Einer der wichtigsten Rechtsgrundsätze lautet: “audiatur et altera pars“. Dem soll mit diesem Beitrag zum neuerlich ausgebrochenen Irak-Konflikt infolge der IS-Invasion Rechnung getragen werden. Ziel ist, eine möglichst breite Basis an Informationen für eine eigene Meinungsbildung zur Verfügung zu stellen.

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Zu den grundsätzlichen, von Zeit zu Zeit jedoch massiven Postingproblemen s. hier

 

Streitkräfte im Vorgehen gegen IS-Nester, Photo: SANA

Al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Streitkräften der Brigade 43 gelang es am 10.7.2018, einen Angriffsversuch von 15 IS-Suizidattentätern auf Tal aḏ-Ḏahab, südlich von Sâmarâ´, rechtzeitig zu entdecken und zu vereiteln, wie die Nachrichtenagentur INA meldete. Dabei wurden vier der Attentäter getötet, weitere verletzt,  der Rest floh, verfolgt von den Volkswehr-Kämpfern.  – Tags zuvor hatte ein IS-Suizidattentäter  im Distrikt Baiğî in der Provinz Ṣalâḥuddîn  vier Soldaten getötet und einen weiteren verwundet. (https://www.sana.sy/?p=780111)

Beim Empfang des irakischen Botschafters in Syrien, Saʽd Muḥammad Riḍâ, zusammen mit seiner Delegation durch den Parlamentspräsidenten Ḥamûda Ṣabâġ am 9.7.2018 bekräftigten beide die tiefen historischen und anderweitigen Verbindungen beider Länder zueinander. Beide hätten den von westlichen und zionistischen Kräften gegen sie angestrengten [Proxy-]Krieg durchstehen und überwinden können. Ziel der Zusammenkunft war die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur strategischen Zusammenarbeit auf allen Gebieten der bilateralen Politik, der Wirtschaft, des Handels und der Sicherheit. Ihr soll später eine weitere auf parlamentarischer Ebene folgen. Riḍâ bemerkte in einer anschließenden Presseerklärung zur geplanten Wiedereröffnung der syrisch-irakischen Grenzübergänge: „We are going to open these crossings, especially Al-Boukamal-al-Qaim.” Dies würd zur Wiederbelebung des Handels und der Wirtschaft führen. Er versicherte, daß irakische Geschäftsleute schon auf den syrischen Markt drängten. (https://sana.sy/en/?p=142006, https://www.sana.sy/?p=779760)

Terroristen-Scharfschütze, Photo: SANA

Wie Provinzratsmitglied Aḥmad ar-Rubaiʽî gegenüber as-Sûmariyya News am 7.7.2018  mitteilte, wurde ein Polizist in der Nähe des Dorfes Abû Karma im al-Waqf-Becken im NO von Baʽqûba/Diyâlâ von einem IS-Scharfschützen getötet. Das sei der dritte Vorfall dieser Art in der Region innerhalb weniger Wochen. (https://www.sana.sy/?p=778539)

In Fortführung der am Vortag begonnenen Operation (vgl.u.) zum Aufspüren und Beseitigen von IS-Zellen in der Provinz Diyâlâ (vgl.u.) drangen die Sicherheitskräfte am 5.7.2018 weiter in das Ḥamrîn-Gebiet vor. Laut dem Befehlshaber, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, erfolgte der Zugriff von fünf Achsen her. Derzeit operiere man nahe Qarah Tabah und im Gebiet der Verbindungsstraße Diyâlâ – Kirkûk. Dabei sei es gelungen, zwei IS-Anführer festzunehmen. (https://www.sana.sy/?p=777665)

Ḥuḏaifa al-Badrî (Sohn des IS-„Kalifen“) in Syrien getötet, Photo: pars today

Offizielle irakische Quellen haben in einer am 5.7.2018 verbreiteten Erklärung bestätigt, daß der Sohn des selbsterklärten IS-Kalifen Abû Bakr al-Baġdâdî (zu dessen Tod vgl.u.) namens Ḥuḏaifa al-Badrî bei einem russischen Luftangriff auf eine IS-Stellung am 2.7.2018 in der syrischen Provinz Ḥomṣ neben anderen getötet worden sei. Auch die IS-eigene Plattform Aʽmâq teilte dies mit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i42179-irak_best%C3%A4tigt_den_tod_al_bagdadis_sohn)

Gemäß Ankündigung des Kommandanten eine gemeinsame Militäroperation der Armee- und Polizei-Kräfte unter Deckung der Luftwaffe in der Provinz Diyâlâ, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, begann in der Morgendämmerung  des 4.7.2018 die Militäroperation zum Aufspüren und Beseitigen von IS-Zellen im Gebiet Ḥamrîn zwischen Diyâlâ,  Kafarî und Ṭûz Ḫurmâtû im Norden der Provinz. (https://www.sana.sy/?p=777091)

IS-Kinder, Photo: defence.pk

Außenministeriumssprecher Aḥmad Maḥğûb appellierte am 4.7.2018 vor Medienvertretern an die Regierungen, aus denen IS-Kämpfer in den Irak gekommen waren, wie folgt: „Wir rufen alle ständigen und nicht-ständigen diplomatischen Vertretungen im Irak auf, Staatsangehörige, die ihre Strafe verbüßt haben sowie die Kinder von Terroristen, gegen die noch kein Verfahren läuft, aufzunehmen.“ Viele, aus verschiedenen Ländern eingereiste weibliche IS-Mitglieder sind im Irak schon zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. (http://parstoday.com/de/news/world-i42159-irak_fordert_weltl%C3%A4nder_zur_aufnahme_der_kinder_ausl%C3%A4ndischer_terroristen_auf)

Während des Empfangs einer Delegation des US-Kongresses in Bagdad, forderte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die Reduzierung der Zahl der US-Militärberater im Land, wie einer Erklärung des Büros des Premiers vom 3.7.2018 zu entnehmen war.
Die Rechtsstaat-Allianz unter Leitung des früheren Ministerpräsidenten und damit des Vorgänger des noch amtierenden, Nûrî al-Mâlikî, bezog indes kritisch Stellung zum öffentlichen Eingeständnis des früheren US-Botschafters in Bagdad, Christopher R. Hill. Dieser hatte zugegeben, seine Mission sei es gewesen, für die Entmachtung von Nûrî al-Mâlikî mit Hilfe der Opposition zu sorgen. [Schließlich hätte dem Wahlergebnis zufolge al-Mâlikî sein Amt behalten sollen, statt dessen folgte ihm Ḥaidar al-ʽAbâdî nach (vgl.u.!).] Das Rechtsstaat-Parteienbündnis schalt diese Aktion daher auch als klare Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten des Iraks. Die Besetzung des Landes durch den IS habe den USA dann den gewünschten Vorwand geliefert, die 2011 abgezogenen Truppen erneut in den Irak zu schicken. Davon befinden sich derzeit noch ca. 5.000 Mann im Irak. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i42150-al_abadi_fordert_reduzierung_der_us_milit%C3%A4rberater_im_irak)

Gemeinsames Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen IS-Nester, Photo: SANA

As-Sûmariyya News  berichtete am 3.7.2018 unter Berufung auf Geheimdienstquellen über die Eliminierung der größten 14 Mann starken IS-Zelle im Raum  Kirkûk einschließlich ihres Anführers Abû Anas al-ʽIrâqî infolge einer  Präventivoperation der Sicherheitskräfte in einem der Dör­fer der Provinz Kirkûk. Diese Gruppe hatte etliche Morde begangen und via fingierten Polizei-Straßensperren (vgl.u.) Bewohner verschleppt. (https://www.sana.sy/?p=776516)

Der Kommandant der Militäroperationen in der Provinz Diyâlâ, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, verkündete am 1.7.2018 laut INA den Beginn einer groß angelegten Operation ab Morgendämmerung zur Eliminierung von IS-Zellen im NO der Provinz. Beteiligt sind Sicherheitskräfte von Armee und Polizei, unterstützt durch die Luftwaffe. Einsatzgebiete sind zunächst das al-Muḫaisa-Becken, Bustân al-Muḫaisa und Bustân Ḥalabî sowie Abû Karama. (https://www.sana.sy/?p=775587)

Aufstandsführer (1920) Mīrzā Muḥammad Taqī aš-Ḥīrāzī, Quelle: Vareson.ir

Während einer Zeremonie anläßlich des Volksaufstandes von 1920 im Kampf gegen die britische Besatzungsmacht machte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals deutlich, daß mit (IS-) Terroristen nicht verhandelt werde. Der Krieg gegen die IS-Terrormiliz sei ebenso durch eine fatwâ der befugten religiösen Rechtsgelehrten zustande gekommen wie der Aufstand von 1920 und diente der Unabhängigkeit des Iraks. Die IS-Terroristen hielten sich derzeit in kleinen Gruppen in bergigen oder Wüstenbereichen versteckt und verübten von dort Überfälle, doch die Streitkräfte würden  dem ein Ende bereiten. Außerdem thematisierte er Intrigen gegen den Irak und die irakischen Streitkräfte, vor allem deren Teil von al-Ḥašd aš-Šaʽbî [dazu vgl.u.], und erklärte: „Die Feinde versuchen, die irakische Bevölkerung gegeneinander aufzuhetzen.“  (www.parstoday.com/de/news/middle_east-i42075-iraks_ministerpr%C3%A4sident_werden_mit_terroristen_nicht_verhandeln)

Nahe der Provinzauptstadt Mossul haben IS-Zellen sog. Checkpoints errichtet. Verkleidet als Polizisten stoppten sie dort Bürger, um sie zu verschleppen, oder töteten echtes Sicherheitspersonal. Auf der Straße zwischen al-Ḥaḍr und Mossul konnte eine Polizeieinheit während ihrer Operation zur Eliminierung solcher Zellen 17 IS-Mitglieder töten.
In einem Dorf (Helwati?) im SW von Kirkûk kam es zu Kämpfen zwischen IS-Terroristen und Polizisten, wobei sieben der letzteren getötet bzw. verletzt wurden.
Gemäß einer Verlautbarung durch einen Sprecher von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî waren am Do., 28.6.2018, 12 IS-Terroristen zum Tod verurteilt worden. (S. 17 ISIS Militants Killed, 7 Police Servicemen Killed And Injured In Clashes Near Kirkuk And Mosul vom 29.6.2018)

Irakisches Militär beim Aufspüren von IS-Zellen, Quelle s. Abbildung!

Im Zug der Militäroperationen zur Tilgung verbliebener IS-Zellen in der Provinz Ṣalâḥuddîn konnten Sicherheitskräfte am 24.6.2018 aufgrund genauer Geheimdienstinforma­tionen den IS-Drahtzieher von Bombenanschlägen und Entfüh­rungen, Abû Salâm al-ʽIrâqî zusammen mit fünf seiner Begleiter in einem der Tunnel in Ğazîra aš-Šarqâṭ ausfindig machen und töten. Der Militärsprecher, Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, teilte zudem mit, daß zwei weitere IS-Mitglieder, welche in ar-Ramâdî in der westlichen Provinz al-Anbâr Sprengstoffanschläge verübten, gefaßt worden seien. (https://www.sana.sy/?p=771636)

Die angekündigten Ermittlungen hinsichtlich des am 18.6.2018 erfolgten ausländischen Luftangriffs auf die im Gefecht mit IS-Terroristen befindlichen irakischen Streitkräfte einschließlich der al-Ḥašd aš-Šaʽbî (s.u.) haben laut offizieller Erklärung ergeben, daß – wie schon damals angegeben – tatsächlich die US-geführte Koalition dafür verantwortlich sei. Während der Pressekonferenz in Bagdad gab der stellvertretende Führer der Volkswehr (auch als Popular Mobilization Units, kurz PMU bekannt), Abû Mahdî al-Muhandis, bekannt: „The strike was carried out with a missile and we still have the remnants of that missile.” Diese Reste des Marschflugkörper seien untersucht worden und den USA zuzuweisen. Die Ergebnisse widersprächen den von US-Amtsträgern gemachten und durch CNN verbreiteten Behauptungen, wonach es sich um einen israelischen Angriff gehandelt habe. Al-Muhandis erklärte ferner: „The crime is considered a war crime and we are waiting for the government to defend the rights of these martyrs.” (S. Not Israel: Iraqi PMU Accuses US-led Coalition Of Killing Its Fighters Near Al-Bukamal)

Irakische Luftwaffe, Photo: southfront.org

Die Luftwaffe führte – in Übereinstimmung mit der syrischen Regierung – am 23.6.2018 erfolgreiche Angriffe gegen ein Treffen von IS-Führungspersonen im syrischen Hağîn am Ost-Ufer des Euphrats in der Provinz Dair az-Zaur durch. Drei durch ein Tunnelsystem verbundene Häuser wurden dabei zerstört und 45 anwesenden IS-Anführer getötet, darunter der Leiter des IS-Kriegsministeriums und sein Stellvertreter, der IS-Militärkommandeur der Region al-Ğazîra, der IS-Medien-Leiter, zwei IS-Kommandeure der Islampolizei (al-ḥisba), ein Mitglied der IS-Hauptkommission (?) und der persönliche Bote des IS-Gründers. In der offiziellen Stellungnahme des gemeinsamen Operationskommandos war außerdem zu entnehmen: „In accordance with the orders of the Commander-in-Chief of the Armed Forces, Dr. Haider Al-Abadi, and according to accurate intelligence information from the Falcons intelligence cell, and in coordination and supervision of the Joint Operations Command, Iraqi F16 warplanes carried out a successful airstrike [inside Syria].” (S. Iraqi Warplanes Kill 45 ISIS Members In New Round Of Strikes In Syria)

Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî betonte am Fr. 22.6.2018, gegenüber der Presse am Rande der 174. Jahrestagung der Erdölexportierenden Länder (OPEC) in Wien, die US-Sanktionen gegen den Iran hätten keinerlei Auswir­kungen auf die Ölgeschäfte zwischen dem Iran und dem Irak. Das Rohöl, das der Irak dem Iran liefere, sei vielmehr der Preis für die Stromlieferung aus dem Iran an den Irak gemäß dem 2017 durch beide Regierungen unterzeichneten Vertrag. (http://parstoday.com/de/news/world-i41860-iraks_%C3%96lminister_us_sanktionen_haben_keinen_einfluss_auf_%C3%96lgesch%C3%A4fte_mit_iran)

IS-Terrorist, Photo: SANA

Saʽd Maʽn, Sprecher des Innenministeri­ums, teilte am Do., 21.6.2018, mit, daß sieben mutmaßliche IS-Terroristen in Mossul gefaßt wurden. einer davon sei für die Erzwingung von Aussagen Gefangener spezialisiert gewesen.

Laut einer Aussage des türkischen Premierministers Binali Yildirim gegenüber dem privaten Nachrichtensender A Haber vom 21.6.2018 unterhält die Türkei im Nord-Irak elf temporäre Militärbasen (s. Turkey Has 11 ‘Temporary’ Military Bases In Northern Iraq: Prime Minister mit 2 Karten).

Irakisches Außenministerium, Photo: SANA

Das irakische Außenministerium verurteilte am 19.6.2018 die Aggression der US-geführten Koalition gegen Streitkräfte, welche [gerade] mit der Bekämpfung der IS-Terroristen beschäftigt seien. Sprecher Aḥmad Maḥğûb präzisierte, dies gelte für alle Streitkräfte im Counterterrorismus ob in Syrien, dem Irak oder andernorts und wie auch immer sie sich nennten. Angriffe gegen solche Antiterroreinheiten leisteten nur Unterstützung für den Takfîr-Terrorismus und trügen zu dessen Ausbreitung und Reorganisation bei. Der Irak appelliere erneut an alle Länder der Erde, bei der Terrorismusbekämpfung zusammenzuarbeiten. (https://sana.sy/en/?p=140496) – Damit nimmt der Irak dieselbe Haltung wie Syrien ein. Sowohl die SAA als auch z.B. al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Einheiten waren schon vielfach Bombardement der US-geführten Koalition ausgesetzt gewesen, während sie sich im Gefecht mit Terroristen z.B. des IS befanden (vgl.u.).
Betroffen vom Bombardement waren auch Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî. Die irakische Volkswehr gab am 18.6.2018 bekannt, in der syrisch-irakischen Grenzregion nahe al-Bû Kamâl seien durch die US-geführte Koalition auch 22 ihrer Leute getötet und 12 weitere verwundet worden. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî verurteilte wie schon die Regierung in Bagdad vehement diese völkerrechtswidrige Aggression der US-geführten Koalition, die durch ihre Angriffe schon in den vergangenen Jahren immer wieder ihre im Kampf gegen die Terroristen befindlichen Kämpfer getötet und verletzt und damit regelmäßig den IS-Terroristen Vorteile verschafft habe.  Es werde ein Komitee zur Untersuchung der genauen Umstände und Details gebildet, das dann dem Oberbefehlshaber der irakischen Streitkräfte, Ḥaidar al-ʽAbâdî, Bericht erstatten werde. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i41716-irakische_regierung_und_al_hashd_al_shaabi_verurteilen_angriffe_auf_al_bukamal)

Von der irakischen Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî war am Mo., 18.6.2018, zu erfahren, daß eine ihrer Einheiten per Artillerieeinsatz IS-Stellungen auf der syrischen Seite der beiderseitigen Grenze – was grundsätzlich im Einvernehmen beider Regierungen geschieht! – attackierte. Dazu hieß es laut einem Sprecher: Bei dem Artillerieangriff der irakischen Volksmobilmachungskräfte auf IS-Stellungen nahmen Mitglieder dieser Terroristen­gruppe große Schäden davon.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i41672-al_haschd_al_schaabi_greifen_is_stellungen_in_syrien_an)

Bombenexplosion, Photo: Getty images

Bei einem Sprengstoffattentat durch eine nahe ihres Hauses von Terroristen angebrachte und zur Detonation gebrachte Bombe starb im Dorf Mardân am Rand des Bezirks Ḫânaqîn nordöstlich von Baʽqûba am 17.6.2018 ein Ehepaar, ihr Sohn wurde schwer verletzt. (https://www.sana.sy/?p=768747)

Eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Einheit eliminiert eine kleine Gruppe IS-Terroristen, bestehend aus vier Kämpfern im Wâdî Ṯalâb nordöstlich von Baʽqûba in der östlichen Provinz Diyâlâ während ihrer militäroperation zum Aufspüren und ausmerzen der verbliebenen IS-Zellen. Diese führen immer noch Anschläge durch wie as-Sûmariyya News meldet. So wurden etliche Sicherheitskräfte der Bundespolizei bei zwei terroristische Bombenexplosionen in der Nähe von al-Ḥawîğa südwestlich von Kirkûk verwundet, während sie sich auf Patrouille befanden. (https://www.sana.sy/?p=768317 vom 16.6.2018)

Invasion türkischen Militärs, Photo: SANA

Pars Today meldet am 16.6.2018: Türkische Luftwaffe greift PKK-Stellungen im Irak an und zwar wieder (dazu vgl.u.) im Qandîl-Bergland, auch der Vormarsch der Bodentruppen werde dort fortgesetzt.

Kanada beendet seine dreijährige Militärkooperation mit den šmarga der irakischen Kurdenregion. Gemäß dem von lokalen Medien zitierten militärischen Befehlshaber der kanadischen Streitkräfte, Jonathan Holbert Vance, bestehe seit der Rückeroberung Mossuls keine Notwendigkeit mehr dazu. Damit wurden auch Waffenlieferungen an diese Miliz eingestellt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i41610-kanada_beendet_milit%C3%A4rkooperation_mit_irakischer_kurdenregion vom 16.6.2018)

KAI T50 Golden Eagle by Sergey Ryabtsev

Süd-Korea lieferte weitere sechs T-50IQ-Überschall-Schulungskampfflugzeuge (fighter trainer jets) basierend auf einem Vertrag von 2013. Sie sollen Einsatz bei der Bekämpfung verbliebener IS-Zellen finden. (s. Iraq Receives Six T-50IQ Fighter Trainer Jets from South Korea (Photos, Video) vom 14.6.2018)

Quṭrî al-ʽUbaidî, ein Führer der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî berichtete gegenüber einem al-Maʽlûma-Korrespondenten, daß IS-Führer am Mi., 13.6.2018, 90 ihrer Kämpfer vor den Augen der anderen hinrichten und ihre Leichen in den Euphrat werfen ließen. Das Exempel wurde in Hazîn, ca. 40km von den irakischen Grenzstadt al-Qâ´im in der Provinz al-Anbâr statuiert. Die Terroristen hatten davor zurückgeschreckt, im Grenzbereich von Syrien und dem Irak, wo sich immer noch auf beiden Seiten IS-Zellen halten, gegen die SAA vorzugehen. Dies zeuge davon, daß die IS-Führung langsam die Kontrolle über die eigenen Kämpfer verliere, je mehr sie unter militärischen Druck der syrischen Armee (SAA), von al-Ḥašd aš-Šaʽbî wie der irakischen Luftwaffe im Grenzbereich geraten. (http://www.almaalomah.com/2018/06/13/317912/ und http://www.almaalomah.com/2018/06/12/317685/). Am Do., 14.6.2018 fanden und bargen Sicherheitskräfte mehr als 30 der Leichen aus dem Euphrat nach Meldungen aus der Bevölkerung wegen üblen Geruchs und aus Angst vor der Gewässerverschmutzung. Sämtliche Körper trugen Schußwunden. (http://www.almaalomah.com/2018/06/14/318173/)

Ḥaidar al-ʽAbâdî zur Regierungsneubildung im Irak, Photo: pars today

Der noch amtierende Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî erklärte am 12.6.2018 aufgrund des Magazin-Brandes vom 10.6.2018, eine Neuwahl des Parlaments brauche eine rich­ter­liche Anordnung. Es stehe weder dem Repräsentantenhaus noch der Regierung zu, die Wahlergebnisse für nichtig zu erklären. In einer Rede betonte er: „Es gibt kein Zurück mehr … wir müssen daran arbeiten, eine neue Regierung zu bilden.“ Zudem erklärte er: „Die Untersuchung des Brandes der Magazine liegt in der Verantwortung der Wahlkommission und nicht in der der Sicherheitsdienste.‘ (https://www.sana.sy/?p=766962)

Der Iran protestiert bei der kurdischen Regionalregierung im Irak gegen terroristische Bewegungen an der gemeinsamen Grenze. Darauf wurde am Di., 12.6.2018, bekannt, daß sich eine Delegation unter Leitung eines ranghohen Experten des iranischen Konsulats in Arbîl mit einer Verantwortlichen der Abteilung für Außenbeziehungen der kurdi­schen Regionalregierung getroffen habe, wobei Siham Mamand das Pro­testschreiben der IR Iran entgegennahm und versicherte, man werde nicht erlauben, daß die positiven und konstruktiven Beziehungen beider Sei­ten durch derartige Vorkommnisse beeinträchtigt würden. – Kürzlich hatten Terroristen-Trupps versucht, über die irakische Kurdenregion auf iranisches Ge­biet zu gelangen, um dort Terroranschläge durchzuführen. Iranische Sicherheitskräfte eliminierten jedoch rechtzeitig die Eindringlinge.

US-Bomber über Syrien, Photo: SANA

Bei neuerlichen Luftangriffen der US-geführten Koalition, dieses Mal auf das syrische Dorf Ḫuwâibîr im SO von aš-Šadâdî im Süd-Rîf von al-Ḥasaka am 11.6.2018 wurde auch die Schule bombardiert. Laut Einheimischen sind mindestens 18 Menschen getötet worden, die meisten davon Kinder und Frauen, meist irakische Flüchtlinge. (https://sana.sy/en/?p=139987, https://www.sana.sy/?p=766305) – Zu den unzähligen Beschwerden seitens der Regierung über diese, sich noch dazu völkerrechtswidrig in Syrien aufhaltende Koalition bei den UN-Behörden wie auch die damit konform gehende Einschätzung durch Amnesty Interna­tio­nal s.u.!

Bei einer Wahlkampfkundgebung am Mo., 11.6.2018, in der zentraltürkischen Provinz Nigde verkündete der türkische Staatspräsident Erdogan, er werde die – völkerrechtswidrige – Militäroperation im QandîlBergland des NO-Iraks fortführen.

Brand im Magazin mit den Wahlurnen, Photo: SANA

Gemäß Verlautbarung des Sprechers des Obersten Justizrats, ʽAbdus-Satâr al-Bayrakdâr (sic!), welche die irakische Nachrichtenagentur INA am 11.6.2018 veröffentlichte, hat das Untersuchungsgericht in ar-Ruṣâfa vier Männer unter dem Verdacht, am Vortag die Magazine der irakischen Wahlkommission in ar-Ruṣâfa in Brand gesteckt zu haben verhaften lassen. Drei der Beschuldigten seien Mitglieder der Polizei, einer Mitarbeiter der Wahlkommission. Der Oberste Justizrat warnte, jedem, der sich anschicke, Wahldokumente zu manipulieren, drohe die Höchststrafe. Der Ausbruch des Feuers war von der Polizei am 10.6.2018 gemeldet worden. Im parlamentarischen Sicherheitsausschuß hieß es dazu, das gelegte Feuer galt den Magazinen des Handelsministe­riums, die von der Wahlkommission zur Unterbringung der Wahlurnen angemietet worden war. Der gesamte Inhalt sei ein Raub der Flammen geworden. (https://www.sana.sy/?p=766504) – Zuvor hatte das Parlament die letzten Wahlen für ungültig erklärt, die Wahlkommission entlassen und eine neue Wahl verlangt, wie Thierry Meyssan am 14.6.2018 berichtet. (http://www.voltairenet.org/article201502.html)

Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Militäroperationen in der Provinz Diyâlâ zur Eliminierung der verbliebenen IS-Terrorzellen, teilte gegenüber as-Sûmariyya News am 10.6.2018 mit, daß diese Order beginnend am heutigen Tag im al-Muḫaisa-Becken, 25km im Nordosten von Baʽqûba ausgeführt werde im Zusammenwirken der Armee, der Polizeikräfte und derer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî . Dabei hätten die Streitkräfte schon zwei gesuchte und wegen Terrorismusaktivität verurteilt Männer verhaftet. (https://www.sana.sy/?p=765838)

Türkische Bomber über dem Irak, Photo: SANA

Am So., 10.6.2018 griffen türkische Kampfflugzeuge wieder Orte im Qandîl-Gebirgszug an, welche dem Hauptquartier der türkischen Armee gemäß Stellungen der PKK sein sollten. Zugleich rückten türkische Bodentruppen in das Bergland vor. (S. Türkei greift PKK-Stellungen im Nordirak an) – Die Regierung in Bagdad beschwert sich seit Jahren über die völkerrechtswidrige Präsenz türkischen Militärs auf irakischem Gebiet (vgl.u.). Diese hängt mit der Ausweitung der ebenfalls völkerrechtswidrigen „Operation Olivenzweig“ in Syrien zusammen.

