldaten_im_irak)
Nach einem Suizidattentat während einer Trauerfeier in Bagdad am Sa., 15.10.2016, waren 17 Todesopfer zu beklagen bei ca. 50 weiteren Verletzten. (http://sptnkne.ws/czDm)
Zur geplanten Befreiungsoperation bzgl. Mossul gab der Sprecher der Demokratischen Partei Kurdistans (DKP) Saʽîd Mamuzini u.a. bekannt, daß den ca. 7.000 sich derzeit in Mossul geschätzterweise aufhaltenden IS-Kämpfern während des Kampfes um Mossul über einen Korridor eine Fluchtmöglichkeit nach Syrien geschaffen (!) werde. Die DKP wurde u.a. durch die BRD (Milan), USA und Frankreich mit Waffen versorgt. (http://sptnkne.ws/cyTz)
In der Auseinandersetzung mit der Türkei (vgl.u.) wurde deren Botschafter einbestellt und ihm ein scharf formuliertes Memorandum überreicht. (http://www.sana.sy/?p=443737 vom 13.10.2016)
Nach Angaben eines Pressesprechers der US-Operation Inherent Resolve gegenüber RIA Novosti nutzt der IS im Irak nun auch Drohnen zum Kampfeinsatz neben der Beobachtung der Aktionen der Armee und ihrer verbündeten Kräfte sowie zum Transport von Sprengstoff (vgl.u.). (http://sptnkne.ws/cyqS)
Am Di., 11.10.2016 konnte nach drei Wochen die Befreiungsoperation der Stadt Hît, 70km westlich von ar-Ramâdî gelegen, erfolgreich abgeschlossen werden: die IS-Terroristen hatten sich schließlich aus der Gegend zurückgezogen, so konnte es ohne Widerstand befreit werden. derzeit laufen Säuberungsaktionen zum Aufspüren und Entschärfen der üblicherweise von den Terroristen beim Rückzug angebrachten Sprengsätze und Minen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16690-irakische_stadt_hit_in_al_anbar_befreit)
In Reaktion auf die wiederholten Einmischungen des türkischen Staatspräsidenten Erdogan mit Erklärung des weiteren Verbleibs der sich völkerrechtswidrig noch im Land aufhaltenden türkischen Truppen und deren geplanter Operation gegen Mossul außerhalb der obersten irakischen Befehlsgewalt nahm nun auch Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî Stellung und verurteilte vehement die inakzeptablen und unverantwortlichen aus reiner Emotion diktierten Äußerungen Erdogans wie die abenteuerliche türkische Invasion in ein Nachbarland mit unabsehbaren Folgen. Es werde bereits an der Veröffentlichung von Dokumenten gearbeitet, welche die Unhaltbarkeit der türkischen Ansprüche (z.B. bzgl. Mossuls, vgl.u.) bewiesen.
Die Mitteilung aus dem Büro des Ministerpräsidenten übermittelten u.a. die Sender as-SûmariyyaNews und al-Mayâdîn. Zuvor hatte schon die Nationale Irakische Allianz deswegen die Aussetzung der Beziehungen zur Türkei gefordert. Auf Erdogans Forderung, an der Befreiung Mossuls dürfe die bislang sehr erfolgreich gegen den IS kämpfende Volkswehral-Ḥašd aš-Šaʽbî nicht teilnehmen, antwortete ein Sprecher, die türkischen Truppen würden bei Erscheinen eine heftige Reaktion erleben. (http://www.sana.sy/?p=443091, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16657-al_abadis_b%C3%BCro_rea-giert_auf_aussagen_erdogans)
Am Di., 11.10.2016 ereilte Bagdad erneut eine Anschlagsserie von vier Bombenatttentaten mit Opfern unter der šîʽitischen Bevölkerung; nähere Angaben fehlen. (http://sptnkne.ws/cxNP)
Bei der Explosion einer von einer IS-Splittergruppe präparierten Drohne kamen im Oktober laut Meldung von Le Monde vom Di., 11.10.2016, wurden zwei französische Soldaten der US-geführten Koalition schwer verletzt. Genauere Angaben wurden nicht gemacht. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16681-irak_2_franz%C3%B6-sische_soldaten_bei_is_drohnenexplosi-on_verletzt_2_peschmerga_get%C3%B6tet)
Trotz der wiederholten dezidierten Absage der Regierung an fremde Staaten, ihre Militärs ins Land zu entsenden, schickt Großbritannien weitere 250 Soldaten in den Irak unter der Vorgabe, bei der Befreiung von Mossul zu „helfen“. (http://parstoday.com/de/news/world-i16540-gro%C3%9Fbritannien_schickt_250_weitere_soldaten_in_den_irak vom 10.10.2016)
Neue Dokumente, vorgelegt vom Integrated Regional Information Network, unterstreichen, daß die US-Militärs während der Invasion des Irak zwischen März und April 2003 mehr als 300.000 Bombardierungen mit angereichertem Uran durchführten, wie die führende libanesische Tageszeitung as-Safîr am 10.10.2016 berichtet mit Verweis auf einen Bericht des Netzwerkes, der nächste Woche veröffentlicht werden soll. Diese Bombardements wurden nach Untersuchung von Proben an der George Washington University ausschließlich von der US-Luftwaffe gegen sog. „weiche Ziele“ (z.B. Fahrzeuge, Militäranlagen) eingesetzt. Es besteht Gesundheitsgefahr bei direktem Körperkontakt mit derart radioaktiv verstrahlten Objekten. (http://www.sana.sy/?p=441667)
Am Samstagnachmittag, 8.10.2016, demonstrierten hunderte aufgerachte Iraker vor der türkischen Botschaft in Bagdad gegen die völkerrechtswidrige türkische Militärpräsenz (vgl.u.) im Norden ihres Landes. Tags zuvor hatte eine ähnliche Protestaktion in der Haupthafenstadt al-Baṣra stattgefunden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16486-bagdad_demonstration_vor_t%C3%BCrki- scher_botschaft_gegen_t%C3%BCrkische_milit%C3%A4rpr%C3%A4- senz_im_nordirak)
Die Landesregierung bittet am 6.10.2016 um eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates wegen der fortgesetzten türkischen Aggression (vgl.u.). Präsident Erdogan habe sich erst kürzlich wieder geweigert, der widerholten Forderung nach Abzug seiner Besatzungstruppen nachzukommen, statt dessen verkündet, sie blieben noch länger im Land. (http://sana.sy/?p=439903)
Am Mi., 5.10.2016, wurde der türkischen Botschafer in Bagdad einbestellt, ihm ein Protestschreiben ausgehändigt und mitgeteilt, daß man den sofortigen Abzug der türkischen Soldaten fordere. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16306-irak_au%C3%9Fenministerium_beruft_t%C3%BCrkischen_botschafter_ein)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî hat am Mo., 3.10.2016, die jüngste Erklärung des türkischen Staatschefs Erdogan über den weiteren Verbleib der sich völkerrechtswidrig im Land aufhaltenden türkischen Truppen (vgl.u.) als eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Staates Irak verurteilt. Die Regierung in Ankara müsse ihre guten Absichten bezüglich des Kampfes gegen Terroristen erst einmal zeigen. Bislang habe man nur erfahren, daß Völkerrecht die Souveränität des Irak und damit gut nachbarschaftliche Beziehungen seitens der Türkei einfach ignoriert wurden, ließ Außenamtssprecher Aḥmad Ğamâl selben Tags laut as-SûmariyyaNews verlauten. Vor kurzem hatte der türkische Staatspräsident bestimmend erklärt, wer nach der Befreiung von Mossul vom IS dort wohnen dürfe, nämlich „nur sunnitische Araber, Turkmenen und sunnitische Kurden dableiben”. (http://www.sana.sy/?p=438223)
Das Parlament reagierte auf der Sitzung vom Di., 4.10.2016, entsprechend und fordertedaher die Regierung auf, den türkischen Botschafter zu entlassen und die wirtschaftlichen Beziehungen zu Ankara abzubrechen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16240-irakisches_parlament_gegen_verl%C3%A4ngerung_der_anwesenheit_t%C3%BCrkischer_soldaten)
Das Londoner Büro für investigativen Journalismus hat aufgedeckt, daß das Pentagonim Vorfeld der Irak-Invasion von 2003 renommierte und auf PR spezialisierte Unternehmen wie Bell Pottinger und Bates Pan Gulf gegen die Zahlung etlicher hundert Millionen US-$ [The Daily Beast nennt 500 Millionen US-$] engagiert hat, um Filme zu produzieren, die dann als angeblich echte Videos vonal-Qâʽidaan verschiedene Fernsehsender wie z.B. Arab News zur Ausstrahlung geschickt wurden. Die PR-Firmen führten ihre Aufträge, wie es heißt, absolut sensibel und streng vertraulich durch. Mitarbeiter berichtete, es seien teils sogar echte Ausschnitte von al-Qâʽida–Videos in die Fake-Clips miteingebaut worden. Diese auf CD aufgenommen, wurden auch von US-Marines nach ihren Einsätzen im Kampfgebiet heimlich vor Ort so plaziert, daß sie später aufgefunden und Journalisten zugespielt werden konnten. US- und westlichen Medien verbreiteten diese Videos dann weiter.
Unter den, insbesondere im Nachgang als Falschaussagen bzw. Kriegsvorbereitungspropaganda entlarvten US-Angaben von 2003, der Irak verfüge über bedrohliche Massenvernichtungswaffen, war auch jene, im Irak befänden sich – unter Schutz von Ṣaddām Ḥussain – al-Qâʽida–Verbände. Diesen absurden Vorwurf – auch im Irak stellte damals die streng säkulare Baʽṯ-Partei Die Regierung! – sollten die Fake-Clips unterstützen.
(http://sana.sy/?p=437681 vom 2.10.2016; s.a. http://sptnkne.ws/ctve unter Bezugnahme auf einen Bericht von The Daily Beast vom So., 2.10.2016; das englischsprachiges Original vom 29.9.2016 ist nachzulesen bei: https://www.rt.com/op-edge/361033-syria-russia-us-kerry/) – Damit stimmt Steven Kelley in der Bewertung des Sachverhalts mit dem syrischen Präsidenten Dr. al-Assad überein.
Auch der politische Analyst Chris Bambery konstatierte dazu: „It’s strange to me that America can be almost in alliance with a group which is an affiliate of the organization that carried out the 9/11 attacks in Washington and New York. This does not seem a coherent policy.” (loc. cit.)
Passend dazu: Die Animations-Gruppe Yat TV hat einen „Aufklärungs-Trickfilm“ (Mit diesem Kampf beschenken die USA den IS) ins Netz gestellt, über sich die Internetgemeinde amüsiere. (VIDEO bei http://sptnkne.ws/ctMq)
Beim ersten Besuch von Masʽûd Barzânî, des illegal im Amt verweilenden (vgl.u.) Präsidenten der autonomen Kurdenregion, in Bagdad seit fünf Jahren und Treffen mit Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî vereinbarten beide die Beilegung der Streitigkeiten (vgl.u.) zwischen Barzânîs Regionalregierung und der Zentralregierung sowie den Beginn der Befreiungsoperation bzgl. Mossuls. Einigkeit bestand auch darin, daß an dieser Operation ausschließlich irakische Streitkräfte teilnähmen unter Ausschluß fremder Truppen wie al-ʽAbâdî im Anschluß gegenüber Journalisten bekanntgab. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i15979-irak_kurdi-sche_regionalverwaltung_und_zentralregierung_verst%C3%A4ndi-gen_sich_auf_beilegung_der_streitigkeiten vom 1.9.2016)
Mit der Entsendung von weiteren 560 US-Soldaten in den Irak, welche Colonel Christopher Garver, Sprecher der US-geführten Koalition, am Di., 27.9.2016 während einer Pressekonferenz in der US-Botschaft in Bagdad für die nächsten Tagen angekündigt hat, wächst deren Anzahl auf 7.000 Mann. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i15880-7000_us_soldaten_im_irak)
In einer belebten Einkaufsstraße im Bagdader Šîʽitenviertel al-Ğadîda sprengte sich am Di., 27.9.2016, ein Suizidattentäter in die Luft und tötete damit bislang mindestens neun Menschen, 30 weitere wurden verletzt. Die Opferzahl könnte noch steigen befürchten Ärzte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i15808-neun_tote_bei_selbstmordanschlag_in_bagdad)
Später detonierte eine Bombe in einem westlichen Stadtteil Bagdads und tötete sechs Personen bei 22 Verletzten. Zudem explodierte im Stadtteil ar-Raḍwâniyya eine am Randstreifen einer Fahrbahn deponierte Landmine und tötete zwei Personen. – Inzwischen bekannte sich der IS zum ersten der drei Anschläge. (http://sptnkne.ws/craH)
Das Ministerium für Stiftungen und Kultus der kurdischen Regionalregierung hat veröffentlicht, daß 85 % der Kurden im Gebiet, die sich dem IS angeschlossen haben, ihre Schulzeit in einer der 23 Koranschulen des irakischen Kurdistan verbracht haben.
Laut dem Politologen Thierry Meyssan kooperierte und kooperiert die Regierung unter Masʽûd Barzânî, der trotz Ablauf seiner Amtszeit seine Position nicht aufgibt (!, vgl.u.), weiterhin mit dem IS. Hinweise hierzu finden sich in zahlreichen Beiträgen dieser Webseite. (http://www.voltairenet.org/article193475.html vom 27.9.2016)
Ein für den russischen TV-Kanal Rossiia produzierter Dokumantarfilm (mit entlischen Untertiteln) von knapp 17 Minuten widmet sich der zunehmenden Entchristianisierung der gesamten Nahost- und nordafrikanischen Region (MENA). Z.B. war die palästinensische Bevölkerung früher zur Hälfte christlich, verblieben sind 5%. Im Irak lebten vor der US-Invasion 2013 1,5 Millionen Christen, nun sind es nur noch 10%. (https://www.youtube.com/watch?v=Utf0C_vEHq4 vom 26.9.2016)
Nach Angaben von as-Sûmariyya News unterstrich Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî am So., 25.9.2016, am Rand der Sitzung der Mitglieder der Blockfreien Staaten (NAM) in Venezuela nochmals, sein Land lehne jede Art türkischen Militäreinsatzes auf seinem Territorium ab und verlange den sofortigen Abzug der völkerrechtswidrig eingedrungenen türkischen Truppen (vgl.u.) aus dem Irak. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i15670-bagdad_lehnt_nochmals_t%C3%BCrkischen_milit%C3%A4reinsatz_im_irak_ab)
Der IS habe as-Sûmariyya News zufolge, die Verantwortung für ein Suizidattentat mittels Sprengstoffgürtel in einem vor allem von Šîʽiten bewohnten Viertel Bagdads vom So., 25.9.2016, übernommen. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben, 28 wurden zudem verletzt. Sie waren gerad dabei Zelte zur Begehung des ʿšūrāʾ-Festes (vgl.u.) aufzubauen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i15673-is_bekennt_sich_zu_anschlag_in_bagdad)
Laut Meldung von The Washington Post habe das Pentagon durch Veröffentlichungen auf seiner Webseite bestätigt, daß US-Militärs im Einsatz gegen den IS im Irak weißen Phosphor. Die unauffällige, aber im Kontakt mit Sauerstoff selbstentzündliche Substanz verursacht auf der Haut schwerste, schwierig zu erstickende, schmerzhafte tiefgehende Verbrennungen. Mark Hiznay von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, ist besorgt, daß auch die Zivilbevölkerung gefährdet sei und verlangt daher: „Die Streitkräfte der USA und des Iraks müssen auf den Einsatz von weißem Phosphor in Städten wie Mossul verzichten, denn egal welchen taktischen Vorteil das bietet, so wird er von den schlimmen Verbrennungen übertroffen, die friedlichen Menschen dadurch zugefügt werden“. (http://sptnkne.ws/cpAy)
Bei drei verschiedenen Terroranschlägen jeweils an der Stadteinfahrt zur nördlich gelegenen Stadt Tikrît sind laut dem Kommandeur der irakischen Spezialeinheiten, Maʽn as-Saʽdî, im Interview mit al-Furât-News insgesamt 12 Personen getötet und 23 verletzt worden, es waren Polizisten, Kämpfer der Volkskomittees und auch Zivilisten darunter. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i15622-irak_mindestens_12_tote_bei_drei_anschl%C3%A4gen vom 24.9.2016)
Wie Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am Rand der 71. Session der UN-Vollversammlung in New York am Di., 20.9.2016, bekanntgegeben hat, läuft der Angriff auf Stadt aš-Širqâṭ als letztem IS-Stützpunkt in der Ṣalâḥuddîn-Provinz, die vor Beginn des Opferfestes schon angekündigt worden war (vgl.u.). Außerdem verkündete das Kommando der 7. Einheit der irakischen Armee selben Tags den Beginn der Befreiungsaktion der Städte al-Baġdâdî und Ḥadîṯa in der Provinz al-Anbâr, die beide seit mehr als einem Jahr unter IS-Kontrolle stehen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i15460-irak_armee_startet_neue_operationen_in_al_anbar_und_salaheddin)
Ṣabâḥ (Sabah) Karhut, der Vorsitzende des Provinzrats von al-Anbâr, teilte am So., 18.9.2016, mit, die Befreiungsaktion der beiden strategisch bedeutsamen Inseln Hît und al-Baġdâdî im Norden von ar-Ramâdî habe an diesem Tag auf Befehl von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî begonnen.
Zudem seien in Falûğa Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen zu 70%wiederaufgebaut, so daß die Flüchtlinge zurückkehren könnten. Auch die Schulen würden ihren Betrieb zum regulär vorgesehenen Termin wiederaufnehmen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i15379-irak_befreiungsaktion_von_zwei_gebieten_in_al_anbar_begonnnen)
Erneut haben US-Kampfjets Areal der irakischen, den IS bekämpfenden Volkswehr, genannt al-Ḥašd aš-Šaʽbî, bombardiert und dabei deren Waffendepot in der Region Ğurf an-Naṣr (Jurf al-Nasr) zerstört, wie der Parlamentsabgeordnete Muḥammad Nâğî (Mohammad Naji) mitteilte. Leider seien solche Fälle der Bombardierung von Stellungen der al-Ḥašd aš-Šaʽbî wie der Armee durch US-Kampfjets im Irak „an der Tagesordnung“. (http://www.presstv.ir/DetailFr/2016/09/18/485241/Dpt-darmes-des-Hachd-al-Chaabi-frapp, vom 18.9.2016) – Zu Beispielen für die angebrachte Kritik vgl.u.
Bezüglich des „friendly fire“ der US-Bomber im Gebiet Dair az-Zaur mit erheblichen Opferzahlen vom Wochenende s. Beitrag zu Syrien.
Wie aš-Šafaq News basierend auf einer Meldung des Ministeriums für Migration und Vertreibung berichtet, sind seit April dieses Jahres 58.000 Familien, die wegen der IS-kämpfe geflohen oder vertrieben worden waren, wieder in ihre Heimat in der Provinz al-Anbâr zurückgekehrt. Allein aus ar-Ramâdî und Umgebung seien dies nach UN-Angaben 90.000 Personen gewesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14905-irak_vertriebene_familien_kehren_in_die_provinz_al_anbar_zur%C3%BCck)
Der geistliche Führer des überwiegend šîʽitischen Parteienbündnisses Vereinigte Irakische Allianz ʽAmmâr al-Ḥakîm (Ammar al-Hakim), sprach sich beim Treffen mit dem für Mossul zuständigen Gouverneur für eine Vereinigung möglichst aller Streitkräfte des Landes bei der Befreiung dieser Stadt aus der Besatzung durch den IS aus. Es sollten also Armee, Polizei-, Sicherheitskräfte und die Volkswehral-Ḥašd aš-Šaʽbî miteinander kämpfen. Diese Befreiungsoperation könnte im Oktober beginnen. – Der Sprecher der letzteren, ʽAlî al-Ḥussainî (Ali al-Hosseini), kündigte derweil an, daß die Befreiung der Stadt aš-Širqâṭ als letzten IS-Stützpunkt in der Provinz Ṣalâḥuddîn mit Beginn des islamischen Opferfestes am Mo., 12.9.2016, starten werde. Nach heftigen Luftangriffen der Armee auf die IS-Positionen der Gegend sind bereits viele Terroristen geflohen. Seit fünf Tagen haben sich Einheiten der Armee wie der al-Ḥašd aš-Šaʽbî um die Stadt in Stellung gebracht.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14851-chef_der_iraki-schen_nationalallianz_teilnahme_aller_soldaten_an_mosul_befreiungs-operation_notwendig)
Am Freitagabend, dem 9.9.2016, kam es in Bagdad zu zwei Terroranschlägen mit insgesamt mindestens 35 Toten und mehr als 40 Verletzten. Eine Autobombe detonierte auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums an-Naḫîl (al-Nakheel) unweit des Ölministeriums, während sich ein Suizidattentäter vor dessen Eingang in die Luft sprengte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14857-mindestens_35_tote_bei_selbstmordanschl%C3%A4gen_in_bagdad)
Entgegen der mehrfach geäußerten ausdrücklichen Proteste der Landesregierung (vgl.u.) stationieren die USA weitere US-Militärs im Land. Letzteres verkündete ein Sprecher der US-geführten Koalition am Do., 8.9.2016. Damit halten sich dann 4460 US-Soldaten in dem Land auf. Über deren Mission machte der Sprecher keine Angaben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14845-usa_stationieren_460_soldaten_in_irak)
Ein Autobombenanschlag des IS mitten in Bagdad im Bezirk al-Karâda tötete am Montagabend neun Personen, verletzte noch 25 und richtete entsprechenden Sachschaden an. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14587-mindestens_9_tote_durch_autobombenanschlag_in_bagdad)
Armeemitglieder haben kürzlich im befreiten Falûğa, ca. 78km westlich von Bagdad einen Friedhof für IS-Kämpfer mit gut 300 (a. A.: 500) Gräbern gefunden. Vor allem sseien dort Anführer ausländischer Abstammung begraben sein, berichtet as-Sûmariyya News. Sicherheitskräfte haben zudem Dokumente zur Identität der getöteten Terroristen und Details aus ihrer Zeit in der stadt samt Umgebung herausgefunden. (https://syrianfreepress.wordpress.com/2016/09/06/daesh-graveyard-with-over-300-graves-of-militants-discovered-in-fallujah-iraq/, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14644-irak_grabst%C3%A4tte_von_is_anf%C3%BChrern_in_falludscha_entdeckt)
In Ṭûz Ḫurmâtû im Ostteil der Provinz Ṣalâḥaddîn fuhr am Sa., 3.9.2016, ein Suizidattentäter in eine Ansammlung šîʽitischer Turkmenen und brachte dann die Autobombe zur Detonation. Dabei starben sechs Personen, ebenso viele wurden verletzt, auch wurden große Schäden verursacht. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14467-irak_12_tote_und_verlertzte_bei_selbstmordanschlag_in_salaheddin)
Nachdem es in den letzten Wochen etlichen Widerstandskämpfern mittels der fast alles verhüllenden und ansonsten vom IS propagierten bzw. als öffentliches Kleidungsstück für Frauen aufgezwungenen Burka [burqaʽ] gelungen war, getarnt in die Sicherheitsbereiche militärischer Zentren des IS vorzudringen und so einige IS-Kommandanten zu töten, hat die Terrororganisation am 2.9.2016 eine Order erlassen, wonach es keiner Frau [mehr] erlaubt sei, diese Bereich in Burka oder Niqâb zu betreten, berichtete al-ʽÂlam. (http://ifpnews.com/news/world/middle-east/2016/09/women-banned-wearing-burqa-entering-isis-security-centres/, s.a. http://www.voltairenet.org/article193165.html)
Schlimm genug für den IS, daß ein Rückschlag nach dem anderen in Syrien wie im Irak zu verkraften sind. Daß aber Bürger frei darüber sprechen und damit Hoffnung auf Befreiung von den IS-Extremisten schüren, ist für die Führung anscheinend nicht mehr tragbar: so informierte ein Bürger aus Mossul einen Sputnik-Reporter darüber, daß erst kürzlich Anwohner beim Diskutieren über die militärische Lage und Erfolge der anrückenden Armee von IS-Spionen ertappt wurden. Diese meldeten dieses „Fehlverhalten“ sofort. Zur Abschreckung für andere wurden ihnen die Münder mit Draht verschlossen und sie im offenstehenden Kofferraum eines Autos zur Schau gestellt, durch die Straßen gefahren.
Zuvor hatten Einwohner von Hīt berichtet, zwei Ortsansässige seien vom IS ermordet („hingerichtet“) worden, nachdem sie dabei beobachtet worden waren, wie sie – verbotenerweise – Angehörigen zur Flucht aus IS-kontrollierten Gebieten verholfen hatten. (http://sptnkne.ws/cccT)
Wohl in Anlehnung an die in Syrien erfolgreiche Praxis der nationalen Versöhnung (Rekonziliierung) auch mittels Präsidialamnestien im Nachgang des Besuches des syrischen Vizepremierministers (vgl.u.) hat sich auch Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm zu einer Generalamnestie entschlossen, die im offiziellen Amtsblatt veröffentlicht wurde. Präsidenten-Berater Šarwân al-Wâ´ilî (Scherwan al-Waeli) erklärte hierzu am Do., 1.9.2016, während einer Pressekonferenz: „Der Präsident unteschrieb [sic!] am Donnerstag vergangener Woche das vom Parlament beschlossene Generalamnestie-Gesetz.“ Ände- rungswünsche von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî z.B. hinsichtlich Terroranschlägen oder Entführungen könnten eingearbeitet werden, sofern sie vom Parlament gebilligt würden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14401-iraks_pr%C3%A4sident_masum_setzt_un- terschrift_unter_generalamnestie_gesetz)
Von einer erfolgreichen russischen Agentin mit dem Tarnnamen Umm Ḥaf(i)ṣa (d.i. Mutter von Ḥaf(i)ṣa), die eine Zeitlang unentdeckt under cover unter den IS-Terroristen lebte, berichtet Sputnik news aufgrund der Mitteilung eines Informanten aus Mossul. „Sie war mit einem Daesh-Milizen verheiratet, sie lebten hier im Sheeth-Stadtviertel“, berichtet dieser. So konnte sie dem irakischen Geheimdienst wertvolle Informationen zuspielen und gefährdeten Mädchen und Frauen zur Flucht verhelfen. Schließlich sei sie vor einem Armeeangriff zusammen mit einigen Bekannten – ohne ihren IS-„Mann“ und dessen Vertrauten – rechtzeitig geflohen. Nach ihr suche der IS seither vergeblich. (http://sptnkne.ws/cc6m vom 1.9.2016)
Am Di., 30.8.2016, starben zwei Personen bei einer Bombenexplosion nahe eines Marktes im N Bagdads, neun weitere wurden verletzt. Allerdings konnten Sicherheitskräfte am selben Tag einen mit Raketen beladenen LKW im Westen der Stadt ausfindig machen und konfiszieren. – Tags zuvor kam bereits ein Bürger bei einer Detonation im SW-Teil der Hauptstadt ums Leben bei weiteren vier Verletzten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14260-explosion_in_bagdad_2_tote)
Den Volksmilizen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gelang es zusammen mit Spezialeinheiten, nahe der Stadt ar-Ruṭba an der Grenze zu Jordanien ein perfekt getarntes geheimes Lager des IS aus untereinander verbundenen Tunneln und unterirdischen Räumen zu entdecken. „Dieses Lager war für die Ausbildung der sogenannten Elitenbataillone des IS gedacht. Es war mit Verkehrsmitteln schwer zu erreichen und konnte wegen seiner sorgfältigen Tarnung nur schwer entdeckt werden“, erklärte ein Sprecher der Volkswehr. Zudem wurden dort Waffen, Munition, Ausrüstung zum Bau von Sprengsätzen sowie Übungsanlagen und sogar Erholungseinrichtungen für die zurückgekehrten Kämpfer vorgefunden Von hier aus seien die IS-Spezialeinheiten nach ar-Ramâdî, Falûğa und in andere inzwischen von der Armee befreite Städte in al-Anbâr zu ihren Einsätzen geschickt worden. (http://sptnkne.ws/cbcR)
Die Landesregierung entschloß sich nun endlich, diejenige in ar-Riyâḍ aufzufordern, ihren wegen permanenter Aufwiegelungsversuche (vgl.u.) negativ aufgefallenen saudi-arabischen Botschafter Ṯâmir as-Sabhân (Samer Al-Sobhan) zurückzurufen und zu ersetzen, wie as-Sûmariyya News berichtete. Mehrfache Ermahnungen, Einbestellungen und Beschwerden in ar-Riyâḍ hatten in den vergangenen Monaten nichts geändert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14065-bagdad_fordert_von_riad_wechsel_des_bot-schafters_im_irak) – Zudem hatte sich der as-Sabhân zuletzt geweigert, die Aktionen seines Cousins ʽAbdasalâm as-Sabhân, eines IS-Kämpfers (!), zu verurteilen, dessen Gefechtstod gegen Regierungstruppen von den Behörden bestätigt worden war. (http://www.voltairenet.org/article193167.html)
Im šîʽitischen Wallfahrtsort Karbalâ´ (Kerbela) wurden bislang 18 Personen Opfer eines Suizidanschlags, weitere [25] trugen Verletzungen davon. (http://sptnkne.ws/caPd)
Aktualisierung: Der Anschlag ereignete sich in der Region (!) Karbalâ´, genauer im 40km entfernten ʽAin at-Tamir. Der IS bekannte sich inzwischen dazu. Ziel sei am Sonntagabend eine šîʽitische Hoch- zeitsgesellschaft gewesen. Laut Mitteilung aus Sicherheitskreisen sei es den Behörden gelungen, vier der ursprünglich fünf Attentäter vor Ausführung der Tat zu überwältigen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14173-is_%C3%BCbernimmt_verantwortung_f%C3%BCr_anschlag_in_kerbala)
Am Sonntagabend, 28.8.2016, kamen infolge zweier Bombenanschläge im N und SW Bagdads insgesamt drei Menschen ums Leben, 16 wurden verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i14119-irak_19_tote_und_verletzte_bei_zwei_bom- benanschl%C3%A4gen_in_bagdad)
Laut as-Sûmariyya News hat die Armee im Raum ar-Ruṭba (vgl.u.) / Provinz al-Anbâr nahe der Grenze zu Jordanien eine IS-Drohne abgeschossen. „Der Flugkörper hatte eine Kamera zur Aufzeichnung von Bewegungen der Armee und der Bodentruppen„, informierte Bürgermeister ʽImâd ad-Dulaimî die Presse. – Im august war der Volkswehr (al-Ḥašd aš-Šaʽbî) schon einmal ein solcher Abschuß einer aus Richtung aus Mossul anfliegenden Drohne im Nordirak gelungen. (http://sptnkne.ws/cavc)
Mit Befreiung der Stadt al-Qayâra (Kajara, al-Ghiareh), 70km südlich von Mossul, aus der Besetzung durch den IS am Abend des Do., 25.8.2016, gewinnt die Armee diesen Ort als Ausgangspunkt für eine Offensive auf die letzte IS-Hochburg im Irak, berichtet as-SûmariyyaNews. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i13951-irakische_armee_befreit_stadt_kajara)
Bei den Treffen (vgl.u.) auch mit dem Ministerpräsidenten und dem Außenminister des Landes während des Besuches des syrischen Vizepremier- und Außenministers Walîd al-Muʽallim in Bagdad ging es um vor allem um die Sicherheit an der gemeinsamen Grenze wie eine effektivere gemeinsame Bekämpfung der Terrormilizen in beiden Ländern. Mit diesem Kampf kämen beide Länder nicht nur der Schutzverpflichtung gegenüber der jeweils eigenen Bevölkerung nach sondern täten dies auch, um „die Welt vor der Terrorismusgefahr verteidigen“, wie der irakische Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî herausstellte. Es wurde eine engere bzw. erweiterte Zusammenarbeit im Kampf gegen den gemeinsamen Feind beschlossen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i13955-syriens_au%C3%9Fenminister_in_bagdad_al_muallem_will_bes-sere_abstimmung_im_kampf_gegen_is_terrormiliz) – Ausführlich dazu bei: http://sana.sy/en/?p=86455.
Der syrische Vizepremier- und Außenminister und Walîd al-Muʽallim ist am Do., 25.8.2016, auf Einladung seitens der irakischen Regierung zu bilateralen Besprechungen mit dem Sprecher des irakischen Außenministeriums, Aḥmad Ğamal in Bagdad zusammengekommen. Auch werde al-Muʽallim während seines Besuches noch Staatspräsident Muḥammad Fu´ād Maʿṣūm und Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî sowie den Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî treffen. (http://sana.sy/en/?p=86430)
Zur Machtdemonstration trotz der eklatanten Rückschläge in den vergangenen Monaten habe der IS gemäß lokalen Quellen erneut willkürliche Exekutionen an der Zivilbevölkerung durchgeführt: unter dem Vorwurf, der Armee Informationen über IS-Stellungen zukommen lassen zu haben, wurden in einem Schwimmbad im SW der Stadt Mossul 15 Bürger ertränkt. Auch 12 Mitarbeiter eines Getränkegeschäfts sollen wegen Zusammenarbeit mit der Armee in der Stadtmitte von Mossul exekutiert worden sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i13891-is_terroristen_exekutiert_erneut_27_zivilisten_in_mosul)
Hunderte an IS-Terroristen fliehen derzeit wegen der angekündigten (vgl.u.) Befreiungsoperation von Mossul aus dieser Stadt. Gemäß lokaler Quellen vom Mo., 22.8.2016, sollen 130 IS-Transporter Mossul verlassen haben mit Ziel ar-Raqqa in Syrien. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i13807-irak_hunderte_is_terroristen_aus_mossul_gefl%C3%BCchtet)
Ca. 70.000 Einwohner von al-Qayâra (Al-Ghiareh), 70km südlich von Mossul, werden vom IS daran gehindert, die Stadt zu verlassen, da sie als menschliche Schutzschilde dienen sollen. Am So, 21.8.2016, warf die Luftwaffe Millionen an Flugblättern über Mossul ab, die Bewohner möchten sich auf eine baldige Befreiungsoperation der Armee einstellen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i13675-70.000_zivilisten_vom_is_in_der_n%C3%A4he_von_mosul_umzingelt)
Gemäß Auskunft des Justizministeriums wurde am Sonntagmorgen, 21.8.2016, das Todesurteil gegen 36 IS-Terroristen, die der Beteiligung am Massaker gegen Auszubildende des Spyker-Luftstützpunkts überführt worden waren, vollstreckt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i13642-rak_todesurteil_gegen_36_verbrecher_von_spyker_luftst%C3%BCtzpunkt_vollstreckt)
Am Sa., 20.8.2016, wurden gemäß Pressestelle der Armee 19 IS- Kommandeure getötet. In der Verlautbarung hieß es: Jagdflugzeuge der Luftwaffe versetzten Luftschläge gegen die Kommandostelle der (Terror-) Gruppierung im Stadtviertel al-Misaq in Mossul, und zwar in dem Moment, als sich dort hochrangige Kommandeure aufhielten. Bei dem erfolgreichen Luftschlag wurden alle Kämpfer, die sich dort versammelt hatten — insgesamt 19 Personen — getötet„. (http://sptnkne.ws/bXDp, http://sptnkne.ws/bX6S)
Nach Meldung von as-SûmariyyaNews vom Do., 18.8.2016, wurden 30 Tankwagen des IS mitsamt Begleitmannschaft durch die Luftwaffe eliminiert. (http://sptnkne.ws/bWFz)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî bekundete laut as-Sûmariyya-News: „Wir haben unseren Luftraum für die Russen unter gewissen Bedingungen geöffnet“. Näheres zu den Bedingungen erwähnte er nicht. Auch existiert noch keine diesbezügliche Anfrage seitens der Kreml-Regierung. Es geht dabei um Luftwaffeneinsätze in Syrien gegen die dort aktiven Terroristen. (http://sptnkne.ws/bVMx)
Laut Mitteilung von Aso Ṭālabānī (Aso Talabani), Chef der Moskauer Vertretung des Irakischen Kurdistan, vom Mo., 15.8.2016, gegenüber Journalisten hat Rußland rund eine Million Stück Kalaschnikow-Munition an die irakischen Kurden geliefert. Hierzu führte er aus: „Die etwa vor zwei Wochen mit einem Flugzeug nach Erbil gebrachte Munition für Maschinenpistolen und Maschinengewehre der Marke Kalaschnikow wird bei der Erstürmung der Stadt Mossul eingesetzt“. Dann setzte er hinzu: „Die russische Seite versicherte, dass sie den Kurden auch weiter militärische Hilfe erweisen wird“. (http://sptnkne.ws/bVu7)
Am 16.8.2016 erlangten die irakischen Truppen wieder die Kontrolle über die Orte al-Ḥawîš,al-Ğawâʽana,Ğabla und al-Ġâziyya nahe al-Qayâra südlich von Mossul, nachdem sie den IS-Terroristen bedeutende Verluste an Menschenleben und Ausrüstung zugefügt hatten. Unter den Getöteten im Dorf Zahîlîla wurde auch der verantwortliche Führer für die sog. Militärpolizei der IS-Terrororganisation namens MarwânSabhân alias Abû Manṣûr identifiziert. Am Vortag war schon al-Ḥawâsim im selben Gebiet befreit worden. (http://www.sana.sy/?p=418061)
Durch einen IS-Giftgasangriff mittels entsprechend bestückter Raketen auf den Ort ʽÛsiğa südlich von Mossul in der Provinz Nînawâ wurden bislang 17 Bürger, überwiegend Frauen und Kinder, verletzt. Laut Auskunft des Bürgermeisters von Mossul, Ḥussain Ḥâğim, handelte es sich wahrscheinlich um Chlorgas. Infolge weiterer IS-Angriffe auf Dörfer im S der Provinzhauptstadt seien zudem drei Tote und vier Verwundete zu beklagen. (http://www.sana.sy/?p=417168)
Am Morgen des 13.8.2016 startete die Armee einen Angriff auf IS-Stellungen und befreite im Lauf der heftigen Gefechte die Orte ʽÛğiyya und Zahîliyya im S von al-Qayyâra aus der Besetzung der Terrororganisation, wie as-SûmariyyaNews meldete. Anschließend erfolgte die Säuberung des Gebiets von hunderten von den Terroristen hinterlassener Sprengkörper und Minen. Generalmajor Ismâʽîl Maḥlâwî, Kommandeur der al-Anbâr-Operationen, informierte zudem darüber, daß auch die Regionen al-Bûhuwî und al-ʽAğârbiyya südlich von Falûğa auf diese Weise wieder für Zivilisten betretbar gemacht worden sind. Durch Luftangriffe wurden zudem im Raum ar-Ramâdî zwei Lager für Waffen und andere militärische Gerätschaften des IS zerstört und etliche IS-Terroristen getötet. (http://www.sana.sy/?p=416800)
Bei der Detonation einer Autobombe in as-Samâwa, der Hauptstadt der Provinz al-Muṯannā, nahe einer Polizei-Straßensperre kamen drei Personen ums Leben, weitere zehn trugen Verletzungen davon. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i13030-tote_und_verletzte_bei_explosion_im_s%C3%BCden_iraks vom 12.8.2016)
Am 10.8.2016 begann in Bagdad eine zweitägige internationale Konferenz unter dem Motto „DerIrak und die Welt werden dem IS eine Niederlage bereiten„. Laut Mitteilung von Saʽd al-Ḥadîṯî nähmen Experten aus 50 Ländern und Vertreter internationaler und regionaler Organisationen daran. Das Ministerpräsidentenbüro machte deutlich, daß auch Repräsentanten der UNO, NATO und EU anwesend seien. Es gehe dabei auch um der psychologische Kriegsführung, Vorgehen gegen die IS-Medien, Austrocknung der IS-Ressourcen, Begegnung von religiösem Extremismus etc. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i12898-irak_internationale_konferenz_zur_is_bek%C3%A4mpfung)
Erneut wurde Bagdad am 10.8.2016 durch zwei Anschläge, eine Autobombe im W der Stadt und eine Explosion im N erschüttert. Dabei kamen zwei Soldaten ums Leben, 12 weitere Personen wurden verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i12943-weitere_anschl%C3%A4ge_in_bagdad)
Nach Meldung von aš-Šafaq News hätten IS-Kämpfer Dokumente und Computer aus ihrer irakischen Hochburg Mossul herausgeschleust und in ihren syrischen Stützpunkt ar-Raqqa gebracht. Verteidigungsminister Ḫālid al-ʽUbaidî hatte zuvor darüber informiert, daß bereits erste ranghohe IS-Anführer aus Mossul geflohen seien und IS-Kommandeure ihr Vermögen im Land liquidiert hätten. Auch würden einige versuchen, heimlich in die autonome irakische Kurdenregion zu gelangen. (http://sptnkne.ws/bSNB)
Ein Bombenanschlag vom 9.8.2016 im Gebiet al-ʽAlam im SW Bagdads kostete zwei Bürger das Leben, weitere sieben wurden verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i12859-2_tote_und_7_verletzte_bei_terroristischem_anschlag_in_bagdad)
Infolge zweier Suizidanschläge wurden am 6.8.2016 im N von ar-Ramâdî gemäß irakischer Militärquellen 14 Menschen (Soldaten und Nomaden) getötet, während im S von Bagdad ein Todesopfer und und fünf Verwundete zu beklagen waren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i12625-14_iraker_bei_selbstmordanschl%C3%A4- gen_in_ramadi_get%C3%B6tet)
Gemäß ʽAlî Dawûd, Ratsvorsitzender von al-Ḫâlidiyya in der Provinz al-Anbâr gegenüber as-Sûmariyya News bombardierte die Luftwaffe erfolgreich dasn IS-Hauptquartier 23km östlich von ar-Ramâdî. Generalmajor Ismâʽîl Maḥlâwî, Kommandeurs der al-Anbâr-Operationen, ergänzte, daß beim Räumen von Minen im Gebiet auch eine IS-Werkstatt zum Bau von Sprengsätzen samt versteckten Terroristen aufgefunden wurde. Verhaftet wurden zudem 19 IS-Terroristen westlich von Baiğî in der Provinz Ṣalâḥaddîn, die wegen verschiedener Verbrechen angeklagt sind.
Tags zuvor vereitelte die Luftwaffe mit ihrem Bombardement mehrere in Vorbereitung befindliche Autobombenanschläge und andere Suizidattentate und tötete dabei 43 IS-Extremisten. (http://sana.sy/?p=414113)
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) meldete, der IS habe am 4.8.2016 im Raum Kirkûk 3000 Flüchtlinge gefangengenommen und davon bereits 12 ermordet („hingerichtet“). (http://sptnkne.ws/bRjj).
Ḥussain al-Qâʽidî, einem Unterstützer der Yaziden (Jesiden) im Landesparlament, informierte während einer Konferenz zum 2. Jahrestag der IS-Besetzung Region Sinğar gemäß einer Sendung von al-ʽÂlam über folgenden Sachverhalt: „Der IS trainiert in seinen Lagern über 1.400 jesidische Kinder für die Verübung von Terroranschlägen“. Zudem gab er bekannt: „Innerhalb der vergangenen zwei Jahre konnten wir 2640 Jesiden aus IS-Gefangenschaft befreien. Dabei werden weitere 3770 noch gefangen gehalten“. (http://sptnkne.ws/bQwF vom 3.8.2016)
Bei den Luftangriffen der US-geführten Koalition seien gemäß Farḥân Muḥammad, Ratsmitglied der Provinz al-Anbâr, Wohngebiete der Stadt al-Qâ´im (al-Ghaem) in al-Anbâr bombardiert worden mit der Folge, mindestens 30 Bürger starben und weitere 17 verletzt wurden. – Derweil konnten Sicherheitskräfte in der Provinz Ṣalâḥaddîn vier Personen unter Terrorismusverdacht festnehmen bei der Entdeckung von ca. 50 Sprengstoffgürteln und 50 Raketen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i12487-irak_dutzende_tote_bei_us_luft-angriffen_auf_gebiete_in_al_anbar)
Der von weiteren heimischen Kräften untersttüzten Armee gelang es, die Kontrolle über die Region und den Zugang nach al-Walîd al-Ḥudûdî in der Provinz al-Anbâr zu erringen wie der Bürgermeister von ar-Ruṭba, ʽImâd ad-Dulaimî, gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. Außerdem befreite sie die Insel Ḫâlidiyya im Westen der Provinz. (http://www.sana.sy/?p=412958)
Nach einer Explosion am Mo., 1.8.2016, in einem nordöstlich gelegenen Stadtteil von Bagdad mit einem Toten und sieben Verletzten, kam es tags darauf am 2.8.2016 zu drei Bombenanschlägen in verschiedenen Teilen der Haupstadt mit zusammen vier Getöteten und 15 Verwundeten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i12415-weitere_to-te_und_verletzte_bei_terroristischen_anschl%C3%A4gen_in_bagdad)
Kürzlich wurde Verteidigungsminister Ḫālid al-ʽUbaidî ins Parlament einbestellt, um sich zu den Anschuldigungen über Unterschlagung öffentlicher Gelder in Höhe von einigen Milliarden US-$ in seinem Ministerium zu äußern. Diese hätten 2014 im Land den Zerfall der Armee während des Eindringens des IS ins Land (mit)verursacht. Parlamentspräsident Salîm al-Ğabûrî (Salim al-Jabouri) hatte sich zuvor geweigert, die Angelegenheit mit al-ʽUbaidî hinter verschlossenen Türen zu besprechen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i12388-irak_al_abadi_ordnet_untersuchung_der_korruptionsvorw%C3%BCrfe_im_r%C3%BCstungshandel_an)
Vier Bewaffnete bahnten sich am So., 31.7.2016, mit Granateneinsatz den Weg zur Gasanlage „A.B.2“ 15km nordwestlich von Kirkûk, wobei zwei Männer vom Wachpersonal lebensgefährlich verletzt und vier Mitarbeiter erschossen wurden. – Beim IS-Angriff auf ein Ölfeld in der Provinz Kirkûk wurde der lokale Polizeichef getötet. Zwei der drei Suizidattentäter wurden rechtzeitig gestoppt und liquidiert, während der dritte mit der Detonation auch zwei Öltanks zur Explosion brachte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i12238-vier_tote_bei_an-griff_auf_gaseinrichtungen_im_nordirak)
Beim Bagdader Treffen von Patriarch Louis Raphael Sako und vier hochrangigen šîʽitischen Theologen ging es um die Vertiefung der freundschaftlichenBeziehungen chaldäisch-katholischer Christen und šîʽitischer Muslime im Nahen Osten. Von muslimischer Seite nahmen Teil die Scheichs ʽAlâ´addîn Ğazâ´irî (Ala-ed-din Jazairi) und Ğâsim Mandalawî (Jassim Mandalawi) aus dem irakischen Nağaf sowie Ḥamîd Riḍâ (Hamid Reza) und Ḥamîd al-Bâb´î (Hamid Albabai) aus dem iranischen Qum. Probleme des Zusammenlebens sollen so künftig gemeinsam in positiver Atmosphäre angegangen werden. (http://parstoday.com/de/news/world-i12217-schiiten_und_chald%C3%A4isch_katholischen_christen_treten_f%C3%BCr_mehr_dialog_ein) – Zur Presse-Erklärung des Patriarchen gegenüber der katholischen römischen Nachrichtenagentur Fides vom 30.7.2016 s. http://www.kathpress.at/goto/meldung/1404569/chaldaeische-christen-und-schiiten-wollen-mehr-dialog.
Im Kurzinterview mit Press TVwürdigte Verteidigungsminister Ḫālid al-ʽUbaidî Engagement und Unterstützung seitens des Irans im Abwehrkampf gegen den IS, was auch hinsichtlich der Operation zur Befreiung von Mossul gelte. Dabei stellte er heraus, daß sich die iranischen Militärberater – im Gegensatz zu anderen Militärs! – in Abstimmung mit der Landesregierung im Irak aufhielten. Bezüglich der Befreiung Mossuls stellte er nochmals klar, daß hierbei nur irakische Kräfte beteiligt sein dürften. Fremde Einmischung werde nicht geduldet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i12175-irakischer_ver-teidigungsminister_engagement_irans_bei_der_vernichtung_und_vertrei-bung_der_is_terroristen)
Laut einem BBC-Bericht, hatte die am 3.7.2016 in Bagdad gezündete Bombe, der schließlich allein 292 Personen zum Opfer fielen, eine ganz besondere Zusammensetzung und komplizierte Bauart. Während zu Anfang höchstens 30 Passanten unmittelbar getötet worden seien, habe sich darauf erst das ganze Zerstörungspotenzial gezeigt: „dann stieg die Temperatur rapide an. Der ausgelöste Brand verwandelte ein nahestehendes Handelszentrum in eine tödliche Feuerfalle. Eben deshalb gab es fast 300 Todesopfer“, wurde im Bericht zitiert. Der Sprengsatz sei problemlos durch alle Absperrungen gelangt. (http://sptnkne.ws/bNgu). – Zu letzterem trug vor allem die Tatsache bei, daß die Sicherheitskräfte bewußt mit defekten Detektoren (vgl.u.) ausgestattet gewesen waren.
Vor einem Polizei-Kontrollposten in einem v.a. von Šîʽiten bewohnten Bezirk im N von Bagdad sprengte sich am 27.7.2016 ein Suizidattentäter mittels Sprengstoffgürtel in die Luft, hinterließ drei Tote und mindestens 15 Verletzte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i12007-mindestens_sechs_to-te_bei_anschlag_im_norden_von_bagdad)
Nach Mitteilung des Sprechers des Ölministeriums, ‘Âṣim al-Ğihâd (Assem al-Jihad), vom 25.7.2016, sei der Ölexport des Land im Juni auf den Rekordgegenwert von ca. vier Milliarden US-$ gestiegen. Das entspreche einer Tagesausfuhr von 3.400.000 Barrel. Der Irak verfügt über die fünftgrößten Öl- und zwölftgrößten Erdgasreserven der Erde. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i11845-%C3%96lexport_aus_dem_irak_gestiegen)
Während der Operation zur Befreiung von Ğazîrat al-Ḫâlidiyya aus der Besetzung durch den IS wurde ein IS-Zentrum zerstört. Unter den Getöteten befand sich auch der sog. IS-Amîr für Sicherheit in der Gegend namens Abû Ḥâriṯ ar-Râwî mit drei seiner Mitarbeiter, teilte der kommandierende Generalmajor der Operationen in der Provinz al-Anbâr, Ismâʽîl Šihâb, der Agentur WÂʽ mit. Auch wurde ein IS-Waffendepot durch die Führung der 17. Infanterie-Division der irakischen Armee ausfindig gemacht und konfisziert. Brigadegeneral ʽAbdul-Karîm as-Sabʽâwî von den südlich Mossul stationierten Truppen teilte gegenüber dpa mit, daß kürzlich der IS23 junge Männer nahe Nimrûd und as-Salâmiyya habe abschlachtenlassen unter der Beschuldigung, sie hätten mit den Sicherheitskräften zusammengearbeitet. (http://sana.sy/?p=408904 vom 25.7.2016)
Während der Gipfelkonferenz der Arabischen Liga in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott forderteAußenminister al-Ğaʽfarî die arabischen Länder erneut dazu auf, auf die Türkei Druck auszuüben, damit diese ihre am 4.12. 2015 illegal ins Land eingedrungenen Truppen zurückziehe. Er machte deutlich, daß „die Respektierung der gutnachbarlichen Beziehungen zur Türkei nicht bedeute, daß Bagdad auf seine territoriale Integrität und nationale Souveränität verzichte.“ Zum Wideraufbau des Landes brauche der Irak die Unterstützung der Weltgemeinschaft. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i11905-irak_t%C3%BCrkische_milit%C3%A4rs_m%C3%BCs-sen_das_land_verlassen)
An der Zufahrt zur Stadt al-Ḫalis, ca. 80 km nördlich von Bagdad, in der Provinz Diyâlâ, wurde am 24.7.2016 eine Autobombe zur Detonation gebracht. bislang sind mindestens 18 Tote und 23 Verletzte festegstellt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i11800-irak_18_tote_bei_explosion_einer_autobom- be_in_diala)
Wie as-Sûmariyya News berichtete, ließ ein Suizidattentäter am frühen Morgen den Sonntags im nördlich gelegenen Bagdader Vorort al-Kâẓimiyya seinen Sprengstoffgürtel detonieren, tötete damit mindestens 12 Personen und verletzte 22 weitere. Aktualisierung: Die Opferzahl stieg auf 21 Tote und 35 Verletzte. Der IS bekannt sich zum Verbrechen. (http://www.sana.sy/?p=408404, s.a. http://sptnkne.ws/bKcM)
Nach Mitteilung von Verteidigungsminister Ḫālid al-ʽUbaidî auf Twitter von der Konferenz US-geführten Koalition in Washington über das IS-kontrollierte Gebiet im Irak mit: „Die Terrorgruppierung ‚Islamischer Staat‘ kontrolliert derzeit weniger als zehn Prozent des Staatsgebietes des Irak, während sie früher auf einmal 40% des Territoriums des Landes erobert hatte“. (http://sptnkne.ws/bJvr)
Im Nachgang der wiederholten Demonstrationen für eine neue Regierung gegen die bestehende korrupte (vgl.u.) hat am 21.7.2016 aus dem Kabinett von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nun der siebte Minister (für Höhere Bildung), Dr. Ḥussain aš-Šahristânî (Hussein al-Shahristani), innerhalb von 24 Stunden sein Rücktrittsgesuch eingereicht, um den Weg für die Bildung einer neuen Regierung freizumachen. Zuvor waren die Minister für Öl, Transport, Wohnung, Wasser und Industrie zurückgetreten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i11584-irakischer_ministerpr%C3%A4sident_nimmt_r%C3%BCck-trittsgesuch_einer_weiteren_seiner_kabinettsmitglieder_an)
Am 19.7.2016 detonierte eine Bombe im südlichen Bagdad mit zwei Todesopfern und vier Verletzten in der Folge. Tags darauf am Mittwoch wurden bei zwei Explosionen in der Hauptstadt vier Bürger getötet und 17 verwundet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i11524-irak_vier_tote_und_17_verletzte_bei_zwei_bombenexplosionen_in_bagdad)
Wie as-Sûmariyya News berichtete, wurden am Nachmittag des 18.7.2016, in Mossul 56 ehemalige Polizeikräfte der Stadt Nînavâ vom IS festgenommen und in seine Gefängnisse der Region verschleppt. Ihnen wurde Spionage bzw. Zusammenarbeit mit Regierungskräften vorgeworfen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i11407-irak_terrormiliz_is_nimmt_65_ehema-lige_polizeikr%C3%A4fte_fest vom 19.7.2016)
Im Interview mit as-Sûmariyya News verkündete Generalmajor ʽAbduz-Zûbaʽî, Kommandant der 7. Armee-Division in der Provinz al-Anbâr, die Befreiung des ad-Dûlâb-Gebiets aus der Kontrolle des IS, welche sich mit Unterstützung von Artillerie und Stammeskämpfern unter Deckung durch die irakische Luftwaffe vollzog. Anschließend wurden ca. 500 vom IS hinterlassene Sprengkörper demontiert.
Azîz Ḫalaf aṭ-Ṭarmûz, der Sicherheitsberater des Gouverneur von al-Anbâr, informierte zudem im Interview mit as-Sûmariyya News über einen Suizidanschlag am 18.7.2016 im Zufahrtsbereich zur vor zwei Monaten befreiten Stadt ar-Ruṭba (vgl.u.) per Sprengstoffgürtel, während der IS von vier Seiten her die Stadt mittels Autobomben anzugreifen versuchte. Beim Attentat kamen drei Polizisten ums Leben, fünf Zivilisten wurden verletzt. Laut dem Bürgermeister von ar-Ruṭba, ʽImâd ad-Dulaimî, richtete der IS enorme Schäden an, zudem seien viele Opfer zu beklagen.
Positiv sei aber hervorzuheben, daß Tags zuvor Dutzende von IS-Terroristen durch die irakische Luftwaffe in al-Ğazîra al-Ḫâlidiya östlich von ar-Ramâdî und in Mosul getötet worden seien. (http://www.sana.sy/?p=405947)
Gemäß Russia al-Yaumforderte der irakische UN-Botschafter, Muḥammad ʽAlî al-Ḥakim, am 17.7.2016 vor dem UN-Sicherheitsrat während einer Diskussion der Lage im Irak eine Erklärung seitens Saudi-Arabiens zur finanziellen Unterstützung des IS via NGOs unter dem Deckmantel der Hilfe für Kinder in Falûğa. Außerdem rief er den UN-Sicherheitsrat dazu auf, Resolutionen gegen Saudi-Arabien und die Türkei zu erlassen wegen deren fortgesetzter Finanzhilfen für den IS. sowie die internationale Gemeinschaft, Maßnahmen zu ergreifen, daß nicht weiterhin aus ca. 100 Ländern Terroristennachschub nach Syrien und in den Irak geschickt werde. Im Counterterrorismus sei es der irakischen Armee bislang gelungen 60% des vom IS besetzten Landes zurückerobern. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i11278-bagdad_saudische_or-ganisationen_finanzieren_den_is)
Mindestens drei Personen kamen laut Meldung von al-ʽAhad bei Bombenan- schlägen am Sonntag im Norden und Südwesten von Bagdad zu Tode, weitere elf wurden verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i11266-zwei_tote_und_elf_verletzte_bei_zwei_bombenanschl%C3%A4gen_im_irak)
Erneut (vgl.u.) kam es zu Demonstrationen Zehntausender in Bagdad, die zur Reform und Absetzung der korrupten Politikern der Regierung aufriefen und sich für die Einheit des Saates gegen Spaltungsversuche der Gesellschaft (in Sunniten und Šîʽiten) aussprachen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i11137-tausende_demonstrieren_in_bagdad)
Auch die Rechtsstaat-Koalition im Parlament forderte erneut die Ausweisung des saudischen Botschafters in Bagdad wegen dessen untragbarer Umtriebe (vgl.u.). (http://sana.sy/?p=405290)
US-Generalleutnant Michael T. Flynn, früherer Chef der Defense Intelligence Agency (DIA), legte bzgl. des IS offen, daß sich auf den Laptops ihrer Mitglieder bevorzugt – d.h. zu 80% – bildliche Darstellungen sexueller Akte, also Pornographie finde. „Wir haben den barbarischen Rivalen in die Augen gesehen, denjenigen, die Frauen und Kinder, Mädchen und Jungen vergewaltigen und ausnutzen, die Menschen enthaupten, weil sie es mögen, und Pornographie auf ihren Computern betrachten“, schrieb Flynn in seinen Erinnerungen. Damit stünden die entdeckten Unterlagen im eklatanten Widerspruch zu der von ihren verbreiteten (wahhâbitischen) Ideologie. Bürger, die beim Ansehen von Pornos durch IS-Leute erwischt würden, würden dagegen ausgepeitscht.(http://sptnkne.ws/bFkv)
In ihrem jüngsten Artikel in TheWashington Post vom 12.7.2016 weisen die Reporter Joby Warrick und Suad Mekhennet darauf hin, daß angesichts des Armeevordringens in Syrien und im Irak die IS-Führer ihre Anhänger auf einen Zusammenbruch des vor zwei Jahren ausgerufenen „Kalifats“ vorzubereiten versuchen. Dies zeige sich in Taten und Worten der IS-Verantwortlichen. Zum einen würden in verzweifelter Reaktion auf die empfindlichen Gebiets- und Einnahmenverluste im ersten Halbjahr 2016 die Anschläge im Irak und Syrien ausgeweitet. Zu diesem Schluß komme auch Will McCants, Forscher am Brookings Institut in Washington und US-Experte für Anti-Terror-Angelegenheiten. (http://sptnkne.ws/bEYP, Artikel auch von der Nesawissimaja Gaseta am 14.7.2016 aufgenommen und bei Sputniknews selben Tags zitiert; der Originalartikel ist einzusehen unter: https://www.washingtonpost.com/world/national-security/inside-isis-quietly-preparing-for-the-loss-of-the-caliphate/2016/07/12/9a1a8a02-454b-11e6-8856-f26de2537a9d_story.html)
Da schickt der französische Präsident Hollande laut Ankündigung vom 13.7.2016 den Flugzeugträger Charles De Gaulle erneut ins vor die Küsten Syriens und weitere 300 bis 400 französische Militärs als „Berater“ in den Irak, obwohl die Landesregierung ausländisches Militär im Land mehrfach abgelehnt (vgl.u.) hat. (http://parstoday.com/de/news/world-i11032-frankreich_entsendet_wei-tere_milit%C3%A4rberater_nach_irak)
Laut Meldung der IS-eigenen „Nachrichtenagentur“ Aʽmâq vom 13.7.2016 ist der IS-KommandeurAbû ʽUmar aš-Šîšânî (zur Person vgl.u.) bei der „Verteidigung“ der Stadt Širqâṭ nahe Mossul gegen die irakischen Streitkräfte getötet worden. Ein Datum hierfür wurde nicht genannt. Im Gegensatz hierzu hatte die US-Administration im März behauptet, jener sei bei einem gezielten Luftangriff auf seinen Konvoi in Nordsyrien an den Folgen seiner Verletzungen verstorben, was damals schon dessen Vater gegenüber Sputniknews dementierte. (https://ent.siteintelgroup.com/Jihadist-News/is-amaq-reports-death-of-umar-al-shishani-amidst-battles-in-shirqat.html)
Am Mi., 13.7.2016, empfing Präsident Dr. al-Assad den irakischenNational Security Adviser Falāḥ al-Fayâd (Falah al-Fayad), der ihm ein Schreiben von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî bzgl. der Kooperation beider Regierungen im politischen, militärischen und Sicherheitsbereich, insbesondere hinsichtlich der Terrorismusbekämpfung überreichte. Zudem informierte er Dr. al-Assad über die derzeitigen Vorbereitungen zur Rückeroberung von Mossul aus den Händen der IS-Terrororganisation und versicherte erneut die fortgesetzte Kommunikation und Abstimmung mit der syrischen Regierung dabei wie die Unterstützung seines Landes für Syrien allgemein. Derart werde man gegenüber dem Terrorismus, der die Welt bedrohe, erfolgreich sein. Dr. al-Assad gratulierte dem Brudervolk wie der regierung des Irak zu den jüngsten Erfolgen der Armee wie der Volkswehr (al-Ḥašd aš-Šaʽbî) im Kampf gegen den IS. Beide Staaten befänden sich im ernsthaften Abwehrkrieg gegen den Terrorismus, vom Sieg im einen Land profitiere auch das andere. – Das letzte Treffen zwischen beiden Politikern hatte am 29.7.2015 stattgefunden. (http://sana.sy/en/?p=82559)
Masʽûd Barzânî, der auch nach Ablauf seiner Amtszeit das Präsidentenamt der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak vereinnahmt (vgl.u.), hat am Di., 12.7.2016, mit dem US-Vize- Verteidigungsminister Robert O. Work laut Kurdistan 24 ein Militärabkommen unterzeichnet. Demnach werde die US-Administration die Lieferung von US-Waffen und die übernommene Bezahlung der Pîšmarga beaufsichtigen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10951-milit%C3%A4rabkommen_zwischen_usa_und_irakischer_kurdenregion_unterzeichnet) – Jegliche Unterstützung eines Teils des Irak ohne vorherige Kontaktierung und Zustimmung der Zentralregierung stellt völkerrechtlich eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten dieses Staates dar und ist demnach unzulässig (vgl.u.). Dagegen hat sich die Regierung in Bagdad schon des öfteren vergeblich beschwert (vgl.u.).
Nur einen Tag spater wurde am 13.7.2016 in Râšidiyya im nördlichen Bagdad erneut eine Autobombenexplosion herbeigeführt, bei der acht Personen getötet und 20 verletzt wurden (http://sana.sy/?p=404059)
Der IS fühlt sich dank der Fortschritte der syrischen und irakischen Armee offenbar immer mehr in die Ecke gedrängt: in seiner letzten irakischen Hochburg Mossul wurde Apotheke(r)n bei empfindlicher Strafe verboten, Verhütungsmittel oder Pillen zum Schwangerschaftsabbruch zu verkaufen. Ein Einwohner erklärt gegenüber Sputnik den Grund: „Die Extremisten wollen damit verhindern, dass eine von ihnen vergewaltigte Frau das Kind loswerden will. Damit wollen sich die Terroristen massenhaft vermehren und eine künftige Generation zeugen“. Daher brächten die IS-Extremisten bevorzugt die verschleppten (und teils bereits vergewaltigten) Frauen in den Irak bzw. nach Mossul in ihr verbliebenes Rückzugsgebiet, um dort möglichst viel Nachwuchs für die Terrororganisation „herzustellen“. Somit hinterlasse der IS gerade auch im Falle des Rückzugs der Terroristen vor den anrückenden Streitkräften ein demographisches und damit gesellschaftspolitisches Problem „dank“ der Massen an Vergewaltigungskindern unter Obhut alleinerziehender Mütter, sofern sie nicht gleich der Sorge des Staates überlassen würden. – Gemäß dem Volkswehrsprecher der Provinz Nînawâ, Maḥmûd as-Surğî (Al-Surji), rückten die Truppen von Süden her rasch gen Mossul vor. (http://sptnkne.ws/bErk)
Bei der Detonation einer Autobombe an einem Gemüsemarkt im nördlichen Stadtteil Râšidiyya von Bagdad kamen bislang 11 Personen ums Leben, weitere 32 wurden verletzt. (http://www.sana.sy/?p=403595 vom 12.7.2016)
Im Nachgang der Chilcot-Kommissionsberichts (s.u.) und in deutlichem Gegensatz zu Antony Blair hat dessen ehemaliger Vize-Premierminister John Prescott und derzeitiges Mitglied des House of Lords die Beteiligung seines Landes am – für ihn illegalen – Irakkrieg 2003 öffentlich bedauert. In einem Beitrag für den Sunday Mirror schrieb er: „Für den Rest meines Lebens werde ich mit der Entscheidung und ihren katastrophalen Konsequenzen leben“ und ergänzte: „In bedingungsloser Gefolgschaft der USA beteiligte sich Großbritannien 2003 am Irakkrieg, unzureichend vorbereitet und obwohl die diplomatischen Mittel nicht ausgeschöpft waren.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i10702-blairs_stellvertreter_bedauert_beteiligung_londons_am_irakkrieg_zutiefst)
Nach Rückeroberung des Luftwaffenstützpunkts und Flughafens von al-Qayâra, ca. 20km vom Ortszentrum entfernt, durch die Landesstreitkräfte, hat der IS im nahen Ölfeld fünf Ölbohrlöcher in Brand gesetzt, wie die Kommandostelle der Provinz Nînavâ informiert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10729-is_setzt_f%C3%BCnf_%C3%96lbohrl%C3%B6cher_im_s%C3%BCden_von_mus-sel_in_brand)
Nach Mitteilung des Gouverneurs der Provinz Nînawâ, Nofal Hammadi [Nûfal Ḥamâdî], haben die Streitkräfte die Luftwaffenbasis al-Qayâra (al-Ghayara) südlich von Mossul aus den händen des IS befreit (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10654-irakische_armee_verk%C3%BCndet_die_be-freiung_der_luft-waffenbasis_al_ghayara_im_norden_des_landes, http://sana.sy/?p=402763, s.a. http://sptnkne.ws/bDgn) sowie sieben IS-Schlupfnester im Bereich von al-Bû Ḏiyâb nördlich von ar-Ramâdî durch Luftangriffe zerstört. Außerdem haben die Bodentruppen 28 Mörsergranaten, mehr als 60 Sprengsätze, andere Waffen und militärisches Material des IS in al-Ḥalâbisa und al-Bûrîša nördlich von ar-Ramâdî gefunden und sichergestellt. (http://sana.sy/?p=402763)
In der verbliebenen IS-Hochburg Mossul sind zur Abschreckung erneut IS-Mitglieder hingerichtet worden, vorgeblich, weil sie gemäß IS-Šarîʽa-Gericht an die „feindliche Seite“ Informationen zum jeweiligen Aufenthaltsort von IS-Anführern übermittelt haben sollen, wie Ahlu_l-Bayt News Agency (ABNA) meldet. Unter den Delinquenten waren auch Mitglieder des „inneren Sicherheitsdiensts“ der Terrororganisation, genannt ḥisba, dazuzwei IS-Kommandeure der Provinz Nînawâ (http://sptnkne.ws/bCNZ) – ḥisba ist die Pflicht eines Muslims, zum rechten Handeln [im Sinne des Islamischen Rechts] zu ermahnen und falsches Handeln zu tadeln, die aus einigen Suren hervorgeht, wie z.B. 7,157; 9,71; 9,112; 22,41; 3, 110. Daneben gab und gibt es in die Theokratie anstrebenden islamischen Ländern ( z.B. im Islamische Republik Iran, Saudi-Arabien, Nord-Sudan, Provinz Aceh in Indonesien) noch staatliche Organe, welche für die Überwachung islamischer Sitten in der Öffentlichkeit zuständig sind; beim IS heißt diese „Religionspolizei“ direkt ḥisba.
Erwartungsgemäß sind dem IS Satellitenschüsseln für Wohnungen der Bürger unter ihrer Kontrolle nicht genehm, da hierüber z.B. auch Programme des staatlichen Fernsehens über heranrückenden Armee-Entsatz oder die IS-Schandtaten im restlichen Syrien oder dem Irak u.a. gesehen werden können. Solche Sender zu sehen, ist verboten und die Satellitenschüsseln damit auch. Werden sie an Wohnungen in Mossul gesichtet, werden sie zwangsweise abmontiert und die Besitzer bestraft. Auch hier kommt die IS-Religionspolizeiḥisba zum Einsatz. Ein Einwohner informierte darüber Sputnik-News unter Inkognito-Vorbehalt: „Die IS-Dschihadisten dringen in unsere Häuser ein, nehmen den Familien ihre Satellitenschüsseln ab, wobei sie erklären, dass sie eine gesetzliche Grundlage dafür hätten, weil die Terrormiliz Daesh vor drei Monaten ein Dokument veröffentlicht habe, in dem sie die Bevölkerung zum Verzicht auf das Satellitenfernsehen aufruft“. Von den Geräten gesäuberte Straßenzüge würden mit dem Wort für „erledigt“ gekennzeichnet. Die Delinquenten erwarte Auspeitschung mit 80 Hieben oder – seit dem wachsenden Einnahmenverlust des IS (vgl.u.) – auch ein vor Ort festgelegter Geldbetrag. (http://sptnkne.ws/bCSX) – Laut dem Islamischen Recht müssen, Strafzumessungen, welche nicht die im Koran aufgeführten ḥadd-Delikte betreffen, unter den dort genannten liegen. Dem widerspricht die Anordnung von 80 Hieben (vgl. Lederer, 1994, S.143f).
Am Abend des 7.7.2016 kam es wieder zu einem Autobombenanschlag am Eingangstor des Mausoleums eines šîʽitischen Heiligen in Balad, ca. 90km nördlich von Bagdad. Bewaffnete feuerten darauf auf die Pilger Dabei starben bislang mindestens 35 Personen, ca. 60 wurden verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10600-erneut_selbstmordanschl%C3%A4ge_im_irak_35_tote)
Das US-Magazin Veterans Today verweist in einem Artikel von GPD vom 7.7.2016 darauf, daß die Geheimdienst-Fehlmeldungen über die vermeintliche Gefahr der Verwendung von Massenvernichtungswaffen durch den Irak, welche auch nach Untersuchung der Chilcot-Kommission (s.u.) zur Irakinvasion 2003 führten, auffällig auf Sequenzen desActionfilmsThe Rock von 1996 mit Nicolas Cage und Sean Connery basierten. Sie wurden so durch den MI6 an Premier Blair in der Downingstreet Nr.10 weitergegeben und nicht revidiert, als sie sich als Fakes herausstellten. Im Chilcot-Bericht heißt es dazu, der MI6 „did not inform No 10 or others that the source who had provided the reporting issued on September 11 and 23, 2002, about production of chemical and biological agent, had been lying to SIS.” Zudem konstatiert der Bericht: MI6 „made no effort to investigate otherwise.“. Näheres dazu bei: http://www.veteranstoday.com/2016/07/07/mi6-used-hoax-wmd-reports-based-on-action-film-the-rock-to-justify-iraq-invasion-chilcot/.
Nach Veröffentlichung des Berichts der Chilcot-Untersuchungskommission (vgl.u.) fordern irakische Abgeordnete die Regierung auf, Großbritannien wegen der Okkupation des Irak rechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Wörtlich sagte die Abgeordnete ʽAliya Nâṣîf (Alija Nassif) im Interview mit RIA Novosti:„Nach dem Fitr-Fest werden wir die Regierung auffordern, gegen Großbritannien und dessen Verbündete, die den Irak okkupiert haben, vor Gericht zu ziehen“. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10525-bericht_der_chil-cot_untersuchungskommission_irak_erw%C3%A4gt_klage_gegen_gro%C3%9Fbritannien)
John Chilcot, Chef der von der britischen Regierung eingesetzten Untersuchungskommission hat bekannt gegeben, daß die britische Beteiligung am Krieg gegen den Irak vor dreizehn Jahren aufgrund unbewiesener Informationen beschlossen und durchgeführt worden sei. Dies ist das Ergebnis siebenjähriger Ermittlungsarbeit, welches am Mi., 6.7.2016, durch Veröffentlichung des Untersuchungsberichts publik gemacht worden ist. Großbritannien sei damals, nachdem der damalige Premierminister Blair die Bedrohung durch den Irak falsch dargestellt habe, voreilig in den Krieg gezogen und habe die Konsequenzen des Feldzugs unterschätzt. (http://sptnkne.ws/bBVw, http://sptnkne.ws/bBVy)
Im Interview mit Hürriyet forderte VerteidigungsministerḪālidal-ʽUbaidî das türkische Volk auf, Druck auf seine Regierung auszuüben, damit die sich seit dem 4.12.2015 völkerrechtswidrig im Nordirak aufhaltenden türkischen Soldaten (vgl.u.) endlich abgezogen werden. Gleichzeitig rief er die türkische Regierung dazu auf, die territoriale Integrität und die Souveränität des irakischen Nachbarn zu respektieren und die Truppen, die nahe Mossul in Baʽšîqa positioniert sind, abzuziehen. Nicht nur, daß „Die Präsenz der türkischen Soldaten im Irak … inakzeptabel“ sei, sie behindere die Befreiungsoperationen der irakischen Streitkräfte in der Provinz Nînavâ und damit Mossuls! (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10489-irakisches_verteidigungsministerium_t%C3%BCrkische_soldaten_m%C3%BCssen_das_land_verlassen)
Als weitere Konsequenz des verheerenden kürzlich erfolgten Anschlags in Bagdad (s.u.) hat Innenminister Muḥammad Sâlim al-Ġabban sein sein Rücktrittsgesuch eingereicht Die Regierung unter Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî habe bei der Regulierung und Koordinierung der Aktivitäten der Sicherheitsorgane und damit beim Schutz der Iraker versagt. Es gebe konkurrierende Sicherheitsorgane mit unterschiedlichen Befugnissen im Staat, was dringend reformiert werden müsse. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10453-iraks_innenminister_tritt_zur%C3%BCck) – Vgl. dazu den Skandal um die nicht funktionierenden Sprengstoffdetektoren (s.u.)!
Am Mo., 4.7.2016, wurden auf das Gebiet des internationalen Flughafen von Bagdad mehrere Raketen durch Extremisten abgefeuert, wie al-Ğazîra meldete. Sie fielen laut dem Sprecher der Sicherheitskräfte auf das Gelände des sog. „Camp Liberty“ nahe des Flughafens. (http://sptnkne.ws/bBvT)
Laut einer Erklärung des Militärs konnten das 9. und 15. und Schützenpanzer- Bataiilon acht Orte in der Provinz Nînawâ befreien und sichern, darunter al-Karâma sowie al-Ḥâğ ʽAlîas-Sabʽa südlich von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=400680)
Völkerrechtswidrig,, da ohne Autorisierung durch die Landesregierung, hat die türkische Luftwaffe Abend des 3.7.2016 wie schon tags zuvor wieder PKK-Stellungen in vielen Orten des Nord-Iraks bombardiert, wie die Melliyat Zeitung meldete. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10273-t%C3%BCrkische_kampjets_bombardieren_weiterhin_nordirak)
Entsprechend den vielfachen Demonstrationen gegen die Korruption u.a. schwerwiegende Mängel (vgl.u.) der Regierung unter Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî haben auch die Bürger am Ort des Attentats im Bagdader Stadtteil al.Karâda den Politiker bei seiner Ankunft dort mit Pfiffen und Steinwürfen „empfangen“ und wieder vertrieben, wie al-Ḥadaṯ berichtete. (http://sptnkne.ws/bARk)
Zwei Terroranschläge in Bagdad, zu denen sich der IS bekannte, forderten bislang 172 Tote und 196 Verwundete. In der Nacht zum 3.7.2016, detonierte laut dem stellvertretenden Leiter des Sicherheitsausschusses im Bagdader Bezirksrat, Muḥammad ar-Rubaiʽî, im Viertel al-Karâda im Zentrum der Hauptstadt eine Autobombe, die zu den schrecklichen Verwüstungen führte. Eine weiteren Bombenanschlag mittels eines improvisierten Sprengsatzes gab es im Osten Bagdads. (http://www.sana.sy/?p=400531) – Aktualisierung: Die Zahl der Toten wurde am Montag mit 213 angegeben bei mehr als 200 Verletzten.(http://www.sana.sy/?p=400958 vom 4.7.2016)
Am Sa., 2.7.2016, wurde durch den ägyptische Außenminister Sâmiḥ Šukrî die Botschaft des Landes in Bagdad wiedereröffnet. Er gratulierte dabei dem Außenminister al-Ğaʽfarî während eines Treffens zu den Erfolgen der irakischen Armee und sagte die Unterstützung Ägyptens im Kampf gegen den Terrorismus zu, wobei er herausstrich, daß jegliche Operation innerhalb dieses Kampfes mit der Landesregierung abzusprechen sei. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10255-wiederer%C3%B6ffnung_der_%C3%A4gyptischen_botschaft_in_bagdad)
Als die Operation zur Befreiung Falûğas kurz vor ihrem endgültigen Erfolg stand, rückte aus der Stadt flüchtend ein Konvoi von ca. 500 Fahrzeugen von IS-Kombattanten aus. Das Pentagon habe die US-geführte Allianz angewiesen, diesen nicht zu attackieren mit der Behauptung, es handele sich nur um Zivilisten, Angehörige der IS-Kämpfer. Daher habe die irakische Luftwaffe mehr als 200 der Wagen zerstört. (http://www.voltairenet.org/article192704.html)
Nach Meldung von as-Sûmariyya–News soll ein Mann deutscher Nationalität zum Kommandeur der in der Provinz Nînawâ (Ninive) im Norden des Landes positionierten IS-Formationen durch IS-Chef Abû Bakr al-Baġdâdî ernannt worden sein. Dabei handele es sich um dessen langjährigen „Kameraden“, der zur IS-Spitze gehöre, dessen Namen nicht genannt worden sei. Er habe schon in Afghanistan mit den Extremisten gekämpft. In Nînawâ komme es derzeit aufgrund der Erfolge der Armee zu vermehrten Umbesetzungen innerhalb des IS auf Kommandeursebene. (http://sptnkne.ws/b97W)
Erneut mußte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî den saudischen Botschafter in Bagdad, Ṯâmir as-Sabhân,in scharfer Form an die Einhaltung des diplomatischen Reglements erinnern sowie dazu ermahnen, sich nicht in die irakischen inneren Angelegenheiten einzumischen (hierzu vgl.u.). Das Problem verstärkend hatte sich der saudische Außenminister, ʽÂdil al-Ğubair (Adel al-Dschubeir), hatte sich am Mi., 29.6.2016, vor Journalisten in Paris gegen die sehr erfolgreich zusammen mit dem Heer gegen den IS kämpfende Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî positioniert und gefordert, diese von kämpfen gegen den IS auszuschließen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10084-ira- kischer_ministerpr%C3%A4sident_mahnt_saudischen_botschaf-ter_in_bag-dad_zur_einhaltung_der_diplomatenpflicht, s.a. http://sana.sy/?p=399610)
In einer Sitzung mit für den Satellitenempfang zuständigen Medienaktivisten am Mi., 29.6.2016, in Bagdad drückte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî seine tiefe Besorgnis über Planungen der Türkei bzgl. Mossul aus. Seit Dezember 2015 halten sich nicht nur illegal in den Irak einmarschierte türkische Streitkräfte auf irakischem Territorium auf sondern haben dort sogar eine befestigte Stellung bezogen (vgl.u.). Wie as-Sûmariyya–News berichtet, bemerkte al-ʽAbâdî dabei: „Einige Nachbarländer haben Verbrechen im Irak begangen.“ Nun bestehe die Befürchtung, daß die türkischen Streitkräfte einen Militäreinsatz in Mossul durchführten. Würden türkische Soldaten dorthin geschickt, bräche ein weiterer großer Krieg neben dem Krieg gegen die IS-Terrormiliz aus. – Erst vor wenigen Tagen hatte der Ministerpräsident erneut den Abzug der türkischen Truppe aus der nahe Mossul gelegenen Baschika-Kaserne gefordert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10081-al_abadi_t%C3%BCrkische_invasion_in_mosul_f%C3%BChrt_zu_einem_gro%C3%9Fen_krieg)
Bei zwei Bombenanschlägen im Osten Bagdads wie in Abû Ġuraib kamen am 29.6.2016 mindestens fünf Menschen ums Leben, 15 weitere wurden verwundet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i10069-f%C3%BCnf_tote_bei_an-schl%C3%A4gen_in_bagdad)
Auf einer Pressekonferenz der Nachrichtenagentur Anadolu vom Mo., 27.6.2016, in der Region Maḫmûr teilte Verteidigungsministers Ḫālidal-ʽUbaidî zum Stand der Kämpfe gegen den IS mit: „Vor zwei Jahren hatten die Terroristen etwa 40% des iraksichen Territoriums besetzt„, demgegenüber hielten sie momentan noch 10%. Er ergänzte: „Die irakischen Kräfte haben dem IS inzwischen große Schäden zugefügt. Zuletzt wurden 1300 IS-Terroristen südlich von Mossul in der Provinz Ninive getötet.“ Die laufende Operation zur Befreiung Mossuls mache derweil Fortschritte. Erfreulicherweise seien bei der Großoffensive in Falûğa90% der Stadt intakt geblieben und bewohnbar. Daher rief er die Einwohner zur Rückkehr auf. Die öffentlichen Einrichtungen seien wieder geöffnet. Die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sollten nach Rückkehr zum Alltag bei den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten behilflich sein, wie Muḥammad Yâsîn, Mitglied des Provinzrats von al-Anbâr, mitteilte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9967-irak_is_kontrolliert_nur_10_prozent_des_landes, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9934-irak_is_steht_vor_kompletten_niederlage)
Der Anschlag eines Suizidattentäters per Detonation seines Sprengstoffgürtels in der an-Nûr-Moschee im az-Zaidân-Gebiet von Abû Ġuraib, westlich von Bagdad, hinterließ am Sonntagabend – bislang – neun Tote und mehr als 20 Verletzte. Die Sicherheitskräfte sperrten das Gebiet großräumig ab, wie as-Sûmariyya meldete. (http://sana.sy/?p=398579 vom 27.6.2016) – Während des Ramaḍân finden sich auch (aus islamischer Sicht) wochtentags über vermehrt Betende in Moscheen.
Nach Angaben des Präsidenten des Repräsentantenrats Usâma an-Nuğaifî vom So., 26.6.2016, halten sich zur Zeit in Mossul ca. 7.000IS-Terroristen auf sowie in den Vororten nochmals ca. 12.000, die meisten davon – wie gehabt – Ausländer. Der Erfolg in Falûğa habe den Irakern neuen Elan zur Befreiung der Provinz-hauptstadt von Nînawâ (Ninive) gegeben. An-Nuğaifî informierte außerdem darüber, daß der IS aus Falûğa etwa 700 Bürger entführt habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9922-7000_is_terrori-sten_im_irakischen_mosul)
Generalleutnant ʽAbdulwahhâb as-Sâʽidî, Einsatzleiter der Befreiungsoperation von Falûğa, verkündete in einem Interview im irakischen Fernsehen, das Blut- vergießen des irakischen Volkes für die Befreiung dieser Stadt sei nun zu Ende. AlleTeile der Stadt seien vom IS gesäubert. Dabei seien mindestens 1.800 Terroristen liquidiert worden. Nach verlustreichen Kämpfen wurde zudem die Kontrolle über die Stadt Makḥûl und die Dörfer Muḥammad Mûsâ und aš-Šaiḫ ʽAlî im Bezirk Širqâṭ/Provinz Ṣalâḥuddîn zurückerlangt. Letzteres sei besinders der Erfolg der 9. Panzerdivision und 16. Infanteriedivision, welche die Verteidigungslinien des IS durchbrochen hätten, und der nachsetzenden Anti-Terror-Kampfeinheit, verlautete aus dem Verteidigungsministerium in einer Erklärung vom 26.6.2016. Am Vortag war der Verteidigungsminister angereist, um sich selbst ein Bild vor Ort zu verschaffen. (http://sana.sy/?p=397821)
Am 25.6.2016 teilte der kommandierende Generalmajor der Operationen in der Provinz al-Anbâr, Ismâʽîl Šihâb, dem SANA-Korrespondent in Bagdad mit, die vereinten Streitkräfte seien heute morgen in die Stadtteile al-Ḥaṣî und al-Ğaulân in Falûğas Zentrum vorgedrungen und hätten dort die letztenIS-Positionen beseitigt. Während der Befreiungsoperation seien mindestens 1500 IS-Ter-roristen getötet worden. (http://sana.sy/?p=397602)
Ḏū-l-Fiqār al-Baldawî (Zulfikar al-Baldawi), Leiter des Zentrums der al-Ḥašd aš-Šaʽbî genannten Volkswehr teilte im Interview mit Sputnik News bzgl. der jetzigen Situation in mit Falûğa mit, militärisch gesehen sei die Stadt befreit, da sich die irakischen Streitkräfte in allen wichtigen Stadtbezirken befänden und fügte an: „Gegenwärtig ist die Säuberung der letzten extremistischen Wider-standsnester im Gange. Es läuft die Suche nach Daesh-Terroristen in den Tunneln, Häusern und an übrigen verborgenen Orten. … Wir haben viele Geiseln befreit, darunter Dutzende Jesidinnen, Christinnen aus Mossul. Unter ihnen können auch Frauen aus Syrien sein“.
Im Norden der Provinz Ṣalâḥuddîn unweit von Mossul gehe die Initiative der Aktionen nicht von irakischen Behörden bzw. dem Verteidigungsministerium aus, spezifizierte al-Baldawî, da jene vorerst darauf konzentriert seien, den Mi- litärflugplatz QayyâraAirfield West zurückzuerobern. Hinsichtlich des von der Regierung nicht autorisierten und damit völkerrechtswidrigen Eingreifens der US-Truppen setzte er auseinander: „Wir haben die Information erhalten, dass diese (Kampf-)Handlungen auf Initiative der USA geführt werden, da sich die amerikanischen Truppen diese Basis im Weiteren aneignen wollen, um dort ihre Luftwaffe zu stationieren“, (http://sptnkne.ws/b6rz)
Bei einer Bombenexplosion kamen am Di., 21.6.2016, in der Nähe eines Basars im O Bagdads mindestens zwei Personen ums Leben, sieben weitere wurden verletzt. – Tags zuvor fielen in Nordbagdad einem Suizidattentat mehrere Soldaten zum Opfer: fünf wurden getötet, elf verwundet. Allgemein sieht man in den gehäuften Terroraktionen der letzten Zeit Revancheakte des IS für die erlittenen heftigen Verluste auf dem militärischen Bereich wie al-Aḥad berichtet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9622-irak_bombenexplo- sion_in_bagdad)
Laut Mitteilung des Einsatzleiters der Befreiungsoperation von Falûğa, General ʽAbdulwahhâb as-Sâʽidî, wurden während dieses Feldzugs bislang rund 2.5000 IS-Anhänger liquidiert. „Durch die Tötung dieser Anzahl von Terroristen haben die irakischen Sicherheitskräfte einen großen Erfolg beim Kampf gegen die IS-Miliz und deren Verteibung aus der Stadt erzielt„, teilte er am Mo., 21.6.2016 der Presse mit. Die befreiten Zonen würden gegenwärtig von hinterlassenen Minen und Sprengfallen gesäubert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9604-2500_is_terroristen_in_falludscha_get%C3%B6tet)
Während der Befreiungsoperation von Falûğa retteten die Streitkräfte auch mindestens 354 Jesidinnen [Yazîdiyât] aus IS-Gefangenschaft seit Eroberung des Sinğar-Gebiets im August 2014 (vgl.u.), wie der Zuständige für die Ange- legenheiten der jesidischen Kurden, Hâdî Dubânî (Hadi Dobani), bestätigte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9541-irakische_armee_be-freit_354_jesidische_frauen_aus_is_gefangenschaft vom 20.6.2016)
Nach Auskunft des Kommandeurs der al-Anbâr-Operationen, Generalmajor Ismâʽîl Maḥlâwî gegenüber der irakischen Nachrichtenagentur (INA) fänden militärische Operation in den Bereichen von al-Bûrîša und Zankûra nördlich der Stadt ar-Ramâdî statt, um sie von letzten Resten des IS zu säubern. Zudem wurde ein IS-Angriffsversuch auf beide Orte verhindert. Polizei- und Sicherheitskräfte sind derweil in der Siedlung al-Ğaulân westlich von Falûğa angekommen, um sie zu befreien, letzteres gelte auch für die Siedlung al-Maḏkûr. – Wie der Provinzpolizeichef von Diyâlâ, Generalmajor Ğâsim as-Saʽdî mitteilte, seien am Sonntagmorgen bei einem IS-Suizidanschlag mittels Zündung eines Sprengstoffgürtels am Zugang zum Camp at-Tâği nördlich Bagdads zwei irakische Soldaten getötet und acht weitere verwundet worden. (http://www.sana.sy/?p=395894 vom 20.6.2016)
Am Morgen des 19.6.2016 hinterließ die Detonation eines Sprengsatzes in Suwaib (Souib) im SW Bagdads einen Toten und fünf Verletzte. Später zu Mittag kamen bei einem weiteren Bombenanschlag im Bezirk Maḥmudiyya (Mahmudieh) der Hauptstadt zwei Personen ums Leben, neun weitere wurden verwundet, wie al-Aḥad berichtete. Tags zuvor verursachte die Detonation einer Autobombe in Ṭûz Ḫurmâtû (Tuz Churmatu) den Tod zweier Menschen, 10 weitere trugen Verletzungen davon. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9475-irak_drei_tote_und_14_verletzte_bei_zwei_bombenanschl%C3%A4gen_in_bagdad)
Im Nachgang des problematischen sektiererischen Verhaltens des saudischen Botschafters Ṯâmir as-Sabhân in Bagdad (vgl.u.), womit er auf eine religiöse Spaltung der irakischen Bevölkerung hinarbeite, kritisierte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî scharf Haltung wie Äußerungen dieses „Diplomaten“ als klare Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iraks, die völlig außerhalb seiner diplomatischen Kompetenz lägen, weswegen der Botschafter schon zum wiederholten Male ins Ministerium einbestellt und darauf offiziell hingewiesen worden sei. Hierzu erklärte al-Ğaʽfarî: „Bagdad erlaubt keinem Botschafter mit sektiererischen Aussagen die internen Spaltungen im Irak zu schüren.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9457-iraks_au%C3%9Fenmini-ster_saudischer_bostchafter_mischt_sich_in_iraks_internen_angelegenheiten_ein)
Gemäß Interview von as-Sûmariyya-News mit dem Militärberater des irakischen Verteidigungsministeriums Muḥammad al-ʽAskarî verkündete Verteidi-gungsministerium al-ʽUbaidî, daß am Morgen des 18.6.2016 die zweite Phase der Befreiung von Nînâwâ begonnen habe, wobei die Rückeroberung von Qayyâra als Sprungsbrett für jene der Großstadt Mossul diene. Zum selben Zweck sei man zur gleichen Zeit in den Norden der Provinz Salāḥuddīn vorgerückt. Auch sei Karîm al-Ḫalaf im NW der Ölraffinerie von Baiğî wie das Dorf al-Masḥak nördlich von Baiğî am Rande des Makḥûl-Bergzugs befreit worden, wobei die Streitkräfte bis zum Abzweig von aš-Šarqâṭ vordrangen und dem IS herbe Verluste an Kämpfern und Ausrüstung beibrachten. Dazu glückte per Luftangriff die Zerstörung einer Fabrik für Autobomben im Dorf ʽAṣriyya im SW der Provinz Kirkûk. In Falûğa würden nun noch sämtliche Gebäude und Möglichkeiten als Unterschlupf für möglicherweise verblieben IS-Anhänger durchsucht, informierte Einsatzleiter der Operation, Zweisternegeneral ʽAbdulwahâb as-Sâʽidî die Agentur AFP. (http://www.sana.sy/?p=395396)
Irakischen Sicherheitskräften der 29. Brigade der 7. Armeedivision gelang es während einer in präzisen Operation, den sog. Sicherheitsbeamten des IS, Aḥmad Mağîd, und sieben seiner Mitarbeiter westlich der kürzlich befreiten Stadt Hît in der Provinz al-Anbâr zu töten. Diese versuchten gerade, sich dem Vordringen der Armee in ihre Fortifikationen westlich von Hît durch Flucht über den Euphrat zu entziehen. Zur gleichen Zeit wurde aus Armeekreisen bekannt gegeben, daß nun die Befreiung der Provinz Salāḥ ad Dīn anlaufe, beginnend mit deren nördlichen Teil, der Region Qayyâra. Hierzu setzte die irakische Luftwaffe zu Bombardierungen der IS-Standorte in Makḥûl und im Bereich um aš-Šarqâṭ sowie nördlich davon an. – Tags zuvor hatte der Kommandierende der irakischen Armee, Generalleutnant ʽAbdulamîrŠamarî nach der weitgehenden Befreiung von Falûğa mitgeteilt, daß das gesamte Stadtzentrum einschließlich des Regionalregierungskomplexes mitsamt dem Stadtkrankenhaus unter Armeekontrolle stünden. (http://sana.sy/?p=395291 vom 18.6.2016) – Zur Bekanntgabe der Rückeroberung von Salāḥuddīn durch den Verteidigungsminister Ḫâlid al-ʽUbaidî (Khalid Al-Abidi) s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9433-irak_operation_zur_befreiung_der_provinz_salahad-din_begonnen.
In einer TV-Ansprache vom Freitagabend, 17.6.2016, konnte Ministerpräsident, Ḥaidar al-ʽAbâdî, die Befreiung der Stadt Falûğa aus den Händen der IS-Terroristen verkünden. Die Soldaten nahmen den Regierungssitz ein und hißten dort die Fahne. Bis auf einen kleinen Teil, in dem sich noch vereinzelt IS-Nester befänden, kontrollierten die Sicherheitskräfte jetzt die Stadt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9421-ministerpr%C3%A4si-dent_al_abadi_verk%C3%BCndet_die_be-freiung_von_falludscha) – Dazu führte der Einsatzleiter der Operation, Zweisternegeneral ʽAbdulwahâb as-Sâʽidî (Abdelwahab Al-Saedi) mit, man verzichte auf einen zu hastigen Vormarsch, um unnötige größere Verluste auch hinsichtlich der Beschädigung der Infrastruktur zu vermeiden und das Leben der in der Stadt verbliebenen Zivilisten zu schützen. Am Freitag seien allein an der Südflanke der vollkommen umstellten Stadt an die 1000 IS-Terroristen getötet worden. Inzwischen sei der Innenminister angereist, um sich vor Ort ein Bild der Situation zu machen. (http://sana.sy/?p=394926, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9412-falludscha_befreit_k%C3%A4mpfe_dau-ern_in_der_stadt_an)
Zu der erst kürzlich gebrachten erneuten Meldung von The Mirror über den Tod von IS-Chef Abû Bakr al-Baġdâdî (vgl.u.) teilte jetzt der syrische Botschafter in Moskau, Riyâḍ Ḥadâd (Riad Haddad), am Fr., 17.6.2016, mit, jener sei verletzt und werde „in der nächsten Zeit liquidiert“ werden. (http://sptnkne.ws/b4BA)
Nach Bericht des Sprechers des Innenministeriums, Brigadegeneral Saʽd Maʽn, gegenüber dem SANA-Korrespondenten in Bagdad, befreite die 17. Infanterie-Division nach heftigen Gefechten mit dem IS die Gegenden von Rîkân, aṭ-Ṭalʽa,Bustânî, Tikrîtî, al-Ḫuḍrâ´, den Stadtteil al-Andalus in Falûğa und das Areal weiter bis zur 60. Straße. Der IS erlitt schwere Verluste, ein Rest war gezwungen sich durch das mit Sprengfallen ausgelegte Gebiet ins Zentrum der Stadt zurückzuziehen. Zudem informierte der Nînawâ-Operationskommandant Generalmajor Nağîm al-Ğubûrî darüber, daß 8km südlich von Mossul sieben Dörfer um die Stadt Qayyâra sowie deren linke Seite der Kontrolle des IS entrissen seien wie der Zugang zum Tigris durch das Zentrum von al-Ḥâğ ʽAlî und das Dorf an-Naṣr. Dabei wurde die Versorgungslinie al-Kuwaîr – Qayyâraaš-Šurqâṭ des IS durchschnitten. Laut der staatlichen irakischen Nach- richtenagentur hieß es zudem, daß al-Ḫuḍar,al-Ḫuḍair, as-Sâlim befreit und das Gebiet al-ʽArsân, südöstlich von Falûğa, von der Armee abgeschottet worden sei. (http://sana.sy/?p=394626) – Am 16.6.2016 ergänzte der Zweisterne-General Ra´îd Šâkir Ğaudat noch, daß bei der Einnahme des Zentrums von Falûğa auch 15 zu Autobomben präparierte Fahrzeuge zerstört worden seien. Zudem habe eine wahre Massenflucht der IS-Anhänger eingesetzt, hieß es seitens des Einsatzkommandos. Zur Erlangung dieses Zieles sei die vorherige Evakuierung der Bürger (vgl.u.) sehr von Vorteil gewesen. Beteiligt seien an der Befreiung der Stadt ca.22.000 Soldaten, Polizeikräfte, Anti-Terroreinheiten, die Volkswehr und Stammesangehörige. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9355-irakische_einheiten_bringen_zentrum_von_fallu-dscha_unter_kontrolle, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9367-is_k%C3%A4mpfer_fl%C3%BCchten_aus_falludscha)
Laut Meldung von The Mirror soll wieder einmal der IS-Chef Abû Bakr al-Baġdâdî ums Leben gekommen sein, obwohl es schon hier widersprüchliche Varianten gibt: einmal heißt es: „Die irakische Luftwaffe attackierte Baghdadis Begleitkommando auf dem Weg nach Karabla, wo er ein Treffen von Daesh-Anführern besuchen sollte“, das andere Mal: „Abu Bakr al-Baghdadi wurde bei einem Luftangriff der Koalition auf Rakka am fünften Ramadan-Tag ermordet“. (http://sptnkne.ws/b3yx)
Nach Auskunft eines Mitglieds der mit der Armee zusammen den IS bekämpfenden Volkswehral-Ḥašd aš-Šaʽbî namens Karîm an-Nûrî mißbrauchten die IS-Kämpfer die Bürger der Stadt Falûğa in vielerlei Hinsicht: „Die Kämpfer lassen die Einwohner nicht aus der Stadt und nutzen sie als lebendiges Schutzschild“, wie die Zeitung Iswestija am Di., 14.6.2016, aufgrund seiner Angaben berichtet. Außerdem unterzögen sie die Bewohner Experimenten und ließen sie bis zur Erschöpfung Blut für die verletzten IS-Terroristen spenden, so daß viele Zivilisten schon an massivem Blutverlust gestorben seien. Nahrungsmittel erhielten die Bewohner nur gegen das Versprechen, in den Reihen der IS-Anhänger mitzukämpfen. Besonders gerne würden in dieser Hinsicht Kinder gezwungen, zu Autobomben umfunktionierte Fahrzeuge zu steuern. Versuchten die Zivilisten, sich schwimmend über den Euphrat zu retten, würden sie vom IS erschossen. – Gemäß Interview mit dem russischen Botschafter in Bagdad, Ilja Morgunow, durch RIA Novosti, erfordere die Befreiung von Falûğa seine Zeit und sei „eineziemlich langwierige und blutige Kampagne“. Zudem ergänzte er: „Die Amerikaner haben diese Stadt nach dem Sturz Saddam Husseins zwei Mal erobert, indem sie mit Phosphorbomben beworfen wurde. Im ersten Anlauf konnte die US-Armee Falludscha aber nicht einnehmen … .“ – Auch der Sprecher des UN-Generalsekretärs, Stephane Dujarric, bestätigte: „Die Situation ist sehr fragil, und solange die Kriegshandlungen weitergehen, bestehen große Risiken für friedliche Einwohner“ und er fügte hinzu: „Unsere Kollegen von humanitären Organisationen sind über das Schicksal der in der Stadt verbleibenden Zivilisten äußerst besorgt.“ Muʽtaz Muḥî ʽAbdal-Ḥamîd (Muatazz Muhi Abdel Hamid), Direktor des irakischen Republikanischen Zentrums für Strategie- und Sicherheitsstudien, gab ebenfalls zu bedenken: „In der Umgebung der Stadt sind internationale humanitäre Organisationen aktiv, die den Menschen helfen, die Stadt zu verlassen. Aber zwischen den Regierungstruppen und den Extremisten gehen die blutigen Gefechte weiter, was die Versorgung der Stadt mit humanitären Hilfsgütern äußerst schwierig macht.“ (http://sptnkne.ws/b34b)
Die Armee rückt weiter auf das Zentrum von Falûğa vor. Dabei dementierte der Kommandeur der Operationen, Generalleutnant ʽAbdul-Wahâb as-Sâʽdî, lancierte Medienmeldungen, wonach der Vormarsch ins Stocken geraten sei aufgrund des beginns der Operation zur Befreiung von Mossul. Der Volkswehral-Ḥašd aš-Šaʽbî sei es gelungen, das Gebiet von al-Bûrîğa südöstlich von Falûğa zu befreien, während die Armee inzwischen die kürzlich zurückeroberten Areale aṣ-Ṣubâiḥât und al-Falâḥât komplett von hinterlassenen Minen gesäubert habe. Sie zerstörte zudem IS-Standorte im SO Falûğas. Laut einem Sprecher der al-Ḥašd aš-Šaʽbî seien am Morgen die letzten IS-Schlupflöcher in und um al-Bûrîğa beseitigt worden. Etliche IS-Anhänger wurden nahe Falûğa in präzisen Einsätzen der Luftwaffe eliminiert worden.
Irakische Kräfte befreiten zudem al-Azrakiyya in aṣ-Ṣaqlawiyya im NW von Falûğa, beseitigten eine Anzahl der IS-Terroristen und schnitten deren Nachschublinien ab. Laut dem Polizeichef der Gegend, General Râ´id ŠâkirĞawdat befinde sich nun das gesamte genannte Gebiet unter Armeekontrolle und sei von Sprengladungen gesäubert worden. Dabei entdeckten die Soldaten ein IS- Waffenlager in aṣ-Ṣaqlawiyya, töteten einige IS-Anhänger und demontierten Sprengsätze in den Gebieten Muṭaîbîğa,Šaiḫ Muḥammad,ʽAsîla,ʽÎṯa,al-Maliḥ und Tal Satîḥ westlich von Samarâ´ (Samarra) in der Provinz Salāḥ ad Dīn.
Auch in Bagdad wurden einige IS-Anhänger verhaftet sowie 92 Sprengsätze auf einer Straße westlich von Bagdad demontiert und IS-Waffenlager im aš-Šît -Gebiet südlich von Bagdad entdeckt
Tags zuvor hatten die Truppen die Gegend al-Maʽâmîr befreit.
Zudem habe sich in der Provinz Nînawâ ein IS-Kommandeur, Abû Taha ad-Dâʽašî mit Namen, im Süden von Mossul den irakischen Streitkräfte ergeben.(http://sana.sy/?p=393909 vom 14.6.2016)
3km im NO von Falûğa wurden Tonnen an Explosivstoffen in einem IS-Versteck aufgefunden, die als ‘Refined Sugar’ (raffinierter Zucker) aus Dubai, verschifft über die Türkei in den Irak, gekennzeichnet waren. Dies beweist erneut die direkte Unterstützung des IS durch die türkische AKP-Regierung wie durch die Golfstaaten einschließlich Saudi-Arabiens und die Ausnutzung von „Hilfslieferungen“ hierzu wie man sie auch aus Nord-Syrien kenne. (http://www.veteranstoday.com/2016/06/11/no-sugar-for-isis/ mit Hinweis auf die Meldung: https://twitter.com/IraqLiveUpdate/status/740533214951903232)
Laut einer Polizeiquelle wurden drei Soldaten durch einen detonierenden Spreng- satz in Ğabûr verletzt, während ein Armeekonvoi an der präparierten Stelle vorüberfuhr, zudem explodierte in weiterer Sprengsatz im Šaiḫ ʽUmar-Viertel im Zentrum Bagdads. (http://sana.sy/?p=393909 vom 14.6.2016)
Wie schon vor kurzem (vgl.u.) konnten Sicherheitskräfte unter die aus dem umkämpften Falûğa fliehenden Bewohner gemischte und verkleideteIS-Terroristen verhaften. Nach Angaben des Polizeichefs von al-Anbâr, Hâdî Rasayyiğ (Hadi Rsajedsch), vom Mo., 13.6.2016, hätten viele der gut 500 gefaßten IS-Terroristen gefälschte Papiere bei sich gehabt. Vergangenen Sa., 11.6.2016, die Armee im SW von Falûğa einen Korridor vorbereitet, durch welchen sich Tausende Zivilisten zu den von der Regierung bereitgestellten Flüchtlingslagern retten konnten. Gemäß Schätzungen seien noch zwischen 1.000 und 2.500 IS-Terroristen in der umkämpften Stadt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9172-irak_meldet_festnahme_von_%C3%BC-ber_500_is_mitgliedern)
Die Stellvertreterin des UN-Sondergesandten für den Irak, Lise Grande, bestätigte am Mo., 13.6.2016, vor Journalisten, daß in den letzten Tagen ca. 7000 Menschen Falûğa verlassen konnten. Sie teilte mit: „Diese Iraker sind durch sichere Korridore, die von irakischen Truppen eingerichtet wurden, in die vorgesehenen Flüchtlingslager außerhalb der Stadt geflohen„. Die in der Stadt verbliebenen Bewohner litten litten unter Nahrungsmittelknappheit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9214-irak_7000_men-schen_verlassen_falludscha_durch_sichere_korridore)
Laut Angaben des Einsatzleiters vom 12.6.2016 in Nînawâ konnte Ḫarâ´ib Ğabr (Kharaeb Dschabr) befreit und etliche IS-Terroristen getötet werden. Der Marsch werde Richtung Ḥâğ-ʽAlî etwa 60km südlich von Mossul fortgesetzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9103-irakische_einheiten_befrei- en_region_im_s%C3%BCden_von_mosul) – Am 12.6.2016 teilte zudem das Verteidigungsministerium mit, die Armee sei in Falûğa nur noch wenige Dutzend Meter vom Stadtzentrum entfernt, dessen Befreiung kurz bevorstehe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9091-falludscha_kurz_vor_endg%C3%BCltiger_befreiung)
Wieder haben die Sicherheitskräfte unter die aus dem umkämpften Falûğa fliehenden Bewohner gemischt und verkleideteIS-Terroristen verhaften können, 450 an der Zahl. Sie wurden nach erster Vernehmung der örtlichen Polizei übergeben. Die vereinigten Streitkräfte konnte derweil weiter gegen den IS in der Stadt vordringen und Teile im Westen und Süden zurückerobern, darunter den Bezirk aš-Šuhâda. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i9067-irak_mehr_als_450_is_terroristen_nahe_der_stadt_falludscha_festgenommen)
Das irakische Außenministerium forderte mittels seines Sprechers Aḥmad Ğamal die saudische Regierung dazu auf, präzise Angaben über die Finanzierung der im Land wütenden IS-Terrororganisation zu machen. Dies stelle nicht nur eine grobe Verletzung gut nachbarschaftlicher Beziehungen dar sondern ebenso die der hierzu ergangenen UNSC-Resolutionen. Der Terrorismus könne nur dann effektiv bekämpft werden, wenn die Unterstützung desselben durch Geldzuflüsse, Nachschub an Kämpfern, Waffen, Munition und sonstiger Ausrüstung wie durch Informationen seitens ausländischer Geheimdienste, politische und mediale Rückendeckung aufhöre. Zuvor hatte der Sprecher des saudischen Innen-ministers die Bildung eines Finanzfonds für den IS angekündigt, da die Tätigkeit der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî eine Anhebung der Finanzhilfen für den IS nötig gemacht habe. Saudi-Arabien sei zudem die Quelle des Wahhâbismus, auf dessen extremistischem Takfîr-Gedanken gut die Terroristen aufbauten. Sogar Professor Tom Anderson habe in seinem Ende 2015 erschienenen Buch The Dirty War on Syria nachgewiesen, daß es sich bei diesen siebenHauptunterstützerstaaten um Saudi-Arabien, Qaṭar, Israel, die Türkei und USA, Großbitannien und Frankreich handele [von denen die meisten der Gruppe der sog. „Freunde Syriens“ (vgl. Teil I) angehören!]. (http://www.sana.sy/?p=393137 vom 12.6.2016)
Nachdem der regulär nicht mehr im Amt befindliche (dazu vgl.u.) Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Masʽûd Barzânî, die Grenze seit Monaten hat sperren lassen, ist nun der Grenzübergangnach Nord-Syrien wieder frei für Handel und humanitäre Hilfsleistungen. (http://parstoday.com/de/news/midd-le_east-i9001-grenze_zwischen_nordsyrien_und_irakischer_autonomen_kur-denregion_ge%C3%B6ffnet)
Nach Auskunft des Kreistagsvorsitzenden von al-Ḫâlidiyya in al-Anbâr, ʽAlî Dawûd, und des ausführenden Generalmajors Ismâʽîl Maḥlâwî gegenüber as-Sûmariyya–News haben die Soldaten der 8. irakischen Armeedivision zusammen mit Stammesangehörigen und Unterstützung der eigenen Luftwaffe mitsamt Hubschraubern in einer groß angelegten Militäroperation ab frühem Morgen die beiden Regionen al-Falâḥât und aṣ-Ṣubâiḥât westlich Falûğa aus den Händen der IS-Terrororganisation befreit. Verteidigungsminister Ḫâlid al-ʽUbaidî machte sich ein Bild von der Situation vor Ort. (http://www.sana.sy/?p=392839)
Der irakische Nachrichtensender al-Atağâh brachte Filmaufnahmen, welche fünf Hubschrauber zeigten, die im IS-kontrollierten Gebiet beim Ort al-Mašak (al-Mashak) am al-Makḥûl-Bergland in der Provinz Salāḥ ad-Dīn landeten (Video: http://en.farsnews.com/player.aspx?nn=13950320000664). Aufgrund von Recherchen stellte sich später heraus, daß es sich um US-Hubschrauber handelte, die am 4.4.2016 dort niedergegangen waren. Darauf setzte der IS eine Offensive gegen die irakischen Streitkräfte in Gang, die sich al-Makḥûl-Bergland entfaltet hatten, wurden jedoch von letzteren zurückgeschlagen. – Der erwähnte Bergregion liegt entlang des Tigris an einem Kreuzungspunkt der Verbindungswege zwischen den Provinzen Salāḥ ad-Dīn, al-Anbâr und Diyâlâ. Da man von dort aus die irakische Grenzregion und den Tigris und die A1 überblicken kann und dies die irakischen Ḥizbullâh-Kämpfer zur Überwachung der Bewegungen der IS-Terroristen nutzen, ist der Bergzug von hoher strategischer Bedeutung. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13950320000380 vom 9.6.2016; s.a. http://wikimapia.org/10686690/Makhoul-Mountains)
Die französische Luftwaffe als Teil der sog. US-geführten Koalition hatte Photos veröffentlicht zum Beweis dafür, daß sie Waffenlager des IS zerstört hätten. Zwei Tage später stellte sich heraus, daß es sich bei den angeblichen Waffenlagern des IS tatsächlich – wieder einmal! – um einen Stützpunkt der irakischen Armee und der Volkswehrkräfte gehandelt hatte, die zuvor nach zweimonatigem Kampf den IS aus dem Norden von Tikrît hatten vertreiben können. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8983-franz%C3%B6si-sche_milit%C3%A4rberater_in_syrien vom 9.6.2016)
Ein südlich gelegenes Viertel von Falûğa ist von den irakischen Streitkräften bereits befreit worden, teilte General Ḥaidar Faḍl (Haydar Fadil) laut al-Yaum as-Sâbiʽ mit. Als nächstes stehe die Rückeroberung des Westteils bevor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8980-irakische_kr%C3%A4f- te_im_s%C3%BCden_falldschas_stationiert)
Auch am Do., 9.6.2016, kam es laut der irakischen Polizei zu einem IS-Doppelanschlagmittels Autobomben im Raum Bagdad, wobei bislang insgesamt 22 Personen zu Tode kamen, mehr 70 verletzt wurden. Die attentate ereigneten sichauf einem Markt im Stadtteil al-Ğadîda (Neustadt) sowie vor dem Haupttor einer Militärbasis im ca. 20km nördlich gelegenen Vorort Tâğî (Tadschi). (http://sptnkne.ws/bz8U, http://sana.sy/?p=392302)
Der IS hat ein neues Video veröffentlicht, welches eine Explosion beim Eingangs-bereich der Überreste des Nabu-Tempels in der antiken am Tigris gelegenen Stadt Nimrud aus dem 13. Jh. v.u.Z. zeigt. Die UNO-Forschungsagentur Unitar bestätigte am Mi., 8.6.2016, in Genf „erhebliche Schäden“ an dem Kulturgut, das ca. 30km südlich von Mossul liegt. Ein IS-Sprecher drohte zudem, in Ägypten die Pyramiden und die Sphinx zu sprengen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8956-uno_is_zerst%C3%B6rt_einen_weiteren_tempel_im_irak)
Laut Aussage der für humanitäre Hilfe im Irak zuständigen UN-Vertreterin Lise Grande vom 8.6.2016 befinden sich in der Vom IS beherrschten Stadt Falûğa (Falludscha) bis zu 90.000 eingeschlossenen Zivilisten anstatt der bislang geschätzten nur 50.000. „Mehr als 20.000 Menschen sei es gelungen, unter sehr schwierigen Umständen, aus der Stadt zu fliehen„, berichtete sie, während über 10.000 beim Versuch, über den Euphrat zu fliehen, ertrunken seien.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8950-uno_90000_zivi-listen_in_falludscha_eingeschlossen)
Aufgrund von Daten aus sechs in der Türkei ansässigen Botschaften verschiedener Länder meldet The Wall Street Journal, daß immer mehr IS-Anhänger jener Terrororganisation den Rücken und in ihr Heimatland mit Hilfe dieser Botschaften zurückkehren wollten. Dabei ist allerdings zu beachten, daß die IS- Terrororganisation auch Anhänger unter diesem Vorwand aussenden könnte, damit diese so unbehelligt nach Europa einreisen und in der Folge Attentate ausführen könnten. Die von den kontaktierten Diplomaten gesammelten Daten belegten, daß die zunächst von der an IS-Propaganda überzeugten und den Treueschwur an den IS geleistet habenden Teilnehmer an Kampfhandlungen u.a. durch die vehementen Rückschläge der letzten Zeit, beigebracht durch syrische und irakische armee samt Volkswehrkräften etc. ernüchtert seien, insbesondere da jetzt auch die Befreiung von Falûğa und ar-Raqqa bevorstehe. So bemerkte der französische Koordinator für Geheimdienstangelegenheiten, Didier Le Bret: „Die Kräfte [erg.: des IS] verlassen nach und nach die Städte. Eine Vielzahl an Franzosen kehrt in die Heimat zurück. Sie haben den Eindruck bekommen, alles sei komplett falsch gelaufen, nicht so, wie sie es sich vorstellt hatten“. Gut 150 Anfragen lägen bislang den Botschaften vor, obwohl die genaue Zahl nicht bekannt sei. (http://sptnkne.ws/bySH)
Durch einen Autobombenanschlag im Zentrum des bekannten islamischen Wallfahrtsorts Karbalâ´ (Kerbela) wurden mindestens fünf Menschen getötet, elf weitere verletzt. (http://sptnkne.ws/byW8 vom 7.6.2016)
Laut Sputniknews-Interview mit dem russischen Botschafter in Bagdad, Ilija Morgunow, sei dessen Regierung bereit, dem Irak jede nötige Militärtechnik für den Kampf gegen den IS bereitzustellen. Wörtlich äußerte er: „Sie können alles bekommen, worum sie bitten sollten. Wir können alles liefern, was sie brauchen“. Seitens der irakischen Regeirung bestehe interesse daran, auch weil die russische Militärtechnik im Vergleich zur westlichen einfacher zu bedienen und robuster und damit zuverlässiger sei. „Leider lebt der Irak in einer solchen Situation, in der er ohne ständigen Nachschub von neuen Waffen und Ausrüstung für seine Streitkräfte im Kampf gegen die Terrorgruppierungen einfach nicht überleben wird“, bemerkte er zur Situation. – Zuvor hatte Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî gegenüber Sputniknews bemerkt, die von Rußland gelieferten Kampfhubschrauber der Typen Mi-35 und Mi-28NE spielten eine entscheidende Rolle bei der Befreiung des Landes vom IS. (http://sptnkne.ws/bzn2)
Trotz der Drohungen des IS, auf fluchtwillige Bewohner der Stadt Falûğa zu schießen, sei es bereits ca. 16.000 Zivilisten gelungen, von dort zu fliehen, wie auch der US-Sonderbeauftragte Brett McGurk bei Twitter bestätigte. Die Armee habe derweil weitere Siedlungen rund um die Stadt befreien können und dabei immer wieder Massengräber des IS entdeckt. (http://sptnkne.ws/bzgj).
Die öffentlichen negativen Statements (s.u.!) des saudischen Botschafters in Bagdad, Ṯâmir as-Sabhân, ziehen weitere Kreise: seinen bisherigen Fauxpas setzte er nun seine erklärte Mißbilligung der Anwesenheit von iranischen Militärberatern und insbesondere von General Qâsim Sulaimânî (vgl.u.) beim Kampf gegen den IS im Irak hinzu. Dagegen hieß es in einer Stellungnahme von Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî während einer Pressekonferenz in Amman am Abend des 6.6.2016: „General Soleimani, der Kommandeur der al-Quds-Einheit der iranischen Revolutionsgarde (Sepah) ist ein iranischer Militärberater und mit Erlaubnis der irakischen Regierung und einem Visum nach Irak gekommen.“ Er setzte hinzu: „Bezüglich der Botschafter in Bagdad muss ich sagen, dass sie alle unsere Gäste sind und, dass sie mit den Gesetzen und Vorschriften der diplomatischen Arbeit vertraut sein sollten. Es ist ihnen nicht erlaubt, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen. Aber bezüglich Qassem Soleimani ist zu sagen, dass er ein militärischer Berater der irakischen Regierung ist.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8845-irak_eindeutige_ant-wort_des_au%C3%9Fenministers_an_saudi_arabien) – Im Land finden sich Militärberater auf Anforderung der irakischen Regierung auch aus den USA, Großbritannien, Kanada u.a.
