Einer der wichtigsten Rechtsgrundsätze lautet: “audiatur et altera pars“. Dem soll mit diesem Beitrag zum neuerlich ausgebrochenen Irak-Konflikt infolge der IS-Invasion Rechnung getragen werden. Ziel ist, eine möglichst breite Basis an Informationen für eine eigene Meinungsbildung zur Verfügung zu stellen.

——————————

 

Zu den grundsätzlichen, von Zeit zu Zeit jedoch massiven Postingproblemen s. hier


Häftlinge, Quelle: taz

Gemäß Landesrecht sind nach Angaben des Justizministeriums im Südirak 38 gefangengesetzte IS-Kämpfer hin­gerichtet worden, wie The Independent am Do., 14.12.2017, meldete. Weitere zehntau­send wegen IS-Affiliierung Angeklagter säßen derzeit in Haft. (https://sptnkne.ws/gmVW) – Im Gegensatz zu Syrien gibt es im Irak kein im Anschluß an die immer wieder verlängerten präsidialen Amnestie-Erlasse von Dr. al-Assad (ab Teil I) von der Regierung veranlaßtes Rekonziliierungsprogramm (s. ab Teil II).

Wie schon im Themenstrang (Thread) zu Syrien bemerkt, hat der Deutsche Bundestag am 12.12.2017 die Auslandsmission Bundeswehr als NATO-Mitglied verlängert, darunter auch diejenige zur Unterstützung der Pîšmarga (Peschmerga, zu deren Einordnung s.u.!) im Nordirak. (http://parstoday.com/de/news/germany-i34851-bundestag_verl%C3%A4ngert_bundeswehr_einsatz_in_afghanistan) – Dies widerspricht auch im Irak jeglicher Logik gemessen an der jüngsten Entwicklung im Land. S. dazu daher bzgl. Syrien.

Armee gegen den IS, Photo: SANA

Nach Auskunft des Kommandanten der Militäroperationen der Provinz Kirkûk, Generalmajor ʽAlî Fâḍil ʽImrân, informierte as-Sûmariyya News  über die Tötung von zwei IS-Terroristen im Gebiet von al-Ḥawîğa während der Säuberungsaktionen der Streitkräfte.
Zum anderen wurden sechs Iraker in der Nähe eines beliebten Cafés bei der alten Diyâlâ-Brücke südöstlich von Bagdad durch die Detonation eines Sprengsatzes verwundet.  (https://www.sana.sy/?p=675921 vom 13.12.2017)

Gemäß Aussage von Saʽd al-Ḥadîṯî, dem  Sprecher des Büros des Ministerpräsidenten, vom 12.12.2017  sind seit Anfang 2016 2,5 Millionen Iraker wieder in ihre Wohnhäuser zurückgekehrt. Sodann wies er darauf hin, daß zur Sicherung weiterer Rückkehrer die Säuberung der befreiten Gebiete von Minen und Spreng­sätzen weitergehe.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34809-2.5_millionen_irakische_fl%C3%BCchtlinge_kehren_in_ihre_h%C3%A4user_zur%C3%BCck)

Konstantin Kossatschow, Photo: rbth

Die irakische Regierung hat durch ihren Botschafter in Moskau, Ḥaidar Manṣûr Hâdî al-ʽAḏârî, einen formellen Antrag an die russische gestellt, eine Einladung für irakische Vertreter zur Teilnahme an der 8. Astana-Konferenz auszustellen. Entgegengenommen hat ihn Konstantin Kosatschew, der Vorsitzende des Komitees für auswärtige Angelegenheiten beim Russischen Föderationsrat während eines Treffens. Schließlich teile der Irak eine Reihe von Erfahrungen mit seinem Nachbarstaat, zu dem traditionell enge, gute Verbindungen bestünden. Das sollte bei der Findung einer politischen Beilegung der Krise nützlich sein. (https://sana.sy/en/?p=121069, https://www.sana.sy/?p=675386 vom 12.12.2017)

Im Zentrum von Bagdad fand am So., 10.12.2017, eine Militärparade mit Teilnehmern aller an der Bekämpfung des IS beteiligten Fraktionen der Streitkräfte infolge der Erklärung zum Sieg vom Vortag (s.u.) durch den Ministerpräsidenten statt. (http://www.sana.sy/?p=673910 mit Bezug auf as-Sûmariyya News)

Kommandeur ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Quelle: twitter

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  verkündete am 9.12.2017 während der Internationalen Medienkonferenz in Bagdad laut as-Sûmariyya News das Ende des Krieges gegen den IS im Irak wie die vollständige Kontrolle über die Grenze Syrienzu Syrien. „Unser Kampf galt einem Feind, der unsere Zivilisation auslöschen wollte, aber wir haben gesiegt durch unsere Einheit und unsere Entschlossenheit und so waren wir in kurzer Zeit in der Lage, dem Unter­drücker eine Niederlage zu bereiten.“, äußerte al-ʽAbâdî.  Zuvor hatte Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant der Operationen am  oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, gegenüber as-Sûmariyya News die Beendigung der Befreiung des gesamten irakischen Territoriums von der IS-Terrororganisation bekanntgegeben. Den vereinten Streitkräften sei es gelungen, die „Insel“ (al-Ğazîra)  zwischen Nînawâ und al-Anbâr mit Unterstützung der Luftwaffe von den Terroristen zu befreien einschließlich von mehr als 90 Dörfer und 16.000km2. Am Morgen des 9.12.2017 gab auch die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Beendigung ihrer Militäreinsätze im Bereich der Ğazîra wie in West-al-Anbâr an der Grenze zu Syrien – vom Grenzübergang al-Walîd bis zu dem von ar-Rabîʽa – an, die nun vollkommen gesichert sei. (http://www.sana.sy/?p=673483)
Kritisch zur Sieg-Erklärung äußert sich Kon­stantin Kossatschjow im Beitrag: Was hinter Verkündung des Sieges über IS in Irak steckt – Außenpolitiker

Trumps Ankündigung, Quelle: AP

Die Reaktion des Großayatullâh des Landes, ʽAlî Ḥussainī as-Sīstānī, auf die Ankündigung von US-Präsident Trump vom 6.12.2017 zur geplanten US-Botschaftsverlegung innerhalb Israels mitsamt ihren Implikationen scheint ebenfalls zu unterstreichen, was schon zur Bedeutung des Wortes al-Quds dargelegt worden ist (s. Syrien). Daß es um die Einforderung der  u.a. aus der UN-Resolution Nr.181 hergeleiteten Rechte der Palästinenser auch auf einen Teil von Jerusalem (Bait al-Muqaddas mit dem Ostteil, d.i. al-Quds) geht und nicht die Bezweiflung des Existenzrecht Israels unterstreicht die Formulierung in der Erklärung des Großayatullâhs vom 8.12.2017. Demnach verletze die Ankündigung Trumps vom 7.12.2017 (s. Syrien) die Gefühle von Millionen Arabern und Muslimen; dies ändere jedoch nichts an der Tatsache, daß al-Quds ein besetztes Gebiet sei, das ihren Eignern, den Palästinensern, zurückgegeben werden müsse, unabhängig davon, wie lange es dauere. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34609-gro%C3%9Fayatollah_sistani_verurteilt_trumps_schritt) – Die hervorgehobene Formulierung entspricht inhaltlich genau derer der UNSC-Resolution Nr.242.

Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî warnte angesichts der von US-Präsident Trump angekündigten Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem vor den möglichen schwerwiegenden Folgen einer solchen Entscheidung vor allem in der Region. Dezidiert erklärte er, wie as-Sûmariyya News  berichtete, kein Staat habe das Recht,  eine Besatzung, die  über UN-Reso­lutionen hinausgehe und die legitimen Rechte der Palästinenser beinträchtige, zu legiti­mieren. Er forderte die US-Regierung auf, die Entscheidung zu revidieren, die zu einer gefährlichen Eskala­tion der Lage führen könne, die den Extremismus fördere, eine dem Wachstum des Terrorismus förderliche Atmosphäre schaffe und Frieden und Stabilität in der Welt gefährde. Dem US-Botschafter in Bagdad, Douglas Seelman, ließ er eine entsprechende Protestnote zur Aushändigung an dessen Regierung zukommen, wie Ministeriumssprecher Aḥmad Maḥğûb bekanntgab.(http://www.sana.sy/?p=672362)

Nûrî al-Mâlikî, Photo: SANA

Vize-Präsident Nûrî al-Mâlikî (vgl.u.) kritisierte am 3.12.2017 die Äußerungen des französischen Präsidenten Macron während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem noch im Amt befindlichen Ministerpräsident der autonomen Kurdenregion des Iraks, Nêçîrvan Barzânî (vgl.u.), vom Vortag. Darin hatte Emanuel Macron gefordert, die irakische Regierung solle die bewaffneten Gruppen, darunter al-Ḥašd aš-Šaʽbî auflösen und entwaffnen.  Wie as-Sûmariyya News meldete, wies al-Mâlikî derartige Einmischungen in die inneren Angelegenheiten des irakischen Staates scharf zurück und stellte klar, daß es sich bei den al-Ḥašd aš-Šaʽbî um die im Kampf gegen den IS äußerst erfolgreichen Kampfverbände handele, die eine Institution des Staates zu dessen Sicherheit darstellten. Die Streitkräfte des Landes setzten sich wie die Bevölkerung  aus verschiedenen Konfessionen zusammen, die gemeinsam effektiv den Counterterrorismus durchführten bis zu dessen endgültiger Ausmerzung. Hierbei kooperiere man gerne mit befreundeten Staaten, die die Souveränität des Iraks achteten, wobei letzteres nicht aus Macrons Rede herauszulesen gewesen sei – entgegen der französischen Verfassung. (http://www.sana.sy/?p=669923) – Eine ganz ähnliche Verwahrung gegen Macrons Einmischungen und inakzeptable Forderungen war auch aus dem Büro von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî durch dessen Sprecher Saʽd al-Ḥadîṯî zu vernehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i34433-irak_kritisiert_aussagen_macrons_%C3%BCber_haschd_al_shaabi)

Gemäß den Worten vom Kommandanten der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gegenüber as-Sûmariyya News vom 2.12.2017 begann eine großangelegte militärische Operation im östlichen Teil der Provinz Diyâlâ, um dort IS-Zellen auszumerzen. Teil nehmen Armee- und Sicherheitskräfte, die Bundespolizei sowie al-Ḥašd aš-Šaʽbî. Die Aktion begann von zwei Achsen im an-Nadâ-Becken, 55km östlich der Stadt Baʽqûba. Al-Ḥašd aš-ŠaʽbîEinheiten – die Brigaden 15 und 53 – entdeckten zudem zwei Massengräber: im südlichen Sinğâr-Gebiet mit den Leichen ca. 80 Zivilisten und im Dorf Qâbûsî mit den Überre­sten von mehr als 20 Frauen und Dutzenden von Kindern, allesamt IS-Opfer. (http://www.sana.sy/?p=669549)

Streitkräfte unterwegs, Photo: Pars Today

Im Zug der Militäroperation, übrige IS-Nester auszumerzen, töteten die irakischen Streitkräfte in ʽAbbâsî, einem Teil des al-Ḥawîğa-Bezirks westlich von Kirkûk im Nordirak einige Terroristen, wie der Kommandant von Kirkûk, Generalmajor ʽAlî Fâḍil ʽImrân, gegenüber as-Sûmariyya News  bekanntgab. Zudem meldete ein Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî,  eine ihrer Einheiten habe einen IS-Angriff auf das Dorf al-Qûš Ğih unweit Qâra Taba (Kara Tepe) in NO-Diyâlâ vereiteln können. (http://www.sana.sy/?p=668710)

Vom Polizeikommando Diyâlâ gegenüber as-Sûmariyya News war am 29.11.2017 zu erfahren, daß Dörfer und Obstplantagen  im Bezirk al-Muqdâdiyya nordöstlich von Baʽqûba nach IS-Zellen durchkämmt wurden wie auch im Bereich der Dörfer Tûkal, Bâbilân, al-Harâmiša und Šâkarâk.

„Säuberungsoperation“ der Streitkräfte, Photo: SANA

Der Kommandant des Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, informierte darüber, daß 200 vertriebene Familien wieder in ihre Häuser in den Dörfern nördlich von al-Muqdâdiyya hätten zurückkehren können. Auch der Kommandant des Regiments der Stammeskämpfer von al-Karma in der Provinz al-Anbâr, Oberst Maḥmûd Marḍî, teilte mit, daß nach aufwendigem Minenräumen in das Umland von Bagdad vor dem IS geflohene Bewohner von des Bezirks al-Karma  und östlich von ar-Ramâdî nun heimkehren würden. (http://www.sana.sy/?p=668093)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî erklärte während einer Pressekonferenz vom 28.11.2017 den [an Syrien grenzenden) Westteil der Provinz al-Anbâr dank der erfolgreichen Militäroperation dort für frei vom IS, wie as-Sûmariyya News  berichtete. (http://www.sana.sy/?p=668025)

Während der laufenden Militäroperation zur Befreiung der Wüstenregionen vom IS (vgl.u.) entdecken Soldaten der Bodentruppen  laufend Öl-Depots des IS, welche bislang bei Aufklärungsflügen nicht haben verifiziert werden können. Die Behälter mit einem Fassungsvermögen von mehreren tausend Litern geraubten Öls sind in Erdlöchern versteckt. (https://sptnkne.ws/gdfw)

Türkische Bomber im Nord-Irak, Photo: Pars Today

In der Nacht auf Di., 28.11.2017, haben Bomber der türkischen Luftwaffe ungebeten von der Landesregierung und ohne UN-Mandat hierfür und damit völkerrechtswidrig 41 PKK-Objekte im N-Irak angegriffen und zerstört. (https://sptnkne.ws/gdbb)

Aus einer vom Pentagon am Mo., 27.11.2017, veröffentlichten Infografik geht hervor, daß sich – bezogen auf den 30. 9.2017 – im Land 8.900 US-Militärs aufhalten. (https://sptnkne.ws/gcVk)

As-Sûmariyya News berichtete am  26.11.2017 davon, die vereinten Truppen hätten vom IS die Kontrolle über 175 Dörfer, dazu fünf Brüc­ken, Grenzübergänge (?) und einen Flughafen zurückerkämpft, wobei vier Dörfer nörd­lich von Râwa lägen. Die Rückeroberungen betreffen ein Gebiet von 14.100km2  südlich vom al-Ḥaḍar-Bezirks bis nörd­lich von Râwa. Die IS-Terroristen hätten herbe Verluste erlitten. Zerstört worden seien  militärische Ausrüstung, dazu  elf automatische Maschinengewehre, sieben Motor­räder, 18 Autobomben bei Demonatge von über 1.000 Sprengfallen. Von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Operatio­nen am  oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, war zudem zu erfahren, bei den nordöstlich von Râwa gelegenen Dörfern habe es sich um al-Ḥumaima, Hîğî, al-Buġailîn und al-Waṭâ gehandelt und eine vom IS befreit Fläche von 740km2. Unterdessen gingen die Säuberungsaktionen weiter. (http://www.sana.sy/?p=666837)

Panzerwagen der Armee, Photo: SANA

Gemäß INA-Meldung vom 25.11.2017 befreiten die vereinten Streitkräfte in der zweiten Phase der schon erwähnten Militäroperation (s.u.) 25 Dörfer in der al-Anbâr-Wüste, wie der Sprecher der al-Anbâr-Stämme mitgeteilt hatte. Zuvor hatte al-Ḥašd aš-Šaʽbî berichtet, daß al-Qariyya im südlichen Bezirk von al-Ḥaḍar und ʽÎn Ṭarfâwî  nahe der Verbindungsstraße  zwischen den Bezirken al-Ḥaḍar  im Süden von Nînawâ und Râwa im westlichen al-Anbâr von der IS-Herrschaft durch die 2. Brigade zurückgewonnen worden seienKämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  vereitelten zudem einen IS-Angriff in der aṣ-Ṣiniyya-Wüste westlich des Baiğî-Bezirks. – Andererseits wurden zwei Iraker getötet, als sie eine vom IS mit einem Sprengsatz präparierte Stelle am Straßenrand vor dem Râwa–Krankenhaus passierten. – In den befreiten Gebieten komme es vermehrt zu Anschlägen, die sowohl viele Angehörige der Sicher­heitskräfte wie Zivilisten töteten.  (http://www.sana.sy/?p=665942)

In der zweiten Phase der Militäroperation im al-Ğazîra-Bereich, am oberen Euphrat und in der Wüste zwischen den Provinzen Ṣalâḥuddîn, al-Anbâr und Nînawâ gegen Reste von IS-Terrorzellen erkämpften die vereinten irakischen Streitkräfte die Kontrolle über die Dörfer Siyâḥ aḏ-Ḏîb, und ʽAbd ʽAlwân im SW der Nînawâ-Wüste wie über das Dorf Musailîla tief in der Wüste von al-Ğazîra gelegen und den Bezirk al-Mâliḥa at-Tâbiʽa  bei Baiği in N-Ṣalâḥuddîn zurück. Darüber gab der Sprecher der 33. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Ḥaidar Muḥammadâwî, am 23.11.2017 gegenüber Nachrichtenagentur INA Auskunft. (http://www.sana.sy/?p=664890)

Auf Terroristenjagd, Provinz Ṣalâḥuddîn, Photo: SANA,

Während der o.e. Operation wurden gemäß Bericht von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Operationen am  oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich bereits mehr als 5800km2 und 77 Dörfer vom IS durch Einheiten der Armee, der Bundespolizei und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  unter Deckung der Luftwaffe befreit. U.a. wurde die Kontrolle über die Brücke Umm al-ʽAqârib  und den Ğanîf-Flughafen im südlichen Bezirk  von al-Ḥaḍar zurückgewonnen. Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî konnte vermelden, daß seine Einheiten drei vielbenutzte Brücken und den Zugang zum Wâdî aṯ-Ṯarṯâr, das die Provinzen Ṣalâḥuddîn, al-Anbâr verbindet, vom IS erobert hätten. (http://www.sana.sy/?p=665295 vom 23.11.2017)

Beim Treffen mit UN-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard mit Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī Sīstānī (vgl.u.)  in Bagdad am Di., 21.11.2017, erklärten beide die Rolle des jeweilig anderen (im Falle von Frau Callamard die UN) für die Stärkung der Kultur von Frieden, Freundschaft und friedlicher Koexistenz im Irak für bedeutsam. Der Groß-Ayatullâh bemerkte dazu: „Die irakische Gesellschaft ist für die Lösung der Probleme nach der Beseitigung der von der IS-Terrormiliz ausgehenden Gefahr, in verschiedenen Bereichen auf UN-Hilfen angewiesen.“ Eine friedliche Koexistenz werde von allen Irakern begrüßt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34015-gro%C3%9Fayatollah_sistani_fordert_st%C3%A4rkere_rolle_der_uno_im_irak)

Fahnen des Iraks und der Kurdenregion, Photo: SANA

Das oberste Gericht hat am 20.11.2017 das am 25.9.2017 (s.u.) durchgeführte kurdische Sezessionsreferendum nach eingehender Prüfung für verfassungswidrig und damit ungültig erklärt. Im Weiteren rief das Gericht dazu auf, sämtliche verfassungswidrigen Handlungen zu unterlassen.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33937-al_abadi_begr%C3%BC%C3%9Ft_annullierung_des_referendums_in_der_irakischen_kurdenregion_durch_das_h%C3%B6chste_gericht)

Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm äußerte während einer Pressekonferenz vom Mo., 20.11.2017, in Kuwait, Sicherheit und Stabilität in Syrien habe die gleichen Auswirkungen auf den Irak. Die Erfolge in Syrien bei der Terrorismusbekämpfung bahnten den Weg für den innersyrischen Dialog abseits von dem, was gewisse Seiten Syrien gerne aufoktroyiert hätten.  (http://sana.sy/en/?p=118751, http://www.sana.sy/?p=663136)

Terrorangriff, SANA (Archivphoto)

Am Morgen des 20.11.2017 kam es im westlich gelegenen Bagdader Vorort Abû Ġuraib zu einem Bombenanschlag. Ein Sicherheitsbeamter gab dazu bekannt: „Die Bombe explodierte  in der Nähe eines Ladens im Bagdader Vorortviertel Abu Ghraib„. Vier Bürger wurden dabei verletzt. Entsprechende Warnungen hoher Kommandierender und Politiker des Iraks wie Syriens zunehmender wahlloser Terroranschläge in beiden Nachbarländern seitens Angehörigen der zerschlagenen  Terrororganisationen schienen sich zu bewahrheiten.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33929-vier_verletzte_bei_explosion_im_westen_bagdads)

Generalmajor ʽAlî ʽUmrân, Kommandanten für die Militäroperation im Bereich Kirkûk, berichtete der Nachrichtenagentur INA, Sicherheitskräfte hätten den bei der Rückeroberung von wie Kämpfer von al-Ḥawîğa im letzten Monat geflohenen IS-Kämpfern nachgespürt und mindestens 30 davon in  der Gegend von al-Batîra nördlich von az-Zâb getötet und deren Versteck mit etlichen Sprengstoffgürteln zerstört. Zum anderen informierte ein Mitglied von Ḥašd aš-Šaʽbî darüber, daß wieder ein Massengrab mit vom IS ermordeten Zivilisten gefunden worden sei und zwar beim Dorf al-Kîṣûma nahe Aḏarbân  nördlich von Ğabal Ḥamrîn. (http://www.sana.sy/?p=662926 vom 20.11.2017)

Bombenexplosion in Râwa, Photo: SANA

Laut einer Meldung von as-Sûmariyya News wurden in der Stadt Râwa am So., 19.11.2017, ein Offizier und drei Soldaten durch Sprengsätze getötet, die die Terroristen in einem Haus angebracht hatten. (http://www.sana.sy/?p=662598)

Am 19.11.2017 vereitelten Streitkräfte der Armee und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen ISAngriff am Grenzübergang Tal Ṣufûk nach Syrien nach für den Feind verlustreichen Kämpfen.  – Ein am Straßenrand nahe eines belebten Marktes im Gebiet von ar-Raḍwâniyya westlich von Bagdad detonierender Sprengsatz führte zur Verwundung von drei passierenden Personen. (http://www.sana.sy/?p=662309)

Sieg über den IS, Photo: SANA

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant der Operationen am  oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, gab am 17.11.2017 gegenüber  as-Sûmariyya News bekannt, daß der letzte IS-Stützpunkt mit der Stadt Râwa im Euphrattal in Zusammenarbeit der Armee mit al-Ḥašd aš-Šaʽbî  und Clanmitgliedern vollständig zurückerobert sei. Damit ist die Grenzregion zu Syrien weitgehend gesichert. Zuvor wurden den Terroristen heftige Verluste an Kämpfern und Ausrüstung beigebracht. Einige flüchteten sich auch wieder in die Weiten der Wüste.
Innenminister Qâsim al-Aʽrağî verkündete darauf das militärische Ende der IS-Terrororganisation im Irak. (http://www.sana.sy/?p=661386)
Dennoch machte Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî  deutlich, daß die vereinten Sreitkräfte weiterhin die Terroristen bis zu deren Ausrottung bekämpfen und die Grenzen sichern müssen. (http://www.sana.sy/?p=661679)

Vereinte Streitkräfte, Photo: Pars Today

Die irakischen Streitkräfte erkämpften sich am 16.11.2017, wieder die Kontrolle über die Gebiete von as-Saʽîdân und at-Tilâl im Bezirk Râwa im Westen der Provinz al-Anbâr, wie die Nachrichtenagentur INA meldete. Dem waren heftige Bombardements der Luftwaffe vorausgegangen.
Von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  war zu vernehmen, daß es den Volkswehrkämpfern gelungen war, einen  Terroristen-An­griff im al-Baʽâğ Bezirk im W der Provinz Nînawâ erfolgreich zurückzuschlagen.
Gemäß einer Polizeiquelle wurden  westlich von Bagdad drei Männer und eine Frau bei einer Explosion eines Sprengsatzes verwundet. (http://www.sana.sy/?p=660767)

Gemäß Mitteilung von Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, dem Kommandanten der Tigris-Operationen, vom 16.11.2017 sei eine militärische Operation zum Aufspüren von IS-Terrorzellen im Süden von Kanʽân  östlich von al-Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ gestartet worden. Teil nähmen Kontingente der Armee und Sicherheitskräfte, von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Stammesmitglieder unter Deckung der Luftwaffe.  (http://www.sana.sy/?p=660585)

UN-Generalsekretär Guterres, Photo: Pars Today

UN-Generalsekretär Guterres, Photo: Pars Today

Einem Schreiben von UN-Generalsekretär Antonio Guterres ist zu entnehmen, daß jener sich für Vermittlungen zwischen der Zentralregierung in Bagdad und jener der autonomen Kurdenregion auf Grundlage der irakischen Verfassung bereit erkläre. Dies war Erklärung vom Mi., 15.11.2017, zu entnehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i33812-uno_zur_vermittlung_zwischen_er­bil_und_bag­dad_bereit)

Die kurdische Regionalverwaltung hat am 14. 11.2017 bekanntgegeben, das Urteil  des höchsten Gerichts im Irak zum Sezessionsreferendum (s.u.) zu respektieren und daher an umfassenden nationalen Gesprächen teilzunehmen, zu denen die Zentralregierung immer wieder eingeladen hat. auch der kurdische Staatspräsident des Iraks, Fu´âd Maʽṣûm, unterstützt dieses Vorgehen nach wie vor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33825-iraks_pr%C3%A4sident_fordert_gespr%C3%A4ch_zwischen_bagdad_und_erbil)

Ministerpräsident vor Erklärung, Photo: Pars Today

Während einer Pressekonferenz in Karbalâ´ machte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 12.11.2017, die Summe zur Behebung der Schäden an Einrichtungen und Infrastruktur des Landes infolge des Wütens des IS überstiegen bereits 100 Mrd. US-$. Niemand in der Region könne sich vor Terror-Gefahr sicher fühlen. daher rief er deren Staats- und Regierungschefs zu einem baldigen Gipfeltreffen auf, um einer derartigen Krise vor­zubeugen und dem vorzubeugen, daß eine neue Generation mit extremistischem Gedankengut heranwachse. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33736-iraks_ministerpr%C3%A4sident_is_terrormiliz_hat_dem_land_schaden_in_h%C3%B6he_von_dutzenden_milliarden_us_dollar_verursacht)

Die irakische Luftwaffe vollführte am 12.11.2017 Angriffe auf vereinzelte IS-Trupps im Bereich von  Baʽqûba innerhalb der zusammen mit der  im gemeinsam Grenzbereich eröffneten Operation gegen verbliebene IS-Nester, wobei die SAA (syrisch-arabische Armee) weiterhin im grenznahen Bereich der Provinz Dair az-Zaur aktiv ist. (http://www.sana.sy/?p=658409)

Armee-Einmarsch, Photo: SANA

Den vereinten Streitkräften gelang am 12.11.2017 die Rückeroberung von insgesamt neun Arealen im Industriegebiet, im Bereich des Wohnkomplexes und der Vororte nördlich von Râwa in der westlichen Provinz al-Anbâr, wie as-Sûmariyya News berichtete.
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gab gemäß as-Sûmariyya News an,  die vereinten Streitkräfte würden derzeit im S von Baʽqûba/Provinz Diyâlâ in neun Bereichen IS-Zellen aufspüren und ausmerzen.
Infolge der Detonation eines nahe eines belebten Marktes im nördlichen Bagdader Stadtbezirk ğî versteckten Sprengsatzes wurden vier Personen verletzt.
Wenige Kilometer von der Stadt al-Ḥawîğa (s.u.) entfernt fanden die Streitkräfte aufgrund von Informationen von Einheimischen am 11.11.2017 eine Reihe von Massengräbern mit vom IS getöteten Personen. Sie waren teils erschossen, teils geköpft worden. Es dürfte sich insgesamt um mehr als 2.000 der momentan geborgenen Leichen handeln, wovon ca. 400 in der o.e. Gegend entdeckt wurden, teilte Râkân Saʽîd, der Gouverneur von Kirkûk, der Presse mit. (http://www.sana.sy/?p=658371)

Am Sa., 11.11.2017, begann morgens die großangelegte Militäroperation zur Befreiung von ar-Rumâna und Râwa in der westlichen Provinz al-Anbâr  aus den Händen des IS, wie as-Sûmariyya News  aufgrund einer Mitteilung einer Sicherheitskraft meldete. Hierzu hätten sich Einheiten der 7.  und die Führungsriege der 8. Armee-Division mit Stammeskämpfern von von mehreren Achsen aus der Stadt ar-Rumâna  genähert, unterstützt von der Luftwaffe.  Es gelang ihnen schließlich, in dieselbe einzudringen. (http://www.sana.sy/?p=657859) – Râwa (vgl.u.) ist noch ein dem IS verbliebener größerer Stützpunkt in der Nähe der Grenze zu Syrien.

Pîšmarga im Einsatz, Photo: Pars Today

Laut dem Sprecher des Finanzausschusses des kurdischen Parlaments im Gespräch mit Sputnik News werde die Zentralregierung in Bagdad für eine bestimmte Anzahl der kurdischen šmarga als Teil der Streitkräfte des Landes die Finanzierung übernehmen. Wörtlich übermittelte der Abgeordnete: „Die Föderale Regierung hat mehrmals erklärt, dass sie den Unterhalt von den nicht mehr als 45.000 bis 50.000 kurdischen Peschmerga-Soldaten auf sich nimmt. Dafür werden etwa 37 bis 40 Milliarden Dinar (circa 27 bis 29 Millionen Euro) ausgegeben.“ Gemäß ʽAbdul-Qâdir Muḥammad (Abdel Kader Mohamed)  als Mitglied des Finanzausschusses des o.e. Parlaments sehe der Haushalt für 2017 12,67% für diese Kosten vor. Offiziell bestünden die Pîšmarga aus 266.000 Personen, gemäß inoffiziellen Angaben jedoch aus 400.000. (https://sptnkne.ws/fUtv)

Nach Meldung der Nachrichtenagentur INA vom 9.11.2017, basierend auf einer Mitteilung durch Brigadegeneral Firâs al-Bayâtî, Kommandeur der al-ĞazîraStreitkräfte in der Provinz al-Anbâr,  haben die irakischen Streitkräfte die Kontrolle über das Gebiet al-Baġûz nördlich von al-Qâ´im zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=656966) –
– Damit hatte die Armee die Ausgangsposition für die gemeinsam mit der SAA von der syrischen Seite der Grenze her ausgeführte Befreiungsoperation von al-Bû Kamâl in Syrien erreicht.

Asâyiš, Quelle: dfr.gov.krd

Ḥâtim aṭ-Ṭâ´î (?, Sheikh Hatem Al-Taei), Bürgermeister von Kirkûk veröffentlichte eine erste Liste von 7.000 Einwohnern, die während der Zeit der kurdischen Besetzung durch die šmarga von der Asâyiš, der Geheimpolizei der Barzânî, festgesetzt und entführt wurden. Ziel der Kampagne seien Nicht-Kurden gewesen, vor allem Araber – Christen bzw. Sunniten – und auch Turkmenen. Legten die Familien dieser Beschwerde ein, seien ihre Verwandten endgültig „verschwunden“.  (http://www.voltairenet.org/article198672.html  vom 8.11.2017) – Zum Barzânî–Clan und der o.e. Besetzung vgl.u.!

Qaṭarî al-ʽUbaidî, Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der westlichen (an Syrien grenzenden) Provinz al-Anbâr, gab im Interview mit as-Sûmariyya News an, der Volkswehr zusammen mit Sicherheitskräften und Stammesmitgliedern ar-Rumâna, nördlich von al-Qâ´im aus der Gewalt des IS befreien konnten. In den letzten Tagen seien ebenso die Gegend von al-ʽUbaidî und Karâbila zurückerobert worden. – Andererseits kündigte Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, am 8.11.2017 den Beginn einer Groß- Operation östlich der Stadt al-Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ im Ostirak an. Gestartet wurde in der Gegend von Kanʽân östlich von al-Baʽqûba. – Zum anderen berichtete eine Polizeiquelle, daß vier Iraker verletzt wurden, als sie eine von den Terroristen an der Straße im Bereich der alten Diyâlâ-Brücke südlich von Bagdad passierten und diese detonierte. (http://www.sana.sy/?p=656221)

Gemäß Überprüfung und abschließendem Urteil des irakischen Bundesgerichtshofs vom 6.11.2017 hierzu enthält die Verfassung – sowohl Artikel 1 als auch weitere – keine Möglichkeit einer Abspaltung einzelner Landesteile. Demnach sind alle Bundesbehörden zur Aufrechterhaltung dieser Einheit verpflichtet. (http://www.sana.sy/?p=654994) – Hintergrund ist das v.a. von den beherrschenden beiden Familien der Kurdenregion angestrebte Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 mit seinen Auswirkungen (dazu vgl.u.!)
Infolge dieses Gerichtsentscheids rief Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  in einer von seinem Büro veröffentlichten Erklärung vom 6.11.2017 die „kurdi­schen Verant­wortlichen im Norden des Landes dazu auf, sich zur Wahrung der territorialen Integrität und  der Ver­fassung der Landes zu bekennen sowie die Entscheidungen des Obersten Gerichts zu re­spektieren.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33624-iraks_ministerpr%C3%A4sident_kurdenverwaltung_soll_separatisti-sche_bestrebungen_aufgeben)

Irakische Armee zieht in Stadt ein, Photo: SANA

Am Abend des 3.11.2017, bestätigte der Generalleutnant dann, daß mit Rückeroberung von al-Qâ´im eine der größten und wichtigsten Bastionen des IS im Westen des Landes [nahe der Grenze zu Syrien] wieder unter staatlicher Kontrolle sei. (http://www.sana.sy/?p=653779, http://parstoday.com/de/news/world-i33571-al_abadi_gratuliert_iraki­schen_b%C3%BCr­gern_zur_befreiung_der_stadt_al_qaim)

Nâẓim al-Birdân, Chef der Kreisverwaltung informierte am 3.11.2017 as-Sûmariyya News darüber, daß die vereinten Streitkräfte die westlichen Stadtteile at-Tanak,  as-Sakak von al-Qâ´im vom IS zurückerobert hätten. Eine andere Quelle meldete den Einmarsch der Truppen in Ġaza I und  den zentralen Stadtteilen von al-Qâ´im im W der Provinz al-Anbâr.  – Der Kommandant, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, machte zudem bekannt, daß Befreiungsoperationen in drei Bereichen in jenem Teil der Provinz begännen. (http://www.sana.sy/?p=653481)

Onkel und Neffe Barzânî, Quelle: milletpress.com

Nachdem sein Onkel Masʽûd Barzânî  endlich das Präsidentenamt, das er widerrechtlich seit Jahren okkupierte, kürzlich  zur Verfügung gestellt hat (vgl.u.), scheidet auch Nêçîrvan Barzânî als Ministerpräsident der Autonomen Kurdenregion aus dem Amt. (http://parstoday.com/de/news/world-i33530-barzani_beendet_laufbahn_als_pr%C3%A4sident_ira- kischer_kurdenregion) – Zur bestimmenden Rolle des superreichen Barzânî-Clans in dieser Region wie auch bei der IS-Invasion s.u.!
Pars Today (loc. cit.) stellt die konkreten Daten des „Präsidenten ohne Recht oder Titel“ (dazu s.u.) zusammen: Am 13.6.2005 wurde Masʽûd Barzânî  im kurdischen Parlament zum Präsidenten für vier Jahre, danach nochmals für vier Jahre am 25.7. 2009.Trotz Verbots einer dritten Amtsperiode gemäß der kurdischen Regionalverfassung ließ er sich jedoch  per Direktwahl nochmals im Amt bestätigen.  Das war der erste Verfassungsbruch, dem der zweite mit erneuter Verlängerung der Amtszeit um zwei Jahre folgte. Doch auch nach dem 19.8.2015 räumte Masʽûd Barzânî  nicht sein Amt, dieses Mal ganz ohne Pseudo-Legitimierung bis zum Parlamentsentscheid vom 29.10.2017 (s.u.).

Die vereinten Streitkräfte erkämpften die Kontrolle über die Regionen Ğarîğab und al-Kanîṭra al-Fayyâḍiyya im östlichen Distrikt von al-Qâ´im in der Provinz al-Anbâr-West von  den IS-Terroristen zurück, wie ein Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Qaṭarî as- Samarmad,  am 2.11.2017 gegenüber Nachrichtenagentur  واع [INA] bekannt machte. Dutzende Terroristen seien mitsamt deren Fahrzeugen, Autobomben und militärischer Ausrüstung beseitigt worden. Gemäß Generalmajor Nûmân az-Zûbaʽî seien damit 85% des al-Qâ´im-Distrikts zurückerobert. Eine Geheimdienstquelle verriet zudem, daß bei einem Luftwaffenangriff auf einen IS-Konvoi, der sich mitsamt dem sog. IS-Gouverneur (wâlî) von al-Qâ´im in Richtung syrischer Grenze auf der Flucht befand, dieser eliminiert wurde. (http://www.sana.sy/?p=652818)

Am 1.11.2017 zerstörte die Luftwaffe IS-Fortifikationen in den Dörfern Saʽda und al-Karâbila im Umkreis von al-Qâ´im/ in West-al-Anbâr, wie ein Spreche von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber der Nachrichtenagentur واع [INA] mitteilte. (http://www.sana.sy/?p=652344)

Parlament in Bagdad, Photo: Pars Today

Nachdem während des kurdischen Sezessionsreferendums (vgl.u.) von den Unterstützern israelische‚ Flaggen gehißt worden waren (zum Hintergrund s.u.!), nahm das Parlament in Bagdad am Di., 31.10.2017 eine Gesetzesvorlage an, wonach das Hissen dieser Flagge an öffentlichen Plätzen künftig als Gesetzesverstoß gilt. Außerdem berichtete as-Sûmariyya News von der Verabschiedung eines weiteren Gesetzes, das die Einrichtung von Sicherheitsposten bzw. die Stationierung von Streitkräften außer denen des Iraks auch in Kirkûk und den Kon­fliktgebieten untersagt. (http://www.sana.sy/?p=651958, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33513-irak_betrachtet_hissen_von_israelischer_flagge_als_gesetzesversto%C3%9F)

In der Kabinettssitzung am Dienstagnachmittag wurde der 15. Mai 2018 zum Termin der 4. Gemeinderats- und Parlamentswahlen bestimmt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33521-irak_15._mai_2018_als_termin_der_gemeinderats_und_parlamentswahlen_festgelegt)

Nach Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 31.10.2017 haben die vereinten Streitkräfte  im Westteil der Provinz al-Anbâr die beiden Ölfelder ʽAkâz I und II und die Orte Umm al-Walaf,  Ḥussain al-ʽAlî und Umm Tîna zurückerobert. Dsweiteren rücken sie in die Umgebung von ʽUbaidî östlich der Stadt al-Qâ´im vor. (http://www.sana.sy/?p=651718)

Während eines Telefonats mit dem britischen Außenminister Boris Johnson bemerkte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  am Sonntagabend, die kurdische Seite verhalte sich „langsam“ bei der Übergabe der Kontrolle des Landes an die Zentral­re­gierung. Er sei für eine friedliche Lösung der Krise, doch sei diese ohne die Unterstützung der irakischen Kräfte, welche die Spannungen verhindern, nicht möglich. Zudem konstatierte er: „Die irakische Regierung muss die Zugänge zum Öl-Export in die Türkei unter ihre Kontrolle bringen, ansonsten wird die Krise nur noch schlimmer„. Dabei wies er auch auf Kriegstreiber auf kurdischer Seite hin:  „Die Zentralregierung will keinen (sic!) Blut vergießen oder die Lage kritisch werden lassen. Einige in der irakischen Kurdenregion sowie die Par­teimedien in Erbil werben und verbreiten aber die Gewalt.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i33470-al_abadi_kontrolle_%C3%BCber_irak_ist_aufgabe_der_zentralregierung)

Parlament Arbîl, Photo: pinterest.com

Ebenfalls am So., 29.10.2017, beschloß das Parlament der Kurdenregion mit 70 Ja- und 23 Nein-Stimmen die Übertragung der Macht von Masʽûd Barzânî, des „Präsidenten ohne Recht oder Titel“, wie schon zutreffend kommentiert wurde (vgl.u., Marc Thörner und Thierry Meyssan), auf Regionalregierung, Parlament und Justiz. Während der Parlamentssitzung waren von draußen Schüsse zu vernehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i33462-r%C3%BCcktritt_barzanis_beschlossen)
Sky News Arabia meldete zur Schießerei, Anhänger von Masʽûd Barzânî versuchten während der Sitzung, das Parlamentsgebäude zu erstürmen. (https://sptnkne.ws/fPkH)

Der Sender al-Ḥada meldete am So., 29.10.2017, daß die infolge der Luftwaffenangriffe aus al-Qâ´im fliehenden IS-Terroristen samt Kommandeuren die Grenze überquerten und sich nach Syrien absetzten. (http://www.alhadath.net/alhadath/iraq/2017/10/29/%D9%85%D8%B5%D8%A7%D8%AF%D8%B1-%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D9%81%D8%B1%D8%A7%D8%B1-%D9%82%D9%8A%D8%A7%D8%AF%D8%A7%D8%AA-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D9%85%D9%86-%D8%A7%D9%84%D9%82%D8%A7%D8%A6%D9%85-%D8%A5%D9%84%D9%89-%D8%B3%D9%88%D8%B1%D9%8A%D8%A7.html)

Gemäß Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten  der Befreiungsoperation in West-al-Anbâr eroberten die Truppen einschließlich der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  am 28.10.2017 die Kontrolle über die Dörfer an-Nazûra, an-Nahîyya, al-ʽAmârî,  aṭ-Ṭazâliyya und Ratâğa vom IS zurück. Zuvor hatten die vereinten Streitkräfte etliche Positionen südlich von al-Qâ´im erobert, darunter landwirtschaftliche Betriebe, al-ʽAwâğî, Tankstellen, die Eisenbahn(station) 22 und 8km im Gebiet von al-Qâ´im nach Beseitigung Dutzender IS-Terroristen samt einer großen Anzahl von Autobomben. (http://www.sana.sy/?p=650125)

Exekutionen durch den IS, Photo: SANA

Im Bereich des unlängst befreiten al-Ḥawîğa (vgl.u.) hat die Armee ein weiteres Massengrab aufgespürt. „Es wurde ein Massengrab entdeckt, wo vorläufigen Angaben zufolge sterbliche Überreste von rund 50 Militärangehörigen und Polizisten liegen, die die IS-Kämpfer im Dorf Al-Bakara im Raum Al-Hawidscha hingerichtet hatten“, ließ die Armee mitteilen. (https://sptnkne.ws/fNNb)

Wie der Kommandeur der jüngsten Befreiungsoperationen gegenüber as-Sûmariyya News am Freitagabend, 27.10.2017, noch bekannt gab, wurden auch die Zementfabrik von al-Qâ´im zurückerobert und 43km der Straße nach ʽAkâšât unter Kontrolle genommen. Damit sei bislang eine Fläche von 301km2 vom IS gesäubert worden. Drei Autobomben und etwa 100 Sprengfallen wurden unwirksam gemacht und die Barrikaden der Terroristen zerstört. (http://www.sana.sy/?p=649970)

al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Photo: SANA

Nach Mitteilung eines Sprechers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom 26.10.2017 erkämpften sich die vereinten Streitkräfte in West-al-Anbâr bereits am ersten Tag jener Operation (vgl.u.) unter Deckung der Luftwaffe die Kontrolle über die Umgebung von al-Qâ´im,  die Straßenverbindung zwischen al-Qâ´im und ʽAkâšât,  Ğibâb, Labors, Projekte, an-Nâdira, al-Ḥasîtiyât, al-ʽAkara und al-Ḥaṣâ  sowie über Awdiyat an-Naṣr, ʽUbaid, al-Aġar und al-Ḥalqûm und Ğaḥîš auf der südlichen Achse von al-Qâ´im, dazu über die Saʽd Air Base, den Ğabal Mâsûs südlich von al-Qâ´im sowie die Phosphat-Fabrik und das Institut für Agrarforschung in al-Qâ´im,  die  T-1-Station und das Dorf Umm al-Waz auf dem Weg zur K-1 Militärbasis zurück. (http://www.sana.sy/?p=649436)

Laut einer Rudaw-Meldung haben die kurdischen Pîšmarga, die die irakischen Streitkräfte nicht mehr anzugreifen versprochen hatten (vgl.u.), einen Aufklärungsjet von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Teil der vereinten Streitkräfte bei der Bekämpfung des IS, um 7.00 Uhr früh am Do., 26.10.2017,  bei Šaila abgeschossen.  (https://sptnkne.ws/fMNg)
Später sollen sich laut dem in Bagdad befindlichen Sprecher der US-geführten Ko­alition, Ryan Dillon, die Pîšmarga dann zu einem Waffenstillstand bereit erklärt haben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33412-irak_peshmerga_und_armee_einigen_sich_auf_waffenstillstand_und_verhandlungen, vom 27.10.2017)

Ministerpräsident vor al-Qâ´im-Operation, Photo: SANA

Wie schon angekündigt (vgl.u.) hat nun, am 26.10.2017, auch der Ministerpräsident verkündet, daß die Befreiungs-Operation in West-al-Anbâr im Gebiet der Grenze zu Syrien beginne, wie as-Sûmariyya News meldet. Diese umfaßt laut dem Befehlshaber, Generalleutnant ʽAbdul­amîr Rašîd Yârullâh, die Gegenden von al-Qâ´im, Râwa und al-ʽUbaidî und Saʽda und al-Karâbila samt umliegenden Dörfern und den Phosphat- und Zement-Fabriken. und wird durch die vereinten Streitkräfte – wie gehabt – durchgeführt. (http://www.sana.sy/?p=649027)

Am Mittwochmorgen, 25.10.2017, trat Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî seine zweite Reise in die Türkei und den Iran an. Beide Länder hatten sich bzgl. des kurdischen Sezessionsreferendums auf die Seite der Zentralregierung gestellt (vgl.u.). Begleitet wird al-ʽAbâdî vom Innen-, Öl-, Planungs- und Energieminister sowie dem Berater für die nationale Sicherheit und weiteren irakischen Amtsträgern Es gehe um den Ausbau der jeweiligen Beziehungen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33377-iraks_ministerpr%C3%A4sident_beginnt_rundreise_in_t%C3%BCrkei_und_nach_iran)

Luftwaffe, Photo: SANA

Mit Flugblättern machten die vereinten Streitkräfte am Mi., 25.10.2017, die abschließende Offensive gegen den IS im Westen des Landes, bei der Bevölkerung bekannt. Darin hieß es: „Eure Sicherheitskräfte sind auf dem Weg, euch zu befreien.“ Es gilt noch, die beiden verbliebenen IS-Bastionen Râwa und al-Qâ´im (vgl.u.) zurückzuerobern. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33380-irak_k%C3%BCndigt_abschlie%C3%9Fende_offensive_gegen_is_im_westen_des_landes_an)

Nach Aussage des amtlichen Sprechers des Obersten Justizrats im Irak, Richter ʽAbdus-Satâr Bayraktâr, vom 24.10.2017, konnten die Sicherheitsdienste in Zusammenarbeit mit den Justizbehörden eine Terrorgruppe von zehn 10 Personen verhafteten, welche ihre Zugehörigkeit zum IS gestanden wie auch, einen Angriff mittels Chlorgas auf Zivilisten in einem Vorort von Bagdad vorbereitet und weitere in Bagdad geplant zu haben.  Wie INA berichtete, habe der IS bislang Chlorgas gegenüber der irakischen Armee in Mossul eingesetzt wie in der Provinz Ṣalâḥuddîn, was bei Dutzenden von Zivili­sten und Freiwilligen der irakischen Truppen in der Region zu Erstickungsanfällen und Vergiftungen geführt habe. (http://www.sana.sy/?p=648243)

Reste einer Kurdenfahne, Quelle: Reuter

Infolge der jüngsten Ereignisse (vgl.u.) hat die Regierung der autonomen Kurdenre­gion sich laut einer Rudaw-Meldung vom Di., 24.10.2017, zugesagt, die Umsetzung des [verfassungswidrig und auch sonst unredlich zustandegekommenen] Ergebnisses des Sezessionsreferendums vom 25.10.2017, zu beenden und Gespräche mit der Zentralregierung zur Beilegung der Kontroverse, wie von letzterer mehrfach angeregt (vgl.u.), zu führen. Andererseits forderte die Regionalregierung in Arbîl einen Stop jeglicher militärischer Vorgehensweisen an den Grenzen ihrer Region. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33370-irak_kurden_f%C3%BCr_stopp_des_referendumergebnisses)

Nach den diffamierenden Äußerungen von US-Außenminister Tillerson vom So., 22.10.2017, in ar-Riyâḍ gegenüber  der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (s.u.), machte dieser auf seiner Nahost-Reise am 3.10.2017, überraschend einen Zwischenstop in Bagdad und traf  Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî. Da laut laut (überwiegend westlichen) Medien inhaltlich nichts Neues dabei erörtert wurde, handelte es sich in gewisser Hinsicht offenbar um einen Wiedergutmachungsbesuch. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33360-iraks_pr%C3%A4sident_unterstreicht_einheit_des_landes_und_einhaltung_der_verfassung)

Zur Situation im Irak s.a. den aufschlußreichen Artikel: Jetzt auch im Irak: „Ami go home!“ (https://de.rt.com/1a2m vom 29.10.2017) – Die vom Autor erwähnten, auf unterschiedlichen (Augen-)Zeugenaussagen beruhenden Angaben über Unterstützungsleistungen für die (IS-)Terroristen bzw. deren Schonung infolge entsprechenden Einschreitens durch die US-geführte Koalition, sind bereits in diesem Thread schon  gelistet und dargelegt worden (vgl.u.!). Ähnliche Aussagen liegen überdies von verschiedenen Augenzeugen in unterschiedlichen (Kampf-)Gebieten von Syrien vor.

Kirkûk Erdölfelder, Photo: Pars Today

Wie bislang zusammengetragen und u.a. auch vom Auslandsjournalisten Marc Thörner und dem Politologen Th. Meyssan bestätigt, teilen sich seit Jahrzehnten die beiden kurdischen Clans Barzânî (Sitz in Arbîl) und Ṭalabānī (Sitz in Sulaimâniyya) die Macht und den (Öl-)Reichtum in der autonomen Kurdenregion des Iraks. Sie waren auch die Initiatoren des verfassungswidrigen Sezessionsreferendums vom 26.9.2017 (s.u.). Mit einem autonomen „Kurdistan“ erweitert um die von den Pîšmarga bis vor kurzem besetzt gehaltene ölreiche irakische Provinz Kirkûk (vgl.u.) hätten sie dann legal Zugriff auf die ganzen Ressourcen gehabt, die der irakischen Verfassung gemäß dem ganzen irakischen Volk zustehen. Die Wähler hätten überwiegend deshalb mit „Ja“ gestimmt, weil ihnen durch die Referendumskampagne von Masʽûd Barzânî, den Meyssan zutreffend als „Präsident ohne Recht oder Titel“ beschreibt [zum Sachverhalt s.u.!], entgegen den Tatsachen vorgemacht worden war, 80 Staaten der Welt – darunter die Regierungen der USA und von Frankreich, die ebenfalls beide dagegen eingestellt waren – die Schaffung des neuen Staates „Kurdistan“ in seinen erweiterten Grenzen unterstütz­ten. In Wirklichkeit unterstützte nur Israel dieses Projekt (zu den Gründen s.u.!). Dagegen hatte der iranische General Qâsim Sulaimânî (vgl.u.) davor gewarnt. Die mit Israel vereinbarte Ankunft von 200.000 israelischen Siedlern wie die Instal­lation (israelischer) Raketen im neuen „Kur­distan“ könnten einen neuen Krieg entfesseln. Die weiteren Vorgänge sind bekannt (vgl.u.). U.a. flohen bei Ankunft der Armee in den Provinz Kirkûk innerhalb zweier Tage mehr als 100.000 Kurden, die zuvor von dort die einheimische Bevölkerung vertrieben und sich in Abstimmung mit dem IS dann selbst dort angesiedelt hat­ten – die internationale Gemeinschaft hatte darüber – einschließlich der Mainstream-Medien – mit Stillschweigen hinweggesehen. Dank der – auch begrenzten militärischen – Maßnahmen der Zentralregierung konnten die ursprünglichen arabischen Bewohner, Christen wie Muslime, wieder in ihre Heimatgebiete zurückkehren. Da hätten die irakischen Kurden die „Maskerade der manipulierten Wahlen“ zum Sezessionsreferendum endlich durchschaut und erkannt, daß „die Barzani und Talabani ihnen blauen Dunst vorgemacht“ hatten. Denn „Kein Land – mit Ausnahme von Israel – kann die Schaffung eines neuen Staates mittels Annexion und ethnischer Säuberung zulassen.“ Masʽûd Barzânî wird nun nicht mehr eigenmächtig – wie bislang (vgl.u.) – das Amt des Präsidenten der Kurdenregion für sich behaupten könne, während der Ṭalabānī -Clan sich plötzlich „vorsichtig von der illegitimen Macht von Erbil distanziert“ habe.
Schließlich listet Th. Meyssan auf, was „die westlichen Medien, die die Diktatur der Barzani fortlaufend unterstützt haben, verschwiegen“, nämlich: politische Morde an ihren Gegnern; die Unmöglichkeit, Wahlen abzuhalten, wohl aber die Möglichkeit, ein Referendum abzuhalten; ihre Absprache mit der Regierung Israels; ihre Vereinbarung mit dem IS; ihre Verantwortung am Völkermord der jazidischen Kurden; die Annexion von 80 % ihres Territoriums in wenigen Jahren; die darauf folgenden ethnischen Säuberungen; die aktuellen Entwicklungen. (http://www.voltairenet.org/article198504.html vom 24.10.2017)

Die schon früher im Syrien-Thread erwähnte Aktivistin „Syrian Girl“ hat auf ihrem You Tube-Kanal einerseits von einer Belagerung einer christlichen Stadt in der autonomen Kurdenre­gion des Iraks durch kurdische Kräfte berichtet wie auch von Absprachen zwischen den kurdischen Streitkräften, den Pîšmarga, mit dem IS, was erneut diese Fakten untermauert. (s. https://www.youtube.com/watch?v=BrnGnVkon4c&feature=youtu.be&t=228)

Bundeswehr unterstützt weiterhin Pîšmarga, Photo: Pars Today

Trotz der gespannten Lage  in der Kurdenregion – seit dem verfassungswidrigen Sezessionsreferendum, vgl.u.! hat die deutsche Bundeswehr (s.u.) Order, ihre seit 2014 andauernde Ausbildungsmission der Pîšmarga im Nord-Irak nach nur kurzfristigem Stop wiederaufzunehmen. Dabei hatte das kurdische Nachrich­tenseite Rudaw gemeldet, daß bei den jüngsten Gefechten durch die šmarga auch die Panzerabwehrwaffe Milan, die für die Bekämpfung des IS gedacht war, gegen Regierungssoldaten eingesetzt worden war, was auch Militärs aus Bagdad bestätigten.  (http://parstoday.com/de/news/germany-i33330-bundeswehr_nimmt_ausbildung_von_kurden_k%C3%A4mpfern_wieder_auf vom 23.10.2017) – U.a. hatte das Operationskommando der vereinten irakischen Streitkräfte mitgeteilt, die Pîšmarga hätten am Fr., 20.10.2017, bei den Gefechten in at-Tûn Kûbrî (s.u.) deutsche MILAN-Panzerabwehrraketen erfolgreich gegen einen Panzer der Armee eingesetzt, wie Rudaw berichtete  (https://sptnkne.ws/fKRB)

Wie aus dem Regierungssitz zu vernehmen war, verurteilt dieselbe die kürzlich von US-Außenminister Tillerson in ar-Riyâḍ  an den Irak gerichteten BemerkungenPremierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî  zeigte sich äußerst überrascht über die negative Haltung Tillersons gegenüber  al-Ḥašd aš-Šaʽbî, die jener fälschlicherweise als „iranische Milizen“ titulierte.  Deren Fraktionen bestünden ausschließlich aus Irakern, die der Führung der Regierung unterlägen. Zum einen habe keine Partei das Recht, sich in die inneren Angelegenheiten des Iraks  einzumischen zum anderen, seien  „Die Kämpfer in den Reihen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  … irakische Patrioten, die enorme Opfer gebracht haben, ihr Land und das irakische Volk zu verteidigen.“
Aḥmad al-Asadî, ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî forderte eine Entschuldigung der USA für die erwähnten Aussagen Tillersons. Auf einer Pressekonferenz von dem irakischen Parlamentsgebäude, kritisierte er, die vom US-Außenminister abgegebenen Erklärungen über al-Ḥašd aš-Šaʽbî würden rundweg zurückgewiesen. Sie seien inakzeptabel, dazu falsch und unbegründet. Ferner konstatierte er: „Diese Aussagen zeigen einen Mangel an Erfahrung bzw. Wissen oder Nichtbeachtung des [vergossenen] Bluts [erg.: dieser Männer].“. Auch alle ausländischen Berater befänden sich mit ausdrücklicher Billigung und Kenntnis der Regierung im Irak. Sie würden nach Ende der militärischen Operationen gegen den Terrorismus das Land wieder ver­lassen. 
Der iranische Außenminister Muḥammad-Ǧawād Ẓarīf ordnete Tillerson Bemerkungen als beschämend ein, kennzeichnemd für eine US-Politik, die nur vom Petro-Dollar diktiert wird. (http://www.sana.sy/?p=647873)
Beim Treffen mit dem saudischen Außenminister ʽÂdil al-Ğubair (vgl.u.), hatte Tillerson in ar-Riyâḍ  am 22.10.2017, geäußert: „die schiitischen Milizionäre [im Irak], die gegen den IS kämpften, haben nichts mehr im Irak zu suchen  und und müssen in ihre Heimat zurückkehren“ . (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33333-iraks_ministerpr%C3%A4sident_k%C3%A4mpfer_der_haschd_al_schaabi_sind_irakische_nationalhelden)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî beim ägyptischen Präsidenten as-Sîsî, Photo: SANA

Präsident as-Sîsî versicherte Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî  während dessen Besuchs in Ägypten die Unterstützung seines Landes für den Irak und dessen territoriale Einheit (http://www.sana.sy/?p=647451)

Beim Treffen zwischen Rußlands Außenminister Sergei Lawrow und seinem irakischen Amtskollegen Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in Moskau vom Mo., 23.10.2017, diskutierten sie Folgen des Sezessionsreferendums in der Kurdenregion, die Lösung der Syrien-Krise mittels der Konferenzen in Astana und Genf wie die letzte Phase der zur Befreiungsoperationen noch unter IS-Kontrolle stehender Gebiete im Irak. Zudem erklärte Lawrow, daß Rußland mit Genehmigung der irakischen Regierung langfristige Wirtschaftsbeziehungen zu Arbîl unterhalten habe. (http://parstoday.com/de/news/world-i33317-au%C3%9Fenminister_iraks_und_russlands_sprechen_%C3%BCber_folgen_des_sezessionsreferendums_in_kurdenregion)

Beim Zusammentreffen von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî in ar-Riyâ  mit US-Außenminister Rex Tiller­son (vgl.u.), hat Letzerer al-ʽAbâdî laut CBS-Meldung dazu aufgefordert, dem „bösartigen Verhalten“ des Irans entgegenzuwirken. Damit solle jenes Land isoliert werden. https://sptnkne.ws/fKpN vom 23.10.2017) – Der Irak pflegt wegen der jahrelangen Unterstützung im Counterterrorismus  jedoch sehr gute Beziehungen zum Nachbarstaat Iran  (vgl.u.).

Gemäß Verfassung und Nr. 45 Wahlgesetz (vom Jahr 2013) hat das hohe unabhängige Kommissariat für Wahlen im Irak den Mai 2018 als Datum für die nächsten Parlamentswahlen im Land genannt. Der Termin muß als nächstes vom Parlament bestätigt und nach Anordnung des Präsidialamts durch das Kabinett spätestens 90 Tage vor dem Wahltermin offiziell verkündet werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33303-irak_4._parlamentswahlen_im_mai)

In Kirkûk ist am 22.10.2017 Innenminister Qâsim al-Aʽrağî eingetroffen, um sich vor Ort ein Bild der Sicherheitslage zu machen und darüber mit den Sicherheitskräften zu sprechen. Dann besuchte er die Stadt Dâqûq südlich von Kirkûk. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33308-iraks_innenminister_in_kirkuk)

Am Abend des Fr., 20.10.2017 war das iranische Konsulat in Arbîl von Unbekannten – allem Anschein nach Sezessionisten – angegriffen worden, die daraufhin die Flagge der IRI von jenem diplomatischen Sitz entfernten. Tags darauf, am Sa., 21.10.2017, verurteilte das Außenministerium in Bagdad dies als einen vorgeplanten „Aufruhrakt“ und warnte vor der Gefährdung ausländischer Diplomaten in der Kurdenregion. Schließlich veröffentlichten auch  Verantwortliche in Arbîl eine Erklärung am So., 22.10.2017, wonach die Kurdenregion niemals Aufruhrakte gegenüber ausländischen Diplomaten und Vertretungen dulden und gegen die Aufrührer juristisch vorgehen werde. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33309-kurdische_regionalverwaltung_verurteilt_angriff_auf_das_iranische_konsulat_in_erbil)

As-Sûmariyya News berichtete am 22.10.2017: „Die irakische Luftwaffe hat während der laufenden Inspektionen  an den der Grenze zu Syrien angrenzenden Gebieten 25 Terroristen der IS-Organisation in Al-Anbar getötet und 13 Autos in der Wüste Anbar zerstört.“ (http://www.sana.sy/?p=646833)

Seit Sa., 21.10.2017, besucht Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî auf die kürzlich erfolgte Einladung hin zum zweiten Mal seit Januar dieses Jahres Saudi-Arabien [zum Sachverhalt s.u.!]. Danach stehen Ägyp­ten, die Türkei und Jordanien auf dem Programm. Zur gleichen Zeit weilt US-Außenminister Rex Tiller­son in ar-Riyâ, der anschließend nach Qaṭar, Indien, Pakistan und Schweden weiterreist. (http://parstoday.com/de/news/world-i33295-al_abadi_trifft_k%C3%B6nig_salman_in_riad)

Ölfeld, Photo: SANA

Am 21.10.2017 verkündete Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî  an, daß täglich zusätzlich 200.000 Barrel Rohöl durch die süd-irakischen Häfen als Ausgleich für Nord-Exporte gepumpt würden. Die Baṣra Oil Company habe begonnen, diese Menge aus den zentralen und südlichen Ölfeldern zu pumpen zusätzlich den bisher mehr als drei Millionen. Dies erfolge wegen  des Rückgangs der iraki­schen Ölexporte aus den nördlichen Gebieten über den türkischen Hafen Ceyhan und werde solange andauern, bis die Ölmengen für die Exporte aus den nördlichen Gebieten zu den bisherigen Preisen wieder zur Verfügung stünden.  Außerdem dränge die North Oil Company (NOC) auf eine  beschleunigte Sanierung der Kirkûk-Ceyhan-Pipeline. (http://www.sana.sy/?p=646292) – Auch forderte die Regierung in Bagdad vom britischen Unternehmen British Petroleum, sofort Pläne für den Ausbau der Ölfelder in Kirkûk vorzulegen, da das Ölunternehmen Chevron infolge der angespan­nten Situation dort seine Aktivitäten vor­läufig ein­gestellt habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33288-irakisches_%C3%96lministerium_will_den_mangel_des_%C3%96lexports_aus_kirkuk_ausgleichen)

Unweit at-Tûn Kûbrî (vgl.u.) hatten  Masʽûd Barzânî nahestehende Kampfeinheiten in den gestrigen Abendstunden des 21.10.2017, im Norden der Provinz Kirkûk [Bundes-]Streitkräfte angegriffen, indem sie deren Panzer mehrfach mit Raketen deutschen Fabrikats (dazu s.u.!) beschossen. Dabei kamen viele Soldaten ums Leben bzw. wurden verletzt. (http://parstoday.com/de/news/world-i33296-barzani_truppen_greifen_f%C3%B6derale_kr%C3%A4fte_mit_deutschen_raketen_an)

Am 20.10.2017 nahmen laut as-Sûmariyya News die vereinten Streitkräfte aus Anti-Terroreinheit, Bundespolizei und al-Ḥašd aš-Šaʽbî  das Gebiet von at-Tûn  Kûbrî  in der Provinz Kirkûk unter Kontrolle.  (http://www.sana.sy/?p=646079)

Luftschlag, Photo: SANA

As-Sûmariyya News meldete am 20.10.2017, die Luftwaffe habe laut Mitteilung des Kommandanten der al-Anbâr-Operationen, Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, an diesem Tag in der Wüste von ar-Ruṭba ein IS-Lager mit dutzenden Terroristen, Waffen, Munition und elf Kampfwagen erfolgreich bombardiert. Zudem berichtete der Leiter des Sicherheitsausschusses im Provinzrat von Diyâlâ, Ṣâdiq al-Ḥussainî, von der erneuten Zerschlagung einer IS-Zelle verbunden mit der Verhaftung ihrer Mitglieder in einer Blitzaktion vor  Ort in der Nähe von Baʽqûba wie schon in den vergangenen Monaten.  Auch die Polizei führte eine breit angelegte Sicherheitsoperation im Nordosten der Provinz Diyâlâ im erweiterten Bereich von Ğisr Ğalûlâ´ bis zur Kreuzung Bâhîza und Umgebung durch, um IS-Elemente daraus zu tilgen. (http://www.sana.sy/?p=646463)

Abû_l-Mahdî al- Karbalāʾî, der Vertreter von Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī as-Sīstānī (Ali Sistani, vgl.u.!), dem obersten Šîʽitenführer des Iraks,  rief während  seiner Freitagspredigt in Karbalāʾ die die Verantwortlichen der Kurdenregion dazu auf, im Dialog mit der Zentralregierung und auf Basis der Verfassung vorliegende Probleme zu lösen. Gleichzeitig würdigte er die Bemühungen jener, die sich dafür einsetzten, es zu keinen be­waff­neten Auseinandersetzungen zwischen der Armee und Kurden-Kämpfern (Pîšmarga) in Kirkûk und anderen Gebieten kommen zu lassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33275-irak_gro%C3%9Faya-tollah_sistani_ruft_kurden_zur_zusammenarbeit_mit_bagdad_auf)

Irakische Stammesälteste im Parlament in Damaskus, Photo: SANA

Eine Delegation der Ältesten (Scheichs) der arabischen Stämme des Iraks unter Leitung von Dr. ʽAlî al-ʽAnzî besucht derzeit Syrien. Sie traf sich am 19.10.2017 mit einer Reihe von Abgeordneten (Mitgliedern der Volks­versammlung) im Parlamentsgebäude zu einer Sitzung. Die Gäste bekräftig­ten die Be­deutung der gemeinsamen Anstrengungen beider brüderlicher Völker im vereinten  koordinierten Kampf gegen den Terrorismus vor allem auch des IS im Interesse beider Länder. Beide Länder würden ebenso gemeinsam ihre Souveränität und Unab­hän­gigkeit dank der Erfolge beider Armeen im Counterterrorismus verteidigen. Damit würden die seit Jahrzehnten von gewisser Seite gehegten Pläne für die Region mit ihren negativen Auswirkungen vereitelt. Der Sekretär der Volksversammlung [in Damaskus], Râmî aṣ-Ṣâliḥ, unterstrich seinerseits diese Ausführungen. http://www.sana.sy/?p=645711) Mit der letzten Anspielung sind offensichtlich die schon erwähnten Balkanisierungspläne bzw.  der sog. Yinon-Plan (vgl.u.) gemeint.

Gemäß Verfassung (vgl.u.) hat das Ölministerium am Do., 19.10.2017, sämtliche Verträge zur Erschließung von Öl- und Gas­vorkommen im Irak, die von Regionen – im gegebenen Fall durch die Regierung der autonomen Kurdenregion – ohne Zustimmung der Zentralregierung in Bagdad unterzeichnet worden sind, als ungesetzlich bezeichnet. Diese weüden vor Gericht angefochten. Betroffen ist davon z.B. der russische Konzern Rosneft. (https://sptnkne.ws/fHPS) Laut Rosneft-Chef Igor Setschin sei geplant, mit der kurdischen KAR Group eine Ölpipeline zu betreiben, mittels derer das Öl nach Europa, darunter in die Ölverarbeitungswerke von Rosneft in der BRD transportiert werde. (https://sptnkne.ws/fJhR)

Kûsrat Rasûl (rechts), Quelle: kurdistan.photoshelter.com

Entsprechend der Ankündigung des Ministerpräsidenten vom Vortrag (s.u.), Aufhetzung der Bevölkerung nicht zuzulassen unter Androhung der Verhaftung, wurde am 19.10.2017 der Stellvertreter von Masʽûd Barzânî und zugleich Generalsekretär der Patriotischen Union Kurdistans, Kûsrat Rasûl (Kosrat Rasul), per Gerichtsentscheid  nach Ausstellung eines Haftbefehls festgenommen.  Zuvor hatte er die verfassungsgemäß (dazu s.u.)  in die Provinz Kirkûk eingezogenen irakischen Streitkräfte in einer Rede u.a. als „Okku­pan­ten“ bezeichnet. Der zuständige Richter sah in Rasûls Äußerungen die Tatbestände  der Beleidigung und einer gegen die Armee gerichteten Provokation für gegeben an. Die zu erwartende Haftstrafe liegt unter sieben Jahren. (http://parstoday.com/de/news/world-i33242-haftbefehl_f%C3%BCr_stellvertreter_barzanis)

Am Mittwochabend berichtete as-Sûmariyya News von einer Verlautbarung des  Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî dahingehend: „Die Sicherheitskräfte in Kirkuk sind verantwortlich für die Herstel­lung der Sicherheit und für den Schutz verschiedener irakischer Volksschichten.“ Daraus ergebe sich – wie generell in Staaten zu Friedenszeiten mit Anspruch auf Souveränität: „Die Präsenz weiterer bewaffneter Gruppen in Kirkuk ist verboten.“  Zudem machte er darauf aufmerksam, daß jegliche Aufreizung der Bevölkerung durch das Verbreiten von Falschmeldungen und rassistischem Gedankengut Frieden und Sicherheit im Land gefährde und die, die sich dessen schuldig gemacht hätten, festgenommen werden müßten.   (http://parstoday.com/de/news/world-i33235-al_abadi_verbietet_pr%C3%A4senz_aller_bewaffneten_gruppen_in_kirkuk)

Saudische Flynas landet in Bagdad, Photo: Sputnik

Seit 27 Jahren ist am Mi., 18.10.2017, wieder ein saudische Maschine der Gesellschaft Flynas auf dem Flughafen Bagdad im Beisein des Verkehrsministers  und Mitarbeitern der saudischen Botschaft gelandet. Eine regelmäßige Flugverbindung soll mit mehreren irakischen Städten wiederaufgenommen werden. Schon während er Münchener Sicherheitskonferenz im Frühjahr war eine Annäherung  eingeleitet worden. Der Besuch des saudischen Außenministers im Februar löste dennoch in der Bevölkerung die erwarteten heftigen Reaktionen aus, da Saudi-Arabien als Unterstützer der im Irak wie in Syrien agierenden Terroristen und damit Mitverursacher des Leidens beider Bevölkerungen bekannt geworden ist (vgl.u.). Nach Einschätzung von Hadi Jalu Muri, dem Chef des irakischen Zentrums für politische Studien, hätten die USA, die im Irak seit der Invasion von 2003 die Landespolitik nicht unwesentlich beeinflussen, ein Interesse daran, daß Saudi-Arabien sich im Irak mehr engagiere. (https://sptnkne.ws/fHxH, https://sptnkne.ws/dDT7)

Nach Angaben lokaler Quellen sind die beiden Grenzübergänge zum Iran, Barwîz Ḫân (Parvizkhan) undšmâq (Başmak), der Provinz Sulaimâniyya von Kämpfern der PUK (Patriotische Union Kurdistan) der Staatskontrolle zurückgegeben worden und werden demnächst wieder eröffnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33219-grenz%C3%BCberg%C3%A4nge_’parvizkhan_und_ba%C5%9Fmak’_an_irakische_regierung_%C3%BCbergeben)

Parlamentspräsident der autonomen Kurdenregion, Photo: Pars Today

Bei der (verfassungsgemäßen) Wiederherstellung der Kontrolle über die Provinz Kirkûk, die ohne blutige Zusammenstöße vor sich ging – von Kämpfen mit Terroristen des IS abgesehen, die aber zum Anti-Terrorkampf zählen –  und der positiven Stimmung der Bevölkerung in der Folge (vgl.u.), zeigte sich, daß diese, darunter auch Kurden, die Sezessionspolitik des seit Jahren nicht mehr im Amt befindlichen „Präsidenten“ Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) offensichtlich gerade nicht mittrugen. Dessen vorgeblich in Bekämpfung des IS agierende šmarga hatten die Provinz Kirkûk erobert und weiterhin besetzt gehalten, also nicht den Behörden der Zentralregierung zurückgegeben, die vor dem IS-Einfall verfassungsgemäß dort zuständig gewesen war. So konnte der Barzânî-Clan  (zu nähere Informationen s.u.!) die letzten beiden Jahren das geförderte Öl lediglich im eigenen Interesse verkaufen und die Ein­nah­men einstreichen, die damit der Zentralregierung in Vertretung des gesamten irakischen Volkes entgingen. Hauptabnehmer war die israelische Regierung gewesen (dazu vgl.u.!), die daher auch das Sezessionsreferendum unterstützt hatte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33218-iraks_gro%C3%9Fer_verlierer_ist_masoud_barzani vom 18.10.2017)
Konsequenterweise forderte der Parlamentspräsident der Autonomen Kurden-Region, Yûsuf Muḥammad (Yousef Moham­mad), am 17.10.2017 den Rücktritt von Masʽûd Barzânî. Dazu bemerkte er: „Mit seinem Rücktritt wird Barzani dem Volk in der irakischen Kurdenregion dienen. … Die Menschen in der irakischen Kurdenregion werden von einigen Politikern in Beschlag genommen, die die lokalen Ressourcen nutzen wollen, um ihre Macht auszubauen. Sie setzen dafür das Leben und Blut opferbereiter Menschen aufs Spiel.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33217-parlamentspr%C3%A4sident_irakischer_kurdenregion_fordert_r%C3%BCcktritt_barzanis) – Masʽûd Barzânî, dessen Amtszeit regulär ja schon seit Jahren abgelaufen ist, ohne daß er Neuwahlen zugelassen hätte (vgl.u.).