Irakische Sicherheitskräfte der Bundespolizei töteten am 9.6.2018 drei in einen Hinterhalt gelockte Terroristen, nachdem sie dabei überrascht worden waren, in den ar-Riyâd-Bezirk von al-Ḥawîğa südwestlich von Kirkûk einzudringen. Dörfer und Checkpoints der irakischen Streitkräfte im Umkreis von al-Ḥawîğa sind nach wie vor Terroristenziele. (https://www.sana.sy/?p=765445)

Bei einem terroristischen Bombenanschlag am 9.6.2018 mittels eines improvisierten Sprengsatzes auf einem belebten Marktzentrum in al-Ḫâliṣ in der östlichen Provinz Diyâlâ wurde eine Person getötet und 23 verletzt. Dies berichtete der Bürgermeister des Ortes, ʽUday al-Ḫadrân as-Sûmariyya News. Tags zuvor hatte es einen Terroranschlag in Kirkûk mit einem Toten und 14 Verletzten gegeben. (https://www.sana.sy/?p=765564)

Sicht auf Bagdad von der ISS aus, Quelle: NASA

Die Landesvertreter des im Oktober 2015 in Bagdad eingerichteten gemeinsamen Informationszentrums zum Austausch von Aufklärungsdaten zwischen den Militärs des Iraks, Syriens, Rußlands und des Irans diskutierten am Do., 7.6.2018 in der irakischen Hauptstadt regional und internationale Sicherheitsfragen insbesondere hinsichtlich des Terrorismus, Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung der Zusammenarbeit und deren Weiterführung zur Besserung der Sicherheitslage auch nach Zerschlagung derIS-Terrororganisation, zu deren Zweck das Bündnis ursprünglich geschlossen worden war (vgl.u.). Generalmajor Saʽd al-ʽAlâq, der irakische Direktor des Militärischen Geheimdienstes, zeigte sich erfreut von der erfolgreichen bisherigen Zusammenarbeit, die den Interessen der jeweiligen Teilnehmerstaaten diene und deren nationale Sicherheit erhöhe. Daher sollte diese Institution auch weitergeführt werden. Dem schlossen sich die Vertreter der anderen Staaten an und teilten bekundeten ihre Wertschätzung für die nützlichen, untereinander ausgetauschten Informationen bei der Bekämpfung der terroristischen Gruppen. (https://sana.sy/en/?p=139785, https://www.sana.sy/?p=764785)

Von Rußland erhielt der Irak inzwischen 39 Kampfpanzer des Typs T-90C, wie das Verteidigungsministerium des Empfängerlandes mitteilte. Mit ihnen werden zwei Bataillone ausgerüstet. Das Training erfolge „under supervision of Russian experts” wurde dazu ausgeführt. Insgesamt werden vertragsgemäß 73 Kampfpanzer – auch des Typs T-90SK – geliefert werden. (s. Iraq Receives 39 T-90C Battle Tanks From Russia vom 7.6.2018)

Sicht auf Bagdad von der ISS aus, Quelle: NASA

In Bagdads Stadtbezirk aṣ-Ṣadr City, einer Neubausiedlung, welche nach der US-Invasion umbenannt wurde nach dem dort residierenden und mit seinen Paramilitärs die Herrschaft ausübenden  Šîʽitenführers Muqtadā aṣ-Ṣadr, kam es in Mittwoch nachts zu Explosionen in einem Munitionslager der genannten Paramilitärs, das sich in einer Moschee des Bezirks befand. Es wird vermutet, daß es sich um einen Unfall beim Umladen der Munition, bestehend aus Raketen und Granaten, gehandelt hat. Infolge der Detonation kamen mindesten  17 Personen zu Tode, weitere 80 wurden verletzt, die Moschee erlitt Totalschaden wie auch umstehende Häuser.  Eine Anwohnerin beklagte sich: „They put ammunition inside a mosque. The ammunition exploded, destroying hou­ses. … We appeal to Moqtada Sadr to follow up this incident. This group destroyed our life. Our properties and houses were levelled to the ground. Our sons and daughters were killed.“ (d.h.: Sie brachten Munition in einer Moschee unter. Die Munition explodierte, zerstörte Häuser. … Wie appellieren an Muqtadā aṣ-Ṣadr, diesen Unfall zu verfolgen. Diese Gruppe zerstörte unser eben. Unsere Besitztümer und Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht.). Muqtadā aṣ-Ṣadr bat am Do., 7.6.2018, um „patience and self-control“ (Geduld und Selbstkontrolle). Ein Untersuchungskomitee solle binnen dreier Tage Ergebnisse über den Vorfall präsentieren. (http://english.alghad.com/articles/2295522-Arms-Cache-Explosion-Destroys-Baghdad-Mosque)

Brigade-General Saʽd Maʽn, iraqinews.com

Auf der Grundlage genauer Mitteilungen war das zweite Notfall-Regiment der Polizei beim Polizei­kommando Nînawâ in der Lage, am 3.6.2018 nahe at-Tanak im östlichen Teil von Mossul ein Lager von mehr als 400 Con­tainern, gefüllt mit explosiven entzündlichen Stoffen zu finden, wie der Sprecher des irakischen Innenministerium, Brigade-General Saʽd Maʽn, as-Sûmariyya News gegenüber  mitteilte. – Nördlich von Mossul zerstörten am 4.6.2018 irakische Truppen fünf vom IS angelegte Tunnel mit Raketen und Munition. – Das Direktorium des Militärgeheimdienstes teilte as-Sûmariyya News noch mit,  daß es einer Ablösungseinheit der 20. Divi­sion gelang, auf fünf  Schupfnester des IS in der Gegend von Ğabal Bâdûš nördlich von Mossul zuzugreifen, wo sie eine Reihe von RPGs, Raketen Raketenwerfer, eine Mörser-Abschußbasis, leichte Munition, Decken und Nahrungsmittel, vorfand und zerstörte. (https://www.sana.sy/?p=763201)

Am So, 3.6.2018, nahm der Irak gemäß dem Swap-Abkommen mit dem Iran seine Rohöl-Lieferungen in Höhe von täglich 30 – 60.000 Barrel aus Kirkûk für die persischen Raffinerien per Öltankwagen wieder auf. Der dem Irak im Gegenzug zukommende raffinierte Öl-Anteil wird dagegen über die Erdöl-Terminals im Persischen Golf abgewickelt. (http://parstoday.com/de/news/world-i41138-irak_nimmt_roh%C3%B6l_export_von_kirkuk_nach_iran_auf)

Anschlag im Irak (Beispielbild), Photo: SANA

Am Sonntagabend, dem 3.6.2018, kam es zur Detonation eines Sprengstoffpakets im Bazar al-Ḥussainiyya im nördlichen Teil von Bagdad mit einem Toten und fünf Verletzten. Bislang bekannte sich niemand zu dem Attentat. Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, informierte zudem darüber, daß in der westlich gelegenen Provinz al-Anbâr weitere 16 Sprengstoffpakete hätten entdeckt und entschärft werden können. (http://parstoday.com/de/news/world-i41140-ein_todesopfer_und_f%C3%BCnf_verletzte_bei_explosion_in_bagdad)

Auch am 3.6.2018 haben Teile der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî – gemäß Abmachungen zwischen der syrischen und irakischen Regierung – erfolgreiche Angriffe auf ISStellungen im Grenzbereich auf syrischem Terrain wohl im Bereich von al-Bû Kamâl durchgeführt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i41130-al_haschd_al_schaabi_greifen_is_terroristen_in_syrien_an)

Türkisches Militär, Photo: AP

Das Parlament der autonomen Kurdenregion forderte den Abzug türkischer Truppen. In der am 3.6.2018 verbreiteten Erklärung wurde die Präsenz türki­scher Soldaten erneut als Bedrohung der Sicherheit insbesondere der Kur­den bezeichnet. In einer außerordentlichen Parlamentssitzung in Erbil, solle die Staatengemeinschaft aufgefordert werden, Maßnahmen zu ergreifen, damit die türkische Regierung die polit­i­sche Souveränität des Iraks respektiere. Der Einzug türkischen Militärs in kurdischen Dörfern des Iraks sei ein Okkupationsversuch ähnlich wie im syrischen ʽAfrîn [s. „Operation Olivenzweig“!] sowie im früher vom IS gehaltenen Korridor zwi­schen Manbiğ undʽAfrîn, südlich von Ğarâbulus (ebenfalls in Syrien). So hätten laut lokalen Medien türkis­che Truppen in Sîdakân, einem Teil Distrikts Sûrân im NO von Arbîl im Grenzbereich des Iraks, von Syrien und der Türkei, einen Stützpunkt mit Baracken errichtet, woraus sich schließen lasse, daß sich die türkischen Truppen über das Vertreiben von PKK-Mitgliedern hinaus dort festzusetzen trachten.

Auch die US-Streitkräfte bauen einen neuen Stützpunkt im Gebiet des Sinğâr-Gebirges nahe der Grenze zu Syrien trotz der immer lauter werdenden Aufforderungen an diese, endlich das Land zu verlassen, was sich auch im Ergebnis der letzten Parlamentswahl ausdrückte (vgl.u.). Dazu zitierte Kurdistan 24 den Vize-Gouverneur wie folgt: „15 military vehicles of US troops arrived on top of Mount Shingal and stationed them­selves near Mira peak on the mountain.” Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu bestätigte ebenfalls die Beobachtung. Zudem stellte Brigadegeneral Ḥamad Nâmis al-Ğubûrî nochmals die eigentlich zu beachtenden Grenzen der Militärberatereigenschaft des US-Militärs heraus: „The involvement of the US military in supporting Iraqi forces in securing the border does not go beyond its scope, which is to provide military advice.” Eine ähnliche – völkerrechtswidrige – US-Einrichtung existierte im syrischen at-Tanaf. (s. US Forces Set Up Military Facility At Syrian-Iraqi Border – Reports vom 3.6.2018)

Prof. em. Udo Steinbach, Photo: dw.com

Wie schon an den Berichten zur kürzlichen Parlamentswahl abzulesen (vgl.u.) war, ist die Gesellschaft bzw. Wählerschaft im Irak seit 2003 von einem generellen Vertrauensverlust in die Politik gekennzeichnet. Dieser Umstand kam auch im Interview mit Prof. Udo Steinbach vom 28.5.2018 zum Tragen. Der deutsche Islamwissenschaftler war drei Wochen zuvor einer Einladung folgend noch während des Wahlkampfes im Irak gewesen und sprach über seine Eindrücke auch im Gespräch mit führenden Politikern. So stellte er fest, daß das Vertrauen in die Politiker, das Vertrauen, daß man über Wahlen und über ein Parlament etwas verändern, etwas entwickeln könne, das Vertrauen sei extrem gering. „Ich habe auch Parlamentarier gesprochen, die gar nicht mehr angetreten sind, die gesagt haben: „wir können sowieso nichts erreichen … deswegen kandidiere ich nicht mehr.“ Eine weitere Einschätzung lautet: „Auf der einen Seite spielt man Demokratie sozusagen, auch gerade in der Öffentlichkeit. Auf der anderen Seite wird die Demokratie in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen als eine Staatsform, als eine Regierungsform, mit der man Probleme lösen kann. Und die Probleme, die anstehen, die kann man im Irak sozusagen in jedem Au­genblick wahrnehmen: Die ökonomischen Probleme, das Elend, die Zerstörung. Und hier muss man sich wirklich fragen ob die Politiker, die politische Klasse entschlossen genug ist, die Dinge zu verän­dern, oder ob sie weiterhin nur mit der Demokratie spielt und sozusagen die eigenen Taschen füllt.“ Später sagt Prof. Steinbach nach Unterhaltungen mit Politikern: „Im Klartext heißt das, dass mir viele Politiker gesagt haben, eigentlich Land auf und ab, das war ein Konsens, wir regieren ja gar nicht mehr uns selbst, sondern wir werden regiert. … andere Mächte von außen bestimmen uns.“ Erwähnung finden in dem Zusammenhang natürlich die USA (seit der Invasion von 2003!), dann Saudi-Arabien und der Iran. Immer werde noch gesagt, „wir sind von den Amerikanern bestimmt.“ Dann faßt Prof. Steinbach zusammen: „Also dieser Defätismus hat sehr viel zu tun mit der Vermutung in der Öffentlichkeit oder der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, dass der Irak keine eigene Politik hat. Und das Andere ist dann eben die Korruption – das wird auch ganz offen angesprochen – dass die Politiker nicht bereit sind, sich nicht in der Lage sehen, nun das Wohl des Ganzen ins Auge zu fassen, sondern dass Politik im Grunde als Strategie der persönlichen Bereiche­rung aufgefasst wird. Diese Beiden Elemente, Fremdbestimmtheit und Korruption, das ist das, was die Menschen umtreibt und was ihnen die Lust nimmt, sich demokratisch am politischen Prozess zu be­teiligen.“ Wichtig festzuhalten sei auch, daß zwar im Westen ein positives Bild der Regierung von Ḥaidar al-ʽAbâdî vermittelt worden sei, doch vor Ort im Irak habe er feststellen müssen: „Aber, diese positive Einschätzung von Abadi wird eben nicht in der Öffentlichkeit geteilt. Muqtada al-Sadr steht dann da als eine Protestwahl.“
Über die Sicherheitslage berichtet er: zwar sei nach der Zerschlagung des IS eine gewisse Ruhe eingekehrt, doch zu einem sehr hohen Preis. Die Zerstörungen seien enorm, die Leute erschöpft. Und dann schildert er: „Man fährt von Checkpoint zu Checkpoint. Ich werde vom Flughafen abgeholt von drei Jeeps, die gepanzert sind. Im ersten Jeep sitzt die Bodyguard, im letzten Jeep sitzt die Bodyguard, in der Mitte sitze ich selber. Und dann fährt man von Checkpoint zu Checkpoint.“ Er ergänzt: „das Land ist weit davon entfernt, befriedet zu werden. Und man hat das Gefühl, dass dies eine Art von Scheinruhe ist.“
Das Fazit einer einstündigen Unterhaltung mit dem früheren (und eigentlich wiedergewählten! vgl.u.) Ministerpräsidenten al-Mâlikî ist in dessen Anschauung: „wir müssen erst den ausländischen Einfluss, den Einfluss von außen abwehren, und dann können wir zu einer wirklich irakischen Politik kommen, die am national irakischen Interesse orientiert ist.“ – Es empfiehlt sich, das lesenswerte Stimmungsbild in ganzer Länge anzusehen.

Gemäß Associated Press informierte der Vizegouverneur von Ṣalâḥuddîn, ʽAmmâr Ḥikmat, darüber, daß am 2.6.2018 IS-Terroristen ein Haus im Dorf al-Farḥâniyya angriffen und darin zwölf Mitglieder einer Familie einschließlich Frauen und Kinder ermordeten.

al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Photo: SANA

al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Photo: SANA

Bei einem Suizidanschlag wurden am 1.6.2018 in der Nähe des Industriege­biets at-Tâğî im nördlichen Teil von Bagdad zwei Iraker verletzt. (https://www.sana.sy/?p=762485)
In einem offiziellen Statement vom 31.5.2018 gab die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî bekannt, ihre Mitglieder hätten selben Tags Artillerieangriffe auf IS-Stellungen nahe des Dorfes ad-Dušaiša/ad-Dašîša auf syrischem Grenzgebiet ausgeführt. Diese hätten geplant „trying to reach [Iraqi] troops deployed along the border, taking advantage of the bad weather conditions”. (s. Iraqi Popular Mobilization Units Attack ISIS Terrorists Inside Syria) – Solche grenzübergreifenden Aktionen gegen den IS entsprechen dem ausdrücklichen Übereinkommen zwischen Syrien und dem Irak (vgl.u.!).

In einem kurzen Interview gegenüber SANA machte der irakische Botschafter in Moskau, Ḥaidar Manṣûr Hadî, deutlich: „Die syrisch-irakischen Beziehungen sind stark, historisch, brüderlich und solide … Das irakische Volk wird das syrische Volk immer unterstützen.“ Er fuhr fort: „Wir spüren, was das syrische Volk durchmacht, weil auch wir dem Terrorismus und seinen Verbrechen ausgesetzt waren. Wir hoffen, dass die terro­ristische Präsenz in Syrien enden wird, damit es bald wieder zu dem ehemals schönen und sicheren Land wird.“ Die Regierungen beider Staaten sollten zusammen an der Beseitigung aller Hindernisse arbeiten, welcher der Kooperation bei der Eliminierung der terroristischen Gefahr im Weg stehen. Der Irak lehne die Politik der Achsen in der Region ab und ar­beite daran, gute Beziehungen zu verschiedenen Ländern aufzubauen. Der Botschafter betonte gleichzeitig, daß sein Land jede ausländische Präsenz in Syrien ablehne und versicherte, der Irak werde immer zu Syrien stehen. (https://www.sana.sy/?p=760982)

Irakische Luftwaffe, Photo: sputnik news

Nach vorheriger Absprache und Koordination mit ihren syrischen Partnern führten irakische F-16-Kampfflugzeuge am 24.5.2018 erfolgreiche Angriffe auf IS-Stellungen mit einem Depot im Gebiet von Hağîn am Ost-Ufer des Euphrats in Syrien aus. S. Iraqi Fighter Jets Carry Out Strikes On ISIS Targets In Syria’s Hajin Area (Video)

Nachdem eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kämpfer Terroristen im SW der Provinz Kirkûk im Nordirak ausgemacht und umstellt hatten, sprengten sich am 24.5.2018 acht Suizidat­tentäter in den Dörfern al-Aḥnaf und Ġuraib im Bezirk ʽAbbâsî in die Luft, töteten dadurch noch eine Person und verletzten 13 weitere. – Am So., 20.5.2018, seien im aš-Šuʽla-Gebiet der Hauptstadt Bagdad einem Suizidatten­täter vier Bürger als Tote und 15 als Verwundete zum Opfer gefallen. (https://www.sana.sy/?p=759189)

Muqtadā aṣ-Ṣadr nach dem Wählen, Photo: shafaaq

Nachdem das Reutersche Nachrichtenbüro mit Bezug auf den Leiter des Politbüros von Muqtadā aṣ-Ṣadr gemeldet hatte, US-Unterhändler hätten Kontakt zum Wahlgewinner, dem von aṣ-Ṣadr unterstützten Sâ´rûn-Block (s.u.), aufgenommen, antwortete der eben jener Leiter: „There are no channels of communication with the Americans…they do send us mediators but we refuse to sit down or cooperate with them even through those intermediaries.” (https://www.iraqinews.com/baghdad-politics/sadrs-office-denies-u-s-contacts-washington-says-ready-for-cooperation/ vom 23.5.2018)

Ein Marokkaner mit belgischer Staatsangehörigkeit namens Ṭâriq Ğidʽûn wurde am 22.5.2018 vom Strafgericht in Bagdad zum Tod verurteilt gemäß Abschnitt 4 des Anti-Terror-Gesetzes, wie Agence France-Presse berichtet. Der 1988 Geborene war 2014 unter dem Namen Abû Ḥamza al-Balğîkî (Letzeres bedeutet: der Belgier) dem IS beigetreten und über die Türkei in den Irak gereist. Dort hatte er sich sowie in in Tikrît, Nînawâ und ar-Ra­mâdî sowie in Nord-Syrien an Ter­roranschlägen beteiligt und war für die Aus­bildung von mehr als sechzig Kindern im Alter zwischen 8 – 13 Jahren verantwortlich, die zu sog. Ašbâl al-Ḫilâfa (wörtlich: die jungen Löwen des Kalifats) herangezogen werden sollten. In ar-Ra­mâdî wurde er schießlich durch eine Mörsergranate verletzt und dann verhaftet. (https://www.sana.sy/?p=757857)

Armee im Einsatz, Photo: SANA

Ein IS-Trupp hat versucht, heimlich in eines der Dörfer im Gebiet von al-Yûrġûn des Bezirks ar-Rašâd im SW von Kirkûk einzudringen. Dabei wurde er laut as-Sûmariyya News von einer Abteilung von al-Ḥašd aš-Šaʽbî überwacht und in einen Hinterhalt gelockt. Fünf Terroristen fanden den Tod, der Rest floh. Am Vortag hatte es süd­lich von Kirkûk einen Anschlag mit einem selbstgebauten Sprengsatz gegeben. (https://www.sana.sy/?p=756798 vom 20.5.2018)

Bei seinem Treffen mit dem Wahlgewinner Muqtadā aṣ-Ṣadr am Abend des 19.5.2018, forderte der bisherige Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî den šîʽitischen Kleriker laut as-Sûmariyya News dazu auf, möglichst bald die Regierungsbildung in Angriff zu nehmen. Als Aufgaben seien zu bewältigen die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten, die Verbesserung der Lebensbedingungen und die Bekämpfung der Korruption. (https://www.sana.sy/?p=756832) – Muqtadā aṣ-Ṣadr, Chef der politischen Partei at-Tayyār aṣ-Ṣadri, hatte zur Parlamentswahl  mit der Kommunistenpartei und einer weiteren einen Block gebildet, selbst aber nicht kandidiert und wird damit auch nicht den Ministerpräsidenten stellen können. Für eine Mehrheitsregierung muß ein Koalitionspartner gesucht werden.
Die „Politehe“ zwischen einer Bewegung, der ein radikaler Kleriker vorsteht, und einer kommunistischen Partei (unter der Führerschaft von Râ´id Ğâhid Fahmî) ist ungewöhnlich. Sie resultiert aus den Bügerprotesten etwa seit 2015 gegen die Regierung (und deren Aufbau seit 2003), die sich für dringende Reformen einsetzte (s.u.). Weitere Mitglieder des Sâ´rûn-Blocks sind:izb al-Istiqâma, die Youth Movement for Change Party, die Party of Progress and Reform, die Iraqi Republican Group und die State of Justice Party. (http://www.shafaaq.com/en/En_NewsReader/557615e4-a090-4bf2-8f3e-964ac23de8e2)

Der Wahlsieger, Photo: Bildquelle: İslamazeri.az

Nach endgültiger Stimmauszählung steht nun als Sieger der Parlamentswahlen der Block Sâ´rûn des radikalen Šîʽitenführers Muqtadā aṣ-Ṣadr (s.u.!) fest mit 54 Sitzen der insgesamt 329 im Abgeordnetenhaus. An zweiter Stelle liegt wie schon unmittelbar nach der Wahl (s.u.) ermittelt die Al-Fat-Liste der Badr-Organisation mit 47 Sitzen und auf Platz drei die An-Naṣr-Liste des bisherigen Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî mit 42 Sitzen von Hâdî al-ʽÂmirî, auf Platz drei die An-Naṣr-Liste des bisherigen Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî mit 42 Sitzen. Auf Platz vier erlangte die Rechtsstaatlichkeitskoalition des früheren Ministerpräsidenten Nûrî al-Mâlikî (s.u.) 26 Sitzen, die Nationale Koalition unter der Leitung von Iyâd ʽAâwî Platz fünf mit 22 Sitzen bei der bislang niedrigsten Wahlbeteiligung von rund 44%. (http://parstoday.com/de/news/world-i40548-endergebnis_der_irakwahlen_verk%C3%BCndet_sieg_der_moqtada_sadr_liste)
Zur niedrigen Wahlbeteiligung – nicht nur im Irak sondern in weiteren Staaten des sog. „arabischen Frühlings“ – erschien ein interessanter Meinungsartikel des Politologen Thierry Meyssan mit dem Titel: Wahlen genügen nicht für Demokratie.
Über die immer enger werdenden Beziehungen von aṣ-Ṣadr – trotz der Tatsache, daß es sich bei ihm um einen  šîʽitischen Klerikalen handelt – zu Saudi-Arabien erschien im Magazin Der Spiegel ein informativer Artikel (www.spiegel.de/politik/ausland/irak-wahl-muqtada-al-sadr-ist-der-schiit-dem-saudi-arabien-vertraut-a-1204889.htm)
Muqtadā aṣ-Ṣadr hatte als radikaler schon den säkularen Staat unter Ṣaddām Ḥussain bekämpft, damit jedoch keinen Erfolg. Dieser kam erst nach Sturz desselben. Mit der US-Invasion 2003 stellte sich seine militärische Anhängerschaft jedoch auf die Seite des Widerstands gegen den Eindringling. Da die von den Siegern eingesetzte Regierung mit fortdauernden, sich negativ auswirkenden Strukturen (dazu s.u.) auch nach den wieder eingeführten Wahlen  nicht verändert wurden, ist ein deutliches patriotisches Moment bei der Wählerschaft 2018 nicht in Abrede zu stellen. Die Gefahr einer weiteren Entfernung von einem säkularen Staatswesen seit 2003, das schon in der geänderten Staatsflagge deutlich zum Ausdruck kommt (s.u.), besteht weiterhin.

Nach Auskunft von Außenminister Anders Samuelsen wird Dänemark seine Spezialeinsatzkräfte aus dem Irak zurückziehen, nachdem die IS-Terrororganisation zerschlagen ist. Die saudische Zeitung Arab News zitiert ihn mit den Worten: „We have now reached a point where we can begin with­drawing our special forces because (IS) no longer has control over large areas in Iraq.” Dennoch bekannte er: „the fight against IS isn’t over yet”.  Das Land werde jedoch weiterhin Radar-Gerätschaften und Bodenpersonal zur Verfügung stellen. (s. Denmark To Withdraw Its Special Forces From Iraq As ISIS Has ‘No Control Over Large Area’ vom 17.5.2018)

Jerusalem-Frage, Palästinenserproteste, Photo: SANA

Anläßlich des Gedenkens der Nakba (d.h. „Katastrophe“ … der Vertreibung der Palästinenser infolge der Gründung des Staates Israel vor 70 Jahren), welcher auf der anderen Seite mit israelischen Feierlichkeiten und der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem einherging, äußerte sich das irakische Außenministerium durch seinen Sprecher Aḥmad Maḥğûb am 14.5.2018. In einer Erklärung zur damit verbundenen Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels durch die USA bemerkte er: „Was heute mit dem Transfer der US-Botschaft in die arabische Stadt Jerusalem geschieht unter Berücksichtigung dessen, daß diese arabische Stadt als  Hauptstadt der zionistischen Entität betrachtet wird,  ist nicht akzeptabel und ent­facht  den Zorn von Hunderten von Millionen von Arabern , Muslimen wie Christen ,auf der ganzen Welt und ist eine eklatante Verletzung internationaler Resolutionen und  des  Friedensprozesses .“ Er ergänzte: „Zu dieser Zeit, in der wir unsere volle Solidarität mit unseren palästinensischen Brüdern verkünden, drücken wir unsere entschiedene Ablehnung dieser Verfahrensweise aus und warnen vor den Folgen dieses Schritts wegen der schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf die Stabilität der Region und auf die politische und Sicherheitsebene.“(https://www.sana.sy/?p=754157 vom 15.5.2018) –  Jerusalem (inkl. Bethlehem) sollte mit seinem den Palästinensern vorbehaltenen östlichen Teil (al-Quds) gemäß dem UN-Teilungsplan für Palästina, vom 29.11.1947, von der UN-Generalversammlung als Resolution 181 (II) angenommen, als Corpus separatum unter internationale Kontrolle gestellt werden. Die Palästinenser stehen auf dem Standpunkt, wenn schon der Teilungsplan umgesetzt wird, dann auch hinsichtlich der darin garantierten, ihnen zugesprochenen Rechte.  Näheres dazu auch bei: Wolfgang Effenberger vom15.12.2017 (http://parstoday.com/de/news/world-i34895-jerusalem_trump_und_liberman_f%C3%B6rdern_konflikt)

In Übereinstimmung mit der syrischen Regierung (und damit völkerrechtsgemäß) führte die Luftwaffe erneut erfolgreiche Angriffe auf IS-Stellungen im gemeinsamen Grenzbereich, südlich der Stadt ad-Dašîša im SO-Rîf von al-Ḥasaka (Syrien) aus. (s. Iraqi Air Force Carries Out New Strikes On ISIS Targets Inside Syria (Video))

Türkischer Bomber über dem Nord-Irak, Photo: daily sabah

Wie schon mehrfach vom türkischen Präsidenten Erdogan angekündigt (s.u.), führt dessen Luftwaffe die – völkerrechtswidrigen – Offensiven im Nord-Irak in der letzten Woche fort gemäß Information durch den türkischen Generalstab vom 14.5.2018. Dem seien 13 PKK-Mitglieder zum Opfer gefallen. Laut Innenministerium in Ankara seien zwischen dem 7. und 14.5.2018 24 solcher „Terroristen“ neutralisiert, 132 Personen aufgrund des Verdachts, die PKK zu unterstützen verhaftet worden. (s. Turkish Strikes Reportedly Kill 13 PKK Members In Northern Iraq)

Die Stimmenauszählung für die Parlamentswahlen (s.u.) begann am 12.5.2018. Es habe keine Störungen gegeben. Laut Verlautbarung der Hohen Wahlkommission sei die Wahlbeteiligung im Vergleich zu den Vorjahren schwach ausgefallen. (https://www.sana.sy/?p=752894) – Sie lag laut as-Sûmariyya News  bei 44,52 % und war damit die niedrigste Wahlbeteiligung seit dem Sturz der Regierung des als Präsidenten gewählten Ṣaddām Ḥussain! Die endgültigen Ergebnisse seien gemäß Mitteilung des Hohen Wahlbeauftragten, Riyâḍ  al-Badrân, bei einer Presse­konfe­renz am späten Samstagabend nach Schließung der  8.899 Wahllokale  etwa in zwei Tagen zu erwarten. Er bestätigte, daß „alle Gerüchte über Manipulation oder Fälschung unbegründet seien.“ (https://www.sana.sy/?p=753015 vom 13.5.2018) – Zu den allgemeinen Problemen der Regierung(sbildung) durch die im Irak seit dem Sturz von Ṣaddām Ḥussain 2003 vorgegebenen Richtlinien s.u.!