Im Parlament forderten verschiedene Fraktionen die Entlassung des saudischen Botschafters in Bagdad, Ṯâmir as-Sabhân, wegen Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Irak, in dem er ständig für Zwietracht sorge und Teile der Bevölkerung aufwiegele. Er solle zur persona non grata erklärt werden, bemerkte u.a. auch der Vertreter der Koalition des staatlichen Rechts, der Abgeordnete az-Zaidî, gegenüber dem SANA-Korrespondenten, denn der saudische Botschafter habe mit seinen Agitationen die „rote Linie“ schon mehrfach überschritten, indem der die Nation zu spalten versuche und Volksverhetzung betreibe. Ähnliches besagte eine Erklärung der Badr-Fraktion, in der es zudem hieß, as-Sabhân vergesse, daß er ein Staatsgebilde vertrete, das die Bedeutung von Demokratie nicht kenne und dieselbe extreme Ideologie [des Wahhabismus] verkörpere, welche auch die Basis für al-Qaida und den IS hergebe. Am Vortag hatte sich das irakische Außenministerium überrascht von Aussagen einiger diplomatischer Persönlichkeiten gezeigt, die sich negativ zur Befreiung von Falûğa durch die Armee aus der IS-Herrschaft geäußert hatten. Der Abgeordnete Ḥanân al-Fatalâwî verlangte daher auch, dem saudischen Botschafter, der dies per Twitter getan hatte, ultimativ mitzuteilen, derartige Äußerungen zu unterlassen und ihm andernfalls mit Entlassung zu drohen. (http://www.sana.sy/?p=391268 vom 6.6.2016)
Laut Mitteilung des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC) schießen in der IS-Hochburg Falûğa die Anhänger der Terrororganisation auf Bürger, welche vor den Kampfhandlungen z.B. durch Übersetzen über den Euphrat zu fliehen versuchen. In den in Flüchtlingscamps sammelten sich seit Beginn der Armee-Operation zur Befreiung der Stadt vom IS ca. 18.000 Menschen. (http://sptnkne.ws/byuB)
Nach Befreiung von Saqlawiyya haben Angehörige der Armee und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der Stadt ein Massengrab des IS mit ca. 400 Leichen, meist von Soldaten, entdeckt, welche Schußwunden aufwiesen oder durch Autobomben getötet wurden.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8752-irak_mas-sengrab_mit_400_leichen_im_nor-den_von_falludscha_entdeckt vom 6.6.2016)
Laut Meldung des TV-Senders al-ʽIraqiyya hat die 14. Armeedivision zusammen mit den Volkswehrkräften der al-Ḥašd aš-Šaʽbîden IS aus der Stadt Saqlawiyya unter großen Feindverlusten vertreiben können. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8668-irak_r%C3%BCckerobe-rung_von_saqlawiyah_nahe_falludscha vom 4.6.2016)
Wie der Sprecher des Stabs für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, Brigadegeneral Yaḥya Rasûl az-Zubaidî (Yahya Rasul al-Zubaidi), gegenüber Sputnik News mitteilte, habe der IS größten Teil seines im Irak erbeuteten Kriegsgeräts vernichtet un den Rest über die Grenze nach Syrien verlegt im verzweifelten Versuch, die anrückende Armee von ar-Raqqa fernzuhalten. Zur Verteidigung von Falûğa kämen seitens des IS Granatwerfer, Scharfschützenwaffen und Autobomben zum Einsatz, zudem würden gegen den Vormarsch der Streitkräfte Sprengladungen positioniert und Suizidanschläge verübt. (http://sptnkne.ws/bx6U) – Zudem berichtete er, daß etliche IS-Kämpfer als Flüchtlinge getarntFalûğa zu verlassen suchten. (http://sptnkne.ws/bx5A)
Bei einem Suizidanschlag kamen am 4.6.2016 an einer Kontrollstelle nördlich Bagdads sechs Personen ums Leben, weitere 15 wurden verletzt – die meisten davon Soldaten. (http://sptnkne.ws/bxKd)
Vor kurzem gelang dem al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Verhaftung eines IS-Anführers in der Provinz al-Anbâr, dessen Gruppe die Tätigkeit der US-Berater im Gebiet beobachtete. Laut Nâẓim Muḥammad al-Ğuġaifî, einem Geheimdienstoffizier einer al-Ḥašd aš-Šaʽbî–Brigade, sagte jener aus, die US-Militärs würden ca. 900 teils arabische teils ausländische Kämpfer (im Original: „Terroristen“) in einer unterirdisch in Steinkavernen untergebrachten Trainingsausbildungsstätte mit dem Namen „Eye of the lion“ im Lager „ʽAkla Ḥaurân“ nahe einer US-Luftwaffenbasis im W von al-Anbâr ausbilden. Zudem plane seine Terrororganisation [d.i. der IS], in den befreiten Gebieten kriminelle Zellen einzurichten, die via moderner Kommunikationsmittel kontaktiert würden. (http://www.sana.sy/?p=389868 vom 3.6.2016)
Die Pressestelle der Patriotischen Union Kurdistans teilte unter Berufung auf einen örtlichen Augenzeugen mit, IS-Leute hätten am 2.6.2016 auf einem Platz der Innenstadt von Mossul 19 Frauen und Mädchen, welche sich den IS-Kämpfern verweigerten, in Käfige gesteckt und vor hunderten Menschen lebend verbrannt worden. Laut dem Beobachter wurden sie „hingerichtet, weil sie sich weigerten, Sexsklavinnen von Kämpfern des Kalifats zu werden. Niemand war in der Lage, sie von der brutalen Exekution zu retten“. (http://sptnkne.ws/bya4)
IS-Trupps hatten versucht, nach Hît und Kabîsa einzudringen, berichtete as-Sûmariyya am 2.6.2016, wurden dabei vom Heer zusammen mit Antiterror-einheiten und Unterstützung der Luftwaffe gehindert und großenteils ausge-löscht, der Rest in die Flucht geschlagen. Alle betroffenen Stadtteile wurden danach vom IS gesäubert. Tags zuvor hatten die IS-Gruppen im S und O von Falûğa im Kampf mit der Armee satte Verluste erlitten. (http://sana.sy/?p=389387)
Die völkerrechtswidrige Stationierung türkischer Truppen im Irak (vgl.u.) bezeichnete der russische Außenminister Sergei Lawrow am Di., 31.5.2016 als inakzeptabel und setzte in einer „Wir fordern, dass die Türkei ihre Truppen vom irakischen Territorium abzieht“, sagte Lawrow auf einer Videokonferenz hinzu: „Wir fordern, dass die Türkei ihre Truppen vom irakischen Territorium abzieht“. Die vom früheren türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu geäußerte Erklärung hierfür, die türkischen Truppen seien im Irak notwendig, um dessen Souveränität zu stärken, sei ihm zufolge „absolut unannehmbar“. Schließlich äußerte er: „Was die Türken tun, verdient meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit unserer westlichen Partner.“ (http://sptnkne.ws/bwan)
Inzwischen ist die Armee inFalûğa eingedrungen: Verschiedenen Kommandeure informierten AFP darüber: „Am Montagmorgen haben wir die Operation zum Einmarsch in Falludscha eingeleitet“. Wie so oft rücken die Streitkräfte, laut Erklärung von Ṣabâḥ an-Nuʽmân, dem Sprecher der irakischen Anti-Terror-Einheit, von drei Seiten vor [so daß dem Feind zum Entkomen nur die letzte Seite bleibt]. (http://sptnkne.ws/bv2X, http://www.sana.sy/?p=388181)
Kontrastierend dazu und um über die Verluste auf militärischem Gebiet hinwegzutäuschen läßt der IS gehäuft Terroranschläge, vor allem in Bagdad durchführen. Bei drei Detonationen in verschiedenen Stadtteilen starben mindestens 20 Menschen bei gut 50 Verletzten. Zwei Autobomben explodierten nahe eines belebten Marktes, in at-Tarmiyya (Al Tarmia) im N und ein mit Sprengstoff präpariertes Motorrad in aṣ-Ṣadr. (http://sptnkne.ws/bv5t vom 30.5.2016)
Wie erwartet (vgl.u.) haben die IS-Terroristen wie üblich [vgl. Syrien-Thread] ein umfangreiches Tunnelsystemin Falûğa errichtet. Am So., 29.5.2016, entdeckten šîʽitische Aufständische gegen die die Stadt besetzende IS-Terrormiliz vernetzte Tunnel am Ortsrand. „Die Tunnel beginnen außerhalb der Stadt und laufen in Richtung des Zentrums. Die Milizen nutzten sie für schnelle Stellungswechsel”, teilte die Kommandostelle von al-Ḥašd aš-Šaʽbî mit. Eine Ausgangsstelle befinde sich neben einer Ziegelei, welche der IS als Kommando-Quartier nutze. (http://sptnkne.ws/bv66)
Die vor der Großstadt und IS-Hochburg Falûğa versammelten Streitkräfte sind bereit für die „finale Schlacht“ zur Rückeroberung, wie der Befehlshaber der Badr-Bewegung innerhalb von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Hâdî al-ʽÂmirî, mitteilte. Falûğa sei durch die Armee inzwischen nahezu vollständig abgeriegelt. Der IS hatte Zeit, sich auf diese Rückeroberungsoperation vorzubereiten. Man geht davon aus, daß hierzu Tunnel gegraben sowie Minen und Sprengsätze ausgelegt wurden, um die anrückende Streitmacht entsprechend zu „begrüßen“. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8266-al_abadi_regierungstreue_kr%C3%A4fte_sto%C3%9Fen_weiter_auf_falludscha_vor)
In Vorbereitung der Rückeroberung von Falûğa hat die Armee am Sa., 28.5.2016, laut as-Sûmariyya News mehr als 2.000 Menschen aus dem Kampfgebiet evakuiert. In einer Erklärung des Militärkommandos heißt es: „Durch sichere Korridore konnten 507 Familien, insgesamt 2.030 Menschen, hinausgebracht werden“. Zudem wurden während der vergangenen 24 Stunden an den verschiedenen Einsatzfronten im Umfeld der Großstadt gut 110 IS-Terroristen getötet, deren Verkehrsmittel und Bomben-Werkstätte zerstört. (http://sptnkne.ws/bvck)
Irakische Truppen zusammen mit einer Anti-Terror-Einheit und Stammes-kämpfern konnten innerhalb der Befreiungsoperation für Falûğa 80% der Stadt al-Ḫâlidiyya befreien bei Beseitigung von gut 80 Terroristen, vor allem Araber und Ausländer, wie Nâğî al-Muḥammadî, Führer der al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber dem SANA-Korrespondenten in Bagdad berichtete. Dabei habe man acht Tunnel gefunden und zerstört, welche Zentrum von al-Ḫâlidiyya mit aṣ-Ṣaḥrâ´ al-Maḥâḏiyya verbanden. Verbleibende terroristische Zellen in der Region wurden beseitigt, dem IS in Falûğa die Versorgungsleitungen abgeschnitten und zudem die Kontrolle über das Zentrum von al-Karma wiedererlangt, wobei ebenfalls etliche IS-Anhänger fielen. (http://www.sana.sy/?p=387635)
Wieder machten Demonstranten in Bagdad ihren Unmut über Regierung deutlich und versuchten in die Grüne Zone vorzudringen [zum Grund s.u.: „allgemeine Problematik“] (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8218-irak_polizei_setzt_tr%C3%A4nengas_gegen_demonstranten_ein vom 27.5.2016; s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8203-irak_irakischer_pre-mierminister_fordert_einstellung_der_demos)
Am Do., 26.5.2016, teilte das irakische Verteidigungsministerium die Einleitung von Phase 2 der zur Befreiungsoperation – vor allem der Stadtbewohner – von Falûğa mit, wie al-Aḥad berichtet. Bereits vom IS zurückerobert ist das Dorf as-Sağr (al-Sajr) im Norden von Falûğa zusammen mit der Brücke, welche die Region mit der internationalen Autobahn verbindet. Laut Polizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat (Raid Shakir Jawdat) wurden alle Verbindungsstraßen von den Nachbarprovinzen, die dem IS zum Nachschub etc. dienen könnten, gesperrt wurden. Außerdem sei ein Plan zur Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Regionen bereits vorbereitet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8167-iraks_verteidigungsministerium_k%C3%BCndigt_2._phase_der_milit%C3%A4r-offensive_zur_r%C3%BCckeroberung_von_falludscha_an)
Während der Befreiungsoperation konnte die Luftwaffe gemäß Bericht von Ra`y al-Yaum vom Do., 26.5.2016, einen Versammlungsort von IS-Anführern zerstören, zudem wurden Dutzende Terroristen, darunter der sog. IS-Gouverneur von Falûğa getötet. Nach Auskunft von Operationschef, Generalmajor Ismâʽîl Maḥlâwî (Ismail Mahlawi) nehme man nun die Rückeroberung der Region am Euphrat südlich der Stadt in Angriff. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8149-bombardierung_eines_ver-sammlungsorts_von_is_anf%C3%BChrern_in_falludscha)
Der Parlamentspräsident des irakischen Kurdistans, Yûsuf Muḥammad Ṣâdiq, machte die Pîšmarga, welche im August 2014 die Stadt Sinğar (kurdisch: Şingal) aufgaben, sich zurückzogen und so die Bevölkerung schutzlos dem IS überließen, für den Genozid an den Jesiden [Yazîdiyûn] mitverantwortlich. Im Interview mit RIA Novosti äußerte er dazu: „Man muss sie vor Gericht stellen und dafür bestrafen, was sie getan haben, als sie es dem IS ermöglichten, in die Region einzudringen und große Territorien zu besetzen sowie Tausende Frauen und Mädchen in die Sklaverei zu entführen. Die damals aus Şingal geflohenen Peschmerga tragen die Verantwortung für das Genozid am kurdischen Volk“. Daher träten mehrere Parlamentsparteien dafür ein, die verantwortlichen Pîšmarga -Vertreter gerichtlich verfolgen zu lassen. Da gebe es jedoch ein Problem mit dem rechtlich schon lange nicht mehr im Amt befindlichen „Präsidenten“ Bârzânî (vgl.u.!): „Aberdie Peschmerga unterstehen dem Präsidenten, doch der ‚amtierende‘ Ex-Präsident der Region hat die Parlamentstätigkeit gelähmt. Jetzt kann das Parlament derartige Fragen weder aufwerfen noch kontrollieren“. (http://sptnkne.ws/bt3P)
Nach Auskunft des Außenministeriumssprechers Aḥmad Ğamal vom 25.5.2016 im Interview mit Iswestija mißbrauchen die IS-Kämpfer in Falûğa die Bewohner als während der am Montag begonnen Operation zur Befreiung der Stadt wieder als menschliche Schutzschilde. Terroristen selbst versteckten sich bevorzugt in zivilen Einrichtungen wie Schulen, Wohngebäuden und Krankenhäusern. Der mit ca. 20.000 Mann vertretenen Streitkraft liege es daran, wo irgend möglich die Zivilibevölkerung zu schonen, Angriffe – auch der Luftwaffe – in chirurgischer Art und nur nach genauesten Vorinformationen der Aufklärung durchzuführen. In der Nähe von Falûğa seien schon etliche Wohnsiedlungen befreit und der lokale IS-Chef namens Ḥâğ Ḥamza (Hajj Hamsa) getötet worden. (http://www.sana.sy/?p=386511)
Der Badr-Bewegung, einer Abteilung innerhalb der Volksverteidigungskräfte namens al-Ḥašd aš-Šaʽbî, gelang es am Di., 24.5.2016, Gebiete zwichen Karma und Falûğa aus der IS-Besetzung zu befreien, wie as-Sûmariyya News meldete. Zudem griffen selben Tags Kampfjets einen IS-Unterschlupf in Falûğa an und eliminierten ihn zusammen mit den dort befindlichen IS-Mannschaften. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i8026-irakische_soldaten_drin-gen_in_falludscha_ein vom 24.5.2016)
Zur Abschreckung von IS-Mitgliedern soll laut einem Artikel in The Daily Mail das IS-Kommando zu einer neuen Hinrichtungsart für Fahnenflüchtige übergegangen sein. Wie der gegen den IS im Nordirak an der Guwair-Frontlinie kämpfende kurdische Befehlshaber Hasan Khala Hasan mitgeteilt habe, sollen die Delinquenten an Bäume gefesselt worden sein. Darauf habe man ausgehungerte Hunde auf sie gehetzt, um sie zerfleischen zu lassen. Meistens seien an ihren Aufgaben gescheiterte Kommandanten die Opfer solcher Exekutionen oder solche, welche eine gewisse Anzahl an desertierten IS-Kämpfern zu in ihrer Gruppe zu verzeichnen gehabt hätten. – Der kurdische Soziologe Dler Ahmed bemerkte hierzu: „IS employs frightening methods as a principle of the organization to achieve its aims. … IS uses any members who are thought to be of no use, for the organization to frighten other members”. (http://sptnkne.ws/btfp, s.a. http://en.abna24.com/service/middle-east-west-asia/archive/2016/05/22/755707/story.html vom 22.5.2016)
Nach einem Bericht von The Daily Telegraphteste der IS in Laboratorien in Mossul entwickelte Chemiewaffen an festgehaltenen Geiseln im al-Andalûs-Viertel. (http://sana.sy/?p=385588 vom 23.5.2016)
In einer von as-Sûmariyya News übertragenen Fernsehrede kündigte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 23.5.2016 offiziell die Operation zur Befreiung der Stadt Falûğa (Falludscha) aus IS-Besetzung an. Die Vorbereitungen hierzu starteten am Vortag, wobei gepanzerte Fahrzeuge, Artillerie-Bataillone und die Volkswehrkräfte bereits den Stadtrand erreichten. Gemäß Erklärung von Polizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat werden sich zudem 20.000 Polizeikräfte der Aktion anschließen. Dazu kämen nach Ankündigungen vom Vortag Stammeskämpfer und Spezialkräfte der Provnz al-Anbâr. (http://www.sana.sy/?p=385515)
Die Einwohner von Falûğa (Falludscha) wurden am 22.5.2016 über das Staatsfernsehen aufgerufen, sich auf die Befreiung durch die Armee und damit heftige Kämpfe vorzubereiten, diesen möglichst fernzubleiben und die Stadt zu verlassen. Wer nicht fliehen könne, solle auf dem Dach des Wohnhauses eine weiße Flagge montieren. Aus Sicherheitskreisen verlautete, es stünden rund 20.000 Soldaten und Freiwillige für die Operation bereit. Letzte vorbereitende Gespräche hatte zuvor Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî beim Treffen mit Parla-mentsabgeordneten und Verantwortlichen der Provinz al-Anbâr geführt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i7894-20.000_sicherheitskr%C3%A4fte_und_freiwillige_bereit_zur_befreiung_von_falludscha)
Hunderte Frauen und Kinder aus 30 Familien wurden von der Armee, unterstützt durch Freiwillige aus IS-Gewalt befreit und von Falûğa in der Provinz al-Anbâr an sichere Orte gebracht. Auch im SO von Mossul leben derzeit mehr als 1.200 Familien in einem Flüchtlingslager. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i7852-nordirak_hunderte_frauen_und_kinder_aus_der_ge-walt_des_is_befreit vom 22.5.2016)
Erneut protestierten Demonstrantengegen [die Regierungszusammensetzung seit 2003 und die damit u.a. verbundene] Korruption wie deren Unfähigkeit, in der Hauptstadt für Sicherheit zu sorgen. Dabei erstürmten sie wieder die sog. Grüne Zone [s.u.], verschafften sich am Fr., 20.5.2016, sogar Zugang zum Ministerpräsidenten-Büro und besetzten es zeitweilig. Sicherheitskräfte gingen gegen sie laut Augenzeugen mit Tränengas, aber auch scharfer Munition vor, die jene jedoch nicht zurückhielt. Schließlich wurden drei Personen getötet, 22 verletzt, was jedoch von unabhängiger Seite noch nicht bestätigt ist. In Bagdad wurde eine Ausgangssperre verhängt, die Zufahrtstraßen nach Bagdad geschlossen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i7783-irak_demonstranten_st%C3%BCrmen_zeitwei-lig_das_b%C3%BCro_des_ministerpr%C3%A4sidenten)
Verteidigungsminister Ḫālid al-ʽUbaidî (Chaled al-Obeidi) informierte am Do., 19.5.2016, darüber, daß es den vereinten Streitkräften (s.u.) am Vortag gelungen sei den IS-Belagerungswall um die Stadt ar-Ruṭba zu durchbrechen, in den Ort einzudringen und diesen schließlich zu befreien. Die Streitkräfte hätten damit weite Teile von al-Anbâr unter Kontrolle. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i7723-strategische_stadt_al_rutba_im_westen_von_al_an-bar_im_irak_befreit)
Die russische Regierung verurteilte die von den Extremisten begangenen Grausamkeiten in insgesamt vier Anschlägen vom Vortag in Bagdad auf das Strengste. Die Opferzahl mußte inzwischen revidiert werden auf 73 Getötete und über 110 Verletzte, in der Mehrzahl Frauen und Kinder. Das Außenministerium weiderholte seinen Aufruf an die internationale Gemeinschaft zur gemainsamen Bekämpfung des Counterterrorismus, insbesondere angesichts der Ankündigung, daß sich al-Qaida [al-qaʽîda] und der IS zu gemeinsamem Vorgehen entschließen könnten. (http://www.sana.sy/?p=383171) – Zu letzterem vgl. den Aufruf vonḤamza bin Ladinhier.
Am vergangenen Wochenende sind erneut IS-Propaganda-Videos im Internet veröffentlicht worden, welche Kinder als IS-Henker (vgl.u.) zeigen, wie die belgische Tageszeitung La Libre Belgique jetzt meldet. Es soll sich bei dem im Film agierenden Brüderpaar von 13 und 14 Jahren um die Söhne des in Syrien im April 2014 im Gefecht mit der SAA getöteten IS-Terroristen Abû Duğâna al-Faransî (Abu Dujana al-Faransi, vgl. Syrien, Teil III) handeln. Bei den gezeigten Schießübungen zielt der jüngere Bruder auf Konterfeis der Präsidenten Dr. al-Assad, Putin und Hollande. Im zweiten Video, ausgerichtet auf asiatische Jugendliche aus Indonesien, Malaysia, den Philippinen etc., verbrennen solche Kinder in einer Schauaktion ihre Pässe. (http://sptnkne.ws/bqSu)
Laut dem befehlshabenden Generalmajor ʽAlî Ibrâhîm Daʽbûn machten die Streitkräfte aus Armee und unterstützenden Kampfeinheiten (s.u.) am 17.5.2016 deutliche Fortschritte im Kampf gegen den IS. U.a. wurden Dawiliyya, der Ḥadîṯa-Distrikt und Gebiete um ar-Ruṭba zurückerobert und den IS-Terroristen erhebliche Verluste an Männern und Ausrüstung beigebracht. Im Einzelnen s. http://www.sana.sy/?p=382852.
Am Morgen des 16.5.2016, begann eine großangelegte Operation zurBefreiung der Stadt ar-Ruṭba von der IS-Besatzung, westlich von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr, teilte Generalmajor ʽAlî Ibrâhîm Daʽbûn der irakischen Nachrichtenagentur INA mit. Dabei rückten die 7. Armee-Division, die Anti-Terror-Einheit, Bundes-Notfall-Einsatzkräfte, die Polizei von al-Anbâr, der Grenzschutz, Stammeskämpfer und die Volksverteidigungskräfte von al-Ḥašd aš-Šaʽbî unter Deckung der Luftwaffe von Westen, Süden und Osten auf die Stadt vor. Armee-Einheiten konnten dabei gerade noch rechtzeitig durch gezielte Tötung verhindern, daß sich ein IS-Suizidattentäter mittels Sprengstoffgürtel im Osten von ar-Ruṭba in die Luft sprengte und so ein Massaker anrichtete, wie der Bürgermeister der Stadt, ʽImâd ad-Dulaimî, berichtete.
Am Vortag (15.5.2016) stellte die Armee im westlichen Bereich von ar-Ramâdî nach heftigen und für den IS äußerst verlustreichen Kämpfen die Kontrolle wieder her und vereiltezudem einen IS-Anschlag auf ʽÂmiriyyat al-Falluğa vereilten. (http://www.sana.sy/?p=382215) (http://www.sana.sy/?p=382215)
IS-Anhänger setzen ihre Angriffe auf die Stadt al-Ḫâlidiyya (al-Khaldiya) in al-Anbâr mittels der wegen ihrer Wirkung gefürchteten Höllenkanonen (hell canons) fort, wobei am Mo., 16.5.2016, mindestens fünf Zivilisten getötet und 22 verletzt wurden. Die Zerstörungen sind enorm. (http://sptnkne.ws/bquV)
Über eine weitere „Hinrichtungsaktion“ in der Provinz Nînawâ (Ninive) im Irak bestehen zwei Meldevarianten: einmal gibt The Sun an, für die Exekution von Flüchtigen hätten IS-Kämpfer aus dem umstehenden Publikum fünf Jugendliche sozusagen als „Zufallshenker“ herausgepickt, ihnen Pistolen in die Hände gedrückt und sie zum Schießen gezwungen. Dagegen berichten die News Middle East, die Jugendlichen hätten sich freiwillig gemeldet. Als Beweis für Letzteres dienten veröffentlichte Photos „freudestrahlender“ Jugendlicher, den knienden Verurteilten die Schußwaffen an die Schläfen drückten. (http://sptnkne.ws/bpzY)
Bei der Detonation einer Sprengweste eines Suizidattentäters nahe eines Gemüsemarkts in Balad (vgl.u.) kamen vier irakischen Sicherheitskräfte ums Leben, zwei weitere wurden verwundet. – Auf einem beliebten Markt in der Gegend von al-Bû ʽÎṯa wurden durch einen Sprengsatz ein Zivilist getötet, sechs verletzt. – Außerdem wurden infolge der Explosion eines weiteren Sprengsatz im Bereich von al-Laṭîfiyya südlich von Bagdad drei Soldaten verletzt.(http://www.sana.sy/?p=381295 vom 13.5.2016)
Bei nächtlichen Schüssen auf ein Cafe in der Ortschaft Balad, ca. 80km nördlich von Bagdad kamen 12 Personen ums Leben, weitere 25 wurden verletzt. Nach den drei Tätern wird gefahndet. (http://sptnkne.ws/bptC)
Der irakische TV-Sender Press TV brachte am Do., 12.5.2016, einen Bericht, wonach das IS-Kommando am Di., 10.5.2016, in Kirkûk eine fünfköpfige Familie durch lebendiges Verbrennen öffentlich hat „hinrichten“ lassen. Ihnen wurde die Flucht aus dem von der Terrororganisation besetzten Gebiet zur Last gelegt. (http://sptnkne.ws/bpnk)
Die irakischen Streitkräfte haben im Zusammenwirken mit Volkswehrkräften [al-Ḥašd aš-Šaʽbî] und einer speziellen Anti-Terroreinheit die Kontrolle über die drei Regionen al-ʽAdûsiyya, al-Barâziyya, as-Samʽâniyya in der Provinz al-Anbâr nach harten Gefechten mit dem IS erkämpft, wie der Kommandant der Operation, Generalmajor ʽAlî Ibrâhîm Daʽbûn gegenüber SANA mitteilte. Derzeit seien Sondereineiten mit der Räumung der vom IS hinterlassenen Minen und Sprengsätze beschäftigt.
Zudem konnte eine Armeeinheit laut dem Kommandanten der Operationen in der Provinz Nînawâ, Generalmajor Nağîm al-Ğubûrî, einen IS-Terroranschlag durch vier Autobomben auf Militärposten südlich von Mossul vereiteln.
Andererseits starben fünf Iraker, während 14 weitere verwundet wurden, nachdem sich ein Suizidattentäter mit seinem Sprengstoffgürtel in die Luft gesprengt hatte, der gegen eine Polizeistation nahe Abû Ġuraib westlich von Bagdad gerichtet war. (http://www.sana.sy/?p=380950 vom 12.5.2016)
Mit einer speziell für Kinder entwickelten Android-App versucht die IS-Terrororganisation mittels eines arabischen ABC-Lernspiels zu ködern, berichtet das Internetportal „Vocativ“. Im Programm „DieKinder des Kalifats“ werden die Buchstaben mit Begriffen, die dem Terroristenkonzept dienlich erscheinen, verknüpft, wie z.B. Rakete, Schießgewehr etc. dazu gibt es entsprechende Bebilderung und Lieder. So könne der IS über Grenzen hinweg auch in weiter Entfernung Kinder für sich interessieren. (http://sptnkne.ws/bn6Y) – Vgl. hierzu auch die unten stehenden Beiträge zu IS-Trainingslagern für Kinder, Jihadi Junior und Jihadi Jane.
Wegen Flucht im Kampf zwischen dem IS und irakischen Volkstruppen um das – später befreite! – Dorf Bašîr (Baschir) im Süden von Kirkûk habe das IS-Kommando laut Mitteilung von as-Sûmariyya News 35 ihrer Mitglieder im al-Qiyâra-Distrikt der Provinz Nînawâ (Ninive) lebendig begraben lassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i7216-is_begr%C3%A4bt_35_sei-ner_mitglieder_bei_lebendigem_leibe)
64 Tote und 87 Verletzte hinterließ am Mi., 11.5.2016, ein weiterer terroristischer Anschlag mittels Autobombe auf einem belebten Markt im Bagdader Stadtteil aṣ-Ṣadr, zu dem sich der IS bekannt hat. (http://sana.sy/?p=380517, s.a. http://sptnkne.ws/bn64)
Am Di., 10.5.2016, hinterließen aš-Šarq al-Ausaṭ zufolge zwei Explosionen im Westen und Süden Bagdads bislang mindestens 2 Tote und 10 Verletzte. Die erste fand nahe eines Basars im Stadtbezirk Maḥmûdiyya statt (1 Toter, 7 Verletzte), die zweite auf dem Weg der Patrouille von al-Ḥašd aš-Šaʽbî (Volkswehr-Kräfte) in Abû-Ġuraib (1 Toter, 3 Verletzte). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i7180-2_tote_und_10_ver-letzte_bei_2_explosionen_in_bagdad)
Am 9.5.2016 sprengte sich ein Suizidattentäter in einem Kleinbus im Gewerbegebiet von Baʽqûba nordöstlich von Bagdad in die Luft und tötete damit 13 Personen, 60 wurden verletzt. (http://sana.sy/?p=380180 vom 10.5.2016)
Laut as-Sûmariyya-News berichtete der für die irakische Region al-Ğazîra zuständige Kommandeur Ibrahim Dabun am Mo., 9.5.2016, davon, daß im Westen der kürzlich vom IS befreiten Stadt Hît (vgl.u.) eine Werkstatt der Terrororganisation für Chemiewaffen entdeckt worden sei. Dort fanden sich u.a. die Filtervorrichtung für Chemikalien, Behälter mit chemischen Rohstoffen, große Mengen an Sprengstoff, Chlorgas und anderen giftigen Materialien, dazu eine Liste mit den Namen der dort zuständigen Personen. Zuvor hatten kurdische Quellen einen Chemiewaffen-Einsatz des IS gegen Pîšmarga im Süden von Kirkûk bekannt gemacht. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i7084-irak_is_werk-statt_zur_herstellung_von_chemiewaffen_entdeckt)
Die irakischen Truppen haben mit einer Militäroffensive zur Befreiung des Ortes Kabrûk südlich von Mossul begonnen, das vom IS besetzt gehalten wird. (http://www.sana.sy/?p=379680 vom 9.5.2016)
Eine aktuelle Meldung klärt die Situation bzgl. der Familien im Süden von Falûğa (vgl.u.): in zwei Dörfern sind dort vom IS ca. 2.000 Familien, hauptsächlich Frauen, Kinder und Ältere umzingelt. Die Armee im Verbund mit Stammesangehörigen versuchen, den Belagerungsring zu durchbrechen und sich zu den Eingeschlossenen durchzukämpfen, um sie zu befreien. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i7015-irak_2000_familien_in_fal-ludscha_stehen_unter_is_blockade vom 8.5.2016)
Nach Besetzung des Parlamentsgebäudes vor ca. acht Tagen (vgl.u.) gab nun Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî den Befehl, die mit dem Schutz beauftragten Pîšmarga durch Polizisten zu ersetzen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6946-15_tote_und_verletzte_bei_bombenanschlag_in_bagdad) – Kurz darauf kündigte der kurdische Minister für Migration und Auswanderung in der irakischen Regierung, Darbaz Muḥammad Wazîr (Darbaz Mohammad Wazir), an, die kurdischen Kabinettsminister würden der Sitzung vom So., 8.5.2016, fernbleiben. Damit dürfte die Sitzung nicht mehr entscheidungsfähig sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6982-kurdische_minister_zie-hen_sich_aus_der_kabinettsitzung_in_bagdad_zur%C3%BCck)
Im N von Bagdad kam es wieder zu einem Bombenanschlag, der drei Perseonen tötete und sieben andere verletzte. Eine weitere Explosion auf einer Patrouillienfahrt der Polizei im SO der Haupstadt hatte einen Toten und vier Verletzte zur Folge. – Nachdem IS-Trupps einige hundert Familien westlich und südlich von Falûğa als Geiseln bzw. zum Mißbrauch als Schutzschild genommen haben, bemüht sich die Armee über einen sicheren Korridor diese freizubekommen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6946-15_to-te_und_verletzte_bei_bombenanschlag_in_bagdad vom 7.5.2016)
Eine Untersuchung der Sprengstoffe, welche Terroristen in Tikrît benutzten, weise auf deren Herstellung in der Türkei her, eröffnete der russische UN-Gesandte Witali Tschurkin der Presse. (http://www.sana.sy/?p=378925 vom 6.5.2016).
Am 3.5.2016 meldet die zentralen irakische Nachrichtenplattform, daß die Armee weitere Gebiete im S von Falûğa von der Besatzung durch den IS befreit hat, wobei Dutzende Terroristen getötet und mehrere ihrer gepanzerten Fahrzeuge zerstört wurden.Seit Sa., 30.4.2016, konnten neben ad-Dûlâb (s.u.) Zaḫiḫa (?, Zakhikha) und die Verbindungsstrecke zwischen al-Baġdâdî und der Stadt Ḥayât in der Provinz al-Anbâr zurückerobert werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6682-irakische_kr%C3%A4fte_befreiten_mehrere_gebiete_im_s%C3%BCden_von_falludscha)
Nachdem die Armee am Mo., 2.5.2016, das Dorf al-Bašîr im S von Kirkûk aus der Gewalt des IS befreien konnte, beschossen Angehörige der Terrororganisation das Dorf Raketen unter Einsatz von Chlor- und Senfgas. Dadurch wurden einige turkmenische und kurdische Pîšmarga verletzt, berichtete ein lokaler Kommandeur. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6637-irak_is_chemieangriff_auf_ein_dorf_s%C3%BCdlich_von_kirkuk)
Inmitten einer šîʽitischen Pilgerprozession zur Gedenkfeier des 7. Imâms Mûsâ al-Kāżim in Bagdad am 2.5.2016 ließ ein Suizidattentäter eine Autobombe detonieren, wodurch ca. 20 Perosnen getötet, ca. 40 weitere verletzt wurden. Dies passierte trotz der verstärkten Sichermaßnahmen zur Feier. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6640-irak_20_tote_und40_verletzte_bei_anschlag_auf_schiiti-sche_pilger_in_bagdad)
In den frühen Morgenstunden des 2.5.2016 gelang es der Armee, die vollständige Kontrolleüber die beiden Regionen al-Ḥaḍârim und al-Waršâniyya in der Provinz al-Anbâr zu erlangen, wie Oberstleutnant Muḥammad ʽAbdussattâr vom Operationskommando al-Anbâr gegenüber SANA angab. Bei den Gefechten wurden etliche IS-Angehörige getötet, deren Ausrüstung sowie zwei Autobomben und drei IS-Quartiere zerstört. (http://www.sana.sy/?p=376902)
Gemäß as-Sûmariyya News kamen am Mo., 2.5.2016, infolge der Autobombenexplosion nahe einer šîʽitischen Pilgergruppe in as-Saîdiyya, einem südöstlich gelegenen Stadtteils Bagdads, zehn der Passanten ums Leben, ca. 30 wurden verletzt. (http://sptnkne.ws/bjzj)
Bei der Detonation zweier vom IS zur Explosion gebrachter Autobomben im Zentrum von as-Samâwa im Gouvernement al-Muṯannâ am So., 1.5.2016, ließen 38 Personen ihr Leben, 86 wurden verwundet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6532-anzahl_der_toten_bei_explosionen_im_irakischen_sama-wa_auf_38_gestiegen)
Angeblich bestünden hinsichtlich der Beteiligung der irakischen Kurden bei der Rückeroberung von Mossul Bedenken seitens der irakischen Armee, gab der Geheimdienstchef der autonomen Kurdenregion im Irak, Masrûr Bârzânî [Sohn des Ex-Präsidenten Masʽûd Bârzânî, der dennoch sein Amt nicht für längst anstehende Wahlen freigibt, zu Belegen s.u.], gegenüber Herald Tribune am 1.5.2016 an. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6508-geheimdienst-chef_der_kur-denregion_kurden_k%C3%B6nnen_arabische_gebie-te_im_irak_nicht_unter_kontrolle_bringen) – Schon die bisherige Besetzung der wichtigsten Ämter der autonomen Kurdenregion legt den Schluß nahe, daß es sich um eine „Regierung“ in der Hand der Milliardärsfamilie Bârzânî handelt.
Am Mo., 2.5.2016, haben die meisten Demonstranten, die in das Hochsicherheitsareal der sog. Grünen Zone (vgl.u.) eingedrungen waren, den Rückzug angetreten. Sie hatten sich für die Einsetzung eines Kabinetts unabhängiger Experten eingesetzt. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî hatte zuvor angeordnet, daß die Sicherheitskräfte Demonstranten festnehmen sollten, welche Polizisten und Abgeordnete angegriffen sowie an Staatseigentum Schäden verursacht hätten. Die Demonstranten erklärten, die Proteste auszuweiten und notfalls den Regierungschef (von der islamischen Daʽwa-Partei) wie den Staatschef zu stürzen [der Parlamentschef wurde schon ersetzt, vgl.u.], falls ihre Forderungen nicht erfüllt würden. Dann müßten Neuwahlen ausgerufen werden.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6550-irak_demonstran-ten_ziehen_aus_bagdads_sicherheitszone_ab) – Zur allgemeinen Problematik im Irak nach der US-Invasion 2003 mit Installierung einer neuen Verwaltung und Regierung s.u. Seit dem Sturz von Staatspräsident Ṣaddām Ḥussain leben die Iraker zudem nicht mehr in einem säkularen Staat, was die meisten Bürger zuvor seit Jahrzehnten mit allen Implikationen gewohnt gewesen sind und nun vermissen. Allein schon der Flaggenwechsel (vgl.u., Abbildungen) hätte nicht kontrastreicher ausfallen können.
Als grundsätzliches Problem stellt sich im Irak das von der US-Administration nach Invasion des Irak 2003 installierte System der Muḥâṣasa, (Muhasasa, so viel wie: Balance) heraus, nach dem die Volksvertretung nach einer Quote, festgelegt hinsichtlich konfessioneller und ethnischer Zugehörigkeit bestimmt, welche dafür sorgt, „dass selbst die Unfähigsten lukrative Posten erhielten“ (https://www.tagesschau.de/ausland/parlament-bagdad-gestuermt-103.html), anstatt diese in freien offenen Wahlen durch die Wähler bestimmen zu lassen. „,Alle, die an den Quoten festhalten, müssen gehen,‘ verlangten mehrere Abgeordnete, als sie kürzlich einen Sitzstreik im Parlament begannen.“ (loc. cit.), um notwendige Reformen zu unterstützen (vgl.u.).
Nachdem Anhänger des radikalen ŠîʽitenführersMuqtadā aṣ-Ṣadr (dessen Paramilitärs die US-Invasion 2003 ausnutzend den dann nach ihm benannten Stadtteil Bagdads – aṣ-Ṣadr-City! – erobert und zu ihrer Zentrale gemacht hatten) zunächst mittels der ihm verbundenen al-Aḥrâr-Fraktion im Parlament alle Parlamentssitzungen boykottiert und am 30.4.2016 die sog. „Grünen Zone“ mit den Regierungsgebäuden, ausländischen Botschaften etc., erstürmt und Parlamentarier verletzt hatten, verhängte das Militärkommando noch am 30.4.2016 den Ausnahmezustand über Bagdad. Die die Zugänge zur Hauptstadt seien geschlossen. Aus der „Grünen Zone“ die Botschaften der USA und anderer Länder evakuiert, die UNO-Vertretungen sind geschlossen. (http://sptnkne.ws/bhVG, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6478-treffen_zwi-schen_muktada_sadr_und_obersten_geistlichen_f%C3%BCh-rer_iraks) – Muqtadā aṣ-Ṣadr gibt vor, die Interessen und Nöte des Volkes, des „kleinen Mannes“ gegen die Korruption zu vertreten (loc. cit.).
Wegen der zwischen den verschiedenen Parlamentsfraktionen herrschenden Uneinigkeit kann in Bagdad schon seit Wochen kein Ministerkabinett aufgestellt werden. (http://sptnkne.ws/bhU8) – Zur Unzufriedenheit der Iraker mit der Regierung unter Ḥaidar al-ʽAbâdî (von der islamischen Daʽwa-Partei!) ganz allgemein vgl.u.
Infolge eines Autobombenanschlags im südöstlich gelegenen Stadtgebiet an-Nahrawân von Bagdad kamen am Morgen des 30.4.2016 sechs Personen ums Leben, 34 weitere wurden verletzt, wie Brigadegeneral Saʽd Maʽn, Sprecher des Operationskommandos, in einer vorläufigen Erklärung bei INA mitteilte. (http://sana.sy/?p=376223) – Aktualisierung: Erhöhung der Opferzahl auf mindestens 23 Tote und 38 Verwundete (loc. cit., s.a. http://sptnkne.ws/bhRe gemäß as-Sûmariyya-News) – Bei den bislang mindestens 24 Getöteten soll es sich ausschließlich um šîʽitische Pilger gehandelt haben, die am Jahrestag zu Fuß unterwegs zum Schrein des 7. Imams Mûsâ al-Kâẓim (Musa Kazem) im waren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6430-24_tote_bei_bombenex-plosion_in_bagdad)
Der tschechische Staat unterstützt den Irak im Abwehrkampf gegen den IS mit dem über Aero Vodochody abgewickelten Verkauf von Kampfflugzeugen des Typs L-159 „Alca“. Wie schon früher mit dem Irak vereinbart sollen zudem tschechische Ausbilder die Lieferung begleiten, berichtet Česká televize. Verteidigungsminister Martin Stropnický teilte dazu mit: Das aus insgesamt 35 Menschen bestehende Beraterteam wird auf dem 80 Kilometer von Bagdad entfernten Luftstützpunkt Balad ohne Flugzeugtechnik arbeiten. Sie werden an keinen Kampfhandlungen teilnehmen“. Das Team bestehe aus zwei Ausbildungspiloten, sechs Technikern, acht Wachleuten, einem Arzt, einem Kommandeur, einem Stabschef sowie fünf Stabsmitarbeitern und sechs Spezialisten in den Bereichen Logistik, Kommunikation und Gesundheit. (http://sptnkne.ws/bhW2)
Aus einer Mitteilung des Sicherheitsrats der autonomen Kurdenregion geht hervor, daß am 24.4.2016 bei einem Luftangriff auch der sog. „Ölminister“ des IS, Waḥîd Aḥmad Ḫalaf as-Sabʽâwî ? (Wahid Ahmed Khalaf al-Sabawi), genannt Abû Samâḥ ? (Abu Samah), getötet worden sei. Bevor die Situation in Syrien für den IS immer bedrohlicher geworden war, war al-Sabawi ursprünglich der IS-Vertreter für die Region al-Mayâdîn gewesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6409-is_%C3%96lminister_get%C3%B6tet)
Der überraschende erfolgreiche Angriff mittels Artillerie und Luftwaffe auf das Dorf Mahanah [?] im Umkreis der Stadt Maḫmûr führte zur Befreiung des für den IS strategisch bedeutsamen, da an einer Nachschublinie von Mossul her gelegenen Ortes sowie gut 200 getöteten IS-Terroristen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6265-200_is_terroristen_in_der_irakischen_pro-vinz_ninive_get%C3%B6tet vom 27.4.2016)
Oberstleutnant Muḥammad ʽAbdussattâr vom Operationskommando al-Anbâr informierte den SANA-Korrespondenten am 26.4.2016 darüber, daß am 7. Tag der vehementen Kämpfe zur Rückeroberung der Regionen ad-Dûlâb und Ḫîḫa aus den Händen des IS im W der Provinz bereits 75% von ad-Dûlâb inklusive des Stadttezntrums wie des Polizei- und Gesundheitszentrums befreit seien. Zusammen mit der Volkswehr sei man von vier Seiten vorgerückt und habe 78 IS-Terroristen getötet. Bis auf wenige Nester hätten die Terroristen die Stadt verlassen, die in wenigen Stunden ganz befreit sein sollte. (http://sana.sy/?p=374496)
Infolge der vorrückenden syrischen und irakischen Streitkräfte hat der IS auch ein Problem mit nachlassenden Einnahmen (vgl.u.) sowie sinkender Kampfmoral unter den Anhängern. Die Söldner seien unterbezahlt, Schwierigkeiten bereite auch ein schlechtes Management. Basierend auf Eruierungen des „Combating Terrorism Center“ der US-Militärakademie West Point berichtete „The Mirror“ immer mehr enttäuschte Kämpfer bäten Ärzte, ihnen falsche Atteste auszustellen, die ihnen aufgrund angeblicher angeschlagener Gesundheit ermöglichten, sich Gefechten zu entziehen. Nachdem auch noch durch Luftangriffe das Bait al-Mâl des IS (eine Art Schatzamt) ins Visier genommen hatten, seien zudem mehrere Millionen US-$ für den IS verloren. Aufgrund einer neu ausgegebenen fatwâ können sich die Söldner, welche wegen dieser „außergewöhnlichen Umstände“ nur noch 120 € per Monat erhielten, durch Erpressung der Bevölkerung ihr Salär aufbessern. (http://de.sputniknews.com/panorama/20160426/309472672/attest-islamischer-staat.html)
Infolge eines Terroranschlags mittels Autobombe im Osten Bagdads wurden am Mo., 25.4.2016, mindestens 11 Iraker getötet und 39 verletzt. (http://sana.sy/?p=374211)
Am Sa., 23.4.2016, hinterließen zwei Autobombenexplosionen in Bagdad mehr als 12 Tote und 40 Verletzte.
Eine Bombenexplosion im kürzlich befreiten Hīt tötete sechs Mitglieder der freiwilligen Volkswehr und ein hochrangigen Armeekommandeur Naṣr ʽAbdulğalîl Ġaḍbân (Nasr Abdul Jalil Ghadban).
In der Region ad-Dûlâb (al-Doulab) im Westen von ar-Ramâdî wurden bei einer weiteren Detonation etliche Zivilisten getötet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i6031-irak_mindestens_sechs_tote_bei_terroranschlag)
Nach dem Freitagsgebet am 22.4.2016 wurden infolge eines Suizidanschlags gegen eine šîʽitische Moschee im Stadtteil ar-Raḍwâniyya (al-Rezwanieh) im SW von Bagdad mindestens sechs Personen getötet und 25 weitere verwundet, wie al-Mayâdîn berichtete. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i5905-%C3%9Cber_30_tote_und_verletzte_bei_terroranschlag_in_bagdad)
In Bagdad setzen die Parlamentsabgeordneten ihren Sitzstreik fort. Sie forderten die Entmachtung des Ministerpräsidenten und Präsidenten Iraks. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i5773-irak_muktada_sadr_for-dert_ende_des_sitzstreiks_im_parlament) – Vgl.u. zur de facto–Entmachtung der vorhergehenden Regeirung unter Premierminister Nûrî al-Mâlikî!
Mehrere Explosionen mit Toten und Verletzten ereigneten sichgestern und heute wieder in Bagdad. Näheres bei http://parstoday.com/de/news/middle_east-i5707-19_tote_und_verletzte_bei_explosionen_in_bagdad vom 20.4.2016.
Infolge der verstärkten innenpolitischen Krise im Land sind sind mehr als 100 Abgeordnete von ihrem Amt zurückgetreten und haben den Parlamentspräsidenten Salim al-Dschaburi [Salîm al-Ğabûrî] zum Rücktritt aufgefordert, wie as-Sûmariyya News mitteilt. Interims-Präsident Adnan al-Dschanabi [ʽAdnân al-Ğanabî] erklärte alle Abgeordneten könnten sich bis Do., 21.4.2016, als Kandidaten für das Amt des Parlamentspräsidenten registrieren lassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i5713-irak_parlamentssit- zung_auf_donnerstag_vertagt) – Aktualisierung: Salîm al-Ğabûrî ist inzwischen als Parlamentspräsident „abgewählt“. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i5971-der_irakische_parlamentspr%C3%A4sident_die_politische_krise_wird_bald_beendet)
Mit dem Vordringen der syrischen und irakischen Armee verliert der IS nicht nur immer mehr an kontrolliertem Gebiet, sondern automatisch auch an Einnahmen z.B. wegen damit verlorengegangener Ölfördermöglichkeiten oder der befreiten, zuvor sondersteuerpflichtig gemachten Bevölkerung, berichtet Nowyje Iswestija unter Rückgriff auf Angaben des analytischen Unternehmens IHS am 19.4.2016. „Mitte 2015 erhielt der ‘Islamische Staat‘ rund 80 Millionen Dollar pro Monat“, teilte IHS-Analyst Ludovico Carlino mit. dagegen seien im März dieses Jahres die Einnahmen auf 56 Millionen US-$ gesunken. Um dies zu kompensieren, habe der IS neue Einkommensarten kreiert. So können sich nun zum Tod verurteilte eine mildere Strafe „erkaufen“. Gebühren werden nun fällig, wenn falsche Antworten auf Fragen aus dem Koran gegeben würden, bei der Installation von TV-Antennen und deren Reparatur oder wenn LKW-Fahrer oder andere die von den Terroristen kontrollierten Orte verlassen wollten. (http://sptnkne.ws/bdCF).
Im Interview mit as-Sûmariyya News teilte der Kommandant der Anti-Terroreinheit der irakischen Streitkräfte, General ʽAbdul-Ġanî al-Asadî (Abdel-Ghani al-Asadi) mit, daß die strategisch wichtige Stadt Hît (vgl.u.) hat befreit werden können. Hierzu trug auch die Luftwaffe bei. Es folge das übliche Aufspüren und Unschädlichmachen der vom IS hinterlassenen Sprengfallen. Um den angekündigten (vgl.u.) Kämpfen um die Stadt, welche an einer der bedeutenden Versorgungsrouten des IS nach Syrien liegt, zu entgehen, haben zuvor bis zu 270.000 Menschen diese verlassen und sind bis zur gesicherten Rückkehr in provisorischen Unterkünften westlich von ar-Ramâdî untergebracht worden. (http://www.sana.sy/?p=369620)
Der Außenministerverurteilte entschieden den Passus der Abschlußerklärung vom Gipfeltreffen des OIC in Istanbul vom 15.4.2016, in welchem ausgerechnet die Ḥizbullâh der Terrorismusunterstützung beschuldigt werde. Auch andere Länder wie z.B. der Iran, der Libanon, Algerien etc. hätten sich darüber entrüstet. Der Passus entstamme wie schon entsprechende Äußerungen seitens der Arabischen Liga (AL) dem Druck des Geldes aus Saudi-Arabien, selbst Terrorismusunterstützer. (http://www.sana.sy/?p=370169) – Bemerkung: Sowohl in Syrien wie im Irak kämpfen Mitglieder der Ḥizbullâh aus dem Libanon mit der jeweiligen Regierungsarmee gegen den IS – auch, um ein Eindringen desselben in den Libanon zu verhindern. – Syrien hatte sich schon zu einem früheren Zeitpunkt, als der Golfkooperationsrat (GCC) auf saudischen Druck hin eine entsprechende Beschuldigung abgegeben hatte, die gegen den IS im Land aktiven Kämpfer der Ḥizbullâh dagegen verteidigt. (vgl. http://www.sana.sy/?p=346232)
Wegen der vermehrten Erfolge der Armee nehmen auch insbesondere in Bagdad und Umgebung die Anschläge durch den IS zu. Auch am Mi., 13.4.2016, wurden bei einem Terroranschlag drei Personen getötet und 10 weitere im S der Hauptstadt verletzt. – Der Irak hat mit weiteren Problemen zu kämpfen: so funktioniere die Verwaltung nur noch in großen Städten, der Wirtschaft gehe es schlecht, Vertreibung, Arbeitslosigkeit und Armut nähmen überhand. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i5284-irak_drei_tote_bei_terror-anschlag_in_bagdad)
In der alt-assyrischen Stadt Ninive [Nînawâ] hat der IS das ursprünglich dem Sturmgott Haddad geweihte Bâb al-Maškî (Mashki-Tor) und einen Teil der rekonstruierten Stadtmauer zerstört, meldet das Britische Institut zur Erforschung des Irak (BISI) laut http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/isis-destroys-gates-ancient-city-nineveh-mosul-a6980686.html vom 12.4.2016. – Das Gelände der schon in der Bibel erwähnten Stadt liegt im NO innerhalb der Grenzen der heutigen, vom IS beherrschten Großstadt Mossul am linken Tigris-Ufer (s. http://www.worldmapfinder.com/Map_Earth.php?ID=/De/Asia/Iraq/Mosul).
Nêçîrvan Barzanî [zum Familienclan Barzânî im Speziellen und der Beziehung zur AKP-geführten Türkei s.u.], Regierungschef der autonomen Kurdenregion im Irak hat sich beim Treffen vom So., 10.4.2016, in Istanbul mit mit Staatspräsident Erdogan und Premierminister Davutoglu darauf geeinigt, daß bei der Befreiung von Mossul das türkische Militär mitwirken solle. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i5152-t%C3%BCrkei_besteht_auf_beteiligung_ihrer_ar-mee_bei_befreiungsoperation_in_mosul)
Bei zwei terroristischen Übergriffen in Maḫmûrstarben sieben Zivilisten, sieben weitere trugen Verletzungen davon, die aus der Stadt zu fliehen versuchten. Laut Verantwortlichen der Gegend hätten in den letzten Tagen ca. 1.400 Einwohner, überwiegend Frauen und Kinder, die Stadt verlassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i5008-tote_bei_is_angriffen_im_irak vom 10.4.2016)
Der ägyptische Verantwortliche für Hinrichtungenbeim IS, Abû Muḥammad al-ʽArab (Abu Mohammad Al-Arab), wurde am 9.4.2016 beim Verlassen eines Einkaufszentrums in Mossul von einer bewaffneten Gruppe erschossen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i4999-is_verantwortlicher_f%C3%BCr_hinrichtungen_get%C3%B6tet)
Auch am Freitagnachmittag forderten Bombenexplosion bei einem Markt in Tarmiyya [68km] im NW von Bagdad zwei Tote und sechs Verletzte wie auch bei einem Markt in einem südlichen Stadtteils Bagdads zwei Tote und fünf Verletzte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i4906-bombenexplosion_in_bagdad_hinterl%C3%A4sst_tote_und_verletzte)
Wie schon wiederholt von den verschiedensten Stellen berichtet und auch im irakischen Parlament vorgebracht (vgl.u.), teilt nun auch der irakische Journalist Muntaẓar az-Zaidī (Muntaser al-Saidi) im Interview mit Sputniknews mit, die USA hätten per Abwurf via Fallschirm IS-Terroristen im Irak wiederholt Waffen, Munition und Proviant geliefert. Sie „wurden für die IS-Kämpfer abgeworfen, damit diese der gegen den Terrorismus vorgehenden irakischen Armee widerstehen können“. Die Informationen habe er „von irakischen Militärführern erhalten, die an der Befreiung mehrerer irakischer Gebiete von dem Daesh teilgenommen haben“. Doch auch anderen Terrorgruppen sei entsprechend durch die USA unter die Arme gegriffen worden. Zudem hätten Jahren in den letzten Jahren vor allem die USA den konfessionellen Streit zwischen Sunniten und Šîʽiten im Irak und der Region angeheizt und einen Keil zwischen die islamischen Glaubensrichtungen zu treiben versucht [nach der Zielsetzung: „divide et impera!“]. (http://sptnkne.ws/aZJ5) – Muntaẓar az-Zaidī wurde dadurch bekannt, daß er während einer Pressekonferenz in Bagdad 2008 den damaligen US-Präsidenten George W. Bush mit den Worten „Das ist dein Abschiedskuss, Du Hund“, mit seinem Schuh bewarf. (loc. cit.)
S.a. Le Hached Chaabi accuse les USA d’assurer un protectorat à Daech („Irakische Volksverteidigungskräfte beschuldigen die USA des Protektorats für den IS„) in: http://french.almanar.com.lb/adetails.php?eid=296163&cid=76&fromval=1&frid=76&seccatid=29&s1=1, einer Übersetzung von al-ʽÂlam vom 6.4.2016)
Irakische Streitkräfte haben den Bezirk al-Maʽalmîn der Stadt Hît (vgl.u.) in al-Anbâr von IS-Terroristen befreiten und beseitigten mehr als 130 von ihnen in Mossul und Hît. (http://sana.sy/?p=365390 vom 7.4.2016)
Erneut hat der IS zur Abschreckung weiterer Fluchtwilliger aus Falûğa (Falludscha) eine Greueltat begangen und 15 Einwohner bei lebendigem Leib verbrannt, berichtet The Daily Mail. (http://sptnkne.ws/aYZm vom 6.4.2016)
Am Montagmorgen, 4.4.2016, sprengte sich laut as-Sûmariyya News ein Suizidattentäter im nördlichen Stadtteil von Bagdad, genannt aṣ-Ṣadr City, in die Luft. Dadurch starben fünf Zivilisten, neun wurden verletzt, wobei die Opferzahlen noch steigen könnten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i4630-f%C3%BCnf_tote_und_neun_verletzte_bei_explosionen_im_norden_von_bagdad)
Während Säuberungseinsätzen der Armee nach den Kämpfen mit IS-Trupps um Hît, wovon bereits Teile befreit werden konnten, entdeckten die Soldaten laut Auskunft von Kommandeur Faḍl an-Namrâwî (Fazel Al-Namrawi) vom Sa., 2.4.2016, ein unterirdisches Gefängnis des IS mit ca. 1.500 Gefangenen und befreiten sie. Laut lokalen Quellen soll es sich dabei hauptsächlich um Zivilisten handeln. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i4516-1500_gefangene_aus_unterirdischem_is_gef%C3%A4ngnis_im_irak_befreit vom 3.4.2016)
Dem Fernsehsender KNN teilte der Sprecher der Kommission der Pîšmarga im Kurdischen Parlament, Dalir Mauti, mit: „Deutschland hat Berichte über den Handel mit diesen Waffen erhalten und daher seine Waffenlieferungen und Militärhilfen eingestellt.“ Diese seien ursprünglich zur Unterstützung im Kampf gegen den IS geschickt worden (vgl.u.). Die deutsche Bundesregierung hat nun genaue Aufklärung über den Verbleib der Waffen gefordert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i4519-deutschland_stellt_milit%C3%A4rhilfe_f%C3%BCr_nordirakische_kurdenregion_ein, vom 3.4.2016)
Nach Aussage eines Armeegenerals habe die IS-Terrororganisation an der Universität von Mossul eine Produktionsstätte für „Sprengköpfe einer neuen Generation“, u.a. befüllt mit chemischen Kampfstoffen, eingerichtet wie das Wall Street Journal am Sa., 2.4.2016, berichtete. Es würden chemische Munition auf Peroxid-Basis, ANC-Sprengstoff und selbstgebaute Sprengkörper hergestellt. „Die Universität von Mossul ist das beste Forschungszentrum des IS“ lautet die Einschätzung. In Mossul würden zudem Saboteure und Suizidattentäter ausgebildet. „Diese werden zuerst in der syrischen Stadt Rakka [d.i. ar-Raqqa] trainiert und anschließend in den vorhandenen Einrichtungen der Universität von Mossul“, gab der General noch an. (http://sptnkne.ws/aXqW)
Erneut flogen türkische Luftstreitkräfte illegal Kampfeinsätze im N-Irak. (http://sptnkne.ws/aXbm )
Wegen der bevorstehenden Befreiungsoperation, welche der – seit Oktober 20014 vom IS besetzten – Kleinstadt Hît (Hit) am Euphrat gilt, sind die Bewohner durch die Armee aufgerufen worden, sich von Stellungen der Terroristen fernzuhalten, da sie als erstes Ziele der Angriffe werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i4372-irak_operation_zur_befreiung_von_hit_begonnen vom 31.3.2016)
In der vom IS besetzten Stadt Falûğa, wo sich nach Hît die zweitstärksten Terroristen-Einheiten der Provinz al-Anbâr aufhalten, taten sich hungernde Frauen zu einem Protestzug zusammen. Ein Augenzeuge berichtete: „Diese Frauen protestieren gegen die Daesh-Kämpfer, die die Stadt unter ihrer Kontrolle halten. Sie fordern die Terroristen auf, die Hungersnot zu beenden. Sieben Familien haben schon wegen Hungers Selbstmord begangen“. Gewaltsam und per Wasserwerfern versuchten IS-Leute die Demonstration aufzuhalten. Da griffen die Hungernden zu Steinen und bewarfen damit die Terroristen, von denen mindestens zwei schwere Kopfverletzungen, andere blaue Flecken und leichtere Verletzungen davon trugen. Anschließend siegte die Gewalt des IS über die Gegenwehr der Demonstrantinnen. – Die Armee hatte inzwischen einen Evakuierungskorridor für die Bewohner der Stadt eingerichtet, die demnächst ebenfalls befreit werden soll. (http://sptnkne.ws/aWmC vom 30.3.2016)
Die IS-Terroristen drohen der Bevölkerung von Falûğa (Falludscha) mit dem Tod, wenn sie versuchen sollten, sich dem Stadtrand zu nähern, um zu flüchten. Bestätigend berichtet ein Kommandeur der šîʽitischen Volkswehr [al-Ḥašd aš-Šaʽbî]: „Die Terroristen haben 35 Zivilisten hingerichtet, die aus der vom Daesh eingenommene Stadt fliehen wollten“. (http://sptnkne.ws/aWn2)
Am 29.3.2016 gab es erneut zwei Bombeneplosionen in Bagdad, die Dutzende Tote und Verletzte hinterließen, genaue Zahlen wurden für den zweiten Anschlag nicht bekannt gegeben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i4228-dutzende_tote_und_verletzte_bei_bombenanschl%C3%A4gen_in_bagdad)
Mit der Befreiung der Orte Ummaḏ-Ḏîbân und Umm al-Ğarîṣ, ganz nah an Grenze zu Syrien im Sinğar-Gebiet gelegen, konnte die Armee zusammen mit al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Verbindung der IS-Trupps zwischen beiden Staaten unterbrechen. – Wenige Tage zuvor teilte Brigadegeneral und Leiter der Militäroperation in der Nînawâ-Provinz, Nağm al-Ğabûrî (Najm al-Jabouri), gegenüber FNA mit: „The Central and Southern parts of Mosul which host the ISIL commanders‘ strongholds are under artillery fire and airstrikes.“ Am Fr., 25.3.2016, hatte das Innenministerium darüber informiert, daß die Luftwaffe über Stadtteilen von Mossul Flugblätter abwerfe mit der Aufforderung an die Bevölkerung, sich auf die militärische Befreiungsoperation der Stadt einzustellen. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13950109000128, 28.3.2016)
Frohe Osterfeiertage allen Lesern!
(währenddessen Kurzmeldungen)
Bei drei Bombenexplosionen in verschiedenen Stadtteilen der Hauptstadt kamen am Sa., 26.3.2016, insgesamt vier Personen ums Leben, 18 wurden verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i4087-bombenexplosionen_hinterlassen_in_bagdad_4_tote_und_18_verletzte, 27.3.2016)
Während der Kämpfe der Pîšmarga gegen den IS im N des Landes wurde laut Mitteilung des türkischen Generalstabs vom So., 27.3.2016, ein türkischer Soldat getötet, ein weiterer verletzt. Es handelt sich bei den Militärs um angehörige der im Dezember 2015 illegal in den Irak einmarschierten (vgl.u.) türkischen Streitkräfte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i4057-t%C3%BCrkischer_soldat_bei_is_raketenangriff_auf_nordirak_get%C3%B6tet)
Während einer Pressekonferenz anläßlich des 8. Besuches des UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in Bagdad am Sa.m 26.3.2016, in Anwesenheit des irakischen Ministerpräsidenten wie der Präsidenten der Weltbank und der Islamischen Entwicklungsbank, äußerte der UN-Diplomat: „Noch einmal fordere ich alle regionalen und internationalen Partner des Iraks auf, die irakische Regierung bei der Bekämpfung des IS zu unterstützen. Diese Unterstützung muss mit vollkommenem Einverständnis der irakischen Regierung erfolgen, so dass beim Kampf gegen den IS die territoriale Souveränität des Iraks vollständig respektiert wird. Im letzten Jahr sind mehr als 7500 Iraker in Folge der terroristischen Anschläge und bewaffneten Konflikte ums Leben gekommen. Die Sicherheit und Gerechtigkeit soll in diesem Land wieder hergestellt werden. Daher fordere ich von allen Freunden des Iraks, bei der Herstellung der Sicherheit und Stabilität sowie dem Wiederaufbau des Landes die irakische Regierung zu unterstützen.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i4027-un_generalsekret%C3%A4r_fordert_internationale_unterst%C3%BCtzung_der_irakischen_regierung)
Den Streitkräften gelang am am Fr., 25.3.2016, die Befreiung der Stadt Kabîsa in der Provinz al-Anbâr, wie as-Sûmariyya News meldete. Vor den Gefechten waren die Bewohner aufgefordert worden, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Am Vortag hatte die Armee die Operation zur Befreiung der Provinz Nînawâ (Ninive) begonnen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i3994-kabisa_vollst%C3%A4ndig_aus_der_gewalt_der_terroristen_befreit)
Während der Siegerehrung nach einem Fußballspiel sprengte sich ein Suizidattentäter im Dorf al-Asriyya (al-Asrija, ca. 40km südlich Bagdads) in einer Menschenmenge in die Luft, tötete mindestens 25 Personen und verletzte gut doppelt soviele. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i3961-dutzende_tote_und_verletzte_bei_selbstmordanschlag_im_irak, s.a. http://sptnkne.ws/aUAs)
Nach Beobachtungen der die Internet-Aktivität en des IS überwachenden SITE Intelligence Group aus den USA verteilten IS-Kämpfer an vorüberfahrende Autofahrer Süßigkeiten, welche freudig entgegengenommen würden. Die Mitteilung im Hintergrund laute dahingehend, daß „im Irak und in der Levante Flugzeuge der Eroberer, darunter auch belgische, weiterhin Tag und Nacht Muslime bombardieren und dabei Frauen, Kinder und ältere Menschen töten und Schulen und Moscheen zerstören“. Es handele sich damit um eine IS-Propaganda-Aktion auf die entsprechend gefeierten Anschläge in Brüssel hin. (http://sptnkne.ws/aUtv mit Belegen)
Bei der Rückeroberungsoperation der Stadt Mossul hat die Armee mehrere Ortschaften im Umkreis der Provinzhauptstadt befreit laut einer am Do., 24.3.2016, im Fernsehen verlesenen Erklärung der Streitkräfte (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i3877-irakische_armee_beginnt_mit_operation_eroberung)
Irakische und europäische Sicherheitsexperten sowie ein französischer Abgeordneter, welche Aktivitäten von Terrornetzwerken verfolgen, haben darüber informiert, daß der IS in Lagern ca. 400 Attentäter speziell zum Einsatz in Europa trainiere. Der IS drohe, gegen Ziele in Europa in mehreren “tödlichen Wellen” vorzugehen. Die Terroristen seien angewiesen, bzgl. Einsatzort, – zeit und -methode selbst zu entscheiden. (http://parstoday.com/de/news/world-i3865-ap_is_hat_400_k%C3%A4mpfer_f%C3%BCr_angriffe_in_europa_ausgebildet, s.a. http://sptnkne.ws/aTGz)
Der bekannte Journalist Leith Fadel sieht in der Synopse der syrischen Operation zur Befreiung von Tadmur (Palmyra) und jener fast gleichzeitigen im Irak zur Wiedergewinnung von Mossul jeweils im Kampf gegen den IS eventuell mehr als nur eine zeitliche Kongruenz, auch eine Absprache hierzu sei denkbar. (https://www.almasdarnews.com/article/irgc-soldiers-arrive-palmyra-help-liberate-city/).
Über den Umgang der IS-Menschenhändler mit ihrer versklavten Beute, insbesondere der weiblichen, zum Erhalt von deren „Warenwert“ s. hier.
Trotz der wiederholten Erklärung der irakischen Regierung (vgl.u.), keine ausländischen Truppen im eigenen Territorium dulden zu wollen und auch nicht zu brauchen, hat das Pentagon laut Meldung des al-Mayâdîn news channel wie von al-Ğazîra entschieden, noch mehrUS-Truppen in das Land zu verlegen. Nachdem am Sa., 19.3.2016, eine IS-Rakete auf einer US-Basis eingeschlagen ist und einen US Marine getötet hat, sollen Truppen der 26th Marine Expeditionary Unit in den Irak geschickt werden. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13950102000169 vom 21.3.2016)
Die Bundeswehr-Luftwaffe habe seit ihrem – nicht mit der syrischen Regierung abgesprochenen und damit völkerrechtwidrigen – Auftragsbeginn am 8.1.2016 innerhalb der US-geführten Koalition bislang 134 Aufklärungsflüge in Syrien und dem Irak ausgeführt, 60% davon über irakischem Territorium. Dies war die Antwort, welche auf eine Anfrage der Partei Die Linke im Bundestag erfolge. Unbekannt bleibt, ob die Daten für Luftangriffe genutzt oder gar zu Verlusten unter der Zivilbevölkerung geführt haben. „Die Regierung hat keine eigenen Informationen dazu“, hieß es aus dem deutschen Verteidigungsministerium. (http://sptnkne.ws/aSJF)
Am Sa., 19.3.2016, unternahm die Armee einen Angriff zur Befreiung der Stadt Hīt im W von ar-Ramâdî. Laut dem Sender as-Sûmariyya teilte der Ratsvorsitzende in der Provinz al-Anbâr mit: „Die Operation zur Befreiung der Stadt Hīt und der naheliegenden Stadt Kabisa begann am Morgen mit Teilnahme von Sicherheitskräften, Stammesgruppen und mit Unterstützung von Flugzeugen der internationalen Koalition sowie der irakischen Luftstreitkräfte“. Zudem führte die Luftwaffe effektive Luftschläge gegenIS-Stellungen aus. (http://sptnkne.ws/aSh9)
Durch die Detonation einer Autobombe in ʽArab Ğabûr (Arab Dschabur) unweit von Bagdad wurden am Fr., 18.3.2016, zwei Bürger getötet und fünf weitere verletzt.
Bei einem Lufteinsatz wurde in Ḥayât im W der Provinz al-Anbâr in das Quartier der IS-Anführer und ihr Munitionslager zerstört. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i3538-sieben_tote_und_verletzte_bei_terroranschlag_in_einer_bagdader_vorstadt)
Zur Stärkung ihrer Kampfkraft hat die russische Regierung an die Kurden im Irak fünf Fliegerabwehrlafetten vom Typ Zu-23-2 sowie 20.000 passende Geschosse geliefert. „Die Übergabe der Waffen erfolgte am 14. März im Beisein des Botschafters und des Generalkonsuls [d.i. Rußlands im Irak] sowie des Vize-Generalstabschefs der kurdischen Volkswehr“, bestätigte der Attaché des russischen Generalkonsulats ʽArbil, Artjom Grigorjan, gegenüber Ria Novosti.(http://sptnkne.ws/aRuN). – Eine Bestätigung aus dem Kreml hierfür gab es jedoch nicht (http://sptnkne.ws/aR8p).
Nach der Detonation einer Autobombe in Ankara am So., 13.3.2016, haben türkische Bomber in der folgenden Nacht um 3.00 Uhr Ortszeit wieder die Gebirgsregion Kandil und Gâra [ca. ca. 100km von der türkischen Grenze entfernt] im N-Irak angegriffen, berichtet die Agentur Anadolu. (http://sptnkne.ws/aQnZ)
Der IS hat die Stadt ar-Ruṭba im W-Irak und ca. 110km entfernt von den Grenzen zu Syrien, Jordanien und Saudi-Arabien verlassen, damit die Kontrolle die in der Nähe vorbeiführende strategisch bedeutsamen Verbindungsstraße zwischen Bagdad und Amman aufgegeben und befindet sich weiter auf dem Rückzug. Als Grund wäre für Bürgermeister ʽImâd Aḥmad (Imad Ahmed) denkbar, daß der IS keine größeren Verluste im Kampf gegen die vorrückende Armee riskieren wollte. Es könnte sich jedoch auch um eine Falle handeln, um so zu eruieren, wer in der Stadt die Regierung unterstützte. Wie auch immer solle sich die Armee beeilen, die Kontrolle über die Stadt zu sicherzustellen. (http://sptnkne.ws/aPYg)
Laut Mitteilung des Generalstabs der türkischen Armee vom Sa., 12.3.2016, haben Kampfflugzeuge vom Typ F-16 und F-4 mittwochs erneut im Gebirgsland des N-Irak – unauthorisiert durch die Landesregierung oder ein UN-Mandat und damit völkerrechtswidrig – kurdische Stellungen beschossen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i3142-die_t%C3%BCrkische_armee_bombardiert_stellungen_von_pkk_im_irak=)
Zur Behandlung der vom IS-Giftgasanschlag (vgl.u.) betroffenen Opfer, darunter v.a. der Kinder, ist auf Anfrage des irakischen Gesundheitsministers Dr. Adliya Hamud Hossein ein iranisches Ärtzteteam zusammen mit medizinischer Ausrüstung und Medikamenten nach Kirkuk geschickt worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i3139-nach_giftgasangriff_des_is_entsendet_iran_%C3%84rzteteam_in_den_irak)
Anti-Terror- und Armee-Einheiten gelang am Do., 10.3.2016, die Befreiung von Zankura (an einer Biegung des Euphrat zwischen ar-Ramâdî und Hît gelegen). Gut 10.000 Bürger des Orts wurden an einen sicheren Ort im Euphrat-Tal evakuiert. Der Sprecher der Anti-Terror-Einheit, Ṣabâḥ an-Nuʽmân (Sabah an-Noman) berichtete, die irakische Flagge sei am höchsten Gebäude der Stadt gehißt und während der Kämpfe seien ca. 80 IS-Terroristen getötet worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i3061-irak_strategische_irakische_stadt_zankura_befreit)
Laut Mitteilung des Immigrationsministeriums sind ca. 190.000 irakische Flüchtlinge aus der Türkei in ihre Heimat zurückgekehrt. In Abstimmung mit der Regierung sei man bemüht, noch mehr wieder ins Land zu holen. Zuvor hatten etwa 100 Iraker Finnland in Richtung Heimat verlassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i3091-190.000_irakische_fl%C3%BCchtlinge_zur%C3%BCckgekehrt)
In einem ehemaligen, von der Terrororganisation umgebauten Wohnhaus in ar-Ramâdî hat die Volkswehr ein weiteres IS–Chemiewaffenlager entdeckt. Einer ihrer Offiziere führte dazu aus: „Die Volkswehr hat das Lager im Industriegebiet der Stadt Ramadi im Rahmen der Entminung von Wohnhäusern entdeckt, die der Daesh nach seiner Niederlage gegen die Kräfte der irakischen Armee und Volkswehr verminte“. Bereits im Februar war man im Westen der Stadt auf ein ähnliches Lager getroffen, in welchem sich auch Vinyltrichlorsilan (UN-Bezeichnung Corrosive UN 1305) fand, das auf der Haut wie beim Einatmen zu schweren Verätzungen der Atemwege und selbst des Verdauungssystems führt. (http://sptnkne.ws/aNZM)
Nach Auskunft des Provinzgouverneurs von Kirkuk, Nağmaddîn Karîm (Nadjmeddin Karim), haben IS-Anhänger am Mi., 9.3.2016, ca. 40 Bewohner eines Dorfes ca. 20 km südlich der Provinzhauptstadt durch Chemiewaffen verletzt, indem sie jenen Ort mit entsprechend umgerüsteten Mörsergranaten beschossen hatten. Die meisten litten nach dem Angriff an Erstickungsanfällen und Juckreiz. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i2998-irak_is_beschie%C3%9Ft_kirkuk_mit_gifthaltigen_m%C3%B6rsergranaten)
Die Armee hat ihr Clearing von IS-Terroristen in der gesamten Ṯarṯâr -Region mit Umgebung in der al-Anbâr-Provinz abgeschlossen. (http://www.sana.sy/?p=348601)
Der IS hat die Autobombenexplosion mit 500kg Sprengstoff bei einer Straßenkontrolle im Norden der Stadt al-Ḥila im Zentralirak übernommen, bei der bislang 35 Menschen getötet,45 verletzt worden sind, wie as-Sûmariyya News vom So., 6.3.2016, mitgeteilt hat. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297562-is-%C3%BCbernimmt-verantwortung-f%C3%BCr-explosion-in-der-irakischen-provinz-babel, s.a. http://german.irib.ir/nachrichten/item/297550-)
Am 5.3.2016 beschoß ein IS-Trupp die Maḫmûr-Kaserne südlich von Mossul mit Raketen, wodurch vier Soldaten der 15. irakischen Division getötete, 16 weitere verwundet wurden, wie Oberstleutnant Schirzad Rakhuli [Šîrzâd Raḫûlî] von den Pîšmarga bekanntgab. Von offiziellen Stellen aus Bagdad lägen noch keine Meldungen dazu vor. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297537-tote-und-verletzte-soldaten-bei-is-raketenangriff-im-irak)
Gemäß Erklärung des Sprechers der Kommandantur der Koalitionskräfte gegen den IS, Christopher Karur, hat die Operation zur Befreiung von Mossul am Sa., 5.3.2016, begonnen. Hierauf hätten sich 30.000 Mann der Streitkräfte in 8 – 12 Einheiten und zwei Divisionen der Pîšmarga vorbereitet. Geplant ist, die Rückeroberung bis Ende März geschafft zu haben. Zur Abwehr des Vormarsches habe der IS derweil Weitstrecken-Raketen und Artillerie in den Dörfern südlich von Mossul in Stellung gebracht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297522-offensive-zur-wiedereinnahme-mossuls-begonnen)
Saʽd al-Ḥadîṯî (Sad al-Hadisi), Büro-Sprecher des Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî, gab bekannt, letzterer habe sich für die Notwendigkeit der Teilnahme der Volkswehr (al-Ḥašd aš-Šaʽbî) an der Befreiung Mossuls hervorgehoben, da sie einen Teil der nationalen Sicherheit des Iraks darstelle: „Der irakische Ministerpräsident und Oberbefehlshaber der irakischen Streitkräfte, Haidar al-Abadi, ist gemäß der ihm gesetzlich zugeteilten Befugnis, die einzige Person, die diesbezüglich eine Entscheidung treffen kann. Und wenn er über die Präsenz der Volkswehr bei der Befreiung der besetzten Gebiete des Landes, wie auch Mosul, eine Entscheidung treffen sollte, so kann niemand ihn an so einer Entschlussfassung hindern.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297505-irakischer-ministerpr%C3%A4sident-spricht-sich-f%C3%BCr-die-teilnahme-der-volkswehr-an-der-befreiung-von-mosul-aus) – Die Volkswehrgruppen waren schon wiederholt bei ihren erfolgreichen Vorstößen gegen den IS Ziele der US-geführten Allianz gewesen (vgl.u.). Schließlich hatte sogar die US-Administration Druck auf die Regierung in Bagdad ausübt, die Bürgermiliz al-Ḥašd aš-Šaʽbî aufzulösen (vgl.u., 6.2.2016).
Wie der MdP und Mitglied des Außenausschusses des Parlaments Iqbâl ʽAbdul Ḥussainân (Eghbal Abd al-Hosseinan) mitteilte, habe die Regierung der VAE 436 irakische, aber in den VAE ansässige Staatsbürger ausgewiesen. Dem Bericht des Außenministeriums sei auch zu entnehmen, daß schon 2015 Abū Ẓabī (Abu Dhabi) 216 in den VAE ansässige irakische Staatsangehörige und in den ersten zwei Monaten des Jahres 2016 noch 220 ausgewiesen habe. Angesichts der religiösen Zugehörigkeit vieler der Betroffenen würden diese Schritte noch ernste Folgen für die VAE haben. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297502-hunderte-iraker-aus-den-vereinigten-arabischen-emiraten-ausgewiesen)
Im westfälischen Münster werden derzeit 28 Pîšmarga-Angehörige zwei Wochen lang geschult, um in den Nordirak zurückgekehrt selbst als Militärausbilder wirken zu können, berichtete France 24 am Mi., 2.3.2016. U.a. lernten sie, sich geschickter zu tarnen, unauffällig im Gelände zu bewegen und Verstecke anzulegen. Denn: „Aufklärung spart Blut„, impft ihnen Ausbildungschef Oberst Norbert Hähnlein ein wie auch die Überlegung: „Wenn ich viel über den Gegner weiß, kann ich mein eigenes Verhalten darauf einstellen, und dann habe ich weniger Verluste.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297468-deutschland-bildet-kurdische-peschmerga-truppen-auf-deutschem-boden-aus)
An einer weiteren vom IS veranlaßten „Hinrichtung“ soll auch eine 12-Jährige – „Dschihadi Jane“ – teilgenommen haben, berichtet The Daily Star. Auf dem gleichfalls veröffentlichten Photo sieht man sie dabei stolz mit ihrer Kalaschnikow prahlen. In der Stadt Nînawâ (Ninive) war fünf Frauen, darunter einer Ärztin, verweigerte Unterstützung des IS zur Last gelegt worden. Für verschleppte und zu Suizidattentätern ausgebildete Jungen sei derlei dagegen inzwischen schon „Alltag“. Gemäß einer Studie des Combating Terrorism Center der US-Militärakademie West Point seien zwischen dem 1.1.2015 und 31.1. 2016 bereits 89 Minderjährige als IS-Kämpfernachwuchs ums Leben gekommen. (http://sptnkne.ws/aKBm vom 3.3.2016)
Eine Bombenexplosion nahe eines Einkaufszentrums im Norden Bagdads hinterließ einen Toten und fünf Verletzte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297372-irak-ein-toter-und-f%C3%BCnf-verletzte-bei-bombenexplosion-im-norden-von-bagdad)
Gemäß einer Meldung von as-Sûmariyya News am Sa., 27.2.2016, ist in der Provinz Nînawâ (Ninive) die deutschstämmige Diana Kruger unter den Ehefrauen von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî zusammen mit zwei weiteren Begleiterinnen aus der Residenz des IS-Führers verschwunden. Eine Sondertruppe soll nach ihr suchen. Der Nachrichtendienst des Landes hatte bereits 2015 die Identität der jungen Frau enthüllt und mitgeteilt, daß sie über Syrien in den Irak gereist war, um sich dort dem IS anzuschließen. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/297356-) – Die Eheschließung soll am 8. 10. 2015 unter großer Geheimhaltung stattgefunden haben. Darauf habe Krüger als Vorsitzende des vom IS eingerichteten „Šarîʽa-Gericht“ für Frauenangelegenheiten fungiert haben. (http://sptnkne.ws/aJeB).
Von Freitagnachmittag bis Samstagmorgen hatten IS-Trupps laut Bericht von aš-Šarq al-Ausaṭ vom So., 28.2.2016, Wohngebiete von ʽÂmiriyyat al-Falûğa (Ameria), einer Vorstadt, 23km südlich von al-Falûğa (Falludscha, Falluja) gelegen, mit hunderten an Raketen und Mörsergranaten beschossen. In der Folge wurden neun Personen getötet und dutzende verletzt. Auf dem Vormarsch zur Befreiung von al-Falûğa aus drei Richtungen ging die Armee auch dagegen vor und erklärte den Ort ʽÂmiriyya zur abgeriegelten Militärzone und zum Startpunkt der Operation der Sicherheitskräfte. Anfang 2014 war al-Falûğa als erste Stadt dem IS in die Hände gefallen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297346-irak-armee-startet-operation-zur-befreiung-von-falludscha)
Schwere Kämpfe entbrannten auch westlich von Bagdad. Nach einem IS- Großangriff auf die Region der Stadt al-Karma, ca. 30km im W der Hauptstadt gelegen, wechselte der Trupp in das Gebiet von Abû-Ġuraib (ca. 10km westlich), wo am Sonntagmorgen – wie üblich – Anschläge per Autobomben und Suizidattentätern den Angriff vorbereiten sollten. Darauf verließen etliche Bewohner ihre Häuser und die Division al-Waḥid aṣ-Sadiq (al-Wahed al-Sadigh), eine spezielle Antiterroreinheit, und die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî rückten zur Verteidigung an. Die Kämpfe dauern an. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297343-schwere-k%C3%A4mpfe-in-der-umgebung-von-bagdad)
Bei einem Suizidanschlag im Ostteil Bagdads, dem überwiegend von Šîʽiten bewohnten Stadtteil Sadr City [Madinat aṣ-Ṣadr], starben73 Personen, verletzt wurden mehr als 112. Der Attentäter hatte sein mit Sprengstoff bepacktes Motorrad in eine Menge Leute vor einem Geschäft für Mobiltelefone gesteuert und dort die Detonation ausgelöst. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297348-, s.a. http://sptnkne.ws/aJ2G)
Wieder haben IS-Kämpfer im Nordirak in der Gegend von Sinğar kurdische Verteidiger mit Mörsergranaten gefüllt mit chemischen Kampfstoffen beschossen und so 30 davon verletzt. Wie der Direktor des Hospitals, in dem jene behandelt wurden, mitteilte, mußte es sich den Symptomen nach um Chloringas gehandelt haben. Wenige Tage zuvor hatte eine Quelle von der Organization for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) mitgeteilt, daß der IS Senfgas gegen kurdische Kämpfer im SW von Arbîl eingesetzt hatte. (http://shiapost.com/2016/02/18/daesh-used-chemical-arms-against-kurds-in-iraq-sources/)
Zwei Anschläge, zu denen sich der IS bekannte, forderten am Do., 25.2.2016, etliche Todesopfer und viele Verletzte:
Ein Suizidattentäter sprengte seinen Sprengstoffgürtel in einer Menschenmenge vor einer Moschee in die Luft, als Besucher gerade die Moschee im Bezirk aš-Šuʽla (Schula, Shulaa) im N von Bagdad verließen. Dabei kamen 15 Personen zu Tode, 24 wurden verletzt.
An einem Militärkontrollpunkt kam es später zu einer weiteren Detonation mit 5 Toten und 14 Verletzten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297271-, http://sptnkne.ws/aHpH)
Auch im Nordirak geht der völkerrechtswidrige Beschuß (von PKK-Stellungen) durch türkische Bomber gemäß Meldung der Zeitung Bugun weiter. (http://sptnkne.ws/aHd9)
Im W von ar-Ramâdî entdeckten irakische Soldaten ein Chemiewaffenlager des IS mit 40 gefüllten versiegelten Behälter des Kampfstoffes. Diese wurden umgehend sichergestellt. (http://sptnkne.ws/aGZs)
Ein 16-jähriges Mädchen aus Schweden, das 2015 von IS-Anhängern entführt worden war, konnte von irakischen Spezialeinheiten im kurdischen Autonomiegebiet nahe Mossuls befreit werden, teilte der Sicherheitsrat der Autonomiebehörde am Di, 23.2.2016, mit. (http://sptnkne.ws/aGmK)
Nach Hausdurchsuchungen in der unter IS-Kontrolle stehenden Stadt Falûğa (Falludscha, Falluja) im W der Provinz al-Anbâr durch IS-Anhänger haben diese 150 Personen als Geiseln genommen wohl in Reaktion auf die heftigen Kämpfe zwischen IS-Trupps und Stammeskämpfern in der Stadt, wie Behördenvertreter laut Sky News Arabia-Meldung mitteilten.(http://sptnkne.ws/aFxK) – Daraufhin hätten die Stammesmilizen die Kämpfe aus Furcht um das Leben jener Gefangegenommenen eingestellt. Allerdings variieren die Angaben der Personenzahl, nach Armeeangaben seien es 110 Geiseln, laut dem Verwalter der Stadt, Issa Sayer [ʽIsâ Sayâr ?], etwa 60. Jedenfalls forderte der Ratsvorsitzende der Provinz, Sabah Karhut, von der Zentralregierung militärische Luft- und Bodenunterstützung für die eigenen Kämpfer an. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297183-irak-is-nimmt-dutzende-nomaden-in-falludscha-als-geisel) – Tage später ließ der IS gemäß al-Yaum as-Sâbiʽ zudem 18 Polizisten in der Stadt „hinrichten“. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297212-irak-is-richtet-18-polizisten-in-falludscha-hin vom 23.2.2016).
Wie das Gesundheitsministerium am So., 21.2.2016, mitteilen ließ, sei seit dem Jahr 2015 verschwundenes hochgiftiges radioaktives Material durch wurden Spezialtruppen, die in az-Zubair und al-Baṣra im Einsatz waren, wiedergefunden worden. Erst die Woche zuvor seien Dokumente aus dem Umweltministerium in die Öffentlichkeit gelangt, wonach große Menge radioaktiven Materials gestohlen worden seien, die zum Bau für eine „schmutzige Bombe“ getaugt hätte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297171-irak-radioaktives-material-in-basra-entdeckt)
Infolge der Detonation eines Sprengsatzes bei einem Geschäfts in der Region at-Tâğî (al-Taji, 85km im N von Bagdad) am So., 21.2.2016, wurden nach Angaben von al-Yaum as-Sâbiʽ zwei Zivilisten getötet und sieben weitere verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297169-irak-zwei-tote-bei-explosion-im-norden-von-bagdad)
Nach Meldung der Nachrichtenseite Samâ Baġdâd hätten Quellen vor Ort am So., 21.2.2016, mitgeteilt: „A US chopper landed in a farm near the main road linking al-Saqlaviyeh to Fallujah in Anbar province and took off after one hour with ISIL leaders on board„. Die IS-Führungsmitglieder hätten sich in einem Bauernhof bei Falûğa zusammengefunden, nachdem sie informiert worden waren, daß sie von dort per Hubschrauber abgeholt würden. Solche und ähnliche Fälle waren schon früher berichtet worden (vgl.u. bzw. s. die Auflistung auf der Seite des Quellenbelegs). Zuletzt hatte am 13.2.2016 ein höherer Angehöriger der Sicherheitskräfte ausgesagt: „We have compelling evidence that a US helicopter landed in Albu Arim palms of Fallujah city to take out the ISIL leaders who were in contact with the Americans„. Seiner Einschätzung nach sei daher Washington der Hauptgrund für das Überleben des IS im Irak. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13941202000537 vom 21.2.2016)
Wie Daily Mail am Do., 18.2.2016, meldetem wurde in Mossul der 15-jährige Ayham Hussein mit einem CD-Player aufgegriffen. Ein Šarîʽa-Gericht verurteilte ihn darauf zur öffentlichen Hinrichtung, da in den IS-kontrollierten Gebieten das Spielen von Musikinstrumenten und das Singen mit Musikbegleitung – mit Ausnahme des našid (islamkonformer Männergesang) – verboten ist. (http://sptnkne.ws/aEuz) – Im klassischen Islam sind zurückgehend auf den Propheten Muḥammad (Ḥadîṯ) Musikinstrumente und Gesang verboten mit folgenden Ausnahmen: Rezitationen religiöser Texte (z.B. ḏikr, Gebetsruf), anspornende Kampflieder im Ğihâd (evtl. mit Trommel), Singen mit Rhythmus-Instrumenten bei den beiden islamischen Hochfesten; weiblicher Gesang mit Rhythmus-Instrument (dem daf, einer von den Persern übernommenen Rahmentrommel) bei Hochzeiten. Našīd ist ein im Ṣûfismus gebräuchlicher religiöser Rezitationsgesang a capella oder in Begleitung durch das Rhythmusinstrument daf.
Nach dem Terroranschlag in Ankara schickte die türkische Regierung zur Vergeltung bereits zwei Stunden nach der Explosion vom Mittwochabend, 17.2.2016, Bomber in den Norden des Iraks und ließ dort eine Stunde lang kurdische Positionen angreifen. Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoğlu hatte den militärischen Arm der syrischen Kurden-Partei PYD für die Tat verantwortlich gemacht, obwohl die PYD-Führung jede Verwicklung zurückwies. (http://sptnkne.ws/aEeX) – Zur Thematik s.a. „Casus Belli’: Terrorist Attack in Ankara a ‘chances of war’ for the Erdogan’s regime, a pretext to launch a military intervention?“ (https://syrianfreepress.wordpress.com/2016/02/19/casus-belli/)
Durch die Detonation einer Autobombe in al-Yûsufiyya südlich von Bagdad kamen zwei Menschen ums Leben, sechs wurden verletzt. – Zudem wurde ein weiteres Massengrab des IS östlich von ar-Ramâdî entdeckt mit auffällig vielen Kinderleichen.
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297042-)
Erneut hat Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî am Mo., 15.2.2016, die Türkei zum Rückzug ihrer am 2.12.2015 mit mehr als 1.200 Soldaten und Militärrüstung illegal ins Land eingedrungenen Truppen aufgefordert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297009-irak-fordert-erneut-ende-der-verletzung-seiner-souver%C3%A4nit%C3%A4t)
Wegen angeblicher Spionage für die Regierungstruppen hat der IS in der Provinz Nînawâ (Ninive) gemäß einer Quelle, die anonym bleiben wollte, acht Zivilisten grausam ermordet („hingerichtet“) und dies gefilmt. Hierzu wurden die Opfer in Käfige gesperrt und anschließend ertränkt.
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296961-is-richtet-acht-zivilisten-in-ninive-hin)
Zum Zweck der möglicherweise für März geplanten Operation zur Rückeroberung von Mossul ist die irakische Armee unterstützt durch dieVolkswehr [al-Ḥašd aš-Šaʽbî] nach harten Kämpfen mit dem Feind weiter in Richtung dieser Provinzhauptstadt vorgerückt, wie der zuständige Kommandeur Nağm ʽAbduṣṣabur (Nadschm Abdoldschabur) mitteilte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296926-schwere-k%C3%A4mpfe-zwischen-den-is-terroristen-und-den-irakischen-streitkr%C3%A4ften-im-nordirak)
Eine mehr als 100-köpfige russische Delegation hat sich in Bagdad eingefunden. Am Do., 11.2.2016, trafen sich der russische Vizepremier Dimitri Rogosin und der inländische Parlamentspräsident Salîm al-Ğabûrî (Salim al-Dschaburi) zu Gesprächen über gemeinsame Industrieprojekte und Warenlieferungen und vor allem hinischtlich der Kooperation im politischen und militärtechnischen Bereich. „In den schweren Zeiten, die wir jetzt erleben, ist diese Zusammenarbeit besonders wichtig.“, bemerkte al-Ğabûrî. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296894-moskau-und-bagdad-wollen-milit%C3%A4rtechnische-kooperationen-ausbauen)
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte beim Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi) in Berlin weitere deutsche Unterstützungsleistungen zu. Es werde ein ungebundener Kredit in Höhe von 500-Millionen € zur Verfügung gestellt. So solle eine neue Fluchtbewegung we¬gen wirtschaftlicher Schwierigkeiten durch den Verfall des Ölpreises verhindert werden. Al-ʽAbâdî entgegnete, kein Land wolle seine Mittelschicht und Bürger verlieren. Die rund drei Millionen Binnenflüchtlinge sollten in ihre Heimatregionen zurückgebracht werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/296884-deutschland-sagt-irak-unterst%C3%BCtzung-beim-wiederaufbau-zu)
Einer Meldung von Fox News zufolge haben sich jesidische [yazidische] Frauen aus dem Sinğar-Gebiet (vgl.u.), die zuvor von den IS-Terroristen in Mossul gefangengehalten als Sexsklavinnen mißbraucht worden waren, zusammengefunden, um sich an der Waffe ausbilden zu lassen und schließlich in einem Frauenbataillon an der Rückeroberung Mossuls zu beteiligen. Ca. 100 Frauen seien bereits einsatzfähig, weitere 5000 noch im Training. Die Teilnehmerinnen sind zwischen 17 und 37 Jahre alt und wollen sich im Kampf um Mossul auch an ihren ehemaligen Peinigern rächen. (http://sptnkne.ws/aBph)
Nachdem ein Militärberater des saudischen Verteidigungsministeriums öffentlich bekanntgegeben hatte, die Armee werde im Norden des Landes, in der Region Ḥafar al-Bāṭin (Hafr al-Batin) ein Manöver zwecks Einsatzes im benachbarten Syrien voraussichtlich im kommenden März durchführen, warnte der Sicherheits- und Verteidigungsauschuß des (irakischen) Parlaments vor so einem Schritt. ʽAdnân al-Asadî (Adnan al-Assadi), Mitglied dieses Ausschusses, forderte daher die saudische Regierung auf, derartige Provokationen zu unterlassen. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/296874-)
Bei der Detonation eines selbstgebauten Sprengsatzes auf einem belebten Basar Sabʽ al-Bûr (Saba-a al-Bur), ca. 25km im NW vonvon Bagdad kamen drei Personen ums Leben, acht wurden verwundet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296871-elf-tote-und-verletzte-bei-anschlag-im-norden-von-bagdad)
Nach Mitteilung des israelischen Generalstabschefs Gadi Eizenkot kämpften bislang 50-70 Israelis innerhalb der Terrororganisation IS. U.a. wurde der [wohl Ex-] Kommandeur der israelischen Sonderkräfte Oberst Yusi Oulen Shahak, als IS-Kämpfer Anfang Oktober 2015 in Baiğî in der irakischen Provinz Salāḥuddīn gefangen genommen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296844-israelischer-generalstabschef-ungef%C3%A4hr-70-israelis-geh%C3%B6ren-is-an)
Die EU-Vertretung in Bagdad hat laut einer am Mo., 8.2.2016, veröffentlichten Mitteilung die Vollstreckung der Todesstrafe gegen Terroristen im Irak kritisiert. Anlaß ist die anstehende Hinrichtung von sechs verurteilten saudischen Terroristen. Gemäß Verfassung bedürfen vom Hohen Strafgerichtshof bestätigte Todesurteile noch die Genehmigung des Präsidenten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296824-eu-stellt-sich-gegen-todesstrafe-im-irak)
In Vorbereitung der Befreiung Mossuls aus IS-Hand werden nach Übereinkunft der Zentral und kuridischen Regionalregierung tausende von Soldaten in den Nordirak verlegt. U.A. sollen in einem Militärstützpunkt nahe der Region Maḫmûr 4.500 Militärkräfte und Militärhubschrauber stationiert werden, um die IS-Versorgungsstrecke zwischen Mossul [Mauṣil] und den Regionen Kirkûk und Salāḥ ad Dīn zu unterbrechen (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296826-befreiungsoperationen-in-mosul-tausende-milit%C3%A4rkr%C3%A4fte-werden-in-den-nordirak-geschickt)
Der Polizei der autonomen Kurdenregion gelang am Mo., 8.2.2016, die rechtzeitige Festnahme dreier IS-Angehöriger bevor sie in Arbîl (Erbil) Anschläge mittels sechs selbstgebauter Bomben und einem Sprengstoffgürtel verüben konnten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296820-)
Nördlich von ar-Ramâdî gelang es den Streitkräften,Terroranschläge des IS zu vereiteln und Dutzende der Terroristen zu töten. (http://sana.sy/?p=333797)
Ein Vertreter der Volksmiliz informierte al-Madâ-Press über ein weiteres IS-Massaker, meist an Polizeibeamten, Militärs und zivilen Aktivisten: „Die Daesh-Kämpfer haben erneut einen Gewaltakt an Bewohnern Mossuls durchgeführt, hingerichtet wurden 300 Personen“. Wie der Verteidigungsminister al-ʽUbaidî schon vor einiger Zeit mitgeteilt hat, soll die Rückeroberung von Mossul aus den Händen des IS noch dieses Jahr stattfinden. (http://sptnkne.ws/aAkH)
Auch die im Irak mit den Regierungstruppen gegen den IS kämpfende Ḥizbullâh hat Saudi-Arabien und die VAE davor gewarnt, Bodentruppen nach Syrien zu schicken. Sollten die Regierungen jener Länder diesen Schritt wagen, werde er ihnen die Tür zur Hölle öffnen. Zudem sei klar, daß die arabischen Machthaber nur versuchten, mit Hilfe der IS-Terroristen ihre eigenen Pläne zu realisieren. Die o.e. Ankündigung stieß auf heftige Reaktionen auch anderer Länder der Region. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296793-irakische-hisbollah-warnt-saudi-arabien)
Aus bekannt gewordenen Geheimdienstberichten geht hervor, daß die US-Regierung Druck auf die Administration in Bagdad ausübt dahingehend, die bislang zusammen mit der Armee die Hauptlast im Abwehrkampf gegen den IS tragende Bürgermiliz al-Ḥašd aš-Šaʽbîaufzulösen, vor allem bevor es zu einer Rückeroberung von Falûğa (Falluja) aus den Händen den IS komme. Schon Anfang November 2015 hatte der hoher Armee-Kommandeur Hassan al-Sari gegenüber FNA erklärt: „The US is exerting a lot of pressure to weaken the Iraqi volunteer forces and prevent them from advancing towards Salahuddin and Anbar provinces“ und fuhr fort: „Americans are trying hard to prevent the Iraqi volunteer forces from entering and capturing the city of Fallujah that is under the control of the ISIL now“. Doch damals wie jetzt versicherten die Angehörigen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî weiter gegen den ISkämpfen und den Irak befreien zu wollen. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13941117000738 vom 6.2.2016)
Um sich gegen die steten Angriffe der IS-Anhänger von Falûğa (Falluja) her besser schützen zu können, haben Sicherheitskräfte damit begonnen, eine Betonmauer außerhalb der Stadtgrenze von Bagdad rund um die Hauptstadt zu errichten, informierte der Gouverneur der Militärkräfte in Bagdad, ʽAbdulamîr aš-Šamrî (Abdel Amir Al-Shemri) am Mi., 3.2.2016, die Presse. Die Bauarbeiten hätten bereits begonnen. Damit könne auch die Zahl der Militärposten innerhalb der Stadt reduziert werden, bekräftigte Innenministeriumssprecher Saʽd Maʽn (Saad Maan) gegenüber Associated Press. Angaben zur geplanten machte er dabei nicht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296680-irakische-hauptstadt-bekommt-schutzmauer). – Der Ministerpräsident kritisierte diesen Mauerbau Tage später. Aus dem Büro von Ḥaidar al-ʽAbâdî verlautete, Bagdad gehöre allen Irakern und dürfe sich nicht abgrenzen. Es müßten vielmehr Vorkehrungen getroffen werden zur Sicherung der Bagdader vor IS-Übergriffen trotz ungehinderten Verkehrs mit dem Umland. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296766-al-abadi-kritisiert-mauerbau-um-bagdad)
Nach einem seit 2003 dauernden Rechtsstreit hat es die BürgerrechtsorganisationAmerican Civil Liberties Union (ACLU) zumindest erreicht, daß von gut 2100 Bildern im Zusammenhang mit der Untersuchung von Foltervorwürfen gegen Angehörige der US-Armee im Irak und Afghanistan aus den Jahren 2001 – 2009 jetzt 198 Photos durch das Pentagon am Fr., 5.2.2016, veröffentlicht werden mußten. Dies berichteten übereinstimmend Medien wie Guardian und Newsweek. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies die harmlosesten Fotos sind“, wandte sich ACLU-Anwalt Alex Abdo an den Guardian. Zudem kritisierte die Bürgerrechtsbewegung, daß die veröffentlichten Bilder meist nur einzelne betroffene Körperpartien, zeigten, nie eine Person vollständig, viele Bilder seien zudem körnig oder unscharf und würden nicht im Kontext der Aufnahme erläutert. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/296722-pentagon-ver%C3%B6ffentlicht-200-fotos-von-misshandelten-us-gefangenen, s.a. http://sptnkne.ws/a9Dk)
Die irakische Armee hat das Gebiet as-Sağariyya östlich von ar-Ramâdî, welches voller IS-Terroristen war, am 5.2.2016 befreit, die irakische Flagge weht über dem Ort, nachdem eine große Anzahl der IS-Anhänger getötet worden ist. Es folgt das Aufspüren von hinterlassenen improvisierten Sprengsätzen und deren Abbau. (http://sana.sy/?p=332900)
Am 5.2.2016 abends bombardierte wieder eine große Anzahl türkischer Kampfjets des Typs F16 und E4-F 2020 im nordirakischen Kandil-Gebirge begleitet von Tankflugzeuge und Drohnen. Die irakische Regierung protestierte gegen diese erneute Verletzung der territorialen Integrität ihres Landes, da die Angriffe ohne Erlaubnis der und Koordinierung mit der Landesregierung erfolgten und forderte eine sofortige Einstellung militärischer Einmischung im Land. Die türkische AKP-Regierung dagegen erklärte zur Garantie der nationalen Sicherheit ihres Landes die Operationen im Nordirak fortsetzen zu wollen. (<a<http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296712-t%C3%BCrkische-luftoperationen-im-nordirak)
Nach der Erklärung aus dem Pentagon, die Zahl der im Irak stationierten UN-Soldatenauf 3.870 aufstocken zu wollen, traf auf Ablehnung seitens des Iraks. Wie schon zuvor mehrfach seitens des Premierministers Ḥaidar al-ʽAbâdî erfolgt (vgl.u.), erklärte daraufhin auch der Sprecher des Generalstabs, Yaḥyâ Rasûl [az-Zubaidî ] (Yahya Rasool), jegliche Forderung seines Landes zur Beteiligung ausländischer Kräfte am Einsatz irakischer Bodentruppen sei unzutreffend und teilte mit, US-Kräfte nähmen an der Bekämpfung der IS-Terroristen im Irak nicht teil. Gemäß Aussage des Premierministers begrüße man ausschließlich den Austausch unter den Nachrichtendiensten, die Ausbildung der Militäreinheiten wie die Lieferung von Waffen und Militärausrüstung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296711-irak-weist-us-beteiligung-an-terrorbek%C3%A4mpfung-zur%C3%BCck)
Wie eine von GlobalPost veröffentlichte unabhängige Studie der Organisation Airwars nachweist, sind die von der US-geführten Koalition bei ihren Bombardements in Syrien und dem Irak verursachten zivilen Opfer verschleiert worden. Statt der zugegebenen 22 toten Zivilisten müßten es den Berechnungen nach zwischen 862 und 1116 Tote sein. Ursache der unterschiedlichen Zahlenangaben sei gemäß Autorenteam die Vorgehensweise, wie US-Meldungen über zivile Opfer überprüft würden: Nach Angabe eines Pentagon-Vertreters befasse sich ein spezielle Gruppe mit jener Überprüfung. Vor einer umfassenden Untersuchung steh jedoch erst die Prüfung, ob eine diesbezügliche Meldung als glaubwürdig einzustufen sei. Die meisten Berichte über zivile Todesfälle würden jedoch von der Koalition von vorneherein als unglaubwürdig eingestuft. Dies erkläre sich daraus, daß die erwähnten Luftangriffe meist bzgl. der nächsten großen Stadt bzw. Ortschaft angegeben würden; stammten dann Opfermeldung aus einem kleineren Dorf, dessen Name in den eigenen Akten daher fehle, werde die Meldung als „unglaubwürdig“ definiert. Eigene Recherchen seitens GlobalPost zeigten, wie einfach es sei, derlei Todesfälle nicht an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen, z.B. beim Luftangriff auf das Dorf al-Ḫân (Al Khan) vom 7.12. 2015, bei dem wahrscheinlich 47 Bürger starben. Von offizieller Seite sei der Vorfall nie untersucht worden, statt dessen hatte das US-Militär Luftangriffe auf al-Ḫân abgestritten. Zudem bringe nach Einschätzung des Airwars-Chefs die US-geführte Koalition geographische Bezeichnungen durcheinander und erwähne kleinere Orte ohnehin nicht, was fast zwangsläufig zu unrichtigen Angaben führe. So sei es zu erklären, daß viele Prüfungen der Koalition zu Meldungen über zivile Opfer mit den Worten endeten: „Nicht glaubwürdig. Keine weitere Untersuchung erforderlich“. (http://sptnkne.ws/a8T7 vom 4.2.2016) – Ein grundsätzliches Problem ist zudem die unrichtige und damit unterschiedliche Wiedergabe ein- und derselben arabischen Bezeichnungen und Namen im englischen Sprachgebrauch, während hingegen die Deutsche Orientalische Gesellschaft für die Transkription des Arabischen ein sicheres System entwickelt hat, das keinerlei Verwechslungen zuläßt. Vgl. dazu den Beitrag: https://mephistohinterfragt.wordpress.com/islam-ist-frieden/. Es ist daher auch für diesen Blog oft nur mit großer Mühe und viel Erfahrung oder gar nicht zu ermitteln, welche arabischen Bezeichnungen der ausländischen Transkription zugrunde liegen könnten.
Italien hat sich laut Erklärung von Verteidigungaministerin Roberta Pinotti vom 3.2.2016 bereit erklärt, 130 italienische Soldaten nach Arbîl (Erbil) zwecks medizinischer Hilfeleistung an Kriegsverletzten zu schicken. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296673-italien-schickt-dutzende-sodaten-in-den-irak)
Ein Suizidattentat bei einem Militärstützpunkt im N von ar-Ramâdî mittels Autobombe hinterließ 17 getötete und sechs verwundete Soldaten. – Nahe einem Basar im W von Bagdad wurden am 1.2.2016 eine Person getötet, sechs verletzt. – Tags zuvor kamen bei Ğizr Diyâlâ im SO der Hauptstadt durch eine Detonation zwei Menschen ums Leben, und sechs weitere trugen Verletzungen davon. Gemäß einer UNO-Statistiken über menschliche Opfer von Terroranschlägen im Irak starben im Januar mindestens 849 Menschen, 1450 wurden verletzt, in Bagdad ereigneten sich die meisten (299, 785) Attentate. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296615-1-toter-und-6-verletzte-bei-explosion-in-bagdad)
Im Süden Mossuls haben IS-Anhänger einer Militärquelle aus der Provinz Nînawâ (Ninive) zufolge Die Mitglieder zweier Familien geköpft, die versuchten, aus der IS-Hochburg nach Bagdad zu fliehen. Oberst Zanuon al-Sabawi berichtete laut as-Sûmariyya News, es seien insgesamt 17 Personen, darunter vier Frauen und zwei Kinder gewesen, die nach dem IS-Richterspruch hingerichtet wurden. Den geschockten Bürgern von Mossul wurde erklärt, dies geschehe jedem, der die Flucht wage. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296507-)
Der trotz Ablauf seiner Amtszeit nicht von seinem Posten als Chef der kurdischen Regionalverwaltung weichende Masʽûd Barzânî (Masoud Barzani) betreibt weiter die Abtrennung des Gebiets vom Irak. Ein von ihm gefordertes Referendum hierzu stieß jedoch unter den gegebenen Umständen bei der EU auf Ablehnung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296540-eu-lehnt-referendum-zur-unabh%C3%A4ngigkeit-des-irakischen-kurdistans-ab)
Im Stadtgebiet von Bagdad wie in der Stadt Maḥmudiyya weiter südlich wurden bei der Detonation je eines Sprengsatzes zusammen fünf Personen getötet und 12 verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296514-f%C3%BCnf-personen-bei-explosionen-in-bagdad-get%C3%B6tet)
Während einer großangelegten Militäroperation nahe Bagdad konnte die Armee mehr als 100 Terroristen eliminieren, große Mengen an Waffen und Sprengstoff der Terroristen sicherzustellen sowie zahlreiche Bomben entschärfen, teilte das Kommandozentrum am Sa., 30.1.2016, mit. Dazu wurden 39 Autobomben und zwei Sprengstofflager in Wohnungen ausgemacht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296511-) – Außerdem gelang es der Armee, das Gebiet al-Bû Rîša im N von ar-Ramâdî in al-Anbâr zu erobern und zu sichern und dabei 64 Terroristen zu töten. (http://www.sana.sy/?p=330524, 31.1.2016).
Am Do., 28.1.2016, teilte Hâdî Bâbâ Šaiḫ (Hadi Baba Sheikh), Vorsitzender des Büros des Jesiden-Stammes, auf dem Weltforum „religiöse Minderheiten in den islamischen Ländern“ in Marokko mit, der IS habe über 3.000 jesidische Frauen verschleppt und für je 10 US-$ verkauft. Zudem hätten die IS-Terroristen IS 18 Friedhöfe und religiöse Stätten der Jesiden verwüstet und 400.000 Menschen zu Obdachlosen werden lassen. Im Irak lebten derzeit noch ca. 560.000 Jesiden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296468-der-is-hat-3-600-irakische-jesiden-ermordet)
Einen aufschlußreichen Artikel über die Situation im Nord-Irak, insbesondere die die autonome Kurdenregion bestimmenden Personen bzw. Familien inklusive ihrer reichmachenden Ölgeschäfte, von denen weder die Bürger der Region noch im gesamten Irak profitieren, und die besonderen Beziehungen zur AKP-geführten Türkei („Barzani hat die kurdische Autonomieregion der Türkei als eine Art von Kolonie geschenkt.“) veröffentlichte Marc Thörner am 8.12.2015 in: http://www.deutschlandfunk.de/kampf-gegen-den-is-schwierige-lage-im-nordirak.724.de.html?dram:article_id=339229 mit dem Titel: Kampf gegen den IS. Schwierige Lage im Nordirak. Demnach könnte es 2016 zu einem Bruch der gegen den IS kämpfenden beiden Hauptparteien mit Kämpfen der von der Zentralregieung unterstützten al-Ḥašd aš-Šaʽbî (Hascht al Schaabi) und den türkisch orientierten kurdischen Pîšmarga (Pischmerga) gegeneinander kommen. Unterstützend käme hinzu, daß die beiden die Kurdenregion beherrschenden Familien den Ölreichtum für sich reklamieren und weder dem eigenen Volk noch der Zentralregierung in Bagdad – und damit allen Irakern – die vereinbarte Teilhabe zukommen lassen wollen.
Ein weiteres Massengrab mit ca. 40 Leichen ist in der kürzlich befreiten (vgl.u.) Stadt ar-Ramâdî entdeckt worden. Die Opfer, darunter auch Kinder, aus von Regierungsvertretern bestätigten Berichten und auf Facebook veröffentlichten Photos stammen vermutlich aus der Zeit der Eroberung der Stadt durch den IS im Mai 2015. Wegen der enormen Zerstörungen und Mengen an noch nicht geräumten Sprengfallen können viele Einwohner noch nicht in ihr Zuhause zurückkehren. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296451-ein-weiteres-massengrab-in-der-irakischen-stadt-al-ramadi-entdeckt)
Der Ex-US-Beamte Mike Springmann äußert sich im Interview mit SputnikNews aus eigener Berufserfahrung zu den Zusammenhängen zwischen der CIA und al-Qaida:
In den 1980er Jahren hätten Mitarbeiter der CIA muslimische Agenten rekrutiert und trainiert, zunächst für ihren Einsatz in Afghanistan gegen die damalige UdSSR, später hätten sie aber ebenso solche Agenten in den Balkan, nach Libyen, in den Irak und nach Syrien eingeschleust, woraus sich al-Qaidagebildet habe. In den Jahren 1987-1989 sei er selbst Chef der US-Visaabteilung in der wichtigen saudi-arabischen Hafenstadt Ğidda (Dschidda) gewesen, wo er dafür zu sorgen hatte, daß diese rekrutierten muslimischen Agenten illegale US-Visa für ihre Reisen erhielten. „Ich weiß es genau. Ich bin dort gewesen. Ich habe die Visen erteilt“, unterstreicht er. Beinahe täglich habe er mit dem damaligen Generalkonsul Jay Feres gestritten, da jener zusammen mit mehreren anderen CIA-Vertretern, die Ausstellung dieser Visa für Menschen gefordert habe, die sie nach geltendem Recht niemals hätten erhalten dürfen. Die Mehrheit dieser von ihm als „widerwärtig“ beschriebenen Bewerber sollten mit diesen Visa in die USA zum Training, zu Einsatzbesprechungen und zu anderen Zwecke einreisen. Jedesmal sei damit gegen das US-Einwanderungs- und Nationalitätsgesetz (Immigration and Nationality Act) wie andere Vorschriften des State Departments verstoßen worden. Spingmanns Zwischenfazit: „Wie ich später zu meinem Entsetzen festgestellt habe, waren die Visumsantragsteller Rekruten für den Krieg in Afghanistan gegen die Streitkräfte der Sowjetunion. Später haben die Kämpfer in den USA trainiert und sind auf andere Kampffelder übertragen worden: nach Jugoslawien, in den Irak, nach Libyen und Syrien“(Hhg. blogseits). Auch in anderen Staaten habe man die US-Konsulate entsprechend verpflichtet, so z.B. in Lateinamerika und dem Sudan. Z.B. habe einmal sogar Scheich ʽUmar ʽAbdarraḥmân (Omar Abdel-Rahman) alias der „blinde Scheich“, ein US-Touristenvisum in der US-Vertretung in letzterem Land erhalten. Damals sei dessen Name – nach dem Bombenanschlag auf das World-Trade-Center – auf der Terroristen-Beobachtungsliste des US-Außenministeriums gestanden. Auf solch eine Gesetzesübertretung im Paßwesen mit Bezug auf den Terrorismus stand laut US-Gesetz für Paß- und Visaverbrechen eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren. Springmann verdeutlicht dazu: „Das waren keine gewöhnlichen Visaverbrechen, wie ich zuvor dachte, sondern etwas viel Ernsthafteres: das war sozusagen ein „Visaprogramm für Terroristen“, das aufgestellt wurde, um Mörder, Kriegsverbrecher und Menschenrechts-Straftäter zu rekrutieren und (in den USA) zu trainieren, um gegen die Sowjetunion in Afghanistan vorzugehen“. Die Kämpfer hätten dann al-Qaidagegründet und sich später zum IS (Islamischer Staat, Daesh) transformiert. Das Resumee Springmanns lautet daher: „Ich habe den Anfang davon in Dschidda gesehen, aber nicht erkannt. Wir haben alle ihre weitere Entwicklung beobachtet und gesehen, was passiert, wenn die Geheimdienste ausländische Politik und Diplomatie kontrollieren: Die Leute, die sie aufgesammelt haben, haben zum Zusammenbruch von Jugoslawien, zur Zerstörung von Libyen und zur Zerfleischung von Syrien beigetragen“. (http://sptnkne.ws/a5KW vom 26.1.2016)
Die Verurteilung britischer Soldaten (vgl.u.) wegen Kriegsverbrechen im Irak könnte durch Einwirkung der britischen Regierung doch noch scheitern:
Laut Ermittlern wurden bereits an die 1.300 Anklagen wegen Gewaltverbrechen aus der Zeit zwischen 2003 und 2009, darunter 280 Fälle von Mord, untersucht. Die Ermittlungen sollten noch bis Ende dieses Jahres dauern, müßten jedoch bis 2019 verlängert werden. Inzwischen bezeichneten Regierungsvertreter die Vorwürfe als illegitim (!), laut Verteidigungsminister Michael Fallon würden die mit den Fällen betrauten Kanzleien würden die britischen Soldaten an der Ausübung ihres Dienstes (!) hindern. Demnach solle Rat für Nationale Sicherheit prüfen, ob es Möglichkeiten gebe, gegen die Kanzleien vorzugehen. Einer der Vorschläge hierzu lautet: den Rechtsvertretern solle es verboten werden, Verträge in Angelegenheiten bezüglich des Iraks abzuschließen. Nach Ansicht der Anwälte ist das Kernziel dieser Einschränkungen, sie zum Schweigen zu bringen und eine Reihe schwerwiegender Anklagen zu unterdrücken.
Bislang wurden schon 326 Klagen als begründet anerkannt, sodaß das britische Verteidigungsministerium 20 Millionen Pfund Schadensersatz leisten mußte.
(http://sptnkne.ws/a5GW vom 26.1.2016)
Auf Ashton Carters Ankündigung aus dem Pentagon vom 22.1.2015 (vgl.u.), weitere US-Truppen in den Irak verlegen zu wollen, begegnete AußenministerIbrâhîm al-Ğaʽfarî: „Die reale Führung einer Boden- oder einer beliebigen anderen Anti-Terror-Operation im Irak wird von irakischen Kräften alleine ohne Einmischung anderer Mächte ausgetragen werden, mit Aus¬nahme einzelner Berater“. Schließlich sei „der Irak ein souveräner Staat …, der es niemandem erlauben wird, sein Hoheitsrecht zu verletzten“. (http://sptnkne.ws/a5h6 vom 25.1.2016)
Gemäß Aussage des Polizeichefs von al-Anbâr, Generalmajor Hadî Razîğ gelang es der Polizei in den letzten Tagen an die 190 IS-Mitglieder zu verhaften, die zuvor Anschläge gegen Sicherheitskräfte und Zivilisten in ar-Ramâdî verübt hatten, wie as-Sûmariyya-News mittelte. – Bei einer Bombenexplosion auf dem viel besuchten Markt im Gebiet von Yûsufiyya südlich von Bagdad, wurde ein Iraker getötet, und sieben Personen verwundet. Eine Frau kam zudem bei eine terroristischen Angriff nördlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ ums Leben.(http://www.sana.sy/?p=327760 vom 24.1.2016)
Bei einem Anschlag im SO Bagdads kam eine Person ums Leben und vier weitere wurden verletzt. Ein Suizidanschlag im Süden von ar-Ramâdî verletzte sieben Polizeikräfte in der Nähe des Polizeipräsidiums. – Am Vortag, dem 23.,1.2016, beschossen Bewaffnete ein Fahrzeug in einem südlichen Stadtteil der Hauptstadt und töteten dabei zwei Menschen. Andererseits informierte das Operationskommando von al-Anbâr darüber, daß wurden 54 IS-Terro-risten einschließlich eines ranghohen Kommandanten mit dem Kampfnamens Abû `Â’iša al-Muslawî (Abu Aischa al-Moslawi) im N von ar-Ramâdî getötet worden seien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296313-ein-toter-und-vier-verletzte-bei-einem-anschlag-in-bagdad)
Weitere drei Massengräber mit ca. 170 Leichen der vom IS ermordeten Jesiden, darunter Frauen und Kinder, wurden von Pîšmarga in der Region Kar Aziz im NW von Mossul aufgefunden, gab deren Kommandeur am Fr., 22.1.2016 bekannt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296299-drei-massengr%C3%A4ber-im-norden-iraks-entdeckt).
Auf die türkische Invasionstruppe im Irak (vgl.u.) angesprochen erwiderte Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî im Interview mit CNBC am Rande des Weltwirtschaftsforum in Davos, die türkische AKP-Regierung solle sich auf den Kampf gegen den IS konzentrieren und nicht gegen die kurdische Arbeiterpartei. Da sich der IS zudem auf türkischem Gebiet nahe der Grenze zu Syrien aufhalte, sei das Einsatzgebiet dort zu suchen und nicht im Irak. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296271-iraks-premierminister-fordert-die-t%C3%BCrkei-zur-kurskorrektur-gegen%C3%BCber-der-is-terrormiliz)
Entgegen der wiederholten und kategorischen Statements von Seiten der irakischen Regierung wie des Militärs (s.u.), mit den Terroristen im Land selbst fertigzuwerden und keinerlei ausländische Bodentruppen im Inland zu brauchen und auch nicht zu wollen, verkündete US-Verteidigungsminister Ashton Carter am 22.1.2016, demnächst zu den bisherigen Bodentruppen (vgl.u.) auch noch die 101. Luftlandedivision – 1.800 Mann! – in den Irak verlegen zu wollen. (http://sptnkne.ws/a477, http://sptnkne.ws/a4Je) – Es wundert nicht, daß nach den Erfahrungen mit der US-Invasion 2003 und den nachfolgenden Chaos-Jahren die irakische Seite eher Vertrauen zur russischen Regierung als zu jener in Washington hat und notfalls auch Hilfe eher dort sucht (vgl.u.). In Syrien kämpfen die russischen Kampfjets schließlich nach Einladung und in Absprache mit der Landesregierung gegen die Terroristen und sind darin sehr erfolgreich, während die ungefragt im Irak bombardierende US-geführte Koalition nichts dergleichen vorzuweisen hat.
Gegenüber RIA Novosti erklärte der irakischer Verteidigungsminister Ḫâlid al-ʽUbaidî im Interview in Bagdad, die Armee sei inzwischen wieder ganz gut ausgebildet und ausgestattet. Insbesondere hätten zu den Erfolgen im Kampf gegen den IS die russischen Waffen und Flugzeuge beigetragen, da die Ausrüstung der irakischen Streitkräfte in der Regel in jenem Land hergestellt worden sei. Auch die vom vor Monaten eingerichteten (vgl.u.) gemeinsamen (bislang nur mit Syrien, Rußland un dem Iran betriebenen) Informationszentrum zusammengetragenen Geheimdienstinformationen hätten sich sehr positiv ausgewirkt. Derzeit brauche die Armee keine ausländische Hilfe, jedoch sei für die Zukunft eine Bitte um direktere Unterstützung seitens Rußlands im Inland durchaus denkbar. (http://sana.sy/?p=327161)
Beim Treffen mit den Botschaftern der USA, Frankreichs und Großbritanniens in Bagdad am Di., 19.1.2016, machte Außenminister al-Ğaʽfarî deutlich: „Die Präsenz türkischer Kräfte auf irakischem Boden ist eine klare Verletzung der territorialen Integrität und gegen die gut nachbarschaftlichen Beziehungen.“ Dennoch habe die Türkei bislang nicht auf die Forderungen nach Rückzug auf diplomatischem Weg reagiert, weshalb er ergänzte: „Die Präsenz türkischer Truppen im Irak ist unerträglich geworden.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296188-)
In verschiedenen Teilen Bagdads kam es am Di., 19.1.2016, zu Anschlägen: die Detonation eines Sprengsatzes am Straßenrand im Norden auf der Route von Polizeipatrouillen forderte das Leben eines Polizisten und verletzte neun Kollegen; ein weiterer Sprengsatz hinterließ im SW zwei tote und fünf verletzt Zivilisten. Tags zuvor hatten Sprengsätze im W und SW eine Person getötet und 15 weitere verwundet, während bei einer ganzen Serie an Explosionen „Neu“-Bagdad (al-Ğadîda) mindestens 37 Menschen starben und gut 60 verletzt wurden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296201-3-tote-bei-terrorangriff-in-bagdad)
Generalleutnant ʽAbdulġanî al-Assadî (Abdul-Ghani al-Assadi), der Chef der Anti-Terror-Einheiten, machte im Interview mit Sputniknews bzgl. der syrisch-irakischen Grenze hinsichtlich des IS deutlich: „Zumindest können sie (die Terroristen – Red.) nicht frei aus Syrien in den Irak hinüber gelangen, weil sich dort russische Aufklärungs- und Jagdflugzeuge befinden, es gibt Aufklärungsdaten, sie führen Schläge gegen die Kolonnen (der Kämpfer – Red.), die aus den syrischen Städten in Richtung Irak, aber ebenso in syrische Städte abziehen. Das ist zweifellos positiv.“ (http://sptnkne.ws/a2Pk)
Den irakischen Streitkräften gelang es, die Gegend von as-Sağâriyya und Ğubiyya sowie weite Gebiete im SO von ar-Ramâdî nach harten Gefechten mit dem IS unter Kontrolle zu bringen, wie der Kommandeur der al-Anbâr-Operationen, Generalmajor Ismâʽîl Maḥlâwî im Telefoninterview mit dem SANA-Korrespondenten in Bagdad bekanntgab. (http://www.sana.sy/?p=324900 vom 16.1.2016)
Nach Aussage eines Mitglieds des Provinzrats von al-Anbâr haben Sicherheitskräfte und Polizei die Region aṣ-Ṣûfiyya (vgl.u.) erobert und seien dabei, sie von hinterlassenen Sprengfallen zu säubern. Als nächstes sei der Vormarsch auf Falûğa (Falludscha) im NO geplant, verlautete es aus dem Verteidigungsministerium am 15.1.2016. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296060-irak-region-soufia-in-provinz-al-anbar-befreit)
Wie das irakische Verteidigungsministerium auf seiner Webseite meldete, erlag ein bekannter IS-Anführer am 13.1.2016 im Krankenhaus in al-Bûqamal (Abu Kamal) an seinen während der irakischen Militäroperation vom 7. Januar erhaltenen Verletzungen. Er war zuständig für die Ausbildung von Suizidattentätern und anderen Kämpfern und koordinierte den Transport von Autobomben nach Bagdad und ar-Ramâdî. Deswegen war er international zur Fahndung ausgeschrieben. (http://sptnkne.ws/azH6)
Wie US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Mi., 13.1.2016, während einer Rede auf dem Stützpunkt Fort Campbell in Kentucky selbst mitteilte, ist zusätzlich zu den bisherigen US-Soldaten eine 200-Mann starke Spezialeinheit im Irak stationiert worden. Zudem würden nächsten Monat 500 Mann in den Irak und nach Kuwait geschickt. – Dies geschieht jedoch entgegen des mehrfach und deutlich zum Ausdruck gebrachten Willens der irakischen Regierung (vgl.u.). (http://www.presstv.ir/Detail/2016/01/13/445702/-us-ashton-carter-200-special-operations-iraq-isil-takfiri/, s.a. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/296003-us-spezialeinheiten-im-irak-stationiert)
Unter der Vorgabe PKK-Stellungen anzugreifen, bombardieren türkische F-16-Kampfflugzeuge den Nordirak mit etlichen Ortschaften sowie Gebiete jenseits der Grenze zu Syrien mit 14 Maschinen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295947-t%C3%BCrkische-kampfflugzeuge-bombardieren-nordirak)
Bei mehreren Anschlägen der Terrororganisation IS vom Mo., 11.1.2016, verloren insgesamt mindestens 50 ihr Leben, Dutzende wurden verletzt: mehrere Suizidattentäter ließen ihre Sprengstoffgürtel in einem Bagdader Einkaufszentrum andere eine Autobombe vor diesem detonieren (18 Tote/40 Verletzte), in al-Muqdâdiyya (Mukdadija, 80km im NO von Bagdad) gab es einen Doppelanschlag (23/51) und in einem südöstlichen Vorort der Hauptstadt in einer Einkaufsstraße zur Sprengung einer weiteren Autobombe (7 Tote) wie auch bei einem Restaurant in Baʿqūba (Baquba, 65km im NO Bagdad, 3 Tote, 8 Verletzte). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295894-mindestens-50-tote-am-blutigen-montag-im-irak)
Erneut beschossen US-Drohnen in einem Gebiet, aus dem die Terroristen bereits restlos von den Bodentruppen vertrieben worden waren, Mannschaften der Volksverteidigungskräfte, wie ein Sprecher von ʽAṣâ´ib Ahl al-Ḥaqq, die ebenfalls mit der Armee gegen den IS kämpfen, angab. „In an incident against which we have had warned several times in the past, the US-led coalition attacked the Jund al-Imam Battalion popular forces’ headquarters at Speicher base in Tikrit,” informierte Naʿīm al-ʽAbûdî (Naeim al-Aboudi) am So., 10.1.2016 die Presse. Dabei wurden neun Personen getötet, 14 weitere verletzte. Er verurteilte diese Aktion scharf mit den Worten: „no excuse could justify the air raid as the region had earlier been purged of terrorists and only the Iraqi popular and security forces were stationed there“. Weitere derartige Vorfälle listet der Originalartikel oder vgl.u.! (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13941020001248 vom 10.1.2016)
As-Sûmariyya berichtete aufgrund einer lokalen Quelle: „IS-Kämpfer haben 80 Menschen hingerichtet, darunter auch Polizisten, Soldaten und diejenigen, die die IS-Ideologie ablehnten“. Sie wurden unter dem Vorwurf der Spionage und Kooperation mit den irakischen Behörden im Militärlager al-Ġazlânî (Ghazlani, nahe des Flughafens von Mossul!) in der Provinz Nînawâ erschossen. (http://sptnkne.ws/aykk)
Nach Auskunft des Kommandeurs der siebten Armee-Brigade, Generalmajor Nûmân ʽAbduzûbaʽî gegenüber as-Sûmariyya- News vom 11.1.2016 ist es der Armee gelungen, das Gebiet aš-Šâʽî in der Provinz al-Anbâr zu befreien und die Militäroperationen gegen den IS auf die Nachbarregion auszudehnen. Dabei wurden ca. 70 Terroristen eliminiert. Zudem bestätigte ein Beamter des Geheimdienstes wie des Terrorismus-Bekämpfungsdezernats im der irakischen Innenministerium am Vortag, daß einem Angriff der irakischen Luftwaffe auf den IS-Unterschlupf in Barwâna im West-al-Anbâr 25 IS-Angehörige getötet bzw. verletzt worden seien. (http://www.sana.sy/?p=322922)
Gemäß einer Erklärung des Menschenrechtskommissariats vom Fr., 8.1.2016, wurden aus ar-Ramâdî ca. 1.000 Zivilisten, welche IS-Mitgliedern zuvor als Schutzschilde gegen die vorrückende Armee mißbraucht hatten, von Polizeikräften gerettet und in die Auffanglager von al-Ḥabâniyya (Habbaniyah) gebracht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295807-)
Wie die irakische Amee am Do., 7.1.2016, in einer Erklärung mitteilte, wurde der bekannte IS-Sprecher Muḥammad al-Adnânî (Mohammed al-Adnani) in der Region Barwâna (Barwanan) der Provinz al-Anbâr bei einem Luftangriff schwer verletzt und zur medizinischen Behandlung in die vom IS besetzte Stadt Mossul im Norden gebracht. Jener wurde in der nordsyrischen Stadt Idlib geboren, hatte sich al-Qaida angeschlossen und war eine Zeit lang in US-Gefängnissen inhaftiert gewesen. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/295778-)
In der Provinzhauptstadt ar-Ramâdî gehen die Streitkräfte und Anti-Terror-Einheiten weiter gegen versprengte Reste von IS-Terroristen vor, haben die inzwischen den Bereich mit der Großen Moschee und der Sport City gesäubert, dabei ca. 30 Terroristen getötet und Dutzende verletzt, wie der Sprecher der Anti-Terror-Einheit, Ṣabâḥ an-Nuʽmân, gegenüber dem SANA-Korrespondent in Bagdad mitteilte. Derzeit spüre man die vom IS an Häusern und Straßen angebrachten Sprengsätze auf und demontiere sie. Zudem eliminierten die Streitkräfte ein IS-Lager mit 75 Terroristen im aṯ-Ṯarṯâr-Gebiet in West-al-Anbâr. Am Vortag zerstörte dort die Luftwaffe einen IS-Konvoi mit gepanzerten Fahrzeugen, Bomben und 21 Terroristen an Bord. (http://www.sana.sy/?p=321740 vom 7.1.2016)
Verteidigungsminister Ḫâlid al-ʽUbaidî (Khaled al-Obeid) gab am Di., 5.1.16, in einer Videobotschaft bekannt, inzwischen seien 65% der von den IS-Terroristen besetzten Gebiete im Land (im Ganzen waren dies 40% des Iraks) zurückerobert und somit befreit. Damit blieben im Endeffekt noch 17% des Landes in IS-Hand. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/295712-)
Nâṣif Ǧāsim al-Ḫaṭṭâbî (Nassif Jassem al-Khatabi), Gouverneur der Provinz Karbalâ´ (Kerbela), kündigte am Di., 5.1.2016, als Protest gegen die Hinrichtung des politischen Aktivisten für Menschenrechte und Demokratie in Saudi-Arabien, Scheich Nimr an-Nimr, am 2.1.2015 den Boykott saudischer Waren an. Die betreffenden Sicherheitsorganisationen haben diesen Beschluß umzusetzen. Zudem stimmten Alle Mitglieder des Provinzrates für die Umbenennung einer Straße der Provinzhauptstadt in „Scheich Nimr Bâqir an-Nimr-Straße“ zu. Der Gouverneur verurteilte jene Hinrichtung aus politischen Gründen (s.u.) und forderte die Zentralregierung dazu auf, die Neueröffnung der saudi-arabischen Botschaft (vgl.u.) in Bagdad nochmals zu überdenken. – Bemerkung: Karbalâ´ ist wegen seiner islamischen Geschichte einer der bedeutsamsten Wallfahrtsorte (vgl.u.) für die Šîʽiten aus aller Welt. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/295714- vom 5.1.2016)
Die Streitkräfte im Zusammenwirken mit Anti-Terror-Einheiten befreiten die Stadt Barwâna in al-Anbâr von dort verschanzten IS-Terroristen, die allesamt eliminiert wurden, wie ein Vertreter des Joint Special Operations Command in einer SANA vorliegenden Erklärung bekannt gab. Zudem konnten sie einen Terroranschlag, ausgerichtet auf die Achse al-Ḫasafa – Ruwâna in West-al-Anbâr vereiteln und ebenso IS-Überfälle auf die Regionen von aš-Šarîf ʽAbbâs und an-Našwa im W der Stadt Sâmarâ´(Samarra). Dies bestätigte auch der Kommandeur von al-Ḥašd aš-Šaʽbî Muḥammad al-Mûsawî. (http://sana.sy/?p=320986 vom 5.1.2016)
Erneut wurde im Sinğar-Gebiet im Nordirak am Mo., 4.1.2016, ein Massengrab mit 288 Leichen durch Pîšmarga-Kämpfer entdeckt wie das Nachrichtenportal al-Yaum as-Sâbiʽ meldete. Zuvor hatten Bewohner eines Dorfbewohner aus dem NW von Mossul ein Massengrab mit rund 120 Leichen gefunden. In jener Gegend hatten IS-Angehörige 78 Lehrer der Provinz Nînawâ (Ninive) entführt, welche sich geweigert hatten, die – auf dem (saudischen) Wahhâbismus gründende – IS-Ideologie an Schulen zu verbreiten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295660-irak-massengrab-in-sindschar-entdeckt)
Auch Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî zeigte sich erstaunt, geschockt und traurig über die Hinrichtung des Geistlichen und Menschenrechtsaktivisten von Scheich Nimr an-Nimr in Saudi-Arabien und verurteilte diesen Akt strengstens. Die saudische Politik der Unterdrückung und Repressalien gegen (friedlich demonstrierende) Oppositionelle bringe nur Chaos und Zerstörung in der Region
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295603-iraks-ministerpr%C3%A4sident-warnt-vor-folgen-der-hinrichtung-von-scheich-nimr-f%C3%BCr-sicherheit-und-stabilit%C3%A4t-in-region)
Bei Suizidanschlägen vom Sa., 2.1.2016, durch fünf IS-Attentäter auf den Luftwaffenstützpunkt Speicher (heute: Tikrît-Luftwaffenakademie) im Norden von Tikrît kamen 15 Sicherheitsleute ums Leben, 22 wurden verletzt. Zwei Terroristen initiierten die Detonationen am Eingangstor, drei andere mittels ihrer Sprenggürtel im Innern der Anlage. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295599-15-tote-und-22-verletzte-bei-terroranschlag-im-irakischen-luftst%C3%BCtzpunkt; s.a. http://sptnkne.ws/awzd)
Kürzlich wurde schon der Evakuierung von IS-Anführern per Hubschraubern aus dem kurz vor der Befreiung stehenden ar-Ramâdî berichtet (vgl.u.). Als die irakische Armee zusammen mit Anti-Terroreinheiten, der Bundespolizei und Stammeskämpfern aus al-Anbâr endlich die Provinzhauptstadt wieder in Besitz nehmen konnten, fanden sich dort nur wenige gefallene IS-Leute, obwohl wenige Tage zuvor noch durch die Geheimdienste der US-geführten Koalition und denjenigen des Iraks bestätigt worden war, daß sich ca. 2000 IS-Kämpfer in der Stadt befänden. Ganze sechs IS-Angehörige wurden auf der Flucht in einer Menge von 442 Zivilisten, die vor den Endkämpfen im Zentrum ar-Ramâdî verlassen wollten, entdeckt und verhaftet. Dasselbe Phänomen der „ISIS evaporation“ sei früher schon in Sinğar beobachtet worden, als etwa 7.500 Kurden flohen und unter Deckung der Luftwaffe diese wichtige Stadt eingenommen wurde. Auch dort fanden sich nur noch ganz wenige IS-Kämpfer. Wohin waren diese verschwunden und mit wessen Hilfe?