Bundeswehrausbilde der šmarga, Photo: Sputnik News

Mehrere deutschsprachige Medien meldeten neben Sputnik News, Mehr News und der Jeru­salem Post u.a., daß die deutsche Bundeswehr (vgl.u.) die seit 2014 andauernde Ausbildungsmission der šmarga im Nord-Irak vorübergehend eingestellt habe, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mi., 18.10.2017, mit den Worten bestätigte: „Deutschland hat aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Kirkuk die militärische Ausbildungsmission für Barzani-Truppen in der irakischen Kurdenregion ausgesetzt.“  Die kurdische Seite habe versichert, die erhaltenen deu­tschen Waffen nur im Kampf gegen den IS einzusetzen. Ca. 140 Bundeswehr-Soldaten befinden sich im Nordirak. (http://parstoday.com/de/news/germany-i33232-deutschland_stellt_ausbildung_von_barzani_kr%C3%A4ften_ein, https://sptnkne.ws/fGzv) – Jedoch zeigten Recherchen von WDR und NDR, daß die ebenfalls seit 2014 von der Bundeswehr ausrangierten  an die kurdischen šmarga gelieferten Waffen auf speziellen Märkten verkauft worden und so auch in die Hände des IS gelangt waren. Laut dem Friedensaktivisten  und Sprecher der Aktion Aufschrei — Stoppt den Waffenhandel! , Jürgen Grässlin, sei das sogar der Regelfall. Ca. 140 Bundeswehr-Soldaten befinden sich im Nordirak. (https://sptnkne.ws/dz62)

 

Seit Stunden (Stand früher Nachmittag, 16.10.2017) bestehen massivste Postingprobleme

Aus dem syrischen Außenministerium war zu vernehmen, daß die Regierung in Damaskus die Wiederherstellung der Kontrolle über die Provinz Kirkûk durch die brüderliche Regierung im Irak  ausdrücklich willkommen heiße. (http://sana.sy/en/?p=115977)

Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî, Photo: SANA

Gemäß Information durch den Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî vom 18.10.2017 sind die Öl-Felder Bây Ḥassan und Havanna [Hâfânâ] in der Provinz Kirkûk mitsamt den Pumpstationen wieder an das nationalen Produktions­system angeschlossen, wie as-Sûmariyya News meldete. Er versichert, daß damit der Ölreichtum dem gesamten irakischen Volk, dem er gehöre, zugute kommen werde. Derzeit werde daran gearbeitet, per Investition die finanziellen Einnahmen aus diesem Schatz zu optimieren, damit die nationale Wirtschaft zu unterstützen und eine bessere Zukunft für die Menschen in allen Provinzen zu erreichen. Ähnliches berichtete Ministeriumssprecher ʽÂṣim Ğihâd Sputnik News. (http://www.sana.sy/?p=644631)

Nach den Aktionen der letzten 48 Stunden erklärte die Führung dieser Sicherheitsoperationen am 18.10.2017 den  Abschluß der Sicherungsmaßnahmen  in der Provinz Kirkûk. Die ganze Provinz befinde sich nun wieder unter (verfassungsgemäßer!) Kontrolle der Zentralregierung. Diese schließe nach Beendigung der letzten Einsätze auch den Bezirk Dabis ein, al-Maltaqâ, die Öl-Felder Ḫabâz, Bây Ḥassan Nord und Bây Ḥassan Süd sowie die Gebiete von Ḫânaqîn und Ğalûlâ´ in der Provinz Diyâlâ, Maḫmûr, Baʽšîqa,  den Mossul-Damm, die Gegend ʽUwiâinât, den Bezirk Sinğâr, die Gegend Rabîʽa und einige Bereiche in der Nînâwâ-Ebene in der gleichnamigen Provinz. (http://www.sana.sy/?p=644963)

Am 17.10.2017 hatte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals die Notwendigkeit herausgestellt, daß eine Bundesbe­hör­de über den gesamten Irak die Kontrolle habe wie es auf Grundlage der Verfassung und föderalen Gestalt der nationalen Partnerschaft im Landvorgesehen ist. Gleichermaßen erging durch ihn erneut der Aufruf zum nationalen Dialog. (http://www.sana.sy/?p=644809)

Syrien begrüßte die Bemühungen der brüderlichen irakischen Regierung, die zentrale Autorität der Provinz Kirkûk und der übrigen Regionen wiederherzustellen, und sieht hoffnungsvoll dem Scheitern  der Pläne der Separa­tisten und ihrer Unterstützung zur Zerteilung des Landes entgegen und hofft auf die Erhaltung der Einheit von Land und Volk. Explizit war aus dem Außenministerium zu hören: „The referendum that was conducted by the separatists in northern Iraq serves the implementation of the Israeli agenda in the region, and it would aim at diverting attention away from the efforts exerted by the governments of Syria and Iraq against ISIS terrorist organization, especially ending this organi­zation’s presence in eastern Syria and western Iraq in Deir Ezzor and al-Anbar, [respectively].” (http://www.sana.sy/?p=644499 vom 17.10.2017) – Zudem bekräftigte die Behörde seine Unterstützung für die Bemühungen des Iraks, den Ter­rorismus zu bekämpfen, die staatliche Souveränität (wieder) zu etablieren, wie die Zusammenarbeit zwischen beiden Län­dern in ihrem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und ihre kriminellen Organisa­tionen stärken zuwollen. (http://www.sana.sy/?p=644501)

News-Ticker: Wiederaufnahme der normalen Behördenarbeit in Kirkûk. http://www.alsumaria.tv/news/218885/

Die Sicherheitskräfte eröffnen wieder die Straße Kirkuk-Bagdad. (http://www.alsumaria.tv/news/218875/)

Die Bewohner von Kirkûk begrüßen „großen Veränderungen“ in der Provinz und senden Botschaften an al-ʽAbâdî und Kurden. (http://www.alsumaria.tv/news/218880/ vom 17.10.2017)

Laut einer Quelle aus den Reihen der Sicherheitskräfte berichtete die staatliche Agentur INA [واع] darüber, daß mit der Besetzung des Ölfelds Bay Ḥassan am Morgen des 17.10.2017 nun wieder – d.h. seit dem IS-Einfall 2014 – die gesamte Provinz Kirkûk unter staatlicher Kontrolle sei. Zuvor waren in der Nacht des 16.10.2017 noch IS-Trupps in den Bezirk ad-Dibis im NW der Provinz Kirkûk eingefallen und hatten etliche Familien zur Flucht getrieben, die Extremisten wurden jedoch durch die Kräfte der Anti-Terror-Einheit eliminiert, wie as-Sûmariyya News meldete. Ebenfalls unter staatliche Kontrolle kerhte die Stadt Sinğâr –  Zentrum der Jesiden [Yazîdiyûn, vgl.u.]  im W der Nînawâ-Provinz infolge des Einsatzes von Armee- und Volkswehrkräften (al-Ḥašd aš-Šaʽbî) zurück. Die Pîšmarga hätten sich laut einer Quelle aus Mossul darauf zurückgezogen, alle Einwohner seien geblieben, die Lage dort sei stabil.(http://www.sana.sy/?p=644328)

Gemäß der vor kurzem gemeldeten Anordnung, daß alle führend an der Vorbereitung bzw. Organisation des verfassungswidrigen kurdischen Sezessionsreferendums Beteiligten strafrechtliche Konsequenzen zu erwarten hätten (vgl.u.), wurde der zuvor schon von seinem Amtssitz geflohene bisherige Provinzgouverneur von Kirkûk (vgl.u.) durch den Ministerpräsidenten seines Amtes enthoben. Nachfolger wird gemäß Rudaw-Meldung Rakan al-Jubouri [Rakân al-Ğubûrî]. (https://sptnkne.ws/fGsU) – Bedeutsam ist hier v.a. auch, daß Kirkûk gar nicht zum autonomen Kurdenregion des Iraks zählt, jedoch mittels Aktion des Gouverneurs an der Abstimmung teilnahem (und somit zudem das Wahlergebnis verfälschte).

Wichtige Bemerkung:

Kirkûk samt Umland gehört nicht zur autonomen Kurdenregion des Iraks, sondern wurde im gesamtirakischen Abwehrkampf gegen den IS von den kurdischen Pîšmarga erobert, dann jedoch nicht wieder der verfassungsgemäßen Kontrolle der Zentralregierung übergeben (Vgl. hierzu u. auch die illegalen Gebietsforderungen seitens der Initiatoren (v.a. Barzânî-Clan!) des Sezessionsreferendums).

Auch in einer öffentlichen Erklärung des Außenamts vom Mo., 16.10.2017, zur (Wieder)besetzung der Provinz Kirkûk durch Organe der Zentralregierung (vgl.u.) hieß es: „Trotz aller Gerüchte handelt es sich bei allen Militärkräften, die in Kirkuk vorgedrungen sind, nur um irakische Kräfte. Und es sind die PKK-Käm­pfer, die in Kirkuk als fremde Kräfte angesehen werden.“  Ziel sei es, daß die Zentralregierung die Kontrolle über  Kirkûk zurückerlange, was keineswegs eine Kriegserklärung bedeute. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33181-irak_milit%C3%A4roperation_zur_r%C3%BCckeroberung_kirkuks_wird_fortgesetzt)

Irakische Sicherheitskräfte und Militärs konnten in einer gemeinsamen Aktion Ayman Dawûd Dahâm al-Ḥalbasî (Aiman Davud Daham al-Halbussi) alias Ayman Spiker, einen  der bekanntesten IS-Kommandeure im Irak in Ḥalbasa auf dem Gebiet der Euphratschleife gegenüber der Stadt Falûğa zusammen mit zweien seiner Brüder gefangennehmen. Seinen Kampfnamen  erhielt er wegen seiner Beteiligung am Massaker der (nach der US-Invasion von 2003) zwischenzeitlichen US-Luftwaffenbasis Camp Spiker (auch: Spyker oder Speicher geschrieben) bzw. der Luftwaffenakademie Tikrît 2014 (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33119-m%C3%B6rder_von_3.000_irakischen_studenten_festgenommen)

Einmarsch in Kirkûk, Photo: SANA

Nachdem sich die kurdischen Pîšmarga geweigert hatten, sich aus den ehemaligen Kampfgebieten mit dem IS, die sie wie auch Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) als für die Kurdenregion erobert betrachteten, zurückzuziehen (vgl.u.) und dazu ein 72-stündiges Ultimatum der Zentralregierung hatten verstreichen lassen, rückten auf Befehl von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî entsprechend seiner zuvor gemachten Erklärung (vgl.u.) am Sonntagabend, 15.10.2017, irakische Streitkräfte unter tunlichstem Schutz der Bevölkerung in der Provinz Kirkûk ein und übernahmen die – der Zentralregierung verfassungsmäßig zustehende – Kontrolle über die Ölfelder einschließlich derer von Bâbâ Karkar und der North Oil Company (NOC), die wichtigsten Straßen, die Gebäude der Regionalregierung, zudem über den (Militär-)Flughafen Kirkûk und die Stützpunkte Kaiwân (Keyvan) und Ḫalid (Khalid) im Umland dieser Provinzhauptstadt und ebenso über Ṭûz Ḫurmâtû und die Grenzübergänge Ğisr Ḫâlid und Maryâm Bîk. Im Gefolge  zogen sich die Pîšmarga-Kräfte vom Zentrum von Dâqûq südlich von Kirkûk vollständig zurück. Zuvor floh der Gouverneur von Kirkûk, Nağm ad-Dîn Karîm (Najmaldin Karim), nach Arbîl, einige der Pîšmarga ergaben sich laut einem Bericht von al-ʽÂlam, z.B. in ad-Dabis (?), andere zogen sich dann doch  nach Arbîl und Sulaimâniyya zurück.
In einer von as-Sûmariyya News übertragenen Erklärung des Ministerpräsidenten forderte dieser die Pîšmarga dazu auf, sich ihrer Pflicht zu erinnern, unter Befehl der Zentralregierung zu agieren. Dann bemerkte er: „es ist meine Pflicht, nach der Verfassung vorzugehen, den Bürger zu dienen und die Einheit des Landes zu schützen, das durch das Beharren auf dem Referendum der Gefahr der Spaltung ausgesetzt ist. Dieses sei von einer gewissen Seite in der irakischen Region Kurdistan gerade zu einer Zeit ausgerufen worden, als es um den gemeinsamen Abwehrkampf gegen den Terrorismus, repräsentiert durch den IS ging. Ḥaidar al-ʽAbâdî bekräftigte nochmals, „weiterhin die Rechte des Volkes und seines nationalen Reichtums vor Ver­schwendung und Korruption zu verteidigen„.
Parlamentspräsident Salim al-Ğubûrî bemerkte zum Sachverhalt während seiner Teilnahme an der 137. Konferenz der Interparlamentarischen Union (IPU) in St. Petersburg selben Tags, die Operation  mit [Wieder-]Stationierung der Bun­despolizei in der Provinz Kirkûk sei auf die Erhaltung der Stabilität und Sicherheit jener Region gerichtet. Gleichzeitig warnte er vor Aktionen, die dies beeinträchtigen könnten.
Die durch die Bundespolizei und die schnelle Reaktionstruppe bzw. die Anti-Terroreinheit (CTS) ausgeführten Operationen bestätigte auch eine Militärquelle gegenüber as-Sûmariyya News.
(http://www.sana.sy/?p=643636, http://parstoday.com/de/news/world-i33151-irakische_kr%C3%A4fte_bringen_teil_von_kirkuk_unter_ihre_kontrolle)
Ergänzend teilte Pars Today aufgrund verschiedener Quellen mit, daß am Nachmittag des 16.10.2017, kurdische Spitzenpolitiker zu einem Krisentreffen mit dem irakischen Staatspräsidenten Fu´âd Maʽṣûm (vgl.u.), selbst Kurde, zusammenkamen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33171-irak_gouverneur_von_kirkuk_geflohen)

Luftangriff, Photo: SANA

Gemäß Mitteilung des Führers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der westlichen (an Syrien grenzenden) Provinz al-Anbâr, Qaṭarî al-ʽUbaidî, im Interview mit as-Sûmariyya News hat die Luftwaffe mit Suchoi-Kampfflugzeugen einen IS-Konvoi bestehend aus 300 Tanklastern, befüllt mit geraubtem Öl, erfolgreich angegriffen und vollends zerstört. Das Öl war wie üblich zum Schmuggel bestimmt. – Am Fr., 13.10.2017, war es Soldaten gelungen, drei Suizidattentäter mit Sprengstoffgürteln auszuschalten, als sie auf dem Weg in Wohngebiete von ar-Ramâdî, der Provinzhauptstadt von al-Anbâr waren.  (http://www.sana.sy/?p=643190 vom 15.10.2017)

Bei einem Treffen mit einer Delegation der irakischen Streit­kräftekoalition am Sa., 14.10.2017, bekräftigte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals die Position der Zentralregierung zum kurdischen Sezessionsreferendum und zur Durchführung der in der folge eingeleiteten Maßnahmen zum gesetzes- und verfassungsgemäßen Schutz der einheit des Landes. Die Patriotische Union Kurdistans versicherte ihrerseits, am Sonntag eine Abordnung nach Bagdad zu entsenden, um via Dialog die Beendigung des gegenwärtigen Konflikts um Kirkûk und den weiteren Spannungsgebieten zu erreichen. Zudem wurde volle Unterstützung für die o.e. Maßnahmen der Zentralregierung zugesichert. Durch Pars Today war noch zu erfahren, die beiden kurdischen ParteienPatriotische Union“ und „Bewegung für Wandel“ hätten die Botschaft von Staatspräsident  Fu´âd Maʽṣûm zur Sache (s.u.) begrüßt. Demgegenüber war von Kamal Kirkuki, einem Verantwortlicher der šmarga (Peschmerga) im Westen der Provinz Kirkûk zu hören, diese Truppen würden sich nicht aus der Provinz zurückziehen. Außerdem fügte er hinzu :„Wir haben notwendige Maßnahmen ergriffen, um mit Risiken umzugehen.“ (http://www.sana.sy/?p=643069; s.a. http://parstoday.com/de/news/world-i33103-irakischer_ministerpr%C3%A4sident_fordert_annullierung_des_sezessionsreferendums)

Innenminister Qâsim al-Aʽrağî, Photo: AP

Das Kommando der gemeinsamen  Streitkräfte zur Befreiung des Landes von den Terroristen gab am 13.10.2017 bekannt, gewisse Medienmeldungen über den Beginn einer Militäroperation südlich von Kirkûk [also im Kurdengebiet] seien falsch, wie bei  as-Sûmariyya News zu lesen war. Gleichzeitig wurden rechtliche Schritte denen angedroht, die solche Falschmeldungen verbreiteten und damit die öffentliche Meinung zu verwirren und manipulieren suchten.  Eine solche Entscheidung stehe nur dem Obersten Befehlshaber der Streitkräfte zu, der einen solchen Befehl nicht erteilt habe. Derzeit seien die vereinten  Streitkräfte mit Sicherungs- und Säuberungsarbeiten in den kürzlich befreiten Gebieten beschäftigt wie damit, die noch unter IS-Kontrolle verbliebenen Gegenden in al-Anbâr, Râwa und al-Qâ´im von den Terroristen zu befreien.
Auch Innenminister Qâsim al-Aʽrağî bestätigte, daß es die von gewissen Medien ausgestreuten Pläne nicht gebe und auch keinerlei entsprechende Operationen im Kirkûk-Gebiet durchgeführt würden. Vielmehr werde nach der erfolgten Befreiung der Gegend vom IS wieder der Zustand vor der Terroristeninvasion  vom 9.6.2014 wiederhergestellt. (http://www.sana.sy/?p=642395)  – Vgl. hierzu die übereinstimmende Verlautbarung des Ministerpräsidenten vom Vortag.
Aus beiden Äußerungen läßt sich schließen, daß offenbar von kurdischer Regierungsseite Falschmeldungen (sog. fake news) lanciert wurden, die kurdische Bevölkerung würde demnächst von ihrem eigenen Militär (unter Kommando der Zentralregierung) angegriffen auf Befehl dieser Zentralregierung, um somit künstlich Stimmung gegen letztere zu schüren.

In einer von Iraqi News zitierten Information des Sprechers des Innenministeriums Saʽd Maʽn vom 12.10.2017 heißt es zu einem Suizidanschlag in der Stadt Hît (vgl.u.) im Ostteil der Provinz al-Anbâr:  „Im Ergebnis des Angriffs, der von einem Attentäter mit einer Sprengstoffweste in einem Café im Stadtviertel al-Dawar in der Stadt Hit verübt wurde, wurden sieben Menschen getötet sowie 15 verletzt.“ Bei AP war dagegen von elf Todesopfern die Rede. (https://sptnkne.ws/fEss)

Vorgefundene US-Kampfmittel, Photo: SANA

Brigadegeneral ʽAbdullâh ʽArâqî, stellvertretender Kommandeur der Bodentruppen des Islamischen Revolutionsgar­de-Corps im Iran bestätigte, was zuvor schon mehrfach der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, der Presse gegenüber verdeutlicht hatte. Er, ʽArâqî, beschuldigt die US-Administration ebenfalls der Unterstützung des IS als wichtigstem Mittel, Syrien und den Irak zu destabilisieren. In einer Erklärung vom 11.10.2017 äußerte er: „Die USA führten Lufttransporte mit Waffen und Nahrungsmitteln an die extremistische Terrororganisation Dâʽiš [داعش, d.i. der IS] in den Provinzen Dair az-Zaur in Syrien und Diyâlâ, Ṣalâḥuddîn und Nînawâ im Irak durch, in denen sie schon fast aufgegeben hat.“ Weiter bemerkte er: „Die Amerikaner traten im Irak und Syrien angeblich an, um Dâʽiš zu kämpfen, während sich die Realität von jenen Ansprüchen an jedem Ort, an dem man mit den  Terroristen konfrontiert ist, unterscheidet.“ .Er fügte an: „Das Problem im Irak und in Syrien ist, daß die Amerikaner die dort [erg.: von den Streitkräften] gehetzten Terroristen als deren Herren [أسياد ] unterstützen“, mit dem Hinweis darauf, daß die Achse des Widerstands [d.s. die SAA und die sie im Counterterrorismus unterstützenden Streitkräfte] den US-Plan [erg.: zum Sturz der Regierung unter Präsident Dr. al-Assad]  in Syrien vereitelt habe.
Viele Fakten und Quellen bestätigten das Wirken Washingtons in dieser Hinsicht „einschließlich der irakischen Quellen über die Landung amerikanischer Waffen für die Terrororganisation  [d.i. Dâʽiš, IS] im Irak. Auch ein Sprecher des russischen Verteidigungs­ministe­riums, Generalmajor Igor Konaschenkow, habe vor einer Woche festgestellt, daß die US-Administration den Terroristen genaue Koordinaten [für ihre Angriffe auf die SAA, s. bzgl. 28.9.2017] geliefert habe und am 4.10.2017 aus dem Verteidigungsministerium in Moskau verlauten ließ: „The main obstacle to the complete elimination of ISIS in Syria is not the military capabilities of ter­rorists, but rather the support of the Americans.” (http://www.sana.sy/?p=641715)

Nachdem der Sicherheitsrat der kurdischen Regionalregierung unter dem schon seit Jahren nicht mehr im Amt befindlichen „Präsidenten“ Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) am 11.10.2017 auf seiner offiziellen Twitter-Seite die Behauptung aufgestellt hatte, die (Bundes-) Armee, Polizeikräfte und Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  planten, die Kurdenregion im Nordirak anzugreifen,  bekräftigte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 12.10.2017 im Einklang mit seinen bisherigen Verlautbarungen und Handlungen, die Zentralregierung in Bagdad beabsichtige keineswegs, die Armee gegen irakische Zivilisten, insbesondere in der Kurdenregion einzusetzen. Die Zentralregierung habe die verfassungsgemäße Aufgabe, durch Maßnahmen die Einheit des Landes zu verteidigen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33017-al_abadi_bagdad_will_nicht_die_armee_gegen_die_menschen_in_kurdistan_einsetzen)

Das zuständige Gericht in Ost-Bagdad hat am 11.10.2017 dem entsprechenden Antrag des Nationalen Sicherheitsrates (s.u.) stattgegeben und die Verhaftung der Vorsitzenden und zweier weiterer Mit­glieder der Kommission angeordnet, welche im September das kurdische Sezessionsreferendum organisiert haben. (https://sptnkne.ws/fDT5)

Kommandeur Yârullâh, Photo: http://liputanislam.com

Generalleutnant ʽAbdul­amîr Rašîd Yârullâh, Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa, resümierte am Mi., 11.10.2017 gegenüber as-Sûmariyya News, die 2. Phase der gegenwärtigen Militäroperation sei mit der vollständigen Befreiung des Distrikts al-Ḥawîğa abgeschlossen. Hierzu wurde durch die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die letzten Gebiete im südlichen Teil des Umlands  von al-Ḥawîğa und ar-Riyâḍ wiederhergestellt wie über 161 Dörfer und Liegenschaften und die Straße al-Fatiḥaar-Riyâḍ nahe Kirkûk. Gesichert wurden laut dem Kommandeur auch die ḤamrînGebirgskette  von Ğisr Zuġaitûn bis Ğisr al-Fatiḥa in einem Gebiet von auf 45km mal 15km. (http://www.sana.sy/?p=641146)

Ḥaidar Hādī (Haidar Hadi), der irakische Botschafter in Ruß­land, gab am 10.10.2017 über die noch unter IS-Kontrolle stehende Fläche des Landes zu verstehen: „Ja, der IS kontrolliert derzeit etwa fünf Prozent des Territoriums, und man kann sagen, dass es die letzte Etappe der Zerschlagung des IS ist. Es gibt noch IS-Gruppen in einigen Orten, aber im Großen und Ganzen sind sie zerschlagen worden. Tatsächlich ist ein Sieg über den IS errungen worden, und an diesem Kampf haben alle Iraker teilge­nommen.2014 dagegen seien ca. 40% der staatsfläche unter IS-Herrschaft gestanden. „Der Sieg wurde aber dank der Teil­nah­me aller Iraker, aller nationalen und konfessionellen Gruppen am Krieg gegen den IS errungen“, setzte der Botschafter abschließend hinzu. (https://sptnkne.ws/fDvr)

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, teilte der Presse am Di., 10.10.2017, mit, die US-geführte Koalition imitiert im Irak nur den Kampf gegen die (IS-)Terroristen. Zudem wecke die Unterstützung der Terroristen aus dem Irak ernsthafte Fragen in Bezug auf die Ziele dieser Koalitionsoperationen. Seit die syrische Armee (SAA) so erfolgreich ihre Operation zur Befreiung der syrischen Provinz Dair az-Zaur (Nachbarprovinz des irakischen al-Anbâr!) habe jene ihre Luftschläge gegen Terroristen im Irak sogar wesentlich reduziert. „Die Befreiung des nun sehr tief im Hinterland bleibenden Rakka, welches die USA und die Koalition in den vergangenen sechs Monaten als zentrale Priorität ihres Kampfes gegen den IS bezeichneten, ist seit Monaten eingefroren“, betonte der Generalmajor. Dadurch habe sich das vom IS kontrollierte Gebiet im Irak sogar wieder vergrößert! (https://sptnkne.ws/fDke) Dies treffe v.a. auf den westlichen Teil des Iraks [d.h. die Provinz al-Anbâr] zu. (https://sptnkne.ws/fDpr)
Ergänzend führte der Generalmajor aus: „Täglich werden Versuche zur Verlegung von neuen IS-Kräften nach al-Mayadin fixiert, unter denen es viele ausländische Söldner gibt, die aus dem Irak in das syrische Territorium eingedrungen sind.“ Die ISVerstärkung aus dem Irak  rücke hierzu mit Panzertechnik und Geländewagen mit darauf installierten großkalibrigen Waffen an. Diese seien Ziel der russischen Kampfflieger. (http://www.sana.sy/?p=640484, für Zitat in Deutsch: https://sptnkne.ws/fDmw)

Die irakische Luftwaffe zerstört laut Mitteilung von as-Sûmariyya News vom 9.10.2017 ein ISWüstenlager in West-al-Anbâr. (http://www.sana.sy/?p=639960)

Infolge des kurdischen Sezessionsreferendums (s.u.) hat der Regierungsausschuß für nationale Sicherheit in Bagdad Klage gegen Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) angekündigt und Maßnahmen für die autonome Kurdenregion eingeleitet wie der kurdische Nachrichtensenders rudaw meldete. Hierzu gehört die Übernahme der Kontrolle über die in der Kurdenregion ansässigen Mobilfunkanbieter durch die Zentralregierung sowie die Verlegung des Sitzes der  Unternehmen dieser Branche nach Bagdad. Juristische Schritte werden zudem gegen jene Staatsbedienstete gefordert, welche an jenem – vom Obersten Gericht (s.u.) als verfassungswidrig erklärten – Referendum  vom 25.9.2017 teilgenommen haben. Von diesen wurde bereits eine Liste erstellt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32857-irak_klagt_kurdenf%C3%BChrer_offiziell_an vom 9.10.2017)

Trilaterales Treffen, Abb.: Pars Today

In Bagdad ist in den kommenden Tagen ist ein trilaterales Treffen der Präsidenten des Irans, der Türkei und  des irakischen Ministerpräsidenten zu den Folgen des kurdischen Sezessionsreferendums geplant, gab Ğâsim Muḥammad Ğaʽfar (Dschasim Mohammad Dschafar), ein Verantwortlicher der  Nationalallianz (s.u.)  am So., 8.10.2017, gegenüber al-ʽArabiyya bekannt. Dabei sollen Mechanismen zum Umgang mit dem Konflikt im irakischen Kurdengebiet und dem Sezessionsreferendum erörtert werden. „Die gegen die örtliche Verwaltung der kurdischen Region im Irak getroffenen Maßnahmen dürfen nicht zu einem Mittel werden, um die irakischen Kurden zu schädigen.“, bemerkte er jedoch und geht darin mit der Zentralregierung konform (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/world-i32817-trilaterales_treffen_der_regierungschefs_i- rans_iraks_und_der_t%C3%BCrkei_zum_referendum_in_iraki- scher_kurdenregion)

Am 1.11.2017 sollen die anstehende allgemeinen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Kurdistan durchgeführt werden. (https://sptnkne.ws/fBtV) – Da Masʽûd Barzânî trotz Ablauf seiner Amtszeit vor Jahren im Präsidium blieb (s.u.), bekäme dann diese autonome Region des Iraks (als Föderalstaat seit der US-Invasion von 2003!) endlich wieder einen gewählten Präsidenten.

Europäische IS-Terroristen, Photo: Pars Today

Dr. Ğawad Qâsim al-Hindâwî, iraki­scher Botschafter in Brüssel, gab laut The Independent vom 8.10.2017 hinsichtlich der europäischen IS-Kämpfer in seinem Land an: „Sie sind Bürger aus Belgien, Russland, Tschetschenien und Zentralasien, die sich der IS-Terrormiliz angeschlossen haben  und  die   nun  mit Todesstrafe   rechnwen müssen. Rund 1.400 IS-Familienmitglieder befinden sich in der Nähe von Mossul im Nordirak. Sie kommen aus der Türkei, ostasiatischen Ländern, Frankreich und Deutschland.“ Ferner informierte er die Presse: „Bagdad arbeitet mit den europäischen Staaten zusammen, um eine Entscheidung über die Lage der IS-Familien zu treffen. Einige europäische Länder wollen aber nicht, dass die IS-Familien in ihre  Heimatländer  zurückzukehren.“ –  EU-Angaben gemäß seien 15 – 20 % der europäischen Terroristen im Irak und in Syrien getötet worden,  30 – 35%  in ihre Heimatländer zurück­gekehrt, während ca. 50% der Terroristen sich noch in diesen beiden Ländern befänden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32789-irak_mindestens_100_europ%C3%A4ische_is_k%C3%A4mpfer_vor_gericht)

Das Außenministerium bat die Regierungen des Irans wie der Türkei darum, die Handelsbeziehungen mit der nordirakischen Kurdenregion einzustellen. Wörtlich gab der außenamtssprecher zu verstehen: „Solange die Kontrolle der Grenzübergänge nicht an die Zentralregierung in Bagdad übergeben wird, fordern wir die zwei Bruderländer Iran und die Türkei auf, die Grenzen zu blockieren.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i32735-irak_iran_und_t%C3%BCr-kei_sollen_handelsbeziehungen_zur_irakischen_kurdenregion_ein-stellen vom 7.10.2017)

Während seines Besuches in Damaskus als Leiter einer iranischen Delegation war sich ʿAlāʾ ad-Dîn Barûğardî (Alaeddin Boroujerdi),  Vorsitzender des par­la­mentarischen Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des Šûrâ-Rats der IRI, mit Syriens Vizepremier und Außenminister Walîd al-Mu­ʽallim darin einig, daß das kurdische Sezessionsreferendum (s.u.) abzulehnen sei. Es stelle eine Gefahr für die Souveränität und territoriale Einheit des Iraks dar. Die Nachbarn des Iraks würden deren Gefährdung nicht dulden. Das Referendum sei „doomed to failure”.  Klar äußerte der Gast: „What is happening in the Kurdistan region represents for Iran a transgression of a red line, and Teh­ran will not stand idly by.”  Barûğardî informierte zudem darüber, es fänden Dialogsitzungen zwischen iranischen und irakischen Amtsträgern zum Sachverhalt statt. (http://sana.sy/en/?p=115235 vom 5.10.2017)
Hintergrundinformation: Laut einer vom Politologen Th. Meyssan zitierten Meldung der Kurds-Israel Revue wurde von einem Abkommen zwischen der israelischen Regierung wie der kurdisch-irakischen Regionalregierung unter Barzânî bekanntgemacht, wonach sofort nach der Erklärung der Unabhängigkeit des neu geschaffenen Kurdistan im Nordirak (von jedoch fünffacher Größe auf Kosten der indigenen christlichen arabischen Bevölkerung, dazu vgl.u.!)  infolge des durchgezogenen Sezessionsreferendums vom 25.9.2017 (s.u.) 200.000 israelische Bürger nach „Kurdistan“ umgesiedelt und und dort umgehend Raketen durch die israelische Armee installiert würden, um Syrien und den Iran von dieser neuen Seite aus zu bedrohen. (http://www.voltairenet.org/article198324.html)

Nûrî al-Mâlikî, Photo: Pars Today

Nûrî al-Mâlikî, der frühere und eigentlich auch wiedergewählte Ministerpräsident des Irak, der jedoch seither als Vizepräsident agiert (vgl.u.), wurde nun als Nachfolger von ʽAmmâr al-Ḥakîm (Vorsitzender des Obersten Islami­schen Rates (engl. abgek.: SIIC, s.u.) zum Vorsit­zen­den der Nationalallianz, der größten politischen Allianz im Irak, gewählt. Diese besteht seit August 2009 als Zusammenschluß der vier Gruppen: Rechtsstaatkoalition, Oberster Islamischer Rat im Irak, Reform-Partei und der Ṣadr-Bewegung. Mit mehr als 185 Sitzen bildet sie damit die Mehrheit im Parlament. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32621-nuri_al_maliki_ist_neuer_vorsitzender_der_iraki- schen_nationalallianz vom 4.10.2017)

Das Parlament in Damaskus erklärte in einer Stellungnahme vom 4.10.2017 zum Irak, die Erhaltung von dessen territorialen Integrität sei essentiell notwendig. Jeglicher Versuch der Zerteilung (s.u. Balkanisierung!) des befreundeten Nachbarlands sei abzulehnen.  Der von den USA unterstützte zionistische Plan hierzu ziele auf eine Schwächung des Irak wie Syriens als Verteidiger der Rechte der Palästinenser wie im Kampf zur Ausrottung des Terrorismus. Nur die Einigkeit der arabischen Länder, die in der Verantwortung aller Araber stehe. (http://sana.sy/en/?p=115141) – Hinsichtlich des Gebrauchs des Adjektivs „zionistisch“ führte der seit den 1960ern in der BRD lebende türkischstämmige šiʽitische Muslim Dr. Ing. Yavuz Özoguz am 16.6.2017 in einem Beitrags für Pars Today mit dem Titel „Die Angst der Zionisten vor Untergang der Apartheidsstaaten“, aus, dieser werde benutzt, um deutlich zu machen, daß es (gerade) nicht um Anti-Semitismus, genauer Anti-Judaismus, gehe. (http://parstoday.com/de/news/world-i28318die_angst_der_zionisten_vor_untergang_der_apartheidsstaaten)

Gemäß Generalleutnant ʽAbdul­amîr Rašîd Yârullâh, dem Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa, befreiten die gemeinsamen irakischen Streitkräfte 150 Dörfer und beseitigen 385 Terroristen laut Meldung von as-Sûmariyya News. Zerstört wurden ein Hauptquartier mit 20 Terroristen, fünf Anlagen zur Herstellung von Sprengkörpern und Autobomben, fünf Kommunikationszentren und zehn Waffen- und Munitionsdepots.(http://www.sana.sy/?p=639097  vom 7.10.2017)

Im al-Ḥawîğa-Distrikt entdeckten Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  zehn Mas­sen­gräber irakischer Soldaten und Zivilisten. Unter den Opfern des IS befanden sich Frauen und Kinder. ( http://www.sana.sy/?p=639046 vom 7.10.2017)

al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Photo: SANA

al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Photo: SANA

Die Luftwaffe zerstörte gezielt IS-Verstecke im Bezirk von deren Stützpunkt Rawâh in West-alAnbâr, 35km westlich von ar-Ramâdî wie INA und  as-Sûmariyya News am 6.10.2017 meldeten. (http://www.sana.sy/?p=638611)

Am 5.10.2017 verkündete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die vollständige Befreiung der Stadt al-Ḥawîğa vom IS. (http://www.sana.sy/?p=637796)

Die vereinten Streitkräfte machten am 4.10.2017 weitere Fortschritte im Operationsgebiet von al-Ḥawîğa, wie as-Sûmariyya News meldete. Einer lokalen  Quelle aus Kirkûk zufolge, flohen zudem viele IS-Terroristen von den Fronten. Gemäß dem Kommandeur Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârul­lâh bewegten sich die Streitkräfte auf das Gebiet von ar-Riyâḍ zu. (http://www.sana.sy/?p=637055) Am 4.10.2017 erkämpften sich die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Verbindungsstraße Baiğî al-Ḥawîğa  vom W her zurück sowie über die Dörfer Nâyif Ibrâhîm, as-Saʽîdiyya und al-Ġâziyya westlich von al-Ḥawîğa und Ğisr al-Fatiḥa, wie ein Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî den Medien berichtete. (http://www.sana.sy/?p=637243)

Ğalâl Ṭalabānī gestorben, Photo: SANA

In einem Berliner Krankenhaus verstarb am 3.10.2017 der frühere kurdische Präsident Ğalâl Ṭâlibānī, u.a. Gründer der Patriotische Union Kurdistans (PUK) in Westberlin im Alter von 84 Jahren. Nach der US-Invasion von 2003 wurde er als Präsident der Übergangsregierung eingesetzt, später als solcher wiedergewählt und von 2005 – 2014 im Amt. (http://www.sana.sy/?p=636874, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32609-irans_au%C3%9Fenmini­ster_kondoliert_anl%C3%A4%C3%9Flich_des_todes_von_dschalal_talabani)

Laut Aussage des Parlamentsabgeordneten Ğâsim Muḥammad Ğaʽfar  (Jasem Mohammad Jafar) vom 3.10.2017 verkündete der trotz langem Verstreichen seiner Amtszeit nicht aus dem Präsidium der Kurdenregion weichende Masʽûd Barzânî (vgl.u.) bei einem Treffen mit kurdischen Positionsträgern, für den Fall, daß sich irakische Soldaten den Ölfeldern von Kirkûk näherten, rufe er [erg.: die Pîšmarga] auf, auf erstere zu schießen. – Daraufhin warnte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî bei der wöchentlichen Pressekonferenz die Verantwort­lichen der irakischen Kurdenregion vor der Entsendung  der Pîšmarga nach Kirkûk. Im Konfliktgebiet solle man vielmehr gemeinsam vorgehen. Zudem machte er deutlich, daß Entscheidungen der irakischen Zentralregierung gegen die Behörden der Region Kurd­istan nicht die kurdischen Bürger beträfen. Nochmals erinnerte er daran, daß im Land das GrundgesetzReferenz und Prinzip“ für Gespräche mit der Autonomen Kurden­re­gion sei.  Zu Gesprächen mit der Regionalregierung in Arbîl sei man unter der Bedingung, daß sich jene an das Grundgesetz halte und das Referendumsergebnis streiche, weiterhin bereit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32607-al_abadi_warnt_vor_milit%C3%A4rischen_schritten_der_peshmerga_in_kirkuk)

Am 3.10.2017 befreiten al-Ḥašd aš-Šaʽbî  laut INA-Mitteilung die Dörfer al-ʽAṣiriyya,  ʽAṣiriyya Talîl al-Qamar,  ʽAṣiriyya as-Saṭî im NO von al-Ḥawîğa von der IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=636442)

Getöteter US-Soldat, Photo: Pars Today

Das US-Militär teilte am 2.10.2017 mit, daß infolge der Detonation einer Straßenbombe am 1.10.2017 ein  US-Soldat getötet, ein weiterer verwundet wurde. Genaueres könne man zum Zeitpunkt noch nicht sagen, die betroffenen Familien würden jedoch informiert.  (http://www.sana.sy/?p=635821)

Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî informierte am 2.10.2017 die Nachrichtenagentur INA darüber, daß die Volkswehr heute die Dörfer Sayyid Ḥassûn und as-Saʽîdî südöstlich von al-Ḥawîğa im SW der Provinz Kirkûk befreit, den Wâdî Zuġaitûn vollständig geräumt habe. Andere Einheiten rückten in Richtung ar-Rašâd vor und eroberten die Anhöhen Madak al-Maṭar, al-Ḫadîğa und Tal Ṣâliḥ westlich von ar-Rašâd und zerstörten sämtliche Verteidigungsanlagen des IS auf den Anhöhen.
Ein Vertreter der Badr-Organisation gab gegenüber as-Sûmariyya News zur Kenntnis, daß deren Streitkräfte heute die Kontrolle über die Ostseite des ar-Rašâd-Flughafens und 17 Dörfer südlich und östlich von al-Ḥawîğa zurückgewonnen hätten, nämlich: al-ʽAwâšira und ʽAbdul ʽAzîz, as-Sân,  Mullâ Nâṣif und Ṭâr al-Ḥamar, Kûrdara, Tal Ḫadîğa, Ḫâṣa, al-Fašaka, Ġaida und Šabîğaba, aṣ-Ṣaḫûr und Dikmât und as-Saṭîḥ und Ḍabâġ al-Farġûl, ʽAṣiriyya as-Saṭîḥ.
Gemäß lokalen Quellen wurde eine ISScharfschützen-Einheit, bestehend aus 5 – 6 Elementen, versteckt am Stadtrand von ar-Rašâd südlich von Kirkuk, durch einen Luftschlag aufgrund vorhergehender genauer Geheimdienstaufklärung ausgelöscht.
Auch wurde Abû Bilâl al-Ma [d.h. der Ägypter], ein IS-Kommandeur im Gefecht mit einer al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Gruppe getötet im Umfeld von al-Ḥawîğa getötet.  Verhaftet werden konnte zudem der sog. Wâlî [IS-Gouverneur] von al-Ḥawîğa namens Mûsâ Iskandar auf der Flucht aus dieser Stadt in Richtung Ṣalâḥuddîn gefangengenommen.
Sicherheitskräfte der Armee und Polizisten mit Unterstützung von Stammesleuten eliminierten in den letzten beiden Tagen 10 IS-Suizidattentäter westlich von Abû Ğîr, 35km im Westen von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr.
In Bagdad machten  Sicherheitskräfte drei Suizidattentäter und 19 Fahrzeuge zum Zweck der Verübung von Anschlägen unschädlich.
Das Operationskommando in  Bagdad gab bekannt, daß es südwestlich der Hauptstadt zur Verhaftung eines des Terroristen im Besitz von vier Sprengkörpern und Raketen gekommen war. (http://www.sana.sy/?p=635763)

Befreiungsoperation, Photo: SANA

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdul­amîr Rašîd Yârullâh, dem Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa befreiten  Teile der 9. Panzerdivision und  die Brigaden 2, 11, 42, 56 und 88 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî sowie eine Brigade des 3. Kommando der Bundespolizei Dutzende Orte, nämlich ar-Ramil, al-Aṣfar, al-Ḥamal, al-Ḥamad, al-Mansiyya, al-Bû Kanʽân, Ṭawîlʽa, as-Salmân, al-Aʽwîğ, al-Bû Saif, Ḥamad Šarğî, Sarây al-Faḍl, Tal as-Sarây, ʽAlî, Samy, ʽAlî Šalġam, Šalâl Maṭar, ʽAğâğ Muḥassan, aš-Šaʽîbât, al-ʽAsâkira, Wâdî al-Ḫarâfiša, die Anwar al-ʽÂṣî-Bahnstation; Saḥân al-Mašlağ,  as-Suwaisa, Ğadîda, Nâyif aṣ-Ṣâliḥ und eroberten den nördlichen Teil der ḤamrînGebirgskette; alsdann erkämpften die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Straße in Richtung Ğisr Zuġaitûn und ar-Riyâ, den Flughafen al-Fatiḥa, das Ölgewinnungsunternehmen in den ʽAğîl-Bergen und darüber hinaus; Kontingente der Bundespolizei, der schnellen Reaktionstruppe wie von al-Ḥašd aš-Šaʽbî befreiten im Weiteren die Dörfer ad-Dâwidiyya, al-Qasâmiyya, al-Muʽtaim, Sayyid ʽAlî, Šaiḫ Ğâsim, Mala Ḥassan, Salmân al- Ḥamîd, Mağûl ʽAlîğ, Taba, Ḥussain Naʽîm, al-Marâdiyya, Tal aḏ-Ḏahab as-Saflâ, ʽAlî as-Sulṭân, al-Bû Ğaḥš, Ḥussain ʽAlî Murâd, Ḥauḍ 18, al-ʽAwâšir, as-Sarây, Tal as-Sarây, al-Ğâsimiyya, Umm at-Tilâl, ʽÎn as-Sulṭân, Nağim, Tal al-Ġazâl, Sarhîd al-Maṭar, al-Ḥawîḏân, Aṯirbân, al-Buraiğ. Die Anti-Terror-Kräfte mit den Brigade 5, 10, 22 und 27 von  al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Teile der  östlich des Tigris operierenden Gruppe erkämpften die Kontrolle über die Dörfer Kanʽân, al-Maidân al-Ğanûbî und al-Maidân aš-Šamâlî, ar-Rafîʽ, al-Ḥamîḍa, Ġarb Hağûl, Ğifâr ʽÛn, ʽIzzaddîn Šâkir,  Abû ʽArkûba, al-ʽAwâšira,  Ibrâhîm aṣ-Ṣâliḥ, al-Busta, as-Sakûn, Falâḥ Farḥân, Mabdad und ʽÎn Manât  zurück.   (http://www.sana.sy/?p=635620 vom 1.10.2017) – Seit Beginn dieses Operationsabschnitts seien laut der Nachrichtenagentur  INA 207 Terroristen getötet und 344km2  zurückerobert, 50 Sprengstoffpakete entschärft und 20 Fahrzeuge des IS zerbombt worden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32507-zweite_phase_der_befreiungsoperation_in_al_hawidscha_207_terroristen_get%C3%B6tet).

Aḥmad Abū l-Ġaiṭ, Generalsekretär der Arabischen Liga, Photo: alecso.org

Im Telefongespräch  mit Aḥmad  Abū l-Ġaiṭ, Generalsekretär der Arabischen Liga, versicherte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 1.10.2017, man werde im Counterterrorismus nicht nachlassen. Bislang hätten die vereinten Streitkräfte schon beachtliche Siege errungen und weite Gebiete befreit, wie aš-Šafaq News berichtete. außerdem konstatierte er: „Was die föderale Regierung gegen die Abspaltung der Region Kurdistan unternommen hat, sind nur eine Reihe von legalen Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung der Einheit und Integrität des Irak dienen; wir wollen unsere Landsleute nicht damit bestrafen.“   Abū l-Ġaiṭ bestätigte nochmals die Ablehnung gegenüber  dem kurdischen Sezessionsreferendums und  das Fortbestehens der Unterstützung der Arabi­sche Liga für die Regierung des Landes. (http://parstoday.com/de/news/world-i32503-al_abadi_terrorismusbek%C3%A4mpfung_darf_wegen_differenzen_nicht_in_gefahr_geraten)
Zum Hintergrund: Gemäß Ausführung des Politolgen Th. Meyssan gelang es der Familie Barzânî, das Gebiet der usrpünglichen irakischen Kurdenregion unter Ausnutzung von lokalen Konflikten und Kriegen in der Region seit 15 Jahren auf das Fünffache zu vergrößern und zwar auf Kosten  der indi­genen christlichen und arabischen Volksgruppen. (http://www.voltairenet.org/article198324.html)

Der kurdischen Bevölkerung sicherte al-ʽAbâdî zudem den Schutz der Regierung zu und schrieb  auf  Twitter : „Wir lassen nicht zu, dass Ihnen etwas zustößt, wir teilen unser Brot mit Ihnen.“  Auf Nachfrage eines französischen hierzu antwortete der Berater des Ministerpräsidenten: „Der Ministerpräsident meinte je­den  mögli­chen Angriff, egal ob er vom In- oder Ausland erfolgt.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32473-iraks_ministerpr%C3%A4sident_warnt_vor_m%C3%B6glichen_angriffen_gegen_kurden vom 1.10.2017)

Ministerpräsident für territoriale Einheit, Photo: SANA

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî betonte in einer Rede vom So., 1.10.2017, nochmals, die Bedeutung der Einheit des Landes und seines Volkes in jeder Hinsicht. diese sei allein schon für die gemeinsame Besiegung des Terrorismus notwendig. Die Abtrennung einer Region stehe nicht zur Debatte, zitierte ihn as-Sûmariyya News. (http://www.sana.sy/?p=635119)

Nach Meldung von as-Sûmariyya News berichtete der Kreistagschef der Stadt Hît in der Provinz al-Anbâr, Muḥammad al-Muḥammadî, die Sicherheitskräfte hätten vier IS-Suizidattentäter mit Sprengstoffgürteln rechtzeitig eliminieren können, bevor sie in die Stadt eindringen konnten. Andererseits waren bei einem Bombenanschlag in Hît ein Soldat getötet, drei weitere verletzt. Dennoch konstatierte al-Muḥammadî, die Sicherheitslage der Stadt sei stabil, sie stehe unter Kontrolle der Sicherheitskräfte und Stämme.
Drei andere IS-Suizidattentäter, die sich versteckt in einem Hause im Gebiet Abû al-Ğîr westlich der Stadt ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr versteckt hielten, wurden ebenfalls getötet. (http://www.sana.sy/?p=635139 vom 1.10.2017)

Türkischer Staatspräsident Erdogan, Photo: SANA

Im Irak und Syrien wirkt mehr als befremdlich, wenn der türkische Staatspräsident Erdogan während einer Rede bei einem AKP-Treffen plötzlich behauptet,  großen Wert auf  die Einheit von Syrien und des Iraks zu legen und dabei ganz darauf vergißt, daß seine Regierung seit Jahren die Terroristen in beiden Ländern kräftig unterstützte, die jene beinahe zerstört hätten.  (http://www.sana.sy/?p=634886 vom 30.9.2017).

Wie schon bzgl. des kurdischen Abspaltungseferendums angekündigt (vgl.u.), verbietet der Iran nun jegliche Verbringung von Treibstoffprodukten in die und aus der Kurdenregion des Iraks. (http://www.sana.sy/?p=634660 vom 30.9.2017)

Nach einer gemeinsamen Sitzung hoher Befehlshaber der iranischen und irakischen Streitkräfte vom Morgen des 30.9.2017, gab der  iranische Brigade-General Masʽûd  Ğazâ´irî laut einer Meldung von Tasnîm News bekannt, daß in den nächsten Tagen ein Militärmanöver beider Armeeteile an der gemeinsamen Grenze stattfinde. Es gehe um die Sicherung dieser Grenze wie der Grenzübergänge (s.u.) und der Anrainergebiete Qaṣr Šîrîn, Barwîz Ḫân, Bâšmâq in Marîwân, Tamarğîn in Bîrânšahar. Dabei wiederholte der General, seiner Regierung sei die Erhaltung der Integrität und die Einheit des irakischen Territoriums wichtig, auch betonte er die Illegalität des kurdischen Sezessionsreferendums im Nordirak.  (http://www.sana.sy/?p=634799)

Armee sichert in befreiten Orten, Photo: SANA

In Ausführung der zweiten vom Ministerpräsidenten am Vortag angekündigten  Phase der Militäroperation im Raum al-Ḥawîğa etc. (vgl.u.) befreiten die vereinten Streitkräfte aus Bundespolizei, schneller Reaktionstruppe und al-Ḥašd aš-Šaʽbî  laut Aussage von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh am 30.9.2017 gegenüber as-Sûmariyya News 26 Dörfer, nämlich al-Aḥnaf, aṭ-Ṭâriqiyya, ʽArṣa, al-Mutawakiliyya, Tal Laḥam, al-Ğaʽfariyya, as-Saʽadiyya, Kîsûma, Tal al-Hawâ, al-Ḥamdâniyya, al-ʽIyûn, Tulûl Ḏiyâb, aš-Šanta,dazu: Warîdiyya, as-Sabtî, Nuwâikîṭ, al-Ḥuwâ´iğ al-ʽAliyâ und al-Ḥuwâ´iğ as-Saflâ, Tal  aḏ-Ḏahab al-ʽAliyâ und Tal  aḏ-Ḏahab as-Saflâ, sodann as-Sawîd,  al-Maḫallaṭ, Tal ʽUbaid, Tal  Saʽîd, al-Bû Ṣaḫara und Ḥamad al-ʽAlî.   Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, meldete,  daß während eines Bombardements der Luftwaffe nordöstlich von Baʽqûba drei IS-Terroristen getötet worden seien, darunter ein Anführer. Der Polizei gelang es, einen IS-Suizidattentäter zu eliminieren, der sich vor einer Poli­zeistation linkerseits von aš-Šarqâṭ in im Norden der Provinz Ṣalâḥuddîn in die Luft sprengen wollte.  Andererseits wurden durch einen Bombenanschlag in Bagdad zwei Zivilisten getötet,  drei andere verletzt. (http://www.sana.sy/?p=634816)
Später am Tag wurden zudem die ʽAlâs-Ölfelder in al-Kamâl vollständig zurückerobert, wie Hâdî al-ʽÂmirî, Generalsekretär der Badr-Organisation innerhalb von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und damit einer Führer dieser Volkswehr gegenüber as-Sûmariyya News bekannt gab. (http://www.sana.sy/?p=635084)

Nach Abgang des letzten internationalen Flugs vom Flughafen Arbîl wurde dieser für den Luftverkehr geschlossen. Eine Großzahl von Ländern ist dem Aufruf  der Zentralregierung in Bagdad nachgekommen, Flüge dorthin und von dort auszusetzen.
Nach vorhergehender Absprache mit dem Iran und der Türkei sind die drei offiziellen Grenzübergänge aus der und zur Kurdenregion des Iraks von der zentralen Grenzbehörde übernommen worden (vgl.u.) und stehen unter deren Kontrolle, die wichtigsten davon sind die beiden zum Iran: Ḥâğ ʽUmrân  und Bâšmâġ. (http://parstoday.com/de/news/world-i32439-bagdad_kontrolle_kurdischer_grenz%C3%BCberg%C3%A4nge_durch_kooperation_mit_iran_und_t%C3%Bcrkei vom 30.9.2017)

Zur Übernahme der Grenzkontrollen gehen am Samstagmorgen, 30.9.2017, offizielle Verantwortliche des Amts für Grenzkontrollen in Begleitung dreier Militär-Delegationen in die Kurdenregion ab. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32417-irak_schickt_drei_milit%C3%A4r_delegationen_in_die_kurdenregion)

Karbalâ´, Quelle: star.com.tr

Während seiner Freitagsansprache am 29.9.2017 wandte sich der offizielle Vertreter von Ayatullâh ʿAlī al-Ḥussainī as-Sīsitānī [Bild s.u., 14.8.2017!], des obersten šîʽitischen Geistlichen des Landes, in der Pilgerstadt Karbalâ´ gegen das kurdische Sezessionsreferendum und rief zur Einhaltung der Verfassung und Beachtung des Entscheids des Obersten Gerichtshofes (s.u.) auf. Gerade sei die irakische Bevölkerung dem vom IS verursachten Leid entkommen und  sei noch dabei, diese Phase hinter sich zu bringen, da gebe es Versuche, das Land und die Bevölkerung mit einem neuen Leiden zu überziehen, indem man es zu spalten trachte. Schließlich warnte er die Führung der Kurdenregion vor den schwerwiegenden Folgen einer Abspaltung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32411-gro%C3%9Fayatollah_sistani_lehnt_ab-spal-tung_der_kurdenregion_vom_irak_ab)

US-Außenminister Rex Tillerson wird im Internetportal des US-Amts zum kurdischen Sezessionsreferendum am Fr., 29.9.2017, wie folgt zitiert: „Der Abstimmung fehlt es an jeglicher Legitimität.„, gefolgt von: „Wir unterstützen weiterhin einen fortschritllichen (sic!), demokratischen, föderalen und einheitlichen Irak und sind besorgt über die möglichen negativen Konsequenzen dieses einseitigen Handelns“ und  der Mahnung: „Der Kampf gegen die IS-Terrormiliz ist noch nicht zu Ende„. (http://parstoday.com/de/news/world-i32431-usa_erkennen_kurdisches_sezessionsreferendum_nicht_an)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gab am 29.9.2017 den Beginn der zweiten Phase der Militäroperation zur Befreiung von al-Ḥawîğa samt Umgebung und der Gebiete westlich der Stadt Kirkûk im Norden des Irak vom IS, dem Ableger von al-Qâʽida bekannt. (http://www.sana.sy/?p=634398)

Beim Treffen zwischen dem UNVertreter Jan Kubisch und dem Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in Bagdad am Do., 28.9.2017 erklärte ersterer, die Staatengemeinschaft unterstütze die territoriale Integrität des Iraks, die UNO sei auch bereit zur Vermittlung mit Regionalregierung der Kurdenregion. Al-Ğaʽfarî  unterstrich die Bereitschaft  der Zentralregierung zur Zusammenarbeit. Im Kampf gegen den IS bedürfe man allerdings  konsequenterer Unterstützung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32409-uno_bieten_erbil_und_bagdad_vermittlung_an)

Arbîl-Flughafen, Photo: Pars Today

Arbîl-Flughafen, Photo: Pars Today

Die Zentralregierung hat der kurdischen Regionalregierung ein Ultimatum gestellt: gemäß Entscheidung von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî und des Ministerrates sei nach Durchführung des verfassungswidrigen Sezessionsreferendum die Kontrolle über die beiden Flughäfen Arbîl und Sulaimâniyya binnen drei Tagen dem Bundes­amt für Zivilluftfahrt zu übertragen.  Ansonsten würden alle internationalen Flüge ohne Ausnahme vom internationalen Flughafen Arbîl ab Freitagabend [18.00 Uhr Ortszeit] ausgesetzt, teilte der Flughafendirektor Talâr Fâ´ik Ṣalâḥ am 28.9.2017 der Presse mit. Der Iran und die Türkei haben bereits die Flugverbindung nach Arbîl gestoppt. (http://www.sana.sy/?p=633756)

Nach Angaben des Polizeichefs von al-Anbâr, Generalmajor Hâdî Razîğ Kasâr, vom 27.9.2017 konnten die Sicherheitskräfte zusammen mit Stammeskämpfern die Kontrolle über die Gebiete aṭ-Ṭâš und al-Mağar südlich von ar-Ramâdî im Kampf gegen den IS zurückgewinnen und dabei sämtliche Terroristen zu töten. (http://www.sana.sy/?p=633166)

Gegen das Sezessionsreferendum und für die Erhaltung der territorialen Einheit des Iraks sprachen sich nach der trotz aller Proteste (s.u.) stattgefundenen Wahl mehrfach Rußland (http://www.sana.sy/?p=633094, http://www.sana.sy/?p=632709) und der Iran aus (http://www.sana.sy/?p=632802, http://www.sana.sy/?p=633149). Die syrische Position war und ist grundsätzlich dieselbe wie die der Zentralregierung in Bagdad (vgl. z.B. die Stellungnahme von Außenminister Walîd al-Mu­ʽallim während der Presse-Konferenz vom So., 24.9.2017, in New York). Auf der offiziellen EU-Webseite war vom Bedauern über die Abhaltung des Referendums in der irakischen Kurdenregion wie über die Ignoranz Barzânîs gegenüber der Aufforderung, die Abstimmung fallen zu lassen, zu lesen. Erneut forderte die EU dazu auf, Ruhe und Frieden zu bewahren und zu versuchen, weiterhin durch konstruktive und friedliche Verhandlungsgespräche eine Konfliktlösung im Rahmen der irakischen Verfassung zu finden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32333-frankreich_warnt_vor_fol-gen_einer_abspaltung_der_irakischen_kurdenregion). Spanien drückte ebenfalls sein Bedauern über die Abhaltung des Referendums aus (http://www.sana.sy/?p=633671), während Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian die Verantwortlichen der irakischen Kur­den­region warnte und erklärte, das Beharren auf einer Abspaltung führe zu Instabilität in der Region. „Sollte es in der gegenwärtigen Situation zu einer Abspaltung der kurdischen Region des Iraks kommen, so wird das sicherlich eine neue Krise im Nahen Osten entfachen, und das zu einer Zeit, wo die IS-Terroristen kurz vor der Vernichtung stehen. … Die Kurdenregion sollte die territoriale Integrität und Solidarität mit der irakischen Zentralregierung anstreben und sich am Wiederaufbau des Irak beteiligen; dadurch wird der kurdischen Region die höchstmöglichste Autonmie gewährtleistet.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i32333-frankreich_warnt_vor_fol- gen_einer_abspaltung_der_irakischen_kurdenregion) Der türkische Staatspräsident Erdogan erklärte auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Staatspräsidenten Putin in Ankara am 28.9.2017 abends dieselbe Ansicht zur Sache wie jener zu vertreten. (http://sana.sy/en/?p=114784)

Feinernde Kurden, Photo: syrianfreepress

Kurden in Feierstimmung, Photo: syrianfreepress

Am Nachmittag des 27.9.2017 gab das Oberste Komitee des irakischen Kurden-Referendums während einer Pressekon­ferenz als Ergebnis desselben an, von den 4.5 Millionen Teilnehmern hätten 92,73% für die Abspaltung gestimmt. (http://parstoday.com/de/news/world-i32337-ergebnis_des_sezessions_referendums_steht_fest)

Während einer außerordentlichen Parlamentssitzung erklärte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî   am 27.9.2017, die Bundesregierung werde das Sezessionsreferendum bzw. dessen Ergebnis nicht diskutieren, wolle jedoch – wie schon zuvor immer wieder bekräftigt (s.u.) – den Dialog mit den Kurden der autonomen Provinz auf Basis der gemeinsamen Verfassung führen. Wörtlich bemerkte er: „Wir haben vor den Folgen der Krise mit der kurdischen Region gewarnt, wir werden die Verletzung der Verfassung nicht zulassen„. Wahlen würden im Irak planmäßig stattfinden. Es sei Sache des  [gesamt-irakischen] Parlaments, Gesetze für Autonomiegebiete zu erlassen bzw. Wahlen auch in der Provinz Kirkûk zu veranlassen. – Der Aufforderung an ausländische Fluggesellschaften vom Vortag (s.u.) kam bereits der Libanon nach. (http://www.sana.sy/?p=633218)

Terrorakte nahe Bagdad, Photo: SANA

Terrorakte nahe Bagdad, Photo: SANA

Am 26.9.2017 kam es zu zwei Sprengstoffattentaten im Großraum Bagdad, wie as-Sûmariyya News meldete:  die eine Detonation ereignete sich nahe eines belebten Marktes im Gebiet von Sabʽ al-Bûr nördlich der Hauptstadt mit einem toten und sieben Verletzte, die andere in der Gegend von Karġûliyya östlich von Bagdad mit ebenfalls einem Todesopfer und drei weiteren Verletzten.  Tags zuvor hatte die Armee eine IS-Stellung südlich von Bagdad vernichtet und dort Sprengstoff vorgefunden. (http://www.sana.sy/?p=632634)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  wies am Di., 26.9.2017 die kurdische Regionalverwaltung ultimativ dazu auf, die Kontrolle über die Grenzübergänge wie über die beiden internationalen Flughäfen Arbîl (Erbil) und Sulaimâniyya  der Zentralregierung zurückzugeben, ansonsten würden binnen drei Tagen internationale Flüge in das und aus dem Gebiet gestoppt. Hierzu wurden bereits ausländische Staaten  in der vergangenen Woche zur Unterstützung aufgefordert. (http://www.sana.sy/?p=633218, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32289-irak_setzt_kurdischer_regionalverwaltung_frist_zur_%C3%9Cbergabe_der_flugh%C3%A4fen_im_kurdengebiet) – Al-ʽAbâdî beschuldigte ferner die kurdischen Verantwortlichen, Haß unter der Bevölkerung zu verbreiten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32301-al_abadi_wir_werden_keinesfalls_%C3%BCber_das_ergebnis_des_kurden_referendums_verhandeln)

Kurz nach Beendigung des Sezessionsreferendums begannen Teile der irakischen wie türkischen Armee im Grenzgebiet ein gemeinsames großangelegtes Manöver. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32263-t%C3%BCrkei_und_irak_halten_gemeinsames_man%C3%B6ver_ab)

Wahlplakat mit einem Kurdistan, das über die Grenze des iraksicehn Autonomiegebietes deutlich heinausgeht, Abb. voltairenet.org

Wahlplakat mit einem Kurdistan, das über die Grenze des iraksicehn Autonomiegebietes deutlich heinausgeht, Abb. voltairenet.org

Kritischer Hintergrundbericht zum kurdischen Sezessionsreferendum des Politologen Th. Meyssan: „In einer Welt, in der Bilder mehr als die Realität zählen, spricht die Presse von einem demokratischen Referendum für die Unabhängigkeit vom Irakischen Kurdistan. Aber abgesehen davon, dass das Re­ferendum verfassungsrechtlich im ganzen Irak stattfinden müsste und nicht nur im Unabhängigkeits­bereich, wurden bereits mehrere Millionen nicht-kurdischer Wähler schon aus ihren Häusern verjagt und können nicht mehr dorthin zurückkehren. In den Wahllokalen werden nur die Separatisten die Ordnungsmäßigkeit der Wahlen überwachen. Thierry Meyssan enthüllt diesen Betrug und die Inter­essen, die dahinter stecken. … Weiter bei: http://www.voltairenet.org/article198067.html (Der in der deutschen Übersetzungvorkommende Ausdruck „Dutzend“ ist eine Fehlübersetzung; im arabischen Originalartikel steht ein Ausdruck für eine Zehnereinheit, nicht für eine Zwölfer-Einheit ( „Dutzend“!), weshalb in dieser Version die Zählung stimmt). – Zur ganzen Thematik s.u.!

Mit einem Ergebnis des Sezessionsreferendums sei erst in drei Tagen zu rechnen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32249-nach_blockade_gegen_irakische_kurdenregion_%C3%96lpreise_stei- gen_weiter vom 26.9.2017)
Laut der kurdischen Wahlkommission sollen von derzeit ca. 78%  der abgegebenen Stimmen [zu deren  eingeschränkter Bedeutung  s.u.!] 93% Ja-Stimmen eingegangen sein. Das gesamt-irakische Parlament stimmte derweil für die Entlassung dreier kurdischer Staatsbeamter, die sich an dem verfassungswidrigen und vom Höchsten Gericht untersagten (dazu vgl.u.) Referendum teilnahmen, und fordert die Rückübertragung der Kontrolle über die Grenzen Kurdistans zu den Nachbarländern an die Zentralregierung; ebenfalls müßten Verhandlungen und Ölgeschäfte künftig nur über die irakische Zentral-Regierung laufen. (https://sptnkne.ws/f6D2 vom 26.9.2017)

Ministersitzung, Photo: Pars Today

Ministersitzung, Photo: Pars Today

Am Montagabend (25.9.2017) gab Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gemäß den bisherigen Darlegungen (s.u.) bekannt, das Ergebnis des verfassungswidrigen Sezessionsreferendums nicht anzuerkennen und auch nicht zu diskutieren. Neben den schon früher erfolgten Vertreibungsaktionen hinsichtlich der indigenen nicht-kurdischen (ursprünglichen Mehrheits-)Bevölkerung (s.u.) haben laut irakischen Medienberichten die Pîšmarga (Paschmerga, zu deren Rolle vgl.u.!) nochmals den Bewohnern einiger Kurdengebiete im Nordirak mit Zwangsvertreibung gedroht, falls sie nicht an dem Referendum teilnähmen.
Das Parlament hatte in Reaktion auf das Referendum laut as-Sûmariyya News eine 14-Paragraphen-Entschließung gefaßt. §14 betrifft die Absetzung des kurdi­schen Staatspräsidenten Fu´âd Maʽṣûm. In einem  nachfolgenden Schreiben das Verfassungsgericht forderte das Parlament dieses auf, die Kompetenz von Fu´âd Maʽṣûm gemäß der Verfassung und damit dessen mögliche Absetzung zu prüfen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32243-irak_parlament_fordert_absetzung_des_pr%C3%A4sidenten)

Binali Yıldırım, Photo: Pars Today

Binali Yıldırım, Photo: Pars Today

Anläßlich des kurdischen Sezessionsreferendums kündigte der türkische Premierminister Binali Yıldırım am 25.9.2017 im türkischen TV-Sender NTV an: „Wir treten in keinen Krieg ein, unsere Bürger können ruhig bleiben. … Wir werden aber unsere nationale Sicherheit schützen.“ Das derzeitige Manöver an der Grenze zur Türkei finde unter Beteiligung irakischer Offiziere statt. Das Training der Pîšmarga (Paschmerga, zu deren Rolle vgl.u.!) werde eingestellt, eventuell auch der Öltransit aus dem irakisch-kurdischen Autonomiegebiet [hierzu hatte die irakische Regierung zuvor aufgerufen, s.u.]. (https://sptnkne.ws/f6pE) –  Bereits am 24.9.2017 hatten sich die Regierungen in Bagdad und Ankara auf die Bildung eines Krisenteams wegen des Sezessions-Referendum geeinigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32177-ankara_und_bagdad_%C3%BCber_bildung_eines_krisenteams_f%C3%BCr_sezessions_referendum_in_irakischer_kurdenregion_einig) – Zudem wurde vom Staatspräsidenten Erdogan die Grenzschließung zum Nord-Irak angeordnet. Auch die iranischen Revolutionsgarde führte an der Grenze zum kurdischen Autonomiegebiet des Iraks ein großangelegtes Militärmanöver durch. (https://sptnkne.ws/f6sr).
Später bestimmte die türkische Regierung die Ausweisung von Amar Mirani, des Vertreters der irakischen Demokratischen Partei Kurdistans (PDK), deren Führer Masʽûd Barzânî (zu dessen Verortung s.u.) ist. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32301-al_abadi_wir_werden_keinesfalls_%C3%BCber_das_ergebnis_des_kurden_referendums_verhandeln)

Laut dem türkischen Politologen vom Zentrum für politische Forschung und Krisensituationen in Ankara (ANKASAM), Doğacan Başaran,  sei es bekannt, „dass keine Initiative und kein Prozess in der Region umgesetzt werden können, wenn der Iran und die Türkei gleichzeitig dagegen auftreten“.  Daher sei er überzeugt, daß „das US-Projekt des Irakisch-Kurdistans unter der Führung Barsani, das die USA im Rahmen der Umsetzung des Projekts des Großen Nahen Osten bildeten, wahrscheinlich scheitern wird“. Dann setzte er hinzu: „Vor diesem Hintergrund kann man vermuten, dass Irakisch-Kurdistan letzten Endes keine Unabhängigkeit erlangt, da Ankara und Teheran dagegen auftreten“. (https://sptnkne.ws/f4eq)

Kurdistan - Sezessionsreferendum, Abb.: youtube.com

Kurdistan – Sezessionsreferendum, Abb.: youtube.com

Im Nordirak wurden um 7.00 Uhr Ortszeit die Wahllokale für das Sezessionsreferendum (s.u.) geöffnet, 5,3 Millionen Wähler haben sich registriert, wie der Sender Rudaw berichtet. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr, das Ergebnis werde am Dienstag verkündet. Mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden soll die Frage: „Möchten Sie, dass die Region Kurdistan und die kurdischen Territorien außerhalb ihrer Grenzen zu einem unabhängigen Staat werden?“  (https://sptnkne.ws/f6gh) – Näheres zur folgenschweren Bedeutung dieser Formulierung s.u.!