Zur Parlamentswahl am 12.5.2018, Photo: SANA

Zu der allgemein am 12.5.2018 anstehenden Parlamentswahl sind Sicherheits- und Streitkräfte, Gefangene sowie im Ausland – wie z.B. in Syrien – ansässige Iraker bereits ab 10. Mai aufgerufen, berichtet as-Sûmariyya News, für die erstere gilt das bis zum Abend, für diejenigen im Ausland bis zum 11.5.2018. Dies ist die erste Wahl nach Erklärung der Niederlage des IS und die vierte seit dem Sturz der Regierung von Ṣaddām Ḥussain. 7.737 Bewerber von 320 politischen Parteien, Koalitionen und Wahllisten kandidieren aus 18 Provinzen um 328 Parlamentssitze im Repräsentantenhaus für eine vierjährige Amtszeit. (https://www.sana.sy/?p=751942 )

Gemäß verschiedener Vereinbarungen (vgl.u.) und auf Basis des Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus in Bagdad (s.u.) betreiben der Irak und  Syrien den Kampf gegen den IS – vor allem in der Grenzregion gemeinsam. In diesem Zusammenhang bombardierte die irakische Luftwaffe IS-Stellungen  und Kommando-Stützpunkte im syrischen Gebiet wie Brigade­general Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, laut  Fernsehsehsender al-ʽIrâqiyya mitteilte. Aus dem Büro des Ministerpräsidenten hieß es dazu:  „Die irakische Luftwaffe griff die Stellungen der IS-Kommandeure im Süden von ,Al-Daschischa‘  und im Nordosten Syriens an.“ Einsatzgebeit waren IS-Stellungen rund um die Stadt ad-Dašîša im SO-Rîf von al-Ḥasaka (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i40060-iraks_ministerpr%C3%A4sident_befiehlt_bombardierung_der_is_stellungen_in_syrien und  pic.twitter.com/q7K3Vs7FRa vom May 6, 2018)

Außenminister al-Ğaʽfarî in Ankara, Photo: pars Today

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî war zu einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen, Mevlüt Çavuşoğlu, am Sa., 5.5.2018, nach Ankara gereist. Dort machte er nochmals (vgl.u.) deutlich, daß seine Regierung an der Pflege guter Beziehungen zu seinen Nachbarländern auf der Grundlage friedlicher Koexistenz festhalte.  Jegliche ausländische Militärpräsenz gefährde jedoch die Sicherheit und Stabilität und werde daher kategorisch abgelehnt. Außerdem ging es um die Nutzung der Wasserressourcen. Anschließend reist al-Ğaʽfarî  nach Jordanien weiter, um dort über Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von  Ter­rorismus und Extremismus zu sprechen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i40042-iraks_au%C3%9Fenminister_lehnt_erneute_pr%C3%A4senz_ausl%C3%A4ndischer_truppen_ab) – Die AKP-geführte Türkei bedroht den Irak nicht nur mit ihren – völkerechtswidrigen – Militäraktionen auf irakischem Territorium (s.u.), sondern auch durch die Einflußnahme auf die Durchflußmenge wichtiger Flüsse in den Irak, die aus dem Territorium der Türkei einströmen.

Ein von IS-Terroristen am Rand einer landwirtschaftlich genutzten Straße bei al-Barwâna al-Kabîra nordöstlich von Baʽqûba an- und zur Detonation gebrachter Sprengsatz tötete am späten Abend des 3.5.2018 drei Zivilisten, wie der Leiter des Sicherheitsausschusses in Abû Ṣaidâ, ʽUwâd ar-Rubaiʽî, gegenüber as-Sûmariyya News zur Kenntnis brachte. (https://www.sana.sy/?p=748053)

Irakische Polizei, Photo: SANA

Bei einem Angriff von IS-Terroristen auf einen Militärstützpunkt im Wâdî al-ʽÛsiğ am Rande von Ğalûlâ´  im NO der Provinz Diyâlâ wurden am 2.5.2018 ein Polizist getötet und drei weitere verletzt, wie as-Sûmariyya News  berichtete. aufgrund eines Anschlags mit einem improvisierten Spreng­satz waren zudem bei al-ʽAẓîm nördlich von Diyâlâ drei Zivilisten zu Tode gekommen.(https://www.sana.sy/?p=747491)

Oberst Ryan Dillon als Sprecher der US-geführten Koalition teilte am Mo., 30.4.2018, offiziell mit: „Das Zentralkommando der gemeinsamen Bodenstreitkräfte hat heute seine Arbeit in Bagdad beendet, was das Ende der großen Kampfoperationen gegen den IS im Irak symbolisiert.“ Alle anderen Missionen würden jedoch ohne Änderungen fortgesetzt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i39876-us_gef%C3%BChrte_anti_is_koalition_erkl%C3%A4rt_ende_des_haupteinsatzes_im_irak) – Damit ändert sich also außer dieser Formalie im Wesentlichen nichts.

Flughafen Sulaimâniyya, Photo: kogaa

Die Türkei läßt trotz Wegfalls der Voraussetzung für die Sperrung des internationalen Flughafens von Sulaimâniyya im kurdischen Nord-Irak, welche mit Sanktionen infolge des Separationsreferendums (s.u.) zusammenhingen, diesen als einziger Staat immer noch nicht anfliegen. Dies kritisierte das Verkehrsministerium via Botschafter in der Türkei am 30.4.2018 und drohte der AKP-Regierung mit Gegenmaßnahmen, sollte die Sperrung, die internationalen Abkom­men widerspreche, nicht aufgehoben werden.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i39854-irak_droht_t%C3%BCrkei_mit_gegenma%C3%9Fnahmen)

Wie die Nachrichtenagentur INA berichtet, sind laut dem Kommandanten der Diyâlâ-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, am 30.4.2018 in Buhriz zwei der gefährlichsten IS-Anführer der Region gefaßt worden. Aufgespürt wurde in einer gemeinsamen Säuberungsaktion der Sicherheitskräfte, der Bundespolizei, der Antiterrorkräfte gemäß Geheimdienstermittlungen  ein ISBunker im Wâdî aṯ-Ṯalâb im NO der Provinz, dessen enthaltene militärische Ausrüstung konfisziert wurde. (https://www.sana.sy/?p=745634)

IS-Terroristinnen, Photo: pars today

Am Fr., 27.4.2018 verurteilte das hohe Strafgericht 10 IS-Terroristinnen. Gegen fünf davon, zwei Aserbaidschanerinnen und drei Kirgisinnen, wurde die Todesstrafe verhängt, gegen die restlichen fünf,  zwei weitere Aserbaidschanerinnen, zwei Russinnen und eine Französin, eine lebenslange Haftstrafe wegen Beihilfe. Der Richtspruch erfolgte jeweils gemäß dem Anti-Terrorgesetz des Landes, wie der Richter und zugleich Sprecher (ʽAbdus-Satâr Bayraktâr ?) mitteilte. (http://parstoday.com/de/news/world-i39748-zehn_is_terroristinnen_im_irak_zu_lebensl%C3%A4nglich_und_zum_tode_verurteilt)

Laut einer Sicherheitsquelle aus Kirkûk konnten die gemeinsam agierenden Kräfte der Bundespolizei und der 16. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der Nähe des Dorfes ad-Dabs im NW der Provinzhauptstadt sechs IS-Terroristen töten, wie as-Sûmariyya News am 25.4.2018 meldete.
Andererseits wurden bei einem Angriff des IS beim Dorf Tawâfil nahe ar-Rašâd südwestlich von Kirkûk ein Anführer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî getötet und fünf seiner Mitkämpfer verwundet. (https://www.sana.sy/?p=742637)

Treffen der Teilnehmer am Informationszentrum in Bagdad, Photo: pars today

In Bagdad fand am 19.4.2018 wieder eine Sitzung von Vertretern der vier Betreiberstaaten des im September 2015 in der irakischen Hauptstadt eingerichteten Internationalen Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus statt. Daran nahm auch der iranische Verteidigungsminister, Brigadegeneral Amîr Ḥâtamî (Amir Hatami), teil. Er stellte zu Beginn fest, daß der Informationskooperation des Irans und Iraks, Syriens und Ruß­lands bei der Niederwerfung des IS und damit der Terrorismusbekämpfung eine ernsthafte und effektive Rolle zugekommen sei, die von Erfolg auch bei der Wiederherstellung von Stabilität und Sicherheit in der Region gekrönt gewesen sei. Darauf zurückzuführen seien daher auch die Versuche der feindlichen Regierungen, diese Erfolge im Counterterrorismus zu beeinträchtigen. Beweis dafür seien die jüngsten Angriffe der drei westlichen Länder USA, Großbritannien und Frankreich sowie die zahlreichen Attacken des israelischen Regimes auf Syrien. Dann legte der Vorsitzende des Informationsgremiums der irakischen Armee, Ge­neral Saʽd al-ʽAlâq (?, Saad Alaaq), zusammen mit dem Sekretär der Sitzung einen Bericht über die Aktivitäten der Bekämpfung des Terrorismus und des IS vor. General Ḥâtamî war bereits am Vortag zum Treffen mit hohen irakischen Funktionsträgern in den Be­reichen Politik und Verteidigung angereist. (http://parstoday.com/de/news/iran-i39438-informationsausschuss_von_iran_russland_irak_und_syrien)

Besuch von General Amîr Ḥâtamî in Bagdad, Photo: pars today

Beim Treffen mit dem Nationalen Sicher­heits­berater des Iraks, Fâliḥ al-Fayâḍ, sprach sich der iranische Verteidigungsminister für den Respekt gegenüber der Souveränität fremder Staaten aus. Dabei kritisierte er vehement sowohl die türkischen Offensiven im Nord-Irak wie die Angriffe der drei westlichen Länder USA, Großbritannien und Frankreich auf Syrien. Zudem erklärte er: Der „Iran steht mit aller Kraft neben dem irakischen Volk und der Regierung in Bagdad und setzt seine U­nter­stützung bis zur Entwurzelung der kriminellen IS-Terrormiliz fort.“ Dem setzte er hinzu: „Die unverant­wortlichen und kriminellen Maßnahmen westlicher Länder und der Verfechter der [vorgeblichen] Menschenrechte in der Region sowie die jüngsten Raketenangriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf Syrien zeigen die weitere Einmischung der Ausländer in die internen Angelegenheiten regionaler Länder bei der Bestimmung ihres Schicksals.“ Fâliḥ al-Fayâḍ betonte demgegenüber, die Regierung in Bagdad werde es keinem Land erlauben, sich in die internen Angelegenheiten des Landes einzumischen und die strategischen Beziehungen zum Iran zu stören. Vor allem würdigte er die iranische Unterstützung beim Kampf gegen den Terrorismus sowohl im Irak wie auch in Syrien: „Würde Iran den Irak und Syrien nicht unterstützen, wäre die gegenwärtige Lage in diesen Ländern viel kompli­zier­ter.“ versicherte er. (http://parstoday.com/de/news/iran-i39430-iran_ist_gegen_ausl%C3%A4ndischen_milit%C3%A4reinsatz_im_nordirak)

Aufgrund der verabredeten gemeinsamen Bekämpfung des letzten IS-Reste, die sich noch besonders im wüstenhaften Grenzgebiet beider Staaten aufhalten, haben am 19.4.2018 irakische Kampfflugzeuge auch auf der syrischen Seite der Grenze  „tödliche Luftschläge“ ausgeführt. Koordiniert wurden diese außer durch den Irak und Syrien mit Rußland und dem Iran, wie der Sprecher des irakischen Militärs, Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl mitteilte. Gemäß Meldung des libanesischen TV-Kanals al-Maṣdar wurden in der Provinz Dair az-Zaur Kommandostäbe und Werkstätten für den Bau von Sprengkörpern zerstört. Die Aktion werde fortgeführt, sobald entsprechende Geheimdienstinformationen vorlägen. (https://sptnkne.ws/hsce)

Verteidigungskooperation Iran – Irak, Photo: pars today

Brigadegeneral Amîr Ḥâtamî, der iranische Verteidigungsminister, informierte die Presse bei seiner Ankunft in Bagdad am Mi., 18.4.2018 darüber, daß er gekommen sei, um an der ersten Tagung der Kommission für gemeinsame Ver­teidigungskooperationen zwischen Bagdad und Teheran teilzunehmen. Zudem komme er, um über regionale Entwicklungen zu beraten. Bei der Gelegenheit verurteilte er die Raketenangriffe seitens  der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf Syrien. Diese seien eine verbrecherische Aktion, eine deutliche Verletzung des Völker­rechts, der internationalen Spielregeln und Grundsätze der UNO-Charta. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i39390-erste_sitzung_der_kommission_f%C3%BCr_verteidigungskooperationen_teheran_bagdad)

Aufgrund der verabredeten gemeinsamen Bekämpfung des letzten IS-Reste, die sich noch besonders im wüstenhaften Grenzgebiet beider Staaten aufhalten, haben am 19.4.2018 irakische Kampfflugzeuge auch auf der syrischen Seite der Grenze  „tödliche Luftschläge“ ausgeführt. Koordiniert wurden diese außer durch den Irak und Syrien mit Rußland und dem Iran, wie der Sprecher des irakischen Militärs, Brigadegeneral Yaḥyâ Rasûl mitteilte. Gemäß Meldung des libanesischen TV-Kanals al-Maṣdar wurden in der Provinz Dair az-Zaur Kommandostäbe und Werkstätten für den Bau von Sprengkörpern zerstört. Die Aktion werde fortgeführt, sobald entsprechende Geheimdienstinformationen vorlägen. (https://sptnkne.ws/hsce)

Nächtliche Angriffe auf Damaskus vom 14.4.2018, Photo: AP

Einen Tag nach  den Angriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf Syrien vom 14.4.2018 äußerte sich auch der irakische Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî dazu im Telefonat mit dem US-Außenminister John Sullivan am Sonntag. Darüber veröffentlichte das Amt eine offizielle Stellungnahme. Diese lautet, die Angriffe bedeuteten  negative Auswirkungen für die Region und eine Chance für den Terrorismus, sich wieder zu erholen. Dabei unterstrich er, daß dieser die gesamte Welt bedrohe. Für die Krise in Syrien könne es nur eine politische Lösung geben, wobei klar sein müsse, daß die Syrer ihre Zukunft zu bestimmen hätten..  (https://sana.sy/en/?p=134467)

Im Zusammenhang mit dem von den USA, Großbritannien, Frankreich und Saudi-Arabien ins Auge gefaßten militärischen Angriff gegen Syrien meldete der VAE-Fernsehsender Sky News ʽArabiyya am Morgen des 11.4.2018, Kampfjets der US-geführten Koalition flögen über dem sy­risch-irakischem Grenzgebiet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i39132-kampfjets_der_us_koalition_%C3%BCber_syrisch_irakischem_grenzgebiet) – Näheres dazu im SyrienThread !

Armee beim Aufspüren von Terroristennestern (IS), Photo: SANA

Der Leiter des Sicherheitsausschusses im Provinzrat von Diyâlâ, Ṣâdiq al-Hussainî, informierte as-Sûmariyya News am 11.4.2018 darüber, daß Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî IS-Mitglieder in einen Hinterhalt locken und dann den sog. IS-Amîr des Wâdî Ğanat und einen seiner Begleiter nahe as-Saʽdiyya, 60km nord­östlich von Baʽqûba töten konnten. In dem Gebiet finde eine Militäroperation zur Beseitigung von IS-Zellen statt. Da sich dieses durch eine sehr komplexe To­po­graphie auszeichne, sei es prädestiniert als Versteck für Terroristen. (https://www.sana.sy/?p=737224)

Beim Zusammenstoß von Sicherheitskräften mit vier Suizidattentätern am 9.4.2018 in Ḥadîṯa, 160 km westlich der Stadt ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr konnten drei davon getötet werden, während sich der vierte selbst in die Luftsprengte. dabei kamen zwei Angehörige der Sicherheitskräfte zu Tode,  sechs weitere wurden verletzt, wie Brigadegeneral Ḥamad Nâmis al-Ğubûrî, der Polizeichef von Nînawâ gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. (https://www.sana.sy/?p=736412)

Irakisches Militär, Photo: presstv.com

Gemäß einer Information von Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gegenüber as-Sûmariyya News vom 8.4.2018 startete im NO-Teil der Provinz Diyâlâ eine großangelegte Militäroperation zum Aufspüren und Eliminieren von IS-(Schläfer)Zellen in Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte und der Luftwaffe. Die Aktionen, basierend auf Geheimdienstermittlungen, konzentrieren sich von zwei Achsen her auf das Gebiet des Wâdî Ṯalâb im Ḥamrîn-Becken. – Am Vortag hatte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî noch gemahnt, daß der IS noch nicht gänzlich ausgerottet sei und daher weitere Militäroperationen notwendig seien. (https://www.sana.sy/?p=736055)

Am frühen Sonntag­morgen sprengte sich ein Suizidattentäter mittels seines Sprengstoffgürtels in der Nähe einer Armeeabteilung in die Luft, welche gerade mit der Aufklärung eines Suizidanschlags vom Vortag in der Zentrale der Partei al-Ḥal in der Stadt Hît und ebenfalls mittels Sprengstoff-Detonation und leichten Waffen durchgeführt, beschäftigt war.  Am 8.4.2018 gab es  zwei Tote und elf Verletzte, am Abend zuvor, dem 7.4.2018,  beim Treffen der Jugendorganisation der Partei zwei tote Sicherheitskräfte und weitere fünf Verletzte, worunter sich auch ein Kandidat für die Parlamentswahlen befand. (https://www.sana.sy/?p=736040)

Türkische Offensive im Irak, Photo: SANA

Am 7.4.2018 führte die türkische Luftwaffe weitere Angriffe im N-Irak im Sîdkân-Distrikt der Provinz Arbîl durch. Begonnen hatten diese Ende März trotz wiederholter heftiger Proteste der Landesregierung (vgl.u.), obwohl die PKK letzte Woche freiwillig einen Rückzug  aus dem N-Irak begonnen hatte. (https://southfront.org/pkk-kills-twelve-turkish-soldiers-in-northern-iraq-turkish-air-force-responds/)

Schließlich drangen am 7.4.2018 noch türkische Bodentruppen ca. 20km weit in die Region Sîdakân ein, besetzten die Anhöhen um die Stadt Sûrân und errichtete dort einen Militärstützpunkt wie zuvor schon einige in der Provinz Dahûk. Gut 100 Familien sind seither auf der Flucht aus ihren Wohngebieten nach dieser Invasion. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38974-t%C3%BCrkische_armee_greift_die_region_kurdistan_im_irak_an)

Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm (Fuad Masum), Photo: iraqinews.com

Wegen der vermehrten türkischen Truppenaktionen im Nord-Irak rief Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm  am 4.4.2018 nochmals die türkische AKP-Regierung auf ihr Militär vom irakischen Territorium zurückzuziehen und erklärt laut al-Ḥayāt: We do not need the presence of any military forces on the ground in Iraq, but we need cooperation with the countries.” Er setzte hinzu: „Foreign troops are not allowed to launch military operations inside Iraq or occupy parts of the country.” (https://southfront.org/turkish-forces-quietly-developing-their-ground-operation-in-northern-iraq/ mit Karte)

Wieder wurde ein Massengrab mit 158 Leichen des ISMassakers an der Luftwaffenakademie (nach der US-Invasion von 2003 umbenannt in Camp Speicher, s.u.) am (Oster-)Mo., 2.4.2018, in Tigris-Nähe in der Provinz Ṣalâḥuddîn gefunden, teilte das Gesundheitsministerium  tags darauf mit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38842-irak_weitere_158_leichen_in_camp_speicher_gefunden)

Vorgehen gegen IS-Zellen, Photo: SANA

Einheimischenberichten führen die Sicherheitskräfte seit dem 2.4.2018 breit angelegte Operationen zum Aufspüren und Unschädlichmachen von ISZellen in der Wüste an der Grenze zu Syrien durch, wie dies auch umgekehrt von der syrischen Seite auch der Fall ist. (https://southfront.org/iraqi-forces-carried-wide-scale-operation-isis-cells-syrian-iraqi-border-tens-isis-members-reportedly-killed/)

Das Kabinett beschloß am 1.4.2018 die Erhöhung der Erdölproduktion auf 6,5 Millionen Barrel pro Tag gemäß dem Nationalen-Fünf-Jahres-Entwicklungsplan 2018-2022. (https://www.sana.sy/?p=733657)

Saʽd Maʽn, iraqinews.com

Im Tal ar-Rumân-Distrikt östlich von Mossul konnten laut Mitteilung des Innenministeriumssprechers Generalmajor Saʽd Maʽn vom 31.3.2018 durch die Föderationspolizei elf Mitglieder von IS-Zellen gefangengenommen und deren Zellen eliminiert werden. Die Aktion erfolgte nach den IS-Angriffen (s.u.) auf al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kämpfer vor wenigen Tagen. – Dem Ministerium für Migration und Flüchtlinge war selben Tags zu entnehmen, daß  während der letzten Tage, 425 geflüchtete Bürger aus der Türkei zurück nach Mossul gekommen seien. (https://southfront.org/iraqi-army-neutralizes-isis-cell-in-mosul-as-refugees-return-to-city/)

Erneut kam es am Abend des 28.3.2018 zu türkischen Luftangriffen auf nordirakischem Terrain im Bruch des Völkerrechts und trotz der mehrfachen Warnungen (s.u.) seitens der irakischen Regierung. Gegenüber as-Sûmariyya News teilte der Bezirksvertreter von Arbîl, Kuwîstân Aḥmad, mit,  bombardiert worden seien  die Gegenden Sâya und Siyûk wie der Berg Halmûn. Über die Größe der Verluste ist noch nichts Näheres bekannt. (https://www.sana.sy/?p=732201)

Ölfeld bei Kirkûk, Photo: SANA

Während der  Öl-Konferenz in Bagdad resümierte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 28.3.2018 kurz die gegenwärtige Situation: „Viele dachten, dass der Irak am Ende ist und nicht mehr aufstehen kann. Aber dieses Land hat bewiesen, dass diese Beurteilung falsch war.“, erklärte er. Trotz des Kampfes gegen die IS-Terrormiliz habe die Ölproduktion zugenommen. Doch müsse die Wirtschaft des Landes nicht ausschließlich vom Öl abhängig sein. Nun würden Investitionen aus dem Privatsektor gebraucht, um  den Wiederaufbau des Landes zu beschleunigen. Als großes Problem sähen die Bürger nach wie vor das Ausmaß der Korruption, was auch ein Identifikationshindernis mit dem Staat darstelle. Er versicherte, die Regierung sei entschlossen, dagegen systematisch vorzugehen. Falsch sei dagegen die von außen an den Irak herangetragene Segmentierung [Balkanisierung!] in Ethnien oder religiöse Richtungen. Daher forderte er forderte alle Nachbarländer auf, den Irak als ein einheitliches Land wahrzunehmen.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38576-al_abadi_fordert_nachbarstaaten_auf_den_irak_als_ein_einheitliches_land_anzusehen)

In einer Luftlandeoperation gelang es Sicherheitskräften und Mitgliedern der Antiterroreinheit in der Provinz al-Anbâr zwei IS-Terroristen gefangenzunehmen, darunter den sog. IS-Amîr der Wüste, Saab Abdullah al-Issawi [Ṣaʽb ʽAbdullâh al-ʽIsâwî ?], der für die Vorbereitung von Terrorattacken vor allem mit Autobomben auf militärische wie zivile Ziele verantwortlich zeichnete. (https://southfront.org/iraqi-security-forces-detained-top-isis-member-anbar-governorate-in-successful-air-landing-operation/ vom 28.3.2018)

Erdogan droht mit Ausweitung der „Operation Olivenzweig“, Photo: pars today

Um einem Eindringen von türkischen Bodentruppen zuvorzukommen, sind in Sinğar/Provinz Nînawâ  im Nordirak Streitkräfte der irakischen Armee und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî eingetroffen, gab der Bürgermeister der Stadt bekannt. Zuvor hatte der türkische Staatspräsident Erdogan am So., 25.3.20178, trotz der irakischen Warnungen (vgl.u.) noch erklärt: „We said we would go into Sinjar. Now operations have begun there. The fight is internal and exter­nal.” Die irakischen Streitkräfte übernahmen zudem Stellungen der PKK, die ihnen von dieser Organisation im Grenzgebiet überlassen worden waren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38544-iraki­sche_ar­mee_trifft_in_sinjar_ein_um_gegen_drohungen_der_t%C3%BCrkischen_armee_vorzugehen, https://southfront.org/pkk-hands-over-large-area-at-syrian-iraqi-border-to-iraqi-security-forces/ mit Karte!)