Ein hochrangiges Regierungsmitglied bemerkte zum Sachverhalt: „The US forces operating in Iraq within the military operation room in Baghdad are the ones who define the units and the time (day and hour) of attacks against ISIS. If we want to benefit from an Air Force to defeat the terrorist group, we should bow to the American command. It is not unlikely for a possible American – Turkish coordination to communicate with “ISIS” and give a free way out to fighters to withdraw in the direction of the Syrian – Iraqi borders. That’s the information our drones collected in the last few days prior the attack of Ramadi. Our signals and Human Intelligence informed the Americans and us about ISIS movement of troops. We were not allowed to engage against these and no one in the government can contradict the Americans for the moment. The U.S ordered Baghdad to keep al-Hashd al-Sha’bi (PMUs) away from the battlefield of Anbar perhaps to ensure a free passage to ISIS and to reduce the Iranian influence and credit of victories in Iraq”.
Der Gewährsmann fuhr fort: „America has asked decision makers in Baghdad to change the heads of anti-terrorism, intelligence and security services of the army and Interior Ministry. Moreover, the Secretary General of the Council of Minister was also suggested by the Americans and in consequences he has been appointed to this position. The U.S wants a homogeneous team that is friendly to its policy and presence of these (US forces) on the ground in Iraq.
The hostile Era – created by the former Prime Minister Nuri al-Maliki that led to a withdrawal of the forces from Mesopotamia – is over and the policy adopted at the moment consists of reducing the influence of the Iranian Revolutionary Guard Corps (IRGC) and Maj. Gen. Qassem Soleimani over a few Iraqi armed groups. What is contributing to the success of such a policy is the fact that the Prime Minister Haider al-Abadi is in a bad terms with Soleimani. Since the start, PM Abadi believed that Soleimani was planning to remove him from power, supporting al-Maliki and promoting other choices to replace the actual Premier”.
Seine Schlußfolgerung lautete: „Iran controls various military organisations fighting within the Popular Mobilisation Units that are strongly present in the battlefield in Iraq and in Syria. Such an influence persuaded al-Abadi to choose the path that leads to ”Uncle Sam” instead of choosing the one of Welayat-el- faqih.
This is why Abadi rejected, following an explicit American demand, to reject any Russia military assistance in the air, in Iraq, unlike the Syrian President Bashar al-Assad.
The Iraqi Prime Minister is aware of the possibility that the U.S would like to see 3 Iraqi cantons, one for the Kurds, one for the Sunni and another one for the Shia.
The Americans are also supporting the Turkish presence in Iraq, and met with the Director of the French Intelligence Service who said: The Middle East will never be the same as before. What is becoming more clear now that ISIS is a toy used by players for their agenda and plans to reshuffle the map of the Middle East”. (https://elijahjm.wordpress.com/2015/12/30/where-did-isis-fighters-go-too-before-the-battle-of-ramadi-the-united-states-is-imposing-radical-changes-on-baghdad/)
Einem Bericht von The Guardian vom Sa., 2.1.2015, zufolge könnten etliche britische Soldaten wegen im Irak begangener Kriegsverbrechen vor ein Militärgericht gestellt werden. Marc Warwick zufolge, dem ehemaligen britische Polizeidetektiv und Verantwortungsträger des Zentrums für Spekulationen über den Krieg im Irak, lägen beachtliche Beweise für derlei Vorfälle vor. Im Artikel hieß es weiter: „Obwohl fünf Jahre seit der Gründung des Ihat vergangen sind, wurde bisher kein Gerichtsprozess durchgeführt. Die Menschenrechtsgruppen brachten diesbezüglich ihre Sorge zum Ausdruck.“ Es handele sich ca. 280 Fälle. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295575-)
Zum Jahresende 2015 wurde gemäß Meldung von al-ʽArabiyya-TV in Bagdad nach 25 Jahren die Botschaft Saudi-Arabiens mit einem neuen Botschafter wieder eröffnet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295530-saudi-arabische-botschaft-in-bagdad-wiederer%C3%B6ffnet, http://sptnkne.ws/awf4) – Dies ist insofern bezeichnend, daß die Kontakte seitens Saudi-Arabiens mit dem Irak während seiner säkularen Periode abgebrochen worden sind, jedoch jetzt, da selbst die irakische Flagge im Unterschied zur Zeit der Baʽṯ-Regierung den Spruch Allâhu akbar trägt (Abbildungen vgl.u.), diese wieder aufgenommen werden.
Ein Anschlag in ar-Ramâdî kostete am Fr., 1.1.2016, mindestens 16 Menschen ihr Leben. Nach der Befreiung der Provinzhauptstadt sind Armee und Volkskräfte immer noch mit dem Aufspüren, Demontieren bzw. Entschärfen der von den flüchtenden IS-Anhängern hinterlassenen Sprengsätze und Minen beschäftigt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295549-16-tote-bei-einem-anschlag-in-al-ramadi)
Der über seine Amtszeit hinaus eigenmächtig (vgl.u.) und gegen heftige Proteste der Opposition im Präsidentenamt der autonomen kurdischen Region des Irak verbliebene Masʽûd Barzânî stimmt nun offenbar doch neuen Präsidentenwahlen für das Jahr 2016 oder der Wahl einer Person für die Übergangszeit bis 2017 zu. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/295541- vom 1.1.2016)
Anti-Terror- und Pionier-Einheiten konnten am Mi., 30.12.2015, mehr als 250 Familien aus den durch den IS verminten Häusern in der Stadtmitte von ar-Ramâdî befreien, wie aus Militärkreisen zu erfahren war. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295523-hunderte-irakische-familien-aus-verminten-h%C3%A4usern-befreit) – Zudem halten nach Auskunft des Vorsitzende des Rates der Provinz al-Anbâr vom Do., 31.12.2015, noch in der Provinzhauptstadt befindliche IS-Anhänger ca. 200 Familien als Geiseln gefangen, um ein Ende der Luftangriffe und der Suche der Armee nach versprengten IS-Kämpfern zu erzwingen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295532-irak-is-nimmt-200-familien-in-al-ramadi-als-geiseln)
Nachdem ein lokaler IS-Führer bei einem Manöver von al-Ḥašd aš-Šaʽbî getötet worden und seine Leiche untersucht worden war, fand sich bei ihm Mobiltelefon. Dessen Telefondaten legten die Unterstützung der Terrororganisation durch den türkischen Geheimdienst dar So hatte jener dafür Sorge getragen, daß die Terroristen sicher die irakisch-türkische Genze überqueren konnten. Im Einzelnen dazu s. http://thefifthcolumnnews.com/2015/12/isis-commanders-phone-shows-contact-with-turkish-intelligence/.
Ein Mitglied der irakischen Sicherheitskräfte in Bagdad machte gegenüber einem Farsnews-Journalisten deutlich, daß erneutWaffen und militärische Ausrüstung von unidentifizierten Flugzeugen über IS-Gebiet in Kirkuk abgeworfen worden ist. Wörtlich sagte er: „Following the héliportation US special forces to the town of Riyadh, in southern Kirkuk, unidentified aircraft dropped arms shipments and equipment and other assistance for terrorist group DAESH in this town, located in the north of Iraq” und fügte hinzu: „This is not the first time that witnesses the cargo release in territories controlled by DAESH.” Seiner Meinung nach handelte es sich um türkische oder US-Flugzeuge. – Im Anschluß daran werden die schon bekannten fälle derartiger Unterstützung aus dem Ausland für den IS aufgelistet, sie finden sich auch verstreut unter den Mitteilungen dieses Threads. (http://francophone.sahartv.ir/infos/moyen_orient-i14191-parachutage_de_cargaisons_militaires_pour_daech_dans_le_sud_de_kirkuk vom 29.12.2015, Übersetzung des französischen Originals ins Englische von syrianfreepress, und http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13941008000580)
Außenminister al-Ğaʽfarî forderte am Mi., 30.12.2015, erneut den Abzug der sich völkerrechtswidrig immer noch im Irak aufhaltenden türkischen Truppenteile (vgl.u.) und stellte nun sogar eine Militäroption im Falle des Nichtabzugs in Aussicht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295517-irakischer-au%C3%9Fenminister-milit%C3%A4roption-gegen-die-t%C3%BCrkei-ist-m%C3%B6glich)
Während der Rückeroberungsoperation von ar-Ramâdî konnte auch der auf der Flucht befindliche sog. Finanzchef der IS-Terrororganisation gefaßt werden. (http://sptnkne.ws/avpT vom 29.12.2015)
Ar-Ramâdî ist befreit! Video bei: http://sptnkne.ws/auMz.
Am So., 27.12.2015, konnte die Armee mit Luftunterstützung die Region az-Zawiyya im Norden von ar-Ramâdî vom IS zurückerobern, wie der Kommandant der Befreiungsoperationen in der Provinz al-Anbâr Ismail Mahlaw mitteilte. Die Region wird anschließend auf hinterlassene Sprengsätze untersucht. Zudem wurden ca. 100 Familien aus der Umzingelung durch den IS in der Provinzhauptstadt befreit. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295387-irakische-armee-meldet-befreiung-einer-weiteren-region-in-al-ramadi)
Bei drei Terroranschlägen in verschiedenen Teilen Bagdads kamen am 27.12.2015 insgesamt vier Personen ums Leben, 19 wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295384-mehr-als-20-tote-und-verletzte-bei-terroranschlag-in-bagdad)
Nach den bedeutsamen Fortschritten der irakischen Armee und den Freiwilligenkämpfer in ar-Ramâdî gab Ḥaidar al-Ḥussainî al-ʽArdâwî (Haidar al-Hosseini al-Ardawi), Kommandant des Imam Khamenei-Battalions, gegenüber FNA am Do, 24.12.2015, an: „The delay in operations to liberate Ramadi and Fallujah cities in al-Anbar province is the result of the US interference“ und setzte hinzu: „It seems that the US intends to evacuate the ISIL terrorist group’s infamous ringleaders secretly (with helicopters) from Ramadi to unknown places“ (zu Deutsch bei SputnikNews: „Offenbar wollen die USA die IS-Anführer mit Hubscharubern evakuieren“). Das Bataillon ist Teil von al-Ḥašd aš-Šaʽbî . Ähnliches war schon früher behauptet worden (vgl.u.). Tags zuvor hatte eine andere Führungskraft von al-Ḥašd aš-Šaʽbî geäußert, daß seine Freiwilligenmiliz die einzige sei, die der Armee bei der Eroberung von ar-Ramâdî beistehe. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13941003000828, s.a. http://sptnkne.ws/auC8)
Am Sa., 26.12.2015, gelang der Armee zusammen mit der Volksmiliz die Rückeroberung des ar-Ramâdî-Staudamms mitsamt umliegenden Regionen vom IS, wie Regierungssprecher Saʽd al-Ḥadîṯî (Saad Al-Hadithi) mitteilte. Relativ zügig ging der Vormarsch in den Außenbezirken von ar-Ramâdî vor sich, während die Gefechte um die Innenstadt länger andauerten, denn dort hätten sich die meisten IS-Kämpfer verschanzt und Scharfschützen versteckt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295359-irakische-armee-schreitet-in-ramadi-vor) – Das Gebiet al-Bû Dandal sei dort am 27.12.2015 unter Kontrolle gebracht worden nach Beseitigung Dutzender IS-Terroristen. (http://sana.sy/?p=317679) – Der Stadtkern mit noch verbliebenen ca. 200 IS-Kämpfern ist inzwischen umzingelt. (http://sptnkne.ws/auCu)
Die Behauptungen türkischer Regierungsvertreter, wonach sich iranische Truppen auf irakischem Territorium aufhielten, hat Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî als glatte Lüge bezeichnet. Zuden stellte er hinsichtlich des Vorwands der türkischen AKP-Regierung hinsichtlich des völkerrechtswidrigen immer noch bestehenden Aufentalts türkischer Truppen im Irak (vgl.u.) fest: „Die Präsenz von IS-Terroristen im Irak stellt keine Gefahr für die Türkei dar, weil keine Grenzgebiete zwischen beiden Ländern okkupiert worden sind.“ und ergänzte: „Die türkischen Verantwortlichen behaupten, für die Unterstützung ihrer Militärs-Ausbilder Kräfte in Mosul in der nordirakischen Provinz Ninewe stationiert zu haben, während Bagdad von Ankara dies nicht gefordert hatte.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295342-al-abadi-keine-iranischen-milit%C3%A4rs-im-irak)
In ar-Ramâdî haben sich offenbar 50 IS-Mitglieder aus der Stadt geweigert, mittels eines umgelegten Sprengstoffgürtels Suizidattentate zu begehen, und sind dafür ermordet („hingerichtet“) worden, wie Major ʽUmar Ḫamîs (Umr Hamis) von der Freiwilligenmiliz al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber as-Sûmariyya News miteilte. (http://sptnkne.ws/atRN)
Nach Anrufung durch den Irak erklärte die Arabische Liga (AL) laut dem stellvertretenden Generalsekretär: „Die Arabische Liga verurteilt die Türkei für den Einmarsch ihrer Truppen in den Irak und fordert von der türkischen Regierung ihren sofortigen bedingungslosen Abzug“. Außenminister al-Ğaʽfarî betonte, daß die Entscheidung einstimmig erfolgte. Zudem sei sein Land bereit, alle rechtlichen Mittel einzusetzen, um die türkischen Truppen zum Abzug zu bewegen. (http://sptnkne.ws/atSX)
Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî hat nach intensiven Gesprächen – wie es von Seiten eines Regierungsprechers hieß – schließlich doch eingewilligt, daß weitere 100 US-Soldaten (Bodentruppen) in geheimer Mission im Irak agieren. Sie sind am nach Auskunft Regierungssprecher Saad al-Hadisi gegenüber al-ʽIrâq News am Do., 24.12.2015, bereits im Land eingetroffen und sollen u.a. „logistische Luftunterstützung“ bei der Kontrolle der irakisch-syrischen Grenze leisten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295273-)
Am Mi., 23.12.2015, kamen im von Šîʽiten bewohnten Ort al-Ḫāliṣ (al-Chalis), ca. 80 km nördlich von Bagdad entfernt, bei zwei Autobombenanschlägen, einmal an einer Bushaltestelle, das andere Mal an einem besuchten Markt, insgesamt mindestens sieben Menschen ums Leben, 18 wurden verletzt. – Tags zuvor hatte das irakische Militär gemeldet, ca. 90% der Provinzhauptstadt ar-Ramâdî und damit einer Hochburg des IS befreit zu haben. Etliche der IS-Terroristen hätten sich darauf ostwärts abgesetzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295232-irak-sieben-tote-bei-terrorsnsch%C3%A4gen-im-norden-von-bagdad)
Nachdem wider das Völkerrecht sich im Irak aufhaltenden türkischen Truppen (s.u.) trotz gegenteiliger Ankündigung (s.u.) immer noch nicht aus dem Land abgezogen sind, hat Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî hat die arabischen Länder beim Treffen mit Botschaftern aus diesen Ländern in Peking aufgefordert, gemeinsam Stellung zu dieser Problematik zu beziehen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295228-der-irak-fordert-stellungnahme-arabischer-l%C3%A4nder-zur-t%C3%BCrkischen-aggression)
Das irakische Staatsfernsehen meldete am Mi., 23.12.2015, bezüglich eines Angriffs der Luftwaffe: „Die F-16-Kampfjets haben bei Angriffen in Al-Hawidscha und in Al-Anbar Dutzende Terroristen getötet, darunter auch acht höhere Kommandeure von IS.“ sie leisteten Unterstützung beim Vormarsch der Bodentruppen in ar-Ramâdî, die ihrerseits von Polizeikräften und Stameskämpfern Hilfe erhalten. (http://sptnkne.ws/at34).
Nûrî al-Mâlikî, der frühere Premierminister (vgl.u.) und jetzige Vorsitzende der sog. Rechtsstaatlichen Koalition, bemerkte im Parlament, das „System Erdogan“ tue heute dem irakischen wie dem syrischen Volk Ähnliches an wie seine osmanischenVorgänger den Armeniern vor hundert Jahren, indem es in jenen Ländern die Terroristen unterstütze. Beim Treffen mit dem Oberhaupt der armenisch-orthodoxen Gemeinschaft im Irak, Erzbischof Afâk Asâdûrîân, bekundete er zudem große Sympathie mit den Armeniern und brachte seine Empörung gegenüber dem ihnen durch die Osmanen zugefügten Leid zum Ausdruck. (http://sana.sy/?p=315632 vom 22.12.2015)
Der Vormarsch der irakischen Armee gegen den IS dauert an. Irakische Militärmaschinen warfen Flugblätter ab, um die Einwohner der umkämpften Provinzhauptstadt von al-Anbâr, ar-Ramâdî, aufzufordern, innerhalb von 72 Stunden den Westteil der Stadt zu verlassen. Doch daran werden sie von den IS-Anhängern gehindert, wie der Sprecher des irakischen Verteidigungsministeriums Nāṣir Nûrî (Nasir Nuri) am Mo., 21.12.2015, mitteilte. Sie dienen ihnen als menschliche Schutzschilde. Trotzdem galang etlichen Bewohnern die Flucht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295116-is-hindert-einwohner-von-al-ramadi-daran,-die-stadt-zu-verlassen)
Die Bodentruppen wurden von den russischen Kampfhubschraubern, Typ Mi-35, beim Vormarsch gegen den IS unterstützt, wie der russische TV-Sender Swesda am Di., 22.12.2015, meldete. (http://sptnkne.ws/ataW). Die Armee hat bereits das Regierungsgelände gestürmt und von der Stadtmitte ausgehend weitere Bereiche befreit. (http://sana.sy/?p=315653)
Lokalmedien melden, daß der IS in Mossul 12 Zivilisten u.a. wegen Hexerei und Zauberei angeklagt und für schuldig befunden hat. Die „Hinrichtung“ wurde vollzogen, indem die Opfer von einem hohen Versicherungsgebäude im Stadtzentrum gestürzt wurden. Bei Angriffen durch die Armee etc. werde die Bevölkerung der zweitgrößten Stadt des Iraks als Schutzschild mißbraucht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/295052-is-richtet-12-zivilisten-in-moussel-hin)
Nach den despektierlichen Äußerungen zweier US-Geheimdienstoffiziere, des DIA-Chefs Stewart und des CIA-Direktors John Brennan, verurteilte Außenministeriumssprecher Aḥmad Ğamal (Ahmed Jamal) deren Spekulationen über die Desintegration des Iraks auf das Schärfste. Angesichts dessen, daß die im Irak ihr unwesen treibenden Terroristen aus rund 80 Ländern stammten, retournierte er: „The westerners had better prevent the flow of terrorists from their countries to Iraq instead of raising doubt about Iraq’s unity.“ Der Plan der Balkanisierung (s.a. bzgl. Yinon-Plan), d.h. der angstrebten Zerteilung des Iraks in drei und Syriens in gar fünf Teile, um diese Staaten zu schwächen und ihre Regierungen leichter manipulierbar zu gestalten, werde nicht aufgehen. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940928000783)
In einer Erklärung vom Fr., 18.12.2015, informierte das irakische Gemeinsame Operationskommando, zuständig für alle Einsätze gegen den IS, daß die 55. Brigade der 3. irakischen Division beim Vorrücken gegen IS-Stellungen bei an-Naimiyya (al-Naimiya)nahe ʽÂmiriyyat al-Falluğa (Amriyat al-Fallujah) gegen 1 Uhr p.m. (1000 GMT) Treffer eines Bombardements seitens US-Kampfjets abbekommen habe. Infolge dessen seien ein Offizier und neun soldaten getötet bzw. verwundet worden. Der US-Luftangriff sei ausgeführt worden „without taking into account the distance that had been covered” seitens irakischer Truppen. Später sprach Ḥakim az-Zamilî, Chef des Sicherheits- und Verteidigungs-Komitees im Parlament, sogar von 20 getöteten und 30 verwundeten Irakern. Die Zahl der Todesopfer könne noch steigen, da etliche in sehr schlechter Verfassung seien. Daher forderte er Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî auf, eine Untersuchung des Vorfalls einzuleiten. (http://www.presstv.ir/Detail/2015/12/18/442249/US-Iraq-airstrike-Baghdad, http://www.presstv.ir/Detail/2015/12/19/442341/Iraq-US-airstrike-Hakim-alZamili-Anbar sowie http://sptnkne.ws/arVa, s.a. http://www.globalresearch.ca/us-airstrike-hits-iraqi-troops/5496845) – In der Vergangenheit hatte es schon mehrere derartige Vorfälle gegeben, bei denen gegen die Terroristen vorrückende erfolgreich kämpfende Verteidigungskräfte der irakischen (vgl.u.) wie der syrischen Seite Ziele von Luftangriffe der US-geführten Koalition geworden waren. Iraker beschweren sich zudem, daß viele Einsätze nicht mit dem irakischen Militär abgesprochen würden. Damit erhöhe sich automatisch die Gefahr für Zivilisten wie die Verteidigungskräfte am Boden. – US-Verteidigungsminister Ashton Carter war erst kürzlich in den Irak gekommen, um Details des von der US-Regierung geplanten Einsatzes von Apache-Helikoptern inklusive Bodentruppen im Land zu besprechen, obwohl solche von irakischer Seite zu verschiedenen Malen vehement abgelehnt worden waren (vgl.u.). Der Abgeordnete Abd al-Hussain al-Zergawy bemerkte dazu: „The actions of the special forces on the ground are not controlled by us due to the nature of the tasks, which is harmful to our national security. Because we cannot tell what they should or should not do, which may lead to new problems and infringe on Iraq’s sovereignty,“ und fügte hinzu: „It is not simply about Apache helicopters, but about the trust between us.“ Vor allem machte er deutlich: „If they send out ground troops and you cannot control them, it will be considered a new invasion into Iraq. So we will refuse that directly. The US invasion is a painful experience to us. They just left after causing chaos in our country. … .So we cannot open our door again when we are able to make progress in fighting extremist groups.“ (http://www.presstv.ir/Detail/2015/12/19/442341/Iraq-US-airstrike-Hakim-alZamili-Anbar).
Auf die immer noch im Irak befindlichen türkischen Soldaten (vgl.u.) im N von Mossul haben IS-Trupps einen Angriff mit Mörsergranaten unternommen. Dabei wurden sieben Personen verletzt, wie der türkische Sender CNN Türk meldete. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294924-nordirak-m%C3%B6rsen-angriff-auf-t%C3%BCrkische-soldaten-im-milit%C3%A4rlager)
Während ihrer alljährlichen Falken-Jagd im Dezember in der Wüste Nağaf (mit amtlicher Genehmigung des irakischen Innenministeriums) sind in der Nacht zum Mi., 16.12.2015, 16 Bürger aus Qaṭar, darunter Mitglieder der Herrscherfamilie, von bislang unbekannten uniformierten Bewaffneten entführt worden. Ermittlungen sind eingeleitet. – Derlei Jagdausflüge von Reisenden aus den Golfländern hätten nach dem gewaltsamen Sturz des früheren Staatschefs Ṣ. Ḥussain infolge der US-Invasion von 2003 wegen der schlechteren Sicherheitslageseither stark abgenommen. (http://sptnkne.ws/armU)
Das italienische Unternehmen Trevi Spa hat den Auftrag zur Reparatur des Mossul-Staudammes erhalten. Zu letzterem informierte der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi das Auditorium am Abend des Di., 15.12.2015, im italienischen Staatsfernsehen RAI 1: „ … eine wichtige Aufgabe ist aber auch der Schutz des Mossul-Dammes, der sich im Herzen der gefährdeten Zone an der Grenze zu den Territorien befindet, die vom ‚Islamischen Staat‘ kontrolliert werden. Der Damm ist stark beschädigt, wenn er einstürzt, kann Bagdad vernichtet werden“. Zum Schutz der beteiligten Arbeiter würden daher in einigen Wochen 450 Soldaten ins Gebiet entsandt, während eine aktive militärische Beteiligung an Einsätzen der US-geführten Koalition im Irak weiter bei der italienischen Regierung auf Ablehnung stößt. Zur Ausbildung der gegen den IS kämpfenden Pîšmarga seien jedoch bereits 750 italienische Soldaten im Irak. (http://sptnkne.ws/arkd, http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294901-italien-schickt-450-soldaten-zum-schutz-der-mitarbeiter-eines-italienischen-unternehmens-in-den-irak-entsenden)
Der irakischen Armee gelang es, eine Angriffswelle des IS mittels 15 Autobomben im O der umkämpften Provinzhauptstast ar-Ramâdî zu vereiteln und mit nur ge-ringen Eigenverlusten zu entschärfen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294888-gro%C3%9Fangriff-der-is-terroristen-in-al-ramadi-vereitelt)
Nachdem die Nachrichtenagentur Anadolu gemeldet hatte, ein Teil der in den Irak [völkerrechtwidrig] einmarschierten türkischen Truppen sei vom Stützpunkt Baʽšîqa (Baschika, im Mossul-Distrikt) in der Provinz Nînawâ (Niniveh) Richtung Norden „verlegt“ worden, und bei Sputnik die Nachricht von einem Teilabzug kam (http://sptnkne.ws/aq5V), stellte Saʽd al-Ḥadîṯî (Saad al-Hadithi) als Sprecher des irakischen Ministerpräsidentenbüros klar, daß die türkische Regierung ihre Truppen noch nicht aus dem Nordirak abgezogen habe. Al-Yaum as-Sâbiʽ zufolge machte er deutlich: „Die irakische Regierung hat gefordert, dass alle türkischen Truppen vollständig vom irakischen Boden abgezogen werden und nicht nur ihren Ort wechseln.“ Daher bestehe auch die diesbezügliche Klage beim UN-Sicherheitsrat fort. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294859-t%C3%BCrkische-kr%C3%A4fte-zogen-noch-nicht-aus-den-irak-zur%C3%BCck)
Zur Einschätzung der Rolle der türkischen Regierung, welche völkerrechtswidrig Militär sowohl in den Norden Syriens wie des Irak geschickt hat und zudem in den IS-Ölschmuggel verwickelt ist (zu Belegen s.u.), trägt auch bei, was die russische Drogenkontrollbehörde (FSKN) herausgefunden hat. Ihrem Chef Viktor Iwanow zufolge, der sich am Mo., 14.12.2015 dazu äußerte, werden große Mengen Heroins aus Afghanistan via Türkei auf den Balkan und anschließend in die EU geschmuggelt. „In diesem Fall fällt die Route von geschmuggeltem Öl mit der von Drogen zusammen. Afghanisches Heroin wird über die Türkei weiter in die EU-Länder transportiert, Öl fließt auch in Richtung Türkei“ und zwar „gerade deswegen“ erklärte er. Dadurch verdiene „Ankara“ jährlich bis zu 150 Milliarden US-$. (http://sptnkne.ws/aqwj)
Rußlands Außenminister Sergej Lawrow sagte per Telefonat vom Sa., 12.12.2015, seinem irakischen Amtskollegen Ibrâhîm al-Ğaʽfarî die Unterstützung seines Landes gegen die türkischen Aggressionen im Nordirak zu, welche dem internationalen Recht und der UN-Charta zuwiderliefen. Auch der russische UN-Gesandte Witali Tschurkin hatte tags zuvor die türkische Regierung vor den Folgen ihrer militärischen Aggression gewarnt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294736-lawrow-russland-werde-den-irak-gegen-t%C3%BCrkische-%C3%BCbergriffe-unterst%C3%BCtzen)
Von der Verwicklung der Kurden in den IS-ÖL-Schmuggel via Türkei handelt der neue Artikel der Editionsmitglieder des UN-Online-Magazins „Veteranstoday“, Gordon Duff und Jim W. Dean, ausgestattet mit auschlußreichem Kartenmaterial unter dem Titel: Map Study: Daesh Oil Smuggling Impossible Without Kurds. (http://www.veteranstoday.com/2015/12/12/map-study-isis-oil-smuggling-impossible-without-kurds/) – In diesem Zusammenhang ist auch auf den kürzlich erfolgten Besuch von Masʽûd Barzânî (s.u.) in der Türkei zu verweisen, der in den Medien als Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak genannt wird, obwohl seine Amtszeit schon lange abgelaufen ist (vgl.u.) und er bislang verhindert hat, Neuwahlen in die Wege zu leiten. Vgl. hierzu auch: http://www.voltairenet.org/article189633.html.
Das Innenministerium informiert, daß der Stellvertreter des IS-„Kalifen“, Abû ʽAlî al-Anbârî (Abu Ali al-Anbari) bei einem Angriff der irakischen Luftwaffe nahe der Grenze zu Syrien verletzt worden ist, während mehrere seiner Kameraden, darunter lokale IS-Führer wie Abu Hammam al-Zubeidi [Abû Ḥamâm az-Zubaidî], Abu Ayyub al-Masri [Abû Ayûb al-Maṣrî, d.i.: der Ägypter], und Abu Hajar al-Assafi [Abû Ḥağar al-ʽAsâfî ?] starben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294692-stellvertreter-von-abu-bakr-al-baghdadi-beim-luftangriff-der-irakischen-armee-verletzt)
In einer Sondersitzung trafen sich am Sa., 12.12.2015, in Bagdad die Vertreter der Staatsgewalten, politischer Parteien und andere Verantwortliche im Land aufgrund der jüngsten wiederholten Verletzung der irakischen Grenzen bzw. Einmischung fremder Staaten in Inlandsbelange ohne Absprache mit der irakischen Regierung als einzig repräsentativem Partner. Die Abgesandten unterstrichen nochmals das Recht Iraks [wie jedes anderen Landes schon aufgrund des Völkerrechts und der UN-Charta] auf Verteidigung seiner Souveränität und territorialen Integrität mittels verschiedener legaler Wege. Hierzu gehöre auch, daß jegliche Unterstützung für den Irak über offizielle Kanäle und in gegenseitigem Einvernehmen der Vertragsparteien, also der jeweiligen Landesregierungen, erfolgen müsse. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294725-ranghohe-irakische-regierungsvertreter-betonen-recht-auf-verteidigung-der-territorialen-integrit%C3%A4t-des-landes) – Letzterem widersprach z.B. die kürzlich von den USA zugesagte Waffenlieferung an die Kurden (vgl.u.).
Gegen den Einmarsch der türkischen Truppen protestierten am Sa., 12.12.2015, im Zentrum Bagdads nach Meldung von as-Sûmariyya News auch zehntausende Bürger friedlich. Mit Plakaten und Parolen kritisierten die Demonstranten – teils in uniformähnlicher Kleidung – auf dem Taḥrîr- [„Freiheits-]-Platz auch die Interventionen der USA wie regionaler Staaten im Irak. an den Kundgebungen nahmen auch viele bekannte Persönlichkeiten und Parlamentsabgeordnete teil.
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294695-iraker-fordern-sofortigen-r%C3%BCckzug-t%C3%BCrkischer-soldaten-aus-irakischem-boden, s.a. http://sptnkne.ws/apUe)
Am Mi., 9.12.2015, erteilte der US-Kongreß Präsident Obama die Befugnis, direkt und ohne die Aufsicht der irakischen Regierung (!), Waffen und Munition an die kurdischen Pîšmarga zu liefern. Bob Corker, Vorsitzender des Außenausschusses im US-Senat, hatte sich vehement dagegen eingesetzt. Im Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Sputniknews erklärte er dies damit, daß eine Lieferung an nur eine Gruppe innerhalb des Iraks und vor allem an der Regierung eines als souverän angesehenen Landes vorbei würde eindeutig die Spaltung des Landes forcieren und eine Einmischung von außen in die ineren Angelegenheiten eines fremden Staates bedeuten [vgl.u. zum Plan der Schaffung eines künstlichen „Kurdistans“ durch die US-Regierung]. Der Vorgabe, eine Lieferung an die irakische Regierung direkt, würde eine Weiterverteilung nur hinauszögern, widerspreche die bisherige Realität. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294659-corker-direkte-bewaffnung-der-kurden-kann-die-einigkeit-in-diesem-land-gef%C3%A4hrden)
Entgegen der mehrfach kundgetanen Ablehnung fremder Truppen auf irakischem Territorium durch die irakische Regierung (vgl.u.), hat das Pentagon weitere 200 US-Soldaten auf der Luftwaffenbasis ʽAin al-Assad in der Provinz al-Anbâr landen lassen, wie das irakische Nachrichtenportal al-Madâ meldete. Der Parlamentsabgeordnete und Mitglied des Verteidigungsausschusses Qâsim al-Aʽrağî (Qasim Al-Araji) unterstrich nochmals den irakischen Protest gegen diese US-Entscheidung. Dadurch werde lediglich der Kriegszustand im Irak verlängert. (http://presstv.ir/Detail/2015/12/10/441125/US-troop-deployment-Iraq-Ayan-alAsad-base-Khan-alBaghdadi und http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294593-200-us-soldaten-in-irak-eingetroffen) – Demgegenüber wurden am 10.12.2015, den Wünschen der irakischen Regierung und dem eingegangenen Vertrag entsprechend, seitens der Kreml-Regierung Kampfhubschrauber des Typs Mi-2N „Night Hunter“ nach Bagdad geleiefert. „Die Ankunft dieser beiden Hubschrauber ist eine qualitativ hochwertige Ergänzung der Möglichkeiten der Fliegerkräfte der irakischen Armee“, verlautete es aus dem irakischen Verteidigungsministerium. (http://sptnkne.ws/apsc)
Wegen des Verbleibs (vgl.u.) der völkerrechtswidrig in den Irak einmarschierten türkischen Truppen hat das irakische Außenministerium am Do., 10.12.2015, die sofortige Einberufung einer Ministerkonferenz der Arabischen Liga hierzu gefordert wie die Verabschiedung einer Resolution des Weltsicherheitsrats zur Verurteilung dieses Vorgehens der Türkei, nachdem Konsultationen mit ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates eingeleitet worden waren, teilte der Sprecher des irakischen Außenministeriums, Aḥmad Ğamal (Ahmad Jamal) gegenüber as-Sûmariyya News mit. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294594-der-irak-fordert-abhaltung-von-ministerkonferenz-der-arabischen-liga-%C3%BCber-die-t%C3%BCrkei)
Im Interview mit italienischen Medien am Mi., 9.12.2015, kritisierte der russische Außenminister Sergej Lawrow das offenkundig doppelte Spiel der türkischen Regierung: Zum einen sei der Abschuß der Suchoi-24 gerechtfertigt worden unter dem Vorwand des eigenen Grenzschutzes, dann sei der Einmarsch türkischen Militärs [also unter Nichtachtung der irakischen Grenze] in den Irak erfolgt unter dem Vorwand, dort Kurden auszubilden. Doch die Soldaten wurden nicht in kurdisches Gebiet geschickt. Schließlich kämpften auf syrischem Territorium auch Kurden gegen den IS, z.B. das kurdische Volksheer, mit dem „die Amerikaner zusammenarbeiten und das sie bewaffnen und ausbilden“. Demgegenüber stellte er klar: „Gleichzeitig sind diese kurdischen Volksmilizen, darunter die Partei ‚Demokratische Union‘, von türkischem Standpunkt aus in Syrien Feinde. Deswegen muss man dies nun erklären. Außerdem, wie die Türkei als Mitglied der US-geführten Koalition die der Koalition gestellten Ziele erfüllt. Warum die Türkei nicht so sehr die Terroristen bombardiert, sondern Kurden, die von den Amerikanern mindestens als potentielle, vielleicht auch schon als echte Verbündete im Anti-Terror-Kampf betrachtet werden“. (http://sptnkne.ws/anSt, s.a. http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/294496-au%C3%9Fenminister-lawrow-wirft-der-t%C3%BCrkei-doppeltes-spiel-vor)
Auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, machte während eines Pressegesprächs am Do., 10.12.2015 deutlich, daß der Einmarsch der türkischen Truppen in den Irak eine grobe Verletzung des Völkerrechtes darstelle, und erklärte: „Ausgehend von der Reaktion einiger Mitglieder des UN-Sicherheitsrates kam dieses Vorgehen des türkischen Militärs sogar für deren engsten Verbündeten völlig unerwartet. Wegen der bereits berüchtigten blockgebundenen Solidarität haben sie Ankara nicht dafür kritisiert, dass es das Völkerrecht so grob verletzt hat“. Denoch drückte sie die Hoffnung aus, daß der UN-Sicherheitsrat die „Hitzköpfe in Ankara abkühlen“ und vor „kopflosen Schritten und Provokationen“ warnen werde. (http://sptnkne.ws/aphz) – Und trotzdem gab der türkische Staatspräsident Erdogan auf der Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden des bosnischen Präsidentenrates in Ankara am 10.12.2015 bekannt, daß die türkischen Soldaten nicht aus dem Irak abgezogen würden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294616-erdo%C4%9Fan-t%C3%BCrkei-beabsichtigt-nicht-den-abzug-ihrer-milit%C3%A4rs-aus-irak, http://sptnkne.ws/apt5).
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî kündigte nach Verstreichen des Ultimatum für den Abzug der illegal einmarschierten türkischen Truppen (vgl.u.) anläßlich des Zusammentreffens mit dem Sondergesandten des US-Präsidenten bei der Anti-IS-Koalition, Bert Mc Gork, gegenüber as-Sûmariyya News an, die Regierung werde deswegen Klage bei der UNO, dem UN-Sicherheitsrat, der Arabischen Liga und anderen internationalen Organisationen gegen die Türkei erheben. Mc Gork bemerkte nur, die USA lehnten den Einmarsch der türkischen Streitkräfte in den Irak ab und hätten dies der Regierung in Ankara auch mitgeteilt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294521-irak-will-bei-der-uno-klage-gegen-die-t%C3%BCrkei-einreichen)
Die Krise zwischen dem Irak und der Türkei, ausgelöst durch den widerholten völkerrechtswidrigen Einmarsch türkischer Truppen in das südöstlich gelegene Nachbarland hat den zwielichtigen Präsidenten der autonomen irakischen Kurdenregion, Masʿūd Barzānī (vgl.u.), nicht davon abgehalten, am Mi., 9.12.2015, der Einladung von Staatspräsident Erdogan nach Ankara nachzukommen, wo er zudem den – mit der Muslimbruderschaft etc. verbundenen – Chef des Nationalen Nachrichtendienstes „MIT“ Hakan Fidan (vgl.u.) und dem Ministerpräsidenten zusammentraf. Dabei sollte der Ausbau der bilateralen Beziehungen zwischen Erbil und Ankara Thema sein. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294490-pr%C3%A4sident-der-autonomen-irakischen-kurdenregion-barzani-reist-in-die-t%C3%Bcrkei)
Die Opferzahl von vier Terroranschlägen in verschiedenen Vierteln Bagdads vom Mi., 9.12.2015, beläuft sich auf dutzende getöteter und verletzter Personen. Im Einzelnen dazu in: http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294495-t%C3%B6dliche-explosionen-ersch%C3%BCttern-irakische-haptstadt-bagdad.
Der einerseits totgesagte (vgl.u.), andererseits nach anderen Angaben zuletzt in der Türkei wegen seiner Verletzungen behandelte (vgl.u.) IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî habe sich nach Aussagen von Informanten nach Libyen zurückgezogen [wohin zuletzt Scharen der in Syrien sehr in Bedrängnis geratenen IS-Kämpfer via Türkei ausgeflogen worden waren], meldet Nachrichtenagentur Fars. Damit wolle er der Verfolgung seitens der Irakischen Geheimdienste zu entgehen. (http://sptnkne.ws/anPc)
Bei der Operation zur Rückeroberung der Provinzhauptstadt ar-Ramâdî aus den Händen des IS haben die irakischen Truppen am Di., 8.12.2015, große Teile unter ihre Kontrolle gebracht – nach Aussagen des Generalleutnants der Anti-Terror-Einheiten, Abdul-Ghani Asadi, etwa 60-70%. (http://sptnkne.ws/anNt) – Weitere Erfolge auch in anderen Kampfgebieten gegen den IS meldet, ins Deutsche übersetzt, http://sptnkne.ws/anJc basierend auf einem SANA-Bericht.
Eine weitere Konsequenz des völkerrechtswidrigen türkischen Einmarsches in den Nordirak ist die Verabschiedung einer Resolution durch den Gouverneursrat von Bagdad zur Sanktionierung aller türkischen Waren, wie der Nachrichtensender al-Manâr am Di., 8.12.2015, unter Berufung auf eine Ratsmitglied berichtete. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294475-bagdad-verbietet-import-t%C3%BCrkischer-waren) – Zudem machte der Vorsitzende Sicherheitsausschusses im irakischen Parlament, Ḥâkim az-Zâmalî, der Irak sei durchaus in der Lage, seine nationale Souveränität alleine zu verteidigen, und drohte für den Fall, daß die türkischen Truppen nicht aus dem Irak abzögen, mit militärischem Vorgehen. U.a. hatte az-Zâmalî in einen Brief an den Ministerpräsidenten, die Luftwaffe gegen die türkischen „Okkupationskräfte“ einzusetzen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294457-irak-droht-t%C3%BCrkei-mit-milit%C3%A4rischen-ma%C3%9Fnahmen) – Außerdem forderte der parlamentarische Verteidigungsausschuß die Aufkündigung des Sicherheitsvertrags mit den USA: „Die Regierung und das Parlament müssen den Sicherheitsvertrag revidieren oder annullieren, weil die USA ihn nicht ernst nehmen“, erklärte ein Ausschußmitglied gegenüber Sputnik. Dies wurde mit der ausbleibenden Reaktion der USA auf die derzeit akut [auch und insbesondere durch die Türkei] gefährdete Sicherheitslage im Irak begründet. (http://sptnkne.ws/anMs).
Nachdem das türkische Außenministerium am 8.12.15 bekanntgegeben hatte, die in den Nordirak geschickten Truppen nicht zurückziehen zu wollen (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294458-die-t%C3%BCrkei-unterstreicht-die-schaffung-eines-sicheren-ortes-in-syrien) und damit auch das irakische Ultimatum für deren geforderten Abzug (vgl.u.) verstrichen war, wandte sich die irakische Regierung in dieser Sache an die NATO. Auf der Regierungswebseite wurde daher folgende Mittteilung veröffentlicht: „Die NATO muss ihre Autorität einsetzen und die Türkei dazu drängen, dass sie ihre Truppen sofort von irakischem Territorium zurückzieht“. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294478-al-abadi-nato-muss-sich-f%C3%BCr-r%C3%BCckzug-der-t%C3%BCrkischen-truppen-aus-irak-einsetzen) – Interessant ist, daß die widerrechtlich einmarschierten türkischen Truppen in einem Vorort von Mossul stationiert sind, der unter Kontrolle der Terrororganisation IS steht. (s. 1. Quellenangabe).
Nachdem das türkische Außen¬ministerium am 8.12.15 bekanntgegeben hatte, die in den Nordirak geschickten Truppen nicht zurückziehen zu wollen (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294458-die-t%C3%BCrkei-unterstreicht-die-schaffung-eines-sicheren-ortes-in-syrien) und damit auch das irakische Ultimatum für deren geforderten Abzug (vgl.u.) verstrichen war, wandte sich die irakische Regierung in dieser Sache an die NATO. Auf der Regierungswebseite wurde daher folgende Mittteilung veröffentlicht: „Die NATO muss ihre Autorität einsetzen und die Türkei dazu drängen, dass sie ihre Truppen sofort von irakischem Territorium zurückzieht“. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294478-al-abadi-nato-muss-sich-f%C3%BCr-r%C3%BCckzug-der-t%C3%BCrkischen-truppen-aus-irak-einsetzen) – Interessant ist, daß die widerrechtlich einmarschierten türkischen Truppen in einem Vorort von Mossul stationiert sind, der unter Kon¬trolle der Terrororganisation IS steht. (s. 1. Quellenangabe).
Eine zusätzliche Eskalation erhält der Sachverhalt noch dadurch, daß Aufnahmen beweisen, daß türkisches Militär im Nordirak eine illegale militärische Luftbasis, genannt ‘Bamerne’ mit den geographischen Koordinaten 37°05′52″N und 43°15′58″O errichtet, was auf die Region Dahûk verweist. – Die Türkei hatte vorgegeben (vgl.u.), mit dem Einmarsch eine Schulung der Pîšmarga gegen den IS vornehmen zu wollen. Doch stellte die irakische Regierung klar, daß sie nie eine derartige Maßnahme der Türkei angefordert, dieselbe wie der Einmarsch selbst ohne Wissen und Einwilligung ihrerseits geschah und damit einen Bruch des internationalen Rechts darstellt. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940916001189 mit Photos, s.a. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294458-die-t%C3%BCrkei-unterstreicht-die-schaffung-eines-sicheren-ortes-in-syrien)
Nach Auskunft eines UN-Diplomaten vom 7.12.2015 gegenüber Reuters hat die russische Regierung den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, in einer Sitzung hinter verschlossenen Türen die militärischen Aktionen der Türkei in Syrien und im Irak zu untersuchen. Wie auch ein Kollege im Statement gegenüber Itar-Tass tags darauf, vertreten beide die Ansicht, daß die initiierten Beratungen nach einem Treffen des 15-köpfigen Rats am Di., 8.12.2015, stattfänden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294428-russland-fordert-sondersitzung-des-un-sicherheitsrats-zur-milit%C3%A4rischen-pr%C3%A4senz-der-t%C3%BCrkei-im-irak)
Beim Treffen in Bagdad mit dem am Mo., 7.12.2015 unangekündigt in den Irak gereisten Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier machte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî Notwendigkeit von Maßnahmen gegen den IS-Ölschmuggel über die Grenze in die Türkei deutlich. Damit finanziere sich diese Terrorgruppe zu einem großen Teil, was die Weltgemeinschaft nicht länger dulden dürfe. Zudem führte er Beschwerde über das Eindringen türkischer Truppen mit Panzern etc. (vgl.u.) ohne Erlaubnis und Koordinierung mit der irakischen Regierung und unterstrich nochmals die Forderung nach deren umgehenden Abzug. Steinmeier seinerseits versprach deutsche Hilfeleistung beim Wiederaufbau in den kriegsgeschädigten Gebieten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294394-irakischer-ministerpr%C3%A4sident-unterstreicht-einstellung-des-is-%C3%B6lschmuggels-%C3%BCber-t%C3%BCrkische-grenzen)
Nach Miteilung des Gouverneurs der Provinz Nînawâ (Ninive), Nawfal Akub, gegenüber Sputnik befinden sich hier derzeit ca. 900 türkische Soldaten, die ohne Erlaubnis der Regierung und damit völkerrechtswirdrig unter dem Vorwand der Ausbildung kurdischer Freiwilliger in den Irak einmarschiert sind (s.u.). „Sie sind in dem Lager der Miliz im Dorf Dad, Bezirk Shekhan, stationiert“, informierte er den Interviewer und setzte hinzu: „Die Türkei hat die Irak-Krise und die politischen Meinungsverschiedenheiten in der Führungsspitze ausgenutzt“ für den Coup. (http://sptnkne.ws/anh3)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî stellte der türkischen Regierung wegen des kürzlich [wieder!] erfolgten (vgl.u.) völkerrechtswidrigen militärischen Einmarsches in den Irak ein Ultimatum: sollte binnen 48 Stunden die türkische Militärmacht nicht das irakische Hoheitsgebiet verlassen haben, werde die Regierung beim UN-Sicherheitsrat Klage gegen die Türkei deswegen erheben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294368-iraks-ministerpr%C3%A4sident-al-abadi-setzt-eine-deadline-f%C3%BCr-den-r%C3%BCckzug-der-t%C3%BCrkischen-soldaten) – Die syrische Regierung hatte diesen Rechtsbruch ebenfalls verurteilt und die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität des Irak eingefordert. (http://www.sana.sy/?p=308288, http://www.sana.sy/en/?p=63584 vom 6.12.2015, s.a. http://sana.sy/?p=308265) – Zu den wiederholten Einfällen türkischen Militärs in den Irak s.a. http://www.zerohedge.com/news/2015-12-05/did-turkey-just-invade-iraq-protect-erdogans-isis-oil-smuggling-routes vom 5.12.2015.
Die Staatsanwaltschaft von Bologna hat ein Gerichtsverfahren gegen Bilal Erdogan, den Sohn des türkischen Staatspräsidenten, wegen Geldwäsche in die Wege geleitet. Einander widersprechende Medienmeldungen besagten zuvor, Bilal Erdoğan habe sich zusammen mit seiner Familie in Italien niedergelassen oder er wolle dort ein Studium aufnehmen. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/294353-italien-ermittlungsantrag-gegen-erdo%C4%9Fans-sohn) Jedenfalls inspirierten die jüngsten Vorfälle rund um den vom russischen Verteidungsministerium belegten IS-ÖL-Schmuggel aus Syrien und dem Irak in Verbindung zur Familie Erdogan den Politologen Th. Meyssan zu folgendem Artikel:
Bereitet die Familie Erdoğan ihre Flucht vor? vom 5.12.2016 (http://www.voltairenet.org/article189550.html) – S.a. http://www.zerohedge.com/news/2015-11-30/are-these-tankers-bilal-erdogan-uses-transport-isis-oil. Weitere Details zum Fall s.u.
Während der Offensive zur Befreiung der Provinzhauptstadt ar-Ramâdî wurden zur Evakuierung der Zivilbevölkerung die Paß-Wege aus ar-Ramâdî und Falûğa gesichert und ein Auffanglager in al-Ḥabâniyya (Habbaniyeh) im Osten von ar-Ramâdî eingerichtet. So konnten schon 20 Familien aus der Umzingelung des IS gerettet werden, wie Faḍl al-Ġarâwî (Fazel Al-Gharawi) als Mitglied der irakischen Menschenrechtskommission am Sa., 5.12.2015, mitteilte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294312-dutzende-irakische-familien-aus-is-blockade-gerettet)
Am Fr., 4.12.2015, gab Sisli Puyli, Sprecher des Hohen Kommissariats der UN für Menschenrechte, bzgl. der Region Sinğar bekannt: „Uns liegen Dokumente vor, die beweisen, dass circa 16 Massengräber von Leichen der IS-Opfer gefunden worden sind.“ und fügte hinzu: „Die IS-Terroristen haben irakische Zivilisten in den Gebieten, die unter ihrer Kontrolle waren, entführt, enthauptet oder verbrannt.“. Über den genauen Ort und die Zahl sei noch nichts zu berichten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294285-irak-entdeckung-von-16-massengr%C3%A4bern-in-sindschar)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî wie auch Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm haben offiziell die türkische Regierung aufgefordert, ihre in den Irak ohne Einwilligung der Regierung – und damit völkerrechtswidrig – eingedrungenen Streitkräfte umgehend zurückzuziehen. Diese Mißachtung der territorialen Integrität, die im Widerspruch zu den nachbarschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen steht, wie der Politiker es formulierte, ereignete sich am Freitagabend. Während die türkische Seite behauptet, es handele sich um „nur“ 130 Mann, die in die Region Baʽšîqa (Bashika) im Mossul-Distrikt entsandt würden, um kurdische Pîšmarga-Kämpfer zu schulen – was ohne Absprache mit und Zusage der souveränen Regierung immer noch einen Bruch des Völkerrechts darstellt – widersprach Ḥâkim az-Zâmalî, Vorsitzender des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses im irakischen Parlament. Das in den Irak einmarschierte türkische Militärkontingent sei tausende Mann stark in Begleitung von dutzenden Panzern, anderen gepanzerten Fahrzeugen und Artillerie. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294270-irakischer-ministerpr%C3%A4sident-fordert-den-sofortigen-r%C3%BCckzug-der-t%C3%BCrkischen-streitkr%C3%A4fte-aus-dem-irak, http://sptnkne.ws/am6k, http://sptnkne.ws/am5h, http://www.sana.sy/?p=307746) – ʽÂṣim Ğihâd (Assem Jihad), Presseattaché des irakischen Ölministeriums, hatte zuvor gegenüber Sputnik mitgeteilt, daß in dieser Provinz der IS-Schmuggel mit geraubtem irakischem Erdöl betreibe und es von dort ins Ausland transportiere. (http://sptnkne.ws/am7C) – Dieser Vorfall korrespondiert mit dem illegalen türkischen Eindringen in Syrien!
Während US-Präsident Obama den Einsatz von 200 Spezialkräften an Bodentruppen im Irak für notwendig erklärte, Verteidigungsminister Carter am Di., 1.12.2015, verkündete, eine Schnelle Eingreiftruppe im Irak stationieren zu wollen und aus dem Weißen Haus zu vernehmen war, dies werde von der irakischen Regierung unterstützt (http://sptnkne.ws/akXw), entgegnete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî zum wiederholten Male in einer am Do., 3.12.2015, veröffentlichten Erklärung: „Die Regierung in Bagdad unterstreicht ihren Standpunkt, dass sie jedes Angebot/Schritt ablehnt, das/der die nationale Souveränität des Landes verletzten könnte. Wir betrachten die Entsendung der Bodentruppen in den Irak als eine feindliche Maßnahme und werdem demgegenüber entsprechende Maßnahmen ergreifen.“ Zudem erklärte er, die irakische Regierung habe mehrfach ihre Haltung bekräftigt und bekannt gegeben, sie wünsche sich die Unterstützung anderer Staaten im Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“(IS), jedoch nicht in Form von Bodentruppen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294249-al-abadi-zur-stationierung-ausl%C3%A4ndischer-kr%C3%A4fte-wurde-nicht-gefragt, s.a. http://sptnkne.ws/amr7)
Anläßlich der derzeit in Karbalâ´ im Irak stattfindenden Arbaʽîn-Feierlichkeiten, zu der über 15 Millionen Pilger vor Ort sind, konnten Sicherheitskräfte und Mitglieder der Freiwilligengruppe al-Ḥašd aš-Šaʽbî schon etliche größere Attentate des IS verhindern. Näheres bei: http://german.irib.ir/nachrichten/nah-ost/item/294133-irak-einige-terrorangriffe-auf-imam-husseins-pilger-entsch%C3%A4rft und http://german.irib.ir/nachrichten/item/294217-terroranschlag-mit-58-autobomben-in-bagdad-gescheitert. – Arbaʽîn, d.i. arab.: 40, findet am 40. Tag nach dem Feiertag Āšūrā’ statt, daher der Name.
Die Provinzhauptstadt ar-Ramâdî ist seit Mo., 30.11.2015, von den Landes-Streitkräften umstellt. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, die seit einem halben Jahr unter Kontrolle des IS stehende Stadt zu verlassen, da demnächst die Rückeroberung beginne. (http://sptnkne.ws/aka5)
Nachdem sich die US-SenatorenJohn McCain und Lindsay Graham am So., 29.11.2015, für die vehemente Aufstockung der US-Soldaten im Irak von 3550 auf ca.10.000 ausgesprochen hatten, stellte Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî zum wiederholten Mal (vgl.u.) in einem Statement vom Mo., 30.11.2015, klar, daß der Irak das ablehne: „Wir betonen, dass der Irak genug Entschlossenheit und Kräfte zur Bekämpfung der Terrormiliz IS und anderen ähnlicher terroristischer Gruppen besitzt“. Es seien im Land ausreichend eigene Streitkräfte vorhanden. Bedarf herrsche dagegen an effektiven Luftschlägen gegen die Terroristen durch internationale Partner sowie an Ausrüstung und Ausbildung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294107-irak-gegen-entsendung-von-us-milit%C3%A4rkr%C3%A4ften-in-dieses-land)
In Ṭûz Ḫurmâtû, Provinz Salāḥuddīn, brachte ein Terrorist eine Autobombe an einem Kontrollposten der freiwilligen turkmenischen Miliz zur Detonation. Dabei starben sieben Personen, 13 wurden teils schwer verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/294021-terroranschlag-im-irakischen-salahedin-mit-7-toten)
Der irakische Abgeordnete und prominente Bürgerrechtler Dr. Muwaffaq ar-Rubaîʽî (Mowaffak al-Rubaie) von der šîʽitischen Koalition „Gesetzesstaat“ schrieb auf seinem Facebook-Account zur Türkei: „Die Türkei unterstützt die Terroristen vor allem dadurch, dass sie den Verkauf von geschmuggeltem Öl auf dem Schwarzmarkt erlaubt. Dabei beträgt der Preis bis zu lediglich 20 US-Dollar pro Barrel, was fast zweimal weniger ist, als auf dem Weltölmarkt.“ Zudem sei das Land ein Umschlagsplatz für weitere vom IS rekrutierte künftige Kämpfer: „IS- Rekrutierer empfangen Immigranten in Istanbul und organisieren ihren Transport über die türkische Grenze in das irakische Mossul oder die IS-Hochburg Rakka im Norden Syriens“. Hunderte an Radikale, die in den Reihen der Terroristen zu kämpfen beabsichtigten, passierten [weiterhin] jeden Monat die türkische Grenze. Zudem ignoriere die türkische Regierung, daß verletzte IS-Kämpfer in einheimischen Krankenhäusern behandelt würden. (http://sptnkne.ws/ajpc vom 28.11.2015) – Näheres zu diesen von der Erdogan-Tochter Sumeyye besonders im SO der türkischen Provinz Şanlıurfa betriebenen „geheimen“ Militärkliniken vgl. im Thread Syrien, Teil III. Tägliche türkische Militärtransporter brächten die verletzten Terroristen in die kliniken und wieder zurück zum Schlachtfeld. S.a. http://sptnkne.ws/ahAk.
Am 28.11.2015 wurde laut Meldung von as-Sûmariyya News das sechste Massengrab innerhalb von zwei Wochen im jazidisch besiedelten vom IS kürzlich zurückeroberten Sanğar mit 110 Leichen gefunden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/293978-massengr%C3%A4ber-von-yezidischen-kurden-in-der-irakischen-stadt-sanjar)
Über das Schicksal einer jesidischen Siebenjährigen, ihrer Schwester und ihrer Mutter, die von IS-Teroristen von Sinğar in die syrische IS-hochburg ar-Raqqa verschleppt wurden und erst nach längerer Gefangenschaft mit Erfahrungen körperlicher Gewalt und Zwangsverheiratung an einen Mann aus Qaṭar befreit werden konnten, wird berichtet in einem Sputniknews-Artikel (http://sptnkne.ws/agCe). Zudem erzählte ein örtlicher Informant am Sa., 21.11.2015, daß IS-Anhänger in den letzten beiden Tagen einige hundert Kinder und Jugendlicher ihren armen Familien aus Falûğa und ar-Ramâdî in al-Anbâr im Westirak abgekauft hätten. Sie sollten für sie gegen die anrückende Armee kämpfen. „Die Familien, die ihre Kinder in die Reihen des IS geben, werden mit einer beträchtlichen Menge Geld gelockt — 1.400 US-Dollar pro Monat und Kind. Dies ist eine sehr erhebliche Summe für diese Familien, da die Bewohner der beiden Städte seit der Besatzung durch den IS eine große Hungersnot erleiden. Wenn die Eltern sich jedoch weigern, droht ihnen die Todesstrafe“, war zu erfahren. (loc. cit.)
Großbritannien hat am Mo., 23.11.15, al-Mayâdîn zufolge acht Jagdbomber vom Typ Her Yer und Tornado im Irak zur Beteiligung an den Operationen gegen den IS stationiert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/293716-fernsehsender-al-mayadin-england-stationiert-8-kampfflugzeuge-im-irak)
Wieder (vgl.u.) wurden zwei Flugzeuge der US-geführten Koalition, dieses Mal aus der BRD, auf dem Flughafen Bagdad vorübergehend sichergestellt, welche ohne vorherige Kommunikation mit und Erlaubnis der irakischen Regierung und damit illegal Waffen im Wert von 5 Millionen US-$ in den Norden der kurdischen Autonomiebehörde in Arbîl zustellen sollten, wie Kurd Press news agency am 21.11.2015 berichtete. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940830001451)
Am Sa., 21.11.15, überquerten Kampfflugzeuge und Bomber der türkischen Luftwaffe ohne vorherige Bitte um Erlaubnis die Grenze zum Irak und nahmen dort im norden des Landes 23 Stellungen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) unter Beschuß, wie der türkische Generalstab bekanntgab. Die Landesregierung verurteilte diesen völkerrechtwidrigen Akt der Regierung des Nachbarstaates. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/293640-t%C3%BCrkische-kampfflugzeuge-bombardierten-nordirak vom 21.11.2015)
Ḥâkim az-Zâmalî, Vorsitzender des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses im irakischen Parlament, bemerkte im Interview mit al-Mayâdîn al-Yaum, die Erfolge der russischen Unterstützung im Counterterrorismus in Syrien weckten im Irak den Wunsch, ebenfalls solche Unterstützung zu erhalten. Schließlich befänden sich die irakische und die syrische Armee in der gleichen Situation. Solange aber Staaten wie Qaṭar, die Türkei und Saudi-Arabien weiterhin Terroristen unterstützten unter der Vorgabe, sie hülfen „nur“ der „gemäßigten Opposition“, obwohl es sich dabei tatsächlich um Terrorgruppen wie Ğabhatu_n-Nuṣra u.a. handele, dauerten deren Bedrohung und Verbrechen fort. Das Fehlen eines echten Kampfes gegen den Terrorismus bei der US-geführten Koalition sei ein weiterer Grund für die Ausbreitung des Terrorismus in der Welt. Demgegenüber habe das russische Engagement im Vgl. zu dem der USA den Counterterrorismus echte Erfolge vorzuweisen und sei als ernsthaft zu bezeichnen. (http://sana.sy/?p=300071 vom 20.11.2015)
Am Fr., 20.11.2015, detonierte im Süden Bagdads ein Sprengladung genau zu dem Zeitpunkt, als die Gäubigen einer šîʽitischen Moschee dieselbe verließen. Anschließend sprengte sich ein Suizidattentäter un die Luft, als die Sicherheitskräfte vor Ort eintrafen. So wurden mindestens neun Personen getötet, 19 weitere verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/293588-t%C3%B6dliche-anschl%C3%A4ge-in-der-n%C3%A4he-der-schiitenmoschee-in-bagdad)
Wie ein von den US-Militärs nach der Invasion des Iraks eingerichtetes Gefangenenlager zum Nährboden für den IS wurde, berichtet ein ehemaliger Wächter, s.
http://de.sputniknews.com/panorama/20151119/305784506/usgefangenenlager-irak-is.html.
Exklusiv: US-Gefangenenlager im Irak war Nährboden für IS – ehemaliger Wächter
Ein junger Mann, der unter dem Verdacht steht, dass er ein Kämpfer ist, wird in den ersten Tagen des Irak-Krieges in einen Verhörraum gebracht. Mit einer Ausgabe der Zeitschrift Maxim wird er dort allein gelassen. Mitarbeiter des Gefängnisses beobachten ihn. Wenn er das Magazin in seine Hände nimmt und die Seiten durchblättert, wird er als „moderat“ bezeichnet und in ein Lager gebracht. Wenn er sich weigert, wird er als „radikal“ betrachtet und zusammen mit gleichgesinnten Dschihadisten eingeschlossen.
Auf diese Weise hätten, laut der New York Post, Beamte vom Camp Bucca den Frieden während des Irak-Krieges aufrechterhalten. Unter den Tausenden von Gefangenen musste das Gefängnispersonal die Sunniten von den Schiiten trennen sowie die Moderaten von den Extremisten.
„Die Task Force 134 hat gelernt, dass man Probleme bekommt, wenn man nicht damit anfängt, die Gefangenen zu segregieren, sonst radikalisieren die wirklich Radikalen die weniger radikalen Gefangenen“, sagte ehemaliger Wächter am Camp Bucca Mitchell Gray gegenüber Radio Sputnik.
Diese Politik schuf eine Situation, in der die radikalen Dschihadisten allein in einem Gefängnishof blieben, wo sie die Freiheit genossen, um radikale Ideen zu entwickeln.
„Es gab Gewalt unter den Gefangenen im Camp Bucca. Sie haben eigene Scharia-Gerichte gebildet und sogar andere Menschen exekutiert oder gefoltert und Menschen eingeschüchtert, damit sie radikaler werden“, so Gray.
Aber das Problem begann viel früher, denn das Camp war nicht bereit, die politische Situation in der Region vernünftig anzugehen.
„Als der Irak-Krieg begann, wurden Saddam Hussein und die sunnitische Mehrheit gestürzt, und der Irak war ein Land mit einer schiitischen Mehrheit, und das hat viele geopolitische Probleme verursacht. Bucca war nicht wirklich darauf vorbereitet, diese komplizierten politischen Probleme anzugehen“, erklärte der Ex-Wächter.
Mitchell Gray hatte von 2007 bis 2008 gedient. Ihm zufolge gab es ungefähr 30.000 Gefangene im Camp Bucca.
„Es war eine Mischung. Es gab alles — von Al-Kaida bis hin zu lokalen Milizanhängern und offensichtlichen Verbrechern“, sagte er.
Schlimm genug, dass im Camp Bucca eine ganze Reihe von ranghohen Leutnants der selbsternannten Terrorgruppe des Islamischen Staats gefangen gehalten wurden. Einer von diesen Gefangenen, und zwar Abu Bakr al-Baghdadi, ging noch weiter und gründete seine eigene militante Organisation, nachdem sich herausstellte, dass er angeblich keine Bedrohung darstellt.
„Genau das ist mit Abu Bakr al-Baghdadi passiert. Er soll keine Bedrohung dargestellt haben und wurde zurück in die Gesellschaft freigelassen“, so Gray. „Aber in der Tat hat man ihn wirklich als jemanden eingeschätzt, der ein Vermittler war und moderaten Einfluss hatte.“
„Als ich zum ersten Mal in Bucca eintraf, hielten sie eine große aufmunternde Rede vor uns und sagten ‚Behandelt diese Männer gut, denn es könnte der nächste Nelson Mandela im Gefängnis sein‘. Und später dachte ich… nicht nur, dass der nächste Nelson Mandela nicht im Lager war, es gab den ersten Abu Bakr al-Baghdadi, und sie haben ihn einfach nicht aufgegriffen.“
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Aufgrund des Vorwurfs, sie hätten mit der Regierung zusammengearbeitet, sind im Lager al Ġazlânî (el-Ghazlani) in der Provinz Nînawâ (Ninive) durch IS-Terroristen 30 Zivilpersonen, darunter auch Journalisten – erschossen worden, wie as-Sûmariyya News meldete. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/293384-is-richtet-im-irak-30-zivilisten,-unter-anderem-einige-journalisten-hin)
Am Vortag der Anschläge in Paris erhielten die Regierungen der sog. US-geführten Anti-IS-Koalition, darunter auch die französische durch die irakische eine Mitteilung, daß Attentate bevorstünden. Demnach informierte der irakische Geheimdienst, die IS-Führung habe Attacken in jene Länder wie in Rußland und em Iran beschlossen und Befehl dazu erteilt. In Bagdad bestehtja seit einigen Wochen das von Rußland, dem Irak, Syrien und dem Iran gemeinsam betriebene, hoch effiziente Informationszentrum (vgl.u.). In der syrischen IS-Hochburg ar-Raqqa seien die Anschläge vorbereitet worden, Mitglieder einer IS-Zelle in Frankreich hätten die ausländischen Mitstreiter empfangen und mit ihnen die Ausführung übernommen, hieß es aus geheimdienstkreisen, wie AP berichtete. Beteiligt gewesen seien demnach 24 Personen, darunter fünf Helfer und Organisatoren. (http://de.sputniknews.com/militar/20151116/305663105/irakische-aufklrung-anschlaegen-paris.html)
Infolge zweier Bombenanschläge in Bagdad wurden am So., 15.11.2015, mindestens drei Personen getötet, 12 verletzt und einige Geschäftszentren beschädigt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/293331-irak-drei-tote-bei-zwei-bombenanschl%C3%A4gen-in-bagdad)
Bei einem Suizidanschlag in Bagdad kamen am Fr., 13.11.2015, gemäß Bericht von SkyNews Arabia während einer Beerdigung mindestens 18 Menschen ums Leben, 41 weitere wurden verletzt.
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/293240-mindestens-18-tote-und-41-verletzte-bei-selbstmordanschlag-in-bagdad, http://de.sputniknews.com/politik/20151113/305611009/islamischer-staat-anschlag-bagdad.html)
Nach ersten Zufallsfunden und weitergeleiteten Berichten darüber fanden in den kürzlich vom IS zurückeroberten Gebieten in Sinğar, dem Siedlungsareal der Jesiden, am Sa., 14.11.2015, Grabungen statt. Dies brachten acht Massengräber von mutmaßlichen IS-Opfern, ca. 130 an der Zahl und meist weiblichen Geschlechts, zu Tage. (https://www.youtube.com/watch?v=wnpQKgmoZdU,
https://www.rt.com/news/322147-grave-yazidi-unearthed-sinjar/, http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/293351-nordirak-acht-massengr%C3%A4ber-mit-jesiden-in-sindschar-entdeckt)
Bei zwei Suizidanschlägen durch Attentäter mit Sprengstoffgürteln vor zwei Moscheen in Bagdad, wurden am Fr.,13.11.2015, 15 Personen getötet, mindestens 40 weitere verletzt. (http://sana.sy/?p=296265)
Nach Befreiungsaktionen der Regierungstruppen in der Provinz Ṣalāḥuddīn in az-Zâwiyya (al-Zawiye) im NO der Maḫûl-Bergkette wie der Erfolge der Freiwilligentruppeal-Ḥašd aš-Šaʽbî in as-Salmân mit Zerstörung eines IS-Kommandozentrums samt Artillerie und Abwehr eines IS-Angriffs im N und W von Tikrît fanden Soldaten in al-Anbâr Dutzende an Tonnen mit Ammoniumnitrat, das zur Sprengstoffherstellung durch den IS genutzt wird. Das Fatale daran: die Fässer trugen türkische Aufschriften und Angaben, wonach sie erst vor zwei Monaten [in der Türkei] befüllt worden waren. Dies lasse den Rückschluß zu, daß die AKP-Regierung unter Präsident Erdogan (AP!) nicht nur inzwischen zugegebenermaßen den in Syrien aktiven al-Qaida-Ableger Ğabhatu_n-Nuṣra unterstützt, sondern entgegen der wiederholten Beteuerungen auch den IS. Dies erhärteten Funde von Waffen inklusive Raketen und Munition aus türkischer Produktion in al-Anbâr, Diyâlâ und den Außenbereichen von Bagdad in den jeweils frisch dem IS entrissenen Gebieten, berichtet die Agentur FNA. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940820001222)
Am Fr., 13.11.2015, haben die Streitkräfte der autonomen Region Kurdistan dem IS die Stadt Sinğar sowie fünf angrenzende Ortschaften, die zuvor gänzlich abgeschnitten waren, in heftigen Kämpfen entrissen sowie vor Ort die für den IS wichtige Verbindungsstraße zwischen seinen Hochburgen in Syrien, ar-Raqqa, und im Irak, Mossul, besetzt. Die Stadt, welche derweil nach hinterlassenen Sprengsätzen etc. durchkämmt wird, war im August 2014 in den Medien lange Zeit Thema, da damals die IS jenes Zentrum der Jesiden eroberte, die ihnen als Ungläubige geltende Bevölkerung mißhandelten, teils töteten, teils vertrieben.
(http://de.sputniknews.com/zeitungen/20151113/305591211/anti-is-kampf-kurdische-peschmerga.html, http://de.sputniknews.com/militar/20151112/305577236/kurden-befreien-irakische-stadt.html)
In Sinğar (Shingal) begann am Do., 12.11.2015, morgens eine Militäroperation der Pîšmarga. Generalmajor ʽIzzaddîn Saʽdûn (Ezzeddine Saadun) bemerkte dazu gegenüber Agentur France Press: „Die Stadt hat für die Terroristen eine strategische Bedeutung als Versorgungspunkt. Die Offensive zur Befreiung des Zentrums der Region Shingal wird aus mehreren Richtungen erfolgen“. (http://de.sputniknews.com/militar/20151112/305566156/irak-armee-offensive-terroristen.html)
Impliziert hat das Pentagon die Tatsache von Toten und Verletzten der irakischen Zivilbevölkerung infolge von US-Luftangriffen eingestanden. Wie die US-Webseite „The Daily Beast“ am Mo., 9.11.2015, meldete, sollen ca. 2.000 Personen, Selbstgeschädigte oder deren hinterbliebene Rechtsnachfolger Entschädigungen erhalten und zwar 2.500 US-$ pro Geschädigtem. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/293038-usa-versprechen-entsch%C3%A4digungszahlungen-an-die-familien-der-opfer-im-irak)
Ḥâkim az-Zâmilî, Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Sicherheit und Verteidigung, teilte im Interview gegenüber SputnikNews bzgl. der jüngsten Lieferung aus Rußland mit: „Wir haben im Rahmen der Kooperation bereits Suchoi-Flugzeuge, Panzer und andere Waffenarten erhalten. Vor mehreren Tagen haben wir 1000 Schutzanzüge bekommen. Diese sind dringend notwendig, weil der IS bei seinen Angriffen in Syrien und im Irak den Kampfstoff Yperit einsetzt“. Hinsichtlich der vom Volk und Parlamentariern in breiter Basis unterstützten Anfrage nach russischer Militärhilfe im Kampf gegen den IS, antwortete der Politiker, nächste Woche werde eine Delegation Moskau besuchen, um diese Frage mit der russischen Regierung zu besprechen. (http://de.sputniknews.com/politik/20151108/305478521/chemiewaffen-spezialanzuege-yperit-angriffe.html vom 8.11.2015)
Am Sa., 7.11.2015,kam es in Bagdad und Umgebung zu mehreren Terroranschlägen, die dem IS zugeschrieben werden. Fünf Sicherheitskräfte und ein Zivilist starben bei einem Suizidattentat nahe eines Kontrollpunktes im Areal von Taramiyya, ca. 25km nördlich der Hauptstadt. – Bei weiteren Explosionen im NW Bagdads kamen zwei Bürger ums Leben, neun wurden verletzt. – Im südlichen Bagdader Stadtteil Nahrawân wurden ein Toter und sechs Verletzte gezählt. – Polizisten fanden derweil im N drei Leichen mit Schußwunden am Kopf und am Körper. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292965-explosionen-in-bagdad-und-umgebung-hinterl%C3%A4sst-9-tote)
Wie angekündigt hat der Irak am Fr., 6.11.2015, den ersten Teil leichter Erdkampfflugzeuge des Typs L-159 aus tschechischer Produktion zugestellt bekommen. An der feierlichen Zeremonie in Bagdad nahmen der irakische Verteidigungsminister Ḫālid al-ʽUbaidî (Khaled al-Obaidi) und ein tschechischer Vizeverteidigungsminister teil. „Die im Luftstützpunkt Balad eingetroffenen Flugzeuge werden künftig im Kampf gegen die Terroristen eingesetzt“ , hieß aus seitens der Regierung. Schließlich sollen 15 tschechische Maschinen bereitgestellt werden. (http://de.sputniknews.com/militar/20151106/305463401/einsatz-gegen-terroristen.html)
Am Do., 5.10.2015, sprengten IS–Muğâhidûn ein Frauenkloster in der Nähe ihrer Hochburg Mossul in die Luft, nachdem sie die Nonnen darauf vertrieben hatten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292822-is-hat-ein-frauenkloster-im-nordirak-in-die-luft-gesprengt)
Unter Berufung auf den Befehlshaber der irakischen Armee, General Yahya Rassoul [Yaḥyā Rasûl] meldet as-Sûmariyya News, daß die Armee im Verbund mit freiwilligen Kämpfern das Zentrum von ar-Ramâdî von IS-Terroristen befreit. Damit seien 80% Provinz al-Anbâr zurückerobert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292814-irak-etwa-80-prozent-der-provinz-al-anbar-wurden-von-terroristen-befreit)
Am Internationalen Flughafen von Bagdad wurden zwei mit Waffen beladene Flugzeuge, einmal kanadischer, das andere Mal schwedischer Herkunft mit Ziel irakisch Kurdistan ausgemacht und beschlagnahmt. Die Ermittlungen laufen derzeit. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292664-zwei-mit-waffen-beladene-flugzeuge-in-bagdad-beschlagnahmt) – Wie der Vorsitzende der Sicherheits- und Verteidigungskommission des irakischen Parlaments, Ḥâkim az-Zâmilî (Hakem al-Zameli) am Mo., 2.11.2015, klarstellte, handelte es sich bei den beiden Flugzeugen um solche der US-geführten Koalition. Die Waffenlieferung sollte offenbar bewußt an der irakischen Regierung vorbei ins Kurdengebiet vrbracht werden, da diese nicht darüber informiert worden war. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940811001319) – Zum Frontwechsel der syrischen Kurden (in Konfrontation zur Regierung) auf US-Initiative hin s. hier)
Die am So., 1.11.2015, begonnene Offensive (vgl.u.) in al-Anbâr hat bereits zur Befreiung von Teilen der Stadt al-Ḥadîṯa (Haditha) und einiger umliegender Dörfer geführt, wie der zuständige Kommandeur gegenüber as-Sûmariyya Newsmitteilte. Unweit im N der Stadt befindet sich die wichtigste Einrichtung zur Ektrizitätsgewinnung des Irak, der Staudamm des Euphratstausees Buḥayra Sadd al-Ḥadîṯa mit Wasserkraftwerk. Beteiligt sind außer der irakischen Armee, freiwillige Kräfte auch seitens der Stämme, die sich mit Unterstützung der irakischen Luftwaffe weiter vorkämpfen. Da kürzlich erst der Weg ins Zentrum von ar-Ramâdî (östlich davon gelegen) freigekämpft wurde, könnten die IS-Gruppen damit in eine Zangenbewegung geraten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292674-irakische-armee-startet-offensive-zur-r%C3%BCckeroberung-von-ramadi)
Der Mitteilung von DKP-Vertreter Said Mamusini vom So., 1.11.2015, zufolge hat der IS in Mossul 12 Minderjährige im Alter zwischen 12 und 16 Jahren wegen Fluchtversuchs aus einem Trainingslager ermordet (hinrichten lassen). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292635-irak-is-richtet-12-kinder-in-mosul-hin)
Die irakische Armee, unterstützt durch die freiwilligen Volkskräfte, ist am So., 1.11.2015, über die strategisch wichtige Brücke im Norden der Provinzhauptstadt ins Zentrum von ar-Ramâdî vorgedrungen, gab der Kommandeur der Operationen, Ismail Mahlavi, gegenüber as-Sûmariyya News bekannt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292613-irakische-kr%C3%A4fte-in-al-ramadi-eingedrungen)
Nach Mitteilung von DKP-Vertreter Said Mamusini haben IS-Anhänger in Tal ʽAfar bei Mossul erneut fünf Frauen erschossen („hingerichtet“), die sich weigerten, mit IS-Leuten zur Unterstützung ihres Ğihâdsexuellen Verkehr zu haben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292574-is-hat-f%C3%BCnf-frauen-wegen-widerstand-gegen-zwangsehe-hingerichtet) – Zum ǧihâd an-nikâḥ vgl. hier.
Nachdem zu Wochenbeginn Tony Blair (vgl.u.) entschuldigende Worte für die Irakinvasion 2003 gefunden, sich jedoch mit ihm vorgelegtem trügerischen Datenmaterial herausgeredet hatte, machte der ehemalige UN-Waffeninspekteur Hans Blix im CNN-Interview deutlich, daß dieses so eben nicht von seiner Seite stammte. Im Gegenteil habe er drei Monate vor der Invasion die alten (falschen) Daten durch die neuen Untersuchungsergebnisse relativiert und auch dem UN-Sicherheitsrat gegenüber erklärt, man könne die Menge verbotener – chemischer und biologischer – Waffen in diesem Land nicht genau beziffern. „Die Kriegsverantwortlichen im Irak hätten seine Informationen und die der anderen UN-Waffeninspekteure manipuliert, um sich eine Genehmigung für einen Krieg zu verschaffen, den sie nicht hätten beginnen dürfen.“ schloß Blix. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292492-blix-kritisiert-blair-f%C3%BCr-irak-invasion)
Zu den jüngsten Erfolgen zählen, daß fast alle Ölfelder vom IS durch die Armee samt Hilfskräften zurückerobert und ebenso die IS-Terroristen aus der Provinz Salāhaddīn (Salaheddin) vertrieben worden sind. Dies teilte am Do., 29.10.2015, ein Experte des irakischen Ölministeriums im Interview mit Sputnik News mit und verdeutlichte: „Derzeit kontrollieren die Terroristen nur noch einen geringen Teil der Ölfelder in der Provinz Ninawa. Die Terroristen selbst sind nicht in der Lage, Öl zu fördern, weil das technische Erfahrungen abverlangt. Aber sie hatten zuvor erhebliche Ölreserven erbeutet.“ Zudem solle sich endlich der UN-Sicherheitsrat mit der Frage der Abnehmer dieser illegalen Ölverkäufe beschäftigen, setzte der Fachmann hinzu: „Wir haben den Weltsicherheitsrat ersucht, sich dieses Problems anzunehmen und verlangen, dass diejenigen, die dieses Öl kaufen, zur Verantwortung gezogen werden.“. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292466-irakische-armee-erobert-fast-alle-%C3%B6lfelder-vom-is-zur%C3%BCck, s.a. http://de.sputniknews.com/militar/20151029/305286057/verluste-in-milliardenhohe.html) – Zu den Abnehmern der illegalen Ölverkäufe s.u. – Auch John Kiriakou, EX-CIA-Agent und derzeit Oberermittler des Auswärtigen Ausschusses des US-Senats, konstatiert, der IS schmuggle das illegal geförderte Öl über die Staatsgebiete des irakischen Kurdistan und der Türkei mit Begünstigung der einheimischen korrumpierten Behörden. (http://de.sputniknews.com/panorama/20151030/305291659/oel-schmuggel-is-geheimpipeline-tuerkei.html) – Zu den andauernden vehementen Demonstrationen gegen die Korruption in der Regierung vgl.u.
Putin, die EU-Flüchtlingskrise und die Geschehnisse im Irak.
Der russische Präsident sieht hier eindeutig Zusammenhänge, wie er im Gespräch mit Vizekanzler Sigmar Gabriel am Mi., 28.10.2015, deutlich machte: die seit Monaten in den MSM heftig thematisierte „Flüchtlingskrise“ sei „auf die Billigung einer Militäroperation im Irak durch Brüssel“ [gemeint ist die besonders von Großbritannien unterstützte US-Militärinvasion von 2003] zurückzuführen, der sich damals nur die Bundesrepublik verwehrt habe. „Danach wurde das Flüchtlingsproblem Realität… Heute, da die ganze Welt, vor allem die europäischen Länder, mit diesem Problem konfrontiert sind, wäre es angebracht, an die Position der Bundesregierung zu erinnern, die aktiv gegen die Militäroperation im Irak eintrat“, verfocht Putin. Auch in den benachbarten Ländern habe jene Militäroperation zu einer Destabilisierung geführt, weshalb die Bedrohung in ein reales Flüchtlingsproblem ausgeartet sei. „Unsere Position ist gut bekannt: Um das Problem zu lösen, sollte bei der Wiederherstellung der Staatlichkeit dort geholfen werden, wo es diese noch gibt. Man sollte zur Wiederherstellung staatlicher Strukturen beitragen… und den politischen Prozess zu allen strittigen Fragen fördern, darunter auch in Syrien.“ schloß Putin sein Statement. http://de.sputniknews.com/politik/20151028/305263114/problem-gemeinsam-loesen.html)
Erneut haben am Di., 27.10.2015, Kampfflieger der US-geführten Koalition in ar-Ramâdî nicht IS-Positionen angegriffen, sondern erneut vorrückende (!) Streitkräfte der irakischen Armee samit Freiwilligen bombardiert. Mindestens 22 Tote wurden bereits gezählt.
Im Beitrag folgt eine kleine Auswahl zusammengestellter gleicher Vorkommnisse (zur Aufstellung der Belege s.u.), dazu der Hinweis auf die zahlreichen Beobachtungen über Abwürfe von Waffen, Munition, Medikamenten u.a. Hilfsmitteln auf IS-kontrolliertem Terrritorium durch die US-geführte Koalition. Näheres bei: http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940805001540.
Aktualisierung: Der nach dem Gefecht mit der irakischen Armee gefangengenommene IDF-Colonel von den Golan-Brigaden (vgl.u. vom 22.10.2015) stellt sich nach einem am 27.10.2015 bei YouTube eingestellten Video nicht nur als IS-Mitkämpfer sondern sogar als Anführer der IS-Einheit heraus; auch seine Verbindung zu US-Senator McCain wird aufgedeckt, s. https://www.youtube.com/watch?v=WJjFHVe2rD8.
Erneut haben Angehörige des Freiwilligenverbands al-Ḥašd aš-Šaʽbî in einem eroberten IS-Kommandozentrum in der Provinz Ṣalâḥaddîn militärische Ausrüstung, Waffen und Munition inklusive Fernlenkwaffen aus US-Produktion gefunden. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940804001407)
Nach Angaben von Ğafar al-Ḥussainî (Jafar al-Hosseini), dem Sprecher der irakischen Volksverteidigungskräfte (Katâ´ib Ḥizbullâh) haben einige gefangengenommene IS-Anführer zugegeben, logistische und geheimdienstliche Unterstützung durch US-Chargen erhalten zu haben. Wörtlich formulierte er: „As the ISIL commanders captured in Iraqi popular forces’ recent military operations have confessed, the US supports for the terrorist groups are not limited to the dispatch of logistical support.” Diese Informationen hätten die Stellungen der irakischen Streitkräfte im Abwehrkampf gegen den IS betroffen. Dazu führte das Beispiel Baiğî an. Von daher traue man den US-Kräften nicht und möchte sie auch nicht bei der demnächst geplanten Rückeroberung von ar-Ramâdî mit dabei haben, denn dies erhöhe eindeutig die eigenen Siegchancen. Erneut wurde in dem Zusammenhang auf die vielfach erhobenen Klagen [zu Belegen vgl.u.] gegen die US–Luftwaffe dahingehend verwiesen, daß jene den IS mit Waffen und Munition versorge, während von der US-Regierung gleichzeitig vorgegeben werde, den IS zu bekämpfen. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940803001157)
Basierend auf irakischen Informationsquellen berichtet die englischsprachige indische Zeitung Hindu, daß die Terrororganisation IS trotz der vollmundigen Behauptungen der US-geführten Koalition, gegen diese Terroristen vorzugehen, monatlich gut 50 Millionen US-$ aus dem Ölverkauf von den eroberten Ölquellen verdiene. Der IS könne es sich sogar leisten, in großem Stil Industrieexperten aus verschiedenen Ländern anzustellen. Nach Informationenvon irakischen Regierungsvertretern würden täglich ca. 30.000 Barrel Öl an Ölschmuggler und illegalen Ölvermittler in der Türkei durch den IS verkauft. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292143-is-%C3%B6lverkauf-im-wert-vom-50-millionen-dollar)
Der britische Ex-Premier Tony Blair gesteht im CNN-Interview ein, die Intervention im Irak von 2003 unter US- und britischer Führung habe zur Entstehung des IS geführt. Gleichzeitig bekannte er: „Ich entschuldige mich dafür, dass die Informationen des Geheimdienstes, die wir erhielten, falsch waren. Ich entschuldige mich außerdem dafür, dass wir Fehler in der Planung gemacht haben — und sicherlich auch in der Annahme dessen, was nach dem Sturz des Regimes passieren würde.“ (http://de.sputniknews.com/politik/20151025/305174465/blair-gibt-zu-is-aufstieg-irak-invasion.html)
Einen weiteren Schritt in Richtung erweiterter Kooperation mit Rußland im Counterterrorismus bedeutet die Erlaubnis gegenüber den russischen Kampffliegern in Syrien, in den Irak flüchtende IS-Kolonnen dorthin verfolgen zu dürfen. Der Chef des Sicherheits- und Verteidigungs-Komitees im Parlament, Ḥakim az-Zamilî bestätigte dies am Fr., 23,10.2015, gegenüber der Agentur Anadolu. Damit sollen auch Nachschubrouten des IS abgeschnitten und der IS insgesamt geschwächt werden (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292145-irakische-regierung-erlaubt-russland,-is-anzugreifen)
Kürzlich ist von Sicherheitsleuten in Karaḫ, dem Westteil von Bagdad, ein handgeschriebenes, auf ein Alter von ca. 700 Jahren geschätztes Exemplar einer Thora entdeckt worden. Vor der Gründung Israels 1949 wies der Irak noch 2,6% an jüdischen Einwohnern auf. Nachdem ein Großteil nach Israel gezogen war, sank der Bevölkerungsanteil auf 0.1%. Seit den Wirren nach der US-Invasion von 2003 sind alte handgeschriebene Bücher und insbesondere religiöse Schriften beliebte Schmuggelware, die auf öffentlichen Auktionen wie dem Schwarzmarkt gehandelt wird. (http://german.irib.ir/nachrichten/kultur/item/292172-700-alte-thora-im-irak-entdeckt)
Eine neuerlich, nicht mit der irakischen Regirung abgesprochene und damit souveränitäts- und völkerrechtsverletzende US-Operation mit Kampfhubschraubern in Ḥawîğa vom 24.10.2015 hat Entrüstung bei Politikern und militärs hervorgerufen. Näheres bei: (http://francophone.sahartv.ir/infos/moyen_orient-i7571-irak_op%C3%A9ration_h%C3%A9liport%C3%A9e_us_le_hezbollah_s’insurge)
Ein Suizidanschlag mittels Autobombe an einem Kontrollposten in Al-Taremiyeh [at-Taramiyya] im Norden Bagdads am Sa., 24.10.2015, hinterließ drei getötete und neun verletzte Sicher¬heitsleute. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292170-drei-soldaten-bei-selbstmordanschlag-im-norden-bagdads-get%C3%B6tet)
Durch eine Armee-Operation in al-Anbâr konnten ca. 350 Geiseln aus IS-Gewalt befreit werden. Die meisten sind Kinder und ältere Personen der Bunmar-Nomaden, die unter der Anschuldigung, treu zur Regierung zu stehen, nach Zerstörung ihrer Häuser gefangen genommen wurden und ermordet („hingerichtet“) werden sollten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292126-hunderte-geiseln-aus-der-gewalt-der-is-terroristen-im-irak-befreit)
Laut Mitteilung des Abgeordneten und bekannten Bürgerrechtlers Dr. Muwaffaq ar-Rubaîʽî (Mowaffak al-Rubaie) von der šîʽitischen Koalition „Gesetzesstaat“ prüfe das Parlament derzeit einen Antrag, wonach an die russische Regierung das Ersuchen zur Unterstützung im Abwehrkampf gegen den IS gestellt werden solle. Dem Antrag räume er gute Chancen ein, bemerkte er Sputnik gegenüber. Werde er beschlossen, müsse die Regierung der Entschließung Folge leisten. „Egal, ob die sunnitischen und die kurdischen Fraktionen zustimmen werden oder nicht, das ändert nichts an der Sache. Wir besitzen eine genügende Kraft im Parlament“, versicherte er. (http://de.sputniknews.com/politik/20151021/305086034/irak-parlament-unterstuetzung-is-russland.html) – Zur US-kritischen und zunehmend prorussischen Stimmung im Irak bzw. der breiten Unterstützung für den o.e. Antrag s.a. http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940729001369 und http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940729001252, jeweils vom 21.10.15). Zur Begründung für den jüngsten Schritt: „Washington has not replied to Baghdad’s call for serious fight against the ISIL in action, while Mos-cow, Tehran and Damascus are still the most important supporters of Iraq in the fight against the ISIL; unlike Washington that is trying to weaken the Iraqi volunteer forces in their fight against the ISIL, the Russia, Iran and Syria reiterate strengthening the volunteer forces. The US government in a message to Iraqi Prime Minister Haidar al-Abadi voiced Obama’s dissatisfaction with Baghdad’s inclination towards Tehran, Moscow and Damascus.“ (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940729001369) und Dr. ar-Rubaîʽî gegenüber FNA am Di., 20.10.2015: „The US air force doesn’t cooperate with Iraq’s federal government and security and armed forces and refrains from providing any intelligence on ISIL’s concentration and field camps”. Dabei beschwerte er sich hinsichtlich der US-Einsätze: „in every 10 flight missions conducted by the US-led coalition planes, ISIL positions come under attack in only two missions, while nothing special happens in the remaining 8 missions“ (loc. cit.).
Ein Kommandant der freiwilligen Hilfskämpfer berichtete am Do., 22.10.2015, von der Gefangennahme eines israelischen Offiziers von der Golan-Brigade, der zusammen mit einer Reihe von IS-Terroristen nach einem Kampf gegen diese gefangengenommen worden sei. Wörtlich bemerkte er: „The security and popular forces have held captive an Israeli colonel” und weiter: „The Zionist officer is ranked colonel and had participated in the Takfiri ISIL group’s terrorist operations” . Zudem setzte er hinzu: „The Israeli colonel’s name is Yusi Oulen Shahak and is ranked colonel in Golani Brigade of the Zionist regime’s army with the security and military code of Re34356578765az231434.” Die Arretierten würden zur Zeit verhört. Andere gefangengenommene IS-Anhänger hätten innerhalb des vergangenen Jahres der IS-Aktivitäten im Land bereits bei Befragungen Schockierendes ausgesagt, nämlich daß sich Agenten vom Mossad und auch andere israelische Geheimdienstler bereits bei der ersten Eroberungswelle des IS und auch bei der Einnahme Mossuls in den Reihen des IS befunden hätten. Auch waren schon mehrfach israelische Spionagedrohnen über dem Irak abgeschossen worden. Die kürzliche Gefangennahme werde nach Ansicht einiger Experten daher enorme Auswirkungen auf die Beziehungen zum israelischen Staat haben. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940730000210 vom 22.10.2015) – Zu israelischen und insbesondere Mossad-Aktivitäten auch im Süden Syriens s. hier.
Laut Mitteilung des Abgeordneten und bekannten Bürgerrechtlers Dr. Muwaffaq ar-Rubaîʽî (Mowaffak al-Rubaie) von der šîʽitischen Koalition „Gesetzesstaat“ prüfe das Parlament derzeit einen Antrag, wonach an die russische Regierung das Ersuchen zur Unterstützung im Abwehrkampf gegen den IS gestellt werden solle. Dem Antrag räume er gute Chancen ein, bemerkte er Sputnik gegenüber. Werde er beschlossen, müsse die Regierung der Entschließung Folge leisten. „Egal, ob die sunnitischen und die kurdischen Fraktionen zustimmen werden oder nicht, das ändert nichts an der Sache. Wir besitzen eine genügende Kraft im Parlament“, versicherte er. (http://de.sputniknews.com/politik/20151021/305086034/irak-parlament-unterstuetzung-is-russland.html) – Zur US-kritischen und zunehmend prorussischen Stimmung im Irak bzw. der breiten Unterstützung für den o.e. Antrag s.a. http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940729001369 und http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940729001252, jeweils vom 21.10.15).
Am Di., 20.10.2015, wurde erneut die Rückeroberung der Stadt Baiğî gemeldet (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291938-baidschi-ist-befreit, s.a. SANA und sputniknews etc. und vgl.u.). Bei Säuberungsaktionen (hinterlassene Sprengkörper etc.) entdeckten die Sicherheitskräfte 19 Massengräber mit insgesamt 365 Leichen von Opfern der IS-Terrorherrschaft, wie es aus Armeekreisen hieß.
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/292033-irak-19-massengr%C3%A4ber-der-is-terroristen-entdeckt)
Nach den heftigen Verlusten, die der IS durch die koordinierten counterterroristischen Einsätze der syrischen Armee mit Unterstützung der russischen Kampfflieger im Nachbarland erlitten hat, setzt die Terrorgruppe verstärkt auf Gewalt und Abschreckung. So wurden in Mossul laut Auskunft eines irakischen Offiziers vom Di., 20.10.2015, 25 Menschen lebend verbrannt, denen vorgeworfen wurde, mit der Armee und den Sicherheitskräften im Land kooperiert zu haben. Anwohner wurden zum Zusehen gezwungen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291964-is-verbrennt-25-menschen-im-irakischen-mossul-am-lebendigen-leibe)
In der Provinz Wâsiṭ (Wasit) ist am Sa., 17.10.2015, aus bislang noch ungeklärten Gründen eine mit Raketen ausgerüstete US-Drohne abgestürzt, berichtete Provinzratsmitglied Hâšim az-Zamlî (Haschem al-Zameli). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291755-absturz-von-us-drohne-im-osten-iraks)
Erstmals seit diesem Fr., 16.10.2015, sind auch im Irak die russischen Su-30-Kampfjets im Einsatz gegen den IS, meldete aš-Šafaq News basierend auf Berichten des Pressedienstes der irakischen Armee. „Ein Su-30-Jagdjet hat drei IS-Schutzbunker in der Provinz Salah el-Din sowie mehrere Autos auf dem Weg nach Mossul zerstört“, hieß es darin. Die im Juni von der Moskauer Regierung zugesagte Lieferung war angesicht der „Sicherheitslage“ im Irak vorverschoben worden. (http://de.sputniknews.com/militar/20151016/304982293.html)
Indirekt die Mitteilung durch den syrischen Informationsminister az-Zuʽbî vom 14.10.2015 bestätigend, daß die US-Regierung Druck auf jene in Bagdad ausübe, um ein gemeinsames Vorgehen des Iraks und Syriens gegen den IS zu verhindern, erwiderte der irakische Botschafter in den USA, Luqmân Faily (Lukman Faily), auf Nachfragen eines Sputnik-Reporters: „Andere Staaten können uns zwar unter Druck setzen, doch wir entscheiden auf der Grundlage unserer eigenen Interessen“. Der Kampf gegen den IS habe derzeit oberste Priorität und der Irak werde sich bei der Wahl von Verbündeten keinem Druck beugen. (http://de.sputniknews.com/politik/20151016/304977203/irak-usa-is-syrien.html)
Laut einem FNA-Report basierend auf Medien-Meldungen aus der Region ist der beim Angriff der irakischen Luftwaffe (s.u.) auf einen IS-Konvoi bei Karâbila schwer verletzte IS-Anführer Abû Bakr al-Baġdâdî mit Hilfe des türkischen (MIT) in ein Krankenhaus in der Türkei zur Behandlung gebracht worden. So meldete z.B. al-Manâr TV am Mi., 14.10.2015: „The CIA has drone coordination with the Turkish intelligence organization to transfer al-Baghdadi to Turkey“. Zwei gefangengenommene IS-Angehörige aus dem Konvoi bestätigten die Verwundung ihres „Kalifen“. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940722001412)
Den irakischen Streitkräften gelang es mit Unterstützung der Luftwaffe und freiwilliger Volkstruppen, die Raffinerie in Baiğî erneut zurückzuerobern sowie einen Ort nördlich von ar-Ramâdî zu befreien. (http://www.sana.sy/?p=284046, http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291614-irakische-armee-erobert-raffinerie-aus-der-gewalt-des-is-zur%C3%BCck) – Dabei wurde ein IS-Führer, zuständig für Kampfoperationen der Terrorgruppe, mit Kampfnamen Abû Salmân al-ʽAskarî (Abu Salman al-Askari) getötet. (http://de.sputniknews.com/panorama/20151014/304936994/is-irak-angriff.html)
Via Twitter ließ die irakische Armee mitteilen: „Die Terrororganisation ‚Islamischer Staat‘ hat nach Angaben der irakischen Armee mehrere Dutzend eigene Kämpfer hingerichtet, weil diese vom Schlachtfeld in Baidschi geflohen waren“. (http://de.sputniknews.com/panorama/20151014/304934974.html)
Rußlands Außenminister Sergej Lawrow teilte am Mi., 14.10.2015, nach einer Unterredung mit seinem finnischen Amtskollegen in Oulu mit, jegliche russische militärtechnische Unterstützung für die irakischen Kurden geschehe nur nach Zustimmung der Zentralregierung in Bagdad.
(http://de.sputniknews.com/politik/20151014/304942430/kampf-gegen-terrorismus.html)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî soll inzwischen die russische Regierung schrifltich um Luftangriffe auf den IS auch in seinem Land ersucht haben, teilen politische Quellen aus dem Irak mit. Derzeit befindet sich eine russische Militärdelegation in Bagdad, um die gemeinsamen Sicherheitskoordinierungen der vier Partnerländer Irak, Syrien, Rußland und Iran im Abwehrkampf gegen den IS zu besprechen (zum gemeinsamen aufgebauten Informationszentrum hierzu s.u.). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291558-reise-russischer-milit%C3%A4rdelegation-nach-bagdad)
Auch vom IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî selbst heißt es, er soll laut örtlicher Quelle gegenüber der Agentur Sputnik seine Verletzungen infolge des kürzlich gegen seinen Konvoi erfolgten irakischen Luftschlags, bei dem etliche IS-Anführer getötet worden waren, in einem abgeriegelten Krankenhaus behandeln lassen. Der Informant äußerte: „Al-Baghdadi wird zurzeit in einem Krankenhaus in Al-Kaim behandelt, das von IS-Kämpfern abgeriegelt ist.“ (http://de.sputniknews.com/panorama/20151012/304880547/irak-islamischer-staat-anfuerer.html) – Über die Tötung des „Kalifen“ waren zuvor mehrfach Tötungsmeldungen kursiert (vgl.u.).
Erneut nehmen die USA für sich in Anspruch, die sog. Nr.2 des IS im Irak bei einem Luftangriff getötet zu haben. Dies hatte die US-Regierung bereits im August (angebliche Tötung am 18.8.2015) bekannt gegeben. Es handelt sich um die unter verschiedenen Namen auftretende Person Abû Muʽtaz al-Quraišî (Abu Mutaz al-Qurashi) alias Fadhil Ahmed al-Hajali [Faḍl Aḥmad al-Ḥağalî] alias Ḥağğî Muʽtaz (Haji Mutazz). Dieses Mal wurde sein Tod auf der IS-Internetseite bestätigt.
(http://de.sputniknews.com/panorama/20151013/304915299/luftangriff-august-mosul.html, s.a. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291579-is-best%C3%A4tigt-tod-des-zweitm%C3%A4chtigsten-mannes)
Zum wiederholten Mal haben irakische Armee- und Freiwilligenkräfte bei der Durchsuchung des vom IS zurückeroberten Gebiets nach Hinterlassenschaften wie Sprengkörpern etc. große Mengen an brandneuen panzerbrechenden Raketen, sog.TOW-II missiles (vgl. dazu hier), dazu andere Waffen, Munition und Hardware aus US-Produktion, in IS-Verstecken in al-Karâma in der Provinz al-Falûğa. Die TOW-II missiles hatte der IS zur Abwehr der vorrückenden irakischen Armee nach al-Falûğa verlegt. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940720000502 vom 12.10.2015).
Zur IS-Toyota-Frage (vgl. hier) auch im Irak:
Der Politolge Thierry Meyssan bemerkt hierzu auf seinem Blog: „Daesh kam in den Irak im Sommer 2014 und transportierte Tausende von Männern mit mehr als 800 anscheinend neuen Toyota Hilux und Land Cruiser. Wir zeigten schon, dass dieses Material dem islamischen Emirat mit einem vom türkischen Geheimdienst (MIT) gecharterten Sonderzug geliefert worden war. Der gleiche Zug transportierte auch schwere Waffen, die von Saudi-Arabien in der Ukraine gekauft wurden.
Daesh erhielt weiterhin Toyota Fahrzeuge und sollte sie auch derzeit noch erhalten.“
(http://www.voltairenet.org/article189011.html vom 13.10.2015). – Bemerkung: Daesh ist die im arabischsprachigen Raum gebräuchliche Bezeichnung für den IS.
Am Mo., 12.10.2015, begann die sog. „zweite Phase der Säuberungsaktion“ in der Provinz Ṣalâḥuddîn, wie der Ministerpräsident offiziell mitteilte. „Die Provinz und vor allem die Raffinerie in Baiji soll völlig von den IS-Terroristen gesäubert werden“, verkündete Ḥaidar al-ʽAbâdî gemäß Meldung der irakischen al-Madâ Press nach einer Besichtigungstour in der Provinz und einem Treffen mit Sicherheitsverantwortlichen und Militärkommandeuren. Die „erste Phase“ war Anfang März dieses Jahres gestartet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291520-irak-zweite-phase-der-s%C3%A4uberung-in-salahuddin-gestartet)
Nach Abwehr einiger Angriffe im N und W von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr am So., 11.10.15, konnten Armeeeinheiten zwei Autobomben im N und eine im W der Provinzhauptstadt aufspüren und entschärfen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291431-irakische-soldaten-wirken-terroranschlag-in-al-ramadi-entgegen)
Am So., 11.10.2015, hat die irakische Luftwaffe nahe an der Grenze zu Syrien im Gebiet al-Karâbila einen Konvoi der IS-Führung angegriffen, der laut Mitteilung von aš-Šafaq News unterwegs zu einem Treffen der IS-Spitze war. Der zuvor ermittelte Ort des Treffens wurde ebenfalls bombardiert, wobei mehrere lokale IS-Führer getötet wurden. (http://de.sputniknews.com/politik/20151011/304858043.html). – Aktualisierung: Der Angriff erfolgte nach Angaben eines verhafteten IS-Führungsmitglieds, wie das Innenministerium bekannt gab. An namentlich bekannten IS-Feldkommandeuren wurden nach Armeeangaben verletzt: Omar al- Kubaisi, verantwortlich für die Finanzen der ostsyrischen Stadt al-Bûkamâl (Abu Kamal ) und Abu Saad al-Karbouli, der die Sicherheit der IS-Anführer koordinieren sollte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291446-is-anf%C3%BChrer-al-baghdadi-verwundet, http://de.sputniknews.com/politik/20151012/304863962.html).
Beim Durchkämmen der vom IS im September erneut eroberten und daraufhin wieder befreiten Gebiete im Raum Baiğî durch Armee- und freiwillige Kräfte entdeckten diese wiederum vom IS bei der Flucht in ihren befestigten Verstecken zurückgelassene Waffen und Munition aus US-Besänden. Dies wird als erneuter Beweis für die Unterstützung des IS durch die US-Administration gewertet, die vorgebe, diese zu bekämpfen. Es folgen die früher schon angeführten Belege hierzu, die in diesem Thread schon ausgelistet worden sind (vgl.u.). (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940718000907 vom 10.10.2015, s.a. https://syrianfreepress.wordpress.com/2015/10/10/usa-weapons-iraq/)
Während ihres offiziellen Besuchs in Jordanien von Reportern darauf angesprochen, antwortete die russische OberhauschefinValentina Matwijenko, die russische Regierung würde Luftangriffe gegen IS-Stellungen auch im Irak in Betracht ziehen, sofern eine Bitte hierzu von der irakischen Regierung vorliege. Dem sei jedoch derzeit nicht so. Die russische Regierung verfolge keine weiteren Ziele als die Bekämpfung des Terrorismus in der Region betonte die Politikerin und rief die Journalisten dazu auf, keine bloßen Spekulationen zu verbreiten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291199-russland-zieht-luftangriffe-im-irak-in-betracht)
Zehn Personen wurden Opfer einer vom IS zur Detonation gebrachten Autobombe am 7.10.2015 in Baṣra, weitere Passanten wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291177-terroristische-explosion-im-s%C3%BCdirak)
Im NW der Provinzhauptstadt in ar-Ramâdî werden derzeit ca. 500 Familien des Âl-Bû-Nimr-Stammes vom IS-Terroristen belagert, nachdem sie verschiedene Gewalttaten im Zentrum der Stadt verübt hatten, berichtete al-ʽArabiyya. Zudem seien etwa 70 Stammesmitglieder in eine unbekannte Region im NO verschleppt und dort ermordet worden. Der Chef (Scheich) des Stammes bat daher den Premierminister, die Stadt möglichst bald zu befreien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291108-is-belagert-500-sunnitische-familien-in-al-ramadi) – Einer UN-Mitteilung vom 7.10.2015 zufolge handelte es sich bei den am So., 4.10.2015, in der Region al-Sarsar [wohl: aṯ-Ṯarṯâr] Erschossenen überwiegend um Angehörige der Armee-, Polizeimitglieder und freiwillige Kämpfer gegen den IS. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/291249-is-richtet-70-mitglieder-eines-sunnitischen-stammes-im-irak-hin).
Drei Terroranschläge mittels Autobomben, die auf einem Sûq in Zabair im Südirak, in Chalis [Ḥalis?] nordöstlich von Bagdad und in Hosseinidschah [Ḥussainiğa], ca.20km im N der Hauptstadt stattfanden, hinterließen insgesamt 50 Toten und mehr als hundert Verletzte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291123-mindestens-50-tote-bei-bombenanschl%C3%A4gen-im-irak)
Auch die Vorsitzende des russischen Föderationsrates, Valentina Matwijenko, forderte alle interessierten Staaten dazu auf, sich an dem in Bagdad eingerichtete internationale Informations- und Koordinierungszentrum zur Bekämpfung der IS-Terrororganisation zu beteiligen: „Wir sind zur Kooperation mit allen Ländern der Region und anderen Staaten im gemeinsamen Kampf gegen das weltweite Übel – gegen den Terrorismus – bereit. Wir fordern alle Länder auf, die an der Vernichtung des IS interessiert sind, sich diesem Zentrum anzuschließen“, äußerte sie am Mo., 5.10.2015, beim Treffen mit dem Senatsvorsitzenden des jordanischen Parlaments. (http://de.sputniknews.com/politik/20151005/304732788/iran-irak-syrien-datenerfassung-kampf-gegen-is.html)
Bei einem Doppelanschlag durch IS-Suizidattentäter kamen in einem Šîʽiten-Viertel Bagdads am 3.10.2015 mindestens 24 Menschen ums Leben, 61 wurden verletzt. Ein weiterer IS-Täter konnte vor Ausübung der Tat von Sicherheitskräften noch rechtzeitig erschossen werden. Der Zugangsbereich zum Kāżimiyya- (Kadhimija) Mausoleum, der Begräbnisstätte zweier von den Šîʽiten hoch verehrten Imâme, ist besonders samstags Ziel vieler Besucher. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/291027-zahlreiche-tote-bei-anschl%C3%A4gen-in-bagdad)
Der höchste šîʽitische Rechtsgelehrte des Landes, Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī as-Sīstānī (Ali Sistani) ließ von seinem Vertreter in Karbalāʾ (Kerbela, einer der heiligsten Orte der Šîʽiten) eine Botschaft verlesen, in der er die Verantwortlichen weiterer Länder aufforderte, den Kampf gegen IS ernstzunehmen. Dieser sei zum einen die Aufgabe eines jeden Irakers, zum anderen aber der ganzen Welt, da der IS die Menschheit, Kultur und ethischen Werte weltweit ignoriere. (http://www.german.irib.ir/nachrichten/nahost/itam/290920/-irak-ayatollah-sistani-fordert-welt-weiten-kampf-gegen-is)
Wieder gingen Tausende von Irakern in Bagdad und anderen Städten auf die Straßen, um wie schon zuvor (vgl.u.) für die Umsetzung der von der Regierung versprochenen Reformen gegen Korruption und zur Besserung der sozialer Dienstleistungen zu demonstrieren.
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290962-irakisches-volk-fordert-politische-reformen-in-der-regierung)
Die neuen Ärmelabzeichen der im Irak stationierten US-Soldaten sehen denen des IS zum Verwechseln ähnlich. Sie werden bereits von 3.335 Soldaten in der Region getragen. Künftig soll es aber auch von Alliierten und den irakischen Truppen benutzt werden. Allerdings trifft das Logo wegen der Ähnlichkeit bei den auserwählten Trägern auf Ablehnung. Manche User im Netz hielten es gar für ein Abzeichen der Muslimbrüder. (http://de.sputniknews.com/militar/20151001/304642105.html)
Außenminister Lawrow bemerkte hierzu (vgl.u.) – mit einem Seitenhieb auf die USA und ihre „Koalition“ – während der Pressekonferenz in New York am Rand der 70. UN-Vollversammlung, man habe keine Pläne diesbezüglich. Aber: „We are nice people, we won’t come if not invited”. (1.10.2015, 16:47 GMT, https://www.rt.com/news/317068-russia-isis-islamic-syria/)
Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî würde nach eigenen Worten Operationen der russischenn Luftwaffe gegen den IS in seinem Land begrüßen. Man habe bereits von der russischen und syrischen Seite „very useful“ Informationen erhalten. Auf die Frage im Interview für France 24, ob dies schon mit der russischen Regierung diskutiert worden sei, antwortete er: „Not yet“ und fügte hinzu: „It is a possibility. If we get the offer we will consider it and I would welcome it“. Ilya Rogachev vom russischen Außenministerium gab gegenüber RIA Novosti an, man werde ein Engagement im Irak wie derzeit in Syrien in betracht ziehen, sofern hierzu ein Ersuchen der irakischen Regieung eingehe oder ein entsprechendes UN-Mandat vorliege. Wörtlich sagte er: „We will either have a request from the Iraqi government or a UN Security Council resolution, the adoption of which will depend on the Iraqi government. [Only] then will we assess the political and military feasibility [of the operation]”. (Jeweils 1.10.2015, 15:32 GMT, https://www.rt.com/news/317068-russia-isis-islamic-syria/)
Auch die irakischen Kurden erhalten russische Unterstützung im Kampf gegen den IS. Die Waffenlieferungen gingen über die Regierung in Bagdad, erklärte Rußlands Außenminister Lawrow am Do., 1.10.2015 in New York. Außerdem beteiligten sich die irakischen Kurden ihrerseits am kürzlich in Bagdad gegründeten (vgl.u.) Informations- und Koordinierungszentrum zum Kampf gegen den IS. „Im Zentrum sind irakische, syrische, iranische und russische Militärs sowie kurdische Vertreter aktiv“, informierte Lawrow während der Pressekonferenz. (http://de.sputniknews.com/militar/20151001/304652439/russland-kurden-irak-waffenlieferungen.html)
Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow bestätigte am Rand der 70. UN-Vollversammlung in New York während der Pressekonferenz vom Do., 1.10.2015, daß der IS im Irak Chemiewaffen eingesetzt habe. Dabei sprach er von „mehreren nachgewiesenen“ Fällen und forderte internatiuonale Ermittlungen. (http://de.sputniknews.com/panorama/20151001/304647667/is-chemische-waffen-irak-beweise.html)
Nach Einschätzung des irakischen Verteidigungsministeriums habe die am 30.9.2015 begonnene russische Operation in Syrien auch einen positiven Einfluß auf den Anti-Terror-Kampf im Irak. Wörtlich erklärte Pressesprecher Naṣir Nûrî Muḥammad (Nasser Nuri Muhammad) gegenüber RIA Novosti: Es ist so gekommen, dass der Irak und Syrien eine einheitliche Zone der Luftangriffe auf den Islamischen Staat bilden. Das, was in Syrien geschieht, beeinflusst natürlich auch den Irak. Wir können IS nicht an der Grenze zu Syrien verfolgen. Wenn Russland sich also an Luftangriffen (in Syrien – d. Red.) beteiligen wird, wird dies sicher einen positiven Einfluss auf den Anti-Terror-Kampf im Irak haben“. (http://de.sputniknews.com/politik/20150930/304612726.html). – Der Irak begrüße das russische Engagement in Syrien, machte auch der Chef des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses im Parlament, Ḥakim az-Zamlî (Hakem al-Zamli), im Telefonat mit Sputnik deutlich. (http://de.sputniknews.com/politik/20150930/304606931/irak-entschluss-lufteinsatz-is-syrien.html)
Während einer Offensive ab dem Morgen des 30.9.2015, eroberten 3500 Pîšmarga einige Dörfer in der Provinz Kirkûk zurück, damit wird die Situation für die in ihrer Hochburg Ḥawîğa (Hawija) verschanzten IS-Kämpfer immer schwieriger. Auch die Luftwaffe begleitete den Einsatz. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290864-irakische-kurden-vertreiben-den-is-aus-d%C3%B6rfern-in-kirkuk)
Am Di., 29.9.2015, sind die russischen und iranischen Experten zur Zusammenarbeit der bis jetzt aus vier Ländern bestehenden Gruppe zur Bekämpfung des IS im Irak eingetroffen, gab der Leiter der Kommission für Sicherheit und Verteidigung im Parlament gegenüber dem Sender ar-Ra`y bekannt. Zudem fügte er hinzu, daß sich der Irak über jedes Land freue, das sich der Gruppe anschließen wolle.
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290794-iranische-und-russische-experten-im-irak vom 29.9.2015, http://www.sana.sy/?p=276075 vom 30.9.2015) – Auch der Specher von Präsident Putin, Dmitri Peskow, hatte am 29.9.2015 Reporten mitgeteilt, daß der russische Präsident hoffe, die Zahl der Teilnehmer an der Arbeit des Informationszentrum (vgl.u.) in Bagdad werde sich erweitern, um gegen die Terrororganisation IS zu kämpfen, schließlich sei dieses Zentrum keine geschlossene Institution, sondern eine offene Gruppe für alle. (http://www.sana.sy/?p=276075, http://de.sputniknews.com/militar/20150929/304585407/putin-anti-terror-zentrum-bagdad.html)
Zwei im Zentrum von Bagdad detonierte Autobomben hinterließen insgesamt acht Tote und zehn Verletzte. Der eine Vorfall ereignete sich laut as-Sûmariyya News am Montagabend in einer Garage (7 Tote, 3 Verletzte), der andere nach Meldung von al-Furât News in einer Hauptverkehrsstraße (1 Toter, 7 Verletzte). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290758-irak-8-tote-und-10-verletzte-bei-explosionen-in-bagdad)
Russische Militärflugzeuge nutzten nach vorheriger Ankündigung und mit Einverständnis beider Regierung den Luftraum über Syrien und dem Irak, um die Nachschubroute des IS zwischen der syrischen Provinz Dair az-Zaur (mit Überflug von al-Mayâdîn, al-Bûkamâl und al-Mû Ḥassan) und der irakischen al-Anbâr (östlich bis nach a-Ḥîl) zu beobachten und Datenmaterial zu sammeln. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940706000764 vom 28.9.2015 sowie https://syrianfreepress.wordpress.com/2015/09/29/russian-jets-iraq/)
Bei Luftschlägen der Armee wurden nach Auskunft des Kommandanten der 18. Division im Interview mit as-Sûmariyya News in der Provinz al-Anbâr 40 ranghohe IS-Kommandeure getötet. Diese waren zu einem Treffen am Abend des Sa., 26.9.2015, in der Fabrik Kabisa (Kabiseh) zusammengekommen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290667-irak-40-is-kommandeure-bei-luftangriff-der-armee-get%C3%B6tet vom 27.9.2015)
Ohne Absprache mit der irakischen Regierung und damit in illegaler völkerrechtswidriger Einmischung in die internen Belange dieses Staates plant Saudi-Arabien im Westen die Bildung sunnitischer Brigaden mit dem Namen ʽAbbâsiden-Armee. Damit wolle das saudische Königshaus die Macht der irakischen Regierung im vom Terrorismus heimgesuchten (!) Westen des Landes untergraben und zur religiösen Spaltung und damit Schwächung des – weitgehend šîʽitisch ausgerichteten Landes beitragen. (http://francophone.sahartv.ir/infos/moyen_orient-i5090-riyad_forme_l’_arm%C3%A9e_abbasside_%C3%A0_l%E2%80%99ouest_de_l%E2%80%99irak vom 26.9.2015) – Der Zeitpunkt dieser Planumsetzung nach Einrichtung des gemeinsamen Informationszentrums (s.u.) in Bagdad scheint nicht gerade zufällig und gegen dieses, das Sunniten wie Šîʽiten miteinschließt, gerichtet.
Zum gemeinsamen Informationszentrum des Iraks, Syriens, Rußlands und des Irans in Bagdad (vgl.u.) sind nähere Details bekannt geworden. Es diene der Koordinierung des Counterterrorismus` u.a. gegenüber dem IS. Deswegen gehörten ihm Vertreter der Generalstäbe der vier genannten Länder an. In der Leitung würden sich die Offiziere dieser Länder im Turnus von je drei Monaten abwechseln. Hauptaufgabe sei es, bzgl. der Zielsetzung aktuelle Informationen zur Situation in der Nahost-Region zu sammeln, zusammenzufassen und zu analysieren. Die ausgewerteten Daten würden je nach Zweckbestimmung verteilt und operativ an die Generalstäbe der vier Länder übermittelt. (http://de.sputniknews.com/politik/20150926/304534062.html) – Die Aufbauarbeiten haben bereits begonnen Die Inbetriebnahme ist für Ende Oktober, Anfang Novermber geplant (http://de.sputniknews.com/militar/20150929/304580236/informationszentrum-bagdad-austausch-aufklaerungsdaten.html).