Noch Wissenswertes zum heute trotz Protesten innerhalb und außerhalb des Iraks  stattfindenden, der Verfassung des Landes widersprechenden Sezessionsreferendum, die man sich angesichts der zu erwartenden Darstellung in den Mainstream-Medien – nach dem Motto: „Volk ohne Staat“ ins Gedächtnis rufen sollte: „Die Wahl findet nicht nur in der autonomen Region Kurdistan statt, sondern auch in den Gebieten, die von Barzani [d.h. den Pîšmarga/Paschmerga] in Verbindung mit Daesch [d.h. IS] annektiert wurden. Das Referendum ist eine einseitige Ent­schei­dung von Erbil, verurteilt von der Nationalversammlung, von der föderalen Regierung und dem obersten Gerichtshof von Bagdad. Das Referendum taucht jetzt auf, weil mehr als 3 Millionen nicht-Kurden von der Region wegen der von den Barzanis durchgeführten ethnischen Säuberungen geflohen sind und Zuflucht in der Türkei und Syrien gefunden haben.“ (http://www.voltairenet.org/article198053.html vom 25.9.2017) – Außerdem: es gibt auch kurdische Einheiten innerhalb des IS! Eines lebt derzeit mit dem Status eines politischen Flüchtlings in Oslo. (http://www.voltairenet.org/article198054.html) – Alle weiteren Hintergrundinformationen sind – neben Gefechtsberichten etc. –  im Anschluß (s.u.) zu finden!

Pro-Sezessionisten, Photo: voltairenet.org

Pro-Sezessionisten, Photo: voltairenet.org

Im Zusammenhang mit dem Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 (vgl.u.) steht nach Ansicht des Politologen Th. Meyssan auch die Planung eines neuen Kriegs gegen Syrien, nachdem die Projekte „Arabischer Frühling“ und  die Aktionen des IS wie von Ğabhatu_n-Nuṣra nicht zum Zerfall von Syrien [wie des Iraks] geführt haben (vgl.u. zu Balkanisierung!). Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch die US-Base im deutschen Ramstein. Nachzulesen in: 500 Millionen Dollar für den nächsten Krieg gegen Syrien. (http://www.voltairenet.org/article198033.html vom 24. 9.2017)

Zur Unterstützung des kurdischen Sezessionsreferendum von israelischer Seite erklärte Emmanuel Nahshon, Sprecher des israelischen Außenministeriums anläßlich eines Treffens mit dem kurdischen Spezial-Gesandten Safeen Dizayee am Sa., 23.9.2017, in Tel Aviv: „an in­dependent Kurdistan will be like a second Israel where we can weaken our enemies like Russia and Iran”. Der libanesische Journalist und politische Kommentator Osama al-Sharif schrieb dazu in der Jordan Times: „Netanyahu and his far-right allies know very well that a unilateral Kurdish decision to cede from Iraq in the absence of an agreement over a number of contentious issues, least of which is the future of oil-rich Kirkuk province, would trigger a civil war that is likely to spill over. … Destabilizing the region and weakening central governments will shift attention from Israel’s nefarious policies towards the Palestinians while hastening the process of colonization of what remains of the West Bank.” (https://fromdarknesstolight365.wordpress.com/2017/09/26/israeli-foreign-ministry-spokesman­independent-kurdistan-will-be-a-second-israelwhere-we-can-weaken-russia-and-iran/)

Am 24.9.2017 verkündete der Kommandant Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârul­lâh das Ende der ersten Phase der Befreiungsopera­tion der Ge­gend al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk einhergehend mit der Befreiung von Îsr aš-Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn. Dabei kritisierte er gewisse Medien, vor allem den saudischen Sender al-ʽArabiyya wegen Verbreitung falscher Nachrichten zur Irreführung der  öffent­liche Meinung und das, obwohl jede Möglichkeit zur Überprüfung der Meldungen den Medien zur Verfügung gestanden seien. Es sei nämlich wahrheitswidrig, daß es während dieser Operationen zu Plünderungen und Vertreibung der Bevölkerung gekommen sei – die Sicherheit der Bevölkerung sei vielmehr die erste Pflicht der Streitkräfte.
Seinerseits gab der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî bekannt, diese erste Phase sei gerichtet gewesen auf  die Befreiung von Îsr aš-Šarqâṭ, der Gegend az-Zâb und der Dörfer entlang des az-Zâb-Flusses – insgesamt 120 –  mit Rückeroberung der Brücke aš-Šamâṭ, die den Süden von Mossul mit den Gebieten westlich von Kirkûk verbindet; das sei ein Gebiet von 1.251km2  nach der Vertreibung der IS-Terroristen daraus und unter Wahrung der Leute darin. Nach Medienberichten verlor der IS 126 Tote Kämpfer, zehn Autobomben sowie dut­zende an Stellungen und Schlupfnestern. (http://www.sana.sy/?p=631780)

Hušyâr Zâbârî (Hoshyar Zebari, vgl.u. 13.8.2017), Berater und Onkel von Masʽûd Barzânî, dem seit Ablauf seiner Amtsperiode vor Jahren trotzdem eigenmächtig weiterhin amtierenden  „Ministerpräsidenten“ der autonomen  irakischen Kurdenregion (s.u., 8.12.2015, 1.1.2016, …) gab am 23.9.2017 im Interview mit der Agentur Reuter bekannt, daß am selben Tag eine Kurden-Delegation aus dem Autonomiegebiet  nach Bagdad gekommen sei, um mit der Zentralregierung bzgl. des für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî angesetzten, jedoch schon seit mindestens 2014 geplanten Referendums (vgl.u.) zu verhandeln. Letzteres werde aber dennoch stattfinden.  – In Mossul, der Provinzhauptstadt von Nînawâ (Niniwe) haben die Bewohner ebenfalls am 23.9.2017 gegen das Sezessionsreferendum demonstriert; auch in Bagdad fand eine Protestdemonstration statt.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32143-irak_eine_kurdische_delega-tion_will_mit_der_zentralregierung_in_bagdad_verhandeln)

Ibrâhîm al-Ğaʽfarî vor den UN, Photo: SANA

Ibrâhîm al-Ğaʽfarî vor den UN, Photo: SANA

In seiner Rede vor der 72. UNVollversammlung in New York am 23.9.2017 kam der irakische Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî auf den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (sog. Atomwaffen­sperrvertrag) zu sprehen, dem gemäß jedes Land friedliche Projekte im Bereich der Atomenergie entwickeln darf. In diesem Zusammenhang erklärte der Minister:  „Der Irak bittet die Nuklearmächte, ihm beim Bau eines Atomreaktors für friedliche Zwecke und beim Erhalt einer Nukleartechnologie zu helfen.“  (https://sptnkne.ws/f5JQ) – Zu seinem Treffen mit dem syrischen Amtskollegen Walîd al-Mu­ʽallim s. unter Syrien (https://is.gd/iV1hNj)!

Laut Interview von as-Sûmariyya News mit dem Sprecher von  al-Ḥašd aš-Šaʽbî, ʽAlî al-Ḥussainî, befreiten die vereinten Kämpfer der Tigris-Einsatzkräfte, der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  und der Bundespolizei am 23.9.2017 das az-Zarka-Gebiet, einem der wichtigsten IS-Rückzugsorte in der Provinz Ṣalâḥuddîn, und eroberten vom IS die Kontrolle über das Autobahnstück aṭ-Ṭûz und Tikrît zurück.   (http://www.sana.sy/?p=630870)

Armee unterwegs in der Provinz Ṣalâḥuddîn, Photo: SANA

Armee unterwegs in der Provinz Ṣalâḥuddîn, Photo: SANA

Laut Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) gegenüber as-Sûmariyya News vom 22.9.2017 wurden weitere 19 Dörfer im Umfeld des IS-Stützpunkts al-Ḥawîğa innerhalb des zweiten Teils der ersten Operationsphase befreit, nämlich: Dûma ʽAzîz, ʽArab Lûk, Tal Ġazâl, al-Ḫaḍîra, ʽAzîz ʽUbaid, al-Ḥadîfa, Mandiyân ʽArabî,  Mandiyân Šarqî, Kurd Dîwâna, Šanâwa, Kurd Ḫâl, Karmaš Lazâka, Bâš Taba, Bâš Band, Dûma Idrîs, Kalîḥa, Karîʽa, Ḫandaq al-Kubrâ, Tal al-Maṭar. (http://www.sana.sy/?p=630523)
Selben Tags griff die Luftwaffe im aš-Šarqâṭ-Gebiet den IS an, tötete 23 Terroristen und vernichtete fünf Kampfgerätschaften. (http://www.sana.sy/?p=630831)

Als wichtige Hintergrundinformation zum Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 liegt nun der 3. Teil der Reihe von Sarah Abed vor mit dem Titel: „Der Mythos moderater kurdischer Rebellen“, der auch von der langjährigen Vertreibung der indigenen, nicht kurdischen Mehrheitsbevölkerung aus den Gebieten handelt, die nach einem Wahlausgang für die geplante (dazu s.u.!) die Sezession  „Kurdistan“ bilden sollen. (http://www.voltairenet.org/article197987.html vom 21.9. 2017)

Karte zum Sezessionsreferendum, Abb. Pars Today

Karte zum Sezessionsreferendum, Abb. Pars Today

Für das für den 25.9.2017 trotz Verfassungswidrigkeit und anderer widersprechender Faktoren (vgl.u.) angesetzte Sezessionsreferendum zur Erstellung eines Kurdistans bestimmte das Wahlkomitee, die Provinzen Kirkûk, Diyâlâ und Nînawâ (Ninive), dazu die Stadt Ṭûz Ḫurmâtû (Tozkhurmato) in der Provinz Ṣalâḥuddîn als Teilnehmer mit 2.000 Wahllokalen. Die Wahlwerbung ende am Fr., 22.9.2017, um 24:00 Uhr Ortszeit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32117-irakische_kurdenregion_sezessionsreferendum_fin-det_in_kirkuk_diyala_und_ninive_statt)

In der ersten Phase der Befreiungsoperationen von alḤawîğa (wie schon bzgl. Tal ʽAfar etc.) unter Kommando von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh befreiten die Kämpfer der Brigaden 3, 4, 5 und 10 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî zusammen mit denen der Bun­des­polizei 20 Dörfer, wie er am  21.9.2017 bekanntgab. Dabei handelt es sich um Kahâra, Šîrâwa, al-Fûğa, Ḥamad Satîr, Sabḥa ʽUṯmân, Kanʽûṣ aš-Šamâliyya, Kanʽûṣ al-Ğanûbiyya, Ḥarâba Zard, Sîsbân, ʽÎn Ḥayâwî, Lazâka, Kanîṭra, al-Ḥamîr, Hîğal aš-Šamâlî, Hîğal al-Wasṭâ [d.h. Hîğal-Mitte], Hîğal al-Ğanûbî, ʽAwîğîla aš-Šamâlî, ʽAwîğîla al-Ğanûbî, Ḥaḍîr al-Ğâsim, as-Safîna. Damit sei der erste Teil der ersten Phase erreicht. Andere Einheiten von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  säuberten derweil in Richtung Norden von Îsr aš-Šarqâṭ (vgl.u.) die rückeroberte Gegend von hinterlassenen Sprengsätzen und Minen und räumten vom IS errichtete Barrieren zur Seite.(http://www.sana.sy/?p=629982)

Irakische Armee vor al-Hawîja, Photo: SANA

Irakische Armee vor al-Ḥawîğa, Photo: SANA

Westlich von alḤawîğa in der Provinz Ṣalâḥuddîn erkämpften sich die irakischen Streitkräfte die Kontrolle über sieben Dörfer nördlich von Îsr aš-Šarqâṭ zurück nach Beseitigung von 25 IS-Terroristen und Zerstörung einer Autobombe. Laut Meldung von as-Sûmariyya News vom 21.9.2017 betrifft dies die Orte ʽÎn Kâwa, Kanʽûṣ, Šandar al-ʽAliyâ, Ḥaṣârûk, štar Lâlûk, Šîrâwa und Sîsbâna. Aḥmad al-Asadî, der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, bezeichnete dies als perfekten Ausgangspunkt für die Rückeroberung des noch bestehenden bedeutsamen IS-Stützpunkts alḤawîğa.
Bei irakischen Luftangriffen im Distrikt al-Ḥawîğa im SW der Provinz Kirkûk. Dabei wurde der sog. wâlî [IS-Gouverneur] von alḤawîğa namens Ḥassan Walî al-Bayâtî mit Kampfnamen Abû Haiṯam getötet.Aus dem Bezirk al-Ḥawîğa und den Gebieten von ar-Rašâd, al-ʽAbbâsî, az-Zâb und ar-Riyâḍ habe der IS ursprünglich bei seiner Invasion die Provinz Ṣalâḥuddîn und den Außenbezirken von Kirkûk angegriffen. (http://www.sana.sy/?p=629982)

In Ausführung der schon am Vortag vom Kommandanten der in West-al-Anbâr agierenden al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Gruppe, Rašîd Falîḥ, angekündigten großangelegten Befreiungsoperation lieferten  diese Kräfte zusammen mit Stammesleuten am 19.9.2017 den IS-Terroristen in der östlichen Region von  ar-Rîḥâna harte, für den Feind verlustreiche Gefechte, wie as-Sûmariyya News berichtete.  – In der Nähe zweier Restaurants an der Straße TikrîtBaiğî, wo sich auch Pilger bevorzugt aufhalten, sprengten sich zwei Suizidattentäter in die Luft, töteten damit drei Iraker und verletzten 34 weitere Personen, während der dritte Attentäter rechtzeitig getötet wurde. (http://www.sana.sy/?p=628730)
Später am 19.9.2017 konnte bereits die Einnahme des Gebiets von ar-Rîḥâna gemeldet werden, nachdem Schlupfnester des IS, eine Werkstatt zum Bau von Sprengsätzen sowie vier Autobomben zerstört worden waren.(http://www.sana.sy/?p=629211)

Belgische Parlamentsdelegation, Photo: Pars Today

Belgische Parlamentsdelegation, Photo: Pars Today

Unter Leitung des Fraktionsvorsitzenden des Vlaams Belang, Filip Dewinter, kam eine belgische Parlamentsdelegation in den Irak. Bekanntlich haben sich die letzten Jahre über etwa 500 Personen mit belgischem Paß dem IS angeschlossen. Dewinter appellierte an die Regierung in Bagdad, aus Belgien stammende und im Irak als IS-Kämpfer festgenommene  Personen nicht nach Brüssel auszuliefern, sondern im Irak gemäß dessen Gesetzen hinrichten zu lassen. Die Gefahr, welche von diesen Rückkehrern ausgeht, wird ja allgemein in Europa als sehr hoch bewertet. Entsprechend radikale Strafmaßnahmen wie im Irak sind dort jedoch nicht möglich. – Das für den 25.9.2017 von Masʽûd Barzânî angesetzte Kurden-Sezessionsreferendum nannte der flämische Politiker unpassend und votierte für eine Problemlösung per Dialog. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32011-br%C3%BCssel_fordert_hinrichtung_500_seiner_staatsb%C3%BCrger_im_irak_wegen_is_mitgliedschaft)

Übernahme eines Artikels des Politologen Thierry Meyssan zum Referendum:
„Laut dem Magazin Israel-Kurd mit Sitz in Erbil haben der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und der selbsternannte Präsident des zukünftigen unabhängigen Kurdistan, Massud Barzani, ein geheimes Abkommen geschlossen.
Tel Aviv hat sich verpflichtet, in Kurdistan 200 000 Israelis kurdischer Herkunft zu installieren.
Die Ankündigung wurde von der türkischen, iranischen und arabischen Presse weitgehend verbreitet.Das Projekt der Schaffung eines Süd-Sudans und eines Kurdistans ist ein israelisches militärisches Ziel seit der Entwicklung der Raketen am Ende der 1990er Jahre. Diese weitgehend von Israelis verwalteten Gebiete sollen möglich machen, Ägypten und Syrien von hinten anzugreifen.
Von den 8,5 Millionen Israelis die in Israel leben, sind etwa 200.000 kurdischer Herkunft. Im März 1951 gestattete die „Operation Ezra und Nehemiah“ (von dem Namen der biblischen Figuren, die die Flucht der Juden aus Babylon organisierten) 11000 jüdischen Kurden aus dem Irak nach Israel auszuwandern. Diese Operation wurde von der American Jewish Joint Distribution Committee von New York finanziert. Für die Luftbrücke wurden von dem kubanischen Diktator Fulgencio Batista Flugzeuge zur Verfügung gestellt.
Die Barzani-Familie, die das Irakische Kurdistan mit eiserner Hand regiert, ist historisch mit Israel verbunden. Der Vater des gegenwärtigen Präsidenten Massoud Barzani, Mullah Mustafa Barzani, war hoher Offizier des Mossad.
Der israelische Premierminister ist der einzige Regierungschef, der sich öffentlich für die Schaffung eines unabhängigen Kurdistan außerhalb des historischen kurdischen Gebietes ausgedrückt hat (und damit auf Kosten der indigenen Völker).
Trotz des Verbotes des irakischen Verfassungsgerichtes wird ein Referendum am 25. September 2017 stattfinden, um diesen neuen Staat zu verkünden.“ (http://www.voltairenet.org/article197957.html)

Kurdistan - Israel, Abb.: voltairenet.org

Kurdistan – Israel, Abb.: voltairenet.org

Laut dem irakischen Sicherheitsexperte Aḥmad aš-Šarîfî (Ahmed al Sharifi) im Interview mit Sput­nik News, steckt hinter der israelischen Unterstützung für die Erstellung eines Kurdistan per Referendum im Irak noch Folgendes: Netanjahu spricht seit 2005 von der Notwendigkeit, eine Öl­leitung von Kirkuk und Mosul (beide im Irak) über syrisches Gebiet zum Mittelmeer zu bauen, damit Israel eine zuverlässige Energiequelle bekäme“. Allerdings stehen sich diese Staaten feindlich gegenüber.  Die Gründung des IS habe daher zum Ziel gehabt, die Regierungen im Irak und in Syrien zu stürzen und an ihrer Stelle proamerikanische und damit pro-israelische Regierungen in diesen Ländern zu installieren. Dieser Regimewechsel würde es Israel ermögli­chen, Öl- und Wasserquellen unter seine Kontrolle zu bringen. „Aber die Hartnäckigkeit der Syrer brachte diese Pläne zum Scheitern. Daher wird jetzt auf die Umsetzung des ‚kurdischen Projekts‘ zur Teilung Syriens und des Iraks gesetzt“, konstatiert der Experte. Laut dem syrischen Brigadegeneral Haiṯam Ḥassûn (Haisam Hassun) habe die SAA bereits mit der Abwehr der Bedrohung durch die US-orchestrierten Kurden auf syrischem Territorium begonnen. „Es geht vor allem um die Umdislozierung von Kräften auf das östliche Euphrat-Ufer. Demnächst plant die syrische Armee, die von den ‚Demokratischen Kräften Syriens‘ (DKS) besetzten Gebiete zurückzuerobern. Diese Kräfte könnten ohne weiteres als Ableger des Daesh bezeichnet werden, weil sie syrische Territorien gesetzwidrig besetzt haben“, sagte der General in einem Sputnik-Interview. Die US-unterstützten sog. „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) in Syrien agierten „im Interesse der Kurden und wollen die Kontrolle über die von ihnen besetzten Gebiete künftig an die Kurden übertragen. Eben deshalb will die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe diese Pläne jetzt schon zum Scheitern bringen“, erklärte der General. (https://sptnkne.ws/f5p2)

Laut Veröffentlichung auf der EU-Website vom 19.9.2017 erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hinsichtlich des geplanten Kurdenreferendums (s.u.). Die Europäische Union bekräftigt ihre unerschütterliche Unterstützung für die Einheit, die Souveränität und die territoriale Integrität des Irak. Einseitige Handlungen, wie das vorgeschlagene Referendum, sind kontraproduktiv und müssen vermieden werden. Statt dessen schlage sie konstruktive und friedliche Gespräche hinsichtlich offener Fragen vor , um eine bilaterale Verein­barung gemäß den Richtlinien der irakischen Verfassung zu erzielen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32029-mogherini_eu_unterst%C3%BCtzt_einheit_iraks)

Das oberste Gericht des Landes hat das für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî geplante Sezessionsreferen­dum (s.u.) ausgesetzt. Es seien mehrere Klagen eingegangen, die erst geprüft werden müßten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31957-irak_ausset-zung_des_sezessionsreferendums_angeordnet) – Zum besseren Verständnis der letzteren Bemerkung s. z.B. http://www.voltairenet.org/article197792.html

Türkischer Aufmarsch an Grenze, Photo: Pars Today

Türkischer Aufmarsch an Grenze, Photo: Pars Today

Staatspräsident Erdogan, der die Entstehung eines Kurdistans auf türkischem Staatsgebiet auf jeden Fall zu verhindern trachtet, hat überraschend  in jenem Teil der Türkei, welches an die autonome irakische Kurdenregion grenzt, ein Militärmanöver angeordnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31955-t%C3%BCrkei_h%C3%A4lt_milit%C3%A4rman%C3%B6ver_an_der_grenze_zu_irak_ab vom 18.9.2017)

Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî erkämpfte sich am 18.9.2017 die Kontrolle über vier Bezirke im nördlichen Duğail-Gebiet der Provinz Ṣalâḥu_d-Dîn, zusammen mit Teilen der Armee wurden dann die westlichen Gebiete von Sayyid Ġarîb, von Bû ʽAlûl, al-Farḥatiyya und ar-Rafîʽât im  Norden von  Duğail von den IS-Terroristen befreit. Zudem informierte der Kommandant der al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der al-Anbâr-Provinz, Qâsim Muṣallaḥ, darüber, daß man im auch im ʽAkâšât-Bereich in West-al-Anbâr vorrücke auf die verbliebenen IS-Stützpunkte Qâ´im und Rawâh zu. (http://www.sana.sy/?p=627867)

UN-Generalsekretär Guterres, Photo: Pars Today

UN-Generalsekretär Guterres, Photo: Pars Today

Negativ fällt auch die Bewertung von UN-Generalsekretär Guterres zum Sezessionsreferendums im irakischen autonomen Kurdengebiet (s.u.) aus. Es störe den Kampf gegen den IS wie den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes. Grundsätzlich schon sei die nationale Souveränität wie territoriale Integrität und Einheit des Irak zu respektieren. Zur Beilegung von Differenzen rät er ebenso zum konstruktiven Dialog. (http://parstoday.com/de/news/world-i31937-guterres_sezessionsreferendum_in_ira­kischer_kurdenregi- on_lenkt_vom_kampf_gegen_is_terrormiliz_ab vom 18.9.2017)

Ein weiteres Suizidattentat betraf am So., 17.9.2017, die Stadt Muqdâdiyya, im NO von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ, wobei neun Iraker getötet bzw. verwundet wurden. – Tags darauf detonierte eine Straßenbombe nahe eines stark frequentierten Marktes im Nahrawân-Gebiet südlich von Bagdad, wobei ein Bürger getötet, fünf weitere verwundet wurden. (http://www.sana.sy/?p=628115)

Auf den US-Militärstützpunkt in Maḫmûr, 60km südwestlich von Mossul, wurde in der Nacht zum am So., 17.9.2017, ein Angriff von drei IS-Suizidattentätern vereitelt: zwei wurden im Vorfeld getötet, der Dritte sprengte sich selbst in die Luft. Es gab keine Opfer. Laut dem kurdischsprachigen Sender NRT sollen die Terroristen aus dem noch vom IS kontrollierten Gebiet von al-Ḥawîğa im SO von Kirkûk gekommen sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31905-drei_selbstmordattent%C3%A4ter_greifen_us_milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkt_in_erbil_an)

Bei der Explosion einer Autobombe im Stadtteil  ʽAdan in Kirkûk kam am 16.9.2017 laut einer Meldung von as-Sûmariyya News eine Person ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. (http://www.sana.sy/?p=627220)

Fu´âd Maʽṣûm, Photo: Pars Today

Fu´âd Maʽṣûm, Photo: Pars Today

Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm hat vom Sa., 16.9.2017, offiziell alle politischen Parteien samt den Präsidenten der Legis­lative und Exekutive in Bagdad und der autonomen Kurden-Region im Nordirak auf, einen gemeinsa­men  Dialog auf Grundlage einer nationalen Partnerschaft ohne provokative und extremistische Haltung zu führen, um den Konflikt um das von Masʽûd Barzânî initiierte Kurden-Referendum (s.u.) zu beenden. Deswegen sagte er seine Teilnahme an der UN-Generalversammlung in New York ab, wohin an seiner Stelle der Ministerpräsident fahren werde. Jener warnte erneut vor der Abhaltung dieses Referendums und machte deutlich, sollte jenes zu zu Ausschreitungen und Chaos im Land führen, werde dagegen militärisch vorgegangen. (http://parstoday.com/de/news/world-i31895-irakischer_pr%C3%A4sident_fordert_ge­spr%C3%A4che_%C3%BCber_referen- dum_in_den_autonomen_kurdengebieten)

Laut einer Mitteilung des Pressedienstes des Weißen Hauses lehnt die US-Regierung die Durchführung des Referendums vom 25.9.2017 (s.u.) ab. In der Erklärung heißt es: „Die Durchführung des Referendums in den strittigen Gebieten ist besonders provokativ und destabi­lisierend. In dieser Hinsicht rufen wir die kurdische Regionalregierung  dazu auf, die Volksabstimmung abzusagen und einen ernsthaften und inhaltsvollen Dialog mit Bagdad aufzunehmen“. (http://parstoday.com/de/news/world-i31841-irak_parlament_autonomer_kurdenregion_stimmt_f%C3%BCr_ unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum, https://sptnkne.ws/f2qR für Zitat in Deutsch, je vom 16.9.2017)

Geplantes Kurdistan, Abb. voltairenet.org

Geplantes Kurdistan, Abb. voltairenet.org

Sicher nicht aus purem Zufall wurde die Präsenz der kurdischen Pîšmarga (Peschmerga-Miliz) noch kurz vor dem Sezessionsreferendum in der von ihr besetzt gehaltenen Provinz Kirkûk – die nicht zum autonomen Kurdenterritorium gehört! – verstärkt. (https://sptnkne.ws/fGsU)

Nach Artillerieangriffen der Armee, welche zur Flucht von IS-Kämpfern aus der Gegend führte, rückte al-Ḥašd aš-Šaʽbî  am Vormittag des 16.9.2017 ins Zentrum des ʽAkâšât-Be­zirks in West-al-Anbâr vor, um die letzten IS-Ansammlungen und -Stellungen dort zu eliminieren. (http://www.sana.sy/?p=627026) Dies war am Nachmittag bereits erreicht. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31879-irakische_stadt_akashat_in_al_anbar_vollst%C3%A4ndig_vom_is_befreit)

Auf der Luftbasis von ʽÎn al-Assad in West-al-Anbâr sind Verstärkungseinheiten eingetroffen für die geplante Befreiung dieses Teils der an Syrien grenzenden Provinz, welche die Gegenden um ʽAna, Rawâh und al-Qâ´im miteinschließt. (http://www.sana.sy/?p=626636, vom 15.9.2017)

Am 14.9.2017 schossen laut Mitteilung aus dem Innenministerium Bewaffnete in Militäruniformen aus einem vorbeifahrenden Auto wahllos auf die Gäste eines Restaurants an einer Schnellstraße am Ortsrand von anNâ­ṣiriyya, der Provinzhauptstadt von Ḏī Qār (Sikar, Zikar); später explodierte der Wagen an einem Kontrollpunkt, wie as-Sûmariyya News meldete. Bislang liegt die Opferzahl bei 74 Toten und 93 Verletzten. Der IS reklamierte den Doppelanschlag für sich. Tags darauf wurde der Geheimdienstchef der Provinz entlassen und zum Verhör der zuständigen Behörde überantwortet, war Al-Yaum as-Sâbiʽ zu entnehmen. (http://www.sana.sy/?p=626216, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31815-irak_geheimdienstschef_der_provinz_si- kar_entlassen) – Aktualisierung: Die Zahl der Todesopfer stieg nach weiterer Leichenbergung auf 84. Die Anschlag sei eine Reaktion auf die erfolgreiche Militäroperation, welche die ganze nördliche Provinz Nînawâ aus der Terroristenkontrolle befreite. Derzeit übe die Terrororganisation noch die Kontrolle über das Gebiet von al-Ḥawîğa (s.u.) wie über jenes am Euphrat in West-al-Anbâr aus, betroffen seien in letzterem vor allem die Städte ʽAna, Rawâh und al-Qâ´ im. (http://www.sana.sy/?p=626636 vom 15.9.2017)

Vorrückende irakische Armee, Photo: SANA

Vorrückende irakische Armee, Photo: SANA

Nach Aussage von Brigade­general Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, dem Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, gegenüber as-Sûmariyya News wurden bei der Militäraktion im Dorf Qaṣba ar-Râʽî  westlich von al-ʽIyâḍiyya 30 Terroristen getötet, darunter 11 Suizidattentäter sowie der sog. Direktor [mudîr] im Büro des Wâlî  [Gouverneurs] von Tal ʽAfar namens Muḥammad Mahdî Muḥammad Farḥân. Ğawâd aṭ-Ṭalîbâwî, Führer der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, fügte im Interview hinzu, daß die Volkswehr alle Vorbereitungen zur Befreiung von al-Qâ´im (vgl.u.) getroffen habe, nachdem die Grenze zu Syrien gesichert worden sei. (http://www.sana.sy/?p=625151 vom 12.9.2017)

Bei der Sitzung vom Di., 12.9.2017 hat das gesamtirakische Parlament in Bagdad, das verfassungsgemäß diese  Entscheidung  zu fällen hat (vgl.u.), gegen das  von Masʽûd Barzânî für den 25.9.2017 angesetzte Referendum (s.u.) gestimmt, da es illegal sei. Parlamentspräsident Salîm al-Ğabûrî  machte deutlich, daß diese Ablehnung ein „Ja“ für „die Einheit des Gebietes und des irakischen Volkes“ sei.  168 Abgeordnete waren anwesend, kurdische Abgeordnete hatten aus Protest nicht an der Sitzung teilgenommen. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî wurde durch die Entscheidung dazu verpflichtet, alles zu tun, um die Einheit des Landes zu schützen und einen ernsthaften Dialog mit den verantwortlichen Politikern der autonomen Kurden­region im Nordirak zu suchen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31711-irak_parla- ment_stimmt_gegen_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_der_kurden)

Barzânîs Kurdistan-Wahlplakat, abb. voltairenet.org

Bazânîs Kurdistan-Wahlplakat, Abb. voltairenet.org

Zur geschichtsverfälschenden, von  Masʽûd Barzânî initiierten Propaganda für das erwähnte Referendum unter Rückgriff auf die vom IS während seines damaligen Eroberungszugs massenhaft ermordeten oder versklavten Jesiden (Yazîdiyûn, vgl.u.) meist kurdischer Abstammung im Sinğar s. http://www.voltairenet.org/article197856.html vom 12.9.2017! Demnach  zogen sich die Pîšmarga, die für den Schutz der Jesiden zuständig waren, zurück, als der IS im August 2014 heranzog (s.u.), und überließen die Bewohner im autonomen kurdischen Teil des Iraks ihrem Schicksal. Dies versuche nun Masʽûd Barzânî so darzustellen, als habe die irakische Armee die Jesiden im Stich gelassen.
Auch Sarah Abed  sieht in ihrem dreiteiligen Beitrag über die Hintergründe des Referendums und der Planung zur Erschaffung von „Kurdistan“ neben Israel als Staat, das schon 1917 von Woodrow Wilson als eines der US-Kriegsziele benannt worden war, einen Schritt zur Verwirklichung der Balkanisierung des Iraks gemäß dem schon erwähnten (s.u.) Yinon-Plan. (http://www.voltairenet.org/article197792.html und http://www.voltairenet.org/article197906.html)  – Näheres zu Balkanisierung/Yinon-Plan  s.u. und  bei http://www.voltairenet.org/article185981.html!

Wegen der vielfachen, immer schlimmer werdenden Niederlagen des IS kurz vor dem totalen Zusammenbruch im Irak und Syrien lasse die Terrororganisation ihr Geld in großem Umfang in andere Regionen überweisen, z.B. auch in EU-Staaten, machte Dmitri Feoktistow als Vertreter des Außenministeriums in Moskau am Di., 12.9.2017, bekannt. Damit finde erstmals der Finanzfluß in umgekehrter Richtung, nämlich aus den noch IS-kontrollierten Gebiete statt. Die Finanzmittel dienten in den Zielländer „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ der Erstellung von Terrorzellen und der Vorbereitung von Anschlägen. Feoktistow ist derzeit Teilnehmer der Konferenz der Internationalen Financial Action Task Force (FATF). (https://sptnkne.ws/fy8r)

Die Regierung der IR Iran hat durch ihren Botschafter in Bagdad ebenfalls deutlich gemacht, daß sie das für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî angesetzte Referendum  (s.u.) ablehne. Es würde – während immer noch der Kampf gegen den Terrorismus geführt werde – zu Unruhe und Instabilität führen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31661-iran_ge­gen_das_geplante_unabh%C3%A4ngig-keitsreferendum_in_der_irakischen_kurdenregion vom 11.9.2017)

Regierungssprecher Saʽd al-Ḥadîṯî gab am 11.9.2017 bekannt, über 90% des ursprünglich vom IS kontrollierten Gebiets seien zurückgewonnen. Er erklärte: „Die Situation hat sich radikal geändert, als wir aus der Defensive von Bagdad und den südlichen Provinzen in die Offensive gegan­gen sind und die Städte und Gebiete nacheinander befreit haben. Im Vergleich mit den Zeiten der Regierungsbildung waren die Bewaffnungsmöglichkeiten begrenzt, aber trotzdem waren die iraki­schen Soldaten bereit, dem Terrorismus ein Ende zu setzen. Der endgültige Sieg ist nah“. Im Kampf gegen den IS habe die Armee 1/3 ihrer Technik und Bewaffnung verloren. Mehr als 2,2 Millionen Flüchtlinge seien in die befreiten Gebiete zurückgekehrt. (https://sptnkne.ws/fxU3 )

Auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Aḥmad Abu_l-Ġaiṭ, der am 10.9.2017 in Bagdad eintraf, trat anläßlich des projektierten Referendums für die Wahrung der nationalen Integrität des Landes ein zur Vermeidung von Instabili­tät und Unsicherheit im Land. Dies werde er auch am nächsten Tag  in Arbîl bei seinem Zusammentreffen mit Masʽûd Barzânî verdeutlichen. (http://parstoday.com/de/news/world-i31589-al_generalsekret%C3%A4r_fordert_aufrechterhaltung_irakischer_einheit)

In Reaktion auf Kritik dahingehend, er habe nur Schweigen für das von Masʽûd Barzânî initiierte Abspaltungsreferendum (s.u.) übrig, entgegnete Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm am Sa., 9.9.2017, nur Verhandlungen könnten das Problem lösen. Daher erklärte er: „Ich werde alles daran setzten, damit sich die Beziehung zwischen den Konfliktparteien verbessert und werde sie zu weiteren Gesprächen zur Lösung der Probleme aufrufen.“ und fügte hinzu: „Der Präsident ist für den Schutz des Grundgesetzes und die Aufsicht auf seine Umsetzung verantwortlich.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31577-iraks_pr%C3%A4sident_dialog_ist_die_l%C3%B6sung_f%C3%BCr_probleme_zwischen_bagdad_und_erbil)

Wie der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gegenüber as-Sûmariyya News mitteilt, führen Armee, Bundespolizei und al-Ḥašd aš-Šaʽbî  unter Deckung der Luftwaffe Operationen zur Auslöschung des IS im Raum zwischen dem Ölfeld, Ḫânaqîn, Tašmal, Diyân Ṯalâb, al-Ḥadîdîn und Qazlâq im NO der Provinz Diyâlâ durch. (http://www.sana.sy/?p=623326 vom 9.9.2017)

Sog. Grüne Zone in Bagdad, Abb.: focus.de

Sog. Grüne Zone in Bagdad, Abb.: focus.de

Die Regierung in Moskau verhandelt derzeit mit derjenigen in Bagdad über ein Verlegung ihrer Botschaft aus dem Bezirk al-Manṣūr in einen sichereren Teil der Hauptstadt. Inzwischen sei die Tätigkeit in der russischen Botschaft so gefahrvoll, daß nur Männer ohne Familien dorthin geschickt werden könnten. Z.B. sind die diplomatischen Vertretungen westlicher Länder wie die Regierungsgebäude und Büros auslän­discher Firmen in der sog. Grüne Zone (vgl.u.) untergebracht. (https://sptnkne.ws/fwmY</a

Beim Treffen zwischen der russischen Vize-Außenminister Michail Bogdanow und dem Chef des irakischen Anti-Terror-Dienstes, Ṭâlib al-Ḫanânî (Talib Al-Khanani), am 7.9.2017 in Moskau vereinbarten beide im Namen ihrer Regierungen eine noch engere Zusammenarbeit im Counterterrorismus. Dabei unterstrich Bogdanow erneut die Unterstützung seiner Regierung für die territoriale Integrität und nationale Souveränität des Iraks wie bei der Stärkung von dessen Kampfkraft. (http://parstoday.com/de/news/world-i31523-irak_und_russland_wollen_im_kampf_gegen_terrorismus_enger_zusammenarbeiten)

Kirkûk-Ratsmitglied zum Referendum, Photo: Pars Today

Kirkûk-Ratsmitglied zum Referendum, Photo: Pars Today

In der autonomen Kurdenregion hat eine eine Agitationskampagne zugunsten des von Masʽûd Barzânî für den 25.9.2017 geplanten Referendums zur Abtrennung dieses Gebiets und weiterer von den Pîšmarga eroberter  Gegenden vom Irak eingesetzt. (https://sptnkne.ws/fwcB) – Wissenswertes zum hintergrund dieser Aktion des rechtlich schon lange nicht mehr im Amt befindlichen Präsidenten der Region bieten z.B. die Beiträge. Die Kurden: Washingtons Massen-Destabilisierungs-Waffe in Mittel-Ost von Sarah Abed (http://www.voltairenet.org/article197792.html vom 8.9.2017), von Thierry Meyssan mit dem Titel: Die Zerschlagung des Irak sollte am 25. September stattfinden vom (http://www.voltairenet.org/article197612.html 27.8.2017) wie schon erwähnte Artikel des letztegenannten Autors zur Thematik. Vor allem ist zu beachten, daß mit diesem Referendum Gebiete zu kurdischen erklärt werden sollen, die bis vor kurzem gar keine kurdische Mehrheitsbevölkerung hatten, sondern diese erst durch Vertreibungen, Umsiedlungsaktionen etc. künstlich erlangten.
Die arabischen und turkmenischen Abgeordneten des Provinzrats von Kirkûk lehnen das Referendum grundsätzlich und unter Verweis auf dessen Verfassungswidrigkeit ab, da Entscheidungen über nationale Fragen und die irakische Souveränität beim irakischen Parlament und der zentralirakischen Regierung lägen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31264-irak_provinzrat_von_kirkuk_stimmt_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_zu)

Nachlese zur Befreiungsoperation von Tal ʽAfar (20. – 31.8.2017): laut einer offiziellen Erklärung vom So., 3.9.2017, durch Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“ wurden dabei 50 Suizidattentäter getötet, 77 Autobomben, 71 in Gebäuden und 900 am Straßenrand plazierte Sprengbomben sowie 46 Motorräder des IS vernichtet., dazu Dutzende Waffen und Munition beschlagnahmt. Vor und während der Offensive hätten 40.747 Familien ihre Häuser verlassen. In der Stadt hätten sich zuvor schätzungsweise 800 bis 2000 IS-Terroristen befunden. Auf der counterterroristischen Seite hätten mehr als 40.000 Soldaten der Armee, Bundespolizisten und al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Kämpfer teilgenommen, wobei 115 Regie­rungskräfte getötet, 679 verletzt worden seien, fügte er an. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31394-2000_is_terroristen_w%C3%A4hrend_der_befreiungsoperation_in_tal_afar_get%C3%B6tet)
Nachtrag: bei der Rückeroberung von Tal ʽAfar haben sich ca. 1.300 ausländischer IS-Kämpfer den vereinten irakischen Streitkräften ergeben wie die inländische Nachrichtenagentur Šafaq meldet. Die Terroristen aus Afghanistan, Tschetschenien, Rußland, Frankreich und Großbritannien wurden in das Militärlager Ḥamâm al-ʽAlîl südlich von Mossul überführt und werden nach dem mindestens dreitägig gefeirten ʿĪd al-Aḍḥā (isl. Opferfest, vgl. Syrien!) verlegt. (https://sptnkne.ws/fuBC)

Acht IS-Suizidattentäter waren in das Kraftwerk al-Ğâlisiyya östlich von Sâmarâ´ (Samarra) in der  Provinz Ṣalâḥuddîn eingedrungen, hatten die Werksmannschaft umstellt und sechs Mann der Belegschaft getötet. Sicherheitskräfte kreisten die Örtlichkeit ein und töteten im Anschluß sieben der Attentäter, während sich der Achte selbst in die Luft sprengte. Danach durchkämmten die Sicherheitsleute das Terrain nach Sprengsätzen, nachdem schon neun ihrer Mitglieder verletzt worden waren. – Zum anderen gab der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, am 2.9.2017 bekannt, daß ein IS-Führungsmitglied verhaftet worden und drei Depots mit Spreng­stoff während einer Blitz-Operation im Waqf-Talkessel nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ entdeckt wurden und der Inhalt konfisziert worden sei. (http://www.sana.sy/?p=619782)

Irakische Luftwaffe, Photo: SANA

Irakische Luftwaffe, Photo: SANA

Während einer Operation der Geheimdienste in Abstimmung mit dem Kommando der Militäraktionen im Gebiet wurden unter Deckung der Luftwaffe sechs IS-Standorte in der Provinz  al-Anbâr im Bereich von Qâ´im  (einer noch verbliebenen IS-Hochburg, vgl.u.!) vernichtet und 94 IS-Terroristen liquidiert. Darunter befand sich, wie as-Sûmariyya News am 31.8.2017 berichtete, auch einer der früheren Führer von Tal ʽAfar, Ẓâfir Ibrâhîm ar-Râwî alias Abû Ayman, ein enger Vertrauer von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî (zu dessen Todesmeldungen s.u.!) nahegestanden war. Ebenso wurden zwei Autobomben unbrauchbar gemacht. (http://www.sana.sy/?p=618745)

Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî machte bekannt, daß die Volkswehr zusammen mit Bundespolizeikräften am 31.8.2017 den gesamten Bezirk al-ʽIyâḍiyya im W von Tal ʽAfar (Provinz Nînawâ im Nord-Irak) von der IS-Besetzung befreien konnten. (http://www.sana.sy/?p=618851)

Grenzwiedereröffnung, Photo: SANA

Grenzwiedereröffnung, Photo: SANA

In einer gemeinsamen Erklärung gaben die Regierungen des Iraks und von Jordanien am Mi., 30.8.2017, bekannt, daß der Grenzübergang von Ṭarîbîl nun wieder für den Verkehr geöffnet sei, wie as-Sûmariyya News meldete. dies werde die Beziehungen beider Länder wieder verbessern. (http://www.sana.sy/?p=618292) – Über Jordanien war die letzten Kriegsjahre über kontinuierlich Nachschub für Terroristen an Söldnern und weiteren militärischen Gerätschaften  sowie nachrichtendienstlichen Daten in die Territorien des Iraks und Syriens gelangt (s. hierzu besonders die Angaben zu Syrien!).

Nach Mitteilung von Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat gegenüber as-Sûmariyya News vom 30.8.2017 haben die vereinten Streitkräfte den Ostteil von al-ʽIyâḍiyya und damit 50% des Gebietes, das sich nördlich von Tal ʽAfar noch unter IS-Kontrolle befunden hat, zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=618253)

An der Grenze zu Syrien im Westen der Provinz al-Anbâr wehrten Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  einen IS-Angriff am Abend des 29.8.2017 erfolgreich ab und zerstörten dabei 12 IS-Kampfwagen. (http://www.sana.sy/?p=618222)

Irakische Armee im Gefecht, Photo: SANA

Irakische Armee im Gefecht, Photo: SANA

Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, Kommandant der al-Anbâr Operationen, gab am 29.8.2017 im Interview mit as-Sûmariyya News bekannt, daß Kontingente der irakischen Armee derzeit die große Wüste in West-al-Anbâr (grenzt an Syrien!) durchkämmten, um die Region von  IS-Terroristen zu säu­bern; dabei sei ein Hauptquartier zerstört worden.  Die Aktion betreffe ein Gebiet 160km westlich der Stadt ar-Ramâdî  bis nach ar-Ruṭba und in Richtung Norden auf einer Strecke von 100km innerhalb der  Region von ar-Ruṭba und Wâdî Ḥaurân. Zwar seien die meisten Gebiete der Provinz al-Anbâr vom IS befreit, doch seine immer wieder aus  kürzlich befreiten Gebieten Terroristen in diese Wüstenregion geflohen, machte der Kommandant deutlich.  (http://www.sana.sy/?p=617758)

Im Bezirk Tal ʽAfar erkämpften sich die Streitkräfte am 29.8.2017 die Kontrolle über das Regierungsgebäude und die Treibstofftankstelle in ʽIyâḍiyya, der letzten IS-Hochburg im N von Tal ʽAfar;  zudem erorberten sie den Wâdî al-Wašâš zurück.  (http://www.sana.sy/?p=617882)

Ziad Tarik [Ziyâd Ṭâriq] wurde vom Strafgericht in Bagdad nach Überführung der Mithilfe bei Entwicklung und Bau biologisch-chemischer Waffen für die IS-Terrormiliz im Zuge der Terrorismusbekämpfung zum Tod verurteilt. U.a. hatten weitere Angeklagte ausgesagt, der Angeklagte habe in seiner häuslichen Werkstatt chemische Stoffe und Chlorgas gelagert gehabt und daraus Waffen gebaut. Laut irakischen Ju­stizquellen soll er eine Rakete mit Reichweite bis 20km erstellt haben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31206-irak_todesstrafe_f%C3%BCr_planer_und_entwickler_von_is_chemiewaffen)

Masʽûd Barzânî , Photo: nrttv.com

Masʽûd Barzânî , Photo: nrttv.com

Kritischer, unbedingt lesenwerter Hintergrundsbeitrag mit wichtigen Informationen zu dem von Masʽûd Barzânî (zur Person/Familie s.u., 8.12.2015) geplanten Referendum vom 25.9.2017 (vgl.u.) von Thierry Meyssan:
Die Zerschlagung des Irak sollte am 25. September stattfinden“
(http://www.voltairenet.org/article197612.html)

Die staatliche Nachrichtenagentur INA [واع] meldete, daß die vereinten Streitkräfte am Morgen des 28.8.2017 das Dorf Ḫarâ´iğ al-ʽšaq im SW des al-ʽIyâḍiyya-Gebiets, nordöstlich von Tal ʽAfar, westlich von Mossul gelegen, vom IS zurückgewonnen hätten, wie auch einen Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî bestätigte.
Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat konnte indessen bekanntgeben, daß aufgrund von Geheimdienstinformationen der Vize-Kommandeur der IS-Mordkommandos (Attentäter!) im Bezirk aṭ-Ṭârmiyya gefaßt und verhaftet werden konnte. Zudem wurde im westliche gelegenen Stadtteil as-Saʽd von Tal ʽAfar ein ISGefängnis mit Foltereinrichtungen entdeckt, dazu Unmengen von Drogen und psychotropen Pillen [zum bevorzugten Einsatz von Captagon durch die Terroristen s. Syrien Teil II und folgende Teile!]
Terroranschläge:
Am 28.8.2017 fielen aber auch neun Menschen einem Terroranschlag mittels einer Autobombe auf einem Markt in Ṣadr-City* im Osten von Bagdad zum Opfer,  weitere 25 Besucher wurden verletzt.
Beim Passieren einer Stelle, an der Terroristen einen Sprengsatz am Rand einer zu landwirtschaftlich genutzten Obstgärten führenden Straßen angebracht hatten, detonierte dieser und tötete eine Lehrer in der Nähe von Abû Ṣaidâ nordöstlich von Baʽqûba.
Auf der Schnellstraße in Höhe von Ġazâliyya im westlichen Bereich von Bagdad griffen im Vorbeifahren unbekannte Schützen das Auto eines Mitarbeiters des Justizministeriums an und töteten ihn. (http://www.sana.sy/?p=617138)
*Anmerkung: Ṣadr-City ist ein 1959 nach dem Sturz der Monarchie neu errichteter Stadtteil Bagdads, der daher  durch den neuen Premierminister Madīnat aṯ-Ṯawra, d.h. City der Revolution, genannt wurde; nach der US-Invasion 2003 und Ansammlung der Paramilitärs des radikalen Šîʽitenführers Muqtadā aṣ-Ṣadr  (s.u.) umbenannt in Madīnat aṣ-Ṣadr aṯ-ṯānī nach dessen Vater, dem Großayatullâh Muḥammad Ṣādiq aṣ-Ṣadr und Opponenten des säkularen Staatschefs Ṣaddām Ḥussain. Jener Großayatullâh ließ sich auch mit dem Titel Sayyid als Nachfahre von Religionsgründer Muḥammad ansprechen.

Tal ʽAfar befreit, Photo: Sputnik News

Tal ʽAfar befreit, Photo: Sputnik News

Am 27.8.2017 informierte das Operationskommando der vereinten Streitkräfte des Landes über die vollkommene Befreiung der ehemaligen IS-Hochburg  Tal ʽAfar, wie as-Sûmariyya News berichtete. (http://www.sana.sy/?p=616648)

Bei der Detonation zweier Autobomben in Bagdad – einmal im südwestlich gelegenen 4. Polizeibezirk, das andere Mal im südlichen Abû Dašîr – kamen am So., 27.8.2017 insgesamt fünf Menschen ums Leben, sechs wurden verletzt. (http://www.sana.sy/?p=616568)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“ erklärte laut as-Sûmariyya News am 26.8.2017, daß inzwischen 27 von insgesamt 29 Stadtteilen von Tal Afar dem IS entrissen seien.  (http://www.sana.sy/?p=616202) Später kam dann noch der Stadtteil Muṯanna 1 zur Liste der befreiten Areale hinzu. (http://www.sana.sy/?p=616136)

Wie schon mehrfach für Syrien  (s.a. die früheren Teile bzgl. TOW-Panzerabwehr-Raketen!) belegt, stießen die Truppen in Tal ʽAfar in eroberten IS-Stellungen nun auch auf Anti-Panzer-Raketenwerfer aus US-Produktion, hier vom Typ FGM-148 Javelin, wie der irakische Fernsehsender al-Mauṣiliyya mit entpsrechenden Aufnahmen berichtete. Laut dem Portal Defence.ru vom 25.8.2017 seien mit der Waffe, die ein ein­zelner Kämpfer abgefeuern könne, gepanzerte Ziele in bis zu 2000m Entfernung oder tieffliegen­de Luftobjekte (von Drohnen zu Helikoptern) bekämpfbar.  (https://sptnkne.ws/fqnR)

Pressekonferenz Bagdad, Photo: pars today

Pressekonferenz Bagdad, Photo: pars today

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî traf am 26.8.2017 in Bag­dad mit seiner französischen Amtskollegin Florence Parly  sowie dem französischen Verteidigungsminister Jean-Yves Le Dri­an zusammen. Während der nachfolgenden ge­mein­­samen Pressekonferenz forderte Gastgeber al-Ğaʽfarî,  alle Anstrengungen darein zu setzen, daß mit den Terroristen abgerechnet werde, die Verbrechen im Irak begangen hätten und jetzt zurück in ihre Heimatländer flöhen unter Betonung dessen, daß deren Ausbreitung verhindert werden müsse und Zusammenarbeit erforderlich sei, um gegen sie schwerste Sanktionen zu verhängen.  Wörtlich bemerkte er: „Das irakische Außenministerium spricht offen mit dem betroffenen Staat und fordert die Zusammenarbeit mit dem Irak, um diese Ge­rech­tigkeit zu erreichen.“ Auch be­kräftigte er, daß der Irak weiterhin den IS bekämpfen werde. Derzeit seien von Tal ʽAfar bereits 70% zurückerobert. Jean-Yves Le Dri­an würdigte die Erfolge der irakischen Streitkräfte, warnte jedoch, daß der Krieg gegen den Terrorismus noch nicht beendet sei. Frankreich sehe seine Präsenz im Land innerhalb der US-geführten Koalition als unterstützend in diesem Prozeß an, erwiderte Außenministerin Florence Parly. Le Dri­an versicherte zudem, sein Land werde sich um die Beseitigung der Stagnation [auch: des Patts] auf dem Weg hin zu einer politischen Lösung für Syrien mit Umsetzung des De-Eskalationszonen-Memorandums bemühen.  (http://www.sana.sy/?p=615901, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31126-frankreichs_au%C3%9Fenminister_die_syrer_selbst_entscheiden_%C3%BCber_assad)

Nördlich von Bagdad wurde infolge einer Sprengsatzdetonation im Geschäftsbezirk des Ortsteils al-Mašâhida von aṭ-Ṭârmiyya  eine Person getötet, vier weitere trugen Verletzungen davon, berichtete as-Sûmariyya News am 25.8.2017. (http://www.sana.sy/?p=615098)

Umgebung von Tal Afar, Photo: SANA

Umgebung von Tal Afar, Photo: SANA

Laut einer Meldung von as-Sûmariyya News vom 25.8.2017, befreiten die vereinten Streitkräfte des Iraks die al-Ḫaḍrâ´, an-Nidâ´ und aṭ-Ṭalîʽa von Tal ʽAfar. Der Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh teilte mit, daß die Truppen der 15. Infanteriedivision und der 17. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Kontrolle über den Stadtteil  al-Maḥlabiyya  al-Mu´alaf  von 13 erkämpften; damit sei eine strategische Verbindung von al-Kasak nach Ṣalâḥuddîn hergestellt. Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  befreite zudem zu Beginn des Tages den Ortsteil al-Ġâbât im SO der Stadt vom IS. (http://www.sana.sy/?p=615198)

Der Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gab am 24.8.2017 laut einer Meldung von as-Sûmariyya News bekannt, daß die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Stadtteile an-Nûr I bis zum Stadtteil an-Naṣr hin und al-Ğazîra in Tal ʽAfar erkämpft hätten. Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  spezifizierte, daß Truppen der Volkswehr die Befreiung der gesamten Fläche des östlich gelegenen Stadtteils al-Ğazîra geglückt seien, die damit nur noch 250m vom Zentrum entfernt stünden. Neben den fünf Dörfern [s.u.] haben am Vortag die Streitkräfte  zudem die Gebirgskette Šaiḫ Ibrâhîm im Bezirk Tal ʽAfar zurückerobert. Brigade­general Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, informierte während einer Pressekonferenz am Sitz des Verteidigungsministeriums in Bagdad die Journalisten, daß die vereinten Truppen damit im Zeitraum vom 20. -23. August die Kontrolle über 31 Bezirke in Tal ʽAfar wie­der­erlangt hätten bei 302 getöteten Terroristen, 15 zerstörten IS-Stellungen, 35 Tunneln, 19 Granatwerfergeschossen, 33 Auto-Bomben und Entschärfung von 752 Sprengkörpern und Räumung von sieben verminten Gebäuden. (http://www.sana.sy/?p=614256)

Russisch-irakisches Memorandum, Abbildung: SANA

Russisch-irakisches Memorandum, Abbildung: SANA

Am 23.8.2017 unterzeichneten der russische Innenminister Igor Zubov und sein irakischer Amtskollege ʽAqîl al-Ḫazʽalî ein Memorandum zur Sicherheitskooperation. (http://www.sana.sy/?p=613847)

Gemäß Angabe des Kommandanten der Befreiungsoperation von Tal ʽAfar gegenüber as-Sûmariyya News wurde der nordwestlich gelegene Stadtteil al-Kifâḥ bereits zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=613512 vom 23.8.2017)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh informierte am 23.8.2017 laut einer Meldung von as-Sûmariyya News darüber, daß die 15. Infanterie-Division die Dörfer Šaiḫ Ibrâhîm, ʽÎn al-Wâḥ, Ḥamra, al-ʽArab befreit habe und die 16. Infanterie-Division die die Dörfer al-ʽšiq I und al-ʽšiq II, welche auch die Straßenverbindung al-Kasak – al-Maḥlabiyya unter ihre Kontrolle brachte.
(http://www.sana.sy/?p=613866)

Masʽûd Barzânî (s.u.) hält nach wie vor am Referendum zur Herauslösung des autonomen Kurdengebiets aus dem irakischen staatsverband fest. Er bekräftigte den Termin (25.9. 2017) erneut bei einem Treffen am 22.8.2017 mit religiösen Führern der Region. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30988-irak_barzani_besteht_auf_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum)

Bei Tal ʽAfar, Photo: SANA

Bei Tal ʽAfar, Photo: SANA

Während der Militäroperation „Wir kommen, oh  Tal ʽAfar“ konnten die 16. Infanteriedivision die Dörfer Ṭaštiyya und Tal as-Saman befreien und den Kreuzungspunkt al-Kasak wie al-KasakÖl-Raffinerie zurückerobern, wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte.  In Tal ʽAfar kam es zu Kämpfen mit dem IS in den Stadtteilen Turmî im Nordwesten und al-Kafâḥ 1 mit Eindringen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom Westen her. Außerdem verkündeten die gemeinsamen Streitkräfte die Befreiung der Dörfer Tal Raḥâl, Tal Ḥabâra,  Ḥussain Idrîs, al-Mulâ und al-Mağîd südwestlich von Tal ʽAfar sowie Tûmâ, Mağârîn, Ḥalâwa,  und Abû Šaka östlich von Maḥlabiyya; dazu schnitten sie dem IS die Straße al-Kasak  in Richtung Maḥlabiyya ab. (http://www.sana.sy/?p=612464)
Später ergänzte Generalleutnant Yârullâh den Bericht dahingehend, daß die 15. Infanterie-Division das Dorf al-Ḫân im W von Tûm wie das Dorf aṭ-Ṭainiyya südlich von Maḥlabiyya befreit habe, die 11.Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  zusammen mit der 9. Armee-Brigade hätten zudem ein IS-Ausbildungszentrum innerhalb der Stadtgrenzen von Tal ʽAfar  erobert sowie die Kontrolle über den nordwestlich gelegenen Stadtteil Termaba erlangt, wo sich die Hauptverteidigungslinie des IS-auf der nördlichen Achse befinde. (http://www.sana.sy/?p=613037, http://www.sana.sy/?p=612753)

Über den noch unter IS-Kontrolle stehenden Ortschaften im Gebiet der Militäroperation wurden von den Luftstreitkräften hunderttausende Flugblätter abgeworfen, in welchen die Terroristen zur Kapitulation aufgerufen werden. Dabei verwiesen sie auf die Siege der vereinten Streitkräfte und die Verluste des IS. Betroffen waren vor allem al Havidja [al-Ḥawîğa], al Qaim [al-Qâ´im], Rava [Râwa], Ana [ʽĀna] und Akashat [ʽAkâšât]. (https://sptnkne.ws/fnnA)

In Tal ʽAfar (vgl.u.) herrrscht derzeit Nahrungsmittel– und Wasser­knappheit. Tausende Einwohner flöhen derzeit aus der umkämpften Stadt und ihrer ugebung berichtete UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Mo., 21.8.2017, unter Berufung auf Lise Grande von der UN-Unterstützungsmission (UNAMI) im Irak. Bislang hätten ca. 40 000 Menschen das Gebiet verlassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30946-uno_tausende_iraker_fl%C3%BCchten_aus_tal_afar)

Einsatz im Irak, Photo: SANA

Einsatz im Irak, Photo: SANA

Bereits am ersten Tag der Befreiungsoperation bzgl. Tal ʽAfar konnten die vereinten Streitkräfte – wie der Rückeroberung von Mossul aus Armee, Bundespolizei und Antiterroreinheiten sowie denen der schnellen Eingreiftruppe, der al-Ḥašd aš-Šaʽbî und lokale Kämpfern – das kleine Gebiet von  al-ʽAbra erobern und dabei unterwegs auf jene Stadt zu  auf der West-Achse nahe as-Saʽd, az-Zahrâ´ und al-Waḥda IS-Befestigungen zerstören, berichtete Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News. Er befehligt die Operationen „Wir kommen, Tal ʽAfar“ wie zuvor schon diejenige zur Befreiung von Mossul, welche „Wir kommen, Nînawâ (Ninive)“ hieß. – Tal ʽAfar  war am 15.6.2014 vom IS  eingenommen worden. (http://www.sana.sy/?p=610687)
Desweiteren informierte der Kommandant der Befreiungsoperation die Presse darüber, daß die Anti-Terror-Kräfte im SW von Tal ʽAfar die beiden Dörfer Qazal  Qiyû und Kasar Maḥrâb befreit hätten. Zudem habe die Luftwaffe ein IS-Quartier  nahe ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr angegriffen. Zum anderen verurteilte heute der Oberste Strafgerichtshof der Provinz Nînawâ  vier IS-Terro­risten zum Tod durch Erhängen. (http://www.sana.sy/?p=611049)

Am frühen Morgen des So., 20.8.2017, gab Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî den seit Tagen erwarteten Befehl zur Befreiungsoperation für eine der letzten IS-Hochburgen Tal ʽAfar. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30858-irak_startet_armeeoffensive_zur_r%C3%BCckeroberung_von_tal_afar)

Luftkampf, Photo: SANA

Luftkampf, Photo: SANA

Die Luftwaffe zerstörte am 19.8.2017 drei IS-Schlupfnester  im Bezirk al-Qâ´im in der Provinz al-Anbâr. (http://www.sana.sy/?p=609891)

Gerade schockierten die Anschläge von Barcelona und Cambrils wieder die Welt, auch in anderen Städten kam es in in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder zu Terrorangriffen mittels zielgerichtet in Menschenmengen gesteuerter Fahrzeuge. Nun ist bekannt, daß der IS schon vor Jahren zu solchen Anschlägen wie auch Angriffen mit Messern hat aufrufen lassen. Der – am 7.1.2016 (s.u.) schwer verletzte – IS-Sprecher mit dem Kampfnahmen Abû Muḥammad al-ʽAdnânî aš-Šâmî [d.h. aus Syrien, er ist tatsächlich die einzige syrische IS-Führungsperson!] hatte zunächst dazu aufgerufen, Ungläu­bige rund um den Erdball zu ermorden und dann in einer auch schriftlich im Internet verbreiteten Predigt mit dem Titel „Was dir Gutes widerfährt, kommt von Allah“ speziell zu Suizidanschlägen in Euro­pa aufgerufen mit den Worten: „Tut alles, was euch möglich ist, um jene zu töten, die euren Glauben nicht teile.“ Weiter hieß es u.a. „So bindet eure Sprengstoffgürtel und bereitet euch vor, bereitet euch vor.“
Später wurde eine knapp 42 Minuten ­dauernde Predigt als Audiobotschaft mit dem Titel „In der Tat ist Dein Herr immer wachsam“ im Internet verbreitet. Diese veröffentlichte die IS-Medienab­teilung schriftlich auch in Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch und Hebräisch. Dabei wurde darauf verwiesen, daß sich effektive Anschläge auch von Einzeltätern mit gewöhnlichen mitteln wie Autos und Messern verwirklichen ließen, zu denen es in der Folge in vielen Städten kam und noch kommt. (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.isis-terror-aufruf-sprecher-der-is-miliz-fordert-weltweite-anschlaege.03d42e17-bc20-49ae-a2fa-9566305b75d3.html vom 23.9.2014).
Kurz vor den Anschlägen in Spanien wurde in einer der drei noch vom IS gehaltenen irakischen Stützpunkte al-Ḥawîğa, 55km südwestlich von Kirkûk, Papiere mit einer Freitagspredigt gefunden, in denen der IS EU-Staaten, aber auch den USA und Groß­britannien mit weiteren Auto-Anschlägen drohte. Laut Meldung des irakischen Fernsehsender as-Sûmariyya News habe der IS eine eigene Gruppe gebildet mit dem Ziel Menschen in Europa und Amerika zu überfahren. (http://parstoday.com/de/news/world-i30792-3.000_terroristen_keh- ren_bald_nach_europa_zur%C3%BCck, s.a. https://sptnkne.ws/fmkb)
Aus all dem geht klar hervor, daß das, was laut dem „Terror-Experten“ Rolf Tophoven der „neue modus operandi“ des IS sei (https://sptnkne.ws/fmeH) – leider – alles andere als neu. Vor allem hatte die syrische Regierung schon seit Jahren klargelegt (vgl.Teil ITeil VI), daß nur eine ernsthafte internationale Bekämpfung des Terrorismus einschließlich des IS erfolgreich sein könne, was schließlich von der Regierung in Moskau unter Präsident Putin unterstützt wurde, und eindringlich – wie auch Präsident Dr. al-Assad in seinen Interviews (z.B. vom 3.6.2017, 11.3.2017, 14.12.2016 etc.) eindringlich davor gewarnt, daß Terrorismus keine Grenzen kenne und die in Syrien aktiven IS-Anhänger einmal als Heimkehrer in ihre europäischen Heimatländer vermehrt Attentate verüben würden. Doch waren die Mainstream-Medien viel zu sehr damit beschäftigt, nicht überprüfte, die syrische Regierung diskreditierende Meldungen zu verbreiten als dieser Warnung (genügend) Gehör zu verschaffen.
Aus einem durch schweizer Nachrichtenagentur SDA am Fr., 18.8.2017, bekannt gemachten Bericht des Radicalization awareness network (RAN) der Europäischen Kommission geht über diese Heimkehrer hervor, daß in naher Zukunft knapp 3.000 europäische Terroristen, die sich zuvor dem IS oder Ğabhatu_n-Nuṣra ange­schlossen hatten, in ihre europäischen Heimatländer zurück­kehren würden. Schließlich hätten sich mehr als 42.000 Extremisten aus 120 Ländern zwischen 2011 und 2016 allein dem IS die Treue geschworen. Terrorkämpfer aus Schweden, Finnland, Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Frank­reich, der BRD, Öster­reich, Italien und Spanien würden demnach bald zurückerwartet, umso eher als die großen Terrorgruppen in Syrien und dem Irak weiter erfolgreich bekämpft werden. (http://parstoday.com/de/news/world-i30792-3.000_terroristen_kehren_bald_nach_eu- ropa_zur%C3%BCck, s.a. https://sptnkne.ws/fmkb)
Nicht vergessen werden sollte auch, daß bis zuletzt immer noch vor allem via Türkei (aber auch über die jordanische Grenze) frischer Söldnernachschub nach Syrien geschleust wurde (vgl.u. und Teil V) und bekanntlich gerade die IS-Führungspersonen überwiegend Ausländer auch aus europäischen Ländern sind.Wie oft hatte sich schließlich die letzten Jahre über die syrische Regierung u.a. bei der UNO darüber beschwert, daß immer noch gewisse, die Terroristen (auch per Söldnernachschub) unterstützenden Staaten entgegen den Bestimmungen der UN-Resolution Nr.2171, Nr.1373, Nr.2178 und Nr.2253 ungestraft damit fortfahren könnten….

Die Befreiungsoperation von Tal ʽAfar (vgl.u.) steht unmittelbar bevor, teilte Aḥmad al-Asadî,  der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  (auch: irakische Volksmobilisierungsein­heiten oder PMU) am Fr., 18.8.2017, gegenüber der Presse mit. 20.000 Kämpfer der Gruppe seien daran beteiligt. Sie zögen wie üblich mit den Armee- und (Bundes-)Polizei-Truppen sowie Antiterroreinheiten in die Schlacht. Artillerie-Einheiten hätten bereits in der Umgebung der Stadt, einer der letzten IS-Hochburgen, Stellung bezogen. Seiner Einschätzung nach werde die Operation nur in wenigen Wochen beanspruchen. (http://parstoday.com/de/news/world-i30816-irak_mehr_als_20.000_haschd_al_schaabi_kr%C3%A4fte_wirken_bei_befreiung_von_tal_afar_mit)

Das von Masʽûd Barzânî, dem trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus dem Präsidium weichenden (vgl. u.) Führer des kurdischen Autonomiegebiets im Irak, für den 25.9.2017 geplante Referendum zur Abtrennung der Region vom irakischen Staatsgebiet (s.u.) wird auch von UN-Seite kritisiert. Es widerspreche dem Grundgesetz des Landes und sei damit illegal, bewertete Jan Kubis, der UN-Sondergesandte für den Irak, den Sachverhalt am Do., 17.8.2017. (http://parstoday.com/de/news/world-i30760-uno_referendum_zur_unabh%C3%A4ngigkeit_der_autonomen_kurdengebiete_ist_illegal)

Gemäß einer von der Agentur INA zitierten Erklärung ließ das Verteidigungsministerium am 16.8.2017 wissen, daß fünf  IS-Suizidattentäter nahe der Baiğî Raffinerie (vgl.u.) im N der Provinz Ṣalâḥuddîn  rechtzeitig durch Sicherheitskräfte außer Gefecht gesetzt werden konnten. Einer Sicherheitsquelle der Provinz war laut as-Sûmariyya News zu entnehmen, daß eine Reihe Menschen durch die Aktion eines Suizidattentäters getötet bzw. verletzt wurden.- Am Vortag, dem 15.8.2017, töteten die Streitkräfte ebenfalls fünf IS-Terroristen, die ein Suizidattentat östlich von Ṣalâḥuddîn  planten. (http://www.sana.sy/?p=607886)

Befreiung von Tal Afar, Photo: SANA

Befreiung von Tal Afar, Photo: SANA

Am Di., 15.8.2017, gab das Verteidigungsministerium den Be­ginn der Befreiungsoperationen für die Städte Tal ʽAfar (vgl.u.) in der Provinz Nînawâ (Ninive) und al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk aus den Händen des IS bekannt. Laut Aussage des Ministeriumssprecher Muḥammad al-Ḥaḍrî  während einer Presseerklärung würde nach Ende der Angriffe der Luftwaffe auf IS-Stellungen die Bodeninitiative starten. Gemäß Bundespolizeichef Generalleut­nant Ra´îd Šâkir Ğaudat vom Vortag hätten Panzereinheiten und Elitetruppen im Gebiet von Tal ʽAfar bereits ihre Kampfstellungen eingenommen.  – Derzeit befindet sich außer den genannten Städten noch al-Qâ’im im Westen der Provinz al-Anbâr unweit der Grenze zu Syrien unter IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=606996, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30628-irak_beginn_der_befreiungsoperationen_f%C3%BCr_tal_afar)

Gemäß den früher unterzeichneten Verträgen beginnen in Kürze die Lieferungen von T-90-Panzern in den Irak. Auch in anderen Richtungen der militärtechnischen Kooperation werden die Verhandlungen fortgesetzt“, erklärte der russische Botschafter in Bagdad, Maxim Maximow am Mo., 14.8.2017. Der T-90-Panzer, erstmals vorgestellt 2011, habe sich imKampf gegen den Terrorismus in Syrien bewährt. (https://sptnkne.ws/fhYg)

Sonntagabend, 13.8.2017, wehrte eine Gruppe von al-Ḥašd aš-Šaʽbî an der irakisch-syrischen Grenze nördlich von Tal Ṣufûk einen IS-Angriff erfolgreich ab, tötete dabei 20 Terroristen, verwundete acht und zerstörte vier von deren Kampfwagen. Am 9.6.2017 hatte die Volkswehr bereist den Grenzübergang  Tal Ṣufûk al-Ḥudûdî dem IS nach heftigen Gefechten entrissen. – Vom Sprecher des Innenministeriums, Wahhâb aṭ-Ṭâ´î, verlautete, daß zwei Suizidattentäter rechtzeitig gefaßt und ihre Autobombe konfisziert werden konnte, bevor es zum Anschlag im Zentrum von Bagdad kommen konnte. Dagegen war am Vortag eine Autobombe im  östlichen Teil der Hauptstadt detoniert, wodurch zwei Personen verletzt worden waren. (http://www.sana.sy/?p=606398)

Erst vor zwei Wochen war der extremistische Šîʽitenführer  Muqtadā aṣ-Ṣadr (vgl. Teil I) zu einem unangekündigten Besuch nach Saudi-Arabien aufgebrochen und hatte dort den neuen saudischen Kronprinzen, Muḥammad bin Salmân getroffen und die Eröffnung eines saudischen Konsulats in Nağaf besprochen.  Am So., 13.8.2017, ließ er sich nun mit einem emiratischen Privatflugzeug nach ad-Dauḥa zum Kronprinzen der VAE, Muḥammad bin Zāyid Āl-Nahyān (Muhammad bin Zayid Al Nahyan), bringen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30600-irakischer_schiitenf%C3%BChrer_sadr_reist_nach_%C3%84gypten, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30604-saudi_arabien_erw%C3%A4gt_er%C3%B6ffnung_eines_konsulats_im_irakischen_nadschaf) – Sowohl Saudi-Arabien als auch die VAE wurden während des Kriegs in Syrien (wie im Irak) mehrfach als Terroristenunterstützer insbesondere des IS genannt, schon die IS-Ideologie hat ja auch ihre Wurzeln im Wahhâbismus, der in Saudi-Arabien Staatsreligion mit rigidesten Ausflüssen ist. Mit diplomatischen Vertretern Saudi-Arabiens hatte es in der Vergangenheit zunehmend Schwierigkeiten wegen massiver Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iraks gegeben, die in Richtung Stimmungsmachung im Land, Spaltung der Bevölkerung und Aufreizung gingen (s.u.).