Türkische Kampfflugzeuge bombardierten am 26.3.2018 erneut und trotz wiederholter Proteste und Warnungen seitens der Landesregierung irakisches Grenzgebiet im Bezirk Sîdakân der nördlichen Provinz Arbîl. Übereinstimmend berichteten dies Bewohner des Bezirk al-ʽAmâdiyya im Gebiet Dahûk wie auch der Bezirksdirektor von Sîdakân, Iḥsân Ğalabî, gegenüber as-Sûmariyya News. (https://www.sana.sy/?p=731316)

Vorgehen gegen IS-Zellen, Photo: SANA

Ğâsim al-Bazûnî, Kommandant der Spezialabteilung der 50. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, gab gegenüber den Medien bekannt, daß unter seiner Leitung Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und der Sicherheitskräfte eine gemeinsame Sicher­heitsoperation in den Provinzen Ṣalâḥud­dîn und Nînawâ durchgeführt hätten. Diese zielte auf das Gebiet Zaur al-Kanʽuṣ zwischen aš-Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn und Imâm Ġarbî in der Provinz Nînawâ, wohin sich nach der Befreiung von al-Ḥawîğa IS-Terroristen zurückgezogen hatten. Dabei wurden 14 IS-Terroristen getötet, teils in Luftangriffen, teils bei der Zer­störung von drei IS-Schlupfnestern und -Tunneln, und Waffen und Munition entdeckt. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî führe zudem eine Razzia in den weiten Tälern, Wüstenge­bieten und Bergland an der irakisch-syrischen Grenze durch. Es gehe um Aufklä­rungs- und Überwachungsaktionen bis zum Einmarsch von In­fanterie begleitet von Schützen­panzern. Die Operation führe ins Wâdî Sansûl und Wâdî al-ʽAğîğ bis in die Tiefen der West-Wüste hinein. (https://www.sana.sy/?p=731290)

Nachdem am 24.3.2018 durch IS-Terroristen bei einem Angriff auf ein fahrendes Auto vier Zivilisten getötet und zwei andere verwundet worden waren, unternahm die al-Ḥašd aš-Šaʽbî eine militärische Operation gegen die noch bei as-Saʽdiyya im NO der Provinz Diyâlâ verbliebenen IS-Zellen, wie der Führers des 110. Bataillons der Volkswehr gegenüber as-Sûmariyya News am 25.3.2018 bestätigte. (https://www.sana.sy/?p=730542)

Aufgefundene IS-Terroristenwaffe, Photo: SANA

Nach genauen Geheimdienstinformationen trafen Sicherheitskräfte am 24.3.2018 auf eine versteckte Geschützstellung des IS mit einer schweren Kanone vom Kaliber 130 mm. Dieses wurde vor Ort an den Ufern des Tigris bei al-Qayyâra südlich von Mossul konfisziert und ein Schütze verhaftet, wie as-Sûmariyya News berichtete.  (https://www.sana.sy/?p=730026)

Gemäß einem Bericht von as-Sûmariyya News gab eine Sicherheitsquelle der Provinz Ṣalâḥuddîn an,  ein erneuter IS-Terroristenangriff sei am 24.3.2018 im SW von Sâmarâ´ vereitelt worden. Diese teilte mit: „Die Sicherheitskräfte und die Sarâyâ as-Salâm vereitelten einen Angriff der IS-Organisation im al-Farḥâtiyya- Bezirk im Südwesten von Sâmarâ.“. Sie fügte hinzu: „Die Sicherheitskräfte schafften es, viele der Terroristen-Organisation während der Auseinandersetzungen zu töten.“ (https://www.sana.sy/?p=730121)

Türkische Bombardements, Photo: pars today

Am 24.3.2018 forderte Zainab al-Ḫazraği, Mitglied des irakischen Repräsentantenrats, die Regierung dazu auf, umgehend etwas zu unternehmen, um die anhal­tenden Exzesse des türkischen Regimes gegen das Territorium und die Souveränität des Irak zu stoppen. Gegenüber der Nachrichtenagentur INA betonte sie, der Staatspräsident des türkischen Regimes, Erdogan, verletze mit seinen militärischen Offensiven fortwährend die Normen des Völkerrechts wie der UN-Charter, indem er seine Truppen in Nachbarstaaten einfallen lasse, wie zuletzt im syrischen ʽAfrîn. Alle diplomatischen Auseinandersetzungen mit ihm hätten nicht dazu geführt, daß die türkischen Truppen aus dem Land abgezogen worden seien. Das zeige, daß Erdogan die Bedeutung der diplomatischen Bemühungen nicht richtig verstehe. Daher forderte sie den türkischen Botschafter auf, umgehend dem türkischen Staatschef mitzuteilen, er müsse seine Streitkräfte aus dem irakischen Territorium abziehen bzw. fernhalten.
In gleicher Weise engagierte sich das Parlamentsmitglied Amîn Bakr. Die Angriffe des türkischen Regimes auf irakisches Territorium, denen schon viele unschul­dige Zivilisten zum Opfer gefallen seien, müßten unbedingt gestoppt werden. auch er forderte die Regierung zu sofortigem Handeln auf und schlug vor, eine Beschwerde darüber bei den UN einzureichen.
Das Außenministerium hatte am 22.3.2018 die Fortsetzung der Angriffe und die Exzesse der Streitkräfte des türkischen Regimes an der gemeinsamen Grenze wie die jüngsten Luftangriffe in der Provinz Arbîl (s.u.), bei der eine Reihe Zivilisten getötet wurde, scharf verurteilt. (https://www.sana.sy/?p=730117)

Türkische Kampfjets bombardieren im Irak, Photo: pars today

Trotz der eindeutigen Warnung durch Außenminister al-Ğaʽfarî (s.u.) flogen türkische Kampfflieger am Morgen des 22.4.2018 Luftangriffe auf die Dörfer Wasân, Mâwinân und Sarkân im Ğûmân-Bezirk der Provinz Arbîl im Nordirak. Dabei wurden vier Zivilisten getötet und mehrere Häuser zerstört.
IS-Terroristen verübten in der westlich gelegenen, an Syrien grenzenden Provinz al-Anbâr beim Grenzübergang Ṭarîbîl nach Jordanien einen Bombenanschlag auf die Grenzwache und töteten vier Männer von dieser. Einen weiteren IS-Angriff auf die Wachstation ʽAnâza an der Grenze zu Saudi-Arabien konnten die Grenzsoldaten vereiteln.
(https://www.sana.sy/?p=729326)
Selben Tags verurteilte die Regierung vermittels des Sprechers des Außenministerium, Aḥmad Maḥğûb, diese neuerlichen Angriffe gegen unbewaffnete Zivilisten in der Region Kurdistan in Nichtachtung der Souveränität des Iraks und des internationalen Rechts wie auch die weitere Präsenz fremden Militäars auf eigenem Territorium. Dies sei den Beziehungen beider Länder zueinander nicht förderlich. energisch wiederholt wurde dann die Erklärung des Außenministers (s.u.) vom Vortag. (https://www.sana.sy/?p=729639)

Außenminister al-Ğaʽfarî empfängt Ahmet Yildiz, Quelle: star.com.tr

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî machte laut Meldung von as-Sûmariyya News am 21.3.2018 beim Treffen mit dem türkischen Vize-Außenminister Ahmet Yildiz in Bagdad deutlich, sein Land lehne jegliche Verletzung seiner Grenzen durch einmarschierende Truppen kategorisch ab wie auch die Durchführung türkischer Militäroperationen auf seinem Territorium. Dazu bemerkte er: „Der Irak lehnt das Vorhan­densein irgendwelcher Truppen auf seinem Territorium ab und wird die Durchführung militärischer Operationen aus den Nachbarländern im Land nicht zulassen.“ Er fügte hinzu: „Wir kategorisch die Verlet­zung der irakischen Grenze durch die türkischen Truppen ab.  Und wir betonen erneut, daß die türkischen Truppen aus der Stadt Baʽšîqa abgezogen werden müssen.“ Schließlich konstatierte al-Ğaʽfarî , nach den Siegen gegen den IS werde nun am Wiederaufbau gearbeitet. In den außenpolitischen Beziehungen  gehe es der Regierung um Förderung von Projekten von  gemeinsamem Interesse, basierend auf dem Prinzip des gegenseitigen Respekts der Souveränität und Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des jeweils anderen Staates. (https://www.sana.sy/?p=729048) – Zum Fall Baʽšîqa s.u.!

Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua News Agency berichtete von einem bestätigten Angriff einer IS-Gruppe auf das alʽAlâs-Ölfeld im SW von Kirkûk vom 21.3.2018, welcher aber durch die Sicherheitskräfte zurückgeschlagen werden konnte, wie Major ʽAlî al-Bayâtî von der Bundespolizei bekanntgab.  (https://southfront.org/isis-attacks-oil-field-southwest-of-iraqs-kirkuk-photos/)

Russische Lieferung von Pantsir-S1-Luftabwehrexemplaren, Quelle: southfront

Die letzte Partie an Exemplaren des russischen Pantsir-S1Luftabwehrsystems wurden am 21.3.2018 von der Armee in Empfang genommen. Damit verfügt diese über 48 Stück. Den Vertrag darüber schloß noch der vorhergehende Ministerpräsident Nûrî al-Mâlikî (s.u.) während seines Moskau-Besuchs im Oktober 2012. (https://southfront.org/iraqi-army-receives-last-batch-of-russian-made-pantsir-s1-air-defense-systems/)

Durch die Auffindung eines Massengrabs im NW von Mossul mit hinterher via DNS-Analyse identifizierten 39 Leichen indischer Arbeiter, wurde deren Ermordung durch den IS nach deren Verschleppung im Juni 2014 durch die Terroristen bestätigt. Diese waren damals bei der Einnahme von Mossul. Die indische Außenministerin Sushma Swaraj informierte über den Sachverhalt laut Agence France-Presse vom  20.3.2018. (https://www.sana.sy/?p=728678)

Streitkräfte beim Aufspüren von Terroristenverstecken, Photo: SANA

Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gab am 19.3.2018 eine Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur INA ab, in der er mitteilte, daß Einheiten der 24. Brigade der al-Ḥašd aš-Šaʽbî zusammen mit jenen des Operationskommandos Diyâlâ eine Razzia gegen verbliebene IS-Zellen im Bereich von Aṭḥamâyâ, dem naheliegenden Militärlager Karâkûš und dem Dorf an-Nadâ nahe Baladurûz, östlich von Baʽqûba durchführte. Dabei wurden eine Zentrale der Terroristen und weitere Verstecke zerstört und etliche der Extremisten festgenommen.
Das Operationskommando Bagdad informierte über das Auffinden explosiver Materialien und Munitionsreste der IS-Terroristen sowie über die Verhaftung gesuchter Personen im Gebiet von al-ʽUbaid, Aḥrâba und al-Bû ʽÛsiğ südlich von Bagdad. (https://www.sana.sy/?p=728206)

Am 19.3.2018 war außerdem zu erfahren, daß  27.000 Minen in Mossul entschärft worden sind.

Sâmarâ´, sog. Große Moschee mit den beiden Imam-Gräbern, Photo: alamy

Pars Today meldete am 18.3.2018, daß ein Terroranschlag in Samarra vereitelt worden sei. Dieser richtete sich gegen [šîʽitische] Besucher des Pilgerorts Samarâ´ zum Todestag des 10.Imams.  Dabei wurden laut dem militärischen Informationsbüro durch die Sicherheitskräfte zwei Terroristen-Verstecke mit Mörsergranaten und Sprengstoffen  in den Regionen Sayyid Ġarîb und  Samarâ´ aufgespürt.

Unter Hinweis auf die Fähigkeit der irakischen Streit- und Sicherheitskräfte zur Herstellung von  Sicherheit im Land  bestand Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî im Telefonat mit US-Vizepräsident Mike Pence auf der planmäßigen Reduzierung  der im Irak stationierten US-Militärs einschließlich Militärausbilder und -Berater. Ziel sei, damit der ausländischen Einmischung in die Angelegenheiten des Landes  wie der Schwächung seiner nationalen Souveränität entgegenzuarbeiten. (http://parstoday.com/de/news/world-i38173-iraks_ministerpr%C3%A4si-dent_gibt_reduzierung_der_zahl_der_us_truppen_bekannt vom 16.3.2018)

Absturz des HH-60 Pave Hawk, Photo: foxtrotalpha.jalopnik.com

Ein US-Helikopter des Typs HH-60 Pave Hawk, einer Variante des UH-60 Black Hawk für Spezialoperationen, stürzte am 15.3.2018 westlich von Bag­dad in der Provinz al-Anbâr ab. Als Grund gab das US-Militär technisches Versagen an. Sieben US-Soldaten an Bord starben bei dem Crash. Der Hubschrauber, der zusammen mit anderen vom Fliegerhorst ʽAin al-Assad in al-Anbâr gestartet war, fing unmittelbar Feuer wegen der Waffenladung an Bord. Al-Mayâdîn TV informierte ausführlich über den Vorfall. (https://www.sana.sy/?p=726932)

Während der Operation zur Säuberung der Provinz Kirkûk von IS-Terrorzellen und -Schläfern konnten laut dem al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Kommandanten Abû Ḥusâm as-Sahlânî gegenüber as-Sûmariyya News während der letzten 20 Tage mehr als 80 IS-Terroristen aufgespürt und eliminiert werden. Darunter befanden sich etliche Suizidattentäter. gefunden wurden in den Verstecken zudem Waffen, Sprengvorrichtungen, selbstgebaute Sprengsätze und Minen.
As-Sûmariyya News meldete auch, daß sieben Soldaten bei einem Angriff von IS-Terroristen südöstlich von ar-Ruṭba in der Provinz al-Anbâr getötet, weitere sieben verletzt wurden. Sie alle waren Teil einer Großoperation in der Wüstenregion jener Gegend, einem klassischen Rückzugsgebiet für die versprengten Terroristen.
Einen Tag zuvor, am 14.3.2018, hatten die Militärs einen Raketenangriff auf das Gebiet ar-Rustamiyya südlich von Bagdad vereiteln können. (https://www.sana.sy/?p=726890)

Fâliḥ al-Fayâḍ, empfangen vom syrischen Präsidenten Dr. al-Assad, Photo: SANA

Syriens Präsident Dr. al-Assad empfing am 14.3.2018 den persönlichen Gesandten von  Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî, der gleichzeitig als Nationaler Sicherheitsberater fungiert. Fâliḥ al-Fayâḍ überbrachte als Botschaft, wie wichtig es sei, die Zusammenarbeit und Koordinierung von Maßnahmen zwischen beiden brüderlichen Ländern in allen Bereichen zu stärken, v.a. in denen von Politik und Sicherheit angesichts der gegenwärtigen kritischen Lage der Region. Der Präsident stimmte dem zu und wies darauf hin, daß trotz der gewaltigen Erfolge bei der Terrorismusbekämpfung im Irak und Syrien dieser bis zu vollständigen Eliminierung weitergeführt werden müsse. Außerdem ließen die USA wie ihre Verbündeten und Handlungsgehilfen in der Region nicht nach, mittels Einsatzes der Terrorgruppen, die daher weiterhin finanziert und in vielfacher anderer Weise wie z.B. via politischer Deckung ihrer Untaten unterstützt würden, um die Staaten der Region zu schwächen und zu teilen. Demgegenüber bedürfe es der Intensivierung und Vereinheitlichung der Anstrengungen jener Staaten, die sich diesen Bestrebungen widersetzen und versuchten, ihre staatliche Einheit zu bewahren und damit auch im weiteren Sinne die Sicherheit und Stabilität in der Region wiederherzustellen. Dies traf auf Zustimmung von irakischer Seite. – Am Treffen nahm auch der syrische Botschafter im Bagdad teil. (https://www.sana.sy/?p=726344, https://sana.sy/en/?p=130466)

Spiralförmiges „Minarett von Samarra“ (al-Malwiyya), Photo: deacademic.com

Nach Meldung des TV-Senders al-Âtağah vom 14.3.2018  wurde am Nachmittag des 13.3.2018 das Sicher­heitspersonal von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  im Westteil der Stadt Sâmarâ´ (Samarra) angegriffen. Dabei wurden der Kommandeur der 57. Brigade, Oberst Šarîf Ismâʽîl, am Kontrollposten Ḥawiš erschossen und weitere Personen verletzt. Al-ʽAbâdî  befahl unverzüglich eine Untersuchung des Attentats, ein  Fahrverbot für Sâmarâ´ wurde bis auf weiteres verhängt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38073-angriff_auf_sicherheitspersonal_des_irakischen_ministerpr%C3%A4sidenten)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  erklärte am Di., 13.3.2018, die Aufhebung der infolge der Durchführung des illegalen Sezessionsreferendums (s.u.) erlassenen Blockademaßnahmen gegen die Kurdenregion. Damit werden auch die beiden Flughäfen Arbîl und Sulaimâniyya wieder für den internationalen Verkehr geöffnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i38161-iran_begr%C3%BC%C3%9Ft_einigung_zwischen_bagdad_und_erbil)

T-90 Panzer, Photo: 1zoom.me

Wladimir Kozhin, Berater des russischen Präsidenten für militärische Kooperationen, eröffnete am 12.3.2018, Rußland rüste ein Bataillon der irakischen Streitkräfte aus. Dazu erklärte er: „Irak ist unser traditioneller Partner und hat mit dem Kauf  russischer Rüstungsgüter  sein Militärpotenzial gesteigert. Momentan sind wir dabei,  eine Militär­einheit  auszurüsten und haben dazu die Rüstungsgüter  nach Irak geliefert.“ Generalstabschef ʽUṯmân al-Ġânimî  hatte bereits am 20.2.2018 bekanntgegeben, daß die erste Lieferung an russischen 36 T-90S-Panzern vertragsgemäß eingetroffen sei. (http://parstoday.com/de/news/world-i37999-russland_r%C3%BCstet_irakische_milit%C3%A4rbataillon_aus)

Im SW von Kirkûk konnten Mitglieder von al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Dorf Rabza nahe der Stadt al-Ḥawîğa am 13.3.2018 drei IS-Terroristen ausmachen und töten sowie weitere vier Suizidattentäter der Terrororganisation auschalten, bevor sie ihr Attentat gegen die Streitkräfte der Volkswehr durchführen konnten. (https://www.sana.sy/?p=726061)

Aufspüren von IS-Schlupfwinkeln im SW von Kirkûk, Photo: SANA

Die irakischen Streitkräfte ließen am 11.3.2018 bekannt geben, daß am Vortag eine Militäroperation zum Aufspüren und Eliminieren von IS-Terrorzellen und -Schlupfnestern im SW der Provinzhauptstadt Kirkûk im Raum ar-Riyâḍ aufgrund entsprechender Mitteilungen von Seiten des Geheimdienstes begonnen habe. Es nehmen Brigaden von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und der Bun­despolizei mit Unterstüzung det Luftwaffe teil. (https://www.sana.sy/?p=724401)

ʽAlî al-Ḥussainî, Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, machte bekannt, daß am Fr., 9.3.2018, südwestlich von Kirkûk 16 IS-Terrorzellen ausgemacht und zerstört worden seien mit Tunneln und Waffendepots. Zugleich wurde eine Anzahl Verdächtiger verhaftet, die in Verbindung zum IS stehen sollen. Die Operation werde bis zur Eliminierung aller restlichen Zellen fortgeführt, versicherte der Sprecher. (https://www.sana.sy/?p=725670)

Ḥâkim az-Zâmilî, Photo: youtube

Ḥâkim az-Zâmilî, der Vorsitzende des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses des irakischen Parlaments, warnte am 9.3.2018 während einer Pressekonferenz davor, daß IS-Zellen einen Sturm auf die Stadt Sâmarâ´ (Samarra), 100km im NW von Bagdad, planten, um dort einige šîʽitische Schreine zu zerstören. Davon habe schon Russia Today berichtet. Hierzu hätten sich schon IS-Terroristen in der Nähe von Sâmarâ´ versammelt. Bereits am 8.3.2018 hätten Sicherheitskräfte und solche der Popular Mobilization Units (PMU) einen IS-Angriff auf die Stadt zurückgeschlagen. Auch hätten Soldaten etliche IS-Anhänger südlich der Stadt verhaften können. Diese Vorfälle zeigten den wachsenden Einfluß des IS in diesem Gebiet. Daher müsse die Regierung zusätzliche Streitkräfte um Sâmarâ´ stationieren. Ähnliche Warnungen seien von der Regierung vor dem Fall von Mossul im Jahr 2014 ignoriert worden. Nun hoffe er, dieses Mal werde es anders ausgehen. https://southfront.org/senior-official-isis-is-planning-to-storm-key-iraqi-city-north-of-baghdad/)

As-Sûmariyya News meldet am 9.3.2018 aufgrund einer Mitteilung des Sprechers des Obersten Justizrats, Richter ʽAbdus-Satâr Bayrqadâr: „Der Zentrale Strafgerichtshof verhandelte den Fall einer der Angeklagten, die an einer Terroror­ganisation beteiligt ist. Dabei soll es sich um die Schwester des Anführers vom Terrornetzwerk Al-Qaida, Abu Omar al-Baghdadi, handeln.“ Die Angeklagte erklärte sich der Beteiligung an terroristischen Gruppie­rungen für strafbar, sie habe „logistische Unterstützung und Hilfe bei ihren kriminellen Aktivitäten“ geleistet und Kämpfer finanziert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37889-todesstrafe_f%C3%BCr_schwester_des_ex_is_anf%C3%BChrers_angeordnet) – Letzere Tätigkeiten gelten anch dem überkommenen klassischen Islamischen Recht als Beteiligungsarten am Ğihâd.

Am Morgen des 8.3.2018 startete aufgrund der letzten terroristischen Vorfälle (s.u.) eine Militäroperation zur Ausmerzung der verbliebenen IS-Zellen im NO der Provinz von Diyâlâ im Ost-Irak, wie ein Vertreter der daran teilnehmenden Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî in einer Erklärung gegenüber as-Sûmariyya News deutlich machte. Demnach führten die Männer der 110. Brigade Razzien im Bereich Tal Bardân und Tal Salîma und den benachbarten Rändern von aṭ-Ṭabağ  beim Diyâlâ-Fluß durch. Ebenfalls fände eine Überwachungstätigkeit verdächtiger Bewegungen im Gebiet statt. –  Zwei Tage zuvor (am 6.3.2018) hätten irakische Sicherheitskräfte zwei  mit Spreng­stoffgürteln versehene IS-Attentäter rechtzeitig in der Region al-Ḥafâyir im NO der Provinz Diyâlâ töten können. (https://www.sana.sy/?p=722989)

NATO-Generalsekretär Stoltenberg und irakischer Premierminister, Pars Today

Ab April 2018 wird die deutsche Bundeswehr ihre bisherige Ausbildungsmission im Irak auch auf das Heer des Landes ausweiten und daher eine Basis in Bagdad aufbauen. Von den bislang 1350 Soldaten würden künftig jedoch nur noch 800 gebraucht, da der Schutz für den französischen Flugzeugträger im Mittelmeer entfalle. Aufklärungsflüge mit Tornados und solche zur Luft­betankung sollen weitergeführt werden. Der Einsatz sei vorerst bis zum 31. 10.2018 begrenzt  gemäß Planung durch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Außenminister Sigmar Gabriel. (http://parstoday.com/de/news/germany-i37769-deutschland_beginnt_neue_mission_im_irak vom 6.3.2018) – auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg habe sich für einen Verbleib im Irak ausgesprochen. Nach seinem Treffen mit Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî   erklärte er: „Wir sind auf Ersuchen der irakischen Regierung hier und werden nicht länger als notwendig bleiben.“  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37789-nato_will_irak_mission_ausweiten vom 6.3.2018)

Im westlichen Teil von Mossul kam es am 5.3.2018  zu einem IS-Angriff auf  Sicherheitskräfte, bei dem vier getötet wurden. Anwohner berichteten laut Basnews: „The assailants fled the scene after the shooting and a probe was opened into the incident.” Trotz der Befreiung der Stadt sei dort die Lage weiter angespannt. Der IS verfüge noch über ein breites Netzwerk an Unterstützern und Schläferzellen. – Nahe ar-Ruṭba in West-al- Anbâr wurde zudem ein Militärfahrzeug durch einen vom IS  ausgelegten Sprengsatz in die Luft gejagt  (https://southfront.org/four-security-forces-servicemen-killed-in-clashes-with-isis-in-mosul/) – Darauf wurden tags darauf innernhalb der Säuberungsoperationen der Sicherheitskräfte in West-Mossul 26 wahrscheinlich IS-Affiliierte festgesetzt. (https://southfront.org/iraqi-security-forces-arrest-26-isis-linked-suspects-in-mosul/)

Gemäß Mitteilung durch den militärischen Geheimdienst ist eine IS-Attacke mittels einer VBIED (Vehicle Borne IED) im NO von Tal ʽAfar vereitelt worden. Zugleich verbreitete die IS-affiliierte Quelle  Aʽmâq, es gebe noch eine signifikante IS-Kämpferzahl im Land, die zu Attacken gegen die Armee etc. imstande sei. (https://southfront.org/isis-attacks-iraqi-army-around-mosul-shoots-down-surveillance-blimp-over-tikrit-photos/ vom 3.3.2018)

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in Moskau, Photo: Pars Today

Zum Ende seines mehrtägigen Moskau-Besuchs an der Spitze einer ranghohen Delegation machte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî am 2.3.2018 auf einer Pressekonferenz nochmals deutlich, bezüglich seiner territorialen Integrität lasse der Irak nicht mit sich spaßen. Seine Souveränität sei nicht verhandelbar und bilde sozusagen eine Rote Linie. 2014 habe man im UN-Sicherheits­rat um die Stellung einer internationalen Truppe bei der Bekämpfung des  IS nachgesucht unter Betonung, daß  die irakische territoriale Integrität und Unabhängigkeit gewahrt bleibe. Demgegenüber bestünden nun US-Stützpunkte im Land. Hierzu führte mit Blick in die Geschichte aus: „Sogar nach Ende des Zweiten Weltkrieges liegt der Schatten der US-Stützpunkte immer noch über Ländern wie Südkorea, Japan, der Türkei und vielen anderen mehr, wobei diese Basen einen Verstoß gegen die Souveränität der Länder darstellen„.  Im Irak sollten jedoch keine fremden Truppen verbleiben. (http://parstoday.com/de/news/world-i37657-al_jafari_bagdad_lehnt_bau_von_us_basis_im_land_ab) – Über die beschränkte Souveränität z.B. der BRD nach dem 2. Weltkrieg philosophierte Rußlands Staatschef Putin Mitte 2017 (https://sptnkne.ws/e7GE)

Das Parlament forderte am 28.2.2018 offizielle den Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî dazu auf, einen Zeitplan für den Abzug ausländischer Truppen aus dem Land vorzubereiten und bekanntzugeben. Zuvor hatte der Parlamentsausschuß für Sicherheit und Verteidigung die fortdauernde Präsenz insbesondere des US-Militärs moniert (vgl.u.) und schließlich al-ʽAbâdî als Oberbefehlshaber der irakischen Streitkräfte schriftlich aufgefordert, zu erklären, warum sich die US-Truppen immer noch im Irak aufhielten. Seit Aufkommen des IS haben die USA wieder 12.000 Mann im Land stationiert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37621-iraks_parlament_beschloss_abzug_ausl%C3%A4ndischer_truppen)

IS, Photo: contra-magazin.com

Nach den jüngsten Unruhen in Kirkûk und Umgebung wie der Zunahme von IS-Angriffen  auf Sicherheitskräfte und Volksmobilmachungs­einheiten (al-Ḥašd aš-Šaʽbî), worüber v.a.  im as-Sûmariyya News–Ticker der letzten Zeit zu lesen war, werden nach Anordnung von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die Volksmobilmachungskräfte zusammen mit der föderalen Polizei eine Operationen zur Säuberung des Gebietes im SW der Provinz Kir­kûk von den noch verbliebenen IS-Elementen beginnen. Dazu die Kampfeinheiten am 27.2.2018 in al-Ḥawîğa ein.  – außerdem informierte der Premierminister darüber: „Der Erdölexport aus Kirkuk über den türkischen Hafen Ceyhan werde aufgrund von Übereinkünften mit den Verantwortlichen im irakischen Kurdistan bald wieder beginnen.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i37591-al_abadi_stimmt_gemeinsamen_operationsraum_mit_peschmerga_in_kirkuk_zu )

Während seines Moskau-Besuchs am 28.2.2018 äußerte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî zur Beziehung zwischen seinem Land und Syrien, beide Bruderländer verbänden seien seit alten Zeiten geschichtlich, geographisch, gesellschaftlich und bzgl. ihrer Interessen eng miteinander verbunden. Die erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich der Terrorismusbekämpfung habe dies nur noch verstärkt. (https://www.sana.sy/?p=718706, https://sana.sy/en/?p=128886)

Nizâr Ḫairullâh und Dr. al-Miqdâd, Photo: SANA

Syriens Vize-Außenminister Dr. al-Miqdâd und Nizâr Ḫairullâh, Unterstaatssekretär des irakischen Außenministeriums, unterzeichneten am 26.2.2018 in Damaskus ein Memorandum of Understanding (MoU) im Bereich der politischen Konsultationen. (https://www.sana.sy/?p=717526)

Bei einem Angriff durch IS-Terroristen wurde im Gebiet al-Ḥafâ´ir am Rande des Sees Ḥamrîn ein Hirte getötet und ein weiterer Mann verletzt. Eine Untersuchung des Vorfalls durch die Sicherheits­dienste laufe, versicherte der Bezriksrats-Vorsitzende von al-Miqdâdiyya, ʽAdnân at-Tamîmî, gegenüber as-Sûmariyya News. (https://www.sana.sy/?p=717049 vom 26.2.2018)

Ehemalige US-Botschafterin Deborah Jones, Photo: SANA

Im Interview mit Gazeta.ru bestätigte die frühere US-Botschafterin in Kuwait und Libyen, Deborah Jones, daß die Irak-Invasion von 2003 ein großer strategischer Fehler war: „Ich glaube nicht, dass irgend jemand im Nahen Osten bestreitet, daß die Invasion im Irak ein strategischer Fehler war und weiterhin als ein strategischer Fehler im 21. Jahrhundert angesehen werden wird“, kritisierte sie die Entscheidung.  Die USA hätten sich auf falsche Behauptungen gestützt – das angebliche Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen – um ihre Aggression gegen den Irak zu starten und in diesen einzumarschieren, um sich des Reichtums des Landes zu bemächtigen und eine US-Militärpräsenz in der Region zu etablieren mit dem Ziel, so unmittelbar in die inneren Angelegenheiten des Iraks einzugreifen zu können. Die US-Invasion im Irak führte neben der massiven Zerstörung der Infrastruktur zu Hun­dert­tausenden Toten und Verletzten, der Entstehung und Verbreitung terroristi­scher Organisationen, an der Spitze der IS. (https://www.sana.sy/?p=716522 vom 25.2.2018)

Infolge der Detonation eines Sprengsatzes wurden drei Iraker wurden am 25.2.2018 nördlich von Bagdad verwundet.
Später am Tag griffen Bewaffnete die Ölquelle Nr.43 als Teil des Ölfelds Ḫabâz beim Dorf Idrîs Ḫabâz süd­westlich von Kirkûk an. Von der irakischen Schutzpolizei dort wurden zwei Mann getötet ein weiterer verletzt. – Die Ḫabâz-Ölquellen hatten beim Versuch des IS vor 3 Jahren, die Kontrolle über sie zu erlangen, Schäden erlitten und waren daraufhin außer Betrieb. (https://www.sana.sy/?p=716432)

„Desert Strom“, Photo: foxtrot alpha

Der historische Kalender erinnert an das Eindringen der Koalitionstruppen in den Irak während des Zweiten Golfkrieg 23.2.1991. (https://www.sana.sy/?p=715425)

Laut eigenem Eingeständnis habe die US-geführte Koalitionmindestens 841 Zivilisten“ während ihrer [völkerrechtswidrigen, zu Belegen s.u.] „Operation Inherent Resolve“ in Syrien und im Irak bei Angriffen getötet. 485 Fälle würden noch geprüft.  (https://www.sana.sy/?p=715416, s.a. (https://sptnkne.ws/gNHV, je vom 22.2.2018) – Die unabhängige Ermittlergruppe Airwars hatte bereits laut einem Independent-Artikel vom 6.3.2016 ca. tausend Tote (vgl. Teil IV) und am 19.1.2018 wurden rund 6.000 Opfer konstatiert (s.u.).