Außenminister al-Ğaʽfarî kritisierte am Rand der 70. UN-Vollversammlung die Tätigkeit der US-geführten Koalition (Lufteinsätze). Dabei betonte er, daß der Irak die Stationierung ausländischer Militärs im Land niemals gewollt habe. Zudem habe das eigene Militär beachtliche Erfolge im Abwehrkampf gegen den IS erzielt. Daher stellte er klar: der „Irak benötigt lediglich militärische Ausrüstung, Ausbildung und Informationen, aber keine ausländischen Bodentruppen oder Militärstützpunkte.“ In dieser Hinsicht lobte er die russische Unterstützung [in ihrer Art] für Syrien. Jedoch brauche der Irak keine Beratung durch das russische Militär. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290623-irakischer-au%C3%9Fenminister-krtisiert-art-der-luftschl%C3%A4ge-gegen-is) – Der Irak erhält seine militärische Beratung durch den Iran (vgl.u.)
Wie der Fernsehsender Fox News nach Auskunft westlicher Geheimdienste berichtet, haben russische, syrische und iranische Militärs in Bagdad ein Koordinierungszentrum zur Anbahnung einer Zusammenarbeit mit Šîʽiten (Schiiten) im Kampf gegen die Terrormiliz IS eingerichtet. Inwieweit irakische Regierung involviert sei, sei noch nicht klar. Laut militärischen Kreisen seien russische Suchoi-Jets vom Flughafen al-Lâḏaqiyya (Latakia) gestartet, jedoch ohne das Gelände der Basis zu verlassen. (http://de.sputniknews.com/politik/20150925/304511494.html vom 25.9.2015) – Die Zustimmung der irakischen Regierung liegt vor (http://sana.sy/?p=274384 vom 26.9.2015)
In Arbîl (Erbil) ist der Bundeswehr-EinsatzleiterOberst Stephan Spöttel am Morgen des 23.9.2015, tot in seinem Hotel aufgefunden worden. „Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt von einer natürlichen Todesursache aus“, hießt es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums. Seine Position übernimmt nun sein Stellvertreter Oberstleutnant Jan Heymann. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290482-irak-leiter-des-deutschen-bundeswehr-einsatzes-in-erbil-ist-tot)
In Mossul hat eine IS-Einheit 25 Polizisten und Armeekräfte, darunter fünf Sicherheitsoffiziere, ermordet („hingerichtet“). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290440-irak-is-richtet-25-polizisten-und-armeeoffiziere-in-mosul-hin)
Pentagon-Sprecher Peter Cook teilte in einer Erklärung mit, am 10. 9. 2015 sei bei Luftangriffen der US-geführten Koalition nahe der Stadt Tal ʽAfar in der Provinz Nînawâ (Ninive) der lokale IS-Kommandeur (Amîr) Abu Bakr al-Turkmani [Abû Bakr at-Turkmânî] getötet worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290444-is-f%C3%BChrer-al-turkmani-get%C3%B6tet)
In einem Einkaufsgebiet in Bagdad kostete die Explosion einer Autobombe am Di., 22.9.2015, mindestens zehn Menschen das Leben und verletzte 35 weitere. Dazu kam am Morgen eine weitere Detonation mit einem Toten und sechs verletzten. Tags zuvor wurden mindestens 10 Personen im Osten der Hauptstadt Opfer einer Autobombe, während 30 Verletzungen davon trugen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290336-mindestens-zehn-tote-beim-terroristischen-angriff-im-irak)
Nachdem bekannt geworden war, daß IS-Anführer in Ḫâlidiyya (Khalidiya, 23km östlich von ar-Ramâdî) in der umkämpften Provinz al-Anbâr in einem bestimmten Haus zusammenkämen, um einen Terroranschlag auf diese Stadt zu planen, wurden nach Angaben des Distriktsvorsitzenden Ali Dawood [ʽAlî Dâwûd] am So., 20.9.2015, bei Luftangriffen der irakischen Armee 20 dieser Anführer getötet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290279-20-is-anf%C3%BChrer-in-ramadi-get%C3%B6tet)
Wegen der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Saudi-Arabien (zu den Hintergründen hierzu vgl.u.) ist ein Botschafter für ar-Riyâḍ ernannt worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290302-irakischer-botschafter-f%C3%BCr-saudi-arabien-gew%C3%A4hlt)
Nach Angaben des parlamentarischen Sicherheits- und Verteidigungsausschusses werden in den vom IS ihnen kontrollierten Gebieten der im NW gelegenen Provinz Nînawâ (Ninive) täglich durchschnittlich 50 Menschen ermordet, respektive „hingerichtet“. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290069-is-richtet-durchschnittlich-50-menschen-pro-tag-in-der-irakischen-provinz-nineveh-hin)
Drei Sprengstoffanschläge in Bagdad hinterließen insgesamt 13 Todesopfer und 69 Verletzte. As-Sûmariyya meldete am Do., 17.9.2015: „Bei einem Suizidattentat am Al-Wathba-Platz sind fünf Menschen getötet und 29 weitere verletzt worden. Unter den Letzteren sind vier Straßenpolizisten“. Ein Doppelanschlag im Zentrum beim Bâb aš-Šarqî (Osttort) blieben acht getötete und 40 verletzte Personen zurück. (http://de.sputniknews.com/panorama/20150917/304362837.html). – Aktualisierung: Der IS hat die Anschläge zu verantworten, bei denen schließlich das eine Mal 12 Personen, das andere Mal neun zu Tode kamen und insgesamt 121 verletzt wurden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290043-zahl-der-opfer-bei-anschlag-in-bagdad-auf-24-gestiegen)
Wie das Verwaltungskomitee der Volksverteidigungskräfte, al-Ḥašd aš-Šaʽbî mitteilte, wurden seit Beginn der Befreiungsaktion in Baiğî mehr als 3.000 IS-Terroristen getötet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/289944-tausende-is-terroristen-im-norden-iraks-get%C3%B6tet)
Auch die irakische Regierung wurde von der US-Administration am 5.9.2015 aufgefordert, den Luftraum für Flugzeuge aus Rußland – dem Land, das promt dem Irak im Counterterrorirmus zu Hilfe kam (zu Belegen vgl.u.) – zu sperren, wie die New York Times am Mo., 14.9.2015, berichtete. Bislang kam darauf jedoch keine Antwort aus Bagdad. Bulgarien z.B. hat dem Ersuchen entsprochen und seinen Luftraum für russische Transportmaschinen mit humanitären Gütern für Syrien für die Zeit vom 1. – 24.9.2015 gesperrt wie auch die ukrainische und die griechische Regierung zumindest zeitweise, vgl. hier. (http://de.sputniknews.com/politik/20150914/304305566.html)
In der immer wieder im Zentrum von Kämpfen stehenden Stadt Baiğî entdeckte eine Gruppe der die Armee im Counterterrorismus unterstützenden Freiwilligenkräfte nach heftigen Kämpfen mit IS-Terroristen ein Versteck dieser Terrorgruppe, in dem sich Fahrzeuge mit der Aufschrift „Peninsula-Schild“ in arabischer Sprache befanden. „Peninsula-Schild“ bezeichnet die gemeinsame Militärmacht der Golf-Kooperation, also der Mitgliedsstaaten des Persischen Golfes. Hierzu gehören: Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Qaṭar, die VAE wie der Omân, der sich als einziges dieser Länder nicht an der Aggression gegenüber Syrien beteiligt, sondern für eine schnelle politische Lösung der Krise einsetzt. (http://francophone.sahartv.ir/infos/moyen_orient-i3888-irak_le_bouclier_de_la_p%C3%A9ninsule_arme_daech)
Hinsichtlich der Arabischen Liga (AL) brachte der Außenministeriumssprecher Kritik an: zum einen bedauerte den Rückgang der Zusammenarbeit der arabischen Länder an sich, die dringend erforderlichen Reformen würden hinsichtlich ihrer Umsetzung beobachtet werden, zum anderen zeigte er sich empört darüber, daß angesichts der Flucht Hunderttausender aus dem Irak und Syrien noch immer kein einziges AL-Mitglied irgendeinen Plan zur Lösung der Flüchtlingskrise präsentiert habe. Seit Einsetzen der Kämpfe der syrischen Streitkräfte gegen die Terroristen in Syrien seien Millionen bedroht, was zum Ausgangspunkt der großen Flüchtlingswelle in Europa geworden sei. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/289829-bagdad-kritisiert-die-arabische-liga-f%C3%BCr-ihre-haltung-gegen%C3%BCber-den-fl%C3%BCchtlingen)
Laut der Tageszeitung aš-Šarq al-Awsaṭ will nach Qaṭar (vgl.u.) nun auch Saudi-Arabien nach dem islamischen Opferfest (während der Pilgerfahrt nach Mekka, Ḥaǧǧ am 23.9.2015 seine Botschaft in Bagdad nach 25 Jahren Pause wieder eröffnen wie auch das Konsulat in Arbîl (Erbil) in der nördlichen Autonomen Region Kurdistan. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/289755-saudi-arabische-botschaft-will-in-bagdad-nach-25-jahren-wieder-%C3%B6ffnen) – Saudi-Arabien hatte die Beziehungen zur säkularen Baʽṯ-Regierung unter Präsident Ṣ. Ḥussain abgebrochen. Die neue irakische Flagge zeigt demgegenüber schon im Schriftzug Allâhu akbar deutlich die Abkehr von dieser Haltung.
In den frühen Morgenstunden des So., 5.7.2015, vereitelten die irakischen Streitkräfte ein Terroristenangriff auf die Stadt Ḥadîṯa in der Provinz al-Anbâr, tötete und verwundete dabei eine große Zahl von Terroristen, der Rest floh in die westliche Wüste. Dazu wurden Angriffe der irakischen Luftwaffe auf IS –Ansammlungen und -Verstecke zwischen al-Anbâr und Karbalâ´ (Kerbela) geflogen, wobei ein ganzes Lager im westlichen Umland von ar-Razâza in der Provinz al-Anbâr zerstört und die gesamte militärische Ausrüstung, die auch Attentaten auf die Bürger diente, beschlagnahmt werden konnte. Am Sa., 4.7.2015, hatten die irakischen Streitkräfte eine großangelegte Militäroperation begonnen, um den östlichen Teil von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr vom IS zu säubern. Der Kommandant der Spezialoperation bestätigte den Tod von 69 Terroristen und die Zerstörung von 21 Terroristennestern in den Provinzen al-Anbâr und Ṣalâhuddîn. Schließlich wurden im Zusammenwirken von Heer, Luftwaffe und Bundespolizei mit Freiwilligen und Stammesmitgliedern, u.a. die Positionen in Nuʽaimiyya, al-Hîtâwîyîn, aḏ-Ḏîbân, as-Saʽdân, al-Aʽnâz und in Richtung Euphrat in al-Anbâr angegriffen.
Laut dem irakischen Strategie-Experten Aḥmad aš-Šarîfî im Gespräch mit dem SANA-Korrespon¬denten in Bagdad, befänden sich die IS–Muğâhidûn in einem Zustand des vollständigen Zusammenbruchs vor allem auch wegen der zunehmenden Spaltungen zwischen den arabischen und ausländischen Elementen der Terrororganisation. Seines Erachtens solle man sich zu einem schnellen, plötzlichen, entscheidenden Schlag zur Beseitigung dieser Organisation in allen usurpierten Gebieten entschließen. Doch führten regionale und internationale Einflüsse zu Verzögerungen. Zur Rolle der US-geführten Koalition befragt, bemerkte er, diese habe eher negative Folgen gezeitigt. Er betonte, daß sich diese erwiesenermaßen (zu Belegen s.u.) auf dem in der Unterstützung des IS wie der Ğihâd-Kräfte ausgewirkt hätten. (http://www.sana.sy/?p=237745 vom 5.7.2015)
Belgien beendet – vorgeblich aus Kostengründen – die Beteiligung an Aktionen der US-geführten Koalition. Für den Stellvertreter des syrischen Informationsministers, ʽAlî al-Aḥmad, ist das keine Überraschung, da „wiederholt Berichte aus den europäischen Ländern auf den wachsenden Zweifel an der Wirksamkeit der Maßnahmen der Koalition“ hinwiesen. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/285700-belgien-setzt-kooperation-mit-anti-is-allianz-aus)
In einem Gefecht zwischen der irakischen Armee und IS-Leuten in al-Karma im westlichen Umfeld von Bagdad wurden am Fr., 3.7.2015, bei geringen Eigenverlusten 25 IS-Kämpfer getötet mehr als 20 verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/285676-mindestens-25-is-terroristen-sind-in-der-irakischen-ortschaft-al-kerma-get%C3%B6tet)
Nach einer Reihe irakischer Luftangriffe und dem Vorrücken der Pîšmarga auf IS-Stellungen bei Ḥawîğa im Süden von Kirkûk wurden diese zurückgedrängt und in die Flucht geschlagen. Sie hätten zusammen mit ihren Familien die Richtung nach Mossul eingeschlagen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/285625-is-terroristen-ziehen-sich-aus-weiteren-teilen-von-kirkuk-zur%C3%BCck)
Der Sprecher der freiwilligen Volksverteidigungskräfte [al-Ḥašd aš-Šaʽbî] widersprach einem Bloomberg-Bericht, wonach eine Kooperation zwischen ihnen und US-Truppen im Abwehrkampf gegen den IS bestehe. Wörtlich bemerkte Karîm an-Nûrî (Karim al-Nouri): „There is no cooperation and coordination with the Americans to win back the regions controlled by the ISIL”. Auch Pentagon-sprecher Colonel Steve Warren drückte sich dahingehend aus. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940403001539) – Dies wäre angesichts der wiederholten Fälle von friedly fire seitens der US-Luftwaffe auf Stellungen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Kampf gegen den IS (vgl.u.) auch verwunderlich gewesen.
Angriffe der irakischen Luftwaffe auf IS-Stellungen eliminierte ca. 60 von deren Kämpfern in Âl-Bû Alwân (al-Bu-Alwan), Abû Šağal (Abu Shajal) und Ḥasîbaaš-Šarîyya (Hasibah al-Sharqiah) in der Provinz al-Anbâr., dazu 12 von deren Schlupfwinkeln mit FLAK, Raketenwerfern, Waffen, Munition u.a. militärischem Equipment, teilte das Verteidigungsministerium in einer am Mi., 24.6.2015, veröffentlichten Erklärung mit. Zudem wurden über 30 Terroristen beim Angriff der Anti-Terror-Truppen auf ein Sprengstofflager in Ḥasîbaaš-Šarîyya getötet. Betroffen von den Luftschlägen war auch das Versteck des IS-Muftî der Region, Abû Muḥammad. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/285161-60-is-terroristen-bei-irakischen-luftangriffen-in-al-anbar-get%C3%B6tet).
Wie das monatlich erscheinende Nachrichtenmagazin „Zuerst!“ in ihrem aktuellen Online-Auftritt mitteilt, hat die Terrororganisation IS ein neues Video veröffentlicht, das die Hinrichtung von fünf in in einen Käfig gesperrter Gefangener durch Ertränken in Mossul zeigt. Zur Erhöhung der Drastik kamen Unterwasser-Kameras zum Einsatz. (<ahttp://zuerst.de/2015/06/23/neues-video-islamischer-staat-ertraenkt-irakische-gefangene-in-unterwasser-kaefig/). – S.a.: http://zuerst.de/2015/06/24/video-18-islamischer-staat-ertraenkt-verbrennt-und-sprengt-irakische-gefangene/
Laut Mitteilung von Brigadegeneral Maʽn as-Saʽdî sei es den Streitkräften gelungen, das Gebiet um Tal az-Zaʽtar in Baiğî von IS-Terroristen zu säubern und führe nun weitere Sicherungsoperationen (Sprengfallen!) durch. Auch habe man die Kontrolle über ein Dorf nahe der Raffinerie erlangt. Die (irakische!) Luftwaffe habe nach Auskunft des Verteidigungsministerium nahe von al-Karma in der Provinz al-Anbâr einen Schlupfwinkel von Terroristen beschossen und deren Equipment darin zerstört. Zudem sei ein Angriff auf einen Checkpoint östlich von ar-Ramâdî zurückgeschlagen worden. (http://www.sana.sy/?p=232771 vom 22.6.2015)
Laut Auskunft des Pišmarga-Ministeriums der kurdischen Autonomieregion sollen bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition in einem Ort nordwestlich von Mossul auch acht Terroristen aus Deutschland getötet worden sein. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284922-acht-deutsche-terroristen-bei-us-luftangriffen-im-irak-getoetet)
Wie der Informationsbeauftragte der Demokratischen Partei Kurdistans, Said Mamuzini am 20.6.2015 mitteilte, befinde sich die Stadt Mossul aufgrund des durch den IS ausgeübten Drucks wirtschaftlich und humanitär in einer schlechten Lage. 18 Menschen seien kürzlich verhungert. Zudem habe der IS laut al-ʽAlam 1227 Kinder aus der Stadt geschafft und in das östlich gelegene Lager Salamiyya gebracht. Bürger, die dagegen zu protestieren versuchten, wurden gefangen genommen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284945-is-entf%C3%BChrte-1200-kinder-in-mossul)
Zum Thema “Entstehung des IS” und Hintermänner dieser Terrororganisation s. den Artikel des US-Offiziers für Spezialoperationen und Analysten für globale psychologische Kriegsführung und counterterrorismus Scott Bennett: Special Ops Officer Blows Whistle on CIA Funded ISIS Through Swiss Bank Accounts
Bei vier Bombenexplosion jeweils im NO bei Abi Seyda(?), in Megdadieh (?) und einmal im N der Stadt Baʿqūba (Bakuba) im Dorf Banî Zaid sowie in Ghareh Tapeh (?) sind am 17.6.2015 bislang 17 Menschen getötet und 28 weitere verletzt worden. Es handelte sich überwiegend um zivile Opfer. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284706-irak-45-tote-und-verletzte-bei-auseinanderstzungen-im-nordosten-von-bagdad)
Wie MehrNews berichtet, hat der Leiter der iranischen Firma NIORDC (National Iranian Oil Refining and Distribution Company), Esmail Hasham Firouz, am Di., 16.6.2015, eine Übereinkunft zum Austausch von Öl und Raffinerieprodukten zwischen dem Iran und der autonomen kurdischen Region des Irak unterzeichnet. Zudem würden gemäß einem anderen Abkommen täglich drei Millionen Liter Diesel in den Irak exportiert. Auch sei der Iran dazu bereit, die zwei- bis zweieinhalbfache Menge an Diesel an sein Nachbarland zu liefern.(http://german.irib.ir/nachrichten/wirtschaft/item/284658-iran-und-autonome-region-kurdistan-im-irak-unterzeichnen-%C3%B6l-abkommen)
Infolge einer am Di., 16.6.2015, nahe einer Mädchenschule in Abû Saydah in der Provinz Diyâlâ detonierten Autobombe kamen fünf Schülerinnen ums Leben, sechs wurden verwundet – Am selben Tag führte die irakische Air force Luftschläge gegen IS-Schlupfwinkel in al-Shirqat im Norden von Tikrît aus, wobei an die 30 Extremisten mitsamt einiger Führungspersonen getötet wurden. – Eine Pîṣmarga-Einheit ging im Osten Mossuls gegen Terroristen vor.(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284661-irak-5-sch%C3%BCler-bei-bombenanschlag-in-diyala-get%C3%B6tet)
Zum wiederholten Mal haben am Sa., 13.6.2015, Kampfpiloten der US-geführten Koalitionirakische Postitionen in al-Anbâr angegriffen (sog. „friendly fire“!). (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940324000927)
Wie Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am Mo., 15.6.2015, während einer im irakischen TV übertragenen Rede während einer internationalen Konferenz zum Stop der Kinder-Rekrutierung durch den IS laut as-Sûmariyya News mitteilte, kommen die meisten Suizidattentäter im Irak aus dem Ausland, vor allem aus Staaten, die seit 100 Jahren keinen Krieg mehr erlebt haben. Jeden Monat träfen durchschnittlich 40 ausländische Suizidattentäter im Irak ein. Wie die syische Regierung rief daher auch al-ʽAbâdî die anderen Staaten dazu auf, Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Phänomens zu ergreifen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284570-al-abadi-%E2%80%9Ejeden-monat-dringen-40-ausl%C3%A4ndische-selbstmordattent%C3%A4ter-in-den-irak-ein%E2%80%9C und http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284603-mehr-aus-als-inl%C3%A4ndische-selbstbomber-im-irak)
Die Detonation einer Autobombe auf einem Marktplatz in Bagdad tötete zehn Personen, verletzte 20 weitere. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284577-zehn-tote-bei-selbstmordanschlag-im-irak)
Unter Mithilfe der Bürgerwehr haben laut al-Furât irakische Polizeieinheiten 12 Autobomben in Baiğî sowie fünf bei der MilitärbasisSpiker aufgespürt und vernichtet und somit Angriffe des IS verhindert. Westlich von ar-Ramâdî konnte as-Sûmariyya zufolge ein IS-Kommando bekämpft werden. Südlich von Fallûğa hatten IS-Muğâhidîn das 36. Bataillon der irakischen Armee angegriffen, wobei unter den getöteten Soldaten auch der Kommadeur war. Mit Artilleriefeuer wurde der Haufen zurückgeschlagen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284480-irakische-einheiten-wehren-is-angriff-ab vom 14.6.2015)
Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm und der Präsident der irakischen Kurdenregion, Masûd Barzanî, sprachen sich beim Treffen am Do., 11.6.2015, in ʽArbîl für die Fortsetzung der Konsultationen zwischen der Zentralregierung und der Verwaltung der autonomen Kurdenregion zur Ausräumung der noch bestehenden Differenzen aus. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284411-fuad-masum-und-barezani-fordern-fortsetzung-der-gespr%C3%A4che-zwischen-bagdad-und-erbil)
Der Vertreter der irakischen Kurdenregion, Karîm Sanğarî, beim Treffen in Arbîl mit dem iranischen Vizeaußenminister für konsularische Angelegenheiten, Ḥassan Qašqawî,bat darum, der Iran solle sich bei der Behebung der Differenzen zwischen Zentralregierung und der Verwaltung der autonomen Kurdenregion effektiv einsetzen. Darauf antwortete Ḥassan Qašqawî, die iranische Politik ziele darauf ab, die Einheit des Irak zu wahren und dafür, daß die Iraker als nationale Einheit den Kampf gegen den Terrorismus bestritten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284447-irakische-kurdenregion-ruft-iran-auf-zwischen-bagdad-und-erbil-zu-vermitteln)
Am Fr., 12.6.2015, und Sa., 13.6.2015, gelang es irakischen Soldaten zusammen mit freiwilligen Volkskräften einen IS-Vorstoß nach al-Karma mittels vier Suizidattentätern in mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugen durch ihre Raketenabwehr zu vereiteln. Auch die irakische Luftwaffe flog etliche Angriffe auf IS-Stützpunkte im NW dieser Stadt. Al-Karma ist nur 48km von Bagdad entfernt und gilt als Haupteinfallstor zur Hauptstadt. Zudem konnte die Kontrolle über sieben Ortschaften in al-Anbâr erkämpft werden. Unter den getöteten Terroristen befanden sich auch sieben ihrer Kommandanten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284441-irak-weitere-7-d%C3%B6rfer-in-provinz-al-anbar-von-is-befreit vom 13.6.2015)
Dutzende IS–Muğâhidîn wurden am Fr., 12.6.2015, nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei einem Angriff der irakischen Armee gemeinsam mit der Bürgerwehr in al-Anbâr getötet und etliche ihrer Fahrzeuge zerstört. Innenminister Muḥammad Sâlim al-Ġabban (Mohammad Salem al-Ghabban) zufolge nehmen an der begonnenen Befreiung dieser Provinz mehr als 3.000 neu rekrutierter Kämpfer teil. Weitere 3.000 Mann sollen hierzu geschult und ausgerüstet werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284400-dutzende-is-mitglieder-in-der-irakischen-provinz-al-anbar-get%C3%B6tet)
Wie sehr sich die hervorstechende iranische Unterstützung des Iraks im Kampf gegen den IS bei letzterem unbeliebt gemacht hat, läßt sich auch an Folgendem ablesen: Der IS-„Statthalter“ von ar-Ramâdî hat per Erlaß, der in sozialen Foren veröffentlicht wurde, Händlern verboten, iranische Produkte in ihren Läden anzubieten. Die auf Lager liegenden Restbestände dürften jedoch noch an Kunden abgegeben werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284084-is-iranische-waren-d%C3%BCrfen-in-ramadi-nicht-verkauft-werden“>http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284084-is-iranische-waren-d%C3%BCrfen-in-ramadi-nicht-verkauft-werden)
Am Mo., 8.6.2015, gab das Verteidigungsministerium bekannt, die von US-Außenminister Kerrry versprochene erste Lieferung von AT-4 Panzerabwehrraketen aus den USA sei eingetroffen. Diese dienten zur Bekämpfung mit mit Sprengstoff beladener Fahrzeuge, die der IS für suizidanschläge eibzusetzen pflege. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284206-irak-erste-lieferung-von-us-panzerabwehrraketen-eingetroffen“>http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284206-irak-erste-lieferung-von-us-panzerabwehrraketen-eingetroffen)
Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Fouad Massoum) hat sich laut as-Sûmariyya News am So., 7.6.2015, nach seinem Treffen mit dem US-Sondergesandten Brett McGurk in Bagdad für die Gründung einer effektiven nationalen Armee ausgesprochen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284157-irakischer-pr%C3%A4sident-spricht-sich-f%C3%BCr-die-gr%C3%BCndung-einer-effektiven-nationalen-armee-aus“>http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284157-irakischer-pr%C3%A4sident-spricht-sich-f%C3%BCr-die-gr%C3%BCndung-einer-effektiven-nationalen-armee-aus)
<p style=“text-align: justify;“>Dem Militär, verstärkt durch Bürgerwehrangehörige, ist am So., 7.6.2015, die <strong>Wiederbefreiung</strong> von <strong>Baiğî </strong> (noch ohne die nahe Öl-Raffinerie!) gelungen. (<a>http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284110-baidji-ist-befreit“>http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284110-baidji-ist-befreit </a>)</p>
<p style=“text-align: justify;“>Am Sa., 6.6.2015, bombardierten Kampfflieger der US-geführten Koalition laut as-Sûmariyya News erneut anstatt IS-Stellungen das Hauptquartier der 1. Division der Volkswehr innerhalb der irakischen Armee im Camp Tariq nahe Fallûğa. Infolgedessen waren sechs Todesopfer und acht Verletzte zu beklagen. Kürzlich wurde sogar ein Wohngebiet in Mossul bombardiert, wobei 11 Zivilisten ihr Leben verloren. Eine ganze Reihe ähnlicher „Unfälle“ führt der Artikel im weiteren auf. (<a>http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940316001210″>http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940316001210</a>)</p>
Ṭâriq (Mîḫâ´îl Yûḥanâ) ʽAzîz, vormals Vizeministerpräsident und Außenminister von chaldäisch-katholischem Bekenntnis unter der säkularen Baʽṯ-Regierung von Staatspräsident Ṣaddâm Ḥussain ist am Fr., 5.6.2015, im Zentralgefängnis [a.A. im Krankenhaus] von an-Nâṣiriyya angeblich an „Krankheit und Altersschwäche“ bzw. an einem Herzinfarkt im Alter von 79 Jahren gestorben, wie der Vizegouverneur von Ḏî Qâr (Zighar) laut as-SûmariyyaNews mitteilte. Beim Einmarsch der US-Armee 2003 stand er an Nr.12 von deren Fahndungsliste und stellte sich ihnen in den ersten Tagen danach. Nach mehrfacher Verurteilung hatte sich schließlich der damalige Präsident Ğalâl Ṭalabānī geweigert, das gegen ʽAzîz 2010 ausgesprochene Todesurteil zu unterzeichnen. Zudem hatten sich der Vatikan und die russische Regierung für sein Leben eingesetzt, weshalb er schließlich eine lebenslange Haftstrafe zu verbüßen hatte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284010-saddams-au%C3%9Fenminister,-tariq-aziz,-gestorben“> http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284010-saddams-au%C3%9Fenminister,-tariq-aziz,-gestorben , http://www.alsumaria.tv/news/136276/%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D9%85%D8%AD%D8%A7%D9%81%D8%B8-%D8%B0%D9%8A-%D9%82%D8%A7%D8%B1-%D9%8A%D8%B9%D9%84%D9%86-%D9%88%D9%81%D8%A7%D8%A9-%D8%B7%D8%A7%D8%B1%D9%82-%D8%B9%D8%B2%D9%8A%D8%B2-%D8%A7%D8%AB/ar“>http://www.alsumaria.tv/news/136276/%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D9%85%D8%AD%D8%A7%D9%81%D8%B8-%D8%B0%D9%8A-%D9%82%D8%A7%D8%B1-%D9%8A%D8%B9%D9%84%D9%86-%D9%88%D9%81%D8%A7%D8%A9-%D8%B7%D8%A7%D8%B1%D9%82-%D8%B9%D8%B2%D9%8A%D8%B2-%D8%A7%D8%AB/ar)
Gemäß Mitteilung des Sprechers des Innenministeriums, des Brigadegenerals Saʽd Maʽn (Saad Maan), seien bei Angrifffen der irakischen Luftwaffe ca. 40 IS-Kämpfer getötet worden, darunter einige Anführer wie der Koordinator für die Ḫurâsân– (Khorassan) –Terrorgruppe, Ibrâhîm al-Kuwaitî (also ein Kuwaiter), Adnân aṣ-Ṣaḥrâwwî (Adnan Al-Sahrawi, dem Namen nach aus der westlichen Sahara-Gegend), Abû Muḥammad al-Ğarzawî (Abu Mohammad Al-Jarzawi), Marwan ar-Râwwî (Marwan Al-Rawi) und Abû Ḥamza al-Kabîsî (Abu Hamza Al-Kabisi). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284024-40-is-terroristen-im-westen-ramadis-get%C3%B6tet“>http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/284024-40-is-terroristen-im-westen-ramadis-get%C3%B6tet)
Bei einem Militäreinsatz soll der angebliche Schwiegersohn von „Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî getötet worden sein. Wie das Mitglied des Stadtrates von Kirkûk, ʽAbdurraḥmânn Saʽd al-ʽUbaidî (Abdulrahman Saad al-Obeidi) am 5.6.2015 mitteilte, hätten Regierungskräfte die Region aṣ-Ṣahârîi
(Al-Saharij) in Ḥawîğa (Hawija) mit Raketen und Artillerie unter Beschuß genommen, wobei Taufîq al-Ḥayâtî (Toufigh Al-Hayati) als IS-„Gouverneur und Muftî“ der Region,getötet worden sei.
Laut dem arabischsprachigen Programm von France 24 kamen am Dienstagmorgen, 2.6.2015, bei einem Suizidanschlag des IS auf den Westen von Sāmarrā` (Samarra) seien 38 irakische Polizisten ums Leben gekommen. An jenem wie am Vortag, Mo., 1.6.2015, waren der Westen dieser Stadt und Tikrît jeweils Schauplatz von Serien-Suizidaktionen gegen Militär- und Sicherheitszentren wie Mitglieder des irakischen Volksheeres al-Ḥašd aš-Šaʽbî. Am Montag wurden bei einem solchen Angriff auf ein Gebäude, in dem Munition gelagert wurde, über 80 Polizei- und Sicherheitskräfte im Süden von Sāmarrā` getötet bzw. verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283834-irak-bei-selbstmordanschlag-der-terrormiliz-is-auf-samarra-38-polizisten-get%C3%B6tet“>http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283834-irak-bei-selbstmordanschlag-der-terrormiliz-is-auf-samarra-38-polizisten-get%C3%B6tet)
Wie der al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Befehlshaber ʽAlî al-Musawwî am So., 31.5.2015, im Interview mit IRNA berichten konnte, konnten irakische Sicherheitskräfte, unterstützt durch das Volksheer, zwei Regionen (an-Nabai, al-Lain) westlich der Bagdad – Tikrit – Route von den IS-Terroisten befreien und einige davon gefangennehmen. Dabei habe die US-geführte Koalition keinerlei Rolle gespielt, betonte er. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283755-irakische-streitkr%C3%A4fte-vertreiben-is-terroristen-westlich-der-bagdad-%E2%80%93-tikrit-route )
In der u.e. Phase 2 der Rückeroberungsoperation gelang es Sicherheitskräften am Sa., 30.5.2015, in der Provinz al-Anbâr im Westen von ar-Ramâdî 170 irakische Soldaten im Raum al-Muṯannâ (Al-Musanna) aus den Händen der IS-Terroristen zu befreien. Nach den kämpfen seien die restlichen IS- Muğâhidîn geflohen. Dank des Einsatzes der irakischenLuftwaffe seien unter 20 getöteten IS-Angehörigen auch einige lokale Kommandanten gewesen.
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî hob am Sa., 30.5.2015, abends erneut die Hilfen des Irans im Abwehrkampf gegen den IS im Land hervor. Trotz der Einwände mancher sunnitischer Politiker werde die freiwillige šîʽitische Bürgerwehr in al-Anbâr eingesetzt, die schon Heldenhaftes geleistet habe. Diese Bürgerwehr wurde 2014 in Nağaf (Nadjaf) durch eine Ğihâd-fatwâ der obersten Rechtsführung gegründet. Al-ʽAbâdî hob – wie die Regierungsmitglieder in Syrien – hervor, daß der Terrorismus nicht vor den Landesgrenzen halt mache und man daher nicht nur das eigene Land sondern auch jene der Region im Counterterrorismus schütze. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283716-al-abadi-iran-hilft-im-kampf-gegen-den-is)
Wie ein Mitglied des Provinzrates von al-Anbâr am Sa., 30.5.2015, mitteilte, seien beim IS-Angriff auf vier Städte der Provinz vor einer Woche ca. 400 Kinder verschleppt worden, wohl um sie für IS-einsätze auszubilden. Auch der Polizeichef der Provinz Diyâlâ gab bekannt, daß ebenfalls etwa 100 Kinder aus seiner Provinz von den IS-Muğâhidîn entführt worden seien.(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283704-is-entf%C3%BChrt-500-irakische-kinder)
Im Interview mit der kuwaitischen Nachrichtenzentrale al-ĞarîdakritisierteAußenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî am Fr., 29.5.2015, am Vorgehen der USA: Die militärischen Unterstützungen der USA decken in keiner Weise die wahren Bedürfnisse Iraks und entsprechen überhaupt nicht dem Umfang der Gefahr, der der Irak ausgesetzt ist. Dies ist ganz offensichtlich und man braucht dafür gar nicht genau hinzusehen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283641-irakischer-au%C3%9Fenminister-kritisiert-die-vorgehensweise-der-us-armee).
Am Di., 26.5.2015 begann unter Mitwirkung von Nomadenstämmen und der Polizei in den Provinzen al-Anbâr und Ṣalâḥuddîn die erste Phase zur Rückeroberung der restlichen Regionen. Dabei wurden schon 90 Soldaten aus der Umzingelung des IS befreit, berichtete die Öffentlichkeitsabteilung des Volksheeres. Beim bislang größten Einsatz hat das Volksheer (al-Ḥašd aš-Šaʽbî ) in der Provinz Ṣalâḥuddîn am Do., 28.5.2015, die zweite Phase gestartet, die Einkreisung der Muğâhidîn dauere im Westen von ad-Dağil (al-Dajil) und al-Balad nich an, während die Schutzvorrichtungen der IS-Terroristen in dieser Region bereits zerstört seien Im Norden von ar-Ramâdî seien inzwischen die aṯ- Ṯarṯâr-Stauanlagen vom Feind befreit, wie Hâdî al-ʽÂmirî (Hadi al-Ameri), Chef der Badr-Organisation, am Donnerstag laut as-Sûmariyya News melden konnte. (http://www.sana.sy/?p=219744″> http://www.sana.sy/?p=219744 vom 27.5.2015, s.a. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283580-irakisches-volksheer-hat-is-terroristen-in-weitem-umkreis-umzingelt“> http://www.sana.sy/?p=219744 vom 29.5.2015)
In Bagdad kamen bei zwei Suizidattentaten mittels Autobomben vor den Luxushotels Sheraton und Babylon 10 Menschen zu Tode, 30 weitere wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283572-irak-mindestens-10-tote-bei-bombenanschl%C3%A4gen-vor-zwei-luxushotel“> http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283572-irak-mindestens-10-tote-bei-bombenanschl%C3%A4gen-vor-zwei-luxushotel )
Gemäß Donnerstagsausgabe von as-Sûmariyya News hat der UN-Sicherheitsrat in einem ersten Bericht zum IS angegeben, daß sich inzwischen 30.000 Personen aus 100 Ländern dem IS angeschlossen hättn und in Ländern wie dem Irak und Syrien kämpften. Allein in den vergangenen neun Monaten habe der IS einen Zuwachs von 70% zu verzeichnen gehabt. Wie Mitglieder der syrischen Regierung schon wiederholt gewarnt hatten, mache des Takfîr-Terrorismus nicht an den grenzen Syriens oder des Iraks halt. Daher zeigte sich der UN-Sicherheitsrat besorgt über die zunehmende geografische Ausbreitung des Extremismus auf der Welt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283582-un-sicherheitsrat-30-000-terroristen-aus-100-l%C3%A4ndern-haben-sich-dem-is-angeschlossen“> http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283582-un-sicherheitsrat-30-000-terroristen-aus-100-l%C3%A4ndern-haben-sich-dem-is-angeschlossen)
Am Do., 28.5.2015 hat das irakische Parlament hat nun auch den Gouverneur der Provinz Nînawâ (Ninive) seines Amtes enthoben mit der Begründung, er habe im Juni 2014 die Provinzhauptstadt Mossul ohne jeglichen Widerstand dem IS übergeben und sei dann in die irakische Kurdenregion geflüchtet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283565-gouverneur-von-ninive-vom-amt-suspendiert“> http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283565-gouverneur-von-ninive-vom-amt-suspendiert )
Laut Mitteilung der Gesundheitsministerin ʽAdila Ḥamûd vom 28.5.2015 in Bagdad sind in Tikrît aus vier entdeckten Massengräbern ca. 470 Leichen geborgen worden, welche derzeit unter Mithilfe von internationalen Experten darunter Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) untersucht würden, Sie stammen wohl von einem IS-Massaker im Sommer 2014.
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283550-470-leichen-aus-is-massengr%C3%A4bern-in-tikrit-geborgen“> http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283550-470-leichen-aus-is-massengr%C3%A4bern-in-tikrit-geborgen )
Gemäß UNO-Angaben sind bereits 25.000 Einwohner von ar-Ramâdî auf der Flucht, viele in Richtung Bagdad. Wie OCHA, die Regionalstelle des UN-Nothilfebüros, mitteilt, sind Tausende zuvor schon geflohen und inzwischen wieder nach Hause zurückgekehrt, um jetzt erneut zu flüchten. Die UN wie andere Hilfsinstitutionen hätten mit der Bereitstellung von Nahrungsmitteln, Medikamenten, Wasser und dem Aufbau provisorischer Lager begonnen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282982-uno-25-tausend-iraker-verlie%C3%9Fen-ramadi-aus-angst-vor-is)
Der Iran hege laut seinem Verteidigungsminister, Brigadegeneral Ḥussain Dahqân (Hossein Dehghan) Zweifel an den US-Aussagen hinsichtlich der Bekämpfung des IS, wie IRNA berichtet. Beim Treffen mit Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Fuad Masum) am Di., 19.5.2015, in Bagdad wies er darauf hin, dies zeige schon die Verzögerung der Unterstützung für die Iraker durch die USA und ihre Verbündeten im Kampf gegen diese Terrorgruppe. Andererseits habe die IR Iran habe bei ihren Hilfen für das Land immer die Unterstützung der rechtmäßigen Regierung und des irakischen Volkes im Auge gehabt, ohne Zuordnung dessen zu bestimmten politischen oder ethnischen Gruppen, und ebenso die Einheit des Landes. Der Iran sei daher gegen jegliche Teilungspläne, gleich von wem sie kämen und er werde nicht zögern, bei der Verhinderung dieser Pläne zu helfen.(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/283013-irans-verteidigungsminister-iran-zweifelt-an-wahrer-absicht-der-bek%C3%A4mpfung-des-is-durch-die-usa)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar Al-Abadi) hat nach Einnahme von ar-Ramâdî durch den IS auch šîʽitische Milizen um Hilfe gebeten, von denen bereits auf einem Militärstützpunkt nahe dieser Provinzhauptstadt ca. 3.000 Kämpfer zusammengekommen, teilte der Provinzrat am Mo., 18.5.2015, mit. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282967-irak-massenflucht-aus-ramadi)
Infolge der neuesten Gebietsgewinne des IS haben die Bataillone der irakischen Ḥizbullâh am So., 17.5.2015, offiziell erklärt, alle ihre Kräfte in al-Anbâr in Bereitschaft zu versetzen und diese aufgefordert, ihre Standorte insbesondere in ar-Ramâdî aufzusuchen. Am Sonntagabend hatte das Parlament in einer Sondersitzung ebenfalls beschlossen, die Volksverteidigungskräfte, al-Ḥašd aš-Šaʽbî (Hashd al-Shaabi), zur Rückeroberung bereitzuhalten. ( http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282923-irakische-hisbollah-in-bereit-schaft-versetzt)
Nach dem IS-Einfall sind 503 Bürger von ar-Ramâdî, darunter zahlreiche Polizisten und Zivilisten, ermordet worden. Viele Einwohner versuchen zu fliehen. Von Lautsprechern der Moscheen ließ der IS seinen Sieg über die Stadt verkündeten. Derzeit liefern sich Armee, Stammenmitglieder und Freiwillige wie Bürgerwehr heftige Kämpfe mit den IS-Muğâhidîn im Stadtzentrum. Zudem würden Luftangriffe geflogen. Auch Fallûğa stehe unter IS-Kontrolle, wie an-Našra berichtete.
Zwei Regionen in der Stadt Baiğî seien wieder befreit und die Verbindungswege der IS-Muğâhidîn zur Raffinerie unterbrochen, meldet e an-Našra am Sa., 16.5.2015. Auch die Straße zwischen jener Stadt und Tikrît , welche dem IS zur Versorgung seiner Männern in der Raffinerie mit Munition und Waffen diente, sei unter Armeekontrolle. ( http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282851-fortschritte-der-irakischen-armee-in-baidji)
Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî verkündete nach dem IS-Einfall in ar-Ramâdî beim Treffen mit Armeebefehlshabern und führenden Sicherheitskräften, verstärkt gegen den IS vorzugehen und die eingenommenen Areale schnellstens zu befreien. ( http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282823-is-behauptet-in-al-ramadi-als-sieger-hervorgegangen-zu-sein)
Wie die arabische Ausgabe von Sky News berichtet, sind in Ortsteilen von ar-Ramâdî am 15.5.2015 aufgrund der Detonation von fünf durch den IS angebrachten Autobomben und in anschließenden Gefechten 50 irakische Polizisten getötet worden. Die Stadt selbst war zunächst durch IS-Muğâhidînabgeriegelt worden, so daß keine Lebensmittel, Medikamente oder Wasser dorthin gelangen konnten. Darauf startete der IS am 14. Mai eine Offensive auf die Stadt und brachte nahezu die ganze Stadt unter seine Kontrolle, weshalb auf dem Rathaus nun die scharze IS-Flagge weht. Die Verantwortlichen der Provinz al-Anbar hätten zuvor vor dem Fall von Teilen der Provinz gewarnt.( http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282796-50-irakische-polizisten-vom-is-in-al-anbar-get%C3%B6tet)
In Tal ʽAfar, woher er auch stammt, ist nach einer Eilmeldung des Fernsehsender al-Araghiya vom 13.5.2015, der den Verteidigungsminister zitiert, der ursprünglich zweite Mann beim IS und nach der Todesmeldung von von „Kalîf‘“Abû Bakr al-Baġdâdî (vgl.u.) Nachfolger desselben, Abû ʽAlâ`al-ʽAfrî getötet worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282671-iraks-verteidigungsmisterium-zweitwichtigster-mann-des-is-get%C3%B6tet)
Hâdî al-ʽÂmirî (Hadi Al-Ameri), Chef der Badr-Brigade wie der irakischen Volkswehr, verkündete am Di., 12.5.2015, im Interview mit al-Manâr, Armee und Volkswehr hätten nun die Provinz Ṣalāḥu_d-Dīn vom IS befreit. Die geflohenen Bürger könnten zurückkehren. Zudem habe man das Ölfeld ʽAğîl im Osten der Provinzhauptstadt Tikrît zurückerobert.
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282590-volle-befreiung-der-provinz-salaheddin-im-irak)
In al-Baṣra (Basra im Irak) protestierten am So., 10.5.2015, tausende gegen die durch Beschluß des US-Kongresses (vgl.u.) geforderte Dreiteilung des Iraks, indem sie diesen als klare Einmischung in die internen Angelegenheiten ihres Landes und Mißachtung der internationalen Konventionen brandmarkten. So erklärte z.B. Daġar al-Mûsauwî (Daghar al-Moussavi), ein politischer Aktivist in der gleichnamigen Provinz, das irakische Volk seit gegen die Teilung Iraks, die Iraker wollten einen einheitlichen Irak. Auch derVertreter der sunnitischen Gemeinde im Süden des Landes [die dort einen eigenen Staat erhalten sollte], Rafîʽ aš-Šarîfî (Rafi al-Sharifi) erklärte, die USAwollten den Irak in ein sunnitisches, šîʽitisches (schiitisches) und kurdisches Land aufteilen, doch das Volk werde sich dieser Intrige nicht beugen. Israel, Saudi-Arabien, Qaṭar und alle, die diesen Plan unterstützten, würden daran scheitern. Seit Bekanntwerden des o.e. Gesetzesentwurfs des US-Kongresses, am 29. April sind verschiedene Regionen des Iraks zum Schauplatz derartiger Protestaktionen geworden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282530-iraker-demonstrierten-gegen-amerikanische-aufteilungspl%C3%A4ne-ihres-landes)
Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm hat laut Mehrnews unter Berufung auf an-Našra vor seinem Besuch im Iran klargestellt, die Hilfen jenes Landes im Kampf gegen IS-Terroristen seien eine wichtige Unterstützung und bedeuteten keine Einmischung in die internen Angelegenheiten. Beim Treffen in Teheran gebe es einiges in puncto Zusammenarbeit zu besprechen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282487-foad-maasum-iranische-hilfen-an-irak-bedeuten-nicht-einmischung)
Fünf Sicherheitskräfte kamen am So., 10.5.2015, bei einem Suizidattentat auf eine Polizeistation in der Ortschaft Taremiyye [Taramiyya], 50 km nördlich von Bagdad, ums Leben, weiter fünf wurden verletzt. Auch bei der Detonation einer Autobombe im Bazar von at-Tâğî (Taji) 20km nordöstlich der Hauptstadt wurden dret Zivilisten getötet, acht verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282501-acht-tote-bei-terroranschl%C3%A4gen-im-irak)
Am Sa., 9.5.2015, wurden bei einem Autobombenanschlag auf šîʽitische Pilger in Bagdad sieben Personen getötet und 20 verletzte. Zudem haben IS-Anhänger 76 Einwohner von Mossul, die seit Monaten in der al-Ghazlani [al-Ġazlânî] Garnison gefangen gehalten worden sind, getötet. Außerdem hat der IS das Polizeirevier von Diyâlâ angegriffen und 40 Inhaftierte daraus entführt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282429-27-tote-und-verletzte-bei-explosion-in-bagdad)
Zu mehrerenBombenanschlägen kam es am 7.5.2015 , nachdem der IS in letzter Zeit einige Niederlagen hatte hinnehmen müssen. In Tikrît wurden dabei dutzende Polizisten getötet, zwei Autobombendetonationen hinterließen im Gebiet der Ḥamrîn-Anhöhen 52 tote Polizeikräfte und fünf getötete Offiziere sowie 20 teils schwer Verletzte. Nahe der ʽAğîl-Ölfelder wurden durch eine Autobombe einige Zivilisten verwundet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282335-dutzende-irakische-polizisten-in-tikrit-get%C3%B6tet vom 7.5.2015)
Im ehemaligen Ninava International Hotel in Mossul, welches 2014 nach Eindringen der IS- Muğâhidîn geschlossen worden war, wurde nun nach Renovierung eröffnet als Luxusherberge für anreisende IS-Kommandanten aus den umliegenden Gebieten unter dem neuen Namen „Wariṯîn“ (d.h. den [beiden] Erben). Zum mit Marmor ausgestatteten Areal gehören auch Tennisplätze, Swimmingpool und andere Annehmlichkeiten. (http://de.sputniknews.com/panorama/20150506/302209068.html)
Erneut haben Kampfjets der US-geführten Koalition Stellungen der irakischen Volkswehr nahe Bagdad beschossen und dabei einige der freilligen Kämpfer gegen den IS getötet. Zudem wurde eine Produktionsstätte für Waffen der Volkswehr, die gerade einen Workshop abhielt, getroffen. Diese wie die gesamte gelagerte Munition wurde dabei zerstört. Eine Aufzählung weiterer solcher Fälle von friendly fire der letzten Zeit folgt im ursprünglichen Artikel. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940214001224)
Bei einer Autobombenexplosion in Bagdad kamen laut as-Sûmariyya News am Mittag des Di., 5.5.2015, bislang drei Menschen ums Leben, neun weitere wurden verwundet, auch eine weitere Detonation führte zum Tod von zwei Familienmitgliedern, ein weiteres wurde verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282230-autobombenexplosion-im-zentrum-von-bagdad)
Verteidigungsminister Ḫālid al-ʽUbaidî (Khaled Al –Obeidi) kritisierteArabi Press am Di., 5.5.2015, beim Treffen mit dem Geschäftsträger der US-Botschaft in Bagdad, Jonathan Arcohen, den Plan des US-Kongresses zur Bewaffnung der irakischen Kurden und Sunniten, ohne Genehmigung der Zentralregierung. Dieser Schritt geht in die selbe Richtung wie zuvor schon Forderung des Streitkräfteausschusses des US-Kongresses nach einer Dreiteilung des Iraks (vgl.u., 27.4.2015), welche im Land auf deutliche Ablehung gestoßen war. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282214-irakischer-verteidigungsminister-gegen-us-plan-zur-bewaffnung-der-kurden-und-sunniten)
Am So., 3.5.2015, vereinbarten die iranische und die irakische Regierung eine verstärkte Überwachung der gemeinsamen Grenze zur Bekämpfung des Terrorismus (des IS). Der unterzeichnende iranische Kommandeur der Grenztruppen von Qaṣr Širîn (Ghasr-e-Schirin), Rasul [Rasûl] Parandin, maß einem hartem Vorgehen gegen Schmuggel von Waffen, Munition und alkoholischen Getränken eine große Bedeutung zu. Dem irakischen Part, dem Leiter der irakischen Grenzbehörde Ghafur Nasur Mansur [Ġafûr Naṣur Manṣûr] war die Kooperation besonders wichtig. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282107-iran-und-irak-unterzeichnen-vereinbarung-%C3%BCber-gemeinsame-grenzkontrollen)
Im Telefonat mit US-Vizepräsident Joe Biden hat Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî laut al-Furât news über die Entwicklungen im Irak und die Verpflichtung der US-Regierung zur Nichteinmischung im Land gesprochen. Dabei erklärte er dem am 27. 4.2015 veröffentlichten Haushaltsplan Streitkräfteausschusses des US-Kongresses, der die Anerkennung einer Dreiteilung des Iraks in ein šîʽitisches, ein sunnitisches und ein kurdisches Land fordert, eine klare Absage erteilt. Der Ministerpräsident nannte dieses Vorgehen des US-Kongresess eine ernste Gefahr für die irakische Einheit. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/282075-al-abadi-lehnt-us-kongressplan-zur-aufteilung-iraks-ab) – In gleicher Weise hat ʽAmmâr al-Ḥakîm (Ammar Al-Hakim), Vorsitzender des „Hohen Islamischen Rats im Irak“, die o.e. Entscheidung des US-Kongresses hinsichtlich der Dreiteilung des Iraks gemäß al-Manâr als deutliche Einmischung in die internen Angelegenheiten des Landes gewertet. Der US-Kongreß beabsichtige damit Zwietracht unter Irakern zu säen. Doch trotz derseit über 13 Jahre dauernden Sanktionen gegen das Land und seiner Abrieglung habe sich das Volk für den Zusammenhalt entschieden. Die Zusammenarbeit mit den USA geschehe über die Regierung und nicht über den Kongreß und andere Institutionen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282067-amar-hakim-falsche-entscheidung-des-us-kongresses-ist-offensichtliche-einmischung-im-irak) – Näheres zum Plan der Dreiteilung des Iraks: Imagining a Remapped Middle East von Robin Wright in: The New York Times Sunday Review, vom 28.9.2013 und http://www.voltairenet.org/article185673.html vom 21.10.2014.
In der Nacht zum 3.5.2015 forderte eine Autobombeelf Todesopfer und 66 Verletzte im Stadtteil al-Karâda (El-Kerade) in Bagdad. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282065-explosion-in-bagdad-70-tote-und-verletzte)
Laut The Mirror-Meldung vom 2.5.2015 haben IS-Terroristen Augenzeugen zufolge in der Provinz Nînawâ (Ninive) zwei Personen öffentlich hingerichtet, indem ihnen mit zwei Blocksteinen der Schädel zermalmt wurde. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282036-is-terroristen-haben-weitere-menschen-hingerichtet)
Unbestätigten Berichten zufolge sollen am Fr., 1.5.2015, nahe Mossul mehr als 300 Yasiden durch IS-Muğâhidînermordet, meldete die irakische Nachrichtenseite aš-Šafak unter Berufung auf die yasidische Fortschrittspartei. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/282058-is-soll-%C3%BCber-300-jesiden-get%C3%B6tet-haben)
Nach Meldung des Nachrichtenportal “ BasNews“ haben IS-Anhänger die historische assyrische Kirche in Baʽšiqa (Bashika) zunächst ausgeplündert und dann per Plastiksprengstoff in die Luft gejagt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281954-is-terroristen-zerst%C3%B6rten-ein-weiteres-assyrisches-gotteshaus)
Abû Bakr al-Baġdâdî (Abu Bakr al-Baghdad, alias Simon Elliot), der selbsterklärt Kalif des IS ist tot, melden übereinstimmend Tageszeitung wie News-Channel al-Ġad-Press und die irakische Nachrichtenagentur al-Yaum aṯ-Ṯâmin und auch irakische Quellen aus Mossul und Bagdad. Zudem habe Hispan TV am 25.4.2015 den Tod des IS-Anführers bestätigt.
Nach erstgenannten Quellen die dieser in einem israelischen Krankenhaus auf den besetzten Golanhöhen nach schwerer Verwundung zur Behandlung eingeliefert und schließlich für „klinisch tot“ erklärt worden. Die schwerwiegenden Verletzungen hatte er sich bereits bei einem Angriff der irakischen Luftwaffe am 18.3.2015 im Distrikt al-Baʽğ (l-Baaj) in der Provinz Nînawâ (Ninive) nahe der Grenze zu Syrien, zugezogen. Auch der Guardian hatte am 21.3.2015 von einer lebensgefährlichen Verwundung des IS-Anführers geschrieben. Zudem informierte Hisham al-Hashimi, ein irakischer Beamter und Berater der Regierung bzgl. des IS: „es, he was wounded in al-Baaj near the village of Umm al-Rous on 18 March with a group that was with him.” Aufgrund der Erfahrungen nach seiner ersten lebensgefährlichen Verwundung vor einem Jahr hatte der „Kalif“ für einen neuerlichen derartigen Vorfall vorgesorgt und etliche Videos von sich aufnehmen lassen, die nach dann als „Lebensbeweis“ gezeigt werden konnten, um in der Zwischenzeit einen geeigneten Nachfolger benennen und schließlich vorstellen zu können, meldetal-Yaum aṯ-Ṯâmin unter Berufung auf Geheimdienstquellen. Man habe sich dann in Bagdad auf Abdul Rahman al-Sheijlar [ʽAbdurraḥmân aš-Šaiğlar], alias Abu Ala Afri, geeinigt, dem auch schon im Irak als Nachfolger gehuldigt worden sei. Doch gebe es nun Krach mit den IS-Muğâhidûîn in Syrien, die mit diesem neuen Chef nicht einverstanden seien. (s. www.english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940206001017, http://www.veteranstoday.com/2015/04/27/isis-leader-al-baghdadi-dies-in-israeli-hospital/, https://syrianfreepress.wordpress.com/?p=45293) – Die syrische Regierung hatte sich schon wiederholt darüber beschwert, daß in israelischen Kliniken Muğâhidûn behandelt und wieder zurück aufs Schlachtfeld geschickt würden (zu Beispielen vgl.u.).
Bei Bombenanschlägen in Bezirken von Bagdad kamen am Donnerstagnachmittag, 30.4.2015, mindestens 17 Menschen zu Tode, vier Personen starben bei einer Bombenexplosion auf der Geschäftsstraße in al-Ḥuriya (al-Hurriah), drei in der Region Talbiya, zwei Zivilisten in der Region Ur und fünf im Bezirk Iskan. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281975-bombenexplosion-in-bagdad-fordert-mindestens-17-opfer)
Infolge der Detonation einer Autobombe im belebten Geschäftsviertel Bagdads kamen am Mo., 27.4.2015 sieben Personen zu Tode, 16 wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281794-irak-sieben-tote-und-16-verletzte-bei-autobombenanschlag-in-bagdad)
Bei einer Autobombenexplosion an einem Versammlungsort von Arbeitern in Bagdad hatte laut Sky News am 26.4.2015, drei Tote und zehn Verletzte zur Folge. Zudem steckte eine IS-Einheit das Öllager Raffinerie von Baidji in Brand. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281700-3-tote-bei-explosion-in-bagdad vom 26.4.2015)
In der Kurdenregion konnten 52 Yaziden aus der Hand des IS befreit werden. Seit dem 20.4.2015 seien es damit 1508 befreite Geiseln dieser ethnischen Gruppe, wie der Direktor für Jesidenangelegenheiten der autonomen Kurdenregion des Iraks, Ḫairî Bûzânî (?, Kheiri Buzani) mitteilte. Derzeit befänden sich noch an die 3.000 Menschn in IS-Gewalt. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/281730-52-vom-is-entf%C3%BChrten-jesiden-befreit)
Laut einer Reuters-Meldung stürmten IS-Muğâhidûn am späten Freitagabend, 24.4.2015, den Damm am Ṯarṯâr –Stausee (Tharthar) in der Provinz al-Anbâr und nahmen ihn wie dazu gehörige Stützpunkte ein. Die irakische Regierung hatte für diesen Monat Operationen zur Rückeroberung einiger vom IS unterworfener Gebiete angekündigt. Darauf reagierten die IS-Extremisten mit einem Angriff auf ar-Ramâdî, wobei Tausende an Familien obdachlos wurden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281670-reuters-is-bringt-teile-eines-wasserstaudamms-unter-seine-kontrolle)
Bei einem Anschlag mittels dreier Autobomben an der irakisch-jordanischen Grenze beim einzigen in der Wüste gelegenen Übergang al-Karâma (Karameh, Tarbil) am 25.4.2015 kamen 11 Soldaten ums Leben, wie General Saʽd Maʽn mitteilte. Daraufhin schloß Jordanien seine Grenze zum Irak. Zudem versuchten IS-Muğâhidûn einen ähnlichen Anschlag mit vier mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugen am Stützpunkt Maqar an-Naʽm, der insofern abgewehrt werden konnte, als nur in einem Fahrzeug der Sprengstoff detonierte, wodurch sieben Grenzpolizisten verletzt wurden. – Maqar an-Naʽm befindet sich in der Wüste, wo die Grenzen des Irak, Jordaniens und saudi-Arabiens aneinanderstoßen.
(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281671-explosion-von-drei-autobomben-an-der-irakisch-jordanischen-grenze und http://german.irib.ir/nachrichten/item/281694-erfolgloser-selbstmordanschlag-der-is-an-grenze-zwischen-irak-und-saudi-arabien)
Bei der Belagerung eines Armeestützpunkt im NO von Fallûğa durch den IS seit dem Morgen des Fr., 24.4.2015, kamen viele irakische Soldaten ums Leben, darunter auch General Ḥassan ʽAbbâs (Hassan Abbas), einige weitere wurden entführt. Die Auseinandersetzungen hätten einige Stunden gedauert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281641-hochrangiger-irakischer-offizier-in-al-anbar-get%C3%B6tet)
Wie das UN-Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten, OCHA am Do., 23.4.2015, mitteilen ließ, habe die Zahl der Flüchtlinge in der Provinzhauptstadt ar-Ramâdî die 100.000 Grenze erreicht. Zudem seien seit Januar 2014 bei Beginn der IS-Gewalttaten über 2,7 Millionen irakischer Bürger obdachlos geworden . (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281583-uno-100-000-fl%C3%BCchtlinge-in-der-irakischen-stadt-ramadi)
Der Polizeichef der Provinz Ṣalāḥ ad-Dīn, Ḥassan ʽAbdurraḥmân (Hasan Abdurrahman), informierte über ein Suizidattentat im Zentrum von Sāmarrā` (Samarra) an einer Gruppe šîʽitischer Pilger: „Nachdem die Gruppe aus dem Süden Iraks (überwiegend von Schiiten bewohnt) ihre ‚Pilgerreise‘ in die Grabstätte Imam Ali al-Hadis (s.a) im Mausoleum der beiden Askaris in Samarra abgeschlossen hatte und auf dem Heimweg war, stieg ein Selbstmordattentäter mit in den Bus ein. Als der Busfahrer die Fahrt antrat und durch die städtischen Hauptstraßen auf die Autobahn rollte, zündete der Attentäter, noch während der Bus im Zentrum der Stadt war, die Bombe unter seiner Kleidung und riss acht Menschen mit in den Tod. 15 weitere Personen seien schwer verletzt worden“. Sicherheitskräfte vermuten den IS hinter dem Anschlag. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281553-irak-tote-und-verletzte-bei-einem-selbstmordattentat-in-samarra)
Ein Mitglied der Freiwilligen-Verbände, Ḥâšid Šaʽbî (Hashid Shaabi), fand nach Meldung von al-Mayâdîn am Do., 23.4.2015, in der Stadt al-Karma im vom IS rückeroberten Gebiet von al-Anbâr in einer entdeckten IS-StellungWaffen aus israelischer Produktion. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940203000555)
Im Zâb (Zab), einer Region westlich von Kirkûk hat der IS vergangene Woche 34 Geiseln, Polizisten, Regierungsangestellte und Mitglieder des lokalen Rates, hinrichten lassen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281503-irak-is-richtet-34-menschen-in-kirkuk-hin)
Während des Treffen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York am 22.4.2015 forderte Außenminister Ibrâhîm Ğaʽfarî von der UNO eine stärkere Unterstützung beim Kampf gegen Terrorismus. – Zudem wurde am selben Tag von einer Autobombenexplosion nahe einer Autowerkstatt östlich von Bagdad berichtet. Sieben Menschen wurden dabei getötet, 16 weitere verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281517-iraks-au%C3%9Fenminister-fordert-die-uno-zu-einem-gr%C3%B6%C3%9Feren-engagement-in-der-nahostkrise-auf)
Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Treffen zwischen Recep Tayyib Erdoğan mit dem zu Gast in der Türkei weilenden irakischen Ministerpräsidenten äußerte ersterer u.a., man beabsichtige das beiderseitige Handelsvolumen von bislang 11,1 Milliarden US-$ anzuheben. Die Woche zuvor hatte in Istanbul die Konferenz „Investition im Irak“ stattgefunden. Fu`âd Maʽṣûm (Fuad Masum) würdigte seinerseits die Fortschritte der Türkei in den vergangenen Jahren mit den Worten: „Das irakische Volk bewundert die Erfolge und Fortschritte der Türkei in Politik, Wirtschaft und in anderen Bereichen. Daher müssen wir die eigentliche Rolle des Gründers der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk erwähnen.“ ((http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281511-t%C3%BCrkei-und-irak-wollen-ihre-wirtschaftsbeziehungen-ausbauen vom 22.4.2015)
Wie as-Sûmariyya News berichtet, hat der Sprecher der irakischen Terrorbekämpfungsorganisation mitgeteilt: „Den irakischen Streitkräften gelang es mit Unterstützung der Bürgerwehr, bei einem Einsatz, bei dem hunderte Terroristen getötet wurden, die Kontrolle über die meisten Bezirke der Stadt zu übernehmen.“ Am Di., 21.4.2015, hatte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî angesichts dessen geäußert: „Die Bevölkerung bekämpft standhaft die IS, wo sie auch immer sein mögen.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281490-irakischer-ministerpr%C3%A4sident-al-ramadi-ist-unter-kontrolle-der-irakischen-streitkr%C3%A4fte)
Michele Coulombe, der Chef der kanadischen GeheimdienstbehördeCSIS, zeigte sich vor dem Senat seines Landes besorgt darüber, daß die Zahl der Kanadier, die sich dem IS angeschlossem hätten, um 50% angestiegen sei. Damit habe sich die Bedrohung der nationalen Sicherheit enorm gesteigert.( http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/281465-50-prozent-mehr-kanadier-bei-is)
Der iranische Generalstabschef Sayyid Ḥassan Fairûzâbâdî (Hassan Firouzabadi) hat am Sa., 18,4,2015, nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars bekannt gegeben: „Wir haben Angaben über regelmäßige Landungen und Starts amerikanischer Flugzeuge von den Flughäfen, die vom IS kontrolliert werden“. Die USA „beliefern den Islamischen Staat mit Waffen, Geld und Lebensmittel, behaupten dann, dass das aus Versehen getan worden sei.“ Weiter klagte der die USA an, „nur in Worten gegen den IS zu kämpfen“. Und setzte dem gegenüber: „Aber in der Tat sehen wir das Gegenteil.“ S o sei der IS bereits zur „bestbezahlten Kampfbande“ der Welt gemacht worden. (http://de.sputniknews.com/politik/20150419/301977785.html). Er schloß daher: „Die Amerikaner behaupten, dass sie sich dem IS entgegenstellen wollen (…) Sie beteuern, dass sie zur Gründung des IS keineswegs beigetragen haben. Falls sie dabei ehrlich sind, so sind sie in der Lage, diese Terrorgruppe leicht zu bekämpfen. Und wir hoffen, dass die US- und die britische Regie-rung gegen den IS kämpfen werden, zumindest um ihrer eigenen Völker willen“. Auch Franz Klinzewitsch, Mitglied des Duma-Ausschusses für Verteidigung und Vizechef der Fraktion von „Geeintes Russland“, äußerte zur Thematik gemäß der Agentur Tass, es scheine nur ein Mythos zu sein, daß der „Islamische Staat“ (IS) für die USA der Hauptfeind sei. Er schließ nicht aus, daß die regierung in Washington die Terrorgruppe für etwas brauche. Wörtlich bemerkte er: „Es entsteht der Eindruck, dass man in Washington den ‚Islamischen Staat‘ sozusagen als Reserve bewahrt – für den Fall, dass er für irgendwelche Ziele nützlich wird. Deshalb füttert man ihn heimlich – darunter auch mit Waffen“ und fuhr fort: „Genauso haben die Amerikaner in den 1970er Jahren die Mudschaheddin ‚aufgezogen‘. Das Flirten mit dem ‚Islamischen Staat‘ ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich die USA um den Rest der Welt kaum kümmern“. (http://de.sputniknews.com/politik/20150420/301987175.html) – Ähnliche Beschuldigungen waren schon Gegenstand von Erhebungen im irakischen Parlament, bei denen auf Augenzeugenberichte (vgl.u.) etc. Rekurs genommen wurde (vgl.u.)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî rief anläßlich der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Asien-Afrika-Konferenz in Jakarta am So., 19.4.2015, das Gastgeberland Indonesien dazu auf, sich der internationalen Antiterrorkoalition [d.i. die in der UN-Resolution geforderte, nicht die durch die US-Regierung ohne UN-Mandat erstellte] anzuschließen. Wörtlich erklärte er: „Wir erwarten, dass sich Indonesien auch der internationalen Antiterrorkoalition anschließt. Derzeit kämpfen China, Iran und andere Staaten gegen diese Terrorgruppe.“ Der Irak brauche, wie die staatliche indonesische Nachrichtenagentur Antara berichtete, im Kampf gegen den IS dringend Hilfe im Militär– und Sicherheitsbereich, aber auch Informationen [d.i. wohl geheimdienstliche] und humanitäre Unterstützung. Schon wegen der ca. zwei millionen Flüchtlinge im Land sei der Irak an einer erweiterten Wirtschaftskooperation mit Indonesien interessiert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281338-irakischer-au%C3%9Fenminister-fordert-beteiligung-indonesiens-an-der-antiterror-koalition)
Am So., 19.4.2015, stellte der IS neben anderen ein Video ins Netz, welches die „Hinrichtung“ von Gefangenen aus Syrien, dem Irak, aus Großbritannien , den USA u.a. zeigt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281333-is-richtet-28-christliche-b%C3%BCrger-%C3%A4thiopiens-in-libyen-hin)
Die Armee hat über weiter zwei Ölraffinerien in Kirkûk die Kontrolle wiedererlangt (http://www.sana.sy/%D8%A7%D9%84%D9%82%D8%B6%D8%A7%D8%A1-%D8%B9%D9%84%D9%89-21-%D8%A5%D8%B1%D9%87%D8%A7%D8%A8%D9%8A%D8%A7-%D8%A8%D9%85%D9%86%D8%B7%D9%82%D8%AA%D9%8A-%D8%B5%D9%84%D8%A7%D8%AD-%D8%A7%D9%84%D8%AF%D9%8A%D9%86.html vom 19.4.2015)
Die Kontrolle über die Ölraffinerie in Baiğî ist den IS-Terroristen erneut abgerungen. Etwa 150 der IS-Leute wurden dabei getötet, einige befänden sich noch auf dem Firmengelände, wie Ṣabâḥ Naʽmân aš-Šuwailî (Sabah Naaman Al-Schoweili), der Einsatzleiter und Sprecher der Antiterroreinheiten des Landes gegenüber as-Sûmariyya News bekannt gab. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281210-dutzende-is-k%C3%A4mpfer-in-baidji-raffinerie-in-der-falle)
Ein Suizidattentat nahe dem US-Konsulat im kurdischen Arbîl (Erbil) hinterließ am Fr., 17.4.2015, mindestens drei Tote, US-Bürger seien nicht betroffen wie der US-Fernsehsender ABC berichtete. Dadurch, daß Wachmannschaften das Feuer auf das sich nähernde fahrzeug eröffnet hatten, war wohl der geladene Sprengstoff vorzeitig explodiert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281221-mindestens-drei-tote-bei-selbstmordattentat-vor-us-konsulat-in-erbil)
‘Izzat Ibrāhīm ad-Dūrī (Ezat Al-Douri, *1.7.1942), der ehemalige Stellvertreter von Staatspräsident Ṣaddâm Ḥussain, wurde am Fr., 17.4.2015, während einer Autofahrt zwischen den Allas-Ölfeldern und den Ḥamrīn -Anhöhen getötet. Die šîʽitische paramilitärische Gruppe ‘Aṣayib Ahl al-Haq behauptet, für den seinen Tod verantwortlich zu sein (http://www.sotaliraq.com/mobile-news.php?id=197258). DNS-Tests in Bagdad hätten die Identität des schon oft tot Gesagten bestätigt. – Derweil gehen die Kämpfe um ar-Ramâdî weiter, wobei der IS bislang vergebens versucht, einen Ring um die Stadt zu schließen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281212-vize-von-saddam-ezat-al-douri-ist-tot)
Während schlimmer Zeiten, seien sie persönlicher oder allgemeiner Natur wie z.B. Kriegs- und Krisenzeiten ist für die Betroffenen meist jede Ablenkung, die sie an frühere bzw. „normale“ Zeiten erinnern, willkommen. In der deutschen Geschichte sind das z.B. Film-Komödien, die während des II. Weltkrieges produziert worden sind, aber heute noch zu den Klassikern zählen. Man mag das unter Propaganda einordnen, doch gilt nach wie vor das eingangs Erwähnte hierzu.
Im Irak findet (daher) seit Do., 16.4.2015, zum siebten Mal das Baghdad International Flower Festival, statt. Teilnehmer sind dieses Jahr inklusive Syriens 11 Länder – darunter auch die BRD, Italien, die USA und die Türkei– sowie 70 ausländische Unternehmen. (http://www.sana.sy/en/?p=36494 vom 17.4.2015)
Laut General Saʽd Maʽn (Saad Maan), dem Einsatzsprecher in al-Anbâr, gegenüber as-Sûmariyya News am Do., 16.4.2015, die Armee hat die Kontrolle über die Provinzhauptstadt ar-Ramâdî (Al-Ramadi) zurückgewonnen. Demnächst startet ein Großeinsatz der Armee zur Säuberung der Regionen as-Sufya (Al-Soufya) und al-Bu ġanim (Al-Boughanem). Allerdings beurteilte die Polizei der Stadt die Lage als ungünstig und bat das Innenministerium, Waffen und Munition zu schicken. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281182-irakische-armee-gewinnt-kontrolle-%C3%BCber-zentrum-von-al-anbar)
Auf dem Gelände der Ölraffinerie von Baiğî wird wieder gekämpft. Laut Ġazâl Ḥamad (Ghazaal Hamad), Mitglied des Provinzrats von Ṣalāḥ ad-Dīn (falsch: Sabaheddin) gegenüber as-Sûmariyya News verteidigte das Sicherheitspersonal das Gelände gegen IS-kämpfer, die einen Teil desselben besetzt hielten. Bürgerwehren und Sicherheitskräfte seien zur unterstützung unterwegs dorthin. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281181-teile-der-raffinerie-von-baidji-weiter-in-is-hand)
Nach 25 Jahren nur geringfügige diplomatische Beziehungen zum Irak und geschlossener Botschaft in Bagdad erwägt die saudische Regierung, diese wieder zu eröffnenen und einen Botschafter zu bestimmen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/281072-saudi-arabien-sendet-nach-25-jahren-seinen-botschafter-in-den-irak)
US-Vizepräsident Joe Biden informierte während seiner Rede an der Universität für Nationale Verteidigung in Washington über die aktuelle Situation im Irak darüber, daß sich die irakischen Kurden angesichts der IS-Bedrohung nicht nur darauf verständigt hätten, den Feind gemeinsam zu bekämpfen, sondern auch separatistische Bestrebungen fallen zu lassen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280973-us-vizepr%C3%A4sident-biden-kurden-wollen-nicht-mehr-zerfall-iraks)
Bei zwei Terroranschlägen mittels Autobomben im Süden und Westen von Bagdad wurden insgesamt elf Iraker getötet, 23 verwundet. Einmal wurde der Wagen im Gewerbegebiet von Maḥmudiyya (Mahmudiyah) abgestellt (sieben tote, 13 Verletzte), das andere Mal auf dem Parkplatz vor dem Yarmûk-Krankenhaus. (http://www.sana.sy/%D9%85%D9%82%D8%AA%D9%84-11-%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A7-%D9%88%D8%A7%D8%B5%D8%A7%D8%A8%D8%A9-23-%D9%81%D9%8A-%D8%AA%D9%81%D8%AC%D9%8A%D8%B1%D9%8A%D9%86-%D8%A7%D8%B1%D9%87%D8%A7%D8%A8%D9%8A.html vom 14.3.2015)
Am Mo., 13.4.2015, hat Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi) seine Reise nach Washington auf Einladung von US-Präsident Obama angetreten. Als Vorhaben benannte er vor dem Abflug die Förderung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Gesprächsthema werde auch die Bekämpfung des IS sein. Der Ministerpräsident reist in Begleitung des ÖlministersʽAdil ʽAbdu_l-Mahdî (Adil Abdul-Mahdi), des Verteidigungsministers Ḫālid al-ʽUbaidî (Khaled al-Obaidi), des Ausbildungsministers Dr. Ḥussain al-Šahristânî (Hussain al-Shahristani) sowie des Sicherheitsberaters Fâliḥ Fayaz (Falih Fayaz). (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/280968-iraks-ministerpr%C3%A4sident-in-washington)
Erneut hat Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi), gleichzeitig Oberbefehlshaber der Armee, eine Reihe Offiziere in den vorgezogenen Ruhestand versetzt, wie as-Sûmariyya am So., 12.4.2015, meldete. Waren es im Dezember 2014 noch 50 Mann (vgl.u.), bestraf es jetzt gleich 300. Die Maßnahme wurde mit der Umstrukturierung der Armee begründet, um künftig besser drohende Gefahren abwehren zu können. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280969-al-abadi-versetzt-300-armeeoffiziere-in-den-ruhestand)
Ali Reza Kameli, Geschäftsführer der Nationalen Iranischen Gasexport-Gesellschaft (NIGEC) hat am 11.4.2015 im Interview mit dem Petro Energy Information Network (SHANA) die Bereitschaft der IRI zum Export von Erdgas nach Bagdad bekannt gegeben. Er werde werde mit 4 Millionen m3 pro Tag beginnen und könne künftig auf 35m3 erhöht werden. Ein Vertrag für Gasexporte nach al-Baṣra (Basra), mit einer Kapazität von 5 Millionen m3 pro Tag, die auf 30 Millionen m3 pro Tag erhöht werden könnten, werde bald geschlossen. (http://german.irib.ir/nachrichten/wirtschaft/item/280843-iran-ist-bereit-zur-lieferung-von-gas-in-den-irak)
Nach einer Meldung von as-Sûmariyya News haben IS-Muğâhidûn am Fr., 10.4.2015, nach Angriffen auf Häuser irakischer Bürger im Gebiet von as-Salamiyya und Umgebung 200 ehemalige irakische Sicherheitskräfte in Mossul verschleppt. Auch wurden in der Nähe von ar-Ramâdî 18 Polizisten und 17 von deren Familienmitgliedern, darunter Frauen und Kinder, „hingerichtet“, also ermordet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280835-is-entf%C3%BChrt-200-iraker-in-mossul )
Bei einem Suizidanschlag mittels einer Autobombe nahe des noblen Babylon-Hotels in Bagdad kamen mindestens drei Personen ums Leben, 12 wurden verletzt, desgleichen ereignete sich in eienm Restaurant in Mušâhida (Mushahida), 40km nordwestlich der Hauptstadt, mit mindestens fünf Toten und 15 Verletzten. Die Opfer zählten überwiegend zu den gegen den IS kämpfenden Volkswehr. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280766-bagdad-afp-irib-news)
Nach Aussage der schwedischen Außenministerin Margot Wallström im Interview vom Do., 9.4.2015, mit der schwedischen Nachrichtenagentur werde ihr Land in mehreren Stufen bis zu 120Soldaten zur Unterstützung der Militäreinsätze gegen den IS schicken. Erst einmal sollen sich 35 Soldaten an der Schulung irakischer Soldaten beteiligen, die schon im Kampfeinsatz standen. Bei Bedarf würde die Entsendung 120 Mann ansteigen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280743-schweden-entsendet-soldaten-in-den-irak)
Südlich von Mossul hat der IS an die 300 Dorfbewohner ermordet, da sie sich weigerten, dem IS den Treueeid zu leisten, berichtete al-ʽIraqiyya am 9.4.2015. Derweil rückt die Armee in der Wüstenregionen der Provinz al-Anbâr vor und wurde dort sogar vom Premierminister besucht. Bei Angriffen auf die Ḥamrîn– (Hamrin)-Berge südwestlich von Kirkûk, einer IS-Hochburg, eroberte die Armee zwei wichtige Ölfelder, so daß nur noch eines in der Hand des IS verbleibt. Brigadegeneral ʽAbdulamîr az-Zaidî (Abdul-Amir al-Zaidi) informierte hierzu: „Die IS-Terroristen haben täglich ca. 300 Barrel Öl aus den beiden Ölfeldern gefördert und über die Stadt Hawija und im Anschluss Mossul illegal auf dem Schwarzmarkt verkauft“. Diese Einnahmequelle fehlt jetzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280734-blutiges-massaker-in-mosul-durch-is vom 9.4.2015)
Nach Erkenntnissen des BND soll der IS infolge seiner letzten Niederlagenkaum noch Ölfelder im Land kontrollieren und demnach in Finanzierungsproblemen stecken und sogar „Versorgungsschwierigkeiten“ im „Kalifat“ haben.. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280706-is-terroristen-kontrollieren-im-irak-kaum-noch-oelfelder vom 9.4.2015)
Im Gegensatz zu einem US-Statement zur Rechtfertigung des “frendly fire” auf irakische Kämpfer gegen den IS bei der militärischen Befreiungsoperation von Tikrît (vgl.u. 30.3.2015) sprach sich Verteidigungsminister Ḫālid al-ʽUbaidî (Khalid al-Obeidi) am Mi., 8.4.2015, nochmals dezidiert für die Teilnahme der Bürgerwehren an allen Einsätzen gegen den IS aus. Gegenüber al-Masala erklärte er: „Die Bürgerwehr wird an allen Militäreinsätzen zur Befreiung der vom IS besetzten Gebieten teilnehmen, dies hängt jedoch von den Befehlshabern der Einsatzgebiete ab. Die Bewaffnung der Nomaden gegen den IS – auf Befehl des irakischen Ministerpräsidenten, Haidar al-Abadi – läuft noch. “ – Die Bürgerwehren bestehen auch aus über 11.000 Nomaden. Infolge der o.e. US-Ausführung hat Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî laut al-Aḫbar die Freiwilligen der Bürgerwehr unter sein direktes Kommando gestellt und in einer Kabinettssitzung alle Ministerien angewiesen, diese als staatliche Organisation anzusehen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280701-frage-irak-forderte-die-beteiligung-der-b%C3%BCrgerwehr-an-allen-eins%C3%A4tzen-gegen-den-is)
Weil sie angeblich Informationen an die Armeeweitergeleitet haben sollen, sind am Mi., 8.4.2015, 40 Einwohner der Region al-Qâ´im (al-Qaim) im Westen der Provinz al-Anbâr durch den IS hingerichtet worden. In den letzten Tagen teilten dieses Schicksal über 300 Personen aus Mossul und der Region al-Quiarah [al-Qayyara?] . Dank der zunehmenden Unterstützung durch die Bevölkerung konnte die Armee in einigen Gebieten im Osten der Provinz al-Anbâr vorrücken. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280699-irak-is-richtet-60-menschen-in-al-anbar-hin)
Wie ein Sprecher des Ministeriums für Menschenrechte gegenüber AFP mitteilte, sind nach Rückeroberung von Tikrît bislang elf Massengräber gefunden worden. Es könnte sich dabei um Opfer des Massakers am Militärstützpunkt Speicher handeln, wohin der IS im Juni 2014 bis zu 1700 Armee-Rekruten verschleppt hatte. Hunderte von ihnen wurden gemäß vom IS veröffentlichten Videos ermordet (hingerichtet). Eine DNS-Untersuchung soll Klarheit schaffen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280686-irak-nach-is-r%C3%BCckzug-elf-massengr%C3%A4ber-in-tikrit-entdeckt )
Am Mi., 8.4.2015, entdeckten irakische Streitkräfte ein Massengrab mit noch unbekannter Anzahl an Toten nahe Ğurfu_n-Naṣr (Jurf al Nasr) im Norden der zentralen Provinz Bâbil (Babel). Einige der Leichen dürften von Pilgern nach Karbalâ´(Kerbela) stammen. – Auch aus Ğurfu_n-Naṣr und Umgebung hatte der IS nach der Besetzung Dutzende Bewohner verschleppt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280708-massengrab-in-der-provinz-babel-entdeckt)
Nach achtmonatiger Gefangenschaft sind 216 kurdische Yasiden, darunter über 40 Kinder, in der Provinz Mossul vom IS freigelassen worden, meldet Anatoli. Weitere 30 Volksangehörige hat die Armee im Norden des Landes befreit. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280681-die-terrorgruppe-is-l%C3%A4sst-216-kurdische-jesiden-frei)
Zur Befreiung der Provinz Nînawâ (Ninive) von der IS-Terrororganisatiuon wollen laut gemeinsamer Pressekonferenz vom Mo., 6.4.2015, in Arbîl die irakische Zentral– wie die kurdische Regionalregierung enger zusammenarbeiten verkündeten Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi) wie Masûd Barzanî (Masud Barzani), Präsident der kurdischen Regionalverwaltung. „Ziel unseres heutigen Besuchs in Erbil ist es, für eine gemeinsame Operation zur Befreiung der Menschen in der Provinz Ninive zu kooperieren.“ Dabei werde die kurdische Region all ihre Möglichkeiten der irakischen Zentralregierung zur Verfügung stellen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280524-bagdad-und-erbil-werden-zur-befreiung-von-ninive-miteinander-kooperieren)
Der Kommandeur der freiwilligen Bürgerwehr und Generalsekretär der irakischen Badr-Partei, Hâdî al-ʽÂmirî (Hadi al-Ameri) hat sich am 3.4.2015 gegen eine Beteiligung der US-geführten Allianz im Kampf gegen den IS ausgesprochen. Zum einen sei man nicht auf sie angewiesen, zum anderen unterstütze jene inoffiziell die erwähnte Terrorgruppe. Außerdem solle Tikrît schnellstmöglich wiederaufgebaut werden, damit die geflohene Bevölkerung bald zurückkehren könne. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280339-die-badr-partei-ist-gegen-beteiligung-des-us-b%C3%BCndnisses-an-angriffen-gegen-den-is)
Die Badr-Organisation hat sich bereit erklärt, die jemenitische Bevölkerung zu unterstützen, welche unter den Luftangriffen seitens Saudi-Arabiens und anderer Staaten [VAE, Baḥrain, Qaṭar, Kuwait, Israel und Ägypten, die USA leisten dazu logistische und geheimdienstliche Unterstützung] zu leiden habe, sofern die Anṣârullâh-Führung zustimme. In verschiedenen Städten jenes Landes hatten Protestdemonstrationen gegen das zum großen Teil die Zivilbevölkerung und die Infrastruktur gefährdende Bombardement stattgefunden wie auch im Irak. (http://www.islamicinvitationturkey.com/2015/04/01/iraqs-badr-organization-offers-to-join-yemens-ansarullah-in-war-against-s-arabia/, https://syrianfreepress.wordpress.com/2015/04/04/report-44419/ s.a. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280343-umfassende-demonstrationen-in-jemens-hauptstadt)
Wie das niederländische Verteidigungsministerium laut as-Sûmariyya News informiert, sollen künftig sechs F-16-Kampfjets sowie 400 Spezialkräfte die irakischen Streitkräfte beim Abwehrkampf gegen den IS wie bei der Hilfeleistung für zurückkehrende Bewohner der wiedergewonnenen Gebiete unterstützen. Auch das norwegische Verteidigungsministerium will 50 Soldaten und Offiziere in die Kurdenmetropole Arbîl entsenden, um zusammen mit deutschen Spezialeinheiten die Pîšmarga auszubilden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280266-niederlande-und-norwegen-entsenden-milit%C3%A4rkr%C3%A4fte-in-den-irak)
Nach Rückeroberung Tikrîts nach 290 Tagen Besatzung durch den IS hat der Gouverneur der Provinz Ṣalāḥu_d-Dīn, Raed al-Dschaburi [Rā’id al-Ǧaʿbarī ?] die Bewohner zur Rückkehr in die Stadt aufgerufen. Es sei bei der militärischen Befreiungsoperation nur geringer Sachschaden entstanden, die meisten Häuser seien im Kampf gegen den IS unbeschädigt geblieben. Auch die Behörden und Ämter forderte er dazu auf, ab Mi., 1.4.2015, wieder ihre Arbeit aufzunehmen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280240-einwohner-tikrits-werden-zur-r%C3%BCckkehr-in-ihre-wohnh%C3%A4user-aufgerufen)
Nach Parlamentsentscheid in Ottawa mit 142 gegen 129 ablehnende Stimmen wird die kanadische Beteiligung an der US-geführten Koalition um ein Jahr bis Ende März 2016 verlängert. Premierminister Stephen Harper hatte zudem am Mo., 30.3.2015 vor dem Parlament erklärt, den Einsatz auch – und damit völkerrechtswidrig (vgl.u.) – auf Syrien ausweiteten zu wollen.
Nach den kürzlichen Bombardementsirakischer (šîʽitischer Volkswehr-)Stellungen im Kampf gegen IS-Verbände durch die US-geführte Koalition bat der irakische Ministerpräsident am Mo., 30.3.2015, laut al-Mayâdîn letztere, keine weiteren Luftangriffe in der Gegend von Tikrît zu fliegen. In der Lesart der Washington Post vom Montag lautete die Begründung, damit so „der Weg für die bürgerlichen Kräfte in Tikrit frei werde“. Tatsächlich hatten sich aufgrund der gemachten Erfahrungen die Volkswehrgruppen geweigert, weiter bei der Befreiung Tikrîts mitzuwirken, wenn weiterhin die Gefahr bestehe, ins Ziel von „friendly fire“ zu geraten. Die zunächst gestoppte Phase 3 der Befreiungsoperation sei dann am Di., 31.3.2015, wieder aufgenommen worden. Merkwürdigerweise betonte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Mo., 30.3.2015, in New York laut AP, šîʽitische Volkswehr-Mitglieder dürften (!?) an jener Operation nicht teilnehmen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/280152-al-abadi-luftangriffe-der-anti-is-koalition-in-tikrit-werden-gestoppt)
Erneut haben US-Kampfjets in insgesamt acht “Luftschlägen” anstatt IS-Muğâhidîn eine irakische Volkswehreinheit bombardiert, während sie sich im heftigen Gefecht befanden. Derzeit befinden sich ungefähr 30.000 Sunniten wie Šîʽiten der irakischen Armee und von Freiwlligenverbänden (darunter auch von der Ḥiszbullâh) im Kampf gegen den IS zur Befreiung von Tikrît und anderen Schlüsselpunkten im Norden der Provinz Ṣalāḥu_d-Dīn. 90% der Stadt seien bereits wieder unter staatliche Kontrolle gebracht. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13940109000290)
Laut einem Bericht von al-Mayâdîn habe sich die US-geführte Koalition eine Beteilgung am Angriff auf die Stadt Tikrît [die deren Befreiung dienen soll] von der irakischen Regierung erzwungen (vgl.u.: diese war zuvor tatsächlich nicht zur Debatte gestanden). Dabei hätten US-Kampfflieger den Hauptsitz der mit der irakischen Armee im Verbund gegen den IS kämpfenden Volkswehrheftig bombardiert. Die Wertung geht dahin, damit sollten zu schnelle Erfolge im Vorrücken der irakischen Armee zusammen mit jener Volkswehr verhindert werden. Der Hauptsitz der Volkskräfte habe sich in der Universität von Tikrît befunden. Nähere Details würden folgen. (http://french.irib.ir/info/moyen-orient/item/363861-tikrit-les-usa-bombardent-le-hezbollah vom 27.3.2015)
Aus einem Bericht der 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten internationalen Organisation „Physicians for Social Responsibility“ (PSR, zu Deutsch: „Ärzte in sozialer Verantwortung“) geht hervor, daß in 12 Jahren US-Kampfhandlungen im Nahen Osten allein in Afghanistan, Pakistan und im Irak 1.300.000 Menschen getötet worden sind. Einzeln aufgeschlüsselt seien durch die US-Militäreinsätze im Irak rund 1 Million Menschen (etwa 5% der Zivilbevölkerung) ums Leben gekommen, in Afghanistan 220.000, in Pakistan 80.000 Menschen. Fügte man noch die Zahl der Toten in der Bevölkerung infolge gemeinsamer Militäreinsätze der USA und ihrer Verbündeten im Jemen und in Syrien hinzu, könnte die Opferzahl bei mehr als zwei Millionen liegen. Zudem seien rund drei Millionen Bewohner Afghanistans, Pakistans und des Irak infolge der US-Luftangriffe auf der Flucht aus ihren Heimatländern. Im Report wird darauf hingeweisen: „Die ermittelten Zahlen sind ungefähr zehn Mal höher, als offizielle statistische Angaben, die von den wichtigsten Massenmedien und Experten angeführt werden. Die USA kalkulieren akribisch Opfer unter ihren eigenen Soldaten, die in den Krieg gegen den Terrorismus involviert sind. Es gibt jedoch keine Statistik zu Opfern unter der Zivilbevölkerung. Das ist eine vorsätzliche Unterlassung“, kritisiertePSR. Die angestellten Berechnungen beruhen auf Studien, UN-Statistiken, Angaben von Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen. (http://de.sputniknews.com/politik/20150327/301677500.html)
Im kurdischen Regionalparlament kam es am Mi., 25.3.2015, zu handgreiflichen Auseinandersetzungen: auf den – den Verordnungen der Kurdenregion entsprechenden (!) – Einspruch von Ali Mohammad Salih [ʽAlî Muḥammad Șāliḥ], einem Mitglied der für demokratischere Verhältnisse eintretenden Oppositionspartei „Bewegung für Wandel“ (Bzutinewey Gorran) gegen die Verlängerung der Amtszeit von Präsident Masʽûd Barzânî (Massoud Barzani) wurde dieser von Parteigängern des Präsidenten (DKP) zunächst verbal massiv attackiert und schließlich körperlich. Darauf ließ der Parlamentsvorsitzende Youssef Mohammad Sadiq [Yûsuf Muḥammad Ṣâdiq] die Sitzung beenden und ordnete die Bildung eines Untersuchungsausschusses an. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279886-schl%C3%A4gerei-im-parlament-der-kurdischen-regionalverwaltung)
Zum Schluß seines Besuches (vgl.u.) in Damaskus auf Einladung seines syrischen Amtskollegen Wâlid al-Muʽallim versicherte der irakische Außenministers al-Ğaʽfarî vor seinem Abflug am 24.3.2015 in einer gemeinsamen Pressekonferenz noch im Hinblick auf die engen freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Irak und Syrien: „whenever the world turned its back on Iraqis, Syria was there to embrace them … we will never forget those who stand by our people and defend our security and theirs and our sovereignty and theirs.” Dann fügte er hinzu: „Today, relations rose to the level of the strategies and the mutual threat that is targeting Syria and Iraq and that looms in other areas in the world”. Angesichts dieser nun weltweiten terroristischen Bedrohung müsse die Welt verstehen, daß Syriens Kampf gegen den Terrorismus auch den benachbarten Ländern und schließlich auch denen in Übersee zu Gute komme. Die Regierungen dieser Länder sollten endlich begreifen, welch vitale Rolle Syrien und der Irak in diesem zum konventionellen Krieg so unterschiedlichen Kampf spielten: „The world is now beginning to understand the threat of ISIS after a long slumber and after thinking that it was merely an Iraqi and Syrian phenomenon, only for it to turn out to be otherwise; the whole world today is threatened by terrorism.” Auch für die Fortführung des politischen Dialoges wünschte er der syrischen Regierung viel Erfolg. Künftig wolle man {wieder] enger zusammenarbeiten und auch Ägypten möge in seine diesbezügliche geschichtliche Rolle zurückfinden, von der es möglicherweise wegen der eigenen Probleme mit der Muslimbruderschaft bislang noch abgelenkt sei. Für den geplanten Besuch des irakischen Premierministers in Washington stellte al-Ğaʽfarî in Aussicht, daß für Ḥaidar al-ʽAbâdî dann das Syrienthema das zweit wichtigste sein werde. Hinsichtlich der Doppelstandardpolitik, die einige – auch arabische – Länder gegenüber dem Irak im Gegensatz zu Syrien an den Tag legten, stellte er klar: “there’s no difference between Syrian and Iraqi citizens and Syrian or Iraqi children from the humanitarian viewpoint.” Syrien verdiene daher die gleiche Hilfe seitens der internationalen Gemeinschaft wie der Irak. Am wichtigsten sei es jedoch, jegliche Unterstützung für die Terrorgruppen aus dem Ausland zu unterbinden. Hierzu gehöre auch die mediale Unterstützung durch Fehlinformationen über Syrien wie über die Terroristen (als „moderate“). Auch Vize-Premierminister al-Muʽallim stimmte darin überein, daß sich Syrien und der Irak im selben Schützengraben dem Terrorismus gegenüber befänden. Hinsichtlich der künftigen zweiten Runde der Moskauer Gespräche machte er nochmals deutlich, daß sich die syrische Regierung ohne Bedingungen einbringe. Selbst die Einladungen würden von der russischen Regierung ausgehen. (http://www.sana.sy/en/?p=33293). Nähere Informationen über den Empfang des irakischen Außenministers durch Präsident Dr. al-Assad in freundschaftlicher Atmosphäre bietet: http://www.sana.sy/en/?p=33327.
Wie den Tagesnachrichten von al-Mayâdîn vom 24.3.2015 zu entnehmen ist, weilt derzeit der irakische Außenminister al-Ğaʽfarî auf Einladung seines syrischen Amtskollegen zu Besuch in Damaskus , trifft dort al-Muʽallim wie den Präsidenten und andere hohe Beamte. Ganz oben auf der Agenda stehe der gemeinsame Kampf gegen den Terrorismus, den derweil Syrien und der Irak stellvertretend für die restliche Welt in der Region austrage, wie al-Ğaʽfarî mitteilte. Man habe immer vor einer Ausweitung dieses Terrorismus gewarnt, lange vergeblich. Nun sei es an der Zeit, daß auch andere arabische Nachbarn, Syrien und den Irak im Counterterrorismus unterstützten. Vor allem solle Ägypten in seine historische [Unterstützer-]Rolle zurückfinden. In einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte al-Ğaʽfarî, es bestehe keine Notwendigkeit für ausländische Streitkräfte auf irakischem Boden, die Luftwaffe anderer arabischer Staaten könnte der irakischen Armee aber Deckung bieten. Das Treffen geht einer Ende März in Šarmu_š-Šayḫ stattfindenden Sitzung derArabischen Ligavoraus, bei der Syriens Sitz immer noch vakant ist. Dort könnte die irakische Seite beider Anliegen vertreten. (http://www.almayadeen.net/news/iraq-EJeBFkrDVU6Zq6RlAKvRtg/%D8%A7%D9%84%D8%AC%D8%B9%D9%81%D8%B1%D9%8A–%D8%B3%D9%88%D8%B1%D9%8A%D8%A7-%D9%88%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82-%D9%8A%D8%AD%D8%A7%D8%B1%D8%A8%D8%A7%D9%86-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D8%A8%D8%A7%D9%84%D9%88%D9%83%D8%A7%D9%84%D8%A9-%D8%B9%D9%86-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%A7%D9%84%D9%85)
Wie das Verteidigungsministerium am Mo., 23.3.2015, mitteilte, hätten Angriffe der eigenen Luftwaffe auf IS-Stellungen in Tikrît den Muğâhidîn schwere Schäden zugefügt. Tags zuvor hatte der Kommandeur der freiwilligen Bürgerwehr, Hâdî al-ʽÂmirî (Hadi al-Ameri), erklärt, für die Befreiung der Stadt Tikrît bedürften die irakischen Streitkräfte der US-Luftangriffe nicht. Eine Woche vor dem erneuten Armee-Einsatz hatte die Regierung verkündet, die Angriffe auf Tikrît vorübergehend einzustellen, um Zivilisten die Gelegenheit zu geben, die Stadt zu verlassen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279787-irakische-armee-bombardiert-stellung-des-is-in-tikrit) – Hâdî al-ʽÂmirî ist Ex- Minister für Transportwesen, derzeit Abgeordneter, lebte während der Ära Ṣ. Ḥussains im Iran und ist befreundet mit dem iranischen General und Ausbilder der irakischen Armee wie Milizen gegen den IS, Qâsim Sulaimânî (vgl.u.). Er unterstützt zudem – wie sein Freund Sulaimânî – die Politik und Position des syrischen Präsidenten Dr. al-Assad.
Nach Mitteilung des Parlamentariers und Vertreters der Kurdischen Demokratischen Koalition Madschid Shinkali [Mağid Šinkalî] gelang 34 Yazidinnen die Flucht aus IS-Gefangenschaft, nach drei Tagen Fußmarsches hätten sie einen Militärkontrollposten in der Kurdenregion erreicht. Im einzelnen gab er Auskunft: „34 Yazidi women managed to run away from the ISIL terrorists’ control in Mosul and went to Al-Sinun district in Kurdistan county” und fügte hinzu: „they managed to arrive in a Kurdish checkpoint after three days walking escaping from the terrorists“ (http://www.iraqinews.com/iraq-war/mp-yazidi-women-escape-the-isil-terrorists-control-to-kurdistan/ vom 20.3.2015)
Ein IS-Rückeroberungsversuch von Tikrît, eingeleitet durch sieben Suizidattentäter, scheiterte am heftigen Widerstand von Bürgerwehr und Armee, worauf sich die Muğâhidun unter Verlusten – ca 50 Mann wurden getötet oder verwundet, zurückziehen mußten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279620-is-erleidet-niederlage-bei-der-r%C3%BCckeroberung-von-tikrit)
Ein Kommandant der Volksverteidigungskräfte, genauer des ʽAlî Akbar-Battalions eröffnete am Mi., 18.3.2015, im Interview mit FNA, aufgrund einer Abhöraktion der Kommunikation unter IS– Muğâhidîn habe man die Bestätigungfrüherer Meldungen (vgl.u.) erhalten, daß tatsächlich – und also nicht zufällig und unabsichtlich – die US-Flugzeuge der US-geführten Koalition für den IS Pakete mit Waffen, Munition, Nahrungsmitteln etc. abwürfen. „The wiretapped ISIL communications by Iraqi popular forces have revealed that the US planes have been dropping weapons and foodstuff for the Takfiri terrorist group” teilte der Commander wörtlich mit und fuhr über die Inhalte der Gespräche fort: „They exchanged sentences like if they would have a share of the ammunition dropped near (Spiker Military Base) or responses such as ‘you will also receive your share’.” und schloß: „The US forces by dropping weapons and ammunition for ISIL, specially in Yassreb, Al-Ramadi and near Spiker Base in Hay al-Qadessiya have provided a lot of help to the ISIL”. Anschließend findet sich eine Aufzählung früherer Belege und Beobachtungen der letzten Monate in dieser Hinsicht, die in diesem Thread bereits erwähnt wurden (vgl.u.). (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13931227000427)
Am Di., 17.3.2015 kam es zu verschiedenen Anschlägen: laut AP griffen drei Suizidattentäter einen Militärstützpunkt in aṭ-Ṭârmiyya (Tarmiyah) am Tigris an, wobei mindestens vier Soldaten getötet, 14 verletzt wurden. Eine detonierende Bombe in einem Basar im Norden Bagdads hinterließ drei tote Zivilisten und elf Verletzte. Zwei Polizisten verloren ihr Leben auf dem Weg eines Militärkonvois 20km südlich von Bagdad, fünf weitere wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279469-9-tote-bei-terroranschl%C3%A4gen-im-irak)
Anläßlich der durch Pentagon-Sprecher Steven Warren am Mo., 16.3.2015, geäußerten Besorgnis über die Verwendung von Chlorgiftgas durch den IS im Irak (vgl.u.), wurde andererseits deutlich, daß der Einsatz von Chlorgas im syrischen Bürgerkrieg [durch Terroristen, welchen die syrische Regierung dem UN-Sicherheitsrat wiederholt vorgetragen hatte] von eben jenem UN-Sicherheitsrat am 6. 3.2015 mit Verabschiedung einer Resolution scharf verurteilt wurde. Mehrmals hatte die syrische Regierungvom UN-Sicherheitsrat zudem gefordert, die Urheber des Giftgaseinsatzes in Syrien zu suchen, doch die USA und einige weitere westliche Länder hatten dagegen Einwand (!) erhoben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279443-usa-besorgt-%C3%BCber-anwendung-von-chlorgas-durch-is-terroristen)
Laut as-Sûmariyya News ist eine 31-köpfige IS-Untergruppe, welche einige Parlamentsabgeordnete und wichtige Ministerien ins Visier genommen habe und für 52 Terroranschläge im Inland verantwortlich sein solle, eliminiert worden. Qâsim al-ʽArağî (Qasim al-Araji), Mitglied des parlamentarischen Sicherheits- und Verteidigungsausschusses erklärte hier, mit ihnen seien seit Beginn des Kampfes gegen den IS im Irak im Juni 2014 rund 1.000 Terroristen getötet worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279348-eine-31-k%C3%B6pfige-terrorgruppe-in-bagdad-zerst%C3%B6rt)
Pîšmarga, Bürgerwehren und Stammeskämpfer haben die Umgebung von Kirkûk unter ihre Kontrolle gebracht und damit die IS-Terroristen in der Stadt eingekesselt. Auch in Baiğî seien die IS- Muğâhidûn von Sicherheitskräften und Bürgerwehr umzingelt. Letztere hätten bereits am So., 15.3.2015 die Kontrolle über die Region al-Fatḥa (al-Fatha) im Osten von Tikrît erkämpft. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279353-irak-is-in-kirkuk-eingekesselt-vormarsch-der-irakischen-armee-in-der-provinz-salaheddin)
Wie al-Mayâdîn berichtet, sind laut Mitteilung des örtlichen Sicherheitskomitees 80 Dörfer im Distrikt al-Ḥawîğa (Al-Hiwijah) nahe der Grenze zur Ṣalâḥu_d-Dîn-Provinz von den IS-Terroristen zurückerobert worden. Man bereite sich derzeit mit 5000 Freiwilligen auf die Befreiung von aš-Širqâṭ (Al-Sharqat) vor, eröffnete Volkswehr-Sprecher Karîm an-Nûrî (Karim al-Nuri). Auch al-Baġdâdî (Al-Baghdadi) soll von IS-Terroristen gesäubert worden sein. Letztere hätten am Sa., 14.3.2015, einen Armee-Kontrollposten in Sāmarrā` (Samara) gestürmt und dabei elf Soldaten verschleppt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279312-irak-80-d%C3%B6rfer-in-diyala-befreit vom 15.3.2015)
Generalleutnant ʽAbdu_l-Amîr az-Zaidî (Abdul Amir al-Zaidi), KommandantderTigris/Dağla-Operation, gab im Interview mit SANA über die erzielten Fortschritte bekannt: „Dejla operation forces backed by popular resistance, special security services and tribesmen liberated 80 villages located on the line dividing Diyala and Saladin from terrorist gangs, killing and wounding 100 terrorists.“ Er fügte hinzu: „This important operation cut off all vital transportation crossings used by terrorists to the two mentioned provinces that suffered from terrorists crimes for a long time”. Aus dem Innenministerium verlautete zudem: „115 terrorists were killed during the past 24 hours in al-Anbar and Saladin crossing”. Der Sprecher der Behörde, Brigadier Saad Maan [Saʽd Maʽn], erklärte, daß zusätzlich von den terroristen zurückgelassene Sprengfallen und Bomben zu entschärfen seien. (http://www.sana.sy/en/?p=32099 vom 15.3.2015)
Laut Mitteilung des Sicherheitsrat von ʽArbîl (Erbil) vom Sa., 14.3.2015, setzen die IS–Muğâhidîn mit Chlorgas befüllte Sprengfallen ein. Schon im Januar hatte ein Suizidattentäter eine derart präparierte Autobombe zur Detonation gebracht u.v.m. (vgl.u.). Bei den Explosionen sei dann die charakteristische orangefarbene Rauchwolke zu sehen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279286-is-setzt-chlorgas-gegen-peschmerga-k%C3%A4mpfer-ein)
Ein ungenannt bleiben wollender Angehöriger der Sicherheitskräfte teilte im Interview mit Šafaq News mit: „Irakische Kampfjets nahmen eine Werkstatt zur Herrstellung (sic!) von Minen und Bomben und ein Fahrzeug der Extremisten in der Nähe von Samara in der Provinz Salaheddin unter Beschuss. Bei diesem Angriff wurden vier Terroristen getötet. Fünf weitere IS-Terroristen wurden bei einem Artilleriefeuer auf der Insel Khalidiya östlich von al-Ramadi getötet. Unter den Toten befand sich der Sprengstoffexperte „Mustafa Hazimavi“ bekannt als „Abu Zakaria“.“ Aus der Operationszentrale in Bagdad verlautete: „Den Kräften der Operationszentrale in Bagdad gelang es, 77 Bomben an verschiedenen Stellen zu entschärfen und zwei Fahrzeuge der Terroristen zu zerstören.“(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279274-irak-24-is-terroristen-in-verschiedenen-gebieten-get%C3%B6tet vom 14.3.2015)
Laut Rûsiyyâ al-Yaum haben am 13.3.2015 Pîšmarga der irakischen Kurdenregion die Kampfausbildung einer ersten Einheit christlicher Freiwilliger begonnen. Dort im Norden des Landes an der irakisch-syrischen Grenze lebten schließlich zahlreiche vom IS bedrohter Christen. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/279236-erste-einheit-irakischer-christen-zum-kampf-gegen-is-gegr%C3%BCndet)
Wie GeneralʽAbdu_l-Amîr al-Ḫazrağî (Abdelamir Al-Khazraji), Vizekommandeur der Spezialeinheit Goldene Division, laut as-Sûmariyya erklärte, habe die Armee mit Hilfe von Stammesfreiwilligen einen IS-Angriff auf das Stadtzentrum von ar-Ramâdîabgewehrt und dabei etliche der Terroristen getötet. Zunächst hatten sich zwei Suizidattentätern im Westen der Stadt in mit zwei mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugen einem Stützpunkt der Sicherheitskräfte genähert, worauf der Kampf ausgebrochen sei. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279230-heftige-k%C3%A4mpfe-in-tikrit-is-angriff-auf-ramadi-abgewehrt vom 13.3.2015)
Nachdem bei Luftangriffen der US-geführten Koalition erneut dutzende irakischer Soldaten und freiwilliger Hilfskämpfer getötet worden waren, erwuchs eine Welle der Wut bei den einheimischen Politikern und Militärs. Infolge dessen forderten Parlamentsabgeordnete ihre Regierung zu unverzüglichen Untersuchungen dieser wiederholten Angriffe gegen irakische Truppen auf. Beim jüngsten Vorfall in al-Anbâr kamen nach Angaben der Kommandeure so 50 Mann ums Leben. Am Mi., 11.3.2015, wurde die 50. Brigade der 14. Division Iraks von den Koalitionsjets angegriffen, auch da seien Dutzende irakischer Soldaten gestorben. Nach Einschätzung irakischer Parlamentarier hätten ca. 100 Kämpfer bei solchen Angriffen ihr Leben verloren. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/279235-iraker-w%C3%BCtend-%C3%BCber-angriffe-der-koalition-gegen-regierungstruppen vom 13.3.2015)
Laut dem DKP-Sprecher Saʽîd Mumuzinî (Said Mumuzini) gegenüber ʽIrâqî News vom Fr., 13.3.2015, haben IS-Extremisten am Morgen des 12.3.2015, in Mossul 38 Mitglieder ihrer Mitglieder wegen vorzeitigen Verlassens des Gefechtsfeld hingerichtet. (http://de.sputniknews.com/politik/20150313/301481533.html)
Bei zwei Bombenexplosion am 13.3.2015 nahe eines Marktes in al-Madā´in vier Personen ums Leben, während sieben verletzt wurden, im Westen Bagdads waren drei Tote und neun Verletzte zu beklagen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279225-sieben-menschen-bei-terroranschl%C3%A4gen-in-bagdad-get%C3%B6tet)
Am frühen Morgen des 10.3.2015 habe die Operation zur Befreiung von Tikrît begonnen, teilten Armee-Kommandeure mit. Zusammen mit Bürgerwehren sei man nahe an die Stadt herangerückt. „Die irakische Armee und die Frontlinie der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) sind lediglich 1700 Meter voneinander entfernt und der IS steht uns praktisch gegenüber.“, bemerkte einer von ihnen. Die IS-Frontlinie vor der Stadt sei bereits überwunden. „Tikrit wird derzeit von vier Seiten durch die irakische Armee belagert.“ Erkärte der Kommandant weiter. – Derweil meldete Sky News, daß bei der Explosion einer Straßenbombe auf dem Weg eines Militärkonvois im Süden Tikrîts an jenem Tag acht Personen getötet worden seien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/279029-komandeur-der-irakischen-armee-wir-sind-nahe-tikrit)
Mit Unterstützung von Bürgerwehren ist die Armee in das im südlichen Vorortsbereich von Tikrît liegende Dorf Âl-Bû-ʽĀğil (Albu-Ajil) einmarschiert und hat die Kontrolle dort übernommen. Ziel ist es, in das Stadtzentrum vorzurücken und auf dem Weg dorthin, die region von den IS-Terroristen zu säubern. Tikrît selbst gilt als Rückzugsort des IS und als Einfahrtstor für Mossul. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278873-irakische-armee-marschiert-in-tikrit-ein)
In der Wüste nahe Mossul im Gebiet von Tal Abta haben irakische Sicherheitskräfte vier ausländische Militärberater des IS gefangen und anschließend und in Arrest genommen. Den konfiszierten Pässen nach handelte es sich um US– bzw. israelische Bürger und eine Person aus einem Mitgliedsstaat des Golfkooperationsrats (GCc, d.i. Gulf Counsel of Cooperation). Die Seite weist im Zusammenhang auf eine Einschätzung des persönlichen Referenten des russischen Präsidenten Putin, Alexander Prochanow, aus dem Jahr 2014 hin, welcher den Auslandsgeheimdienst Mossad beschuldigte, IS-Terroristen für ihren Einsatz in Syrien und dem Irak zu trainieren. Zudem erklärte er: “Mossad isalso likely to have transferred some of its spying experiences to the ISIL leadership“ und setzte hinzu: „Israel’s military advisors could be assisting the Takfiri terrorists“ und ergänzte: „ISIL is a byproduct of US policies in the Middle East.“ (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13931216000838 vom 7.3.2015) – Anmerkung: Je nach Lesart wird der IS auch statt ISIS mit ISIL (d.i.: Islamischer Staat in Syrien und der Levante) abgekürzt.
Kurdischen Berichten gemäß wurde amAabend des 6.3.2015 der gegenwärtige IS-Statthalter in Mossul, Šâkir al-Ḥamdānî (Schaker Al-Hamdani), während eines Luftangriffs der US-geführten Koalition zusammen mit einigen seiner Leibwächter in seinem Fahrzeug in einer Vorstadt Mossuls getötet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278851-is-statthalter-in-mosull-get%C3%B6tet)
Während der 2. Phase der Rückeroberungsgroßoffensive wurde die strategisch wichtige Ortschaft ad-Dûr (al-Dur, südlich von Tikrît) durch die Armee im Verbund mit Bürgerwehren und einer inländischen Ḥizbullâh-Brigade zusammen mit drei wichtigen Brücken über den Euphrat zurückerobert. Derzeit sei man dabei, die in den Häusern zurückgelassenen Sprengsätze aufzuspüren und zu entschärfen., wie der Chef der Streitkräfte in der Provinz Ṣalāḥu-d-Dīn, General ʽAbdulwahhâb as-Sâʽdî (Abdul-Wahab al-Saadi) in einem Fernsehinterview mitteilte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278790-is-hochburg-al-dur-unter-kontrolle-von-armee)
Bombenexplosion in einem Basar in Nahrawān (Nahrawan) kostete drei Zivilisten das Leben, 12 wurden verletzt. Durch eine weitere Bombenexplosion auf dem Weg eines Militärkonvois im Gebiet von Râšidiyya (Rashidiya, Siedlung am östl. Tigrisufer bei Ḥussainiyya im N Bagdads), wurden drei Soldaten getötet, sieben verletzt. Eine Granatenexplosion in einem Wohnviertel von ad-Dûra (Dora) im südlichen Bagdad tötete Menschen und verletzte sechs. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278734-acht-tote-bei-terroranschl%C3%A4gen-in-bagdad)
Nach Auskunft des Polizeichefs von Diyâlâ würden die irakischen Sicherheitskräfte zusammen mit Bürgerwehren mehr als hundert Quadratkilometer in der Provinz Ṣalāḥ ad-Dīn durchkämmen. Unter den getöteten IS-Terroristen seien im wesentlichen Saudi-Araber gewesen. Zudem würde man zurückgelassene Sprengfallen aufspüren und sprengen. (http://www.sana.sy/%D8%A7%D9%84%D9%82%D9%88%D8%A7%D8%AA-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D8%AA%D8%AD%D8%B1%D8%B1-%D8%AD%D9%8A-%D8%A7%D9%84%D9%82%D8%A7%D8%AF%D8%B3%D9%8A%D8%A9-%D9%88%D8%B3%D8%B7-%D8%AA.html)
Beim Treffen mit US-Außenminister Kerry am Do., 5.3.2015, insistierte sein saudischer Amtskollege Saʽûd al-Faiṣal auf dem Einsatz von Bodentruppen innerhalb der US-geführten Koalition. Insbesondere im Irak befürchtet das wahhâbitische saudische Königshaus einen wachsenden Einfluß ihres Erzivalen, des šîʽitischen Iran. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/278770-)
Laut Bericht von al-ʽIraqiyya sind während der 2. Phase im Kampf gegen den IS die Region al-Alam (nördlich von Tikrît am Tigris) und das Dorfes Âl-Bû-ʽAğîl (Albu Ajeel) befreit sowie 150 Bomben in Tikîit entschärft worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278694-irak-is-tote-in-salaheddin)
Als Ergebnis der beendeten 1. Stufe der durch die Armee unter Mithilfe von Bürgerwehren durchgeführten Großoffensive bezeichnete laut al-Furât Polizeikommandeur Šâkir Ğauda (Shaker Joudeh, s.u.) in einer Sitzung mit dem irakischen Innenminister, Muḥammad Sâlim al-Ġabban (Mohammad Salem al-Ghabban), die Rückgewinnung von 97 Städten und Regionen aus der Besetzung durch den IS. Dabei seien neben den feindlichen Stellungen auch Produktionsstätten von Bomben und eine Abhörzentrale zerstört worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278716-irak-97-st%C3%A4dte-und-regionen-in-der-provinz-salah-ad-din-aus-den-h%C3%A4nden-der-is-befreit)
Wie Anadolu meldet, seien zwei türkische Militärflugzeuge am Di., 3.3.2015, auf dem Flughafen von Bagdad gelandet, Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Die türkische Tageszeitung Milliyet veröffentlichte dazu, sie hätten im Rahmen der US-geführten Koalition militärische Ausrüstung für die irakische Armee geliefert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278616-zwei-t%C3%BCrkische-milit%C3%A4rflugzeuge-landen-in-bagdad)
Laut Bericht der chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat die IS-Terrororganisation am frühen Morgen des 2.4.2015 in al-Anbâr 32 irakische Sicherheitskräfte, Polizisten und Milizen der Ṣaḥwa-(d.i. Erwachens-)-Bewegung, per Kopfschuß hingerichtet. Diese waren in der Region Ğûbâ (Jubba), nahe al-Baġdādî, nach Kämpfen mit dem IS gefangengenommen worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278581-mit-frage-is-richtet-32-irakische-sicherheitskr%C3%A4fte-hin)
Nach Mitteilung von Polizeikommandeur Raed Schaker Judet sei nun die erste Stufe der Großoffensive gegen den IS in Ṣalāḥu_d-Dīn, die der Befreiung und Säuberung von neun Gebieten der Provinz galt, abgeschlossen. In den frühen Morgenstunden des 4.3.2015 habe die zweite Stufe für die Befreiung Tikrîts begonnen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278643-tikrit-2-stufe-der-offensive-gegen-is-heute-fr%C3%BCh-gestartet)
Zur BefreiungTikrîts von den IS-Terroristen sind in der Provinz Ṣalāḥu_d-Dīn mindestens 2.000 Angehörige der Armee wie von Volkswehreinheiten eingetroffen. In den fortdauernden Gefechten wurden bereits 54 Muğâhidîn getötet. Laut al-Mayâdîn hätten sich 125 mit dem IS sympathisierende Nomaden sowie 14 saudische IS-Kämpfer ergeben. Während der Rückeroberungsgroßoffensive sind weite Teile auch im Norden von Sâmarrâ` (Samarra) unter Kontrolle gebracht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278572-2-000-soldaten-in-salah-ad-din-eingetroffen-erfolge-der-irakischen-armee-im-kampf-gegen-is) – US-Militär ist nach Auskunft von Pentagon-Sprecher Steve Warren an diesem bislang größten Einsatz gegen den IS nicht beteiligt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278571-pentagon-us-armee-nicht-an-der-operation-der-irakischen-armee-in-tikrit-beteiligt)
Während der gestern begonnen Großoffensive (vgl.u.) brachte die irakische Armee auch al-Qâdisiyya unter ihre Kontrolle und bekämpft weiter die Terroristen im Gebiet Sâmarrâ` (Samara). (http://www.sana.sy/%D8%A7%D9%84%D9%82%D9%88%D8%A7%D8%AA-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D8%AA%D8%B7%D9%87%D8%B1-%D9%82%D8%B6%D8%A7%D8%A1-%D8%A7%D9%84%D8%AF%D9%88%D8%B1-%D9%88%D9%85%D9%86%D8%B7%D9%82.html vom 2.3.2015)
Mitglieder einer irakischen Bürgerwehrgruppe namens Al-Hashad Al-Shabi haben derweil am Do., 26.2.2015, auch einen US-Helikopter mit Waffen für die IS-Kämpfer an Bord, wie es hieß, in der westlichen Region von al-Baġdādî abgeschossen und die Bilder publik gemacht. – Gleichzeitig wird gemeldet, daß irakische Sicherheitskräfte die Kontrolle über den strategisch wichtigen Distrikt von al-Baġdādî gegen den IS erkämpft, wie Leutnant Saʽûd al-ʽUbaidî (Saoud al-Ibeidi) bekanntgab. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13931209001345 vom 28.2.2015)
Wie angekündigt hat das irakische Parlament eine offizielle Anfrage an die britische Regierungwegen Lieferung von Waffen und anderen Hilfsmitteln per Luftfracht an die IS–Muğâhidîn in al-Anbâr gestellt, die zuletzt am 22.2.2015 durch zwei von der irakischen Armee abgeschossene britische Flugzeuge geschah (vgl.u.). Photographien wurden inzwischen ins Internet gestellt. Auch http://www.voltairenet.org/ vom Sa., 28.2.2015, soll darauf Bezug genommen haben, ist derzeit jedoch nicht erreichbar. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278407-iraks-parlament-fordert-von-london-erkl%C3%A4rung-%C3%BCber-seine-is-unterst%C3%BCtzung)
Um Tikrît (Tikrit), al-ʽIlm und ad-Dûr (ad-Dur) in der Provinz Ṣalāḥu_d-Dīn hat eine Großoperation der irakischen Boden- und Luft-Streitkräfte begonnen, um das Gebiet von Terroristen zu säubern. (http://www.sana.sy/%D8%A7%D9%84%D8%AF%D8%A7%D8%AE%D9%84%D9%8A%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D8%AA%D9%83%D8%B4%D9%81-%D8%B9%D9%86-%D8%A3%D8%B3%D9%85%D8%A7%D8%A1-%D9%85%D8%AA%D8%B2%D8%B9%D9%85.html vom 1.3.2015); s.a. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278398-al-jazeera-%C3%BCber-51-irakische-milit%C3%A4rs-bei-zusammenst%C3%B6%C3%9Fen-mit-is-ums-leben-gekommen.
Laut Meldung von Anadolu vom Sa., 28.2.2015, hat der IS32 irakische Polizisten und jene unterstützende Personen, in einem Dorf 9 km vom Stützpunkt ʽAin al-Assad entfernt im Distrikt von al-Baġdādî (al-Baghdadi) durch Erschießen hinrichten lassen. Den Angehörigen wurde verwehrt, die Leichen zu bestatten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278444-32-irakische-polizisten-vom-is-hingerichtet)
Um Tikrît (Tikrit) und ad-Dûr (ad-Dur) in der Provinz Ṣalāḥu_d-Dīn hat eine Großoperation der irakischen Boden- und Luft-Streitkräfte begonnen, um das Gebiet von Terroristen zu säubern. (http://www.sana.sy/%D8%A7%D9%84%D8%AF%D8%A7%D8%AE%D9%84%D9%8A%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D8%AA%D9%83%D8%B4%D9%81-%D8%B9%D9%86-%D8%A3%D8%B3%D9%85%D8%A7%D8%A1-%D9%85%D8%AA%D8%B2%D8%B9%D9%85.html vom 1.3.2015); s.a. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278398-al-jazeera-%C3%BCber-51-irakische-milit%C3%A4rs-bei-zusammenst%C3%B6%C3%9Fen-mit-is-ums-leben-gekommen.
Nach Detonation je einer Autobombe starben nahe eines traditionellen Marktes im Gebiet von Balad Rûz (Balad Ruz) in Baʿqūba (Baquba), Provinz Diyâlâ (Diyala), 35 Menschen, 71 wurden verletzt; im Norden von Sâmarrâ` (Samara) kamen 17 Šîʽiten zu Tode, weitere wurden verletzt. Anschließend kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen IS-Terroristen und irakischen Soldaten. Die Verbindungsstraße zwischen Sâmarrâ` und Bagdad wurde darauf gesperrt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278396-irak-wieder-dutzende-tote-durch-anschl%C3%A4ge)
Laut Meldung von Anadolu vom Sa., 28.2.2015, hat der IS32 irakische Polizisten und jene unterstützende Personen, in einem Dorf 9 km vom Stützpunkt ʽAin al-Assad entfernt im Distrikt von al-Baġdādî (al-Baghdadi) durch Erschießen hinrichten lassen. Den Angehörigen wurde verwehrt, die Leichen zu bestatten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278444-32-irakische-polizisten-vom-is-hingerichtet)
Laut Bericht des „Daily Telegraph“ vom 27.2.2015 wird harsche Kritik an der Arbeit der britischen Sicherheitsbehörden laut. Nachdem Identifizierung des IS-Anhängers „Jihadi John“ wurde bekannt, daß sowohl der Inlandsgeheimdienst MI5 als auch die Polizei seit 2009 mindestens 12 Mal Kontakt zu zum Attentäter Muḥammad Amwazî (Mohammed Emwazi, s.u.) gehabt und ihn sogar vergeblich als Informanten hatten anzuwerben versucht hatten. Demnach hätten die Sicherheitsbehörden in seinem Fall mehrere „dumme Fehler“ gemacht, infolge deren er ihnen entwischt sei. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278360-daily-telegraph-is-henker-qjohn-stand-in-kontakt-mit-dem-britischen-mi5)
Infolge zweier Bombenexplosionen und des Raketeneinschlags in drei verschieenen Stadtteilen Bagdads kamen insgesamt 26 Personen ums Leben, etliche wurden verletzt. Dagegen konnte die Polizei ein Suizidattentat per Autobombe in Sâmarrâ` (Samarra) verhindern, indem sie die beiden Attentäter rechtzeitig erschoß. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278329-bagdad-26-tote-und-verletze-bei-aufeinanderfolgenden-explosionen)
Ḥâkim az-Zâmilî (Hakem al-Zameli), Vorsitzender des National Security and Defense Committee des Parlaments enthüllte erneut (vgl.u. vom 19.11.2014) alarmierende Berichte über Teilnehmer der US-geführten Koalition. Laut einer Meldung des arabisch-sprachigen Informationszentrums des irakischen Parlaments vom Mo., 23.2.2015, habe die irakische Luftwaffe zwei britische Flugzeuge abgeschossen, „while they were carrying weapons for the ISIL“ in der al-Anbâr-Provinz. Das Parlament richte daher an die britische Regierung eine offizielle Anfrage. Täglich (!) erhalte die Regierung in Bagdad Berichte von Augenzeugen, Anwohnern und Sicherheitskräften, von unzähligen Flügen, ausgeführt durch die sog. US-Anti-Terror-Koalition, welche Waffen und andere Güter in den von den IS-Muğâhidîn besetzten Arealen abwürfen., darunter auch medizinische Hilfsgüter und Nahrungsmittel. Der Grund dafür sei, daß die US-Regierung eine chaotische Situation im Gebiet vorziehe und nicht wolle, daß die Krise zu einem Ende komme, vor allem, da die Provinz al-Anbâr (in der der IS hauptsächlich wütet) nahe den wichtigen Städten Bagdad (Regierungssitz) und Karbalâ`(Karbala, wichtigstes šîʽitisches Wallfahrtszentrum) liege.