Laut Angaben des Sprechers der arabischen Nomadengruppen der Provinz Nînawâ haben die USA ca. vor einer Woche mit dem Bau ihres bislang größten Militärstützpunktes in Mossul westlich des Tigris begonnen, wie an-Našra am So., 13.8.2017, berichtete. Weitere vier Basen seien im Grenzgebiet zu Syrien zwischen Sinğar im Westen und al-Qâ´im  geplant. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30526-usa_beginnen_bau_von_gr%C3%B6%C3%9Fter_milit%C3%A4rbasis_in_mossul)

Trotz negativer Reaktionen  auch aus den USA, Großbritannien und Ägypten läßt die Regierung des kurdischen Autonomiegebiets unter  Masʽûd Barzânî, der trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus  dem Präsidentenamt weicht (vgl. Teil I), nicht davon ab, ein – gesetzlich nicht vorgesehenes! – Referendum am 25.9.2017 zur Abtrennung vom irakischen Staatsgebiet durchzuführen,  wie Präsidentenberater (und Onkel von Masʽûd B.), Huschyār Zēbārī (Hoshyar Zebari), zuletzt am 13.8.2017 wiederholte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30448-gro%C3%9Fbritannien_und_%C3%84gypten_gegen_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_der_irakischen_region_kurdistan, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30502-irakische_kurden_wol-len_am_25._september_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_abhalten, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30514-zebari_volksabstim-mung_%C3%BCber_unabh%C3%A4ngigkeit_der_autonomen_kur-denregion_findet_am_25._september_statt)

Laut Meldung von as-Sûmariyya News basierend auf Quellen vor Ort waren infolge zweier Bombenexplosionen, einmal nahe eines  belebten Markts in der Gegend Abû Dašîr südlich von Bag­dad und dann im 4. Polizeibezirk westlich von Bagdad ein Todesopfer und drei Verletzte bzw. vier Verwundete zu beklagen. Ein weiterer Suizidanschlag konnte durch Sicherheits­kräfte verhindert werden. Gemäß Auskunft durch das Operationskommando al-Anbâr hatte ein mit Sprengstoffgürtel ausgestatteter Terrorist versucht, sich inmitten des Vertriebenenlagers im N von ar-Ruṭba, westlich von ar-Ramâdî gelegen (vgl. Teil I), in die Luft zu sprengen. (http://www.sana.sy/?p=604657 vom 10.8.2017)

Bedeutende Einblicke in die Finanzierungsströme des IS gibt der Sputnik-Beitrag: https://sptnkne.ws/ffNH. Diese wurden hauptsächlich über die türkische Stadt Gaziantep bzw. die Hauptstadt der kurdischen Autonomiegebiets, Arbîl (Erbil), und Zāḫū (Zaxo, Zakhu) an der Grenze zur Türkei abgewickelt, um schließlich unter Einschluß von Bagdad nach Mossul zu gelangen. .Das geschah teils über Strohfirmen oder Geldüberweisungen durch einen Agenten mit der Parole: „Ich gebe Geld an einen Mann zurück.“. Pro Tag wurden so bis zu drei Millionen US-$ an den IS überwiesen. als die Geldströme Ende 2016 – Anfang 2017 deutlich zurückgingen seien es täglich immerhin noch 80.000 – 100.000 US-$ gewesen, die bis zur Befreiung Mossul den Terroristen regelmäßig zuflossen.

Ğihâd-Nachwuchs, Photo: Daily Mail

Ğihâd-Nachwuchs, Photo: Daily Mail

Auf Bitten der Sputnik– und RT-Chefin Margarita Simonjan hat den Präsidenten der russischen autonomen Teilrepublik Tschetschenien, Kadyrow, gebeten, ein Video über sog. russische ĞihâdWaisen von Mossul und anderen irakischen Städten zu fertigen, welches jener schließlich bei Instagram einstellte. Sie sprächen Russisch, hätten jedoch keine Pässe. Ihre Eltern hatten sich vor Zeiten dem IS angeschlossen und ihre Kinder in den Irak, aber auch nach Syrien mitgenommen. Nach der Befreiung von Mossul und den erlittenen Verlusten hätten sich jene abgesetzt, ihre Kinder vor Ort (im Stich) gelassen. mit dem Video wird versucht, Verwandte der Kleinen zu finden, die sich derzeit in irakischen Waisenhäusern befänden. Sie sollen in die Heimat zurückgebracht werden, worum sich Rußland bemüht. Nicht einmal UNICEF habe eine RT-Anfrage über die Anzahl der Betroffenen beantworten können. „Die Kinder sprechen Russisch. Sie haben keine Eltern. Sie wissen nicht, wie sie heißen, sie haben aber den Schmerz, die Angst und den Tod in Erinnerung“, macht Kadyrow im Video deutlich. (https://sptnkne.ws/fggY) – Präsident Kadyrow hatte sich zuvor schon in Syrien engagiert (vgl. Teil V, Teil VI, Teil III).

Wenige Kilometer von Tal ʽAfar (vgl.u.) entfernt läßt das Pentagon offenbar eine weitere US-Basis errichten, die schon zur Hälfte fertiggestellt sei. Panzertechnik und US-Militärberater seien bereits dorthin verlegt, wie Russia Today berichtet. „Gegenwärtig wird eine Start- und Landepiste für Maschinen gebaut, die logistische Un­terstützung während der bevorstehenden Befreiungsoperation erweisen werden“, ließ man vernehmen. (https://sptnkne.ws/ffWj)

Bombardement der US-geführten Koalition, Photo: SANA

Bombardement der US-geführten Koalition, Photo: SANA

Nach der jüngsten Bombardierung einer Stellung der al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) durch die US-geführte Koalition  forderte der Außenausschuß im Parlament die Einbestellung des US-Botschafters wie die Übergabe einer Protestnote an ihn. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30416-parlament_in_bagdad_fordert_einbestellung_des_us_bot- schafters)

Die letzten Vorbereitungen zur Befreiung der nach dem Fall von Mossul zum neuen IS-Stützpunkt erkorenen Großstadt Tal ʽAfar, gut 60km westlich der genannten Provinzhauptstadt,  sind abgeschlossen. Zusammen mit der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî beginne die Armee demnächst die Operation, teilte der Kommandeur der Volkswehr am Di., 8.8.2017 gegenüber Sputnik Türkiye mit. Es fehle laut Generalstabschef ʽUṯâmân al-Ġânimî nur noch der Befehl von Ministerpräsident und Oberbefehlshaber Ḥaidar al-ʽAbâdî hierzu. (http://www.sana.sy/?p=606996, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30386-irakische_ar- mee_beginnt_operation_zur_befreiung_von_tal_afar)

Weitere 27 Personen, die der Teilnahme am berüchtigten IS-Massaker (vgl. Teil I) an den (šîʽitischen) Armeerekruten der Luftwaffenakademie  vom Juni 2014 überführt wurden. Gemäß Artikel 4 der irakischen Verfassung zur Terrorismus-Bekämpfung verurteilte sie der zentrale Strafgerichtshof des Landes am Di., 8.8.2017, zum Tod; 25 weitere Angeklagte wurden wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Gegen die Urteile kann noch Einspruch eingelegt werden. – 2016 wurden bereits 36 IS-Anhänger wegen Beteiligung an jenem Massaker vor den Familien der Op­fer und dem Justizminister hingerichtet. Das Massaker fand nach Eroberung der Luftwaffenakademie (der ehemaligen as-Sahra Luftwaffenbasis im NNW von Tikrît unter Präsidentschaft von  Ṣaddâm Ḥussain) statt.  Nach der US-Invasion von 2003 war sie in Camp Speicher umbenannt worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30360-27_is_terrori- sten_wegen_camp_speicher_massaker_im_irak_zum_tode_verurteilt)

Zurückkommend auf die jüngsten Angriffe der US-geführten Koalition auf die im Kampf gegen den IS befindlichen al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) konstatierte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî während der Pressekonferenz vom Dienstagnachmittag in Bagdad, die US-geführte Koalition habe keine Erlaubnis, ohne die Zustimmung der Regierung, im Irak Operationen oder Luftangriffe durchzuführen. Zur al-Ḥašd aš-Šaʽbî stellte er nochmals klar, diese sei keine Miliz. Ihre Streitkräfte seien in verschiedenen Gruppen organisiert und keiner von ihnen sei außerhalb der irakischen Grenze an Kämpfen beteiligt. Wörtlich setzte er hinzu: „Es gibt keine rote Linie für die irakischen Kräfte innerhalb des Landes beim Kampf gegen den IS.“ (http://www.sana.sy/?p=603757, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30396-irak._ministerpr%C3%A4sident_ohne_zustimmung_bagdads_keine_operationen_der_us_koalition für das Zitat in Deutsch)

al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Einsatz, Photo: carnegie-mec.org

al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Einsatz, Photo: carnegie-mec.org

Wie die Zivilbevölkerung in Syrien – derzeit vor allem im Raum ar-Raqqa (s. Teil VI) – und die SAA vor einiger Zeit (vgl. Teil V) wurden nun auch wieder Mitglieder der im Kampf gegen den IS so tüchtigen  Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) durch Bomber der US-geführten Koalition bei ihren Einsätzen an der Grenze zu Syrien angegriffen und verloren so 40 Mann ihrer Sayyid aš-Šuhadâ´-Brigade, dutzende weitere wurden verwundet. Darauf gab al-Ḥašd aš-Šaʽbî laut Meldung der Nachrichtensender al-Mayâdîn und as-Sûmariyya News am Mon­tagabend in einer Erklärung außerdem bekannt: „Wir fordern die irakische Regierung auf, über den Angriff der USA auf die Kämpfer der Sayed al-Schohada-Brigade zu ermitteln.“ Außerdem solle die Regierung für den Schutz der gemeinsamen Grenze mit Syrien sorgen und auch dafür, daß keine weiteren dieser „verachtenswerten Akte“ erfolgten. (http://www.sana.sy/?p=603272, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30334-irak_40_volksmobilmachungskr%C3%A4fte_durch_us_luftangriff_get%C3%B6tet vom 8.8.2017)

Laut Aussage des Beraters des syrischen Ministerpräsidenten, Abdul Kadir [ʽAbdul-Qâdir] Azuz, am 6.8.2017, im Interview mit al-Maluma [?] wird Syrien mit der im Kampf gegen den IS sehr erfolgreichen irakischen Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Counterterrorismus zusammenarbeiten und die gemeinsame Grenze u.a. ­gegen Übertritte durch Bewaffnete sichern. auch begrüßte er deren Mitwirkung bei der Befreiungsoperation von Tal ʽAfar. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30298-syrische_regierung_zur_zusammen- arbeit_mit_al_haschd_al_schaabi_bereit)

Entgegen der Forderung des – selbst extremistischen Šîʽitenführers – Muqtadā aṣ-Ṣadr vom Vortag während einer von ihm organisierten Protestversammlung seiner Anhänger in Bagdad hat Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî am Sa., 5.8.2017, klargestellt, daß die im Kampf gegen den IS so erfolgreiche Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî nicht aufgelöst werde und Teil des irakischen Militärs bleibe. „Alle irakische Truppen, darunter die Hashd ash-Shabi,  nahmen an den Befreiungsoperationen in Tikrit, Falludja und Mossul teil und werden auch an den Operationen  zur Befreiung von Tal Afar, teilnehmen„, konstatierte er daher. Muqtadā aṣ-Ṣadr hatte zuvor den saudischen Kronprinzen Muḥammad bin Salmân in Ğidda getroffen und von ihm – angeblich für den Wiederaufbau des Iraks – 10 Millionen US-$ erhalten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30268-iraks_premier- minister_hashd_ash_shabi_wird_nicht_aufgel%C3%B6st)

„No veil is required“, aus der Multimedia-Präsentation des politischen Künslers Amir Normandi in Chicago

„No veil is required“, aus der Multimedia-Präsentation des politischen Künslers Amir Normandi in Chicago

Über die merkwürdigen, ja fast komisch anmutenden „Sitten“ unter IS-Kontrolle – wären sie nicht von so ernsthaften, grausamen Konsequenzen gefolgt gewesen – berichten Frauen aus Mossul, die nun wieder freizügigere Kleidung als die Totalverhüllung genießen können, im Gespräch mit Sputniknews. Wer zuvor damit von der speziellen Polizei [vom ğihâz alḥisba] aufgegriffen worden wäre, wäre getötet worden. Dieselbe Strafe galt für das Tragen von  Nachthemden, Bikinis oder Dessous – Pyjamas [als „Männerkleidung“] verbaten sich von selbst. Generell war der Kleidungskauf für das weibliche Geschlecht ein Problem, obwohl es dafür noch Geschäfte gab: einerseits sollten sich Frauen so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit aufhalten [ein Geschäft zu führen, widersprach dem unter den meisten Umständen], andererseits durften Männer keine Frauenkleidung verkaufen. Fast alle spe­ziell für Frauen konzipierten Läden hätten daher schließen müssen. Auf die wenigen speziellen Frauenläden durfte nicht per Schildern hingewiesen werden, ebenso war Werbung oder Damenkleidung im Schaufenster untersagt. Die Schriftstellerin Teiba al Siraj [Ṭayyiba as-Sirâğ] erzählte: „Den Geschäften war es verboten, jegliche Frauenkleidung in der Vitrine auszustellen. Wenn durch die geöffnete Tür eine Frau zu sehen war, wurde der Verkäufer ausgepeitscht. Er bekam eine Menge Probleme.“ Selbst das Nennen von Körpergrößen war tabu, das Anprobieren vor Ort unmöglich, da auch Umkleidekabinen geächtet worden waren. Frauenunterwäsche anzubieten oder zu kaufen sei damit fast unmöglich gewesen, weshalb dieselben jetzt einen regelrechten Boom erlebten. Allerdings wurde manches illegal angeboten. Eine 22-Jährige berichtet über solche Angebote: „Sie ersparten uns das Bummeln auf dem Markt, wo man jederzeit einem Daesh-Kämpfer in die Arme laufen konnte. Daher gingen alle Frauen nur dann auf den Basar, wenn es wirklich dringend notwendig war. In der Regel fuhr mein Vater mich mit dem Auto zu solchen Geschäften.“ (https://sptnkne.ws/fcFK)
Eine weitere Bewohnerin Mossuls ergänzt diese Berichte: seit der „Kalifat“-Errichtung des IS 2014 sei auch bunte, Hochzeits- und Abendkleidung aus den Schaufenstern verschwunden wie die als zu verführerisch für Männer geltenden weiblichen Modepuppen. „Es wurde verboten, Jeanskleidung für Männer und Frauen zu verkaufen. Offene Kleidung, nicht ge­nug lange Röcke und T-Shirts mit Prints, auch für Kinder, sind verschwunden. Daesh hat gesagt, das sei Kleidung für Ungläubige,“ berichtete Sora al Aga gegenüber Sputnik News und ergänzte: „Daesh wollte, dass wir Kleidung im afghanischen Stil trugen. Wenn die Terroristen noch ein Jahr länger ausgehalten hätten, würden wir blaue Pelerinen mit einem speziellen Ausschnitt für die Augen tragen. Und alle Männer würden kurze Hosen tragen.“.  Auch über Hochzeitskleider mußte „frau“ die unförmige, die Figur völlig verhüllende Ganzkörperbekleidung mit langen Handschuhen anlegen. Anstelle der geschlossenen Geschäfte, deren Besitzer geflohen waren, eröffneten die IS-Leute spezielle Damenmode-Geschäf­te, in denen schwarz verhüllte IS-Angehörige als Verkäuferinnen arbeiteten. Die anbefohlene IS-„Montur“ nannten die Bewohner bald „Rabenkittel“ oder „Müllsack“. Auch Sora gibt an: „Die Läden, die weiter offen geblieben sind, haben Verluste erlitten, weil die Menschen so selten wie möglich auf die Straße gegangen sind und unter den schweren Bedingungen fast keine Kleidung mehr gekauft haben.“  Die von vor 2014 bekannte hübsche moderne Bekleidung, darunter Importe aus dem Libanon, der Türkei, Syrien und sogar aus Frankreich und Italien, war fast kaum zu bekommen und wenn dann zu völlig überzogenen Preisen wie z.B. 200.000 Dinar (umgerechnet ca. 143€) für ein Hemd. (https://sptnkne.ws/fdgK)

Gemäß einer von irakischen Spezialkräften bei der Rückeroberung von Mossul in einem IS-Versteck aufgefundene Unterlagen soll sich auch eine Liste mit 173 potentiellen IS-Suizidattentätern des In- und Auslands mit Photos und Herkunfts­informationen befunden haben. Es handelte sich bei den Nicht-Irakern um Eingereiste aus Tunesien, Marokko, Jordanien, Tadschikistan und Saudi-Arabien sowie aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und der BRD. Nach Auswertung der Papiere durch US-Geheimdienste seien sie Interpol über­geben worden. „Im Mai wurde die Liste schließlich an die europäischen Polizeibehörden verschickt – als Vorsichts­maßnahme, falls sich die Männer auf den Fotos auf den Weg nach Europa machen“, hieß dazu. Es wird befürchtet, daß diese IS-Kämpfer nach ihrer Heimreise Anschläge begehen. (https://sptnkne.ws/fcXW)

Nach Auskunft des Kommandanten der al-Ğazîra-Operationen, Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, gegenüber as-Sûmariyya News wurden bei einer Operation der Sicherheitskräfte  mit Unterstützung von Stammesangehörigen  in Umm al-Waz nordwestlich von al-Ḥadîṯa im W der Provinz al-Anbâr 15 IS-Terroristen getötet und vier ihrer Sprengvorrichtungen zerstört. Jagd auf weitere IS-Trupps wurde auch in anderen Teilen der Provinz gemacht. – Der Generaldirektor im Bereich Geheimdienst und Antiterrorismus im Innenministe­rium, Abû ʽAlî al-Baṣrî machte zudem im Interview bekannt, daß der IS auf die vier Wallfahrtsorte al-Kûfa, al-Baṣra, Karbalâ´, Nağaf und Samârâ´ sowie das Heim von Groß-Ayatullâh ʽAlî as-Sīstānī  [des bedeutendsten šîʽitischen Geistlichen im Irak] Anschläge per Autobomben und Suizidattentätern geplant hatte. Diese konnten durch einen durch einen Präventivschlag der Luftwaffe auf die Terroristen am Rand der Stadt al-Qâ´im im West-Irak vereitelt werden. (http://www.sana.sy/?p=598262 vom 30.7.2017) – offenbar waren die IS-Pläne verraten worden, wie aṣ-Ṣabāḥ berichtet.
Andererseits führte die Luftwaffe im grenznahen Gebiet der Großstadt al-Qa’im [am Grenzfluß Euphrat] sowie jenseits derselben in der syrischen Region al-Mayâdîn – nach Absprache mit der Landesregierung (vgl.u.) – Angriffe gegen IS-Stellungen aus und vernichtete sieben davon. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29996-irak_is_terrorpl%C3%A4ne_in_nadschaf_verraten) – Gewissermaßen „gegenüber“ von al-Qa’im auf syrischem Territorium liegt al-Bû Kamâl.

Bei Einsätzen der Luftwaffe wurden ca. 50 IS-Terroristen im Bezirk Tal ʽAfar getötet und dutzende von  Autobomben zerstört, dazu ein großes Waffenlager und ein Tunnel. Westlich von al-Anbâr konnten vier Suizidattentäter liquidiertt werden, während Mitarbeiter des militärischen Geheimdiensts im Raum Mossul große Mengen an Munition und Sprengstoff, Raketen, Mörsergranaten u.a., versteckt in der Kirche von an-Nimrûd al-Aṯriyya  im Dorf al-Ḥaḍar nahe an-Nimrûd aufspürten. (http://www.sana.sy/?p=597820 vom 29.7.2017)

Die BRD spendet noch mehr Geld für den Wiederaufbau Mossuls: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller gab im Interview gegenüber Zeitungen der Funke-Gruppe am 25.7.2017 an: „Jetzt, wo Mossul befreit ist, bauen wir unsere Programme schnell aus. Allein dieses Jahr investieren wir zusätzlich 100 Millionen Euro in die Stabilisierung und den Wiederaufbau“. (https://sptnkne.ws/eYV2) – Syrien dagegen leistet diese Arbeiten schon seit langem selbst.

Präsident Putin traf sich am 25.7.2017 mit Vizepräsident Nûrî al-Mâlikî in St. Petersburg. Zuvor fanden Gespräche mit Außenminister Lawrow und Föderationsratspräsidentin Walentina Matwijenko statt. Ziel ist die Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Wirtschaft, Technik und Militär wie die Vertiefung der bilateralen Beziehungen. Laut al-Mâlikî habe der Irak im Kampf gegen den Terrorismus im Land Rußland schon viel zu danken [zu Details s.u.!]. Auch sollten russische Investitionen im Strom- und Ölsektor gefördert werden. Eine vermehrte militärische und politische Präsenz Rußlands im Irak sei durchaus erwünscht. „Auf diese Weise könnte ein Gleichgewicht geschaffen werden, das zum Wohl der Region, ihrer Völker und ihrer Länder beitragen könnte“, erklärte der Vizepräsident. Beide  Länder unterhielten schließlich historisch gefe­stigte Beziehungen zueinander.  (http://www.sana.sy/?p=595761, auf Deutsch s.a. https://sptnkne.ws/eYHR)

al-Ubaidi, Nachfolger des IS-"Kalifen" getötet, Photo: Mawâzîn News

al-ʽUbaidî, Nachfolger des IS-„Kalifen“ getötet, Photo: Mawâzîn News

Die Agentur Mawâzîn News berichtet unter Berufung auf Quellen im irakischen Geheimdienst nun auch von der Tötung des Nachfolgers von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî [zu dessen Liquidierung s.u.!], mit Namen Iyâd Ṭâlib ʽAbd ar-Raḥmân al-ʽUbaidî alias Fâḍil Ḥaifâ alias Abû Ṣâliḥ in der Stadt al-Qadadîma  vor ca. 10-14 Tagen während eines gezielten Luftangriffs auf sein Versteck nahe Tal ʽAfar. Der Experte in Sachen Terrorgruppen, Hišâm al-Hâšimî, informierte darüber, der 50-Jährige zudem die Posten des Amîr Dîwân al-Ğund und des Führers der Hohen Kommission innerhalb des IS innegehabt habe. Er sei ein ehemaliger Armeeoffizier gewesen, der der ĞihâdIdeologie anheimgefallen sei, al-Qâʽida angehörte und ehemaliger Häftling des Bûkâ-Gefängnisses war. Der Militärrat des IS sei nach dem Tod von Nâṣir li-Dîn Allâh, des zweiten Kriegs­ministers des irakischen Staats, gebildet worden; auf den hochrangigen IS-Führungsposten des Chefs dieses Rates sei zunächst Ḥağî Bakr berufen worden, dann Abû ʽAbdurraḥmân al-Bîlâwî, Abû Aḥmad al-ʽAl­wânî und nach dem Tod des Turkmenen Abû Muslim schließlich Abû Ṣâliḥ al-ʽUbaidî. Die Position des Stellvertreters von Abû Bakr im Irak erhielt er ebenfalls erst vor kurzem nach des Turkmenen Tod. Zudem sei al-ʽUbaidî verantwortlich gewesen für die Finanzierung und Ausstattung der Suizidattentäter mit Waffen und Sprengstoff in der Pro­vinz al-Anbâr wie im Raum Bagdad. (http://www.mawazin.net/%D8%AA%D8%A3%D9%83%D8%AF-%D9%87%D9%84%D8%A7%D9%83-%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%BA%D8%AF%D8%A7%D8%AF%D9%8A-%D9%88%D8%A7%D9%85%D9%8A%D8%B1-%D8%A7%D9%84%D8%AC%D9%86%D8%AF-%D9%81%D9%8A-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D8%A8%D8%B6%D8%B1%D8%A8%D8%A9-%D8%AC%D9%88%D9%8A%D8%A9-%D8%A8%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%88%D8%B5%D9%84 vom 24.7.2017)

Auf dem vom IS in Mossul ebenfalls eroberten Gelände der Medizinischen Uni­ver­sität lagerten Vorräte an radioaktivem Kobalt-60, welche für den Bau einer „schmutzigen Bombe“ getaugt hätten. Allerdings hätten die IS-Kämpfer nicht gewußt, wie sie das Depot hätten öffnen können, ohne radioaktive Strahlen abzubekommen, urteilten Nukleartechnologen gegenüber The Washington Post“ vom So., 23.7.2017. (https://sptnkne.ws/eXUz)

Laut einer RIA Novosti vorliegenden Erklärung der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom So., 23.7.2017, konnten unter den „am 20. Juli in  West-Mossul bei einem Versuch, sich ins Hinterland der Volkswehr einzuschleichen, getöteten Terroristen drei IS-Führungskräfte identifiziert werden: „Das sind Abu Iman, der die sogenannte ,islamische Polizei‘ in Tal Afar angeführt hatte, Abu Abd Sai­sija, der für die Anwerbung von Selbstmordattentätern zuständig war, sowie Hasser Abdalla Hoder al-Badrani, der die Tätigkeit von Untergrund-Zellen des IS koordiniert hatte“. (https://sptnkne.ws/eXYJ) – Mit „islamische Polizei“ in Tal ʽAfar  ist dem Zusammenhang nach al-ḥisba gemeint.

Der – zur Aufgabe seines, ihm gemäß Wahlergebnisses zustehenden Postens als gegenwärtiger Ministerpräsident genötigte (vgl.u.) und auch – frühere Ministerpräsident, derzeit als Vize-Präsident agierende Nûrî al-Mâlikî bekannte im Interview mit RIA Novosti hinsichtlich des Einflusses Rußlands im Nahen Osten „Wenn es die russische Position nicht gegeben hätte, wäre die Region vollständig vernichtet worden“ und fuhr fort: „Ohne Russlands Herangehen an das syrische Problem, das sich von dem der USA unterschied, wäre das Regime in Syrien gestürzt worden, die Terroristen wären aktiver geworden, die (politische) Landkarte der Region hätte sich geändert, was letztendlich zum Fallen von Bagdad geführt hätte“. Auch die Rückeroberung Mossuls sei nicht den USA oder der US-geführten Koalition zu verdanken. „Ja, sie haben uns mit Flugzeugen unterstützt, doch der Hauptverdienst gehört den irakischen Soldaten, den Volksmilizen und den Luftstreitkräften des Iraks“,  kommentierte al-Mâlikî. (https://sptnkne.ws/eXdY)

Einheiten der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, der irakischen Armee und der Bundespolizei befreiten am 20.7.2017 das Dorf Imâm südwestlich von Qayyâra in der Provinz Nînawâ von den IS-Terrormiliz, wie as-Sûmariyya News berichtete. Tags zuvor hatte al-Ḥašd aš-Šaʽbî vier Täler und zwei Dörfer im nordöstlichen Gebiet der Provinz Diyâlâ zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=592776)

Laut Mitteilung des Berater des russischen Präsidenten für militärtechnische Kooperation, Wladimir Ko­schin, ist ein Vertrag mit der Regierung in Bagdad über die Lieferung von Panzern des Typs T-90 unterzeichnet worden, meldet die Zeitung Iswestija. „Es geht um einen ordentlichen Vertrag über die Lieferung einer großen Partie. … Eine konkrete Summe kann ich nicht nennen. Die Zahl ist groß.“, teilte er noch mit. (https://sptnkne.ws/eW7G)

Zerstörtes Mossul, Photo: Reuter

Zerstörtes Mossul, Photo: Reuter

Ungewöhnlich hoch sei die Zahl der infolge der Rückeroberung von Mossul getöteten Einwohner letztlich ausgefallen, gibt The Independent am 19.7.2017 an.  Mehr als 40.000 Einwohner seien dabei quasi „zu Tode befreit“ worden. Viele der toten Körper seien immer noch unter den Trümmern begraben. Damit kommen die tatsächlichen Zahlen jenen aus dem Bericht von Amnesty International  („At Any Cost: The Civilian Catastrophe in West Mosul“) sehr nahe. (https://sptnkne.ws/eWqH, http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/mosul-massacre-battle-isis-iraq-city-civilian-casualties-killed-deaths-fighting-forces-islamic-state-a7848781.html)

Weitere Massengräber des ISMassakers vom Juni 2014 an den Kadetten der Luftwaffenakademie bei der früheren Luftwaffenbasis Spyker (vgl.u.), 10km im NW von Tikrît, nahe des Präsidentenpalastes entdeckt. Die 827 Überreste von 14 werden durch Rechtsmediziner untersucht. Es ist zu erwarten, daß noch nicht alle Opfer gefunden worden sind. (http://www.sana.sy/?p=590976 vom 17.7.2017)

Laut einer Meldung des Senders al-ʽArabiyya aus den VAE soll der IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî noch am Leben sein. Der Leiter der irakischen Antiterrorbehörde, Abû ʽAlî al-Baṣrî (Abu Ali al-Basri), halte das für möglich. Auch der kurdische Geheimdienstmitglied Lâhûr Tâlâhbânî (Lahur Talabani) hält es für wahrscheinlich, daß sich jener in einem südlichen Vorort von ar-Raqqa in Syrien aufhalte. Kremlsprecher Dmitri Peskow kommentierte diese Mitteilung mit den worten: „Es gibt keine zuverlässige Information über das Schicksal von al-Baghdadi. Alle eingehenden Nachrichten werden geprüft“. (https://sptnkne.ws/eUYK ) – Al-ʽArabiyya wurde in den letzten Jahren bekannt für seine tendenziösen, klar antisyrisch ausgerichteten Meldungen. Der Konzern MBC, dem der Sender angehört, befindet sich im Besitz saudischer (!) Investoren.

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in der Provinz Nînawâ („Wir kommen, Ninive„) gab am 15.7.2017 während eines Militärbriefings laut irakischen Medien bekannt, bei der Befreiung Mossuls seien 100.000 Kämpfer von Armee, Bundespolizei, Antiterroreinheit und al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen den IS vorgegangen und hätten 25.000 dieser Extremisten getötet, darunter mehr als 450 Suizidattentäter. Zerstört worden seien zudem 1247 Autobomben und weitere 1.500 Stück unterschiedlichen Kriegsgeräts, abgeschossen wurden auch 130 Marschflugkörper der Terroristen. In der 4. Phase der Bekämpfung des IS in der Provinz Nînawâ stehe die Befreiung von Tal ʽAfar (vgl.u.) westlich von Mosul und einiger anderer Bereiche an. (http://www.sana.sy/?p=590430)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in der Provinz Nînawâ („Wir kommen, Ninive„) gab am 15.7.2017 während eines Militärbriefings laut irakischen Medien bekannt, bei der Befreiung Mossuls seien 100.000 Kämpfer von Armee, Bundespolizei, Antiterroreinheit und al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen den IS vorgegangen und hätten 25.000 dieser Extremisten getötet, darunter mehr als 450 Suizidattentäter. Zerstört worden seien zudem 1247 Autobomben und weitere 1.500 Stück unterschiedlichen Kriegsgeräts, abgeschossen wurden auch 130 Marschflugkörper der Terroristen. In der 4. Phase der Bekämpfung des IS in der Provinz Nînawâ stehe die Befreiung von Tal ʽAfar (vgl.u.) westlich von Mosul und einiger anderer Bereiche an. (http://www.sana.sy/?p=590430)

Gegenüber as-Sûmariyya News gab der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, am 15.7.2017 bekannt, daß die Sicherheitskräfte zusammen mit der volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî am Morgen eine großangelegte Militäroperation zum Aufspüren von IS-Schläferzellen im NO der Provinz Diyâlâ gestartet hätten. Diese konzentriere sich auf das Dorf Tûkal, die Obstplantagen  und das Gebiet im N von al-Muqdâdiyya im NO der Stadt Baʽqûba. Andererseits wurde bekannt, daß beim Passieren ihres Fahrzeugs zwei IS-Kämpfer zusammen mit einem Anführer im Gebiet zwischen den Provinzen Ṣalâḥuddîn und Diyâlâ bei der Explosion einer am Straßenrand angebrachten Sprengvorrichtung getötet wurden. (http://www.sana.sy/?p=590026)

Dr. Kim Hartzner, Geschäftsführer der internationalen Not­hilfe­organisation Mission East, bezeichnet die Lage in Mossul als absolute Katastrophe. Im Deutschlandfunk teilte er am 15.7.2017mit, ein Großteil der zurückkehrenden Bevölkerung leide unter akuter Unterernährung, es fehle an Lebensmitteln, Wasser, und Unterkünften. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29458-internationale_hilfsorganisation_situ­a-tion_in_mossul_ist_wie_in_stalingrad_oder_berlin_im_zweiten_weltkrieg)

Trotz der Meldung des Siegs über den IS in Mossul wird insbesondere in der Alststadt weiterhin gegen die Terrororganisation gekämpft. Deswegen und wegen des Durchkämmens des Gebiets auf vom IS hinterlassene Sprengsätze und minen hin, wurde Journalisten für einige Tage der Zugang in dieselben durch die Armee verwehrt.  (https://sptnkne.ws/eTZj)

Nach einem Bericht des Nachrichten-Fernsehsenders RT Arabic vom Do., 14.7.2017, kontrolliert der IS noch Gebiete in den Provinzen Nînawâ, Kirkûk, al-Anbâr – dort vor allem in und um Tal ʽAfar (vgl.u.) – und Ṣalâḥuddîn. Tal ʽAfar genießt besondere strategische Bedeutung durch seine Lage nahe der Grenze zu Syrien wie zur Türkei, weshalb eine Bodenoffensive in jenem Terrain in Bälde zu erwarten sein dürfte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29420-is_terrormi- liz_kontrolliert_nur_noch_wenige_regionen_im_irak)

Die unabhängige Londoner Beobachtergruppe und Journalisteninitiative Airwars hat bekannt gegeben, daß bei den Luftangriffen der US-geführten Koalition im Irak und in Syrien im Juni mindestens 750 Zivilisten getötet worden sind. Besonders verheerend waren demnach die Angriffe im Gebiet von ar-Raqqa und Mossul. Die Todesrate sei im Vergleich zum Mai um ca. 50% gestiegen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29388-750_zivilisten_durch_luftangriffe_der_us_gef%C3%BChrten_koalition_im_juni_get%C3%B6tet)

Kritisch bemerkte Rußlands Außenminister Lawrow hinsichtlich der Zivilbevölkerung bei der Befreiung von Mossul: „Es wurden keine Bedingungen dafür geschaffen, um Zivilisten organisiert auszuschleusen. Das alles war chaotisch, spontan.“   Das habe die Opferzahlen erhöht. (https://sptnkne.ws/eSwf) – Dagegen bestanden und bestehen bei den Befreiungsoperationen in Syrien – wie etwa am Beispiel von Aleppo zu sehen – lange im voraus erstellte Pläne zur Evakuierung, die auch umgesetzt wurden.

S.a. Was IS nach Niederlage in Mossul tun wird

Heute, am Di., 11.7.2017 hat der IS offizielle gegenüber dem Nachrichtensender as-Sûmariyya News eingestanden, daß – wie russischerseits schon vor Wochen gemeldet  (vgl.u., bei den Abbildungen) – ihr selbsternannter „KalifAbû Bakr al-Baġdâdî tatsächlich getötet worden ist. Einer Quelle aus der Provinz Nînawâ zufolge  hatte der IS in den Medien des noch von der Terrororganisation kontrollierten im Bezirks Tal ʽAfar, westlich von Mossul, diese kurze Meldung ohne Angabe weiterer Einzelheiten veröffentlicht. Der ausführliche SANA-Artikel referiert im weiteren die von russischer Seite gemachten Angaben zu dem Luftschlag vom 28.5.2017 (s. Teil V). Nach der russischen Ankündigung sei in Tal ʽAfar Konfusion unter den Terroristen ausgebrochen gefolgt von Gruppenrivalitäten, Massenverhaftungen und Ausgangssperren. Die äußerst aufgeladene Atmosphäre könnte zu blutigen Machtkämpfen um die Führerschaft innerhalb des IS führen.  (http://www.sana.sy/?p=587808, s.a. https://sptnkne.ws/eSnA)

Nahe von aš-Šarqâṭ im N der Provinz Ṣalâḥuddîn zerstörte die Luftwaffe einen ISKonvoi, welcher hochexplosive selbstgebaute Sprengsätze transportierte. Dabei wurde u.a. der IS-Amîr Abû Qutaiba verletzt. (http://www.sana.sy/?p=587220 vom 10.7.2017)

Beim Treffen mit einer Delegation von Christen am 10.7.2017 in Mossul äußerte der in der Provinzhauptstadt am Vortag eingetroffene  Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die Hoffnung, daß alle Flüchtlinge, unabhängig von ihrer religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit, wieder in ihre Stadt zurückkehren möchten, um dort wie im ganzen Irak friedlich zusammenzuleben. Dabei hob er erneut die Bedeutung der Einheit der irakischen Nation hervor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29260-iraks_ministerpr%C3%A4sident_bagdad_bem%C3%BCht_sich_um_r%C3%BCckf%C3%BChrung_von_fl%C3%BCchtlingen)

Laut Mitteilung der Bundespolizei gegenüber as-Sûmariyya News wurden zuvor noch 30 IS-Terroristen getötet, die sich über den Tigris zu retten versuchten. Insgesamt seien bei der Befreiung der Altstadt mehr 1.000 IS-Extremisten eliminiert, 65 Fahrzeuge zerstört und 20 Autobomben, 310 Sprengkörper und 71 Sprengstoffgürtel  konfisziert und deaktiviert Fahrzeugbomben, 181 Raketen und acht Tunnel entdeckt worden.  – Der Ministerpräsident gratulierte zum Sieg. (http://www.sana.sy/?p=586428 vom 9.7.2017)

Laut Erklärung des Joint Operations Command (JOC) vom Sa., 8.7.2017, wurde mit der Einnahme der Altstadt praktisch ganz Mossul befreit. Ein kleiner Ort am Rande des Tigris sei noch unter IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=585895, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29192-altstadt_von_mossul_befreit)

Irakische Luftwaffe, Photo: SANA

Irakische Luftwaffe, Photo: SANA

Nach Mitteilung von as-Sûmariyya News gab Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yâru­llâh am 8.7.2017 an, daß durch die vereinten Streitkräfte in der Altstadt von Mossul die drei Stadtteile Bâb aṭ-Ṭûb, Sûq aṣ-Ṣâḥa und die Straße an-Nağafî wieder unter Kontrolle gebracht. Bei Luftangriffen wurde ein IS-Trupp mit einem Anführer vom Dîwân al-Quḍât [Kammer der religiösen Richter] in Tal ʽAfar westlich von Mos­sul getötet. (http://www.sana.sy/?p=585906)

Im Dorf Imâm westlich von  al-Qayyâra, (65km südlich von Nînawâ) wurden Journalisten von einer Gruppe IS-Terrroristen angegriffen. Dabei fanden der  Front-Berichter­statter des  Kanals  Hunâ Ṣalâḥuddîn [d.h.: hier Ṣalâḥuddîn] mit Namen, Hazâʽ ad-Du­laimî und sein Photograf, Sa´dad ad-Dûrî, den Tod ein weiterer Medien-Photograf, ʽAlî Ğamâl ʽAkâb, wurde verletzt. Die Armee ist weiterhin dabei,  die Altstadt von Mossul von verbliebenen IS-Resten zu säubern wie auch der Terrororganisation in anderen Bereichen des Landes zum Leibe zu rücken. (http://www.sana.sy/?p=585590 vom 7.7.2017)  – Zu weiteren Anschlägen vor allem in der Provinz Diyâlâ vom Vortag (6.7.2017) s. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29076-neun_tote_im_osten_von_irak.

Laut einer von as-Sûmariyya News zitierten Militär-Presseerklärung des Militärs vom 6.7.2017 vereitelte die Armee am Vortag  einen IS-Angriff auf das Dorf al-Ḫaḍrâniyya bei aš-Šarqâṭ im nördlichen Teil der Provinz Salah al-Din und führte die Aktionen zur Befreiung von ganz West-Mossul fort.  (http://www.sana.sy/?p=584695)  In deren Altstadt seien die Truppen nur noch 250m vom Tigrisufer entfernt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29018-irak_anordnung_f%C3%BCr_wiederaufbau_des_befreiten_mossul_erfolgt)

Laut Angabe von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yâru­llâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 5.7.2017 konnte durch die Bundespolizei am Vortag der Platz wie das mehrstöckige Parkhaus Bâb aṭ-Ṭûb  wie Straße Ḫalîd bin al-Walîd in der Altstadt Mossuls zurückerobert werden. Die Luftwaffe zerstörte gemäß einer lokalen Quelle eine der größten Anlagen samt Waffenlager des IS südwestlich von Kirkûk. (http://www.sana.sy/?p=584078)

Zur Situation in West-Mossul und dem Irak als Ganzem berichtete die Nesawissimaja Gaseta am Di., 4.7.2017, es seien dort immer noch IS-Scharfschützen aktiv, Ex­plo­sionen von Minenwurfgeschossen und Schußwaffen zu vernehmen. Auch gingen die Zusammenstöße mit dort verbliebenen Extremistentrupps  in der Altstadt weiter – ähnlich wie bei der Befreiung von ar-Ramâdî (vgl.u.). Doch selbst wenn der IS vollständig besiegt sein sollte, kämen auf den Irak schwere Zeiten zu. Vor der US-Invasion 2003 begriffen sich die Iraker unter der Regierung von Ṣaddām Ḥussain als ein Staatsvolk einerlei welcher ethnischen oder religiösen Gruppierung, die säkulare Gesellschaft mit allen Implikationen [z.B. bzgl. Gleichberechtigung der Geschlechter, Bildung etc.], die Wirtschaft etc. befanden sich im Aufwind, das Land hatte einen ansehnlichen Stellenwert in der Weltgemeinschaft. Nun im kriegszerstörten Irak liegt die Wirtschaft brach, Grüppchen kämpft gegen Grüppchen, die [auf die US-Besetzung zurückgehenden neuen] staatlichen Struk­turen sind schwach und ineffektiv, müssen sich erst das Vertrauen der Bevölkerung verdienen. Die Staatskasse ist nahezu geleert. [Auch ist der Irak schon lange nicht mehr säkular und damit zukunftsorientiert, vgl.u., wie schon an der neuen Staatsflagge abzulesen ist]. Mögliche Geldgeber werden Bedingungen stellen. Zudem versucht der seit fast zwei Jahren regulär nicht mehr im Amt befindliche (dazu vgl.u.) Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Masʽûd Barzânî, dessen Familie den Hauptteil der staatlichen Öl-Einnahmen für sich abzweigt (s.u.) seit Jahren, das irakische Kurdistan vom Rest-Irak abzutrennen, und diesem somit den Staat seiner Haupteinnahmequelle (99% der Staatseinnahmen), den meisten und ergiebigsten Ölquellen des Landes zu entreißen. Zwar befinde sich die wichtige Öl-Region um Kirkûk außerhalb dieses Gebiets, sei jedoch von kurdischen Pîšmarga besetzt. – Der Artikel schließt mit der nachvollziehbaren Feststellung, daß die Iraker selbst über ihr Schicksal entscheiden, davor aber zueinander finden müßten. Die den Nachkriegsirak unterstützende Weltgemeinschaft bzw. Geberländer dürften sich jedoch  in dessen inneren Angelegenheiten einmischen, um eigene Interessen zu verwirklichen, wie z.B. die USA, die Türkei, Saudi-Arabien etc.. (https://sptnkne.ws/ePa2)

Nachdem Bewohner von Tal ʽAfar, dem neuen Sammelpunkt des IS (vgl.u.), vergangene Woche versuchten, von dort zu fliehen, wurden sie von den Terroristen aufgegriffen, psychischer  und physischer Folter unterworfen. 200 wurden schließlich per Enthauptung exekutiert Wie im ebenfalls vom IS kontrollierten al-Ḥawîğa seien alle Fluchtwege gesperrt worden, um die Bewohner als menschliche Schutzschilde nutzen zu können. Dies berichtete am Di., 4.7.2017, Aiden Maruf,  turkmenischer Abgeordneter im regionalen Kurdenparlament. Auch in al-Ḥawîğa seien am Dienstag 12 fluchtwillige Zivilisten exekutiert – angeblich verbrannt – worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29004-is_verbrechen_im_irak_200_enthauptun- gen_in_tal_afar) – SANA berichtet am 5.7.2017 ebenfalls von der Hinrichtung der 200 Fluchtwilligen. (http://www.sana.sy/?p=584078)

Noch ist – trotz der vollmundigen Aussagen des Ministerpräsidenten (vgl.u.) – nicht ganz West-Mossul befreit und auch außerhalb Mossuls muß die Bekämpfung des IS erst einmal weitergeführt werden. Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat berichtete gegenüber Sputnik News, im südlichen Gebiet seien sind 32,5 Tonnen eines Sprengstoff-Bestandteils gefunden worden und 1,5 Tonnen Ammoniumnitrat, zur Herstellung von Bomben. Seit Beginn der Befreiungsaktion bzgl. Mossul seien zudem 21.220 Zivilisten aus IS-Gefangenschaft befreit und zwei große Massengräber vom IS getöteter Einwohner entdeckt worden. Das Kontingent der föderalen Polizei werde nach vollständiger Befreiung der Provinzhauptstadt reduziert werden.  (https://sptnkne.ws/eNKM vom 4.7.2017)

Laut Mitteilung von Flüchtlingsminister Jasim Muhammed al-Jaf [Ğâsim Muḥammad al-Ğâf] vom Mo., 3.7.2017, sind seit der Befreiungsoperation bzgl. Mossul 900.857 Einwohner aus der Stadt geflüchtet, davon 176.455 aus dem östlichen und 724.402 aus dem westlichen durch den Tigris getrennten Teil. Ca. 500.000 und damit 64% seien  in vom Flüchtlingsministerium eingerichteten Camps untergebracht, 217.854 bislang in ihre Wohnungen zurückgekehrt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28970-%C3%9Cber_900.000_menschen_we- gen_is_aus_mossul_gefl%C3%BCchtet)

Am 3.7.2017 melden Agenturen, daß die irakischen Truppen das ganze Gebiet des Stadtteils Bâb as-Sarây in der Altstadt im Westen von Mossul befreit hätten. (http://www.sana.sy/?p=582803)

Eine Gruppe IS-Kämpfer, welche sich in Tal-ʽAfar im Westen von Mossul festgesetzt hat, droht allen Mitgliedern, die eine mögliche Tötung ihres „Kalifen“ Abû Bakr al-Baġdâdî auch nur ansprechen, die Bestrafung mit 50 Peitschenhieben an. Ein dem obersten IS-Anführer nahestehender Imâm mit Namen Abû Ḫâṭib (Abu Khatib), der beim Freitagsgebet eine Äußerung zum „möglichen Tod“ von al-Baġdâdî machte, wurde daraufhin – laut as-Sûmariyya News vom 2.7.2017 mit Berufung auf Quellen in der Administration von Nînawâ –  wegen „Verbreitung einer Revolte“ unter den IS-Kämpfern ermordet. (https://sptnkne.ws/eNsB) – Entgegen der Meldung von Sputnik News (https://sptnkne.ws/eMgD, https://sptnkne.ws/eNsB) bringt die erwähnte IRIB News-Seite http://www.iribnews.ir/fa/news/1695848/%D9%85%D8%B1%DA%AF-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%BA%D8%AF%D8%A7%D8%AF%DB%8C-%D8%A2%D8%BA%D8%A7%D8%B2-%D9%BE%D8%A7%DB%8C%D8%A7%D9%86-%DB%8C%DA%A9-%D8%B1%D9%88%DB%8C%D8%A7) keine Bestätigung des Todes von Abû Bakr al-Baġdâdî, obwohl Photos veröffentlicht sind, die ihn als Toten zeigen könnten. Im Artikel geht es um etwas anderes. dabei wurde auch erwähnt, daß die syrische wie die irakische Armee spektakuläre Erfolge gegen den IS erzielt hätten und dieser damit – auch kraft der Unterstützung seitens Rußlands und des Irans – besiegt werden könnte, erhielte er wie andere Terrorgruppen nicht weiterhin Unterstützung durch das Ausland.

IS-"Kalif" lebend und als Toter (?), Photo: IRIB

IS-„Kalif“ lebend und als Toter (?), Photo: IRIB

Bei einem Suizid-Bombenanschlag auf ein Flüchtlingslager westlich der Stadt ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr vom 2.7.2017 wurden 14 Insassen, meist Frauen und Kinder, getötet, 13 weitere verletzt. (http://www.sana.sy/?p=582629)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yâru­llâh informierte as-Sûmariyya News darüber, daß am 2.7.2017 durch die Truppen das Gebiet Makâwî in der Altstadt von Mossul befreit worden sei. (http://www.sana.sy/?p=582116)

Nach Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yâru­llâh, Kommandeur der Operation „Wir kommen, Ninive!“, geht die Säuberung der Altstadt Mossul von Resten des IS weiter. Die Bundespolizei sicherte dabei den Stadtteil Bâb Ğadîd, den Sûq al-Arbaʽa wie die Eisenbrücke, während die Sicherheitskräfte die Kontrolle über das Ibn SînâKrankenhaus samt Blutbank, Nuklearmedizin und Pathologie sowie das Wasserwirtschaftsamt übernahmen.  In den letzten paar Stunden seien die Moscheen Kaʽb bin Mâlik und al-ʽAmriyya wie der Bereich ar-Râbiʽiyya befreit worden. Dabei wurden 110 Terroristen getötet, darunter drei Heckenschützen, 64 Spreng­körper demontiert, ein Netzwerk von Tunneln entdeckt und einige IS-Kommandostellen zerstört. (http://www.sana.sy/?p=581589 vom 1.7.2017)

IS-Kalif tot, Photo: Sputnik News

Ende des IS-Kalifats?, Photo: Sputnik News

Im Interview für Sputnik Arabic gab Brigade­general Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, zur Situation in Mossul an: „In der Stadt sind nur noch mehrere Dutzend Extremisten zurückgeblieben, von denen die meisten ausländische Bürger sind. Die Terroristen befin­den sich in einer sehr schweren Lage und sind komplett umzingelt, und ihr baldiger Sturz ist nicht zu bezweifeln.“ Da manche Extremisten Suizidgürtel trügen, seien diese noch nicht endgültig aus der Provinzhauptstadt vertrieben: „Die irakischen Kräfte handeln höchst vorsichtig, um Zivilisten keiner zusätzlichen Gefahr auszusetzen.“
Auch dauere in mehreren Provinzen Krieg gegen den Terrorismus noch an, besonders im Westen von al-Anbâr und  um Tal-ʽAfar (Tal Affar). Hierzu gibt Ra´îd al-ʽAzâwî (?, Raid al-Azawi), Dozent für Internationale Beziehungen an der Amerikanischen Universität, zu bedenken, daß auch weiterhin eine US-Militärpräsenz in Kauf genommen werden müsse. Infolge der US-Invasion 2003, die auch die auch zur Terrorismuskrise geführt habe, gebe es im Land es immer noch keine echte einheitliche Ar­mee, auf im Fall innerer oder äußerer Gefahren Verlaß sei. (https://sptnkne.ws/eMCs)

Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî konnte am 30.6.2017 zusammen mit Grenzschutzkräfte einen IS-Angriff von al-Qâ´im aus nördlich des Grenzübergang al-Walîd zu Syrien abwehren und dabei etliche Terroristen eliminieren. (http://www.sana.sy/?p=581308)

Bei der Detonation eines selbstgebauten Sprengsatzes nahe des Obst- und Gemüsemarktes von al-Laṭîfiyya im S von Bagdad am 30.6.2017 wurden laut as-Sûmariyya News wurden drei Personen verletzt. (http://www.sana.sy/?p=581295)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî verkündete laut as-Sûmariyya News am 29.6.2017 nach den letzten Rückeroberungen in der Alt-Stadt  (vgl.u.) das Ende des IS in der Provinzhauptstadt Mossul.  (http://www.sana.sy/?p=581063)

Armee in West-Mossul, Photo: SANA

Armee in West-Mossul, Photo: SANA

Gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 29.6.2017 wurde an diesem Tag die an-NûrîMoschee ​​mit dem al-Ḥadbāʾ–Minarett (vgl.u.) und das Gebiet as-Sarğ Ḫâna in der Altstadt von Mossul vom IS zurückerobert. Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat teilte Dasselbe hinsichtlich des Krankenhauses al-Batûl samt dem Gebäude für geistig Behinderte auf dem Westufer des Tigris mit. Außerdem wurden 20 vom IS entführte Kinder im Bezirk aš-Šifâ´ befreit. (http://www.sana.sy/?p=580910)

Die Truppen eliminierte eine Gruppe IS-Terroristen im Bezirk Tal ʽAfar im W der Provinz Nînawâ (Ninive); die Luftwaffe bombardierte IS-Schlupfnester nordöstlich von Diyâlâ. In Mossul heute befreite die Armee die az-Ziwânî-Moschee im Bereich Bâb al-Baiḍ in der Altstadt. – Auf der anderen Seite wurden zwei irakische Polizisten durch die Detonation einer an einem Fahrrad angebrachten Bombe in Falûğa/Provinz al-Anbâr verletzt. (http://www.sana.sy/?p=579874 vom 27.6.2017)

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 26.6.2017 eroberten die vereinten Streitkräfte in der Altstadt von Mossul den Stadtteil Fârûq I. Im Stadtteil Tal ʽAfar, in dessen Mitte zuletzt ein hochrangiger IS-Angehöriger (s.u.) mit dem Namen Abû ʽAbdullâh al-Ḥalabî [d.h. aus Aleppo] getötet worden war, verhängte die Terrororganisation eine Ausgangssperre und versetzte das Gebiet in Alarmzustand. (http://www.sana.sy/?p=579290)

Den Streitkräften gelang die Liquidierung von drei der prominentesten IS-Führer, darunter den  sog. Dîwân al-Ğund (Leiter des „Heeresamts“), mit mehreren ihrer Untergebenen der Gegend in einem Luftangriff im Stadtteil Tal ʽAfar der Altstadt von Mossul, meldete as-Sûmariyya News am 25.6.2017. (http://www.sana.sy/?p=578389)

Vereitelung von drei Terroranschlägen gegen Standorte von Militär- und Sicherheitskräften in der Provinz Diyâlâ mit Beseitigung einer Reihe von IS-Extremisten, nämlich nahe des Dorfes Maḥbûbiyya am Rande von Banî Saʽd, südwestlich von Baʽqûba durch Sicherheitskräfte, dann  durch die Armee im Dorf al-Asyûd nahe Ḥûḍ az-Zaur nordöstlich von Baʽqûba und schließlich durch Stammesleute in Ḥûḍ Šarwîn  östlich von Baʽqûba, wie das Mitglied des Rats von Diyâlâ, Karîm al-Ğubûrî, erklärte. Auch in Kirkûk wurde der IS-Zu­ständige für die Sicherheit im Stadtteil al-ʽAbâsî getötet. (http://www.sana.sy/?p=578788 vom 25.6.2017)

Antiterror-Einheit, Photo: SANA

Antiterror-Einheit, Photo: SANA

Basierend auf einer Meldung von al-ʽArabiyya berichtet Russia Today, daß sich in Mossul nur noch knapp 200 IS-Kämpfer aufhalten sollen. Dort sprengte sich am 25.6.2027 in Suizidattentäter innerhalb einer Menge aus der Provinzhauptstadt Flüchtender in die Luft und riß damit mindestens 20 andere mit in den Tod.  (https://sptnkne.ws/eHQz)

Gemäß Meldung von as-Sûmariyya News hinterließ ein Suizidanschlag in der westlichen Provinz al-Anbâr neun Tote und zehn Verletzte. Die meisten Opfer sind Soldaten. (http://www.sana.sy/?p=577812 vom 23.6.2017)

Wie Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat am 22.6.2017 as-Sûmariyya News berichtete, befreiten seine Leute an diesem Tag die Moschee al-Ḥâmidîn in Bâb al-Abyaḍ auf dem Tigris-Westufer von Mossul sowie die Simeons-Kirche. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî zerstörte derweil die größten IS-Lager an Vorräten und Treibstoff bei einem Ölfeld, 90km nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ. (http://www.sana.sy/?p=577541)

an-Nûrî-Minarett, Photo: Sputnik News

al-Ḥadbāʾ der an-Nûrî-Moschee, Photo: Sputnik News

Die Sprengung der an-Nûrî-Moschee aus dem 12.Jh. in Mossuls Altstadt, am 22.6.2017, bekannt geworden durch die Ausrufung des IS-Kalifats am 29.6.2014 darin durch  Abû Bakr al-Baġdâdî, bezeichnete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî als Verbre­chen und Zeichen der Niederlage der der IS-Terrororganisation. Die Detonation ereignete sich 50m entfernt von den vordringenden Armeetruppen. Zuvor soll der IS 60 Familien in den Bau verschleppt und dabei umgebracht haben.  – Die Moschee, benannt nach ihrem Bauherrn  Nûr ad-Dîn Zankî [auch Namensgeber einer Terrorunterorganisation in Syrien!], galt mit ihrem leicht gekrümmten Minarett, genannt al-Ḥadbāʾ [d.h. die Gebückte], als eines der Wahrzeichen der Provinzhauptstadt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28548-is_zerst%C3%B6rt_historische_mo- schee_in_mossul_mitglieder_von_60_familien_get%C3%B6tet)

Beim Angriff auf Alt-Mossul durch Spezialeinheit der Anti-Terror-Einheiten erlitten die Kämpfer Wunden, die eindeutig auf die erneute Verwendung chemischer Kampfstoffe durch den IS hindeutete. (https://sptnkne.ws/eG4D vom 21.6.2017)

Der irakische Nationale Sicherheitsberater, Fâliḥ al-Fayâ, sprach im Interview mit dem Sender al-Mayâdîn über die Koordinierung der irakischen und syrischen Antiterror-Operationen in der gemeinsamen Grenzregion. hinsichtlich der Aktionen der US-Seite in Nah-Ost versicherte er, daß sein Land niemals zuließe, daß es Ausgangspunkt für deren Militärschläge auf syrischem Territorium werde. Außerdem betonte er, die Beziehungen zwischen dem Irak, Syrien und dem Iran seien „ausgezeichnet“. Man strebe ein gutes Miteinander mit den Nachbarländern an anstelle von Gegnerschaft, die nur zu Kriegen führe. Auch komme eine Zusammenarbeit im Counterterrorismus allen Ländern der Region zu Gute. (http://www.sana.sy/?p=576372)

Mossul, Photo: Sputnik NewsMossul, Photo: Sputnik News

Mossul, Photo: Sputnik News

In Alt-Mossul wurden am 20.6.2017 die drei Stadtteile as-Sâʽa, al-Mušâhida und Ḫazrağ durch Antiterrortrupps dem IS entrisse laut dem Vize-Vorsitzenden des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Parlament, Nâyif aš-Šamrî. Nach  Angabe von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News befreite die 9. Panzerdivision  zudem den südlichen Teil des Stadtteils aš-Šafâ´, die antike Qalʽat Bâšṭâbiyân  und erkämpfte die Kontrolle über das Jugend-Gefängnis, die Ruhestätte von Yaḥyâ Abû al-Qâsim neben dem Gesundheitsamt von Ninive, die Marien-Kirche und die 5. Brücke. (http://www.sana.sy/?p=576205)

Am 19.6.2017 gelang dem Grenzschutz die Rückeroberung des Grenzstreifens von 40km zwischen dem Grenzübergang al-Walîd und dem von al-Qâ´im. Der Kreisdirektor des Kreises von al-Walîd der Provinz al-Anbâr, ʽAbdul-Munʽam aṭ-Ṭarmûz, bestätigte zudem die Ankunft von Verstärkungseinheiten im Ort. (http://www.sana.sy/?p=575653)

Während ihrer Sitzung in Luxemburg einigten sich die EU-Außenminister am Mo., 19.6.2017,  auf die Entsendung von Militärberatern und Soldaten in den Irak. Diese sollten nach der Vertreibung des IS aus dem Land die Landes-Streitkräfte bei der Herstellung und Beibehaltung der Ordnung ausbilden und nicht an Kampfhandlungen teilnehmen. Auf einer Pressekonferenz bemerkte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini dazu: „Ich hoffe, das kann schnell genug gehen, hoffentlich in den kommenden Monaten, so dass wir alle unsere Ratschläge und Unterstützung für die irakischen Behörden liefern können.“ Laut EU-Diplomaten habe der Irak die Europäische Union offiziell um ihre Hilfe gebeten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28468-eu_pr%C3%BCft_truppenentsendung_in_den_irak)

Am 19.6.2017 wurde die Zentrale der syrisch-irakischen Industrie- und Handelskammer  (ISICC) in Bagdad eröffnet. (http://www.sana.sy/?p=575902)

Beginn des Angriffs auf die Altstadt Mossuls, Photo: SANA

Beginn des Angriffs auf die Altstadt Mossuls, Photo: SANA

Am So., 18.6.2017, begannen die vereinten Streitkräfte von Armee, Antiterrorkämpfern und Bundespolizei den Sturm auf die Alt-Stadt von Mossul [im Westteil der Provinzhauptstadt], wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. (http://www.sana.sy/?p=574803)

Im Wüsteneinsatz, Photo: SANA

Im Wüsteneinsatz, Photo: SANA

Gemäß Mitteilung des Verteidigungsministeriums vom So.,18.6.2017, eroberte die 7. Division ausgehend von Straße nach  ʽAna, Râwa und Qâ´im in Richtung Wâdî Ḥaurân in der westlichen Wüste der Provinz al-Anbâr das Gebiet von aṣ-Ṣakra vom IS zurück, tötete dabei 43 von deren Kämpfern und zerstörte zwei ihrer Autobomben. Anschließend wurde das Terrain von hinterlassenen Sprengsätzen gesäubert. – Das 13. Bataillon von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  verhinderte unter Deckung der irakischen Luftwaffe einen Durchbruch von IS-Terroristen an der Grenze zu Syrien und zerstörte eine Reihe ihrer Kampfwagen und vernichtete die Angreifer vollständig, wie Generalmajor Aḥmad Naṣrullâh in einer Erklärung erläuterte. (http://www.sana.sy/?p=575176)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî machte am Abend des 17.6.2017 beim Treffen mit Medienvertretern  und Politikanalytikern in Bagdad deutlich, daß vom Irak keine Angriffe auf Nachbarstaaten erfolgen dürften. Ebensowenig dürfe das Land, das gerade mit der Wiederherstellung der Sicherheit im eigenen Territorium befaßt sei, keine Region zur Begünstigung von Spannungen und Feindse­ligkeiten sein. Man begrüße den Aufbau positiver Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten auf der Grundla­ge gegenseitigen Verständnisses anstatt von Feindseligkeiten. „Auch wenn man uns die Welt zu Füßen legt oder den Irak umsonst wieder aufbaut, werden wir der Islamischen Republik Iran nicht den Rücken kehren“, erklärte er. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28384-haidar_al_abadi_vom_irakischen_boden_darf_kein_an-griff_auf_nachbarstaaten_erfolgen).– Knapp zwei Wochen zuvor hatten positive Worte des qaṭarischen Emirs hinsichtlich des Irans eine Krise ausgelöst und zum Zerwürfnis u.a. mit seinen unmittelbaren Nachbarländern geführt. Dies wiederum geschah in der Folge der gegen den Iran gerichteten Rede von US-Präsident Trump während seines Besuches in ar-Riyâḍ (vgl. http://www.voltairenet.org/article196560.html, http://www.sana.sy/?p=567027, https://sptnkne.ws/eDnN etc.).

Laut as-Sûmariyya News vom 17.6.2016 haben die vereinten irakischen Streitkräfte bestehend aus Grenzschutz, al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Clan-Mitgliedern unter Deckung der Luftwaffe im Kampf gegen den IS den Grenzübergang al-Walîd  nach Syrien unter ihre Kontrolle gebracht und den verbleibenden Grenzstreifen zwischen der jordanisch-syrisch-irakischen Grenze von Terroristen gesäubert. (http://www.sana.sy/?p=574319)

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh vom 16.6.2017 wurde der Stadtteil Bâb Sinğâr in West-Mossul zurückerobert. Teile der 15. Infanteriedivision  befreiten zudem die Dörfer al-Buwîr, al-Lazâka, as-Salâm und al-Manṣûr, die al-Manṣûr-Militärfabrikationsanlage wie die al-Buwîr-Wasseraufbereitungsanlage östlich der Straße  al-Kazak al-Maḥalbiyya im Westen von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=573379)

IS-"Kalif" getötet, Photo: Sputnik News

IS-„Kalif“ getötet, Photo: Sputnik News

IS-„KalifAbû Bakr al-Baġdâdî mit weiteren hohen IS-Führern in Syrien getötet!
Das russische Verteidigungsministerium informiert am Fr., 16.6.2017: „Laut der Information, die durch unterschiedliche Kanäle geprüft wird, ist der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi bei der Sitzung, die die russische Luftwaffe angegriffen hat und an der er beteiligt gewesen ist, getötet worden.“ Es handelt sich um einen Luftangriff der russischen Streitkräfte nahe ar-Raqqa vom 28. Mai. Wie schon zu früheren Zeitpunkten konzentrieren sich Luftschläge der syrischen und russischen Kampfflieger infolge geheimdienstlicher Überwachungstätigkeit auch auf Treffen hochrangiger Terroristenführer. Ende Mai bestätigten Videos einer Überwachungsdrohne  Ort und die Zeit des Treffens hoher IS-Kommandeure in einem südlichen Vorort von ar-Raqqa. Darauf erfolgte von 00.35 bis 00.45 Uhr (Moskauer Zeit) der Angriff, von dem die USA im voraus informiert worden waren. Dazu hieß es aus dem Ministerium: „Bei einem Luftschlag der Flugzeuge vom Typ Su-35 und Su-34 wurden ranghohe Kommandeure des IS, die dem sogenannten Militärrat der Terrororganisation angehörten, sowie etwa 30 mittlere Kommandeure und rund 300 Leibwächter vernichtet.“. Aufgrund der zuvor gesammelten Informationen sollten bei dem Treffen, an dem auch rang­hohe Mitglieder des sog. IS-Militärrates teilnahmen, Fluchtkorridore für IS-Kämpfer aus ar-Raqqa in südlicher Richtung [d.h. nach Dair az-Zaur] geplant werden, was unbedingt verhindert werden mußte.   Unter den Getöteten befänden sich auch der ISAmîr von ar-Raqqa, Au al-Hadschi al Mysri [Abû al-Ḥâğ al-Maṣrî, demnach ein Ägypter], der Chef des IS-„Sicherheitsdienstes“, Suleiman al-Schauakh [Sulaimân aš-Šawâḫ], und der für das Gebiet ar-Raqqa – as-Suḫna zuständige Kommandeur Ibrahim an-Nayef al-Hadsch [Ibrâhîm an-Nâyif al-Ḥâğ]. (https://sptnkne.ws/eDXu, https://sptnkne.ws/eDWx, http://www.sana.sy/?p=573797, http://www.sana.sy/?p=573797)

Die Luftwaffe eliminierte zehn IS-Schlupf­nestern samt Kämpfern in al-Muṭaîbîğa an der Grenze zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn, wie der Bürgermeister von Ḫâliṣ/ Provinz Diyâlâ namens ʽUday al-Ḫadrân gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. Laut dem Kommandanten der Tigris-Operationen, Generalleut­nant Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, wurde auch eine IS-Zentrale zerstört, zudem fanden Razzien im NW von Baʽqûba statt. (http://www.sana.sy/?p=572010 vom 13.6.2017)

Über 750 Vergiftungsfälle im Flüchtlingslager, Photo: SANA

Über 750 Vergiftungsfälle im Flüchtlingslager, Photo: SANA

Im Flüchtlingslager Ḥusn Šâm nahe Mossul kam es infolge des Ifṭar-Essens [Fastenbrechen im Ramaân] am Abend des 12.6.2017 zu Vergiftungserscheinungen. In der Folge starben zwei Menschen, 752 weitere Personen erkrankten schwer an Lebensmittelvergiftung, wie sich später herausstellte und vom UN-Flüchtlingskommissar bekannt gemacht wurde. Der Sprecher des irakischen Gesundheitsministerium, Saif al-Badr, informierte AFP darüber, daß nun Untersuchungen im Gange seien. Klar sei jedoch, daß die Verantwortlichen für die Bereitstellung des Essens von der qaṭarischen Firma RAF stammten. Tags darauf kam es daher zu Verhaftungen in der Firma wie in einem Restaurant der Provinz Arbîl laut Aussage des Vorsitzenden des Ausschusses für Migration im irakischen Parlament mit Namen Raʽad ad-Dahalakî. (http://www.sana.sy/?p=571903)

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News am 12.6.2017 befreiten Abteilungen der 15. Infanteriedivision  die Dörfer Šaiḫ  Qara Saflâ,  Ṭayyiša al-ʽAṭšâna, aš-Šuhadâ´ al-ʽAzîziyya, al-Mawâlî westlich der Gebirgskette ʽAṭšâna  im Osten des Gebiets von al-Maḥalbiyya östlich von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=571226

Dokument, Abbildung: SANA

Dokument, Abbildung: SANA

Durch ein von der qaṭarischen Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis ausgegebenes Dokument (s. Photo) bestätigte sich, daß ca. 1.800 Terroristen aus verschiedenen nordafrikanischen Ländern in den Irak geschickt wurden, um die dort agierenden Terrororganisationen zu verstärken. Am 11.6.2017 informierte as-Sûmariyya News darüber, daß ein Spre­cher der Führung der libyschen National-Armee, Aḥmad al-Masmârî,  in einer Erklärung dieser Woche im Fernsehen sagte, Sicherheitsdienste hätten ermöglicht, dieses Doku­ment zu erhalten, als Beweis für eine Beteiligung des Scheichtums Qaṭar beider Unterstützung terrori­stischer Organisationen. Feldmarschall Ḫalîfa Ḥaftar, Kommandant der libyschen National-Armee, bestätigte zudem letzten Mo­nat, daß das Scheichtum Qaṭar den Terrorismus in seinem Land unterstütze und es Mitglieder der bewaff­neten Milizen von Libyen trainieren lasse. Laut dem o.e. Dokument befanden sich die angesprochenen Trainingslager in az-Zintân, Banġâzî, az-Zâwîyya  und Miṣrâta, von wo aus die 1.800 Terroristen in drei Chargen über libysche Häfen via Türkei in den Irak gebracht wurden. Durch libysche Sicherheitsquellen wurde außerdem deutlich, daß der berüchtigte und durch das Scheichtum Qaṭar  bevorzugt unterstützte Terroristenführer mit Alias-Namen ʽAbdulḥakîm bi_l-Ḥâğ (Belhaj, a.: Belhadsch in der Lage war, durch eine eigene seit im September 2015 eingerichtete Fluggesellschaft mit Zielort Istanbul mehr als 3.000 Terroristen durch türkisches Territorium zwischen Libyen und Syrien zu transferieren. (http://www.sana.sy/?p=570540)

Die vereinten Streitkräfte des Landes vollendeten am 10.6.2017 die Befreiung des Stadtteils az Zanğîlî in West-Mossul. Beim Minenräumen habe man laut dem Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat dort moderne Anlagen zur die Her­stellung von Raketenwerfern, großen Mengen an Sprengstoff und Raketen sowie anderen Waffen gefunden. Auch wurden gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh sechs weitere Dörfer im Westen der Provinzhauptstadt der IS-Kontrolle entrissen, nämlich az-Zarnûk, Šaiḫ  Qara al-ʽAliyâ, al-Muhâfîf, Dâm Sinğâr, Tal Ḫîma, Baġla westlich der Gebirgskette ʽAṭšâna. In der Morgendämmerung eroberten Kräfte der Brigade 51 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  das Gebiet al-Masîḥilî im Bezirk Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn vollständig zurück, während die 33. Brigade erfolgreich gegen einen IS-Konvoi auf der Verbindungsstraße zwischen Bagdad und Mossul vorging. Gemäß Generalmajor Ḥaidar Muḥammadâwî scheiterte zwar der Angriff im SW der Wü­ste von Nînawâ (Ninive) bei Ğibâl Makḥûl und Šarqâṭ, doch wurden den Terrori­sten schwere Ver­luste beigebracht. Laut der Direktion des militärischen Geheimdienstes konnten die Sicherheitskräfte IS-Suizidanschläge gegen den großen Damm in Diyâlâ verhindern, der von Booten aus durchgeführt werden sollte. alle Terroristen konnten eliminiert werden.  (http://www.sana.sy/?p=570139 vom 10.6.2017)

Ein Suizidattentäter sprengte sich am 9.6.2017 mittels eines Sprengstoffgürtels auf einem Parkplatz im Zentrum von Karbalâ´ in der Provinz Bâbil (Babylon) in die Luft. Laut as-Sûmariyya News starben dabei 20 Personen, 21 wurden verletzt.(http://www.sana.sy/?p=569602) – Pars Today gibt neun Tote und 15 Verletzte an und ergänzt, daß es sich bei den Opfern in der Hauptsache um Pilger gehandelt habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28004-irak_24_to- te_und_verletzte_bei_terrorranschlag_in_kerbela) – Die Wüstenstadt ist ein für Šîʽiten wichtiger Wallfahrtsort seit der Schlacht vom 10.10. 680 n.u.Z., bei der der Prophetenenkel Ḥussain sein Leben einbüßte.