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî, Photo: Pars Today

Während seiner wöchentlichen Pressekonferenz vom 20.2.2018 wies Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  nochmals darauf hin: Selbst in Anwesenheit der Terroristen im Land sei der Irak gegen die Präsenz ausländischer Truppen auf seinem Terri­torium gewesen, und fügte daher an: „Wir werden der NATO und auch keinem Land erlauben, den irakischen Boden gegen Iran zu nutzen.“ – Die Äußerung ist als Reaktion auf die Forderung von US-Verteidigungsminister James Mattis  zu sehen, künftig die NATO-Truppen im Irak zu verstärken.
Zudem informierte er darüber, daß er Ermittlungen zum jüngst im Nord-Irak im Raum al-Ḥawîğa  erfolgten  Hinterhaltsangriff von Terroristen auf eine Einheit der im Anti-IS-Kampf so erfolgreichen (vgl.u.) Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  angeordnet habe.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37285-al_abadi_nato_darf_irakischen_boden_nicht_gegen_iran_nutzen)
As-Sûmariyya News hatte am 19.2.2018 gemeldet, es bestünden noch IS-Nester in al-Ḥawîğa, ar-Riyâḍ, ar-Rašâd, aṭ-Ṭûz (oder: aṭ-Ṭawuz).

Syrischer Großmuftî zu Besuch im Irak, Photo SANA

Syriens Großmuftî Dr. Aḥmad Badr ad-Dīn Ḥassūn traf während seines Bagdad-Besuchs (vgl.u.) auch mit dem Außenminister seines Gastlandes, Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, am 19.2.2018 zusammen. Wichtiges Thema war die Notwendigkeit des Zusammenwirkens islamischer Staaten angesichts der extremistischen Ideologie, wie sie auch die Terroristen in beiden Ländern verkörpert hatten und an Stelle dessen den religiösen Diskurs hin zu freundschaftlichem Einvernehmen unter- und Respekt füreinander wie auf den Frieden zu lenken. Auch müsse den Spaltungsversuchen der von den Terroristen verbreiteten haßerfüllten Takfîr-Ideologie entgegengewirkt werden. Hierzu wären Foren und Symposien geeignet. (https://www.sana.sy/?p=713404, http://www.sana.sy/en/ßP=127916)

Am Rand der bis zum 18.2.2018 dauernden Münchener Sicherheitskonferenz machte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  gegenüber dem Sender Deutsche Welle deutlich, der Irak lehne ausländische Militäroperationen im Land ab, Ausbildung und logistische und infor­mative Unterstützung durch US- bzw. ausländische Militärs sei jedoch nötig. (http://parstoday.com/de/news/germany-i37217-iraks_ministerpr%C3%A4sident_unter­st%C3%BCtzt_pr%C3%A4senz_des_us_milit%C3%A4rs_in_seinem_land) – Damit stellte sich der Ministerpräsident in Widerspruch zu etlichen anderen Volksvertretern (vgl.u.).

IS-Terroristin Linda W. verurteilt, Photo: as-Sûmariyya News

As-Sûmariyya News meldete am 19.2.2018 mittags den Ausgang der Verhandlung der IS-Terroristin Linda W. aus Pulsnitz in Sachsen (BRD) vor dem Jugendgericht in Bagdad. Dieses war zuständig, da  Linda zur Zeit ihrer Verhaftung in Mossul im Juli 2017 (vgl.u.) 17 Jahre alt und damit  noch nicht volljährig war. Für ihre illegale Einreise in den Irak erhielt sie ein Jahr, für ihre IS-Zugehörigkeit als Scharfschützin fünf Jahre, zusammen sechs Jahre Haft. Beamte der deutschen Botschaft in Bagdad nahmen am Prozeß teil und sverfolgten  das Verfahren. 

Syrischer Großmuftî im Irak, Photo: SANA

Der zur Gründungskonferenz der Assembly of Islamic Unity in Bagdad am Sa., 17.2.2018, angereiste syrische Großmuftî Dr. Aḥmad Badr ad-Dīn Ḥassūn (https://sana.sy/en/?p=127654https://www.sana.sy/?p=711666) traf am So., 18.2.2018, mit einem Mitglied des Präsidiums des irakischen Repräsentantenhauses, Hamâm Ḥamûdî, zusammen. Dr. Ḥassūn gratulierte zunächst zu den Siegen über den IS im Irak. Beide stimmten sodann darüber überein, daß die Einigkeit zwischen dem Irak und Syrien gegenüber der gemeinsamen terroristischen Bedrohung den großen Sieg ermöglicht habe. Ḥamûdî  faßte dies so zusammen: „we triumphed in the battle against terrorism and we should be unified for facing extre­mism and Takfiri ideology.“ Eine solche Einigkeit werde auch den israelischen Versuchen, Zwietracht zwischen den (beiden) arabischen Staaten zu säen, widerstehen. Zudem appellierte er an die internationale Gemeinschaft, sich für Syriens Stabilität und die Rückkehr der Vertriebenen einzusetzen. (https://sana.sy/en/?p=127822, https://www.sana.sy/?p=712804)

Ḥakim az-Zamilî, der Vorsitzende des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses des irakischen Parlaments, der sich schon wiederholt kritisch gegenüber der US-Präsenz im Land wie deren Aktionen geäußert hatte (vgl.u.) wiederholte am So., 18.2.2018, in einem offiziellen Statement, der Verbleib der US-Sol­da­ten im Irak sei nicht gerechtfertigt und daher frag­würdig. Es sei eine falsche Annahme, zu glauben, daß das US-Militär ins Land gekommen seien,  um hier Si­cherheit herzustellen oder den  politischen Prozeß zu unterstützen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37187-irak_us_milit%C3%A4rpr%C3%A4senz_im_land_ist_nicht_gerechtfertigt)

Russische Panzer für den Irak, Photo: SANA

Am 16.2.2018 erhielt der Irak die erste Ladung moderner russischer Panzer des Typs T-90S per Seefracht im Hafen von Umm Qaṣr. Von dort wurden sie weiter von al-Baṣra nach Bagdad transportiert, war aus dem Verteidi­gungs­­ministerium zu erfahren. (https://www.sana.sy/?p=711508) – Infolge der trotz wiederholter Proteste dagegen fortgesetzten und somit als aufgezwungen gesehenen US-Präsenz im Land hat sich in den letzten Jahren eine zunehmende Annäherung an Rußland (vgl.u.) ergeben.

Von der Weltbank war am 16.2.2018 aus ihrem Washingtoner Hauptquartier zu erfahren, daß als Ergebnis der Irak-Wiederauf­bau-Konferenz mit der irakischen Regierung eine Vereinbarung zu zwei Projekten im Wert von 510 Millionen US-$ unterzeichnet wurde.  Das Geld diene der Verbesserung der Lebensbedingungen der Iraker und der Schaffung von Arbeitsplätzen. Zudem seien die Mittel als  sofortige Unterstützung zur Sanie­rung des Bildungssektors, des Gesundheitswesen, der Sanierung von Straßen und großen Brücken wie  der Wiederherstellung des Strom- und Wasserversorgungsnetzes gedacht. (https://www.sana.sy/?p=710371)

Vereinbarung mit der Weltbank, Photo: SANA

Bei der Geberkonferenz zum Wiederaufbau des Iraks (s.u.) wurden schließlich Finanzzusagen in Höhe von 30 Mrd. US-$ gemacht; u.a. sagten die Türkei 5 Mrd. US-$ und Kuwait 2 Mrd. US-$ zu. (http://parstoday.com/de/news/world-i37073-30_milliarden_dollar_f%C3%BCr_wiederaufbau_iraks) – Aufgrund der immer noch andauernden völkerrechtswidrigen türkischen Militäraktionen im Land (s.u.) könnte die genannte Summe auch als eine Art Wiedergutmachungsversuch eingestuft werden. Kuwait dagegen war lange Jahre über einer der Hauptunterstützer von Terrorgruppen in Syrien.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini versprach am Mi., 14.2.2018, anläßlich der Irak-Wiederauf­bau-Konferenz dem Irak zusätzlich zur Beteiligung ein­zel­ner europäischer Staaten an der Nachkriegswiederherstellung der Wirtschaft des Landes 400 Millionen € für humanitäre Hilfe. (https://sptnkne.ws/gHTt)

Irak-Wiederaufbau-Konferenz, Photo: Pars Today

In seiner Rede während der Irak-Wiederauf­baukonferenz (s.u.)   betonte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am Mittwoch: „Unser Ziel ist ein solides wirtschaftliches Umfeld zu schaffen und Arbeitsmöglichkeiten für die verschiedenen Komponenten des irakischen Volkes zu bieten.“ Die Zahl der Anleger im Irak erhöhe sich täglich. Es gelte, diejenigen wieder für Investitionen im Irak zu gewinnen, die durch die Ausbreitung des Terrorismus abgeschreckt worden waren. Die Agentur hebt hervor, das Land brauche frisches Kapital, um die verheerenden Auswirkungen der US-Invasion im Jahr 2003 mit den folgenden negativen Entwicklungen überwinden zu können. (https://www.sana.sy/?p=710035)

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî teilte zum Auftakt der vom 12. – 14.2.2018 tagenden Irak-Wiederauf­bau-Konferenz, welche am ersten Tag gleichzeitig mit jener der Verteidigungsminister der US-geführten Koalition in Kuwait stattfindet, am Di., 13.2.2018, in seiner Rede mit, daß infolge des Terrorkrieges 18.000 Menschen getötet, 36.000 weitere verletzt worden und ca. seien 5 Millionen Menschen aus dem Land geflüchtet seien. Die Statistik gelte für die Städte Mossul, Ṣalâḥuddîn , al-Anbâr und weitere Gebiete. Gemäß Einschätzung des Planungsministers, Salmân al-Ğu­mailî, würden für den Wiederaufbau  rund 88,2 Mrd. US-$ benötigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i37057-irak_18000_tote_und_36000_verletzte_sind_folge_des_terrorismus)

Italienisches Militär im Irak, Photo: Pars Today

Beim Treffen der Verteidigungsminister der Mitgliedsstaaten der US-geführten Koalition (USA, Ka­na­da, Australien, Neuseeland, Belgien, Türkei, Dänemark, Frankreich, BRD, Holland, Norwegen, Großbritannien, Spanien) in Rom am Di., 13.2.2018, verkündete die italienische Amtsinhaberin Roberta Pinotti, Italien werde seine Truppenstärke im Irak im Jahr 2018 halbieren. Dennoch versicherte sie: „Italien wird weiterhin seine Verpflichtungen als ein Mitglied der US-geführten Anti-IS-Koalition ein­halten.“ Bislang sind 1500 italienische Militärkräfte im Irak stationiert. (http://parstoday.com/de/news/world-i37047-italien_reduziert_truppen_im_irak) – Entweder stimmt das Datum oder der Ort des Treffens gemäß Pars Today nicht: das Koalitionstreffen findet in Kuwait statt, andererseits trafen sich die Verteidigungsminister von Italien und den USA in Rom am Mo., 12.2.2018 (s. http://sicurezzainternazionale.luiss.it/2018/02/13/mattis-roma-incontro-la-pinotti-della-ministeriale-anti-isis/)

Nach Angabe eines Mitglieds der Volkswehr gegenüber as-Sûmariyya News wehrten am Abend des 10.2.2018 Kräfte der 29. Brigade von  al-Ḥašd aš-Šaʽbî  einen Angriff von IS-Terroristen auf die irakisch-syrische Grenze im Abschnitt von Tal Ṣafûk ab. (https://www.sana.sy/?p=707451)

Syrischer Innenminister beim irakischen Staatspräsidenten, Photo: SANA

Syriens Innenminister Muḥammad Ibrâhîm aš-Šaʽâr  besuchte am 7.2.2018 mit begleitender Delegation verschiedene hohe Staats-Repräsentanten des Iraks in Bagdad. Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm besprach mit ihm die Notwendigkeit die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich zwischen beiden Nachbarstaaten weiter auszubauen, schon um dem Terrorismus zu begegnen, was vom Gesprächspartner begrüßt wurde. Zuvor hatte es ein Treffen mit Innenminister Qâsim al-Aʽrağî ähnlichen Inhalts gegeben. Unter Verweis auf die bereits beiderseitig unterzeichneten Abkommen wurde – gerade auch im Hinblick der Terrorismusbekämpfung – ein verbesserter Informationsaustausch vereinbart wie die Eliminierung von terroristischen Schläferzellen und Bekämpfung des organisierten Verbrechens. Man verständigste sich zudem auf verstärkte Grenzkontrollen, die Kooperation dabei und die Wiedereröffnung des Grenzübergangs al-Qâ´im zur Belebung des Handels. Beim Gespräch mit Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî beglückwünschte dieser die syrischen Besucher zu ihren Siegen gegenüber den terroristischen Gruppen im Land. Es folgten noch Besuche der irakischen Polizeiakademie und weiterer Sicherheitsinstitutionen. (https://sana.sy/en/?p=126648, https://www.sana.sy/?p=706339)

Generalleutnant Ğalîl ar-Rubaiʽa, welcher die Mission übernimmt, erklärte gegenüber as-Sûmariyya News, daß am 7.2.2018 eine Militäroperation zur Durchsuchung und gleichzeitig Säuberung des Terrains östlich von aṭ-Ṭawaz in der  Provinz Ṣalâḥuddîn von Resten der IS-Terrororganisation begonnen habe. An dieser nähmen Einheiten der Armee, der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî wie der schnellen Krisenreak­tionsgruppe teil, unterstützt von der Luftwaffe.  Zudem gelte es, die Verbin­dungsstraße zwischen Bagdad und Kirkûk vollkommen zu sichern.
Andererseits gelang es einer Einheit des Bagdader Operationskommandos, eine mit Sprengstoffgürtel  versehene Terroristin vor Ausübung ihres geplanten Suizidattentats in der Gegend Ṭâsa  im Bereich von  Ṭârarmiyya nördlich von Bagdad zu stellen. (https://www.sana.sy/?p=705867)

Zerstörtes Mossul. Quelle: watson.ch

Während in die viel später als Mossul von den Terroristen befreiten Städte in Syrien bereits wieder nach Rückkehr der zuvor vertriebenen Bevölkerung das normale Leben zurückgekehrt ist,  liegt Mossul – vor allem der Westteil – immer noch voller Ruinen, unter denen Leichen liegen. Deren Überführung in Leichenschauhäuser beginne den Behörden gemäß erst jetzt. Darüber veröffentlichte die Agentur Ruptly kürzlich einen bestürzenden Bericht, der auf Augenzeugenaussagen beruht. S. Iraq: West Mosul still looks like ‚middle of a war zone‘ – HRW (https://ruptly.tv/vod/20180205-026 vom 5.2.2018) wie auch: Iraq: Mosul still in ruins 5 months after liberation from IS (https://ruptly.tv/vod/20171226-014 vom 2017-12-26) und Iraq: Destruction, dead bodies and aggrieved residents: Mosul after liberation (https://ruptly.tv/vod/20180203-005 vom 5.2.2018 sowie die Schilderung einer Einwohnerin: https://sptnkne.ws/gFpg).

Am 5.2.2018 informierte Sprecher des Innenministeriums, Generalmajor Saʽd Maʽn, laut as-Sûmariyya News darüber, daß Abteilungen der Bundespolizei auf Basis von Geheimdienstermittlungen in einem beliebten Restaurant von Bagdad einen IS-Terroristen verhaftet haben. Dieser gestand, er sei an etlichen Kämpfen in der Provinz Nînawâ  (Ninive) beteiligt gewesen und nach Befreiung der Gegend 2017 in die Hauptstadt geflohen und habe dort im Restaurant Beschäftigung gefunden.   
Tags zuvor am Sonntag hatten Sicherheitskräfte und Angehörige von al-Ḥašd aš-Šaʽbî   im Zentrum von al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk im Nordirak ein Lager des IS mit TNT-Sprengstoff entdeckt und konfisziert. Dieses war im Keller eines Wohnhauses eingerichtet worden. (https://www.sana.sy/?p=704520)
Dem Ticker von as-Sûmariyya News vom 5.4.2017 war noch zu entnehmen, daß ein Offizier getötet und ein Mitarbeiter verletzt wurde, als südlich von Kirkûk am Straßenrand eine Bombe explodierte.
Zwei Häuser wurden westlich von Kirkûk durch Mörsergranaten zerstört.
In al-Ḥawîğa haben Bewaffnete das Haus eines Mitglieds des Bezirksrates gesprengt.
Andererseits konnten wieder mehr als 244.000 durch die Terroristen vertriebener Familien in ihre Wohngebiete in al-Anbâr, Ṣalâḥuddîn  und Nînawâ zurückkehren.

Ami go home! Quelle: youtube.com

Ein Sprecher der irakischen Regierung bestätigt am Mo., 5.2.2018, gegenüber Associated Press von einer Einigung mit der US-Regierung über den Teilabzug der US-Truppen aus dem Land, meldet as-Sûmariyya News am selben Tag. Dies hätten „westliche Vertragspartner“ der Basis der US-geführten Koalition bestätigt. Douglas Silliman, US-Botschafter in Bagdad, hatte am 10.1.2018 eine „schrittweise“ Redu­zierung der US-Streitkräfte im Irak angekündigt. Am 28.11.2017 hatte das Pentagon die Zahl der US-Militärs im Irak mit 8892 bekanntgegeben. Geplant sei der Abzug von ca. 60% der US-Truppen und einem Verbleib von etwa 4000 US-Soldaten. Neues Ziel der Truppen seit letzter Woche sei Afghanistan. – Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  hatte mehrfach den Rückzug der US-Truppen versprochen. Jener unterstützt bei den kommenden Wahlen am 12.5.2018 somit seine Position. (www.alsumaria.tv/news/228757/ap-%D8%A7%D9%84%D8%AD%D9%83%D9%88%D9%85%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D8%AA%D8%A4%D9%83%D8%AF-%D8%A8%D8%AF%D8%A1-%D8%B3%D8%AD%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D9%82%D9%88%D8%A7%D8%AA-%D8%A7%D9%84%D8%A7%D9%85%D8%B1%D9%8A%D9%83%D9%8A%D8%A9/ar)
Seit offiziellen Bekanntgabe (s.u.,  Mt. Dezember) der Zerschlagung der IS-Terrororganisation im Irak hatten zunehmend irakische Parteien, Persönlichkeiten und Medien den Abzug der US-Streitkräfte gefordert, da seither nicht einmal mehr der vorgebliche Grund für deren weitere Anwesenheit im Land, nämlich der der IS-Bekämpfung, noch Bestand habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36811-al_abadi_anti_is_koalitionskr%C3%A4fte_verlassen_irak_nach_und_nach)

Gegenüber as Sûmariyya News verkündete Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, der Kommandant der Militäroperationen in der Provinz al-Anbâr am 3.2.2018 den Beginn einer großangelegten Militäroperation in den Wüstenbereichen dieser im Westen gelegenen und an Syrien wie Saudi-Arabien grenzenden Provinz, in die sich nach Zerschlagung der IS-Terrororganisation etliche von deren Mitgliedern geflüchtet hatten. Diese sollen nun aufgespürt und eliminiert werden. (https://www.sana.sy/?p=703429)

Türkischer Luftangriff, Photo: SANA

Ein türkisches Kampfflugzeug hat Gebiete in der Provinz as-Sulaimâniyya im Nord-Irak bombardiert. Dabei kamen Landesbürger ums Leben, in einigen Dörfern fiel der Strom aus und es kam zum Ausbruch von Bränden großer Waldgebiete im Zielgebiet. Irakische Abgeordnete verurteilten diese türkische Aggression in den nördlichen Grenzgebieten, während die türkische Armee vorgab „11 Ziele der PKK im Qandîl– und AsûsGebirge zerstört“ zu haben. Die Parlamentarier forderten die Regierung auf, unmittelbar Abschreckungs­maßnahmen gegen die türkische Seite zu ergreifen. (https://www.sana.sy/?p=700986 vom 29.1.2018, Hhg. blogseits) – Der türkische Staatspräsident hatte nach Beginn der „Operation Olivenzweig“ genannten neuelrichen Invasion in Nord-Syrien vor einigen Tagen angekündigt, er wolle diese auch auf den Irak ausdehnen.

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî ließ am Di., 30.1.2018, in Reaktion auf die Ankündigung der französische Justizministerin Nicole Belloubet (s.u.) vom So., 28.1.2018, verlauten, ausländi­sche Terroristen, welche im Irak inhaftiert seien, würden auch nach irakischem Recht verurteilt. Die Regionalbehörden in der Auto­nomen Kurdenregion wurden hierzu gebeten, vollständige Informationen zur Verfügung zu stellen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36581-al_abadi_ausl%C3%A4ndische_terroristen_werden_nach_irakischem_recht_verurteilt)

Diyâlâ, Quelle: arma3.de

Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gab gegenüber der Nachrichtenagentur INA am 29.1.2018 den Beginn einer größeren Militäroperation im Ost-Teil der Provinz Diyâlâ bekannt, um die dort verbliebenen IS-Terrorzellen zu eliminieren. Diese wird durch Einheiten der Armee, Polizei und der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî mit Unterstützung der Luftwaffe im Gebiet von an-Nadâ durchgeführt. Razzien fanden in mehreren Dörfern und Tälern statt, vor allem im Wâdî Qazlâqaz und den Orten al-Ḥamâ´il und Karîm al-Haimaṣ.
Laut Meldung von as-Sûmariyya News wurden am Abend des Vortags, dem 28.1.2018, zwei Iraker in einem Auto auf dem Weg nach Baʽqûba, östlich von Baldûrûz im O von Diyâlâ getötet, als Bewaffnete aus einem Auto heraus das Feuer mit Maschinengewehren auf sie eröffneten.
Ebenfalls am So., 28.1.2018, wurden zudem drei Iraker durch die Detonation eines Sprengstoffpakets im S von Bagdad verwundet

Die Zentralregierung in Bagdad hat am 29.1.2018 die zu einem früheren Zeitpunkt gegen die autonome Kurdenregion infolge des Sezesssionsreferendums erlassenen Sanktionen (s.u.) wieder aufgehoben, da sie nicht mehr nötig seien. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36491-bagdad_hebt_blockade_der_bankgesch%C3%A4fte_gegen_erbil_auf)

In Mossul verhaftete IS-Terroristin, Quelle: Focus

Nachdem die Hinrichtung  einer aus der BRD eingereisten IS-Terroristin (s.u.) im Land bekannt geworden war, erklärte Frankreichs Justizministerin Nicole Belloubet, sich einmischen zu wollen, sollte französischen IS-Angehörigen der Prozeß gemacht werden und ein Todesurteil drohen.  Im Juli 2017 waren bei der Befreiung Mossuls vom IS französische Terroristinnen gefangengenommen worden. Gemäß Aussage des französischen Generalstaatsanwalts befinden sich ca. 767 französische Staatsbürger, davon 295 Frauen im „Ğihâd  in Syrien und dem Irak. (http://parstoday.com/de/news/world-i36461-frankreich_warnt_irak)

Nach Mitteilung des Verteidigungsministeriums vom So., 28.1.2018, konnten 44.000 wieder in ihr Heim nach Tikrît, 57.000 nach Baiğî  und 420.000 nach Ṭûz Ḫurmâtû (Tuz Churmatu) zurückkehren. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36447-140.000_irakische_familien_nach_salahaddin_zur%C3%BCckgekehrt)

US-Beschuß ziviler Fahrzeug, Photo: SANA

In der Morgendämmerung des 27.1.2018 beschoß ein US-Helikopter einen Kleinkonvoi im Distrikt von al-Baġdâdî, westlich von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr. Mit diesem waren der Direktor des Distrikts, Šarḥabîl al-ʽUbaidî, wie dessen Polizeichef, Oberst Salâm al-ʽUbaidî mit weiteren Sicherheitskräften unterwegs zum Haus vom Šai des Stammes al-ʽUbaid im Gebiet von aš-Šai Maʽdî al-ʽUbaidî, 90 km westlich von ar-Ramâdî, unterwegs. Infolge des US-Angriffs wurden sieben der Insassen, darunter die namentlich Genannten, getötet und weitere elf Personen teils sehr schwer verletzt. Das Gebiet wird von irakischen Sicherheitskräfte und Stämmen kontrolliert, jedoch halten sich dort  um ʽAin al-Assad auch Truppen der US-geführten Koalition auf, die – wie es hieß, behaupteten, den IS zu bekämpfen, obwohl dessen Terrororganisation ja bereits zerstört sei. Dies erhebe laut dem Generalsekretär der irakischen Rechtsliga, Qais al-Ḫazʽalî, die ernste und gewichtige Frage nach der Rechtfertigung des weiteren Verbleibs der US-Militärs im Irak, wie as-Sûmariyya News berichtete. Gemäß Meldung des irakischen Militärinformationsdienstes habe das Militärkommando  des Landes eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. (https://www.sana.sy/?p=699488)