Zudem berichtete selben Tags ein hochrangiger Provinzbeamter von Waffenfunden aus US- und israelischer Produktion, die in den Arealen gefunden wurden, die gerade den IS-Terroristen abgerungen worden waren. Waffen aus europäischen Ländern und Israel seien auch in Depots in den östlichen Teilen von ar-Ramâdî (ehedem IS-Hochburg) entdeckt worden. Der irakische Sender al-Aḥad news zitierte den Vorsitzenden des Provinzrats von al-Anbâr, Ḫalaf Tarmûz (Khalaf Tarmouz): „We have discovered weapons made in the US, European countries and Israel from the areas liberated from ISIL’s control in Al-Baqdadi region”. Es folgen im Bericht weitere derartige belegte Beispiele aus den Monaten Januar und Dezember bis zurück zu Oktober 2014. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13931204001534 und http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13931206000521)
Da auch in den Mainstream-Medien gemeldet sei der Vollständigkeit halber kurz gemeldet:
Nachdem IS-Terroristen am Do., 26.2.2015, ein Video veröffentlichten, in dem die Zerstörung antiker assyrischer Statuen – offenbar in einem Museum (in Mossul?) – per Vorschlaghammer etc. gezeigt wurde, forderte die UNESCO-Direktorin Irina Bokowa noch am selben Tag eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates hierzu. Abgesehen von der kulturellen Tragödie sei dieser Akt auch eine Sicherheitsfrage, da er den Extremismus und die Konflikte im Irak verschärfe. – die Statuen sollen aus der Weltkulturerbe-Region der historischen Stadt al-Ḥaḍr (Hatra) ca. 100 km südwestlich von Mossul stammen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278305-unesco-fordert-eine-dringlichkeitssitzung-des-un-sicherheitsrats-bez%C3%BCglich-der-lage-im-irak) – Nicht angesprochen, aber interessant ist die Tatsache, daß diese Zerstörungsaktion – wie auch eine in Buṣrā
in Syrien – am Jahrestag (2001) der Buddha-Sprengungen in Bamiyan/Afghanistan durch die Ṭâlibân stattfand.
Präzisierung: nach Expertenauskunft handele es sich um mehrere Jahrtausende alte Statuen aus dem Stadtmuseum, z.B. eine Verkörperung einer assyrischen Schutzgottheit, die auf ein Alter 2.600 Jahren datiert wird und Torwächterfiguren, aber auch um eine Grabungsstätte in der Provinz Nînawâ (Ninive). Wie in Syrien dienen die als gotteslästerliche Götzen angesehenen (vgl.u.) Artefakte den IS-Muğâhidîn allerdings auch als Handelsobjekte, um zusätzlich Geldmittel zur Fianzierung ihrer Kampfeinsätze zu generieren.
Die Identität des als “Jihadi-John” aus den IS-Hinrichtungsvideos bekannt gewordenen IS-Henkers ist durch westliche Geheimdienste enthüllt worden. Demnach handele es sich um den in Kuwaitgeborenen britischen Staatsbürger Muḥammad Amwazî (Mohammed Emwazi). Schon 2009 beschuldigte den Inhaber eines Hochschulabschluß in Computerprogrammierung der britische Geheimdienst MI5, er habe nach Somalia reisen und sich dort den mit al-Qaida affiliierten aš-Šabâb-Terrororganisation anschließen wollen. Im Laufe des Jahres 2011 soll er dann nach Syrien ausgereits sein. Dort sollen ihnaus den händen des IS freigekaufte westliche Geiseln erkannt haben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278281-identit%C3%A4t-von-is-henker-enth%C3%BCllt)
Am selben Tag (25.2.2015) flogen erstmals französische Rafale-Kampfjets vom atomgetriebenen Flugzeugträger „Charle de Gaulle“ aus Luftangriffe im Irak. (http://de.sputniknews.com/militar/20150225/301270436.html)
Am Mi., 25.2.2015, haben IS-Terroristen die Landebahn des internationalen Flughafens in Mossulgesprengt. Wie schon berichtet (s.u.), ist eine Operation zur Befreiung der stadt geplant. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/278248-is-sprengt-landebahn-von-internationalem-flughafen-in-die-luft)
Während seines Treffens mit dem iranischen Außenminister Muḥammad Ğawâd Ẓarîf in Bagdad kritisierteMinisterpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die US-Sanktionen gegen Iran, die an jene früheren gegen den Irak erinnerten, als ungerecht und forderte deren Aufhebung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278162-al-abadi-fordert-aufhebung-der-iransanktionen)
Der Politologe, Senior Fellow am Cato-Institute, ehemaliger Sonderassistent in der US-Administration unter Ronald Reagan und Forbes-Kolumnist Doug Bandow meldet sich in einem Artikel kritisch über die Auswirkungen der US-Außenpolitik der letzten zwei Jahrzehnte zu Wort:„Die US-Außenpolitik wird von Narren gesteuert“, so sein Urteil. Was anderes ließe sich daraus schlußfolgern, wenn beide Parteien forderten, daß sich die USA ungeachtet der Folgen in die inneren Angelegenheiten beliebiger Staaten und zu beliebiger Zeit einmischen? „Egal wie katastrophal das Ergebnis der Einmischung sein wird, wird die Kriegslobby sowieso darauf bestehen, dass dieses Vorhaben begründet gewesen ist.“ Dabei hätten Demokraten und Republikanerkeine Meinungsunterschiede in Bezug auf eine solche Außenpolitik. Vertreter beider Parteien versuchten gar, sich gegenseitig dabei zu überbieten, was eine unvernünftige Einmischung angeht. Ironisch merkt an, aus Sicht der Washingtoner Elite müßten sich die Amerikaner in jeden Konflikt einmischen, jede Gesellschaft umgestalten, jeden Feind besiegen und sich über jede Kritik hinwegsetzen. Jede Einmischung der USA verschlechtere jedoch die Lage nur noch und mache sie komplizierter: „Durch jede neue Intervention in fremde Angelegenheiten drohen nur neue Probleme, Krisen und Katastrophen, welche ihrerseits eine neue Runde von Kriegen, Besetzungen, Bombenschlägen, Hilfslieferungen, Invasionen und anderen Interventionsformen zur Folge haben.“ Die Politik der letzten 20 Jahre habe vor Augen geführt, daß ein solches Herangehen eine schreckliche Katastrophe darstellt. Dann erinnert Bandow US-Präsident Barack Obama an sein eigenes Versprechen bei Amtsantritt, nie Dummheiten anzustellen. „Leider ist er nicht imstande, seine eigene politische Doktrin zu befolgen“, schlußfolgert er schließlich. (basierend auf: http://de.sputniknews.com/politik/20150224/301247655.html, ausführlich im englischen Original: http://www.forbes.com/sites/dougbandow/2015/02/21/washingtons-foolish-foreign-policy-american-people-must-say-no-to-more-wars/ vom 21.2.2015)
Wie aus dem Pentagon am 24.2.2015 verlautete, würden etwa 10.000 M-16-Gewehre und sonstige Militärausrüstung im Werte von 17,9 Millionen Rial noch diese Woche im Irak eintreffen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278177-pentagon-teilt-ankunft-von-us-milit%C3%A4rausr%C3%BCstung-in-irak-mit)
Wie der neuseeländische der Premierminister John Key am Di., 24.2.2015, in Wellington mitteilte, würden dem Irak im Mai 146Militärausbilder für maximal zwei Jahre zur Verfügung gestellt. Es handle sich dabei um Training in Waffenhandhabung und Strategie sowie Logistik und medizinische Versorgung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278100-neuseeland-schickt-soldaten-in-den-irak)
Zwei Bombenattentate hinterließen am 24.2.2015 in einem Vorort von Ṭûz Ḫurmâtû (Tuz Khurmatu) in Provinz Ṣalāḥ ad-Dīn nach Polizeiangaben acht Tote und 17 Verletzte der Volksmiliz, als ihr Bus zur Explosion gebracht wurde, und nahe einer Moschee vier Tote und 15 verletzteZivilisten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278126-acht-tote-und-17-verletzte-bei-zwei-explosionen-im-irak)
Laut al-ʽArabiyya veröffentlichte der IS am 23.2.2015 ein Video von 21 gefangenen Pîšmarga, unter ihnen höhere Dienstgrade, die einem Gefangenenaustausch dienen sollen. Aufgenommen wurden der Film vor einer Woche am Zentralmarkt in al-Ḥawiğa (Al-Howaidscha), ca. 50km westlich von Kirkûk. Auch für den möglichen Verkauf der Leichen bereits Getöteter gebe es seitens der IS- Muğâhidîn Interesse. Als Lösegeld war die Summe von 10-20.000 US-$ die Rede. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278073-die-kurdische-regionalverwaltung-im-irak-verhandelt-mit-dem-is-zum-gefangenenaustausch)
Am So., 22.2.2015, haben laut Press TVIS-Kämpfer in der nördlichen Provinz Ṣalāḥ ud-Dīn wieder 23 Zivilisten gekidnappt, angeblich, um Angst und Schrecken zu verbreiten und unter dem Vorwand der Komplizenschaft mit Sicherheitskräften. Tags zuvor seien in einem westlich von Bagdad gelegenen Bezirk 50 Menschen am lebendigen Leibe verbrannt worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278052-is-kidnappen-23-iraker)
Ein US-Offizier (!), der [erklärlicherweise] namentlich nicht genannt werden will, hat am 19.2.2015 konkrete Details über die geplante Rückeroberung von Mossul aus den Händen der IS-Terrororganisation im voraus bekanntgegeben. Dabei nannte er z.B. Zeitpunkt, die Namen und Stärke der teilnehmenden irakischen Armee-Brigaden. VerteidigungsministerḪālid al-ʽUbaidî (Khaled al-Obeidi) zeigte sich von diesen Enthüllung empört und kritisierte sie entsprechend: „Militärbefehlshaber sollten nicht dem Feind gleich zeigen, was sie in der Hand haben“ machte er deutlich und fügte hinzu: „Enthüllungen darüber können den Erfolg der Operationen in Frage stellen und das Leben der beteiligten Kräfte gefährden“. Außerdem sei bei der Stadt als Kriegsschauplatz zu beachten: „Das ist ein Häuserkampf und wegen der Zivilbevölkerung ist es sehr wichtig, einen genauen Zeitplan festzulegen.“ Die endgültige Entscheidung über den Zeitpunkt der Operationen werde demnach noch die Regierung festlegen (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/278030-irak-kritisiert-usa-wegen-der-ver%C3%B6ffentlichung-von-einzelheiten-%C3%BCber-mossul-offensive)
Aufgrund eines durch den vorhergehenden Ministerpräsidenten Nûrî al-Mâlikî (Nuri al-Maliki) während seines Moskaubesuches 2013 ausgehandelten und unterzeichneten Vertrages liefert Rußland nicht nur 48 Panzir-S1 Kurzstrecken-Luftabwehrraketen-Systeme und 36 Mil Mi-28 Hubschrauber (auch bekannt als Night Hunter) im Wert von vier Millionen US-$ an den Irak sondern wird auch das irakische Militär im Umgang damit schulen. Dies meldete am Sa., 21.2.2015, Itar Tass unter Berufung auf den herstellenden Rüstungsbetrieb Vysokotochnye Kompleksy. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277917-russland-liefert-fortgeschrittene-luftabwehrraketen-an-irak)
Im Norden Mossuls haben IS-Anhänger am Samstagabend (21.2.2015) die Marien-Kirche gesprengt und dabei vollends zerstört, die ihnen zuvor als Stützpunkt gedient hatte. Wie as-Sûmariyya News unter Rückgriff auf Lokalbehörden mitteilte, hätten die Terroristen-Anführer europäische, arabische und südostasiatische Staatsangehörigkeit gehabt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277950-is-sprengt-kirche-im-norden-von-mosul)
Auf einem Feld eines Stammesführers in Makišafiyya (?, Makischafieh) im Süden von Tikrît haben Sicherheitskräfte ein IS- Waffendepot entdeckt, welches 189 Granatenwerfer, hundert Waffen, Sprengstoff und Handgranaten aus Saudi-Arabien enthielt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277702-saudi-arabische-waffen-im-is-waffendepot-im-irak-entdeckt) – Die syrische Regierung hatte die Regierung jenes Landes schon mehrfach gegenüber den UN als Waffenlieferantund Sponsor für die in der Region agierenden Terrortruppen u.a. den IS bezeichnet (vgl. Teil III und II), weshalb es widersinnig sei, daß ein solcher Staat an der sog. US-geführten Allianz gegen den IS teilnehme.
Ausgerechnet in diesem Land Saudi-Arabientagen derzeit in ihrer 5. Sitzung Mitglieder dieser den UN-Statuten wie dem Völkerrecht zuwider handelnden US-geführten Allianz, um – wie es gemäß der offiziellen saudischen Nachrichtenagentur SPA heißt – das weitere Vorgehen gegen den IS zu besprechen. Als Teilnehmer in Riyâḍ seien auch NATO-Vertreter angekündigt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277669-milit%C3%A4rstrategen-der-anti-is-koalition-beraten-in-saudi-arabien)
Nahe Sāmarrā (Samara) kamen am Mi., 18.2.2015, aufgrund eines Suizidattentats mittels Autobombe an einem Polizeikontrollpunkt sechs Zivilpersonen und zwei Soldaten ums Lebens, 16 trugen Verwundungen davon. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277626-6-tote-bei-explosion-einer-autobombe-in-bagdad)
Die International Business Times meldet basierend auf Polizei-Aussagen, IS-Anhänger hätten in al-Baġdādî (vgl.u.) 45 Personen, die meisten Sicherheitskräfte, bei lebendigem Leib verbrannt und die Wohnviertel der Familien der Sicherheitskräfte und Ortsangestellten angegriffen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277584-is-verbrennt-weitere-45-menschen-am-lebendigen-leibe)
In einem am 16.2.2015 edierten Interview Noam Chomskys mit dem New Yorker Magazin Jacobin sagte der bekannte US-Linguist und Philosoph, er stimme mit Graham Fuller, einem ehemaligen CIA-Offizier, darin überein, daß „die USA die Grundlagen geschaffen haben, aus denen der IS sich entwickelte und wuchs“. Einmal sei der US-Angriff auf den Irak 2003 verheerend gewesen. Dazu hätten die US-Sanktionen die irakische Zivilgesellschaft destabilisiert Dadurch hätten die USA das irakische Volk in die konstituierenden Gruppen wie z.B. Šîʽiten, Sunniten und Kurden gespalten. Außerdem bestätigte auch Chomskys, daß die „extremistische Exkommunikationsideologie des IS“ – d.i. das, was z.B. von der syrischen Regierung zutreffend als takfîr–Ideologie angesprochen wird – von Saudi-Arabien, also dem größten Verbündeten der USA in der Region, stamme und ausgehe. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/277515-chomsky-us-politik-im-irak-f%C3%BChrte-zu-entstehung-von-is)
Aus dem Dorf al-Alam am Tigris nahe Tikrît haben IS-Anhänger 122 männliche Bewohner im Alter von 16 bis 70 entführt und nach aš-Šarqâṭ weiter im NO (al-Sharqat) gebracht. Weiteres ist bislang nicht bekannt. Zudem teilte Vorsitzende des al-Anbâr-Provinzrates mit, 27 bereits früher vom IS gekidnappte Polizisten seien inzwischen hingerichtet und ihre Leichen in den Euphrat (Forat) geworfen worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277530-irak-is-entf%C3%BChrt-122-menschen-in-tikrit)
Obwohl kürzlich nochmals der Außenminister (vgl.u.) die Position seiner Regierung betont hatte, die den Bodeneinsatz ausländischer Truppen im Land strikt ablehnt, hat das Pentagon über 4000Soldaten mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen vom Typ Bradley nach Kuwait beordert und damit in die unmittelbare Nähe des Iraks verlegt. Sie seien in jenen Kriegsfertigkeiten geübt, die zum letzten Mal 2003 im Irak gefragt gewesen seien, meldet das US-Blatt The Gazette. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277395-4000-us-soldaten-auf-dem-weg-nach-kuwait)
Das vom IS besetzte Mossul sei nach Aussage des DPK-Fraktionsmitglieds Schirzad Ghassem] Šîrzâd Ġassim oder Qâsim]von drei Seiten mit Ausnahme des Südens von Pîšmarga-Einheiten umstellt. Diese warteten nun auf das Eintreffen von Armee und die freiwillige Bürgerwehr, welche derzeit die Provinz Ṣalāḥu_d-Dīn (Salahedin) säuberten. Dann wolle man gemeinsam und koordiniert gegen die terroristischen Besatzer vorgehen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277361-moussel-von-peschmerga-eingekreist)
Unbekannte griffen am Sa., 14.2.2015, einen Konvoi des Stammesführers Ghassem Al-Soweidan [Qâsim as-Suwaidân] im Norden der Hauptstadt an, wobei er, sein Kind sowie zehn seiner Begleiter ums Leben kamen. Im Osten Bagdads erlag ihrem Attacke mit Mörsergranaten eine Person, acht wurden verwundet. – Selben Tags verurteilte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Heydar Al-Abadi) die Entführung des Parlamentsabgeordneten Zaid al-Ğanabî (Zeyd Al-Djenabi) wie die Ermordung seiner Begleiter im Norden Bagdads. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277358-12-tote-bei-angriff-auf-norden-bagdads)
Der Armee im Verein mit Polizisten und Stammesmitgliedern, begleitet von US-Apachi-Hubschraubern, gelang am Morgen des 14.2.2015 die Rückeroberung des Zentrums von al-Baġdādî (vgl.u.) und damit der Befreiung von 400 irakischen Familien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277337-irak-distriktzentrum-al-bagdadi-von-is-befreit)
Während US-Präsident Obama diese Woche den US-Kongreß offiziell um politische Rückendeckung für prinzipiell auch am Boden mögliche Militäraktionen im Irak und Syrien für die nächsten drei Jahre bat, machte der irakische Außenminister Ibrâhîm Ğaʽfarî zum wiederholten Mal (vgl.u.) deutlich, daß man um keinen Bodentruppeneinsatz fremder Staaten gebeten habe. Derzeit befänden sich auch keine regulären ausländischen Bodentruppen im Land, ausgenommen jene Mannschaften, welche zur Ausbildung und Beratung des eigenen Militärs im Land seien. (http://www.presstv.ir/Detail/2015/02/12/397316/Iraq-made-no-request-for-US-forces-Iraqi-FM)
Nach monatelanger Belagerung hat der IS am 12.2.2015 weite Teile der Region al-Baġdādîeingenommen. Ein Angriff auf den Luftstützpunkt ʽAin al-Assad im SW dieser Region scheiterte jedoch erneut. Dort werden derzeit irakische Streitkräfte von ca. 320 US-Soldaten geschult. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277222-der-is-greift-armeest%C3%BCtzpunkt-im-westen-iraks-an) – Demgegenüber beurteilte der iranische General Qassim Sulaimânî (Qassem Soleimani) während einer Feierstunde zum 36. Jahrestag der revolution imIiran: „Zurzeit erleiden der IS und weitere Terrorgruppen große Verluste in Irak und Syrien. Daher dauert es nicht lange, bis sie komplett aus dem Weg geräumt werden.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/277207-general-soleimani-%E2%80%9Edas-ende-r%C3%BCckt-f%C3%BCr-is-n%C3%A4her%E2%80%9C)
Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte im Irak (über deren Integrität im Vgl. zur ähnlich lautenden SOHR hier nichts ausgesagt werden kann) hat am Mi., 11.2.2015, angegeben, der IS habe außer der ähnlich ausgeführten Hinrichtung des jordanischen Piloten in den Provinzen Ṣalāḥu_Dīn (Salah ad-Din), al-Mauṣil (Mossul) und al-Anbâr insgesamt 23 Menschen zur Einschüchterung ihrer „Feinde“ am lebendigen Leib verbrannt, darunter am 7.2.2015 in einem Dorf der Provinz Nînawâ (Niniveh) sechs Jugendliche und in der Stadt Baiğî und 10 Personen vermutlich jazidischer Herkunft ermordet worden sein. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277165-irak-is-terroristen-verbrennen-23-menschen-am-lebendigen-leibe)
Durch einen Suizidanschlag mittels Autobombe auf die Chemiewaffenfabrik al-Muṯannâ (al-Muthanna) im Süden Tikrîts sind sieben Personen getötet, 25 weitere verletzt worden. Auch in der Region aš-Šuliḥ (Al-Sholeh) im NW von Bagdad kamen bei einem Angriff durch sechs Katyusha-Raketensechs Menschen ums Leben, 17 wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277150-irak-sieben-tote-und-25-verletzte-bei-selbstmordanschlag-in-tikrit)
Im Süden von Tikrît wurden nach Meldung von as-Sûmariyya News bei zwei Suizidattentaten35 irakische Sicherheitskräfte getötet oder verletzt. Wie aus dem Innenministerium verlautete, wurde der Attentäter des Anschlags in al-Kāżimiyya vom Montag (s.u.) während einer „geheimdienstlichen Sicherheitsoperation“ getötet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277068-irak-35-tote-und-verletzte-bei-explosionen-in-tikrit)
Nach dreitägigen Kämpfen mit IS-Einheiten hat die Armee den Flughafen K2 im Norden Bagdads zurückerobert sowie eine kleine Raffinerie in der Nähe von Baiğî (Baiji) unter ihre Kontrolle gebracht. Laut Kommandeur Saif al-Ḫâlidî (Seif al-Khaledi) soll die Operation in einem Industriegebiet im Süden von letzterer Stadt und im Gebiet Malaha[?, bei Fallûğa] im SO fortgesetzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276991-zur%C3%BCckeroberung-des-airport-k2-%20im-norden-iraks)
Yunadem Hana, Chef der christliche Parlamentsfranktion machte laut al-Quds al-ʽArabî bekannt, es habe sich zur Bekämpfung des IS eine christliche Militärgruppe gebildet (vgl.u. zur NPU), um die Provinz Nînawâ (Niniwe) von der Terrorgruppe zu befreien. Bislang seien an Armeestandorten in Bagdad, Kirkûk und Zaḫû (Zakho) ca. 1.000 Mann militärisch ausgebildet, um sich danach der irakischen Nationalgarde anzuschließen. Letztere soll gemäß Gesetzentwurf aus der vergangenen Woche aus Sunniten und Šîʽiten gleichermaßen gegründet werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/277006-irak-christliche-bewaffnete-gruppe-zum-kampf-gegen-is-gegr%C3%BCndet)
Zum Ende der Sicherheitskonferenz in München bemerkte der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan gemäß Sputnik News vom So., 8.2.2015, der „US-Angriff auf Irak verschlechterte nur noch die Lage im Irak und spaltete die irakische Gesellschaft.“, damit habe der US-Angriff auf den Irak zur Gründung der IS-Terrorgruppe geführt. Die Krise in Syrien dauere nun schon seit vier Jahren an und die bisherigen Maßnahmen hätten nicht zu deren Ende geführt. Daher sei eine strategische Neuausrichtung erforderlich: „To stop this, we have to have a common approach. We should refuse sending weapons, sending money to the militants or to the government unless we are together to stop the crisis„, fügte der Top-Diplomat an. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276909-annan-%E2%80%9E-us-angriff-auf-irak-war-ein-fehler,-der-zur-gr%C3%BCndung-der-is-f%C3%BChrte%E2%80%9C, vgl.a. http://sputniknews.com/middleeast/20150207/1017928074.html )
Das Attentat eines Suizidbombers forderte am Mo., 9.2.2015, an einem Checkpoint in al-Kāżimiyya (Kadhimiyah), ca. 5km nördlich der Stadtmitte von Bagdad das Leben von 15 Personen und verletzte 45 weitere. (http://www.sana.sy/en/?p=27954 vom 9.2.2015) – Nach einer anderen quellen liegen die Opferzahlen höher. Demnach seien auch in Ḥussainiyya (Hussainia), ebenfalls im Norden der Hauptstadt bei einem Bombenattentat sieben Menschen gestorben und einige andere verletzte worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/276981-25-tote-bei-explosion-in-bagdad)
Während seiner Rede bei der Internationalen Sicherheitskonferenz in München am Sa., 7.2.2015, zogPremierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) die Behauptungen des türkischen Abgesandtenin Zweifel, es würden an der Grenze regelmäßige Patrouillen zur Verhinderung des illegalen Grenzübertritts von Terroristennachschub für den IS stattfinden und daß die grene zu Syrien und dem Irak zu lang sei, um jenen Grenzübertritt abzustellen. Wörtlich sagte er: „Das glaube ich nicht und sie sind auch im Stande, die Grenzen zu kontrollieren.“ Es sei aber „im Interesse unserer Partner“ (sic!), daß „der Terrorismus sich Richtung Irak ergießt“. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276877-al-abadi-die-t%C3%BCrkei-kann-ihre-grenzen-zum-irak-kontrollieren)
Auf der Internationalen Sicherheitskonferenz in München hat Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) alle teilnehmenden Länder aufgefordert, mehr Waffen- und Militärausrüstung in den Irak zu liefern, um dem Land seine Probleme lösen zu helfen. Wie al-ʽIrâqiyya am Sa., 7.2.2015, berichtete, sagte er: „Irak ist mit Terrorismus und wirtschaftlichen Problemen konfrontiert, die beide miteinander verbunden sind, und so bald wie möglich beseitigt werden müssen.“ Der Irak tue das Seine hierzu, aber es werde des Weiteren auch ausländische Unterstützung gebraucht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276853-al-abadi-fordert-mehr-milit%C3%A4rhilfen-f%C3%BCr-irak)
Bei zwei getrennten Bombenanschlägen im Osten der Hauptstadt starben insgesamt 23 Iraker, 50 Personen wurden verwundet (http://www.sana.sy/en/?p=27726 vom 7.2.2015). – Update: die Zahl der Toten hat sich auf 27, die der Verletzten auf 62 erhöht. Zudem wurden die Leichen von 23 durch den IS ermordeten Jaziden in einem Massengrab entdeckt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276849-dutzende-tote-und-verletzte-bei-explosionen-in-bagdad)
Terroristischen Anschlägen in Bagdad erlagen am Donnerstagabend neun Personen, mindestens drei wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276704-terroranschl%C3%A4ge-in-bagdad-hinterlassen-neun-tote)
Wie Pîšmarga-Sprecher Galgurd Hekmat Mi., 4.1.2015,via as-Sûmariyya-News mitteilte, würde Italien demnächst FORGERE–Panzerabwehrwaffen schicken, dazu Fachkräfte zur Schulung an den Geräten. Dabei strich er heraus, daß jenes Land schon früher dringend benötigte Waffen und Finanzmittel (vgl.u.) zur Verfügung gestellt habe. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276668-italien-liefert-panzerabwehrwaffen-an-die-irakische-kurdenregion)
Im jüngsten Bericht thematisiert der UNO–Ausschuß für die Rechte der Kinder die in diesem Beitrag zum Irak [wie auch zu Syrien] schon vor Monaten im Einzelnen mitgeteilten, von der Terrorgruppe IS ausgeführten Greueltaten gegen Kinder, darunter deren erzwungener Einsatz als Soldaten, Suizidattentäter und Sexsklaven. Für tödliche Anschläge würden selbst geistig behinderte Kinder benutzt. Die Minderjährigen würden auch hingerichtet, enthauptet, gekreuzigt und lebendig begraben. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/276656-uno-ausschuss-kritisiert-gr%C3%A4ueltaten-des-is-gegen-kinder)
Laut Mitteilung des Gouverneurs von Kirkûk, Nağm ad-Dîn Karîm (Najmaldin Karim), hätten Pîšmarga-Einheiten einige Gebiete im Süden von Kirkûk, die der IS vorige Woche unter Kontrolle gebracht hatte, zurückerobert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276477-irak-peschmerga-erobern-teile-von-kirkuk-zur%C3%BCck)
Wie der Stammesführer des ad-Dulaim-Clans, Muḥammad ad-Dulaimî (Mohammed ed-Duleymi), in einer öffentlichen Rede erklärte, habe der IS mittels einer Massenhinrichtung 137 Soldaten und Polizisten in der Provinz Fallûğa ermordet. Zudem teilte er mit: „Der IS hat 30 Geiseln freigelassen, nachdem ihnen ihre Treu geschworen hatten. Diese 30 Personen waren Kämpfer der Großstammfamilie Sahve, die den Kampf gegen die IS-Terror als eine der ersten Familien in Falludscha angekündigt hatte“. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/276514-is-terroristen-mehr-als-100-menschen-hingerichtet)
Gemäß Aussage des irakischen Verteidigungsministers Ḫālid al-ʽUbaidî (Khalid al-Obeidi) vom So., 1.2.2015, sei unter Bezugnahme auf die jüngsten Erfolge der irakischen Truppen gegen den IS die Armee gemeinsam mit den Freiwilligen in der Lage, den IS aus allen noch besetzten Gebieten zu vertreiben. Dies könnte in wenigen Monaten der Fall sein. Nächstes Ziel sei die Rückeroberung von Mossul als letzter Phase dieser militärischen Operationen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276414-iraks-anti-terror-kampagne-innerhalb-einiger-monate)
Da der IS nach wie vor 3-5 Millionen US-$ täglich durch den Verkauf des illegal geförderten Öls in den von seinen Muğhidîn besetzten Gebieten zur weiteren Finanzierung der Terrororganisation verdiene, forderte Rußland die Weltgemeinschaftdazu auf, diese Einkommensquelle zu kappen und legte dazu einen Resolutionsentwurf vor, der den Ankauf von Erdöl aus dieser Quelle verbietet. Dieser Vorstoß sei bei vielen Staaten auf Unterstützung gestoßen, gab der russische Vizeaußenminister Gennadi Gatilow am Mo., 2.1.2015, während eines Interview mit RIA Novosti bekannt. (http://de.sputniknews.com/politik/20150202/300908619.html)
Nachdem der österreichische Außenminister Sebastian Kurz am So., 1.2.2015, zu Konsultationen mit den Kurden in deren nordirakischer Hauptstadt ʽArbîl (Erbil) eingetroffen war, traf er sich auch mit seinem irakischen AmtskollegenIbrâhîm al-Ğaʽfarî (Ibrahim Al-Jaafari) in Bagdad. Diesem kündigte er die Einreise von 100 österreichischen Militärtrainern zur Schulung der hiesigen Streitkräfte an. Al-Ğaʽfarî forderte darauf Österreich auf, ihre Botschaft im Irak wiederzueröffnen, wie as-Sûmariyya News berichtete. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276384-%C3%B6sterreich-sichert-irak-unterst%C3%BCtzung-im-kampf-gegen-terrorismus-zu) – Dem Ministerpräsidenten der Kurdenregion sagte Außenminister Kurz Österreichs weitere finanzielle Unterstützung zu wie die Ausweitung der Kooperation. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276453-ministerpr%C3%A4sident-der-irakischen-kurdenregion-informiert-%C3%B6sterreich-%C3%BCber-die-terrorbek%C3%A4mpfung)
Einwohner von Mossul berichten laut Associated Press, IS-Terroristen hätten die Zentralbibliothek wie Universitätsbibliothek der Stadt angegriffen und damit mutwillig tausende Bände, darunter hunderte an wertvollen historische Dokumente, eine wertvolle Sammlung irakischer Zeitungen, welche zum Teil von Anfang des 20. Jh. stammten, und Bücher wie verbliebene Landkarten des osmanischen Reiches vernichtet und die Gebäude geplündert. Diese Schriftstücke [da sie aus der Ğâhiliyya, d.h. der Zeit vor bzw. der Welt außerhalb der islamischen stammten) enthielten Unwissenswertes, Allâh-Leugnendes und Schmähungen, so daß sie zerstört werden müßten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276279-is-vernichtet-bibliotheken-in-mossul) – Dies erinnert an die letzte mutwillige Zerstörung der weltberühmten Bibliothek von Alexandria während der islamischen Eroberung unter Feldherr ʿAmr ibn al-ʿĀṣ um die Jahre 641/641 n.u.Z.
Gemäß as-Sûmariyya-News wurden laut Mitteilung General Saʽd Maʽn (Saad Maan), Sprecher des Innenministers, wurden inal–Anbār an die 50 IS-Terroristen, darunter deren Sprecher, in den Regionen Ḥaṣîba aš-Šarqiyya (Hasibah, am Euphrat) und al-Qâ´ìm (Al-Ghaem) durch die Armee im Verein mit Freiwilligen und Bewaffneten Stammesangehörigen getötet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276325-is-sprecher-in-al-anbar-get%C3%B6tet)
Bei Anschlägen in al-Madā’in (al-Mada`in, am Tigris) kamen am Samstagmorgen, 31.1.2015, laut Associated Press nahe einem Bazar vier Menschn ums Leben, elf wurden verletzt; im Zentrum Bagdads wurden dabei drei Personen getötet und zehn verletzt. Eine Detonation während eines Armeeeinsatzes nördlich von at-Tâğî (Tadschi) verloren zwei Soldaten ihr Leben, vier wurden vereltzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276283-bagdad-neun-tote-bei-heutigen-explosionen)
Wie der TV-Sender al-Ḥadṯ meldete, haben IS-Muğhidûn etliche Ölquellen des Ölfeldes „Ḫabbâz“ (Khabbaz) in Kirkûkin Brand gesetzt und mehr als 20 Beschäftigte als Geiseln genommen. Zwar konnten Pîšmarga-Einheiten ein weiteres Mal die Kontrolle darüber gewinnen, doch von den Geiseln fehlt bislang jegliche Nachricht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276284-irak-is-terroristen-z%C3%BCnden-%C3%B6lbohrloch-an)
Je ein Terroranschlag in Bagdad führte zu 44 Toten und 70 Verletzten auf dem menschenüberfüllten Markt für Militärkleidung und hinterließ in Sâmarrâ` (Samarra) sieben Tote und 24 Verletzte laut as-Sûmariyya News. Eine IS-Großoffensive in Kirkûk konnte durch Pîšmarga abgewehrt werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276211-dutzende-tote-bei-terroranschl%C3%A4gen-im-irak)
Beim Treffen mit Stuart Jones, US-Botschafter im Irak, machte der irakische Außenminister deutlich, sein Land brauche zur Wahrung der Sicherheit verstärkte Unterstützung im strategischen und nachrichtendienstlichen Bereich sowie seitens der Luftwaffe. Gleichzeitig erklärte er: „Die Sicherheits- und Volksgruppen haben bewiesen, dass Irak zur Besiegung der IS-Terroristen nicht auf ausländische Bodentruppen angewiesen ist.“ Befreundete Staaten möchten aber bei der Schutzsuche von mehr als zwei Millionen irakischer Flüchtlingen Hilfe leisten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/276002-irak-beantragt-milit%C3%A4rische-unterst%C3%BCtzung-gegen-terroristen)
Zum Ende des Weltwirtschaftsgipfeltreffens in Davos bekundete der irakische Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî (Ibrahim al-Jaafari), eine politische Lösung der Krise in Syrien werde auch zur Lösung des Terrorismusproblems im Irak und in der Welt hilfreich beitragen. Wörtlich erklärte er: „The Iraqi delegation stressed to the delegations of the participating countries in Davos Conference that it is necessary to adopt a political solution to the crisis in Syria as it is the key for solving all these problems and files after four years of war in Syria” und fügte hinzu: „The world today is fighting in a single war against terrorism on different fronts”. Durch eine gemeinsame Anstrengung könne diese Gefahr elimiert werden, welche unschuldige Opfer töte und nationale Ressourchen dezimiere. Die teilnehmenden Länder rief er zur Unterstützung im Counterterrorismus ohne Voreingenommenheit und Beeinträchtigung der staatlichen Souveränität auf, da der Terrorismus sich sonst auch auf deren Länder ausbreite. (http://www.sana.sy/en/?p=26212 vom 25.1.2015)
Aus einer Erklärung des irakischen Verteidigungsministeriums vom Sonntagabend, 25.1.2015, geht hervor, daß in der Provinz Diyâlâ durch die Armeeeinige Dörfer dem IS abgerungen worden seien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275916-irakische-armee-befreit-einige-d%C3%B6rfer-in-diala)
Wie schon im al-ʽâlam-Interview vom 20.1.2015 (vgl.u.), unterstrich Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) am Freitag beim Weltwirtschaftsforum in Davos laut al-Mayâdîn-Bericht erneut die Rolle des Iran beim Kampf gegen den IS. Seine Hilfe habe schon im ersten Abschnitt eingesetzt. „Als der Westen bei seiner Hilfe an Bagdad nur langsam voran kam, hat Iran dieses Vakuum gefüllt.“ Teilte er mit. Zudem habe sich die IR stets um die Wahrung der Stabilität und Sicherheit im Irak bemüht ohne an die irakische Regierung Forderungen zu stellen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275800-irakischer-ministerpr%C3%A4sident-w%C3%BCrdigt-iran)
Pentagonsprecher Admiral John Kirby gestand am Fr., 23.1.2015, ein, die seit August 2014 aktive US-geführte Anti-IS-Koalition sei nicht erfolgreich gewesen. Im Irak sei nur 1% des vom IS besetzten Gebietes etnsetzt worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275804-usa-gestehen-defizite-von-anti-is-koalition-ein)
In Bagdad kam es zu zwei Terroranschlägen: eine Bombenexplosion in einem kleinen Restaurant im Süden tötete vier Menschen und verletzte 13 andere. Eine weitere Sprengstoffdetonation auf der Route einer Polizeistreife tötete drei und verwundete acht Zivilisten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275805-7-tote-bei-2-anschl%C3%A4gen-in-bagdad)
Laut Äußerung des französischen Verteidigungsministers Jean-Yves Le Drian vom Do., 22.1.2015, sollen neben ca. 1.200 aus Frankreich stammenden Leuten – gemäß US-Geheimdienst – auch zehn frühere französische Soldaten als Muğâhidûn in den Reihen des IS in Syrien und dem Irak kämpfen (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275723-us-geheimdienst-rund-1200-franz%C3%B6sen-k%C3%A4mpfen-an-der-is-seite). – Diese „alten“ Militärs seien jedoch auf einer „auf einer Mission des Elysee Palasts“ sogar „auf ausdrücklichen Wunsch von General Benoît Puga, Stabschef des Präsidenten der Republik“ gibt der Politologe Th. Meyssan unter Anführung von Belegen an, ebenso bestehe eine Beziehung zum DGSE, dem französischen Auslandsnachrichtendienst (http://www.voltairenet.org/article186515.html vom 24.1.2015).
Wie die Menschenrechtskommission im irakischen Parlament in ihrer schriftlichen Erklärung am Fr., 23.1.2015, mitteilte, habe eine IS-Einheit 57 Angehörige des Meitut– (?) Stammes in Sinğar erschossen. Darunter sei auch der Imâm der Großen Moschee in Mossul, Ayyub ʽAbdu_l-Wahhâb (Eyüp Abdulvahhab), gewesen wie Soldaten und Polizeibeamte, welche bei der IS-Invasion in der Hauptstadt im Juni 2014 um Gnade nachgesucht hätten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275722-is-hat-57-stammesmitglieder-hingerichtet) – Die arabische Bezeichnung „Âl Bû“ umschreibt die Mitglieder eines Stammes (oder Fürstenhauses).
Bei zwei Suizidattentaten und einer Autobombenexplosion vor einem Militärstützpunkt nahe Nord-Bagdad wurden mindestens sieben Menschen getötet, etliche verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275691-sieben-tote-bei-explosion-in-der-n%C3%A4he-von-bagdad)
Im al-Yarmûk-Distrikt von Mossul hat eine IS-Einheit 13 Teenager hingerichtet. Die Jungen hatten das „Verbrechen“ begangen, sich das Fußballfinalspiel Irak : Jordanien des Asiencups anzusehen, in dem die irakische Mannschaft 1:0 gewann, was mit entsprechender Euphorie seitens der Zuschauenden gefeiert wurde. Dies widersprach den religiösen Ansichten der Takfîr-Terroristen. Sie nahmen die Jungen gefangen und führten sieanschließend auf den Hauptplatz, ohne daß sie noch Kontakt zu ihren Eltern gehabt hätten. Dort wurden sie nach einer Strafpredigt eines IS-Imâms durch Maschienengewehrsalven niedergeschossen. Die Leichen blieben vorerst auf der Straße liegen, da die Eltern ebenfalls Angst hatten, erschossen zu werden. (https://syrianfreepress.wordpress.com/?p=41154 vom 20.1.2015)- Es existiert sogar eine fatwâ des ehemaligen offiziellen Rechtsgutachters (muftî) Saudi-Arabiens, Muḥammad bin Ibrâhîm, welche das Fußballspiel als solches [und damit auch die Beschäftigung damit als Zuschauer] alsverbotene Nachahmung des Verhaltens Ungläubiger bewertet (vom 19.9.2005, aus: „Die sunnitischen Perlen“ (arab.: ad-Durar as-suniyya), Kap.15, S.205; in Arabisch: http://alsaha.fares.net/sahat?128@183.aneRs2RuAfa.0@.1dd81f67).
Gemäß einem Bericht von al-ʽâlam antwortete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) im Interview mit der in London erscheinenden Zeitung al–Ḥayât auf die Frage, von welchem Land als erstes der Irak – inklusive der Autonomen Kurdenregion – Hilfe erhalten habe ganz eindeutig: von der IR Iran. Von der der ersten Woche an habe die IR eine Luftbrücke für die Einfuhr von Waffen geschaffen. Außerdem fügte er hinzu: „Lassen Sie mich deutlich sagen … beim Kampf gegen den IS gibt es zwischen Iran und Irak gemeinsame Interessen. Ohne Zweifel verteidigen die Iraner unser Land wahrhaftig, denn die Bedrohungen durch den IS gehen über Irak hinaus.“ Dabei sei angesichts der rasch erfolgenden Ereignisse noch nicht einmal die Kostenfrage abgehandelt worden. Diese schnelle Hilfe habe für den Iran strategische Gründe, da auch dessen Staatsgebiet bei Kämpfen an der gemeinsamen Grenze gefährdet sein könnte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275598-al-abadi-iran-verteidigt-irak-wahrhaft)
Gemäß Erklärung des Verteidigungsministeriums vom Mo., 19.1.2015, in einer Meldung von „Nahrain“ habe die Armee in verschiedenen Orten der Provinz Ṣalāḥu_d-Dīn dutzende IS-Terroristen getötet, darunter drei Führer und den für diese Region bestimmten qâḍînamens Abû Muḥammad al-Ğamîlî (Abu Mohammad al-Jamili), sondern auch fünf Verstecke ausgemacht und Equipment zerstört. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275509-irak-dutzende-is-terroristen-in-salaheddin-get%C3%B6tet)
Wie AFP unter Berufung auf Michael Rouleau, Brigadegeneral der kanadischen Kräfte, meldet, seien diese vor einigen Tagen erstmals in Bodengefechte mit den IS-Terroristen verwickelt worden. Trotz des Beschusses habe man keien Veletzten zu verzeichnen, erkärte Rouleau am Mo., 19.1.2015, in Ottawa. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275539-irak-kanadische-soldaten-in-bodengefechte-mit-is-verwickelt)
Entgegen der Empfehlung von Verteidigungsminister Michael Fallon im vorigen Jahr will die britische Regierung laut New York Times nur noch 100 statt 400 Ausbilder in den Irak schicken. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275483-london-schickt-100-milit%C3%A4rberater-in-den-irak)
Zur weiteren Unterstützung der irakischen Regierung im Anti-IS-Kampf läßt die italienische Regierung dem Irak drei Aufklärungsflugzeuge zur Verfügung stellen und hat 300 Millionen US-$ an Finanzhilfe für den Ausbau der Hafenstadt al-Fâw (Al Faw) in Aussicht gestellt, wie Botschafter Massimo Marutti laut Sûmariyya News mitteilte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275456-italien-schickt-drei-aufkl%C3%A4rungsflugzeuge-in-den-irak) – Die gleichnamige Halbinsel al-Fâw ist der einzig verbliebene Meereszugang des Irak.
Laut einem Bericht von aš-Šarq al-Ausaṭ hat Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi) die Karikaturen des französischen Magazins Charlie Hebdo „über den geehrten Propheten des Islam -s.a.-“ als „beleidigend“ verurteilt. Er erklärte: „Diese Kränkungen haben nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, denn diese Freiheit bedeutet nicht die Beleidigung anderer sowie deren Überzeugungen.” und fügte hinzu, jegliche Beleidigung und Schmähung führe heute zu Blutvergießen und Terrorismus. Jedoch verurteilte er anschließend auch den Angriff auf die Redaktion des Satiremagazins. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275375-iraks-ministerpr%C3%A4sident-freiheit-erlaubt-nicht-die-beleidigung-anderer). – Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, daß infolge der US-Invasion der Irak kein säkularer Staat mehr ist, was sich auch deutlich an der neuen Fahne abzulesen ist, welche nun den Schriftzug: “Allâhu akbar” im weißen Feld trägt.
Zwei Bombenattentate im weiteren Umkreis der Hauptstadt forderten am Sa., 17.1.2015, wieder Todesopfer. In einem Basar von al-Iskandariyya waren vier Toten und 14 Verletzte zu beklagen, in einem Basar von Sabʽ al-Bûr (Saba al-Bor), fünf Tote und 14Verletzte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275374-explosionen-nahe-bagdad-hinterlassen-neun-tote)
Gemäß Meldung des Nachrichtenportals BasNews vom Fr., 16.1.2015, hat die Terrorgruppe IS über 300 Jaziden, Frauen, Kinder, Alte, Gebrechliche und psychisch Kranke – die wohl eher als Last angesehen worden sind – freigelassen. Die Zahlen differieren je nach Auskunftgeber. Nähere Umstände wurden nicht bekannt (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275382-is-l%C3%A4sst-im-irak-mehr-als-300-jesidische-geiseln-frei)
Am Mittwochabend, 14.1.2015, informierte ein Vertreter der kurdischen Regionalregierung darüber, ein Suchtrupp der kurdischen autonomen Region wie der Zentralregierung habe erneut IS- Hinrichtungsopfer in einem Massengrab entdeckt. In der seit Ende Novermber 2014 von den Terroristen zurückgewonnenen Region Kobachi (?) wurden die Leichen von 16 Männern, deren Augen verbunden und Hände auf dem gefesselt waren, ausgegraben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275245-leichen-von-16-menschen-in-einem-von-is-zur%C3%BCckeroberten-gebiet-im-nordirak-entdeckt)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) hat am Mi.,14.1.2015, der Bewaffnung der Nomaden der Provinz al-Anbâr sowie einer entsprechenden Lieferung an sie zugestimmt. Gemäß ProvinzgouverneurṢāḥib ar-Rawî (Sahib al-Ravi) sei nach wie vor die Priorität Befreiung von al-Anbâr aus den Händen des IS, dann die Rückkehr der geflüchteten Bewohner. Die Lage der im IS-kontrollierten Gebiet ausharrenden Menschen sei katastrophal, die Kontrolle der Grenzen zu den Nachbarländern nahezu unmöglich. Selben Tags meldete ein Sprecher des Innenministeriums, in den vergangenen Tagen seien in den Provinzen al-Anbâr, Ṣalāḥ ad-Dīn, Baġdād und Diyâlâ 231 IS-Terroristen getötet worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275217-iraks-ministerpr%C3%A4sident-genehmigt-waffenlieferungen-an-die-nomaden-der-provinz-al-anbar)
Wie der Vorsitzende des Obersten Islamischen Rats im Irak, Sayyid ʽAmmâr al-Ḥakîm (Ammar Hakim), beim Treffen mit General John Allen, dem Sonderbeauftragten von US-Präsident Obama und Koordinator der US-geführten Allianz, am Di., 13.1.2015, mitteilte, hege die irakische Bevölkerung eine gewisse Besorgnisse hinsichtlich des Niveaus des Einsatzes und des Grades der Ernsthaftigkeit der US-geführten Allianz bei der Bekämpfung des IS. Diese Ernsthaftigkeit müsse sie unter Beweis stellen. Den hinter den Erwartungen zurückbleibenden Nutzen der Einsätze der US-geführten Allianz hatte sich Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) am Montag in Kairo schon beklagt. Daher sei er mit General Allen und dessen Vertreter Brett Mc Gurk darüber übereingekommen, die Luftangriffe zu verstärken und IS und die irakischen Streitkräfte militärisch aufzurüsten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275162-al-abadi-gibt-zusage-f%C3%BCr-verst%C3%A4rkte-angriffe-der-allianz-gegen-is)
Am Di., 13.1.2015, stimmte das französische Parlament für die Fortsetzung der Luftangriffe innerhalb der US-geführten Allianz im Irak. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275146-franz%C3%B6sisches-parlamen-billigt-weitere-luftangriffe-auf-is)
Wie Heather Saul, Korrespondentin des Independent, in ihrem Artikel vom 13.1.2015 enthüllt, werden die von IS-Trupps gefangengenommenen und versklavten jazidischen Frauen auch dazu gezwungen, für die verwundeten IS-Muğâhidîn Blut zu spenden, „to save the lives of wounded fighters”. Frau Saul bezieht sich dabei auf die Aussagen jazidischer Frauen und Mädchen, denen die Flucht geglückt ist. Nachdem ihre nächsten männlichen Angehörigen ermordet worden waren, erzählt eine 19-Jährige, habe ein IS-Mitglied sie gefangengenommen und anschließend in einen Raum gesperrt. Ihr wurde Nahrung und Wasser verweigert bis sie in eine Heirat mit jenem Terroristen einwilligen würde. Eine 21-Jährige berichtete ähnliches, Männer und Frauen seien separiert, die Männer getötet, selbst Kleinkinder von den Müttern weggerissen worden. „There is no horror I haven’t experienced. There is nothing worse than rape”, klagt sie und teilt das Schicksal einer Bekannten mit: „One of the leaders took a 13 year-old girl to his house, locked the room and told his children she is a Yazidi girl who converted to Islam, that he will teach her how to pray and read the Koran. In fact he was raping her during that time. She told me she was there for three days and said ‘I was raped all that time’.” – Erst kürzlich im Dezember hatte Donatella Rovera, Senior Crisis Response Adviser von Amnesty International, in einem Statement (vgl.u.) über das Leid der durch den IS versklavten und mißbrauchten Frauen öffentlich informiert. (http://www.sana.sy/en/?p=25095 vom 14.1.2015).
Für den IS in Syrien und dem Irak kämpfen auch über 130 Schweden, wie der Chef des Nachrichtendienstes SÄPO, Anders Thornberg, im Radiointerview mit as-Sûmariyya News. Von jenen seien inzwischen über 80 Personen zurückgekehrt. „Wir glauben zwar nicht, dass alle schwedischen Kämpfer, die aus diesen Ländern zurückkehren Terroristen sind, wir müssen sie jedoch alle gründlich verhören, um ihr Potential für einen Terroranschlag zu ermessen“, meinte er. – Laut dem französischen Ministerpräsidenten Manuel Valls vom 12.1.2015 hätten sich an die 1.400 Personen aus Frankreich dem IS angeschlossen. Frankreich hat neben Belgien die meistenMuğâhidîn-Freiwilligen zu verzeichnen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275098-%C3%BCber-130-schwedische-staatsb%C3%BCrger-auf-der-seite-der-is-im-irak-und-in-syrien)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) bekundete im Interview mit Reuters am Nachmittag des 11.1.2015 während seines Besuches in Kairo, daß der Aufbau der irakischen Armee drei Jahre in Anspruch nehmen werde. „Dies bedeutet aber nicht, dass der Kampf gegen die Terrorgruppe ,Islamischer Staat‘ (IS) auch so lange andauern wird. Der Kampf gegen den Terrorismus geht weiter, und parallel dazu werden wir auch die Armee neu strukturieren.“ fügte er hinzu und bemerkte weiter, das werde aber den Krieg nicht beeinflussen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275014-al-abadi-der-aufbau-der-armee-wird-drei-jahre-in-anspruch-nehmen)
Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Fuad Masum) erklärte beim Treffen mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Bagdad am So., 11.1.2015, die irakische Armee sei weiterhin auf die Unterstützung aller Länder hinsichtlich Militärausrüstung, Schulung und nachrichtendienstlicher Tätigkeit angewiesen. Von der Leyen erklärte, die Bundesrepublik unterstütze den Irak militärisch und humanitär und werde dies bis zur vollständigen Vernichtung des Terrorismus weiterhin tun. Dies sicherte sie auch Masûd Barzanî (Massoud Barzani), dem Präsidenten der Kurdischen Autonomen Region im Nordirak zu. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/275008-von-der-leyen-im-irak-iraks-ministerpr%C3%A4sident-fordert-verst%C3%A4rkte-unterst%C3%BCtzung-bei-der-is-bek%C3%A4mpfung)
Kürzlich eröffnete der Parlamentarier und Mitglied der Parliamentary Security and Defense Commission, Mâğid al-Ġarawî (Majid al-Gharawi), daß der IS in Ṣalāḥ ad-Dīn und anderen irakischen Provinzen durch die US-Luftwaffe mit Waffen und Munition versorgt werde. Dies berichte Iraq TradeLink. Zuvor hatten schon andere hochgestellte Personen aus Politik und Militär diesen Sachverhalt vorgebracht (vgl.u.) und angeprangert. Weder die US- noch die Luftstreitkräfte der anderen Allianz-Mitglieder bekämpften den IS ernsthaft. Al-Ġarawî: they are „not serious in fighting against the ISIL organization, because they have the technological power to determine the presence of ISIL gunmen and destroy them in one month”, „… the US is trying to expand the time of the war against the ISIL to get guarantees from the Iraqi government to have its bases in Mosul and Anbar provinces.” Hinzu kämen laut Information der erwähnten Kommission derartige Lieferungen durch Flugzeuge unbekannter Herkunft im SO von Tikrît und bestätigende Aussagen von Bewohnern gegenüber al-Manâr hinsichtlich solcher Lieferungen der US-geführten Allianz in Balad im Norden von Bagdad. . – Schon im Dezember 2014 hatte die AbgeordneteNahla al-Ḥababî (Nahlah al-Hababi) gegenüber FNA ähnliches auch bzgl. Syriens mitgeteilt: „The international coalition is not serious about air strikes on ISIL terrorists and is even seeking to take out the popular Basij (voluntary) forces from the battlefield against the Takfiris so that the problem with ISIL remains unsolved in the near future”. Präzise Luftschläge gebe es zudem nur in Regionen, in denen die Pîšmarga kämpften, sonst nicht. – Vorigen Montag (5.1.2015) bemerkte der iranische Brigade-General Muḥammad Reżā Naqdî (Mohammad Reza Naqdi) vor einer Freiwilligen-Truppe: „the US embassy in Baghdad is the command center for the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) Takfiri terrorists (DAESH). … . The US directly supports the ISIL in Iraq and the US planes drop the needed aids and weapons for ISIL in Iraq …”. Die US-Seite rechtfertige derartige Abwürfe von Waffen, Munition und medizinischem Versorgungsmaterial als Irrtümer. Dies jedoch sei eine Lüge, widersprach der iranische Vize-Generalstabschef Brigade-General Masʽûd Ğazyazarî (Massoud Jazayeri) schon anläßlich der Abwürfe bei ʽAin al-ʽArab (Kobane). Für derartige Irrtümer arbeite die US-Aufklärung wie deren Geheimdienst viel zu gut. (http://www.globalresearch.ca/the-us-embassy-in-baghdad-is-running-islamic-state-isil-operations-28-us-weapons-airdrops-to-the-terrorists-airan-general/5423230 vom 7.1.2015)
Am Sa., 10.1.2015, kamen bei einem Bombenanschlag in einem Basar in al-Baiza im W von Bagdad fünf Menschen ums Leben, elf wurden verletzt, bei einem weiteren Sprengstoffanschlag in einer Geschäftsstraße außerhalb der Hauptstadt, starben drei Personen, neun wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274920-bagdad-bei-anschl%C3%A4gen-gab-es-8-tote)
Anläßlich des Anschlags auf die Redaktion von Charlie Hebdo informierte der spanische Innenminister Jorge Fernández Díaz im Interview durch den Fernsehsender Telecinco darüber, daß inzwischen ca. 600 aus Europa stammende Terroristen aus der Krisenregion Syriens und des Iraks zurückgekehrt seien und jederzeit Terroranschläge durchführen könnten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274895-600-terroristen-nach-europa-zur%C3%BCckgekehrt)
Über Fortschritte der irakischen Armee und der Pîšmarga gegen die IS-Terroristen im Land informiert: http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274906-irak-134-terroristen-und-25-peschmerga-get%C3%B6tet
Nach Bericht Nachrichten-Webseite Mintpress können im Land jederzeit ca.50 Millionen Landminen und andere Munition detonieren, welche in den ersten drei Wochen des Irakkrieges 2003 von den USA und Großbritannien eingesetzt worden sind. Schon 1991 hätten die USA Millionen an Bomben und Munitionen auf die irakischen Kurdenregion abgeworfen. Für die Räumung von Minen und Blingängern würden nach Einschätzung der irakischen Regierung beträchtliche Zeit und Milliarden an Dollar gebraucht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274723-bericht-50-mio-minen-im-irak) – Auch die US-geführte Koalition hat seit August 2014 mehr als 5000 Bomben abgesetzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274764-pentagon-setzt-5000-bomben-gegen-den-is-ein)
Wieder wurden von Bewohnern aus dem Süden und Westen von MossulMassengräber, fünf an der Zahl mit Leichen von mehr als 300 Personen einschließlich Frauen und Kindern, entdeckt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274758-irak-f%C3%BCnf-massengr%C3%A4ber-in-mossul-gefunden)
Laut einer am 5.1.2015 in der saudischen Zeitung al-Waṭan veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums sollen bei einem IS zugeschriebenen Suizidanschlag im Bezirk Suwaif, Region Arar [ʽArʽar], an der Nord-Grenze zum Irak ein saudischer Kommandeur der Grenzwache getötet und zwei weitere Militärangehörige verletzt worden sein (Näheres s. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/ 274520-zwei-tote-bei-einem-terroranschlag-an-der-n%C3%B6rdlichen-grenze-saudi-arabiens). Als Reaktion darauf gemäß bericht der kuwaitischen Zeitung al-Qabas seien die kuwaitischen Sicherheitskräfte im Grenzgebiet zum Irak in Alarmbereitschaft versetzt worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274613-alarmbereitschaft-in-grenzgebieten-zwischen-kuwait-und-dem-irak) – Wie Šafaq News am 5.1.2015 berichtet, habe die saudische Infanterie und Luftwaffe als Reaktion auf den Vorfall an der Grenze zum Irak deren Stellungen unter Beschuß genommen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274569-saudi-arabien-greift-stellungen-der-terrormiliz-is-an)
Eine in der Nähe des internationalen Flughafens von Kabûl am Straßenrand angebrachte Bombe detonierte am 5.1.2015, als ein Wagen mit Insassen des US-Entwicklungsamts vorbeifuhr, richtete aber keinen Schaden an. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/274559-explosion-in-kabul)
Nach Angaben von Pentagon-Sprecher Steven Warren vom 5.1.2015 wird der militärische Luftstützpunkt al-Assad im Westen Iraks seit Wochen von IS-Terroristen mit Raketen beschossen, ohne daß es zu Schäden gekommen wäre. Dort hielten sich über 300 US-Soldaten zur Schulung und Beratung der irakischen Streitkräfte auf. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274609-is-raketen-treffen-irakischen-luftst%C3%BCtzpunkt)
Wie der Minister für Menschenrechte, Muḥammad Mahdî al-Bayyâtî (Mohammad Mahdi al-Bayati), am 1.5.2015 verlauten ließ, habe die Terrorvereinigung IS mindestens 5000 jazidische Frauen im Nordirak entführt und verkauft. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274610-5000-jesidischen-frauen-im-irak-von-is-verkauft)
Am Sonntagabend, 4.1.2015, waren infolge von sechs Explosionen in verschiedenen Stadtteilen Bagdads fünf Tote und 27 Verletzte zu beklagen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274522-f%C3%BCnf-tote-und-27-verletzte-bei-explosionen-im-irak)
Nach ihrer Entführung aus den Provinzen Mossul (al-Mauṣil) und Nînawâ (Ninive) haben IS-Terroristen die beiden irakischen Journalisten Suhail Bayātī (Bayatti) von al-Anbâr TV und ʽIṣâm (Issam) Maḥmûd von al-Mauṣil-TV getötet wie ein irakisches Geheimdienstmitglied angibt. (http://www.sana.sy/en/?p=23998 vom 4.1.2015)
Aus den Dörfern aš-Šağara (al-Shajarah) und al-Ġarib (al-Gharib) in der Umgebung von al-Ḥawîğa (al-Hawija) im SW von Kirkûk haben IS-Terroristen vom 2. auf den 3.1.2015 etwa 170 Bewohner, allesamt al-Ğabûr- (al-Jabur) Nomaden, verschleppt. Grund soll gewesen sein, daß in den Ortschaften die IS-Banner abgenommen und verbrannt worden seien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274400-is-entf%C3%BChrt-170-menschen-westlich-von-kirkuk).
In Mossul im Stadtteil Farûq wurde die als historisch bedeutsam geltende Moschee von Sultan Wais (Veis, Baujahr 1838) durch IS-Terroristen gesprengt mit der Angabe, unter ihr liege ein Friedhof*. Dasselbe geschah mit zehn weiteren Moscheen gemäß Zeugenberichten. – Im Süden der Provinz Baṣra (Basra) wurden zudem mindestens drei Freitagsprediger durch IS-Anhänger getötet, eine weitere Person dabei schwer verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274347-is-terroristen-zerst%C3%B6ren-historische-moschee-in-mosul ) – Bemerkung: es existierei Ḥadîṯe (Nr.278ff ṣaḥîḥ al–Buḫârî/Nr.823ff ṣaḥîḥ al-Muslim), nach welchem Christen und Juden verflucht sind, da sie Gebetsstätten auf [besser: über] den Gräbern ihrer Propheten errichtet hätten. Von diesen müsse man sich deutlich abheben, wie aus etlichen anderen Ḥadîṯen hervorgeht (vgl. hier).
Im Süden von Mossul haben laut as-Sûmariyya News kurdische Pîšmarga vier Dörfer zurückerobert, die Kämpfe dauerten noch an. Beim Großeinsatz im Osten von al-Fallûğa (Faludscha) sei der IS-Oberbefehlshaber der Region, Mâhân Ṣāliḥ as- Suwaydāʾdî (Mahand Saleh Al-Soweidadi), im Kampf mit der irakischen Armee getötet worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274331-eins%C3%A4tze-irakischer-armee-gegen-den-is-im-s%C3%BCden-von-moussel)
Laut Mitteilung von All of Iraq Newsagency (AIN) bekundete der Premierminister der autonomen Kurdenregion des Irak, Nêçîrvan Îdrîs Barzanî (Nechervan Barzani) ein starkes Interesse, die eigenen Kämpfer, die Pîšmaraga, offiziell in die irakischen Streitkräfte zu integrieren. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274296-peshmerga-wollen-teil-der-irakischen-streitkr%C3%A4fte-werden)
In al-Anbâr, der von den IS-Kräften zuerst angegriffenen Provinz, sind die Stämmevon der US-geführten Allianz enttäuscht. Daher seien sie entschlossen, den Iran um militärische Hilfe zu bitten und eine Delegation nach Teheran zu schicken, um über Waffen- und Ausbildungshilfe zu beraten, , kündigte der Vorsitzende des von Stammesführern gegründeten „Rettungsrats für Anbar“, Scheich Hamid al-Hais, an. In der Provinz seien mindestens 20.000 Polizisten und 10.000 Milizionäre gegen den IS zu kämpfen bereit. Doch die Regierung wolle diese trotz vorheriger Bitten nicht bewaffnen, begründete der Anführer den gemeinsamen Plan. (http://de.sputniknews.com/politik/20141231/300493782.html)
In Teheran unterzeichneten am Di., 30.12.2014, der iranische Verteidigungsminister, Generalleutnant Ḥussain Dahqân (Hussein Deghan), und sein irakischer Amtskollege Ḥalid al-ʽUbaidî (Chaled Al Obeidi), eine Einverständnisnote zu gemeinsamen Verteidigungskooperationen. Diese erstreckt sich auch auf die Bildung einer irakischen Nationalarmee. (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/274158-unterzeichnung-einer-einverst%C3%A4ndnisnote-%C3%BCber-iranisch-irakische-verteidigungszusammenarbeit)
Wie in Syrien (s. hier) wurden jetzt auch im Irak neun Massengräber entdeckt. Der Direktor für Jesidenangelegenheiten der autonomen Kurdenregion des Iraks, Ḫairî Bûzânî (?, Kheiri Buzani), gab am Di., 30.12.2014, bekannt, es handele sich bei den Toten um Jaziden. Zudem seien seit dem IS-Einfall im Juni 18 jazidische Tempel zerstört worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274167-9-massengr%C3%A4ber-der-jesiden-im-irak-entdeckt)
Erfolgreiche Gefechte mit IS–Muğâhidîn hatten die irakische Arme in der Provinz al-Anbâr sowie Stammeskämpfer in der Region von Abulghanem (?). Nach eigenen Angaben auf sozialen Netzwerken schossen IS-Anhänger eine vorgeblich iranische Drohne nahe der Stadt Diyâlâ ab. In Bagdad kam es zu einem Suizidanschlag bei der Beerdigung eines sunnitischen Führers mit 16 Toten und 34 Verletzten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274134-%C3%BCber-120-is-terroristen-im-irak-und-in-syrien-get%C3%B6tet)
Wie in Syrien klagen auch im Irak Politiker wie Verwaltungsbeamte die US-geführte Koalition an, insgeheim den IS mit Waffen, Munition und Lebensmitteln zu unterstützen. Der Parlamentarier ʽUwaḍ al-ʽUwaḍî (Awad al-Awadi) gab am Mo., 29.12.2014, an, davon Kenntnis zu haben, daß in Tal ʽAfar (Tal Afar), in Sinğâr (Sinjar, Sindschar) und im Raum Balad Nachschub für die Terrororganisation abgeworfen worden sei. Dies könne nicht mehr mit der Ausrede, das sei versehentlich geschehen, wie bei ʽAin al-ʽArab (Kobane) im Oktober, entschuldigt werden. Der Bürgermeister von Balad hatte gemeldet, daß am Fr., 26.12.2014, ein Apache-Kampfhubschrauber den im Dorf al-Hudaira (Al-Hudeira) eingeschlossenen IS-Terroristen einen Container mit Waffen und Munition abgeworfen habe. Dies führte am So., 27.12.2014 zu einer Beschuldigung der US-Regierung durch den Verteidigungsausschuß des irakischen Parlaments, die Vereinigten Staaten versorgten die IS-Milizen in Balad mit Waffen. Die US-Regierung verneinte. (http://de.sputniknews.com/politik/20141231/300489595.html)
Zusammen mit Nomaden-Freiwilligen hat die irakische Armee auf ihrem Vormarsch im Gouvernement al-Anbâr die Kontrolle über die Areale der am bzw. beim Euphrat gelegenen Orte Âlûs (Alus) und al-Ḫasfa (al-Khasfah) vom IS erkämpft. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274112-irakische-armee-erobert-zwei-strategische-stellungen-im-westen-von-al-anbar-zur%C3%BCck)
Im November wurden 3.442 Terrorverdächtige aus Mangel an Beweisen von der irakischen Justiz freigelassen, berichtet die Nachrichtenwebseite al-Mustaqila nach Auskunft des Justizsprechers. Die Akten von weiteren 2.269 Terrorverdächtigen wurden an andere Gerichte weitergeleitet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274077-irak-mehr-als-3400-terrorverd%C3%A4chtige-im-november-freigelassen)
Laut as-Sûmaryya-News basierend auf einer lokalen Quelle haben IS-Terroristen im Zentrum von Mossul zwei Chirurgen vom Krankenhaus al-Ğumhûrî durch Erschießen hingerichtet, welche bereits Mitte September ohne nähere Angaben festgenommen und verschleppt worden waren. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274038-is-richtet-in-mossul-zwei-%C3%A4rzte-hin vom 29.12.2014)
Ein weiteres Jagdflugzeug der US-geführten Koalition ist laut Bericht TV-Sender Sky News Arabia gestützt auf lokale Quellen durch IS-Muğâhidîn über Ḍulûʽiyya (Duloaiya, vgl.u.) abgeschossen, der Pilot gefangen genommen worden. Ein Kommentar der irakischen Armee oder des Pentagons erfolgte noch nicht. (http://de.sputniknews.com/politik/20141229/300416483.html vom 29.12.2014)
Der irakischen Armee gelang am So., 28.12.2014, zusammen mit Stammeskämpfern die Rückeroberung des Flughafens von Ḍulûʽiyya (Duloaiya). Bereits im Oktober 2014 war die Stadt den IS-anhängern entrissen worden, in der folge jedoch erneut unter IS-Kontrolle geraten. Zum Beginn der Operation vgl.u. 25.12.2014. Zudem konnten einige Dörfer südlich der Stadt befreit werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/274013-irakische-armee-erobert-flughafen-duloaiya-zur%C3%BCck vom 29.12.2014)
Nach Auskunft irakischer Sicherheitsquellen seien in Baʽqûba (Baquba) 80 (später im Text ist von 30 die Rede) IS-Terroristen getötet worden. – In der Region al-Miqdâdiyya (Almeqdadia), nordöstlich jener Stadt, sei eine Bombe detoniert, welche fünf Personen verletzte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273963-80-is-terroristen-im-nordirak-get%C3%B6tet)
Seit den Siegen der Bürgerwehren im Irak gegen IS-Einheiten versuchen die Angehörigen jener Terrororganisation vermehrt und auf jede erdenkliche Weise zu fliehen. So verhafteten irakische Sicherheitskräfte 43 in Frauenbekleidung gehüllte IS-Mitglieder in der Region Abû Şalībī (Abu Salibi) im Süden Tikrîts. In Yaṯrib (Yasrib) haben Armeeeinheiten die IS-Linien durchbrochen und sind einmarschiert. Kurdische Pîšmarga brachten derweil die Region as-Sanûnî (Al-Sanuni) unter Kontrolle. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273953-is-frauen-verhaftet)
Nach Tagen heftiger Kämpfe erreichte die irakische Armee, unterstützt durch Volkskräfte, am Sa., 27.12.2014, die vollständige Befreiung von ar-Ramâdî (Provinzhauptstadt von al-Anbâr) wie vor einigen Tagen unterstützt durch Nomaden die Einkreisung von IS-Kämpfern in der Region Hît (im Westen der Provinz al-Anbâr), teilte Generalmajor Qâsim Muḥammadî (Ghasem Mohammadi) mit. Zudem startete die Armee laut der Webseite al-ʽAhd eine Operation zur Befreiungen der Region Zoluiyy [?]. auch konnte die Straße zwischen der Provinz Diyâlâ und der Stadt Samarra [Sāmarrā`] unter Kontrolle der Armee gebracht werden. Gemäß Aussage des Polizeikommandeur von Ninive [Nînawâ], Generalmajor Wâṯiq Ḥamdânî (Wasegh Hamdani), sei der IS-Anführer in Mossul während Luftangriffen der US-geführten Koalition getötet worden. Wegen ihres Rückzugs von IS-Terroristen vor Pîšmarga-Kämpfern im Sinğâr sind nach Medienberichten 24 IS-Muğâhdûnhingerichtet worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273915-irakische-armee-hat-al-ramadi-befreit)
IS-Terroristen sollen nach einer lokalen Quelle im Bagdad-Distrikt Mörsergranaten mit Chloringas abgefeuert haben. Auch sei die derzeitige Wasserknappheit durch Beschuß der Mitarbeiter des Wasser-Departements durch Heckenschützen herbeigeführt. (http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/12/26/daesh-jihadist-terrorists-fired-mortar-rounds-with-chlorine-gas-on-baghdad-sub-district/)
Am 25.12.2014 hat die irakische Armee eine Militäroperation zur Befreiung der von IS-Terroristen eingenommenen Städte Balad und Ḍulûʽiyya (Duloaiya) begonnen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273763-irak-23-is-milizen-in-tikrit-get%C3%B6tet)
Basierend auf einer lokalen Qurlle berichtet Fars News Agency, daß in Mossul und anderen Städten der Provinz Ninive [Nînawâ] Immobilienagenten das Eigentum der seit Juni durch die IS-Terrroristen von Haus, Wohnung und Grund vertriebenen Minoritäten günstig zum Verkauf anböten. Vor allem israelische Geschäftsleute griffen zu. Bereits hätten mehr als 2000 davon die Gelegenheit zur Wiederbesiedelung des Nordirak auf diese Weise genutzt. (http://presstv.com/detail/2014/12/23/391466/israelis-buying-land-in-north-iraq/ vom 23.12.2014)
Durch einen Bombenanschlag auf regierungsnahe Sunniten, die sich zur Auszahlung ihrer Gehälter zusammengefunden hatten, in einer südlich Bagdads gelegenen Gemeinde wurden 22 Menschen getötet, 55 wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273744-dutzende-tote-und-verletzte-bei-bombenanschlag-in-bagdad)
Ein Suizidanschlag im Armeestützpunktvon Madā´in (Madain, (25km südlich von Bagdad) kostete am 24.12.2014 33 Personen das Leben, 67 wurden verletzt (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273676-irak-100-tote-und-verletzte-bei-selbstmordanschlag-auf-armeest%C3%BCtzpunkt)
Papst Franciscus widmet am 24.12.2014 einen Telefonanruf dem Fluchtlingscamp in ʿAnkāwā (Ankawa, einer Vorstadt von ʽArbîl), vgl. http://www.sana.sy/en/?p=22950 vom 25.12.2014.
Anläßlich des jüngsten Berichts von Amnesty International zum Thema: über die Mißhandlung und Versklavung von (jazidischen) Frauen durch IS-Terroristen siehe frühere Berichte! (vgl.u.)
IS-Rückzug aus âl-Qa’im (al-Qaim, ca. 250.000 Einw.) in al-Anbâr. In fortdauernden Gefechten erobern Pîšmarga ca. die hälfte des Sanğar (Sanjar) vom IS zurück, kurdische Räumkommandos befassen sich mit den dort hinterlassenen Sprenstoffpaketen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273546-is-terrorgruppe-zog-aus-al-qaim-in-al-anbar-zur%C3%BCck)
Treffen zw. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî und EU-Außenbeauftragter Frederica Mogherini am Mo., 22.12.2014, in Bagdad. Al-ʽAbâdî: Bewaffnung der Nomaden im Land habe Erfolg gegen IS befördert (as-Sûmariyya News). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273558-al-abadi-bewaffnung-von-nomaden-zur-bek%C3%A4mpfung-der-terrormiliz-is-ist-eine-politik-des-irak)
Gemäß Bericht der Nachrichtenagentur Kurdpress vom 21.12.2014 haben IS-Terroristen in al-Ḥawîğa 27 ihrer eigenen Truppe – die meisten davon Ausländer – getötet, welche im Gefecht mit den Pîšmarga verwundet worden waren. Zuvor waren fünf ihrer Kommandanten nahe Mossul wegen „Verrats“ hingerichtet und ihre Leichen von einem Gebäude geworfen worden. Vgl. auch die Exelutionen wegen Desertierens in Syrien ! Derartiges Vorgehen wird allgemein als Reaktion auf die Erfolge der irakischen wie syrischen Armee angesehen und zeige deutlich die Zerrißenheitund Ratlosigkeit der IS-Führung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273446-is-t%C3%B6tet-seine-verwundeten)
Mit Unterstützung der Bürgerwehr gelang es der Armee, in der Region Yaṯrib (Yasrib) südlich von Tikîrit fünf Dörfer von der Terrorgruppe IS zu befreien, wie das Verteidigungsministerium gemäß aš-Šarq al-Ausaṭ am Abend des So., 21.12.2014, melden ließ. Die Kämpfe dort dauerten zwar noch an, doch füge die Armee dem Feind schwere Schläge zu. Zudem hätten Pîšmarga-Kämpfer laut Russia al-Youm die Kontrolle über den ArmeeflughafenTal ʽAfar (Talfar) im Westen von Mossul zurückerobert sowie an die 20 Dörfer der Region. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273448-irakische-armee-erobert-5-d%C3%B6rfer-s%C3%BCdlich-von-tikrit-zur%C3%BCck)
Gemäß Aussage einer sog. „informierten Quelle“aus dem irakischen Justizministerium gegenüber der Internet-Zeitung al-ʽArabî al-ğadîda (Sonntagausgabe) hat das Amt für Häftlingsangelegenheiten zusammen mit dem Verteidigungsministerium und dem Oberkommando für militärische Operationen scharfe Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen, um die Gefängnisse von Bagdad vor IS-aAngriffen zu schützen. Diese hatten sich in der Vergangenheit mehrfach stattgefunden (vgl.u.), um daraus Häftlinge zu befreien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273309-alarmbereitschaft-in-bagdads-gef%C3%A4ngnissen)
Großbritannien plant gemäß Daily Mail unter Rückgriff auf „unterrichtete Kreise“ eine Strategieanpassung im Kampf gegen den IS, welcher auch den Einsatz von Bodentruppen beinhaltet. Daher sollen im Irak60 Elitesoldaten aus Herford eingesetzt werden, die aber zunächst in Afghanistan Ṭâlibân-Führer jagen sollen. – Vor einem Monat hatte bereits die Sunday Mail geschrieben, britische Eliteeinheiten würden Geheimoperationen im Norden des Iraks durchführen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273282-daily-mail-england-schickt-60-spezialeinheiten-in-den-irak)
In Bagdad ereigneten sich am Fr., 19.12.2014, vier terroristische Anschläge, wobei mindestens 20 Personen getötet oder verletzt wurden. – Eine irakische Militärquelle gibt an, am Freitagmorgen hätten Pîšmarga-kämpfer einen IS-Angriff auf den Mossul-Staudamm abgewehrt und ter großen Verlusten für den Feind. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273167-11-tote-bei-bombenexplosionen-in-bagdadangriff-der-terrormiliz-is-auf-staudamm-von-mosul-abgewehrt vom 19.12.2014)
Ebenfalls am Fr., 19.12.2014, haben berichten zufolge irakisch-kurdische Pîšmarga die Bergregion Tal ʽAfar (Tal Afar) in der Provinz Nînawâ (Ninive) im NW-Irak von den IS-Terroristen zurückerobert, letztere seien massenhaft auf der Flucht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273185-peschmerga-erobern-die-kontrolle-%C3%BCber-tal-afar-zur%C3%BCck)
Masʿūd Barzānī (Masud – falsch: Masrur – Barsani), der Präsident des Sicherheitsrats der autonomen Kurdenregion des Irak, teilte mit, kurdischen Pîšmarga-Kämpfer sei es gelungen, die IS-Versorgungslinien durchschnitten und 700 km2 an Land zurückzuerobern. Bei ihrer jüngsten Offensive hätten sie einen Korridor zum seit Monaten von-IS-Kämpfern belagerten Sinğar-Höhenzug mit tausenden dort eingeschlossener Jaziden freischlagen und die IS-Anhänger von dort vertreiben können. Ein Pentagon-Angehöriger gab an, die Tötung von drei IS-Kommandanten, darunter ʽAbd al-Bâsiṭ (Abd al-Basit, benant nach bekanntem Koranrezitator) und Ḥāǧǧî Muʽtaz (Hadschi Mutas) als ein Stellvertreter von Abû Bakr al-Baġdâdî (Abu Bakr al-Baghdadi) gehe auf das Konto der USA. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/273105-usa-und-kurden-melden-gro%C3%9Fe-gel%C3%A4ndegewinne-im-nordirak).
Beim Treffen mit dem irakischen Parlamentspräsidenten Salîm al-Ğubûrî (Salim al-Dschuburi) am 17.12.2014 stellte der iranische Präsident Ḥassan Rûḥânî (Hassan Rohani) die Leistung der irakischen Sicherheitskräfte zum Schutz der vielen Pilger während der vergangenen Festlichkeiten (vgl.u.) positiv heraus. Ganz offensichtlich sei es der großen irakischen Nation – und insbesondere ihrer Armee – inzwischen sehr gut gelungen, die Aggressoren zu bekämpfen und weite Gebiete des Landes vom Terrorismus zu säubern. (http://german.irib.ir/nachrichten/praesident/item/273039-pr%C3%A4sident-rouhani-lobt-den-irak-wegen-gew%C3%A4hrleistung-der-sicherheit-der-pilger-beim-arbain-trauerfest)
Der Sprecher des Menschenrechtsministeriums, Kâmil al-Amîn (Kaamel al-Amin), gab AFP zufolge in einem Statement bekannt, daß seit Eindringen von ISIS/IS in den Irak im Juni 2014 mindestens 2700 Personen vermißt würden, die Dunkelziffer liege aber höher. Die meisten Vermißten gebe es bei den Sicherheitskräften. 1660 Personen seien aus dem Stützpunkt Spyker im Norden von Bagdad verschwunden, 487 Personen aus dem Gefängnis Bâdûš (Badush, Mossul), 553 aus den anderen Regionen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272916-2700-personen-nach-angriff-des-is-auf-den-irak-vermisst).
Irakische Pîšmarga konnten drei Dörfer um Kirkûkvom IS zurückerobern, Dasselbe gelang einer kurdischen Einheit hinischtlich einiger Regionen von ʽArbîl/Erbil und der irakischen Armee, verstärkt durch Pîšmarga bzgl. Dutzenden von Dörfern im SW letztgenannter Stadt wie im Osten von Mossul. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272915-kurdische-peschmerga-erobern-drei-d%C3%B6rfer-von-kirkuk-zur%C3%BCck)
Nach der Lieferung humanitärer Güter (vgl.u.) bietet die chinesische Regierung dem Irak nun auch Militärhilfe an, wie Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî (Ibrahim al-Dschafari) im Gespräch mit Financial Times bekannt gab. Der chinesische Außenamtsprecher Hong Lei betonte, sein Land unterstütze die Bestrebungen des Irak zur Aufrüstung gegenüber dem Terrorismus, denn auch Peking befinde sich im Kampf gegen den Terror. Die Unterstützung bei Luftangriffen gegen den IS geschehe selbständig ohne Anschluß an die US-geführte Koalition. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272775-china-bietet-irak-milit%C3%A4rhilfe)
Beim IS-Angriff auf einen Vorort westlich von al-Anbâr wurden mindestens 19 Polizisten getötet. Weitere ihrer Kollegen befänden sich noch im Stützpunkt in der Umzinglung durch die IS-Terroristen. Zuvor hatten jene eine Kleinstadt 45 km westlich von ar-Ramâdî erobert. Im Südwesten von Kirkûk wurden 17 Personen aufgrund des Vorwurfs, die Sicherheitskräfte unterstützt zu haben, entführt. Zudem exekutierten IS-Anhänger fünf Zivilisten im Norden Tikrîts. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/272768-)
Irakische Sicherheitskräfte haben einen IS-Angriff auf einen Kontrollposten südlich von Baiğî (Baidschi, vgl.u.) abgewehrt. Tags zuvor am 13.12.2014, hatten die Terroristen ein Elektrizitätswerkgebäude, die Zentrale des Stadtrats und weitere sechs Häuser im Bezirk al-Motasam [al-Muʽtasam] südlich Samarras [Sāmarrā`] in die Luft gejagt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272753-irakische-armee-wehrt-angriff-der-is-terroristen-auf-baidschi,-n%C3%B6rdlich-von-tikrit,-ab)
Während der verstärkten IS-Angriffe auf den derzeit mit Pilgern überfüllten (vgl.u.) Wallfahrtsort Samarra [Sāmarrā`] kam es zu heftigen Bombardements der Regierungstruppen in der Region einerseits, andererseits wurde laut Augenzeugenberichten im Umland der Stadt am Freitagabend ein Militärhubschrauber abgeschossen. Es ist damit der zweite von IS zum Absturz gebrachte Helikopter. (http://german.ruvr.ru/news/2014_12_13/IS-Miliz-schie-t-Hubschrauber-im-Irak-ab-5743/)
Im Kampf gegen IS hat die irakische Armee um den Wallfahrtsort Samarra [Sāmarrā`] herum die Region Makšafiyya (Makshafiah) und mit Unterstützung von šîʽitischen und sunnitischen Freiwilligen die Region Muʽtasam (Motasam) von den Terroristen befreit, der Provinzgouverneur von Salaheddin [Ṣalāh ad-Dîn], Raid al-Djaburi [Râ´id oder Ra´îd al-Ğabûrî] am Fr., 12.12.2014 bekannt gab. Dabei wurde auch ein hochrangiger IS- Befehlshaber getötet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272668-irakische-armee-erobert-zwei-wichtige-regionen-in-samarra-zur%C3%BCck)
Derzeit weilen – wie jedes Jahr – in Karbalāʾ (Kerbela) anläßlich der Begehung von Arbaʽain (Arbeen) – dem Ende der 40-tägigen Trauerzeit nach ʿāšūrāʾ (Aschura) – an die 16 Millionen Pilger. (http://german.irib.ir/nachrichten/islam-im-westen/item/272602-eine- million-200-tausend-iranische-pilger-im-irak). Hierfür wurden die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Dennoch berichten irakische Sicherheitsquellen von einem Beschuß mit ca. sechs Mörserraketen auf die Stadt, wobei einige Pilger verletzt worden sein sollen. Nähere Angaben liegen nicht vor. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272615-artillerieangriff-auf-kerbela) – Da der Tod des Muḥammadenkels Ḥussain in der Schlacht von Karbalāʾ 620 n.u.Z. (61 a.h.) gegen den Umayyaden-Kalifen Yazîd I. durch die Šîʽitenals Märthyrertum angesehen und gefeiert wird, kommen angesichts der terroristischen Bedrohunh gerade besonders viele Gläubige in die Stadt, um es ihrem Vorbild nach Möglichkeit sogar gleichzutun.
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî (Ibrahim al-Dschafari) dementierte am Mi., 10.12.2014, im Interview mit Mehr news agency die Behauptungen (vgl.u.), die irakische Regierung habe US-Soldaten, welche hinsichtlich des Kampfes gegen IS-Terroristen im Land seien, juristische Immunität garantiert. Bei der Vereinbarung über logistische Hilfsleistungen und Lufteinsätze zur Abwehr der IS-Terroristen mit der US-Regierung sei nie die Rede davon gewesen, daß den daran beteiligten US-Soldaten für Vergehen oder Verbrechen Straffreiheit zugesichert werde. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272565-keine-straffreiheit-f%C3%BCr-us-soldaten)
Aus China trafen zwei Flugzeuge mit humanitären Hilfsgütern im Wert von umgerechnet ca. 4 Millionen € in ʽArbîl/Erbil ein, welche der Generalkonsul Tan Banglin dem dankenden Vize-Gouverneur der Provinz einer offiziellen Zeremonie übereignete. Man hoffe so, meinte ersterer, einen Teil der Bedürfnisse der irakischen Inlandsflüchtlinge decken helfen zu können. „Die Hilfen aus China sind für uns viel wert.“ Erwiderte der irakische Beamte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272513-menschenfreundliche-hilfen-aus-china-treffen-in-erbil-ein)
Am So., 7.12.2014, hatten irakische Kampfjets IS-Stützpunkte in der Provinz Diyâlâ im NO von Baʽqûba (Baquba) angegriffen. DieTerroristen erlitten dabei heftige Verluste.
Solch eine Entdeckung (von Waffen israelischer Herkunft bei den bekämpften Terroristen) sei jedoch nicht zum ersten Mal gemacht worden. So habe im Februar Generalmajor Fazel Al-Barvari [Faḍl Ğalîl al-Barwânî], Kommandant des irakischen conterterroristischen „Golden Battalion“, auf seiner Facebook-Seite mitgeteilt, daß die von den ISIS-IS-Terroristen im Kampf gegen die syrische wie irakische Regierung benutzten und von ihnen beschlagnahmten Waffen aus israelischer Produktion stammten: “All weapons seized from the terrorists from 2006 onwards have been advanced weapons made in Israel”. Im Juni entdeckte und konfiszierte die syrische Armee während einer militärischen operation ein Versteck von Waffen und Munition aus israelischer Fertigung, welches al-Qaida-affiliierte Muğâhidûn im al-Maydân-Distrikt der Hafenstadt Bânîyâs (Banias) angelegt hatten und nahm jene gefangen. Neben Scharfschützengewehren, tausenden von Geschossen und gefälschten Dokumenten fielen ihnen von den bewaffneten Rebellen auch Karten der Stadt in die Hände. Derartige Waffen- und Munitionsfunde gelangen auch im Farmland um die Stadt, wobei die Muğâhidûn über die Grenze in den Libanon zu entkommen suchten. – Schon 2013 waren aus israelischer Produktion Marschflugkörper und andere Waffen der Anti-Regierungskämpfer im Umland von al-Quṣair (al-Qusseir) im NW Syriens von der Armee aufgespürt worden. “In army’s military operations and advancements in Reef al-Qusseir a large cache of weapons and missile ammunition, some of which are Israeli made, were seized (from the armed rebels)” zitierte al-Aḥad news eine lokale Quelle, welche damit die Verbindung zwischen der israelischen Regierung und den Anti-Regierungskämpfern in Syrien als beweisen ansah. Noch früher, im Dezember 2012 entdeckten und beschlagnahmten syrische Armeeeinheiten nahe der jordanischen Grenze ebenfalls aus Israel stammende Raketen und andere Waffen bei den besiegten Terroristen wie auch LAV-gestützte Panzerfäuste und drahtlose Kommunikationsgerätschaften laut Medlung der Ğâhîna (Jahineh) news Webseite aus dieser Zeit. Gleichzeitig versuchte die SAA, das Endringen von Terroristen von Jordanien her zu verhindern. (http://english.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13930917001396 vom 8.12.2014)
Laut Aussage des australischen Generalstaatsanwalts George Brandis vom Mo., 8.12.2014, sind bereits mindestens 20 australische IS-Mitglieder im Irak und in Syrien getötet worden. Die IS-Terroristen nutzten die australischen Jugendlichen als Kanonenfutter und Propagandainstrumente. Die Regierung in Canberra wisse von ca. 70 ausgereistenMuğâhidîn, wovon etwa 20 wiederzurückgekehrt seien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272468-30-australische-is-terroristen-get%C3%B6tet)
Wie al-ʽIrâqiyya meldet, habe das Kommando der irakischen Luftwaffe das Vorhandensein iranischer Kampfflugzeuge im irakischen Luftraum (vgl.u.) dementiert. Der Abgeordnete Taufîq al-Kaʽbî (Tofigh Al Kaabi) hatte diese Nachricht als Lüge bezeichnet, sollte der Iran jedoch derartige Einsätze gegen IS-Stellungen unternehmen, bräcubte sich darüber niemand zu beschweren, da sie allen dienten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272328-angriff-iranischer-jets-im-irak-dementiert vom 7.12.2014)
Muḥammad Ğawâd Ẓarîf (Mohammad Dschawad Zarif), Außenminister der IR Iran, bekräftigte am Sonntagabend während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem irakischen Amtskollegen Ibrâhîm Ğaʽfarî (Ibrahim Dschafari), sein Land werde allenIrakern, gleich ob Kurden, Arabern, Sunniten oder Šîʽiten im Kampf gegen Terrorisumus und Extremismus bis zum Ende beistehen.Ẓarîf bekundete: „Wir möchten gesunde und brüderliche Beziehungen zu allen Ländern in der Region und sind der Ansicht, dass die bestehenden Gefahren die ganze Region bedrohen.” Darauf erwiderte Ğaʽfarî : „Wegen dieser Gefahr ist es erforderlich, dass der Irak und der Iran ihre Beziehungen auf ein höheres Niveau zu heben.” (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272354-zarif-iran-steht-dem-irakischen-volk-im-kampf-gegen-den-terrorismus-bis-zum-ende-bei vom 8.12.2014)
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen denkt über die Entsendung von Spezialisten zur Schulung der kurdischen Pîšmarga (Peschmerga) im Irak nach. Zudem signalisierte sie die Bereitschaft der Bundesrepublik zur Teilnahme an Militäraktionen gegen IS-Stellungen. Zunächst sollten jedoch die Einnahmequellen der Terrororganisation ausgetrocknetwerden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272368-bundesverteidigungsministerin-wir-m%C3%BCssen-uns-auf-die-teilnahme-an-den-angriffen-gegen-den-is-vorbereiten)
Der iranische Vizeaußenminister für den asiatischen und ozeanischen Raum, Raḥîmpûr (Rahimpour), hat in London im Gespräch mit der Zeitung The Guardian bestätigt, daß die iranische Luftwaffeangriffe gegen IS-Stellungen im Irak unternommen habe. Diese seien jedoch im Auftrag und nach Abstimmung mit der irakischen Regierung erfolgt. Eine Koordinierung mit den USA habe es nicht gegeben. Ziel sei die Verteidigung der Interessen des befreundeten Staates gewesen. Der Iran werde nicht zulassen, daß der Irak das gleiche Schicksal erleidet wie Syrien, das sich in einer durch ausländische Akteure entstandenen Lage befinde (dies Anklage hatte auch Vizepräsident al-Mâlikî im Interview mit al-Manâr-TV am 6.12.2014 erhoben. (http://www.sana.sy/en/?p=20734). Die Hilfe gegenüber dem Irak sei intensiver, da er der unmittelbare Nachbar des Iran sei. Dieser werde seine Grenzen konsequent verteidigen, um IS-Übergriffe vom Irak her zu verhindern, auch wen es bislang keine Anzeichen dafür gebe (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272296-iranische-luftangriffe-im-irak-auf-antrag-bagdads)
Nachdem Stuart Jones, US-Botschafter in Bagdad, am Fr., 5.11.2014, im Gespräch mit Associated Press von einem neuen Sicherheitsabkommen zwischen Washington und Bagdad gesprochen hatte, das dem US-Militär im Irak gewisse Privilegien inklusive der diplomatischen Immunität einräume, dementierte dies Leiter des Ministerpräsidentenbüros, Rafid Jaburi, insofern, als es dessen nicht bedurft habe, da das alte, ebenfalls in diese Richtung gehende Sicherheitsabkommen zwischen Washington und Bagdad fortbestehe. Die US-Militärberater im Irak genießen damit diplomatische Immunität wie ein Teil des US-Botschaftspersonals. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272276-irak-dementiert-meldungen-%C3%BCber-ein-neues-sicherheitsabkommen-mit-den-usa)
Die irakischen Streitkräfte haben einen IS-Angriff in ar-Ramâdî (Provinzhauptstadt von al-Anbâr) zurückgeschlagen wie Attacken an der gemeinsamen Grenze mit Syrien im Verbund mit einheiten der freiwilligen Bürgerwehr. Ebenfalls wurden die Terroristen in Balad im Süden von Tikrît vertrieben, deren zurückgelassene Ausrüstung inklusive Fahrzeugen zerstört wurde. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272225-irakische-streitkr%C3%A4fte-wehren-den-angriff-der-terroristen-auf-ramadi-ab)
Der Schmuggel von Öl aus dem Förderfeld ʽĀğil (Ajil) im Nordirak durch IS dauert an. Irakischen Quellen zufolge werde es über Kirkuk und Mossul erst in die Autonome Kurdenregion des Irak transportiert und von da ins Ausland. Die tägliche Förderleistung in ʽĀğil beträgt 30.000 Barrel. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272181-is-miliz-setzt-schmuggel-irakischen-%C3%B6ls-fort vom 5.12.2014)
Der libanesische Armeechef General John Emad Ghahwetschi [ʽImâd Ġahwağî] gab im Presseinterview mit an-Nahâr offiziell bekannt, daß eine der Ehefrauen von IS-Terroristenchef Abû Bakr al-Baġdâdî vor 15 Tagen von libanesischen Sicherheitskräften verhaftet worden sei (vgl.u.). In der Region al-Ğarûd (Al-Djaroud) beginne mit dem Vordringen der Armee wohl ein Verschleißkrieg, da die Terrorgruppen nicht wie eine klassische Armee vorgingen. Man werde jedoch solange gegen sie kämpfen wie nötig. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272147-libanesischer-armeechef-ehefrau-von-al-baghdadi-seit-15-tagen-in-haft vom 5.12.2014)
Premiermister Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi) hat in Brüssel im Gespräch mit der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini den Bedarf nach einer weiteren Waffenlieferung, einem intensiveren Informationsaustausch und weiteren Ausbildungsmöglichkeiten für die Anti-IS-Kämpfer geltend gemacht sowie Hilfe der EU bei der Rückführung irakischer Flüchtlinge in die befreiten Städte und den Wiederaufbau zerstörter Gebäude und Infrastruktur gefordert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/272125-haidar-al-abadi-fordert-hilfe-der-eu-an-irak vom 4.12.2014).
Die Behauptungen von Pentagon-Sprecher Konteradmiral John Kirby, die iranische Luftwaffe würde mit F-4-Phantom-Kampfjets ebenfalls – aber in „Eigenregie“ – Luftangriffe auf IS-Einheiten im Irak unternehmen, dementiert. Wie schon mehrere Male zuvor wiederholte das Militärkommando des Irans laut Fars News vom Mi., 3.12.2014, unter Berufung auf den iranischen Generalstabschef Brigadegeneral Masʽûd Ğazyazarî (Massoud Jazayeri) der Iran habe keine Kampfeinheiten im Irak, die Erklärungen des Pentagon „entsprechen überhaupt nicht der Wirklichkeit“. Vielmehr sei Washingtons Eingreifen „der Hauptgrund für Unruhen, Instabilität und Aktivitäten der IS-Kämpfer im Irak“. (http://de.ria.ru/security_and_military/20141203/270133701.html)
Auf Hinweise ausländischer Geheimdienste haben Angehörige der libanesischen Streitkräfte eine der Ehefrauen sowie einen der Söhne des selbsternannten IS-„Kalifen“ Abû Bakr al-Baġdâdî (Abu Bakr al-Bagdadi) beim Übertritt der syrisch-libanesischen Grenze festgenommen. Name und Staatsangehörigkeit der Frau wurden nicht genannt. (http://de.ria.ru/politics/20141202/270124243.html)
Auf der Jahrestagung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) in Den Haag gab der irakische Vizeaußenminister Muḥammad Ğawâd al-Durâkî (Mohammad Dschawad al-Doraky) am Mo., 1.12.2014, hinsichtlich einer Chemiewaffen-Anlage aus den Zeiten des hingerichteten Staatspräsidenten Ṣaddâm Ḥussein bekannt: „Den irakischen Militärkräften ist es gelungen, die Terroristen aus dieser Anlage zu vertreiben„. Wie auch in Syrien üblich, hatten die (IS)-Terroristen vor Verlassen des Areals dieses vermint, so daß die noch für 2014 geplante Zerstörung der Anlage aufgeschoben werden muß, bis ein Räumkommando alle Sprengfallen entfernt hat. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271992-irakische-armee-erobert-chemiewaffen-anlage-von-is-zur%C3%BCck)
Um die Terrorgruppe IS effektiv bekämfen zu können hat das Kabinett in einer außerordentlichen Sitzung das 23-Milliarden-Dollar-Budget des Verteidigungsministeriums bewilligt. Es umfaß laut Bericht des des saudischen Fernsehsenders al-Ḥadaṯ mehr als das Achtfache (sic, laut Text) des Vorjahres auf dringendes Anraten des ehemaligen Beraters für Nationale Sicherheit Muwaffaq ar-Rubîʽî (Muwaffaq al-Rubaie). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271980-der-etat-des-irakischen-verteidigungsministeriums-steigt-zur-bek%C3%A4mpfung-islamischer-staat-is-ums-siebenfache)
In Mossul haben IS-Anhänger während einer Razzia gut 50 Ärzte festgenomen und anschließend per Kopfschuß getötet, wie Muḥammad Ḥalabî (Mohammad Chalabi), Mitglied des Logistik-Rats der Region Umm ar-Râbiʽîn (Um al-Rabiin) in Mossul am So., 30.11.2014, bekannt gab. Da der IS alle Nachrichtenkanäle der Stadt Mossul zu der Außenwelt blockiert habe, sei es schwierig, an Nachrichten über dieSituation dort zu kommen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271929-50-%C3%A4rzte-in-mosul-hingerichtet vom 1.12.2014)
Bei einem Trefffen mit dem iranischen Botschafter Ḥassan (Hassan) Danaifar, würdigte Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Foad Maasum) den Beistand des Iran im Kampf gegen den Terror, wobei diesem Staat eine Schlüsselrolle zukomme. Diese Unterstützung wurde dem Irak auch weiterhin zugesichert und man vereinbarte regelmäßige Treffen zur Fortsetzung der Zusammenarbeit. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271903-foad-maasum-w%C3%BCrdigt-rolle-irans-im-kampf-gegen-terrorismus)
Auch Luṭfî bin Ğadû (Lutfi Bin Jadu), der Innenminister Tunesiens, woher ein Großteil des Muğâhdîn-Nachschubs für die Terrorgruppen in Syrien und dem Irak kommen, hat die reichen Araber der Golfanrainerstaaten für die Finanzierung dieser Gruppen bezeichnet. (http://german.irib.ir/nach-richten/politik/item/271901-tunesien-wohlhabende-araber-ern%C3%A4hren-den-terrorismus)
Besonders auch die Bewohner der Dörfer aus dem Umland des syrischen ʽAin al-ʽArab (Kobane) hatten unter dem IS-Sturm vor Wochen zu leiden, da ihnen meist nur die Flucht blieb. Die Terroristen hätten auf die fliehenden noch geschossen. Doch die Türkeischloß für die Flüchtlinge die Grenze (s. Syrien Teil III ) oder diejenigen, die noch durchgekommen waren, wurden in der Türkei mit Tränengas und anderen Mitteln wieder hinter die Grenzlinie zurückgedrängt. Die Lage dort sei ebenso schlimm gewesen. Daher seien nun viele ins irakische Kurdengebiet unterwegs, wo bereit ca. 2.000 Personen im Westen von ʽArbîl (Erbil) im Ğilwân-(Gilwan-)Flüchtlingslager untergekommen seien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271865-syrische-fl%C3%BCchtlinge-st%C3%BCrmen-irakisches-kurdistan)
Laut Irakischen Sicherheitsquellen seien in der Nacht zum So., 30.11.2014, heftige Gefechte zwischen der Armee und den IS-Muğahidîn nahe der universität in Tikrît ausgebrochen. „Sicherheitskräfte verhindern mit Unterstützung des Volkes den Vormarsch der Terrorgruppe Richtung Tikrit-Universität.“, hieß es. Zudem wurden nach Polizeiangaben infolge eines Suizidattentats südlich von der Stadt zwei irakische Widerstandskämpfer getötet, fünf weitere Personen verletzt. Am Sa., 29.11.2014, habe eine große militärische Operation zur Befreiung von Ortschaften von der IS-Besatzung nördlich von ad-Duğail (Dejail) begonnen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271889-nordtiktit-heftige-auseinandersetzung-irakischer-armee-mit-is-terroristen)
Bei zwei Bombenexplosionen in Bagdad verloren am So., 30.11.2014, einmal vier Personen ihr Leben, während neun weitere verletzt wurden, das andere Mal gab es drei Tote zu beklagen und 12 Verletzte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271895-7-iraker-bei-explosionen-in-bagdad-get%C3%B6tet)
Der Barnabas Fund, eine christliche Hilfsorganisation veröffentlichte am 6.11.2014 ein IS-Dokument, das die Verkaufspreise für grkidnappte und bei Kämpfenoder anderweitig gefangen genommene, also nach IS-Ansicht „im Ğihâd erbeutete“ erbeutete christliche und jasidische Frauen und Kinder je nach Alter auflistet. Die Preisregulierung sei infolge der signifikanten Verringerung von [angebotenen] Sklaven notwendig geworden. Demnach würden Frauen im Alter von 40-50 Jahren 5.000 Dinare (≈ 34€ / 43US$) kosten, 30-40 jährige Frauen 75.000 Dinare (≈ 51€ / 64US$), 20-30 jährige Frauen 100.000 Dinare (≈ 68€ / 84US$), Mädchen von 10-20 Jahren 150.000 Dinare (≈102€ / 128US$) und Kinder von 1-9 Jahren 200.000 Dinare (≈ 136€ / 170US$). Wer sich nicht an die Preise halte, werde hingerichtet. Niemand dürfe mehr als drei Sklaven erwerben, Ausnahmen bestehen hierbei jedoch bzgl. Türken, Syrern und Käufer aus den arabischen Golfstaaten. (https://barnabasfund.org/IS-militants-publish-prices-for-Christian-slaves-in-Iraq.html)
Laut der irakischen Nachrichtenagentur al-Furât hat ein irakischer Armeeeinsatz am Fr., 28.11.2014, im Bezirk Ḫālid (Khalid) im SW von Kirkûk zu einer deutlichen Niederlage des IS mit etlichen Toten und Verletzten geführt wie auch irakischeLuftangriffen auf Zufluchtsorte der Terroristen in al-Ḥawîğa (al-Havija) und den Regionen ar-Riyâz (al-Riyaz) und al-ʽAbbâsiyya (al-Abbasiya). Die US-geführten Luftangirffe richteten sich auf Tal ʽAfar (Tal Afar) im W von Mossul. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271794-dutzende-terroristen-im-irakischen-kirkuk-get%C3%B6tet)
Am Do., 27.11.2014, verursachte die zuvor angekündigte Abschaltung aller Handynetzwerke durch den IS in der besetzten Stadt Mossul in einigen Bereichen chaotische Verhältnisse. Es soll damit die Weitergabe von Details über IS verhindert werden, welche ihren Gegenrn bei der Bekämpfung zu gute kommen könnten. Eine Woche zuvor hatte die Terrororganisation zwei Kandidatinnen für einen Parlamentssitz im Bezirk Faiṣaliyya (Faisaliyah) in Mossul hingerichtet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271677-is-sperrt-handynetzwerk-in-mosul)
Als am Mittwochabend IS-Einheiten aus den vier Himmelsrichtungen ar-Ramâdî angriffen, war man schon seit Tagen vorgewarnt. Die Armee unter Mithilfe diverser lokaler Clans konnte diese zurückschlagen und mehr 100 von ihnen töten, wie Kerim el-Kerbuli, Mitglied des Sicherheitsausschusses im irakischen Parlament, gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi erklärte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271663-irak-mindestens-100-is-terroristen-bei-gefechten-in-al-anbar-get%C3%B6tet)
Der Angriff auf den Mossul-Staudamm durch die IS-Terroristen scheiterte nach heftigen Zusammenstößen mit Pîšmarga-Einheiten unter großen Verlusten für die Angreifer. Da die Terrorgruppe zuvor das Fernmeldenetz von Mossul abgeschaltet hatte, war man vorgewarnt, teilte der Pîšmarga-Kommandeur ʽAzîz Uwaisî (Aziz Owaysi) mit. Zudem haben IS-Leute die Mauer des Padusch-Gefängnisses, des drittgrößten des Landes, gesprengt und die Gefangenen mit sich geführt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271666-200-is-terroristen-beim-angriff-auf-den-mossul-staudamm-get%C3%B6tet vom 27.11.2014)
Wagit Alekperow, Chef von LUKoil – Rußlands größtem privatem Ölkonzern – gab nach einem Treffen mit Iraks Ölminister ʽAbdulkarim al-Luwaîbî (Abdel Karim al-Luaibi) am Mi., 26.11.2014, in Wien bekannt: „Wir besprachen mehrere neue Projekte, darunter auch ein JV [Joint Venture] zur geologischen Erkundung. Der (irakische) Minister war dafür. Demnächst wird eine gemischte Arbeitsgruppe nach dem passenden Standort suchen“, sagte Alekperow. Über Details des Projekts verleutete zunächst nichts weiter. (http://german.ruvr.ru/news/2014_11_27/LUKoil-und-Irak-erwagen-Grundung-von-Joint-Venture-5384/)
Am Mi., 26.11.2014, informierte die russische Drogenkontrollbehörde darüber, daß die Terrorgruppe IS die Hälfte der Heroin-Lieferungen von Afghanistan nach Europa kontrolliere und von daher immens hohe Einnahmen habe. Mit schnellen Kleinschiffen werde es auch über den Golf von Aden nach Äthiopien, Eritrea, Somalia, Kenia und Tansania gebracht. Wörtlich heißt es im Bericht: „Gerade die großzügigen Transitlieferungen von afghanischem Heroin stellen eine erneuerbare Finanzbasis für das Funktionieren des ‚Islamischen Staates‘ dar, der die Hälfte aller Heroin-Lieferungen über den Irak und andere, ebenfalls destabilisierte Länder Afrikas nach Europa absichert und fabelhafte Gewinne dadurch erzielt“. Und: „Da dem Piratentum die groß angelegte Drogen-Produktion in Afghanistan zugrunde liegt, haben die durcheinandergebrachten Ursache-Wirkungsbeziehungen bedauerlicherweise die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung dieses Phänomens faktisch auf ein Nichts reduziert. Es liegt klar auf der Hand, dass eine Beilegung der Konflikte in den genannten Regionen ohne Zerstörung der umfassenden Rauschgiftproduktion in Afghanistan undenkbar ist„. (http://german.ruvr.ru/news/2014_11_26/IS-finanziert-sich-mit-Rauschgifttransit-nach-Europa-russische-Drogenkontrolle-9984/)
Bei einem Angriff von irakischer Armee und Pîšmarga auf Zamar wurden laut Sky News 43 IS-Terroristen getötet sowie gepanzerte Fahrzeuge zerstört. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271595-43-is-terroristen-in-der-irakischen-provinz-ninive-get%C3%B6tet vom 26.11.2014)
Im Zentrum von Mossul ließ der IS drei Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren durch Erschießen hinrichten wegen angeblicher Arbeit für einen irakischen Geheimdienst wie as-Sûmariyya News berichtet.(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271520-is-im-irak-drei-frauen-in-mossul-hingerichtet vom 25.11.2014)
Ein IS-Suizidattentäter verabschiedet sich per Videoaufnahme kurz vor seiner Tat mit folgender Erklärung:
„Ich spreche die Feinde der Religion [des Islâm] an: ‚Sterbt in eurer Wut! Denn der Islamische Staat ist im Irak und Syrien Realität. Mit der Erlaubnis Allahs wird die Morgensonne des Islam aufgehen. Heute, in den letzten Stunden vor dem Suizidattentat, mit Allâhs Erlaubnis! Gleich schwimmen wir in den vorüberfließenden Flüssen [zeigt auf einen Fluß in der Nähe], aber in wenigen Stunden in den ewigen Flüssen, in der Ewigkeit, wenn Allâh will. Das ist der größte Gewinn [dieser Ausdruck kommt im Koran wiederholt vor, z.B. in Sure 9,111: ‚Allâh hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft: Sie kämpfen für Allâhs Sache, sie töten und werden getötet; eine Verheißung – bindend für Ihn – in der Thora und im Evangelium und im Qur’ân. Und wer hält seine Verheißung getreuer als Allâh? So freut Euch Eures Handels, den Ihr mit Ihm abgeschlossen habt; denn dies ist wahrlich die große Glückseligkeit.‘].
Ich empfehle meinen Geschwistern [im Islam], auf diesem Weg, dem Weg des Kampfes für Allâhs Sache [d.i. Ğihâd] in Bewegung zu setzen. Ich schwöre bei Allâh: Viele Menschen behaupten, der Ğihâd bedeute: Die Ğihâdübenden [arab.: al-Muğâhidûn] lebten in Angst, sie heirateten nicht. Sie meinen, der Ğihâd bedeute Tod und getötet zu werden. Es bedeute, der Kampf sei kein [erg.: wahres, echtes, lebenswertes] Leben. Doch heiraten wir, die Kämpfenden heiraten. Hier ist ein klares Beispiel dafür – unser Bruder Abû Aiman [zeigt auf eine in der Videoaufnahme nicht zu sehende Person]. Er ist der Anfertiger der Autobomben, er heiratet! Die Kämpfer des Islamischen Staates, Allâh sei Dank, heiraten, essen, trinken und sie führen das beste Leben mit Allâhs Erlaubnis.
Der Prophet Allâhs – Allâhs Segen und Heil seien auf ihm – sagte: ‚Ihr müsst den Jihad einhalten, denn dieser ist einse der Tore zum Paradies. Dadurch nimmt Allâh die Sorgen und die Traurig¬keit.‘ Wer hat diese Worte gesagt? Sind dieses die Worte von Abû-Ṭalḥa al-Libî? [der Sprechende meint sich selbst, die nisba bedeutet, daß er Libyer ist]. Nein, dieses sind weder die Worte von Abû-Ṭalḥa al-Libî, noch eines [erg.: islamischen] Schriftgelehrten, sondern es sind die Worte des Propheten – Allâhs Segen und Heil seien auf ihm – der nicht aus Begierde spricht [Anspielung auf Sure 57,3–4, in der es bzgl. Muḥammad heißt: ,.. noch spricht er aus Begierde. Vielmehr ist es eine Offenbarung, die (ihm) eingegeben wird.‘].
Glaubt nicht, daß ein Selbstmordattentäter keine Angst vor einer Sprengung oder Explosion hat. Wir sind alle Menschen und haben Angst vor Explosionen. Aber wir müssen die Aussage des Geliebten [gemeint ist der Prophet Muḥammad] bedenken: ,Der Märtyrer spürt nichts von seiner Tötung außer einem leichten Kniff.‘ Dies sind die Worte des Propheten – Allâhs Segen und Heil seien auf ihm. Beinhalten die Worte des Propheten eine Lüge? Um Allâhs Willen!
[Eine Ansprache an Muslime]: Praktiziert die beste Methode, mit der Ihr die Feinde der Religion [d.h. des Islâm] ärgert: das Suizidattentat! Dies ist die beste Methode, um Angst unter den Feinden der Re¬ligion zu verbreiten. Bei Allâh, dies ist lediglich ein Kniff. Allâh möge selbst diesen Kniff noch leichter werden lassen.
… Denkt ihr, daß der ,Staat des Islâms‘ durch Predigt, Reden oderMissionierung [arab. daʽwa] entsteht? Bei Allâh, nein! Bei Allâh, der Staat des Islam entsteht nur durch zerfetzte Körper. Er wird nur entstehen, wenn Muslime sich dafür opfern. Wer den Koran und das Leben [von Muḥammad, arab.: sîra] studiert, findet, daß sowohl der Prophet als auch seine Weggefährten ihr Leben und das Eigentum für diese Religion [d.i. den Islâm] geopfert haben, um für uns den Ruhm des Islâms zu erhöhen.
Deshalb wird der Ruhm der Muslime nicht entstehen, bis sie sich den Tod wünschen, genau wie der Prophet – Allâhs Segen und Heil seien auf ihm – sagte: ‚Ich bin mit dem Schwert gesandt, so daß nur Allâh angebetet wird‘. Deshalb ist selig, wer sich auf dem Weg des Ğihâds bewegt. Bei Allâh, dieses ist der kürzeste Weg ins Paradies … So Allâh will, bin ich jetzt hier und ein paar Stunden später bei Allâh, ich treffe Allâh, er sei gepriesen.
… [Der Sprecher befindet sich jetzt in einem mit Sprengstoff beladenen LKW]: Allâh sei Dank für die Gnade der Suizidattentate. Selig sei derjenige, der auf diesem Weg geht. Selig seid ihr, die ihr schon ein Selbstmordattentat durchgeführt habt. Denn euer Prophet, Muḥammad bin ʽAbdullâh sagte, als er nach den besten Märtyrern gefragt wurde: ‚Der, der sein Blut vergossen hat und dessen Pferd getötet wurde‘. In unserer Zeit gilt das Auto als ‚Pferd‘, so Allâh will. Wir bitten den hehren Allâh darum, uns und unser Pferd für seine Sache zu töten.‘ Ich teile Ihnen die gute Nachricht mit, d. h. die Aussage des Propheten: ‚Wer einen Eroberer ausrüstet, gilt selbst als Eroberer‘. Ich spreche unsere Geschwister an, die dieses Suizidattentat und vorige Suizidattentate vorbereitet haben: ‚Bereitet Suizidattentate vor. Seid glücklich, denn Eure Belohnung [im Paradies] wird entsprechend eurer Tat sein‘.“
Später zeigt die Videoaufnahme, wie der Sprecher des Videos sich mit dem von ihm gesteuerten LKW an einem Checkpoint der irakischen Armee in die Luft gesprengt hat. (www.youtube.com/watch?v=W0PlGGzVtFQ)
Wie Sky News berichtet, haben Pîšmarga und die irakischen Armee mit Artillerieunterstützung die Städte as-Saʽdiyya (Sadiya) und Ğalaulâ` (Joula) in der Provinz Diyālā [am Diyālā-Fluß gelegen] von den IS-Terroristen befreit. Dabei seien über 150 IS-Mitglieder gefallen, Fahrzeuge, Ausrüstungen, Waffen und Munition beschlagnahmt worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/271391-irak-zwei-st%C3%A4dte-in-der-provinz-diyala-ges%C3%A4ubert-%C3%BCber-150-mitglieder-des-is-get%C3%B6tet)
Derweil ordnete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi) am Sa., 22.11.2014, nach seinem Treffen mit einer Delegation aus al-Anbâr an, die Luftangriffe dort zu verstärken und die dort operierenden Einheiten aufzurüsten, auch würden Freiwillige zur Verstärkung geschickt, hieß es in einer Erklärung seines Büros. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271377-irak-verst%C3%A4rkt-luftangriffe)
In einem Dorf im Osten von ar-Ramâdî haben IS-Terroristen offenbar mindestens 25 Mitglieder des sunnitischen Clans Âl- Bû- Faḥd (Albu Fahd), welcher die Regierungskräfte unterstützte, ermordet. Gemäß Aussage von Hathal Al-Fahdawi, Mitglied des Provinzrats, hätten irakische Sicherheitskräfte bei der Durchsuchung befreiter Gebiete in der Region Šağariyya (Schajariyah) die Leichen entdeckt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271325-is-t%C3%B6tet-25-mitglieder-eines-sunnitischen-stammes-in-al-anbar)
Die irakische Armee läßt verlauten, man habe jetzt die volle Kontrolle über ar-Ramâdî, die Provinzhauptstadt von al-Anbâr erkämpft. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271233-irakische-armee-befreite-die-stadt-al-ramadi vom 21.11.2014)
Kaum hat Amnesty International (AI) heftige Vorwürfe gegen die Türkei hinsichtlich der Behandlung der syrischen Flüchtlinge an der gemeinsamen Granze erhoben, verspricht der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu beim Treffen mit dem Präsidenten der autornomen Kurdenregion im Irak, Masûd Barzanî (Masud Barzani), den Kurden Unterstützung im Kampf gegen IS. Außerdem bekundete er Interesse an Öllieferungen. (http://german.ruvr.ru/news/2014_11_22/Turkei-verspricht-Kurden-Unterstutzung-im-Kampf-gegen-IS-Milizen-3343/) – Zu den illegalen „Öllieferungen“ durch den IS s. hier!
Bei einem Luftangriff auf die Stadt Mossul wurde laut Reuters basierend auf Aussagen von Einwohnern und Quellen des medizinischen Dienstes der Stadt wurde einer der IS-Anfrüher namens Radwân Ṭâlib al-Ḥamdûnî (Radwán Tálib al-Hamdúní) zusammen mit seinem Fahrer getötet. (http://german.ruvr.ru/news/2014_11_20/Ein-Anfuhrer-des-Islamischen-Staates-im-Irak-getotet-4232/)
Nach Aussage des irakischen Abgeordneten Ḥâkim az-Zâmilî (Hakim al-Zamili) gegenüber der türkischen Zeitung Zaman vom 19.11.2014 ist kürzlich auf dem Flughafen von Bagdad ein mit Waffen beladenens tschechisches Flugzeug gelandet. Es sei nicht das erste dieser Art. Die Waffen würden gegen illegal vom IS gefördertes Öl getauscht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271125-irakische-quelle-flugzeuge-mit-waffen-f%C3%BCr-is-auf-dem-flughafen-von-mussul-gelandet vom 20.11.2014)
In einem für UN-Sicherheitsrat vorbereiteten Bericht internationaler Experten stehen den IS–Muğâhidîngenügend erbeuteter Waffenmengen zur Verfügung, daß sie für zwei Jahre Kampfhandlungen in Syrien und im Irak ausreichten. Das Gros stamme von einem unter US-Kontrolle stehenden Militärstützpunkt im Irak. (http://german.ruvr.ru/news/2014_11_19/Uno-Bericht-Erbeutete-Waffen-reichen-den-bewaffneten-IS-Rebellen-fur-zwei-Jahre-6265/)
Masûd Barzanî (Massoud Barzani), Präsident der Kurdischen Autonomen Region im Nordirak, wirft der US-geführten Koalition mangelnde Unterstützung im Kampf gegen den IS vor. Gerne würde man den Koalitionsstreitkräften für ihren Beitrag danken, jedoch sei die bisherige Unterstützung weit unter dem Bedarf. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271070-fbi-rund-150-us-b%C3%BCrger-k%C3%A4mpfen-auf-seite-der-is-terroristen)
Der irakische Verteidigungsminister Ḫālid al-ʽUbaidî (Khaled Al –Obeidi) lehnte am Di., 18.11.2014, jeglichen US-Plan zur Befreiung Mossuls von den IS-Terroristen durch deren Streitkräfte auf irakischem Boden ab. Die irakische Armee sei selbst dazu wie zur Befreiung der anderen irakischen Provinzen in der Lage, berichtete as-Sûmariyya News. Die Präsenz von Bodenkräften der internationalen Allianz betreffe lediglich das Angebot von Dienstleistungen auf der Ebene der Beratung und Experten-wissen in technischen Fragen, führte er aus. Auch Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (al-Abadi) sprach sich gegen den US-Vorschlag (vgl.u.) hinsichtlich einer Teilnahme von US-Militärkräften an demnächst in den Provinzen Nînawâ (Ninive) und den Grenzgebieten zu Syrien geplanten Gefechten aus. Wörtlich meinte er: „Angesichts der Erfolge und des Vorrückens der Sicherheitskräfte, freiwilligen Bürgerwehr und der Nomadenkräfte im Kampf gegen die IS, benötigt Irak keine Mitbeteiligung von ausländischen Bodenkräften.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/271045-irak-ist-gegen-jegliche-us-pl%C3%A4ne-zur-befreiung-von-mossul vom 19.11.2014)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî konnte am Mo., 17.11.14, beim Treffen mit dem Parlamentsabgeordneten und Generalgouverneur der südirakischen Provinz Karbalâ` (Kerbela) konstatieren: „Die Terrorgruppen ziehen sich aus vielen Regionen Iraks zurück“ , so aus der erstgenannten südlichen Provinz. In den Provinzen Ṣalāḥu_d-Dīn (Salaheddin) und al-Anbâr, habe die Armee ebenfalls viel erreicht. Der Kampf gegen die Terroristen werde bald abgeschlossen sein, versicherte er gemäß Sûmariyya News. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270974-al-abadi-die-terroristen-ziehen-sich-aus-dem-irak-zur%C3%BCck vom 18.11.2014).