Detonation in Musayyib, Photo: Sputnik news

Detonation in Musayyib, Photo: Sputnik news

Bei einem Bombenanschlag am Eingang zum großen Markt von Musayyib im N der Provinz Bâbil  wurden am selben Tag 20 bzw. 21 Menschen getötet und 21 bzw. 20 verletzt. (http://www.sana.sy/?p=569696, s.a. https://sptnkne.ws/eAV8)

Nach Aussagen glaubwürdiger Zeugen sollen IS-Kämpfer in Mossul am 8.6.2017 gemäß Sputnik zum neunten Mal Chemiewaffen eingesetzt haben und zwar gegen Zivilisten, die Stadtteil az-Zanğîlî (vgl.u.) zu verlassen suchten. Es sollen mindestens 13 Menschen, auch Frauen und Kinder, verletzt worden sein. (https://sptnkne.ws/eAA7)

Am 6.6.2017 kamen laut as-Sûmariyya News drei Kinder ums Leben, zwei Frauen wurden verletzt, als inmitten der Stadt Hît in der Provinz al-Anbâr eine Handgranate auf ein Wohnhaus warf, welche detonierte. In den letzten Tagen hätten sich in der Stadt schon einige Attentate von sog. ISSchläfern gegen Bürger und Angehörige der Streit- und Sicherheitskräfte  ereignet. Man versuche solche Zellen weiterhin aufzuspüren und unschädlich zu machen. (http://www.sana.sy/?p=568054)

Am 6.6.2017 befreite al-Ḥašd aš-Šaʽbî  ein weiteres Wohngebiet südlich des Flughafen Saḥl Sinğâr im Westen der Provinz Ninive vom IS, wie as-Sûmariyya News meldete. (http://www.sana.sy/?p=567561)

Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  hat einer Meldung von as-Sûmariyya News zufolge im NW von al-Baʽâğ weitere neun Dörfer im Grenzgebiet zu Syrien befreit, nämlich: Bi´r Aṣîbaʽî,  ʽAliyya, Šarğî ar-Râwî, Ḥamad al-Madlûl, Marzûkaal-Ḥadûdiyât, Tûmân, Raqba al-Fars,  Ḫirbat al-ʽArîḍa. Die Operation werde weitergeführt, bis alle Ortschaften in jenem Gebiet dem IS entrissen seien. Außerdem wurden  in Richtung des Abzweigs al-Walîd al-Ḥudûdî in einem Gefecht 37 IS-Terroristen getötet und acht Autobomben zerstört. (http://www.sana.sy/?p=567197)

Die Brigade 11 und 41von al-Ḥašd aš-Šaʽbî befreiten einer Erklärung nach einen weiteren Wohnkomplex im S von al-Baʽâğ. (http://www.sana.sy/?p=566249) Tags darauf, am 4.6.2017, gelang dann die Rückeroberung der Stadt selbst unter Deckung der Luftwaffe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27786-irak_befreiung_stra- tegischer_stadt_baadsch_an_der_syriengrenze)

Razzia in West-Mossul, Photo: SANA

Razzia in West-Mossul, Photo: SANA

Gemäß einer Erklärung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yâru­llâh, dem Kommandeur der Operation „Wir kommen, Ninive!“ gegenüber  as-Sûmariyya News konnte am 3.6.2017 der Stadtteil aṣ-Ṣiḥa I in West-Mossul endgültig von den IS-Terroristen befreit werden. (http://www.sana.sy/?p=565983)

Durch eine im Bereich einer Armeepatrouille in ar-Raḍwâniyya explodierende Bombe wurden ein Soldat getötet und eine weiterer verletzt, wie as-Sûmariyya News am 2.6.2017 meldete. (http://www.sana.sy/?p=565873)

Nach Vertreibung der IS-Terroristen aus dem Grenzdorf Ğâyir Ġalfas durch die al-Ḥašd aš-Šaʽbî  befreiten diese auch die Wohn­­anlage aṣ-Ṣakâr mit umliegendem Gebiet im südlichen al-Baʽâğ-Bezirk, wobei sie zuvor deren Bewohner evakuiert hatten. Außerdem verhinderten sie einen Suizidanschlag mittels Autobombe, verhafteten den Täter und vernichteten die Sprengsätze. Anschließend wurde das Dorf al-Ḫabra südlich von al-Baʽâğ der IS-Kontrolle entrissen bei erheblichen Verlusten auf der Feindseite. Der al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Führer, Abû Mahdî al-Muhandis, erklärte dazu gegenüber einem Kriegsberichterstatter, die Volkswehr werde nach Befreiung des gesamten Grenzstreifens zu Syrien die Kontrolle darüber der Grenzpolizei übergeben. – Die Volkswehr hatte am 24. 5.2016 den Beginn der zweiten Phase der Be­freiung der restlichen Bereiche westlich von Qairâwân und al-Baʽâğ entlang der irakisch-syrischen Grenze angekündigt. (http://www.sana.sy/?p=565614 vom 1.6.2017)

Volkswehr, Photo: SANA

Volkswehr, Photo: SANA

Zwar sind die Truppen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  inzwischen an der Grenze zu Syrien angekommen, doch werden sie solange nicht die Grenze überschreiten, bis sich diesbezüglich eine Genehmigung der Regierung in Damaskus vorliegt bzw. diese mit der in Bagdad darüber einvernehmlich entschieden hat. Man werde sich in jedem Fall an das geltende [Völker-]recht halten, erklärte hierzu ein Sprecher der Führung der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Aḥmad al-Asadî, gegenüber as-Sûmariyya News. Er widersprach damit dezidiert anderslautenden Gerüchten, diese seien bar jeglicher Authentizität. (http://www.sana.sy/?p=565533)

Im kürzlich von der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî zurückeroberten und den jesidischen Behörden überantworteten früheren IS-Hochburg Kûğû (vgl.u.), ca. 18km südlich von Sinğar haben deren Kämpfer fünf weitere Massengräber mit vom IS im Jahr 2014 ermordeten Jesiden [Yazîdiyûn, vgl.u.] entdeckt. Zurzeit wissen wir nicht, wieviel Menschen dort begraben sind. Die Unter­su­chungen werden fortgesetzt„, informierte der Sprecher der Behörde für religiöse Angelegenheiten der autonomen kurdisch-irakischen Regierung, Xeyri Boazan, den Reporter von Sputnik Türkei. Es müßten aber gut 400 Leichen sein. (https://sptnkne.ws/e6pf)

Bei einer Suizidattacke nahe einer Schule im Zentrum der Stadt Hīt (vgl.u.) in der westirakischen, an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr kamen am Dienstagabend, 30.5.2017, zwölf Menschen ums Leben, 13 weitere wurden verletzt (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27646-irak_12_tote_bei_terroranschlag_in_h%C4%ABt)

Angriffe auf IS-Trupps flog die Luftwaffe im Raum Tal Fâris, al-Baʽâğ und Bâdûš am 30.5.2017, zerstörte u.a. eine IS-Zentrale im al-Baʽâğ-Bezirk sowie eine Sprengvorrichtung im Dorf al-Bûṯa südlich von al-Baʽâğ, während al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen IS-Ansammlungen westlich von Mossul erfolgreich vorging. (http://www.sana.sy/?p=564442)

Hâdî al-ʽÂmirî, Generalsekretär der Badr-Organisation innerhalb von al-Ḥašd aš-Šaʽbî,  teilte am Mo., 29.5.2017, mit, daß durch die jüngsten erfolgreichen Operationen die Grenzregion zu Syrien erreicht sei, deren Säuberung von den Terroristen nun bevorstehe. „Wir werden die Mit­glieder der IS-Terrormiliz überall jagen. … Dazu werden wir im Notfall mit der Zustimmung von Damaskus auch in syrisches Gebiet vorrücken. Die Sicherheit im Irak kann nur durch Sicherheit in Syrien hergestellt werden.“ Hingegen verwahre man sich gegen eine Einmischung der USA: „Bei der Befreiung irakischer Gebiete handelt es sich um eine rein irakische Entscheidung. Diesbezüglich lassen wir uns von niemandem etwas vorschreiben bzw. wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis. Wir erlauben den US-Amerikanern auch nicht, sich in diese Ange­le­genheit einzumischen.“, unterstrich der Sprecher. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27598-s%C3%A4uberungs-aktion_in_irakisch_syrischer_grenzregion_heute_begonnen) – Auch Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî beim Frontbesuch und Treffen mit mehreren al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Kommandeuren  bekräftigte dies. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27600-ministerpr%C3%A4si­dent_al_abadi_irak_ist_in_der_letzten_phase_des_kampfes_ge-gen_den_terrorismus)

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî trat am 29.5.2017, gegenüber IRNA dezidiert Gerüchten entgegen, wonach  sich der Irak einer US-israelisch geführten Allianz zusammen mit Saudi-Arabien gegen den Iran zusammenschlösse. Solches anzunehmen, sei insbesondere angesichts der wesentlichen Unterstützung seitens des Iran im Kampf gegen den Terrorismus blanker Unsinn. Der Iran sei ein friedlicher Staat, der bestrebt sei, mit anderen im guten Einvernehmen zu stehen. http://www.sana.sy/?p=563974)

Durch die Detonation einer in einem Auto versteckten IS-Bombe, das  vor einer Eisdiele im belebten bagdader Stadtbezirk Karâda abgestellt war, kamen am Montagabend, 29.5.2017,  15 Menschen ums Leben, 55 weitere wurden  verletzt.  – Schon tags zuvor hatte es in jenem Viertel einen Bombenanschlag, mit 13Toten gegeben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27582-irak_15_tote_nach_bombenan- schlag_in_bagdad, s.a. http://www.sana.sy/?p=564233)

Westmossul mit Tigris, Quelle: Wiki commons

West-Mossul mit Tigris, Quelle: Wiki commons

Nach Aussage von Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl vom 29.5.2017 werden die Operationen in Mossul fortgeführt. Seit der Rückeroberung der drei Stadtteile (s.u.) sei nun die Altstadt von Süden, Westen und Norden eingekreist [im Osten begrenzt der Tigris jenen Westteil der Stadt!]. Abends am Vortag habe die Luftwaffe tausende Flugblätter abgeworfen, damit die in der Altstadt lebende Bevölkerung sich über eingerichtete Sicherheitskorridore von dort flüchten solle. (http://www.sana.sy/?p=563573)

Am So., 28.5.2017, beseitigte laut Oberst Muḥammad al-Mâlikî gegenüber as-Sûmariyya News die al-Ḥašd aš-Šaʽbî  unter Deckung der Luftwaffe einen IS-Trupp mit Panzern und drei Autobomben im al-Baʽâğ-Bezirk im W der Provinz Nînawâ nahe der Grenze zu Syrien. (http://www.sana.sy/?p=563014) – Zudem befreite diese Volkswehr das Gebiet al-Qaḥṭâniyya in derselben Gegend. (http://www.sana.sy/?p=563051)

Gemäß Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yâru­llâh im Gespräch mit  as-Sûmariyya News vom 27.5.2017 befreiten die vereinten Truppen die drei Stadtteile aš-Šifâ´, Zanğîlî und aṣ-Ṣiḥa I im Westteil von Mossul inklusive des staatlichen Krankenhauses dort.
Al-Ḥašd aš-Šaʽbî vertrieb derweil die IS-Terroristen aus den Dörfern Rambûs aš-Šarqiyya und Rambûs al-Ġarbiyya im N von al-Baʽâğ im W der Provinz Nînawâ. (http://www.sana.sy/?p=562554)

Laut einer Erklärung eines Vertreters von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber as-Sûmariyya News vom 26.5.2017, konnten die Dörfer Biskî, al-Ḥâtimiyya, al-Qâbû­siyya und Rambûs befreit werden, nachdem zuvor die lokale IS-Hochburg Kûğû (kurdisch: Koço), eine Stadt im Westen von al-Qairawân nach heftigen Kämpfen mit den dort zunächst eingekesselten IS-Terro­risten hatte erobert und zudem die Kontrolle über die Straße Sinğaral-Baʽâğ hatte hergestellt werden können.
Im NO der Provinz Diyâlâ wurde zudem ein IS-Anführer während eines Terroran­schlags auf einen Sicherheitsposten getötet.
Zudem vereitelten die vereinten Truppen einen Angriff von IS-Terroristen auf Si­cher­heits­posten nahe Ḥamrîn nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ, während deren Sicherheitskräfte ein Grab mit 40 Leichen von IS-Terroristen Ermordeter in al-Bûbâlî im Gebiet ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr entdeckten.
Am Morgen wurde ein Iraker getötet, drei erlitten Verletzungen infolge der Detonation eines am Straßenrand nahe eines belebten Marktes südlich von Bagdad angebrachten Sprengsatzes. (http://www.sana.sy/?p=562141)

Der Politologe Th. Meyssan informiert über eine Umsetzung der veränderten US-Politik unter Präsident Trump in Nah-Ost. Demnach wurden drei Kommunikationskanäle zwischen der russischen und der US-Armeeeingerichtet:
Im gemeinsamen US Generalstab sei General Kenneth F. McKenzie dazu bestimmt worden jegliches Problem zwischen beiden Armeen in der Region mit absoluter Dringlichkeit zu behan­deln.
Eine direkte Leitung sei zwischen den Verantwortlichen der Operationen beider Länder im Irak und in Syrien eingerichtet worden mit dem Ziel, ihre Operationen in den vier durch die Verhandlungen in Astana eingerichteten De-Eskalationszonen zu koordinieren. Jene Übereinkunft war unter Schirmherrschaft Rußlands, des Iran und der Türkei zustande gekommen, von der US-Regierung jedoch nicht offiziell akzeptiert worden. Meyssan  vermutet daher diesbezüglich eine Vereinbarung geheimer Art zwischen Moskau und Washing­ton.
Zudem sei eine direkte Leitung zwischen dem Befehlshaber des CentCom, General Joseph Votel, und seinem russischen Pendant eingerichtet worden, um strate­gische, nicht taktische Probleme zu behandeln.
Der Politologe konstatiert: „Diese Maßnahme markiert eine Revolution in Bezug auf die Gewohnheiten der US-Armeen, die sich diesem bisher stets widersetzt haben. Es ist die direkte Konsequenz der neuen von Donald Trump eingehauchten Strategie“. (http://www.voltairenet.org/article196473.html vom 25.5.2017)

Laut einer Mitteilung von Human Rights Watch (HRW) vom Do., 25.5.2017, haben IS-Terroristen ca. 3.000 Zivilisten aus Dörfern im Norden der Stadt Nînawâ entführt, um sie an die Grenzen zu Syrien als menschliches Schutzschild zu mißbrauchen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27452-irak_is_entf%C3%BChrt_3000_zivili-sten_im_westen_von_nineveh)

Humvee, Photo: military.com

Humvee, Photo: military.com

Amnesty International kritisiert nun öffentlich, was irakische Bewohner vor Ort und Regierungsbeamte bzw. Volksvertreter im Parlament schon vor Jahren anprangerten (vgl.u.): laut einem Bericht der Financial Times sind den US-Streitkräften im Irak Rüstungsgüter im Wert von einer Milliarde Euro „verloren“ gegangen, von denen Amnesty International annimmt, daß sie in den Händen der IS– und anderer Terroristen gelandet sind. Darunter befanden sich zehntausende Sturmgewehre, hunderte Granatwerfer und Panzerkraftwagen des Typs Humvee, welche regelmäßig von IS-Suizidattentätern als selbstfahrende Bomben eingesetzt worden sind und werden. (https://www.ft.com/content/eb7f4c3c-404c-11e7-9d56-25f963e998b2, https://sptnkne.ws/e32v) – Die Iraker hatten zum Grund des Verschwindens – während der Obama-Ära! – andere klare Ursachen benannt (s.u., z.B. 24.10.2016).

Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî kündigte im Interview mit as-Sûmariyya News vom 25.5.2017den Beginn einer zweiten Operation zur Säuberung von IS-Terroristen westlich al-Qairawân (Provinz Nînawâ) an wie die Erstürmung des al-BaʽâğBezirks an der Grenze zu Syrien.  Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gab einen kurzen Überblick der letzten Ergebnisse im NO der Provinz Diyâlâ, wo IS-Nester aufgespürt und vernichtet worden seien. Bundespolizeikommandeur Râ´id Šâkir Ğaudat konnte melden, daß das [Gebäude mit dem] Šarîʽa-Gericht des IS-Wilâyat al-Ğund  im Stadtteil 17. Juli von Mossul erobert worden sei. Darin fanden sich wichtige Dokumente, Haftzellen und Foltereinrichtungen für die Gefangenen. Einen Zusammenstoß mit einem IS-Trupp gab es zudem in der Altstadt bei der an-Nûrî-Moschee.(http://www.sana.sy/?p=561277)

Gemäß Generalleutnant Ğalîl ar-Ru­baîʽî gegenüber as-Sûmariyya News beginnen am 23.5.2017 zwei Militäroperationen, einmal westlich von Bagdad unter seinem Kommando und dann in der Provinz Diyâlâ. Im ersten Fall sollen die Bereiche Nibâʽî und al-Ka­sârât sowie Banî Zaid von IS-Terroristen gesäubert werden, im zweiten Fall rücke man laut dem Kommandanten, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, zusammen mit der Bundespolizei, der Volkswehr und Stammesleuten von drei Achsen vor, um den IS aus den Gebieten Qara Taba (Tepe) östlich von Baʽqûba und der Hügelkette Tilâl Ḥamrîn nordöstlich von Baʽqûba zu vertreiben.
In der Provinz al-Anbâr gelang es der Armee, einen IS-Vorstoß auf Ḫaṭ aṣ-Ṣad, ca. 12km westlich von ar-Ramâdî zu evreiteln.
Eine am Straßenrand im Bereich von ar-Raʽûd nördlich von Bagdad angebrachte Sprengladung detonierte beim Passieren einer Militärpatrouille, tötete einen Offizier und verletzte drei weitere.
In den Tiefen der Wüste von al-Anbâr eliminierten irakischen Streitkräfte 34 IS-Terroristen,  deren Großteil Sprengstoffgürtel trug.
Ebenfalls in dieser westlichen Wüstengegend  wurden innerhalb von 48 Stunden erfolgreiche Blitzangriffe  auf eine Strecker von 40km nördlich des al-QâdisiyyaSees in Richtung Rawah, südlich des Euphrats in Richtung Rîḥâna und in Richtung Itâd Ḥadîṯa sowie Wâdî Ḥaurân gegen IS-Trupps durchgeführt.
(http://www.sana.sy/?p=560093)

Ein Vertreter der Sicherheitskräfte der Provinz Kirkûk teilte gegenüber RIA Novosti mit: „Alle Anführer des IS sind aus Mossul in die Provinz al-Hawidscha, die sich 55 Kilometer westlich von Kirkuk befindet, umgezogen“. Die Stadt al-Ḥawîğa, ca. 170km südlich von Mossul gelegen, befindet sich seit 2014 unter IS-Kontrolle. Zuvor zählte sie etwa 500.000 Einwohner. Demnach errichtete der IS den Sitz seiner sog. Wilayât [Provinzen] Nînawâ, Dağla, Ṣalâḥuddîn, Diyâlâ u.s.w. in al-Ḥawîğa, welche damit zur IS-Hochburg wurde. Von dort aus kontrollieren sie die noch unter seiner Besetzung verbliebenen Gebiete von az-Zâb, al-ʽAbbâsîi, ar-Riyâḍ und ar-Rašâd südwestlich von Kirkûk und planen Anschläge auf eine Reihe der irakischen Provinzen. (http://www.sana.sy/?p=560093, s.a. https://sptnkne.ws/e2Mz vom 23.5.2017)

Hunderte von Kämpfern der libanesischen Hizbullâh zusammen mit denen der ihnen zahlenmäßig noch überlegenen irakischen al-Ḥašd aš-Šaʽbî seien in den letzten zehn Tagen in den SO von Damaskus/Syrien vorgestoßen, um die SAA und deren Alliierte zu unterstützen. Ersterer wie irakische Paramilitärs befänden sich seit 2013 auf syrischem Boden, nicht nur um die Damaskus-Bagdad-Autobahn gegen die Terroristen sichern zu helfen sondern ebenso die Grenzen. Kräfte von al-Ḥašd aš-Šaʽbî befänden sich erst seit 15 Monaten zum selben Zweck in Syrien, wobei sie sich zunächst im Gebiet von Sayyida Zainab (mit dem besonders für Šîʽiten bedeutsamen Wallfahrtsort) nahe Damaskus verteilt hätten sowie in den Provinzen Aleppo und Dair az-Zaur. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13960231001125 vom 21.5.2017)

Aus IS-Dokumenten, welche Armeeangehörige nach der Rückeroberung in der mossuler Universität fanden, experimentierten die Terroristen mit mit Schwefelthallium und Nikotin-Verbindungen, die übli­cher­weise zu Schädlingsbekämpfungsmitteln verarbeitet werden, auch an Menschen. Damit sollten „ideale tödliche Gifte“ mit Spätwirkung, die man dem Trinkwasser oder der Nahrung z.B. in westlichen Ländern zusetzen könnte, erprobt werden. sie können zudem bei einer chemi­schen Analyse nur schwer nachgewiesen werden. In einem Versuch verstarb ein 100kg schwerer Mann nach zehntägiger Beimischung unter Verzehrtes. Ausreichend Giftstoffe habe der IS zur Verfügung gehabt. (https://sptnkne.ws/ezUp)

Nach Auskunft des Führers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Hâdî al-ʽÂmirî, gegenüber as-Sûmariyya News vom 21.5.2017 sind dem IS ein Hügel mit Wohnblocks und die Dörfer ʽÎn (Ain) Fatḥî al-Ğanûbî,  ʽÎn (Ain) Ġazâl al-Aulâ und ʽÎn (Ain) Ġazâl aṯ-Ṯâniyya, Bâsûk, Ğîlû und Tal Ḫân entrissen worden. Ein anderes Mitglied dieser Volkswehr teilte noch mit, daß auch die Dörfer Sâda Zûbiʽ, al-Masbas, an-Nîliyya und Ṯarâ  al-Awîsaṭ in al-Qairawân westlich von Mossul vom IS befreit worden seien. Vom militärischen Geheimdienst war zu hören, daß bei einem Angriff der Luftwaffe der sog. Wâlî des IS für die Provinzen Nînawâ und ar-Raqqa auf dem West-Ufer von Mossul getötet worden sei. (http://www.sana.sy/?p=558610)

Infolge von IS-Suizidanschlägen bei Kontrollpunkten in Bagdad und Baṣra sind am Abend des Sa., 20.5.2017, bislang 35 Todesopfer und mehr als 50 Verletzte gemeldet worden. (http://www.sana.sy/?p=558155)

Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm erklärte am Rande eines Wirt­schaftstreffens in ʽAmmân/Jordanien ­ Mossul werde in den kommenden Tagen vollständig von den IS-Terroristen befreit und der Irak insgesamt bis zum Jahresende. Nächste Prioritäten besäßen der Wiederaufbau und die Rückkehr der Flüchtlinge. Hierzu forderte er die Weltbank und den internationalen Währungsfond zur Unterstützung auf. „Der Irak wird zum Wiederaufbau und zur Entwick­lung und Besserung der Lebens- und Gesundheitslage die Tür für alle Investoren öffnen„, erklärte er noch. Maʽṣûm  reist dann weiter nach Saudi-Arabien, um in ar-Riyâḍ am Treffen mit US-Repräsentanten teilzunehmen (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27214-iraks_pr%C3%A4si-dent_mossul_wird_in_den_n%C3%A4chsten_tagen_vollkommen_befreit) – Derzeit weilt US-Präsident Trump ebenfalls in ar-Riyâḍ.

Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat informierte as-Sûmariyya News am 20.5.2017 darüber, daß die Stadtteile al-Iqtiṣâyidîn und 17. Juli  in West-Mossul befreit seien, zudem habe man die vom IS errichteten Barrikaden und Straßensperren zu den Vierteln an-Niğâr und aš-Šafâ´ beseitigen können.
Innenministeriumssprecher Brigade-General Saʽd Maʽn gab zudem an, daß rechtzeitig zwei Fahrzeugbomben in den Stadtteilen al-Qâ´im wie al-Karâda von Bagdad rechtzeitig entdeckt und die Angriffe vereitelt werden konnten. Am Vortag dagegen hatten zwei Bombenexplosionen, einmal im Gebiet Abû Dašîr südlich von Bagdad 13 Tote und 15 Verletzte und in al-Baṣra, acht Tote und sieben Verletzte hinterlassen. (http://www.sana.sy/?p=558069) – Die Opferzahl in Abû Dašîr wurde von Brigade-General Saʽd Maʽn schließlich mit 24 Toten und ca. 20 Verwundeten angegeben. (http://www.sana.sy/?p=558155)

In West-Mossul, Photo: SANA

In West-Mossul, Photo: SANA

Am 19.5.2017 befreiten die Streitkräfte den Stadtteil al-Waršân in West-Mossul, wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber  as-Sûmariyya News bekanntgab. (http://www.sana.sy/?p=557716)

Zum Angriff der US-geführten Koalition im Raum at-Tanaf (s. Syrien) vom Do., 18.5.2017, wurde von einem Mitkämpfer der die irakische Armee im Antiterrorkampf verstärkenden al-Badr-Bewegung [Teil der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî!] am Sa., 20.5.2017, ein Amateur-Video veröffentlicht, das zeigt, wie Kämpfer auf seiten der irakischen Regierung  mit FlaG auf die angreifenden Kampfflieger der Koalition schießen.
Die Kämpfer von unterstützten die SAA im Antiterrorkampf entlang der Damaskus-Bagdad-Autobahn. Dazu gehörten: die Badr-Bewegung, die  Syrian Social Nationalist Party (SSNP), die 313 Forces (syrische Bürgerwehr), die libanesische Hizbullâh, Ḥarakat al-Abdâl (irakische Paramilitärs), die Katâ’ib bzw. Liwâ´ Imâm ʽAlî (irakische Paramilitärs) und die Katî’ib Hizbullâh (ebenfalls irakische Paramilitärs).
Um erneute derartige Angriffe möglichst abzuwehren bzw. die vom Angriff betroffenen Kontingente aufzustocken, wurde eine große Anzahl weiterer Streitkräfte in den Süden entlang dieser Autobahn verlegt, wie es am Freitag hieß. Diese würden zum at-Tanaf-Grenzübergang vorstoßen, unterstützt durch die National Defense Forces (NDF), die libanesische Hizbullâh, Liwâ´ Imâm ʽAlî, die SSNP wie die AMN. Östlich von Damaskus müsse entsprechende FlaG installiert werden, um weiteren solchen Luftangriffen begegnen. Auch lauerten in der großen Wüste Verbände der US-trainierten FSA (zu deren Einordnung s.u.!). Gegen diese wird auch durch die SAA im Osten von as-Suwaidâ´ vorgegangen, wobei noch am Donnerstag ein Großteil ein Boden wiedergutgemacht worden sei.. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13960231000841)

 

Sowohl Masʽûd Barzânî, der trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus  dem Präsidentenamt der autonomen Kurdenregion weicht, als auch Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm sind am 18.5.2017 nach Jordanien jeweils zu einem Treffen mit König ʽAbdullâh II. gereist. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27170-barzani_reist_nach_jordanien)

Treffen in Damaskus, ÜPhoto: SANA

Treffen in Damaskus, Photo: SANA

Am 18.5.2017 stattete der Nationale Sicherheitsberater und Gesandte von Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî, Fâliḥ al-Fayâḍ,   dem syrischen Präsidenten Dr. al-Assad in Damaskus/Syrien einen offiziellen Besuch ab. (http://sana.sy/en/?p=106392, http://www.sana.sy/?p=557244)

Mittels as-Sûmariyya News informierte der Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî am 18.5.2017 darüber, zwei für den Nachschub und die Sicherung der Umgebung wichtige Militärflughäfen seien dem IS im Kampf entrissen worden; zum einen der Militärflughafen Washington [واشنطن] westlich von Mossul und zum anderen derjenige in der Sinğar-Ebene südlich al-Qairawân, ebenfalls westlich von Mossul. Zuvor schon hatte die Armee weitere sechs Dörfer befreit. – Andererseits kamen zwei Menschen ums Leben und wurden acht weitere verletzt infolge der Detonation je eines Sprengsatzes in den Bereichen an-Naṣr und a-Salâm von  Abû Ġuraib westlich der Hauptstadt und im Stadtteil ar-Risâla von Bagdad. (http://www.sana.sy/?p=557272)

Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, machte am 17.5.2017 gegenüber WAʽ die Mitteilung, daß nun massive Operation zur Befreiung von fünf Regionen im N- und NO-Ḥamrîn-Becken der Provinz Diyâlâ begännen. Es handele sich um eine gemeinsame Aktion von Armee, Sicherheitskräften der Polizei, von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  und Clanangehörigen unter Luftunterstützung. Betroffen sind die Gebiete Hay Sarḥa, Nağâna, Qara Taba, Ġisr Nurain und ʽÎn Laila. (http://www.sana.sy/?p=556472)

Nach Befreiung Mossuls in den nächsten Tagen würden die Militäroperationen gegen den IS in der Provinz Kirkûk fortgesetzt, verkündete Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî   am Di., 16.5.2017. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27090-irak_nach_mossul_starten_wir_weitere_operation_in_kirkuk)

Seit Beginn der Militäroperation irakischer Verbände zur Befreiung Mossuls seien laut Mitteilung des Sprechers des Stabs für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, Brigade­general Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, während einer Pressekonferenz 16.467 IS-Terroristen getötet worden. Zudem seien elf IS-Kommandozentralen zerstört, 6661 Sprengsätze und 76 Minen abgebaut sowie weiteres Equipment inklusive von 217 Sprengstoffgürteln eliminiert worden. Mehr als 90% des Stadtgebiets seien befreit. Der Rest solle nach dem Ramaḍān [beginnend am 27.5.2017] angegangen werden. (http://www.sana.sy/?p=555849 vom 16.5.2017)

In einem befreiten Teil Mossuls, Photo: SANA

In einem befreiten Teil Mossuls, Photo: SANA

In einer Erklärung informierte Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat die Presse am 15.5.2017, daß irakische Sicherheitskräfte im Westen von Mossul eine große Chemiewaffenanlage des IS entdeckt haben. Zudem seien 60 hochrangige IS-Mitglieder in Begleitung ihrer Familien aus der Region  geflohen, als sich die irakischen Kräfte näherten. Der IS kontrolliere in West-Mossul nur noch 9% des Gebiets. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i27030-irak_is_chemiewaffenanlage_in_west_mossul_entdeckt)

Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî eroberte am 15.5.2017 den Bereich Karkaš südlich von al-Qairawân west­lich der Stadt Mossul zurück gemäß WAʽ-Meldung. Die Räumungsarbeiten hätten bereits begonnen. Laut dem Kommandanten der al-Ğazîra-Operationen, Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, wurden zudem von Lagerbestände des IS an Waffen und Sprengkörpern, in der Wüste aṯ-Ṯarṯâr im N der Provinz al-Anbâr durch Sprengung vernichtet.
An Terrorattentaten gab es einen explodierenden Sprengsatz auf einem Feldweg nordöstlich der Stadt Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ, wobei zwei Soldaten auf Patrouille verwundet wurden, sodann wurden drei Zivilisten durch einen detonierenden Sprengsatz im Nordteil von Bagdad verletzt. am Vortag war ein Iraker infolge der Detonation einer Autobombe im Karâda-Viertel im Zentrum von Bagdad umgekommen und fünf weitere erlitten Verletzungen. (http://www.sana.sy/?p=555186)

Militärhubschrauber im Einsatz, Photo: SANA

Militärhubschrauber im Einsatz, Photo: SANA

Am 15.5.2017 gab der Bürgermeister von Ḫâliṣ/Provinz Diyâlâ, ʽUday al-Ḫadrân, laut Meldung von as-Sûmariyya News an, einer der wichtigsten Gehilfen von IS-„KalifAbû Bakr al-Baġdâdî sei in Mossul zusammen mit vier Mitkämpfern Opfer eines Luftschlags geworden. 2006-2007 sei er ein al-Qâʽida-Amîr in Ḫâliṣ gewesen, dann in die Provinz Kirkûk geflohen. Im Juni 2014 habe er sich dem IS angeschlossen und sei in der Organisation  schnell an eine Spitzen­position aufgerückt. (https://sptnkne.ws/ewB8, vgl. http://www.sana.sy/?p=554379 vom 13.5.2017)

Am 14.5.2017 befreiten die vereinten irakischen Truppen das Dorf Tal Qaṣab östlich von al-Qairawân im W von Mossul/ Provinz Nînawâ laut der Nachrichtenagentur  INA (واع). Im S von Ḥamrîn / Provinz Diyâlâ wurden zudem 22 IS-Basen und eine Autobombe zerstört. (http://www.sana.sy/?p=554764)

Im Zentrum Bagdads kamen am 14.5.2017 ein Iraker ums Leben, fünf weitere wurden infolge der Detonation einer Autobombe verletzt. (http://www.sana.sy/?p=554672)

Condoleezza Rice, die frühere Sicher­heitsberaterin und dann Außenministerin unter der US-Administration von Präsident George W. Bush. spricht Jahre danach Klartext zur US-Invasion des Iraks von 2003 im Interview mit Foreign Policy vom Do., 11.5.2017 (https://sptnkne.ws/evTH, ausführlicher bei: https://sptnkne.ws/evQS):

C. Rice zur Irak-Invasion 2003, Karikatur: Sputnik News

C. Rice zur Irak-Invasion 2003, Karikatur: Sputnik News

Zudem machte sie deutlich: „We didn’t go to Iraq to bring democracy to Iraq we went to Iraq to overthrow Saddam Hussein… “ [Wir zogen nicht in den Irak, um dem Irak Demokratie zu bringen, wir zogen in den Irak, um Ṣaddām Ḥussain zu stürzen] (https://sptnkne.ws/ev3G).
Zum oft zitierten Mantra der Bush-Ära von der „Verbreitung von Freiheit und Demokratie“ ( ’sprea­ding freedom and democracy‚) bemerkte der Politologe Prof. Tor Georg Jakobsen von der Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim/Norwegen gegenüber Sputnik News sowie Autor von  „The Game: A Rational Actor Approach to the US-led Invasion of Iraq“, es bezwecke hauptsächlich die Rechtfertigung von US-Invasionen: „It’s important to justify invasions, or similar actions. Also, the introduction of democracy goes hand in hand with creating Iraq to become a more US-friendly nation that can be traded with…“. Letztlich steckten auch Wirtschaftsinteressen dahinter: „The United States would like to transform other countries. Democracy is one part of it, but it also goes hand in hand with liberal capitalism.“   Die USA beanspruchten die alleinige Führungsmacht, deswegen müßten immer mehr Länder der von den USA – mit Europa im Schlepptau – dominierten Wirtschaftsordnung unterworfen werden, selbst wenn die Folge die Verbreitung des Terrorismus in manchen Gebieten sei. So fährt er fort: „They want countries to fall into both the economic order and the security order led by the United States. In that aspect, it is important to democratize, without taking into account local contexts, or whether it will suc­ceed or not. And this has of course led to negative consequences like we see [with] the rise of terro­rism – especially the Islamic State (Daesh).“ Gerade Gesellschaften auf dem Weg zur vollen Demokratie [vgl.a. Darlegung von Präsident Dr. al-Assad im Interview vom 11.5.2017 u.a.] seien besonders gefährdet, sich bei äußerer Einmischung einem Bürgerkrieg oder dem Aufkommen von Terrorismus gegenüber zu sehen: „That means those that lie in the middle category between dictatorships and full democracies. In order to transform a country from a dictatorship to a democracy, you have to move through that really dangerous cate­gory, which more often than not results in civil conflict and the rise of terrorism.“. (https://sptnkne.ws/evQS)

Gegenüber as-Sûmariyya News machte Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) am 13.5.2017 publik: Mit Einnahme des Stadtteils al-Harmât  III durch Verbände der Bundespolizei, der schnellen Reaktionstruppe und der Armee sei der gesamte Bezirk al-Harmât  dem IS in zähen Gefechten entwunden worden. Ebenso sie unter hefigen Feindverlusten das Stadtgebiet Ḥawî al-Kanîsa wieder unter Kontrolle gebracht worden.  (http://www.sana.sy/?p=554166)

Nach einer CBC News-Meldung vom Fr., 12.5.2017, aufgrund eigener Recherchen haben beim Einsatz der kanadischen Luftwaffe innerhalb der Militäroperationen der US-geführten Koalition im Irak di von den Kampfjets CF18 abgefeuerten sog. Hochpräzisionsbomben 17 Mal ihr Ziel verfehlt. Es kann dabei zu zivilen Toten gekommen sein. Kanada hat seit Februar 2016seine Beteiligung an diesen Kampfhandlungen eingestellt (vgl.u.). – Ein Luftwaffensprecher teilte mit, kein einziger Waffentyp besitze eine 100-prozentige Zielgenauigkeit. (https://sptnkne.ws/evQu) – Soviel zu den angeblich „chirurgischen“ Luftschlägen der USA laut deren früheren Präsidenten.

Heute, am 12.5.2017, vereitelten Soldaten einen Suizidanschlag per Autobombe in Qairawân, einem westlichen Stadtteil von Tal ʽAfar. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî gerade die Stadt samt umlie­genden Dörfern sowie al-Ḥaḍar  und die Stadt Aṯriyya im selben Gebiet wieder zurückerobert hatten. Der IS versuchte damit, das weitere Vordringen der Truppen zu stoppen. Gleichzeitig belagern Brigaden von al-Ḥašd aš-Šaʽbî das Dorf Tal Ḥâğim, um es aus den Händen der Terroristen zu befreien; dabei sind sie in heftige Kämpfen an den Ortsrän­dern verwickelt. Die Luftwaffe bombardierte derweil zwei IS-Stellungen, wodurch den Bodentruppen den Vormarsch zu den Dörfern Mahdî Maḥal und Tal Ḥâğim im Norden von Qaira­wân ermöglicht wurde, den der IS ebenfalls zu blockieren versucht hatte. Schließlich begannen die vereinten Truppen am 12.5.2017 eine große Militäroperation, um die südliche Wüste bei ar-Ruṭba im Westteil der Provinz al-Anbâr zurückzuerobern. (http://www.sana.sy/?p=553817)

Laut Mitteilung der Polizei wurden am Do., 11.5.2017, drei Massengräber des IS in der westlichen Provinz al-Anbâr entdeckt in den Regionen aṣ-Ṣaqlawiyya im NW von Falûğa, der von Karma im O von Falûğa und hinter der alten Zentralbibliothek von ar-Ramâdî. Laut Probenanalysen handele es sich bei den Leichen um Zivilisten irakischen Sicherheitskräfte. (http://www.sana.sy/?p=553729, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26876-irak_drei_massengr%C3%A4ber_in_al_anbar_gefunden)

Bei US-Luftangriffen auf Wohngebiete von Mossul am Mittwoch­abend kamen mindestens 35 Bewohner ums Leben,  weitere 133 wurden verletzt.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26838-irak_35_tote_bei_us_luftangriffen_auf_wohngebiete_in_mossul)

Ab kommenden Mi., 10.5.2017, beginnt Fly Damas Airways mit dem erstem der wöchentlichen Flüge vom Internationalen Flughafen Damaskus nach Sulaimâniyya im Irak. (http://www.sana.sy/?p=551058)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) gab gegenüber as-Sûmariyya News am 10.5.2017 an, die Truppen hätten in den letzten beiden Tagen in für die IS-Terroristen verlustreichen Gefechten den Nordens der Industriezone sowie den Wâdî ʽAkâb und Ġânim as-Sayyid auf dem rechten Tigrisufer im Westteil von Mossul befreit. (http://www.sana.sy/?p=552793)

Nach Erklärung Joint Special Operations Command vom 9.5.2017 gemäß as-Sûmariyya News führte die Luftwaffe  elf Angriffe im Gebiet ca. 210km und vier im Gebiet ca. 350km westlich von ar-Ramâdî aus, wobei einmal mehr als 47 Ter­ro­risten und das andere Mal 53 Terrori­sten getötet wurden. Es handele sich Zellen, welche gezielt Anschläge im Bereich Bagdad verübten. Zerstört wurden zudem Produk­tions­stät­ten von Bomben, Sprengsätzen und Raketen sowie Laboratorien.
Der Bürgermeister von Ḫâliṣ/Provinz Diyâlâ, ʽUday al-Ḫadrân, informierte darüber, daß es bei internen Kämpfen zwischen IS-Terroristen im Dorf Bû Bakr an der Provinzgrenze zu Ṣalâḥuddîn 15 Tote gegeben habe. Seit mehreren Tagen kämpften demnach IS-Terroristen aus Ḥawîğa und aus Mutaibîğa miteinander aufgrund gegenseitiger Beschuldig­ungen ihrer Führer über die Verantwortung bzgl. der erlitten schweren Verluste. Deswegen komme es zu  Säuberungsaktionen durch die Fraktion aus Mutaibîğa.
In der vergangenen Woche hatte die Leitung der Tigris-Operationen im Raum Mutaibîğa erfolgreich Aktionen in einem großen Gebiet an der Grenze zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn durchgeführt. Unter den ca. 80 getöteten IS-Terroristen befanden sich auch einige Anführer.
(http://www.sana.sy/?p=552579)

Nach Auskunft des UN-Sprechers Stephane Dujarric während der täglichen Pressekonferenz vom Mo., 8.5.2017, sind seit Beginn der Militäroperationen zur Rückeroberung von West-Mossul am 19. 2.2017 rund 435.000 Bewohner von dort geflohen und erst wieder 31.000 in die bereits befreiten Stadtteile zurückgekehrt. Die unter IS-Kontrolle verbliebenen Zivilisten litten unter eklatantem Mangel an fast allem, was zum Überleben notwendig ist, da sie seit November 2016 keine Hilfslieferungen mehr erhalten hätten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26750-uno_435_000_menschen_seit_febru- ar_aus_west_mossul_gefl%C3%BCchtet)

Der Sprecher des Obersten Justizrats, Richter ʽAbdus-Satâr Bayrqadâr gab laut einer Meldung von as-Sûmariyya News die Entdeckung von Massengräbern  in Bagdad mit Überresten  vom IS zunächst entführter und dann getöteter Opfer bekannt. Bekanntlich waren Lösegeldforderungen eine wichtige Geldquelle des IS. (http://www.sana.sy/?p=552375)

Am So., 7.5.2017, gab Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî laut irakischen Medien bekannt, daß Militäroperationen zur Rückeroberung der westlichen Wüstengebiet in der al-Anbâr Provinz begännen. Es gehe darum, die Grenze zu Syrien zu sichern.
Am Montagmorgen, dem 8.5.2017, eröffneten bislang unbe­kannte Täter das Feuer nördlich der Hauptstadt Bagdad im Gebiet al-Qaṣîr at-Tâbiʽa, wobei ein Zivilist erschossen wurde. (http://www.sana.sy/?p=552342)
Ḥaidar al-ʽAbâdî erklärte zur Strategieplanung, daß die syrisch-irakische Grenze bislang unter IS-Kontrolle stehe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26780-irak_al_abadi_ord- net_beginn_der_befreiungsoperationen_f%C3%BCr_westli-che_landesgebiete_an)

Die Nachrichtenagentur INA zitierte Hauptmann Ğabâr Ḥassan aus seiner Presse­erklärung vom 7.5.2017 dahingehend, daß die Kämpfe in West-Mossul noch andauerten.  Ein IS-Trupp hatte am Morgen versucht, mittels sechs Suizidattentätern die Ba­sis Kîwân (Provinz Kirkûk) im Nordirak zu erobern; diese Attacke konnte jedoch abgewehrt werden, wobei drei der Attentäter sogar verhaftet werden konnten.
Der Sprecher des irakischen Verteidigungsministeriums, Laiṯ Muḥammad, gab der Hoffnung Ausdruck, die Rückeroberung des Westteils von Mossul könne in den kommenden Tagen abgeschlossen werden. Meldungen über die Verhaftung des obersten IS-Führers Abû Bakr al-Baġdâdî konnte er nicht bestätigen. (http://www.sana.sy/?p=551076)

Am 6.5.2017 befreiten die irakischen Kampfverbände den gesamten Stadtbezirk Mušairifa von  Mossul. (http://www.sana.sy/?p=550887)

Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, kündigte am 6.5.2017, den Beginn von Militäroperationen in vier Bereichen an, nämlich im Talkessel an-Nadâ, in Ḥamrîn, im Wâdî Ṯalab und auf den Tilâl Qazlâq, um jene Gegenden der Provinz Diyâlâ vom IS zu befreien. Zuvor hatte die Luftwaffe auf  den zuletzt erwähnten Anhöhen eine Autobombe zerstört. Laut dem Kommandeur gehe es darum, vorhandene IS-Schläferzellen zu eliminieren.
Gemäß dem Vize-Präsident des Sicherheits- und Verteidigungsaus­schusses im irakischen Repräsentantenrat, Nâyif aš-Šamarî, würden zudem Großoperationen zur Vernichtung von verbliebenen IS-Fraktionen in Mossul nach Durchbrechung all ihrer Linien wie zur Blockierung ihrer  nördlichen Rückzugsachse aus den Gebieten az-Zanğîlî und 17. Juli in Richtung al-Fârûq laufen.
Unterdessen konnte der Kommandant der al-Ğazîra-Operationen, Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, bekanntgeben, daß die weiteren Mitglieder IS-Zelle, welche den Suizidanschlag vom Vortag (vgl.u.) zu verantworten hatten,  verhaftet worden seien. (http://www.sana.sy/?p=550754)
Ein vom Informationszentrum der irakischen Polizei übergebenes Video zeigt Einzelnheiten der Kampfhandlungen in Mossul: https://sptnkne.ws/e7mU

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) informierte am 5.5.2017 as-Sûmariyya News darüber, daß die Truppen im Kampf mit dem IS den Stadtteil Mušairifa II mitsamt der Kirche und dem Kloster St. Michael am rechten Tigrisufer, also in West-Mossul, befreit hätten. (http://www.sana.sy/?p=550428)

Infolge eines IS-Suizidanschlag mittels Detonation einer Autobombe inmitten eines neuen Marktes westlich von ar-Ramâdî/Provinz al-Anbâr kamen am 5.5.2017 fünf  Personen ums Leben, weitere sechs wurden verletzt.  (http://www.sana.sy/?p=550534)

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten  der Operationen in der Provinz Nînawâ (Militäroperation „Wir kommen, Ninive„) vom 4.5.2015 eroberten eine Panzerbrigade zusammen mit einem Teil der Bundespolizeikräfte und der schnellen Reaktionstruppe den nördlichen Abschnitt des Stadtbezirks Mušairifa (d.i. Mušairifa III  und einen Teil von Mušairifa II) und al-Harmât auf dem rechten Tigrisufer, also im Westteil von Mossul. Der Kommandant der al-Anbâr-Operationen, Generalmajor Maḥmûd  al-Falâḥî informierte darüber, daß die Säuberung  der westlichen Westenbereiche wie eines nördlichen Gebiets von 160km westlich von ar-Ra­mâdî und von IS-Nestern im Westen auf einer Fläche von 170km begänne. (http://www.sana.sy/?p=549568)

Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî vereitelte am  3.5.2017 einen massiven ISAngriffsversuch auf die zur Sicherung eines Ölfeldes eingerichteten Stützpunkte der Sicherheitskräfte im NO der Provinz Diyâlâ. Zudem informierte der Vorsitzende  des Kreistags von ʽÂmiriyyat aṣ-Ṣamûd, südlich von Falûğa in der Pro­vinz al-Anbâr, namens Šâkir al-ʽAsâwî,  as-Sûmariyya News darüber, daß die Armee eine weitere ISAttacke auf Stützpunkte der Sicherheitskräfte im Sumpf­gebiet südlich von Falûğa in der Provinz al-Anbâr erfolgreich abwehrte.
Am Vortag, dem Dienstagmorgen, 2.5.2017, hatte der IS zudem ein Armeehauptquartier östlich von ar-Ruṭba (al-Anbâr) zunächst mit Raketen und Mörsergranaten beschossen und dann zu erstürmen versucht.  Nach zähen zweistündigen Gefechten konnten die Terroristen zurückgeschlagen werden.
(http://www.sana.sy/?p=549011)

Irakische Soldaten, Photo: SANA

Irakische Soldaten, Photo: SANA

Die irakischen Streitkräfte bereiten eine großangelegte Operation zur Befreiung der Stadtteile Mušairifa, ar-Rifâʽî, Tamûz und an-Niğâr von West-Mossul vor, wie Generalmajor Nağim al-Ğabûrî als Kommandant der militärischen Operationen in der Provinz Ninive mittags in einer öffentlichen Erklärung mitteilte. In den kommenden Stunden würden Angriffe von sämtlichen Achsen auf die unter IS-Kontrolle verbliebenen Wohngebiete beginnen, um auch die rechte Tigris-Seite vom IS zu befreien. (http://www.sana.sy/?p=548523)

Nachdem das Pentagon kürzlich eingeräumt hat, daß Bombardements der US-geführten Koalition seit 2014 bis heute 352 Bürger im Irak und in Syrien zum Opfer gefallen seien, und lokale Behörden sowie die Beobachtergruppe „Airwars“ um das zehnfache höhere Opferzahlen gemeldet haben (vgl.u.), hat das irakische Parlament bekanntgegeben, die Tötung der Zivilisten durch diese Luftangriffe im Irak und in Syrien gerichtlich verfolgen zu lassen. Laut as-Sûmariyya News bemerkte Ḥassan Salîm (Hassan Salim), Mitglied des Ausschusses für Verteidigung, Nationale Sicherheit und Inneres im Parlament zum Sachverhalt: „Das offene Geständnis des Pentagons, unschuldige Bürger getötet zu haben, ist  Kriegsverbrechen, weshalb die USA zur Rechenschaft gezogen werden und die Hinterbliebenen und Opfer moralisch und materiell entschädigen müssen„. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26454-irakisches_parlament_will_die_usa_anklagen)

Die Zahl der in den seit August 2014 begonnenen Luftangriffen der US-geführten Koalition in Syrien und dem Irak getöteten Zivilisten ist weit höher als von der Koalition am So., 30.4.2017, zugegebene Zahl von 352, berichten die unabhängige Monitoring-Gruppe „Airwars“ wie lokale Behörden. Vielmehr liege die Zahl bei mehr als 3.000. Schon im März seien es nicht weniger als 1782 Getötete gewesen  bzw. nach Angaben der irakischen Behörden von Mossul am 17. März bei Fehlangriffen der Koalition allein Hunderte an Zivili­sten. (http://www.sana.sy/?p=547809, s.a. https://sptnkne.ws/epZs)

Durch einen gezielten Luftschlag auf zwei Autos und einen Schlupfwinkel des IS westlich von ar-Ramâdî  in der Provinz al-Anbâr seien laut as-Sûmariyya News 13 IS-Terroristen getötet worden – Zudem hätten Sicherheitskräfte in Mossul IS-Terroristen dabei gestellt, als sie einen Giftgasanschlag vorbereiteten, den sie der irakischen Armee anzulasten planten. (http://www.sana.sy/?p=547483)

Bei der Explosion einer Autobombe an der Zufahrt zu  Ġarf Naṣr im Norden der Provinz Bâbil am Abend des 29.4.2017 wurde eine Person getötet, elf weitere erlitten Verletzungen wie as-Sûmariyya News meldete. Zudem detonierte eine weitere Autobombe vor einer Verkehrs­polizei­wache  in der Abû Nawâs Straße am Ostufer des Tigris [in Bagdad?], wo etliche Botschaften wie die Büros aus­ländischer Medien angesiedelt sind. Dies führte zum Tod von vier Verkehrspolizisten und der Verletzung fünf weiterer Menschen. (http://www.sana.sy/?p=547414)

Die Türkei führte am Sa., 29.4.2017, die völkerrechtswidrigen Luftangriffe (vgl.u.) auf nord-syrischem wie nord-irakischem Territorium gegen PKK-Kämpfer fort. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26410-t%C3%BCrkei_etwa_90_pkk_k%C3%A4m- pfer_im_irak_und_in_syrien_get%C3%B6tet)

Die Detonation einer Autobombe im Stadtzentrum Bagdads am Freitagabend kostete fünf Menschen das Leben und verletzte zehn weitere. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26404-irak_vier_tote_und_f%C3%BCnf_verletzte_bei_bombenexplosion)

Sprecher der Volksarmee, Photo: Pars Today

Gegenüber as-Sûmariyya News gab al-Ḥašd aš-Šaʽbî in einer Erklärung bekannt, am 27.4.2017 hätten sie nun die gesamte Stadt al-Ḥaḍar (vgl.u.) südlich von Mossul zurückerobert. Beteiligt waren  die 2. und 11. Brigade, die zudem das Gebiet nach hinterlassenen Sprengsätzen absuchte und fliehende IS-Kämpfer verfolgte.(http://www.sana.sy/?p=546063)

Befreiung von Muṭaibîğa samt um­liegenden Gebieten im O der Provinz Ṣalâḥuddîn von der IS-Besetzung während einer großangelegten Militäroperation. Gegenüber der staatlichen irakischen Nachrichtenagentur INA gab der Kommandant der Tigris-Operationen, Ge­ne­ralleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, an, der IS sei von vier Achsen unter Deckung der Luftwaffe angegriffen worden, dabei wurden 15 IS-Anhänger getötet, weitere verletzt und zehn ihrer Kampfwagen zerstört. (http://www.sana.sy/?p=545359)

Wildschweine gegen den IS, Pars Today

In einem Wald nahe des Flusses Zuġaitûn im Gebiet al-Ḥawîğa, 45km von der nördlich gelegenen Provinzhauptstadt Kirkûk entfernt, wurden drei von insgesamt acht IS-Suizidattentäter von Wildschweinen angegriffen, schwer verletzt und schließlich getötet, als sie sich dort versteckt hielten. Ihr Ziel war es laut Berichterstattung der Zeitung laut Iraq News, Rache an Dorfbewohnern zu nehmen, die sich zuvor gegen sie gestellt hatten. Drei Tage zuvor hatten sie bereits 25 Einwohnerder Gegend ermordet. (http://parstoday.com/sw/news/middle_east-i28290-nguruwe_mwi­tu_wenye_hasira_waua_magaidi_wa_isis_nchini_iraq vom 26.4.2017)

Am 26.4.2017 konnte al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Stadt al-Ḥaḍar al-Aṯriyya mit umliegendem Ge­biet südlich von Mossul vom IS befreien, wie ihr Sprecher mitteilte. Am Vortag hatte die Volksverteigungstruppe die Befreiungsaktion des Gebiets angekündigt und dabei schon 12 Dörfer der IS-Kontrolle entrissen. (http://www.sana.sy/?p=545458)
Anmerkung: Der Artikel aṯrî (oben in der weiblichen Form aufscheinend) bedeutet: „antik“. Der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Ort al-Ḥaḍar (gemäß der arabischen Schreibweise nicht: „al-Hazar“  oder „Hatra“) wurde im dem 3. und 2.Jh v.u.Z. zur Zeit des römischen Reiches gegründet und im Sommer 2014 vom IS überrannt. (s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26350-irakische_volksgrup- pe_meldet_r%C3%BCckeroberung_der_antiken_st%C3%A4tte_hatra)

In Mossul, Photo: SANA

In Mossul, Photo: SANA

Infolge der Detonation von drei am Straßenrand angebrachten Sprengkörpern kamen nahe des Dorf es al-Maḥûla, östlich von Abû Ṣaidâ (seinerseits im NO von Baʽqûba ein Erwachsener und drei Kinder ums Leben, weitere drei Bürger wurden verletzt, wie Abû Ṣaidâ-Kreisdirektor Muḥammad at-Tamîmî am 25.4.2017 gegenüber as-Sûmariyya News bekanntgab. – Andererseits informierte Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat darüber, daß dank der Operation auf dem Westufer des Tigris rund 260.000 Zivilisten in der Alt-Stadt von Mossul befreit worden seien und zudem das Dorf Tal Hilâla außerhalb der Provinzhauptstadt. (http://www.sana.sy/?p=544570)

Aufgrund der am Dienstagmorgen erfolgten neuesten türkische Luftangriffe auf das Sinğar-Gebiet (s.u.) warnte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî während einer Pressekonferenz vom 25.4.2017 in Bagdad die türkische Regierung eindringlich vor einer Wiederholung solcher Zuwiderhandlungen gegen das Völkerrecht und die Souveränität des Iraks. Sein Sprecher Saʽd al-Ḥadîṯî verkündete hierzu: „sie wirken sich negativ auf die irakischen Bemühungen sowie die der internationalen Gemeinschaft, beim Kampf gegen den Terrorismus aus.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26318-irakischer_ministerpr%C3%A4sident_warnt_t%C3%BCrkei)

Nach Angaben des Führers der syrischen Kurdenpartei PYD, Ṣāliḥ Muslim, gegenüber Sputnik Türkiye hat die türkische Luftwaffe in NO-Syrien vier Kurden-Dörfer im Raum von Karaçok und Umgebung angegriffen und dabei auch Zivilisten getötet. Zivile Tote gab es ebenso im Irak. „Zwar nehmen die türkischen Soldaten die Siedlungen in dieser Region stets von den Panzern und Haubitzen aus unter Beschuss, den Angriff eines derartigen Ausmaßes haben wir jedoch nicht er­wartet. An der Luftattacke der türkischen Luftwaffe nahmen 26 Kampfjets teil.“, informierte Muslim die Presse. (https://sptnkne.ws/emgM)

Sicherheitsleute gaben am Mo., 24.4.2017, gegenüber Sputnik an, ca. 30 beurlaubte Soldaten seien mit ihren beiden LKW am So., 23.4.2017, in einen IS-Hinterhalt geraten. „Die Soldaten in Zivil fuhren ohne Begleitung. Das Wetter war schlecht. Die Terroristen lagen auf der Lauer an einer Verkehrsstraße im Westen der Provinz Anbar. Erstaunlich ist, dass sie genau wussten, wo die Wagen fahren werden“, hieß es. Etliche wurden bei dem Überfall getötet, andere verletzt und zehn davon verschleppt. Gerade im Weste des Landes hätten sich auch aus Jordanien gekommene wie grenzüberschreitend auch in Syrien aktive Extremisten verschanzt, ergänzte der Informant. (https://sptnkne.ws/ekYx)

Die irakischen Truppen erkämpften am 22.4.2017 Befreiung  des Stadtteils aṣ-Ṣiḥa II von West-Mossul vom IS, wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant  der Operationen in Nînawâ und somit Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Ninive“ der Presse mitteilte. Zugleich vereitelte al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen IS-Angriffsversuch auf das Dorf aš-Šaiḫ ʽAlî bei Makḥûl im N der Provinz Ṣalâḥuddîn. Eine weitere massive militärische Operation richtete sich laut dem Kommandeur der Tigris Operationseinheit, Mazhar al-ʽAzâwî, gegen den IS in drei Tälern nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ. – Am Vortag erlangten die irakischen Streitkräfte wieder die Kontrolle über die Stadtteile  aṯ-Ṯaura, an-Naṣr und Tanak in Mossul. (http://www.sana.sy/?p=542888)

Nachdem im Dezember 2015 eine Reisegruppe einschließlich Mitgliedern der Emirsfamilie von Qaṭar während ihrer alljährlichen Jagdausflüge im Irak durch Terroristen entführt worden ist (s.u.), ist diese nun nach zähen Verhandlungen und gegen Zahlung von mehreren Millionen US-Dollar an Lösegeld freigelassen worden. Sie befindet sich derzeit in Obhut des Bagdader Innenministeriums. Während Qaṭar die Regierung für den Vorfall verantwortlich machte, wies diese dies zurück. Entgegen den Bestimmungen und Anweisungen hätten sich die Urlauber auf eigenes Risiko in unsicheres Gebiet begeben. (https://sptnkne.ws/ejpv)

Obwohl die nördliche, autonom verwaltete Kurdenregion ein integraler Bestandteil des Iraks ist, hat der Provinzrat von Kirkûk dafür gestimmt, künftig über die Regierungsgebäuden der Kurden­region  neben der irakischen (Staats-)Flagge auf die kurdische zu hissen. Verfassungsrechtlich vorgesehen ist jedoch, daß über Regierungsgebäuden im ganzen Irak nur die Staatsflagge weht, während die kurdische Regionalflagge auf Gebäuden kurdischer Parteien gehißt werden kann. In der Provinz Kirkûk wohnen zwar etliche Volks- und Religionsgruppen, doch ist die Gegend seit Vertreibung der ins Land eingedrungenen IS-Truppen von kurdischen Pîšmarga-Kämpfern besetzt. Nach Ansicht von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî, der den Vorgang während einer Pressekonferenz am 19.4.2017 kritisierte, hätten die Kurden im Nordirak zwar das Recht, ein Unabhängigkeitsreferendum abzuhalten, allerdings sei der Zeitpunkt dafür nicht geeignet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26104-iraks_ministerpr%C3%A4sident_zeitpunkt_f%C3%BCr_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_in_der_kurdenregion_ist_nicht_geeignet) – Kirkûk ist eins der ölreichsten Gebiet des Iraks. Die herrschend auftretende Familie Barzânî möchte dieses möglichst für sich nutzen und nicht dem ganzen irakischen Volk zur Verfügung stellen, wie es rechtlich vorgesehen ist. Einzelheiten zur Familie Barzânî s.u.

Der bundesdeutsche Außenminister Sigmar Gabriel besucht erstmals unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen in Bagdad irakische Regierungsverantwortliche. Themen sind Hilfe beim Wiederaufbau und Inspektion der 140 in der nördlichen Kurdenregion in ʽArbîl (Erbil) stationierten Bundeswehr­soldaten. Bedingung für Ersteres sei die Ausschöpfung der wirtschaftlichen Potenziale des ölreichen Landes. Zudem sprach er sich für den Zusammenhalt des Irak aus, der sich aus den muslimischen Großgruppen der Sunni­ten und Šîʽiten wie den religiösen Minderheiten der Jesiden und Kurden zusammensetze. Deutlich machte er, daß der  2003 von der US-Administration begonnene Krieg im Irak sei völkerrechtswidrig gewesen und habe „einen großen Teil der Probleme mit ausgelöst“, sagte er. „Ihr Krieg ist hier noch überall präsent.“, diagnostizierte er. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26062-gabriel_zu_besuch_im_irak_eingetroffen, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26090-bundesau%C3%9Fenmini-ster_im_irak_die_verantwortung_f%C3%BCr_den_zustand_des_lan-des_liegt_bei_den_usa)

Beim Gespräch mit dem Außenamtschef  Ibrâhîm Ğaʽfarî in Bagdad noch am Mi., 19.4.2017, indem es ebenfalls um den Wiederaufbau ging, forderte jener die Freigabe der in deutschen Banken „eingefrorenen“ Gelder seines Landes. – In ʽArbîl (Erbil) will Gabriel mit den kurdischen Verwaltungschefs die bilateralen Beziehungen und den Counterterrorismus diskutieren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i26096-deutscher_au%C3%9Fenminister_zu_gespr%C3%A4chen_in_erbil)

Gemäß dem Bürgermeister von Sinğar (Sindschar, vgl.u.), Mihemed Xelil, bereite sich die Türkei auf eine Invasion auf die Stadt vor, um die dort sich aufhaltenden PKK-Mitglieder zu töten. Diese, geplant ab Ende April mit dem Namen „Operation Tigerschild“ solle unter Einsatz von 4.000 Soldaten und Fliegerkräften stattfinden.  Im Interview mit Sputnik Türkiye erklärte Xelil dazu: „Uns liegen keine Informationen über die Vorbereitung einer militärischen Operation durch die türkischen Streitkräfte vor. Aber wir werden es der Türkei nicht erlauben, eine Operation gegen die PKK auf kurdischem Territorium zu führen. Die PKK ist eine kurdische Organisation und wir wollen nicht, dass in Sindschar kurdisches Blut vergossen wird“. Die Anwesenheit von PKK-Mitglieder vor Ort betreffe  nur diese und Sinğar. Eine Einmischung der Türkei wie einer anderen Macht sei unstatthaft und werde nötigenfalls abgewehrt. „Auf dem Territorium von Sindschar dürfen sich weder PKK-Mit­glieder noch türkische Soldaten aufhalten“, betonte Xelil. (https://sptnkne.ws/ehh6)

Nach Information von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten  der Befreiungsoperation, vom 20.4.2017,  gegenüber as-Sûmariyya News haben die Streitkräfte den Stadtteil aṯ-Ṯaura auf dem rechten (westlichen) Tigris-Ufer von Mossul vom IS wieder zurückerobert. Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, Kommandant der al-Ğazîra-Operationen wies zudem darauf hin, daß die Befreiung der Region nördlich des Stausees Ḥadiṯa in West-al-Anbâr begonnen habe. (http://www.sana.sy/?p=541748)

Nach Auskunft von Polizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat vom Di., 18.4.2017,  könnte mit dem ISMilitärchef Abû Hâğir ar-Rûsî (Abu Hajir al-Rusi) durch einen Raketenangriff in Mossul ein Russe getötet worden sein, worauf zumindest der angegebene Kampfname hindeutet. Zuvor schon waren laut den irakische Behörden schon die hochran­gigen IS-Terroristen Abû Muhâğir ar-Rûsî (Abu Muhajir al-Rusi) und Abû Mariam ar-Rûsî (Abu Maria al-Rusi) getötet worden.
(https://sptnkne.ws/egxR)

Nach Auskunft des Sprechers des Stabs für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, Brigade­general Yaḥya Rasûl az-Zubaidî, gegenüber AP mußten am So., 16.4.2017,  sechs irakische Soldaten einer Militärbasis mit Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden. CBS berichtete dazu am M., 19.4.2017, es habe zuvor eine IS-Giftgasattacke mit der Substanz Iprit (Senfgas) gegeben. Zu jener Zeit befanden sich Militärexperten aus den USA und Australien auf dem Stützpunkt, wurden aber nicht tangiert.  (https://sptnkne.ws/egJz) – Über weitere fünf ISAngriffe mit C-Waffen seit Frühlingsbeginn informiert Sputnik aufgrund einer verläßlichen einheimischen Quelle aus Mossul (https://sptnkne.ws/eg8S).

Laut as-Sûmariyya News wurde einer der führenden Berater von IS-„Kalîf“ Abû Bakr al-Baġdâdî, der sog. Kaukasus-Amîr, im Stadtteil Tal ʽAfar von West-Mossul getötet. (http://sana.sy/?p=540279 vom 17.4.2017)

Zum ersten Mal nach drei Jahren läuteten am Ostersonntag wieder von Dutzenden Kirchen im östlichen Teil von Mossul die Kirchenglocken. „70 Prozent von christlichen Familien, die auf der Flucht waren, kehrten ih [sic!] ihre Häuser in den befreiten Gebieten dieser Provinz zurück und Dutzenden Kirchenglocken, die seit Juni 2014 stillgelegt waren, läuteten wieder,“ hieß es von den  christlichen Führern der Provinz Nînawâ (Ninive). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25946-mossul_nach_drei_jahren_l%C3%A4uteten_kirchenglocken_im_ost- teil_der_stadt)

Am 15.4.2017 eroberten die irakischen Truppen den südlichen Teil des Westufers des Tigris in Mossul zurück. Beim gestrigen Vordringen in die Altstadtgegend nahe der an-Nûrî-Moschee (vgl.u.) wurde unter den getöteten Führungsmitgliedern des IS auch deren sog. Großmuftî Abû Ayyûb al-ʽAṭṭâr identifiziert. 66 IS-Kämpfer wurden zudem in den Stadt-Bereichen al-Baʽâğ und Bâdûš eliminiert sowie der Stadtteil al-Abâr I befreit. Die militärischen Operationen im Westteil Mossuls werden derweil weitergeführt. – Andererseits Andererseits kam im Dorf Abû Karma nörd­lich von  Abû Ṣaidâ in der Diyâlâ –Provinz ein Bauer durch die Nacheinander-Explosion zweier in seiner Obstplantage angebrachten Sprengsätze ums Leben, ein weiterer erlitt dabei Verletzungen. Solchen Attentaten fielen im letzten Monat schon etliche Bauern zum Opfer. Zu den Zielen solcher Anschläge seitens der Terroristen Gründen s. im Thread zu Syrien! (http://sana.sy/?p=539012)

Laut Meldung von as-Sûmariyya-News töteten die irakischen Truppen am 14.4.2017 in West-Mossul während der Gefechte mit dem IS auch einige Anführer. Nach Angaben von Bundespolizeikommandeur Râ´id Šâkir Ğaudat wurden durch Artilleriebeschuß auch das sog. Gebäude für öffentliche Sicherheit des IS zerstört wie dies in der Schule Zanğîlî eingerichtete Flag der Terroristen.  (http://sana.sy/?p=538635)

Der Sicherheitsberater  des Provinzrats von al-Anbâr, Ḥussain Kasâr, gab gegenüber den as-Sûmariyya-News an, daß am 13.4.2017 durch die Detonation einer LKW-Bombe im Südwesten der Stadt ar-Ramâdî acht Iraker getötet und zwei andere verletzt wurden. Es befanden sich Frauen und Kinder unter den Opfern. – Am Abend des Vortags wurden eine Person getötet und drei weitere verwundet infolge der Explosion eines improvisierten Sprengsatzes nördlich von Bagdad. (http://sana.sy/?p=537936)

Nach Aussage eines irakischen Piloten sind am 12.4.2017 bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition auf West-Mossul 13 Zivilisten getötet und 17 weitere verletzt sowie etliche Wohnhäuser im kürzlich befreiten Stadtteil al-Yarmûk zerstört worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25846-13_zivilisten_bei_us_angriff_im_irak_get%C3%B6tet)

Der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, gab am Di., 11.4.2017 bekannt, in West-Mossul seien die Stadtteile as-Sakak und  Yarmûk I befreit worden. (http://sana.sy/?p=536708)

Im Gebiet Sinğar seien inzwischen 31 Massengräber mit 1.646 Leichen der Volksgruppe der Yaziden (Jesiden) aufgespürt worden, welche die im Zeitraum von Novem­ber 2015 bis Januar 2016 Opfer des IS geworden sind, informierte der Gouverneur der Stadt Sinğar am Mo., 10.4.2017, die Presse. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25722-irak_bislang_31_massengr%C3%A4ber_mit_mindestens_1.600_jesiden_leichen_entdeckt)

Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî ließ durch seinen Sprecher Saʽd al-Ḥadîṯî am Sa., 8.4.2017, gegenüber  Sputnik“ aufgrund der vorhergehenden Äußerungen des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu mitteilen, daß aus ausländischer Militäreinsatz im Land kategorisch abgelehnt werde. „Die irakische Regierung erlaubt keiner ausländischen Partei (d.h. weder der Türkei, noch einem anderen Land) in seinem Hoheitsgebiet Militäraktionen durchzuführen.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25648-bagdad_wir_erlauben_t%C3%BCrkei_nicht_milit%C3%A4roperationen_auf_irakischem_boden_durchzuf%C3%BChren) – Tatsächlich sind die vor Monaten völkerrechtswidrig in den Irak eingedrungenen türkischen Militärs (vgl.u.) noch nicht einmal abgezogen.