Nach Angaben des Gouverneurs von Kirkûk, Rakân Saʽîd al-Ğabûrî gegenüber AFP vom 26.1.2018, wurde das mittlerweile 14. Massengrab von Opfern des IS gefunden, nachdem Einheimische und wandernde Schafhirten Kämpfer der Volkswehr al-Ḥašd aš-ŠaʽbîElemente zu der Stelle im al-Ḥawîğa-Bezirk, nahe ar-Riyâ  45km westlich von Kirkûk im Nordirak. Geborgen wurden die Überresten von mehr als 75 Zivilisten und Sicherheitsleu­ten, die von IS-Terroristen ermordet worden waren. (https://www.sana.sy/?p=699386)

Irakische Sicherheitskräfte auf der Suche nach Terroristen, Photo: SANA

Die vereinten irakischen Streitkräfte starteten am 25.1.2018 eine militärische Spezial-Operation zur Eliminierung von IS-Schläferzellen in ar-Ramâdî / Provinz al-Anbâr im West-Irak. Das Vorgehen erfolgte von zwei Achsen aus: einmal von Ğisr aš-Šaiḫ ʽÂmar zur Kontrolle von ar-Raʽûd, zum anderen vom Projekt Nâẓim 28 aus gen Ğisr aš-Šaiḫa, wie ein al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber der Nachrichtenagentur INA bekannt gab. – In der al-ʽAbbâsî-Region von al-Ḥawîğa südwestlich von Kirkûk konnte eine al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Einheit vier IS-Terroristen während ihrer Sicherungsaufgaben töten. (https://www.sana.sy/?p=698703)

Die russische Nesawissimaja Gaseta vom 24.1.2018 entnimmt verschiedenen türkischen Medien, der türkische Staatschef Erdogan plane, die derzeitige Militäroperation Olivenzweig in Nord-Syrien in Irakisch- Kurdistan fortzusetzen. (https://sptnkne.ws/g7V4)

Nach Auskunft von Generalleutnant Ğalîl ar-Rubaiʽa gegenüber as-Sûmariyya News gelang es am 23.1.2018, nach geheimdienstlichen Ermittlungen drei Terroristen zu töten. Zwei von ihnen hatten Sprengstoffgürtel umgeschnallt. Sie hatten einen Anschlag in N-Bagdad geplant.
Am Morgen hatte zudem eine Militäroperation zur Vernichtung verbliebener IS-Zellen im Gebiet von in Ğazar Maḫalaṭ in der Provinz Nînawâ (Ninive) begonnen. (https://www.sana.sy/?p=697367)

Maxim Maximow, russischer Botschafter beim irakischen Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, Photo: SANA

Zu  dem nun endgültig für den 29./30.1.2018 (https://www.sana.sy/?p=696925) angesetzten Syrian National Dialogue Congress in Sotschi hat die russische Regierung auch den Irak hinzugebeten. Die Einladung sprach der russische Botschafter in Bagdad gegenüber dem Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî am 22.1.2018 aus. Aus dem irakischen Außenamt erging die Erlärung: „During a meeting with Iraqi Foreign Minister, Ibrahim al-Jaafari, the Russian Ambassador in Baghdad, Maxim Maximov, handed over a message from Russian Foreign Minister, Sergey Lavrov, inviting Iraq to participate in the Syrian National Dialogue Con­gress, which will be held on January 29-30.” (https://sana.sy/en/?p=125159, https://www.sana.sy/?p=696648)- Noch am selben Tag teilte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî per Twitter mit, als geladener Bobachter nach Sotschi zu reisen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i36271-irak_zur_teilnahme_an_syrien_gespr%C3%A4-chen_in_sotschi_eingeladen)

Nach entsprechendem Entscheid des Bundesgerichtshofs vom 21.1.2018 und einstimmiger Entschließung des Repräsentantenrats vom 22.1.2018 finden die Parlamentswahlen wie geplant am 12.5.2018 statt. (https://www.sana.sy/?p=696703)

Irakisches Straf-Gericht, Photo: SANA

Nach Ergehen des Todesurteils gegen ein weibliches Mitglied der Terrororganisation IS durch den zentralen Strafgerichtshof des Iraks wurde dieses am 21.1.2018 auch mittels Erhängen vollzogen, wie as-Sûmariyya News  nach Auskunft des Sprechers des irakischen Obersten Justizrats, ʽAbdus-Satâr Bayraqdar, meldete. Dieser gab an, die aus der BRD mit ihren beiden Töchtern nach Syrien und dann in den Irak eingereiste Frau marokkanischer Herkunft habe sich dem IS abgeschlossen, wie sie im Verhör gestanden habe. Sie wurde der logistischen Unterstützung bei der Begehung krimineller Handlungen der Terrororganisation überführt wie auch der Beteiligung an Angriffen auf irakische Sicherheits- und Militäreinheiten. In letzter Zeit haben die irakischen Sicherheitskräfte  viele IS-Terrorist(inn)en ausländischer Nationalität während der Befreiungsoperationen der unter IS-Herrschaft stehenden Gebiete verhaften können.  (https://www.sana.sy/?p=696007)

Laut Meldung von as-Sûmariyya News wurden südöstlich des Bezirks Kalâr Diyâlâ Nordirak zwei Erdbeben der Stärke 4,3 und 4,2 auf der Richterskala registriert; es gab am 20.1.2018 mehrere Nachbeben. Zuvor hatte es im Januar schon ein mäßiges Erdbeben im Raum von Bagdad und anderen Provinzen gegeben jeweils ohne, daß Personen zu Schaden kamen. (https://www.sana.sy/?p=696136, 21.1.2018)

Nachdem laut Meldung von as-Sûmariyya News bislang unidentifizierte Täter ins das Haus eines Polizeioffiziers in der Gegend von al-Bûḏiyâb eingedrungen waren, drei Familienmitglieder getötet und weitere vier verwundet hatten,  begann am Abend des 19.1.2018 eine Suchoperation der irakischen Sicherheitskräfte, verstärkt durch Stammeskämpfer, nach Schläferzellen von Terroristen in dem Gebiet nördlich von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr.
Tags zuvor (am 19.1.2018) waren  vier irakische Kinder verletzt worden, als westlich von ar-Ramâdî am Straßenrand ein ein Sprengsatz explodierte. (https://www.sana.sy/?p=695453 vom 20.1.2018)

Bombardement der US-Koalition in zivilem Gebiet, Photo: SANA

Die unabhängige Journalistengruppe Air wars informierte die Öffentlichekit darüberm, daß im vergangenen Jahr 2017 rund 6.000 Zivilisten Opfer der Militäraktionen der US-geführten Koalition in Syrien und dem Irak geworden sind. (https://www.sana.sy/?p=695351 vom vom 19.1.2018, https://airwars.org/)

Wie der Gouverneur der irakischen Provinz Kirkûk, Rakân al-Ğabûrî (?, Rakan al-Dschaburi), am 18.1.2018 mitteilte, seien bislang 1.500 Flüchtlinge nach al-Ḥawîğa (vgl.u.) zurückgekehrt. Am 11.1.2018 hatte das Innenministerium be­kanntgegeben, daß 50% der Vertriebenen in die vom  IS befreiten Gebiete hätten heimkehren können. (http://parstoday.com/de/news/world-i36079-1.500_irakische_fl%C3%BCchtlinge_nach_kirkuk_zur%C3%BCckgekehrt)

Irakischer Parlamentssprecher, Photo: SANA

Als Teilnehmer der 13. PUIC-Konferenz am diesjährigen Austragungsort Teheran betonte Parlamentssprecher Salîm al-Ğabûrî in seiner Rede die Bedeutung eines ernsthaften Dialogs zur Lösung der Probleme und Fragen in der Region wie des Erhalts der Souveränität und nationalen Einheit der zugehörigen Staaten. Außerdem unterstrich er die Notwendigkeit, den arabisch-islamischen und christlichen Charakter von Je­ru­salem zu bewahren. (https://www.sana.sy/?p=694025) – Letzteres bezieht sich auf al-Quds/Jerusalem-Erklärung von US-Präsident Trump vom 6.12.2017 (vgl. dazu Teil VI zu Syrien!).

Gemäß einer Meldung des kurdischen Senders Rudaw haben sich die Zentral– und die kurdische Regionalregierung nach einer Zusammenkunft vom Sa., 13.1.2018 und Mo., 15.1.2018 auf die Wiederaufnahme von Flügen aus der und in die Kurdenregion sowie die gemeinsame Verwaltung der Grenzübergänge geeinigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35993-erbil_und_bag­dad_%C3%BCber_wiederer%C3%B6ffnung_von_flugh%C3%A4fen_in_der_kurdenregion_einig)

Dr. phil. Jan Keller, Quelle: Europa-Parlament-Info

Dr. phil. Jan Keller, tschechischer Abgeordneter im Europa-Parlament,  äußerte am 15.1.2018 im Interview mit der Webseite Parlamentsdokumente der Tschechischen Republik, wie Beweise zeigten, stamme ein Großteil der Waffen terroristischer Organisationen in Syrien und im Irak aus den USA, was darauf hindeute, daß die Terroristen in Syrien sie von der sog. gemäßigten Opposition  erhalten, die ja von der US-geführten Koalition unterstützt wird. Wörtlich bemerkte er: „Es ist bedauerlich, daß es trotz dieser offensichtlichen, durch Beweise belegten Tatsache, bisher keine formelle Diskussion über die Verantwortung der Vereinigten Staaten dazu gibt. … .“ (https://www.sana.sy/?p=692740)

Doppelanschlag im Raum Bagdad vom 15.1.2018, Photo: SANA

Später am Tag (15.1.2018) glückte dann ein doppelter Terroranschlag im Zentrum von Bagdad und auf die Arbeiter am Luftfahrt-Platz, bei dem 31 Menschen getötet und 94 verletzt wurden. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  traf sich darauf mit Führungspersonen im Bereich militärischer Operationen und der Geheimdiensttätigkeit, in dem er die Ausmerzung verbliebener terroristischer Zellen dringlich machte, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. –   Vom libanesischen Auswärtigen Amt erging eine Beileidsbekundung an das brüderliche irakische Volk, mit dem man sich solidarisch erklärte angesichts der Opfer der Attentate, die dem IS offenkundig zur Kompensation  seiner erlittenen Niederlage im Land dienen sollte. (https://www.sana.sy/?p=692661)
Zunächst war von 16 Todesopfern und dutzenden Verletzten die Rede in Erwartung steigender Opferzahlen.  (https://www.sana.sy/?p=692652)

Anschlagsvereitelung im N von Bagdad, Photo: SANA

Die Bundespolizei konnte am Morgen des 15.1.2018 nach sorgsamer Überwachungstätigkeit einen Suizidanschlag  auf dem ʽAdan-Platz ​​im nördlichen Bagdad verhindern, bevor der mit einem Sprengstoffgürtel versehene Attentäter sich wie geplant inmitten einer Menschenschar in die Luftsprengen konnte. Das gab Generalmajor Saʽd Maʽn, der Sprecher des irakischen Innenministeriums, gegenüber irakischen Medien bekannt. Der Leiter des Bagdader Bezirksrats, Riyâḍ  al-ʽAḍâḍ  informierte zudem im Interview mit as-Sûmariyya News darüber, daß noch früher am Tag durch die Detonation eines improvisierten Sprengsatzes in der Nähe von Geschäften in der Gegend von Ḥussainiyya ar-Râšidiyya im N von  Bagdad ein Iraker getötet und drei weitere verletzt wurden.  (https://www.sana.sy/?p=691738)

Prof. Dr. Gerd Seidel, Photo: Humboldt-Universität zu Berlin

Abdu_l-Bârî Zîbârî (Abdelbari Zebari), der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für auswärtige Beziehungen, bemerkte am Mi., 10.1.2018, in einer Erklärung zur eventuellen Zwangsabschiebung irakischer Staatsbürger, die in Europa vergeblich um Asyl nachgesucht haben: „Vorhandene  Informationen zeigen, dass die EU-Mitgliedsstaaten eine neue Haltung gegenüber den Verhandlungen zwischen ihnen und der irakischen Regierung eingenommen haben. Wie erwartet, soll bei dem Besuch der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini in Bagdad am 22. Januar darüber gesprochen werden.“  Zîbârî bekundete, die Rückkehr aller ins Ausland gereisten Iraker in ihre Heimat werde zwar begrüßt, doch solle die Rückführung in voller Bereitschaft und ohne Druck oder Zwang erfolgen. –  Seit der Besetzung des Landes durch die USA und ihre Verbündeten im Jahr 2013 hätten laut UN-An­gaben 1,6 Millionen Iraker ihre Heimat verlassen. Davon seien 500.000 – 700.000 Menschen nach Jordanien, 800.000 in das ebenfalls vom Krieg heimgesuchte Syrien (!), 100.000 nach Saudi-Arabien und Kuwait sowie 436.000 nach Europa, Afrika, Asien und in die USA gereist. (http://parstoday.com/de/news/world-i35845-irak_fordert_stopp_der_zwangsabschiebung_von_fl%C3%BCchtlingen_aus_europa) – Zum Thema s.a. die Beurteilung durch den Völkerrechtsprofessor Dr. Gerd Seidel: „Warum kein Familiennachzug aus Syrien und dem Irak notwendig ist“.

ʽAlî al-Ḥussainî, Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, unterrichtete via as-Sûmariyya News die Öffentlichkeit darüber, daß es dem 16. Bataillon bei der Einführung von Sicherheitsmaß­nah­men in der Provinz Kirkûk gelungen sei, den sog. IS-Muftî des Gouvernements, ʽAbdul Qâdir al-ʽIzzî, mit drei seiner Begleiter nahe eines Dorfes im Bezirk Dâqûq südlich von Kirkûk aufzuspüren und zu töten. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî  und Sicherheitskräfte  würden fortfahren, um Raum al-Ḥawîğa IS-Terroristen aufzustöbern. – Am Vortag, 9.1.2018,  seien zudem der sog. Wâlî (IS-Gouverneur) von Kirkûk mit vier seiner Anhänger durch einen Luftangriff südlich der Provinzhauptstadt getötet worden. (https://www.sana.sy/?p=689937)

IS-Henker „Weißbart“, Photo: The Daily Mail

Der kürzlich (s.u., 29.12.2017) gefangengenommene, berüchtigte IS-Henker Abû ʽUmar, bekannt als White Beard („Weißbart“),  soll nach Zahlung von rund 7.500 US-$ Bestechung an die Polizeiwache nach wenigen Minuten wieder in Freiheit gesetzt worden sein, meldet The Daily Mail am 9.1.2018. Darauf sei er per Motorrad einfach davongefahren. (http://www.dailymail.co.uk/news/article-5249941/ISIS-White-Beard-executioner-escaped-5-500-bribe.html?ito=social-twitter_mailonline)

Am Mo., 8.1.2018, stellten die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und die EU-Kommission in einer gemeinsamen Erklärung die EU-Strategie zur Stabilisierung des Irak nach der IS-Niederlage sowie zur Unterstützung der irakischen Bevölkerung vor. Dabei konzentriere sich die EU auf „folgende strategische Ziele:
– Wahrung der Einheit, der Souveränität und der territorialen Integrität des Landes und Unterstützung der irakischen Bemühungen um ein ausgewogenes, rechenschaftspflichtiges und demokratisches Regierungssystem;
– Förderung eines nachhaltigen, wissensbasierten und inklusiven Wirtschaftswachstums;
– Stärkung der nationalen Identität Iraks und der Aussöhnung zwischen seinen verschiedenen Gemeinschaften;
– Förderung einer wirksamen und unabhängigen Justiz;
– Bewältigung der Herausforderungen im Bereich Migration;
– Unterstützung der guten Beziehungen Iraks zu allen Nachbarländern.“
Mit Vertretern der EU-Mitgliedstaaten würden die vorgeschlagenen Maßnahmen bei der Tagung des Rates für Auswärtige Angelegenheitenam 22.1.2018 und mit dem EU-Parlament diskutiert. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35777-eu_stellt_irak_strategie_vor)

 

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Photo: vg.no

In einer Erklärung der NATO, zitiert von der irakischen Zeitung aṣ-Ṣabâḥ al-Ğadîd am 8.1.2018, soll bei einem Treffen auf Ebene der Generalstabschefs am 16. /17.1.2018 die Rolle des Bündnisses im begonnen neuen Jahr im Irak überprüft werden. – Iraker haben mehrfach ge­gen die Präsenz westlichen Militärs in ihrem Land protestiert. (http://parstoday.com/de/news/world-i35719-nato_%C3%BCberpr%C3%BCft_ausbildung_irakischer_truppen)

Nach Mitteilung von ʽAlî al-Ḥussainî, einem Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, gegenüber der  Nachrichtenagentur INA, hat am 4.1.2018 eine Militäroperation von Streitkräften der Armee, al-Ḥašd aš-Šaʽbî und der Luftwaffe zur Säuberung der Gebiete westlich und südlich von Kirkûk bis in den Osten der Provinz Ṣalâḥuddîn von verbliebenen IS-Zellen begonnen. Diese werden im Bereich von al-Ḥawîğa durch das Ḥamrîn-Bergland hindurch bis in die Gegend von az-Zarka an der Grenze zum östlichen Teil von Ṣalâḥuddîn vermutet.(https://www.sana.sy/?p=686967)

Iran-Proteste, Photo: SANA

Haiṯam Abû Saʽîd, UN-Hochkommissar für die Nahost-Region und Generalsekretär des European De­partment for Security and Information (DESI) machte 3.1.2018 öffentlich, die Unruhen in einigen iranischen Städten der letzten Tage [seit Do., 28.12.2017] seien von hohen westlichen und israelischen Offiziere, aber auch Sicherheitsexperten eini­ger arabi­scher Länder und Vertretern der al-ʽAdl-Bewegung von zwei Operationszentralen aus geleitet worden. Davon sei die eine in Arbîl, der Hauptstadt der autonomen irakischen Kurdenregion, gelegen mit Einsatzgebiet  Iran-West, die andere in Harāt (Herat) in Afghanistan mit Einsatzgebiet  Iran-Ost. Dabei unterstrich Abû Saʽîd, eine solche Einflußnahme auf ein fremdes Land über die Steuerung von Aufruhrgeschehen darin sei ein klarer Verstoß gegen Internationales Recht bzw. die UN-Charta, welche Einmischungen in die interne Angelegenheit anderer Länder verbiete.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35585-desi_generalsekret%C3%A4r_operationszentrale_f%C3%BCr_unruhen_im_osten_und_westen_waren_in_erbil_und_herat)

Flagge des heutigen Irak und der kurdischen autonomen Region, Photo: Pars Today

Nach Mitteilung von Iḥsân [oder: Iḥsan] aš-Šamrî (Ehsan al-Shemri), einem  Berater von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî, vom Di., 2.1.2018 auf dessen Facebook-Seite habe die kurdische Regionalbehörde sich nun doch entschlossen, die durch das Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 (s.u.) geschaffene und durch die jüngsten massiven Proteste (s.u.) ausgeweitete Krise auf Basis der Verfassung beizulegen, wie es die Zentralregierung vorgezeichnet hatte. Die Regionalregierung sei demnach einverstanden, im Vorfeld gemeinsamer Gespräche offiziell vom erwähnten Referendum Abstand zu nehmen, über alle internationalen Grenzübergänge und Flughäfen die Kontrolle zu übergeben, ein Hohes Komitee zur Planung und Organisation der Aktivitäten dieser Grenzübergänge  zu bilden sowie über Öl- und Nicht-Öl-Einnahmen und Steuern die Zentralregierung entscheiden zu lassen. Zuvor hatte Ministerpräsident al-ʽAbâdî den Verantwortungsträgern in Arbîl eine Liste mit 13 Bedingungen zukommen lassen, an welche die Wiederaufnahme der Gespräche geknüpft war. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35541-irakisches_kurdengebiet_akzeptiert_bedingungen_der_zentralregierung)

Das türkische Militär hält bekanntlich (vgl.u.) trotz wiederholter vehementer Proteste der  Zentralregierung dagegen Territorien des Iraks besetzt bzw. unterhält dort Stützpunkte. Daher ist es verständlich, daß Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî es ablehnte, daß ausgerechnet der türkische Präsident Erdogan eine Vermittlertätigkeit zwischen der irakischen Kurdenverwaltung und der Regierung in Bagdad übernehmen solle, wie es Nêçîrvan Bârzânî, der Premierminister letzterer, nach seinem jüngsten Türkei-Besuch gefordert hatte. Außerdem hob al-ʽAbâdî die Notwendigkeit der Kontrollausweitung  über alle irakischen Grenzübergänge hervor, wie as-Sûmariyya News am Mo., 1.1.2017, berichtete. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35511-al_abadi_lehnt_t%C3%BCrkischen_vermittlungsvorschlag_in_streitfrage_mit_erbil_ab) – Letzteres bezieht sich auf die Auseinandersetzungen im Gefolge des illegalen Sezessionsreferendums vom 25.9. 2017 (s.u.).

Militäroperation in Sâmarâ´, Photo: SANA

Die irakischen Streitkräfte starteten am 1.1.2018 eine Militäroperation zusammen mit Brigaden der Bun­despolizei und Deckung der Luftwaffe in der Gegend von al-Farḥâniyya und ar-Rafîʽât und as-Sayyid Ġuraib im Distrikt Sâmarâ´ der Provinz Ṣalâḥuddîn, nachdem dort Anschläge (s.u.) verübt worden waren. Laut der Führung der Militäroperation gegenüber as-Sûmariyya News sollten damit IS-Überreste ausgemerzt werden. (https://www.sana.sy/?p=685687)

Bei einem Suizidanschlag im Südwesten von Bagdad wurden am 30.12.2017 drei Iraker ver­letzt.
In der Nacht zum  31.12.2017 kam es zu zwei weiteren Anschlägen: im Gebiet al-Farḥâniyya nördlich von Bagdad verübten IS-Kämpfer einen Angriff, bei dem vier Menschen getötet und neun weitere verwundet wurden. Sicherheitskräften gelang es, die Terroristen abzuwehren und zu vertreiben. Nicht identifizierte Bewaffnete schleuderten zudem nächtens eine Hand­granate in ein Café in der al-Quds-Straße im Zentrum von Kirkûk und verletzten damit drei Zivilisten. (https://www.sana.sy/?p=685418)

IS-Henker Abû ʽUmar ,Weißbart‘, Quelle: NC

Gemäß Angaben der britischen The Daily Mail sollen Militärs am Fr., 29.12.2017, den berüchtigten IS-Henker mit Kampfnamen Abû ʽUmar  (Abu Omer) und Beinamen White Beard (Weißbart) in Mossul in Haft genommen haben. Einheimische hätten von  seiem Aufenthaltsort Kenntnis erlangt und diesen den Behörden mitgeteilt. In manchen Städten des Landes hielten sich noch IS-Kämpfer versteckt, hieß es zudem. (http://www.dailymail.co.uk/news/article-5227961/ISIS-White-Beard-executioner-captured-Mosul.html mit Bezugnahme auf  http://en.abna24.com/news/middle-east/isis-long-white-beard-executioner-who-stoned-people-captured-in-mosul_875201.html)

Bundesdeutsche Pismarga-Unterstützung geht weiter, Photo: Sputnik

Infolge des Besuchs von Nêçîrvan Barzânî  (Neffe des Initiators des Sezessionsreferendums Masʽûd Barzânî, s.u.), und seines Stellvertreters, Ġûbâd Ṭâlabânî, in Berlin (s.u., 18.12.2017), hat der Bundestag der BRD am Do., 28.12.2017, die weitere Unterstützung der  Pîšmarga (s.u., 12.12.2017) gebilligt, trotz deren teils verheerenden Einsatzes im Umfeld und besonders nach Scheitern des Sezessionsreferendums (s.u.) und der Massenproteste gegen die Regierung (s.u.).  (https://sptnkne.ws/guD5)

Gemäß der vom irakischen Nachrichtensender al-Masala-TV am Di., 26.12.2017, zitierten US-Webseite Business Insider seien tausenden IS-Terroristen, darunter auch Anführer verschiedenster  Rangordnungen nach der Niederlage der Terrororganisation in Syrien und dem Irak gemäß einer Übereinkunft zwi­schen den USA und syrischen Oppositionskräften zur Flucht über die Türkei in EU-Länder geschleust worden. Ein namentlich nicht ge­nannter hochrangiger US-Offizier habe dazu kommentiert: „Die führenden westlichen Politiker werden in naher Zukunft zu einem hohen Preis die negativen Auswirkungen dieser Übereinkunft bemerken. Die Nachteile ihres  Versuchs, Terroristen als Werkzeuge gegen die Regierungen in Syrien und Libyen einzusetzen, werden sie eines Tages zu spüren bekommen.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35331-us_websei-te_usa_und_syrische_opposition_haben_tausende_is_mitglie-der_nach_europa_geschleust)

Kurden-Parlamentspräsident, Photo: Pars Today

Nach den vehementen Massenprotesten gegen die noch bestehende von den beiden Clans Barzânî- wie Ṭâlabânî (zu beiden s.u.!) getragenen Regierung (vgl.u.) und das Verwaltungssystem ist nach etlichen Austritten aus dem Kabinett nun auch der Parlamentspräsident der kurdischen Autonomieregion zurückgetreten. Dieser gehört der kritischen oppositionellen demokratische ausgerichteten Partei für Wandel (auch: Goran-Partei, vgl.u.) an, welche sich seit Jahren gegen die diktatorisch korrupte Verwaltungspraxis der Barzânî– wie Ṭâlabânî-Clans engagiert einschließlich der jahrelang erfolgreichen Machenschaften von Masʽûd Barzânî, entgegen der Verfassung an der Macht zu bleiben. Nach Einschätzung von Yûsuf Muḥammad Ṣâdiq  während einer Pressekonferenz in Sulaimâniyya am Di., 26.12.2017, könne nur eine Auflösung der bestehenden Autonomiebehörde und die Übernahme der Kontrolle durch die Menschen selbst endlich Abhilfe im politischen Desaster schaffen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i35297-irak_parlamentspr%C3%A4sident_kurdischer_regionalregierung_tritt_zur%C3%BCck)

Mit der am Di., 26.12.2017, in Damaskus angekommenen irakischen Experten-Delegation unter Führung des irakischen Elektrizitätsminister Qâsim Muḥammad al-Fahdâwî sprach Syriens Amtskollege Muḥammad Zuhair Ḫarbûṭlî über die Umsetzung des Projekts der gemeinsamen  Stromenergieversorgung zum Nutzen beider Staaten, vor allem bei deren Wiederaufbau nach den Kriegsjahren. (https://www.sana.sy/?p=683722, https://sana.sy/en/?p=122644)

Weihnachten in Mossul 2017, Photo: SANA

Erstmals seit Vertreibung der Terroristen konnten die chaldäischen Christen in der Pauluskirche in Mossul wieder Weihnachten feiern, wie as-Sûmariyya News berichtet. Die Paulskirche ist die einzige, die von ca. 30 Kirchen der Provinz Nînawâ (Ninive) noch vollständig erhalten ist. Jugendliche hatten die Kirche für die Festlichkeit wieder hergerichtet. (https://www.sana.sy/?p=682468)