Bei Bombenanschlägen in einem šîʽitischen wie sunnitischen Viertel in Bagdad sind mindestens 11 Zivilisten getötet und 35 weitere verletzt worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270941-irak-46-tote-und-verletzte-bei-zwei-bombenanschl%C3%A4gen-in-bagdad)
In der zuerst und besonders von ISIS/IS heimgesuchten Provinz al-Anbâr haben sich 50 Frauen zusammengetan und mit einer militärischen Ausbildung durch irakische Armeeangehörige begonnen, um zusammen mit arabischen Großstämmen ihr Gebiet und ihre Familien gegen die Terrorgruppe verteidigen, berichte die Webseite basnews.com am So., 16.11.2014. Die Einheit nennt sich selbst Banâtu_l-Ḥaqq (Banta el-Hak)“ mit der annähernden Bedeutung: „Recht darauf, freie Mädchen zu sein“. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270921-frauen-im-irakischen-al-anbar-kampf- breit-gegen-is vom 17.11.2014)
Beim Vormarsch der irakischen Armee konnten drei Ortschaften al-Karbuli, al-Nahalat und al-Bouassaf [?: al-Karbûlî, an-Naḥla, al-Buwassaf] in al-Anbâr von IS befreit und die IS-(Panzer)fahrzeuge zerstört werden, meldet die Armee-Kommandozentrale in einer Erklärung. Außerdem kündigte das irakische Verteidigungsministerium die Aufrüstung der Armee-Kommandozentrale der nordirakischen Provinz Ṣalāḥu_ad-Dīn (Salaheddin) mit Munition und Waffen an, von denen genug zur Rückeroberung der besetzten Städte vorhanden seien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270913-drei-regionen-in-der-provinz-al-anbar-aus-den-h%C3%A4nden-der-terroristen-befreit)
Šîʽitische Kämpfer der Badr-Brigaden haben mit Armeeunterstützung zudem den al-Adhem- [al-Uẓaim?] Staudamm unweit von Baiğî (vgl.u.) zurückerobert. Kâẓim Ḥussainawî (Kadhem Husseinawi), der Kommandeur der Brigade berichtete: „Mit Hilfe der Armee und der Badr-Brigarden konnte der Staudamm befreit und von Terroristen gesäubert werden. Zunächst wurden zwei der vier Dörfer in der Nähe des Dammes befreit, die zwei anderen Dörfer hat die Armee wenig später erobert. Dabei setzte sie Mörsergranaten, Hubschrauber und Kampfjets ein. Die Bürgerwehr hat ihrerseits mindestens zehn Hmmwvs [wohl: Hummer-Fahrzeuge] und gepanzerte Fahrzeuge erbeutet und vier weitere zerstört. Die Armee konnte zudem den Ring um die Hauptraffinerie des Landes in der Provinz Salaheddin durchbrechen. Dort finden Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und IS-Terroristen statt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270855-irakische-armee-hat-adhaim-staudamm-zur%C3%BCckerobert)
Der irakischen Armee ist die Vertreibung der IS-Einheiten aus ganz Baiğî gelungen. Wegen des Vorrückens der Armee hat sich IS–Anführer Abû Bakr al-Baġdâdî (Abu Bakr al-Bagdadi) in einer hauptsächlich über soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter und Youtube verbreiteten Audionachricht mit einem Durchhalteappell an seine Kämpfer gewandt und Abweichlern schwere Strafen angedroht. Demgegenüber äußerte ein Passant in Bagdad: „Die Extremisten nutzen die Medien, um die Bevölkerung und die Armee einzuschüchtern. Trotzdem sind unsere Truppen auf dem Vormarsch. Sie bringen viele Opfer, damit wir Zivilisten in Frieden leben können.” (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270812-irakische-armee-befreit-erd%C3%B6lraffinerie-baidschi)
Nach seiner unangekündigten Ankunft in Bagdad (vgl.u.) traf sich US-Generalstabschef Martin Dempsey Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Ebadi) zu Gesprächen über die militärische Situation. Dabei äußerte der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte, daß die US-Administration inzwischen ernsthaft über die Möglichkeit des Einsatzes von US-Bodentruppen im Irak nachdenke. Während seines Irak-Besuches wolle Dempsey deswegen auch mit Regierungsverantwortlichen und Vertretern der irakischen Streitkräfte sprechen, teilte US-Diplomat Brett McGurk, Stellvertreter von Ex-General John Allen als „US-Koordinator für die Koalition gegen den IS“ via Twitter mit. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270821-martin-dempsey-traf-sich-in-bagdad-mit-haidar-al-ibadi vom 15.11.2014 und http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270803-us-truppen-gegen-is-us-generalstabschef-sondiert-die-lage-im-irak)
IS-Muğâhidûn haben auf der Autobahn zwischen den Provinzen al-Anbâr und Ṣalāḥu_d-Dīn (Salahedin) einen angriff auf ca. 40 LKW-Fahrer und Geschäftsleute eröffnet, dabei zwei Personen sofort getötet und die anderen verschleppt. Weder gibt es ein Bekennerschreiben noch Auskunft über die Situation der Entführten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270865-is-entf%C3%BChrt-40-lkw-fahrer-und-gesch%C3%A4ftsleute vom 16.11.2014).
Am Sa., 15.11.2014, kamen infolge eines Suizidanschlags durch einen Autofahrer in der Nähe eines Einkaufszentrums im Norden Bagdads 10 Menschen ums Leben, 29 weitere wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270819-mehr-als-30-tote-und-verletzte-bei-selbstmordanschlag-in-bagdad)
US-Verteidigungsminister Chuck Hagel erklärte: „Sobald die irakischen Streitkräfte stärker geworden sind, werden wir das Tempo und die Intensität der Luftkampagne unserer Koalition steigern“. Zuvor hatte der US-Präsident Barack Obama mitgeteilt (sic!), der Sieg über die terroristische Gruppierung „Islamischer Staat“ sei ohne Entmachtung Bashar al-Assads unmöglich. http://german.ruvr.ru/news/2014_11_13/USA-werden-die-Zahl-der-Luft-schlage-gegen-IS-Kampfer-in-Syrien-und-im-Irak-erhohen-1923/). – Am Sa., 15.11.2014, traf US-Stabschef Martin Dempsey ist zu einem Überraschungsbesuch in Bagdad ein. (http://german.ruvr.ru/news/2014_11_15/Kampf-gegen-den-IS-US-Militarchef-besucht-Irak-6242/)
Die Zentralregierung wie jene der kurdischen autonomen Region im Irak haben sich laut Mitteilung des Wirtschaftsministers (Hoshyar Zebari) vom 13.11.2014 hinsichtlich der Konditionen des Erdölexports und auf Auszahlung der Gehälter kurdischer Beamten darauf geeinigt, daß künftig zum einen die Gehälter der Beamten der Kurdenregion aus dem Staatsbudget bezahlt werden, zum anderen die Einnahmen aus dem Erdöl-Export von täglich 150.000 Barrel an die Staatskasse zu überweisen. Im Streitpunkt um den Erdölverkauf durch die Regierung der autonomen irakischen Kurdenregion hatte die Zentralregierung eine Überwachung gefordert und die Praxis des unkontrollierten Erdölexports als Schmuggel deklariert. Die Kurdenverwaltung gab schließlich Anfang Oktober 2014 zu, für ca. 3 Milliarden Dollar Erdöl in den Süden der Türkei exportiert zu haben. Zu weiteren Details s. http://german.irib.ir/nachrichten/wirtschaft/item/270741-bagdad-und-die-irakische-kurdenregion-einigen-sich-bez%C3%BCglich-des-erd%C3%B6lexports.
Gemäß Aussage von Frau Vian (Fiyan) Dakhil [Daḫîl], der einzigen Jasidin im irakischen Parlament, hält IS seit Juni 2014 ca. 4000 jasidische Frauen gefangen, berichtet die jordanische Nachrichtenagentur Petra am Do., 13.11.2014. Entesar al-Jaburi [Intiṣâr al-Ğabûrî], Mitglied des Frauenausschusses im irakischen Parlament, appelierte an die Regierung, alles Menschenmögliche zutun, diese Frauen zu befreien. Kürzlich (vgl.u.) habe ja die Regierung eine Anzahl freigekauft. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270735-4000-jesidische-frauen-in-der-is-gefangenschaft)
Wohl um voreiligen Gerüchten über sein Ableben vehement entgegenzutreten, hat sich der selbsterklärte IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî (al-Baghdadi) in einem Video gezeigt und alle Muslime zum allgemeinen Ğihâd aufgerufen. (http://german.ruvr.ru/news/2014_11_13/Leader-des-Islamischen-Staates-ruft-zum-weltweiten-Dschihad-auf-6442/)
Wie IraqiNews berichtet, verlautet aus der Geheimdienstabteilung im heimischen Verteidigungsministerium, daß der selbsterklärte IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî (al-Baghdadi) während des kürzlich erfolgten (vgl.u.) irakischen Luftangriffs offenbar ernsthaft verletzt worden ist. Jener pflege zur vWerwirrung seiner Feinde jeweils zwei Kolonnen an Fahrzeugen starten zu lassen. Während die US-geführte Allianz die falsche bombardierte, habe die irakische Luftwaffe den richtigen Konvoi in Mossul angegriffen, wie zuletzt korrekt gemeldet (vgl.u.) worden war. Das Parlamentsmitglied Ḥussain al-Mâlikî (Hussein al-Maliki) faßte demnach zusammen: „The Iraqi Intelligence Dept. within the MoD assured that Al-Baghdadi is seriously injured in his head due to an airstrike that targeted his convoy in Mosul. The US states that it targeted Baghdadi’s convoy and injured him, but in fact the Iraqi Security Forces attacked his convoy and injured him because he used to moving by two convoys to mislead the security forces and the US targeted the false one”. Im Statement des Innenministeriums hieß es hierzu: “The leader of the group, known as Abu Bakr al-Baghdadi has been injured while his key aide, Abu Huzayefa al-Adnani, was reportedly killed. Senior leaders and experts in explosive devices were also killed in the attack including Omar al-Absi and Ahmed Salem al-Salmani, known as Abu Omar, the leader of Ashbal al-Jannah within the ISIS group.” Und weiter: The leader of the ISIS group, Abu Bakr al-Baghdad was transported to Syria after he was injured in an air strike that resulted in 40 casualties among ISIS militants. The air strike targeted a meeting held between the ISIS leader and his key aides in an area near al-Kanadi school in al-Sa’ada district.” – Am Mo.,10.11.2014, gab das Verteidigungsministerium die Namen der beim Angriff der IAF (Iraqi Air Force) im W von al-Anbâr getöteten IS-Muğâhidîn bekannt. Am Di., 12.11.2014, wurden demnach Dutzende IS-Terroristen in Mossul getötet. Der Polizeichef von Kirkûk, General Sarḥad Qâdîr (Gen. Sarhad Qader), informierte am Montag noch darüber, daß in einer Spezialoperation Personen inhaftiert worden seien, die an 14 Suizidattentaten beteiligt gewesen waren, darunter der Gouverneur des al-Ḥuwîğa- (al-Huwija) –Distrikts. Aufgrund von Geheimdienstinfomationen plante eine Polizeieinheit, ein Treffen dieser Elemente – d.i. der Gouverneur und einige Distriktsbeamte als ISIS/IS-Alliierte – zu stürmen, bei dem jene durch ihren Führer ausbezahlt werden sollten. Dabei wurden Fahrzeuge, Explosivstoffe und gefälschte ID-Karten sichergestellt. (http://en.alalam.ir/news/1648090)
Am Mi., 12.11.2014, entließ Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) Sky News Arabia zufolge 26 weitere ranghohe Armeebefehlshaber, d.h. Führungskräfte aus dem Verteidigungsministerium, aus ihren Ämtern. Als Grund wurde deren schwache Leistung bei der Bekämpfung von Terrorgruppen bzw. gleich die Zusammenarbeit mit jenen Gruppen genannt. Zudem wurden zehn weitere Kommandeure der irakischen Armee in Pension geschickt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270674-absetzung-mehrerer-armeebefehlshaber-im-irak).
Irakische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben die Stadt Baiğî mit der größten Erdölraffinerie des Landes inklusive des Elektrizitätswerkes zurückerobert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270629-iraks-verteidigungsministerium-wir-haben-%C3%B6lraffinerie-in-baisdschi-zur%C3%BCckerobert)
Am Mo., 10.11.2014, sein laut Sprecherin der Kommandozentrale der US-Armee, Elissa Smith, 50 der zur aufstockung von US-Präsident Obama kürzlich versprochenen US-Soldaten in der Provinz al-Anbâar eingetroffen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/ 270602-50-us-soldaten-treffen-in-der-irakischen-provinz-al-anbar-ein)
IS-Terroristen haben in Hît (Hit) in der Provinz al-Anbâr etwa 70 Mitglieder des Stammes Âl-Bû-Nimr (Al Bu Nimr) ermordet. Andererseits gelang es den irakischen Streitkräften,welche derzeit einen Befreiungsschlag gegen die von IS besetzte Stadt Hît vorbereitet, mehr als 60 Terroristen in der Militärbasis Ġazlanî (Ghazlâni) in Mossul getötet sowie bei einem Angriff gegen die Extremisten ca. 40 Muğâhidîn getötet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270561-irak-70-tote-durch-is)
Statistiken irakischer Medien zufolge wurden im September dieses Jahres 1.772, im August 3.549, im Juli 4.623 und im Juni 2.975 Terroristen getötet. Seit der Besatzung von Mossul und weiteren Gebieten im N und W des Iraks im Juni haben insgesamt 15.762Terroristen den Tod gefunden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270447-irakische-medien-mehr-als-15-000-is-terroristen-in-irak-get%C3%B6tet)
Update: Gemäß einer Meldung des irakischen Innenministerium vom Sonntagabend, 9.11.2014, ist IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî (al-Baghdadi) bei einem Angriff einer irakischen Spezialeinheit verletzt worden. Eine Spezialeinheit habe einen Versammlungsort führender IS-Terroristen gestürmt, infolge dessen al-Baġdâdî mit anderen ranghohen Kommandeure der Terrorgruppe verwundet worden sei. Auch kursierten Berichte, wonach vier Ärzte aus einem Krankenhaus in Mossul entführt worden seien, von denen man vermutet, daß sie jene Verwundete behandeln sollen. – Die Falschmeldung, al-Baġdâdî sei bei einem US-Luftangriff am Freitag verletzt worden (vgl.u.), ging auf einen Eintrag des IS-Sprechers al–ʽAdnânî (al-Adnani) auf seiner Twitter-Seite zurück. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270539-is-anf%C3%BChrer-al-baghdadi-ist-verletzt)
Laut einer Reuters-Meldung basierend auf Medienberichten soll bei einem US-geführten Luftangriff im Irak am Sa., 8.11.2014 ein Gebäude in einem Ort nahe der Stadt al-Qâ`im, in dem sich IS-Funktionäre trafen, bombardiert und dabei der IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî (al-Baghdadi) verwundet worden sein. Die IS-Administratoren für al-Anbâr, Abu Muhannâ as-Suwaidawî (Abu Muhannad al-Sweidawi) und für al-Furât Abu az-Zahrâ` al-Muḥammad (Abu Zahraa al-Mohammad ) seien dabei getötet worden. (Wiedergabe bei http://www.sana.sy/en/?p=17296 am 8.11.2014). – Demgegenüber sollen sich nach Angaben der New York Time“, die sich auf eine Pentagon-Meldung beziehen, die US-geführten Luftangriffe auf einen Konvoi von IS-Trucks in der Nähe von Mossul gerichtet haben, welche zerstört wurden, wie Colonel Patrick Ryder, Sprecher des Militärs, angab. Zwei irakische Beamte erwähnten Luftangriff in der Nähe der Stadt al-Qâ`im. Ob Abû Bakr al-Baġdâdî dabei verletzt oder getötet oder überhaupt zugegen gewesen sei, sei laut US-Verteidigungsministerium bislang noch unklar. (http://german.ruvr.ru/news/2014_11_09/Irak-Treffen-von-IS-Fuhrern-ist-Ziel-von-US-Luftschlagen-1411/)
Einer Anschlagsserie mittels Autobomben in verschiedenen Teilen Bagdads am Sa., 8.11.2014, fielen Dutzende Menschen zum Opfer, weitere wurden verletzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270465-dutzende-tote-bei-explosionen-in-bagdad)
Gemäß Aussage des Ratspräsidenten der Provinz al-Anbâr, Sabah [Ṣabâḥ] Karhut, haben irakische Sicherheitskräfte mit Hilfe von Nomaden am Sa., 8.11.2014, 16 Dörfer im Osten des Bezirks Hît, 70km westlich von ar-Ramâdî, bis nach al-Dūlāb (Al-Dulab) befreien und die Region vollständig unter Kontrolle bringen können, während die IS-Terroristen in die umliegenden Gebiete flüchteten. Zudem habe eine Großoffensive zur Befreiung der Gebiete westlich von al-Anbâr begonnen, wie aus dem Gouverneurgebäude von ar-Ramâdî (Al-Ramadi) verlautete. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270485-16-d%C3%B6rfer-im-irakischen-al-anbar-von-is-terroristen-befreit vom 9.11.2014)
Am Sa., 8.11.2014 gelang es der irakischen Armee bei ihrem Vormarsch in der Provinz Ṣalāḥu_d-Dīn (Salahaddin) im Norden Tikrîts 15 Tanker der IS [zur illegalen Ölausfuhr] sicherzustellen. Gemäß as-Sûmariyya News hat die Armee zudem den Norden der genannten Stadt sowie die Umgebung von Baiğî (Baidji), das am Vortag zurückerobert worden war, von den IS-Terroristen befreit. Beim Vormarsch wurden die IS–Muğahidûn gezwungen, zunächst in die Region Šarqa (Sharqat), 120km nördlich von Tikrît, und danach zur Provinz Nînawâ (Ninive) zu fliehen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270421-irak-15-tanker-der-is-extremisten-sichergestellt vom 8.11.2014).
Im Interview mit dem TV-Sender CBS erklärte der ehemalige US-Präsident, George W. Bush, er bedaure, daß der von ihm zu verantwortende Angriff auf den Irak im Jahre 2003 der Terrorruppe IS den Weg bereitet habe. Im Detail s. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270404-ex-us-pr%C3%A4sident-bush-die-invasion-in-den-irak-2003-ebnete-dem-is-den-weg vom 8.11.2014).
US-Präsident Barack Obama genehmigte die Verdoppelung der im Irak eingesetzten US-Soldaten auf 1500 Mann, welceh die irakischen wie kurdischen Kämpfer beraten und ausbilden, jedoch nicht an Kampfhandlungen teilnehmen sollen. (http://de.ria.ru/politics/20141108/269959516.html)
Die irakische Armee lieferte sich weiterhin heftige Gefechte mit IS-Kämpfern in Baiğî (Baidschi). (http://german.irib.ir/nachrichten/item/270342- vom 6.11.2014).
IS-Muğahidûn sollen in einem Dorf in al-Anbâr offenbar 36 Angehörige eines sunnitischen Stammeserschossen haben, darunter auch Frauen und Kinder, weil sie die Regierung und nicht IS unterstützten. – Anläßlich der šîʽitischen ʻĀshūrā’–(Ashura)-Feier, wobei Pilger besonders zum Wallfahrtsort Karbalâ` strömen, wurden dort wie in Bagdad die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt (http://german.ruvr.ru/news/2014_11_04/IS-ermordet-sunnitische-Clan-Mitglieder-im-Irak-2481/)
Der neuseeländische Ministerpräsident John Key gab am mi., 5.11.2014 bekannt, sein Land werde eine Militärdelegation in die Nahost-Region entsenden, um zu untersuchen, inwiefern durch Ausbildung irakischer Armeekräfte geholfen werden könne. Er stellte jedoch klar: „Neuseeland kann und darf nicht anstelle der Iraker kämpfen. Ich lehne jegliche Entsendung von neuseeländischen Truppen in den Krieg im Irak ab.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270275-milit%C3%A4rdelegation-aus-neuseeland-im-nahen-osten-ausbildung-irakischer-milit%C3%A4rs-f%C3%BCr-gefechte-mit-is)
Durch Vermittlung von Stammesführern hat die Regierung der Autonomen Region Kurdistan gegen Entrichtung des geforderten Lösegeldes 200 von IS gefangengenommene Personen, 130 Frauen, 70 Kinder und alte Männer, freigekauft in in Schangal [d.i. Sinğâr] wie Nuri Othman [Nûrî ʽUṯmân] am 3.11.2014 gegenüber as-Sûmeriyya News mitteilte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270254-irak-200-geiseln-von-is-freigekauft)
Am Mo., 3.11.2014, gab die italienische Verteidigungsministerin Roberta Pinotti bekannt, man wolle 280 Soldaten in den Irak schicken, um zusammen mit der irakischen Armee die gegen die IS-Terroristen zu kämpfen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270250-italien-will-soldaten-in-den-irak-schicken). Allerdings hatte die irakische Regierung Derartiges bislang kathegorisch ausgeschlossen (s.u.)
Wie Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi) am Mo., 3.11.2014, mitteilte, sei die Zahl derer, die sich freiwillig für den Kampf gegen die IS-Terroristen meldeten, auf eine Million gestiegen. Immer mehr Jüngere würden an den kämpfen teilnehmen wollen, jedoch: „Wir können nur eine kleine Anzahl dieser Freiwilligen in die Armee aufnehmen.“, bemerkte er. Jedenfalls seien die jüngsten Erfolge gegenüber den Terroristen der Koordination zwischen Sicherheitskräften, irakischer Luftwaffe und Freiwilligen zu verdanken. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270203-1-000-000-menschen-im-irak-bereit,-gegen-die-is-terroristen-zu-k%C3%A4mpfen)
Auch im Irak haben die IS-Muğâhidûn ein Massaker angerichtet: Augenzeugen berichteten, im Dorf Ra`s al-Mâ (Ras al-Maa) nördlich der Stadt ar-Ramâdî (Al-Ramadi) hätten sie öffentlich 40 Männer, sechs Frauen und vier Kinder erschossen. (http://de.ria.ru/politics/20141102/269922854.html vom 2.11.2014)
Bei Angriffen der irakischen Luftwaffe im Osten von ar-Ramâdî (Ramadi) seien 18 IS-Anhängergetötet und etliche ihrer Fahrzeuge zerstört worden, meldete das Verteidigungsministerium laut Nachrichtenagentur al-ʽAlam am So., 2.11.2014. Das Ministerium rief auch dazu auf, Luftangriffe und Bodenoffensiven der Armee seitens der Nomaden und Bürgerwehren im Kampf gegen den IS zu unterstützen, bis das ganze Land von diesen Terroristen gesäubert sei. ((http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270126-18-is-terroristen-bei-luftangriff-irakischer-armee-get%C3%B6tet)
Der kanadische Verteidigungsminister Rob Nicholson gab bekannt, daß zwei F-18-Jets der Luftwaffe nahe Fallûğa (Falludscha) erstmals IS-Stellungen angegriffen hätten. (http://german.ruvr.ru/news/2014_11_03/Kanada-fliegt-erstmals-Angriffe-gegen-den-IS-4090/)
Gemäß Bericht des Nachrichtensenders Russia Today habe die spanische Regierung darüber informiert, daß in IS-Online-Chats von der Militarisierung von Ebola die Rede sei. Der spanische Staatssekretär für Sicherheitsfragen, Francisco Martínez erklärte im Parlament, diese Art der Tätigkeit im Cyber-Raum beweise, wie das Internet als „eine Erweiterung des Schlachtfeldes“ für die IS-Extremisten diene. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/270058-is-wollen-ebola-gegen-den-westen-einwenden vom 1.11.2014)
Folgendes Video zeigt junge männliche IS-Anhänger mit saudischem Dialekt in einem Haus, die sich darüber amüsieren, wie sie mit den an jenem Tag zum Kauf angebotenen jasidischen Sex-Sklavinnen umzugehen gedenken. (https://www.youtube.com/watch?v=wJGK1ivJyhw veröffentlicht am 1.11.2014)
Drei Überlebende berichten von den Massakern an Gefangenen durch die Terrorgruppe IS im mit englischen Untertiteln versehenen Video: https://www.youtube.com/watch?v=xXvvnx-WzBE veröffentlicht am 30.10.2014.
Am Fr., 31.10.2014 haben IS-Muğâhdûn in der Provinz al-Anbâr laut Aussage von Scheich Naim al-Kaud [?] 50 und damit insgesamt 85 Mitglieder des Stammes Âl-Bû-Nimr (Albu-Nimr) hingerichtet, weil sie gegen IS Widerstand geleistet hatten. Das Stammesgebiet ist seit Wochen von IS nahezu abgeriegelt. Es besteht demnach zunehmend Mangel an Munition, Treibstoff und Nahrung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/270069-is-richtet-85-stammesmitglieder-im-irak-hin)
Wegen der anhaltenden Kämpfe mit den Anhängern der verschiedener Terrorgruppen hat Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) laut einem Bericht des Fernsehsenders al-ʽIraqiyya am 31.10.2014 zur Geschlossenheit aufgerufen, jedoch auch – wie bereits zur Beendigung des vierjährigen Blutvergießen in Syrien per Recon- ciliierungsbestrebung verwirklicht – erklärte, daß diejenigen, die an der Seite der IS-Terrorgruppe stünden, noch eine Chance hätten, zur Nation zurückzukehren. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269993-irak-um-befreiung-von-salah-ad-din-und-weiteren-regio- nen-bem%C3%BCht)
Gemäß Erklärung der norwegischen Premierministerin Erna Solberg während einer Pressekonferenz am Do., 30.10.2014, sollen – noch ohne Termin – 120 Soldaten zur Schulung der dortigen Streitkräfte in den Irak geschickt werden. Verteidigungsministerin Marie Eriksen präzisierte, eine Hälfte davon werde im Irak Beraterfunktion innehaben, die andere im Trainingszentrum in ʽArbîl (Erbil) stationiert sein. Eine Beteiligung an militärischen Auseinandersetzungen sei ausgeschlossen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269980-120-norwegische-soldaten-im-irak vom 31.10.2014).
Die US-geführten Luftangriffe im Irak richteten sich auf die Umgebung von Fallûğa und den Raum Sinğar (kurdisch: Şengal). (http://german.ruvr.ru/news/2014_10_29/Weitere-Schlage-amerikanischer-Luftstreitkrafte-gegen-den-IS-0291/)
Aus irakischen Militärkreisen verlautete, in Fallûğa (Fallujah) seien am Di., 28.10.2014, neben Dutzenden von ISIS/IS-Terroristen auch deren zweite Führungsperson, Ṣalāḥ Zubaihî (Salah Zobeihi), getötet worden, was in den Reihen von ISIS/IS für Aufruhr sorgte. (http://www.almanar.com.lb/english/adetails.php?eid=178385&cid=23&fromval=1&frid=23&seccatid=24&s1=1)
Die irakische Armee im Verbund mit freiwilligen Kräften hat am Di., 28.10.2014, neue Operationen zur Befreiung der Stadt Fallûğa (Falludscha) im W der an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr gestartet, wie Press TV meldet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269818-al-anbar-neue-operationen-irakischer-armee)
Die angekündigte zweite Charge von 150 Mann an Paschmarga-Verstärkung für die Verteidiger von ʽAin al-ʽArab (Kobane), eine professionell ausgebildete Einheit unter dem Kommando von Liwa Kehar Duhoki, hat ʽArbîl (Erbil) im Irak verlassen und wird in die Türkei gefolgen, um dann weiter zur türkisch-syrischen Grenze zu ziehen. Die Kämpfer sind mit leichten und mittelschweren Waffen ausgestattet, während die schweren Waffen gesondert transportiert werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269830-150-kurden-k%C3%A4mpfer-peschmerga-auf-dem-weg-nach-kobane vom 28.10.2014)
Auf dem SeeHaur al-Habbāniyya (Habbanija) versuchten offenbar IS-Terroristen auf drei mit Sprengstoff und Waffen beladenen Booten einen Stützpunkt der Küstenwache anzugreifen. Als die Muğâhidûn auf die Forderung, anzuhalten, nicht reagierten, eröffnete der Küstenschutz das Feuer und versenkte die Boote. (http://german.ruvr.ru/news/2014_10_27/Boote-der-IS-Terrormiliz-nach- Attacke-auf-irakische-Militarbasis-versenkt-9473/)
Rund 50 Freiwillige sind dem Ruf von Werbern deru.a. in der EU, dem Irak, der Türkei, Syrien etc. verbotenen PKK gefolgt, um sich im Kampf gegen IS zum Einsatz in Syrien und dem Irak ausbilden zu lassen. (http://german.ruvr.ru/news/2014_10_26/PKK-rekrutiert-in-Deutschland-Anti-IS-Kampfer-9602/)
Oberst Šaʽbân al-ʽUbaidî (Schaaban Al-Obeidi), Kommandeur eines schnellen Eingreifbataillons, zufolge haben IS-Kämpfer Chlorgeschosse in ein Wohnviertel im Raum von Hît abgefeuert. „Bei dem Beschuss kam niemand ums Leben, da die Geschosse von den Bewohnern verlassene Häuser trafen und einige Geschosse überhaupt nicht explodierten“, teilte der Oberst mit. (http://german.ruvr.ru/news/2014_10_26/IS-Kampfer-im-Irak-setzen-Chlorgeschosse-gegen-Wohnviertel-ein-5550/)
Gemäß einer Erklärung des irakischen Verteidigungsministeriums seien bei einer Operation der irakischen Armee zur Befreiung Baiğîs über 300 IS-Terroristen getötet worden. Zudem konnten aquf dem Weg dorthin einige Dörfer befreit und 18 Autobomben sowie 112 Straßenbomben entschärfen werden. Zur Stärkung der Einsatzkräfte würden zusätzlich Ausrüstung und neue Kräfte entsandt. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/269704-). – Den Einsatz von Räumkommandos in befreiten Ortschaften und auf den Zufahrtsstraßen kennt man zur Genüge von den SAA-Einsätzen in Syrien seit ca. vier Jahren.
Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Foad Masum) wird demnächst nach Saudi-Arabien reisen in dem Bemühen, das Hinrichtungsurteil gegen den führenden und über die Landesgrenzen bekannten šîʽitischen Geistlichen, Scheich an-Nimr, abzuwenden. Dewegen wolle er in ar-Riyāḍ mit den Verantwortlichensprechen. Die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt forderte zudem, die Leiche von al-Nimr nach seiner Enthauptung öffentlich zu kreuzigen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nah-ost/item/269670-irak-vermittelt-um-hinrichtung-von-scheich-nimr-zu-verhindern) – Zuvor hatte sich schon Ayatullâh Hāšimī Rafsanğānī am Sa., 25.10.2014, in einer Botschaft an den SA-König von saudi-Arabien gewandt und um die Verhinderung der Vollstreckung jenes Todesurteils gebeten. (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/269653-botschaft-ayatollah-rafsandschanis-an-saudischen-k%C3%B6nig-wegen-scheich-al-nemer) – Bereits am 9.10.2014, hatte Amnesty International (AI) im 20-seitigen veröffentlichten Bericht die Mißachtung von Menschenrechten und insbes. die Unterdrückung jeglicher Opposition durch die saudischen Machthaber kritisiert. Diese Unterdrückung richte sich seit 2011 verstärkt gegen eine šîʽitische Organisation, die friedlichfür politische und Bürgerrechte eintritt. Mit drastischen Maßnahmen werde versucht, diese Organisation zu zerschlagen und ihre Anhänger zum Schweigen zu bringen. (http://www.presstv.ir/detail/2014/10/09/381666/amnesty-raps-saudi-arabia-for-crackdown/ 10.10.14) – Nimr an-Nimr war im Juli 2012 festgenommen worden, weil er mehr Rechte für die šîʽitische Minderheit gefordert hatte. 2014 wurden bereits zwei weitere Šîʽiten im Zusammenhang mit Protesten zum Tode verurteilt, unter ihnen ʽAlî an-Nimr, Sohn von Muḥammed an-Nimr, der damals noch minderjährig war. Jene Urteile wurden noch nicht vollstreckt. (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/268979-iran-reagiert-auf-das-todesurteil-des-hohen-geistlichen-saudi-arabiens,-scheich-namr vom 16.10.2014).
Bei den erfolgreichen Kämpfen der irakischen Armee gegen IS in Baiğî (Baidschi, Baiji) wurde auch deren Militärbeauftragter und Muftî getötet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269666-is-mufti-in-bidji-get%C3%B6tet vom 26.10.2014)
Wie Robert Pszczel, Chef des NATO-Informationsbüros in Moskau am Sa., 25.10.2014, im Interview mit dem Radiosender Kommersant-FM mitteilte, sei die US-Militäroperation 2003 im Irak ein Fehler gewesen, den eine Kontaktierung der anderen Mitglieder des Büdnisses möglicherweise hätte vermeiden und durch eine ausgewogenere Entscheidung hätte ersetzen können. „Die Nato hat solche Erfahrungen und kennt entsprechende Diskussionsformen“, erklärte er. (http://de.ria.ru/politics/20141025/269869508.html)
Laut einer Aussage von Finanzminister Hušyār Zâbārī (Hoshyar Zebari) im Interview mit dem Sender al-ʽArabiyya habe sich die türkische Regierung nun doch – allerdings aufgrund des Drucks der Weltgemeinschaft – dazu entschlossen, zusammen mit irakischen Kurden und den USA den Verteidigern von ʽAin al-ʽArab (Kobane)in Syrien Hilfe zu schicken. Geplant seien Luftangriffe der US-geführten Allianz, die Koordination mit lokalen Kämpfern [also nicht mit der syrischen Regierung!] und die Beteiligung an Schulungen irakischer und kudischer (Paschmarga) Streitkräfte sowie Waffenlieferungen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269602-usa-und-t%C3%BCrkei-einigen-sich-mit-erbil-f%C3%BCr-milit%C3%A4rische-hilfeleistung-an-kobane vom 25.10.2014) – Hušyār Maḥmūd Muḥammad Zâbārī, Onkel des Präsidenten der autonomen Kurdenregion Barzânî, kämpfte schon früh gegen die säkulare Staatsführung unter Ṣaddâm Ḥussain und warb in den 1990ern als außenpolitischer KDP-Sprecher auch in GB und den USA um Unterstützung. Nach der IS-Invasion im Irak 2003 wurde daher er von der US-Administration für die Übergangsregierung etc. bestimmt, was seine weitere politische Karriere beförderte.
Ğurf aṣ-Ṣaḫar (Jurf al-Sachar) am Euphrat, ca. 60 km im SW von Bagdad an der Verbindungsstraße zwischen Hauptstadt und den Ölfelfern der südlichen Provinzen istdurch die irakische Armee mit Unterstützung šîʽitischer Freiwilligerzurückerobert worden. Bei schwere Ausein- andersetzungen zuvor in der Region ad-Duwailiyya (Duwaliah) zwischen irakischer Armee und IS-Kämpfern, verloren letztere 40 Mann. Außerdem konfiszierte die Armee ein großes IS-Waffendepot. Am Do., 23.10.2014, kam der Vormarsch der Armee in der Provinz Diyâlâ bis Tikrît, wobei 20 IS-Anhänger ihr Leben verloren und einige bedeutende strategische Punkte zurückgewonnen werden konnten. Während eines Luftangriffs der US-geführten Allianz auf Baiğî (Beidschi, Baiji) wurden 134Muğâhidûngetötet. Der Vormarsch der irakischen Armee in Diyâlâ dauert an. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269592-irakische-armee-erobert-stadt-in-der-nachbar- schaft-von-bagdad-zur%C3%BCck vom 25.10.2014)
Einer Kundgabe des Vorsitzenden des Sicherheitskomitees der Provinz Babel, Samen Zabian, zufolge hätten sich rund 100 IS-Kämpfer, u.a. zwei ihrer Anführer, in den Regionen al-Abdeweys [?] und Al-Hadschir [al-Ḥâğir] der irakischen Armee ergeben. Laut einem al-ʽIraqiyya-Bericht seien auch einige al-Qaida-Führer darunter gewesen, welche für die Terroranschläge 2003 und 2005 im Irak verantwortlich waren, darunter Dâwûd Sulaimân al- Fīḩān (Dawud Suleiman Al-Fihan) und ʽÂrif al-Ğunaibî (Aref Al-Djenabi), welche dem al-Qaida-Chef im Irak, az-Zarqâwî (Al-Zarkawi) nahe standen. Zudem konnte der Einsatzleiter der Provinz Ṣalāḥ ad-Dīn (Salaheddin), ʽAbdu_l-Wahhâb Saʽidî (Abdulwahab Saedi), mitteilen, daß während der Offensive in Baiğî (Baidschi) sieben Dörfer von IS-Terroristen gesäubert worden seien, man strebe die vollständige Befreiung der Stadt in den nächsten Tagen an. (http://german.irib.ir/nachrichten/nah- ost/item/269545-100-is-k%C3%A4mpfer-ergeben-sich-irakischer-armee)
Nach Aussage des Chef des französischen Generalstabs, Pierre de Villiers, am Fr., 24.10.2014, im Interview mit Europe 1 hätten französische Kampfjets bei Luftangriffen auf irakisches Territorium in der vorhergehenden Nacht zwölf IS-Munitionslager vernichtet. (http://de.ria.ru/politics/20141024/269861226.html vom 24.10.2014)
Das Parlament der autonomen irakischen Kurdenregion stimmte am Mi., 22.10.2014, für die Entsendung kurdischer Streitkräfte über die Türkei zur Unterstützung der Verteidiger der durch ISIS/IS belagerten syrische Stadt ʽAin al-ʽArab (Kobane). Die Paschmarga erhielten hierzu schwere Artillerieausrüstung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269424-parlament-der-irakischen-kurdenregion-bewilligt-entsendung-von-peshmerga-nach-kobane vom 23.10.2014)
Warum die britische Beteiligung an der US-geführten Koalition mit Bombardements im Irak illegal ist: http://brianhaw.tv/index.php/index/2883-fao-uk-defence-secretary-disclose-written-signed-authorization-legal-grounds-for-illegal-use-of-uk-military-in-syria-for-legal-challenge-21-10-2014
Wie auch schon mehrfach gegenüber Syrien hat Rußland nun auch dem Irak 37 Tonnen Hilfsgüter für die durch den bewaffneten Konflikt mit IS in Mitleidenschaft gezogene Einwohnerschaft nach Bagdad gebracht, wie auf der Webseite des russischen Außenministeriums am Di., 21.10.2014 mitgeteilt wurde. (http://german.ruvr.ru/news/ 2014_10_21/Russlands-Hilfe-37-Tonnen-Humanitarhilfe-fur-die-Betroffenen-durch-Handlungen-des-IS-8548/)
In der Nacht zum Mi., 22.10.2014, ist die US-Botschaft in der abgesicherten Grünen Zone von Bagdadal-Mustaqilla zufolge von einer naheliegenden Parkanlage aus mit Raketenbeschossen worden. Sie landeten auf dem Geländeder Botschaft. Über Verletzte ist [bislang] nichts bekannt. Bereits am Abend des Di., 21.10.2014, wurde laut Meldung des TV-Senders as-Sûmariyya die Grüne Zone einem Granatenbeschuß ausgesetzt, wonach Sicherheitskräfte das Regierungsviertel abgeriegelt hätten, um weitere Angriffe zu verhindern. (http://de.ria.ru/politics/20141022/269846728.html vom 22.10.2014).
Die deutsche Bundesregierung hat die Hilfe für Flüchtlinge im Irak um 20 Millionen € aufgestockt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269343-fl%C3%BCchtlingshilfe-deutschlands-f%C3%BCr-irak-um-20-mio-euro)
Gemäß Angaben einer irakischen Sicherheitsbehörde haben am Mo., 20.10.2014 Kampfjets der von den US-geführten Anti-IS-Koalition einen Stützpunkt freiwilliger irakischer Kämpfer nahe der Stadt Maḥmûdiyya (Mahmudiya) bombardiert und dabei Dutzende der Freiwilligen getötet. Schon tags zuvor hatte ein solches Bombardement im Zentrum Bagdads zu etliche Todesopfern geführt. Die Empörung seitens der Iraker ist entsprechend groß. Mit einer Demonatration soll gegen diese Luftanschläge protestiert werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269254-irak-luftangriff-gegen-freiwillige-k%C3%A4mpfer vom 20.10.2014)
Laut einem Kommentar des russischen Außenministeriums vom Di., 21.10.2014, setzten sich USA über Probleme mit C-Waffen im Nahen Osten hinweg, obwohl diese Region zu einem „Testplatz“ für die Anwendung von chemischen Kampfstoffen werde. „Washington und dessen Verbündete ignorieren die bestehenden Probleme mit der gefahrlosen Vernichtung von chemischen Waffen und deren Komponenten im Irak und in Libyen und verschließen die Augen vor der mehrmaligen Anwendung von chemischen Kampfstoffen im Irak und in Syrien durch Kämpfer des Islamischen Staates und anderer Gruppierungen der Islamisten.“ Anschließdend verwies das Ministerium auf jüngste Publikationen in der New York Times, welche unter Hinweis auf offizielle Quellen und bis vor kurzem geheim gehaltene Pentagon-Dokumente von der Entdeckung und heimlichen Vernichtung von bis zu 5000 Stück chemischer Munition im Irak in den Jahren 2004 – 2011 durch die Besatzungs-Koalitionskräfte handeln. Hier sei es zu eklatanten Rechtsverstößen gekommen: „Diese Informationen lösen eine ganze Reihe prinzipieller Fragen vom Standpunkt der bestehenden internationalen Rechtsnormen aus. Nach der Entdeckung von chemischer Munition müssten die USA gemäß ihren Verpflichtungen aus der Konvention über das Verbot chemischer Waffen die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) darüber in Kenntnis setzen, was aus heute verständlichen Gründen nicht getan wurde. Ein solcher rechtlicher Voluntarismus, der Nihilismus und die Selektivität den eigenen geopolitischen Interessen zuliebe sind schon längst zur Gewohnheit Washingtons geworden“, betont das russische Außenministerium. http://de.ria.ru/politics/20141021/269836975.html, Hhg. blogseits)
Bei einer Pressekonferenz mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga (AL), Nabil al-ʽArabî (Nabil Elaraby) am So., 19.10.2014, in Bagdad machte der irakische Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî (Ibrahim al-Dschafari) nochmals deutlich, daß der Irak eine ausländische Intervention ablehne. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269187-bagdad-ist-gegen-ausl%C3%A4ndische-intervention-in-irak)
Dennoch gab Australiens Außenministerin Julie Bishop am So., 19.10.2014, ebenfalls in Bagdad bekannt: „Ich habe ein Abkommen für den rechtlichen Rahmen zum Einsatz unserer Truppen abgeschlossen„. Beide Länder hätten sich auf eine Rechtsgrundlage hierfür geeinigt. Dazu gehört u.a. der von Premierminister Tony Abbott geforderte Schutz vor Strafverfolgung (!) für die australischen Truppen. Jene sollen bald vor Ort eintreffen, um lokale Sicherheitskräfte im Kampf gegen IS zu beraten und zu unterstützen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269210-australisches-sek-im-irak vom 20.10.2014)
Am Samstagabend, 18.10.2014, teilte der in Washington weilende spanische Verteidigungsminister Pedro Morenes nach dem Treffen mit seinem amerikanischen Kollegen Chuck Hagel mit, sein Land werde bis zum Jahresende mit der Ausbildung irakischer Soldaten im Kampf gegen den IS beginnen. Den Einsatz spanischer Bodentruppen in Syrien schloß er aus. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/269168-spanien-bildet-irakische-soldaten-im-kampf-gegen-is-aus vom 19.10.2014)
Im Norden des Landes hat eine neue Offensive von irakischen Bodentruppen und Luftwaffe im Verbund mit Einwohnern der Provinz Ṣalāḥ ad-Dīn (Salahedin) begonnen. Sie konzentriert sich hauptsächlich auf die Regionen nahe der ölreichen Stadt Baiğî (Bidschi) und Tikrît. Ziel ist es, von IS kontrollierte Gebiete zurückzuerobern und dessen Nachschublinie zu unterbrechen. Es sei schon gelungen, Terroristen von ihren Stellungen zu vertreiben. Laut dem politischen Beobachter Mohammad Mohi gegenüber Press TV habe die irakische Armee mit Hilfe der freiwilligen Kämpfer die IS-Terroristen erfolgreich bekämpft und sie an verschiedenen Fronten effektiv geschlagen. Hingegen hätten die Luftangriffe der US-geführten Koalition den Vormarsch von IS nicht stoppen können, wie der Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen Osten, General Lloyd Austin, zugeben mußte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269151-irakische-kr%C3%A4fte-s%C3%A4ubern-weitere-regionen-von-is-k%C3%A4mpfern vom 19.10.2014)
Im vergangenen Monat seien einem Bericht des irakischen Informationszentrums zufolge 200 US-Soldaten („Militärberater“) heimlich in den Luftstützpunkt in Ṣalāḥ ad-Dīn (Salaheddin) im Norden von Tikrît eingedrungen. Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider Al-Abadi) hatte mehrfach betont, eine Intervention der USA auf irakischem Boden sei nicht erwünscht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/269136-us-soldaten-dringen-heimlich-in-den-irak-ein vom 18.10.2014)
Am Samstagabend, 18.10.2014, teilte der in Washington weilende spanische Verteidigungsminister Pedro Morenes nach dem Treffen mit seinem amerikanischen Kollegen Chuck Hagel mit, sein Land werde bis zum Jahresende mit der Ausbildung irakischer Soldaten im Kampf gegen den IS beginnen. Den Einsatz spanischer Bodentruppen in Syrien schloß er aus. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/269168-spanien-bildet-irakische-soldaten-im-kampf-gegen-is-aus vom 19.10.2014)
Gemäß der Auskunft des Dreisterne-Generals ʽAbu_l-Amîr az-Zaida (Adul Amir al Zaida), Befehlshaber der „Tigris-Militäroperation“, am Fr., 17.10.2014, seien in militärischen Auseinandersetzungen der vergangenen Monate und bei einem erfolgreichen Präventivschlag über 50% der Hauptanführer des IS in der Provinz Diyâlâ getötet. Damit sei auch die Hälfte ihrer Stützpunkte in dieser Provinz verloren und es sei abzusehen, daß auch die unter ihrer Kontrolle verblieben bald befreit werden könnten. Das Militär werde im Kampf von der Polizei und der Zivilbevölkerung, šîʽitischen wie sunnitischen Freiwilligen unterstützt. So habe man auch IS-Einheiten aus dem Norden Bagdads vertreiben können. Erbitterte Kämpfe fänden noch in den nördlichen und westlichen Provinzen des Iraks statt. In den Provinzen Diyâlâ und Nînawâ (Ninive) befinde sich das irakische Militär auf dem Vormarsch. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/269097-)
Aus Angst* vor IS hat sich in vielen irakischen Städten der Beginn des Schuljahres 2014/2015 verzögert, obwohl im Süden des Landes die Lage relativ stabil sei und die Schulen schon vor einer Woche ihre Türen geöffnet hätten. Nun haben auch noch IS-Muğâhidûn einen aus Jordanien kommenden LKW mit Schulbüchern für den Schulbeginn am 22.10.2014 am irakischen Granzort Trebil (Trebil) aufgehalten und fordern 100.000 US-$, damit dieser weiterfahren und sein ziel ansteuern kann. ((http://german.ruvr.ru/news/2014_10_17/IS-fordert-100-000-Dollar-fur-Schulbucher-1649/) – *Vgl. die Fälle von Kinder-Kidnapping auf dem Weg zur Schule durch IS in Syrien, dazu den Bericht des IS entkommenen Schülers!
Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî hat Press TV vom 15.10.2014 zufolge 150 hochrangige Offiziere der Provinzen Nînawâ Ninive, Ṣalāḥ ad-Dīn (?ala? ad-Din) und Kirkûk entlassen sowie der Sprecher der irakischen Armee, General Qâsim ʽAṭâ (Qassim Atta). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268988-al-abadi-entl%C3%A4sst-150-milit%C3%A4roffiziere vom 16.10.2014)
Gemäß Verteidigungsminister Michael Fallon entsendet Großbritannien Kampfdrohnen [nur] in den Irak. (http://german.ruvr.ru/news/2014_10_16/Gro-britannien-schickt-Kampfdrohen-gegen-Islamischen-Staat-0623/).
Auch am Verkauf gestohlener Ausgrabungs- und Museumsgegenstände aus dem Irak sichern sich die Terroristen wie z.B. von IS – wie aus Syrien schon seit Jahren bekannt – steten Geldzufluß durch Sammler aus dem Westen, wie die Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF) in ihrem Jahresbericht von 2013 klarlegt. Während nun die EU ein Handelsverbot für syrische Kunstschätze verhängt hat, lasse sich die Schweiz (noch?) als bedeutender Umschlagplatz für internationale Antiquitäten nicht dazu bewegen. „Allein in der Region al-Nabuk wurden Antiquitäten im Wert von 36 Millionen US-Dollar geplündert. Die dortigen Kunstschätze sind bis zu 8.000 Jahre alt“, zitiert der Guardian einen irakischen Geheimdienst-Mitarbeiter. Weiteres zum Thema bei: http://german.irib.ir/nachrichten/wirtschaft/item/269021-is-verkauft-kunstwerke-an-sammler-im-westen.
Im Laufe der gegenwärtigen IPU-Jahreskonferenz in Genf forderte der iranische Parlamentssprecher ʽAlî Lârîğânî die Weltgemeinschaft auf, der von den Terrorgruppen gegen Frauen ausgeübten Gewalt – insbesondere im Irak und in Syrien – stärkere Beachtung zu schenken. Besonders prangerte er das Umsichgreifen eines neuen Gewaltverbrechen, das des Heiratsğihâds [durch die in Syrien und dem Irak agierenden Terroristen] an. (Näheres bei: http://www.sana.sy/en/?p=15309 undhttp://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/268934-iran- fordert-die-welt-auf-terroristengewalt-gegen-frauen-zu-aechten vom 15.10.2014)
Ein Suizidschlag mittels Autobombe an einem Kontrollposten im nördlichen al-Kaẓmiyya-Stadtteil (Kazemia) am Stadtrand von Bagdad forderte am Dienstagabend, 14.10.2014 (Ortszeit), mindestens 18 Tote und ca. 50 Verletzte. Al-Kaẓmiyya am tigtis ist bekannt für die gleichnamige Moschee als einem der höchsten šîʽitischen Heiligtümer. Bereits am Vortag waren derart acht Zivilisten getötet und 21 verletzt worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268924-mindestens-18- tote-beim-anschlag-im-irak vom 14.10.2014)
Während seines Aufenthaltes in Genf zur Teilnahme an der 131. Treffen Konferenz der Interparlamentarischen Union (IPU), betonte der iranische Parlamentspräsident ʽAlî Lârîğânî (Ali Laridschani) beim Treffen mit seinem irakischen Amtskollegen Dr. Salîm al-Ğabûrî (Salim al-Jaburi) die Notwendigkeit der iranisch-irakischen Zusam- menarbeit im Kampf gegen den Terrorismus. Näheres bei: http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/268915-laridschani-fordert-zusammenarbeit-zwischen-iran-und-irak-im-kampf-gegen-terrorismus vom 14.10.2014.
Im Dabiq magazine, ein IS-Propaganda-Mittel, welches auch mit 70Seiten Inhalt schriftlich vorliegt, ist am So., 12.10.2014, mitgeteilt worden, daß die Gefangenen (enslaved ) inzwischen verkauft worden seien (now sold). Die jasidischen Frauen und Kinder würden gemäß Šariʽa-Auslegung unter den IS-Muğâhdîn, welche am Kampf um Sinğar teilnahmen, verteilt werden [gemeint ist die Beuteverteiliung unter die Schlachtteilnehmer nach klassischem Islamischem Recht]. Der IS-Sprecher [Abu] Muḥammad al-ʽAdnânî (Mohammed al-Adnani) zitierte mit Adresse an alle, die die IS-Regeln nicht befolgten: “We will conquer your Rome, break your crosses, and en-slave your women.” Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch informierte bzgl. der gefangengenommenen jasidischen Frauen und Kinder, IS habe „separated young women and teenage girls from their families and has forced some of them to marry its fighters.” (s. http://aydinlikdaily.com/Detail/ISIS-We-Enslaved-Yezidi-Kurdish-Women/4722#.VDvPVxbr2po vom 13.10.2014, http://www.presstv.com/detail/2014/10/12/382011/isil-says-enslaved-izadi-women-kids/ vom 12.10.2014 und http://rt.com/news/195368-isis-confirms-enslaving-yazidi-women/ vom 13.10.2014). Näheres bei Hundreds of Yazidi minority women taken captive by ISIS in Iraq und ‘Terrifying’ UN report details ISIS war crimes in Iraq. Vgl.u. die bisherigen Berichte zum Thema.
Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch informierte bzgl. der gefangengenommenen jasidischen Frauen und Kinder, IS habe „separated young women and teenage girls from their families and has forced some of them to marry its fighters.” (s. http://aydinlikdaily.com/Detail/ISIS-We-Enslaved-Yezidi-Kurdish-Women/4722#.VDvPVxbr2po vom 13.10.2014, http://www.presstv.com/detail/2014/10/12/382011/isil-says-enslaved-izadi-women-kids/ vom 12.10.2014 und http://rt.com/news/195368-isis-confirms-enslaving-yazidi-women/ vom 13.10.2014). Näheres bei Hundreds of Yazidi minority women taken captive by ISIS in Iraq und ‘Terrifying’ UN report details ISIS war crimes in Iraq. Vgl.u. die bisherigen Berichte zum Thema.
Am Mo., 13.10.2014, haben sich die Anführer der fünf irakischen Kurdengruppen bei einer Sondersitzung in ʽArbîl (Erbil) auf eine Beilegung der Streitpunkte untereinander wie der inneren Konflikte zwischen der Regierung der autonomen irakischen Kurdenregion und der irakischen Zentralregierung sowie auf eine aktive Kooperation im Kabinett der zentralen Regierung geeinigt. Vertreten waren die Demokratische Partei Kurdistans, die Demokratische Patriotische Allianz Kurdistans, die Gorran-Bewegung, die Islamische Gemeinschaft in Kurdistan und Islamische Bewegung in Kurdistan sowie Nêçîrvan Îdrîs Barzanî (Nechirvan Idris Barzani), Ministerpräsident der kurdischen Regionalregierung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268882-kurden-willigen-ein,-bei-der-bildung-der-neuen-regierung-im-irak-mitzuwirken)
Gemäß as-Sûmariyya News unter Berufung auf Militärquellen haben IS-Terroristen am 13.10.2014 das Militärlager der Kleinstadt Hît/al-Anbâr-Provinz erobert. (Bereits vor einer Woche war ein Großteil des Ortes am Euphrat durch IS eingenommen worden.) Nach Angaben von al-madâ-Press hätten sich Armee und Angreifer zuvor «mehrere Stunden lang» Gefechte geliefert, die Armee dann einen «strategischen Rückzug» angetreten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268846-irak-is-terroristen-erobern-weitere-teile-in-anbar)
Zum Einsatz von deutschen Bodentruppen in Syrien und im Irak zur Bekämpfung der Dschihadistengruppe IS erklärte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mo., 13.10.14, im ZDF: .„Es wird keine Kampftruppen in Syrien und im Irak geben. Das ist von vornherein ausgeschlossen gewesen, gar keine Frage“. (http://de.ria.ru/politics/20141014/269782963.html u.a.)
In der bedeutenden Öl-Raffinerie in Baiğî (Baidschi, s.u.) sind laut Sicherheitsquellen gemäß as-Sûmariyya News am So., 12.10.2014, dutzende US-Militärberater eingetroffen mit unterschiedlichen Ausrüstungen für die stationierten Einheiten, weitere sollen noch folgen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268818-irak-us-milit%C3%A4rberater-in-baidschi-stationiert)
Nach übereinstimmenden Angaben von Muğâhidîn und Kurden und einem Bericht auf der Internetseite der Terror-Expertenplattform SITE hat sich ISIS/IS zu den drei am So., 12.10.2014, in der Region des kleinen Ortes Qara Taba (Qarah Tapah, Kata Tepe) in der Diyâlâ-Provinz verübten Terroranschlägen bekannt. Dabei handelte es sich zweimal um Autobomben und um einen Suizidanschlag, die sich in der Nähe des Bezirksverwaltungsgebäudes, eines Stützpunktes kurdischer Sicherheitskräfte und eines kurdischen Parteibüros ereigneten. Gemäß ISIS/IS seien die Täter ein deutscher Staatsbürger, ein Türke und ein Saudi gewesen, nach einer Twitter-Nachricht der kurdischen Gorran-Partei jedoch ein Deutscher, ein Türke und ein Tunesier. Die Zahl der Toten habe sich von 14 auf 25 erhöht, 120 weitere Personen wurden verletzt. (http://german.ruvr.ru/news/2014_10_12/Mindestens-45-Tote-bei-Anschlagen-in-und-um-Bagdad-8484/, http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268817-irak-terroranschlag-in-diyala-hinterl%C3%A4sst-140-tote-und-verletzt)
Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî (Al-Jafari) bekräftigte im Gespräch mit Russiyya al-Yaum nochmals, daß der Irak niemals die Präsenz ausländischer Bodentruppen zulassen werde. fügte aber hinzu: „Die internationale Gemeinschaft hat ihre Unterstützung für den Irak im Kampf gegen die IS bewiesen und Irak begrüßt den Ausbau der Beziehungen zu allen Ländern.“ Zu den Beziehungen zum Iran und den anderen Nachbarländern bemekrte er: „Wir müssen unsere Beziehungen zu Teheran und den Nachbarländern erweitern, und die Hindernisse auf diesem Weg beseitigen.“ Bagdad benötige für seine Sicherheit die Unterstützung der Nachbarländer. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268746-irakischer-au%C3%9Fenminister-wir-dulden-niemals-die-pr%C3%A4senz-ausl%C3%A4ndischer-bodentruppen-im-irak).
Übereinstimmende Bericht von Angehörigen, einem Arzt aus Mossul und der bekannten Menschenrechtsaktivistin Hanaa Edwar [Hannâʽ Adwar] vom Sa., 11.10.2014, geben Auskunft darüber, daß in der vergangenen Woche mindestens vier Frauen unter der IS-Terrorherrschaft hingerichtet worden sind. Bei den Opfern handelte es sich um zwei Ärztinnen und eine Juraabsolventin. Am Sonntagmorgen wurde dann laut Ali al-Bajati [ʽAlî al-Bayyâtî] von einer Stiftung für die Rechte der Turkmenen im Irak eine zuvro aus ihrem Haus verschleppte frühere sunnitische Parlamentsabgeordnete in der Stadt Tal ʽAfar (Tal Afar, in der Provinz Nînawâ/Ninive) hingerichtet. Die Leiche hatten die Terroristen gemäß einem Anruf bei der Familie der Ermordeten in einen Brunnen geworfen. Näheres – dazu über den Erfolg der irakischen Streitkräfte im Verein mit Stammeskriegern im SW von Bagdad – bei http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268773-jagd-auf-frauen-in-mossul.
Der irakische Kurdenchef Masʽûd Barzânî (Masoud Barzani) will laut Rede vom 11.10.2014 die Selbständigkeit der irakischen autonomen Kurdenregion weiter vorantreiben. Bzgl. der Situation in ʽAin al-ʽArab (Kobane) bemerkte er, da die Umzingelung des syrischen Ortes Kubane durch IS ein direktes Vordringen zu den Eingeschlossenen verhindere, würde man, sofern Truppen per Flugzeugen dorthin gebracht werden könnten, die Verteidiger unverzüglich unterstützen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268782-barzani-verteidigt-referendum-zur-unabh%C3%A4ngigkeit-vom-irakischen-kurdistan)
Gemäß Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums würden 12 Ausbilder nach ʽArbîl (Erbil) zur Unterweisung der Paschmerga im Einsatz britischer Waffen geschickt. Beriets im September habe Großbritannien 50 Geschütze mit Munition dorthin geschickt. Zudem würden die Ausbilder eine Woche lang Militäreinsätze und Reparatur und Wartung der Waffen mit den Peschermga üben. Britische Tornados fliegen indes Luftangriffe gegen IS im Irak. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268785-englisches-verteidigungsministerium-schickt-ausbilder-ins-irakische-kurdistan).
Inzwischen berichtet auch The Times über den Sklavenmarkt in Mossul (vgl.u.), auf dem ISIS/IS ihreBbeute an Frauen und Mädchen, insbesondere von jesidischen Familien verkauft. Näheres bei: http://www.ibtimes.co.in/isis-slave-market-mosul-women-children-wear-price-tags-slaves-being-sold-10-610629, dazu bestätigende Aussagen des High Commissioner for Human Rights at the United Nations über die Sexsklavinnen und ISIS/IS-Organhandel bei: https://syrianfreepress.wordpress.com/2014/10/11/daash-sells-kids-girls-and-bodies-to-zionist-mafia/. S.a.: http://www.aina.org/news/20141004203209.htm.
Sechs Kampfjets CF-18 der kanadischen Airforce sind in Kuwait und Baḥrain eingetroffen, von wo aus sie die Luftangriffe auf Stellungen von IS-Kämpfern im Irak und in Syrien fliegen werden, wie baḥrainische Medien unter Hinweis auf Quellen aus dem kanadischen Verteidigungsministerium mitteilten. In Baḥrain langten ein Militärtransportflugzeug CC-150, zwei Patrouillenflugzeuge CP-140 und ein Tankflugzeug aus Kanada an. 600 kanadische Soldaten kamen ebenso mit. (http://de.ria.ru/security_and_military/20141010/269756061.html).
Noam Chomsky, der bekannte amerikanische Linguist und Intellektuelle, führte im Interview mit dem US-Portal Alternet am Di., 7.10.2014, aus, daß seiner Ansicht nach das Auftreten von ISIS/IS und ähnlicher Terroristengruppen die natürliche Folge des [US-]Angriffes von 2003 auf den Irak sei. U.a. sagte er zu den in seinen Augen ungerechten Iraksanktionen der 1990er Jahre: „Die Sanktionen der USA und Englands waren so massiv, dass die Diplomaten der UNO sie als „Genozid“ bezeichnet haben.“ Zu den Spannungen in der Region bemerkte er: „Eines der üblen Resultate der Offensive der USA und Englands besteht darin, dass die Konflikte zwischen Volks- und Religionsgruppen geschürt wurden, wodurch der Irak zurzeit in mehrere Teile zersplittert ist und diese Konflikte auf andere Gebiete der Region übergegangen sind.“ Hinsichtlich der Rolle der saudischen Regierung bei der Gründung der dort operierenden Terrorgruppen bezeichnete Chomsky den US-Verbündeten Saudi-Arabien als einen der extremistischsten islamischen Staaten der Welt. Näheres dazu in: http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268590-noam-chomski-auftreten-der-is-ist-nat%C3%BCrliche-folge-der-us-aggression vom 8.10.2014.
Ministerpräsident al-ʽAbâdî (al-Abadi) bekräftigte in einem Telefonat mit dem türkischen Ministerpräsidenten erneut, daß der Irak gegen jegliche Präsenz ausländischer Militärkräfte an seinen Grenzen sei und forderte von allen Ländern die irakische Souveränität zu respektieren, wie das Büro des irakischen Regierungschefs erklärte. Der türkische Part versprach, die irakische Souveränität und territoriale Integrität zu achten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268561-al-abadi-pr%C3%A4senz-ausl%C3%A4ndischer-milit%C3%A4rs-im-irak-ist-inakzeptabel vom 7.10.2014)
An den US-geführten [durch die UN-Resolutionen 2170 wie 2178 nicht legitimierten] Luftangriffen im Irak hätten erstmals Kampfjets aus Australien, den Niederlanden und Belgien teilgenommen, wie die jeweiligen Regierungen verlauten ließen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268494-australien-holland-und-belgien-nehmen-an-luftangriffen-gegen-is-teil)
Der iranische Vize-Verteidigungsminister RezaTalai-Nik erläuterte im Gespräch mit dem Nachrichtensender al-ʽAlam, daß gemäß einer Vereinbarung zwischen dem Iran und dem Irak jede mögliche Drohung der Terrorgruppe IS gegen iranische Grenzgebiete sowie gegen šîʽitische Heiligtümer innerhalb des Iraks von iranischen Streitkräften entschieden zurückgeschlagen werde. Er bekräftigte jedoch zugleich, daß jegliche Maßnahme des Irans gegen die Terroristen nur nach vorheriger Vereinbarung mit der irakischen und syrischen Regierung erfolgen werde [also gemäß den Resolutionen 2170 und 2178 im Gegensatz zu den US-geführten Luftangriffendet „Allianz“ in Syrien]. „Die Sicherheit unseres Landes ist sehr eng mit der Sicherheit der Region verbunden“ hob er hervor und: „Wir beobachten alle Entwicklungen in der Region sehr genau, seien es Drohungen der extremistischen Terrorgruppen, Militäreingriffe ausländischer Staaten … . Dies alles führt zur Instabilität und Unsicherheit in der Region.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/268507-irans-vize-verteidigungsminister-unterstreicht-entschiedene-antwort-irans-auf-jede-m%C3%B6gliche-drohung-durch-is).
Entsprechend einer Polizeimeldung bei al-ʽAlam vom Mo., 6.10.2014 seien IS-Terroristen in die Region westlich von ar-Ramâdî (Ramadi, Hauptstadt der Provinz al-Anbār) eingedrungen, nachdem Sicherheitskräfte diese Region verlassen hätten. Einwohner würden die Gegend daher ebemso räumen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268495-is-im-westen-von-ramadi)
Die durch den türkischen Parlamentsentscheid (s. Syrien Teil III vom 3.10.2014) möglich gewordene türkische Invasion wird seitens der irakischen Parlamentarier negativ beurteilt. So erklärte der Abgeordnete der „Patriotischen Union Kurdistans“ (PUK) ʽAbdu_l-Bârî Zēbārī? (Abdulbari Sebari) gegenüber as–Sûmariyya News die (geplante) türkische Militärintervention im Irak zum Grund für die Verschlechterung der beiderseitigen Beziehungen: „Diese voreilige Entscheidung, die nicht mit den Ländern in der Region abgesprochen wurde, wird die irakisch-türkischen Beziehungen weiter belasten.“Auch der Generalsekretär der Demokratisch Nationalen Union Kurdistans (YNDK), Ġafûr Maḫmûrî (Ghafur Makhmuri), bezeichnete im Interview mit as–Sûmariyya News den türkischen Parlamentsbeschluß als einen Versuch, den Kurden im Irak und in Syrien zu schaden: In Anbetracht der offenkundigen Unterstützungen Ankaras von der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS), sei diese Parlamentsentscheidung wie eine Kriegserklärung und könne Bemühungen um eine Versöhnung zwischen den Kurden und den politischen System in der Türkei zunichte machen. Nach diesem Beschluß werde die Türkei ihre Militärpräsenz in der Kurdenregion verstärkten, was Gefahren für Kurdistan mit sich bringe. Daher müßten die Kurden sobald wie möglich eine Konferenz über die Lage in Kurdistan abhalten, erklärte er. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268470-reaktion-des-irakischen-kurdistans-auf-den-milit%C3%A4rischen-einsatz-der-t%C3%BCrkei-im-irak)
Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī as-Sīstānī (Ali al-Sistani) bezeichnete beim Empfang für eine Anzahl irakischer Armee-Kommandeure anläßlich des muslimischen Opferfestes den Einsatz der irakischen Armee gegen IS als enorm wichtig und würdigte deren Tapferkeit. [http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268448-treffen-zwischen-kommandeuren-der-irakischen-armee-und-gro%C3%9Fajatollah-ali-al-sistani vom 5.10.2014).
Weiterhin ist der syrische Grenzort ʽAin alʽArab (türkisch: Kobane oder Kobani) wie auch die Raffinerie mn irakischen Baiğî (vgl.u.) heftig umkämpft. Weitere erwähnte Meldungen basieren jedoch auf SOHR und sind damit nicht ohne Gegenprüfung verwertbar. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268455-schwere-k%C3%A4mpfe-um-die-syrische-grenzstadt-kobane-und-um-die-%C3%B6lraffinerie-baidschi-im-irak vom 5.10.2014)
Nach der letzten IS-Enthauptungsmeldung fürchten die Eltern um das Leben eines US-Entwicklungshelfers als Geisel des IS. Gemäß dem US-Außenministerium wolle man alle zur Verfügung stehenden Mittel zu dessen Befreiung einsetzen inklusive der militärischen. (SHZ, http://german.ruvr.ru/news/2014_10_05/Nach-Enthauptung-eines-Briten-Sorge-um-US-Geisel-5318/)
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen unterrichtete am 3.10.2014 die Verteidigungs-Obleute der Bundestagsfraktionendavon, daß mehr deutsche Soldaten in den Nordirak geschickt würden. Zur Unterstützung im Kampf gegen ISIS/IS solllen Bundeswehr-Angehörige in bislang noch unbekannter Anzahl ein unter deutscher Führungsverantwortung ein Ausbildungszentrum für die Paschmerga in der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion des Irak in ʽArbîl (Erbil) aufbauen und betreiben. Dies bestätigte auch eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am 4.10.2014 laut dpa-Meldung. Derzeit würden Details mit internationalen Partnern abgestimmt. Angedacht sei auch ein ähnliches Ausbildungszentrum für die irakische Armee, jedoch im Südirak oder außerhalb der irakischen Grenze. „Über die Ausweitung des deutschen Militärengagements im Irak hatten sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und von der Leyen am Rande der Kabinettssitzung am vergangenen Mittwoch verständigt. Dabei sei auch klar gewesen, dass eine deutsche Beteiligung an den Luftangriffen auf ISIS weiterhin nicht zur den Überlegungen gehöre.“ Heißt es weiter in der Meldung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268403-mehr-deutsche-soldaten-in-den-nordirak-bundeswehr-ausbildungszentrum-in-erbil-geplant)
ORF-Korrespondent Karim El-Gawhary äußerte sich am Freitagabend in Wien während einer Diskussion des Karl-Renner-Instituts zu ISIS/IS in überraschender (?) Übereinstimmung mit bisher (in diesem Blog zur Sache) erwähnten kritischen Stellungnahmen: „Dieser Krieg hat viele Leute dazu gebracht zu glauben, dass der IS der Erlöser ist. Man muss sich überlegen, was diese Menschen erlebt haben, um solche Schlüsse zu ziehen“. Die prekäre Situation im Irak sei ein Ergebnis einer „komplett verfehlten Besatzungspolitik“ der USA. „Die irakische Armee wurde komplett gestrichen, gut ausgebildete Leute ohne Job auf die Straße gesetzt. Diese Offiziere kämpfen nun zum Teil mit dem IS.“ Darin, daß die irakischen Sunniten jahrelang hintangestellt und außen vor gelassen worden seien, sieht er zudem einen Grund für deren teilweise [bzw. vorübergehende] Unterstützung der Terrormiliz. Um die kriegerischen Auseinandersetzungen im arabischen Raum beizulegen, brauche es eine Entschärfung des Syrienkrieges sowie Lösungen politischer, nicht militärischer Natur. Für die Schlichtung seien regionale Mächte wie etwa die Türkei, Saudi-Arabien oder den Iran gefragt, nicht aber der Westen, schloß der Journalist. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268415-experte-is-ist-das-produkt-des-langj%C3%A4hrigen-syrienkriegs-und-der-verfehlten-us-besatzungspolitik-im-irak)
Gemäß einem durch ISIS/IS ins Internet gestellten Video soll nun der Brite Alan Henning seitens der Terrorgruppe geköpft worden sein. Laut Meldung des US-Terrorforschungszentrums SITE dazu vom Fr., 3.10.2014, Henning, 47, Taxifahrer aus Salford bei Manchester, habe sich seit Dezember 2013 in ISIS-Gefangenschaft befunden. Zuvor hatte er sich einem Hilfskonvoi für syrische Flüchtlinge angeschlossen. Minuten nach seiner Ankunft in Syrien sei er in die Hände der Terroristen gefallen. Auch die Agentur IRNA nennt Henning nur ein „mögliches“ Opfer. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268362-is-terror- gruppe-enthauptet-einen-weiteren-britischen-staatsb%C3%BCrger) – Zu den belegten Zweifeln an der Echtheit der bisherigen Enthauptungs-Videos durch ISIS/IS vgl.u.
Mit den US-geführten Luftangriffen im Irak und besonders in Syrien beschäftigen sich auch einige kritische Stellungnahmen. So enthüllt Derek Monroe vom Think Tank Foreign Policy in Focus, daß sogenannte surgical strikes bestenfalls eine Fehlbezeichnung sind (https://www.youtube.com/watch?v=cxrOQ_IyZPw) – Die Sprecherin des National Security Council Caitlin Hayden macht deutlich, daß der US–Standard, welchen Präsident Obama zum Schutz von Zivilisten bei Militäroperationen bestimmt habe, nicht für die Einsätze im Irak und in Syrien gelte. (https://syrianfreepress.wordpress.com/?p=37707). – Auch für Justin King von TheAntiMedia ist klar, daß Ziel der Oabam-Administration der Sturz der legitimen syrischen Regierung unter Dr. al-Assad ist. (http://theantimedia.org/obama-admits-plan-in-syria-is-to-overthrow-assad/) – Garikai Chengu von der Harvard University analysiert die Ursprünge und Hintergründe von al-Qaida und ISIS/IS. (Artikel zu lesen bei: https://syrianfreepress.wordpress.com/?p=37676) – Den offensichtlichen „Problemen“ der US-Regierung mit den Normen des Internationalen Rechts widmet sich Dave Lindorff am 1.10.2014. (http://thiscantbehappening.net/node/2485) – Der bekannte Autor und Filmemacher Jeremy Scahill äußert sich zu „Obamas orwellschen Krieg“ (http://www.democracynow.org/2014/10/3/jeremy_scahill_on_obamas_orwellian_war)
Auf Antrag der AKP-Regierung hat das Parlament für einen einjährigen türkischen Militäreinsatz inklusive des Einsatzes von Bodentruppen im Irak wie Syrien – wie es heißt gegen IS – zugestimmt. Dies bedeutet zudem, daß auch ausländischen Truppen der Transit durch türkisches Territorium in den Irak und nach Syrien zugestanden wird. – SPD-Fraktionsvize Rolf Mützenich befürchtet laut Bericht von „Spiegel online“, die Türkei könne diesen Armeeeinsatz auch zum Kampf gegen die kurdische PKK nutzen. Das wäre ein „zusätzlicher Konfliktbeschleuniger in einer ohnehin unübersichtlichen Situation„, warnte er. Am Wochenende hatte bereits Staatspräsident Erdogan auf dem Weltwirtschaftsforum in Istanbul deutlich gemacht, daß sich solche Maßnahmen nicht nur gegen IS richteten. Vielmehr forderte, damit gegen die [am 3.6.2014 mit überwältigender Mehrheit wiedergewählte säkulare] syrische Regierung von Präsident Dr. al-Assad vorzugehen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268323-t%C3%BCrkisches-parlament-hat-milit%C3%A4reinsatz-gegen-is-zugestimmt) – Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî (Ibrahim al-Dschafari) brachte seine Zweifel an den Zielen der Türkei zum Ausdruck und warf diesem Land eine Komplizenschaft mit den Terroristen vor. Laut Bericht der Internetplattform von Syria-Now vom 2.10.2014 sagte al-Ğaʽfarî am Vortag auf einer Pressekonferenz, das irakische Staatsgebiet sei die rote Linie, die nicht überschritten weden dürfe. Die Iraker kämpften gegen die Terroristen, [gerade] um von jeglichen ausländischen Operationen in ihrem Land verschont zu bleiben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268321-irakischer-au%C3%9Fenminister-wirft-t%C3%BCrkei-komplizenschaft-mit-ter- roristen-vor
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi) hat sich nochmals eindeutig gegen die Beteiligung arabischer Länder an den US-geführten Luftangriffen im Land ausgesprochen (vgl. Rede in Bagdad am 1.10.2014). Die Regierung in Bagdad werde mit Ausnahme irakischer Soldaten keine weiteren [ausländischen] Soldaten in sein Land aufnehmen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268288-irak-widersetzt-sich-den-anschluss-der-arabischen-l%C3%A4nder-an-den-angriffen-gegen-den-is vom 2.10.2014)
Im Zusammenhang mit den US-geführten Luftangriffen im Irak und in Syrien ist von Interesse, daß die US-Regierung laut Mitteilung des Pentagon an Saudi-Arabien 202 der derzeit mit am höchsten entwickleten Patriot-Raketensysteme vom Typ PAC-3 im Wert von 1, 75 Mrd. US-$ und an die VAE 12 Raketenwerfer im Wert von 900 Mio. US-$ liefern will. Auch Qaṭar und Kuwait hätten vor einiger Zeit derartige Waffensysteme, die ballistische Raketen und Flugzeuge zu zerstören vermögen, von den USA erworben. (http://german.irib.ir/nach-richten/wirtschaft/item/268311-washington-verkauft-saudi-arabien-und-den-arabischen-emiraten-vae-hochentwickelte-raketen vom 2.10.2014)
Bei einer gemeinsamen Militäroffensive von Paschmerga und irakischen Streitkräften in Ṭûz Ḫûrmatû (Tuz Churmatu) bei Kirkûk ergaben sich nach kurdischen Quellen etwa 150 IS-Terroristen, Dutzende weiterer IS-Terroristen wurden getötet, zudem sechs Dörfer um Ṭûz Ḫûrmatû wurden zurückerobert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268331-)
Nachtrag zur Zeit vom 29.9. bis 4.10.2014 in Kurzform:
…
Masûd Barzanî (Massoud Barzani), Präsident der Kurdischen Autonomen Region im Nordirak, beschwerte sich am Fr., 26.9.2014, gegenüber Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen während deren Besuch in ʽArbîl über die aus dem „Westen“ gelieferten Waffen. „Für den Kampf gegen die Extremisten des Islamischen Staates (IS) brauchen wir starke moderne Waffen. Aber bislang hatten wir aus dem Ausland lediglich gewöhnliche Waffen erhalten, die mit modernen Waffen kaum verglichen werden könnten, über die die Terroristen verfügen“, bemerkte er gemäß Irak-Press. Von der Leyen gab dazu keine Stellungnahme ab. (http://de.ria.ru/security_and_military/20140927/269656388.html)
Einer Einheit aus Armee und irakischen Freiwilligen und Paschmarga gelang die Rückeroberung des Staudamms von Diyâlâ (Diyala), außerdem konnten in einen Hinterhalt geratene ISIS-/IS-Kämpfer nahe der syrisch-irakischen Grenze beim kleinen Ort Rabîḥ? (Rabiih) mit großen Verlusten für jene bekämpft werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268061-irakische-armee-erobert-diyala-staudamm-zur%C3%BCck vom 28.9.2014)
Am Sa., 27.9.2014, sind vom britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern zwei Kampfflugzeuge vom Typ Tornado gestartet um ISIS/IS-Stellungen im Irak zu anzugreifen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268043-gro%C3%9Fbritannien-beginnt-angriffe-auf-stellungen-von-is-im-irak)
In der Infanterieschule im bayerischen Hammelburg hat die fürher schon angekündigte (vgl.u.) Ausbildung kurdischer Soldaten (Paschmerga, begonnen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/268068-ausbildung-von-peschmerga-im-bayerischen-hammelburg-begonnen vom 28.9.2014).
Inzwischen hat das britische Unterhaus einer von Premierminister eingeforderten Beteiligung der Airforce bei Luftangriffen auf ISIS/IS im Irak zugestimmt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267988-britisches-unterhaus-billigt-beteiligung-an-der-us-gef%C3%BChrten-anti-is-allianz)
Man möchte es kaum glauben, doch die kritische türkische Aydinlik Daily berichtet, die Terrororganisation ISIS/IS habe offiziell in der türkischen Hauptstadt Ankara ein Konsulat eröffnet, das auch Pässe für die Teilnahme am Ğihâd in der angrenzenden (Kriegs-)Region ausstellt. Auf der offensichtlich zugehörigen Webseite wird angeboten, die Gesuche an die Kontaktadresse: isisturkey@gmail.comzu schicken. Die zugehörige Adresse liege im Çankaya Distrikt von Ankara Auch die Behandlung im Fall der Verwundung im Kampf [vgl.u.] gleich wo wird sicher zugesagt. Zudem heißt es auf der Webseite: “Our army continues with its operation to clean out Kobani district of Iraq. 471 terrorists were killed and unfortunately there were children among them” [deutsch: „unsere Armee führt ihre Operation fort, den Kobani-Distrikt im Irak zu säubern. 471 Terroristen wurden getötet, unglücklicherweise waren auch Kinder darunter“]. (http://aydinlikdaily.com/Detail/ISIS-Opens-A-Con- sulate-In-Turkey/4576#.VCRzWhbr2pq vom 23.9.2014, hiervon stammt auch das Photo unten:)

Beim Treffen mit dem irakischen Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) am Do., 25.9.2014, in New York am Rande der 69. UN-Vollversammlung versicherte der russische Außenminister Sergej Lawrow erneut die Hilfe seines Landes im Kampf gegen den Terrorismus. Rußland achte dabei weiterhin die Unabhängigkeit, territoriale Integrität und Souveränität des Irak. Während sich sein Gegenüber dafür bedankte,erklärten sich beide Seiten übereinstimmend zur Fortsetzung und Festigung der bilateralen Zusammenarbeit auf verschiedenen Gebieten bereit und legten hinsichtlich der Situation im Nahen Osten den klaren Akzent auf einen effektiven und konsolidierten Kampf gegen den Terrorismus auf abgestimmter völkerrechtlicher Grundlage. (http://german.ruvr.ru/news/2014_09_26/Lawrow-Russland-bereit-zu-Unterstutzung-des-Irak-im-Kampf-gegen-Islamischen-Staat-7575/)
Am Do., 25.9.2014 startete Transportflugzeug von Leipzig mit 50 Panzerfäuste mit Munition, 520 G3-Gewehre und 20 Maschinengewehre, minensuch- und -räumgeräte, an Bord für die Peschmerga im nordirakischen Kurdengebiet, berichtete ein Sprecher des Einsatzkommandos der Bundeswehr. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267826-erste-deutsche-waffenhilfe-f%C3%BCr-kurden-im-irak-angelaufen)
Am Rande der [69.] UN-Vollversammlung wies der irakische Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Massum) im Gespräch mit der in London erscheinenden Zeitung al-Ḥayât in New York auf die Bedeutung der Islamischen Republik Iran bei der Bekämpfung der Terrororganisation IS hin. Sein Land, das historische Beziehungen zum Iran pflege, sei diesbezüglich vom Iran abhängig, da die šîʽirische Bevölkerung des Irak nur durch diesen Staat Unterstützung erhalte. Wie auch US-Außenminister Kerry bestätigt habe, stehe seiner Einschätzung nach jedoch der Atomkonflikt (vgl.u.) im Zentrum der Differenzen zwischen dem Iran und den USA. – Der Beteiligung arabischer Staaten bei US-Luftangriffen teilte er dagegen eine klare Absage. Um diese Art von Hilfe habe Bagdad nicht gebeten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267803-irakischer-pr%C3%A4sident-iran-kann-man-nicht-bei-der-is-bek%C3%A4mpfung-ignorieren)
Laut Reuters-Meldung vom 24.9.2014 wollen sich auch die Niederlande an Luftangriffen gegen ISIS/IS im Irak beteiligen und zudem durch Soldaten der eigenen Armee kurdische und und andere irakische Armeeangehörige ausbilden. (http://de.ria.ru/security_and_military/20140924/269632536.html)
Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi), Premierminister der proamerikanischen neuen irakischen Regierung begrüßte die US-geführten Luftangriffe. Seiner Ansicht nach sei das Zusammenwirken der US-Militärs mit den irakischen Landstreitkräften noch nicht ausreichend. „Unsere Truppen schreiten voran und brauchen dabei Deckung aus der Luft. Wir bitten zwar darum, die Koalition hat aber natürlich ihre eigenen Pläne.“ (http://de.ria.ru/politics/20140924/269624756.html) – Der zunehmend kritisch gegenüber der US-Regierung gewordenen irakischen Regierung unter seinem Vorgänger al-Mâlikî, welche der Verfassung gemäß auch die nächste hätte stellen müssen, wurde auf US-Druck die Unterstützung – auch des in den schwierigen Atomverhandlungen befindlichen Iran – entzogen, so daß der Weg frei wurde für Ḥaidar al-ʽAbâdî. (vgl. http://www.voltairenet.org/article185291.html | 10.9. 2014 und s.a. http://ger-man.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265405-maliki-kehrt-in-heimatstadt-kerbela-zur%C3%BCck sowie Manlio Dinucci am 23.9.2014 in: http://www.voltairenet.org/article185394.html)
Im Irak wurden am 24.9.2014 durch die US-geführte Allianz (s. Syrien) Luftangriffe nordwestlich von Bagdad geflogen. (http://german.ruvr.ru/news/2014_09_24/US-Luftwaffe-greift-erneut-Rebellen-in-Syrien-an-3479/)
Am So., 21.9.2014 gelang es irakischen Streitkräften zusammen mit freiwilligen Kämpfen nahe Fallûğa (Falludscha) durch einen Belagerungsring von ISIS/IS-Anhängern durchzubrechen und so beinahe 400 Soldaten aus deren Umzingelung zu befreien. In den vergangenen Wochen hatten die irakischen Streitkräfte die Gegend von einer großen Anzahl Terroristen gesäubert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267662-irakische-armee-beendet-belagerung-von-soldaten-in-der-provinz-al-anbar vom 22.9.2014)
Dieses Mal ereignete sich der Unfall im Umgang mit Chemiewaffen durch die Terroristen nicht in Syrien (vgl. Teil I und Teil II) sondern im Irak: Dutzende ISIS-Anhänger wurden am Di., 16.9.2014, in aḍ-Ḍulûʽiyya (al-Dhuluiya, ca. 90km nördlich von Bagdad am Tigris) beim unsachgemäßen Präparieren von Sprengköpfen für Raketen mit Chlorgas in einer Explosion getötet, sieben weitere verletzt, wie irakische Sicherheitskräfte berichteten. Durch das von zwei improvisierten Sprengsätzen freigesetzte Chloringas erlitten auch vier Soldatender irakischen Armee wie der šîʽitischen Milizen Erstickungsanfälle in dem kleinen Ort. (https://www.google.de/maps/@33.875184,44.1940337,9z vom 21.9.2014) – Zudem hat die Armee dem Parlamentsabgeordneten Foral al-Tamimi am 20.9.2014 zufolge einen ISIS/IS-Angriff mittels Giftgas in der Provinz Diyâlâ verhindert, indem ihnen sieben entsprechend präparierte Raketen, die auf die Stadt Meghdadiyeh [Maġdadiyya] gerichtet gewesen sind, in die Hände fielen und sie entschärfen konnten. Schon am 8.7.2014 hatte die Regierung in einem Schreiben gewarnt, daß sich die IS-Terroristen in einer ehemaligen Fabrik von chemischen Kampfmitteln im NW Bagdads an den dort gelagerten 2500 Raketen mit dem tödlichen Gift Sarin sowie anderen chemischen Kampfmitteln bedient hatten. (http://world.einnews.com/article__detail/224982673?lcode=9hkIeuK48rRDCcR0sqBmlg%3D%3D und http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267561-chemische-angriffe-des-islamischen-staates-verhinder).
Entgegen seiner früheren Aussagen, z.B. während seines Besuches in der Türkei, wonach es nicht angemessen sei, den Iran an Gesprächen über ein solches Bündnis zu beteiligen, hat US-Außenminister Kerry nun eingeschwenkt und will wie BRD-Außenminister Steinmeier doch den Iran bei der ISIS/IS-Bekämpfung mit eingebunden wissen. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/267488-sinneswandel-bei-amerikanernkerry-und-steinmeier-wollen-iran-in-kampf-gegen-terrorgruppe-is-einbinden) – Hierzu könnte bei den gleichzeitig immer noch stattfindenden Atomverhandlungen mit dem Iran eine Rolle gespielt haben, daß der iranische Außenminister Bereitschaft signalisierte zu garantieren, daß der Iran nie an Atomwaffen bauen werde. „Wir meinen damit keine Aussetzung, sondern eine Begrenzung des iranischen Atomprogramms“, erklärte er am Do., 18.9.3014, gegenüber dem Radiosender NPR (http://german.ruvr.ru/news/2014_09_18/Iran-will-garantieren-nie-Atomwaffen-zu-bauen-5246/).
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) traf am Fr., 19.9.2014 in as-Sulaimâniyya (Soleimaniah, Nordirak) mit dem kurdischen Ex-Staatspräsidenten Ǧalāl Ṭalabānī (zu ihm vgl.u. 29.7.2014) sowie Mitgliedern des Politbüros der Patriotischen Union Kurdistans zusammen. Dabei sprach er sich für eine Beilegung der Differenzen zwischen Bagdad und Erbil, insbesondere bzgl. der Eigentumsrechte am Erdöl aus, schließlich sei für alle Bürger des Iraks verantwortlich. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267502-irak-ministerpr%C3%A4sident-spricht-sich-f%C3%BCr-die-beilegung-der-differenzen-mit-kurden-aus).
Zur Legitimation der saudi-arabischen Unterstützung der US-Pläne zur Vernichtung von ISIS/IS hat der Rat der Höchsten Religionsgelehrten im Land eine fatwamit Verurteilung von ISIS/IS als Terrorgruppe ausgegeben, wie die saudi-arabische Nachrichtenagentur Spa mitteilte. Druck seitens der US-Regierung soll beim Erlaß dieser fatwa eine maßgebliche Rolle gespielt haben.(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267435-fatwa-saudischer-islam-gelehrter-gegen-is-terroristen)
Gemäß Ansicht des Europaparlaments solle mit allen Mitteln ISIS/IS von Geldzuweisungen via illegalem Ölhandel (vgl.u.) abzuschneiden. Dies soll durch Sanktionen gegen EU-Länder und private Unternehmen verhindert werden, die das illegalgeförderte Öl dennoch aufkauften bzw. weiterverarbeiteten, hieß es in einer am Do., 18.9.2014, in Straßburg verabschiedeten gemeinsamen Entschließung aller großen Fraktionen. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/267438-eu-parlament-will-illegale-gesch%C3%A4fte-mit-is-terrorgruppe-unterbinden)
Mittels der aus Syrien durch die fast täglichen terroristischen Anschläge damit bekannten Granaten und Autobomben sind auch im norden Bagdads am Donnerstagabend mindestens 17 Menschen getötet und mehr als 40, darunter Frauen und Kinder – teils schwer – verletzt worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267456-viele-tote-bei-anschl%C3%A4gen-im-norden-bagdads)
Regierungschef Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi) schloß am Do., 18.9.2014, gemäß dem TV-Sender al-ʽArabiyya ein Eingreifen ausländischer Bodentruppen im Irak definitiv aus auch wenn man um andere Unterstützung dankbar sei. Auch in Syrien müsse ISIS/IS bekämpft werden, wozu die Hilfe der Weltgemeinschaft nötig sei, jedoch nicht dadurch, daß man Krieg gegen Syrien führe. (http://de.ria.ru/politics/20140918/269573780.html)
Laut dem irakischen Botschafter beim Vatikan, Ḥabîb aṣ-Ṣadr (Habeeb Al Sadr) plane ISIS/IS ein Attentat auf Papst Franziskus (vgl.u. 2.9.2014). Möglichkeiten bäten besonders der eintägige Besuch des Pontifexes in Albanien am kommenden Sonntag und während der geplantern Türkei-Reise im November. Der Papst habe „sich zum Ziel der Islamisten gemacht“, als er gegen die Verletzung der Menschenrechte von Christen in Syrien und im Irak auftrat. (http://german.ruvr.ru/news/2014_09_17/Islamischer-Staat-bereitet-Attentat-auf-Papst-vor-6550/)
Im Interview für den Radiosender STIMME RUSSLANDS versicherte Vizepremierminister Huschyār Zîbārī (Hoshyar Zebari): „Der Irak will die Zusammenarbeit mit Russland in Politik, Wirtschaft und militärtechnischem Bereich ausbauen“. Es seien bereits Verträge unterzeichnet, weitere würden demnächst unterschrieben. Die Regierung wolle von Rußland insbesondere Jagdflugzeuge, aber auch andere moderne Waffen für den Kampf gegen den Terrorismus kaufen. „Die Waffen, die wir im Sommer aus Russland bekommen haben, und die Unterstützung durch Ihr Land haben der irakischen Regierung im Kampf gegen den so genannten Islamischen Staat sehr geholfen.“ betonte er. Bei den anstehenden Treffen werde man auch über den gemeinsamen Bau von Kraftwerken im Irak und über die Ölförderung verhandeln. (http://german.ruvr.ru/news/2014_09_17/Neue-irakische-Regierung-will-mehr-Waffen-aus-Russland-6126/).
Wie ʽAlî Šamḫânî (Ali Shamkhani), Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats der IR Iran mitteilte, werde der Iran der Forderung des dänischen Außenministers Martin Lidegaard bzgl. der Teilnahme an der Anti-IS-Koalition u.a. aufgrund der immanenten Widersprüche nicht nachkommen, sondern – wie schon früher (vgl.u.) mitgeteilt – weiterhin dem Irak und Syrien bei der Bekämpfung von Terrorismus unterstützen. (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/267353-iran-lehnt-teilnahme-bei-anti-is-koalition-ab)
Auch Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Fuad Masum) machte bei der Irak-Konferenz in Paris – wenn auch vorsichtig formuliert – deutlich, Qaṭar und Saudi-Arabien wüßten über die Finanzquellen der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ Bescheid. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267307-pr%C3%A4sident-massum-katars-und-saudi-arabiens-geheimdienste-kennen-m%C3%B6glicherweise-is-finanzquellen). Damit warf er indirekt beiden Staaten Unterstützung für IS-Terroristen vor (vgl. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267365-emir-von-katar-dementiert-medienbereichte-%C3%BCber-hilfen-an-die-is-terroristen).
In Mossul wurde am 16.9.2014 eine Irakerin durch die ISIS-Muğâhdîn enthauptet, berichten die irakischen as-Sûmariyya News unter Berufung auf die örtlichen Quellen. Vorgeworfen wurde ihr ihre Kontroll-Tätigkeit am Gericht im Stadtteil Ḥammâm al-ʽAlîl (Hamam al-Alil). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267317-irak-is-terroristen-haben-eine-irakerin-enthauptet vom 16.9.2014).
Über gemeinsame erfolgreiche Einsätze der irakischen Armee und der kurdischen Paschmarga gegen ISIS-Einheiten informiert: http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267300-irakische-armee-setz-offensive-gegen-is-fort.
Das russische Außenministerium hat aufgrund des jüngsten einsatzes von Chlorgas durch Terroristen eine tiefgehende und neutrale Untersuchung solcher Vorgänge im Irak wie in Syrien durch die OPCW (Organization for the Prohibition of Chemical Weapons) gefordert. Der besorgniserregende Vorfall zeige, daß die Terrorgruppen zunehmend Übung im Gebrauch solcher Kampfmittel zeigten. (http://www.sana.sy/en/?p=13316 vom 17.9.2014)
Wie die Nachrichtenagentur al-Baġdâdiyya News berichtet, hat ISIS/IS am Montagnachmittag im Süden von Tikrît bei einem Angriff Chlorgas enthaltende Raketen abgeschossen. Es kam in der seit zwei Monaten von der Terrorgruppe umzingelten Region (Zoluiyya?) zu Er- stickungsanfällen bzw. Vergiftungen bei mehr als 60 Personen. – Zudem wurde mitgeteilt, daß die sehr kurze sog. Irak-Konferenz vom Mo., 15.9.2014, ohne konkretes Ergebnis endete. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267267-is-terroristen-greifen-den-s%C3%BCden-von-tikrit-mit-c-waffen-an-erstickungsanf%C3%A4lle-und-ver-giftung-bei-%C3%BCber-60-menschen vom 16.9.2014). – Man erinnere sich an jene Giftgasattacken in Syrien, welche die Regierung schon immer dieser und anderen Terrorgruppen zur Last legte, wofür jedoch die sog. „Friends of Syria„-Gruppe stets – faktenwidrig, wie sich längst herausstellte – die Regierung unter Dr. al-Assad verantwortlich machte (s. hierzu Syrien Teil III und Syrien Teil II).
Wie schon mehrfach erwähnt (vgl.u. und hier), bestätigte nun auch die EU-Botschafterin im Irak, Frau Jana Hybaskova, sagte am Montag, auf der Konferenz des Komitees für Außenpolitik des europäischen Parlaments, einige europäische Länder trotz der dem ent- gegenstehenden UN-Resolution Erdöl von der Terrorgruppe ISIS/IS kauften. Allerdings nannte sie auch nach Nachfragen deren Namen nicht. Die Terrororganisation hat insgesamt elf Ölfelder im Irak und in der syrischen Region um ar-Raqqa unter ihrer Kontrolle und verdient täglich infolge Erdölverkauf, Raubüberfällen, Menschenhandel und Erpressung geschätzt 3 Millionen US-$. (http://german.irib.ir/nachrichten/wirtschaft/item/267282-europ%C3%A4ische-staaten-kaufen-%C3%B6l-von-der-is vom 16.9.2014).
Am 15.9.2014 hätten Hubschrauber der irakischen Armee einen aus Syrien kommenden ISIS-Konvoi in einem Dorf im Norden der Stadt Mossul angegriffen, wobei mehr als 70 Milizen getötet und ein Dutzende weitere verletzt worden seien, meldete das irakische Verteidigungsministerium. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267252-irak-mehr-als-70-is-terroristen-in-der-provinz-ninive-get%C3%B6tet)
Gemäß Erklärung des französischen Verteidigungsministers Jean-Yves Le Drian vom 15.9.2014 auf dem Luftwaffen-Stützpunkt aẓ-Ẓafra (Al-Dhafra) in den VAE wolle die französische Luftwaffe bald mit Aufklärungsflügen über dem Irak beginnen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267236-frankreich-startet-aufkl%C3%A4rungsfl%C3%BCge-%C3%BCber-irak vom 15.9.2014).
Ich bedauere es sehr, daß die Islamische Republik Iran nicht zur internationalen Konferenz, die sich mit dem Kampf gegen IS befaßt, eingeladen wurde, teilte der irakische Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Fuad Masum) einem Reporter von Associated Press mit. Auf Einladung von Frankreichs Präsident François Hollande waren am Vormittag des 15.9.2014 Minister und Vertreter aus 26 Ländern nach Paris gekommen, um über die Lage im Irak und die Bekämpfung von ISIS/IS zu beraten. Die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates nahmen an dieser Sitzung teil, um ihre Solidarität mit der Koalition gegen IS auszusprechen. Nicht eingeladen war ferner das ebenfalls von den ISIS-Anschlägen betroffene Syrien (vgl.u.). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267233-fuad-masum-%C3%A4u%C3%9Fert-bedauern-%C3%BCber-abwesenheit-irans-an-konferenz-in-paris, 15.9.2014)
Die Russische Föderation schlage vor, im Rahmen des UN-Sicherheitsrates mit einer komplexen Erörterung der Fragen des Kampfes gegen den Terrorismus im Nahen Osten und in Nordafrika zu beginnen, erklärte am 15.9.2014 der Chef des russischen Außenministeriums Sergej Lawrow „am Rande“ der Internationalen Irak-Konferenz in Paris. Es komme darauf an, eine Erweiterung der Reihen der „terroristischen Internationale“ zu unterbinden, zu der sich besonders Jugendliche gern begäben. Die Russische Föderation werde dem Irak, Syrien und anderen Ländern der Region militärische und sonstige Hilfe erweisen, um deren Potential im Kampf gegen den Terrorismus zu stärken. (http://german.ruvr.ru/news/2014_09_15/Moskau-schlagt-vor-die-Situation-mit-dem-Terrorismus-durch-Un-Sicherheitsrat-analysieren-zu-lassen-4252/ vom 15.9.2014).
Parlamentspräsident Dr. Salîm al-Ğabûrî (Salim al-Jabouri) hat vor möglichen zivilen Opfern durch die US-Luftangriffe im Nordirak gewarnt. Laut ISNA habe er beim Treffen mit US-Außenminister Kerry erklärt, ziellose Angriffe, die Zivilisten träfen, seien nicht akzeptabel. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haydar Al-Ebadi) hatte zuvor die Armee angewiesen, alle Angriffe gegen Städte, auch jene von ISIS/IS kontrollierten, einzustellen, damit Zivilisten nicht getroffen werden. Doch nach Augenzeugenberichten aus Fallûğa (Falludscha), Tikrît und Ramadî seien nur wenige Stunden nach diesen Äußerungen des Ministerpräsidenten diese Städte angegriffen worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267167-irakischer-parlamentspr%C3%A4sident-warnt-vor-m%C3%B6glichen-zivilen-opfern-durch-us-angriffe vom 14.9.2014).
Am Samstagabend (Ortszeit) veröffentlichte die Terrororganisation ISIS/IS erneut ein Enthauptungs-Video in der schon zuvor benutzten Szenerie. Es betraf den britischen, 2013 entführten 44-jährigen Ent- wicklungshelfer David Haines, welche schon angekündigt worden war (vgl.u.). Abzurufen war der Streifen auf der Website des US-Unternehmens Site, welche sich auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte. Laut BBC-Bericht handelte es sich bei dem ausführenden um denselben britischen Täter wie zuvor. Sowohl Premierminister Cameron als auch US-Präsident verurteilten die Tat als barbarischen Akt. Er befördert die angelaufenen Bestrebungen der USA, zusammen mit Partnern rund um die Welt die Terror-Organisation zu zerstören. Hierzu will auch der australische Premierminister Tony Abbott laut Medienberichten vom 14.9.2014 Kräfte in den VAE stationieren und zwar bis zu acht Kampfflugzeuge vom Typ Super Hornet sowie andere und ein Kontingent von Elitesoldaten. In Kürze würden 200 Soldaten in Marsch gesetzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nah- ost/item/267145-is-terroristen-ermorden-eine-weitere-ihrer-geiseln) – Über die derzeitigen „Warplanes“ der USA im Irak und in Syrien (!) informiert die Seite: http://www.veteranstoday.com/2014/09/12/us-warplanes-to-fly-from-iraqi-air-base-pentagon.
Die deutsche Unterstützung der irakischen Regierung in militärischen Bereich sieht nun auch die Entsendung von sechs Militärausbildern (Fallschirmjägern aus dem saarländischen Lebach) vor wie das Training von etwa 30 Paschmarga-Kämpfern in der Infanterieschule im bayerischen Hammelburg. Ausgebildet wird im Irak in der Bedienung der ebenfalls zu liefernden Maschinengewehre, Pistolen und Panzerfäuste, in Bayern dagegen die kompliziertere Bedienung der Panzerabwehrwaffe «Milan» und der Bundeswehr-Feldküchen (sic!). Dies solle noch im September vor sich gehen. Waffen würden im wert von 70 Millionen € geliefert, darunter 500 Panzerabwehrraketen und 16.000 Gewehre. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267080-bundeswehr-schickt-sechs-milit%C3%A4rausbilder-in-den-irak) – Der Deutschlandfunk korrigiert die offensichtlich fehlerhafte Angabe von sechs Bundeswehrausbildern auf 40 Mann (http://german.ruvr.ru/news/2014_09_14/40-Bundeswehr-Soldaten-sollen-im-Irak-Kampfer-ausbilden-7473/)
Obwohl es zu einem positiven Treffen zwischen dem US-Außenminister Kerry und dem der Türkei, Mevlüt Cavusoglu, am Fr., 12.9.2014, kam, erklärte letzterer vor Reportern, die Türkei werde nicht an den Militäroperationen der internationalen Anti-IS-Koalition unter der Führung der USA teilnehmen, wie das Nachrichtenportal Haber 7 berichtete. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267116-irakischer-ministerpr%C3%A4sident-wirft-einigen-staaten-der-region-unterst%C3%BCtzung-von-is-vor vom 13.9.2014). – Bei der besonderen Art des ‚Engagement der Türkei im Irak wäre dies auch höchst kontraproduktiv gewesen (vgl.u.)
Beim Treffen von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider Al-Abadi) mit dem französischen Staatspräsidenten François Hollande, warf ersterer während einer Pressekonferenz in Bagdad am Fr., 12.9.2014, einigen Staaten der Region, die IS-Organisation finanziell und militärisch zu unterstützen. Das müsse gestoppt werden. Andererseits versprach Hollande, die französische Armee werde ebenfalls Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak fliegen und auch die irakische Regierung militärisch unterstützen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267116-irakischer-ministerpr%C3%A4sident-wirft-einigen-staaten-der-region-unterst%C3%BCtzung-von-is-vor vom 13.9.2014).
Am Do., 11.9.2014 gelang es der syrischen Fahndung, 20.000 in einem Mercedes geschmuggelte Captagon-Tabletten in Homs zu beschlagnahmen. (http://www.sana.sy/en/?p=12864 vom 11.9.2014) – Wie schon früher berichtet, dienen diese Amphetamine, mit anderen Drogen (z.B. Haschisch) vermischt dazu, eigene Schmerzen aber auch das Nachempfinden der Leiden anderer zu unterdrücken, und sind daher perfekt geeignet, aus Muğahidîn mitleidlose brutale Kampfmaschinen zu kreieren, wie sie in den von ISIS und den anderen Terrorgruppen in Syrien wie dem Irak begangenen Grausamkeiten (vgl.u. z.B. die von syriangirl zusammengestellten Videofilme hier zum Ausdruck kommen).
Aus Berichten zweier türkischer Zeitungen geht hervor, daß die türkische Regierung die ISIS/IS-Kämpfer unterstützt. So meldete die liberale türkische Tageszeitung Taraf am Do., 11.9.2014, ein Führungsmitglied der Terrorgruppe ISIS/IS sei zusammen mit acht weiteren verwundeten Muğâhidin im August in einem Krankenhaus im SO der Türkei auf Staatskosten versorgt worden. Dem Blatt liegt eine Patientenliste der Klinik in Şianlurfa vor, auf der zur Tarnung die Familiennamen der eingelieferten ISIS-Kämpfer nur mit Initialen abgekürzt sind. Unter den – über den Grenzübergang Akçakale – Eingelieferten befand sich auch Ahmet El H., der dem „Kalifen“ Abu Bakr al-Baġdâdî (al-Bagdadi) nahesteht. Er war bei einem Bombenangriff in der syrischen Provinz ar-Raqqa am 20.8.2014 schwer verletzt worden und soll dabei seinen linken Fuß verloren haben. – Selben Tags wurde ebenfalls bekannt, daß ein wichtiges ISIS-Rekrutierungsmitglied nach Hinweisen des französischen Geheimdienstes am Istanbuler Flughafen Atatürk am 16.8.2014 festgenommen worden sei. Es handelt sich um den 29-jährigen Murad Fares aus dem maoikkanischen Fes, der die französische staatsbürgerschaft besitzt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267048-is-terroristen-auf-t%C3%BCrkische-staatskosten-im-spital mit einer Einblendung des besprochenen Zeitungsausschnitts). – Zudem berichtete die Zeitung Aydinlik, daß in den getarnten ISIS/IS-Feldlazeretteen türkische medizinische Teams arbeiteten. Dies beweisen übereinstimmende Aussagen von dort behandelten und später durch die irakische Armee gefangengenommene ISIS-Muğâhidin. Einer sagte explizit, dort seien viele türkische Ärzte und Krankenschwestern beschäftigt. Inzwischen kritisierten viele türkische Juristen offen die türkische AKP-Regierung wegen Beihilfe. Die Regierung unterstütze ISIS beim Kampf gegen die syrische Regierung unter Dr. al-Assad. Premierminister Erdogan erlaube es, daß ISIS-Terroristen sich auf türkisches Gebiet in Sicherheit flüchteten. Auch erhielten ISIS-Kämpfer freie medizinische Versorgung z.B. im staatlichen Krankenhaus in Hatay (ursprünglich zu Syrien gehörige, zu Beginn des WKII am 1.9.1939 von der Türkei annektierte Provinz im Grenzgebiet). Der bekannte türkische Oppositionelle Özkes gab sogar an, die Order, ISIS-Muğâhidûn in der Türkei zu hehandeln bzw. türkisches Medizinpersonal in ISIS-Feldlazerette nach Syrien und in den Irak zu schicken, komme vom türkischen Innenminister Muammer Güler. In einem Circular an den Gouverneur der Provinz Hatay (s.o.) habe offen Unterstützung für ISIS-Kämpfer eingefordert. Offizielle Dokumente zeigten auch, daß der türkische Geheimdienst MIT ISIS-Muğâhidin zum Einsatz gegen die syrische Armee (SAA) nach Syrien geschafft habe. “It is important to provide the necessary support for the intelligence officers on the issue of assisting the fighters of ISIS, including Tunisians and Chechens, who have been brought [here] under the supervision of the MİT to fight against the SAA, crossing the borders to Syria and complying with the confidentiality of the matter” heißt in einem davon. (http://awdnews.com/top-news/9683-turkish-army-physicians-are-treating-injured-isis-members.html)
Der republikanische US-Abgeordnete Pete King wirft Präsident Obama vor, sehr wohl rechtzeitig über die mit dem Erstarken von ISIS verbundenen Gefahren gewarnt gewesen zu sein, aber nichts unternommen zu haben. Gegenüber dem Online-Nachrichtenportal “The Hill” enthüllte er: “Der Verfassungsschutzausschuss hatte den ISIS seit mindestens einem Jahr im Blick … Im Januar dieses Jahres hat General Flynn, der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, davor gewarnt, dass ISIS in diesem Jahr zu einer Hauptgefahr werde. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass der Präsident davon möglicherweise nichts gewußt haben könnte … Er bekommt vom Geheimdienst mehr Informationen als wir, und wir wurden vor einem Jahr – und mit Gewissheit vor acht Monaten – darüber informiert, dass es vom ISIS eine absolut reale Gefahr ausgeht“. Damit widerspricht der Abgeordnete der offiziellen Darstellung der US-Regierung aufs Schärfste. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/267014-us-abgeordneter-wir-waren-vor-dem-isis-gewarnt vom 11.10.2014)
Wie schon in den Mainstream-Medien gemeldet, hat US-Präsident Obama am Abend des 10.9.2014 in einer Fernsehansprache an die Nation verkündet, gegen ISIS nicht nur US-Luftangriffe im Irak sondern auch in Syrien ohne Abstimmung mit der syrischen Regierung befehlen zu wollen. Man werde die – nicht existierenden (Belege s.u. bzgl. FSA) – „moderaten“, gegen die mit überwältigender Mehrheit erst am 3.6.2014 wiedergewählte Regierung kämpfenden Kräfte unterstützen. Bekräftigend hätten die Enthauptungen der beiden US-Journalisten durch ISIS/IS gewirkt. Es würden zudem 475 weitere Soldaten in den Irak geschickt. Diese sollten die irakische wie kurdische Kräfte ausbilden, ausrüsten und beraten. Zu diesem Zweck wurden 25 Millionen US-$ Soforthilfe freigegeben. Die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten steigt damit auf etwa 1500. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/267004-usa-wollen-is-auch-in-syrien-bek%C3%A4mpfen-und-schicken-475-weitere-soldaten-in-den-irak)
Gilad Atzmon sieht genügend Hinweise für eine Verbindung Steven Sotloffs zum israelischen Geheimdienst Mossad für gegeben. Wie die israelische Webseite Ynet informiere, habe Sotloff z.B. drei Jahre lang ein Ausbildung am Interdisciplinary Center in Herzliya genossen. Zudem habe ein Netzwerk von ca. 150 Personen Sotloffs Posts in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook in 20 Sprachen durchforstet und dessen Einträge darin gelöscht, um online seine Vorgeschichte nicht nachverfolgbar zu gestalten (http://www.gilad.co.uk/writings/steven-sotloff-and-israel.html) – Zum Video von Steven Sotloffs Ermordung durch einen britischen ISIS-Angehörigen s.u.
Leila Zerrougui, UNO-Sonderbeauftragte für Kinder in bewaffneten Konflikten, machte am Mo., 8.9.2014, deutlich, daß im Irak durch die ISIS/IS-Terroristen nicht nur hunderte Kinder getötet oder verstümmelt worden seien (vgl. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266908-un-700-irakische-kinder-durch-is-get%C3%B6tet-oder-verst%C3%BCmmelt), sondern – wie schon mehrfach aus Syrien berichtet – diese zu Suizidattentaten benutzen oder zwingen, mit der Waffe in der Hand strategisch wichtige Orte zu bewachen oder Zivilisten festzunehmen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266948-is-benutzt-kinder-als-selbstmordattent%C3%A4ter vom 9.8.2014)
Über zwei terroristische Sprengstoffangriffe im Raum Fallûğa mit Toten und Verletzten unter der Zivilbevölkerung informiert:http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266919-falludscha-dutzende-tote-und-verletzte-bei-is-angriff. – Anmerkung: Da derlei Vorfälle (im Irak im Gegensatz zu jenen in Syrien) in den Mainstream-Medien meist ausführlich thematisiert werden, kann hier auf Details verzichtet werden.
Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Foad Masum) machte im Gespräch mit CNN am 6.9.2014 deutlich, sein Land brauche keine ausländischen Truppen im Land, sondern lediglich internationale Unterstützung in Form von Waffen und Militärausrüstung im Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS/IS. Gemeinsam mit den Nachbarländern der Region könne dieser schnell das Handwerk gelegt werden. IRNA zufolge habe mit Hilfe von Bürgerwehren eine Großoffensive gegen ISIS/IS begonnen und gute Erfolge verzeichnet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266803-foad-masum-irak-braucht-keine-ausl%C3%A4ndischen-kr%C3%A4fte-gegen-is vom 7.9.2014).
Am Fr., 6.9.2014, haben ISIS/IS-Extremisten vier irakische Ärzte erschossen, nachdem sie sich geweigert hätten, von den Paschmerga verwundete Muğâhidîn zu behandeln. Gemäß der irakischen Nachrichtenagentur Nahrain aus Mossul bemerkte der irakische MP ʽAbdurraḥîm aš-Šammary (Abdul-Rahim al-Shammari), die verbliebenen Einwohner von Mossul seien über die ISIS/IS-Gräueltaten entsetzt und hofften auf baldigen Entsatz durch die irakische Armee. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266716-irak-is-terroristen-t%C3%B6ten-vier-%C3%A4rzte-in-mossul vom 6.9.2014)
Jana Hybaskova, die tschechische Leiterin der EU-Delegation im Irak hat in ihrer Rede vor dem EU-Parlament vom Dienstag den EU-Staaten, die illegal Öl von ISIS/IS-Terroristen kauften, doppeltes Spiel vorgeworfen. Ohne Namen zu nennen, machte sie jene EU-Staaten für eine indirekte Finanzierung dieser IS-Terroristen verantwortlich. Schließlich seien zahlreiche Öl-Tanker, von dem angenommen wird, sie kämen aus den von der IS-Terrorgruppe besetzten Gebieten, in europäischen Häfen eingelaufen (vgl.u.). Daher forderte die die EU-Kommission auf, Druck auf die Türkei und die Kurdische Regionalverwaltung auszuüben, den Öl-Handel mit der Terror-Organisation umgehend einzustellen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266700-eu-abgeordnete-bezichtigt-einige-qeu-staatenq-indirekter-finanzierung-der-is-terroristen vom 6.9.2014)
In der Nacht zum 6.9.2014 ist ein erstes Bundeswehr-Transportflugzeug mit militärischer Ausrüstung (u.a. Gefechtshelme, Nachtsicht-Zielfernrohre und Schutzwesten) vom Flughafen Leipzig/Halle aus gestartet und in ʽArbîl (Erbil) gelandet. Per LKW würde die Fracht in ein Lagerhaus der Paschmerga gebracht. – Derweil rückten kurdische Einheiten unter US-Luftangriffen weiter auf Mossul vor. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266665-erneut-tote-bei-terroranschl%C3%A4gen-im-irak-deutsche-milit%C3%A4rausr%C3%BCstung-bei-kurden-im-irak-angekommen)
Auch die kanadische Regierung will, wie Ministerpräsident Stephen Harper auf der NATO-Konferenz im Wales mitteilte, Truppen in den Irak entsenden. Sie sollen sich denen der USA und des Irak anschließen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266692-kanada-entsendet-streitkr%C3%A4fte-in-den-irak)
Am 4.9.2014 habe sogar die US-Regierung eingeräumt, daß einige arabische Anrainerstaaten des Persischen Golfes die Terrorgruppen in der Region [d.i. Naher und Mittlerer Osten] finanziell unterstützten (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/266675-us-regierung-versch%C3%A4rft-untersuchung-von-reisenden-aus-saudi-arabien).
Wie Šafaq News unter Berufung auf das irakische Verteidigungsministeriumberichtet, soll es der irakischen Luftwaffe bei einem Angriff gelungen sein, neben ca. 50 ISIS/IS-Terroristen auch die sog. „rechte Hand“ des selbsternannten Kalifen Abû Bakr al-Baġdâdî (Abu Bakr al-Bagdadi) mit dem Kampfnamen Abû Hağir as-Sûrî (Abu Hadschir al-Suri) in Mossul zu töten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266632-nummer-zwei-der-is-im-nordirak-get%C3%B6tet vom 5.9.2014)
Bereits im vergangenen Monat hatte der chinesische Sondergesandte für Angelegenheiten des Nahen Ostens, Wu Sike, bekanntgegeben, einige Extremisten aus dem autonomen Gebiet Xinjiang in West-China seien zur Teilnahme an „Ausbildungsmaßnahmen“ in den Nahen Osten gereist. Womöglich würden sich einige davon ihnen an Kämpfen im Irak beteiligen. Jetzt sind sozialen Netzwerken Photos von der Festnahme eines Chinesen aufgetaucht, welcher mit ISIS/IS in Verbindung stehen soll. Gemäß Angaben einer chinesischen Zeitung hätten sich weder die Chinesische Botschaft im Irak noch das Außenministerium dazu geäüßert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266619-das-chinesische-is-mitglied-im-irak-gefangengenommen)
In einem Video erzählt ein jesidisches Mädchen, wie ISIS/IS-Terroristen ihr Dorf überfallen, die Dorfbewohner traktiert und beraubt, eine Massenhinrichtung durchgeführt und sie wie andere weibliche Personen gefangengenommen haben, um sie als Sklavinnen zu verkaufen. Der Anführer habe sich zudem drei Mädchen herausgesucht und anschließend vergewaltigt. Da es ihr in einem unbeobachteten Moment in Mossul gelang zu fliehen, konnte sie diese Aussage machen, vgl.: https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=lV83q8671iA (Quelle: http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/09/05/yazidi-woman-recounts-how-daesh-isil-invaded-her-village-and-took-her-and-other-women-as-captives/) – Ein Gespräch eines ISIS-Propagandisten mit Interessierten bzgl. Sklavinennerwerbung ist hier mitzuverfolgen.
Auch zum letzten Enthauptungsvideo von ISIS/IS gibt es eine kritische Analyse von Kurt Nimmo vom Global Research Center vom 3.9.2014, s. http://www.globalresearch.ca/sotloff-video-found-by-group-connected-to-homeland-security-and-responsible-for-releasing-fake-osama-bin-laden-video/5399056. Einen ebenfalls kritischen Vergleich der letzten Enthauptungsszenerien bringt: http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/09/04/steven-sotloff-beheaded/.
Zur zunächst im Ausgang offen gebliebenen Sitzung des UN-Menschrechtsrats zur Situation im Nahen bzw. Mittleren Osten (vgl. hier): Zwar wird der UN-Menschenrechtsrat eine Mission entsenden, die wegen der den ISIS/IS-Terroristen zur Last gelegten Verbrechen gegen die Menschlichkeit ermitteln soll, doch erstreckt sich diese nur auf den Nordirak, nicht, wie von Syrien und dem Irak gefordert (vgl.u.), auch auf die ebenfalls betroffenen syrischen Gebiete. Sitz der Mission wird im nordirakischen (kurdischen) ʽArbîl/Erbil sein, erste Ermittlungsberichte würden Ende September erwartet. 47 Länder nahmen an der Sondersitzung teil. Laut Sprecher des russischen Außenministeriums sei zudem beschlossen worden „die Bemühungen im Kampf gegen die Radikalen in der Region zu bündeln und eine weitere Expansion dieser transnationalen Gruppierung zu verhindern.“. Zu den Ursachen des Terrorausbruchs im Nahen Osten bemerkte er: dieser sei „großenteils ein Ergebnis der rechtswidrigen gewaltsamen Einmischung in die innenpolitischen Angelegenheiten der regionalen Staaten zur Lösung eigener geopolitischer Aufgaben“. Der Sprecher ergänzte, dass „manche westliche und nahöstliche Partner Russlands ihre Spielchen mit den radikalen islamistischen Kräften fortsetzen.“ (http://german.ruvr.ru/news/2014_09_03/Kriegsverbrechen-im-Nordirak-Uno-ermittelt-gegen-IS-Terroristen-3314/ gemäß Kommersant vom 3.9.2014).
Gemäß einer Meldung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) vom 3.9.2014 wurden im Irak nach Eroberung der Stadt Tikrît im Juni bei Massenexekutionen an fünf verschiedenen Stellen zwischen 560 und 770 Armee-Soldaten von ISIS/IS-Anhängern getötet. Die Aussage basiert auf Zeugenmitteilungen und der Auswertung von Bildern und Videos. Ein Überlebender berichtete, die Extremisten hätten ihren Opfern Hände und Augen verbunden und sie erschossen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266579-human-rights-watch-is-hat-bei-massenexekutionen-bis-zu-770-iraker-get%C3%B6tet vom 3.9.2014) – Eine generelle Analyse der Vorgänge im Irak kommt u.a. zu der Feststellung: „This is a blatant violation of the Geneva conventions. It also runs contrary to conventional military strategy. In conventional military strategy soldiers are better off left wounded, because this ends up costing the enemy more resources. Executing captured enemy soldiers is the kind of tactic used when you want to strike terror in the hearts of the enemy. It also just happens to be standard operating procedure for ISIS.“ (http://scgnews.com/the-covert-origins-of-isis vom 28.8.2014).
In einem anderen Internetvideo droht die Terrororganisation ISIS/IS damit, einen Krieg u.a. im Kaukasus und in Tschetschenien zu entfesseln. Einer der neben einem Wrack eines – wohl vom Militärflugplatz ar-Raqqa stammenden – sowjetischen Jagdflugzeugs abgebildeten Muğâhid kündigt adressiert an Präsident Putin die Errichtung eines Islamischen Staates im ISIS-„befreiten“ Kaukasus an. Zudem wird dem syrischen Präsidenten Dr. al-Assad mit Luftangriffen (sic!) gedroht. (http://german.ruvr.ru/news/2014_09_03/Rebellen-des-IS-drohen-mit-Krieg-in-Tschetschenien-8979/)
ISIS/IS veröffentlichte am Di., 2.9.2014, wieder ein Hinrichtungsvideo mit dem Titel: A second message to the US. Diesmal sei dem bislang verschollenen US-Journalisten Steven Sotloff (31) der Kopf abgeschnitten worden, wie zuvor durch die Terrororganisation angedroht worden war, falls die US-Luftangriffe auf ihre Stellungen nicht gestoppt würden. Die Szenerie ist ähnlich wie bei dem Hinrichtungsvideo von Foley gemäß Mitteilung vom American Center zur Überwachung islamischer Webseiten, Täter scheint derselbe Mann (Brite) zu sein. Als nächster Todeskandidat sei laut CNN die britische Geisel David Haines dran. http://www.sana.sy/en/?p=11936 und (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266534-is-terrorgruppe-soll-einen-weiteren-us-journalist-enthauptet-haben, beide vom 2.9.2014) – Gemäß Twitternachricht von US-Präsident Obama halte man das Video nach Untersuchung für authentisch, das gilt auch für die britische Regierung. (http://web.de/magazine/nachrichten/ausland/19266692-is-droht-toe- tung-britischen-geisel.html vom 3.9.2014)
Wie US-Präsident Obama am 2.9.2014 mitteilte, würden weitere 350 Militärkräfte in den Irak geschickt zum Schutz der Botschaft und der US-Interessen in Bagdad. Die zuvor hierzu entsandten Soldaten würden zurückkehren. Bis zum 13. August wurde die Zahl der US-Kräfte im Irak mit 1000 angegeben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/ 266543-usa-schickt-weitere-350-milit%C3%A4rkr%C3%A4fte-in-den-irak)
Die Nesawissimaja Gaseta warnt in ihrer Dienstagsausgabe [2.9.2014], die Terrororganisation ISIS/IS drohe mit einem Attentat auf Papst Franziskus. Der Pontifex hatte zuletzt das Wüten der Extremisten scharf kritisiert. Wie Il Tempo beruft sich die Zeitung auf Informationen des israelischen Geheimdienstes. So warnte des Vatikanssprecher Federico Lombardi vor einer Dramatisierung der Situation. Wegen der allgemein wachsenden Terrorgefahr, aber auch der kürzlich erfolgten italienischen Waffenlieferungen an die Paschmerga im Nord-Irak hätten die italienischen Behörden dennoch die Alarmstufe erhöht und spezielle Sicherheitsvorkehrungen auch für den Vatikan getroffen und Polizei und Armee in erhöhte Bereitschaft versetzt. Gemäß italienischen Medienberichten, basierend auf Geheimdienstmeldungen, seien zudem islamische Extremisten aus Bosnien eingereist. Schon im August hatte Bilal Bosnic, welcher einige Zeit in Italien verbracht und sich schließlich ISIS/IS angeschlossen hatte, verkündet: „Wir Muslime glauben, dass die ganze Welt irgendwann ein Islamischer Staat wird. Unser Ziel ist es, dass sogar der Vatikan muslimisch wird. Vielleicht werde ich das nicht erleben, aber diese Zeit wird kommen“. (http://de.ria.ru/zeitungen/20140902/269449716.html) – Verschiedene Experten hatten in letzter Zeit darauf verwiesen, daß eine Eigenart von Terroristen, die sich schon im Namen ausdrückt, gerade sei, Angst und Schrecken zu verbreiten, was sich auch in der Nutzung der neuen Massenmedien ausdrücke.
Am Mo., 1.9.2014, gelang es irakischen Armeekräften, den Ort Sulaimân Bihk (Sulaiman Beik, ca. 10km SSO von Ṭûz Ḫûrmâtû) im Süden von Kirkûk aus der seit zwei Wochen bestehenen Umzingelung der ISIS/IS-Terroristen zu befreien, wie al-Mayâdîn meldete. Die meisten Terroristen flohen, unter den Toten waren laut irakischer Anti-Terror-Behörde 23 Tschetschenen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266491-irakische-truppen-befreien-zwei-st%C3%A4dte-von-is-belagerung vom 2.9.2014).