Nach Aussage des lokalen Stadtratschefs gegenüber RIA Novosti setzte der IS am Fr., 7.4.2017, in zwei schon befreiten Gebieten von Mossul Giftgas (Chlorgasgeschosse!) gegen die Bewohner und Streitkräfte ein. Über die Opferzahlen sei noch nichts bekannt. (https://sptnkne.ws/ebu6)

Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, Kommandant der al-Ğazîra-Operationen, gab am 6.4.2017 bekannt, daß Teile der Armee mit Unterstützung der Clans dem IS selben Tags Umm al-Waz, al-Madhum und das Gebiet der neuen Depots (Maḫâzin Ḥadîṯa) westlich von al-Anbâr entrissen hätten. Außerdem informierte der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, darüber, daß in West-Mossul der Stadtteil Yarmûk II befreit worden sei, nachdem am Vortag die Kontrolle über den Stadtteil al-Maġrib erkämpft worden sei. Auch hätten die Streitkräfte laut Generalmajor ʽAbdul Nûmân az-Zûbiʽî etliche Autobomben und Raketenwerfer des IS zerstört. (http://www.sana.sy/?p=534290)

Mossul: IS schießt irakischen Helikopter ab – beide Piloten tot

Mossul: 140 Zivilisten von IS hingerichtet – Sicherheitsrat Kurdistans

Hinrichtung wegen Fluchtversuchs: IS tötet 30 Zivilisten in Mossul

Der IS in West-Mossul ist von allen Seiten  mit Ausnahme der Tigris-Seite, an dessen anderem Ufer die Armee steht, von der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî eingekreist. Wie auch in Syrien können die Terroristen noch zwischen innerhalb und außerhalb der Frontlinie durch Tunnels verkehren. Der irakische Sicherheitsexpert Muʽtaz Muḥī ʽAbdulḥamîd (Muatas Muhi Abdel Hamid) führte dazu aus: „Die Stadt ist von allen Seiten eingekesselt. Im Osten ist der Weg der Terroristen nach Tigris versperrt, hinter dem irakische Truppen stehen. Im Westen ist alles von den Volkswehreinheiten ‚Al-Haschd asch-Schaabi‘ blockiert. Es bleiben unterirdische Tunnel, die in Richtung Wüste führen, die von IS-Extremisten anscheinend im Voraus angelegt wurden. Anscheinend wird die Flucht durch diese Tunnel erfolgen. Jedenfalls ist es nur eine Frage der Zeit, bis Mossul wieder unter Kontrolle steht“. Unter diesen Umständen sei es verständlich, daß IS-Feldkommandeure ihren Gefolgsleuten per Verlautbarung freigestellt hätten, das Schlachtfeld zu verlassen. Negativ würde sich deren Flucht v.a. für Syrien auswirken, wo die vom IS belagerte Provinzhauptstadt Dair az-Zaur wie der IS-Stützpunkt ar-Raqqa in erreichbarer Nähe liegen. Ebenso könnten die IS-Kämpfer in andere Länder und Regionen instabiler Lage wie Libyen, den Jemen [wird seit März 2015 von Saudi-Arabien und Partnern angegriffen] und auf die Sinai-Halbinsel [Ziel etlicher Anschläge eines IS-Ablegers] fliehen und die dortigen Extremisten unterstützen.
Der Leiter des Instituts zur Erforschung regionaler Probleme, Dmitri Schurawljow, urteilte über die Situation: „Damit wurde zuge­geben, dass die Verteidigung nicht nur unwirksam, sondern destruktiv für den IS wurde. Falls die Ex­tremisten bleiben, wird es demnächst keinen mehr geben, den die Kommandeure führen können“. Ausgehend von den von der US-geführten Koalition bei ihren Bombardements in Kauf genommenen vielen zivilen Toten (vgl.u.) in Mossul äußerte er zudem:  „Die US-Militärs setzen auf einen willkürlichen Beschuss und kümmern sich nicht darum, dass diese Geschosse neben einem einzelnen Terroristen auch Dutzende friedliche Einwohner töten können. In dieser Situation würden Terroristen sich dorthin begeben, wo sie sich verschanzen können, am besten eignet sich anscheinend Syrien. Dort können sie sich hinter dem Rücken der friedlichen Einwohner verstecken“.  Für die USA sei der Extremisten­strom aus dem Irak nach Syrien womöglich vorteilhaft und sie könnten ihn sogar fördern, um den Regierungen in Moskau und Da­maskus das Vorgehen gegen die Terroristen zu erschweren [dazu vgl.u. bzgl. „IS-Fluchtkorridor“ nach  Syrien!] (https://sptnkne.ws/dYUG)

General-Major Igor Konaschenkow, der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, bezeichnete am So., 2.4.2017, in Moskau, die Begründung durch Pentagon-Sprecher Joseph Skrokka hinsichtlich der Tötung von Zivilisten in Mossul durch Bombardierungen der USA als inakzeptabel. Ebenso seien die vorgebrachten Gründe für die vielen To­ten haltlos und stellte die Frage in den Raum: „Warum hat die US-geführte Koalition, die über solche Angaben [über Zivilisten als menschliche Schutzschilde in vom IS kontrollierten Gebäuden] verfügt, trotzdem mit ihren ‚klugen Bomben‘ Angriffe auf Gebäude mit Zivilisten fliegt und damit diese zu einem schrecklichen Tod verurteilt?“ Das sei gerade nicht unter humani­tä­ren As­pekten der Operation der US-Luftwaffe zu verstehen im Gegensatz zum syrisch-russischen Vorgehen bei der Befreiung von Aleppo (welches er anschließend nochmals ausführte). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25414-russland_berichtet_von_smart_bombenein­satz_der_in­ternationa-len_koalition_unter_us_f%C3%BChrung_in_mossul, s.a. https://sptnkne.ws/dXVC)

Nach Darlegung der Strategie zur Eroberung der mossuler Altstadt durch einen Bundespolizeikommandeur vom 1.4.2017 (s.u.), ein Einrücken zu verschieben, bis der IS dort seine  Widerstandskraft verloren habe, setzt jener nun zum Ausgleich der verlorenen männlichen Kämpfer Scharfschützinnen gegen die Armee ein wie as-Sûmariyya News am 3.4.2017 berichtete. Diese gingen auf Gebäudedächern der von der Terrorgruppe besetzten Häusern in Stellung. (https://sptnkne.ws/dYqR)

Im Interview mit einer kurdischen Zeitung vom 1.4.2017 erklärte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî einem Unabhängigkeitsreferendum  der autonomen Kurdenzone des Landes eine klare Absage. Diese strebt Masʽûd Barzânî an, der trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus  seinem Präsidentenamt weicht und bislang Neuwahlen immer wieder aufschieben ließ. Dessen Familie beherrscht nach unterschiedlichen Recherchen die kurdische Zone und bereichert sich überwiegend an den Landesressourcen [zu Belegen vgl.u.!]. Das irakische Parlament stellte am 1.4.2017 nochmals heraus, daß das Öl von Kirkuk [gesetzt – und vertragsmäßig!] allen Irakern gehöre und daß die Flagge der Region Kurdistan nicht in öffentlichen Gebäuden Kirkuks zu hissen sei. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25416-irak_abadi_warnt_vor_bestrebungen_nach_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_in_kurdistan) – Zum Balkanisierungs bzw. Yinon-Plan bzgl. des Iraks und Syriens, der die Zerteilung dieser Länder mit dem Zweck ihrer Schwächung vorsieht,  s.u.!

Das irakische Ministerium für Migration gab am 1.4.2017 eine Erklärung heraus, wonach inzwischen 25% der Flüchtlinge der Provinz Nînawâ (Ninive) wieder zurückgekehrt seien. Bezüglich aller von Kämpfen betroffener Provinzen handele es sich um 45%. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25394-irak_25_prozent_der_fl%C3%BCchtlin- ge_nach_mossul_zur%C3%BCckgekommen)

Nach Aussage von Brigadegeneral  Šâkir Ḥawâğî oder Ḫawâğî (Shaker al-Hawadschi), einem Kommandeur der Bundespolizei, gegenüber Sputnik News vom 1.4.2017 gestalte sich die weitere Vorgehensweise in Mossul folgendermaßen: „Die föderale Polizei ist noch nicht in den Bezirk Altstadt eingerückt. Wir planen das zu tun, sobald der IS seine Munitionsvorräte verbraucht und seine Widerstandsfähigkeit verliert und alle Nach­schubwege gesperrt werden (…) oder die Terroristen selbst alles in die Luft sprengen“. Die Bundespolizeieinheiten befinden sich nahe der vom IS gehaltenen mossuler Stadtteile. (https://sptnkne.ws/dXGh)

Im Interview mit dem arabischsprachigen US-TV-Sender al-Ḥurra würdigte der derzeit in den USA sich aufhaltende Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die positive Rolle des Irans bei den Entwicklungen im Irak. Mit diesem Land teile man sich die längste Grenze, was zunehmende Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zur Folge habe.  Außerdem hätten Millionen iranischer Pilger die Arbeitslosigkeit in einigen Provinzen des Landes stark sinken lassen.  In den kommenden Jahren habe der Wiederaufbau von Infrastruktur, Schulen, Krankenhäusern, Strom- und Wasserver­sorgung Priorität. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25378-al_abadi_w%C3%BCrdigt_positive_rolle_irans_im_irak) – Viele der besonders für Šîʽiten bedeutenden Wallfahrtsorte befinden sich aus historischen Gründen im Irak.

Nach den wiederholten tödlichen Bombenangriffen auf Zivilisten im Irak und Syrien durch die US-geführte Koalition ruft Rußland dieselbe dazu auf, ihre Ziele besser zu überprüfen, bevor  sie ihre Bomber starteten. Dazu bemerkte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Do., 30.3.2017, in Moskau: Wir rufen alle Mitglieder der amerikanischen Koalition zu mehr Sicherheit und Verantwortung beim Kampf gegen Terroristen in Syrien und im Irak auf.“  Das sei nötig, „um zahlreiche Opfer unter Zivilisten und Vernichtung kritisch wichtiger ziviler Infrastrukturen zu verhindern“. (http://sptnkne.ws/dXfa)
Vgl. zur Thematik auch die Ausführungen des Ex-NATO-Luftkriegsplaners und ehemaligen Tornado-Piloten Oberstleutnant Ulrich Scholz. Äußerst deutliche und kritische Worte fand der Ex-Offizier ebenfalls zur Beteiligung der Bundeswehr an den Aktionen der US-geführten Koalition wie der völlig unterschiedlichen Medienhandhabung der  Rückeroberungsoperationen von Aleppo und Mossul, die er erstere als klare „Kriegspropaganda“ bezeichnete. (https://sptnkne.ws/dWN5).

Auch der am Do., 30.3.2017,  zu einem unangekündigten Besuch in Bagdad eingetroffene UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte bzgl. der Rückeroberung von Mossul, der Schutz der Zivilbevölkerung müsse den „absoluten Vorrang“ besitzen. Diesen müßten die irakischen Streitkräfte und die US-geführte Militärkoalition gewährleisten. Zudem kritisierte er die – völkerrechtwidrige (dazu vgl.u.) türkische Militärpräsenz im Nord-Irak als Verletzung der irakischen Souveränität.  Grund seiner Reise sei, mit den irakischen Spitzenpolitikern über die humanitäre Lage der Flüchtlinge und Zivilisten im umkämpften Mossul zu sprechen. Daher wird er im Anschluß in die kurdische Autonomieregion nach Arbîl  weiterreisen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25330-un_generalsekret%C3%A4r_im_irak)

Am 30.3.2017 gab der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, gegenüber der nationalen Nachrichtenagentur INA an, die irakischen Streitkräfte hätten den Bahnhof und das Dorf aṣ-Ṣâbûniyya auf der westlichen Tigrisseite vom IS zurückerobert und dort die irakische Fahne gehißt. – Am Vortag seien der Ortsteil Qaḍîb al-Bân von West-Mossul befreit und das Sportstadion [al-Malʽab] wieder unter Kontrolle gebracht worden. (http://www.sana.sy/?p=530424)

Am Mittwochabend kamen infolge der Detonation einer LKW-Autobombe an einer Kontrollstelle im südlichen Bagdad 17 Personen ums Leben, ca. 60 weitere wurden verletzt, berichtete as-Sûmariyya News. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25302-17_tote_und_60_verletzte_durch_autobombe_in_bagdad) – Dagegen wird bei SANA von „nur“ drei Toten bei demselben Vorfall berichtet. (http://www.sana.sy/?p=530081)

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî machte am 29.3.2017 im Interview mit der Tageszeitung aš-Šarq al-Ausa  deutlich, der Irak lehne nach wie vor eine US-Militärpräsenz bzw. die Errichtung eines US-Militärstützpunkts auf irakischem Boden ab. Einverstanden erklärt habe man sich im Abwehrkampf gegenüber dem IS nur mit der Präsenz von US- Militärberatern und –Ausbildern der eigenen Armee. Zuvor hatte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî betont, daß mit Näherrücken der Rückeroberung von Mossul und der Besiegung des IS die die Zahl auslän­dischen Streitkräfte, wie z.B. der US-Soldaten im Inland  reduziert wer­den müsse. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25294-bagdad_gegen_us_milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkt_im_irak)

Nach den vielen Protesten über die hohe Anzahl ziviler Opfer bei der Operation zur Befreiung des Westteils von Mossul (vgl.u.) gab Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm bekannt, dieselbe würde vorübergehend wegen des „Charakters der Kämpfe“ eingestellt, bis geeignetere Methoden der Gefechtsführung gefunden seien. Dafür sei jetzt eine Kommission eingesetzt worden, um zu ermitteln, ob es in Bezug auf die jüngsten Luftangriffe der US-geführten Koalition auf Zivilisten in Mossul Fehler im Kommunikationsver­kehr oder falsche Informationen gegeben habe. Zudem gestand Maʽṣûm ein, daß die militärische Bekämpfung des IS eher eintreten werde als die Ausmerzung der gefährlichen von ihm vertretenen und verbreiteten Ideologie. Das würde lange Zeit erfordern und die Einbeziehung aller Kräfte auf sämtlichen Ebenen. (http://sptnkne.ws/dVVT, http://www.sana.sy/?p=528978

Generaloberst Sergei Rudskoi, der Chef des Operativkommandos im russischen Generalstab, informierte bei derselben Gelegenheit darüber, daß aus Mossul, von dem die US-geführte Koalition behauptet, es sei vollkommen umzingelt, weiterhin nach Syrien und v.a. in Richtung der vom IS eingeschlossenen Provinzhauptstadt Dair-az-Zaur Kontingente der Extremisten kämen, so um die 800 IS-Kämpfer. Dies geschehe, obwohl die Bomber der Koalition fast täglich Luftangriffe im Gebiet Mossuls flögen, wobei sich in den angegriffenen Stadtvierteln  außer den IS-Kämpfern noch Zehntausende Zivilisten befänden. Dadurch kämen sie in besonders hoher Zahl ums Leben. „Nach Einschätzung internationaler Hilfsorganisationen haben über 250.000 Menschen die Stadt verlassen. Die Auffanglager in der Umgebung sind überfüllt, dort herrscht akuter Mangel an Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten“, gab er zu Bedenken. Dagegen seien in der vergleichbaren Situation bei der Befreiung von Aleppo zum Schutz der Zivilbevölkerung etliche entsprechende Vorsichtsmaßnahmen (vgl.u.) getroffen worden einschließlich gesicherter Fluchtkorridore und umfassender Versorgung im Anschluß für alle Flüchtlinge. (http://sptnkne.ws/dVFB)

Rußlands UN-Vertretung erklärte, die US-geführte Koalition solle bei der Befreiung Mossuls von der IS-Besetzung eine ebenso korrekte, vor­sichtige und verantwortungsbewusste Vorgehensweise“ einschlagen, wie sie einst die SAA mit russischer Unterstützung vorbildlich in Aleppo gezeigt habe. Dort wurde „eine Initiative umgesetzt, die es ermöglichte, viele Leben zu retten“. Die eingerichteten Korridore für den Abzug von Kämpfern aus der Stadt hätten es damals ermöglicht, die Zahl der bewaffneten Zusammenstöße rasant zu verringern und somit den Einwohnern unnötige Risiken zu ersparen. Man werde in Moskau jedenfalls „die Operation in Mossul sehr aufmerksam verfolgen“ und notfalls auf die Ereignisse dort schnell reagieren, war auf New York zu vernehmen. (http://sptnkne.ws/dVu6)

Nun wird auch auch Amnesty International (AI) rührig: am Mo., 27.3.2017, stellte die Organisation  einen Bericht vor, in dem sie der US-geführten Militärkoalition vorwarf, bei den Kämpfen um die irakische Stadt Mossul – vor allem durch die Luftbombardements (vgl.u.) – das Leben von Zivilisten nicht ausreichend zu schützen. Dies sei ein eklatanter Bruch des Völkerrechts. (http://parstoday.com/de/news/world-i25232-amnesty_international_usa_sch%C3%BCtzen_das_leben_von_irakischen_zivilisten_nicht)

Wegen der schon von den UN beklagten hohen und weiter wachsenden Zahlen ziviler Opfer in Mossul infolge der Bombardements der UN-geführten Koalition (vgl.u.) hat  Rußland eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zur Thematik gefordert. (http://sptnkne.ws/dVdr)

Nach Aussage des Sprechers des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, sei selbst bei größtem Optimismus nicht daran zu denken, daß Mossul noch in diesem Jahr von der IS-Terrormiliz befreit werden kann. Dazu ergänzte er: „Ich möchte daran erinnern, dass verheißungsvolle Parolen über eine Einkesselung des irakischen Mossul und einen baldigen Sieg der Koalition bereits zu empfindlichen Verlusten der irakischen Kräfte und zu einer zunehmenden humanitären Katastrophe geführt haben“. (http://sptnkne.ws/dUwk) – Dies scheint eine realere Sicht auf die Situation zu sein als die allzu euphorischen Bemerkungen der irakischen Delegation kürzlich in Washington (vgl.u.).

Wegen des erstaunlich hohen Anstiegs der Zahl ziviler Opfer in Mossul hat sich die UNO-Koordinatorin  für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande, in einer offiziellen Erklärung äußerst besorgt gezeigt. Bei diesem Krieg sei Nichts wichtiger als Schutz der Bevölkerung, weshalb alle Konflikt­parteien alles tun müßten, um das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen. Es sei wichtig, sich mit den Ange­hörigen der Opfer zu solidarisieren. – Zuvor hatten Augen­zeugen wie auch der irakische Parlamentsabgeordenete der Provinz Nineve, ʽAbdurraḥmân al-Wazîrî,  die hohe Zahl ziviler Opfer infolge der Luftangriff eder US-geführten Koalition berichtet sowie, daß unter den Trümmern der eingestürzten Häuser viele Bewohner begraben lägen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i25166-dutzende_tote_in_mossul_uno_%C3%A4u%C3%9Fert_sich_besorgt )

Mittlerweile ist die große Anzahl ziviler Opfer während der Rückeroberungsoperation in West-Mossul nicht mehr zu übersehen. Hier komme es  für die Zivilisten zu einer beispiellos brutalen Tragödie, wie Außenamtssprecherin Maria Sacharowa in Moskau kritisiert.  Dazu bemerkte der kurdische Jour­nalist Hevidar Ahmed im Gespräch mit RT über die Gefechte mit dem IS: „Die irakischen Truppen und die Kräfte der internationalen Koalition wissen nicht, dass in den Häusern Zivilisten sind und gehen zum Gegenfeuer über … Erst später wird klar, dass dort ganze Familien leben.“ – Das wirkt einigermaßen befremdlich, nachdem die UN immer wieder klar gemacht haben, daß sich dort hunderttausende (vgl.u.) aufhielten.  – Im Viertel Neu-Mossul seien, so Hevidar Ahmed weiter, z.B. alle 135 Bewohner eines Hochhauses zu Tode kamen: „Die Koalitionsluftwaffe warf Bomben auf dieses Haus ab und alle, die sich darin befanden – Frauen, Männer, ältere Menschen – wurden getötet“.  (http://sptnkne.ws/dT3A)  – Vgl. dagegen die Vorkehrungen der SAA vor jeweiligen Gefechten z.B. in Aleppo und deren umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen!

S.a. den Bericht: West-Mossul: 400.000 Menschen sitzen in der „Falle“ laut Angaben des Vertreters der UN-Flüchtlingsagentur im Irak, Bruno Geddo.

Während sich die Mainstream-Medien darüber ausschweigen, informieren andere Quellen über das Leid der Zivilbevölkerung bei der Rückeroberung von Mossul. Auf sie werde – im Gegensatz zum vergleichbaren Fall in Aleppo – kaum Rücksicht genommen. Näheres ist zu verfolgen bei: War Crimes, Death and Destruction in Mosul ~ [+LIVE UPDATES]

Z.B. berichtet auch  das kurdische Nachrichtenportal Rudaw von 200 überwiegend zivilen Toten in einem Teil von Mossul infolge der Luftangriffe gegen den IS am Do., 23.2.2017. (http://sptnkne.ws/dSXF)

Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî befindet sich derzeit mit einer Delegation in Washington, um die Beziehungen beider Länder zu diskutieren und über Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Wirtschafts-, und Sicherheitsbereich vor allem in der Zeit nach Vernichtung des IS zu sprechen. Während des US-Besuchs werde er laut dem Regierungssprecher mit US-Präsident Donald Trump, Kongreß-Mitgliedern und Vertretern von US-Großunter­neh­men zusammentreffen. (http://sana.sy/?p=525966) – Der ebenfalls mitgereiste Verteidigungsminister ʽIrfân al-Ḥayâlî drückte sich ziemlich euphorisch bezüglich der Situation in Mossul aus, wo der IS in den letzten Zügen liege und die endgültige Befreiung bald bevorstehe.  Jedoch warnte er auch Schläfer-Zellen, die sich nach der Niederlage in Mossul in anderen Landesteilen halten würden. (http://www.sana.sy/?p=525966)

Terroranschläge vom 21.3.2017:
Nach Informationen von lokalen Quellen meldet as-Sûmariyya News, in der sog. Neustadt, süd­west­lich von Mossul gelegen, hinterließ Mörsergranatenbeschuß seitens des IS sechs Tote derselben Familie und weitere 15 Verwundete. – Der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, informierte darüber, daß südlich der Stadt Falûğa in der Provinz al-Anbâr durch einen am Straßenrand angebrachten Sprengsatz je ein Soldat getötet und verletzt worden sei. –  Infolge einer Bombenexplosion nahe des Marktes ʽAbiyya im nördlichen Stadtteil  Rašadiyya von Bagdad wurden  zwei Personen verletzt. – Eine weiterer Zivilist trug Verletzungen davon, als eine Bombe am Straßenrand in der Nähe der Handelshäuser im Stadtteil al-Basâtîn  in der irakischen Hauptstadt detonierte. (http://sana.sy/?p=525913)

Am 21.3.2017 konnte Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, melden, der Stadtteil ar-Risâla und einige weitere Wohnhäuser auf dem West-Ufer  des Tigris seien zurückerobert. am Vortag habe man die Dörfer ad-Dâmarğî al-ʽAliyâ und Neustadt, westlich von Mossul aus der IS-Besetzung befreit.
Zur selben Zeit machte Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî am Montag in Washington am US Institute of Peace deutlich, daß der IS trotz seiner Niederlagen weiterhin von seinen Sponsoren ausreichend finanziert werde. Dann erklärte er, er benötige für die Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilität in Mossul mehr Unterstützung und Geldmittel. Um den Terrorismus insgesamt auszurotten bedürfe es allerdings eines Gesamtkonzepts für die Region. (http://sana.sy/?p=525524)

Im südlichen Bagdad, wo hauptsächlich Šîʽiten wohnen,  sind am Mo., 20.3.2017, infolge der Detonation einer Autobombe mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen und dutzende verletzt worden.  (http://sptnkne.ws/dR4N) – Laut as-Sûmariyya News liegt die Opferzahl bei 13 Getöteten und 31 Verletzten. (http://sana.sy/?p=525913)

Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat gab am 18.3.2017 gegenüber der Presse an, seine Leute hätten zusammen mit den schnellen Reaktionskräften in West-Mossul den Funkfeuerturm al-Ḥadbâ´ und Moschee an-Nûrî vom IS zurückerobert. In letzterer hatte der selbsternannte IS-Kalif Abû Bakr al-Baġdâdî seine Ansprachen mit den Terrordrohungen gehalten. Drohnen überwachten weiterhin die IS-Bewegungen im Umkreis der Moschee und Kampfflugzeuge unterstützten weiterhin die Bodentruppen. – Laut dem Kommando in Bagdad seien in den Randbezirken und im Umkreis der Hauptstadt etliche Raketen, Sprengkörper und Minen aufgefunden worden.  – Durch einen Luftangriff auf sein Auto sei zudem der lokale IS-Anführer Abû al-Qaʽqâʽ  – es gibt mehrere IS-Führungsmitglieder mit gleichen oder ähnlichen Kampfnamen! (vgl. u. sowie Syrien Teil I), auch der Mörder von Theo van Gogh und ein Sprecher von Boko Haram nannten sich so –  mit  Begleiter im O der nördlichen Provinz Ṣalâḥuddîn getötet worden. (http://sana.sy/?p=524077)

Gemäß dem Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, Brigade­general Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî  (Yahya Rasul Az-Zubaidi) seien die IS-Terroristen nun am 17.3.2017 in West-Mossul vollständig umstellt. Er forderte sie auf, die Waffen niederzulegen, sonst könnten sie nur noch auf den Tod war­ten.  die Stadt werde in naher Zukunft ganz zurückerobert sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24980-irak_is_terroristen_vollst%C3%A4ndig_in_west_mossul_umzingelt )

Gegenüber as-Sûmariyya News machte Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat die Mitteilung, einer Abteilung seiner wie der schnellen Reaktionskräfte  sei im Kampf gegen den IS die Einnahme der Pascha-Moschee, der Straße der Ge­rechtig­keit [al-ʽAdâla] und des Sûq Bâb as-Sarây in der Altstadt von Mossul am rechten, d.h. westlichen Tigris-Ufer gelungen.
Auf der anderen Seite wurden durch einen von Terroristen angebrachten Sprengsatz nahe einer Verkaufsstelle für Ziegen im Süden von Bagdad ein Zivilist getötet und zwei weitere verletzt. (http://sana.sy/?p=523635)

Der Kommandant der 7. Armee-Division, Generalmajor Nûmân ʽAbduz-Zûbaʽî, machte am 16.3.2017 gegenüber as-Sûmariyya News  bekannt, die irakischen Kampfflugzeuge hätten ein Lager des IS wie eine Anlage zum Bau von Sprengsätzen und vier Schlupfnester im al-Madhum-Gebiet südwestlich von ar-Ramâdî bombardiert und zerstört sowie etliche Terrroristen getötet.
Andererseits seien nördlich von Bagdad durch eine am Straßenrand angebrachte Sprengvorrichtung nahe eines belebten Marktes im Gebiet von Sabʽ al-Bûr ein Bürger getötet und weitere vier verwundet  worden. (http://sana.sy/?p=523265)

Am Mittwochabend, dem 15.3.2017, wurde im Zentrum von Tikrît eine Autobombe gezündet. Dabei kamen mindestens sieben Personen ums Leben, 43 wurden verletzt, es entstanden Brände. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24936-irak_sieben_tote_und_43_ver-letzte_bei_bombenanschlg_in_tikrit) – Zudem habe es im Norden Bagdads einen ähnlichen Anschlag etwa zur gleichen Zeit mit mindestens 18 Toten und 22 Verletzt gegeben. (http://sptnkne.ws/dPbk)

Zur eklatanten Diskrepanz der westlichen MainstreamMedien-Haltung gegenüber den Vorgängen im syrischen Aleppo und im irakischen Mossul beleuchtet ein neuerlicher Sputnik-Bericht, der hier im Ganzen wiedergegeben werden soll:
Die irakische Stadt Mossul haben bereits wesentlich mehr Menschen verlassen, als Ostaleppo in Syrien bei dessen Befreiung, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag mitteilte. „Diejenigen, die die Aufnahmen aus Mossul gesehen haben, können das Unruhegefühl nicht loswerden“, sagte Lawrow. „Aus dieser Stadt sind bereits sicherlich mehr Zivilisten geflüchtet, als aus Ostaleppo während der Operation zu dessen Befreiung“, betonte der Minister ferner.
Dabei gehe die Tragödie dieser irakischen Stadt an den meisten Medien in der Welt vorbei, so die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa. „Es ist merkwürdig, dass bislang immer noch kein Twitter-Account eines Mädchens entstand, das in der Stadt Mossul leidet“, sagte Sacharowa ironisch. Dabei spielte sie offenbar auf das Twitter-Profil des syrischen Mädchens Bana an, dessen Geschichte international für Aufmerksamkeit gesorgt hatte.
Es ist seltsam, dass sich (die CNN-Korrespondentin – Anm. d. Red.) Christiane Amanpour nicht tagtäglich fragt, wie viele Menschen infolge der Kampfhandlungen der internationalen Koalition in dieser Stadt ums Leben kamen (…), dass es in den leitenden Zeitungen und Zeitschriften keine Bilder, Hashtags oder knackigen Überschriften über die humanitäre Katastrophe in Mossul gibt“, so die Sprecherin.
Die Tragödie von Mossul wird im Informationsraum der Welt vorsichtig aus dem Auge gelassen. Soweit das im Prinzip technologisch möglich ist, angesichts des Ausmaßes der Katastrophe“, sagte Sacharowa abschließend.
In West-Mossul befinden sich derzeit nach UN-Angaben bis zu 750.000 Zivilisten und 350.000 Kinder (in Aleppo waren einst 300.000 Menschen eingesperrt), wobei der Stadtteil derzeit verstärkt bombardiert wird. Tausende Menschen fliehen vor dem Hunger, Durst und den eskalierenden Kämpfen — von humanitären Korridoren für die Zivilbevölkerung wie beim Kampf um das syrische Aleppo ist jedoch keine Rede, obwohl Hilfsorganisationen wie zum Beispiel Save the Children die irakischen Streitkräfte und ihre Verbündeten dazu auffordert, solche Korridore einzurichten und „alles dafür zu tun, um Kinder und Familien zu schützen. Mittlerweile ist es laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF rund 30.000 Flüchtlingen, die Hälfte davon Kinder, gelungen, die Stadt zu verlassen. Davon und von dem hohen Blutzoll bei den Zivilisten und der Armee wird jedoch nur sehr vereinzelt und nüchtern in den Leitmedien der USA berichtet.
Auch in deutschen Medien fehlt diesmal jede Spur der so üblich gewordenen Kriegsberichterstattung, bei der zuvor schon fast leidenschaftlich Russland und die „blutrünstige“ syrische Regierung wegen „unmenschlicher Bombardements“ und des „völkerrechtswidrigen Krieges“ stigmatisiert wurden.
Dem Leser werden diesmal keine zerstörten Straßen, weinende Kinder und verstümmelte Leichen unter die Nase gehalten, als ob die Bomben der US-Koalition ganz stichprobenartig nur Terroristen als Ziel verfolgen würden und die Angaben der militärischen Non Profit-Beobachtungsstelle „Airwars“, wonach die Zahl der Todesfälle von Zivilisten bei der Befreiung Mossuls bereits weitaus höher ist als in Aleppo, ganz gewiss eine Lüge wären.“ (http://sptnkne.ws/dNyn)
S. dazu auch den Beitrag des vor Ort gewesenen TV-Senders RT: Death & destruction. U.a. berichtet der RT-Reporter Murad Gazdiev aus Arbîl: „Ich war in Aleppo, als der Kampf seinen Höhepunkt erreicht hatte“. Die Lage in Mossul sei jedoch „viel schlimmer“, als es „jemals“ in Aleppo gewesen sei. (http://sptnkne.ws/dP6s)

Ein zweites Massengrab von im Jahr 2014 durch den IS Getöteten ist unweit des Militärstützpunktes in Tikrit gefunden worden, wie der Generaldirektor der Abteilung Ge­richts­medizin im Gesundheitsministerium mitteilte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24934-irak_massengrab_in_salahudin_entdeckt)

Aufgrund der neuesten völkerrechtswidrigen türkischen Truppenstationierungen (vgl.u.) hat Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî den türkischen Botschafter in Bagdad, Fatih Yildiz, einbestellt und am Di., 14.3.2017, erneut protestiert. Er forderte ein weiteres Mal explizit den Rückzug türkischer Soldaten aus irakischem Terrain sowie die Nichtverletzung seines Luft­raums durch türkische Kampfjets. Gute Beziehungen mit dem Nachbarstaat, die der Irak anstrebe, seien nur unter dieser Voraussetzung möglich. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24900-irak_fordert_erneut_abzug_t%C3%BCrkischer_truppen)

Laut Angabe von Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat gegenüber as-Sûmariyya News haben die irakischen Truppen am Dienstagmorgen den Ninive-Bahnhof und Bagdad-Busbahnhof südwestlich von Alt-Mossul zurückerobert und sind in den Bereich des Bâb al-Ṭuwwâb auf dem rechten westlichen Tigrisufer eingedrungen. Am Vortag, dem 13.3.2017, seien die Stadtteile an-Nafṭ und Neu-Mossul wie das Dorf al-Ğafâl wieder unter Kontrolle gebracht worden. (http://www.sana.sy/?p=521936) – Laut dem Geschäftsführer der irakischen Eisenbahngesellschaft liegt jener Bahnhof im SW von Alt-Mossul auf der Hauptroute von Nord nach Süd und ist für den Transport aus der Türkei und Syrien nach Bagdad und al-Baṣra am  Šaṭṭ al-ʿArab (Schatt al-Arab). Daher wurde sie bereits während des IS-Eroberungsfeldzugs 2014 Ziel vieler Anschläge. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24898-irakische_truppen_befreien_bahnhof_in_mossul)

Anstatt die 2016 völkerrechtswidrig in den Irak eingedrungenen türkischen Streitkräfte wieder von dort – wie z.B. von der Militärbasis in Baʽšiqa (vgl.u. – über die gemeinsame Grenze zurückzuziehen, wie es die irakische Regierung seither immer wieder fordert, hat die AKP-Regierung in Ankara weitere 800 Soldaten zusammen mit Panzern über über den Grenzübergang Ibrâhîm Ḫalîl in die autonome Kurdenregion des Irak im Norden des Landes geschickt und dort an verschiedenen Punkten stationiert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24848-neue_kr%C3%A4fte_der_t%C3%BCr- kischen_armee_in_nordirak_einmarschiert)

Vor Journalisten in Bagdad gab der US-Beauftragte Brett McGurk an, der 9. irakischen Armeedivision sei es in der Nacht auf So., 12.3.2017, gelungen, die letzte Ausfallstraße aus Mos­sul ab­zuriegeln. Von West-Mossul sei etwa ein Drittel zurückerobert. „Wir legen es darauf an, sie in Mossul nicht nur zu besiegen, sondern sicherzustellen, dass diese Typen nicht entkommen können.“, bemerkte er. Auch sollten so viele der Extremisten getötet werden, daß es der Organisation nicht mehr möglich sei, sie zu ersetzen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24846-usa_is_terroristen_in_mossul_eingekesselt)

Am Fr., 10.3.2017, fanden al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Mitglieder auf dem Gelände des Bâdûš-Gefängnisses nahe Mossul ein Massengrab mit etwa 500. In der Haftanstalt hatte der IS bei der Eroberung 2014 bereits  mehr als 600 Insassen umgebracht. Tags darauf am Sonntag entdeckten Aktivisten östlich der Provinzhauptstadt noch ein Grab von ca. 40 Opfern des IS, teils Zivilisten, teils Polizisten inklusive eines Obersten, worüber sein Ausweis Auskunft gab. (http://sptnkne.ws/dNrJ)

Laut der russischen Zeitung Iswestija vom Fr., 11.3.2017, gab der syrische Parlamentarier  der in der Regierung vertretenen Baʽṯ-Partei, Sadschi Taama (?), an: „Unsere Länder sind auf eine gemeinsame Gefahr gestoßen. Der Irak, wie auch Syrien, wiedersetzt sich den IS-Extremisten. …  Wir hatten schon vor einigen Jahren den Kampf gegen den Terrorismus koordiniert. Und solche Aussagen (d.h. von Iraks Premier Ḥaidar al-ʽAbâdî) hätte es nie gegeben, wenn Damaskus nicht der Teilnahme der irakischen Luftwaffe an Einsätzen auf syrischem Territorium zugestimmt hätte.“ Er schloß auch nicht aus, daß künftig syrische Luftstreitkräfte IS-Kämpfer im Grenzgebiet des Iraks verfolgten.
Ḥaidar al-ʽAbâdî hatte ja schon früher (vgl.u.) erklärt gehabt, die Iraker seien bereit, gegen die Extremisten nicht nur im eigenen Land, sondern auch in den Nachbarländern, vor allem in Syrien, vorzugehen, sofern sie darum gebeten würden, da man die Souveränität seiner Nachbarn achte und nicht antasten wolle.  Abgesprochenermaßen hatten Ende Februar schon irakische Kampfflieger nahe der syrischen Stadt al-Bûkamâl IS-Stellungen angegriffen. Zudem existiert seit September 2015 das in Bagdad einge­richtete, gemeinsam zwischen dem Irak, Syrien, Rußland und dem Iran unter Einschluß der Kurden betriebene internationale Koordinierungs- und Informationszentrum zur Bekämpfung des Terrorismus u.a. gegenüber dem IS (vgl.u.).
Dem russischen Diplomat a.D. und Militärexperten Wjatscheslaw Matusow zufolge ist die Koordinierung der syrischen und irakischen Aktivitäten auch die Folge des US-Administrationswechsels: „Es ist offensichtlich, dass die Administration des früheren US-Präsidenten Barack Obama den Mitgliedern der von den USA angeführten Anti-Terror-Koalition, der auch der Irak an­gehört, Kontakte mit der syrischen Regierung untersagte. Jetzt sind in Washington aber andere Kräfte an der Macht, und sie gehen auf ihre Weise vor. … Davon zeugt auch die Entwick­lung der Situation um Manbidsch, wo die Kurden, hinter denen die USA stehen, einen Teil des Terri­toriums den syrischen Regierungstruppen überlassen haben“. (http://sptnkne.ws/dK7f) – Für letztere Einschätzung spricht, daß beide Regierungen sich immer sozusagen im gleichen Schützengraben agierend empfanden, die irakische Seite jedoch seit der US-Invasion 2003 ganz offenbar anders lautenden US-Weisungen verpflichtet war.

Gegenüber as-Sûmariyya News konnte der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, berichten, es sei der irakischen Armee am heutigen Tag, dem 10.3.2017,  gelungen, die Stadtteile al-ʽÂmil I und II am linken (westlichen) Tigris-Ufer der Provinzhauptstadt zu befreien und dort die irakische Flagge zu hissen. Am Vortag, dem 9.3.2017,  hätten die Streitkräfte die Stadtteile al-Maʽlamîn und as-Sâ´îlû ebenfalls im Westteil von Mossul, zurückerobert wie die Dörfer al-Bîṭâr (al-Bitar), al-ʽAkîlât (al-Akilat) nahe der  al-Bâdûš- (Badusch) Zementfabrik. (http://sana.sy/?p=520262) – Zudem hätten  die irakischen Truppen in Süd-Mossul  30 IS-Frauen unterschiedlicher Nationalitäten festgenommen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24714-is_terrormiliz_aus_weiteren_teilen_in_west_mossul_zur%C3%BCckgedr%C3%A4ngt)

Am Mittwochabend erschütterten zwei Detonationen das Dorf Ḥağâğ  (Hajjaj) etwa 20km nördlich von Tikrît 160 km nördlich von Bagdad). Zwei Suizidattentäter des IS zündeten ihre Sprengstoffgürtel bei einer Hochzeitsgesellschaft, wodurch mindestens 30 Menschen getötet und 26 verletzt  wurden.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24676-irak_mindestens_30_tote_bei_selbstmordanschlag_auf_hochzeit, http://sptnkne.ws/dJHj)

Zum türkischen Wasserkrieg gegen Syrien und den Irak s. hier unter dem Datum vom 7.3.2017!

Mit der völlig unterschiedlichen, aber einheitlichen Mainstream-MedienBehandlung der Befreiungsoperationen bzgl. Aleppo in Syrien und Mossul im Irak unter Beteiligung der US-geführten Koalition sowohl in Wortwahl als auch in der Beurteilung trotz der absolut vergleichbaren Situationen beschäftigen sich zwei lesenswerte Essays von Tilo Gräser: Tod in Aleppo als Anklage – in Mossul notwendiges Übel? Experte kritisiert Westen in: Die Blätter für deutsche und internationale Politik online: www.blaetter.de und die RT-Kolumnistin Polina Duchanowa mit ihrem Beitrag: Aleppo vs. Mossul: Die zwei Wahrheiten westlicher Medien in: http://sptnkne.ws/dHZ3.

Wie durch eine örtliche Quelle bekannt wurde, beschoß der IS bereits Anfang März vom Westteil Mossuls aus mit Giftstoffen versehene Raketen auf den Stadtteil ar-Rašadiyya in Ost-Mossul, wobei zwölf Personen mit entsprechenden Symptomen in Krankenhäusern behandelt wurden. Die Chemiewaffen,  gefährlicher als Chlor oder Senfgas kämen aus dem Ausland, gab der Chef des Informationszentrums der ira­kischen Volksmobilisierungskräfte Ḏū l-faqār al-Baladawî (Zu al-Fakkar al Baladawi) im Interview mit Sputnik Arabic an und erklärte: „Die USA leisten Beistand bei der Versorgung von Terroristen mit diesen Chemiestoffen. Gleichzeitig warnen sie die örtlichen Einwohner vor der Gefahr der Chemieangriffe und verbessern somit ihr Ansehen im Kampf gegen die Terroristen“. Doch seien diese Chemiewaffeneinsätze der Terroristen auch Mittel des Informationskrieges: „Zum ersten Mal setzte der Daesh Chemiewaffen, Chlor und andere Giftstoffe im Süden der Provinz Salah ad Din ein. Damals achteten die Uno und die internationale Gemeinschaft jedoch nicht auf die Ermittlungen der irakischen Seite, die Berichte einiger Medien sowie die Berichte der Verletzten über das Erlebte und die Art der erlittenen Verletzungen.“ Aber erst seit der Aktivität der US-geführten Allianz im Irak werde das Thema end­lich internationalen in den führenden Medien diskutiert und das, „Obwohl wir früher jedenfalls viele Daten darüber lieferten, dass der IS eine Vielzahl von Stoffen für die Erzeugung von Chemiebomben zur Verfügung hat“.  (http://sptnkne.ws/dJy5)

Im Westteil von Mossul wurde derweil ein unterirdisches IS-Trainingslager, eingerichtet in einem Eisenbahntunnel des 20. Jh. von 500m/Länge, 6,5m/Höhe und 4,5m/ Breite entdeckt. Ausgestattet war er mit Hindernisbahn, Schießstand, Kaserne, einem Raum zur propagandistischen Schulung und einem Gebetsraum (Moschee). Der Stützpunkt war beidseits verbarrikadiert und an den Wände mit einschlägigen IS-Parolen überzogen. (http://sptnkne.ws/dJdw)

Im Westteil von Mossul wurde derweil ein unterirdisches IS-Trainingslager, eingerichtet in einem Eisenbahntunnel des 20. Jh. von 500m/Länge, 6,5m/Höhe und 4,5m/ Breite entdeckt. Ausgestattet war er mit Hindernisbahn, Schießstand, Kaserne, einem Raum zur propagandistischen Schulung und einem Gebetsraum (Moschee). Der Stützpunkt war beidseits verbarrikadiert und an den Wände mit einschlägigen IS-Parolen überzogen. (http://sptnkne.ws/dJdw)

Spezialeinheit der bundspolizei, Photo: pars today

Spezialeinheit der Bundespolizei, Photo: pars today

Am 7.3.2017 informierte der Befehlshaber der Befreiungsoperation von Mossul, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, as-Sûmariyya News darüber, daß die vereinten Streitkräfte im Westteil von Mossul dem IS nun auch die Kontrolle über Hauptfiliale der Zentralbank, die Gebäude der Provinzialregierung von Nînawâ durch Erstürmung durch eine Spezialeinheit der Bundespolizei sowie über das Archäologische Museum abgerungen hätten. Der Sprecher der Eliteeinheit, Oberstleutnant ʽAbdulamîr al-Muḥammadâwî, ergänzte, daß auch das Gebäude, in dem das sog. al-Muḥkama ar-Ra´îsiyya, das Hauptgericht des IS, untergebracht war, erobert worden sei. Darin hatten die selbsterklärten IS-šarîʽa-Richter die vielen grausam-drakonischen Strafen verhängt wie z.B. Steinigungen, das Herabstürzen von Verurteilten von den Dächern hoher Gebäude und das Abhacken von Händen. Die erwähnten Bauten befinden sich in demselben Areal, in welchem am Vortag schon die schnellen Reaktionskräfte erfolgreich zugeschlagen hatten (vgl.u.). Damit gilt die Verteidigungslinie der Extremisten als durchbrochen. (http://sana.sy/?p=518612)

Die persische Agentur Fars meldet, daß der IS – wie auch in Syrien – das Vorrücken der Armee so gut wie möglich zu behindern versucht, durch Verminung, Einsatz von Suizidattentätern mit Autobomben und durch Scharfschützen, die sich in den engen Gassen der Altstadt von Mossul versteckt halten. (http://sptnkne.ws/dHEP).

Über die katastrophale Lage der Bewohner von Mossul, denen Lebensmittel, Medikamente und Wasser fehlen, und die vom IS an der Flucht gehindert und als menschliche Schutzschilde mißbraucht werden wie zuvor im syrischen Aleppo, informieren – teils mit Videos – z.B.: https://syrianfreepress.wordpress.com/2017/03/06/mosul-suffering-of-civilians-caused-from-airstrikes-by-us-led-coalition-neglected-by-western-media/ sowie http://sptnkne.ws/dHte und http://sptnkne.ws/dHvv. S.a. die UN-Berichte dazu (vgl.u.). Im Gegensatz zur Situation in Syrien unternähmen jedoch laut Russia Today-Korrespondent Murat Gasdijew die irakische Armee und deren Verbündete so gut wie nichts, um den Menschen zur Flucht zu verhelfen. Und leider führten das irakische Militär wiedie US-geführte Koalition Luft- und Artillerieschläge gegen die Extremisten ohne Rücksicht auf die Zivilisten in der Gegend. (http://sptnkne.ws/dHvv).

Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî kam am Di., 7.3.2017, erstmals seit der Eroberung der Provinzhauptstadt 2014 Mossul besuchen, wie as-Sûmariyya News meldet. Er will sich möglichst nahe vor Ort mit dem Lauf der Befreiungsoperation vertraut machen. (http://sptnkne.ws/dHMy)

Irakischer Kampfverband, Photo: SANA

Irakischer Kampfverband, Photo: SANA

In einer kurzen Erklärung gegenüber as-Sûmariyya News gab der Befehlshaber, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, am 6.3.2017 bekannt, daß die Truppen im Kampf gegen den IS wieder die Kontrolle über den Stadtteil aṣ-Ṣamûd und mit der Freiheits-Brücke (Ğisr al-Ḥuriyya, vgl.u.) am rechten [d.i. westlichen] Tigrisufer von Mossul zurückerlangt haben. Die Freiheits-Brücke führt mitten ins Stadtzentrum, welches der IS von Süden her kontrolliert. Sie ist die zweite gesicherte Brücke nach jener, die während des am 19.2.2017 beginnenden Angriffs im Süden des Westteils von Mossul zurückerobert wurde. – Am Vortag, dem 5.3.2017, hatten sich dem Kommandeur zufolge  die vereinten Streitkräfte in vier Stadtteile vorgekämpft, wobei die Bundespolizei und die schnelle Abwehrtruppe die Stadtteile ad-Dindân und ad-Duwâsa stürmten während die  Anti-Terror-Kräfte in die Stadtteile aṣ-Ṣamûd  und Tal ar-Rumân vorstießen. (http://www.sana.sy/?p=518087) – Zuden befreiten Gebäuden zählten auch noch das der Polizei und der Justizbehörde in West-Mossul mit Ausschaltung von 135 IS-Kämpfern. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24606-irak_polizei_be- freit_staatliche_geb%C3%A4ude_im_westen_von_mossul)

Am Samstagmorgen konnte die Armee einen ISAngriff auf die Stadt ar-Ruṭba (vgl.u.) in der westlich gelegenen Provinz al-Anbâr zu vereiteln wie as-Sûmariyya News berichtet. Die Stadt sei von Zeit zu Zeit immer wieder Terroranschläge von extremistischen Organisation ausgesetzt. Derweil eliminierte die Bundespolizei rechtzeitig einen Suizidattentäter auf dem  rechten [d.i. westlichen] Ufer von Mossul. (http://sana.sy/?p=517306)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Nînawâ“, verkündete am 3.3.2017, die Befreiung des Stadtteils Wâdî Ḥağar am rechten Tigrisufer (Westteil) in Mossul. Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî hatte zuvor schon von Fortschritten im Bereich der 4. Tigrisbrücke berichtet. (http://sana.sy/?p=517039)

Südlich von Mossul entdeckten örtliche Aktivisten wieder ein Massengrab. Die 15 Skelette stammten  wahrscheinlich von Ermordeten des IS per Erschießung. (http://sptnkne.ws/dEX2)

Immer mehr Bewohner von Westmossul fliehen aus dem umkämpften Gebiet. Von den ca. 750.000 Personen, die sich möglicherweise dort noch aufhalten sind laut dem Minister für Flüchtlingsangelegenheiten in den letzten zehn Tagen ca. 26.000 Flüchtlinge registriert worden, was bedeutet, daß noch sehr viel mehr zu erwarten sind. Doch reichen die Kapazitäten der Notunterkünfte  laut UNO-Schätzungen  gerade einmal für 85.000 Menschen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24414-26.000_iraker_aus_westmossul_geflohen) Der Westteil Mossuls beinhaltet die historische Altstadt mit enger Bebauung, den alten Märkten, der großen Mo­schee und bedeutenden Regierungsgebäuden. Damit sind die Straßenkämpfe besonders schwierig, die Verwendung schwerer Rüstungstechnik ist daher ausgeschlossen. Auch das ummauerte Ausgrabungsgelände des antiken Ninive befindet sich innerhalb der Stadtgrenzen im Westteil.

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, gab am Mi., 1.3.2017, eine Presseerklärung ab, in der er den jahrelangen –von manchen Regierungen nicht entsprechend gewürdigten – Kampf der beiden Staaten, des Iraks wie Syriens, gegen den Terrorismus herausstellte, der gerade nicht nur diese Staaten bedrohe und somit generell Priorität haben müsse. Wörtlich bemerkte er: „we strike terrorism wherever it exists in cooperation with our neighbor Syria” und fügte hinzu: “we are the ones who have been fighting terrorism for years regardless of states’ positions towards it, and any understanding from states of the danger posed by terrorism and the priority of fighting it is welcome.” Im Hinblick auf die Türkei warnte er, daß der Terrorismus eine Gefahr für einen jeden  werden könne.  (http://sana.sy/en/?p=101147)

Angesichts der vermehrten Niederlagen des IS auch in Mossul, seiner letzten großen Bastion im Land, soll deren selbsternannter Kalif Abû Bakr al-Baġdâdî eine „Abschiedsrede“ an seine Anhänger gerichtet haben, wie as-Sûmariyya berichtet. Dabei habe ererläutert, was mit der Gruppierung passiert“, so der Informant der Agentur aus der Provinz Nînawâ und dezidiert die Mißerfolge der letzten Zeit in der Provinz wie anderswo angesprochen. Die Mitstreiter rief er daher auf, sich – wie meist in solchen Fällen [vgl. Tadmur und Dair az-Zaur !] – im Gebirge zu verschanzen. (http://sptnkne.ws/dEKS)
Kritisch gesehen wird diese sog. „Abschiedsrede“ – außer von den Blogbetreibern – auch hier: http://sptnkne.ws/dEYm, http://sptnkne.ws/dFc9

Wie schon in Syrien mißbraucht der IS nun auch im Irak Haustiere, um Bombenanschläge zu verwirklichen. So bemerkten etliche die Armee unterstützende Milizen während eines Gefechts, wie ein niedlicher Hundewelpe, versehen mit genügend Sprengstoff, die Frontlinie in ihre Richtung überquerte. Der Sprengsatz sollte per Fernzünder zur Detonation gebracht werden, was die irakischen Kämpfer jedoch noch rechtzeitig verhindern konnten. „Was hat dieses Tier verbrochen? Jetzt fangen die IS-Tölpel sogar Tiere ein, um diese  gegen uns zu schicken“, kommentierte einer der Männer den Vorfall. (http://sptnkne.ws/dDUj)

Infolge der Detonation zweier Bomben nahe des Stadions im südlichen bagdader Stadtteil aš-Šuhadâ´ kam am Di., 28.2.2017, eine Person ums Leben, vier weitere wurden verletzt. Man vermutet den IS hinter dem Anschlag. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24348-explo- sion_s%C3%BCdlich_von_bagdad_hinterl%C3%A4sst_1_to- ten_und_4_verletzte)

Der Nahost-Beauftragte des russischen Präsidenten, Michail Bogdanow, bemerkte bei der Konferenz zum Thema „Nahost: Wann beginnt das Morgen?,  Rußlandwirkt mit den Irakern bei der Bekämpfung des IS eng zusammen – sowohl im Irak als auch im benachbarten Syrien“. Dies geschehe im Rahmen des seit längerem in Bagdad einge­richteten Informationszentrums (vgl.u.). Dabei steigere die russische Waffen- und Kampftechnik deren Gefechtsfähigkeit.  – Seit dem Jahr 2012 kaufte die Regierung in Bagdad Waffen aus Rußland in großen Mengen, darunter neue Waf­fen und solche aus Depots des russischen Verteidigungsministeriums, nämlich:   u.a. 13 Erdkampfflugzeuge Su-25, 28 Hubschrauber Mi-35M, 15 Hubschrauber Mi-28NE, mehrere Hubschrauber Mi-17, Fla-Raketenkomplexe Igla-S, 48 Fla-Raketensysteme Pan­zir-S1, 12 schwere Flammenwerfer-Systeme TOS-1A und Panzer T-72B, dazu große Mengen an Munition, Pioniergerät und Schützen­waffen. Die Kurden erhalten ihre Bewaffnung über die Zentralregierung, aus russischen Beständen z.B. Flagartillerieanlagen SU-23-2 und große Men­gen an Munition. (http://sptnkne.ws/dDFd)

Im Raum von Ḫasaf (Khasf) nahe der Verbindungsstraße Mossul-Bagdad fanden irakischen Behörden laut The Telegraf vom Sa., 25.2.2017, das bisher größte Massengrab von ca. 4.000 IS-Opfern gefunden. Unmittelbar nach Besetzung von Mossul 2014 hätten gemäß Augenzeugen IS-Terroristen Lastwagen voll mit Gefangenen – v.a. Sicherheitskräften – zu einem natürlichen trichterartigen Landschaftseinschnitt gebracht, die Menschen erschossen und die Leichen dort abgeladen. Erst 2015 sei der Trichter zugeschüttet worden. (http://sptnkne.ws/dDbS)

Die Anti-Terror-Kräfte konnten am 24.2.2016 auch wieder das Militärlager al-Ġazlânî (vgl.u.) vom IS zurückerobern. Die Luftwaffe erreichte zudem die Außenbezirke von West-Mossul. (http://sana.sy/?p=513820)

Nach einem Großangriff von mehreren Seiten wurde der Flughafen von Mossul durch die vereinten Streitkräfte des Landes aus der IS-Besetzung zurückerobert, nachdem deren Barrikaden überrannt worden waren. Polizei und schnelle Eingreiftruppen mit Unterstützung der Luftwaffe und schweren Artillerie vernichteten den größten Teil der IS-Befestigungsanlagen. Die Erklärung hierzu wurde am Do., 23.2.2017, morgens im Staatsfernsehen verlesen.  (http://sana.sy/?p=513820, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24148-irakische_streitkr%C3%A4fte_befreien_flughafen_in_mossul)

Wie Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat mitteilte, zogen sich die IS-Terroristen aufgrund des Vorstoßes der irakischen Armee vom Flughafen in Mossul zurück. Zuvor war das Gebiet am Dienstagmorgen schweren Bombardements ausgesetzt, die immense Schäden zur Folge hatten. Anschließend kam es zu harten Gefechten mit dem IS, die schließlich zum Rückzug der Terroristen führten. Bei einem Drohnen-Angriff der Armee sei am Flughafen auch der IS-Kommandeur mit Kampfnamen Abû ʽAbdullâh getötet worden. Zudem konnte das strategisch bedeutsame Dorf al-Sahaji (?) befreit werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24070-is_terrori- sten_fliehen_von_flughafen_in_mossul_nach_irakischer_milit%C3%A4r-operation)
An den den derzeitigen Operationen in West-Mossul nehmen die Armee, die Bundespolizei, Anti-Terror-Einheiten wie die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî teil, nicht jedoch Pîšmarga-Kräfte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i24110-peschmerga_k%C3%A4mpfer_neh- men_nicht_an_befreiungsoperation_f%C3%BCr_mossul_teil)

Nach Mitteilung des Kommandanten der Krisenreaktionskräfte, Generalmajor Ṯâmir Muḥammad, gegenüber der irakischen Nachrichtenagentur am Mo., 20.2.2017, gelang es der Armee, Dutzende Dörfer auf der rechten Uferseite des Tigris im Umkreis von Mossul vom IS zu befreien. Er fuhr fort: „Die irakischen Sicherheitskräfte beendeten die Säuberung der Dörfer al-ʽAḏba und al-Lazâka und näherten sich dem Dorf al-Kâfûra, sie eliminierte 23 Terroristen und nahmen eine große Anzahl von Waffen und Munition an sich.“ Laut dem Bundespolizeichef, Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat, wurden zudem fünf IS-Stellungen in al-ʽAḏba mitsamt Heckenschützen  eliminiert und in Richtung al-Kâfûr (sic!) vorgerückt.  Der Kommandant der Ninive-Operationen, Generalmajor Nağim al-Ğubûrî, informierte darüber, daß bei der Befreiungsschlacht um das Dorf al-Lazâka sechs IS-Anführer zur Strecke gebracht wurden. Gemäß dem Kommandanten der Operation „Wir kommen, Nînawâ“  erlangte die Bun­des­polizei die Kontrolle über den Bereich „Saiṭra al-ʽAqarib“ zurück und über den Dörfern al-Kâfûr, al-Ğamâša und al-Bağwârî wurde die irakische Flagge gehißt. Befreit wurden gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Nînawâ“, auch die Dörfer Ḥussainiyya und aš-Šaiḫ Yûnis, al-Ḥarâkiyât und Tal Kîṣûm; die Tête  der Armee stieß dabei bis zum Rand der ʽAṭšân-Bergkette vor.  Unter Armeekontrolle kamen auch die Dörfer al-Kanṭîra und al-Ubaiḍ südlich von al-Bûsîf.
Andererseits kam bei der Detonation einer Bombe am Straßen­rand im Gebiet von as-Sayyid ʽAbdullâh südlich von Bagdad ein Bürger ums Leben, weitere vier wurden verwundet. (http://sana.sy/?p=511402)

Am Rand der Münchener Sicherheitskonferenz trafen sich am So., 19.2.2017, Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm und der russische Vizeaußenminister Michail Bogdanow. Maʽṣûm bekundete das Interesse seines Landes am Ausbau politischer, militärischer und wirtschaftlicher Zu­sammenarbeit wie an russischen Investitionen in die Wirtschaft des Landes  und seinen Erdölsektor. „Der Präsident bekräftigte den Wunsch der Republik, das Engagement russischer Firmen bei der Entwicklung der Landwirtschaft sowie in der Industrie und im Erdölsektor zu fördern“, in formierte das Prä­sidialamt. Bogdanow bedankte sich für dieses „herausragende Interesse“.  Im Kampf gegen den IS  betonte der Staatspräsident die Notwen­dig­keit von mehr Datenaustausch und Koordinierung bei der Vernichtung des IS und seiner Zellen außerhalb des Iraks, die die Region wie die ganze Welt gefährdeten. (http://sptnkne.ws/d9Wj)

As-Sûmariyya News berichtet von einer Massenevakuierung der IS-Familienmitglieder aus dem westlichen Mossul aufgrund der gestarteten Armee-Operation (vgl.u.) von S und SW her. Vordringliche Ziele seien das Militärlager al-Ġazlânî und der Luftwaffenstützpunkt. In Mossul soll es gleichzeitig zu immer mehr Übergriffen der Bevölkerung auf IS-Leute kommen. (http://sptnkne.ws/d9VR)

Während seiner vom staatlichen Fernsehen ausgestrahlten Rede vom So., 19.2.2017, erklärte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî:Wir verkünden den Beginn der neuen Phase der Operation. Wir kommen, um den westlichen Teil von Mosul zu befreien“ [gemeint: ist im unvollkommen zitierten Satz: die Operation: „Wir kommen Ninive!“]. Er setzte hinzu: „Unsere Einsatzkräfte sind dabei, Operationen zur Befreiung der Bürger aus den Klauen der Terroristen zu beginnen„. Kampfflugzeuge der irakischen Luftwaffe haben bereits Millio­nen an Flugblättern über West-Mossul abge­worfen, um die Bürger über die Operationsziele zu informieren. Man geht davon aus, daß die föderale Polizei mit Angriffen auf IS-Stellungen am Flughafen im Süden der Provinzhauptstadt westlich des Tigris beginnt. – Im vorhergehenden Gespräch mit dem britischen Außenminister Boris Johnson am Rande Münchener Sicherheitskonferenz tags zuvor hatte er zudem die Bedeutung der Fortsetzung der internatio­nalen Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Terrorismus betont.  (http://sana.sy/?p=511007, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23934-iraks_premiermi- nister_befreiungsoffensi-ve_im_westteil_von_mossul_begonnen)

Der Suizidattentäter, der am So. , 19.2.2017, mittels einer Autobombe den Armee-Stützpunkt in Tal Kîṣûm nahe Mossul angegriffen habe, sei als der britische Islamkonvertit Jamal al-Harith Harith [Ğamâl al-Ḥāriṯ] bzw. Jamal Udeen (al-Harith) [Ğamâl ad-Dîn al- Ḥāriṯ] mit dem Kampfnamen Abû-Zakariya al-Britânî, zuvor Ronald Fiddler, identifiziert worden. (http://www.telegraph.co.uk/news/2017/02/21/british-man-launched-isil-suicide-attack-guantanamo-bay-detainee/   vom 21.2.2017)

Wegen mangelnder Sicherheit hat der IS im Bezirk Tal ʽAfar, westlich von Mossul, für den 17.2.2017 die Abhaltung der Freitagsgebete abgesagt. (http://babil24.com/ar/details.aspx?id=54279&page=%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D9%8A%D8%B1%D8%AA%D8%B9%D8%B4–%D8%A7%D9%84%D8%AA%D9%86%D8%B8%D9%8A%D9%85-%D9%8A%D9%84%D8%BA%D9%8A-%D8%B5%D9%84%D8%A7%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%AC%D9%85%D8%B9%D8%A9-%D9%84%D9%87%D8%B0%D8%A7-%D8%A7%D9%84%D8%B3%D8%A8%D8%A8

Am Donnerstagnachmittag detonierte erneut eine Autobombe des IS im südlichen Bagdader Stadtteil al-Bayya (AL-Bayaa, AL-Bia). Dabei kamen mindestens 48 Personen ums Leben –  die Zahl könnte noch steigen; zudem brannten Autos aus und wurden Gebäude zerstört. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23858-bombenan- schlag_in_bagdad_hinterl%C3%A4sst_50_tote_und_dutzende_verletzte, s.a. http://sptnkne.ws/d8Be)

Zeugen aus Mossul  berichteten, der IS habe am Mi., 15.2.2017, unter Vorgabe, die Beschuldigen hätten mit irakischen Sicherheitskräften  zusammengearbeitet, 13 Personen in einen Käfig sperren und daraufhin ertränken lassen. (http://babil24.com/ar/details.aspx?id=54264&page=%D9%85%D8%A7-%D8%AA%D9%87%D9%85%D8%AA%D9%87%D9%85-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D9%8A%D8%B9%D8%AF%D9%85-13-%D8%B4%D8%AE%D8%B5%D8%A7-%D8%A8%D8%A7%D8%BA%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%87%D9%85-%D9%81%D9%8A-%D8%A7%D9%84%D9%85%D8%A7%D8%A1) – Da illustrierende, hier leider nicht einkopierbare Photo sieht allerdings nach einem Fake aus.

In Bagdad kam es zu zwei Anschlägen: einmal detonierte eine Autobombe im Stadtteil aṣ-Ṣadr am Nachmittag, wobei mindestens 15 Menschen starben. Infolge einer weiteren Explosion im östlichen Stadtteil al-Ḥabîbiyya seien ca. 50 Personen verletzt worden sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23828-mindestens_15_to- te_und_50_verletzte_bei_bombenanschlag vom 15.2. 2017)

Geschäft in Bagdad mit Valentinstagsartikeln, Photo: AFP

Geschäft in Bagdad mit Valentinstagsartikeln, Photo: AFP

Ein IS-Kämpfer in Mossul ereiferte sich nach Gesprächen Jugendlicher anläßlich des Valentinstages am 14.2.2017, der im Arabischen ʽÎd al-Ḥubb (d.i. Fest der Liebe) heißt, dermaßen, daß er laut Bericht von babil24.com/ar, in einer Moschee im IS-kontrollierten Westen von Mossul zuerst eine flammende Predigt gegen das – seiner Ansicht nach – „Fest der Unzucht“ hielt und das Fest verbot. Zur Abschreckung für solche, die das Fest vielleicht gerne begangen hätten, holte er dann einen der Teddybären hervor, die aus diesem Anlaß gerne verschenkt werden, schnitt ihm den Kopf ab und  drohte, Zuwiderhandelnden  werde es genau so ergehen.  Auch das Tragen roter Kleidung – selbst für Babys – sei gemäß einer Meldung von as-Sûmariyya News untersagt. (http://sptnkne.ws/d734, s.a. (http://sptnkne.ws/d729) – Im im säkularen Syrien dagegen hat man kein Problem beim Begehen des ʽÎd al-Ḥubb. (http://sptnkne.ws/d74Z)
Nach Auffindung der ursprünglichen Webseite ergab sich, daß der reguläre IS-Prediger beim Freitags-ṣalât die Aktion im Voraus in der Moschee durchgeführt hatte.  darüber hatte eine lokale Quelle am Mo., 13.2.2017, berichtet.(http://babil24.com/ar/details.aspx?id=54192&page=%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D9%8A%D8%B3%D8%AA%D8%A8%D9%8A%D8%AD-%D8%A7%D9%84%D8%AF%D9%85%D8%A7%D8%A1-%D9%88%D9%8A%D8%AD%D8%B1%D9%85-%D8%A7%D9%84%D9%84%D9%88%D9%86-%D8%A7%D9%84%D8%A3%D8%AD%D9%85%D8%B1-%D9%81%D9%8A-%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%88%D8%B5%D9%84)
Anmerkung:  Mit diesen drastischen Verboten  steht der IS nicht alleine. In etlichen islamischen Ländern (besonders streng in Saudi-Arabien) ist die Begehung des Valentinstags (mit Verbannung alles Roten, entsprechender Bräuche und Geschenkartikel) verboten, in anderen zumindest verpönt.  Gemäß überkommenem klassischen Islamischem Recht ist es den Gläubigen (i.e. Muslimen) untersagt, Nichtmuslime nachzuahmen. Hierzu gibt es zahlreiche Ḥadîṯe und fatâwâ (Fatwen); vgl. etwa: Riyâd aṣ-Ṣâliḥîn, Kap.40; Juynboll 1910, S.352; www.islam-qa.com/ar/ref/13759 und die Mitteilung des Islamischen Zentralrats der Schweiz: http://www.izrs.ch/weshalb-muslime-keinen-valentinstag-feiern-sollten.html.

Mit einem Kredit der staatlichen deutschen Förder- und Entwicklungsbank KfW stellt die BRD dem Irak zum Wiederaufbau der Schlüsselinfrastrukturen in den im Kampf gegen den IS geschädigten Gebieten 500 Millionen € zur Verfügung. „Wir wollen die irakische Regierung bei der Wiederherstellung öffentlicher Infrastruktur unterstützen, damit die Menschen, die vor dem IS-Terror fliehen mussten, nach Hause zurückkehren können„, erklärte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) dazu in Berlin. (http://parstoday.com/de/news/germany-i23760-deutschland_leiht_irak_halbe_milliarde_euro_f%C3%BCr_wiederaufbau vom 14.2.2017)

ʽIrâqî Media Network meldete aus einer Erklärung des Verteidigungsministeriums, die Streitkräfte hätten einen IS-Angriff auf  aš-Šaiḫ ʽAlî und im Gebiet al-Ḥarâriyât nahe der Stadt Baiğî Armee in der nördlichen Ṣalâḥuddîn-Provinz unter beträchtlichen Feindverlusten vereitelt.
Laut Polizeiauskunft kam infolge der Detonation einer am Straßenrand angebrachten Bombe in  Ḫân ârî im Umkreis von Abû Ġuraib westlich von Bagdad ein Passant zu Tode, weitere drei wurden verletzt.
Schon am Vortag (11.2.2017) waren bei verschiedenen Anschlägen im Irak drei Personen getötet und acht verwundet worden.
Nach Mitteilung des Bagdader Operationskommandos waren im Hauptstadtgebiet durch Sicherheitskräfte im südlichen al-Bûḥaba vier Sprengkörper und drei Mörsergranaten verschiedener Kaliber sowie in al-Muftiyya und al-Ḥaṣâmît 163 Mör­ser­granaten und Sprengkörper verschiedener Kalibergefunden worden. (http://sana.sy/?p=508167)

Am Sa., 11.2.2017, führten US-Präsident Trump und Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî ein Telefonat. Trump habe die Unterstützung Washingtons für Bagdad hervorgehoben und erklärt, die USA stünden im Krieg gegen den IS an der Seite des irakischen Volkes. Hierzu sei eine Erhöhung der Anzahl an US-Militärs im Irak notwendig. Auch habe er den Tod so vieler Iraker im Kampf gegen die Terroristen bedauert. Derzeit befänden sich ca. 4.500 US-Soldaten im Irak.
Al-ʽAbâdî teilte laut Agentur Reuter mit: „Der Irak strebt die Beibehaltung seiner nationalen Interessen an und will nicht Teil irgendwelcher regionalen und internationalen Konflikte werden, was zu Katastrophen in der Region und im Irak selbst führen kann“. Während das Weiße Hauses verlauten ließ,  es sei auch über die Gefahr, die der Iran für die gesamte Region darstelle, gesprochen worden, fehlte dieser Punkt in der offiziellen Pressemitteilung der irakischen Präsidialverwaltung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23649-trump_wir_wer- den_mehr_truppen_in_den_irak_entsenden, http://sptnkne.ws/d5ZE) – Letztere Diskrepanz erklärt sich wohl daraus, daß der Iran Partner im Counterterrorismus u.a. auch bzgl. des IS sowohl der syrischen wie auch der irakischen Regierung ist.

Mit großem Protest nahm das irakische Parlament die britische Entscheidung zur Beendigung der Ermittlungen über Menschenrechtsverletzungen britischer Militärs im Irak auf.  Nach Aussage des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Landesparlament, ʽAbdulbârî  Zâbārī (Abdul Bari Zebari), im Interview mit as-Sûmariyya News vom Sa., 11.2.2017, sei dies eine Verachtung der Rechte des irakischen Volkes.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23643-bagdad_protestiert_gegen_beendung_des_straf-verfahrens_%C3%BCber_verbrechen_britischer_soldaten_im_irak)

IS-Terroristen sollen am Freitagabend an 15 Mitgliedern dreier Familien ein Abschreckungsexempel vollzogen haben. Ihnen sie zum Vorwurf gemacht worden, sie hätten versucht, aus dem IS-Kalifat im SW von Kirkûk zu flüchten. Daher seien sie anschließend in der Öffentlichkeit lebendig verbrannt worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23658-is_terroristen_verbrennen_im_irak_15_menschen)

Terroranschläge vom 9. und 10.2.2017:
Infolge eines Angriffs durch einen ISSuizidattentäter in einem Restaurant des Stadtteils az-Zuhûr im östlichen [befreiten] Teil Mossuls kamen laut Mitteilung von irakischen Militärs fünf Menschen ums Leben, weitere 124 wurden verletzt. Dasselbe ereignete sich bei einem Checkpoint im Stadtteil an-Nûr, bei dem vier Personen ihr Leben ließen und sieben Verwundungen davon trugen – hierbei handelte es sich teils um Soldaten, teils um Bürger.
Am Vortag  wurden zwei Soldaten getötet und dieselbe Anzahl verletzt durch  die Detonation einer Autobomben nahe einer bei einem Sicherheitspunkt südlich von Falûğa. (http://sana.sy/?p=507586)

Wie IS und Co. auch zu Geld kommen: Aufgrund einer Recherche, durchgeführt von „The Times“, wurde enthüllt wie Extremisten einschließlich des IS und andere Verbrecherplattformen von Beträgen, welche renommierte Firmen wie z.B. Coca Cola, Mercedes Benz, Jaguar, die Luxushotelgruppe Sandals etc. für Werbeanzeigen im Internet zahlen, profitieren. Im Beitrag heißt es daher: „The Home Affairs Select Committee (HASC) had already said that Facebook, Twitter and YouTube — owned by Google — were the ,vehicle of choice‘ in spreading propaganda and called on them to adopt a “greater sense of responsibility”. Die Werbekunden selbst wußten vorab von dieser unheilvollen Verquickung nichts, sind also selbst Opfer der Aktion: „Extremists’ sick YouTube videos are financed by ads unwittingly placed through a Google algorithm – without the brands’ approval“.  (http://sana.sy/?p=508184, www.thesun.co.uk/news/2829060/calls-for-social-media-to-block-big-brands-unwittingly-funding-isis-as-advertising-algorithm-lands-them-on-hate-sites/ vom 9.2.2017)

Über verstärkte Anwerbemaßnahmen seitens des IS infolge seiner fortdauernden Niederlagen wurde schon mehrfach berichtet. Jetzt wurde gemeldet, daß in Mossul allein an zwei Tagen Anfang der Woche mindestens 45 Zivilisten durch die Terroristen erschossen wurden, die sich einer Anwerbung widersetzten und zu fliehen versuchten. Das hätten Anwohner bestätigt. „Die Kämpfer wissen, dass ihre Tage gezählt sind, deshalb wollen sie so viele Menschen wie möglich töten, bevor sie eine Niederlage erleiden“, meinte ein Bürger dazu. Im durch den Tigris abgetrennten Westteil der Provinzhauptstadt, der noch unter IS-Kontrolle steht, lebten laut UN-Angaben ca. 780.000 bis 800.000 Zivilisten. (http://sptnkne.ws/d4QR vom 9.2.2017)

Der Nationale Sicherheitsberater, Fâliḥ al-Fayâ, erklärte im Interview mit der libanesischen Tageszeitung al-Aḫbar  beide Staaten, der Irak wie Syrien bekämpften denselben Feind, den IS. Da sei eine bessere Koordination untereinander nur förderlich.  Das gelte auch für die Überwachung der Terroristenbewegungen über die gemeinsame Grenze etc. Auch sollten weitere befreundete Regierungen in der Abwehr des Terrorismus zugezogen werden, da ein vereinter Kampf, auch was den Informationsaustausch betreffe immer effektiver sei. Die jüngsten Besuche in Damaskus (vgl.u.) seien da schon ein  positives Signal gewesen, die Kontakte sollten aber intensiviert werden.
Zur Befreiung von Mossul äußerte er, die Verzögerung der Operation habe taktische Gründe: während die Phase eins vergleichsweise schnell abgelaufen sei, brauche Phase zwei Zeit, damit die Infrastruktur nicht so sehr (vgl.u.) unter Zerstörungen leide. Die Befreiung des Westteils der Stadt werde bald eingeleitet werden.
Hinsichtlich der türkischen Intervention im Nordirak (vgl.u.) bemerkte er, daß diese ohne Zustimmung der Regierung erfolge und daher widerrechtlich und unerwünscht sei. Sie sei ein Spiegelbild dessen, was sich in der Türkei derzeit abspiele und offenbare die Natur des Regimes in Ankara, die jedoch zum Scheitern verurteilt sei. ebenso kritisierte er das Âl-Saʽûd-Regime, dessen auf Konfrontation ausgerichtete Politik sich ja auch im Jemen zeige. (http://www.sana.sy/?p=507054)

Am Mittwochabend, 8.1.2017, wurde laut Meldung von as-Sûmariyyya News Bassem al-Safi [Bassâm aṣ-Ṣâfî], ranghoher Kommandeur der irakischen Ḥizbullâh, bei einem Anschlag Bewaffneter auf sein Auto in der Stadtmitte von al-Baṣra ermordet. Auch sein Begleiter wurde verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23579-terror-akt_ranghoher_kommandeur_der_irakischen_hisbollah_get%C3%B6tet) – Die Ḥizbullâh bekämpft wie in Syrien zusammen mit der Armee den IS.