Laut Meldung der SonntagsZeit­ung soll die Basler Firma Tradewell AG in illegale Waffengeschäfte mit dem IS verwickelt sein. Sie hatte hierzu nicht die laut Kriegsmaterialgesetz für „den Handel mit Kriegsmaterial“ und „die Vermittlung von Kriegsmaterial“  zwingend notwendige Bewilligung des schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft, Seco. (https://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/anzeige-gegen-schweizer-firma-wegen-ismunition/story/31926145 vom 23.12.2017)

Am 20.12.2017 wurden bei zwei Bombenexplosionen im Umkreis von Bagdad gemeldet. Die eine ereignete sich an einem Bauernmarkt im Norden der Hauptstadt, wobei eine Person getötet und zwei weitere verletzt wurden, die andere nahe der Geschäftsgegend az-Zaidân von Abû Ġuraib westlich von Bagdad mit zwei Verletzten. Verhaftet wurden in der Provinz Diyâlâ zwei Fahrer von Suizidattentätern mit Ziel Mandalî. (https://www.sana.sy/?p=679831)

Massendemonstration in Râniyya, Photo: SANA

Bei Massendemonstrationen in der autonomen irakischen Kurdenregion kamen in der Stadt Râniyya laut Meldung von as-Sûmariyya News bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten  drei Menschen getötet und über 80 verletzt. Die Protestierenden forderten bessere Lebensbedingungen und die Auszahlung der seit Monaten überfälligen Gehälter. (https://www.sana.sy/?p=679334 vom 19.12.2017) – Über die korrupte Barzânî-Regierung (s.u.) war schon mehrfach berichtet worden.
Nachtrag: Mehrere tausend Beamte demonstrierten in Sulaimâ­niyya, der zweitgrößten Stadt der o.e. Region, schon am 18. 12.2017 und forderten den  Rücktritt der von den beiden Clans Barzânî– wie Ṭâlabânî (zu beiden s.u.!) getragenen Regierung. Sie stellten die Autorität der Barzânî direkt in Frage, indem sie Plakate mit der aufschrift „26 Jahre Diebstähle und Fehlentscheidungen“ trugen. Zugleich wurden durch „unkontrollierte Elemente“ die Parteibüros beider Clans angezündet. (Rachele Marmetti für Il Cronista,  http://www.voltairenet.org/article199113.html vom 21.12.2017)

Im Grenzgebiet zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn wurden nach den Worten von Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, dem Kommandanten der Tigris-Operationen, gegenüber as-Sûmariyya News alle IS-Zellen beseitigt und die Kontrolle über das Gebiet von al-Muṭaibîğa wiedererlangt. Nach Bericht des Kommandanten der 2. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Karîm al-Ḫaqânî, wurden geheime Höhlen und Tunnel des IS entdeckt, Sprengsätze zerstört wie auch Werkstätten zur Herstellung von Auto- und anderen Bomben. Befreit vom IS wurden zudem Grenzübergang und  Dorf Mîtah sowie das Dorf al-Ğumʽa und Gebiet al-Ḥâwî. In der Nähe von Duwânim bei Banî Saʽd, südwestlich von Baʽqûba, fiel den Soldaten noch ein Waffentransporter in die Hände. (https://www.sana.sy/?p=678792 vom 18.12.2017)

Bundesverteidigungsministerin von der Leyen, Photo: Pars Today

Auf offizielle Einladung der (deutschen) Bundesregierung kamen der noch im Amt befindliche Ministerpräsident der autonomen Kurdenregion des Iraks, Nêçîrvan Barzânî  (Neffe des Initiators des Sezessionsreferendums Masʽûd Barzânî, s.u.), und sein Stellvertreter, Ġûbâd Ṭâlabânî (Ghobad Talibani), am Mo., 18.12.2017, nach Berlin zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Merkel, Verteidigungsministerin von der Leyen und Außenminister Gabriel. Ziel soll die Unterstützung bei der Beilegung jener Turbulenzen sein, welche durch das Sezessionsreferendum (s.u.!) ausgelöst wurden, auf friedlichem und demokratischem Weg und in Zusammenarbeit mit der Zentralregierung in Bagdad. – Die BRD gilt als einer der Hauptunterstützer des Iraks und stellte dafür schon mehr als eine Mil­liar­de € zur Verfügung. (http://parstoday.com/de/news/germany-i34997-nechirvan_barzani_reist_nach_berlin, http://parstoday.com/de/news/germany-i34999-deutschland_wird_nur_bedingt_hilfe_an_irak_fortsetzen) – Beide Familien, die Barzâniyûn wie die Ṭâlibâniyûn sind die reichsten und beherrschenden im kurdischen Nordirak (dazu vgl.u.).

Am 17.12.2017 informierte der Leiter des Sicherheitsausschusses der Provinz Diyâlâ, Ṣâdiq al-Ḥussainî as-Sûmariyya News darüber, daß es den Sicherheitskräften des 5. Bataillons aufgrund von  Geheimdienstdaten gelungen sei,  einen der bekanntesten IS-Anführer mit Kampfnamen Zarqâwî im Talkessel an-Nadâ, 55km östlich von Baʽqûba aufzuspüren und zu töten. Zudem hätten die Sicherheitskräfte in der Umgebung des Talkessels von al-Muṭaibîğa an der Grenze zwi­schen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn einen geheimen Friedhof gefunden, der von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gesichert werde. Dort seien ca. 50 IS-Anführer heimlich begraben worden, damit weder die Tatsache ihres Todes noch deren Identität festgestellt werden könne. (https://www.sana.sy/?p=678235) – Zur Zeit laufen im al-Muṭaibîğa Gebiet Operationen zum Aufspüren von IS-Schläferzellen wie zum Räumen von Minen und Sprengsätzen. (https://www.sana.sy/?p=677837)

Außenminister-Erklärung, Photo: Pars Today

Laut Meldung von as-Sûmariyya News vom 16.12.2017 erklärte Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî, nach der Niederlage der IS-Terrormiliz seien Militär­ba­sen der US-geführten Koalition unnötig. Deren Aktionen seien an die Beibehaltung der Unversehrtheit der Landes-Souveränität geknüpft gewesen.  Zuvor hatte der Vize-Vorsitzende des Komitees für Nationale Sicherheit und Verteidi­gung im Parlament, Nâyif aš-Šamarî (Nayef Al-Schamari),   schon klargestellt, daß der Irak keine US-Militärs und -Basis  mehr benötige und das Land nicht zu einem Ausgangspunkt für Übergriffe auf andere Länder werden dürfe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34935-iraks_au%C3%9Fenminister_internationale_anti_is_koa- lition_wird_keine_milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkte_im_irak_errichten) – Ganz ähnlich ist die Einstellung der syrischen Regierung.

Der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gab am 16.12.2017 den Beginn einer Säuberungsoperation im Grenzgebiet der Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn in der Gegend von Muṭaibîğa im Nord-Irak bekannt. Dabei seien am ersten Tag sechs IS-Verstecke zerstört und fünf Terroristen getötet worden. Danach sei nach Sprengsätzen und Minen gesucht worden; sie wurden demontiert. (https://www.sana.sy/?p=677423)

Häftlinge, Quelle: taz

Gemäß Landesrecht sind nach Angaben des Justizministeriums im Südirak 38 gefangengesetzte IS-Kämpfer hin­gerichtet worden, wie The Independent am Do., 14.12.2017, meldete. Weitere zehntau­send wegen IS-Affiliierung Angeklagter säßen derzeit in Haft. (https://sptnkne.ws/gmVW) – Im Gegensatz zu Syrien gibt es im Irak kein im Anschluß an die immer wieder verlängerten präsidialen Amnestie-Erlasse von Dr. al-Assad (ab Teil I) von der Regierung veranlaßtes Rekonziliierungsprogramm (s. ab Teil II).

Wie schon im Themenstrang (Thread) zu Syrien bemerkt, hat der Deutsche Bundestag am 12.12.2017 die Auslandsmission der Bundeswehr als NATO-Mitglied bis zum April 2018 verlängert, darunter auch diejenige zur Unterstützung der Pîšmarga (Peschmerga, zu deren Einordnung s.u.!) im Nordirak. Hierzu wurden 9,9 Millionen € zur Verfügung gestellt.(http://parstoday.com/de/news/germany-i34851-bundestag_verl%C3%A4ngert_bundeswehr_einsatz_in_afghanistan, http://parstoday.com/de/news/germany-i34997-nechirvan_barzani_reist_nach_berlin) – Diese Missionsverlängerung  widerspricht auch im Irak jeglicher Logik gemessen an der jüngsten Entwicklung im Land. S. dazu daher bzgl. Syrien.

Armee gegen den IS, Photo: SANA

Nach Auskunft des Kommandanten der Militäroperationen der Provinz Kirkûk, Generalmajor ʽAlî Fâḍil ʽImrân, informierte as-Sûmariyya News  über die Tötung von zwei IS-Terroristen im Gebiet von al-Ḥawîğa während der Säuberungsaktionen der Streitkräfte.
Zum anderen wurden sechs Iraker in der Nähe eines beliebten Cafés bei der alten Diyâlâ-Brücke südöstlich von Bagdad durch die Detonation eines Sprengsatzes verwundet.  (https://www.sana.sy/?p=675921 vom 13.12.2017)

Gemäß Aussage von Saʽd al-Ḥadîṯî, dem  Sprecher des Büros des Ministerpräsidenten, vom 12.12.2017  sind seit Anfang 2016 2,5 Millionen Iraker wieder in ihre Wohnhäuser zurückgekehrt. Sodann wies er darauf hin, daß zur Sicherung weiterer Rückkehrer die Säuberung der befreiten Gebiete von Minen und Spreng­sätzen weitergehe.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34809-2.5_millionen_irakische_fl%C3%BCchtlinge_kehren_in_ihre_h%C3%A4user_zur%C3%BCck)

Konstantin Kossatschow, Photo: rbth

Die irakische Regierung hat durch ihren Botschafter in Moskau, Ḥaidar Manṣûr Hâdî al-ʽAḏârî, einen formellen Antrag an die russische gestellt, eine Einladung für irakische Vertreter zur Teilnahme an der 8. Astana-Konferenz auszustellen. Entgegengenommen hat ihn Konstantin Kosatschow, der Vorsitzende des Komitees für auswärtige Angelegenheiten beim Russischen Föderationsrat während eines Treffens. Schließlich teile der Irak eine Reihe von Erfahrungen mit seinem Nachbarstaat, zu dem traditionell enge, gute Verbindungen bestünden. Das sollte bei der Findung einer politischen Beilegung der Krise nützlich sein. (https://sana.sy/en/?p=121069, https://www.sana.sy/?p=675386 vom 12.12.2017)

Im Zentrum von Bagdad fand am So., 10.12.2017, eine Militärparade mit Teilnehmern aller an der Bekämpfung des IS beteiligten Fraktionen der Streitkräfte infolge der Erklärung zum Sieg vom Vortag (s.u.) durch den Ministerpräsidenten statt. (http://www.sana.sy/?p=673910 mit Bezug auf as-Sûmariyya News)

Kommandeur ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Quelle: twitter

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  verkündete am 9.12.2017 während der Internationalen Medienkonferenz in Bagdad laut as-Sûmariyya News das Ende des Krieges gegen den IS im Irak wie die vollständige Kontrolle über die Grenze zu Syrien. „Unser Kampf galt einem Feind, der unsere Zivilisation auslöschen wollte, aber wir haben gesiegt durch unsere Einheit und unsere Entschlossenheit und so waren wir in kurzer Zeit in der Lage, dem Unter­drücker eine Niederlage zu bereiten.“, äußerte al-ʽAbâdî.  Zuvor hatte Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant der Operationen am  oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, gegenüber as-Sûmariyya News die Beendigung der Befreiung des gesamten irakischen Territoriums von der IS-Terrororganisation bekanntgegeben. Den vereinten Streitkräften sei es gelungen, die „Insel“ (al-Ğazîra)  zwischen Nînawâ und al-Anbâr mit Unterstützung der Luftwaffe von den Terroristen zu befreien einschließlich von mehr als 90 Dörfer und 16.000km2. Am Morgen des 9.12.2017 gab auch die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Beendigung ihrer Militäreinsätze im Bereich der Ğazîra wie in West-al-Anbâr an der Grenze zu Syrien – vom Grenzübergang al-Walîd bis zu dem von ar-Rabîʽa – an, die nun vollkommen gesichert sei. (http://www.sana.sy/?p=673483)
Kritisch zur Sieg-Erklärung äußert sich Kon­stantin Kossatschow im Beitrag: Was hinter Verkündung des Sieges über IS in Irak steckt – Außenpolitiker

Trumps Ankündigung, Quelle: AP

Die Reaktion des Großayatullâh des Landes, ʽAlî Ḥussainī as-Sīstānī, auf die Ankündigung von US-Präsident Trump vom 6.12.2017 zur geplanten US-Botschaftsverlegung innerhalb Israels mitsamt ihren Implikationen scheint ebenfalls zu unterstreichen, was schon zur Bedeutung des Wortes al-Quds dargelegt worden ist (s. Syrien). Daß es um die Einforderung der  u.a. aus der UN-Resolution Nr.181 hergeleiteten Rechte der Palästinenser auch auf einen Teil von Jerusalem (Bait al-Muqaddas mit dem Ostteil, d.i. al-Quds) geht und nicht die Bezweiflung des Existenzrecht Israels unterstreicht die Formulierung in der Erklärung des Großayatullâhs vom 8.12.2017. Demnach verletze die Ankündigung Trumps vom 7.12.2017 (s. Syrien) die Gefühle von Millionen Arabern und Muslimen; dies ändere jedoch nichts an der Tatsache, daß al-Quds ein besetztes Gebiet sei, das ihren Eignern, den Palästinensern, zurückgegeben werden müsse, unabhängig davon, wie lange es dauere. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34609-gro%C3%9Fayatollah_sistani_verurteilt_trumps_schritt) – Die hervorgehobene Formulierung entspricht inhaltlich genau derer der UNSC-Resolution Nr.242.

Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî warnte angesichts der von US-Präsident Trump angekündigten Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem vor den möglichen schwerwiegenden Folgen einer solchen Entscheidung vor allem in der Region. Dezidiert erklärte er, wie as-Sûmariyya News  berichtete, kein Staat habe das Recht,  eine Besatzung, die  über UN-Reso­lutionen hinausgehe und die legitimen Rechte der Palästinenser beinträchtige, zu legiti­mieren. Er forderte die US-Regierung auf, die Entscheidung zu revidieren, die zu einer gefährlichen Eskala­tion der Lage führen könne, die den Extremismus fördere, eine dem Wachstum des Terrorismus förderliche Atmosphäre schaffe und Frieden und Stabilität in der Welt gefährde. Dem US-Botschafter in Bagdad, Douglas Seelman, ließ er eine entsprechende Protestnote zur Aushändigung an dessen Regierung zukommen, wie Ministeriumssprecher Aḥmad Maḥğûb bekanntgab.(http://www.sana.sy/?p=672362)

Nûrî al-Mâlikî, Photo: SANA

Vize-Präsident Nûrî al-Mâlikî (vgl.u.) kritisierte am 3.12.2017 die Äußerungen des französischen Präsidenten Macron während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem noch im Amt befindlichen Ministerpräsident der autonomen Kurdenregion des Iraks, Nêçîrvan Barzânî (vgl.u.), vom Vortag. Darin hatte Emanuel Macron gefordert, die irakische Regierung solle die bewaffneten Gruppen, darunter al-Ḥašd aš-Šaʽbî auflösen und entwaffnen.  Wie as-Sûmariyya News meldete, wies al-Mâlikî derartige Einmischungen in die inneren Angelegenheiten des irakischen Staates scharf zurück und stellte klar, daß es sich bei den al-Ḥašd aš-Šaʽbî um die im Kampf gegen den IS äußerst erfolgreichen Kampfverbände handele, die eine Institution des Staates zu dessen Sicherheit darstellten. Die Streitkräfte des Landes setzten sich wie die Bevölkerung  aus verschiedenen Konfessionen zusammen, die gemeinsam effektiv den Counterterrorismus durchführten bis zu dessen endgültiger Ausmerzung. Hierbei kooperiere man gerne mit befreundeten Staaten, die die Souveränität des Iraks achteten, wobei letzteres nicht aus Macrons Rede herauszulesen gewesen sei – entgegen der französischen Verfassung. (http://www.sana.sy/?p=669923) – Eine ganz ähnliche Verwahrung gegen Macrons Einmischungen und inakzeptable Forderungen war auch aus dem Büro von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî durch dessen Sprecher Saʽd al-Ḥadîṯî zu vernehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i34433-irak_kritisiert_aussagen_macrons_%C3%BCber_haschd_al_shaabi)

Gemäß den Worten vom Kommandanten der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gegenüber as-Sûmariyya News vom 2.12.2017 begann eine großangelegte militärische Operation im östlichen Teil der Provinz Diyâlâ, um dort IS-Zellen auszumerzen. Teil nehmen Armee- und Sicherheitskräfte, die Bundespolizei sowie al-Ḥašd aš-Šaʽbî. Die Aktion begann von zwei Achsen im an-Nadâ-Becken, 55km östlich der Stadt Baʽqûba. Al-Ḥašd aš-ŠaʽbîEinheiten – die Brigaden 15 und 53 – entdeckten zudem zwei Massengräber: im südlichen Sinğâr-Gebiet mit den Leichen ca. 80 Zivilisten und im Dorf Qâbûsî mit den Überre­sten von mehr als 20 Frauen und Dutzenden von Kindern, allesamt IS-Opfer. (http://www.sana.sy/?p=669549)

Streitkräfte unterwegs, Photo: Pars Today

Im Zug der Militäroperation, übrige IS-Nester auszumerzen, töteten die irakischen Streitkräfte in ʽAbbâsî, einem Teil des al-Ḥawîğa-Bezirks westlich von Kirkûk im Nordirak einige Terroristen, wie der Kommandant von Kirkûk, Generalmajor ʽAlî Fâḍil ʽImrân, gegenüber as-Sûmariyya News  bekanntgab. Zudem meldete ein Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî,  eine ihrer Einheiten habe einen IS-Angriff auf das Dorf al-Qûš Ğih unweit Qâra Taba (Kara Tepe) in NO-Diyâlâ vereiteln können. (http://www.sana.sy/?p=668710)

Vom Polizeikommando Diyâlâ gegenüber as-Sûmariyya News war am 29.11.2017 zu erfahren, daß Dörfer und Obstplantagen  im Bezirk al-Muqdâdiyya nordöstlich von Baʽqûba nach IS-Zellen durchkämmt wurden wie auch im Bereich der Dörfer Tûkal, Bâbilân, al-Harâmiša und Šâkarâk.

„Säuberungsoperation“ der Streitkräfte, Photo: SANA

Der Kommandant des Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, informierte darüber, daß 200 vertriebene Familien wieder in ihre Häuser in den Dörfern nördlich von al-Muqdâdiyya hätten zurückkehren können. Auch der Kommandant des Regiments der Stammeskämpfer von al-Karma in der Provinz al-Anbâr, Oberst Maḥmûd Marḍî, teilte mit, daß nach aufwendigem Minenräumen in das Umland von Bagdad vor dem IS geflohene Bewohner von des Bezirks al-Karma  und östlich von ar-Ramâdî nun heimkehren würden. (http://www.sana.sy/?p=668093)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî erklärte während einer Pressekonferenz vom 28.11.2017 den [an Syrien grenzenden) Westteil der Provinz al-Anbâr dank der erfolgreichen Militäroperation dort für frei vom IS, wie as-Sûmariyya News  berichtete. (http://www.sana.sy/?p=668025)

Während der laufenden Militäroperation zur Befreiung der Wüstenregionen vom IS (vgl.u.) entdecken Soldaten der Bodentruppen  laufend Öl-Depots des IS, welche bislang bei Aufklärungsflügen nicht haben verifiziert werden können. Die Behälter mit einem Fassungsvermögen von mehreren tausend Litern geraubten Öls sind in Erdlöchern versteckt. (https://sptnkne.ws/gdfw)

Türkische Bomber im Nord-Irak, Photo: Pars Today

In der Nacht auf Di., 28.11.2017, haben Bomber der türkischen Luftwaffe ungebeten von der Landesregierung und ohne UN-Mandat hierfür und damit völkerrechtswidrig 41 PKK-Objekte im N-Irak angegriffen und zerstört. (https://sptnkne.ws/gdbb)

Aus einer vom Pentagon am Mo., 27.11.2017, veröffentlichten Infografik geht hervor, daß sich – bezogen auf den 30. 9.2017 – im Land 8.900 US-Militärs aufhalten. (https://sptnkne.ws/gcVk)

As-Sûmariyya News berichtete am  26.11.2017 davon, die vereinten Truppen hätten vom IS die Kontrolle über 175 Dörfer, dazu fünf Brüc­ken, Grenzübergänge (?) und einen Flughafen zurückerkämpft, wobei vier Dörfer nörd­lich von Râwa lägen. Die Rückeroberungen betreffen ein Gebiet von 14.100km2  südlich vom al-Ḥaḍar-Bezirks bis nörd­lich von Râwa. Die IS-Terroristen hätten herbe Verluste erlitten. Zerstört worden seien  militärische Ausrüstung, dazu  elf automatische Maschinengewehre, sieben Motor­räder, 18 Autobomben bei Demonatge von über 1.000 Sprengfallen. Von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Operatio­nen am  oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, war zudem zu erfahren, bei den nordöstlich von Râwa gelegenen Dörfern habe es sich um al-Ḥumaima, Hîğî, al-Buġailîn und al-Waṭâ gehandelt und eine vom IS befreit Fläche von 740km2. Unterdessen gingen die Säuberungsaktionen weiter. (http://www.sana.sy/?p=666837)

Panzerwagen der Armee, Photo: SANA

Gemäß INA-Meldung vom 25.11.2017 befreiten die vereinten Streitkräfte in der zweiten Phase der schon erwähnten Militäroperation (s.u.) 25 Dörfer in der al-Anbâr-Wüste, wie der Sprecher der al-Anbâr-Stämme mitgeteilt hatte. Zuvor hatte al-Ḥašd aš-Šaʽbî berichtet, daß al-Qariyya im südlichen Bezirk von al-Ḥaḍar und ʽÎn Ṭarfâwî  nahe der Verbindungsstraße  zwischen den Bezirken al-Ḥaḍar  im Süden von Nînawâ und Râwa im westlichen al-Anbâr von der IS-Herrschaft durch die 2. Brigade zurückgewonnen worden seienKämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  vereitelten zudem einen IS-Angriff in der aṣ-Ṣiniyya-Wüste westlich des Baiğî-Bezirks. – Andererseits wurden zwei Iraker getötet, als sie eine vom IS mit einem Sprengsatz präparierte Stelle am Straßenrand vor dem Râwa–Krankenhaus passierten. – In den befreiten Gebieten komme es vermehrt zu Anschlägen, die sowohl viele Angehörige der Sicher­heitskräfte wie Zivilisten töteten.  (http://www.sana.sy/?p=665942)

In der zweiten Phase der Militäroperation im al-Ğazîra-Bereich, am oberen Euphrat und in der Wüste zwischen den Provinzen Ṣalâḥuddîn, al-Anbâr und Nînawâ gegen Reste von IS-Terrorzellen erkämpften die vereinten irakischen Streitkräfte die Kontrolle über die Dörfer Siyâḥ aḏ-Ḏîb und ʽAbd ʽAlwân im SW der Nînawâ-Wüste wie über das Dorf Musailîla tief in der Wüste von al-Ğazîra gelegen und den Bezirk al-Mâliḥa at-Tâbiʽa  bei Baiği in N-Ṣalâḥuddîn zurück. Darüber gab der Sprecher der 33. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Ḥaidar Muḥammadâwî, am 23.11.2017 gegenüber Nachrichtenagentur INA Auskunft. (http://www.sana.sy/?p=664890)

Auf Terroristenjagd, Provinz Ṣalâḥuddîn, Photo: SANA,

Während der o.e. Operation wurden gemäß Bericht von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten der Operationen am  oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich bereits mehr als 5800km2 und 77 Dörfer vom IS durch Einheiten der Armee, der Bundespolizei und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  unter Deckung der Luftwaffe befreit. U.a. wurde die Kontrolle über die Brücke Umm al-ʽAqârib  und den Ğanîf-Flughafen im südlichen Bezirk  von al-Ḥaḍar zurückgewonnen. Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî konnte vermelden, daß seine Einheiten drei vielbenutzte Brücken und den Zugang zum Wâdî aṯ-Ṯarṯâr, das die Provinzen Ṣalâḥuddîn, al-Anbâr verbindet, vom IS erobert hätten. (http://www.sana.sy/?p=665295 vom 23.11.2017)

Beim Treffen mit UN-Sonderberichterstatterin Agnes Callamard mit Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī Sīstānī (vgl.u.)  in Bagdad am Di., 21.11.2017, erklärten beide die Rolle des jeweilig anderen (im Falle von Frau Callamard die UN) für die Stärkung der Kultur von Frieden, Freundschaft und friedlicher Koexistenz im Irak für bedeutsam. Der Groß-Ayatullâh bemerkte dazu: „Die irakische Gesellschaft ist für die Lösung der Probleme nach der Beseitigung der von der IS-Terrormiliz ausgehenden Gefahr, in verschiedenen Bereichen auf UN-Hilfen angewiesen.“ Eine friedliche Koexistenz werde von allen Irakern begrüßt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i34015-gro%C3%9Fayatollah_sistani_fordert_st%C3%A4rkere_rolle_der_uno_im_irak)

Fahnen des Iraks und der Kurdenregion, Photo: SANA

Das oberste Gericht hat am 20.11.2017 das am 25.9.2017 (s.u.) durchgeführte kurdische Sezessionsreferendum nach eingehender Prüfung für verfassungswidrig und damit ungültig erklärt. Im Weiteren rief das Gericht dazu auf, sämtliche verfassungswidrigen Handlungen zu unterlassen.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33937-al_abadi_begr%C3%BC%C3%9Ft_annullierung_des_referendums_in_der_irakischen_kurdenregion_durch_das_h%C3%B6chste_gericht)

Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm äußerte während einer Pressekonferenz vom Mo., 20.11.2017, in Kuwait, Sicherheit und Stabilität in Syrien habe die gleichen Auswirkungen auf den Irak. Die Erfolge in Syrien bei der Terrorismusbekämpfung bahnten den Weg für den innersyrischen Dialog abseits von dem, was gewisse Seiten Syrien gerne aufoktroyiert hätten.  (http://sana.sy/en/?p=118751, http://www.sana.sy/?p=663136)

Terrorangriff, SANA (Archivphoto)

Am Morgen des 20.11.2017 kam es im westlich gelegenen Bagdader Vorort Abû Ġuraib zu einem Bombenanschlag. Ein Sicherheitsbeamter gab dazu bekannt: „Die Bombe explodierte  in der Nähe eines Ladens im Bagdader Vorortviertel Abu Ghraib„. Vier Bürger wurden dabei verletzt. Entsprechende Warnungen hoher Kommandierender und Politiker des Iraks wie Syriens zunehmender wahlloser Terroranschläge in beiden Nachbarländern seitens Angehörigen der zerschlagenen  Terrororganisationen schienen sich zu bewahrheiten.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33929-vier_verletzte_bei_explosion_im_westen_bagdads)

Generalmajor ʽAlî ʽUmrân, Kommandanten für die Militäroperation im Bereich Kirkûk, berichtete der Nachrichtenagentur INA, Sicherheitskräfte hätten den bei der Rückeroberung von wie Kämpfer von al-Ḥawîğa im letzten Monat geflohenen IS-Kämpfern nachgespürt und mindestens 30 davon in  der Gegend von al-Batîra nördlich von az-Zâb getötet und deren Versteck mit etlichen Sprengstoffgürteln zerstört. Zum anderen informierte ein Mitglied von Ḥašd aš-Šaʽbî darüber, daß wieder ein Massengrab mit vom IS ermordeten Zivilisten gefunden worden sei und zwar beim Dorf al-Kîṣûma nahe Aḏarbân  nördlich von Ğabal Ḥamrîn. (http://www.sana.sy/?p=662926 vom 20.11.2017)