Sichtlich amüsiert reagierte man – sicherlich nicht nur – im Nachtichtenportal german.irib auf die Forderung des ständigen saudischen UN-Botschafters ʽAbdullâh bin Muʽallimî (Abdullah bin Moalemi) als Vorbedingung für eine eine nähere Zusammenarbeit seines Landes mit dem Iran: Der Iran müsse sich verpflichten, sich nicht in die Angelegenheiten der Länder in der Region einzumischen. Dabei sei hinlänglich bekannt, daß gerade Saudi-Arabien zu den Hauptfinanziers und -Austattern der in besagter Region gegen die jeweiligen Regierungen agierenden Terrorgruppen zähle. Wörtlich hieß es nich: „Interessant, daß alle Länder in der Region in Saudi-Arabien den eigentlichen Drahtzieher zur Bildung der IS und militärischen und politischen Einmischungen in anderen Ländern sehen.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266367-saudi-arabien-stellt-zur-zusammenarbeit-mit-iran-bedingungen). Eine Karikatur (http://german.irib.ir/media/k2/items/cache/bbbf71bf70cfd29b6f029d23776aabef_XL.jpg) unterstrich diese Aussage:

Nicht nur die Bundesrepublik hat siche neben den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien zu Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak entschlossen (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266422-deutschland-liefert-panzerabwehrraketen-an-irakische-kurden), sondern nach einem Aufruf des US-Präsidenten auch Australien (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266398-australien-schickt-waffen-in-den-irak).
und ISIS/IS
Eine Quelle von der iranischen Grenzwacht im NW des Landes hat ein Feuergefecht zwischen den eigenen Revolutionsgarden
-Terroristen im Grenzgebiet dementiert, welche einige kurdische Medien verbreitet hatten. Vielmehr hätten der Iran und der Irak gemeinsame Maßnahmen zur Sicherung der gemeinsamen Grenze ergriffen. Dort seien mehrschichtige Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet worden. Durch den Informationsaustausch werde eine Annäherung der Terroristen an die iranische Grenze schon im Vorfeld verhindert. Suspekte Bewegungen würden durch irakische Kräfte unter Rückhalt seitens des Irans zerschlagen. (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/266365-iran-dementiert-feuergefecht-mit-is-an-seinen-grenzen)
Eine gemeinsame Großoffensive aus irakischen Armeeeinheiten, tausenden šîʽitischer Kämpfer und Paschmerga soll den von ISIS/IS-Terroristen belagerten, etwa 70 Meilen im N von Baʽqûba gelegenen und von ca. 15.000 šîʽitischen Turkmenen bewohnten Ort Amerli [?] entsetzen. Die irakische Luftwaffe unterstützt den Vormarsch. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266363-gro%C3%9Foffensiver-irakischer-armee-gegen-is-terroristen-zur-befreiung-von-amerli)
Laut einem in Arabisch verfaßten Artikel laufe derzeit eine größere Mi- litäroperation zur Säuberung von Terroristen in der Provinz Diyâlâ an. (http://sana.sy/%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82-%D8%A8%D8%AF%D8%A1-%D8%B9%D9%85%D9%84%D9%8A%D8%A9-%D9%88%D8%A7%D8%B3%D8%B9%D8%A9-%D9%84%D8%AA%D8%B7%D9%87%D9%8A%D8%B1-%D8%AD%D9%88%D8%B6-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B8.html vom 30.8.2014)
Louis Raphaël I. Sako [Zāḫū], Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche im Irak, kritisierte in scharfer Weise die westliche bzw. europäische Haltung, welche “open the doors of emigration for Syrian and Iraqi Christians” propagiert, also die Aufnahme/Immigration von Christen aus Syrien und dem Irak in ihren Ländern. Dies machte er während einer Pressekonferenz in Beirut deutlich, wo sich die Patriarchen des Orients zur Erörterung der Situation der Christen im Mittleren Osten getroffen hatten. Er wetterte, dies sei unrealistisch und kurzsichtig. Diese Staaten sollten ihre Haltung dringend überdenken. Der Terrorismus werde auch jene Länder erreichen, welche ihn unterstützt und gedeckt hätten (vgl. „Freunde Syriens“!). In ihre Länder kämen die von dort ausgereisten, aber nun kampferprobten Leute zurück, welche schlimmer als jeder arabische Terrorist seien. Weitere Treffen wie das gerade zu Ende gegangene seien dringend nötig wie auch gerade die Diversität der Region deren Reichtum ausmache [den es zu erhalten gelte durch das Bleiben der Christen in ihrer angestammten Heimat]. (http://www.sana.sy/en/?p=11482)
Kurdische Kämpfer haben zudem sieben Dörfer nahe strategisch bedeutsamen Mossul-Staudammes zurückerobert, berichtete der Fernsehsender al-ʽIrâqiyya am Do., 28.8.2014. In einer großangelegten Bodenoffensive um Rabiʽa (Rabia) unmittelbar an der Grenze zu Syrien wurden Artilleriebasen der IS angegriffen. Die irakische Armee war in der Provinz Ṣalāḥ ad-Dīn etwa 70 Meilen nördlich von Baʽqûba erfolgreich. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266238-peschmerga-truppen-erobern-sieben-d%C3%B6rfer-im-nordirak-zur%C3%BCck vom 29.8.2014)
Laut Meldung des irakischen Nachrichtensender al-ʽAlam ist es den Paschmarga am 28.8.2014 gelungen, Teile des strategisch wichtigen Gebiets al-Ḫaraz (al-Kharez) an der Grenze zu ʽArbîl (Erbil) in der Provinz Nînawâ (Nineveh) zurückzugewinnen bzw. die ISIS/IS-Anhänger darauf zurückzudrängen. Der Kurde und ehemalige irakische Vize-Ministerpräsident Rūğ Nūrī Šāwīs (Roja Nuri Schawis) nutzte die Gelengenheit zu einem erneuten Appell nach Unterstützung mit modernen Waffen durch das Ausland. Über den Waffentransport hätten sich die Zentralregierung wie jene der autonomen Kurdenregion geeinigt, sie erfolge über Bangladesch. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266222-irakkrieg-gro%C3%9Fe-teile-eines-strategisch-wichtigen-gebiets-in-der-provinz-nineveh-zur%C3%BCckerobert vom 28.8.2014)
Gemäß dem iranischen Innenminister Raḥmânî Faḍlî (Rahmani Fazli) sei der Iran bereit, Truppen zur Bekämpfung der Terrororganisation ISIS/IS in den Irak zu schicken, sollte diese die für Šîʽiten besonders heiligen Städte Nağaf und Karbalâ` gefährden. Wörtlich erklärte er gegenüber der iranischen Online-Zeitung Intiḫâb: „Präsident Hassan Rohani hat in einer Regierungssitzung gesagt, dass der Iran Elite-Truppen für den Schutz der Städte entsendet, wenn sich IS ihnen nähern sollte“. Ein eventuelles Eingreifen „wird mit der irakischen Seite koordiniert werden und sich gegen IS richten.“ Demnach begänne demnächst eine Luftwaffenübung zur Vorbereitung. (http://de.ria.ru/politics/20140828/269417141.html vom 28.8.2014).
Am Mi., 27.8.2014 ist gemäß Meldung des Nachrichtensenders al-Mayâdîn nahe des internationalen Flughafens von Bagdad eine israelische Aufklärungsdrohne des Typs Hermes abgestürzt. Irakische Spezialisten wollten die Absturzursache untersuchen, wurden jedoch seitens der US-Botschaft durch einen Botschaftsangestellten in Begleitung einer Sondereinheit an der Absturzstelle daran gehindert. – Bereits am So., 24.8.2014, wurde eine israelische Drohne desselben Modells von iranischen Raketen im iranischen Luftraum abgeschossen, kurz bevor sie die Atomanlage Natanz im Zentraliran erreichen konnte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266179-israelische-drohne-in-der-n%C3%A4he-des-flughafens-von-bagdad-abgest%C3%BCrzt)
Zur Koordinierung der weiteren deutschen Hilfe sind sechs Soldaten der Bundeswehr in ʽArbîl (Erbil) in der kurdischen autonomen Region des Irak eingetroffen. Sie überwachen die Abgabe ziviler Hilfs- und militärischer Rüstungsgüter in Abstimmung mit der irakischen Zentralregierung und der kurdischen Regionalregierung. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266195-deutschland-entsendet-sechs-soldaten-nach-erbil) – Auch die tschechische Regierung sich zur Lieferung von mehreren Millionen Patronen für Maschinenpistolen im Wert von rund 1,48 Millionen € an die Kurden im Nordirak mittels Transports durch die US-Armee entschlossen. (http://german.ruvr.ru/news/2014_08_28/Tschechien-will-Munition-an-Kurden-liefern-4495/).
Gemäß Pentagon-Mitteilung hätten sich bislang sieben Länder – Italien, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Dänemark, Kroatien und Albanien – zu Waffenlieferungen für die Kurden im Nordirak entschlossen, welche auch schon begonnen hätten. Die Bun- desregierung werde nach Worten von Bundeskanzlerin Merkel im MDR-Hörfunk spätestens am Wochenende über den deutschen Beitrag entscheiden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/266132-usa-sieben-staaten-liefern-waffen-an-irakische-kurden).
Zur Rolle der USA bzgl. ISIS/IS nach Ansicht von zwei US-Professoren vgl. den Beitrag im Syrienkonflikt vom 27.8.2014.
Gemäß einer am So., 24.8.2014 im Internet verbreiteteten ISIS/IS-Nachricht sollen zwei Suizidattentäter, welche eine Anschlagsserie in Kirkuk ausführten, aus der BRD stammen. Auch ihre Kampfnamen Abû Yâsir al-Almânî (Abu Jassir al-Almani) und Abû Ibrâhîm al-Almânî (Abu Ibrahim al-Almani) deuten darauf hin. Überprüft werden konnte dies noch nicht. (http://german.ruvr.ru/news/2014_08_25/Angeblich-zwei-deutsche-Selbstmordattentater-im-Irak-1844/)
Laut einer Erklärung der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, hat die Terrorgruppe ISIS/IS im Juni bei ihrer Großoffensive in Mossul 670 Häftlinge des Stadt-Gefängnisses hingerichtet. (http://de.ria.ru/politics/20140825/269385036.html)
Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar Al-Abadi) hat die Notwendigkeit einer Koordination im Kampf gegen die Terrorgruppe IS zwischen Zentralregierung in Bagdad und der Regierung der autonomen Kurdenregion im Nordirak unterstrichen. „Diese Koordination wird eine wesentliche Rolle bei der Vernichtung extremistischer und terroristischer Gruppen spielen“, erklärte er via Presseamt laut as-Sûmariyya News vom So., 24.8.2014. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265877-abadi-spricht-sich-f%C3%BCr-koordination-zwischen-bagdad-und-erbil-im-kampf-gegen-is-aus vom 25.8.2014). – Sein Staatsbesuch, der iranische Außenminister Muḥammad Ğawâd Ẓarîf (Mohamed Jawad Zarif), betonte beim Treffen mit ihm am So., 24.8.2014, die regional nicht begrenzbare Bedrohung durch den Terrorismus sei nicht nur militärisch zu bekämpfen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265866-zarif-extremismus-ist-nicht-nur-mit-milit%C3%A4rischen-mitteln-zu-bek%C3%A4mpfen)
Wie der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Sa., 23.8.2014, vor Journalisten betonte, sei der Konflikt im Irak „keine Konfrontation zwischen Islam und Christentum“. Allein in Syrien zeigten zahlreiche Beispiele von Muslimen, daß sie sich solidarisch mit verfolgten Christen zeigten (vgl. dort und s.u. das Beispiel von Bartala, 2.7.2014). Die Angriffe auf Christen würden von den regionalen Anhängern des Islam nicht geteilt (bzgl. Syrien s. die Belege dort, Teil II und III; ähnliche Aussagen kommen auch aus dem Iran). Auf sie baue der Vatikan bei einer Lösungsfindung, hoffe auf eine Rückkehr der Christen in ihre Heimatorte und einen Wiederaufbau des Irak unter Einbeziehung aller Minderheiten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265929-kar- dinalstaatssekret%C3%A4r-parolin-der-konflikt-im-irak-ist-%E2%80%- 9Ekeine-konfrontation-zwischen-islam-und-christentum%E2%80%9C, basierend auf Radio Vatikan, vom 25.8.2014) – Schon der syrische ständige UN-Gesandte Dr. Baššâr al-Ğaʽfarî hatte gegenüber Press TV am 19.6.2014 von der Entfachung von false flag-Konflikten zwischen Sunniten und Šîʽiten in der Region gesprochen, wobei er sowohl auf Syrien wie den Irak anspielte. Beide Staaten hatten in der Vergangenheit (Syrien auch derzeit) eine säkulare Baʽṯ-Regierung, unter welchen das Zusammenleben der Konfessionen grundsätzlich friedlich verlief. Leider hat sich im Irak die Situation auch im religiösen Bereich seit der US-Invasion von 2003 deutlich verschlechtert (man vergleiche nur die Staatsflaggen von damals und jetzt!).
Laut einer Meldung der Sunday Times vom So., 24.8.2014, welche auf nicht genannten hochrangigen Regierungsquellen basieren soll, hätten die britischen Geheimdienste den Mörder des US-Journalisten James Foley (vgl.u.) identifiziert. Es handle sich dabei um einen 23-Jährigen aus London, der unter dem Alias-Namen Dschihadi Johnauftrete. Vor kurzem habe er via Twitter ein Bild von sich verbreitet, auf dem er einen abgetrennten Kopf hochhält. Weitere Details seien noch nicht bekannt gegeben worden. gegeben.(http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/265858-sundy-times-englands-geheimdienste-haben-den-foley-m%C3%B6rder-identifiziert).
Wie in Syrien haben auch Militärs im Irak in rückeroberten Gebieten es erst einmal mit zurückgelassenen Sprengfallen der zurückgeschlagenen Terroristen zu tun. Gemäß Sprecher der kurdischen Paschmerga hätten diese im Gebiet des Mossulstausees inzwischen 90% davon nach Entdeckung entschärft. Diese stammten seiner Meinung nach wohl aus der Eigenproduktion. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265830-90-der-sprengfallen-der-is-am-moussel-damm-entsch%C3%A4rft vom 24.8.2014).
Nachdem vor über einer Woche schon Ria Novosti die diesbezügliche detaillierte Analyse von Stanislaw Iwanow (vom 13.8.2014, vgl.u.) gebracht hat, kommt nun auch der Daily Telegraph darauf, daß ISIS/IS inzwischen zur reichsten Terrororganisation aufgestiegen ist (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/265686-daily-telegraph-is-ist-die-reichste-terrororganisation-der-welt).
Laut einem New York Times-Bericht vom Do., 21.8.2014, basierend auf Aussagen von Familienangehörigen bzw. namentlich nicht genannten Mitgefangenen James Foleys, hatte ISIS/IS für die Freilassung des inzwischen getöteten US-Journalisten ein Lösegeld in Höhe von 100 Millionen US-$ (d.i. 75, 4 Mio. €) gefordert. Die Zahlung sei nicht erfolgt. Ein Befreiungsversuch Foleys und weiterer Geiseln durch US-Militärs sei kürzlich gescheitert. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/265677- vom 21.8.2014). Dies steht im Kontrast zu den immer wieder bei SANA gemeldeten erfolgreichen Bemühungen der syrischen Regierung zur Geiselbefreiung (vgl. hier).
Während US-Präsident Obama davon ausgeht, daß James Foley, wie das von IS veröffentlichte Video (vgl.u.) zeigen sollte, tatsächlich ermordet worden ist und eine Fortsetzung der Luftschläge sowie Unnachgiebigkeit angekündigt hat, fahndet der britische Geheimdienst derweil nach dem mit britischem Akzent Englisch sprechenden Täter, der sich John genannt habe. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/265628-das-wei%C3%9Fe-haus-best%C3%A4tigt-die-enthaup- tung-des-us-journalisten-foley). Am Do., 21.8.2014, berichtete The Guardian, der im Video gezeigte Täter gehöre der Gruppe TheBeatlesan. Dieses Trio aus gebürtigen Briten führe Löse- geldverhandlungen im Namen von ISIS/IS mit den Familien gekidnappter ausländischer Geiseln. Von diesen seien auch jene so betitelt worden. Gemäß Prof. Peter Neumann, Direktor des International Centre for the Study of Radicalisation (ICSR) in London, lasse die ISIS/IS einen englischsprachigen Kämpfer die Hinrichtung ausführen, um dem Westen Angst einzujagen. „Es ist wichtig, denn dies bedeutet eine Drohung an den Westen. Sie sagen, sie würden kommen, uns zu töten, wenn wir Bomben auf sie abwerfen werden.“ Ein zweites veröffentlichtes IS-Video zeigt zudem den entführten US-Reporter Steven Sotloff, dessen Leben damit von der nächsten Entscheidung von Präsidenten Obama abhänge. (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/265625-ayatollah-rafsandschani-die-religion-warnt-muslime-vor-konflikt) – Ande- rerseits gibt das Video offensichtlich auch Anlaß zu Zweifeln, vgl. hierzu z.B. eine Analyse mit Standphotos in: http://syrian- freepress.wordpress.com/2014/08/21/american-journalist-james-foley-appears-to-be-beheaded-by-the-us-createdbacked-islamic-militants-but-was-he/.
Laut Meldung des russischen Erdölunternehmen hat Lukoildie erste Erdölpartie im Umfang von einer Million Barrel vom irakischen Ölfeld Westkurna-2 auf das gecharterte Tankschiff Sea Triumph verladen, welches den irakischen Hafen Basra in Richtung Hafen Augusta auf Sizilien verlassen hat. Von dort wir die Fracht in die Lukoil gehörende Raffinerie ISAB in Raum Priolo auf der Insel transportiert. Derzeit betrage die Förderung mehr als 280.000 Barrel täglich. „Die Entwicklung des Projekts erfolgt laut Terminplan. Alle Produktionspläne und Vertragsverpflichtungen werden von Lukoil in vollem Umfang erfüllt“ heißt es in der Mitteilung weiter. – Bei Westkurna-2, ca. 65km nordwestlich von al-Baṣra, handelt es sich um das zweitgrößte nicht abgebaute Ölfeld der Welt mit ausbringbaren Erdölvorräten von etwa 14 Milliarden Barrel. Der Anteil von Lukoil am Projekt beträgt 75%, der der irakischen staatlichen North Oil Company 25%. Lukoil-Sprecher Vitali Matuschkin bewertet die Situation im Irak als stabil und im Ganzen als prognostizierbar. (http://de.ria.ru/business/20140820/269342379.html) – Ein Barrel (engl. Tonne, Faß), ursprünglich eine gereinigte Heringstonne (vgl. Förderung in Pechelbronn/Elsaß seit 1498 bzw. kommerziell seit 1735), entspricht 158,987 L.
Wie schon in den Nachrichten gesendet hat ISIS/IS auf ihrer Webseite ein fünfminütiges Video eingefügt, in dem – bislang von unabhängiger Seite unbestätigt – das Köpfen des in einen orangefarbenen Overall gekleideten, seit November 2012 verschwundenen (gekidnappten) US-Journalisten James Foley mittels eines Messers gezeigt wird als Reaktion auf das US-Bombardment der letzten Zeit. Der maskierte Täter in militärischer Kleidung spricht englisch. Zudem wird in der sonst menschenleeren Ödnis mit der Tötung eines anderen US-Gefangenen, Steven Joel Sotloff, gedroht, der ebenfalls knieend dargestellt ist, während ein maskierter Mann von hinten seinen Kopf festhält. – Die syrische staatliche Nachrichtenagentur verweist in dem Zusammenhang auf die wiederholten Warnungen syrischer Spitzen-Politiker, seit Syrien ab 2011 vom internationalen Terrorrismus betroffen ist, daß dieser sich einst gegen jene Länder richten könnte/werde, die diesen mit Geldmitteln, Mannschaften u.a. unterstützt hätten. (http://www.sana.sy/en/?p=10710 vom 20.8.2014. s.a. http://german.ruvr.ru/news/2014_08_20/In-Syrien-entfuhrter-US-Journalist-von-Rebellen-ermordet-0989/). – Zum besseren Verständnis der letzen Aussage vgl.u. etwa den Beitrag zu “McCain und der Kalif” (in Höhe der zugehörigen Photos) von Stanislaw Iwanow und anderen (s. die Links!)
Einem Beitrag von Isla Binnie in der Huffington Post vom 10.8.2014 zufolge sind hunderte jesidischer Frauen durch ISIS/IS-Anhänger versklavt und – was befürchtet wird – schon außer Landes gebracht worden. (http://www.huffingtonpost.com/2014/08/10/yazidis-islamic-state-massacre_n_5665655.html). Weiteres Zahlenmaterial zum Wüten von ISIS/IS im Irak bisher bei: http://www.huffingtonpost.com/2014/08/10/yazidis-islamic-state-massacre_n_5665655.html.
Update zu „McCain und der Kalif“ (s.u. /Photos) vom 18.8.2014!
Über die Doppelstandards des Barack Obama (vgl.u., Stanislaw Iwanow- Beitrag) hinsichtlichder Reaktion auf ISIS/IS-Aktionen, je nachdem sie in Syrien („gute“ Terroristen) oder im Irak („böse“ Terroristen) stattfinden, läßt sich auch die Nesawissimaja Gaseta vom Mo., 18.8.2014, aus (http://de.ria.ru/zeitungen/20140818/269322957.html).
Die Waffenlieferungen einiger europäischer Länder wie der US-Re- gierung an die Kurden der Autonomen Region im Nordirak birgt auch Risiken für die Integrität des irakischen Staates an sich: sie erfolgten nämlich ohne Absprache mit bzw. ohne Genehmigung der Zentralregierung in Bagdad. Dies kann die Zerstückelung (zur diesbezüglichen Diskussion s.u.) des Irak fördern, da der Ministerpräsident der kurdischen autonomen Region, Barzânî, ja letztlich auf eine Abspaltung seiner Region hinzielt (vgl.u.). Demnach hat das Generalkommando der irakischen Streitkräfte vor einer Ausnutzung der Situation im Norden des Irak und Verletzung der nationalen Souveränität des Landes aufmerksam gemacht. In der Erklärung, ausgestrahlt vom Sender al-ʽIraqiyya am So., 17.8.2014, heißt es daher u.a.: „Wir warnen alle Länder vor Bewaffnung der einheimischen Kräfte ohne unsere Zustimmung, Ausnutzung der Sicherheitslage im Nordirak und Verletzung der nationalen Souveränität des Irak. Wir begrüßen zwar die internationale Unterstützung des Irak beim Krieg gegen den Terrorismus, unterstreichen jedoch die Notwendigkeit, die irakische Souveränität zu respektieren. Militärflugzeuge haben die irakische Lufthoheit verletzt und ohne Zustimmung der irakischen Zentralregierung Waffen an die Konfliktparteien im Lande geliefert.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265486-irak-generalkom- mando-der-streitkr%C3%A4fte-warnt-vor-verletzung-der-souver%C3%A4nit%C3%A4t-des-landes vom 18.8.2014) – Nicht selten in der Geschichte entwickelten sich zunächst zu Hilfe gerufene, erfolgreich vorgehende „Partner“ später zu Besatzern.
Inzwischen befindet sich der gesamte Mossul-Staudammn wieder unter irakischer Kontrolle. Peschmerga konnten sie im Verein mit der irakischen Armee, unterstützt durch die irakische Luftwaffe und US- Kampfjets sie im Kampf mit den ISIS/IS-Anhängern zurückerobern. Derzeit sei man dabei, Bomben und Sprengfallen im Gebiet zu räumen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265485-irakische-kurden-haben-vollst%C3%A4ndige-kontrolle-%C3%BCber-den-mosul-stau- damm)
Von Samstagmorgen bis nachmittags am 16.8.2014 wurden durch US-Kampfjets sieben Mal Gebiete nahe Arbîl (Erbil) bombardiert. Zudem wurden gemäß dem Oberbefehlshaber der US-Armee Kampf-Drohnen eingesetzt. Laut Generalmajor ʽAbdurraḥmân Kurinî (Abdul-Rahman Kurini) im kurdischen Nordirak hätten außerdem Paschmerga-Einheiten endlich zumindest den östlichen Teil der Mossul-Talsperre unter ihre Kontrolle gebracht. Das Kraftwerk versorgt große Gebiete mit Strom, der Stausee die Landwirtschaft mit Wasser. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265442-us-kampfjets-bombardieren-umgebung-von-erbil-und-mosul-damm vom 17.8.2014).
Kurz nach zwei Uhr nachts landete die Bundeswehr mit den ersten Hilfsgütern – ca. 6,6 Tonnen v.a. an Lebensmitteln – in fünf Transall-Maschinen aus dem schleswig-holsteinischen Hohn auf dem Flughafen in Arbîl (Erbil) im nordirakischen Kurdengebiet. Weitere derartige soll es voraussichtlich am Samstagabend geben. (http://german.ruvr.ru/news/2014_08_16/Kampf-gegen-Islamischer-Staat-Bundeswehr-landet-mit-ersten-Hilfsgutern-im-Nordirak-9346/)
Der irakische Parlamentsabgeordnete Salîm al-Ğabûrî (Salim Al-Djaburi) hat gemäß al-Ğazîra diejenigen Länder, welche im Irak militärische Hife leisteten, aufgerufen, ihre Einsätze mit irakischen Verantwortlichen abzustimmen, damit Zivilisten und Infrastruktur keinen Schaden nähmen, aber auch, damit die Integrität des Staates eingehalten werde. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265332-irak-fordert-koordination-bei-milit%C3%A4rischen-eins%C3%A4tzen vom 15.8.2014)
Wie von mancher Seite befürchtet (vgl.u.), haben die US-Luftangriffe im Nord-Irak in der Sinğâr-Region zu Opfern unter der Zivilbevölkerung [“Kollateralschaden”!] geführt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265361-irak-us-raketen-t%C3%B6ten-zivilisten)
Laut CNN bereiteten die irakischen, Paschmerga- und US-Streitkräfte eine gemeinsame Militäraktion zur Rückeroberung des Mossul-Staudamms vor. ISIS/IS hatte zuvor angedroht, diesen kürzlich eroberten, weil für die Energieversorgung der gesamten Region wichtigen Staudamm zu sprengen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265344-cnn-gemeinsame-milit%C3%A4raktion-zur-r%C3%BCckeroberung-des-mosul-staudamms vom 16.8.2014).
Am Fr., 15.8.2014 gab der Rat der Nînawâ-Provinz bekannt, daß ca. 100 Jesiden aus einem der eroberten Dörfer im Sinğâr-Distrikt getötet und Dutzende von Mädchen und Frauen durch ISIS/IS-Anhänger entführt worden seien, nachdem sie nach vier Tagen des Ultimatums immer noch verweigert hatten, zum sunnitischen Islam zu konvertieren. (http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/08/16/iraq-100-yazidis-killed-scores-of-women-abducted-from-villages-west-of-mosul/)
In Übernahme eines Berichtes von Ria Novosti wird unter Rückgriff auf diplomatische Quellen gemeldet, daß einige osteuropäische Staaten durch die Türkei Waffen an ISIS/IS geliefert haben. In der Aufzählung scheinen auf: Bulgarien, Kroatien, Rumänien und die Ukraine, die Lieferung umfaßte von ISIS/IS angeforderte Waffen, Raketen und Funkgeräte. Die NATO sei darüber informiert gewesen und habe unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe die Lieferung von Waffen durch die Türkei nach Syrien erleichtert. ISIS/IS soll 2013 militärische Unterstützung aus Europa gefordert haben. In diesem Bericht wird unterstrichen, daß vor allem die Türkei und [Gebiete des ehemaligen] Jugoslawien eine wesentliche Rolle bei der Bewaffnung der IS-Terroristen gespielt hätten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265383-bewaffnung-der-is-terroristen-durch-osteurop%C3%A4ische-staaten vom 16.8.2014)
Endlich liegt auch dem UN-Sicherheitsrat ein gegen ISIS/IS und andere extremistische Militante gerichteter Resolutionsentwurf von britischer Seite vor. Das Papier soll alle Staaten verbindlich verpflichten, die Finanzierungsströme für Terrororganisationen wie ISIS/IS u.a. zu kappen und die Rekrutierung ihrer Staatsangehörigen zu verhindern. Es sieht auch Strafmaßnahmen gegen sechs Männer vor, die als Hintermänner und Financiers von ISIS/IS, Ğabhatu_n-Nuṣra in Syrien u.a. militanten Gruppen gelten. Zu den geplanten Strafen zählen Reiseverbote, Wirtschaftssanktionen und das Einfrieren von Auslandskonten. Eine Zustimmung gilt als sicher. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/265289-sicherheitsrat-will-sanktionen-gegen-is-beschlie%C3%9Fen vom am 15.8.14).
Nûrî al-Mâlikî (Nuri al-Maliki) gab am Do., 14.8.2014, abends im Staatsfernsehen bekannt, er ziehe seine Kandidatur zurück, um die Bildung einer neuen Regierung zu erleichtern. Zugleich stellte er sich hinter seinen designierten Nachfolger Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haidar al-Abadi) von der Ḥizb ad-Daʿwa al-Islāmî, d.i der Islamischen Missionierungspartei. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265288-ban-ki-moon-w%C3%BCrdigt-al-malikis-verzicht-auf-ministerpr%C3%A4sidentenamt-im-irak) – Zuvor hatte der irakische Groß-Ayatullâh as-Sīstānī ihn zum Rücktritt aufgefordert. Laut Büro des Groß-Ayatullâhs gegenüber AFP spiele die religiöse Führung im Irak eine entscheidende Rolle bei der Klärung der Frage des Minister-präsidenten. ((http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265276-irak-ayatollah-sistani-forderte-al-maliki-zum-r%C3%BCcktritt-auf). – Gemäß Nowyje Iswestija vom 14.8.2014 sei al-Mâlikî derUS-Administration und anderen schon immer ein Dorn im Auge gewesen, weil er u.a. den Präsident al-Assad in der Syrien-Krise unterstützt habe (http://de.ria.ru/zeitungen/20140814/269287470.html).
Nachdem bei Luftangriffen schon einige ISIS/IS-Kommandanten umgekommen sind und aus Sorge, dem selben Schicksal anheim zu fallen, soll IS-Führer Abû Bakr al-Baġdâdî (Abubakr Al-Baghdadi) zusammen mit Mitgliedern in 30 Hammer-Fahrzeugen gemäß dem KDP-Sprecher gegenüber aš-Šarq al–Awṣat vor einigen Tagen über die Grenze nach Syrien geflüchtet sein. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265277-is-f%C3%BChrer-nach-syrien-gefl%C3%BCchtet vom 14.8.2014).
Auch der irakischen Armee gelang ein deutlicher Sieg gegenüber den ISIS-Einheiten. Zunächst wurden bei einer durch die Luftwaffe unterstützten Operation 243 Terroristen in verschiedenen Städten getötet und deren Schlupfwinkel zerstört, dann wurde der Ḥadîṯa-(Haditha-)Damm zurückerobert, wobei an die 70 Extremisten starben. Details bei: http://www.sana.sy/en/?p=10146 vom 14.8.2014. Kurdische Einheiten erkämpften zudem zwei von drei an ISIS/IS verlorenen Städten zurück. (http://de.ria.ru/zeitungen/20140814/269287470.html).
Laut Feststellung von Stanislaw Iwanow, eines Experten des Zentrums für internationale Sicherheit beim Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen in einem Beitrag für Nesawissimaja Gaseta vom 13.8.2014 habe das US-Außenministerium, die CIA und das Pentagon erst al-Qaida und die Ṭâlibân (Taliban) mehr oder weniger zum Leben erweckt und nun sei dank dieser die Terrororganisation ISIS zu einer Großmacht im Nahen Osten aufgestiegen. In Syrien hätten diese Extremisten nur einen kleinen Teil des syrischen Territoriums kontrolliert und einzelne Militäraktionen in den Grenzgebieten des Libanons und Iraks ausgeführt. Im Juni seien sie unter Ausnutzung der instabilen Situation in den Irak eingedrungen, wobei es ihnen gelang, fast ein Drittel des Landres zu okkupieren, moderne US-Waffen, darunter Haubitzen, Raketensysteme und Panzertechnik zu erbeuten, dazu [enorme Geldsummen] eine ballistische Rakete des Typs R-17 sowie 40kg radioaktiver Substanzen und Komponenten zur Herstellung von Chemiewaffen. Neben den anderen förderlichen Aspekten für die Extremisten um ISIL-Anführer Abû Bakr al-Baġdâdî (Abu Bakr al-Baghdadi) wie die finanzielle, materielle und militärische Unterstützung durch Qaṭar, das wahhâbitische Saudi-Arabien und salafitische Organisationen in der Golfregion, illegale Ölforderung und den Handel damit aufgrund eroberter Ölbohranlagen und Raffinerien, eines Teils der strategisch wichtigen Pipeline Kirkuk-Ceyhan, etlicher Brennstofflager und eines Wasserkraftwerk, das den Irak mit Strom versorgt, wie durch Waffen- und Drogenhandel, Geldfälschung und Kidnapping stünden die Absichten der USA: ISIS stehe an der Spitze des Kampfes gegen den [einen strang säkularen Staat vertretenden] syrischen Präsidenten al-Assad, weshalb man in Washington bei den negativen Aspekten der Offensive der radikalen Islamisten nichtso genau hinschaue. Es sei kein Geheimnis, daß die Waffen, die die USA nach Saudi-Arabien, Qaṭar und in die Türkei geliefert hätten, am Ende in die Hände der Terroristen geraten seien. Das Weiße Haus wolle durch die Hände der Terrorgruppe ISIS und der mit ihr verbundenen terroristischen Gruppierungen Präsident al-Assad stürzen und den Iran samt den proiranischen šîʽitischen Gemeinden, v.a. auch die Ḥizbullâh im Libanon, isolieren. Leider habe die Regierung in Washington aus ihren negativen Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte nichts gelernt und ISIS sei mittlerweile zu einer der reichsten terroristischen Organisationen der Welt aufgestiegen, deren „Umsatz“ sich auf mehrere Milliarden Dollar jährlich belaufe. Dazu komme die Gefahr, daß das kürzlich ausgerufene Kalifat seine Grenzen in absehbarer Zeit erweitere, wobei Zehntausende an Kämpfern, darunter Bürger der USA, der EU- und GUS-Länder usw., früher oder später in ihre Heimatländer zurückkehrten und den „Heiligen Krieg“ dort fortsetzten. Wegen Washingtons und Brüssels Politik der Doppelstandards (wenn Terroristen in „gute“[in Syrien] und „böse“[ im Irak] unterschieden werden) wachse die Gefahr des globalen Terrorismus. (http://de.ria.ru/zeitungen/20140813/269277823.html). – In eine ganz ähnliche Richtung geht folgender Beitrag: http://aanirfan.blogspot.mx/2014/08/isis-run-by-simon-elliot-mossad-agent.html (enthält die angesprochenen, unten abgebildeten Photos!), welcher sich u.a. auf Enthüllungen durch den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden zu Abû Bakr al-Baġdâdî und einige Photos stützt, welche diesen u.a. zusammen mit einem US-Spitzenpolitiker zeigen. Siehe dazu auch: http://www.veteranstoday.com/2014/08/04/french-report-isil-leader-mossad/.
http://aanirfan.blogspot.mx/2014/08/isis-run-by-simon-elliot-mossad-agent.html
In der al-Anbâr-Provinz gelang es den irakischen Sicherheitskräften in einem Gefecht am So., 10.8.2014, u.a. auch den ranghohen ISIS-Kommandeur Nabhan Hamid Jabar Al-Jamili [Nabhân Ḥamîd Ğabar al-Ğamîlî] zu töten. Auch die irakische Luftwaffe hatte in der Provinz Erfolge zu verzeichnen. (http://english.farsnews.com/news- text.aspx?nn=13930519001165). – Šafaq News meldete aufgrund von Augenzeugenberichten, daß am Sonntag auch ISIS-Einheiten an verschiedenen Punkten in der Baiğî-Region [nahe der Raffinierie] in die Flucht geschlagen worden seien, wobei sie Wafffen und Ausrüstung zurücklassen mußten. (https://syrianfreepress.wordpress.com/?p=36460) – Weitere, für die Verteidiger erfolgreiche Gefechtsberichte finden sich in: https://syrianfreepress.wordpress.com/?p=36448, worin unterschied- liche Meldungen zusammengefaßt sind.
Am 12.8.2014 abends gab Pentagon-Chef Chuck Hagel bekannt, die US-Armee habe 130 Militärberater in das gebiet der im Nordirak im Gebiet des Sinğâr-Gebirges, von ISIS/IS eingeschlossenen Flüchtlinge geschickt. Diese sollen die Lage der Vertriebenen abzuschätzen und nach Lösungswegen suchen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265186-130-amerikanische-milit%C3%A4rberater-wurden-in-den-nordirak-geschickt)
ISIS/IS-Anhänger sind nach pausenlosem Beschuß des Ortes in Ğalâwlâ` (Jalawla) in der Provin Diyâlâ (Autonome kurdische Region) eingedrungen, da dort keine Verteidigungskräfte zur Verfügung gestanden sind. Alle auf den Straßen vorgefunden Bürger wurden zunächst festgenommen und keinem Einwohner erlaubt, den Ort zu verlassen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265150-irak-is-angriff-auf-jalawla vom 12.8.2014).
Der irakische Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Fouad Massoum) beauftragte am Mo., 11.8.2014, Ḥaidar al-ʽAbâdî (Haider al-Abadi), den Sprecher der Ḥizb ad-Daʿwa al-Islāmî, d.i. der islamischen Missionierungspartei (!), mit der Gründung des neuen Kabinetts, nachdem die šîʽitische Koalition im Parlament diesen mit 127 Stimmen aus den eigenen Reihen zum Kandidaten für den Ministerpräsidentenposten bestimmt hatte. Der amtierende Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî, der dadurch im Amt ersetzt werden soll, hob jedoch in einer Liveübertragung vom selben Tag heror, daß dieser Vorgang einen klaren Verfassungsbruch darstelle, da eindeutig der Kandidat der mehrheitlichen Fraktion des irakischen Parlaments mit der Gründung des neuen Kabinetts zu beauftragen sei, was damit auf seine Person hinausläuft. Al-Mâlikî gab daher in dieser Erklärung bekannt: „Ich wurde von der Koalition für das Amt des Ministerpräsidenten vorgestellt, und fordere Polizei und Armee auf, auf ihrem Posten zu bleiben.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265132-maliki-die-regierung-kennt-den-vorgeschlagenen-ministerpr%C3%A4sidenten-nicht-an) – Siehe zu: daʽwa!
Für die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton ist gemäß ihrem Interview mit dem Monatsmagazin The Atlantic die undurchdachte Politik der US-Regierung gegenüber derer von Dr. al-Assad als Hauptursache für das Erscheinen von ISIS zu sehen. Daß sich die Politikerin plötzlich diesbezüglich vom Handeln ihres früheren Chefs Obama zu distanzieren versucht, wird als machtpolitische Überlegung gedeutet, da eine Kandidatur für die kommende Präsidentschaftswahl in den USA erwägt. – Auch der ehemalige britische Außenminister David Miliband vertritt Im Gespräch mit der britischen Wochenzeitschrift Observer vom So., 10.8.2014, die Auffassung, der amerikanisch-britische Krieg gegen den Irak 2003 sei mitverantwortlich für das Auftreten verschiedener Terrorgruppen in der Region, darunter IS. Die Konsequenz des Irakkrieges sei noch zehn Jahre danach eine Schande für England. Die britische Regierung müsse endlich Verantwortung dafür übernehmen. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/265060-clinton-isis-ist-das-ergebnis-der-us-politik vom 11.8.2014).
Gemäß einer AP-Meldung haben die USA – vermutlich via CIA – mit direkten Waffenlieferungen an die gegen ISIS/IS kämpfenden Kurden begonnen. ((http://de.ria.ru/politics/20140811/269257239.html vom 11.8.2014)
Mit Ablauf der Frist zur Bestimmung des Ministerpräsidenten der neuen Amtsperiode wurde am späten Sonntagabend, 10.8.2014, in Bagdad der Ausnahmezustand ausgerufen. Kurz zuvor hatte Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî in einer Fernsehansprache angekündigt, Klage gegen Staatspräsident Staatspräsident Fu`âd Maʽṣûm (Masum) zu führen, der es versäumt habe, bis zur gesetzten Frist – Sonntag – einen Ministerpräsidenten aus der größten Parlamentsfraktion zu bestimmen. Dies stelle einen klaren Verstoß gegen die Verfassung zugunsten politischer Ziele dar. Näheres dazu s. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/265051-ausnahmezustand-in-bagdad vom 11.8.2014.
ISIS/IS-Kämpfer haben laut Erklärung des irakischen Ministeriums für Menschenrechte mindestens 500 Jesiden im Irak getötet. Man hatte sie mit dem Tod bedroht, sollten sie nicht zum sunnitischen Islam übertreten. Beweise für das schon gemeldete Lebendigbegraben von Frauen und Kindern lieferten Massengräber der Opfer, die von irakischen Behörden entdeckt wurden. (http://de.ria.ru/politics/20140810/269250908.html).
Wie das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in einer Erklärung herausgab, haben ISIS/IS-Kämpfer in Mossul hunderte Menschen, darunter Kinder und Jugendliche, lebendig begraben. Ministerpräsident al-Mâlikî beauftragte derweil den Justizminister Ḥassan aš-Šamarî (Hassan al-Shammari) damit, die finanziellen Unterstützer der IS-Terroristen zu verfolgen und gegen sie vor internationalen Gerichtshöfen Anklage zu erheben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264936-irak-hunderte-kinder-und-jugendliche-von-is-terroristen-lebendig-begraben).
Anmerkung: Jesiden sind eine kurdische religiöse Minderheit, hauptsächlich im Irak, der Türkei, im Iran, Syrien und Transkaukasien angesiedelt und vertreten eine streng monotheistische, eklektizistische Religion, aufbauend auf alt- indoiranischem Glaubensgut unter Integration heidnischer, judaischer, christlicher wie islamischer Einflüsse. Problematisch kann in Sachen Integration die Ablehnung der Exogamie wirken.
Der stellvertretende EU-Präsident Alexander Graf Lambsdorff hat ein Ende der Unterstützung für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak aus Europa gefordert und erklärt: «Das Ziel muss dabei sein, den gewaltsamen Vormarsch der IS unverzüglich zu stoppen und die direkte oder indirekte Unterstützung für die Gruppe Islamischer Staat aus Deutschland und anderen europäischen Ländern wirksam zu unterbinden». (http://german.irib.ir/nachrichten/item/264905-europ%C3%A4isches-parlament-fordert-ende-der-unterst%C3%BCtzung-f%C3%BCr-is-aus-europa vom 8.8.2014). – Es bleibt erneut die Frage bestehen, warum sich die Forderung nur auf den Irak bezieht, nicht auf Syrien, wo dieselben Extremisten wüten.
Um regierungsfähig zu bleiben und der Krise im Land Herr zu werden, ist es dringend geboten, endlich per überfälliger Wahl den Posten des Ministerpräsidenten zu besetzen. Dies mahnte erneut Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī as-Sīstānī an, ließ aber durch seinen Vertreter hinzusetzen: „Die Politiker, die nicht bereit sind, von ihrem Posten abzutreten, begehen einen großen Fehler.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/item/264918-ayatollah-sistani-fordert-die-wahl-eines-ministerpr%C3%A4sidenten-zur-beendigung-der-krise-im-irak). – Letzteres ist eindeutig gegen Nûrî al-Mâlikî gerichtet, welcher den Posten innehat und sich durch die Aprilwahl bestätigt sieht.
Der irakischen Armee ist indessen zusammen mit Bürgerwehren die Rückeroberung dreier Dörfer aus IS-Hand im Gebiet östlich von Tikrît geglückt, wobei die Extremisten empfindliche Verluste hinnehmen mußten. Desgleichen wurde der Südzugang nach Tikrît von Terroristen bereinigt, der Vormarsch zur Wiedererlangung der Kontrolle über das gesamte Stadtzentrum hält an. Zudem wurden hunderte Terroristen bei Gefechten in den Provinzen al-Anbâr, Nînawâ und Ṣalāḥu_d-Dīn (Saladin)getötet. Auf einen Angriff durch die irakiche Luftwaffe auf IS-Stellungen hin, wurden am 7.8.2014 zudem 300 zuvor von ISIS/IS in Mossul gekidnappte Iraker freigelassen. – Die kürzlich durch den US-Präsidenten Obama genehmigten US-Luftangriffe im Irak dienten dagegen nur der Image-Politur der US-Außenpolitik angesichts des Leides der Bevölkerung unter den IS-Verbrechen. Die frühere Außenministerin H. Clinton habe z.B. in ihrem kürzlich veröffentlichten Tagebuch zugegeben, ihr Land stehe hinter der Entstehung von ISIS mit dem Zweck, den Mittleren Osten zu zerstückeln. Noch früher hatte der ehemalige US-Geheimdienstler Edward Snowden bzgl. öffentlich gemachter Geheimakteninhalte deutlich gemacht, daß der US-, britische und israelische Geheimdienst zusammen ISIS kreiert hätten, um aus aller Welt Terroristen in die Region zu ziehen zur Durchführung einer Operation mit dem Ziel, den Schutz der Einheit Israels zu gewährleisten. Im Detail zu den Gefechtsberichten s. http://www.sana.sy/en/?p=9382. Zu den Themen „Balkanisierung“ bzw. Zerstückelung der Region von Nahem bzw. Mittlerem Ost etc. vgl.u. und s.a.: http://www.voltairenet.org/article184989.html).
Zur Unterstützung der kurdischen Paschmerga sei ein US-Militärteam im irakischen Kurdengebiet eingetroffen. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/264914-us-milit%C3%A4rteam-im-irakischen-kurdistan-eingetroffen vom 9.8.2014).
Wie heute in den Medien gemeldet, hat US-Präsident Obama „Luftangriffe auf IS-Milizen zum Schutz US-Militärangehöriger und bedrohter Minderheiten im Nordirak genehmigt und nach Berichten des TV-Senders CNN mit dem Abwurf von Hilfsgütern begonnen. Dabei handele es sich um Lebensmittel, Wasser und Medikamente, berichtet der Sender unter Berufung auf Informationen aus dem Pentagon. Kampfflugzeuge schützten die Transportmaschinen. Einzelheiten wurden nicht genannt.“ (http://www.gmx.net/themen/nachrichten/ausland/36bfer4-massenflucht-dschihadisten-irak-usa-erwaegen-luftangriffe#.A1000146, s.a.: http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264893-friedensnobel- preist%C3%A4rger-obama-erlaubt-luftangriffe-im-nordirak-uno-verurteilt-is-angriffe und die Analyse durch den Politologen Alexej Arbatow in: http://de.ria.ru/politics/20140808/269236727.html vom 8.8.2014, in der er darauf verweist, daß solche Luftangriffe zu vielen Zivilisten als „Kollateralschaden“ das Leben kosten werde. – Hilfe zur Selbsthilfe für den irakischen Staat – wie mehrfach vom irakischen Präsidenten erbeten (vgl.u.) ist offenbar nicht Sache der Invasionsmacht von 2003 bzw. der Obama-Regierung. Zudem fehlt immer noch die von Rußland angemahnte Aufnahme von ISIS/IS auf die internationale Liste der Terrorgruppen.
Die terroristischen ISIS-Vorstöße beinhalten nun auch die Eroberung der christlich-assyrischen Orte Karakuš (Karakosch) und Tal Kaif im Kampf gegen Paschmerga-Truppen. Die Bewohner flohen hauptsächlich in das kurdische Autonomiegebiet, Provinz Dahûk (Dohuk). Damit sind vor allem von Christen bewohnte Gebiete rund um Mossul in ISIS`s Terroristenhand. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264894-is-extremisten-erobern-christliche-stammgebiete-im-irak vom 8.8.2014)
Entsprechend Meldungen von NGO`s seien die nach dem IS-Angriff auf Sinğâr auf der Flucht in die unwegsame Bergregion befindlichen 10 – 40.000 Jesiden (vgl.u.) vom Verdursten bedroht. Bereist sei von 40 Todesopfern – darunter vor allem Kinder – die Rede: “Kinder sterben in den Bergen, auf den Straßen”, sagt Marzio Babille, ein Vertreter der UNICEF im Irak, gegenüber der Washington Post. „Es gibt kein Wasser, keine Vegetation, die Flüchtlinge sind komplett von der Außenwelt abgeschnitten und vom ‘Islamischen Staat’ umgeben.” Am Mo., 4.8.2014, versuchte die irakische Regierung die Betroffenen aus der Luft mit Wasser zu versorgen, soll aber nur wenige von ihnen tatsächlich erreicht haben. Laut UNICEF seien 15 – 20 Flüge mindestens nötig, um die Menschen wenigstens für eine Woche mit Wasser und Nahrung zu versorgen. Eine Evakuierung sei dringend nötig. Babille: „Wenn wir das nicht tun, endet das in einer Katastrophe“. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264858-irak-tote-bei-anschl%C3%A4gen-in-bagdad-jesiden-minderheit-von-verdursten-bedroht vom 7.8.2014)
Gemäß Mitteilung des Patriarchs von Babylon und Chaldea, Erzbischof von Bagdad, Luis Sako, sind infolge der terroristischen Aktivitäten von ISIS/IS derzeit mindestens 100.000 Christen gezwungen, aus dem Irak zu flüchten. (http://german.ruvr.ru/news/2014_08_07/Rund-100-000-Christen-aus-dem-Irak-gefluchtet-3179/)
Wieder soll sich ein aus Deutschland eingereister Suizidattentäter, Abû Usâma al-Almânî (Abu Osama al-Almani, die nisba bedeutet: aus Deutschland), in der Nähe von Mossul bei einem Paschmerga-Stützpunkt mitsamt dem Fahrzeug in die Luft gesprengt und dabei 20 der kurdischen Kämpfer mit in den Tod gerissen haben, meldete ISIS am Mi., 6.8.2014, im Internet. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite existiert derzeit nicht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264840-angeblich-erneut-deutscher-selbstmordattent%C3%A4ter-im-irak-21-tote vom 6.8.2014)
IS-Anführer und selbsternannter Kalif Abû Bakr al-Baġdâdî (Abu Bakr al-Baghdadi) ließ gemäß Bericht der jordanischen as-Sawsana news verlauten, eine Invasion nach Kuwait hinein zu planen. „Wir können uns [sic!] so mit Amerika abrechen“. „Wir können sie (USA) nicht erreichen, aber sie werden selber zu uns kommen – nach unserer Attacke auf Kuwait.“ Darauf hätten laut Kundgabe des kuwaitischen Innenministeriums die Sicherheitskräfte des Landes bereits mehrere extremistische Accounts in sozialen Netzwerken blockiert und seien bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen, „um Unruhen oder Panik zu verhindern“. (http://de.ria.ru/politics/20140806/269211997.html vom 6.8.2014).
Beim Treffen mit dem Abgeordneten der Christen im irakischen Parlament am Di., 5.8.2014, abends brachte der iranische Botschafter in Bagdad, Ḥassan Danaifard (Hasan Danaifard), sein Mitgefühl und das des iranischen Volkes wie das Bedauern über die Lage des irakischen Volkes, darunter die der Christen infolge der ISIS/IS-Taten zum Ausdruck. Daher sagte er zu: „Der Iran steht bereit, um den christlichen Flüchtlingen zu helfen, zum Beispiel durch medizinische Behandlung von Verletzten.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/264817- am 6.8.2014). – Ḥassan Danaifard wird bei seiner Amtseinsetzung geschildert als: „an important figure in Iran’s Islamic Revolutionary Guards Corps (IRGC)“ ; er sei „a member of the regime’s foreign ministry special committee on Iraqi affairs“ und berichte nach ganz oben. (http://www.mojahedin.org/pagesen/printNews.aspx?newsid=8957 vom 23.7.2010)
Während die durch die irakische Regierung erst kürzlich erfolgte Bitte (s.u.) um Unterstützung aus den USA erneut (vgl.u.) auf sich warten läßt, hat Rußland am Wochenende wieder Kampfjets des Typs Suchoi nach Bagdad geliefert und zudem die irakischen Piloten für den Einsatz zur Bekämpfung und Verfolgung der terroristischen Elemente im N und NW des Landes geschult. Die ebenfalls übersandten russischen Hub- schrauber einer neuen Serie sind bereits im Kampfeinsatz. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264760-irak-bekommt-24-fortgeschrittene-kampfjets-aus-russland vom 5.8.2014)
Laut UN-Sprecherin Vannina Maestracci hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die IS-Angriffe auf Zivilisten im Irak verurteilt und diese als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet. Mit dem Hinweis auf die Fortsetzung der gewalttätigen IS-Übergriffe auf irakische Bürger forderte er die irakische Regierung und die Führer der Kurdengebiete auf, bei der Beendigung der Konflikte und zur Stabilisierung der Sicher- heit in dieser Region zu kooperieren. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264793-ban-ki-mon-is-angriffe-im-irak-sind-als-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit) – Es bleibt die schon des öfteren gestellte Frage im Raum: Warum nur die ISIS- und anderen Extremisten mit ihren gleichartigen Aktionen im Irak durch den UN-Generalsekretär derart eingestuft werden, nicht jedoch diejenigen, in Syrien.
Nachdem sich ISIS/IS bereits die Kontrolle über die Mossul-Talsperre gesichert hat (s.u.), ist nun auch das Gebiet des zugehörigen und größten Stausee des Landes von ihnen erobert worden. Dieser bildet nicht nur eine wichtige Lebensgrundlage sondern stellt in falschen Händen auch eine bedeutende Gefahr dar. Zudem befindet sich der 1986 fertiggestellte Stausee seit Jahren in schlechtem baulichem Zustand, der Damm wurde 2006 von Experten der US-Armee als „gefährlichster der Welt“ bezeichnet. Vertreter der kurdischen Verwaltung bemerkten zudem schon am So., 3.8.2014, daß die in der Region ansässigen Kurden nun unter besonderen Druck gerieten. In den drei von IS überrannten Städten Sinğâr, Wâna, Zamar und 12 Dörfern sollen nach dem Aufziehen der schwarzen Flagge bereits die rigiden Verhaltensvorschriften á la“ Islamischer Staat“ abgeordnet und Massenhinrichtungen durchgeführt worden sein. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264722-islamischer-staat-erobert-iraks-groessten-stausee-und-vertreibt-kurden vom 4.8.2014).
Premierminister al-Mâlikî hat nch den Meldungen von Vorrücken der ISIS-Einheiten am Mo., 4.8.2014, einen Einsatz der Luftwaffe angeordnet, um die kurdischen Paschmerga-Einheiten im Kampf gegen die genannte Terrorgruppe zu unterstützen, den diese planten. Dies erklärte der Armee-Sprecher Qâsim ʽAṭâ (Kassem Atta). Auch unterstützte der Premier die Bitte der Kurden um Waffenlieferungen durch die USA für diesen Abwehrkampf gegen ISIS/IS. Laut der kurdischen Nachrichtenagentur Bas News seien inzwischen 88 junge Männer durch die Extremisten hingerichtet worden, 67 bei deren Vormarsch durch Schüsse getötet worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264716-irak-maliki-ordnet-luftangriffe-gegen-is-an)
Gemäß der Sonnatgsausgabe von Hürriyet schätzen die türkischen Sicherheitsbehörden die Zahl der türkischen Staatsbürger bei ISIS/IS auf ca. 1.000 Mann, bei einer Gesamtstärke der Terroristengruppe von etwa 12-15.000 Kämpfern. Internationale Organisationen haben bereits die türkische Regierung dafür gerügt, die Grenzen zu Syrien für die Ein- und Ausreise der Terrorgruppen und Ausrüstungstransport nicht ausreichend zu kontrollieren. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264685-%C3%BCber-1-000-t%C3%BCrkische-staatsb%C3%BCr- ger-bei-der-isis vom 4.8.2014) – Zu den offenkundig gewordenen, von der türkischen Regierung zu verantwortenden diesbezüglichen Vorfällen s. die Beispiele unten, hier und hier.
In den vergangenen 24 Stunden konnten die irakischen Streitkräfte mit Luft- und Bodenangriffen gegen Terroristen-Stellungen in den Provinzen Bâbil (Babel), Ṣalāḥ ad-Dīn (Selahaddin), Diyâlâ (Diyala) und Nînawâ (Ninive) über 300 Terroristen töten. Zudem gelang es der Armee, unterstützt durch Volkskräfte, die Stadt al-Awğa (Al-Awjeh) nahe nahe des südlichen Fughafens von Tikrît vollständig von Terroristen zu säubern. Heftige Kämpfe würden gemäß AFP auch aus dem Norden von Mossul berichtet. Paschmerga-Einheiten hätten einen IS-Angriff gegen Öl-Anlagen und einen Staudamm nahe Mossul abgewehrt und im Gefecht etwa 100 Terroristen getötet sowie 38 gefangen genommen. Seit dem ISIS-Angriff auf die Provinzhauptstadt im Juni seien über 500 ausländische und arabische Terroristen in die Stadt eingedrungen, wurde aus Bagdad gemeldet. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264630-schwere-schl%C3%A4ge-irakischer-armee-gegen-is-terroristen vom 3.8.2014). – Update: den IS-Einheiten gelang gemäß einer Reuter-Meldung am So., 3.8.2014 offenbar doch noch, die Städte Wana [Wâna am Tigris] und Sinjar [Sinğâr, nahe syr. Grenze] einzunehmen. Aus letzterer, welche zahlreiche Vertreter der Minderheiten des Iraks beherbert hat, sind Tausende vor der Offensive geflüchtet. Zudem zerstörten die Extremisten die Grabstätte einer šîʽitischen „Heiligen“ [zu den Gründen vgl.u.]. Auch der Damm, die sog. Mossul-Talsperre (fr.: Ṣaddâm-Damm) soll erobert worden sein. (http://german.ruvr.ru/news/2014_08_03/Islamisten-nahmen-den-gro-ten-Damm-im-Irak-ein-6743/).
Letztere Meldung vom Eindringen von gut 500 Takfîr–Extremisten wir auch aus dem Ausland nach Mossul wird auch von al-ʽAlam bestätigt. Sie stammten hauptsächlich aus Tschetschenien, Pakistan, Yemen und Afghanistan. „Bei einigen dieser Kämpfer handelt es sich um ihre Anführer und andere Mitglieder der IS, meinte die irakische Quelle aus Sicherheitskreisen. Lokale Behörden aus Ninive berichteten am 3.8.2014, IS-Terroristen hätten nach Auseinandersetzungen mit Paschmerga Zamar im Norden von Mossul unter ihre Kontrolle gebracht, einige Bewohner seien geflüchtet. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/264658-) – Dabei seien zwei Erdölquellen erobert worden. (http://german.ruvr.ru/news/2014_08_03/Bewaffnete-Rebellen-haben-zwei-Erdolvorkommen-im-Irak-eingenommen-4689/)
Am 1. und 2. 8.2014 flog die irakische Luftwaffe mehreren Angriffe, bei denen mindestens 230 Kämpfer der Terrorgruppe ISIS getötet wurden. Laut as-Sûmariyya news gelang es dabei, eine ISIS-Attacke gegen einen Kontrollpunkt nahe einer Militärbasis der Region Ğurf as-Saḫar (Jurf al-Sakhar) am Euphrat zu vereiteln und rund 30 Sammelpunkte und Verstecke der ISIS-Terroristen aufzuspüren, welche bombardiert wurden. Etwa 200 Muğâhidûn wurden getötet. Als am Fr., 1.8.2014, ISIS-Anhänger versuchten, einen Friedhof im Norden der Provinz Bâbil (Babal, d.i. Babylon) zu zerstören, verloren 30 von ihnen ihr Leben im Kampf mit der sigereich gebliebenen irakischen Armeeeinheit. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264596-irak-230-terroristen-in-der-provinz-babel-get%C3%B6tet)
Langsam formiert sich in Mossul der Widerstand gegen ISIS/IS, vor allem infolge der bereits berichteten (vgl.u.) Zerstörungen bedeutender islamischer Kultstätten verschiedener Richtungen wie von Christen, welche die Salafiten von IS ganz offensichtlich unter širk einordneten (vgl.u.). Zudem hatte IS die Christen aus Mossul zu tilgen angefangen. Laut Meldung von as-Sûmariyya vom 1.8.2014 hatte die Gruppe „Brigade der Revolutionäre von Mossul“ Zusammenstöße mit den Muğâhidîn, von denen einige getötet wurden. Ob und welche Verluste die neue Widerstandsgruppe erlitten hat, ist (noch) nicht bekannt. (http://german.irib.ir/nachrichten/item/264528-irak-widerstandsgruppe-t%C3%B6tete-und-verletzte-dutzende-is-terroristen)
Was passiert, wenn man als Nichtmuslim (ḏimmî) im „Islamischen Staat“ der terroristischen ISIS/IS, d.h. in den von ihr noch besetzten Gebieten, die auferlegte ğizya nicht bezahlen kann? In Mossul widerfuhr dies z.B. einer Familie. Laut Meldung von AINA (Assyrian International News Agency), welche auf dem Bericht von Dr. Sallama Al-Khafaji vom Iraq High Commission for Human Rights beruht, brachen IS-Muğâhidun am Sa., 30.7.2014, dem Tag des Ultimatums, in das Haus einer assyrisch-christlichen Familie ein und forderten die Steuer ein, welche jene nicht leisten konnten. Darauf vergewaltigten drei der Terroristen sowohl die Hausfrau als auch deren Tochter vor den Augen des Hausherrn und seines Schwiegersohns, den Ehemännern der beiden Frauen, in brutaler Weise. Die beiden Ehemänner waren daraufhin so traumatisiert, daß sie Suizid begingen. – Desweiteren wurden vier Christinnen von den Extremisten erschossen, weil sie ungenügend „verschleiert“ waren, während zwei andere gesteinigt wurden, da sie einen von den ISIS-Leuten verbotenen Beruf ausgeübt hatten. (http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/07/31/2-iraqi-christi- ans-a-father-and-a-husband-commited-suicide-after-isis-mercenaries-rape-wife-and-daughter-in-front-of-them-because-they-couldnt-pay-the-jizya/)
In einem anläßlich des Fiṭr-Festes (eines der beiden isl. Hochfeste zum Ende des Ramaḍân) auf ihrer Webseite ins Internet gestellten Video von ca. 30 Minuten haben laut Press TV Kämpfer von ISIS/IS mehrere irakische Jugendliche, Šîʽiten, durch Kopfschüsse getötet und ihre Leichen in einen Fluß geworfen (wie schon in einem früheren von Spiegel erwähnten Video, vgl.: http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264470-neues-video-%C3%BCber-verbrechen-der-terroristen-im-irak-ver%C3%B6ffentlicht). Ob die Opfer zu den irakischen Streitkräften gehörten oder Zivilisten gewesen sind, ist unklar. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264441-isis-massakriert-jugendliche-im-irak vom 30.7.2014)
Die im Irak wie in Syrien agierenden militanten Extremisten wurden als als „Hauptgefahr für die Zukunft“ des Landes – jedoch nur im Falle des Irak – durch den UN-Sicherheitsrat eingestuft, trotz der vielen detaillierten Bericht aus Syrien, die das Gegenteil belegen (s. Teil I –III). In der am Mi., 30.7.2014, einstimmig verabschiedeten Resolution erklärte sich der Rat als „zutiefst besorgt“ und verurteilte die Angriffe der Terrorgruppe „Islamischer Staat“. Damit wurde das Mandat der UNO-Mission im Irak um ein Jahr verlängert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264468-uno-verurteilt-angriffe-militanter-extre- misten-im-irak) – Diesbezüglich stellt sich erneut die Frage, die auch das russische Außenministerium wie der russische UN-Repräsentant Tschurkin schon wiederholt formulierte (vgl.u. und s. bzgl. Syrien Teil III), warum dann ISIS, respektive IS offenbar immer noch nicht auf die UN-Terroristenliste gesetzt worden ist.
Der PUK-Vorsitzende Ǧalāl Ṭalabānī (Dschalal Talabani) hat am Di., 29.7.2014, in einer Botschaft anläßlich des Fiṭr-Festes die Be- völkerung im Kurdischen Autonomiegebiet des Irâq aufgerufen, sich im Rahmen der irakischen Verfassung für die Demokratie, Freiheit und Föderalismus einzusetzen. In seiner von den irakischen Medien am Abend des 29.7.2014 veröffentlichten Erklärung forderte er angesichts der durch den Terrorismus bedrohten territorialen Integrität des Landes die politischen Führer im Irak auf, zum Wohle des Landes Meinungsverschiedenheiten beiseite zu lassen und Nationalinteressen über die Partei- und Gruppeninteressen zu stellen. Die Anstrengungen zur Bildung einer neuen Regierung seien unbedingt zu beschleunigen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264411-talabani-fordert-die-irakischen-kurden-auf-im-rahmen-der-verfassung-zu-handeln vom 30.7.2014). – Ǧalāl Ṭalabānī (*1933) aus einer einflußreichen Familie von Qâdiriyya-Scheichs (einer der bedeutendesten Bruderschaften des Islam) in Kirkuk schaffte es während seines politschen Lebens etwa genauso oft die Fronten zu wechseln wie seiner Zeit Alkibiades. Sein [vorerst ?] letztes Umschwenken nach der US-Invasion 2003 auf die proamerikanische Seite brachte ihm 2005 die erwähnte Staats- präsidentschaft (-24.7.2014) ein. Seitdem vertritt er eine gegen seinen einstigen Bündnispartner Syrien gerichtete Politik, die andererseits seit Jahrzehnten mit der Barzânî-Familie verbunden ist. Wiederholt war er zur medizinischen Behandlung in Deutschland (zuletzt bis zum 18.7.2014).
Bei seiner zweiten Reise in die kürzlich durch die Paschmerga eroberten Gebiete anläßlich der Fiṭr-Festtage gab M. Barzânî, Präsident der Kurdischen Autonomen Region, am Mo., 28.7.2014, diesen Streitkräften das Versprechen für den „endgültigen Sieg“und erklärte: „Alles, was in unseren Kräften steht, werden wir für die Peschmerga tun.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/ item/264381-barzani-verspricht-in-kirkuk-endg%C3%BCltigen-sieg)
Der Leiter des irakischen Verteidigungsministeriums Dr. Saʿadūn ad-Dulaimî (Saadun ad-Dulaimi) erklärte am Di., 29.7.2014, im Gespräch mit BBC, nachdem die USA die Durchführung der Rüstungsverträge mit Bagdad verzögert hätten, habe sich Rußland bereit erklärt, der irakischen Armee die von Moskau versprochenen Munitionsmengen und Waffen sämtlich zur Verfügung zu stellen. Auch gemäß Bekanntgabe durch al-ʽIrâqiyya habe ad-Dulaimî beim Treffen mit Präsident Putin die jetzige Situation im Irak, insbesondere aus militärischer Hinsicht, besprochen. Rußland hatte zuvor auf Antrag des Iraks, welcher im Juni mit dem Angriff durch ISIS auf die Provinzen Ninâwâ und Ṣalāḥ ad-Dīn konfrontiert war, der Armee dieses Landes russische Suchoi Su-25 -Kampflugzeuge zur Verfügung gestellt (vgl.u.). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264410-russische-r%C3%BCstungshilfen-f%C3%BCr-irak)
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Kirkûk hat sich ein ISIS-Abtrünniger gestellt. Der Polizei in Kirkuk gegenüber erklärte er, viele der ISIS/IS-Anhänger hätten mit der Brutalität und den Gräueltaten ihrer Organisation nicht gerechnet. Sie würden sich gerne von der Terrorgruppe abwenden und wieder in ein normales Leben zurückkehren. Sein früheres Engagement für ISIS/IS bereue er als größten Fehler seines Lebens. Würde ihm Strafmilderung zugesichert, würde der Polizei bei der Rückführung aller unzufriedenen Militanten helfen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264305-reue-eines-is-mitgliedes-is-anh%C3%A4nger-haben-mit-derart-brutalit%C3%A4t-und-den-gr%C3%A4ueltaten-nicht-gerechnet)
Wie Reuters unter Bezugnahme auf Angaben der Handelsmarine berichtet, hat ein mit irakischem, aus der kurdischen Autonomieregion stammendem Rohöl beladener Tanker, die United Kalavrvta, die Küste des US-Bundesstaates Texas im Hafen Galveston erreicht. Press TV informierte jedoch am Mo., 28.7.2014, darüber, daß dieses Öl ohne die erforderliche Erlaubnis der Zentralregierung veräußert werde. Damit handelt es sich diesbezüglich um Schmuggelgut im Wert von 100 Millionen Dollar, welches im Juni den türkischen Hafen Ceyhan verlassen habe. ISIS-Terroristen, die seit dem 10. Juni irakische Ölförderanlagen unter ihre Kontrolle gebracht haben, verkaufen das Rohöl kurdischen Unternehmern für 25 Dollar pro Barrel. (http://german.irib.ir/nachrichten/wirtschaft/item/264345-eine-million-barrel-im-irakisch-kurdistan-gef%C3%B6rdertes-%C3%B6l-an-den-k%C3%BCsten-von-texas vom 29.7.2014). – Dieser Vorfall tangiert damit die am 28.7.2014 angenommene UN-Resolution gegen den Handel mit Öl aus Syrien und dem Irak, welche die (zusätzliche) Finanzierung von Terroristen auf diese Weise verhindern soll.
Bei Angriffen der irakischen Luftwaffe vom 28.7.2014 wurden in Mossul, der Provinz Ṣalāḥ ad-Dīn (Salahuddin) wie nahe der Raffinerie in Baiğî ca. 190 ISIS–Muğâhidûn getötet sowie einiges von deren Equipment zerstört. Näheres dazu bei: http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264296-190-isis-k%C3%A4mpfer-beim-angriff-der-ira- kischen-luftwaffe-get%C3%B6tet.
Laut Angaben von Muḥammad al-Ḫazay (Mohammed al-Khazai), Stellvertreter des irakischen Roten Halbmonds sind 113.316 Familien durch ISIS-Angriffe aus ihren Wohnungen in den Provinzen Nînawâ (Ninive), Ṣalāḥ ad-Dīn (Salahuddin), Diyâlâ (Diyala) und Kirkûk (Kirkuk) zumeist in die autonome Kurdenregion oder in den Süden geflohen. Sie alle bedürften dringend medizinischer und humanitärer Hilfe. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264291-irak-mehr-als-hun- dert-tausend-familien-wegen-isis-angriffe-auf-der-flucht)
Laut Mehrnews unter Berufung auf die Nachrichtenseite al-Masala informierte das Hohe UN-Menschenrechtskommissariat in Bagdad dar- über, daß aufgrund der ISIS/IS-Aktivitäten, d.i. der Vertreibung [bei der Übersetzung mit „evakuieren“ muß logischerweise ein Fehler vorliegen] von 100.000 christlichen und kurdischen Familien (vgl.u.) aus der Region Tal ʽAfar, etwa 150 Kinder obdachlos und infolge von Cholera und der Hitze umgekommen seien. UNICEF und Weltgesundheitsbehörde werden angerufen zu helfen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264211-%C3%BCber-150-obdachlose-kinder-in-moussel-gestorben vom 27.7.2014)
Wissam al-Hardan [d.i. Wissam Ḥardân al-ʽIṯâwî], prominenter Führer des Anbâr Erweckungsrats, einer Ansammlung gegen al-Qaida und Affiliierte kämpfenden Stammesmilizen der Provinz al-Anbâr, gab am Sa., 26.7.2014, auf einer Pressekonferenz bekannt, die ISIS/IS-Terrorgruppe habe in Fallûğa 120 Kinder bewaffnet, damit sie gegen die irakische Armee kämpfen. Unter Androhung bzw. Ausübung von Gewalt wurden die Kinder und ihre Familienmitglieder zur Zusammenarbeit gezwungen. Ziel sei es, Infrastruktur und Arbeitskräfte zu vernichten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264247-irak-isis-rekrutiert-%C3%BCber-120-kinder-in-falludscha vom 28.7.2014)
Das Ministerium für Menschenrechte im Irak gab bekannt, daß ISIS/IS mit handgefertigten Bomben am Sa., 26.7.2014, in Mossul sowohl die Marienkirche als auch eine Moschee wie die Grabstätte von Fazib al-Ban gesprengt habe. Tags zuvor wurden die Moschee Seth und die Grabstätte des Hl. Georg dem Boden gleichgemacht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264124-is-sprengt-kirche-und-moschee-in-moussel vom 27.7.2014).
Seyid Memuzini von der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) erklärte gegenüber der kurdischsprachigen Webseite NRT, ISIS/IS habe auch den in Mossul lebenden Kurden mit dem Tod gedroht, falls sie nicht bereit seien, die Stadt zu verlassen. Die Frist ende am Sa., 26.7.2014. 200 kurdische Familien seien bislang der Aufforderung nachgekommen. Die Kurdenregion sei zur Aufnahme dieser Flüchtlinge bereit. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264063-200-kurdi- sche-familien-verlassen-mosul).
Am Do., 24.7.2014 haben die ISIS/IS-Terroristen die als Grab des Propheten Jonas bei christlichen wie muslimischen Pilgern beliebte Wallfahrtstätte mit Moschee in Mossul gesprengt. Auf dem Gelände sind zudem Ruinen aus dem 8.Jh. v.u.Z. vorhanden. Ebenso wurde am selben Tag die nahe gelegene Imam Aoun bin al-Hassan-Moschee zerstört. (http://derstandard.at/plink/2000003539275?_pid=38811182 vom 25.7.2014). Zu weiteren Verwüstungen – vor allem šîʽitischer Verehrungsstätten – durch die Extremisten vgl.a. http://www.huf- fingtonpost.com/2014/07/25/isis-jonah-tomb_n_5620520.html. – Gemäß klassischem Islamischen Recht ist die Verehrung von Grabstätten bekannter Persönlichkeiten – auch aus der muslimischen – Geschichte als Aberglauben verpönt, da diese Tendenz bereits an širk grenze bzw. schon Ausdruck davon sei.
Bei einem Treffen mit dem Rat der von den Extremisten besetzten Provinz Nînawâ (Ninive) im Nordirak bekundete Ministerpräsident al-Mâlikî am Fr., 25.7.2014, laut einer Meldung von Aṣwat al-ʽIrâq die Absicht, die in Mossul sich festgesetzt habenden IS-Terroristen zu vertreiben und die Bewohner der Provinz Nînawâ wieder von deren verbrecherischen Regime zu befreien. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/264062-nouri-maliki-der-sturz-mosuls-war-politischer-natur)
Das neueste ISIS/IS-Dekret soll alle irakischen Frauen (etwa vier Millionen) verpflichten, an sich die Genitalbeschneidung durchführen zu lassen. UNO-Mitarbeiter befürchten nun [nicht nur] gesundheitliche und auch Lebensgefahr für die Betroffenen. (http://german.ruvr.ru/news/2014_07_24/Rund-vier-Millionen-Frauen-droht-im-Irak-die-Be- schneidung-6627/). – Die Genitalverstümmelung (s. zur Information, vgl.a. http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/06/09/072/ und http://jacquesauvergne.wordpress.com/2009/03/16/103/), welche in islamischen Ländern mehr oder weniger durchgeführt wird, geht auf die zweite Quelle des Islamischen Rechts, nämlich Ḥadîṯezurück, z.B. das sog. “ḥadīṯ der Beschneiderin” aus den Sunan von Abū Dāwūd as-Siǧistānī, Buch 41, Nr. 5251 (35); erwähnt auch in der Sammlung ṣaḥîḥ Muslim: 3, 684.
Wichtige Anmerkung zu SOHR (Syrian Observatory for Human Rights):
viele – überwiegend westliche – Medien bedienen sich bzgl. der Nachrichten aus Syrien der von der Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bereitgestellten „News“ – leider ungeprüft. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich die so seriös klingende, angeblich in London basierte „Menschenrechts-Organisation“ als Ein-Mann-Unternehmen aus einem Reihenhaus in Coventry (d.i. nicht London!), betrieben von dem – erklärtermaßen! – regierungsfeindlichen syrischen Expatriat mit dem Pseudonym Rami ʽAbdurraḥmân. Objektive Information ist allein demnach schon nicht zu erwarten. Zudem „fischt“ sich der Betreiber der Webseite http://www.syriahr.com/ seine Beiträge seiner erklärten Intention nach aus dem social network wie Twitter, Facebook und Youtube zusammen. Es liegt auf der Hand, daß die dort veröffentlichten Aussagen wertvoll sein können, jedoch schwer zu überprüfen sind, eine derartige Überprüfung jedoch unbedingte Voraussetzung für eine sach- und fachgerechte, vor allem möglichst wahrheitsgemäße Berichterstattung ist. Nach näherer Untersuchung durch das russische Außenamt erklärte dessen Sprecher Alexander Lukaschewitsch im Februar 2012, daß der Betreiber nach eigenen (!) Angaben weder über eine journalistische oder juristische Ausbildung noch über einen höheren Schulabschluß verfüge; diese Fakten ermöglichten entsprechende Rückschlüsse auf die Glaubwürdigkeit seiner „Informationen“ (http://en.ria.ru/russia/20120225/171527722.html vom 25.2.2012).
Verhängnisvoll in diesem Zusammenhang wirkt sich wohl aus, daß es ursprünglich tatsächlich eine gleichnamige NGO mit Sitz in London gegeben hat, welche jedoch spätestens 2012 ihre Aktivitäten einstellte. Möglich, daß dies zu – allerdings vermeidbaren – Mißverständnissen geführt hat.
Diesbezüglich kann man gewissen Nachrichtenmedien zumindest Schlampigkeit vorwerfen. Selbst ein Abgleich der von SOHR bezogenen „Informationen“ mit anderen, z.B. von Agenturen aus Syrien gegenüber freundlich wie feindlich eingestellten Ländern hätte schon mehr Transparenz verschafft.
Kein Wunder also, daß die zunächst der syrischen Regierung angelasteten Giftgasattacken in Ghuta u.a. syrischen Orten, welche 2013 beinahe zu einem offenen US-Militärschlag gegen Syrien geführt hätten, jedoch noch rechtzeitig als Berichtsfälschungen entlarvt werden konnten, auch bei SOHR ihren Ausgangspunkt nahmen.
Weitere Informationen zum Wirken von SOHR finden Sie- in einer kleinen Auswahl – z.B. bei:
http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2012/02/syrien-russen-entlarven-syrische.html
Am 24.7.2014 ist mit Fu`âd Maʽṣûm (Fuad Massum) von der Patrio- tischen Union Kurdistan (PUK) endlich der neue Staatspräsident, der laut Verfassung Kurde zu sein hat, mit 211 von 228 Stimmen gewählt worden. Der 76-Jährige hat eine islamische Ausbildung an der Azhar genossen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263988-fuad-massum-zum-neuen-irakischen-pr%C3%A4sidenten-gew%C3%A4hlt)
Interview mit einer aus Mossul vertriebenen Christin (https://www.youtube.com/watch?v=QZl5wVbFjHM&list=UU8c8QFrDO7PO9JuYM1G1dlw, Arabisch mit engl. Untertiteln).
Wie schon früher beschrieben [s.u. 10.7.2014] ar-Raqqa in Nord- syrien seit seiner Eroberung durch ISIS-Truppen als deren “Kapitale”, in der u.a. alle erbeuteten Gegenstände bzw. Gelder gesammelt und verteilt werden. Auch das den aus Mossul vertriebenen Christen abgenomene Eigentum wurde nach Informationen des Oberkommandos der irakischen Streitkräfte auf Be- fehl von ISIS-Kommandant ʽAbdullâh al-Ḫatunî (Abdullah al-Khatuni) dorthin verbracht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263964-eigent%C3%BCmer-der-irakischen-christen-aus-mosul-ins-syrische-al-roqa vom 24.7.2014, übernommen von Aṣwât al-ʽIraq)
Laut IRINN-Bericht hat der saudiarabische Generalsekretär der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), Îyâd Amîn Madanî (Iyad Madani), am Mo., 21.7.2014, das ISIS-Vorgehen gegen die Christen von Mossul verurteilt. Deren Vertreibung bezeichnete er als ein „unerträgliches Verbrechen“. Zudem verkündete er, dieses un- menschliche Vorgehen stehe in keinerlei Beziehung zum Islam und seinen brüderlichen Lehren. Dann verwies er auf die Mitgliedschaft des Irak in der OIC und erklärte die Bereitschaft der Organisation zu humanitären Hilfen für irakische Flüchtlinge. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263868-oic-reagiert-auf-isis-vorgehen-gegen-christen-im-irak) – Hinsichtlich der allg. Bemerkung Madanîs zu ISIS im Verhältnis zum Islam ist festzuhalten, daß ganz offensichtlich grundsätzlich eine Beziehung zum Islam, z.B. schon in der Benennung und bzgl. der Unterteilung in dâru_l-ḥarb und dâru_l-islâm mit den daraus sich ergebenden Konsequenzen sehr wohl besteht. Andererseits wurden ISIS-Angehörige – im Einzelnen auch zurecht – von islamischen Gelehrten bzgl. der korrekten Umsetzung Islamischen Rechts gerügt (so ist z.B. schon die Selbsternennung zum Kalif mit Befugnis zur Rechtsausübung gemäß šarîʽa ein absolutes Unding, vgl.u.). Details würden hier zu weit führen und sind z.B. der umfassenderen Diskussion bzgl. des ğihâd in „Bakaschmars Fluch“ (bes. Kap.5) zu entnehmen. Die zitierten „brüderlichen Lehren“ im Islam existieren ebenfalls, jedoch im Bezug auf Muslime untereinander, d.h. innerhalb der umma (vgl. dazu hier).
Zum Zweck der Ausführung des u.e. an die Christen von Mossul ge- stellten Ultimatums durch ISIS-Terroristen wurden deren Häuser in der Stadt mit dem arabischen Buchstaben „nun“, dem „n“ für naṣrânî (d.i. Bezeichnung für „Christ“ wie z.B. in Sure 3, 67) am 17. und 18.7.2014 gekennzeichnet. Nach Verlesung des ISIS-Dekrets mit dem Aufruf an die Christen zur Konversion zum Islam gaben 15 Familien dem Druck nach. Die anderen noch verbliebenen flüchteten, insbesondere wie schon zuvor ins noch säkular regierte Syrien. Dabei mußten sie alle Habseligkeiten, selbst ihre Autos, zurücklassen, um zu Fuß z.B. das 70km entfernte Tal ʽAfar (vgl.u.) zu erreichen. Danach wurden der Bischofssitz, die Kirchen und andere christliche Stätten in Brand gesteckt. (http://www.voltairenet.org/article184823.html vom 22.7.2014). Die iranische Nachrichtenagentur präzisiert hierzu, daß die ISIS- Mitglieder alle Habe der vertriebenen Christen beschlagnahmten und ihnen verboten, etwas von ihrem Eigentum mitzunehmen (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263868-oic-reagiert-auf- isis-vorgehen-gegen-christen-im-irak). – Der Politologe und Journalist Thierry Meyssan machte in diesem Zusammenhang noch darauf aufmerksam, daß die [auch] von einigen westlichen Staaten trotz der Aufrufe der Patriarchen und Bischöfe des Nahen Ostens in ver- schiedener Hinsicht unterstützten Muğâhidîn die gleichen Verbre- chen seit drei Jahren in Syrien ausführten. Im Irak habe es vor 2003 noch 1,5 Millionen Christen gegeben. Davon seien 1,2 Millionen „vor den Augen der Besatzungstruppen“ geflohen, vor allem nach Syrien. Bevor dann ISIS sein Emirat proklamierte waren es nur mehr 200.000 Christen gewesen. (http://www.voltairenet.org/article184823.html)
Anmerkung: im Vorgehen gegen die Christen – z.B. von Mossul – haben sich die ISIS-Anführer offenbar z.B. von Muḥammads Verfahren mit dem jüdischen Stamm der Qainuqâ` anno 624 n.u.Z. inspirieren lassen, andererseits auch von den Umständen der Vertreibung der Juden von der arabischen Halbinsel durch seinen übernächsten Nachfolger, den Kalifen ʽUmar, im Jahr 642 wie auch von dem durch diesen den Christen aufoktroyierten „Pakt von ʽUmar“. Dieser begründete schließlich nach der muslimischen Eroberung des Gebietes des heutigen Syriens mit seinem nächsten Umland etwa um 637 n.u.Z. die islamische Institution der ḏimma, welche das – untergeordnete – Verhältnis der verbliebenen nicht-muslimischen Angehörigen der sog. Buchreligionen ( Juden, Christen, Parsen; arab.: ahlu_l-kitâb,) zu den neuen muslimischen Herren regelt (abschließend formuliert im 9.Jh. n u.Z.), worunter auch die – später hinzugekommene – Zahlung der ğizya fällt.
Text des Dekrets des Islamischen Staates für Christen
Islamischer Staat
Büro der Gerechtigkeit
Dekret
Gelobt sei Allâh und der Islam für seinen Sieg, Demütigung den Beigesellern [mušrikûn!] in ihrer Unterwerfung, auf daß seine Gerechtigkeit, sein Friede und seine Segnungen auf jenem sei, den Allâh mit seinem Schwert erleuchtet hat.
[Es folgt ein Zitat aus Sure 7, 164:]
„Als eine Gemeinde unter ihnen sagte: ,Warum ermahnt Ihr Leute, die Allâh zerstören oder mit heftiger Qual peinigen wird?’, antworteten sie: ,Zur Entschuldigung vor Eurem Herrn und auf daß sie gottesfürchtig werden möchten. al-Aʽrâf 163 (sic!)
Die Führer der Christen und ihre Anhänger wurden über das Datum informiert, an dem sie ihre Konvertierung [zum Islam] dem Kalifat in der Provinz Nînawâ (Ninive) kundtun sollten. Sie haben aber abgelehnt und sind nicht zur festgesetzten Zeit präsent gewesen. Deshalb wurde beschlossen, sie zwischen diesen drei Möglichkeiten wählen zu lassen:
den Islam [anzunehmen], die Ğizya [Steuer der ḏimmiyîn in einem isl. Staat] zu zahlen oder, wenn sie [beides] verweigern, dann gibt es für sie keinen anderen Ausweg als den Tod durch das Schwert.
Der Fürst der Gläubigen, der Kalif Ibrâhîm – Allâh verherrliche ihn – ermöglicht es ihnen, nach Al-khalafah zu fliehen, bis Samstag den 21. Ramaḍân 1435 [d.i. 19.7.2014] Mittag. Nach diesem Datum wird das einzige zwischen uns und ihnen das Schwert sein.
Ehre sei Allâh, seinem Propheten und den Gläubigen, die die Heuchler nicht kennen.
(Text bei http://www.voltairenet.org/article184821.html vom 18.7.2014, hier in modifizierter Übersetzung für ein besseres Verständnis).
Jedoch wurden nicht nur die Liegenschaften von Christen markiert, sondern auch die von Šîʽiten und zwar mit dem Buchstaben „ra“, wie das Schema unten (aus: https://syrianfreepress.wordpress.com/?p=37290 mit Video, in dem ein wahhâbitischer Geistlicher das Vorgehen beim Enthaupten von Menschen näher erklärt) zeigt. Mit „Rafidhi „im“ eingeblendeten Textfeld ist „rafîḍî“ gemeint, wofür das „ra“ die akürzung bildet. Der Ausdruck meint jemanden, der ablehnt, zurückweist, verwirft, womit die wahhâbitische interpretation des sunnitischen Glaubens zu sehen ist, die die Terroristen zu vertreten für sich in Anspruch nehmen:
An einer Anschlagsserie in Bagdad vom 19.7.2014 mit mindestens 24 Todesofpern und mehr als 70 Verletzten soll laut Erklärung der Ter- rorgruppe ISIS/IS vom 20.7.20124 ein Suizid-Attentäter mit dem Kampfnamen Abu_l-Qa´qâ´al-Almânî (Abu Al-Kaakaa al-Almani), demnach ein deutscher Staatsbürger beteiligt gewesen sein. Gemäß der irakischen Nachrichtenseite al-Madâ waren am Samstag an mindestens fünf verschiedenen Orten der Hauptstadt in kurzen Zeitabständen mehrere Autobomben explodiert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263701-deutscher-ver%C3%BCbte-selbstmord-attentat-in-bag- dad) – Vorbild für die Namensgebung war – wie so oft – ein bekannter Prophetengefährten (ṣaḥābī) al-Qaʽqa‘ ibn ‚Amr (gefallen in der Schlacht am 17.11.636).
Nachdem im Irak bekannt wurde, daß vor einigen Tagen in ʽAmmân eine Konferenz mit 300 irakischen „Oppositionellen“ unter der Bezeichnung „Konferenz irakischer Revolutionäre“ zur Unterstützung der sog. Volksrevolution stattgefunden hatte, wurde der irakische Botschafter aus der jordanischen Hauptstadt „zu Konsultationen“ zurückgerufen, hieß es auf der Website des irakischen Außenministeriums. Trotz der vielen durch ISIS/IS verübten Verbrechen forderten die irakischen „Oppositionellen“ in ʽAmmân die Weltgemeinschaft auf, anstatt von Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî die Vorfälle im Irak als „Volksrevolution“ zu unterstützen. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/263689-)
Zur gegenwärtigen Krise im Nahen Osten bemerkte der Analytiker Sayyid Hâšim Ḥâydarî (Seyed Haschem Heydari), Generalsekretär des ar-Râya-(Al-Rayeh)-Instituts im Irak, am So., 20.7.2014, gegenüber IRNA, die israelische Militäroffensive im Gaza-Streifen sei Teil einer regionalen Aggression gegen den Widerstand, der sich hauptsächlich in Syrien, im Irak und im Libanon zeige. Der Plan sehe die Zerstückelung (bzgl. „Balkanisierung“ vgl. hier) der großen und starken Länder der Region vor, die langfristig die Interessen Israels bedrohten. Für die israelische Regierung sei es daher von größter Bedeutung, die Region in kleine und schwache Länder aufzuteilen, die stets im Zwist gegeneinander stünden und sich so gegenseitig neutralisierten. (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/263664-israel-plant-zerfall-gro%C3%9Fer-l%C3%A4nder-im-nahen-osten)
In Mossul haben inzwischen die Extremisten von ISIS/IS die römisch-katholische Kathedrale von Mossul in Brand gesetzt, sie soll nur die erste sein. (http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/07/19/isis-set-on-fire-the-roman-catholic-cathedral-of-syrian-rite-in-mosul/ vom 19. Juli 2014).
Wie SOHR basierend auf einer ISIS-Twitter-Meldung mitteilt, ist am Do., 17.7.2014, in aṭ-Ṭabqa (Al-Tabka) nach dem Abendgebet unter der Gewaltherrschaft der Terrororganisation eine 26 Jahre alte Witwe unter dem Vorwurf der Prostitution zu Tode gesteinigt worden (zur nicht šarîʽa-gemäßen Bestrafung s. hier; als nicht wiederverheiratete Frau gilt die Witwe zudem als nicht muḥsana, was außerdem noch einer Steinigung entgegenstünde). Zudem sei den in Mossul ansässigen Christen das Ultimatum gestellt worden, bis Samstagmittag, 19.7.2014, zu konvertieren, ansonsten werde es für sie „nichts als das Schwert geben“. Tausende hätten daraufhin die Flucht ergriffen. Gemäß dem [chaldäischen] Patriarchen Louis Sako gegenüber der Nachrichtenagentur AFP seien Christliche Familien auf dem Weg nach Dohuk [Dahūk] und Erbil [ʽArbîl]. „Erstmals in der Geschichte des Irak gibt es keine Christen mehr in Mossul.” erklärte er. (http://www.bild.de/politik/ausland/isis/terroristen-steinigen-frauen-in-sy- rien-36894254.bild.html) – Merkwürdig an der Bild-Meldung ist die Passage: „konvertieren und eine Sondersteuer“ zahlen. Wer auch immer die Regelungen des Islamischen Rechts [fiqh] durchein- andergebracht hat: Nach klassischer Lesart haben in einem gegen die Ungläubigen [kuffâr oder mušrikûn] geführten Ğihâd diese die Möglichkeit, vor dem Kampf zum Islam überzutreten. Nur den Angehörigen der sog. Schriftreligionen – Christen, Juden und Parsen – wird aus diesem Grund noch der Ausweg eingeräumt, ihren bisherigen Glauben beizubehalten, sich aber dem islamischen Staat als künftige ḏimmîûn zu unterwerfen und dafür eine Schutzsteuer, die ğizya, zu bezahlen
Am 18.7.2014 bat Ministerpräsident al-Mâlikî die BRD via Interview mit der BILD-Zeitung um Waffen zur Bekämpfung des Terrorismus. Außerdem könne das Land den Irak politisch und diplomatisch unterstützen und dabei insbesondere Druck auf diejenigen Länder in der Region ausüben, die die Terroristen mit Waffen und Geld ausstatteten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263612-nouri-maliki-bittet-deutschland-um-hilfe)
In den Augen von Hayṯam al-Ğaburî (Haytham al-Jabouri), Repräsentant der irakischen Rechtsstaatlichkeitsallianz, sind die „Unabhängigkeits“bestrebungen Bârzânîs, des Präsidenten der irakischen Autonomen Region, nur Vorwand dafür, der irakischen Zentralregierung eine Konzession zur Förderung und Vermarktung von Erdöl abzupressen. Als Indiz führt er auch dessen Personalvorschläge für hohe politische Ämter im irakischen Parlament und der Zentralregierung an. Ginge es den Kurden wirklich um die Unabhängigkeit, wäre es widersinnig, derartige Positionen im Parlament und in der Regierung anzustreben. Vielmehr gehe es ihnen um den Zugriff auf die Förderung und den Export von Erdöl, das in der Umgebung von Kirkuk und anderen an anderen Orten der Autonomen Region Kurdistan gefördert wird. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263482-kurden-streben-nach-konzessionen-von-der-irakischen-zentralregierung) – Hierfür spricht auch, daß die von den kurdischen Kämpfern verteidigten ölreichen Gebiete laut Bârzânî als von den Kurden eroberte gelten und dem zu schaffenden Kurdistan einverleibt werden sollen (vgl.u.).
Wenn schon die internationale Einordnung von ISIS als Ter- rororganisation ausbleibt (!, vgl.u.), hat zumindest UN-Ge- neralsekretär Ban Ki-Moon am 15.7.2014 in seinem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat die Staatengemeinschaft aufgefordert, die ISIS-Terroristen international hinsichtlich Finanzierung und Rüstung zu boykottieren. Bemerkenswert ist folgende Einschränkung: Zwar sollen sich demgemäß alle Nachbarländer des Iraks zusammenzutun und dieses Land bei der Bekämpfung des Terrorismus zu unterstützen, von Syrien ist dabei jedoch nicht die Rede, obwohl dort ISIS dieselben Verbrechen begeht und syrien schon um Jahre länger darunter leidet und effektiv gegen die terroristischen Gruppen im Land vorgeht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263419-ban-ki-moon-for- dert-sanktionen-gegen-isis vom 16.7.2014).
Wie der TV-Sender al-ʽIrâqiyya berichtet, hat die irakische Armee hat die Rebellenhochburg Tikrît in der Provinz Salāh ad Dīn (Salaheddin) zurückerobert. Die Militäroperation Scharfes Schwert begann am Morgen des 15.7.2014, wobei die Bodentruppen und die Luftwaffe von mehreren Stellungen aus angriffen. Die irakischen Streitkräfte sind bereits ins Zentrum vorgerückt. Die dort stehende ISIS-Abteilung ist laut Verteidigungsministerium aus dieser Stadt geflüchtet. Etliche Terroristen wurden dabei getötet, andere gefangengenommen. Der ehemalige Präsidentenpalast von Ṣaddâm Ḥussain, in dem sich die lokale ISIS-Führung eingerichtet hatte, sei von den Terroristen „gesäubert“, die irakische Flagge dort wieder gehißt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263388-irakische-armee-erobert-tikrit-zur%C3%BCck)
Mit der Wahl eines neuen Parlamentspräsidenten durch das irakische Parlament im 3. Anlauf ist eine wichtige Hürdefür die Regierungsbildung geschafft. Die Mehrheit entschied sich für den Sunniten Salîm al-Ğabûrî (Salim al-Dschaburi) aus der Provinz Diyâlâ. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263408-iraks-abgeordnete-w%C3%A4hlten-im- 3-anlauf-parlamentspr%C3%A4sidenten vom 15.7.2014). – Zu den Wahlvorgaben vgl.u.
Gemäß Mitteilung durch Farsnews habe der frühere NSA-Angestellte Edward Snowden enthüllt, daß der selbsterklärte (vgl.u.) ISIS-Kalif al-Baġdâdî von drei westlichen Geheimdiensten ein einjähriges Training erhalten habe inklusive Kursen in Theologie und Rhetorik. Näheres bei http://somdailynews.com/snowden-confirms-that-al-baghdadi-was-trai- ned-by-mossad/ vom 11.7.2014. – Es bleibt ausschließlich dem Leser überlassen, diese Mitteilung entsprechend einzuordnen.
Im Zusammenhang damit ist noch folgendes bemerkenswert: als Verteidigungsminister Chuck Hagel und Stabschef General Martin Dempsey Kongreß-Mitgliedern bei einem Treffen hinter ver- schlossenen Türen die Situation im Irak darlegten, kam auch zur Sprache, daß erstere die Akte von Abû Bakr al-Baġdâdî nicht zur Hand hatten. Sie sei verloren. Ab Februar 2004 war dieser nämlich asl al-Qaida-Mitglied im US-Militärcamp Bucca/Südirak inhaftiert, wurde jedoch zehn Monate später wieder freigelassen; die näheren Umstände seien gemäß Nancy A. Youssef merkwürdigerweise unklar (vgl. http://www.mercedsunstar.com/2014/07/09/3740478/us-officials-missed-baghdadis.html?sp=/99/215/734/ vom 9.7.2014). Bei diesem Briefing stellte sich zudem heraus, daß seitens der US-Regierung kein Interventionsplan existiere und man „das Feld dem islamischen Emirat und Kurdistan“ überlasse (http://www.voltairenet.org/article184739.html, 13.7.2014 mit Einzelbelegen).
Bei einer gemeinsamen Operation der irakischen Sicherheitskräfte und örtlichen Bürgerwehren von wurde in Fallûğa (Falludscha) ein ISIS-Waffen- und Munitionslager entdeckt. Darin wurden 100 Klein- waffen, 200 Mörsergranaten, 23 Panzerabwehrlenkwaffen und 9 Panzerfahrzeuge sichergestellt. Bei einem Teil der entdeckten Waffen und Ausrüstung handelte es sich um US-Waffen, die über Jordanien an ISIS-Terroristen in der Nahost-Region geliefert worden seien. Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî klagt beständig Saudi-Arabien und Qaṭar wegen Verbreitung des Terrorismus im Irak mit all seinen folgen an. Die Âl-Saʽûd- (Ale Saudi-) Familie benennt er als einen der Haupt- unterstützer des Terrorismus auf der Welt. Auch The Independent“ wies auf die Unterstützung der extremistischen Terrorgruppe ISIS bei der Offensive im Nordirak durch Saudi-Arabien hin. Gemäß dem Kommentar Patrick Cockburns in der Sonntagsausgabe (13.7.2014) habe der ehemalige saudische Botschafter in den USA sowie Ex-Geheimdienstchef Bandar bin Sulṭân einige Zeit vor den Ereignissen vom 11.9.2011 dem Leiter des britischen Secret Intelligence Service, MI6, Sir Richard Dearlove gegenüber seinem Haß auf die Šîʽiten implizit Ausdruck gegeben und dabei diesen im Nahen Osten schwierige Zeiten vorhergesagt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/ 263315-irak-von-den-usa-an-isis-terroristen-gelieferte-waffen-in-falludscha-entdeckt)
Masʽûd Bârzânî, Chef der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, will während seines Besuches in Ankara mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan neben anderem auch den Verkauf des illegal, d.h. ohne Genehmigung der irakischen Zentralregierung (Ölministerium), geförderten und an die Türkei verkauften Öls sprechen. Kritiker in der Türkei monieren, daß die Regierung Erdogan durch das Paktieren mit der Autonomen Region Kurdistan und das Ignorieren der ISIS-Aktionen in diesem Gebiet, nämlich Kirkûk und Mossul, die Kontrolle über die irakischen Erdölressourcen zu erlangen sucht. Zur russischen UN-Sicherheistsratseingabe bzgl. Ächtung staatlich nicht legalisierter Ölverkäufe zur Finanzierung von Terrorgruppen wie der Haltung von Kurden, ISIS und türkischer Regierung im Irakkonflikt vgl.u. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263317-barzani-reist-zu-gespr%C3%A4chen-in-die-t%C3%BCrkei)
Die für So., 13.7.2014, angekündigte Parlamentssitzung, welche durch die Wahl der wichtigsten Staatsämter den Staat stabilisieren sollte, ist nach bereits wenigen Minuten vertagt worden. Alterspräsident Mahdî al-Ḥāfiẓ (Mahdi al-Hafis) sah sich wegen Streitigkeiten unter den anwesenden Parlamentariern genötigt, die Sitzung zu unterbrechen und auf Di., 15.7.2014, zu verschieben. Zu bestimmen waren laut Gesetz als erstes der Parlamentspräsident (obligatorisch: Sunnit), dann der Ministerpräsident (obligatorisch: Šîʽit) und der Präsident (obli- gatorisch: Kurde). Zuvor hatte ein Block sunnitischer Parlamentarier bekanntgegeben, den Politiker Salîm al-Ğuburî (Salim Al-Dschuburi oder Juburi) als Parlamentspräsidenten vorzuschlagen, was zunächst Hoffnungen auf eine erfolgreiche Wahlsitzung geweckt hatte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263274-irak-nach-nur-we- nigen-minuten-vertagt-parlament-seine-sitzung)
Auch der UN-Sonderbeauftragte für den Irak Nikolay Mladenov hat laut Reuters alle Abgeordneten des irakischen Parlamentes dazu aufgerufen, an der bevorstehenden Parlamentssitzung teil- zunehmen, damit diese handlungsfähig sei, eine neue Führung für das Land zu wählen. Dies sei essentiell wichtig für die stabilität des Landes, das nicht im Chaos versinken solle. Jener Zustand sei lediglich im Interesse derer, die nicht gewillt seien, Frieden und Stabilität im Irak verwirklicht zu sehen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263250-der-un-sonderbeauftragte-warnt-vor-dem-totalen-chaos-im-irak 12.7.2014) – Einen ähnlichen Aufruf hatte auch der Großayatullâh des Landes, ʽAlî Ḥussainī as-Sīstānī (Ali Sistani), an die Parlamentarier gerichtet und durch seinen Vertreter, Scheich ʽAbdul-Mahdî Karbalâ`î (Abdul-Mahdi Kerbalai), während der Freitagspredigt zudem verkünden lassen. Es sollten geeignete Persönlichkeiten für die drei Schlüsselpositionen, das Präsidenten-, Ministerpräsidenten- und das Parlamentspräsidentenamt innerhalb der in der Verfassung festgeschriebenen Frist bestimmt werden, damit eine auf bereitem Konsens basierende nationale Regierung entstehen könne. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263195-irak-gro%C3%9 Fayatollah-sistani-dr%C3%A4ngt-zur-regierungsbildung) – Zum Boy- kott(aufruf) der kurdischen Regierungsmitglieder vgl.u.
In seiner wöchentlichen Ansprache bezeichnete Ministerpräsident al-Mâlikî die Regierung der autonomen Kurdenregion im Irak unter Masʽûd Bârzânî in ʽArbîl (Erbil) als diejenige, welche das Hauptquartier des islamischen Emirats von ISIS [EIIL] beherberge. Zudem hat die irakische Kurdenregierung, seit ISIS losstürmte, neben der militärischen Einnahme der wichtigsten Ölquellen ihr Territorium um 40% vergrößert (http://www.voltairenet.org/article184563.html vom 12.7.2014; vgl. hierzu auch das u.e. “Amman-Protokoll“). Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, daß der Vater von Masʽûd Bârzânî, Muṣṭafâ Bârzânî (Mustafa Barzani) mit dem Titel Maulâ (Mullah, d.i. isl. Religionsgelehrter ohne staatliches Diplom) Offizier des israelischen Geheimdienstes Mossad war. Mit dem vermehrten Einsatz von Raketen sei man in Israel vom früheren militärischen Plan abgewichen und habe einem neuen den Vorzug gegeben, welcher die Schaffung eines „Schutzkreis jenseits der Feind-Staaten“ vorsah (loc.cit), um „die Bedrohung durch Raketen zu neutralisieren“. Hierzu sollte die Unterstützung des Aufbaus eines eigenen Kurdenstaates (Kurdistan) dienen (loc.cit.). Damit erklärten sich Kontakte zwischen Israel und den Kurden, welche derzeit über die Staaten des Irak, Syriens und der Türkei verbreitet leben.
Der Terrorgruppe nahestehende Personen haben Photos eines neuen ISIS-Massakers an irakischen Bürgern ins Internet gestellt. Bewaffnete Männer hatten am Mi., 9.7.2014, eine Wohnanlage im Ostteil Bagdads gestürmt und vier Männer und 33 Frauen niedergeschossen. Ein Polizist dazu: “When we walked up the stairs, we saw a couple of women’s bodies and blood streaming down the stairs. We entered a flat and found bodies everywhere, some lying on the sofa, some on the ground, and one woman who apparently had tried to hide in a cupboard in the kitchen shot to death there.” – Auch in Tikrît wurde durch ISIS „exekutiert“: Das „Vergehen“? Die Zivilisten hatten sich als Freiwillige gemeldet, um die irakische Armee gegen die Terroristen zu unterstützen. (PressTV 13/7/2014 – Baghdad, PressTV 13/7/2014 – Tikrit, the real Syrian Free Press NETwork reloded on 13/7/2014)
Kurdische bewaffnete Kräfte, d.i.: Paschmerga, haben laut Reuters vom Fr., 11.7.2014, zwei Erdölvorkommen in der Region Kirkûk in ihre Gewalt gebracht. Die arabischen Angehörigen der Erdölbetriebe wurden gezwungen, ihre Arbeitsplätze zu verlassen, und an ihre Stelle Kurden gesetzt. Kirkûk selbst steht seit der US-Invasion 2003 teilweise unter kurdischer Kontrolle. Die Kurdenverwaltung hat sich seit einiger Zeit dazu entschieden, das dort geförderte irakische Erdöl ohne Zustimmung von Bagdad – d.h. auf eigene Rechnung – zu exportieren. (http://de.ria.ru/politics/20140711/268987254.html) – Vgl. hierzu die In- formationen des Amman-Protokolls (s.u.)!
Die russische Regierung hat nicht nur mehrfach durch ihre Vertreter moniert, daß ISIS noch nicht einmal international als Terrororganisation eingestuft ist (vgl.u., 27.6.2014), sondern auch einen Entwurf im UN-Sicherheitsrat eingebracht mit der Aufforderung, kein preiswertes Öl von nicht durch Regierungen autorisierten Quellen zu erwerben, da dies der Unterstützung von Terrororganisationen diene. Gemäß dem ständigen russischen UN-Vertreter Vitaly Tschurkin sei diese Eingabe derzeit in Berabreitung. (http://www.sana.sy/en/?p=6341 vom 12.7.2014).
Infolge der durch den kurdischen Boykott (s.u.) notwendig gewordenen Regierungsumbildung hat Ministerpräsident al-Mâlikî am 11.7.2014 seinen Stellvertreter für Energiefragen, Dr. Ḥussain al-Šahristânî (Hussein al-Schahrestani), zum neuen irakischen Außenminister und damit zum Vize-Ministerpräsidenten ernannt. Er ersetzt damit den bisherigen im Boykott befindlichen kurdischen Amtsinhaber Huschyār Maḥmūd Muḥammad Zîbārī (Hoschyar Sebari). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263177-irak-hussein-schahrestani-zum-au%C3%9Fenminister-ernannt)
Der 35-jährige Anführer eines ISIS-Kontingentes, welches aus Mossul jene šîʽitischen, sunnitischen und auch turkmenischen Familien, welche nicht mit ISIS kooperierten, vertreiben und deren Häuser plündern sollte, ist nahe der großen Moschee getötet worden. Sein Name: ʽAmmâr al-Damašqî (Ammar al-Damashqi, d.h. aus Damaskus). In den vergangenen Tagen konnten die irakischen Streitkräfte den Extremisten in in den verschiedenen Provinzen allerdings weitere erhebliche Rückschläge zufügen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/ 263170-isis-anf%C3%BChrer-in-mosul-ermordet)
Ein von der PKK veröffentlichtes Dokument enthüllt Brisantes: das Protokoll einer Tagung in der jordanischen Hauptstadt ʽAmmân vom 16.6.2014, welche während einer Reise des Oberhauptes der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, Masʽûd Bârzânî, am 27.5.2014 vorbereitet wurde, beweist den Plan und Start des gemeinsamen Angriffs von ISIS und Kämpfern der erwähnten kurdischen Autonomieregion. Das Treffen fand unter Schirmherrschaft Saudi-Arabiens, Qaṭars, der Türkei, Israels und der USA statt. Unter den 12 Teilnehmern befanden sich z.B. der jordanische Geheimdienst-Chef Ṣalâḥ al-Qallab, Azad Berwarî von der Demokratische Partei Kurdistans (Bârzânî Clan), Nachrichtendienst- wie Sicherheitschef der autonomen Bârzânî-Regierung (und Sohn ihres Präsidenten), Masrûr Bârzânî, ʽIzzat Ibrāhīm ad-Dūrī (Ezzat al-Duri), Mulla Krekar, Führer der Anṣâr al-Islâm, ein Deputierter der Anṣâr ahli_s-sunna wie ein Delegierter der Brigaden der Revolution 1920. Die Kalifats-Proklamation sei nicht Thema gewesen. – Für die PKK sei das Konstrukt „Kurdistan“ ein imperialistisches Greuel. Ihre Mitglieder kämpften daher dagegen. Der Autor des Artikels, der Politologe Th. Meyssan, sieht sich durch dieses Protokoll in seiner bisherigen Einschätzung bestätigt. (http://www.voltairenet.org/artic- le184659.html) – Am 9.7.2014 hatte Ministerpräsident al-Mâlikî den Kurden in seiner wöchentlichen Ansprache vorgeworfen, sie böten im Autonomiegebieten ISIS-Kämpfern und denen anderer extremistischer Gruppen Unterschlupf. Außerdem hätten die Kurden den ISIS- (bzw. IS-)Vormarsch ausgenutzt, um ihr Gebiet zum Schaden des israkischen Staatsteritoriums ausgeweitet zu haben. Darauf rief der höchstrangige Kurde in der Regierung Rûš Nûrî Šâwîs (Ros Nuri Schaues), gleichzeitig irakischer Vize-Ministerpräsidenten, alle kurdischen Minister dazu auf, bis auf weiteres nicht mehr an Kabinettssitzungen teilzunehmen, womit die Regierung nahezu handlungsunfähig gemacht wird. Durch Kurden besetzt sind bislang das Außen- Handels-, Gesundheits- und Einwanderungsministerium. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263150-kurdische-minister-kehren-nicht-mehr-nach-bagdad-zur%C3%BCck)
Zum Vorfall des im Irak durch Extremisten entwendeten Urans (s.u.) kommentierte der Direktor des Zentrums für Analyse des globalen Waffenhandels, Igor Korotschenko: „Jegliche radioaktive Stoffe kön- nen für die Verseuchung von Wasserversorgungsquellen und ir- gendwelchen Objekten genutzt werden. Eine Atombombe werden die Extremisten nicht bauen. Aber es ist theoretisch möglich, das Uran als ‚schmutzige Bombe‘ zu nutzen. Radioaktive Stoffe lassen sich mittels Sprengung zerstäuben. Allein der Fakt des Gelangens von Uran in die Hände terroristischer Organisationen hat bei der Bevölkerung und den Behörden eine große psychologische Anspannung hervorgerufen“,, daß das entwendete Uran durchaus für die Entwicklung einer ,schmutzigen Bombe‘ geeignet sei.“ (http://de.ria.ru/security_and_military/20140710/268969315.html vom 10.7.2014, s.a.: http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263141-waffenexperte-das-entwendete-uran-im-irak-kann-f%C3%BCr-bau-von-schmutziger-bombe-berwendet-werden) – hier auch die Zuweisung des Uran-Raubs an die Terrorgruppe „Islamischer Staat„, d.i. früher: ISIS)
Zum Vorfall des im Irak durch Extremisten entwendeten Urans (s.u.) kommentierte der Direktor des Zentrums für Analyse des globalen Waffenhandels, Igor Korotschenko: „Jegliche radioaktive Stoffe kön- nen für die Verseuchung von Wasserversorgungsquellen und ir- gendwelchen Objekten genutzt werden. Eine Atombombe werden die Extremisten nicht bauen. Aber es ist theoretisch möglich, das Uran als ‚schmutzige Bombe‘ zu nutzen. Radioaktive Stoffe lassen sich mittels Sprengung zerstäuben. Allein der Fakt des Gelangens von Uran in die Hände terroristischer Organisationen hat bei der Bevölkerung und den Behörden eine große psychologische Anspannung hervorgerufen“,, daß das entwendete Uran durchaus für die Entwicklung einer ,schmutzigen Bombe‘ geeignet sei.“ (http://de.ria.ru/security_and_military/20140710/268969315.html vom 10.7.2014, s.a.: http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263141-waffenexperte-das-entwendete-uran-im-irak-kann-f%C3%BCr-bau-von-schmutziger-bombe-berwendet-werden) – hier auch die Zuweisung des Uran-Raubs an die Terrorgruppe „Islamischer Staat„, d.i. früher: ISIS)
In einem Dorf nahe al-Ḥila südlich von Bagdad mit überwiegend šîʽitischen Bewohnern haben irakische Sicherheitskräfte die Leichen von 53 gefesselten Personen in Zivilkleidung aufgefunden laut Polizei-Meldung vom 9.7.2014. Den Männern vor geschätzt einer Woche gezielt in Kopf oder Brust geschossen. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263112-mehr-als-50-gefesselte-tote-s%C3%BCdlich-von-bagdad-entdeckt vom 10.7.2014).
Beim Treffen des iranischen Botschafters in Moskau mit Alexei Pushkov, Leiter des russischen Staatsduma-Ausschusses für internationale Angelegenheiten, am 9.7.2014 einigten sich beide Seiten auf eine Forderung an die internationalen Gemeinschaft nach forcierter Stärkung des irakischen Staates bei der Bekämpfung des Terrorismus. Eine eigehendere Zusammnarbeit beider Länder bzgl. regionaler und internationaler Probleme wurde vereinbart. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263103-iran-und-russland-fordern-st%C3%A4rkung-des-irakischen-staates-bei-der-terrorismusbek%C3%A4mpfung)
Nach einer Meldung von Reuters haben die irakischen Behörden durch ihren ständigen UN-Botschafter Muḥammad ʽAlî al-Ḥakim die UNO bzw. UN-Generalsekretär Ba Ki-Moon schriftlich davon in Kenntnis gesetzt, daß sich Extremisten der 40kg an Uranverbindungen aus Laboratoriumsbeständen zu Wissenschaftszwecken im Norden des Landes bemächtigt hätten, die auf dem Gelände der Universität Mossul aufbewahrt wurden. Der Diplomat führte aus, daß jene Materialien zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen genutzt werden können. Seiner Meinung nach besteht auch das Risiko, daß die entwendeten Atommaterialien illegal aus dem Land ausgeführt würden. Zudem hätten Muğâhidûn von ISIS (bzw. jetz: IS) das Depot der Provinz Muṯanna (Muthana, vgl.u.) eingenommen, in welchem neben Waffen und Giftstoffen auch ca. 2.500 chemische Raketentriebwerke lagern. In den eroberten Bunkern 13 und 41 des Komplexes befinden sich laut UNO-Bericht von 2004 auch der Giftstoff Natriumcyanid (zur Herstellung des Nervenkampfstoffs Tabun geeigent) und mit Senfgas bestückte Granaten. Den Wachleuten wurden zudem Waffen und Ausrüstung abgenommen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263101-is-terroristen-besetzen-chemiewaffenlager, s.a. http://de.ria.ru/world/20140710/268966374.html vom 9.7.2014 und http://german.ruvr.ru/news/2014_07_10/Rebellen-stehlen-Atomstoffe-in-Irak-1063/)
In sechs türkischen Städten bei Polizeirazzien beschlagnahmte Dokumente legen einen Plan von ISIS zur Ausrufung eines ğihâd in der Türkei nahe. Die Polizei entdeckte auch Photos, Videos, Audio-Aufzeichnungen des al-Qaida-Anführers Halis Bayancuk während der Durchsuchungsaktionen in Van, Istanbul, Kayseri, Gaziantep, Kilis und Adana wie das türkische Blatt Taraf noch im Juni meldete. Auf einer Videoaufnahme, die den Vorgenanten in einem Camp in Syrien zeigt, verkündet er: “After the jihad of Syria, Turkey will be the next target. We will conquer Istanbul, God willing” zur großen Entrüstung der obersten türkischen Religionsbehörde, der Diyanet İşleri Baş- kanlığı, welche am 18.6.2014 in acht Sprachen dagegen Stellung nahm. U.a. stand in der Verlautbarung: “The Muslim identity is above all sectarian, dispositional and political considerations. No structure should be allowed to spoil Islamic fraternity and unity”. Zudem gehörten [nach Islamischem Recht] als unrecht eingestufte Tötungen glaubensgemäß zum größten Verbrechen. Weiter hieß es: „The reciprocal statements that contain violence, declarations of jihad, threats aimed at the destruction of holy shrines, kidnappings and killings should be regarded as the pre-shocks of the approaching mass disasters”. – Der inhaftierte Bayancuk steht unter Verdacht, ISIS-Zellen in der Türkei aufgebaut zu haben. Bereits seit zwei Jahren, in denen ISIS im Land agiere, würden Anwerbungen unter Türken stattfinden mit dem Ergebnis, daß an die 500 Türken in Syrien in den Reihen von ISIS und Ğabhatu_n-Nuṣragegen die säkulare Regierung kämpften. (Im Detail: http://syrianfree- press.wordpress.com/2014/07/09/isil-isis-after-the-jihad-of-syria-turkey-will-be-the-next-target/)In sechs türkischen Städten bei Polizeirazzien beschlagnahmte Dokumente legen einen Plan von ISIS zur Ausrufung eines ğihâd in der Türkei nahe. Die Polizei entdeckte auch Photos, Videos, Audio-Aufzeichnungen des al-Qaida-Anführers Halis Bayancuk während der Durchsuchungsaktionen in Van, Istanbul, Kayseri, Gaziantep, Kilis und Adana wie das türkische Blatt Taraf noch im Juni meldete. Auf einer Videoaufnahme, die den Vorgenanten in einem Camp in Syrien zeigt, verkündet er: “After the jihad of Syria, Turkey will be the next target. We will conquer Istanbul, God willing” zur großen Entrüstung der obersten türkischen Religionsbehörde, der Diyanet İşleri Başkanlığı. Bayancuk steht unter Verdacht, ISIS-Zellen in der Türkei aufgebaut zu haben. (http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/07/09/isil-isis-after-the-jihad-of-syria-turkey-will-be-the-next-target/)
In Übernahme eines Artikles der türkischen Zeitung Aydınlık vom 7.7.2014, meldet SANA ebenfalls am 7.7.2014, daß in den Reihen von ISIS auch pensionierte Offiziere der türkischen Armee als Spezialkräfte kämpften mit Wissen des türkischen Geheimdienstes und logistischer Unterstützung aus der türkischen Stadt Konya. (www.sana.sy/ضباط-أتراك-انضموا-إلى-صفوف-تنظيم-دولة.html)
Gemäß Berichten von Sicherheitsleuten aus der Provinz Diyâlâ mißbrauchten die im Irak agierenden Terroristen entführte Patienten mit psychischen Erkrankungen für Suizidanschläge oder als menschliche Schutzschilde. Die Meldungen gehen auf Benachrichti- gungen internationaler Institutionen durch die irakische Menschen- rechtsorganisation Dâr al-Aʽṭâ`(Al Attaa) zurück, welche derartige Terroraktionen als Kriegsverbrechen gewertet wissen will. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263016-isis-setzt-geistes- kranke-und-geistig-zur%C3%BCckgebliebene-f%C3%BCr-selbstmord- anschl%C3%A4ge-ein vom 8.7.2014).
Wie der Gouverneur von Ṭûz Ḫurmâtû (Tuz) in Provinz Ṣalāḥ ad-Dīn bekannt gab, entwendeten die ISIS-Terroristen täglich etwa 100 Öl-Tanklaster von den Ölraffinerien in Ḥamrîn (Hamrin) und ʽAğîl (Ajil) im Norden. Jeder habe einen Wert von etwa 10.000 – 14.000 US-$. In Zusammenarbeit mit anderen bewaffneten Gruppen finanzierten sie damit ihre kriegerischen Aktionen. Von der Regierung forderte er, so schnell wie möglich etwas für die Sicherheit der Raffinerien zu unternehmen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263049-isis-rau- ben-t%C3%A4glich-100-%C3%B6l-tanklaster-in-salaheddin vom 8.7.2014)
Eine bedingungslose Amnestie soll es laut einer Erklärung der irakischen Regierung vom 8.7.2014 für all jenen (inklusive der Nomaden) geben, die aufgrund einer Täuschung zu den Waffen gegen die Regierung bzw. die irakische Armee gegriffen – und nicht getötet – hätten. Zudem hieß es, die Regierung mache keinen Unterschied zwischen den irakischen Bürgern. Ob Šîʽiten, Sunniten oder Christen, alle würden von der Regierung unterstützt. Internationale und arabische Kreise begrüßten dieses Vorgehen und bezeichneten es als eine Antwort auf die terroristischen Gruppen wie ISIS, die bestrebt seien, durch Heraufbeschwören von Konflikten zwischen Religionsgruppen und Ethnien die irakische Einheit zu gefährden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263015-generalamnestie-im-irak-verk%C3%BCndet)
Nun stimmt auch der republikanische US-Senator John McCain in den Chor jener ein, welche die verfehlte US-Politik – zumindest auch – für die derzeitigen Zustände im Irak verantwortlich machen. Im TV-Interview mit CBS vom 6.7.2014 erklärte er : „Die Lage im Irak ist ein Zeichen für das Scheitern der US-Außenpolitik.“ Außerdem sei ISIS auch für die nationale Sicherheit der USA gefährlich und Obama sei an der Erstarkung von ISIS in Syrien und Irak schuld und die Instabilität in ersterem Land aufgrund der Versäumnisse des Weißen Hauses entstanden. Am Mittwoch davor (2.6.2014) war der Politiker in die Türkei gereist und hatte mit syrischen Rebellenanführern Gespräche geführt. Dabei ging es ihm jedoch immer noch um einen Sieg über und eine Ersetzung von Dr. al-Assad, dem syrischen Präsidenten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/263012-die-derzeitige-lage-im-irak-ist-ein-zeichen-f%C3%BCr-das-scheitern-der-us-au%C3%9Fenpolitik)
Die irakische Luftwaffe hat einen Versammlungsort von ISIS-Terroristen unter Beschuß genommen und Dutzende getötet. Unter Bezugnahem auf al-Ġad-Press hätten zudem Drohnen im nördlichen Teil von Mossul ISIS-Leute angegriffen und getötet. Am Nachmittags des 6.7.2014 wurden noch zwei ISIS-Unterschlupfe in Tal ʽAfar bombardiert. Einen weiteren erfolgreichen Luftangriff führten irakische Kampfjets auf einen ISIS-Konvoi nahe Baiğî aus. Laut Erklärung des Innenministeriums seien zwei aus der Haft in Baduš entflohene ISIS-Anführer am internationalen Flughafen Nağaf (Nadschaf) verhaftet worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262964-dutzende-terroristen-in-mossul-get%C3%B6tet-isis-anf%C3%BChrer-in-nadschaf-festgenommen vom 7.7.2014).
In der Provinz Ninive [Nînawâ] haben die ISIS-Muğâhidûn eine Taxifahrerin als [auswärts] arbeitende Frau exekutiert. Die genaue Begründung hieß: “the woman is guilty of practicing a job forbidden to women by the Sharia’s law“. – Die Betreiber der Webseite verweisen noch darauf, daß in Saudi-Arabien, dem Mutterland des Wahhâbismus, Frauen das Autofahren auch verboten sei. (http://syrian- freepress.wordpress.com/2014/07/06/the-insane-culture-of-isil-mercenaries-kills-women-who-work-a-taxi-driver-lady-executed-in-ninawa-iraq/ vom 6.7.2014) – Zu Saudi-Arabiens Praxis gegenüber Frauen vgl. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13502561.html; s.a. die Einschätzung eines saudischen Rechtsgelehrten zum Thema in: Daily Mail vom 11.12.2011).
Laut Mitteilung des Sprechers des irakischen Innenministeriums, Brigadier (Saad Maan), am Sa., 5.7.2014, ist das Video, welches am Sa., 5.7.2014, angeblich zum ersten Mal Abû Bakr al-Baġdâdî während seiner Predigt am vergangenen Freitag in einer Moschee in Mossul gezeigt haben soll, ein Fake und zwar schon allein deshalb, weil der durch einen Luftangriff Verletzte zur gleichen Zeit – as reported yesterday by IraqiNews.com – in Syrien medizinisch behandelt wurde. Zudem wurde das Video entsprechend untersucht und analysiert mit demselben Ergebnis. (http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/07/07/iraq-isil-video-of-al-baghdadi-at-mosuls-mosque-is-fake-irak-il-video-isil-di-al-baghdadi-nella-moschea-di-mosul-e-falso-eng-ita-reports/ mit Video im arabischen Original und mit englischen Untertiteln).
Der Fernsehsender Press TV strahlte unter Verweis auf eine örtliche Quelle eine Sendung aus, in der davon berichtet wurde, daß die US-Regierung die radikalen islamischen Gruppierungen im Irak und in Syrien mit Software versorge, die sie bei der Vorbereitung von Terroranschlägen nutzten. Diese Hilfeleistung gehe unter Vermittlung des Departements für Unterstützung der [ausländischen] syrischen Opposition (d.i. SNC, vgl. Kurzdarstellung in Teil II) vor sich. Zurzeit würden die Aktivisten einer Reihe von extremistischen Gruppierungen wie z.B. at-Takfîr wa_l-Hiğra immer häufiger moderne Kom- munikationsmittel nutzen, darunter Sozialnetze. Die USA versorgten die Muğâhidîn aktiv mit Software, die ihnen einen anonymen Zugang zu Ressourcen des world wide web ermögliche. Der politische Beobachter Randy Short teilte dem TV-Sender mit, ISIS sei ebenfalls ein „Kind“ westlicher Ländern geworden. Zuvor (vgl.u. zum 2.7.2014) hatte bereits der iranische Vizeaußenminister Hussain Amîr ʽAbdullâhîân erklärt, die finanzielle Hilfe, welche die USA der SNC bereitstelle, gelange in die Hände der Extremisten. Seinen Worten nach sei die ISIS-Gruppierung mit Hilfe der USA entstanden und erfülle im Irak dieselbe Rolle wie auch früher in Syrien. (http://german.ruvr.ru/news/2014_07_06/Iranischer-TV-Sender-USA-versorgen-Extremisten-im-Irak-mit-Software-4724/) – S. hierzu ebenfalls http://www.sana.sy/en/?p=5647 vom 6.7.2014 sowie den Beitrag von Prof. M. Chossudovsky vom 2.7.2014 (vgl.u.).
Auch einen weiteren Vormarschversuch der ISIS-Truppen auf Bagdad konnte die irakische Armee aufhalten und einen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Camp Speicher nördlich von Tikrît abwehren. Den Extremisten wurden dabei große Verluste zugefügt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262815-iraks-armee-wehrt-angriff-auf-luftwaffenst%C3%BCtzpunkt-ab vom 6.7.2014).
Der Enttäuschung über das Verhalten der USA im derzeitigen Konflikt lieh Parlamentsabgeordneter Bahāʾ Irağî (Bahaa Eeradji) seine Stimme: Vor dem ISIS-Angriff hatte die irakische Regierung bei den USA u.a. 36 Kampfjets vom Typ F-16 bestellt. Die US-Regierung hatte die Übergabe der Jets und Apache-Kampfhubschrauber angekündigt, doch mit Hinweis auf die Krise im Irak verschob Washington die Lieferungen. Dagegen lieferte Rußland unmittelbar 12 Kampfjets. Irakische Verantwortliche sind der Ansicht, die USA hätten wegen dieser Suchoi-Lieferungen die Waffenlieferungen in Höhe von 4.2 Mrd. US-$ gestoppt. Zudem ist sich der o.e. Parlamentarier sicher, die USA würden zur Umgestaltung der Grenzen im Nahen Osten [vgl.u. bzgl. „Balkanisierung“] die Terroristen weiterhin indirekt unterstützen (Hinweise dazu s.u.). (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262796-vertreter-iraks-irakische-regierung-entt%C3%A4uscht-%C3%BCber-amerika vom 6.7.2014)
In Mossul und Umgebung haben die ISIS-Muğâhidîn weitere [wohl šîʽitische] Heiligtümer und Moscheen zerstört und zwei Kirchen besetzt, in denen die Kreuze durch die schwarzen Flaggen des Islam ersetzt wurden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262761-is-terroristen-zerst%C3%B6rten-heiligt%C3%BCmer-in-mossul) – Dies entspricht zwar der ISIS- Takfîr-Doktrin (zum Begriff s.u.), doch wegen der Drohung des Iran in einem solchen Fall, sieht dies auch nach Provokation aus.