Nach Rückeroberung des Campus durch die Armee Ende Januar (vgl.u.) konnte nun bestätigt werden, daß Spezialisten des IS in der Universität von Mossul das Giftgas Iprit (d.i. Senfgas) zum Kampfeinsatz hergestellt haben. Sie bedienten sich dabei der dort vorgefundene Chemikalien und Einrichtungen. (http://sptnkne.ws/d4mu vom 8.2.2017)

Aus einem Bericht der Quilliam Foundation geht hervor, daß der IS die Anwerbung unter Flüchtlingskindern intensiviere, besonders in Lagern des Libanon und in Jordanien. Die Kinder seien unter den schwierigen Bedingungen, unter denen sie leben müßten,  leichte Opfer. Zunächst würden sie mit Lebensmitteln und Geld angelockt, dann erfolge eine intensive Gehirnwäsche, nach der die Jugendlichen wie besessen von der extremistischen Ideologie seien, erklärt Nikita Malik, eine der Berichtsverfasserinnen. Sie konstatiert: „Ihre Methoden der Anlockung sind äußerst effektiv, besonders wenn es sich um Jugendliche handelt, die keine Familie mehr haben“. Gerne würden diese Neuangeworbenen auch für Attentate im Ausland eingesetzt, wobei der IS enge Verbindungen zu Flüchtlingsschleppern unterhalte. (http://sptnkne.ws/d3Su vom 7.2.2017)

Über die grausamen „Disziplinierungsmaßnahmen“ des IS für „widerspenstige“ Bürger von Mossul spricht eine anonym bleiben wollende 20-jährige Juristin im Interview mit Sputnik . Bei der Zwangseinführung ihres islamischen Reglements wahhâbitischer Prägung setzen die Extremisten vor allem auf brutale abschreckende Strafmaßnahmen. Zwei kleine Mädchen (unter 10 Jahre alt!) wurden wegen einer Lappalie ergriffen, ihre Eltern sollten wählen, ob ihre Kinder wegen ihrer Verfehlungen ausgepeitscht oder gebissen würden. Nachdem die Eltern hofften, letzteres sei weniger schlimm, kam jedoch  eine Art Fangeisen mit Metallzähnen zum Einsatz, das tiefe Fleischwunden verursachte  – die Mädchen verbluteten. Doch auch die harten Auspeitschungen überlebten viele nicht. Von den gravierenden psychischen Auswirkungen solcher Demütigungen wolle man gar nicht erst reden. IS-Aufseher stünden an jeder Ecke und überwachten das äußere Erscheinungsbild von Männern und Frauen. Ihnen entgehe nichts. „Ständig schreien sie die Frauen an: Warum hast du dich geschminkt? Wo sind deine Handschuhe? Bedecke dein Gesicht mit noch mehr Stoff!“, berichtet die Juristin. „Auch Männer wurden streng kontrolliert. Sie dürfen sich nicht rasieren. Rauchen ist eine Todsünde.“  Wer gar Kritik übe an den Vorgehensweisen der Extremisten, dem werde mit Nadel und Faden der Mund zugenäht. Tag und Nacht lebe man in Angst. Daher trauten sich die meisten kaum mehr aus ihren Wohnungen heraus. „Und dann sind da noch die dichten Rauchschwaden über der Stadt. Die kommen von brennendem Öl. Öl ist die wichtigste Einnahmequelle für die Terroristen. Aber wegen der Kämpfe brennen viele Öl­quellen und können nicht gelöscht werden. Deswegen erstickt die Stadt im dichten Qualm“, hieß im Bericht weiter. (http://sptnkne.ws/d3sF) – Zu Grausamkeiten der Terroristen und ihrer Beurteilung nach Islamischem Recht vgl.!

Nachdem sich nach Absetzung der von den Muslimbrüdern dominierten ägyptischen Regierung unter Mursî die Beziehung zum säkularen Syrien wieder gut entwickeln, hat Saudi-Arabien als Heimat des Wahhâbismus im Oktober 2016 die Öllieferungen nach Ägypten eingestellt. In diese Lücke stößt nun die irakische Regierung. Eine Vereinbarung über regelmäßige Lieferungen nach Ägypten steht bevor, wie der ägyptische Ölminister gemäß al-Yaum as-Sâbiʽa mitteilte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23311-irak_ersetzt_saudi_arabien_bei_%C3%96l_export_nach_%C3%84gypten)

Der deutsche Bundesentwicklungsminister Gerd Müller traf am Do., 2.2.2017, zu seinem zweitägigen Besuch in Arbîl (Erbil) im kurdischen Autonomiegebiet des Irak ein, um mit dem trotz langem Ablauf seiner Amtszeit als Präsident nicht von seinem Posten weichenden Masʽûd Barzânî (Masoud Barzani) und  dem Ministerpräsidenten Nêçîrvan Barzânî (Nechirvan Barzani) zusammenzutreffen. Neben dem Ausbau wirtschaftlicher Beziehungen gehe es auch um die Lieferung von Waffen, die schließlich in IS-Händen landeten und u.a. deshalb in der BRD umstritten sind. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23305-bundesentwicklungsminister_im_nordirak) – Zum das irakische Kurdengebiet beherrschenden Familienclan Barzânî vgl.u.! Zur Kritik an den Waffenlieferungen s. http://sptnkne.ws/dz62.

Rußlands Außenminister Sergei Lawrow gab am Mi., 1.2.2017, während des Forums für Russisch-Arabische Zusammenarbeit bekannt: „Wir sind solidarisch mit dem irakischen Volk in dessen Kampf gegen den IS, unterstützen das scharfe Vorgehen der irakischen Regierung zur Übernahme der Kontrolle über die von Terroristen besetzten Territorien des Landes. Wir tragen zu diesem Kampf bei und stärken die Kampfbereitschaft der iraki­schen Streitkräfte, indem wir russische Waffen und Militärtechnik in den Irak liefern“.  Es sei wichtig, die Befreiungsoperation von Mossul zu vollenden, wobei aber der Schutz der Zivilisten nicht vernachlässigt werden dürfe.  (http://sana.sy/?p=503211, http://sptnkne.ws/dyET)

Der IS-Terrorist mit Kampfnamen Abū Sayyāf  (Abu Sayyaf), laut einem irakischen Journalisten „einer der am meisten gefürchteten Henker in Ninive. Er war bekannt wegen seines riesigen Wuchses und seiner starken Arme. Er war eines der berühmten Gesichter der IS-Propaganda­videos“, sei am Sonntagabend, 29.1.2017, in Mossul getötet worden wie verschiedene Blätter basierend auf ʽIrâqî News melden. Eine Sicherheitskraft gab an: „Eine unbekannte bewaffnete Gruppierung tötete am Sonntag den bekanntesten IS-Henker, den so genannten Abu Sayyaf“, während es nach anderen Mitteilungen hieß: „Er wurde nahe Mossul im Gebiet al-Dasawa in einen Hinterhalt gelockt. Er starb augen­blicklich an mehreren Messerstichen.“ (http://sptnkne.ws/dxRH)

Am Fr., 27.1.2017, erließ der neue US-Präsident Trump den Erlaß: „Über den Schutz der Nation vor der Einreise ausländischer Terroristen“, welcher verfügt, daß Bürger aus dem Irak, Iran, Jemen, Sudan, aus Libyen, Somalia und Syrien 90 Tage lang keine Visa erhalten (http://sptnkne.ws/dyhy). Das Pentagon fordert jedoch jene Iraker vom Einreiseverbot auszunehmen, welche bei und nach der US-Invasion von 2013 die US-Armee im Irak unterstützten. (http://parstoday.com/de/news/world-i23189-pentagon_fordert_ausnahmeregelung_f%C3%BCr_iraker_bei_einreiseverbot)

Während des moskauer Treffens einiger syrischer Oppositionsgruppen vom Fr., 27.1.2017, verdeutlichte der russische Außenminister Sergei Law­row, daß es sich nach der US-Invasion im Irak  2003  „genau um diejenigen Besatzer handelte, die eine Verfassung erarbeiteten und diese dann als kompromisslosen Text dem irakischen Volk aufzwangen“. Paul Bremer war  2003 unter der US-Administration von George W. Bush als Zivilverwalter für den Irak eingesetzt worden und sollte eine Reihe neuer Gesetze im Land einführen. Während  einer Sonntagmorgen-Nachrichtenshow teilte er damals mit, daß die USA dem Land eine neue Verfassung im Gegensatz zu jener unter Staatschef Ṣaddām Ḥussain geltenden [säkularen! Vgl. allein Flagge!] gäben. (http://sptnkne.ws/dwp7) – Damit verwundert es nicht, daß auch die von der Besatzung macht eingesetzte Übergangsregierung (vgl.u.) im Volk auf Ablehnung stieß.

Nach Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in Nînawâ und Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Ninive“ vom 27.1.2017, wurden in den letzten 100 Tagen  seit Beginn der Befreiungsoperation von Mossul 1.028 IS-Autobomben, 100 Drohnen, 312 Militärfahrzeuge  sowie 100 Boote des IS zerstört. die vereinten Streitkräfte – zusammengesetzt aus  Armee, Polizei, Anti-Terror-Einheit und der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  – befreiten in jener Zeit 403 Dörfer und 87 Stadtviertel. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i23013-befreiungsopera-tion_in_mossul_mehr_als_1000_is_autobomben_zerst%C3%B6rt)

Die Detonation eines Sprengsatzes, angebracht nahe eines belebten Marktes im Viertel al-Basâtîn im nördlichen Teil Bagdads,  kostete am Freitagnachmittag [27.1.2017] einem Bürger das Leben, drei weitere wurden verletzt. Eine Gruppe mit automatischen Waffen schoß in Yûsufiyya, im südlichen Teil der Hauptstadt um sich, tötete und verletzte auf diese Weise je einen Einwohner. (http://sana.sy/?p=501237)

In einer zweiten Rückkehrwelle seit Oktober 2016 sind tausende Binnenflüchtlinge  – mindestens 22000 der insgesamt 180.000 – wieder in den Ostteil von Mossul zurückgekehrt, wie die UNO informiert. Je Zwei Mal pro Woche werden die in den Flüchtlingslagern al-Ḫazar (Al-Khazer) und Ḥusn aš-Šâm (Husn al-Scham)  untergebrachten Personen zurückgeführt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22983-mossul_fl%C3%BCchtlinge_kehren_in_die_be- freiten_gebiete  vom 26.1.2017)

Durch eine Autobombenexplosion im aš-Šurğa-Bereich des ar-Ruṣâfa-Viertels im Zentrum von Bagdad wurden bislang elf Iraker getötet und ca. 30 weitere Personen verletzt.
Südöstlich der Hauptstadt detonierte ein am Straßenrand platzierter improvisierter Sprengsatz im Bereich an-Nahran, wobei ein Iraker starb und drei weitere verletzt wurden.
Im Süden Bagdads wurden durch ein Operationskommando in einem Versteck Raketen und weitere explosive Materialen gefunden. Auch konnten Sicherheits­kräfte westlich von Bag­dad einen Entführten  befreien und zwei seiner Entführer verhaften.
Der Kommandeur der 7. Armee-Division, Generalmajor  ʽAbduz-Zûbaʽî, informierte zudem über die Zerstörung eines IS-Lagers bei Luftangriffen nahe der  Grenzstadt zu Syrien, Qâ`îm (Qaim), im westlichen al-Anbâr. (http://sana.sy/?p=500413)

In einem Tunnel im befreiten südöstlichen Teil von Mossul, welcher offenbar vom IS zum  Ausbildungszentrum für Kinder umgerüstet worden war, entdeckten Soldaten  liegengebliebene Hefte mit Kinderzeichnungen. Diese glichen in keiner Weise denen „normaler“ Kinder, sondern wiesen augenfällige Auffälligkeiten auf, die auf die schädliche Indoktrination druch den IS zurückzuführen sind.  U.a. sind Angriffe durch Bedienung von Maschinenpistolen und Artillerie, aus Hubschraubern und Panzern zu sehen, welche die minderjährigen Rekruten , die sog. „Kinder des Kalifats“ oder „Löwenjungen des Kalifats“ (vgl.u.), zeichneten.(http://sptnkne.ws/duHe) – Die große Gefahr, welche eine Jugend bildet, die der Indoktrinierung solch extremistischen Gedankenguts ausgesetzt gewesen ist, hat auch kürzlich der syrische Präsident Dr. al-Assad  im Interview vom 20.1.2017 angesprochen.

Kinderzeichnung eines IS-Kalifats-Rekruten, Photo: sputnik news

Kinderzeichnung eines IS-Kalifats-Rekruten, Photo: sputnik news

Das Verteidigungsministerium ließ verlauten: „Den irakischen Regierungskräften ist es gelungen, den Osten der Großstadt Mossul vollständig vom IS zu befreien. Den Terroristen wurden schwere Schäden zugefügt.“ Noch am Montagabend griffen Armeehubschrauber letzte IS-Stellungen im Bezirk Rašadiyya im Ostteil von Mossul an, töteten 28 Terroristen und zerstörten zwei ihrer Panzerfahrzeuge sowie eine halb­schwere Waffe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22895-irakische_armee_nimmt_ost_mossul_komplett_ein)

Durch einen Autobombenanschlag im östlichen Bagdad wurden am Mo., 23.1.2017, eine Person getötet und weitere sechs verletzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22897-autobom- be_im_osten_bagdads_hinterl%C3%A4sst_1_toten_und_6_verletzte)

Am Mo., 23.1.2017,  konnte die Luftwaffe zwei geheime IS-Trainingslager der letzten IS-Hochburg al-Qâ´im (al-Qaim,  nahe der Grenze zu Syrien) in der Provinz al-Anbâr zerbomben, wobei auch ca 50 Terroristen getötet und 25 verletzt worden seien.  (http://sptnkne.ws/duhj)

Nach Mitteilung des Portals Rudaw vom Mo., 23.1.2017, hätten IS-Kämpfer um die 15 Jahre alte Kinder zu einer  15 – 20 tägigen Militärausbildung in ein Kirchengebäude in Tal Kaif (s.u.) gebracht. Dieses hätten sie zum Stabsgebäude auserkoren, da sie davon ausgingen, daß keine Luftschläge auf Kirchen ausgeführt würden. (http://sptnkne.ws/duk4)

Am So., 22.1.2017 veröffentlichte das Verteidigungsministerium eine Erklärung darüber, daß in den befreiten Gebieten der Provinz al-Anbâr inzwischen 20.000 Sprengfallen entdeckt und entschärft seien sowie 250 Häuser von Bomben  und Sprengsätzen gesäubert und hunderte Autobomben zerstört worden sind. Südlich Bagdads sei zudem ein Terroristenlager mit Sprengsätzen aufgespürt und dazu im Norden von al-Anbâr ein mit Sprengstoff bestücktes Motorrad  und weitere elf Sprengstoffpakete  unschädlich gemacht worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22873-irak_20.000_spreng-stoffpakete_im_irakischen_al_anbar_entsch%C3%A4rft)

Laut Veröffentlichung des Bildungsministeriums vom So., 22.1.2017, seien in den eroberten Teilen Mossuls nach zweieinhalb Jahren der Schließung wieder 70 Schulen geöffnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22783-nach_befreiung_von_teilen_mos- suls_schulen_wieder_ge%C3%B6ffnet)

Innerhalb eines Komplexes des Präsidentenpalastes in Tikrît wurde ein Massengrab mit 89 Leichen gefunden. Diese Opfer eines IS-Massakers von Mitte 2014 sind zuvor gefangengenommene Soldaten gewesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22759-massengrab_mit_89_opfern_in_irak_gefunden)

In einer Übertragung von as-Sûmariyya News eröffnete Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant  der Operationen in Nînawâ und Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Ninive„, am 20.1.2017 weitere Eroberungen im nördlichen Teil von Mossul, darunter das Gebiet al-Ḥara und die pharmazeutische Fabrik. (http://sana.sy/?p=497897)

Irakische Armee, Photo: SANA

Irakische Armee, Photo: SANA

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant  der Operationen in Nînawâ und Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Ninive“ gab am 19.1.2017 bekannt, die Streitkräfte unter Deckung der Luftwaffe  hätten dem IS Talkaif nordöstlich von Mossul unter erheblichen Feindverlusten abgenommen und dort die Staatsflagge gehißt.  Ein Mitglied der Sicherheitskräfte informierte noch darüber, daß bei Luftschlägen der Luftwaffe im Zentrum von Mossul ein Adjutant von Abû Bakr al-Baġdâdî,  ʽAbdalwâḥid Ḫuḍair Sâyir al-Ğûʽân, neben fünf weiteren Kommandeuren getötet worden seien. Desweiteren konnte der Stadtteil Fâḍiliyya am linken Ufer des Tigris zurückgewonnen werden, wie der Generalleutnant  in einer Übertragung von as-Sûmariyya News mitteilte. (http://sana.sy/?p=497514)

 

Die sog. „Löwenjungen des Kalifats“; Photo: Sputnik News

Die sog. „Löwenjungen des Kalifats“; Photo: Sputnik News

Nâla al-Ḥabîbî  (Nala al-Habibi) vom politischen Bündnis „Staat des Gesetzes“, gab am  Fr., 20.1.2017,  gegenüber al-Maṣdar News an,  der IS habe in Tal ʽAfar nahe Mossul 150 Kinder, hauptsächlich Jesiden (Yaziden), entführt, um sie – wieder einmal – innerhalb ihrer Jugendgruppe „Löwenjungen des Kalifats“ (vgl.u.) zu Suizidattentätern auszubilden. (http://sptnkne.ws/dsK3) – Vgl.u. bzgl. Jihadi John und IS-„Waisenhaus“!

Am 18.1.2017 gab Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî im staatlichen Fernsehen bekannt, erstmals seien die Truppen in den Westteil Mossuls eingedrungen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22594-%C3%84gypten_setzt_1500_personen_auf_terroristenliste vom 18.1.2017)

Photo: Pars Today

Streitkräfte in Mossul, Photo: Pars Today

In einigen nordöstlichen Stadtbezirken von Mossul, in denen sich IS-Leute verschanzt hielten, gebe es noch Gefechte. Am Mittwochmorgen drangen die Streitkräfte zudem in die große Moschee ad-Dawla [eigentlich: an-Nûrî]  in Ost-Mossul vor, in der IS-„Kalîf‘“ Abû Bakr al-Baġdâdî [am 4.7.2014] vom Minbar [d.i. Kanzel] aus gepredigt hatte (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=R09FmLnWC8E). Es wurden dort eine Menge IS-Unterlagen gefunden, welche Sicherheitsbeamte nun analysierten. Jetzt wurde dort die irakische Flagge gehißt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22624-irak_osten_mosuls_befreit)

Endlich hätten die vereinten Streitkräfte den Ostteil von Mossul – der durch den Tigris vom Westteil mit dem eigentlichen Stadtzentrum getrennt ist – vollständig unter ihre Kontrolle gebracht, teilte der Kommandant der Anti-Terroreinheit [General ʽAbdul-Ġanî al-Asadî] gegenüber as-Sûmariyya News mit. Falâḥ Muṣṭafâ Bakîr (Falah Mustafa Bakir), der  Außenminister der autonomen Kurdenregion, gab dazu gegenüber RIA Novosti an: „Ein Teil Mossuls wurde befreit. Dies ist einer guten Zusammenarbeit zwischen den Peschmerga-Einheiten und der irakische Armee in Mossul zu verdanken“ und ergänzte: „Es ist sehr wichtig, diese Stadt vom IS zu befreien. Das sind schwere Gefechte, sie werden gewisse Zeit in Anspruch nehmen“. (http://sptnkne.ws/drHb vom 18.1.2017)

In einer Erklärung vom Montagabend, 16.1.2017, gaben die UN bekannt, daß derzeit mehr als 148.000 Menschen infolge der Rückeroberungsoperation in Mossul obdachlos seien; allein vergangene Woche hätten ca. 12.500 Personen ihre Wohnungen dort verlassen müssen. Dabei seien massive Schäden an zivilem Eigentum angerichtet und mehr als 1500 Bewohner verletzt worden. Gemäß Stand von Oktober 2016 lebten in Mossul noch etwa eine Million Menschen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22552-un_148.000_menschen_nach_k%C3%A4mpfen_in_mossul_obdachlos)

Am Mo., 16.1.2017, konnten die Streitkräfte das Gelände Mossuls zurückerobern, auf dem sich vor der IS-Zerstörung die Wallfahrtsstäte zum sog.  das Grab­mal des Propheten Jonas befand (vgl.u., 24.7.2014). Gegenüber AFP eröffnete der Sprecher der Antiterroreinheit CTS, Ṣabâḥ an-Nuʽmân  (Sabah al-Noman): „Wir haben die Kontrolle über das Gebiet Nabi Junes übernommen und auf dem Grabmal die irakische Flagge gehisst„.  Vom Ostteil der Provinzhauptstadt würden bereit 90% von der Armee kontrolliert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22519-irakische_armee_ero-bert_in_mossul_das_grabmal_des_propheten_jonas)

Drei Terroranschläge mittels Autobomben fanden laut as-Sûmariyya News am So., 15.1.2017, statt: dabei wurden morgens nahe einer Polizeistation, 15km von Baʽqûba (Baghuba) in der Provinz Diyâlâ neun Personen getötet und weitere 20 verletzt, darunter Sicherheitskräfte. Anschließend wurde die Verbindungsstrecke  Kirkuk-Bag­dad geschlossen. – In der Nähe von drei Ministerien in Bagdad kamen sechs Menschen ums Leben, mindestens 13 weitere wurden verletzt. – Nahe eines Restaurants in der Bagdader Stadtmitte wurden mindestens sechs Leute getötet und drei verletzt.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22426-21_tote_und_46_verletzte_bei_drei_bom-benanschl%C3%A4gen_im_irak)

Schon wieder ein Versehen wie es heißt: die US-geführte Koalition bombardierte am Sa., 14.1.2017, Wohnhäuser im nördlichen Stadtteil al-ʽArabî von Mossul und verletzt dabei 18 Bewohner.  – Schon vergangene Woche waren beim Angriff der US-geführten Koalition im Osten der Stadt Mossul 27 irakische Zivilisten getötet worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22381-12_zivilisten_bei_angriff_von_kampfflugzeugen_der_us_gef%C3%BChrten_koalition_in_mossul_get%C3%B6tet)

Luftangriffe der Armee auf IS-Stellungen in Mossuls töteten teilte am Sa., 14.1.2017, 174 IS-Terroristen, wie das Verteidigungsministerium selben Tags mitteilte. 80 davon seien im Osten der Provinzhauptstadt im Gebiet Yârimğâ (?, Yaremjeh)  liquidiert worden zusammen mit der Zerstörung von einigen Autobomben und Panzerfahrzeugen.  Auf der Westachse hätten die Kampfjets einen ISTunnel zerbombt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22372-174_is_terroristen_bei_luftangriffen_der_irakischen_armee_get%C3%B6tet)

Ein anonymer Hackerangriff auf Kommunikationsfrequenz des IS habe laut The Daily Mail in Mossul unter den Terroristen Konfusion ausgelöst. In der lancierten Botschaft hieß es,  Mossul sei gerade dabei, befreit zu werden. (http://sptnkne.ws/dpGs)

Siegreiche irakische Soldaten, Photo: SANA

Siegreiche irakische Soldaten, Photo: SANA

Am 13.1.2017 eröffnete Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in Nînawâ, gegenüber as-Sûmariyya News, die vereinten Streitkräfte häten etliche wichtige Verwaltungsgebäude im Zentrum von Mossul vom IS erobert und dort die Staatsflagge gehißt. Auch hätten die Anti-Terror-Einheiten die zweite Tigris-Brücke, die Frei­heits-Brücke, in der Innenstadt samt einen Teil des westlichen Ufers und sogar die Universität unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei hätten sie dem IS schwere Verluste an Menschenleben und Ausrüstung beigebracht. Daher begännen die IS-Anhänger, die restlichen Tigris-Brücken der Innenstadt zu sprengen. (http://sana.sy/?p=494708)

Nach Mitteilung der UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande, sind mit 47% fast die Hälfte der Verletzten des Militäreinsatzes zur Befreiung von Mossul im Land Zivilisten. Dies geschehe, obwohl die irakische Luftwaffe keine Angriffe auf Wohnviertel fliege und Evakuierungskorridore einrichtet habe. Zur Zeit befänden sich  ca. 750.000 Zivilisten in den vom IS kontrollieren westlichen Stadtbezirken. Vom Süden her blockiere die irakische Polizei die Terroristen. (http://sptnkne.ws/dnJZ)

Beim Versuch, so vermuten Anwohner, einen IS-Anführer zu liquidieren, sind am Do., 12.1.2017, bei Luftschlägen auf den mossuler Stadtbezirk al-Ğadîda mindestens 30 Zivilisten getötet worden. (http://sptnkne.ws/dpKG)

Laut Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant  der Operationen in Nînawâ, haben die vereinten Streitkräfte vier weitere südlich gelegene Stadtteile von Mossul befreit. Bei den Gefechten vom 11.1.2017 sei zudem  ein Berater von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî getötet worden  sein, während im Norden der Provinz einige IS-Mitglieder festgenommen  wurden. (www.parstoday.com/de/news/middle_east-i22267-irak_weitere_bezir-ke_von_mos- sul_von_is_befreit )

Der Bundeswehreinsatz von 150 Soldaten und Offizieren im Land wird laut Beschluß des Bundeskabinett vom Mi., 11.1.2017, bis Januar 2018 verlängert. (www.parstoday.com/de/news/germany-i22282-das_mandat_der_bundes­wehr_im_irak_um_ein_jahr_verl%C3%A4ngert)

Bei der ferngezündeten Detonation einer im alBayâʽ-Gebiet südlich von Bagdad geparkten Autobombe, wurden am Mi., 11.1.2017, vier Personen verletzt. Sicherheitkräfte  riegelten die Region ab. (http://www.sana.sy/?p=493906)

Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî stellte am Di., 10.1.2017, während einer Pressekonferenz in Bagdad nochmals klar, ohne einen vollkommenen Abzug der türkischen Truppen aus seinem Land sei eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Bagdad und Ankara ausgeschlossen.angesichts des Kampfes gegen den IS forderte er erneut alle Iraker auf, mit den Sicherheitskräften zusammenzuarbeiten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22222-al_abadi_verbesse-rung_der_beziehungen_zwischen_bagdad_und_ankara_abh%C3%A4n- gig_von_t%C3%BCrkischem_truppenabzug)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh als Kommandant  der Operationen in Nînawâ und damit Befehlshaber der Militäroperation „Wir kommen Ninive“ teilte am Mo., 9.1.2017, mit, 75% des Ostteils von Mossul seien befreit. Der Rest erfolge in den nächsten Tagen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22147-75_pro- zent_des_ostens_von_mossul_vom_is_befreit)

Im weiteren Verlauf seien Aufenthalts traf  der türkische Premierminister Binali Yıldırım auch den Staats- und den Parlamentspräsidenten vor seiner Weiterreise in die autonome Kurdenregion zum Treffen mit Mini­ster­präsidenten Nêçîrvan Barzânî (vgl.u.) und Masʽûd Barzânî, der trotz Ablauf seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus dem Präsidentenamt weicht (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22084-t%C3%BCrkischer_ministerpr%C3%A4sident_in_iraks_kurdenregion_ge- reist vom 8.1.2017) – Zur besonderen Beziehung des superreichen Familienclans Barzânî zur AKP-geführten Türkei vgl.u., Artikel vom 8.12.2015.

Vor Besuch  des türkischen Premierministers Binali Yıldırım an der Spitze einer Delegation im Land ließ Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî durch seinen Sprecher Saʽd al-Ḥadîṯî am Fr., 6.1.2017, mitteilen, nach der Befreiung Mossuls würden die türkischen Truppen aus dem Irak abgezogen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22033-nach_eroberung_von_mossul_will_t%C3%BCr­kei_ihre_milit%C3%A4rpr%C3%A4senz_im_irak_reduzieren) – Dies wurde in einer gemeinsamen Pressekonferenz am 7.1.2017 nochmals bestätigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i22063-abadi_bagdad_und_ankara_einigen_sich_%C3%BCber_abzug_t%C3%BCrkischer_soldaten_aus_nordirak)

Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat machte am 7.1.2016 bekannt, die Sicherheitskräfte hätten in Mossul Stabräume des IS, dazu den nahegelegenen Krankenhauskomplex und das al-Gafrân-Viertel erobert. (http://sptnkne.ws/dksP)

Der syrische Präsident Dr. al-Assad empfing am 5.1.2016 den Berater in nationalen Sicherheitsfragen von Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî und Gesandten in Syrien, Falâḥ al-Fayâḍ. Dieser betonte im Auftrag von al-ʽAbâdî die Notwendigkeit des Ausbaus der beiderseitigen Beziehungen beim Kampf gegen die beide brüderlichen Länder heimsuchenden Terroristen, nachdem in beiden Staaten schon so viel gegen jene erreicht worden sei. Hierzu gehöre die Vertreibung der Takfîr-Terroristen aus Aleppo wie der Vormarsch in Mossul mit ihrer gefährlichen Ideologie. Bei Gesprächspartner waren sich  auch darin einig, daß sich alle Länder  diesem Kampf anschließen sollten. Wäre er vollzogen, hätte dies nicht nur positive Auswirkungen auf die Region sondern auch die anderen Länder der Erde, da ja Terroristen keine Grenzen respektierten, wie sich in den letzten Anschlägen der Region wie in Europa gezeigt habe. (http://sana.sy/en/?p=97647)

In Reaktion auf die Vorstöße der Armee kommt es im Irak wieder zu vermehrten Terroranschlägen: im Stadtteil al-ʽUbaidî (al-Obeidi) von Bagdad wurden am Donnerstagmorgen aufgrund einer explodierten Autobombe laut Bericht von al-Mayâdîn bislang acht Personen getötet und 14 verletzt (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21919-irak_mindestens_acht_tote_bei_terroranschlag_in_bagdad)

Generalleutnant Ṭâlib Šaġâtî (Talib Shaghati), der Abteilungsleiter zur Terrorismusbekämpfung im Land, informierte darüber, 65 – 70% der der östlichen Stadtteile von Mossul  seien zurückerobert. „Es wird erwartet, dass die irakischen Kräfte in den kommenden Tagen den Tigris erreichen„, setzte er hinzu. – Zudem sei es den irakischen Streitkräften gelungen, 8km im Westen der Stadt al-Anbâr vorzudringen und alle vom IS installierten Bomben und Minen zu entschärfen. In der Nacht zu Do., 5.1.2016, war die Operation im Gebiet gestartet.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21943-70_prozent_der_%C3%B6stli- chen_stadtteile_mossuls_unter_irakischer_kontrolle)

Nach Auskunft von Oberst John Dorrian, dem Sprecher der US-geführten Koalition, vom 4.1.2016, wurden die US-Militärberater auf ca. 450 Mann verdoppelt. Zudem befänden sich 5.000 US-Soldaten im Land im Einsatz auch bei Kämpfen am Boden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21925-usa_stocken_milit%C3%A4rberater_im_irak_auf)

Laut  Bekanntmachung von Pentagon-Sprecher Peter Cook während der Pressekonferenz vom Di., 3.1.2016, zur Befreiungsoperation von Mossul, sind zwei Drittel des östlichen Teils von Mossul unter Regierungskontrolle. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21862-pentagon_irakische_regierung_kontrolliert_zwei_drit- tel_von_ost_mossul)

Nach zweieinhalb Jahren wurden weitere Leichen der Opfer des IS-Massakers (s.u.) von Mitte Juni 2014  bei der früheren Luftwaffenbasis Speicher, 10 km im NW von Tikrît, im Flußschlamm des Tigris aufgefunden. Darüber informierte der UN Menschenrechtskommissar für den Irak, Faḍl Ġrawî (Fadel Ghraoui), am Di., 3.1.2016. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21856-irak_weitere_80_tote_in_camp_speicher_gefunden)

Ein mit Sprengstoffgürtel versehener Suizidattentäter näherte sich einem Kontrollpunkt in ar-Ramâdî (vgl.u.). Bei der Detonation starb nach Mitteilung des Innenministeriumssprechers Saʽd Maʽn vom Di., 3.1.2016, auch ein Soldat, eine Zivilperson wurde verletzt. Die massierten Attentate der letzten Zeit werden zur Vertuschung der zunehmenden Verluste des IS gesehen.                                      (http://parstoday.com/de/news/mid- dle_east-i21799-irak_terroristischer_anschlag_in_al_ramadi)

Gemäß Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vom Di., 3.1.2016, befinden sich seit Beginn der Mossul-Befreiungsoperation etwa 129.642 Zivilisten auf der Flucht. 79% seien in offiziellen Lagern untergekommen, der Rest sei weiter weg geflohen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21844-iom_et- wa_130.000_fl%C3%BCchtlinge_seit_beginn_der_operatio- nen_in_mossul)

Mit Sprengstoffwesten ausgestattete Suizidattentäter haben am Mo., 2.1.2016 in Samarâ´ (Samarra) zwei 2 Polizeistationen angegriffen, wobei mindestens 7 Menschen starben. Gefechte dauerten an, es sei eine sei Ausgangssperre ver­hängt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21784-irak_mindestens_7_tote_bei_angrif- fen_auf_2_po- lizeistationen_in_samarra und http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21799-irak_terroristischer_anschlag_in_al_ramadi)

Ein Suizidattentäter tötete  am 2.1.2016 per Autobombe in aṣ-Ṣadr, einem Stadtteil von Bagdad bislang mindestens 32 Menschen und verletzte 61. Ziel der Attacke war eine Ansammlung arbeitsssuchender Tagelöhner, die sich am Zugang zum Stadtviertel eingefunden hatte. Der IS reklamierte die Tat für sich. (http://sana.sy/?p=489550, s.a. http://sptnkne.ws/dheK)

Durch einen Autobombenanschlag des IS kamen am Sonntagmorgen, dem 1.1.2017,  in al-Qadisiyya (Provinz Nağaf) nahe eines Kontrollpunkts neun (zuvor: sechs) Menschen ums Leben, 22 weitere wurden verletzt. Die Opfer setzten sich aus Polizeikräften und einigen Zivilisten zusammen. (http://sana.sy/?p=489550, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21610-irak_terroranschl%C3%A4ge_in_na- dschaf)

Bei der Detonation von zwei Bomben auf dem belebten Sûq (Markt) as-Sanak  in Bagdad am Morgen kamen bislang mindestens 21 Besucher ums Leben, über 50 weitere Personen wurden teils sehr schwer verletzt. Am Vortag hatte die Explosion einer Autobombe im südlichen Stadtteil al-Maʽlaf  ein Todesopfer und sechs Verletzte hinterlassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21559-irak_21_tote_bei_terroranschlag_in_bagdad) – Syrien verurteilte umgehend die beiden IS-Suizidattentate in Bagdad auf das Schärfste. Sie dienten dem IS nur dazu, von den durch die Armee und die Volkswehr erlittenen empfindlichen Niederlagen abzulenken. Den Angehörigen wurde tiefes Mitgefühl übermittelt und den überlebenden Opfern schnelle Genesung gewünscht. Demnach beziffert sich die Opferzahl auf 27 Tote und 53 Verletzte. Syrien rief zugleich die UN an, die nach wie vor existierenden Unterstützer des im Irak wie in Syrien grassierenden Terrorismus aus der Region wie darüber hinaus bestraft würden und forderte den UN-Sicherheitsrat dazu auf, die UN-Resolutionen gegen diese Unterstützung endlich ohne Anwendung von doppelten Standards umzusetzen. (http://sana.sy/en/?p=97374)

Bundespolizeichef Generalmajor Râ´id Šâkir Ğaudat informierte am Fr., 30.12.2016, in Bagdad darüber, daß der IS im Ostteil Mossuls in letzter Zeit mindestens 25 Kommandeure verloren habe. „Die Verteidigung der Terroristen an diesem Frontabschnitt bricht allmählich zusammen“, konstatierte er und fügte hinzu: „Zerstört wurden auch wichtige Fortifikationsanlagen der Terroristen“.  Auch sei es gelungen, ca. 500 Zivilisten aus dem Dorf Šahrazâd (Shahrasad) südlich der Provinzhauptstadt Mossul in Sicherheit zu bringen. (http://sptnkne.ws/dgrZ)

Zu Beginn der 2. Etappe (falsch: Phase;  vgl.u.!) der Befreiung Mossuls am 29.12.2016 ist zur Vermehrung der Streitkräfte, die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Sicherheit in einigen der befreiten Gebiete der Provinz Nînawâ auf die lokalen Polizeikräfte übertragen worden. Zuvor konnte das östliche Stadtgebiet al-Quds, das zu den  wichtigsten IS-Kommandozentralen zählte, (wohl erneut, denn vgl.u.!) befreit werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21466-zweite_phase_der_befreiungsak-tion_von_mossul_begonnen) – – Nach vierwöchiger Kampfpause und Verlegegung tausender Soldaten vom südlichen Stadtrand dorthin startete die Offensive im Stadtbezirk Intiṣâr (Intisar) im Ostteil Mossuls.  Gekämpft wurde – von den schon gegebene Informationen  abgesehen – auch im Stadtteil al-Karâma  (vgl.u.) wie in denen von as-Salâm (Al-Salam) und aš-Šîmâʽ (Al-Shimaa)  im Süden, wo die 9. Armeedivision und die Bundespolizei im Einsatz seien. Der freiwillige Kämpfer Maḥmûd Surğî (Mahmud as-Surdji) gab gegenüber Sputnik an, die IS-Terroristen hätten angesichts der überraschenden Offensive keinen ernst zu nehmenden Wi­der­stand geleistet. „Dadurch und dank der Eröffnung neuer Fronten ist die irakische Armee erfolgreich ins Stadtinnere vorgedrungen“, berichtete er.  An der Operation seien keine US-Bodentruppen beteiligt. US-Berater stellten der Armee jedoch Aufklärungsangaben zur Verfügung und gäben Empfehlungen ab(http://sptnkne.ws/dgqv).

Bei Luftangriffen der US-geführten Koalition wurde am 29.12.2016 auch die letzte funktionierende Brücke über den Tigris in Mossul, der die Großstadt in zwei Teile teil, zerstört.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21424-irak_us_gef%C3%BChrte_koalition_zerst%C3%B6rt_letzte_br%C3%BCcke_in_mossul) – Auch in Syrien wurde eine weitere Brücke zerbombt.

Im Interview mit Sputnik News vom Mi., 28.12.2016,  erklärte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, der Irak sei bereit zur Lösung der Syrien-Krise als Vermittler aufzutreten.  Schließlich lebe man mit Syrien nicht nur in guter Nachbarschaft, sondern sei wie dieses Land vom Terrorismus heimgesucht, den man hier ebenso bekämpfe wie jenseits der Grenze. Zudem pflege man gute Beziehungen zum Iran und Rußland und habe auch noch den Sitz in der Arabischen Liga [diese hatte seit Beginn des Terrorkriegs in Syrien 2011 die Mitgliedschaft dieses Gründungsstaates (!) ausgesetzt, vgl. http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/233213-al-verkn%C3%BCpft-r%C3%BCckkehr-syriens-an-bedingungen]. Gewisse Staaten investierten massiv ihr Budget in die Finanzierung des IS in beiden Ländern, doch wolle er diese nicht namentlich nennen, um die Beziehungen zu diesen Staaten nicht zu gefährden. Dennoch hoffe man im Irak, daß jene Staaten ein einsehen hätten und die Terrorismusfinanzierung beendeten. (http://sana.sy/en/?p=97192)

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî teilte im Interview mit RIA Novosti mit: „Mittlerweile ist der Großteil Mossuls, und auch die Umgebung in der Provinz Nainawa, befreit: 40 von 56 Regionen. Jetzt beginnt die Arbeit zur Befreiung der restlichen 16 Stadtbezirke“. Inzwischen habe sich das Vorgehen verlangsamt, da die Terroristen zunehmend Bewohner als „menschliche Schutzschilde“ mißbrauchten, auf die Rücksicht genommen werden müsse. Hierzu bemerkte er: „Die Lehre der irakischen Armee besteht darin, Verluste unter den Zivilisten zu vermeiden zu ver­suchen. Der IS nutzt sie aus. Aus diesem Grund beeilen wir uns nicht, wählen zusätzliche Mittel, riskieren unsere Soldaten, um die Leben der Zivilisten zu schützen. Wir brauchen Zeit, um die Stadt mit minimalen Verlusten zu befreien“. Ein weiteres Problem seien „die riesigen Vorräte an modernen Waffen“ in Händen der Terroristen. (http://sptnkne.ws/dfbN) – Schon bei der türkischen Invasion in Nord-Syrien ab dem 24.8.2016 unter dem Motto Schutzschild Euphrat hatte sich herausgestellt, daß der IS und andere Terrororganisationen entgegen der Mär, die Extremisten würde bei Weitem nicht über moderne und starke Panzerabwehr­lenkraketen, sondern hauptsächlich über die im Irak und in Syrien erbeuteten, für den Export be­stimmten sowjetischen Panzerabwehrraketenkomplexe Kornet verfügen. Das Gegenteil stellte sich jedoch heraus. (http://sptnkne.ws/deC4).

Der saudische Außenminister ʽÂdil al-Ğubair hatte am Mo., 26.12.2016, die Volkswehr als sektiererische, von iranischen Offizieren befehligte Gruppe bezeichnet. Dies kritisierte das irakische Außenministerium tags darauf am Di., 27.12.2016,  als Ausdruck der erneuten kontinuierlichen Provokation vgl.u., 29.6.2016 etc.)  durch Saudi-Arabien gegenüber dem Irak und als wiederholte Beleidigung gegenü­ber al-Ḥašd aš-Šaʽbî. Die Volkswehr sei tatsächlich eine kämpferische und mutige nationale irakische Organisation, die entsprechend der Gesetze des Parlaments agiere und Teil des offiziellen Sicherheitsapparates sei. „Wir legen keinen Wert auf die Äußerungen saudi-arabischer Politiker und die Welt ver­steht alle Fakten im Irak und respektiert dieses Land„, entgegnete Außenministeriumssprecher Aḥmad Ğamâl. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21310-irak_au%C3%9Fenministerium_bezeichnet_%C3%84u%C3%9Ferun- gen_von_al_dschubeir_gegen%C3%BCber_al_hashd_al_sha-bi_als_wertlos)

Nach Mitteilung des Chefs der Irakischen Nationalallianz im Parlament, ʽAmmâr al-Ḥakîm, im IRIB News-Interview vom So., 25.12.2026, stünden ihm Beweise zur Verfügung, welche von der Präsenz ausländischer Militäroffiziere und Geheimagenten im Irak zeugten, die er veröffentlichen werde.  Diese Offiziere seien den den Terroristen in Mossul und anderen irakischen Städten mit Beratung zur Seite gestanden. Hierzu bemerkte er: „Die Präsenz ausländischer Truppen in der Region, trage  nicht nur  zur  Sicherheit in der Region nicht bei, sondern sie  verursache Unsicherheit und erhöht die Sicherheitskosten in der Region.“
Zur Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî, welche erfolgreich gegen die Terroristen im Land kämpft (vgl.u.) gefragt, antwortete er: Entscheidungen, die im Irak getroffen werden, basieren auf nationale Interessen des irakischen Volkes und andere Länder haben nicht das Recht,  sich einzumischen.“ Der Volkswehr gehörten, wie der Name schon ausdrücke, alle möglichen ethnischen Gruppen und Religionen an wie Sunniten, Šîʽiten, Yaziden, Kurden, Turkmenen und Christen. Zudem versicherte er: „Die Al-Haschd asch-Scha’bi hat sich in der Tat in ein natio­nales Symbol gewandelt, deren Strategie darin besteht, Sicherheit in allen Regionen  des Iraks wie­derherzustellen.“(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21163-vorsitzender_der_irakischen_nationalallianz) – Vgl.a. das Aufspüren ausländischer Offiziere, darunter von der NATO, in einem Bunker im zuvor von den Terroristen besetzten östlichen Stadtteilen Aleppos.

Aḥmad  al-Asadî  (Ahmed al-Assadi), Sprecher der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî, gab im Interview mit dem Nach­richtensender alĠad Press vom So., 25.12.2016, in Reaktion auf  eine Meldung der Zeitung  al-ʽArab vom selben Tag an, die al-Ḥašd aš-Šaʽbî brauche weder eine ausländische Militärausbil­dung noch stimmten Gerüchte über die Planung eines ständigen Militärlagers mit Hilfe Rußlands und des Irans im Westen von Mossul. Die al-Ḥašd aš-Šaʽbî verfüge selbst über Ausbildungslager, in denen bislang  Dutzende Gruppen von Kommandeuren  und Soldaten militärisch ausgebildet worden seien. Seit mehr als zwei Monaten sei die Volkswehr  an der Westflanke Mos­suls stationiert und habe zuvor über 50 Dörfer sowie ein strategisch bedeutsames Gebiet befreit (vgl.u.), machte er deutlich. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21202-irak_al_haschd_al_schaabi_dementiert_bau_von_milit%C3%A4r-lager_mit_hilfe_irans_und_russlands)

Durch das Bombardement eines bislang nicht identifizierten Kampfflugzeugs kamen auf einem tra­ditionellen Markt in der Stadt al-Baʽâğ (al-Baʿadsch) westlich Mossuls kamen am So., 25.12.2016, 20 Zivilisten ums Leben, 55 Menschen wurden verletzt. „Zur Identifizierung des Bombers werden Kontakte zu der für die Befreiungsoperation in Mossul zu­ständige Abteilug  [sic!] fortgesetzt“, erklärte der Parlamentsabgeordnete der Provinz Nînawâ, Zâhid al-Ḫatûnî (Zahed al-Khatuni). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i21181-20_zivili-sten_bei_unbekanntem_luftangriff_in_west_mossul_get%C3%B6tet)

Allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!

Außen­minister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî äußerte zur Befreiung Aleppos während einer Pressekonferenz am So., 18.12.2016, hierzu, diese habe einen neuen Horizont im Kampf gegen Terrorismus eröffnet. Ein Sieg über den Terrorismus habe immer positive Auswirkungen auch auf den Counterterrorismus in  anderen Ländern. Diesbezüglich stehe der Irak an Syriens Seite, wie an der Ägyp­tens, Libyens oder eines anderen   Landes. Truppen habe man nicht nach Syrien entsandt, da man sich nicht in die internen Angelegenheiten dieses Landes ein­mische. Jedoch unterstütze der Irak Syrien bei internationalen Gremien. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20737-iraks_au%C3%9Fenminister_befreiung_von_aleppo_%C3%B6ffnet_neuen_horizont_im_kampf_gegen_terrorismus)

Der IS verkauft in Mossul geraubtes Öl zu horrenden Preisen. Ein Bewohner der Stadt bestätigte gegenüber Sputnik Arabic, das angebotene Öl stammte zuvor aus al-Qayâra (Kayara, Kayra) und nach dessen Rückeroberung im August (vgl.u.) aus ar-Raqqa in Syrien. „Um die erlittenen Schäden wiedergutzumachen, haben die Terroristen einen zu hohen Ölpreis angesetzt. Ein Liter der stinkenden weißen Flüssigkeit kostet vier US-Dollar (umgerechnet zirka 3,7 Euro), ein Kanister 90 US-Dollar (85 Euro). Es gibt keine Alternative dafür. Das Öl wird nur von IS-Kämpfern verkauft“.  Für ein Barrel Öl seien 600 US-$ (564 €) zu zahlen beim gegenwärtigen Weltpreis von ca.  60 US-$ (56 €). Im Westteil der Provinzhauptstadt, der unter IS-Kontrolle steht,  kann Strom nur mit kleinen, Kerosin benötigenden Generatoren erzeugt werden. Wegen der Mangelsituation ist mit Strom nur zwischen 17.00 – 21.00 Uhr und 6.00 – 9.00 Uhr zu rechnen. „Die Stadtbewohner leiden sehr darunter und erwarten die irakische Armee“, erzählt der Mann. Gemäß einem IS-Dokument, das nach der Befreiung von Nînawâ im November aufgefunden worden war  und von der Verteilung gestohlenen Öls an die Mitkämpfer handelte, erhielt jeder Terrorist 20 bis 75 Liter Benzin, das er weitererkaufen konnte. (http://sptnkne.ws/cYwS)

Wie Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî während einer Pressekonferenz am Di., 13.12.2016, in Bagdad angekündigte, werde Plan für die Befreiung von Mossul überprüft. Zuvor hatte Ğâsim al-Bayâtî (Jassim al-Bayati), ein Mitglied der irakischen Rechtsstaat-Koalition, mitgeteilt, es werde eine radikale Veränderung beim militärischen Vorgehen um Mossul geben. Dennoch versicherte al-ʽAbâdî,  er sei mit der bisherigen Entwicklung zufrieden und fügte an: „Unsere wichtigste Unterstützung in diesem Kampf sind die Volkstruppen und die Luftwaffe hat ebenfalls eine bedeutende Rolle.“. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20527-irak_al_abadi_k%C3%BCndigt_%C3%9Cberpr%C3%BCfung_des_befreiungsplans_f%C3%BCr_mossul_an)

Nachdem lange nicht für die Flüchtlinge aus Mossul entsprechend vorgesorgt worden war (vgl.u.), werden den Fliehenden laut Šafaq News Nahrungsmittel, Me­dika­mente und weitere lebensnotwendige Mittel zur Verfügung gestellt. Seit Beginn der Rückeroberungsoffensive von Mossul seien 103.000 Iraker aus der Stadt geflohen. „Heute haben 2.470 weitere Mossul verlassen und wurden  in die Provinzen Nineve, Erbil, Dohuk und Kirkuk abtransportiert„, machte der Migrations­minister, am Mo., 12.12.2016, bekannt.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20398-irak_mindestens_103.000_menschen_aus_mossul_gefl%C3%BCchtet)

Bei einem erneuten „versehentlichen“ US-Luftangriff auf Mossul seien ca. 90 Zivilisten gestorben, gut 100 verletzt worden, berichtet ein Mitglied der Armee gegenüber Sputnik News. Außerdem sei dabei Militärtechnik der Armee beschädigt worden. Als Folge habe die Einheit den Rückzug aus jenem Gebiet antreten müssen. (http://sptnkne.ws/cWeg)

Bei Luftangriffen, welche am Mi., 7.12.2016, Einkaufszentren in al-Qâ´im (al-Qaim) nahe der Grenze zu Syrien trafen, wurden ca. 60 Zivilpersonen, darunter 19 Kinder, getötet und etliche verwundet.  Daher hat Parlamentspräsident Salîm al-Ğabûrî am Do., 8.12.2016 eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet und macht die Regierung für solch einen Fehler verantwortlich.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20218-irakisches_parlament_tod_von_zivi- listen_in_der_stadt_al_qaim_muss_%C3%BCberpr%C3%BCft_werden) – Sputnik News beziffert die Opfer auf 55 bis 100 Toteund Hunderte verletzter, wobei nicht klar sei, „welche Flugzeuge die Angriffe auf al-Qaim flogen und wer den Befehl zum Bombardieren erteilte“. (http://sptnkne.ws/cVKx)

Hervorragende Kurz-Zusammenstellung dessen, wie unterschiedliche Wortwahl bei gleichen Sachverhalten die Mainstreammedien die Meinung der Leser beeinflussen soll am Beispiel von Aleppo und Mossul, vorgeführt von Richard Labeviere, einem internationaler Experte für den Nahen und Mittleren Osten (zudem Autor des Buches „Terrorismus — die Schattenseite der Globalisierung“; franz.: „Terrorisme face cachée de la mondialisation“):
Wenn man ‚Le Monde‘ oder andere große westliche Zeitungen liest, dann wird die Armee Mossul befreien, während Aleppo von der Armee des eigenen Landes umkreist ist. In Mossul leistet die west­liche Luftwaffe ‚chirurgisch präzise Schläge‘ — in Aleppo führt die russische Armee verheerende ‚Bombardements‘ durch“, sagte Labeviere, der früher als Chefredakteur von Radio France Internatio­nale (RFI) tätig war. In Mossul werden die Zivilisten laut westlichen Medien von Terroristen als le­bendige Schilde benutzt. In Aleppo ziele die syrische und russische Luftwaffe absichtlich auf die Zi­vilbevölkerung. „Aleppo ist eine belagerte, leidende Stadt während Mossul freigekämpft wird“, kri­tisierte der Experte die unterschiedliche Darstellungsweise der Abläufe in den Großstädten.
Die Fokussierung der Medien auf Aleppo übertünche, daß der Einsatz in Mossul vor eineinhalb Mona­ten begonnen wurde und es dort schon jetzt bereits zahlreiche Opfer gibt. „Nach Angaben verschie­dener Agenturen wurden 2.000 Personen derjeniger, die Mossul gemeinsam mit der irakischen und kurdischen Armee zu befreien versuchen, bereits getötet“, so La­beviere. (http://sptnkne.ws/cU3F, 7.12.2016)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî machte während der Presse­kon­ferenz nach seiner wöchentlichen Kabinettssitzung deutlich: „Der Irak befindet sich stellvertretend für alle Länder der Welt im Krieg gegen die Terroristen, aber er wird unter keinen Umständen erlauben, dass nach der Vernichtung des IS fremde Truppen, insbesondere der USA, im Irak bleiben.“ Außerdem ergänzte er: „Bagdad fleht bei keinem Land um Hilfe für die Befreiung von Mossul.“ Hinsichtlich der Militäroperation um Mossul informierte er: „Die IS-Terroristen sind von allen Seiten von irakischen Kräften umzingelt und sie erhalten keinerlei Hilfe von der syrischen Grenze.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20098-al_abadi_kein_land_hat_das_recht_einen_milit%C3%A4rst%C3%BCtz- punkt_im_irak_zu_bauen) – Erstere Aussage ist wohl im Zusammenhang mit der Ankündigung von US-Verteidigungsminister Ashton Carter zu verstehen, wonach  laut Fox News-Bericht vom So., 4.12.2016, auch nach einer Vernichtung der IS-Terrormiliz im Irak US-Militärs und US-Verbündete im Land blieben. (http://sptnkne.ws/cTc9)

Der IS hat den Radio-Sender al-Bayân [d.i. Bekanntgabe] im Irak und Syrien in Betrieb genommen, eine Beiträge werden auch ins Internet eingespeist. Besonders populär sei die Sendung mit fatâwa zu Alltagsfragen, hier besonders im Umgang mit Frauen. (http://sptnkne.ws/cUDF) – Derlei Sendungen sind üblich auch in übrigen islamischen Ländern, denen der IS mit seiner wahhâbitischen Einstellung nun offensichtlich Konkurrenz zu machen versucht.
fatâwa  sind mit Erklärungen und Belegen z.B. aus Koran oder Ḥadîṯen versehene Entscheidungen eines muftî, also eines hierzu befugten islamischen  Rechtsgelehrten (faqîh) zu einer Frage aus dem Bereich der šarîʽa; Sg.: fatwâ.

Nach Mitteilung der Volkswehr  (al-Ḥašd aš-Šaʽbî) wurden am Di., 6.12.2016, das Gebiet Tal-Atbâ´ (Tal Atba) SüdIS-Hauptsitz südlich von Tal-ʽAfar – im W von Mossul zusammen mit dem – vom IS zum Stützpunkt umfunktionierte – Krankenhaus as-Salâm (al-Salam) befreit. Dies geschah innerhalb der am vergangenen Fr., 2.12.2016, begonnenen 5. Phase der Befreiungsoperation für Mossul, welche zum Ziel hat, die restlichen Dörfer und der Süden und Westen von Tal ʽAfar zu befreien.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i20074-irak_hauptsitz_der_is_terroristen_im_s%C3%BCden_von_tal_a- far_erobert)

In der Nacht auf Mo., 5.12.2016, haben IS-Kämpfer aus mehreren Dörfern westlich der Stadt al-Ḥawîğa (al-Hawidscha, al-Hawija) 35 ehemalige Geheimdienstler überfallen und verschleppt. Laut al-Madâ Press gaben sie als Grund die Zusammenarbeit mit dem irakischen Militär an. (http://sptnkne.ws/cTwr)

Am So., 4.12.2016, befreiten die Streitkräfte erneut zwei Dörfer linkerhand von aš-Širqâṭ im Nordteil der Provinz Ṣalâḥuddîn, nämlich an-Nâhiyya und al-Kabîra, wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh als Kommandant  der Operationen in Nînawâ gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. (http://www.sana.sy/?p=474028)

Laut einer Mitteilung des irakischen Migrationsministeriums vom Sa., 3.12.2016, veröffentlicht von Yaum 7, sind seit Beginn der Militär-Offensive auf Mossul 85.590 Menschen auf der Flucht. Es würden weitere Zeltunterkünfte gebaut. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19879-mehr_als_85.000_iraker_seit_beginn_der_mos- sul_offensive_auf_der_flucht) – Jenseits der Grenze quillt das syrische Flüchtlingslager in al-Haul bereits über, der Zulauf aus Mossul hält an.

Wie schon früher in Aleppo in Syrien versucht der IS von Fluchtwilligen Geld zu erpressen, wie aus Mossul geflohene und im syrischen Flüchtlingslager al-Haul angekommene irakische Familien berichten. Zwischen 500 und 1.000. US-Dollar würden pro Person für die „Ausreisegenehmigung“ verlangt. Dann seien noch die 20km gefährlicher Strecke durch Kampfgebiet zurückzulegen. (http://sptnkne.ws/cSxh)

Gemäß Erklärung des Kommandanten  der Operationen in Nînawâ, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, wurden von derArmee und Verbündeten die Dörfer: Kara Taba (Tepe), Kûrî Ġarîbân, Darâwîš und Abû Ğarbûʽa im N von Mossul aus der Gewalt des IS befreit. Im Zentrum von Bagdad zündete ein Suizidattentäter eine Autobombe und tötete damit vier Personen, verletzte weitere neun. (http://sana.sy/?p=473566 vom 3.12.2016)

Erneut wies die UN-Koordinatorin für humanitäre Angele­gen­heiten im Irak, Lise Grande, am 30.11.2016 daraufhin, daß – im Gegensatz zu den lange im voraus vorbereiteten umfangreichen Maßnahmen zur Versorgung bei Angriffen zu evakuierender Bürger in Syrien – wegen der Befreiungsaktion von Mossul ca.  500.000 Zivilisten  unter  Trinkwasser­knappheit  litten und besonders  für Frauen und Kinder die Situation geradezu verheerend sei. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19726-irak_uno_warnt_vor_trinkwasserkrise_in_mossul)

Laut Meldung der Nachrichtenagentur INA gab  die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî bekannt, in der Morgendämmerung des 30.11.2016 die Dörfer al-Bûṯa aš-Šarqiyya und aṣ-Ṣâliḥiyya südwestlich von Mossul aus den Händen des IS befreit zu haben. Tags zuvor wurden die Dörfer Šiyâl al-ʽAblî und Šiyâl alAmâm linkerhand von aš-Širqâṭ im Nordteil der Provinz Ṣalâḥuddîn zurückerobert. (http://sana.sy/?p=471808)

Gemäß Mitteilung von Generalmajor ʽAbdulġanî al-Assadî, dem  Leiter der Spezialkräfte, konnten jene am Mo., 28.11.2016, die Versorgungs- und Telekommunika­tionsverbindungen der IS-Terroristen in Mossul mit der Außenwelt abschneiden. In der Folge verringerten sich Suizidanschläge deutlich. Ca. 1000 IS-Terroristen seien in den Kämpfen getötet worden. Allerdings seien auch die bisherigen Schätzungen von 5000 – 6000 IS-Kämpfern in der IS-Hochburg wo­mög­lich zu hoch gegriffen gewesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19594-rund_1000_is_terroristen_bei_mossul_offensive_get%C3%B6tet)

In Sāmarrā` (Samarra) verhinderten Sicherheitskräfte weitere Anschläge durch Suizidattentäter: in Gefechten wurden fünf getötet, drei weitere hatten sich in Häuser geflüchtet und wurden anschließend ebenfalls liquidiert, nachdem die Stadt zeitweilig weiträumig abgeriegelt worden war. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19537-terroristenangriff_in_samarra_vereitelt)

Ein Luftangriff der US-geführten Koalition im Stadtteil al-Baʽṯ (Al-Baath) von Mossul hinterließ am So., 27.11.2016, 18 Tote, darunter 14 Frauen. Es habe sich laut US-Militärverantwortlichen dabei um ein Versehen gehandelt, wie schon – laut Pars today – beim „Massaker an Studenten in Mossul, Angriff auf eine Trauerzeremonie in Kirkuk“ mit 25 Tote u.s.w. und weiter: „Die Behaptung (sic.!) ist allerdings mit Blick auf  den Fahrplan der irakischen Armee zur Befreiung  von  Mossul sowie die genaue Kennzeichung (sic!) der  Aufenhaltsorte  (sic!) der IS-Terrormiliz nicht vertretbar.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_easti19501-us_gef%C3%BChrte_internationale_anti_is_ko- alition_t%C3%B6tet_zivilisten_im_irak)

Brigade­general Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, gab am Sa., 26.11.2016, bekannt, seit Beginn der Befreiungsaktion von Mossul am 17. Oktober sei die Hälfte der Provinz Nînawâ (Ninive) vom IS zurückgewonnen worden. Nînawâ  ist mit 32.000 km2 die flächenmäßig größte Provinz mit einer Bevölkerung aus Arabern, Kurden und Turkmenen ver­schiedener Religionen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19423-eine_h%C3%A4lfte_der_provinz_nini- ve_von_is_terroristen_befreit)

Die bislang schon sehr erfolgreich gegen den IS kämpfende Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî, welche den türkischen Invasoren im Land ein Dorn im Auge ist und auch seitens der US-geführten Koalition schon einige Luftschläge hat hinnehmen müssen (vgl.u.), ist nun offizieller Teil der irakischen Streitkräfte. Dies geschah auf An­trag von  Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî durch einen Mehrheitsbeschluß des Parlaments und ist nun auch gesetzlich verankert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19411-al_hashd_al_shaabi_an_irakische_streitkr%C3%A4fte_angeschlossen)

Beim Examinieren der kürzlich befreiten Region aš-Šabâ­bît (al-Shababit) entdeckten Pîšmarga erneut zwei Massengräber mit insgesamt 18 Leichen von Jesiden. Laut dem Vize-Gouverneur von Sinğâr, daß bislang 29 jesidische Massen­gräber in der Nähe von Mossul entdeckt worden seien mit steigender Tendenz, da der IS ja nach Eroberung des Gebiets Sinğâr im Jahr 2014 Tausende der Bewohner (Yaziden) von den Terroristen getötet, verschleppt und versklavt worden waren (vgl.u.). Noch 3.500 Jesiden sollen sich im IS-kontrollierten Gebiet befinden. Kürzlich gelang es etwa 18 Angehörigen der Glaubens- und volksgemeinschaft,  aus Tal ʽAfar zu fliehen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19450-irak_zwei_massengr%C3%A4ber_in_der_n%C3%A4he_von_mossul_entdeckt)

In Folge eines terroristischen Suizidan­schlags  mittels eines mit Sprengstoff beladenen LKW, der auf eine Tankstelle der Stadt al-Ḥila (im SO von Bagdad) auffuhr kamen gut 70 Menschen, die meisten davon iranische Pilger, ums Leben, mindestens 20 wurden verletzt. Darüber gab der der Leiter des Sicherheitsausschusses  der Provinz Bâbil (Babylon), Falâḥ ar-Râḍî, Auskunft.(http://www.sana.sy/?p=468435) – Auf dem Gelände der Tankstelle auf dem Weg zum šîʽitischen Wallfahrtsort Karbalâ´ standen zu jener Zeit sieben Pilger-Busse, wie ein Polizist vor Ort mitteilte. Der IS bekannte sich inzwischen zur Tat. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19282-irak_duztende_pilger_nahe_kerbela_get%C3%B6tet)

Bei vier Sprengstoffanschlägen u.a. in einem Bazar südwestlich gelegenen Bezirk al-Baiyâʽ von Bagdad kamen am Mi., 23.11.2016, mindestens drei Bürger ums Leben und weitere neun wurden  verletzt. – Wie auch in Syrien nutzen die Terroristen die Tatsache, daß die Armee mit Kämpfen in anderen Landesteilen beschäftigt ist. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19243-explosion_ersch%C3%BCttert_bagdad, http://www.sana.sy/?p=468435)

 

Streitkräfte in Siegesstimmung, Photo: SANA

Streitkräfte in Siegesstimmung, Photo: SANA

Der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî gelang am Mi., 23.11.2016, die komplette Abriegelung der IS-Hochburg Mossul mit Einnahme des Sinğâr-Gebiets im Süden der Provinz Nînawâ laut Mitteilung von as-Sûmariyya News. Am Vortag hatte die Armee die Dörfer aš-Šarîʽa al-Ğanûbiyya nahe Mossul und Ḫarâba Ğaḥîš im S von Tal ʽAfar befreit.  (http://sana.sy/?p=467601 vom 23.11.2016)

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî appellierte am Di., 22.11.2016, vor Reportern in Budapest an die OPEC, dem Land eine höhere Ölproduktion ohne Einschränkungen zu erlauben. Die bestehende Reduzierung sei nicht fair, besonders angesichts der Herausforderungen, denen sich das Land gegenüber sieht. Bei der nächsten Sitzung Ende des Monats  werde daher der Ölminister eine entsprechende Vorlage einreichen.  –  Der Irak ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Ölproduzent unter den 14 OPEC-Mitgliedern. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19144-irakischer_au%C3%9Fenminister_wir_brauchen_%C3%96leinnahmen_f%C3%BCr_kampf_gegen_is)

Nach heftigen Protesten der Bewohner in Sulaimâniyya gegen Masʽûd Barzânî Masoud Barzani) und einer Erklärung der Islamischen Union Kurdistans wie der Islamischen Gemeinschaft  in  Kurdistan dahingehend, daß ein endlicher Rücktritt dieses umstrittenen Politikers und Clanchefs wesentlich zur Lösung des Kurdenproblems beitragen würde, hat er erstmals die Freigabe des Präsidentenamts der autonomen Kurdenregion des Iraks in Aussicht gestellt. Masʽûd Barzânî  war seit Ablauf seiner Amtszeit 2015 (vgl.u.) dennoch eigenmächtig in seiner Position verblieben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19198-barzani_bereit_zum_r%C3%BCcktritt)

Laut as-Sûmariyya News, basierend auf eigene Quellen, soll sich IS-„KalifAbû Bakr al-Baġdâdî irgendwo zwischen den Städten Tal ʽAfar und al-Baʿāğ (al-Baʿādsch) in der Provinz Nînawâ  versteckt halten. Genaueres wisse nur ein kleiner Kreis ihm sehr nahe stehenden Personen, der  sog. Muğâhid-Rat. An seinem Zufluchtsort werde er von „ausländischen Kämpfern bewacht, die professionell mit ihrer Sache vertraut seien“. (http://sptnkne.ws/cMhD)

Aus einer unabhängigen Studie des britischen Analyse-Zentrums IHS geht hervor, daß IS-Terroristen seit 2014 dutzende Male chemische Waffen in Syrien und im Irak benutzt haben. Gemäß dem Leiter des Zentrums, C. Stark, nehme die Gefahr solcher Terroranschläge mit Giftgas zu, jemehr sich die Terrorgruppe(n) zurückgedrängt und in der Defensive fühlen und der Armee so weiteres Vorrücken erschweren [wie die Bevölkerung angesichts ihres schwindenden Einflusses einschüchtern wollen]. Zudem sei zusammen mit der Fluchtbewegung der IS-Terroristen – vor allem von Anführern mitsamt ihren Familien – gen Syrien seit der Befreiungsoperation um Mossul auch mit einer Verfrachtung ihres Giftgas-Equipments dorthin zu rechnen.  (http://www.sana.sy/?p=466970 vom 22.11.2016)

Erstmals seien laut dem Politologen Meyssan mehr als 14.000 Einwohner aus Mossul in Richtung ar-Raqqa und Idlib nach Syrien geflohen, eine Völkerverschiebung zwischen IS-kontrollierten Gebieten also. Über die aktionen der US-geführten Koalition in Mossul könne man nicht wirklich etwas aussagen, da dort nur jener genehme sog. embedded Journalisten zugelassen seien, die zudem der militärischen Zensur unterlägen. Diese Bevölkerungsverlagerung verstärke jedenfalls die Zahl der Ausländer im Norden Syriens, die der Ideologie der Muslimbruderschaft verhaftet seien. Dies müsse jedenfalls im Zusammenhang mit dem Plan der Schaffung eines künstlichen Kurdistan zu Lasten Syriens gesehen werden (http://www.voltairenet.org/article194133.html mit Verweis auf: „Enthüllungen der PKK über den Angriff des EIIL und die Schaffung von ,Kurdistan‘“. (http://www.voltairenet.org/article184659.html).  – Vgl.u. bzgl. Balkanisierung von Syrien und dem Irak.