Auch die kuwaitische Regierung hat entschieden, Truppen an die Grenze zum Irak zu versetzen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262791-kuwait-verst%C3%A4rkt-truppenpr%C3%A4senz-an-irakische-grenze)
Gemäß Bericht von Militärsprecher Generalmajor Qâsim ʽAṭâ (Kassam Atta) hat die irakische Armee die ISIS-Terroristen nahe der strategisch wichtigen Stadt Tikrit bei al-ʽAuğa (Auja oder Audscha) zurückgedrängt und das Gebiet von Aufständischen “vollständig gereinigt“. Der Ort al-ʽAuğa sei in der Nacht zum 6.7.2014 mit Unterstützung šîʽitischer Milizen und unter Einsatz von Hubschraubern eingenommen worden, berichteten auch die Polizei und Einwohner des Dorfes. Damit kontrollieren die Regierungstruppen nun die wichtige Verbindungsstraße zwischen Samarra [Sāmarrā`] und al-ʽAuğa. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/262752- vom 75.7.2014). – In al-ʽAuğa wurde zudem am 28.4.1937 Ṣaddâm Ḥussain geboren und am 31.12.2006 begraben. Von daher ist der Ort besonders symbolträchtig. In überwiegend westlichen Medien wurde immer wieder einmal berichtet, daß sich ehemalige Ṣaddâm Ḥussain-Anhänger (Säkulare!) ISIS (fMuğâhdûn) im Kampf gegen die Regierung angeschlossen hätten und z.B. dessen in Jordanien im Exil lebende Tocher Raġad Ḥussain diese unterstütze. Jenes dementierte jedoch ihr Rechtsanwalt. (http://german.irib.ir/nach-richten/nahost/item/262692-jordanien-will-tochter-von-saddam-hossein-ausweisen vom 4.7.2014) – Zudem wurde am 4.7.2014 erfolgreich al-Baiğî mit der Ölraffinerie gegern ISIS-Truppen verteidigt. (http://german.ruvr.ru/news/2014_07_04/Irakische-Luftstreitkrafte-greifen-ISIS-Positionen-an-1820/)
Während der selbsternannte „erste Kalif des Islâm seit Auflösung des Osmanischen Reiches“, Abû Bakr al-Baġḍâḍî, in kaum übetreffbarer Großspurigkeit am 4.7.2014 noch damit drohte, Rom, das Zentrum der Christenheit, zu erobern, wurden durch das irakische Militär mittels 15 Luftangriffen heute morgen Stellungen und Waffendepots der ISIS-Muğâhdîn ausgelöscht sowie eine große Anzahl der Terroristen getötet. Al-Baġḍâḍî erneuerte zudem seinen Aufruf an alle Muslime (vgl.u. wie die Erwiderung der islamischen Geistlichkeit darauf) auf Erden, unter seinem Banner in der [Geröll]wüste Syriens und des Irak zu kämpfen: “Those who can immigrate in the Islamic State should do it, because immigration into the house of Islam is a duty,” said al Baghdadi in an audio message posted on the website of his terrorist group.“ – Mit dem šarîʽa-Fachausdruck dâr al-Islâm – d.i. wo der Islâm [vollkommen] herrscht – im Bereich Staatsrecht bezeichnet der Terrorit demnach das von ISIS eroberte Gebiet, in dem kaum beschreibliche Greuel von ISIS-Leuten durchgeführt werden (vgl.u.). – „Hurry Muslims to come to your state. It is your state. Syria is not for the Syrians and Iraq is not for the Iraqis. This land is for Muslims, all Muslims, zitiert The Telegraph online seinen Appell. (http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/07/03/15-air-strikes-and-hundreds-of-isil-terrorists-eliminated-this-morning-while-al-baghdadi-promised-we-will-conquer-rome-eng-ita/) – Tatsächlich wird heutzutage in keinem (!) Land mit islamischer Mehrheitsbevölkerung die gesamte šarîʽa umgesetzt. Dies zu tun verspricht aber nun Abû Bakr al-Baġḍâḍî, indem er allein das von ISIS eroberte Gebiet zum [echten] dâr al-Islâmerklärt. Tatsächlich besteht die von ihm erwähnte Verpflichtung aller Muslime, in ein solches aus dem dâr al-ḥarb (wörtlich: Gebiet des Krieges, d.i. Gegensatz zu Erstgenanntem und meint die Länder, in denen der Islâm nicht das Leben beherrscht, sondern das Land erst diesem gewonnen werden muß im Kampf gegen die Nichtmuslime) einzuwandern, würde seine Behauptung zutreffen. Dem widersprechen jedoch (vgl.u.) die hohen islamischen Gesitlichen, welche sich schon auf den ersten derartigen Aufruf hin zu Wort meldeten. Demnach machten schon die Länder, in denen sie als islamische Würdenträger, als ‘ulamâ (Islamgelehrte) und fuqahâ` (islamische Rechtsgelehrte) agierten, Teile des dâr al-Islâm aus. – Al-Baġḍâḍî fuhr fort: “This is my advice for you. If you follow it, you will conquer Rome and you will become masters of the world, with the willingness of Allah.” (loc. cit.) – Mit Rom scheint die Christenheit bzw. Europa angesprochen zu sein. Nicht vergessen werden sollte der abschließende Hinweis der syrischen – und damit in ihrer Heimat von den ISIS-Muğâhidîn bereits längst betroffenen – Webseitenbetreiber an die Europäer: „Peoples of Europe wake up, and defend your land, your culture, your traditions, and truly learn to respect those of others, especially those of the Syrians, who are today fighting and dying for you as well.“ (loc. cit).
Auch zu diesem Themenfeld hat sich Prof. Michel Chossudovsky vom Global Research Institute in seinem Beitrag “The Islamic State, the “Caliphate Project” and the “Global War on Terrorism” vom 2.7.2014 kritisch geäußert (vgl. http://www.globalresearch.ca/the-islamic-state-caliphate-project-and-the-global-war-on-terrorism/5389530).
Masʽûd Barzânî, Präsident der autonomen Region im Nordirak, treibt sein Bestreben nach einem vom irakischen Föderations-verband gänzlich losgelösten Kurdistan – mit der unlängst von ISIS eroberten Stadt Kirkûk im Ölförderungsgebiet – der kürzlich erfolgten gegensätzlichen Erklärung des Ministerpräsidenten zum Trotz weiter voran, indem er am 3.7.2014 das Parlament dieser Region in Arbīl (Erbil) dazu aufgerufen hat, eine Volksabstimmung vorzubereiten. Dazu bat die Abgeordneten, eine Wahlkommission einzurichten und ein Datum für das Referendum festzulegen. (http://german.irib.ir/nachrich- ten/nahost/item/262681-pr%C3%A4sident-der-irakischen-kurdenregion-plant-referendum-%C3%BCber-unabh%C3%A4ngigkeit) – Am selben Tag erklärte der Außenbeauftragte der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP), Hîmin Hawrâmî (Hemin Hawrami): der Irak sei “fertig“, Nûrî al-Mâlikî als Ministerpräsident gescheitert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262665-al-mayadeen-irakische-armeeeinheiten-in-tikrit)
Infolge der ISIS-Aktivitäten im Irak befürchte man in Jordanien laut Innenminister Ḥussain al-Mağulî (Hussein Al-Majoli) eine Gefährdung der Grenzen zum Irak und zu Syrien durch die Terroristen. Durch die Stationierung von mindestens 3000, mit neuesten Waffen ausgerüsteten Grenzsoldaten dort soll ein mögliches Eindringen von ISIS-Leuten, welche die im Grenzgebiet lebenden Beduinen bewaffnen könnten, verhindert werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262678-jordanien-will-3000-soldaten-an-seiner-grenze-zu-syrien-und-zum-irak-stationieren).
Auch die Regierung von Saudi-Arabien entsandte rund 30.000 Soldaten an die Grenze zum Irak, angeblich um das Königreich vor ISIS-Übergriffen zu schützen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262665-al-mayadeen-irakische-armeeeinheiten-in-tikrit) – Das „angeblich“ bezieht sich darauf, daß u.a. Saudi-Arabien zu den „Ausstattern“ der ISIS-Truppe zählt (bzgl. Belegen vgl.u.).
Im hauptsächlich christlich orientierten Ort Barṭala (Bertella), etwa 20 km von Mossul entfernt, das zudem ein Flüchtlingslager beherbergt und insgesamt auf 30.000 Bewohner kommt, organisierten die Zivilisten, un- terstützt durch Freiwillige der sunnitischen (kurdischen) Paschmerga ihre Verteidigung gegen die ISIS-Angreifer selbst. Dazu erstellten sie eine Miliz aus 80-100 Kämpfern, ausgestattet mit ein paar Kalaschnikows, einigen Granatwerfern und Panzerfäusten. Diese sind aufgeteilt in gemischte Teams, d.h. sie bestehen sowohl aus Männer als auch aus Frauen, Christen wie Muslimen. Jeweils an den Eingängen errichteten sie Checkpoints und in den vier Kirchen Stützpunkte. Unbezweifelbar ist ihr Kampfgeist, mit dem sie ihre Familien, ihr Eigentum und ihre freie Lebensart gegen die fanatischen ISIS- Muğâhdîn verteidigen und bewahren wollen.(http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/07/02/iraqi-christians-and-sunnis-kurdish-patriots-heroically-defend-the-village-of-bartala-mosul-iraq/)
Der jüngste UN-Bericht zur Lage im Irak beschäftigt sich mit der katastrophalen Situation der Frauen infolge zunehmender Ent- führungen und Vergewaltigungen durch Mitglieder der ISIS-Terrorgruppe, was viele mit ihren Familien zur Flucht oder Suiziden veranlasse, wie UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Ann Amos ausführte. Gemäß diesem Bericht sind im Irak 20.000 Frauen und Mädchen von ISIS-Terroristen mißbraucht worden. Einige UN-Experten – wie auch der ständige syrische UN-Botschafter Dr. al-Ğaʽfarî (vgl.u.) – kritisierten an ihrer eigenen Organisation, daß sie zu diesen Verbrechen schweige, während bis jetzt schon mehr als 20 Sitzungen zur Krise in der Ukraine stattgefunden hätten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262616-uno-besorgt-um-missbrauchte-frauen-im-irak)
Gemäß Associated Press -Meldung soll der [ethnische] Tschtschene und radikale Muslim al-Schischani [Abû ʽUmar al-Šîšânî, mit bürgerlichem Namen Tarkhan Batiraschwili]das ISIS-Militärkommando übernehmen, wie Nesawissimaja Gaseta am Do., 3.7.2014, berichtet. Dies spreche für eine schon wahrgenommene Umstrukturierung bei ISIS, welche auf die größere Medienpräsenz des neuen Führers gegenüber dem früheren ISIS-Chef Abû Bakr al-Baġdâdî, welcher die Medien eher scheute, zurückzuführen sei. Man sehe dies auch an den vermehrt im Internet erscheinenden Videos, in denen der tschetschenische Feldkommandeur zu sehen sei. Die voneinander getrennt agierenden ISIS-Einheiten in Syrien und dem Irak hätten in den letzten Wochen eine Zentralverwaltung aufgebaut. Dabei sei der zunächst in Syrien agierende Batiraschwili in den Irak gewechselt, um dort eine höhere Position einzunehmen. Im letzten Video wirbt er für die Gründung eines Islamischen Kalifats: „Unser Ziel ist klar und alle wissen, wofür wir kämpfen. Unser Weg führt zum Kalifat. Wir werden das Kalifat zurückgewinnen. Falls Allah uns das nicht schenkt, würden wir ihn um ein Martyrium bitten“. – Abû ʽUmar al-Šîšânî stammt aus dem Nordkaukasus [geboren 1986 in einem hauptsächlich von Tschtschenen bewohnten georgischen Dorf an der Grenze zu Tschetschenien] habe in Syrien [der säkularen Baʽṯ -Regierung!] voller Abscheu ein Volk ohne [echten] Islam erlebt, das sogar rauche und Musik höre, die ISIS-Erfolge hätte hätten das geändert. Die Menschen würden sich dem Glauben zuwenden. [Daß sie dies gezwungenermaßen durch Repressionen wie Kreuzigungungen, öffentliches Handabhacken und andere Grausamkeiten tun, erwähnte er nicht]. Vor seiner Reise in den Nahen Osten habe der Extremist in den Streitkräften Georgiens gedient, sei bis 2010 wegen illegalen Waffenbesitzes inhaftiert gewesen und nach seiner Freilassung [seinem älteren Bruder] über die Türkei [im März 2012] in Syrien ein. Dort kämpfte er zunächst für andere Terrorgruppierungen bis er sich 2013 ISIL anschloß. (http://de.ria.ru/zeitungen/20140703/268910546.html vom 3.7.2014; s.a. http://german.ruvr.ru/news/2014_07_03/Tschetschene-kommandiert-offenbar-ISIL-Offensive-auf-Bagdad-9055/)
Beim Treffen des iranischen Vizeaußenministers ʽAbu_l-Ḥussain ʽAbdullâhîân (Hossein Amir Abdollahian ) mit dem irischen Amtskollegen in Teheran am 2.7.2014 machte ersterer die falsche Politik einigre Länder hinsichtlich der Region und auch weltweit für zunehmenden Extremismus sowie die Krisen in Syrien und dem Irak verantwortlich. Auch die Instrumentalisierung des Terrorismus und Extremismus zur Änderung der politischen Systeme sei eine große Katastrophe und Ursache für die erwähnte Instabilitätder Region. Der irische Vizeaußenminister benannte die Ausbreitung des Extremismus und Terrorismus als Gegenstand gemeinsamer Sorge und Rolle des Iran als einflußreich und bedeutend bei der Herstellung der Sicherheit und Lösung der aktuellen Probleme in der Region. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/262606-krise-in-syrien-und-im-irak-ist-aufgrund-der-falschen-politik-einiger-l%C3%A4nder-entstanden)
Wie der Sprecher der irakischen Streitkräfte, Generalmajor Qâsim ʽAṭâ (Qassim Atta), am 2.7.2014 auf einer Pressekonferenz in Bagdad berichtete, habe die Armee Vorstöße zu verzeichnen, welche er ausführte, und den ISIS-Terroristen große Verluste zugefügt. U.a. wurde ein Unteranführer von ISIS namens Abu Numan [Abû Nuʽmân?] verletzt. Gleichzeitig reagierte der Ministerpräsident al-Mâlikî auf die Kalifatsausrufung durch ISIS, diese sei als Warnung an alle Länder der Region zu verstehen. Zudem verurteilte er jene Regierungen, welche hinten der ISIS-Terroristen stünden bzw. sie als „Revolutionäre“ verharmlosten. Es werde ihnen nicht gelingen, die irakische Nation niederzuringen. Den oppositionellen Stämmen versprach er eine Generalamnestie, sofern sie sich nicht an Massakern oder ähnlichen Verbrechen beteiligten. Zudem hoffe er, daß sich die Parlamentarier bald auf einen Parlamentspräsidenten einigen könnte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262595-irak-vorst%C3%B6%C3%9Fe-der-armee-maliki-betont-erfolge-gegen-terroristenvom 2. Juli 2014)
Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî hat in seiner wöchentlichen TV-Ansprache am 2.7.2014 die Kurden im Norden des Landes davor gewarnt, ihre Separation unter Ausnutzung der jetzigen Situation weiter voranzutreiben. Der Irak sei ein demokratischer und föderaler Verfassungsstaat. Die von den Kurden im vergangenen Monat im Kampf gegen ISIS-Truppen besetzten Gebiete um Kirkûk [mit seinen reichen Ölquellen!] müßten demnach unter die Kontrolle der Zentralregierung verbleiben.(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262585-irak-al-maliki-warnt-kurden-vor-unabh%C3%A4ngigkeit) – Zum Konflikt um die um Kirkûk durch Kurden besetzten Gebiete vgl.u.
ISIS-Terroristen haben ihren bisherigen Verbrechen eine neue Dimension hinzugefügt. Wie eine örtliche Quelle in Mossul am Mo., 30.6.2014, laut Bericht von al-Masala mitteilte, hätten ISIS-Mitglieder zwei Kindern jünger als zwölf Jahre die Hände abgetrennt und die Mutter von einem der beiden ermordet. Ein Grund wurde nicht genannt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262535-isis-terroristen-trennen-h%C3%A4nde-von-zwei-kindern-ab)
Gemäß dem israelischem Nachrichtensender i24 News plane ISIS laut einer englischsprachigen Videobotschaft, alle Grenzen des Nahen Ostens zu durchbrechen, um sich den Weg nach Jerusalem zu bahnen. Der irakische Ministerpräsident gab den USA eine Mitschuld an der derzeitigen Situation, da sie die Lieferung von Kampfflugzeugen verzögerten (s.u.). Somit habe der Irak über keine Luftverteidigung verfügt, um den Vormarsch von ISIS zu verhindern. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262539-isis-will-alle-grenzen-des-nahen-ostens-durchbrechen)
Die Terrorgruppe ISIS (arab. Akronym: DAIŠ) hat am Mo., 30.6.2014, mindestens drei Raketen auf die šîʽitischen Wallfahrtsstätten in Samarra [Sāmarrā`] abgefeuert, wobei neuen Zivilisten verletzt wurden. Den örtlichen Behörden zufolge schlugen sie nahe des Eingangs zu den Ruhestätte der Imâme (vgl.u.) ein. Die irakische Luftwaffe erwiderte diesen Angriff. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262500-raketenangriff-auf-die-heiligt%C3%BCmer-der-schiiten-in-samarra) – Zur Drohung durch den Iran, sollte dies geschehen, s.u.
Den ISIS-Aufruf zur Nachfolge aller Muslime nach Erklärung des Kalifats in den von ihr eroberten und besetzten Gebieten zu Beginn des diesjährigen Ramaḍân (!) beantworteten hohe muslimische Geistliche mit Entrüstung und Verdammung dieser Äußerung. Sie waren sich einig in der Beurteilung – vgl.: Gelehrtenkonsens iğmâʽ als eine der vier Grundlagen der islamischen Rechtsfindung, arab.: uṣûlu_l-fiqh – daß kein Muslim verpflichtet sei, dem selbst ernannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi seine Loyalität auszusprechen. Im Detail s. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262482-islamische-gelehrte-lehnen-isis-kalifat-ab. – Wie sich dieses Kalifat der Bevölkerung in den besetzten Gebieten präsentiert, hat ISIS in einem 16-Punkte-Kodex mit strikten Verhaltensregeln untermauert: Wer nicht gehorcht, riskiert [šarîʽa-widrig!] 80 Peitschenhiebe. Menschenrechtsorganisationen haben dokumentiert, daß die Organisation jede Form von Opposition mit brutalsten Mitteln unterdrückt, auch mit Massenexekutionen (loc. cit., Beispiele s.u.)
Anmerkung: Diese Bestrafung mit 80 Peitschenhieben ist nach Islamischem Recht (abgek.: I.R.) unzulässig, da die höchst möglichen Strafen abschließend in den fünf im Koran genannten sog. ḥadd-Delikten aufgelistet sind. In anderen Fällen müssen die Strafen deutlich darunter liegen, damit sind die 80 Peitschenhiebe für Ungehorsam gegenüber den ISIS-Befehlshabern – die zudem zum Richten nicht befugt sind, dafür aber nach I.R. als bekämpfenswürdige Aufrührer, d.i. ahl al baġî gelten [s. C. Lederer 2012, S.258f] – šarîʽa-widrig [zum Beleg s. C. Lederer 1994, S.143f in Verb. mit Sachau 1897, Bd.2, S.819], wodurch sich die Entrüstung der muslimischen Geistlichkeit erklärt. – Gemäß klassischem I.R. ist jegliches Aufbegehren gegen die bestehende Ordnung, d.h. die Regierung – auch wenn sie unrechtmäßig handelte – nicht gestattet. Ordnung und Sicherheit im Land der Muslime wird der Vorzug eingeräumt [zum Beleg s. C. Lederer 2012, S.71ff].
Als die sogenannten Volks-Muğâhidûn(auch: Monafeghin oder abgek.: MEK, 200 -2009 von der EU als Terrororganisation gelistet) am 27.6.2014 zum Treffen nach Villepinte nahe Paris luden, kam auch deren in Paris im Exil lebende Anführerin Maryam Rağawî (Radschavi) und gab ihrer Freude über die Erfolge von ISIS Ausdruck. Kein Wunder, kämpfen Mitglieder ihrer Truppe doch seit drei Monaten in Syrien und im Irak an der Seite von ISIS. Maryam Rağawî steht auch in Kontakt mit der SNC, deren Chef Aḥmad al-Ğarba sie am 23.5.2014 in Paris traf. (http://www.voltairenet.org/article184515.html)
Zur gegenwärtigen Situation im Irak äußerte der israelische Ministerpräsident Netanjahu: „Wir sollten die Bestrebungen der Kurden unterstützen.“ Damit positioniert er sich im Gegensatz zur US-Regierung, die sich gegen eine Unabhängigkeit Kurdistans ausgesprochen hat. Die Kurden selbst halten öffentlichen Äußerungen zufolge einen eigenen Staat [Kurdistan!] derzeit nicht für realistisch. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262476-netanjahu-fordert-zur-gruendung-eines-unabh%C3%A4ngigen-kurdischen-staats-auf am 30.6.2014)
Trotz der Warnung u.a. von R. Fisk (vgl.u.) und anderen (darunter US-Senatoren) hat US-Präsident Obama in einem Schreiben an den Kongreß bekannt gegeben, 200 weitere Soldaten in den Irak geschickt zu haben. Laut NBC sollen diese demzufolge die Sicherheit der US-Botschaft und des Flughafens von Bagdad gewährleisten. Laut Pentagon-Erklärung werde auch die Anzahl der Drohnen in den nächsten Tagen erhöht. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262508-200-weitere-us-soldaten-f%C3%BCr-den-irak) – Gemäß Pentagon-Sprecher Konteradmiral John Kirby seien am vorigen Wochenende zudem 200 US-Soldaten laut im Irak eingetroffen. Weitere 100 würden demnächst nach Bagdad verlegt, auch weitere Hubschrauber und Drohnenwürden in den Irak geschickt. (http://de.ria.ru/security_and_military/20140701/268888108.html).
Demgegenüber hat das russische Außenministerium seine Partner in der internationalen Völkergemeinschaft aufgerufen, die Ereignisse in Syrien und im Irak objektiv einzuschätzen und keine Schritte zu unternehmen, die zu einer Vergrößerung der Terrorgefahr im Nahen Osten führten (vgl.u. bzgl. Fisks Warnung). „Angesichts des realen Stands der Dinge“, heißt es in einer am Mo., 30.6.2014, veröffentlichten Mitteilung, würden die beträchtlichen Mittel, welche der US-Präsident im Kongreß für den Irak-Einsatz bewilligt bekommen möchte (vgl.u.), sollten sie bereitgestellt werden, faktisch völlig für die Festigung des von ISIS ausgerufenen ‚Kalifats‘ verwendet.“ „Wir rufen unsere Partner in der internationalen Völkergemeinschaft auf, die gefährliche Entwicklung in Syrien und im Irak aufmerksam und objektiv einzuschätzen, von der Praxis der doppelten Standards Abstand zu nehmen und keine Schritte zu unternehmen, die nicht zu einer Eindämmung, sondern im Gegenteil zu einer Vergrößerung der terroristischen und der extremistischen Gefahr in der turbulenten Region des Nahen Ostens führen“ hieß es daher im russischen Dokument. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262485-russlands-au%C3%9Fenministerium-ruft-zur-objektiven-gefahr-einsch%C3%A4tzung-durch-isis-auf)
Politologe Thierry Meyssan über: „Die Fabel von der kleinen Ter- rorgruppe, die ein Drittel eines großen Landes in zwei Tagen erobert“, in: http://www.voltairenet.org/article184502.html
Irakische christliche Institutionen haben den UN-Sicherheitsrat aufgefor- dert, eine Sitzung zur Untersuchung der ISIS-Angriffe gegen Christen in Mossul zu veranstalten, berichtet al-Mayâdîn. Zuvor meldeten irakische Medien die Hinrichtung von 4 Christinnen in jener von ISIS kontrollierten Provinzhauptstadt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262450-christen-in-irak-fordern-un-sicherheitsrat-isis-verbrechen-zu-untersu- chen)
Präsident Putin erweist sich – außer in der schnellen Lieferung von Kampf- jets als Unterstützung gegen die ISIS-Terroristen – auch konsequent im Umgang mit den Extremisten, vor deren Heimkehr aus dem Ğihâd aus Syrien oder dem Irak bzw. deren Unterstützern die Verfassungsschutzorgane der verschiedenen Länder warnen: er will die Finanzierung extremistischer Aktivitäten sowie die Aufwiegelung zum Extremismus im Internet strafrechtlich verfolgen lassen. Im Einzelnen dazu: http://de.ria.ru/politics/20140630/268884199.html vom 30.6.2014.
Der britische Journalist und Autor Robert Fisk spottet in seinem im Independent veröffentlichten Artikel „Syrian ‘moderates’ aren’t so mode- rate in Iraq” vom 29.6.2014 über Präsident Obamas doppelte Standards im Hinblick auf die Terroristen in Syrien und dem Irak, indem er diese einfach zu „moderaten“ erkläre und ihnen kürzlich wieder einmal finanzielle Hilfe, diesmal 500 Millionen US-$, zusagte, während er gleichzeitig von der Bedrohung des Irak warne. Andererseits schickt Obama dem irakischen Ministerpräsidenten 300 Elitesoldaten zur Be- kämpfung eben der Terroristen, sieht sich aber genötigt, denen in Syrien Hilfe angedeihen zu lassen. Obamas widersprüchliche Klassifi- zierung von Terroristen in den Nachbarländern sei schon verwirrend und er frägt, wo man denn die „Moderaten“ derzeit in Syrien finden könne, wie man sie erkenne, er wolle ein Beispiel und zieht das Fazit: „The Islamist rebels fight to the death. No ‘moderates’ they.“ Das Beispiel könne der Präsident jedoch nicht bennen, da es keines gebe. Denn diejenigen, die dieUS-Regierung zu bewaffnen schwor (mit Hilfe der CIA, der Briten, Saudi-Arabiens, Qaṭars und der Türkei), die sogenannte „Freie Syrische Armee“ (FSA), ehemals mit desertierten syrischen Offizieren bestückt, sei zerfallen und habe sich den bärtigen Islamisten von Ğabhatu_n-Nuṣra und ISIS zugesellt, weil sie zu wenig Waffen erhalten haben wollen. Nun bekommen sie mehr davon und verscherbeln sie ohne Zweifel wie schon die letzten Male. Sogar der US-Sekretär im Verteidigungsministerium habe zugegeben, daß die den syrischen „Rebellen“ gelieferten Waffen bösen Buben in die Hände fielen. Und das seien genau jene, die jetzt den Irak bedrohten. (http://www.sana.sy/en/?p=4766) – Zur Einordnung der FSA s. hier! Bzgl. der sog.von der Obama-Administration unterstützten “moderaten” Terroristen hat Andy Borowitz die Satire mit dem Titel http://www.newyorker.com/online/blogs/borowitzreport/2014/06/moderate-syrian-rebel-application-form.html am 27.6.2014 veröffentlicht, hier schon einmal als auszug das “Formblatt”:
Welcome to the United States’ Moderate Syrian Rebel Vetting Process. To see if you qualify for $500 million in American weapons, please choose an answer to the following questions:
As a Syrian rebel, I think the word or phrase that best describes me is:
A) Moderate
B) Very moderate
C) Crazy moderate
D) Other
I became a Syrian rebel because I believe in:
A) Truth
B) Justice
C) The American Way
D) Creating an Islamic caliphate
If I were given a highly lethal automatic weapon by the United States, I would:
A) Only kill exactly the people that the United States wanted me to kill
B) Try to kill the right people, with the caveat that I have never used an automatic weapon before
C) Kill people only after submitting them to a rigorous vetting process
D) Immediately let the weapon fall into the wrong hands
I have previously received weapons from:
A) Al Qaeda
B) The Taliban
C) North Korea
D) I did not receive weapons from any of them because after they vetted me I was deemed way too moderate
I consider ISIS:
A) An existential threat to Iraq
B) An existential threat to Syria
C) An existential threat to Iraq and Syria
D) The people who will pick up my American weapon after I drop it and run away
Complete the following sentence. “American weapons are…”
A) Always a good thing to randomly add to any international hot spot
B) Exactly what this raging civil war has been missing for the past three years
C) Best when used moderately
D) Super easy to resell online
Thank you for completing the Moderate Syrian Rebel Application Form. We will process your application in the next one to two business days. Please indicate a current mailing address where you would like your weapons to be sent. If there is no one to sign for them we will leave them outside the front door..
THIS IS JUST A SATIRICAL TEXT (…or not ???…)
Am So., 29.6.14, sind russische Militärberater zur Schulung iraki- scher Piloten an den kürzlich an die irakische Luftwaffe gelieferten fünf Suchoi-Kampfflugzeugen (SU-25) in Bagdad eingetroffen. Der Befehls- haber der irakischen Luftwaffe, General Anwar Amîn, erklärte, die Ma- schinen würden innerhalb von drei bis vier Tagen zum Einsatz kommen. Dies geschieht im Rahmen der Zusage, welche vor zwei Wochen der russische Präsident Wladimir Putin telefonsich gegenüber dem iraki- schen Minister-präsidenten, Nûrî al-Mâlikî, hinsichtlich der Unterstüt- zung im Kampf gegen den Terrorismus gemacht hatte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262422-russische-milit%C3%A4rberater-in-bagdad)
Beim Einsatz der irakischen Armee gegen die ISIS-Kämpfer sind nach Angaben von Armee-Spreches General Qâsim ʽAṭâ (Atta) 142 Terroristen getötet, und 51 Fahrzeuge vernichtet worden, während die Luftwaffe in den letzten 48 Stunden 102 erfolgreiche Einsätze gegen die Terroristen unternahm. Die Sicherheitskräfte hätten an der völlig unter Kontrolle gebrachten Verbindungsstrecke Bagdad und Samarra [Sāmarrā`] durch Säuberungsarbeiten der Wege an die hunderte installierte Sprengkör- per am Straßenrand entschärft. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/ 262424-142-isis-terroristen-im-irak-get%C3%B6tet)
Der Politologe Thierry Meyssan hat eine Liste mit 119 Namen der wichtigsten privaten Spender von Terrororganisationen in Syrien und dem Irak ins Netz gestellt, welche in der arabische Presse veröffentlicht und diskutiert wird und einem internen Dokument des US-Außenministeriums entstammen soll.
In einer – bislang nicht authentifizierten – Audiobotschaft soll ISIS-Spre- cher Abû Muḥammad al-ʽAdnânî (Abu Mohammed al-Adnani) am Sonn- tag nach ersten Erfolgen [aber auch Rückschlägen: vgl.u.] per Twitter den Führer der Terrorgruppe, Abû Bakr al-Baġdâdî (Abu Bakr al-Bag- dadi), zum ersten Kalifen ihres angestrebten „Islamischen Staates im Irak und aš-Šâm“ [zum Begriff s.u.] ausgerufen und alle Muslime auf- gerufen haben, ihm Gefolgschaft zu schwören. Gleichzeitig habe sich ISIS laut SOHR in „Islamischer Staat“ umbenannt. (http://www.gmx.net/themen/nachrichten/ausland/26bd08y-terrorgruppe-isis-ruft-offenbar-islamisches-kalifat#.focus.Extremisten%20rufen%20Kali- fat%20aus. 277.1121) – S.a. zum Thema auch den Beitrag von aš-Šurfa über Abû Bakr al-Baġdâdîs „empty caliphate“ (da er etwas beanspruche, was ihm nicht einmal gehöre) in: http://al-shorfa.com/en_GB/articles/meii/features/2014/07/04/feature-01 vom 4.7.2014)
US-Generalstabschef Martin Dempsey halte laut Radiointerview mit NPR eine abgestimmte gemeinsame Militäroperation der USA mit dem Iran im Irak für nicht unwahrscheinlich, obwohl der Iran im Irak nicht notgedrungen die gleichen Ziele verfolge wie Amerika. Damit wi- dersprach er einer früheren Interview-Äußerung von Josh Ernst, Spre- cher des Weißen Hauses, in der jener jegliche Zusammenarbeit mit dem Iran ausschloß. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/ 262374-general-dempsay-koordination-mit-iran-im-irak-m%C3%B6glich)
Nach einer Großoffensive der durch Stammesmitglieder verstärkten ira- kische Armee sind die ISIS-Terroristen, die sich in der Region Saadiya [Saʽdiyya] der östlichen Provinz Diyâlâ aufhielten, in Richtung der Ḥamrain- (Hamreyn) -Berge in der eine nahegelegenen Grenzre- gion zum Iran geflüchtet. Tikrît sei inzwischen mit Hilfe tausender Freiwilliger und Stammeskämpfer zurückerobert. (http://german.irib.ir/nachrich-ten/nahost/item/262376-isis-terroristen-fl%C3%BCchten-in-nahegelegene-grenzregion-zu-iran)
Dank der erworbenen russischen Suchoi-Bomber (s.u.) ist laut einer Militärquelle im Nachgang der Befreiung Tikrîts geplant, eine groß an- gelegte Offensive gegen ISIS-Stellungen in Ninive [Nînawâ] zu fliegen. Zahlreiche Freiwillige würden die Armee und Sicherheitskräfte dabei unterstützen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262383-irakische-armee-bereit-zur-s%C3%A4uberung-von-ninive-von-isis-terroristen vom 29.6.2014)
Nachdem Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî kürzlich in einem Interview mit der BBC über die ausbleibende US-Lieferung von F-16 Kampfjets geäußert hatte: „Es wäre besser gewesen, Kampfjets von England, Frankreich und Russland anstelle von den USA zu kaufen.“ waren kurz darauf die ersten russischen Suchoi-Kampfjets zur Bekämpfung der ISIS-Terroristen im Irak eingetroffen, berichtete Press TV am 28. Juni 2014. Außenamtssprecherin Marie Harf entschuldigte die ausgebliebene US-Lieferung am Fr., 27.6.2014, mit „logistischen Schwierigkeiten“. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262358-russische-suchoi-kampfjets-in-irak-angekomme, s.a. http://german.ruvr.ru/news/%202014_06_29/Irak-bekommt-erste-Partie-Kampfflugzeuge-aus-Russland-8112/)
Am 28.6.2014 hat gemäß Generalleutnant Ṣabâḥ al-Fatlâwî (Sabah Fatlawi) die irakische Armee eine Großoffensive zur Rückeroberung von Tikrît gestartet, dabei wurde schon ein Vorort (Ṣaddâm Ḥussain wurde dort geboren und begraben) eingenommen. Zudem haben laut TV-Sen- der al-ʽIraqiyya irakische Kampfjets ihre Angriffe auf Mossul verstärkt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262347-irak-die-armee-bringt-tikrit-unter-ihre-kontrolle) – Die Operation wurde durch Kampf- flugzeuge unterstützt, welche die ISIS-Stellungen bombardierten. Generalleutnant Ṣabâḥ al-Fatlâwî dazu: „Die Isis-Kämpfer haben nur zwei Möglichkeiten – fliehen oder getötet werden.“ Nach Angaben von al-Mâlikîs Militärsprecher General Qâsim ʽAṭâ (Kassem Atta) habe die Armee mittlerweile die Kontrolle über die Straße von Bagdad nach Sa- marra [Sāmarrā`] im Süden von Tikrît übernommen, am Do., 26.6.2014, wurde bereits der Stadtrand zurückerobert. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262363-irakische-armee-in-tikritbelagerung-der-terroristen-in-diyala vom 28.6.2014)
Nach zurückgewonnener Kontrolle über die Universität von Tikrît, bereitet die irakische Armee nach Auskunft eines hochrangigen Offiziers eine Offensive auf die Stadt vor. Zuvor waren Stellungen der Terroristen von der Armee aus der Luft angegriffen worden. Schon am 26.6.2014 waren auf dem strategisch gelegenen Gelände mit Hubschraubern Spezialkräf- te abgesetzt worden. Nun soll das zurückgewonnene Gelände als Basis zur Rückeroberung der gesamten Stadt dienen. (http://german.irib.ir/nach-richten/nahost/item/262306-irakische-armee-bereitet-offensive-auf-tikrit-vor)
Laut eines ranghoher US-Regierungsvertreters gegenüber AFP am 27. Juni 2014 lasse das US-Militär bewaffnete Kampfdrohnen über Bag- dad fliegen. Der Einsatz diene dem Schutz von US-Einrichtungen und US-Soldaten in der irakischen Hauptstadt, die Drohnen seien nicht für Luftangriffe auf ISIS-Kämpfer gedacht. Der Einsatz habe „in den vergan- genen 24 bis 48 Stunden“ begonnen. Derzeit befinden sich rund 500 US-Solda-ten auf irakischem Boden. US-Außenminister Kerry traf sich unterdessen während seiner Nahost-Reise am Fr., 27.6.2014, mit SNC-Präsident Aḥmad al-Ğarba (Ahmed al-Dscharba, Näheres zur Person und zur SNC, welche der Muslimbruderschaft verbunden sind und den Sturz der säkularen syrischen Regierung zum Ziel haben, vgl. Teil II) in ar-Riyâḍ (Riad), um über die Lage in Syrien und im Irak zu sprechen. Dabei wiederholte al-Ğarba seine Bitte um verstärkte Unter- stützung [letztlich von ISIS!] durch die USA und Saudi-Arabien (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262310-us-drohnen-kreisen-%C3%BCber-bagdad) – Diese wurde bislang stets bereitwillig gewährt (vgl. Teil II und I).
Bei einem Gefecht am Morgen des 28.6.2014 wurde der Führer der zu den Aufständischen zählenden Naqšbandî-Organisation, Ḫâlid Ibrâhîm (Khalid Ibrahim), mit fünf seiner Getreuen 45km nordöstlich von Baʽqûba (Baquba) getötet. Zu den mit ISIS verbündeten Kampfgruppen im Irak gehören neben der eben erwähnten noch die Anṣâr as-Sunna, die Anṣâr al-Islâm, die ʽIšrîn-Revolutionsbrigaden wie die Ǧaiš_l-Muğâhidîn [Armee der Ğihâd-Kämpfer]. (http://english.shafaaq.com/index.php/ security/10331-leader-in-naqshbandi-organization-killed-in-clashes-northeast-of-baquba vom 28.6.2014)
Da die Terroristen von ISIS wie bereits gezeigt (s.u. mit Karte), haupt- sächlich in erdölreichem Gebiet operiert und das Öl illegal zur Eigenfi- nanzierung verkauft, will Rußland im UN-Sicherheitsrat einen Resoluti- onsentwurf mit der Aufforderung vorlegen, kein irakisches Öl aus Regionen zu kaufen, die von den bewaffneten Rebellen kontrolliert werden, erklärte der russische Außenamtschef Sergej Lawrow am Fr., 27.6.2014, in einer Pressekonferenz in Moskau. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_27/Russland-fordert-auf-kein-Ol-von-Iraks-Territorien-zu-kaufen-9285/)
Der russische Außenminister Lawrow hat am Fr., 27.6.2014 in Moskau in einer Pressekonferenz herausgestellt, daß der UN-Sicherheitsrat im- mer noch nicht bereit sei, ISIS als Terrororganisation einzustufen. Im Detail äußerte er: „Für die Einstufung des ‚Islamischen Staates im Irak und der Levante‘ oder irgendeiner anderen Organisation als terroristische Vereinigung ist ein Konsens erforderlich. Noch nicht alle Mitglieder des Sicherheitsrates sind dazu bereit und es handelt sich hierbei nicht um die Haltung der Russischen Föde- ration…“. Allerdings äußerte er die Hoffnung, daß einheitliche Standards gegen- über all den Strukturen angewendet würden, die terroristische Ziele verfolgten und sich terroristischer Methoden bedienten. „Das ist unsere prinzipielle Position“. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_27/Lawrow-Islamischer-Staat-im-Irak-und-der-Levante-gilt-noch-nicht-als-Terrororganisation-1928/)
Der russische Außenminister Lawrow hat am Fr., 27.6.2014 in Moskau in einer Pressekonferenz herausgestellt, daß der UN-Sicherheitsrat im- mer noch nicht bereit sei, ISIS als Terrororganisation einzustufen. Im Detail äußerte er: „Für die Einstufung des ‚Islamischen Staates im Irak und der Levante‘ oder irgendeiner anderen Organisation als terroristische Vereinigung ist ein Konsens erforderlich. Noch nicht alle Mitglieder des Sicherheitsrates sind dazu bereit und es handelt sich hierbei nicht um die Haltung der Russischen Föde- ration…“. Allerdings äußerte er die Hoffnung, daß einheitliche Standards gegen- über all den Strukturen angewendet würden, die terroristische Ziele verfolgten und sich terroristischer Methoden bedienten. „Das ist unsere prinzipielle Position“. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_27/Lawrow-Islamischer-Staat-im-Irak-und-der-Levante-gilt-noch-nicht-als-Terrororganisation-1928/)
Der šîʽit. Geistliche und radikale Führer der gleichnamigen Bewegung, Muqtadā aṣ-Ṣadr (as-Sadr), forderte für die Zeit des Ramaḍân [Šarîʽa- gemäß] ein Ruhen der Gewalt im Irak. Außerdem legte er eine Acht- Punkte-Erklärung vor, welche den Irak aus der herrschenden Krise hinausführen solle, nämlich: Einstellung der Gewalt seitens der Militan- ten und der Regierung, Erfüllung von friedlichen Forderungen der Sun- niten durch die Regierung, Bildung einer nationalen Regierung, an der alle [jedoch s.u.!] Gruppen beteiligt sind, Verurteilung jeglicher Terror- aktion durch Sunniten und Šîʽiten sowie Ausschluß aller Terrorgruppen sowie – und darauf kommt es an: Auschluß der Anhänger der Baʽṯ- Partei von politischen Verhandlungen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/ item/262260-irak-schiiten f%C3%BChrer-muqtada-al-sadr-fordert-ende-der-gewalt-im-ramadan) – Warum ausgerechnet Muqtadā aṣ-Ṣadr doch nicht alle Gruppen im Irak an der Regierung beteiligt und an Parteien nur die Baʽṯ ausgeschlossen sehen will ist klar: Die Baʽṯ-Partei [Näheres dazu hier] tritt – wie auch in Syrien – für einen streng säkularen Staat ein. Dies kann nicht im Interesse des radikalen Milizenführers aṣ-Ṣadr sein, welcher sich nach der Invasion im Irak 2003 einen eigenen brutalen Got- tesstaat in Ṣadr-City im Irak unter seiner Herrschaft schuf, und später vor den US-Soldaten vorübergehend in den Iran fliehen mußte.
In den von ISIS kontrollierten Gebieten im Nodirak haben die islamischen Rebellen die islamische Steuer für Ungläubige, die ğizya, in Höhe von 250 UD-$ eingeführt, teilte die iranische Menschenrechtskommission am Do., 26.6.2014, nach Angaben von Radio Vatikan mit. Angesichts der ökonomischen Lage im Land ist diese Summe unerschwinglich. „Christen im Nordirak haben unter drei Varianten zur Lösung des Problems zu wählen: Emigration, Abkehr vom Christentum oder Tod“, erklärte jedoch ein ISIS-Mitglied (http://de.ria.ru/world/20140626/268859321.html). Daß ISIS mit dieser Handlung bzw. den genannten Alternativen durchaus im Einklang mit islamischen Rechtsgelehrtenvon Rang steht, zeigt fol-gendes islamische Rechtsgutachten (= fatwâ) von Ṣâliḥ bin Fawzân bin ʽAbdallâh al-Fawzân. Dieser ist prominentes Mitglied im Höchsten Rat der Rechtsgelehrten (ʽUlamâ`) Saudiarabiens, d.h. dem obersten religiösen Gremium des Landes und Hauptautor der islamischem Lehrpläne für ca. 5 Millionen saudischer Schüler und Studenten (auch weltweit!). An ihn wurde die Frage gestellt: „Wir hören neuerdings öfter die Aussage: ‚Der Islam garantiert Glaubensfreiheit‘. Diejenigen, die das behaupten, beziehen sich dabei auf den Koranvers ‚Es gibt keinen Zwang im Glauben‘ (Sure 2, 256). Nun, stimmt diese Behauptung?“ Die ausführliche antwort wird eingeleitet durch: „Das ist eine Lüge, die Allah zugeschrieben wird. Der Islam hat nicht die Glaubensfreiheit verkündigt. … .“ (www.youtube.com/watch?v=8UcdG2nXO3U&feature=related; zum Weiterlesen s. http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa. 43+M518b0ca8598.0.html; Zum in der fatwâ erwähnten „širk ≠Polytheismus“ sollte man sich vergegenwärtigen, daß diese Übersetzung das arabische Wort širk nur eingeschränkt wiedergibt. Im Islam gelten nämlich gerade auch Christen als „trinitarische“ Polytheisten (Näheres dazu hier). Ebenso hierher gehört die fatwâ Nr.: 990 von ʽAbdul-ʽAzîz bin Baz (bis zu seinem Tod Großmuftî von Saudi-Arabien] zur Frage „Was halten Sie von demjenigen, der behauptet, dass der Islam mit dem Schwert verbreitet wurde?“ Seine Antwort: „Im Großen und Ganzen stimmt diese Behauptung nicht. Denn der Islâm wurde durch die Aufforderung dazu [im Original: daʽwa im Sinn von „Missionierung“] Allâh verbreitet und mit dem Schwert unterstützt. Der Prophet [d.i. Muḥammad] hat in Mekka 13 Jahre lang zum Islâm aufgefordert [d.i. für den Islâm missioniert]. Danach hatte er das in al-Madîna getan, bevor er [von Allâh] zum Kampf beauftragt wurde.
Die Weggefährten [erg.: Muḥammads] und die Muslime gingen überall hin und forderten zum Islam auf [d.h. missionierten]. Wenn einer ihre Aufforderung zum Islam nicht angenommen hat, haben sie gegen ihn gekämpft. Denn das Schwert ist eine Lösung. Allâh sagte: ,Und wir schufen das Eisen, worin [Macht zu] gewaltigem Krieg wie auch zu [vielerlei anderem] Nutzen für die Menschheit liegt‘ (Sure 57,25). Und Allâh sagte: ,Und kämpft gegen sie, bis es keine fitna [erg.: mehr] gibt und der Glaube nur Allâh gilt.‘ (Sure 2,193).
Wer die Aufforderung zum Islâm nicht angenommen hat, ist [erg.: von den Muslimen] bekämpft worden. Dies geschah für ihn und seine Errettung. Wenn es legitim ist, einen Menschen zu zwingen, seine Verpflichtungen anderen Menschen gegenüber zu erfüllen, selbst wenn dies durch Schläge und Freiheitsstrafe geschieht, ohne daß diese Methoden für ungerecht gehalten werden, wie steht es dann mit den Verpflichtungen der Menschen gegenüber ihrem Gott? Wie ist es dann mit den allerwichtigsten und zwingenden Verpflichtungen, d. h. dem [erg.: streng] monotheistischen Glauben und dem Verlassen des širk [≠ Polytheismus]? Es ist ein Teil der Gnade Allâhs, daß er den Kampf gegen die mušrikîn und den Krieg gegen sie vorgeschrieben hat, sodaß diese lediglich Allâh verehren und alles andere verlassen. Dadurch gelingt es ihnen, zur Freude und Errettung im diesseitigen und jenseitigen Leben hzugelangen.“ (www.al-eman.com/fatwa/ fatwa-display..htm?parent=button.search&id=990). m Original: www.al-eman.com/fatwa/ fatwa-display..htm?parent=button.search&id=990). Zum erwähnten Begriff daʽwa s. hier!
Über die neuesten Gefechte der irakischen Armee und ihrer Unter- stützer gegen die ISIS-Einheiten etc. gibt http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/ item/262230-einsatz-der-irakischen-sicherheitskr%C3%A4fte-gegen-die-isis-terroristen vom 26.6.2014 Auskunft. U.a. bombardierten Kampfflugzeuge der Luftwaffe laut as-Sûmariyya News unter Berufung auf den Sprecher der irakischen Anti-Terrororganisation am Mi., 25. Ju- ni 2014, in ad-Dûr (al-Dour, im SO von Tikrît) das Haus des Sekretärs von Abû Bakr al-Baġdâdî (Abu Bakr al-Baghdadi), dem Anführer von ISIS. Unter den Getöteten waren auch saudische Muğâhidûn.
Laut Armeesprecher Ali Arasteh im ISNA-Bericht vom 25.6.2014 versetzt der Iran seine Truppen im Grenzgebiet zum Irak (1.450 km!) in Alarmbereitschaft wegen der jüngste Entwicklung im Nachbarland. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/262204-iran-versetzt-truppen-an-irak-grenze-in-alarmbereitschaft)
Präsident Nûrî al-Mâlikî ließ am 25.6.2014 im TV-Sender al-ʽIraqiyya verlauten, die erste Parlamentssitzung werde trotz der derzeitigen schwierigen Bedingungen „im Einklang mit der Verfassung und der Forderung des befugten Rechtsgelehrten zur festgelegten Zeit stattfinden“. Ungeachtet des Kampfes gegen den Terrorismus solle der Terminplan zur Stärkung der Demokratie eingehalten werden. Der genaue Zeit- punkt werde demnächst bekanntgegeben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262211-maliki-die-erste-parlamentssitzung-wird-zur-festgelegten-zeit-abgehalten)
In seinem Artikel Der Dschihadismus und die Ölindustrie vom 23.6.2014 beleuchtet der Politkwissenschaftler Thierry Meyssan im Zusammen- hang mit den Vorgängen in Syrien und dem Irak den von den westlichen Medien meist übergangenen Kampf ums Öl durch weitere, sonst nicht genannte Staaten im Hintergrund. [Mit EIIL im Artikel ist ISIS gemeint] – Desgleichen unternimmt der Politikberater Dr. Christof Lehmann mit seinem Beitrag vom 23. (urspr. 20.) 6.2014.

Schlachtfelder (oft nahe Ölquellen) im Syrien und dem Irak, gemäß: „Battles with militants in Iraq play out near oil fields, pipelines, refineries“ laut Seth Hamblin, 13.6.2014 (http://rt.com/news/166836-isis-isil-al- qaeda-iraq/)
Bei der nächsten OSZE–Tagung vom 28.6. – 2.7.2014 in Baku werde die russische Delegation eine Resolution „Über den Kampf gegen den Terrorismus“ vorschlagen, schreibt „Iswestija“ am Mi., 25.6.2014. „In die- sem Zusammenhang schlägt Russland der OSZE vor, die Mitgliedsländer der Organisation aufzurufen, ihre Gesetzgebung mit den internationalen Verpflichtungen gemäß den Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und den Anti-Terror-Konventionen in Einklang zu bringen sowie Möglichkei- ten für zusätzliche Maßnahmen zu prüfen, um den terroristischen Be- drohungen entgegenwirken zu können“. (http://de.ria.ru/secu-rity_and_ military/20140625/268845718.html)
Die irakischen Sicher- heitskräften konnten weitere Erfolge gegen ISIS verzeichen und Gebiete zurückerobern, wie die Stadt Balad in der Provinz Ṣalāḥ ad-Dīn (Salaheddin), al-Uṯaim (al-Othaim) in der Provinz Diyâlâ (Diyala), nach einem Tag die Grenzübergänge al-Walîd (al-Waleed) und Ṭuraibîl (Turaibil). Luftangriffe wurden gegen ISIS-Stellungen in Tal ʽAfar geflogen. Unterdessen verurteilte der irakische Minister für Men- schenrechte, Muḥammad Šîyâʽ as-Sûdânî (Mohammed Shia al-Sudani), die zahlreichen Gewalttaten von ISIS-Terroristen gegen das irakische Volk. U.a. hätten sie in der Provinz Nînawâ (Ninive) hunderte Gefan- gene hingerichtet. Zudem beschuldigte er einige regionale arabische Länder, ISIS in den irakischen Provinzen Nînawâ, Diyâla, Ṣalāḥ ad-Dīn (Salaheddin) und al-Anbâr zu unterstützen, die dort hunderte Zivilisten getötet oder entführt hätten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262156-irakische-armee-erobert-einige-regionen-zur%C3%BCck).
In einer Blitznachricht des TV-Senders al-ʽIrâqiyya wurde dementiert, ISIS habe die Ölraffinerie in Baiğî erobert. Vielmehr stehe diese unter voller Kontrolle irakischer Sicherheitskräfte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262140-al-iraqiya-baiji-raffinerie-steht-unter-der-vollen-kontrolle-der-irakischen-armee) – Am Mo., 23.6.2014, hatte der neue Vorsitzende, der Russe Vitaly Tschurkin, während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats bezüglich des Mittleren Ostens seine große Besorgnis darüber ausgedrückt, daß ISIS mit Kontrolle der größten irakischen Erdölraffinerie über den Öl-Verkauf weitere Finan- zierungsmöglichkeiten für Terroraktionen erhalte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262133-un-%C3%BCber-den-erd%C3%B6l verkauf-der-isis-besorgt). – Das Dementi bezieht sich u.a. auf derartige Meldungen: http://german.ruvr.ru/news/2014_06_24/Rebellen-besetzen-gro-te-Erdolraffinerie-in-Irak-4122/
Zu den unter ISIS-Kontrolle stehenden Orten gehören demnach ar- Ruṭba (Rutba), Qâ`îm (Qaim), ar-Râwa (Rawah), ʽÂna (Anah) und Tal ʽAfar mit Flughafen. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_23/ Terror gruppe-Isil-erobert-weitere-strategisch-wichtige-Stadt-im-Irak-8198/)
Die Terrorgruppe ISIS hat bei ihrer Operation in der Nähe der Hauptstadt Bagdad schwere Verluste durch irakische Sicherheitskräfte erlit- ten. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262082-irak-bek%C3%A4mpft-isil-terroristen).
Ein einflußreicher republikanischer US-Senator bestätigte am So., 22. Juni 2014, in einem CNN-Interview, worauf von betroffener syrischer Sei- te schon mehrfach hingewiesen worden war. Rand Paul erklärte: „Wir haben uns mit ISIS in Syrien verbündet“. „Einer der Gründe, warum ISIS ermutigt wurde, ist, dass wir die Verbündeten dieser Gruppe in Syrien bewaffnet haben. ISIS konnte ihre Machtposition ausbauen, weil wir die Rebellen gegen Assad unterstützt und aufgerüstet haben. Jetzt ha- ben wir eine chaotische Situation. Die ISIS-Kämpfer wechseln zwischen Syrien und dem Irak hin und her.“ Er setzte hinzu: „Ich prophezeie, dass der irakische Ministerpräsident Maliki und die schiitischen Kräfte gegen ISIS Widerstand leisten und ihren Vormarsch stoppen können. Maliki wird nicht gestürzt und auch Bagdad wird nicht von ISIS einge- nommen werden.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/ 262061-us-senator-rand-paul-wir-waren-mit-isis-in-syrien-verb%C3%BCndet, Hhg blogseits).
Den irakischen Streitkräften ist es nach langwierigen Kämpfen gelungen, in der Nähe von Tikrît einen der Anführer von ISIS, Abû ʽAbdur- raḥmân an-Nâṣirî (Abu Abdurrahman al-Nasseri), gefangen zu nehmen. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_23/Einer-der-Anfuhrer-der-terroristischen-Gruppierung-im-Irak-verhaftet-1743/).
Hintergrundinformationen zu ISIS und den Vorgängen im Irak: http://rt.com/news/166836-isis-isil-al-qaeda-iraq/, dazu das Video: http://www.youtube.com/watch?v=LeL5cgQICC8.
Gemäß Bericht von al-ʽAlam unter Berufung auf as-Sûmariyya News hat die Rechtsstaats-Koalition unter Leitung von Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî die Einmischungen der USA in die politischen Angelegenheiten des Landes zurückgewiesen. Die Rechtsstaat-Koalition be tonte: „Iraker lehnen diesen Ansatz und das Konzept Washingtons ab und werden niemals zu Sklaven der USA oder einem anderen Land werden.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/-item/261975-malikis-koalition-iraker-werden-nie-sklaven-der-amerika-werden) – Während es in westlichen Medien immer wieder hieß, der Irak bwz. Ministerprä- sident al-Mâlikî habe um eine militärisches Eingreifen der USA im Irak gebeten, wurde in Medien der Region nur gemeldet, man habe diesbezüglich in den USA angefragt (vgl.u.), also sich erkundigt – ein großer Unterschied!
Nun meldet es auch The Times vom Sa., 21.6.2014: Reiche Scheichs in den Anrainerstaaten des Persischen Golfes sollen seit 2011 ISIS- Terroristen Millionen Dollar zur Verfügung gestellt haben. Diese Gel- der werden in der Regel von Kuwait und Qaṭar aus über die Grenzen in die Türkei transportiert. ISIS verfüge über eine Milliarde und 200 Millionen Pfund auf ihren Bankkonten und sei finanziell fast unabhängig und damit in der Lage, lokale Volksstämme und manche Verantwortliche zu unterstützen.(http://german.irib.ir/nach-richten/nahost/item/ 261992-%E2%80%9Ethe-times%E2%80%9C-berichtet-%C3%BCber-hilfe-von- anrainerstaaten-des-persischen-golfes-an-isis)
Die UN sind über die Situation von einer Million Obdachloser – besonders Kinder – im Irak besorgt, da sie von Terroristen für die Kämpfe rekrutiert werden könnten [vgl. Beitrag dazu u.!]. Laut ISNA unter Be rufung auf die UNO-Homepage teilte Leila Zerrougui, Vertreter von Generalsekretär Ban Ki Moon, in Angelegenheiten der Kinder und bewaffneter Gefechte mit, man habe erschütternde Informationen über Rekru- tierung irakischer Kinder für die Kämpfe erhalten. Ihr Büro ließ wissen, daß minderjährige Jungen bewaffnet und an Kontrollposten eingesetzt würden. Manche würden sogar in Anschlägen eingesetzt. Die neue Welle der Gewalt und auch die Opferzahlen unter Kindern und Obdach- losen hätten sich erhöht und die Familien auseinandergetrieben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/262035-uno-besorgt-%C3%BCber-rekrutierung-von-irakischen-kindessoldaten-seitens-terroristen)
Laut Independent-Zeitungsbericht hat der britische Geheimdienst (MI6) bekanntgegeben daß sich ca. 500 Personen mit britischem Paß der ISIS-Terrorgruppe angeschlossen hätten. (http://german.irib.ir/nach- richten/ nahost/item/262038-500-britische-b%C3%BCrger-sind-mitglied-der-isis-terrorgruppe)
Bewaffnete sunnitische Rebellen nahmen eine Grenzübergangsstelle zwischen dem Irak und Syrien ein. 30 Personen kamen dabei ums Le- ben. Damit können die Extremisten mühelos die Grenze mit schweren Waffen zu passieren. Früher wurde berichtet, ISIS-Kämpfer hätten im syrischen Grenzgebiet zum Irak drei strategisch wichtige Städte ero- bert. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_21/ISIS-Rebellen-bemach- tigten-sich-einer-syrisch-irakischen-Grenzubergangsstelle-4314/)
ISIS-Extremisten haben eines der wichtigsten šîʽitischen Heiligtümer [die Schreine der al-‘Askariyyain, d.i. des 10. und 11.šîʽitischen Imâms, die schon 2006 und 2007 Ziel vom Bombenanschlägen durch al-Qaida wa- ren] im Wallfahrtsort Samarra [Sāmarrā`] angegriffen, indem sie Rake- ten auf die Schreine der Imâme abfeuerten. Dabei verloren 15 Men- schen ihr Leben (darunter eine Frau und ein Kind). Ministerpräsident al-Mâlikî machte die Regierungen in Samarra [Sāmarrā`] Saudi-Arabien und Qaṭar für die neuerliche Krise und den wachsenden Terrorismus – auch in der gesam- ten Welt – verantwortlich. (http://aydinlikdaily.com/Detail/ISIS-Attacks-Turkmen-Village-Slaughter-23/3652#.U6RCQLHr2po vom 20.6.2014)
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat während einer Rede vor der asiatischen Gemeinde in New York die Terrorgruppe ISIS als Bedrohung für die gesamte irakische Bevölkerung bezeichnet und sie zu ihrer gemeinsamen Bekämpfung aufgefordert, da anderenfalls ein Bürgerkrieg drohe. Er hoffe, daß es mit regionaler und internationaler Hilfe gelingen werde, zu Frieden und Stabilität im Irak zurückzukehren. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261951-uno-generalsekret%C3%A4r-ruft-alle-iraker-zur-einheit-gegen-isis-auf)
Australien entsendet eine kleine Einheit von Soldaten zum Schutz ihrer Botschaft in Bagdad in den Irak. Ministerpräsident Tony Abbott hatte sich zuvor am Fr., 20.6.2014, besorgt über die Sicherheit der übriggebliebenen Botschaftsangestellten in Bagdad. geäußert. – Australien war zunächst mit 2000 Soldaten an der Invasion des Iraks beteiligt. Nachdem 2011 die letzten Streitkräfte, darunter auch die Si- cherheitskräfte der Botschaft, abgezogen worden waren, überließ Aus- tralien den Schutz seiner Botschaft einer Privatfirma. (http://german.irib.ir/nachrichten/nah-ost/item/261956-australien-entsendet-streitkr%C3%A4fte-in-den-irak)
Im Norden des Irak wurde am 19.6.2014 von ISIS-Truppen auch ein Turkmenendorf angegriffen, 23 šîʽitische Bewohner wurden exekutiert, andere entführt, Häuser niedergebrannt. Dies ist umso bedeut-samer, als irakische Turkmenen nicht nur in die Türkei flohen sondern sich letzte Woche auch mehrfach an die Türkei um Unterstützung wandten, welche ausblieb. Darauf griffen sie zu den Waffen gegen ISIS. (http://aydinlikdaily.com/Detail/ISIS-Attacks-Turkmen-Village-Slaughter-23/3652#.U6RCQLHr2po vom 20.6.2014)
Ein ISIS-Anführer hat in einem Video Kinder aufgerufen, sich für den Kampf im Irak vorzubereiten. Laut New York Daly News zeigt das im In- ternet veröffentlichte Band den Muğâhid in schwarzer Kleidung mit be- waffneten Kindern sprechend, der ihnen etwas einprägen will. Demnach lasse die Terrorgruppe ISIS vor den Kindern die verhafteten šîʽitischen Soldaten und Zivilisten hinrichten. Die Extremisten versuchen dem An- schein nach für die Besetzung einiger Teile des Irak Kinder als mensch- liche Schutzschilder zu benutzen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261907-isil-nutzt-kinder-f%C3%BCr-seine-k%C3%A4mpfe-aus)
Im Irak eroberten die sunnitischen Extremisten das Zentrums für die Produktion chemischer Waffen in der Provinz al-Muṯannâ (Muthanna), das zur Zeit der Präsidentschaft von Ṣaddâm Ḥussein benutzt wurde, berichtete das Wall Street Journal . (http://german.ruvr.ru/news/ 2014_06_19/Bewaffnete-Rebellen-bemachtigten-sich-im-Irak-der-alten- Lager-mit-chemischen-Waffen-2860/)
Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, hat gemäß Kathpress-Gespräch während der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell betont, eine ausländische Militärintervention sei kein probates Mittel, um die Kriegshandlungen im Irak zu beenden und den Frieden wie- derherzustellen. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf ent- sprechende Äußerungen von Kirchenvertretern im Irak, allen voran der chaldäische Patriarch Louis Sako. Erst am Mittwoch hat auch der römisch-katholische Erzbischof von Bagdad, Jean Sleiman, For- derungen nach einer ausländischen Intervention gegen die Terrorgruppe ISIS zurückgewiesen. Stattdessen forderte er die irakischen Staatsführer zur Zusammenarbeit auf, um die Krise gemeinsam zu bewältigen und ISIS zu stoppen. Der internationalen Staatengemeinschaft riet er, nicht eigene Interessen zu verfolgen, sondern das Gemeinwohl und den Frieden im Blick zu haben. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/261894-kardinal-sch%C3%B6nborn-spricht-sich-gegen-milit%C3%A4rintervention-im-irak-aus)
„Die USA und ihre Verbündeten haben nach ihrer Invasion im Irak 2003 auch Wohngebiete mit Munition aus abgereichertem Uran beschossen und hunderte Ortschaften radioaktiv verseucht. Zu die- sem Schluß geriet die niederländische Menschenrechtsorganisation IKV Pax nach einer Studie. Das US-Militär hatte bis jetzt den Einsatz solcher Munition gegen irakische Panzertruppen eingestanden. Doch nach Angaben der Menschenrechtler, die die Geographie der Beschüs- se untersuchten, wurden auch Ortschaften im Raum Basra, al-Samawa und Nasiria mit Uran-Munition beschossen. Zudem wurde die gefährliche Munition gegen die irakische Infanterie eingesetzt. Allein 2003 sol- len die Alliierten, so der Bericht, mindestens als 10.000 Geschosse mit abgereichertem Uran abgefeuert haben. Während des gesam- ten Krieges wurden mehr als 300.000 Uran-Geschosse eingesetzt. Dadurch wurden zwi- schen 300 und 365 Ortschaften im Irak radio- aktiv verseucht. Für eine Dekontamination wären rund 30 Millionen US-Dollar erforderlich. Laut einer Empfehlung des US-Militärs aus dem Jahr 1975 darf die Uranmunition nur gegen Panzer und gut geschützte Ziele eingesetzt werden. Die USA und ihre Verbündeten waren 2003 im Irak eingefallen – unter dem Vorwand, dass das Regime Saddam Hussein an Massenvernichtungswaffen baut. Dieser Verdacht hat sich nie bestätigt. Die Koali- tionstruppen haben den Irak Ende 2011 verlassen.“ (http://de.ria.ru/politics/20140620/268810023.html, Hhg. blogseits).
Angesichts der ISIS-Offensive im Irak hat US-Präsident Obama ein begrenztes militärisches Eingreifen in Aussicht gestellt. „Wir sind bereit für gezielte und präzise Militäraktionen, wenn wir feststellen, dass die Lage vor Ort es erfordert„, verkündete er am 19.6.2014 in Washing- ton. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261913-obama-usa- bereit-zu-gezielten-milit%C3%A4rschl%C3%A4gen-im-irak)
Die USA wollen Medienberichten zufolge rund 100 Soldaten als Berater in den Irak entsenden.Die Spezialeinheiten sollen demnach die iraki- schen Sicherheitskräfte im Kampf gegen die ISIS-Truppen unterstützen. Luftangriffe seien nicht geplant. Laut CNN geht es um drei Elite- einheiten: Army Rangers, die als Speerspitze der Kommandotruppen des Heeres gelten, Green Berets, die tief im feindlichen Hinterland Ziele für Angriffe lokalisieren sollen, und Navy Seals, die Spezialtruppe der US-Marine. – Bundesverteidigungsministerin von der Leyen forderte nach einem Gespräch mit Pentagon-Chef Hagel in Washington, die Nachbarländer in eine Lösung einzubeziehen. Der türkische Minister- präsident Erdogan warnte vor Luftangriffen der USA erklärte, dabei könne es viele zivile Opfer geben. – Im Irak selbst rief Ministerpräsident al-Mâlikî die Reserveoffiziere zu den Waffen und teilte mit, alle Dienst- grade seien zunächst für drei Monate zum Dienst einberufen worden. Im einzelnen s. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261898-usa- schicken-milit%C3%A4rberater-in-den-irak, s.a. http://german.ruvr.ru/news/2014_06_19/USA-werden-bis-zu-300-Militarberater-in-den-Irak-entsenden-3988/
Die irakische Luftwaffe hat am Do., 19.6.2014, ISIS-Stellungen in Mos- sul angegriffen. Laut al-Mayâdîn-Bericht griff ein unbemanntes iraki- sches Flugzeug [Drohne] dort am Morgen zwei Stellungen an, bei dem eine Anzahl von Terroristen getötet wurde. Die irakische Armee setzte nach eigenen Angaben ihre Säuberungsaktion Tal ʽAfar in der Grenz- region zu Syrien fort. Dabei soll die Armee hunderte Fahrzeuge mit dem saudischen Kennzeichen zerstört haben. ISIS-Kämpfer und andere Terrorgruppen lieferten sich auch in der Nacht noch Gefechte mit Regie- rungstruppen um die Raffinerie Baiğî (vgl.u.). Militärhubschrauber hät- ten Stellungen der Terroristen angegriffen, berichtete einer der Arbeiter, die während einer Kampfpause freikamen. Ein Regierungssprecher teilte mit, gegen Mittag sei die Raffinerie unter vollständiger Kon- trolle des Militärs gewesen. – Die Türkei warnte selben Tags vor zahlreichen To- desopfern unter der Zivilbevölkerung, sollten die USA ihre Luftwaffe ge- gen die ISIS-Terroristen einsetzen. Ministerpräsident Erdogan sagte in Ankara, ISIS-Terroristen mischten sich unter die Bevölke rung. Daher könne ein Luftangriff „zu zahlreichen Toten unter den Zivilisten führen“. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261896-irakische-luftwaffe-setzt-zum-ersten-mal-drohnen-gegen-isis-stellungen-ein)
Gemäß der US-Webseite World News Daily (WND) unter Berufung auf jordanische Quellen seien im Jahr 2012 Dutzende ISIS-Mitglieder auf einer geheimen US-Basis in Jordanien für den Einsatz in Syrien aus- gebildet worden. Ausbildungsziel war der Sturz der Regierung von Dr. al-Assad. Ein künftiger Einsatz im Irak habe nach Auskunft der Informan- ten zu jener Zeit nicht dazu gehört. Schon im Februar 2012 hatte WND als erstes über ein gemeinsames Trainingslager der USA, der Türkei und Jordaniens im nordjordanischen aṣ-Ṣafâwî (Safawi) für syrische Rebellen berichtet, was später von zahlreichen weiteren Medien bestä- tigt wurde. So schrieben auch Der Spiegel und die britische Zeitung The Guardian vergangenen März über die Schulung syrischer Rebellen mit- tels US-Ausbildern in Jordanien. Vergangene Woche berichtete WND auf der Basis jordanischer und syrischer Regierungsquellen, daß die ISIS- Milizen von Saudi-Arabien ausgerüstet worden seien und weiterhin unterstützt werden. Aus einer šîʽitischen Quelle mit engen Kontakten zum irakischen Premierminister al-Mâlikî habe man erfahren, daß die Obama-Regierung schon vor zwei Monaten über die bevorste- henden ISIS-Angriffe informiert gewesen sei. Wenigstens eines der ISIS-Ausbildungslager befinde sich nahe des US-Luftwaffenstütz- punktes Incirlik nahe Adana in der Türkei. Insoferen sei Obama ein “Komplize” der Angriffe auf die irakische Regierung. Nach ihrer Ausbildung in der Türkei, so der Informant, seien tausende ISIS-Kämpfer über Syrien in den Irak eingedrungen, um dort ein “islamisches Kali- fat” zu errichten. (http://german.irib.ir/nachrichten/ nahost/item/261867-isis-kaempfer-vom-us-militaer-in-jordanien-und-in-der-tuerkei-ausge-bildet)
Für einen möglichen Luftangriff der USA im Irak sei es nach Ansicht von Generalstabschef Martin Dempsey (bei einer Anhörung im Kongreß) aufgrund der chaotischen Lage im Land und mangelnder genauer Ge- heimdienstinformationen noch zu früh. Die militärischen Optionen wür- den derzeit weiterentwickelt und verfeinert. (http://german.irib.ir/nach-richten/nahost/item/261868-us-militaer-fuer-einen-luftangriff-im-irak-ist-es-zu-frueh) – Zuvor hatte laut as-Sûmariyya News der irakische Außenminister, Huschyār Maḥmūd Muḥammad Zēbārī (Hoschjar Se- bari), der sich zur OIC-Außenministersitzung in Ğidda/Dschidda aufhält, am 16.6.2014 erwähnt, daß die Regierung in Bagdad aufgrund eines Sicherheitsabkommens mit den USA, bzgl. Luftangriffen gegen die ISIS-einheiten angefragt habe. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/ 261864-offizielle-anfrage-der-irakischen-regierung-an-die-usa-zur-bom-bardierung-der-isil-stellungen)
Zur „travesty of the truth“ hinsichtlich der Medienmeldungen zum an- scheinenden „turnaround“ in den Beziehungen USA-Iran gegen den vorgeblich gemeinsamen Feind ISIS im Vergleich der Situation im Irak und in Syrien von Finian Cunningham in: http://www.presstv.ir/detail/2014/06/17/367358/us-leading-iran-into-iraqi-quagmire/
Zu Hintergründen der ISIS: http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/06/18/isis-the-invasive-species-the-inner-core/ (Beitragskopie, der Originalbeitrag war inzwischen nicht mehr aufrufbar!)
Der iranische Vizeaußenminister für arabische und afrikanische An- gelegeneiten, ʽAbu_l-Ḥussain Amîr ʽAbdullâhîân (Hossein Amir Abdulla- hian) betonte, die US-Regierung sei der Grund für die Entstehung der Terrorgruppen in Syrien wie im Irak. Gemäß Fars News nutze die US-Regierung die derzeitige politische Entwicklung zu ihrem Vorteil. Nochmals bestätigte er die iranische ablehnende Haltung (vgl. u.) gegenüber einer ausländischen Einmischung in den Krisengebieten. Vielmehr könne der Irak selbst mit den Terroristen fertig werden. (http://sana.sy/eng/22/2014/06/18/550877.htm)
ISIS hat am 16.6.2014 laut dpa-Bericht einen neuen Zweig der terro- ristischen Gruppe in Jordanien gegründet. Man wolle als erstes ein Nachschub-Zentrum einrichten und von dort neue Kräften und Waffen für die eigenen Muğâhdîn in den Nachbarländern entsenden. Abû Muḥammad al-Bakr (Abu Mohammad al-Bakr), Mitglied des ISIS-Zweiges in Jordanien, habe bereits 200 Mitglieder um sich geschart. Es gibt noch keine Reaktion der jordanischen Regierung. Allerdings soll der In- nenminister, General Ḥussain al-Mağâlî (Hussein al-Majali), am 17. Juni 2014 bei einer Parlamentssitzung eine Atmosphäre, die Extremismus und Gewalt stärke, verurteilt haben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261740-isis-gr%C3%BCndet-zweig-in-jordanien)
Die sunnitische Terrororganisation ISIS versucht, in der überwiegend sunnitisch geprägten Provinz Ninive [Nînawâ] die šîʽitische Enklave Tal ʽAfar völlig einzunehmen. Mehrere Stadtteilte stünden bereits unter ihrer Kontrolle. Da diese Stadt an einer Straße nach Syrien liegt, hat sie eine strategische Bedeutung, der ISIS-Vorstoß nähert sich damit bedenklich der Grenze zu Syrien. (http://german.ruvr.ru/news/ 2014_06_17/ISIS-Kampfer-rucken-weiter-zu-Syrien-Grenze-vor-9942/)
Gemäß Bericht des Magazins Focus, beruhend auf Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, befinden sich bei den im Irak aktiven westlichen ISIS–Muğâhdîn 320 Personen mit deutschem Paß. Die Zahl steige, laut Meldung der Deutschen Welle. (http://german.irib.ir/nachrichten/nah- ost/item/261733-focus-320-deutsche-unter-isis-k%C3%A4mpfern-im- irak) – Um der Gefahr der aus den Kriegsgebieten in Syrien und dem Irak zurückkehrenden Muğâhidûn zu wehren, erläuterte der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer daher in Radio Bremen vor, sollten nach Deutschland zurückgekehrte Dschihadisten wenn möglich ausgewiesen oder verhaftet werden. Bei Ausländern könne zudem das Aufenthalts- recht erlöschen, wenn sie zu lange aus Deutschland weg waren. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261747-deutschland-will-dschihadisten-die-r%C3%BCckkehr-nach-deutschland-verweigern)
Nahe Bagdad kämpfen derweil Regierungsarmee und ISIS-Terroristen gegeneinander, wobei bei einem ISIS-Angriff auf ein Gefängnis im NO nach Polizeiangaben 44 Häftlinge ums Leben kamen. – Die Kurden [welche bereits im Norden des Irak über ein eigenes Autonomiegebiet verfügen] nutzen nun die Chance, die von ihnen eroberten Gebiete durch die Zentralregierung zuerkannt zu bekommen. Die kurdischen Truppen würden die Provinzen Kirkuk [Kirkûk], Nineve [Nînawâ] und Di- yala [Diyâlâ] nicht eher verlassen, bis Bagdad nicht Artikel 140 der – von USA verfaßten – irakischen Verfassung zur Anwendung bringe, zitierte as-Sûmaria News einen kurdischen Offizier am 16.6.2014. Dieser Artikel sieht ein Referendum für die kurdischen Regionen des Iraks vor. Die Bevölkerung der o.e. Provinzen zusätzlich der von Salaheddin [Ṣa- lāḥ ad-Dīn] sollen über eine Zugehörigkeit zur kurdischen Autonomiere- gion entscheiden. (http://german.irib.ir nachrichten/ nahost/item/261732-irakkrise-isis-terroristen-greifen-gef%C3%A4n gnis-an-kurden-verlangen-anerkennung-ihrer-gebiete-uno-zieht- personal-ab)
Die irakische Armee hat laut Šafâq news zur Rückeroberung von Baiğî (Baidschi, vgl.u.) und der größten irakischen Ölraffinerie [daneben einer der größten Stromerzeuger des Landes!] die ISIS-Stütz-punkte mit Helikoptern angegriffen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261723-irakische-armee-erobert-die-industriestadt-baidschi-zur%C3%BCck)
ISIS-Kämpfer haben mindestens 40 Bauarbeiter aus Indien in Mossul entführt. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_18/40-indische-Bauarbeiter-im-Irak-entfuhrt-6511/)
Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî hat ranghohe Militärs entlassen. Sie hätten versagt, ihre Stellungen verlassen und ihre Pflicht nicht er- füllt, meldete die Nachrichtenagentur Nina am späten Dienstagabend, 17.6.2014, unter Berufung auf eine Mitteilung des Regierungschefs. Zu den Abberufenen zählt auch der für die Region Ninive [Nînawâ] mit der Provinzhauptstadt Mossul [al-Mauṣil] verantwortliche Generalleut- nant Mahdî al-Ġarrawî (Mahdi al-Gharrawi). Da die ISIS-Kämpfer sunni- tisch orientiert sind, die derzeitige Regierung im Irak jedoch šîʽitisch geprägt ist, gilt es, die Auseinandersetzung nicht in einen Religions- krieg münden zu lassen, noch dazu im vormals unter der Baʽṯ-Regie- rung von Ṣaddâm Ḥussain streng säkular ausgerichteten Staat. Hochrangige Vertreter beider Hauptglaubensströmungen im Islam riefen daher am 17.6.2014 gemeinsam zur Einheit im Landes auf. Konflikte zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen müßten beigelegt werden, erklärte der ehemalige Ministerpräsident Ibrāhīm al-Ğaʽfarî (Ib- rahim al-Dschafaari) in Anwesenheit führender Sunniten und Šîʽiten, darunter auch der ehemalige sunnitische Parlamentspräsident Usâma an-Nuğaifî (Osama al-Nudschaifi) und der šîʽitisch Regierungschef al- Mâlikî. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261761-irak-hohe-milit%C3%A4rs-wegen-vers%C3%A4umissen-entlassen). Zu letzterem s.a. http://de.ria.ru/politics/ 20140618/268785395.html. – Update: Die 59 beschuldigten und vom Militärsprecher des irakischen Ministerpräsiden- ten, General Qâsim ʽAṭâ (Qassim Atta), am 18.6.2014 namentlich verle- senen Offiziere werden vor ein Militärgericht gestellt. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261863-irakische-regierung-setzt-59-offiziere-vor-milit%C3%A4rgericht).
Laut Russia Al Youm vom 18.6.2014 erklärt das russische Außenmini-sterium der irakischen Regierung seine Solidarität im Kampf gegen den Terrorismus und unterstreicht, die internationale Staatengemein-schaft müsse diesem Land bei der Herstellung von Frieden und Sicher- heit Hilfe leisten. Die zunehmenden Aktivitäten der Extremisten im Irak und ihre Präsenz in Syrien [eine Hinzufügung, die bei Stellungnahmen aus anderen Ländern meist fehlt!] unter Nutzung finanzieller Hilfen aus dem Ausland [auch dieser Hinweis fehlt meist], könnten zur Ent- stehung eines großen Terrorzentrums in der Region führen. Moskau werde den irakischen Regierungsvertretern beim unermüdlichen Kampf gegen den Terrorismus auch praktische Unterstützung leisten. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/261770-russland-erkl%C3%A4rt-irakischer-regierung-solidarit%C3%A4t-beim-kampf-gegen-terrorismus)
Im Gespräch mit dem türkischen Botschafter in Teheran, Ümit Yardim, machte ʿAlāʾ ad-Dīn Barûğardî (Alaeddin Borudscherdi), Vorsitzender des iranischen Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik, erneut [vgl.u.] deutlich, die Regierung des Nachbarstaats Iran positioniere sich gegen eine ausländische Einmischung in die Krise im Irak. (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/261726-borudscherdi-iran-ist-gegen-jegliche-ausl%C3%A4ndische-einmischung-im-irak). – Allerdings erklärte Präsident Rûḥânî in einer Rede in Khorra- mabad [Ḫorramābād] unweit der iranisch-irakischen Grenze, man werde alles Mögliche zum Schutz šiʽîtischer Heiligtümer im Irak vor den ISIS-Extremisten tun: „Was die Gruften der schiitischen Imame im Irak anbetrifft, so warnen wir die Großmächte und deren Handlanger, die Mörder und die Terroristen, dass das große iranische Volk alles tun wird, um sie zu schützen“. (http://de.ria.ru/politics/20140618/ 268785297.html)
Nachdem Ministerpräsident wie Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī Sīstānī die Bürger des Irak zur Gegenwehr gegen das Vorrücken der ISIS-Terror- gruppe aufgerufen haben (vgl. hier), sind dem etwa zwei Millionen Iraker nachgekommen, wie Knos Media am 16.6.2014 berichtete. Die Angaben, die von den Anmeldestellen in allen Provinzen des Irak eingingen, würden diesen Anstieg der Zahl an Freiwilligen belegen. In seiner fatwâ hatte der irakische Groß-Ayatullâh die jetzt erforderliche Landesverteidigung als religiöse Pflicht bezeichnet. Er forderte auf, im Kampf gegen Terrorismus mit der Armee zusammenzuarbeiten, betonte abert, daß jegliche bewaffnete Aktion, die nicht mehr im Rahmen der Gesetze liege, vermieden werden müsse.(http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261702-2-000-000-iraker-melden-sich-freiwillig-zur-bek%C3%A4mpfung-der-isil) – Näheres zur sog. farḍ al-kifâya(Pflicht für eine genügende Anzahl) bzw. farḍ al-‘ayn(Pflicht für alle zum Kampf aufrufbaren muslimischen Männer) gemäß dem fiqh, dem Islamischen Recht, sofern ein islamisches Land angegriffen wird, s. hier und ausführlicher am Beispiel des Ğihâd in Ostafrika 1889-91 erklärt hier.
Anmerkung: Normalerweise wäre kein Krieg zwischen Muslimen untereinander möglich und erlaubt. Anders ist es jedoch, wenn – wie immer bei innermuslimischen Konflikten der Geschichte bis heute – die eine Seite die andere als vom (wahren) Glauben als abgefallen, als Ketzer und damit nicht mehr als Muslime ansieht. Dieser Vorgang heißt takfîrvon kâfir(Pl. kuffâr) für „Ungläubiger“. Daher ist in arabischen Medien bzgl. der Gegner dann von „Takfiristen“ die Rede.
Al-Ğabbâr Mûsawî (Jabbar al-Mousavi), Chef des Sicherheitsko- mitees des Provinzgouverneurs von Ḏī Qār (Dhi Qar) im Irak hat vom Einsickern bewaffneter Elemente aus Saudi-Arabien in Fahrzeugen mit saudischen Nummernschildern in ein Wüstengebiet zwischen der kuwaitischen und saudischen Grenze berichtet. Diese seien dabei, die Region zu erkunden. Die irakische Operationsbehörde ar-Râfidain (al-Rafedain) beobachte derzeit die Region. Sicherheitskräfte hätten dort die Errichtung von Hinterhaltsstellungen in Betracht gezogen. Nach Anga- ben von al-ʽIrâqiyya unter Berufung auf das Polizeipräsidium der Provinz Diyâlâ soll zudem ein ISIS-Anführer in al-ʽAżîm (al-Azim) nördlich von Baʿqūba (Bakuba) getötet worden sein. (http://german.irib.ir/ nachrichten/nahost/item/261705-bewaffnete-elemente-aus-saudi-ara-bien-sickern-in-die-region-in-den-irak-ein)
Laut CNN verlegen die USA 50 – 100 US-Soldaten, darunter Marinein- fanteristen, auf das Gelände der US-Botschaft in Bagdad [Baġdād]. Einige Mitarbeiter werden in die Generalkonsulate in Baṣra und Erbil so- wie in die US-Botschaft in ʽAmmân/Jordanien verlegt. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_16/USA-verstarken-Schutz-ihrer-Botschaft-in-Bagdad-1776/) – Update: Die Spezialeinheit wird auf 275 Mann aufgestockt wie aus einem Schreiben von US-Präsident Barack Obama an den Kongreß hervorgeht. Sie solle bis zur Stabilisierung der Sicherheitslage verblei- ben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261693-obama-l%C3%A4sst-spezialeinheit-in-den-irak-schicken)
Die UNO evakuiert das Personal ihrer Vertretung in Bagdad nach Amman/Jordanien, meldete Farhan Haq (Hak), stellvertretender Spre- cher des UN-Generalsekretärs. Innerhalb des Tages seien 58 UN-Mit- arbeiter nach Jordanien befördert worden. Insgesamt habe die UN-Ver- tretung in Bagdad bis heute insgesamt ca. 200 Ausländer gezählt. um den internationalen Flughafen von Bagdad seien bereits Kämpfe ge-meldet worden. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_16/Uno-evakuiert-Vertretung-aus-Bagdad-5197/)
Im Irak [ʽIrâq] könnte sich das sogenannte „syrische Szenario“ wiederholen, schreibt die Zeitung Kommersant am Di., 17.6.14. (http://de.ria.ru/zeitungen/20140617/268774488.html)
Die US-Regierung überlegt den Einsatz unbemannten Flugzeuge (Drohnen) gegen die militanten Extremisten im Irâq. Bzgl. einer Zusammenarbeit mit dem Iran bemerkte US-Präsident Obama: „Ich würde nichts ausschließen, was sich als konstruktiv erweisen könnte„. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261667-kerry-wir-entsenden-drohnen-in-den-irak vom 16.6.2014)
Nach einem Telefonat zwischen dem iranischen Außenminister Ğawâd Ẓarîf (Jawad Zarif) und dem britischen Außenminister William Hague vom 16.6.2014 wolle man laut Daily Mail bzgl. der Irak-Krise in Kontakt bleiben. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261665-london-wir-bleiben-wegen-der-irak-krise-mit-dem-iran-in-kontakt)
Über die jüngsten Verbrechen, begangen von ISIS in Syrien wie im Irak, mit Auflistung ihrer „wilâyât“ nach Landesprovinzen, mit Photos belegt, informiert: http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/06/16/bloody-photo-report-of-the-murders-of-iraqi-soldiers-and-civilians-by-the-hands-of-isils-gangsters/.
Mindestens 300 ISIS-Anhänger sind in Tal ʽAfar (Tal Afar) getötet worden. Die Terroristen hätten den Rückzug begonnen, hieß es aus einer irakischen Sicherheitsquelle gegenüber as-Sûmariyya News. Am 16.6.2014 hätten die irakischen Streitkräfte dort erheblich vorrücken können. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261697-300-terroristen-im-irakischen-tal-afar-get%C3%B6tet)
Am Morgen des 16.6.2014 eroberten ISIS-Truppen Tal ʽAfar, zwischen Mossul und der Grenze zu Syrien gelegen. Über den öffentlichen Gebäuden der Stadt weht seither jeweils das schwarze Banner. Wie schon in anderen Orten sollen die Invasoren zuerst die Gefängnisse gestürmt und Häftlinge befreit haben. Viele Einwohner flüchteten Richtung der kurdischen Autonomieregion. Unabhängige Bestätigungen für diese Angaben existieren nicht. Nahe Bagdad liefern sich ISIS und irakische Armee weiterhin heftige Gefechte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261644-irak-krise-isis-angeblich-weiter-auf-vormarsch) – Irakischen Sicherheitskräften gelang es im Verbund mit einheimischen Stämmen, von denen sich lokalen Medien-Berichten gemäß ca. 8.000 freiwillige Kämpfer den Regierungstruppen anschlossen, die Eroberung einer strategisch bedeutsamen Stadt der Provinz Ninive durch ISIS zu verhindern. (http://german.irib.ir/nachrichten/-item/261639-isis-angriff-von-irakischen-truppen-verhindert).
Gemäß WikiLeaks-Informant Bradley Manning versuchten die USA, per strikter Überwachung der Massenmedien die Wahrheit über den Irak zu verheimlichen. US-Massenmedien, welche die US-Einmischung im Irak und in Afghanistan beleuchteten, würden strengstens von Militärs kontrolliert. Eine neuerliche US-Intervention im Irak werde ins Auge gefaßt. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_15/Bradley-Manning-beschuldigt-die-USA-die-Wahrheit-uber-den-Irak-zu-verheimlichen-1379/)
Ein westliches Engagement im Irak sieht man im Nahen Osten mit wachsender Besorgnis. Es könnte – unter Ausnutzung der Gefahr durch die ISIS-Truppen im Irak – zu einem neuerlichen Plan eines „Militärschlages“ gegen Syrien kommen. Vgl. hierzu den Artikel von Tony Cartalucci in: http://nsnbc.me/2014/06/13/natos-terror-hordes-iraq-pretext-syria-invasion/.
Beim Besuch eines Militärstützpunkts im Süden Bagdads erklärte der irakische Ministerpräsident al-Mâlikî die Ausrufung des Ausnahmezustand nicht für unnötig, das Gesetz zur nationalen Sicherheit werde derzeit vollzogen. Als „rote Linien“ der Regierung hob er Grundgesetz, Einheit, Souveränität und Sicherheit des Landes hervor und betonte den Kampf gegen die Extremisten. „Die schwarze Intrige, die in Mossul geplant wurde, wird nur durch den Tod der Verschwörer beseitigt“, setzte er hinzu [zur Thematik vgl.u.]. „Wir wissen nun, in welchen Staaten diese Intrige geplant wurde und welche Verschwörer unter den Politikern und Offizieren daran beteiligt waren; wir werden alles bekannt geben. Der Irak muss von diesen Verbrechern gesäubert werden.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261651-irakischer-ministerpr%C3%A4sident-kein-ausnahmezustand-im-irak-n%C3%B6tig)
Zur Situation im Irak existiert auch eine Analyse des schon mehrfach erwähnten und international angesehenen Prof. Michel Chossudovsky vom Global Research Institute mit dem Titel: The Engineered Destruction and Political Fragmentation of Iraq. Towards the Creation of a US Sponsored Islamist Caliphate mit aufschlußreichem Kartenmaterial. (http://www.globalresearch.ca/the-destruction-and-political-fragmentation-of-iraq-towards-the-creation-of-a-us-sponsored-islamist-caliphate/5386998)
Drei Tage vor der Eroberung von Mossul durch die ISIS-Extremisten seien die dort bestehenden Gülen Gang Schulen von dem bevorstehenden ISIS-Angriff unterrichtet gewesen. Daher konnten deren Schüler rechtzeitig evakuiert werden, twitterte Süleyman Sarılar, Chefredakteur eines türkischen TV-Kanals. Der türkischen AKP und den USA nahestehende irakische Politiker, Usâma an-Nuğayfî (Bruder des Gouverneurs der Ninive-Provinz) und Ṭāriḳ al-Hāšimī (Tariq al-Hašimî, seit 2012 flüchtiger irakischer Vizepräsident im türkischen Exil), hätten den ISIS-Invasoren den Grenzübergang geöffnet. In einem Memorandum des Gouverneurs von Nînawâ, Aṯîl an-Nuğaifî (Atheel al-Nujaifi), vom 6.6.2014 hate er sämtliche staatliche Stellen angewiesen, sich den ISIS-Truppen nicht entgegenzustellen, keine Mobiltelefone in den Büros zu benutzen und alle Dokumente mit seiner Unterschrift zu vernichten. Weitere Details, auch zum ISIS-unterstützenden sunnitischen Stamm der Nakşibendi s. http://aydinlikdaily.com/Detail/ G%C3%BClen-Gang-Schools-Evacuate-Mosul-Three-Days-Before-Invasion/3563#.U5w5vCjr2pp und http://aydinlikdaily.com/Detail/ AKP%E2%80%99s-Ally-AlHashimi-Called-Mosul%E2%80%99s-Invasion-A-Revolution/3569#.U5w5jCjr2pp.
Zur US-Medienmeldung vom 13.6.2014, wonach der Iran Revolutionsgarden zur Unterstützung der Armee gegen die ISIS-Truppen in den Irak geschickt habe (s.u.): der iranische Vize-Außenminister Ḥussain Amîr ʽAbdullâhîân (Hussein Amir Abdollahian) bezeichnete derartige Aussagen noch selben Tags als haltlos. Sie entbehrten jeder Grundlage. Die irakische Armee sei selbst in der Lage, gegen die Terrorgruppen vorzugehen. (http://german.irib.ir/ nachrichten/inland/item/ 261509-iran-weist-meldungen-%C3%BCber-eine-milit%C3%A4rpr%C3%A4senz-im-irak-als-haltlos-zur%C3%BCck) – Am 16.6.2014 bekräftigte dies Außenamtssprecherin Marẓiyya Afḫam (Marzieh Afkham). Zudem nutzten nach Faktenlage die USA die derzeitige Situation im Land aus, um durch militärische Einmischung die Ergebnisse der jüngsten Parlamentswahlen zu manipulieren. Der Iran spreche sich eindeutig gegen eine militärische Intervention der USA im Nachbarland. (http://german.irib.ir/nachrichten/inland/item/ 261623-afkham-iran-ist-gegen-eine-intervention-der-usa-im-irak vom 16.6.2014.
ISIS hat 1700 irakische Studenten der Luftwaffen-Fakultät in einem Stützpunkt in Tikrît hingerichtet, meldete IRNA unter Berufung auf al-Madâ Press laut ISIS-Verlautbarung vom 15.6.14 mit Photos zu den Massenhinrichtungen: Fünf Personen in Militäruniform schießen mit Maschinengewehren auf die Studenten. (Vor Sperrung entsprechender Seiten haben irakische Forennutzer Photos dutzender Personen aus Tikrît veröffentlicht, die – eingekesselt von bewaffneten Personen – an einen unbekannten Ort gebracht werden), s.: http://german.irib.ir/nachrichten/ nahost/item/261603-1700-irakische-studenten-von-isis-terroristen-hingerichtet-
Nach Angaben irakischer Behörden haben sich nach dem Aufruf des Ministerpräsidenten (s.u.) bereits am Fr., 13.6.14 rund 1,5 Millionen Freiwilliger gemeldet, um gegen die der ISIS-Extremisten zu kämpfen. Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen, darunter auch pensionierte Offiziere, hätten sich zum Kampf zur Verfügung gestellt. Der šîʽitische Großayatullâh des Irak, ʿAlī Ḥussainī Sīstānī (Ali Al-Sistani), hatte ebenfalls die Bevölkerung zum Widerstand aufgerufen. Gemäß seiner fatwâ sollten die Bürger „ihr Land, ihr Volk und ihre heiligen Stätten verteidigen“, wer könne, solle sich den Sicherheitskräften im Kampf gegen die extremistischen ISIS-Kämpfer, welche ca. 15.000 Mann unter Waffen haben sollen, anschließen. – Die irakische Luftwaffe habe inzwischen über 200 ISIS-Kämpfer bei Angriffen im Nordirak getötet. Laut der Nachrichtenseite as-Sûmariyya News vom Sa., 14.6.2014, unter Berufung auf irakische Sicherheitsbeamte erfolgten die Angriffe auf ISIS-Stellungen in Baiğî. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261538-1,-5-millionen-f%C3%BCr-den-kampf-gegen-terroristen-rekrutiert)
Laut iranischer Einschätzung habe sich die Türkei im Irak in eine bizarre Doppelrolle manövriert, was kürzlich in Mossul deutlich zu sehen gewesen sei. Um die syrische al-Assad-Regierung zu schwächen, habe die türkische Regierung – trotz des jüngsten Dementis von Vizeregierungschef Bülent Arinc vom Fr., 13.6.2014, das Erstarken der Extremisten in Syrien lange gefördert. Die ISIS-Kämpfer konnten ungehindert die Grenze zur Türkei queren, möglicherweise habe man sie dort gar mit Waffen ausgerüstet und ihre Verletzten behandelt (zu den Nachweisen für die erwähnte türkische Unterstützung vgl.u.). In Mossul standen die ISIS-Truppen schwer bewaffnet vor dem Tor des türkischen Konsulats. Drinnen saßen türkische Spezialkräfte. Doch die klare Anweisung aus Ankara lautete: auf ISIS-Kämpfer wird nicht geschossen wie türkische Medien berichteten. Darauf wurde das Konsulat gestürmt. Nun stemme sich Ankara dagegen, weiter in den Konflikt hineingezogen zu werden. Ein bewaffnetes Eingreifen lehne die Regierung Erdogan weiterhin ab. Sie wolle die Konsulatsangestellten aus Mossul sowie entführte türkische Lastwagenfahrer mit diplomatischen Mitteln aus den Händen der Terroristen befreien. (http://german.irib.ir/nach-richten/nahost/item/261555-t%C3%BCrkei-weist-unterst%C3%BCtzung-von-isis-zur%C3%BCck)
Zu den Vorgängen im Irak und deren Hintergründen s.a.: http://www.voltairenet.org/article184211.html
Der syrischen Luftwaffe gelang es an der irakisch-syrischen Grenze einen ISIS-Konvoi abzufangen, welcher aus Mossul mit erobertem US-Kriegsgerät nach Dair az-Zaur unterwegs war (vgl.u.). Laut Meldung der Iranian Fars News Agency vom Donnerstagabend konnten auch terroristische Attacken in Gebieten im NO letzterer Stadt zurückgeschlagen und deren Ausführende eliminiert werden. Über weitere SAA-Operationen informiert: http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/06/12/breaking-news-syrian-air-defence-forces-attacked-an-isil-isis-convoy-at-the-border-with-iraq/.
Der iranische Präsident Rûḥânî sicherte dem irakischen Ministerpräsidenten al-Mâlikî per Telefonat militärische Unterstützung gegen die ISIS-Vorstöße zu (http://german.irib.ir/nachrichten/item/ 261504- vom 13.6.2014). Gemäß einem US-Medienbericht sollen sich iranische Revolutionsgarden zu diesem Zweck bereits im Irak befinden. (http://www.gmx.net/themen/nachrichten/ausland/74bbx8q-obama-behaelt-militaerische-reaktion-irak#.hero.Obama%20droht%20mit%20Milit%C3%A4r-einsatz.573.361) – Der russische Außenminister Lawrow bezeichnete die ISIS-Offensive am 12.6.2014 in Moskau als „zutiefst beunruhigend„. Es sei „zynisch„, den Terror im Irak als Folge der Syrienkrise zu bezeichnen. Die USA und Großbritannien seien mitverantwortlich für das Geschehen (http://www.gmx.net/themen/nachrichten/ausland/74bbx8q-obama-behaelt-militaerische-reaktion-irak#.hero.Obama%20droht%20mit%20Milit%C3%A4rein-satz.573.361). So meinte er: „Wir hatten bereits früher davor gewarnt, dass das von den Amerikanern und Briten begonnene Abenteuer nichts Gutes bringen wird.“ „Vor elf Jahren hatte der damalige US-Präsident den Sieg der Demokratie im Irak verkündet. Seitdem degradierte die Lage im Land in geometrischer Progression. Auf dem Spiel steht die Einheit des Irak“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261453-lawrow-irakisches-abenteuer-washingtons-und-londons-gescheitert). Dieser Einschätzung schließen sich auch andere an: So äußerte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Philipp Mißfelder, gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung« die USA hätten eine Mitverantwortung für die jüngsten Erfolge der Extremisten im Irak. Auch Publizist und Nahost-Experte Peter Scholl-Latour warf Washington vor: „Der Irak-Krieg und die Politik der Amerikaner haben die Probleme von heute dort erst geschaffen, teilte er der Passauer Neuen Presse mit. Laut Jan van Aken, dem außen-politische Sprecher der Linken, gegenüber Saarbrücker Zeitung trage auch die Bundesregierung wegen ihrer Rüstungsexporte eine Mitschuld, da Qaṭar wie Saudi-Arabien die Extremisten in Syrien wie im Irak unterstützten und gleichzeitig zu den größten Empfängern deutscher Rüstungslieferungen zählten. Im Deutschlandfunk hatte er zuvor erklärt, die Bundesregierung müsse sofort diese Rüstungslieferungen einstellen und die Botschafter jener Länder einbestellen. „Da muss doch mal Druck ausgeübt werden. Aber da wird sozusagen hinten herum eigentlich kooperiert mit denen, die ISIL unterstützen“. Die USA warnte er davor, erneut militärisch – etwa per Drohnenangriffen – in der Region einzugreifen. „Allerdings erleben wir ja gerade, dass die Militärintervention der USA vor elf Jahren den Irak nur noch tiefer in den Bürgerkrieg getrieben hat“, setzte van Aken hinzu. (http://german.irib.ir/ nachrichten/nahost/item/261499-deutsche-politiker-machen-usa-f%C3%BCr-die-jetzige-lage-im-irak-verantwortlich)
Der iranische Außenminister Ğawâd Ẓarîf (Jawad Zarif) drängte am Abend des 12.6.2014 in mehreren Telefonaten mit Vertretern internationaler Organisationen und ausländischen Amtskollegen auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die Terroristen, die gegenwärtig den Norden des Iraks mit dem Ziel der Errichtung eines unter ihrem Regiment stehenden Staates im Irak und in Syrien (ISIS) überrollten. Gegenüber UN-Generalsekretär Ban Ki-moon warnte er vor einer grenzübergreifenden Bedrohung der gesamten Region und appellierte an die Verantwortung der Vereinten Nationen, die irakische Regierung bei der Bekämpfung des Terrorismus zu unterstützen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261470-zarif-konsultiert-mit-internationalen-pers%C3%B6nlichkeiten-bez%C3%BCglich-der-entwicklungen-im-irak vom 13.6.2014)
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte die Gewalttaten im Irak und forderte eine internationale Solidarität bei der Bekämpfung der Terroristen [wie es generell der syrische Präsident Dr. al-Assad schon seit Jahren tut]. Zugleich mahnte er an, im Kampf gegen „Terrorismus und Gewalt“ internationales Recht und die Menschenrechte zu beachten. (http://german.irib.ir/ nachrichten/politik/item/261446-un-generalsekret%C3%A4r-fordert-internationale-solidarit%C3%A4t-mit-dem-irak)
Irakische Stammesleute haben sich laut PressTV gegen ISIS – darunter saudische Muğâhidûn! – die Kontrolle über die nördlichen Stadtteile von Mossul erkämpft, während die Armee in Baʽqûba (Baqubah) 60 von den Extremisten erbeutete US-Wagen zerstörte. Dies geschah kurz nachdem der ISIS-Sprecher Abû Muḥammad al-ʽAdnânî (Abu Mohammed al-Adnani) die eigenen Kämpfer zum Vorstoß auf Bagdad und Karbalāʾ, einem der bedeutendsten šîʽitischen Wallfahrtsorte, aufgerufen hatte. Auch Tikrit konnte am 11.6.2014 demnach durch sie zurückerobert werden. Inzwischen beschießt die syrische Luftwaffe jeglichen unidentifizierten Militärkonvoi. (http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/06/13/iraqi-tribesmen-recapture-mosul-neighborhood-iraqi-army-destroyed-60-usa-isil-vehicles/) Die russische Regierung wiederholt ihre Verurteilung extremistischer Angriffe durch den al-Qāʿida-Ableger ISIS im Irak wie Syrien (http://sana.sy/eng/21/2014/06/12/550000.htm)
Die russische Regierung wiederholt ihre Verurteilung extremistischer Angriffe durch den al-Qāʿida-Ableger ISIS im Irak wie Syrien (http://sana.sy/eng/21/2014/06/12/550000.htm)
Zur Situation des ISIS-Vorrückens und der geplanten Aufstellung von Bürgerwehren im Irak (s.u.): In der südirakischen Provinz al-Baṣra (Basra) haben sich 13.000 Bewohner als Freiwillige zur Unterstützung der Armee bei der Bekämpfung der ISIS-Terroristen gemeldet, teilte das Webportal aṣ-Ṣaut al-ʽIrâq unter Berufung auf den Leiter des Sicherheitskomitees der Provinzregierung al-Baṣras am 11.6.2014 mit. Auch in den anderen Regionen hat sich die Bevölkerung hierzu bereit erklärt. Der Gouverneur der Provinzstadt al-Ḫâliṣ (Khalis) im Osten des Landes meldete schon zuvor, die Bewohner dieser Stadt bildeten Volkskomitees zur Bekämpfung der ISIS-Terroristen. (http://german.irib.ir nachrichten/ nahost/item/261434-irakisches-volk-bereit-zum-kampf-gegen-die-isis-terroristen) – Ministerpräsident al-Mâlikî bezeichnete die Lage im Land als äußerst gefährlich und forderte die UN, die Arabische Liga (AL) und die EU in einer Fernsehansprache dazu auf, sein Land im Kampf gegen den Terror zu unterstützen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/261430-iran-unterst%C3%BCtzt-irak-beim-kampf-gegen-terrorismus) – In der irakischen Provinz Kirkûk wurden am 11.6.2014 laut dem Satellitenfernsehsender Sky News Arabia 15 irakische Militärs durch ISIS hingerichtet. ISIS hatte am Di., 10.6.14, nach Mossul auch mehrere Orte der benachbarten Provinzen Kirkûk und Ṣalâḥ ad-Dîn erobert. Die irakische Armee hatte den Angreifern nichts entgegensetzen und sich zurückgezogen. Viele Soldaten wurden gefangen genommen. Die Regierungskräfte haben am Mi., 11.6.2014, unter Einsatz der Luftwaffe eine Gegenoffensive in Richtung Mossul gestartet. (http://de.ria.ru/politics/20140611/268739219.html) – Eine derartige Destabilisierung mit dem Nachrücken islamisch-extremistischer Kräfte in das entstandene militärische Machtvakuum war für den Irak im Nachgang der – letztlich als ungerechtfertigt erwiesenen – US-Invasion absolut zu befürchten.
Die irakische Provinz Ninive [Nînawâ] wurde von hunderten ausländischer ISIS-Söldner mit Marschflugkörpern (!), Maschinengewehren bestückten Wagen und durch Scharfschützen angegriffen. Dem Gouverneur gelang gerade noch die Flucht. (https://www.facebook.com/Tg24Siria vom 11.6.2014) – In Mossul wurden [umgerechnet] 318 Millionen € von der Zentralbank, dazu an Kriegsgerät auch Panzer und Helikopter von ISIS-Söldnern erbeutet. (http://www.gmx.net/themen/ nachrichten/ausland/ 74bbx8q-obama-behaelt-militaerische-reaktion-irak#.hero.Obama%20droht%20mit%20Milit%C3%A4reinsatz.573.361)
Die Auswirkungen der ISIS-Eroberungen im Irak haben auch insofern äußerst negative Auswirkungen auf Syrien, als die ISIS-Muğâhidûndamit in den Besitz von reichlich US-Waffen und IFS-Ausrüstung kamen wie hunderte armierter Transportfahrzeuge und Artilleriegerätschaften. Wie in Syrien waren bei den Kämpfen ebenfalls eine Menge ausländischer Terroristen im Einsatz. Der tschetschenische „Emir“ ʽUmar Šišânî (Omar al-Shishani) konnte bereits seinen Nachschub in Syrien inspizieren. Etliche Journalisten wie die Washington Post-Korrespondentin Liz Sly twitterten Berichte und sandten Photos hierüber, vgl. https://www.facebook.com/Tg24Siria vom 11.6.2014.
Laut russischer Regierung betreibe der Westen eine Doppelstandard-Politik gegenüber Syrien wie dem Irak. Im Detail: http://sana.sy/eng/21/2014/06/11/549815.htm
Da die al-Qāʿida verbundene Terrorgruppe ISIS (Islamischer Staat im Irak und aš-Šām) schon ihrem Namen nach sowohl dies- als auch jenseits der syrisch-irakischen Grenze agiert, um dort einen islamisch-theokratischen Staat zu errichten, interessiert in diesem Rahmen auch folgende Meldung: nachdem ISIS-Terroristen die Kontrolle über die zweitgrößte irakische Stadt, Mossul, erkämpft haben, hat Ministerpräsident al-Mâlikî am 10.6.2014 dort den Notstand verhängen lassen. Parlamentspräsident Usâma an-Nuğaifî (Ussama al-Nudschaifi) bestätigte selben Tags auf einer Pressekonferenz in Bagdad, auch die gesamte Provinz Nînawâ [bekannter als Ninive] sei „in die Hände der Aufständischen gefallen„. Nun wollten die Rebellen in die Nachbarprovinz Salāh ad Dīn (Salaheddin) „einfallen“. An-Nuğaifî [wie zuvor an-Nûrî] forderte, „alle Kräfte im Irak zu mobilisieren und internationale Anführer zu warnen„, um dieser „Terroroffensive die Stirn zu bieten„. Andernfalls werde diese sich auf den gesamten Irak ausweiten. Die Terroristen stürmten zudem mehrere Gefängnisse und ließen mehr als 1400 Häftlinge in Mossul frei. Nach diesem ISIS-Vormarsch sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) aus Mossul rund 500.000 Menschen geflohen. Viele hätten sich zu Fuß auf den Weg gemacht, da ihnen die Nutzung ihrer Fahrzeuge in der Stadt verboten wurde. Die Terroristen haben seit Jahresbeginn bereits die Stadt Fallûğa und weite Teile der westirakische Provinz al-Anbâr unter ihre Kontrolle gebracht. Von dort aus planen sie regelmäßig Angriffe gegen die Hauptstadt Bagdad [Baġdâd]. Auch die Grenze zu Syrien wird in weiten Teilen von ISIS kontrolliert. (http://german.irib.ir/nachrich-ten/nahost/item/261339-vormarsch-der-isis-terroristen-im-irak) Inzwischen seien sogar die Behörden bereit, die Ausgabe von Waffen an Bürger zu genehmigen, um sich zu Abteilungen von Freiwilligen zur Bekämpfung der regierungsfeindlichen Kräfte zusammenschließen, verlautbarte Premier al-Mâlikî. Hierfür habe die Regierung einen speziellen operativen Stab ins Leben gerufen, um diesen Prozeß zu kontrollieren sowie Fragen der Bewaffnung und Ausstattung der Bürgermilizen zu klären. (http://german.ruvr.ru/news/2014_06_10/Iraks-Behorden-wollen-Waffen-an-die-Einwohner-ausgeben-die-die-Freischaler-bekampfen-mochten-4982/)
Al-Qāʿida-Führer Aiman aẓ-Ẓawāhirī (Aiman Al-Zawahiri) rief per Videobotschaft den in Syrien gegen die säkulare Regierung und andere säkulare Vertreter kämpfenden Flügel [d.i. ISIS] auf, aus Syrien in den Irak zurückzukehren. Da ISIS dort auch allen anderen Rebellen-Gruppen, wie z.B. Ğabhatu_n-Nuṣra, den Kampf angesagt habe, habe dies zu Zwietracht und Schwächung der anti-Regierungskräfte geführt. Wörtlich meinte aẓ-Ẓawāhirī: „Die fehlende Koordination und die Zwietracht unter den extremistischen Gruppen in Syrien sind eine goldene Gelegenheit für Assad.“ Seine Kritik galt besonders dem ISIS-Führer Abû Bakr al-Baġdâdî (Abubakr Al-Baghdadi): er habe fahrlässig gehandelt. Statt Zwietracht zu säen, solle er seinen Einsatz im Irak verstärken. Schließlich hätten die [feindlichen] Šîʽiten schon mit dem Iran einen Staat für sich eingenommen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/259133-aiman-al-zawahiri-irakische-al-kaida-truppen-sollen-aus-syrien-zur%C3%BCck).
Zur Freude auch der Syrer gelang es irakischen Armeehubschraubern am Sa., 26.4.2014, an der gemeinsamen Grenze einen aus Wâdî Suwab kommenden ISIS-Konvoi aus acht Tankwagen mit Nachschub an Treibstoff für ihre Kampfgenossen im Irak bei einem Angriff bereits über syrischem Territorium nahe dem Grenzübergang Bûkamâl auszuschalten und acht der Terroristen dabei zu töten. (s. http://german.ruvr.ru/news/2014_04_27/Irakische-Militars-toten-Terroristen-in-Syrien-Innenministerium-des-Irak-6620 sowie http://german.ruvr.ru/news/2014_04_27/Irakische-Militars-toten-Terroristen-in-Syrien-Innenministerium-des-Irak-6620 und http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/04/27/iraqi-military-hits-jihadist-fuel-convoy-in-eastern-syria/). – Mittels terroristischer Aktionen in der irakischen Provinz al-Anbâr versucht die Terrorgruppe ISIS ein islamisches Emirat über die Landesgrenze hinweg zu erstellen. Die irakische Regierung bekämpft dort denselben Feind wie die syrische Regierung auf ihrer Seite der gemeinsamen Grenze. Beide Regierungschefs sind sich über die Bekämpfung der Terrorgruppe einig, auch wenn es im konkreten Fall keine vorherige Absprache gab. Auf die Tatsache, daß die die syrischen Ölfelder ausbeutenden Extremisten den Rohstoff über die Landesgrenzen an Verbündete liefern, wurde schon hingewiesen (vgl.u.).
In einem Fernsehgespräch befaßte sich der irakische Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî (Nuri Maliki) am 21.4.2014 abends mit den Aktionen Saudi-Arabiens gegen Syrien und hob hervor, daß die Regierung jenes Landes immer noch die Illusion von einem Umsturz des syrische Regierungssystems hege. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/258567-nuri-maliki-saudi-arabien-bildet-sich-immer-noch-ein,-das-syrische-regierungssystem-umzust%C3%BCrzen).
Am 12. und 13.3.2014 findet in Bagdad eine internationale Konferenz zur Terrorbekämpfung statt. Dazu General Ghassem Atta[QāsimʿAṭṭā ?], Sprecher der Anti-Terror-Konferenz und Operationsleiter des irakischen Geheimdienstes: „Vertreter von 40 Ländern u.a. der Mitglieder des UN-Sicherheitsrats, der UNI, der Arabischen Liga, der Islamischen Konferenzorganisation, der EU sowie der Interpolchef nehmen an dieser Konferenz teil.“ Vier Themengruppen gilt es zu besprechen: Die internationale Zusammenarbeit in der Terrorbekämpfung, agitatorische Medien, Zuhilfenahme der Erfahrungen anderer Staaten bei der Terrorbekämpfung und die Art und Weise des Vorgehens. Saudi-Arabien und Qaṭar allerdings boykottierten die Konferenz. Beide Staaten waren mehrfach (vgl.u.) der Unterstützung von Terroristen beschuldigt worden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/255962-40-l%C3%A4nder-bei-der-internationalen-konferenz-zur-terrorbek%C3%A4mpfung-im-irak).
Im Interview mit dem Fernsehsender France24 warf der irakische Premierminister Nûrî al-Mâlikî der Regierung von Saudi-Arabien und Qaṭar vor, dem Irak praktisch den Krieg erklärt zu haben, indem sie das Land sowohl direkt als auch via Nachbarland Syrien angriffen. Dies geschehe mittels der von beiden Regierungen politisch, finanziell, informationell und durch Waffen unterstützten Rebellen. (http://german.ruvr.ru/news/2014_03_09/Saudi-Arabien-und-Katar-kundigen-Krieg-gegen-Irak-an-irakischer-Premier-4697/).
Laut Sûmariyya News bekräftigte der irakische Minsterpräsident al-Mâlikî am Sonntag erneut: „Saudi Arabien gesteht seine Fehler hinsichtlich Unterstützung der Terroristen nicht ein, denn es ist selbst gefangen in den Stammesverhältnissen und Banden. Terrorgruppen in Syrien fühlen sich als Sieger, denn sie werden von manchen Ländern unterstützt, so dass Katar, die Türkei und Saudi Arabien ihre Grenzen auf [besser: für] diese Terroristen eröffnet haben.“ (Hhg. blogseits). Der Terror sei noch präsent und Ausgangspunkt ist Saudi Arabien. Es lägen Berichte vor (vgl.u.), denen zufolge die Terroristen versuchen, den „Islamischen Staat im Irak und aš-Šām“ an den Grenzen zwischen Syrien und dem Irak auszurufen, denn in diesen Ländern ist Öl vorhanden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/253320-maliki-saudi-arabien-ist-ausgangspunkt-des-terrorismus).
Masʽûd Barzânî, Präsident der autonomen Region Kurdistan im Nordirak, unterstrich am 21.1.2014 einerseits die Chancen der Genf-II-Friedenskonferenz, andererseits sei aber die Lage in Syrien ausgesprochen besorgniserregend. Die Fortsetzung der Gewalt in diesem Land habe sich negativ auf den Irak und die Region Kurdistan ausgewirkt. Die Mitglieder von al-Qāʿidaseien weitgehend in Syrien aktiv und dies bedeute eine ernsthafte Gefahr auch für die Kurdengebiete in Irak. Unter keinen Umständen dürfe man zulassen, daß die Extremisten in Syrien an die Macht gelangten. Barzânî erklärte, daß die Gruppe FSA (sog. Freie Syrische Armee) für die Verwaltung dieses Landes nicht geeignet sei. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/252895-masoud-barzani-von-genf-2-konferenz-ist-nicht-viel-zu-erwarten, Hhg. blogseits).
ISIS–Mitglieder mit Herkunft aus Ägypten, Tunesien, Libyen und anderen arabischen und nicht-arabischen Ländern haben die syrischen Grenzen überquert und sind in der irakischen Provinz al-Anbâr (vgl.u.) eingetroffen, um dort gegen die Landes-Armee zu kämpfen, teilte der Vorsitzende des irakischen Erwachensrates, Aḥmad Abû Riša (Ahmed Abu-Rusche), mit. Mit 150 Fahrzeugen seien sie in den Westen des Irak eingefallen. Gefängnisflüchtige hätten sich dabei den Terroristen angeschlossen. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/252720-mitglieder-des-isla-mischen-staates-von-irak-verlegen-sich-aus-syrien-in-die-irakische-provinz-al-anbar).
Hinsichtlich der vorgebrachten Klagen gegen die saudische Regierung, sie unterstütze Terroristen im Land, was zuletzt der irakische wie die syrische Präsident je für ihr Land und auch Präsident Putin zur Sprache brachten (s.u.), versprach UN-Generalsekretär Ban Ki-moon am 14.1.2014 nach seinem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nûrî al-Mâlikî (Nouri Maliki): „Ich werde mich intensiv um diese Angelegenheiten kümmern und diesbezüglich mit den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates sprechen.“ (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/252432-uno-untersucht-die-rolle-saudi-arabiens-bei-den-terroraktionen). – Letzten Anlaß gab die Inhaftierung des saudischen Terroristen Mağîd al-Mağîd (Madsched Al-Madsched), Führer derin Syrien gegen die säkulare Regierung kämpfenden ʽAbdullâh-ʽAzâm– (Abdullah-Ezam-) Brigaden, in Beirut.
Etwa 4 -5.000 Staatsangehörige europäischer Länder sind laut belgischem Geheimdienst an den Terroranschlägen in Syrien und dem Irak beteiligt. Einige davon seien Belgier, die binnen der letzten Wochen blutige Angriffe im Irak durchgeführt hätten, berichtete das Nachrichtenportal Aš-Šarq al-Awṣat am 11.1.2014 unter Berufung auf den belgischen Geheimdienstes. Demnach kämpfen gegenwärtig etwa 200 Menschen mit belgischen Pässen in Syrien und dem Irak. Die Warnungen vor der täglich zunehmenden Zahl von europäischen Terroristen in Syrien haben zur Besorgnis der Geheimdienste in europäischen Ländern geführt. (http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/252022-5000-europ%C3%A4er-arbeiten-mit-terroristen-in-syrien-und-irak-zusammen, vgl. dazu Angaben in Syrien Teil I).
Die Klagen der Staatspräsidenten Putin und Dr. al-Assad wie von syrischen Demonstranten vor den UN gegen Saudi-Arabien als Terroristen-Unterstützer (vgl.u.) erhalten neue Nahrung bzw. Bestätigung: Die Gruppierung Islamischer Staat im Irak und aš-Šām[ISIS] erhält finanzielle Unterstützung von Saudi-Arabien, gestand ein Mitglied, das von irakischen Sicherheitskräften festgenommen worden war, berichten lokale Medien. Die Gruppe soll von den saudischen Behörden 150 Millionen US-Dollar für die Organisation einer bewaffneten Meuterei in der Provinz al-Anbar erhalten haben. ISIS gilt als eine der wichtigsten regionalen al-Qāʿida-Filialen. Neben dem Irak ist sie auch im benachbarten Syrien aktiv. Die Kämpfer verfügen über schwere Waffen, die auf geländegängigen Fahrzeugen stationiert sind. (http://german.ruvr.ru/news/2014_01_10/al-Qaida-bekommt-Geld-aus-Saudi-Arabien-7174/). Laut german.irib handelt es sich bei dem „Mitglied“ um einen Kommandeur der Truppe, dessen Geständnis gegenüber dem irakischen Geheimdienst Istiḫbarât (Estekhbarat) erfolgte. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/251986-terroristen-im-irak-erhalten-finanzielle-unterst%C3%BCtzung-von-saudi-arabien).
Da die Muğâhidûn der Terrororganisation ad-dawlatu_l-islāmīya fī_l-ʿirāqi wa_š-šām, zu deutsch: Islamischer Staat im Irak und aš-Šām(ISIS), ein al-Qāʿida-Verbündeter, grenzübergreifend in Syrien wie dem Irak ein islamisch-theokratisches Emirat zu installieren beabsichtigen (vgl.u.) und hierzu erst die irakische Stadt al-Faluğa (Falludscha) eroberten – vgl.: Irak: Stadt Falludscha in Islamistenhand – Einwohner flüchten – forderte der Chef der irakischen Nationalallianz, Ibrâhîm Ğaʽfarî (Jafari), laut as–Sûmariyya News am Mittwoch – ebenso wie der syrische Präsident Dr. al-Assad zuvor (vgl.u.) die regionalen Länder und internationalen Organisationen auf, mit dem Land beim Kampf gegen den Terrorismus zusammenzuarbeiten. Er fügte hinzu, daß das Land mit modernen Waffen ausgerüstet werden müsse. Auch die Zentren zur Ausbildung von Terroristen in den Ländern, die diese Gruppen unterstützten, müßten geschlossen werden. (http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/251900-chef-der-irakischen-nationalen-allianz-fordert-stopp-von-terroristenunterst%C3%BCtzungen).
Gemäß einem Kommentar aus dem russischen Außenministerium hängen auch die anhaltenden, in der letzten Zeit fast täglichen Terroranschläge mit zahlreichen Opfern im Irak mit den durch die Muḥağidîn verschiedener Gruppen geschürten Unruhen in Syrien zusammen. „Wir halten die Anstiftung zu religiösem Hass für inakzeptabel. Wir sind nach wie vor überzeugt, dass die aktuelle Welle der Gewalt im Irak auch eine regionale Dimension hat, verursacht vor allem durch die Ereignisse im benachbarten Syrien“. (http://german.ruvr.ru/news/2014_01_06/Gewaltausbruch-im-Irak-mit-Geschehnissen-in-Syrien-verbunden-Russlands-Au-enamt-9468/).
Einer der Führer von ISIS, Abû ʽAbdu_r-Raḥmân al-Baġḍâḍî (Abu Abdul Rahman al-Baghdadi), ist derweil in Ramâdî im Irak von den auf Seiten der Regierungstruppen gegen al-Qāʿidaund dessen Ableger kämpfenden Milizen getötet worden. (http://german.ruvr.ru/news/2014_01_03/Extremisten-Anfuhrer-im-Irak-erschossen-5897/).
Rückblickend gesehen garantierten die Grundsätze der Baʽṯ-Partei jahrzehntelang im Irak vor Einmarsch der US-Truppen ein möglichst friedliches Nebeneinander aller religiöser Gemeinschaften, Frauenemanzipation, Bildung für alle und Aufschwung in der Region. Im Vgl. dazu heißt der Wahlspruch des heutigen irakischen Staates, der seither auch die Flagge ziert: „Allâhu akbar„!





































































































































































































































































































































































































































































































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