Nach dem saudischen Botschafter (vgl.u.) haben sich nun offenbar die Mitarbeiter der saudischen Zeitung  aš-Šarq al-Ausaṭ gleich gegenüber mehreren Seiten im Irak unbeliebt gemacht: die Armee hat deren sämtliche Reporter aus den Operationsgebieten der Streitkräfte samt Volks­wehr ausgeschafftwegen Beleidigung der irakischen Frauen“ hieß es seitens des inländischen  Mediums  Burâṯâ News (Borsa) am Mo., 21.11.2016. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî hatte die Saudis am So., 20.11.2016, noch aufgefordert, sich bei den irakischen Frauen zu entschuldigen, was nicht geschah. Vorgeworfen wurde jenen Zeitungsleuten auch, sie würden durch Lügenmeldungen die irakische Armee in ein schlechtes Licht rücken auch in Bezug auf die Herstellung von Sicherheit für die Pilger zur Wallfahrt nach Karbalâ´ (vgl.u.) wie bei der Befreiung Mossul. Als dritte Partei beschwerte sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO), deren Mitarbeiter aš-Šarq al-Ausaṭ  der „sexuellen Belästigungen“  in Karbalâ´  beschuldigt hatte, was erst Genannte als „pure Verleum­dung“ zurückwiesen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i19027-irakische_armee_weist_al_sharq_al_aswat_reporter_aus)

Laut Mitteilung von Zweisterne-General Ra´îd Šâkir Ğaudat, dem Chef der irakischen Bundespolizei, haben die vereinten Streitkräfte am 19.11.2016, den Süden Mossuls vollständig von den IS-Terroristen befreit. Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant  der Operationen in Nînawâ, ergänzte, die Sicherheitskräfte hätten zuvor die Gegenschläge der IS-Terroristen im Gebiet abwehren können, dabei 43 von ihnen getötet und 11 weitere festgenommen. Im Weiteren würde man von Osten und Süden her gen Stadtmitte  Mossuls vordringen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18964-irak_s%C3%BCdlicher_teil_von_mossul_vollst%C3%A4ndig_befreit)

Bei der Detonation einer Autobombe inmitten einer Hochzeitsfeier in al-ʽÂmiriyya (?, Amerija) nahe  Falûğa kamen am Donnerstagnachmittag mindestens 30 Menschen ums Leben, weitere 45 Personen sind teils lebensgefährlich verletzt.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18907-irak_dutzende_tote_und_verletzte_bei_terror- anschlag_in_falludscha)

Nach dem die Zentralregierung und die der autonomen Region Kurdistan zu keiner Vereinbarung hinsichtlich der befreiten Regio­nen in Nînawâ (Ninive) gelangten, forderte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  am Do., 17.11.2016, in einer Erklärung, den Rückzug der kurdischen šmarga-Kämpfer aus diesen Gebieten. – Zuvor hatte der – trotz Ablauf seiner Amtszeit nicht von seinem Posten als Chef der kurdischen Regionalverwaltung gewichene (vgl.u.) – Masʽûd Barzânî in einer umstrittenen Rede vom Mi., 16.11.2016, mitgeteilt, aufgrund einer Vereinbarung mit der US-Administration (!) würden die kurdischen Pîšmarga-Milizen in den Gebieten bleiben, bei deren Befreiung sie mitgewirkt hätten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18877-iraks_premierminister_besteht_auf_abzug_der_peschmerga_milizen) – Zum damit verbundenen Zerteilungs- bzw. Balkanisierungsplan bzgl. des Irak mit seinen Auswirkungen und Hintergründen vgl.u.

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten  der Militäroperationen in der Provinz Nînawâ sind durch die vereinten Streitkräfte zuletzt die Dörfer Tal ʽAmarkân, Tal und Wâdî  aman  sowie ʽUmar befreit worden.  (http://sana.sy/?p=464842)

 

Besagter IS-Erlaß, Photo: Sputnik news

Besagter IS-Erlaß, Photo: Sputnik news

 

Ein Mitglied der Verteidi­gungs­einheiten der Provinz Nînawâ (Nineveh Plain Protection Units, kurz: NPU) teilte gegenüber Sputnik Arabic mit, in der kürzlich befreiten Stadt al-Ḥamdâniyya (vgl.u.) ein Schriftstück des IS gefunden. Dieses erwies sich als IS-Erlaß zum Verbot jeglichen Angriffs auf die US-geführte Koalition über Mossul samt Umgebung. U.a. hieß es darin: Es ist strikt verboten, beliebige Flugzeuge am Himmel mit jeglichen Waffen anzugreifen, unabhängig davon auf welcher Höhe sie sich befinden, und selbst wenn sie auf dem Dach eines Hauses gelandet sind“. Unterzeichnet sei es von einem der lokalen IS-Anführer namens Abû Muʽawiyya (Abu Muawia), angeschlagen an einer Tafel de sog. „Mobilisierungszentren“ der Terrororganisation zu Anwerbung und Training von Nachwuchskämpfern.
Sputnik Arabic weist darauf hin, daß die US-geführte Koalition, die besonders mit Luftangriffen in der Provinz Nînawâ engagiert sei, offenbar aufgrund von Meldungen aus der Region [vgl.u.] mehrfach Attacken auf die Volkswehr und die irakische Armee führte und humanitäre und mili­tärische Hilfsgüter abgeworfen habe, die letztendlich den IS-Kämpfern zugute kamen.
Beim letzten skandalösen Luftangriff auf die irakischen Volkmilizen, die gegen den IS kämpfen, hatte die Koalition 18 Kämpfer der Ninawa-Volkswehr getötet. Die Koalitionsjets hatten die Kämpfer ange­griffen, als diese gegen Terroristen gekämpft hatten. Dadurch konnten allerdings letztere fliehen.“ (http://sptnkne.ws/cHz3 und http://sptnkne.ws/cHvb) – Zu Belegen der letzten Beschuldigungen vgl.u.!

Karikatur dazu, s. Sputnik news

Karikatur dazu, s. Sputnik news

 

Untersuchungen der Kommission für gemeinnützige Organisationen in Großbritannien haben ergeben, daß die vom IS enthauptete britische Geisel Alan Henning (vgl.u.) unter dem Deckmantel der karitativen Arbeit in Syrien der Finanzierung der dort aktiven Terrorgruppen diente, bevor er 2014 vom IS gefangengenommen wurde. (http://sana.sy/?p=464061 vom 16.11.2016)

In der Provinz Nînawâ wurden weitere Gebiete wie z.B.  Tal Šiyân (Tal Schiyan) vom IS zurückerobert und der Belagerungsring um die Terrororganisation ausgeweitet, berichteten Militärangehörige. Besonders die frühere schon kampferprobte und erfolgreiche Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽ (vgl.u.) liefert sich nach wie vor schwere Gefechte mit dem IS um den Flughafen Tal ʽAfar (Talafar), den sie von drei Seiten umstellt habe. Viele Terroristen  flüchteten in Richtung der Grenze nach Syrien. Beim Vormarsch der Armee auf den Ort al-Bakr östlich von Mossul, wurden zudem ca. 100 Familien aus IS-Gewalt  befreit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18826-irak_weitere_gebiete_der_provinz_nineve_befreit)

Erstmals seit zwei Jahren ließen am Sonntagmorgen UNICEF, UNFPA und das UN-Welternährungsprogramm humanitäre Hilfsgüter in eine Vorstadt des östlichen Teils von Mossul bringen, ging aus einer UNICEF-Mitteilung vom Di., 15.11.2016, hervor.  Die Lieferung auf 14 Fahrzeugen enthielt Tabletten zum Desinfizieren von Was­ser, Power-Snacks, Zahnpaste, Seife, Windeln und andere Mittel des Grundbedarfs. Dies wurden innerhalb von 6 Stunden verteilt. Dem UN-Kinderhilfswerk zufolge hätten seit Beginn der Befreiungsoperation  mehr als 27.000 Kinder Mossul verlassen, während sich noch 1,5 Millionen Menschen, darunter 600.000 Kinder, in der Stadt befänden.  (http://sptnkne.ws/cGTu)  – Auf die völlig unzureichenden Vorbereitungen um Mossul hinsichtlich der zu erwartenden Versorgung der zu erwartenden vielen Flüchtlinge im Gegensatz zur Situation in/um Aleppo in Syrien war schon früher hingewiesen worden (vgl.u. 18.10.2016)

Während der šîʽitischen al-Arbaʽain-Wallfahrt, zu der üblicherweise Hunderttausende  Pilger anreisen, kamen in ʽAin at-Tamr, westlich des Wallfahrtsorts Karbalâ´ durch einen Suizidanschlag am Mo., 14.11.2016, neun Personen ums Leben, sechs wurden verletzt. Dabei war es den Sicherheitskräften sogar gelungen, rechtzeitig fünf weitere Attentäter zufassen, so daß allein der sechste sich innerhalb einer Menschenansammlung in die Luft sprengen konnte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18658-neun_tote_bei_selbstmordanschlag_im_westen_von_kerbela) – Später bekannte sich der IS zur Tat. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18679-irak_is_verantwortlich_f%C3%BCr_anschlag_in_kerbala)

Überblick und (vergrößerbare) Karte der bislang befreiten Gebiete von Mossul (https://southfront.org/iraqi-forces-take-control-of-more-villages-in-mosul-countryside-advance-inside-of-city/)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant  der Operation gab am 13.11.2016, in einer Übertragung von as-Sûmariyya News bekannt, die Truppen hätten die Kontrolle über das Gebiet von Nimrûd und das südlich gelegene Dorf Nuʽmaniyya in der Provinz Nînawâ vollends zurückgewonnen. Gestern konnten alle nördlich des Zâb-Flusses gelegenen Dörfer befreit werden sowie die Region al-Aûrubašiyya und der Stadtbereich al-Qadisiyya 2 im östlichen Teil von Mossul. Zuvor am Samstagabend hatten IS-Terroristen teils mit Chlor bestückte Mörsergranaten  in den Ortsteil al-Ḫânûka von aš-Širqâṭ gefeuert, und damit eine Person getötet und fünf weiteren Verletzungen zugefügt. In der Provinz Diyâlâ wurden am Sonntag eine Person südwestlich der Stadt Baʽqûba getötet, eine weitere verletzt, als beim Passieren der Stelle eine am Straßenrand zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen angebrachte Bombe detonierte. (http://www.sana.sy/?p=461687, s.a. http://www.sana.sy/?p=461588)

Bereits am Mo., 7.11.2016, waren im Bezirk Šûra (Schure, Shura) von Mossul in einem unterirdischen Gefängnis des IS hunderte abgemagerter Menschen befreit worden, wie der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen mitteilte. In der kürzlich herausgegebenen Erklärung hieß es: „Irakische Sicherheitskräfte entdeckten ein unterirdisches Gefängnis, in dem sich 961 Menschen befanden, alle sind Sunniten, viele von ihnen sind ehemalige Mitglieder der irakischen Sicherheitskräfte oder Mitglieder der Islamischen Partei des Irak“. Die Körper der ausgehungerten Personen, die teilweise in kleinen Käfigen gehalten worden seien, wiesen zudem Folterspuren auf. (http://sptnkne.ws/cET6)

Die Verlautbarung des Pressesprechers des US-Zentralkommandos, Oberst John Thomas, man erkenne an, daß bei 24 Luftschlägen im Irak und in Syrien zwischen dem 20. November 2015 und dem 10. September 2016 etwa 64 Zivilisten getötet worden sein könnten (!), obwohl man alle möglichen Maßnahmen ergriffen habe, um zivile Todesopfer zu vermeiden (vgl. http://sptnkne.ws/cEeW), konnte bei den Betroffenen nur Empörung auslösen.  Daher hieß es auch im Kommentar aus dem russischen Verteidigungsministerium, welches täglich umfassende  Daten vom Koordinierungs- und Überwachungszentrums in Ḥumaimîm nicht nur über Aktionen in Syrien sondern auch im Irak erhält (vgl. Syrien): „Es waren Tausende“! und weiter: „Die US-Luftwaffe versetzte in Syrien und im Irak bis zu 20 Schläge pro Tag. Das sind insgesamt etwa 7.300 Angriffe alleine im vergangenen Jahr“. Zum Einsatz seien zum größten Teil strategische Bomber 1B bis B52H gekommen, deren „Menschenfreundlichkeit“ und „Präzision“ seit dem Vietnam Krieg berüchtigt sei. „Wenn man solche Erklärungen vom Zentralkommando der US-Luftwaffe hört, entsteht der Eindruck, dass weitere Tausende Zivilopfer unter Syrern und Iraker Pentagon einfach nicht für Menschen gehalten werden“, hieß es aus Moskau,  „Aber selbst diese höchste Form der Schamlosigkeit und des Zynismus der amerikanischen Kollegen muss ihre Grenzen haben“. Darauf folgen einige Beispiele wie der Luftangriff vom 17.9.2016 auf die Stellungen der syrischen Armee, die sich im Kampf mit dem IS befand (vgl. Syrien), mit allein schon 62 getöteten und über 100 Verletzte mit dem Kommentar: „Sie waren keine Terroristen oder Gegner der US-Luftstreitkräfte, trotzdem wurden sie [erg.: aus] unklarem Grund nicht er­wähnt“; dann den US-Luftangriff vom Januar 2016 mit 27 getöteten Zivilisten und 40 Verletzten oder in Manbiğ (vgl. Syrien), wo zwischen Mai und Juli 167 Zivilisten – davon 17 Frauen und 44 Kinder – den US-Luftschlägen zum Opfer fielen u.s.w. „Die Situation im Irak ist ähnlich“ geht die Kritik weiter und referiert: am 20. Mai 2016  wurden bei US-Bombardements auf den Universitätskomplex in Mossul 92 Zivilisten getötet und 135 verletzt. „Solche Beispiele kann man unendlich aufführen“, hieß es abschließend. (http://sptnkne.ws/cEux)
Auch Neil Sammonds von Amnesty International kommentiert die Verlautbarung dahingehend, daß  das Pentagon die wahre Opferzahl drastisch gesenkt habe. Gegenüber Russia Today kritisierte er,  daß bei den Luftangriffe der US-geführten Koalition die Todesopfer unter den friedlichen Bewohnern nicht ordnungsgemäß ermittelt würden.  Die von den US-Militärs angeführten Zahlen machten „etwa fünf bis zehn Prozent von der wirklichen Totenzahl“ aus, erklärt der Menschenrechtler. Es sei zudem immer noch unklar, aus welchen Quellen das Pentagon seine Angaben beziehe. Sammonds forderte daher: „Wir rufen das US-Verteidigungsministerium auf, entsprechende Informationen zu veröffentlichen … . Wir fürchten nach wie vor, dass das Vorgehen der Koalitions-Luftstreitkräfte im Irak und in Syrien zur Verletzung des internationalen humanitären Rechts geführt hat“.  (http://sptnkne.ws/cEP6)

Die Menschenrechts­organisation Human Rights Watch (HRW) sprach sich am Do., 10.11.2016, dafür aus, daß IS-Kämpfer bei mindestens drei An­griffen auf al-Qayâra (Quayyara; vgl.u.) im September und Oktober 2016 Chemiewaffen eingesetzt haben. (http://sptnkne.ws/cEPZ)

Zusammen mit der kurdischen Volkswehr befreite die Armee östlich des Stadtzentrums von Mossul die Außenbezirke Hayalkudüs [wohl gemeint: Ḥay = Stadtbereich al-Quds, vgl.u.], Kerame [al-Karâma, vgl.u.], Hayalsalah [Ḥay aṣ-Ṣalâḥ] und  ebenfalls nochmals genannt:  Ṣadâm (Saddam). Anschließend begann die Säuberung von hinterlassenen Sprengsätzen. (http://sptnkne.ws/cExP)

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdul-Amîr Rašîd Yarallâh, dem Kommandanten der Operation, gegenüber der irakischen Nachrichtenagentur INA wurde das Dorf  ʽAbbâs Rağab im N von az-Zâb in der Provinz Nînawâ vom IS zurückgewonnen und dort die irakische Flagge gehißt. Fortschritte würden auch nahe der antiken Stätte Nimrud (vgl.u.) gemacht. (http://sana.sy/?p=458260)

Basierend auf einer Nachricht von as-Sûmariyya News soll auch der am Ost-Rand der Millionenstadt Mossul gelegene Bereich as-Sahra [aṣ-Ṣaḥrâ´ ?] vom IS befreit worden sein. (http://sptnkne.ws/cEn6)

Zu Beginn der Woche entdeckten irakische Soldaten nahe Mossul auf dem Gelände einer Landwirtschaftsschule ein Massengrab. In der kürzlich befreiten, 15km südlich der Provinzhauptstadt gelegenen Ortschaft Ḥamâm al-ʽAlîl (vgl.u.) wurden Hunderte enthaupteter Leichen aufgefunden, womöglich Schüler der Lehranstalt.  (http://sptnkne.ws/cDPF)

Prof. Christopher Bus­by vom  Europäischen Komitee für Strahlenrisiken zeigt sich überzeugt, daß die US-Regierung bislang alles getan habe, um die Auswirkungen ihrer Kriegsführung mittels abgereicherten Urans im Irakkrieg, vor allem bei der Operation Phantom Fury während der zweiten Schlacht von Falûğa 2004 herunterzuspielen. Dabei litten die Bewohner noch heute, 12 Jahre später also, an deren Folgen. Etliche Forscher haben laut  Russia Today den Zusammenhang zwischen angeborenen Kindes-Mißbildungen und Gesundheitsproblemen erwachsener Einwohner und dem  Einsatz v.a. dieser panzerbrechender Uranmunition hergestellt, das bei den US-Luftangriffen eingesetzt worden sei. Es fördere auch Krebs und Fehlgeburten. „Es wird immer offensichtlicher, dass Uran sehr ernsthafte genetische Folgen hat, die von den Behörden bis heute nicht berücksichtigt werden“, hebt Prof. Busby hervor und fügte an, die US-Administration, besonders das US-Militär, seien aber die letzten, die auf diese Folgen Rücksicht nähmen. „Sie wollen diese ‚magischen Waffen‘ nicht loswerden. Sie kämpfen mit allen Mitteln, auch wissenschaftlich, um zu zeigen, dass es dieses ernsthaften Problem nicht gebe.“ unter „Deckung“ auf hoher Ebene in den USA, bekräftigt der Professor im RT-Interview. Sogar der Veteran der US-Marine Ross Caputi, selbst Teilnehmer der o.e. Operation gab gegenüber RT an: „Angesichts eines solchen politisierten Faktors hat die US-Regierung keine Forschungen zu diesen Fragen unterstützt und hat es abgelehnt, jegliche Verant­wor­tung zu übernehmen“. (http://sptnkne.ws/cDhr)

Pîšmarga-Kämpfer haben Baʽšîqa, aus dem sich zuvor die türkischen Truppen zrückgezogen hatten (vgl.u.) „aus den Händen der IS-Terroristen befreit“ wie es mehrere Nachrichtenagenturen meldeten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18382-iraki- sche_stadt_bashika_in_der_n%C3%A4he_von_mossul_befreit vom 9.11.2016)

Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) vom Fr., 11.11.2016, habe die IS-Führung  am Di., 8.11.2016, „40 Zivilisten in Mossul wegen Mithilfe für die Sicherheits­dien­ste des Irak“ exekutieren lassen, tags darauf einen Mann wegen Han­dynutzung und am Mittwochabend noch  20 Zivili­sten im Norden von Mossul. (http://sptnkne.ws/cEK8)

Nach Angaben von UN-Menschenrechtssprecherin Ravina Shamdasani in Genf vom Di., 8.11.2016, habe der IS in den letzten Tagen knapp 2000 Menschen entführt, um sie nach Mossul zu schaffen. Davon seien 295 ehemalige Mitarbeiter der Sicherheitskräfte aus Ḥamâm al-ʽAlîl (vgl.u.) gewesen. Weitere etwa 1.600 Bewohner von Ḥamâm al-ʽAlîl seien gezwungen worden, sich mit den IS-Leuten nach Tal ʽAfar (vgl.u.) zurückzuziehen. Vor einer Woche bereits seien etwa 30 Scheichs aus Sinğar (Sindschar) entführt und 18 davon vom IS getötet worden. (http://sptnkne.ws/cDjX)

IS-Trupps hätten mit dem Vordringen der irakischen Truppen nach Mossul und Desertion vieler IS-Kämpfer aus den Orten ʽĀna (Ana), Râwa (Rawa) und al-Qâ´im (al-Qa ím) den (?) Grenzübergang vom Irak nach Syrien geschlossen, berichtete as-Sûmariyya News  am 7.11.2016 unter Berufung auf Nāẓim  al- Ğuġaifî (Nazim al-Jughaifi), ein­en Geheimdienst-Offizier  der Provinz al-Anbâr. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18334-is_schlie%C3%9Ft_grenz%C3%BCber- gang_zwischen_irak_und_syrien)

Wie schon am 3.11.2016 mitgeteilt (vgl.u.), betätigt nun auch die irakische Armee basierend auf Aufklärungsdaten die Flucht von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî zusammen mit mit 150 Familien aus Mossul. (http://sptnkne.ws/cC9d) – Zu Meldungen über die und Kritiken an der Einrichtung von einem „IS-Fluchtkorridor“ nach  Syrien s. im Syrien-Thread und vgl.u..

Wieder (vgl.u.) haben IS-Milizen Ölfelder in Brand gesteckt, dieses Mal 19 in einem südlichen Vorort von Mossul. (http://sptnkne.ws/cCEn)

Über die IS-Schandtaten gegenüber der Bevölkerung – und hier insbesondere den Frauen gegenüber – im „Kalifat“ berichten erfolgreich Geflohene z.B. hier: http://sptnkne.ws/cCHw  und bei: http://sptnkne.ws/cCFj.

Nach seinem Treffen mit Rußlands Vize-Außen­minister Michail Bogdanow informierte Falâḥ Muṣṭafā Bakîr (Falah Mustafa Bakir), Chef des Departements für auswärtige Beziehungen der Regierung der Autonomen Region Kurdistans den Korrespondenten von Iswestija: „Wir haben um eine solche Art von Unterstützung (um militärische Hilfe — Anm. d. Red.) gebeten, da der Kampf gegen den Terrorismus jetzt eine kritisch wichtige Frage ist. Denn der Kampf dreht sich um die sogenannte Hochburg des IS.“ wegen der Masse an Flüchtlinge brauche man auch humanitäre Hilfe. Aus Moskau habe man hierauf erfahren, daß man „die Anfragen prüfen und sich bemühen werde, zu helfen“. (http://sptnkne.ws/cCyP)

Am So., 6.11.2016, teilte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa zur Beteiligung der US-geführten Koalition bei der Befreiungsoperation bzgl. Mossul auf Facebook mit: „Die Anti-Terror-Operation, die von führenden Mächten des 21. Jahrhunderts durchgeführt wird, hat sich in eine mittelalterliche Schlächterei verwandelt, bei der vor allem Zivilisten leiden. Die Bevölke­rung von Mossul stirbt von den Händen der Terroristen sowie der ihnen gegenüberstehenden Koalit­i­onskräfte. Es lässt sich feststellen, dass kein grundlegender Plan für die Rettung der Zivilisten ent­wickelt wurde“. Ihr zufolge existiere eine Informationsblockade seitens der Koalition, da diese keine zuverläs­sigen Daten dazu bereitstelle, was in Mossul vorgehe. Es scheine daher einen diesbezüglichen Befehl gegeben zu haben. (http://sptnkne.ws/cCn7)

Laut Bericht von as-Sûmariyya News  kam es am So., 6.11.2016, noch zu zwei Suizidanschlägen.  In Tikrît ließ ein Suizidattentäter einen mit Sprengstoff beladenen Krankenwagen nahe eines Kontrollpunkts einer Wetterstation im Süden der Stadt explodieren, wobei 13 Personen ums Leben kamen, weitere verletzt wurden. Eine weitere Autobombe in Form eines Krankenwagens detonierte. Nahe des unter Šîʽiten beliebten Wallfahrtszentrums des al-ʽAskarî-Schreins („Goldene Moschee“) in Sāmarrā` (Samarra), wo zehn Pilger getötet und Dutzende verletzt wurden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18154-24_to- te_bei_terroranschl%C3%A4gen)

Mit Bezug auf einen Bericht von al-Mayâdîn bringt Sputnik news am 6.11.2016 eine Nachricht (http://sptnkne.ws/cCkK), welche as-Sûmariyya news schon am 26.10.2016 gemeldet hatte (vgl.u.). Es geht dabei um die Flucht des IS-Führungsmitglieds Abû Muʽtaz al-Qaḥṭânî gen Syrien, der in der russischen Version „Abu al-Bara al-Qahtani“ genannt wird. Zusammen mit ihm seien weitere vier IS-Führungskräfte nach Syrien geflohen. Nach Aussage eines Mitglieds der Regierung der autonomen Kurdenregion  sei für die in Mossul eingekesselten IS-Ter­roristen die Möglichkeit geschaffen worden, die Stadt über die südliche Ausfahrt in Richtung Syrien auf einem „IS-Fluchtkorridor“ sozusagen zu verlassen. Hierzu hatten auch sich  die Außenminister al-Muʽallim (Syrien, 28.10.2016), Lawrow (Rußland, 28.10.2016) und Ẓarīf  (Iran, 28.10.2016) sowie der syrische UN-Botschafter Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî (26.10.2016) einschließlich des Obersten Heereskommandos von Syrien (18.10.2016) kritisch geäußert. Vgl.a. die gleichgeartete Mitteilung des Sprechers der Demokratischen Partei Kurdistans (DKP) Saʽîd Mamuzini. (http://sptnkne.ws/cyTz vom 13.10.2016).

Am Samstagabend reiste Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî an der Spitze einer militä­rischen Delegation nach Arbîl, um mit dem trotz Ablauf seiner Amtszeit nicht von seinem Posten als Chef der kurdischen Regionalverwaltung gewichenen Masʽûd Barzânî (Masoud Barzani, vgl.u.) über die Koordination der Befreiungsoperationen um und in Mossul zu sprechen. Laut Stabschef des letzteren sei man demnach übereingekommen: „Laut Verein­barung zwischen Bagdad und Erbil werden die Peschmerga-Kämpfer nicht in Mossul eindringen“. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18145-al_abadi_und_barza-ni_beraten_%C3%BCber_mossul_operation)

Auch die südlich der Provinzhauptstadt gelegene Ortschaft Ḥamâm al-ʽAlîl (Hamam al-Alil) konnte nach Mitteilung von Generalmajor Nağim [falsch: Hadschim] al-Ğubûrî am Samstagmorgen zurückgewonnen werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18136-irakische_ar- mee_meldet_r%C3%BCckeroberung_strategisch_wichtiger_ort-schaft_hammam_al_alil_vor_mossul)

As-Sûmariyya News berichtet über die Befreiung von 45 Häftlingen eines IS-Gefängnisses im Ostteil von Mossul bei einem Sturm durch die Stadtbewohner darauf am Freitagabend. Die IS-Wachmannschaft wurde getötet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18064-einwoh-ner_von_mossul_befreien_dutzende_h%C3%A4ftlinge)

Laut Mitteilung des irakischen Militärs wurden die östlich gelegenen sechs Stadtbereiche Mossuls Malayeen [Malâyîn], Samah [as-Samâḥ], Khadra/Chadra/Hadra [Ḥaḍra ?], Karkukli [Karkûklî], Quds und Karama [Karâma] befreit. Der in Reaktion hierauf vom IS gestartete Angriff auf die am 22.9.2016 befreite Stadt aš-Širqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn konnte von den Streitkräften ebenfalls abgewehrt werden.  (http://sptnkne.ws/cB2p vom 4.11.2016) – Ein Blick auf die Karte zeigt, daß es sich bei den befreiten Gebieten um abgeschlossene Bereiche außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes von Mossul handelt. (http://www.maplandia.com/iraq/neineva/mosul/)
Ergänzung: Laut as-Sûmariyya News wurden auch die Außenbereiche ʽAdan (Aden) und  Ṣadâm (Saddam) zurückerobert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18124-200_is_terro- risten_bei_gefechten_um_mossul_get%C3%B6tet)

Laut Meldung der Agentur Rudaw haben die irakischen Truppen den östlichen Außenbezirk al-Intiṣâr (al-Intisar) von Mossul am linken Tigris-Ufer zurückerobert. (http://sptnkne.ws/cAZ4)

Der türkische Vizepremier und Regierungssprecher Numan Kurtulmuş verkündete am 3.11.2016, die türkischen – seit der Invasion vor ca. einem Jahr völkerrechtswidrig im Land stationierten (dazu vgl.u.) – Einhei­ten in Baʽšîqa (Baschigheh) nahe Mossul in andere nicht näher benannte Regionen des Irak verlegt würden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17974-t%C3%BCrkei_beschlie%C3%9Ft_ab- zug_ihrer_truppen_aus_nordirak) – Das Ehepaar Kurtulmuş agitiert für die als antidemokratisch und extremistisch geltende Millî Görüş-Bewegung.

Rußlands Generalstabschef Sergei Rudskoi eröffnete am Do., 3.11.2016, der Presse [dank der Informationen ausfgrund eigener Überwachungsmaßnahmen im Irak, dazu vgl.u.], die US-Luftwaffe habe vor wenigen Tagen mehrere Luftangriffe auf die Stadt Ḥamâm al-ʽAlîl (Hamam el-Elil) südlich von Mossul ausgeführt und dabei vor allem Zivilisten verletzt und auch eine Moschee beschädigt haben. Wörtlich sagte er: „Die USA setzen ihre Raketen- und Bombenangriffe auf Wohnviertel sowohl in Mossul als auch in anderen Ortschaften der irakischen Provinz Nainawa fort. Am 26. Oktober haben US-Kampfjets Wohnviertel im Stadtzentrum von Hamam el-Elil bombardiert, das 20 Kilometer südöstlich von Mossul liegt“. Ebenso seien dicht besiedelte Wohnviertel nur 14 bzw. 9km von Mossul aus der Luft angegriffen worden. Satellitenbilder belegten die jeweiligen Folgen z.B. auch bzgl. der Stadt Tal Kaif nahe Mossul. Auf dem Bild sei u.a. eine durch Splitter und Detonationswelle beschädigte Schule zu sehen. Dazu bemerkte er: „Ein taktisches Kampfflugzeug der US-Luft­waffe hat am 24.Oktober eine Schule in Tell-Kaif, 14 Kilometer nördlich von Mossul, mit Bomben und Raketen angegriffen“. Mehrere Tote und Verletzte waren darauf zu verzeichnen. (http://sptnkne.ws/cAQG)

Während der IS-Führer Abû Bakr al-Baġdâdî am Do., 3.11.2016, sich noch angeblich siegessicher in einer Audiobotschaft an seine Anhänger wandte, Mossul weiter gegen die – tatsächliche Übermacht – der Eindringlinge zu „verteidigen“ (http://sptnkne.ws/cANK), werteten andere diese Kundgebung bereits als „Zeichen der Verzweiflung“, in welcher Abû Bakr sich über fehlende Gefolgschaft beklagt. John Dorrian, Sprecher der US-geführten Koalition im Irak, kommentierte dies folgendermaßen: „Es ist ganz klar ein Versuch des IS, mit seinen Kämpfern zu kom­munizieren. Das zeigt wahr­scheinlich ganz deutlich, dass ihre Kommandostrukturen und die Möglichkeit, mit ihren Kämpfern direkt zu kommunizieren, stark eingeschränkt sind.” (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i18016-is_anf%C3%BChrer_al_baghdadi_hat_m%C3%B6glicherweise_keine_kontrolle_mehr_%C3%BCber_seine_k%C3%A4mpfer)  –  Der britische Außenminister Boris Johnson gab noch am 3.11.2016 unter Berufung auf westliche Aufklärungsdaten bekannt, Abû Bakr al-Baġdâdî befinde sich schon nicht mehr in Mossul. (https://www.theguardian.com/world/2016/nov/03/isis-leader-abu-bakr-al-baghdadi-no-longer-in-mosul)

Chef der irakischen Bundespolizei, Zweisterne-General Ra´îd Šâkir Ğaudat, teilte am 2.11.2016 mit, die eigenen Truppen seien inzwischen 16km vor dem Flughafen von Mossul in Stellung gegangen. Zuvor seien 12 Dörfer im Gebiet Ḥamâm al-ʽAlîl (Hamam al-Alil) südlich von Mossul zurückerobert worden. Im westli­chen Abschnitt des Kampfgebiets von Mosul sei auch die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî auf dem Vormarsch und habe ar-Raḥmaniyya befreit  und  die Anhöhe Tal aṣ-Ṣaif zurückgewonnen. Ca. 100 IS-Terroristen seien bei Luftangriffen getötet worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17926-irakische_truppen_16_kilometer_vor_mosuls_flughafen)

As-Sumariyya News berichtet am Di., 2.11.2016: „Die IS-Führung hat nach aus der Stadt eingetroffenen Informationen allen Kämpfern die Anweisung gegeben, das westliche und östliche Ufer des Flusses Tigris zu verlassen und in Richtung Syrien abzuziehen“.  (http://sptnkne.ws/cAcD) – Zur Problematik der Ausschaffung der IS-Kämpfer nach Syrien vgl.u.!
Allerdings befinde sich IS-Führer Abû Bakr al-Baġdâdî noch in Mossul. (http://sptnkne.ws/cAyb)

Laut Bericht von The Guardian vom 1.11.2016 wurde durch einen Luftangriff der US-geführten Koalition im erst kürzlich befreiten Dorf al-Fâiliyya, 20km nördlich von Mossul, eine achtköpfige Familie bei der Bombardierung ihres Hauses ausgelöscht, wie Dorfbewohner mit Filmmaterial der Presse meldeten. Auch wüßten sie im Laufe der kriegerischen Situation im Land sehr wohl zwischen Luftangriff und Artilleriegranateneinschlag zu unterscheiden. Splitter und Trümmer seien über 300m verteilt. Auch im Irak hatte es schon mehrere dieser Vorfälle gegeben (vgl.u.). Konstantin Dolgow, der Menschenrechtsbeauftragte des russischen Außenministeriums forderte daher genaue Untersuchungen in dieser Hinsicht und wies darauf hin, Moskau verfüge über glaubhafte Beweise für anhaltende Angriffe der US-geführten Koalition auf die Zivilbevölkerung in Syrien wie dem Irak, die in einem Weißbuch zusammengefaßt und einzusehen seien. (http://sana.sy/?p=453578 vom 2.11.2016) – Zum erwähnten Weißbuch s.a. http://sptnkne.ws/c9RZ

Am Di., 1.11.2016, konnten Armeeinheiten ins Gebiet aš-Šalâlât nördlich von Mossul eindringen und erhielten so Zu­gang zu einigen Stadtteilen der Provinzhauptstadt und die Kontrolle über Gebäude der TV- und Radio-Anstalten im Ostteil und  mehrere umliegende Dörfer.
Heute wurde das Dorf al-Mankar im S Mossuls zurückgewonnen und Dutzende mit Sprengstoffgürteln versehene Suizidattentäter des IS wurden rechtzeitig eliminiert. Nach Meldung von as-Sûmariyya News schritten die militärischen Einheiten kontinuierlich fort. (http://sana.sy/?p=453535 vom 2.11.2016)

Bislang hauptsächlich von befreiten Orten aus Syrien bekannt und mit dem Vormarsch der irakischen Armee nun auch in diesem Land hinterlassen die Terroristen – nicht nur vom IS – beim Rückzug an den Straßen, aber auch in Wohnhäusern und anderen Gebäuden Minen und Sprengfallen für die vorrückenden Truppen aber auch die heimkehrwillige Bevölkerung. Deshalb verbingen Spezialeinheiten des Heeres lange Zeit mit der Durchsuchung und räumung des jeweiligen Gebiets. Nun ist der IS dazu übergegangen, auch herumlaufende Haustiere einzufangen und ihnen Sprengsätze umzubinden, so daß diese, in ihr Heim und zu ihren Besitzern zurückgekehrt, diesen so den Tod bringen oder sie schwer verletzen. (http://sptnkne.ws/c92w)

Bewohner kürzlich befreiter Orte sprachen mit Sputnik-Reportern über die schlimme Zeit unter IS-Besatzung. Die Berichte sind zusammengestellt bei http://sptnkne.ws/c6bR, http://sptnkne.ws/c8sR, http://sptnkne.ws/c95Y.

Laut Mitteilung von Generalmajor Fâḍil Ğamîl al-Barwânî  vom Mo., 31.10.2016, befinde sich die Armee mit unterstützenden Kräften des Landes ca. 3km von Mossul entfernt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17773-irak_armee_n%C3%A4hert_sich_mos- sul_von_osten)

Bei fünf Explosionen an verschiedenen Stellen von Bagdad kamen am Sonntag mindestens 17 Personen ums Leben, weitere 60 wurden verletzt. (http://sptnkne.ws/c8WX)

Nach Auskunft eines Pîšmarga-Kommandeurs gegenüber Sputnik Türkiye stünden die Armee wie die regierungstreuen Milizen bereits 2km östlich der Altstadt Mossuls, wobei sie von SO her angriffen. Im Einzelnen bemerkte er: „Die irakische Armee hat 13 Ortschaften östlich und nordöstlich von Mossul befreit. Dort wird erbittert gekämpft. Die irakische Armee steht zwei Kilometer vom Stadtkern von Mossul entfernt. Die Daesh-Kämpfer wehren sich fast nicht mehr: Viele fliehen oder sprengen sich mit verminten Fahrzeugen in die Luft.” Etliche Terroristen seien getötet bzw. gefangengenommen worden. „Um sich vor den Artillerieangriffen zu schützen, graben die Dschihadisten Hunderte Kilometer lange Tunnel und Gräben aus. Wir stoßen in den von uns befreiten Dörfern auf diese Gräben.“ fügte er hinzu.  (http://sptnkne.ws/c8tk)

Am Fr., 28.10.2016, teilte General Sergei Rudskoi, Chef der Operativen Verwalt­ung im russischen Generalstab, in Moskau mit: „Ein taktisches Kampfflugzeug der US-Luftwaffe hat am 24-Oktober um 03:24 Uhr eine Schule in Tell-Kaif, 14km nördlich von Mossul, mit Bomben und Raketen angegriffen“. Dem fielen in Mossul mehrere Tote und Verletzte zum Opfer. Es kämen US-Langstreckenbomber des Typs B-52 zum Einsatz. (http://sptnkne.ws/c8mb)

Dem irakischen Immigrationsministerium entstammt die Information, daß seit Beginn der Operation zur Befreiung Mossuls 11.735 Bürger der Provinz Nînawâ aus ihrem Heim geflohen sind. Laut as-Sûmariyya News vom Do., 27.10.2016, brachten Mitarbeiter des Ministeriums in den letzten Tagen 1.940 Obdachlose in den Lagern von Arbîl und in der Provinz Dahûk unter. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17596-irak_%C3%BCber_11000_personen_verlassen_die_provinz_ninive)

Nach Angaben der Sprecherin des UN-Hochkommissars für Mens­chenrechte am Fr., 28.10.2016, in Genf hat der IS am Mi., 26.10.2016,  232 Zivilisten nahe Mosul ermordet. Als Grund wurde genannt, daß sie für die Armee gekämpft oder sich geweigert hätten, dem IS beizutreten.  „Einige wurden auch erschossen, obwohl sie den Anweisungen vom IS Folge leisteten.“. (http://parstoday.com/de/news/world-i17650-uno_is_t%C3%B6tet_%C3%BCber_230_zi-vilisten_in_mosul)

Nach Mitteilung des Generalsekretär der al-Badr-Organisation, Hâdî al-ʽÂmirî (Hadi al-Ameri), habe allein die Regierung und damit der Ministerpräsident darüber zu entscheiden, ob die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî an der Befreiung Mossuls und beim Einmarsch in die Stadt teilnehme, und nicht der türkische Präsident.  Die Kämpfer stünden jedenfalls dazu bereit. Masʽûd Barzânî, der illegal weiter im Amt verweilende (vgl.u.) „Präsident“ der autonomen Kurdenregion erklärte hingegen bei einer Pressekonferenz mit dem Chef der Irakischen Nationalallianz, ʽAmmâr al-Ḥakîm (Ammar al-Hakim), die kurdischen Pîšmarga würden sich zwar bei der Belagerung nicht aber beim Einmarsch in jene Provinzhauptstadt beteiligen.  Al-Ḥakîm sprach sich dabei ebenfalls deutlich gegen die Präsenz ausländischer Soldaten, insbesondere der türkischen, aus, die sich derzeit auf  dem US-Stützpunkt Baʽšîqa nahe Mossul aufhalten. Außerdem forderte er die US-geführte Koalition auf, ihre Einsätzen mit der irakischen Regierung abzustimmen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17590-schiitische_miliz_im_irak_werde_auf_wunsch_in_mosul_einmarschieren)

Ein Video vom Di., 25.10.2016, zeigt den Einmarsch der Regierungstruppen in die befreite Stadt al-Ḥamdâniyya (auch: Karakusch, Baghdeda) im SO von Mossul. Vor der IS-Invasion wohnten hier fast ausschließlich Christen, die daraufhin jedoch zu zehntausenden flohen. Im Ort sind noch die Ruinen in Brand gesteckter Kirchen zu sehen. (http://sptnkne.ws/c6Zj) Am 26.10.2016 wurde zudem al-Qalâʽ im O von Mossul zurückerobert.
Zudem meldete as-Sûmariyya news am 26.10.2016, der IS-Verantwortliche für die Finanzen der Terrorgruppe wie für die Anwerbung von Suizidattentäterinnen aus dem (europäischen, deutschen!) Ausland, der Araber Abû Muʽtaz al-Qaḥṭânî (Abu Moataz Al-Qahtani) sei unter mysteriösen Umständen, dafür  im Besitz von Millionen US-$ und brisanten Dateien über Transak­tionen des IS sowie über Mitglieder verschwunden. Die Quelle verweist in dem Zusammenhang auf die Ausschaffung von IS-Angehörigen aus Mossul gen Syrien, ungehindert durch die Einsatzkräfte der US-geführten Koalition (vgl.u., 19.10.2016). (http://sana.sy/?p=450328)

Irakischer Soldat, Photo: SANA

Irakischer Soldat, Photo: SANA

Gegenüber der arabischen Webseite von Sputnik news gab der Vorsitzende des Sicherheitskomitees der Provinz Kirkûk, Ali Musa Yadekar, an, US-Flugzeuge hätten IS-Terroristen von Ḥawîğa (Hawijah) in die Bergregion von Leilan (?) und Dâqûq (südlich von Kirkûk) transportiert, wo es keine Sicherheitskräfte gab. Auch  der Gesandte des International High Commission for Human Rights  für den Nahen Osten (englisch: Middle-East), Haiṯam Abû Saʽîd) (Haitham Abu Saeed), bestätigte am 24.10.2016, die Terroristen flöhen aus Mossul nach ar-Raqqa und Idlib in Syrien mit US-Unterstützung. Außerdem übe die US-Regierung Druck auf die in Bagdad aus, die Volkswehrkräfte, bislang äußerst erfolgreich im Kampf gegen den IS (vgl.u.) nicht weiter am Kampf um Mossul teilnehmen zu lassen [was ja eine Forderung der türkischen Regierung unter Erdogan ist, s. http://sptnkne.ws/c595%5D. Demnach teilte er mit: „The US is also pressuring the Iraqi government to stop Hashd al-Sha’abi (popular) forces‘ partici­pation in the Mosul Liberation Operations in a move to implement its plots in the region„. Ein von den Streitkräften gefangengenommener IS-Kämpfer sagte zudem beim Verhör aus, daß seine Leute von türkischen Flugzeugen südlich von Kirkûk abgesetzt worden seien. Hierzu führte ein Mitglied der Sicherheitskräfte aus: „The Iraqi security forces have managed to arrest a number of terro­rists who attacked Kirkuk province, after the militants blew up and struck governmental headquarters by suicide attacks and clashed with the security forces and the local people. One of the prisoners admitted that Turkish planes brought them from Turkey and dropped them in an area South of Kirkuk, near the village of Sari Tepe. The investigations are underway about the confessions of those terrorists for documentation purposes and to criminalize those who facilitated the terrorists’ infiltration into Kirkuk”. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13950803000670) – Schon früher hatten Parlamentarier und Mitglieder der Streitkräfte von ähnlichen Unterstützungsleistungen seitens der USA für den IS durch Lieferungen von Waffen, Munition und anderen Hilfsmitteln aus der Luft und Abstransport von IS-Führungspersonal aus Gefahrengebiet berichtet und diese zusammengetragen, vgl.u.! – Ähnliches wurde auch durch einen Parlamentarier bzgl. Aleppo in Syrien festgestellt.

Daß der Irak seit der US-Invasion 2003 sein säkulares Gepräge verloren hat, ist nicht nur am Vergleich der Flagge vor- und nachher (vgl.u.) festzustellen sondern jetzt auch an der Einführung des totalen Alkoholverbots im Irak, in dem nach Sturz der fortschrittlichen Baʽṯ-Regierung seither die Islamisten erstarkt sind. Nur der autonome kurdische Teil bleibt wegen dieser Entität (vorerst) nicht tangiert. Wie in anderen fundamentalistischen Staaten drohen nun auch im Irak bei Mißachtung des Verbots drakonische Strafen. Von diesem betroffen sind vor allem die seither in ihrer Zahl schon stark dezimierten Christen, die bislang hauptsächlich im Verkauf tätig gewesen sind und die eine Befeuerung der früher weitgehend unbekannten interkonfessionellen Konflikte befürchten. (http://sptnkne.ws/c6bR)

Nach Mitteilung von General Sergei Rudskoi vom russischen Generalstab vom Di., 25.10.2016, kommen immer mehr IS-Terroristen aus dem Irak nach Syrien mit Ziel [des vom IS belagerten] Dair az-Zaur. Ca. 300 seien neu angekommen. Dabei liefere die sog. US-geführte Koalition keine namhaften  Erfolge bei der Befreiung von Mossul im Irak, wohingegen bei ihren Bombardements  in Mossul und Umgebung über 60 Zivilisten getötet und 200 weitere verletzt worden sind einschließlich der Beschießung einer Mädchenschule südlich der Provinzhauptstadt.  (http://sana.sy/en/?p=91587)

Laut Berichten von Bürgern und aufgrund staatlicher Quellen informierte Rupert Colville, Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, am Di., 25.10.2016, darüber, daß der IS in der Zeit von Mittwoch letzter Woche [19.10.] bis Sonntag [23.10.] eine Anzahl Bürger wie Sicherheitskräfte in und um Mossul ermordet („hingerichtet“) habe. Am Sonntag seien 50 Polizisten als Geiseln genommen und in einem Gebäude am Rand von Mossul getötet worden. Am Mittwoch davor habe es im Dorf Safîna (Safina), 45km südlich von Mossul 15 Zivilisten getroffen, deren Leichen anschließend in den Fluß geworfen worden seien. Am Sa., 22.10.2016, seien drei Frauen und drei Mädchen in einem weiteren Dorf südlich von Mossul vom IS erschossen worden. Zudem fanden  irakische Sicherheitskräfte am Do, 20. 10.2016,  70 Leichen mit Schußwunden im Ort Tal Nâṣir (Tel Nasser) vor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17467-un_is_richtet_zahlreiche_b%C3%BCr- ger_von_mossul_hin)

Vor etwa einem Jahr  (vgl.u., 13.10.2015, und hier) kam die Frage auf, woher der IS über seine Mengen an Fahrzeugen v.a. des Herstellers Toyota verfüge. Der japanische Autohersteller leitete diesbezüglich eine Untersuchung ein, nachdem Rußland dem Unternehmen Filmmaterial über den Einsatz Dutzender solcher Fahrzeuge durch den IS vorleg­t hatte. Demnach kauften Saudi-Arabien 22.500, Qaṭar 32.000, die VAE 11.650 und Jordanien 4.500 Toyota-Fahrzeuge über saudi-arabische Banken beim Hersteller, vor allem die die Modelle Landcruiser und Pickup. Diese stellten sie dann dem IS zur Verfügung. (http://parstoday.com/de/news/world-i17317-arabische_l%C3%A4n- der_kauften_f%C3%BCr_is_60.000_fahrzeugetoyotas)
Pars today verweist dabei auf Meldungen von SANA und Sputnik news (siehe z.B. http://sana.sy/en/?p=57860).  In einem Interview mit Sputnik news  hatte der syrische permanente UN-Vertreter Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî  zur Thematik ausgesagt: „How can Turkey say that it is fighting ISIS in Jarablus if Turkey itself allowed the establishment of ISIS and helped in the development of it by providing thousands of Toyota cars and other branded cars with built-in weapons?“ (http://sana.sy/en/?p=86392 vom 25.8.2016). In einer Rede vor der UNO stellte Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî  zudem die Frage „why the Turkish government would allow the Arab Gulf states to transport tens of thousands of Toyota brand cars to ISIS in Syria and Iraq, and why it overlooks the Turkish mafia’s role in forging Syrian passports and smuggling refugees using crude methods that have claimed the lives of thous­ands of refugees so far.“ (http://sana.sy/en/?p=62104 vom 20.11.2016)

Während die Befreiungsoperation der Armee und unterstützenden Streitkräften um Mossul im Gange ist, greifen ISGruppen zunehmend andere (vgl.u. Kirkûk), auch schon vor einiger Zeit befreite Städte an. So sind IS-Trupps in die am 18.5.2016 befreite Stadt ar-Ruṭba (vgl.u.) an der Grenze zu Jordanien eingedrungen und haben zwei Stadtviertel unter ihre Kontrolle gebracht, dazu mindestens fünf Geiseln, Polizisten wie Zivilisten, „hingerichtet“. Laut Militärangaben seien  Kräfte abgestellt worden, um den IS wieder aus der Stadt zu vertreiben.  (http://sptnkne.ws/c5Rf)

In einer bei as-Sûmariyya News veröffentlichten Erklärung informieren die Streitkräfte darüber, daß seit Beginn der Operation zur Befreiung Mossuls bislang 772 Terroristen getötet, 23 verhaftet, u.a. 127 Autobomben und hunderte in Häusern angebrachte Sprengfallen unschädlich gemacht und ein großes Waffenlager inklusive Flugabwehrgeschützen, Raketen und schwerer Artillerie sowie Werkstätten zum Bombenbau etc. zerstört worden seien. Zudem wurden 5,1 Tonnen Ammoniumnitrat beschlagnahmt. Brigade-General Yaḥyâ Rasûl stellte zudem als Sprecher des operativen Kommandos  ebenfalls in einer Verlautbarung klar, daß Berichte über die angebliche Teilnahme der sich völkerrechtswiirig im Irak aufhaltenden türkischen Militärs (vgl.u.) an der Befreiungsaktion bzgl. von Mossul jeglicher Grundlage entbehrten. (http://www.sana.sy/?p=449177)

Epoch Times“ berichtet über zunehmend in Frauenkleidern fliehende IS-Anhänger aus Mossul. „So sehen sie aus, die Helden des Dschihad, die zuvor mutig genug waren, wehrlose Gefangene abzuschlachten und Frauen und Kinder zu vergewaltigen“, heißt es im Artikel. (http://sptnkne.ws/c5TE)

JÜRGEN TODENHÖFER, Photo: Frederic Todenhöfer

JÜRGEN TODENHÖFER, Photo: Frederic Todenhöfer

In seinem jüngsten Facebook-Post vom am Sonntagabend [23.10.2016] widmet sich Journalist Jürgen Todenhöfer der Rolle der US-geführten Koalition bei der Rückeroberung von Mossul unter dem Titel „Auch die Bombardierung Mossuls ist Terror“. Dabei kritisiert er: „Wer, wie fast alle unsere Politiker, von der ‚Befreiung‘ Mossuls spricht, lügt. Die sunnitischen Städte im Irak werden nicht befreit, son­dern zerstört. In Schutt und Asche gelegt. Die geflohenen Einwohner verlieren alles. Hab und Gut, oft ihre Familien, alles. Und niemand im Westen protestiert. Sind wir Vasallen, Knechte der USA oder ein stolzes, freies Land?“. Die USA planten im Irak ein „blutiges Finale“. „Sie wollen die 5.000 IS-Terroristen, die sich noch in Mossul verbergen, mit 90.000 schiitischen, kurdischen, türkischen und ein paar tausend bestochenen arabisch-sunnitischen Kämpfern angreifen. Unterstützt von 6.500 US-Spezialeinheiten. Parallel wird eine von den USA geführte 60-Staaten-Koalition die Millionenstadt Mossul im Minutentakt bombardieren.“ Dabei stürben Zehntausende. „In Mossul leben wunderbare Menschen. Menschen wie Du und ich. Aber in furchtbarem Leid: Sie mussten die mörderischen Sanktionen Clintons erdulden, den Krieg Bushs, den Terror des IS und jetzt die ‚Freiheitsbomben‘ Obamas. Doch wer weint schon um Mossul, wer um sunnitische Iraker? Jeden Tag denke ich an die Menschen von Mossul“ ergänzt Todenhöfer, der selbst zweimal in die Stadt gereist war. Der IS sei mit „klügeren Strategien“ zu bekämpfen. Hierzu liege dem Weißen Haus ein offizielles Angebot der oppositionellen irakischen Sunniten vor, mit deren Hilfe der IS „nicht die Spur einer Chance“ hätte. Bedingung sei nur die Teilnahme am politischen Leben des Irak, [die in einer Demokratie selbstverständlich sein sollte]. Das aber sei Washington zu kompliziert. „Bombardieren ist einfacher“, kommentiert der Journalist bitter und fährt fort:  „Wie bei all ihren Kriegen töten die US-Bomben die Falschen. Und züchten dadurch neuen Terror“.
Seit August 2014 tötete die US-geführte Koalition mit ihren Angriffen auf sunnitisch-irakische Städte rund 50.000 Zivilisten, ihre Verbündeten weitere 15.000. Demgegenüber seien die meisten IS-Terroristen bereits entkommen – via Flüchtlingsströmen, Tunnel oder Bestechung – und kämpften in anderen Ländern längst weiter. Für Europa sieht er daher eine düstere Zukunft: „Wir werden die amerikanische Bombenstrategie mit Jahrzehnten des Terrorismus bezahlen“. Daß die US-Amerikaner trotzdem von großen Erfolgen sprächen, hält Todenhöfer für zynisch und eine „Perversion des Denkens“.  „Wenn sich die Welt nicht endlich gegen diesen Bombenterror erhebt, wird die Jahrtausende alte Kulturstadt Mossul bald nicht mehr existieren. Dank Clinton und Bush, dank dem IS. Und dank Ihnen, Herr Obama. Wenn Sie diesen kriminellen Wahnsinn nicht stoppen, wird Mossul sterben. In den Trümmern Ihrer großen Worte. Und unserer Feigheit„, schließt der Journalist sein Statement. (http://sptnkne.ws/c5Wr)

US-Verteidigungsminister Ashton Carter war am Sa., 22.10.2016, unan­gekündigt zu Besuch in Bagdad ein­getroffen. Nach seinem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan in Ankara behauptete er, zwischen dem Irak und der Türkei sei eine Einigung bzgl. der Rücker­o­berung von Mossul zustande gekommen. Demgegenüber stellte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gegenüber Carter nochmals klar: „der Kampf um Mossul betrifft lediglich die Iraker„, die Befreiung der Stadt  sei ein Kampf der irakischen Kräfte werde von ihnen selbst durchgeführt. Weiter konstatierte er: „wenn wir militärische Hilfe der Nachbarländer brauchen würden, würden wir die fordern„. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17251-iraks_mini-sterpresident_der_kampf_um_mossul_ist_ein_kampf_der_iraker, s.a. http://sptnkne.ws/c5mt)

Bei der Bombardierung der Region von Tal Kaif im NW Mossuls am 22.10.2016 wurde auch ein hochrangiger Berater des IS-Führers Abû Bakr al-Baġdâdî mit dem Kampfnamen Abû Asmāʾ (Abu Asma) getötet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17293-7._tag_des_mo-sul_einsatzes_hochrangiger_is_berater_get%C3%B6tet)

Minenräumkommandos durchsuchen die am 20.10.2016 aus den Händen des IS durch die Armee befreite, vorwiegend von Christen bewohnte Stadt Barṭalla (Bartella), von angebrachten Minen und Sprengsätzen. Der Ort liegt 21km im O von Mossul und hatte ursprünglich ca. 60.000 Einwohner. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17266-irakische_armee_befreit_die_von_christen_be-wohnte_stadt_bartella)

As-Sûmariyya News berichtet über die jüngsten Vorkommnisse im Rahmen der Befreiungsoperation für Mossul, daß die Truppen zusammen mit Sicherheitskräften und der Volkswehr am 22.10.2016 Fortschritte im Gewerbegebiet von Talkîf  wie beim Dorf Fulayfil im N der Provinzhauptstadt machten. Während der bislang sechstätigen Operation seien schon 37 Dörfer befreit worden, u.a. wurden nach Polizeiangaben am Vortag über den Dörfern Duwaizât und Naʽnâʽa jeweils die irakische Flaggen gehißt.  Dasselbe gilt für al-Ḥamdâniyya nach  erneuten Auseinandersetzungen mit dem IS dort. Der Polizeichef von Kirkûk, Brigade-General Ḫaṭṭâb ʽUmar ʽÂrif, gab zudem in einer Erklärung gegenüber Agence France-Presse (AFP) bekannt, über die Stadt sei nach den gestrigen Vorkommnissen (vgl.u.) wieder die volle Kontrolle hergestellt. (http://sana.sy/?p=448507)
Zudem wurde der selbsternannte IS-Kommandant der Provinz Kirkûk namens Abû Islâm dabei liquidiert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17308-is_kommandeur_in_kirkuk_verhaftet)

Aufklärungsdaten der russischen Überwachung der Kampfhandlungen um Mossul (vgl.u.) belegen laut Mitteilung von Generalmajor Igor Konaschenkow aus dem Verteidigungsministerium in Moskau vom Sa., 22.10.2016, daß die US-geführte Koalition in der Siedlung Dâqûq, 49km von Kirkûk, einen Trauerzug bombardiert hat. dabei kamen dutzende Menschen ums Leben. Jedoch gebe es in der Gegend keinerlei Stellungen des IS. (http://sptnkne.ws/c5nm)

Zu den Errungenschaften der Armee während der Befreiungsoperation von Mossul gehören auch die Tötung zweier Männer aus der IS-Führung: der eine ist der sog. IS-„Gouverneurs“ der Sahl-Region der Provinz Nînawâ,  Waʽâd  Yûnis (Wa’ad Youness), er starb am 20.10.2016 im NO von Mossul. (https://southfront.org/syria-iraq-war-report-october-20-2016-russia-made-tos-1a-heavy-flamethrower-systems-in-battle-for-mosul/) Der zweite ist Anatoli Semljanka aus dem sibirischen Nojabrsk, auch bekannt als IS-Henker Dschihadi Tolik. Der Spätkonvertit kam  laut Lifenews  vom 21.10.2016 bei einem bei einem Schußwechsel in Mossul ums Leben. (http://sptnkne.ws/c4ER)

Bei einem ISSuizidanschlag auf ein Kraftwerk eines iranischen Unternehmens in Dibis bzw. Dubs im im nordirakischen Gouvernement Kirkûk am Freitagmorgen kamen 12 Iraker und vier iranische Tech­niker ums Leben, andere wurden verletzt, wie as-Sûmariyya News berichtete und  der Bürgermeister des Ortes gegenüber AFP Auskunft gab. Sicherheitskräfte sprachen von mindestens zwei Attentätern, die heranstürmten und ihre Sprengstoffgürtel vor dem im Bau befindlichen Gebäude  detonieren ließen. – Dagegen konnte ein IS-Angriff auf die Polizeidirektion in Kirkûk abgewehrt werden. (http://www.sana.sy/?p=448107, http://sptnkne.ws/c455)

Eine Sprecherin des UN-Büros für Menschenrechte  gab heute, 21.10.2016, bekannt,  daß der IS in Mossul 550 Familien als menschliche Schutzschilde  einsetze. Zudem werde von der Behörde die Tötung von 40 Zivilisten in einem Dorf untersucht. (http://www.sana.sy/?p=448255)

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) meldet, es hätten bereits ca. 2.000 Einwohner Mossul verlassen. So seien „erste Ankünfte von Familien, die ihre Häuser verlassen mussten, im südöstlichen Teil des Bezirks Mossul in der Provinz Nainawa registriert“ worden. Gemäß Stand vom 18.10.2106 seien 350 Familien in die nähere Umgebung von Mossul gezogen, insgesamt hätten 1900 die Stadt in Richtung Flüchtlingszentren verlassen. Zudem hätten  900 Bewohner laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks Mossul verlassen, die Grenze nach Syrien überquert und in einem Flüchtlingscamp in der Provinz al-Ḥasaka Unterkunft  erhalten. (http://sptnkne.ws/c3Yb) – Wie Vergleiche zeigten sind zwar von der Regierung erstellte Flüchtlingsunterkünfte in Syrien mit allem Nötigen ausgestattet, jedoch nicht diejenigen im Umkreis von Mossul (vgl.u.).

Zwei Bombenexplosion in Bagdad, eine bei einem Handelszentrum im O, eine andere im Stadtbezirk Qazaliyya im NW hinterließen am 20.10.2016 drei Tote und 19 Verletzte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17125-irak_drei_tote_und_19_verletz- te_bei_zwei_bombenexplosionen_in_bagdad)

Nach Einschätzung der an der Operation zur Befrei­ung der Stadt beteiligten Spezialeinheiten halten sich 5.000 – 6.000 IS-Kämpfer in Mossul auf. (http://sptnkne.ws/c3BX)

Infographik zur Rückeroberung Mossuls, Quelle: Anadolu

Infographik zur Rückeroberung Mossuls, Quelle: Anadolu

Bereits nache einem Tag wurde die Befreiungsoffensive für Mossul gestoppt. Nach Auskunft des Chefs der Spezialeinheiten, Ḥaidar Faḍl (Haider Fadhil)habe man die Offensive auf Bitten der teiknehmende kurdischen Pîšmarga verschieben müssen, da jene mehr Zeit bräuchten, ihre Ziele zu erreichen. Ursprünglich hätten die beiden Gruppen am Dienstagabend aufeinandertreffen sollen. (http://sptnkne.ws/c3pr) – Zum Fluchtkorridor für die aus Mossul fliehenden IS-Kämpfer nach Syrien vgl.u.!
Für die fliehende Zivilbevölkerung sei zwar außerhalb Mossuls ein Lager gebaut worden, jedoch sei nichts von Pentagon- und irakischer Seite geplant, diese medizinisch zu be­han­deln, mit Nahrungsmittels oder Wasser zu versorgen, kritisiert Politologe Th. Meyssan. (http://www.voltairenet.org/article193773.html  vom 18.10.2016).

Zur rund-um-die-Uhr-Überwachung der Kampfhandlungen um Mossul mit der möglichen Flucht von IS-Kämpfern nach Syrien hat das russische Militär raumgestützte Aufklärungssys­teme in Richtung der umkämpften irakischen Provinzhauptstadt geschickt. (http://sptnkne.ws/c39A)

Lokale Quellen aus der Provinz Nînawâ teilten im Interview mit as-Sûmariyya News am Mi., 19.10.2016, mit, daß auf Geheiß von IS-Terroristenführer Abû Bakr al-Baġdâdî nach der öffentlichen Ankündigung der folgenden Befreiungsoperation von Mossul die Frauen und anderen Familienmitglieder der IS-Kämpfer nach Syrien evakuiert würden. Darauf habe sich ein Konvoi aus  jeweils vollbesetzten 10 Bussen und 12 Autos mit einer Kämpfereskorte gen ar-Raqqa in Syrien aufgemacht, unbehelligt (!) von den Kampfjets der US-geführten Koalition. (http://www.sana.sy/?p=447024) Selbiges berichtete auch ein Vertreter der Volkswehr  al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber dem TV-Sender al-Mayâdîn. (http://sptnkne.ws/c3fV)

Der Armee mit ihren Unterstützungskräften gelang am Di., 18.10.2016, beim Vormarsch auf Mossul die Rückeroberung der 90 Ölquellen im Gebiet von al-Qayâra und der zehn des Areals an-Nağma (al-Najmeh). Die zuvor vom IS in Brand gesteckten Quellen konnten gelöscht werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17098-irak_armee_hat_%C3%96lquellen_im_s%C3%BCden_von_mossul_unter_kontrolle)

Der türkische Staatschef Erdogan beharrt trotz mehrfacher Beschwerden der irakischen Regierung dagegen nicht nur auf einem Verbleib der Ende letzten Jahres illegal in den Irak eingedrungenen türkischen Truppen im Land sondern auch auf deren Beteiligung an der Mossul-Operation [zu den Gründen s.u.]. Schließlich hätten die USA bei ihrer Invasion 2003 auch nicht auf Einladung der irakischen Regierung – welche einen völkerrechtswirksamen Grund böte – gehandelt. (http://sptnkne.ws/c28V). – Auch die syrische Regierung hatte anläßlich der Mossul-Operation bzgl. der türkischen Aggression Warnungen ausgesprochen, da sowohl Syrien als auch der Irak in ähnlicher Weise immer noch davon betroffen seien.
Wie schon seit Jahren versucht Erdogan unter Ausnutzung der neuen Situation (vgl. Syrien Teil IV und frühere Teile!) unter Vorgabe der Schaffung einer Pufferzone zum Schutz der Türkei auf irakischem Territorium und damit völkerrechtswidrig einen 10km breiten Streifen entlang der gemeinsamen Grenze zu okkupieren wie auch in Syrien geplant. (http://sptnkne.ws/c2WD)

Irakische Armee auf dem Vormarsch, SANA

Irakische Armee auf dem Vormarsch, SANA

Nach Meldung von as-Sûmariyya News informierte Bundespolizeichef Major Šâkir Ğaudat darüber, daß Polizeikräfte während des Armeevormarsches auf Mossul den IS aus dem Dorf al-Bağuwâniyya südlich von Mossul vertreiben und zwei Suizidattentäter mitsamt ihren Autobomben in den Außenbezirken von aš-Šûra unterwegs nach Mossul rechtzeitig unschädlich machen konnten. Zudem glückte anschließend die Befreiung von mehr als hundert kurz zuvor vom IS verschleppter Familien in aš-Šûra. Befreit wurde auch Tal as-Saman im Süden der Provinzhauptstadt. Gemäß einem Armee-Offizier drängen die Kräfte der  34. Brigade der 9. Panzerdivision al-Ḥamdâniyya östlich von Mossul von drei Achsen vor in ständigen Scharmützeln mit dem IS vor; nach kurzer Belagerung seien die Terroristen auch von dort vertrieben worden. Erstürmt wurde auch die Landstadt Qarqûs  in der Ebene von Nînawâ (Ninive), wobei das Vorrücken durch die vom IS ausgelegten Minen erschwert werde.  Derweil habe der IS aus 16 Dörfern Zivilisten, meist Frauen und Kinder, nach Mossul geholt als zusätzliche Geiseln und menschliche Schutzschilde. (http://sana.sy/?p=446523 vom 18.10.2016)

Video von der Front: Mosul Offensive: operations in progress by Iraqi forces

Um den gen Mossul vorrückenden Regierungstruppen den Vormarsch zu erschweren, haben IS-Angehörige vor der Provinzhauptstadt bei al-Ḥamdâniyya gezogene Gräben mit Rohöl gefüllt und in Brand gesteckt. Auf diesen Ort rücke derzeit die 9. Panzerdivision vor. (http://sptnkne.ws/c2Da) – Auch habe der IS seinen gemäß einer al-Aḫbar-Meldung Stab aus der Stadt verlegt und dessen Wohnviertel vermint  (http://sptnkne.ws/c2WQ) – Letzteres Vorgehen kennt man zur Genüge aus Syrien, wo nach der Befreiung  eines Ortes durch die SAA erst einmal Minenräumkommandos im jeweiligen Gebiet eine Zeit lang beschäftigt sind.

Im Umkreis von Mossul konnten durch die Armee mitsamt Hilfsverbänden am Mo., 17.10.2016, elf Dörfer befreit werden, u.a. auch die antike Anlage von Nimrud (vgl.u.), 30 km südöstlich von Mossul. (http://sptnkne.ws/c3bp).

Zur Anstachelung des in der Region Syriens und des Irak bislang unbekannten religiösen Separatismus`durch ausländische Mächte s. Th. Meyssans aktuellen Artikel: Der Westen bewirkt neuen Separatismus im Irak und in Syrien

Die Detonation einer Autobombe am Militärposten der Stadt Yûsufiyya, 20km südlich von Hauptstadt Bagdad, die dem IS zugeschrieben wird, forderte bislang neun Tote (fünf Zivilisten und vier Militärangehörige) sowie mindestens 35 Verletzte. (http://sptnkne.ws/c2xs) – Sputnik news schreibt unter Verweis auf die kurdischen Agentur Firat von mindestens 70 getöteten irakischen Soldaten bei einem Suizidangriff auf eine Kolonne der Regie­rungs­truppen. (http://sptnkne.ws/c2BD)

Am Montagmorgen, 17.10.2016, verkündete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî im Kreis seiner Generäle (s. Photo) in einer Fernsehansprache im Staatssender ʽIrâqiyya den Beginn der schon seit Wochen angekündigten Befreiungsoperation von Mossul. Zu den Beteiligten der Aktion gab es im Vorfeld Diskussionen – u.a. eine harte Auseinandersetzung mit der AKP-geführten Türkei unter Staatspräsident Erdogan (s.u.) –  die von irakischer Seite eindeutig quittiert wurden (vgl.u.). In einer Botschaft an die Bewohner von Mosul teilte er mit: „Bald werden wir unter Euch sein, um die irakische Flagge zu hissen“. Die Armee sei bereit, die Bewohner von Mosul aus der Gewalt der Terroristen zu retten. Die Bewohner sollten mit den irakischen Kräften kooperieren, hieß es zudem im Aufruf. Angeführt werde die Offensive von der Armee, Polizeikräften, Anti-Terror-Einheiten, der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî und kurdischen Pîšmarga. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16921-irak_operation_zur_befreiung_von_mo- sul_begonnen)

Quelle: parstoday

Quelle: parstoday

 

Seit Sonntagmorgen, 16.10.2016, überflogen Maschinen der Luftwaffe das Gebiet der Stadt Mossul (Provinz Nînawâ)  und warfen für die Bewohner Flugblätter ab, die sie auf die kommende Befreiungsoperation vorbereiten sollten. Die Einwohner sollten sich demnach möglichst zuhause auf- und jedenfalls von den vom IS frequentierten Orten fernhalten. Mittels einer abgedruckten Telefonnummer könnten sie über die IS-Aktivitäten Bescheid geben. Nun sei die „Zeit des Feierns für einen Irak frei vom IS oder jeglichen satanischen Ideologien“ bzw.  die „Zeit des Sieges“ gekommen. Nach Erklärung des Spezialkommandos der Armee würden die Zeitungen täglich die wichtigsten Meldungen über „die jüngsten Errungenschaften“ veröffent­li­chen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16885-irakische_armee_ruft_bewohner_von_mo- sul_zur_vorsicht_auf) – Zur Vorbereitung der Offensive erfolgten dann Bombardierungen Mossuls durch die Luftwaffe unterstützt durch die sog. US-geführte Koalition. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16900-breite_luftschl%C3%A4ge_der_us_ko-alition_gegen_mosul)

Ṯâmir as-Sabhân, der saudische Botschafter, der sich vehemente Amtsvergehen hatte zu Schulden kommen lassen (vgl.u.), wurde nach wiederholten Beschwerden der irakischen Regierung wegen seiner Agitationen im Land nun am Wochenende abberufen und übernimmt das für ihn neu geschaffenen Amt des Ministers für Angelegenheiten des  Persischen Golfes. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16888-saudischer_botschafter_in_bagdad_entlassen)

Erneut wurde ein Suizidattentat während einer religiösen Trauerfeier im Stadtteil Ğadariyya (Jaderiyah) von Bagdad verübt, wobei sechs Personen starben, Dutzende verletzt wurden. – Für den Anschlag am Vortag (s.u.) hatte der IS die Verantwortung übernommen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i16879-explosion_in_bag-dad_6_tote_und_dutzende_verletzte_bei_selbstmordanschlag)

Während der Syrien-Gespräche in Lausanne vom Sa., 15.10.2016, brachte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî  in bilateralen Treffen mit den Außenministern der USA, Rußlands, des Irans, Ägyptens, Jordaniens, Saudi-Arabiens, Qaṭars und der Türkei sowie mit dem UN-Sondergesandten  erneut die Mißachtung der nationalen Souveränität des Iraks durch die Türkei und die Notwendigkeit des Rückzugs der türkischen Truppen vom Stützpunkt Baʽšîqa (Bashika) zum Ausdruck. Hierzu bedürfe es der Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i17029-au%C3%9Fenminister_von_7_l%C3%A4n- dern_sind_gegen_pr%C3%A4senz_t%C3%BCrkischer_soldaten_im_irak)

Nach einem Suizidattentat während einer Trauerfeier in Bagdad am Sa., 15.10.2016, waren 17 Todesopfer zu beklagen bei ca. 50 weiteren Verletzten. (http://sptnkne.ws/czDm)

Zur geplanten Befreiungsoperation bzgl. Mossul gab der Sprecher der Demokratischen Partei Kurdistans (DKP) Saʽîd Mamuzini u.a. bekannt, daß den ca. 7.000 sich derzeit in Mossul geschätzterweise aufhaltenden IS-Kämpfern während des Kampfes um Mossul über einen Korridor eine Fluchtmöglichkeit nach Syrien geschaffen (!) werde. Die DKP wurde u.a. durch die BRD (Milan), USA und Frankreich mit Waffen versorgt.  (http://sptnkne.ws/cyTz)

Korridor für den IS gen Syrien, Quelle: Anadolu

Korridor für den IS gen Syrien, Quelle: Anadolu

In der Auseinandersetzung mit der Türkei (vgl.u.) wurde deren Botschafter einbestellt und ihm ein scharf formuliertes Memorandum überreicht. (http://www.sana.sy/?p=443737 vom 13.10.2016)

Nach Angaben eines Presse­sprechers der US-Operation Inherent Resolve gegenüber RIA Novosti nutzt der IS im Irak nun auch Drohnen zum Kampfeinsatz neben der Beobachtung der Aktionen der Armee und ihrer verbündeten Kräfte sowie zum Transport von Sprengstoff (vgl.u.). (http://sptnkne.ws/cyqS)

Am Di., 11.10.2016 konnte nach drei Wochen die Befreiungsoperation der Stadt Hît, 70km westlich von ar-Ramâdî gelegen, erfolgreich abgeschlossen werden: die IS