Bombenexplosion in Râwa, Photo: SANA

Laut einer Meldung von as-Sûmariyya News wurden in der Stadt Râwa am So., 19.11.2017, ein Offizier und drei Soldaten durch Sprengsätze getötet, die die Terroristen in einem Haus angebracht hatten. (http://www.sana.sy/?p=662598)

Am 19.11.2017 vereitelten Streitkräfte der Armee und von al-Ḥašd aš-Šaʽbî einen ISAngriff am Grenzübergang Tal Ṣufûk nach Syrien nach für den Feind verlustreichen Kämpfen.  – Ein am Straßenrand nahe eines belebten Marktes im Gebiet von ar-Raḍwâniyya westlich von Bagdad detonierender Sprengsatz führte zur Verwundung von drei passierenden Personen. (http://www.sana.sy/?p=662309)

Sieg über den IS, Photo: SANA

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, der Kommandant der Operationen am  oberen Euphrat und im al-Ğazîra-Bereich, gab am 17.11.2017 gegenüber  as-Sûmariyya News bekannt, daß der letzte IS-Stützpunkt mit der Stadt Râwa im Euphrattal in Zusammenarbeit der Armee mit al-Ḥašd aš-Šaʽbî  und Clanmitgliedern vollständig zurückerobert sei. Damit ist die Grenzregion zu Syrien weitgehend gesichert. Zuvor wurden den Terroristen heftige Verluste an Kämpfern und Ausrüstung beigebracht. Einige flüchteten sich auch wieder in die Weiten der Wüste.
Innenminister Qâsim al-Aʽrağî verkündete darauf das militärische Ende der IS-Terrororganisation im Irak. (http://www.sana.sy/?p=661386)
Dennoch machte Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî  deutlich, daß die vereinten Sreitkräfte weiterhin die Terroristen bis zu deren Ausrottung bekämpfen und die Grenzen sichern müssen. (http://www.sana.sy/?p=661679)

Vereinte Streitkräfte, Photo: Pars Today

Die irakischen Streitkräfte erkämpften sich am 16.11.2017, wieder die Kontrolle über die Gebiete von as-Saʽîdân und at-Tilâl im Bezirk Râwa im Westen der Provinz al-Anbâr, wie die Nachrichtenagentur INA meldete. Dem waren heftige Bombardements der Luftwaffe vorausgegangen.
Von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  war zu vernehmen, daß es den Volkswehrkämpfern gelungen war, einen  Terroristen-An­griff im al-Baʽâğ Bezirk im W der Provinz Nînawâ erfolgreich zurückzuschlagen.
Gemäß einer Polizeiquelle wurden  westlich von Bagdad drei Männer und eine Frau bei einer Explosion eines Sprengsatzes verwundet. (http://www.sana.sy/?p=660767)

Gemäß Mitteilung von Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, dem Kommandanten der Tigris-Operationen, vom 16.11.2017 sei eine militärische Operation zum Aufspüren von IS-Terrorzellen im Süden von Kanʽân  östlich von al-Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ gestartet worden. Teil nähmen Kontingente der Armee und Sicherheitskräfte, von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Stammesmitglieder unter Deckung der Luftwaffe.  (http://www.sana.sy/?p=660585)

UN-Generalsekretär Guterres, Photo: Pars Today

UN-Generalsekretär Guterres, Photo: Pars Today

Einem Schreiben von UN-Generalsekretär Antonio Guterres ist zu entnehmen, daß jener sich für Vermittlungen zwischen der Zentralregierung in Bagdad und jener der autonomen Kurdenregion auf Grundlage der irakischen Verfassung bereit erkläre. Dies war Erklärung vom Mi., 15.11.2017, zu entnehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i33812-uno_zur_vermittlung_zwischen_er­bil_und_bag­dad_bereit)

Die kurdische Regionalverwaltung hat am 14. 11.2017 bekanntgegeben, das Urteil  des höchsten Gerichts im Irak zum Sezessionsreferendum (s.u.) zu respektieren und daher an umfassenden nationalen Gesprächen teilzunehmen, zu denen die Zentralregierung immer wieder eingeladen hat. auch der kurdische Staatspräsident des Iraks, Fu´âd Maʽṣûm, unterstützt dieses Vorgehen nach wie vor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33825-iraks_pr%C3%A4sident_fordert_gespr%C3%A4ch_zwischen_bagdad_und_erbil)

Ministerpräsident vor Erklärung, Photo: Pars Today

Während einer Pressekonferenz in Karbalâ´ machte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 12.11.2017, die Summe zur Behebung der Schäden an Einrichtungen und Infrastruktur des Landes infolge des Wütens des IS überstiegen bereits 100 Mrd. US-$. Niemand in der Region könne sich vor Terror-Gefahr sicher fühlen. daher rief er deren Staats- und Regierungschefs zu einem baldigen Gipfeltreffen auf, um einer derartigen Krise vor­zubeugen und dem vorzubeugen, daß eine neue Generation mit extremistischem Gedankengut heranwachse. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33736-iraks_ministerpr%C3%A4sident_is_terrormiliz_hat_dem_land_schaden_in_h%C3%B6he_von_dutzenden_milliarden_us_dollar_verursacht)

Die irakische Luftwaffe vollführte am 12.11.2017 Angriffe auf vereinzelte IS-Trupps im Bereich von  Baʽqûba innerhalb der zusammen mit der  im gemeinsam Grenzbereich eröffneten Operation gegen verbliebene IS-Nester, wobei die SAA (syrisch-arabische Armee) weiterhin im grenznahen Bereich der Provinz Dair az-Zaur aktiv ist. (http://www.sana.sy/?p=658409)

Armee-Einmarsch, Photo: SANA

Den vereinten Streitkräften gelang am 12.11.2017 die Rückeroberung von insgesamt neun Arealen im Industriegebiet, im Bereich des Wohnkomplexes und der Vororte nördlich von Râwa in der westlichen Provinz al-Anbâr, wie as-Sûmariyya News berichtete.
Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, gab gemäß as-Sûmariyya News an,  die vereinten Streitkräfte würden derzeit im S von Baʽqûba/Provinz Diyâlâ in neun Bereichen IS-Zellen aufspüren und ausmerzen.
Infolge der Detonation eines nahe eines belebten Marktes im nördlichen Bagdader Stadtbezirk ğî versteckten Sprengsatzes wurden vier Personen verletzt.
Wenige Kilometer von der Stadt al-Ḥawîğa (s.u.) entfernt fanden die Streitkräfte aufgrund von Informationen von Einheimischen am 11.11.2017 eine Reihe von Massengräbern mit vom IS getöteten Personen. Sie waren teils erschossen, teils geköpft worden. Es dürfte sich insgesamt um mehr als 2.000 der momentan geborgenen Leichen handeln, wovon ca. 400 in der o.e. Gegend entdeckt wurden, teilte Râkân Saʽîd, der Gouverneur von Kirkûk, der Presse mit. (http://www.sana.sy/?p=658371)

Am Sa., 11.11.2017, begann morgens die großangelegte Militäroperation zur Befreiung von ar-Rumâna und Râwa in der westlichen Provinz al-Anbâr  aus den Händen des IS, wie as-Sûmariyya News  aufgrund einer Mitteilung einer Sicherheitskraft meldete. Hierzu hätten sich Einheiten der 7.  und die Führungsriege der 8. Armee-Division mit Stammeskämpfern von von mehreren Achsen aus der Stadt ar-Rumâna  genähert, unterstützt von der Luftwaffe.  Es gelang ihnen schließlich, in dieselbe einzudringen. (http://www.sana.sy/?p=657859) – Râwa (vgl.u.) ist noch ein dem IS verbliebener größerer Stützpunkt in der Nähe der Grenze zu Syrien.

Pîšmarga im Einsatz, Photo: Pars Today

Laut dem Sprecher des Finanzausschusses des kurdischen Parlaments im Gespräch mit Sputnik News werde die Zentralregierung in Bagdad für eine bestimmte Anzahl der kurdischen šmarga als Teil der Streitkräfte des Landes die Finanzierung übernehmen. Wörtlich übermittelte der Abgeordnete: „Die Föderale Regierung hat mehrmals erklärt, dass sie den Unterhalt von den nicht mehr als 45.000 bis 50.000 kurdischen Peschmerga-Soldaten auf sich nimmt. Dafür werden etwa 37 bis 40 Milliarden Dinar (circa 27 bis 29 Millionen Euro) ausgegeben.“ Gemäß ʽAbdul-Qâdir Muḥammad (Abdel Kader Mohamed)  als Mitglied des Finanzausschusses des o.e. Parlaments sehe der Haushalt für 2017 12,67% für diese Kosten vor. Offiziell bestünden die Pîšmarga aus 266.000 Personen, gemäß inoffiziellen Angaben jedoch aus 400.000. (https://sptnkne.ws/fUtv)

Nach Meldung der Nachrichtenagentur INA vom 9.11.2017, basierend auf einer Mitteilung durch Brigadegeneral Firâs al-Bayâtî, Kommandeur der al-ĞazîraStreitkräfte in der Provinz al-Anbâr,  haben die irakischen Streitkräfte die Kontrolle über das Gebiet al-Baġûz nördlich von al-Qâ´im zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=656966) – Damit hatte die Armee die Ausgangsposition für die gemeinsam mit der SAA von der syrischen Seite der Grenze her ausgeführte Befreiungsoperation von al-Bû Kamâl in Syrien erreicht.

Asâyiš, Quelle: dfr.gov.krd

Ḥâtim aṭ-Ṭâ´î (?, Sheikh Hatem Al-Taei), Bürgermeister von Kirkûk veröffentlichte eine erste Liste von 7.000 Einwohnern, die während der Zeit der kurdischen Besetzung durch die šmarga von der Asâyiš, der Geheimpolizei der Barzânî, festgesetzt und entführt wurden. Ziel der Kampagne seien Nicht-Kurden gewesen, vor allem Araber – Christen bzw. Sunniten – und auch Turkmenen. Legten die Familien dieser Beschwerde ein, seien ihre Verwandten endgültig „verschwunden“.  (http://www.voltairenet.org/article198672.html  vom 8.11.2017) – Zum Barzânî–Clan und der o.e. Besetzung vgl.u.!

Qaṭarî al-ʽUbaidî, Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der westlichen (an Syrien grenzenden) Provinz al-Anbâr, gab im Interview mit as-Sûmariyya News an, der Volkswehr zusammen mit Sicherheitskräften und Stammesmitgliedern ar-Rumâna, nördlich von al-Qâ´im aus der Gewalt des IS befreien konnten. In den letzten Tagen seien ebenso die Gegend von al-ʽUbaidî und Karâbila zurückerobert worden. – Andererseits kündigte Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, am 8.11.2017 den Beginn einer Groß-Operation östlich der Stadt al-Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ im Ostirak an. Gestartet wurde in der Gegend von Kanʽân östlich von al-Baʽqûba. – Zum anderen berichtete eine Polizeiquelle, daß vier Iraker verletzt wurden, als sie eine von den Terroristen an der Straße im Bereich der alten Diyâlâ-Brücke südlich von Bagdad passierten und diese detonierte. (http://www.sana.sy/?p=656221)

Gemäß Überprüfung und abschließendem Urteil des irakischen Bundesgerichtshofs vom 6.11.2017 hierzu enthält die Verfassung – sowohl Artikel 1 als auch weitere – keine Möglichkeit einer Abspaltung einzelner Landesteile. Demnach sind alle Bundesbehörden zur Aufrechterhaltung dieser Einheit verpflichtet. (http://www.sana.sy/?p=654994) – Hintergrund ist das v.a. von den beherrschenden beiden Familien der Kurdenregion angestrebte Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 mit seinen Auswirkungen (dazu vgl.u.!)
Infolge dieses Gerichtsentscheids rief Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  in einer von seinem Büro veröffentlichten Erklärung vom 6.11.2017 die „kurdi­schen Verant­wortlichen im Norden des Landes dazu auf, sich zur Wahrung der territorialen Integrität und  der Ver­fassung der Landes zu bekennen sowie die Entscheidungen des Obersten Gerichts zu re­spektieren.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33624-iraks_ministerpr%C3%A4sident_kurdenverwaltung_soll_separatisti-sche_bestrebungen_aufgeben)

Irakische Armee zieht in Stadt ein, Photo: SANA

Am Abend des 3.11.2017, bestätigte der Generalleutnant dann, daß mit Rückeroberung von al-Qâ´im eine der größten und wichtigsten Bastionen des IS im Westen des Landes [nahe der Grenze zu Syrien] wieder unter staatlicher Kontrolle sei. (http://www.sana.sy/?p=653779, http://parstoday.com/de/news/world-i33571-al_abadi_gratuliert_iraki­schen_b%C3%BCr­gern_zur_befreiung_der_stadt_al_qaim)

Nâẓim al-Birdân, Chef der Kreisverwaltung informierte am 3.11.2017 as-Sûmariyya News darüber, daß die vereinten Streitkräfte die westlichen Stadtteile at-Tanak,  as-Sakak von al-Qâ´im vom IS zurückerobert hätten. Eine andere Quelle meldete den Einmarsch der Truppen in Ġaza I und  den zentralen Stadtteilen von al-Qâ´im im W der Provinz al-Anbâr.  – Der Kommandant, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, machte zudem bekannt, daß Befreiungsoperationen in drei Bereichen in jenem Teil der Provinz begännen. (http://www.sana.sy/?p=653481)

Onkel und Neffe Barzânî, Quelle: milletpress.com

Nachdem sein Onkel Masʽûd Barzânî  endlich das Präsidentenamt, das er widerrechtlich seit Jahren okkupierte, kürzlich  zur Verfügung gestellt hat (vgl.u.), scheidet auch Nêçîrvan Barzânî als Ministerpräsident der Autonomen Kurdenregion aus dem Amt. (http://parstoday.com/de/news/world-i33530-barzani_beendet_laufbahn_als_pr%C3%A4sident_ira- kischer_kurdenregion) – Zur bestimmenden Rolle des superreichen Barzânî-Clans in dieser Region wie auch bei der IS-Invasion s.u.!
Pars Today (loc. cit.) stellt die konkreten Daten des „Präsidenten ohne Recht oder Titel“ (dazu s.u.) zusammen: Am 13.6.2005 wurde Masʽûd Barzânî  im kurdischen Parlament zum Präsidenten für vier Jahre, danach nochmals für vier Jahre am 25.7.2009. Trotz Verbots einer dritten Amtsperiode gemäß der kurdischen Regionalverfassung ließ er sich jedoch  per Direktwahl nochmals im Amt bestätigen.  Das war der erste Verfassungsbruch, dem der zweite mit erneuter Verlängerung der Amtszeit um zwei Jahre folgte. Doch auch nach dem 19.8.2015 räumte Masʽûd Barzânî  nicht sein Amt, dieses Mal ganz ohne Pseudo-Legitimierung bis zum Parlamentsentscheid vom 29.10.2017 (s.u.).

Die vereinten Streitkräfte erkämpften die Kontrolle über die Regionen Ğarîğab und al-Kanîṭra al-Fayyâḍiyya im östlichen Distrikt von al-Qâ´im in der Provinz al-Anbâr-West von  den IS-Terroristen zurück, wie ein Führer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Qaṭarî as-Samarmad,  am 2.11.2017 gegenüber Nachrichtenagentur  واع [INA] bekannt machte. Dutzende Terroristen seien mitsamt deren Fahrzeugen, Autobomben und militärischer Ausrüstung beseitigt worden. Gemäß Generalmajor Nûmân az-Zûbaʽî seien damit 85% des al-Qâ´im-Distrikts zurückerobert. Eine Geheimdienstquelle verriet zudem, daß bei einem Luftwaffenangriff auf einen IS-Konvoi, der sich mitsamt dem sog. IS-Gouverneur (wâlî) von al-Qâ´im in Richtung syrischer Grenze auf der Flucht befand, dieser eliminiert wurde. (http://www.sana.sy/?p=652818)

Am 1.11.2017 zerstörte die Luftwaffe IS-Fortifikationen in den Dörfern Saʽda und al-Karâbila im Umkreis von al-Qâ´im/ in West-al-Anbâr, wie ein Spreche von al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegenüber der Nachrichtenagentur واع [INA] mitteilte. (http://www.sana.sy/?p=652344)

Parlament in Bagdad, Photo: Pars Today

Nachdem während des kurdischen Sezessionsreferendums (vgl.u.) von den Unterstützern israelische‚ Flaggen gehißt worden waren (zum Hintergrund s.u.!), nahm das Parlament in Bagdad am Di., 31.10.2017 eine Gesetzesvorlage an, wonach das Hissen dieser Flagge an öffentlichen Plätzen künftig als Gesetzesverstoß gilt. Außerdem berichtete as-Sûmariyya News von der Verabschiedung eines weiteren Gesetzes, das die Einrichtung von Sicherheitsposten bzw. die Stationierung von Streitkräften außer denen des Iraks auch in Kirkûk und den Kon­fliktgebieten untersagt. (http://www.sana.sy/?p=651958, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33513-irak_betrachtet_hissen_von_israelischer_flagge_als_gesetzesversto%C3%9F)

In der Kabinettssitzung am Dienstagnachmittag wurde der 15. Mai 2018 zum Termin der 4. Gemeinderats- und Parlamentswahlen bestimmt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33521-irak_15._mai_2018_als_termin_der_gemeinderats_und_parlamentswahlen_festgelegt)

Nach Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 31.10.2017 haben die vereinten Streitkräfte  im Westteil der Provinz al-Anbâr die beiden Ölfelder ʽAkâz I und II und die Orte Umm al-Walaf,  Ḥussain al-ʽAlî und Umm Tîna zurückerobert. Dsweiteren rücken sie in die Umgebung von ʽUbaidî östlich der Stadt al-Qâ´im vor. (http://www.sana.sy/?p=651718)

Während eines Telefonats mit dem britischen Außenminister Boris Johnson bemerkte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  am Sonntagabend, die kurdische Seite verhalte sich „langsam“ bei der Übergabe der Kontrolle des Landes an die Zentral­re­gierung. Er sei für eine friedliche Lösung der Krise, doch sei diese ohne die Unterstützung der irakischen Kräfte, welche die Spannungen verhindern, nicht möglich. Zudem konstatierte er: „Die irakische Regierung muss die Zugänge zum Öl-Export in die Türkei unter ihre Kontrolle bringen, ansonsten wird die Krise nur noch schlimmer„. Dabei wies er auch auf Kriegstreiber auf kurdischer Seite hin:  „Die Zentralregierung will keinen (sic!) Blut vergießen oder die Lage kritisch werden lassen. Einige in der irakischen Kurdenregion sowie die Par­teimedien in Erbil werben und verbreiten aber die Gewalt.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i33470-al_abadi_kontrolle_%C3%BCber_irak_ist_aufgabe_der_zentralregierung)

Parlament Arbîl, Photo: pinterest.com

Ebenfalls am So., 29.10.2017, beschloß das Parlament der Kurdenregion mit 70 Ja- und 23 Nein-Stimmen die Übertragung der Macht von Masʽûd Barzânî, des „Präsidenten ohne Recht oder Titel“, wie schon zutreffend kommentiert wurde (vgl.u., Marc Thörner und Thierry Meyssan), auf Regionalregierung, Parlament und Justiz. Während der Parlamentssitzung waren von draußen Schüsse zu vernehmen. (http://parstoday.com/de/news/world-i33462-r%C3%BCcktritt_barzanis_beschlossen)
Sky News Arabia meldete zur Schießerei, Anhänger von Masʽûd Barzânî versuchten während der Sitzung, das Parlamentsgebäude zu erstürmen. (https://sptnkne.ws/fPkH)

Der Sender al-Ḥada meldete am So., 29.10.2017, daß die infolge der Luftwaffenangriffe aus al-Qâ´im fliehenden IS-Terroristen samt Kommandeuren die Grenze überquerten und sich nach Syrien absetzten. (http://www.alhadath.net/alhadath/iraq/2017/10/29/%D9%85%D8%B5%D8%A7%D8%AF%D8%B1-%D8%B9%D8%B1%D8%A7%D9%82%D9%8A%D8%A9-%D9%81%D8%B1%D8%A7%D8%B1-%D9%82%D9%8A%D8%A7%D8%AF%D8%A7%D8%AA-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D9%85%D9%86-%D8%A7%D9%84%D9%82%D8%A7%D8%A6%D9%85-%D8%A5%D9%84%D9%89-%D8%B3%D9%88%D8%B1%D9%8A%D8%A7.html)

Gemäß Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, dem Kommandanten  der Befreiungsoperation in West-al-Anbâr eroberten die Truppen einschließlich der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  am 28.10.2017 die Kontrolle über die Dörfer an-Nazûra, an-Nahîyya, al-ʽAmârî,  aṭ-Ṭazâliyya und Ratâğa vom IS zurück. Zuvor hatten die vereinten Streitkräfte etliche Positionen südlich von al-Qâ´im erobert, darunter landwirtschaftliche Betriebe, al-ʽAwâğî, Tankstellen, die Eisenbahn(station) 22 und 8km im Gebiet von al-Qâ´im nach Beseitigung Dutzender IS-Terroristen samt einer großen Anzahl von Autobomben. (http://www.sana.sy/?p=650125)

Exekutionen durch den IS, Photo: SANA

Im Bereich des unlängst befreiten al-Ḥawîğa (vgl.u.) hat die Armee ein weiteres Massengrab aufgespürt. „Es wurde ein Massengrab entdeckt, wo vorläufigen Angaben zufolge sterbliche Überreste von rund 50 Militärangehörigen und Polizisten liegen, die die IS-Kämpfer im Dorf Al-Bakara im Raum Al-Hawidscha hingerichtet hatten“, ließ die Armee mitteilen. (https://sptnkne.ws/fNNb)

Wie der Kommandeur der jüngsten Befreiungsoperationen gegenüber as-Sûmariyya News am Freitagabend, 27.10.2017, noch bekannt gab, wurden auch die Zementfabrik von al-Qâ´im zurückerobert und 43km der Straße nach ʽAkâšât unter Kontrolle genommen. Damit sei bislang eine Fläche von 301km2 vom IS gesäubert worden. Drei Autobomben und etwa 100 Sprengfallen wurden unwirksam gemacht und die Barrikaden der Terroristen zerstört. (http://www.sana.sy/?p=649970)

al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Photo: SANA

Nach Mitteilung eines Sprechers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom 26.10.2017 erkämpften sich die vereinten Streitkräfte in West-al-Anbâr bereits am ersten Tag jener Operation (vgl.u.) unter Deckung der Luftwaffe die Kontrolle über die Umgebung von al-Qâ´im,  die Straßenverbindung zwischen al-Qâ´im und ʽAkâšât,  Ğibâb, Labors, Projekte, an-Nâdira, al-Ḥasîtiyât, al-ʽAkara und al-Ḥaṣâ  sowie über Awdiyat an-Naṣr, ʽUbaid, al-Aġar und al-Ḥalqûm und Ğaḥîš auf der südlichen Achse von al-Qâ´im, dazu über die Saʽd Air Base, den Ğabal Mâsûs südlich von al-Qâ´im sowie die Phosphat-Fabrik und das Institut für Agrarforschung in al-Qâ´im,  die  T-1-Station und das Dorf Umm al-Waz auf dem Weg zur K-1 Militärbasis zurück. (http://www.sana.sy/?p=649436)

Laut einer Rudaw-Meldung haben die kurdischen Pîšmarga, die die irakischen Streitkräfte nicht mehr anzugreifen versprochen hatten (vgl.u.), einen Aufklärungsjet von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Teil der vereinten Streitkräfte bei der Bekämpfung des IS, um 7.00 Uhr früh am Do., 26.10.2017,  bei Šaila abgeschossen.  (https://sptnkne.ws/fMNg)
Später sollen sich laut dem in Bagdad befindlichen Sprecher der US-geführten Ko­alition, Ryan Dillon, die Pîšmarga dann zu einem Waffenstillstand bereit erklärt haben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33412-irak_peshmerga_und_armee_einigen_sich_auf_waffenstillstand_und_verhandlungen, vom 27.10.2017)

Ministerpräsident vor al-Qâ´im-Operation, Photo: SANA

Wie schon angekündigt (vgl.u.) hat nun, am 26.10.2017, auch der Ministerpräsident verkündet, daß die Befreiungs-Operation in West-al-Anbâr im Gebiet der Grenze zu Syrien beginne, wie as-Sûmariyya News meldet. Diese umfaßt laut dem Befehlshaber, Generalleutnant ʽAbdul­amîr Rašîd Yârullâh, die Gegenden von al-Qâ´im, Râwa und al-ʽUbaidî und Saʽda und al-Karâbila samt umliegenden Dörfern und den Phosphat- und Zement-Fabriken. und wird durch die vereinten Streitkräfte – wie gehabt – durchgeführt. (http://www.sana.sy/?p=649027)

Am Mittwochmorgen, 25.10.2017, trat Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî seine zweite Reise in die Türkei und den Iran an. Beide Länder hatten sich bzgl. des kurdischen Sezessionsreferendums auf die Seite der Zentralregierung gestellt (vgl.u.). Begleitet wird al-ʽAbâdî vom Innen-, Öl-, Planungs- und Energieminister sowie dem Berater für die nationale Sicherheit und weiteren irakischen Amtsträgern Es gehe um den Ausbau der jeweiligen Beziehungen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33377-iraks_ministerpr%C3%A4sident_beginnt_rundreise_in_t%C3%BCrkei_und_nach_iran)

Luftwaffe, Photo: SANA

Mit Flugblättern machten die vereinten Streitkräfte am Mi., 25.10.2017, die abschließende Offensive gegen den IS im Westen des Landes, bei der Bevölkerung bekannt. Darin hieß es: „Eure Sicherheitskräfte sind auf dem Weg, euch zu befreien.“ Es gilt noch, die beiden verbliebenen IS-Bastionen Râwa und al-Qâ´im (vgl.u.) zurückzuerobern. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33380-irak_k%C3%BCndigt_abschlie%C3%9Fende_offensive_gegen_is_im_westen_des_landes_an)

Nach Aussage des amtlichen Sprechers des Obersten Justizrats im Irak, Richter ʽAbdus-Satâr Bayraktâr, vom 24.10.2017, konnten die Sicherheitsdienste in Zusammenarbeit mit den Justizbehörden eine Terrorgruppe von zehn 10 Personen verhafteten, welche ihre Zugehörigkeit zum IS gestanden wie auch, einen Angriff mittels Chlorgas auf Zivilisten in einem Vorort von Bagdad vorbereitet und weitere in Bagdad geplant zu haben.  Wie INA berichtete, habe der IS bislang Chlorgas gegenüber der irakischen Armee in Mossul eingesetzt wie in der Provinz Ṣalâḥuddîn, was bei Dutzenden von Zivili­sten und Freiwilligen der irakischen Truppen in der Region zu Erstickungsanfällen und Vergiftungen geführt habe. (http://www.sana.sy/?p=648243)

Reste einer Kurdenfahne, Quelle: Reuter

Infolge der jüngsten Ereignisse (vgl.u.) hat die Regierung der autonomen Kurdenre­gion sich laut einer Rudaw-Meldung vom Di., 24.10.2017, zugesagt, die Umsetzung des [verfassungswidrig und auch sonst unredlich zustandegekommenen] Ergebnisses des Sezessionsreferendums vom 25.10.2017, zu beenden und Gespräche mit der Zentralregierung zur Beilegung der Kontroverse, wie von letzterer mehrfach angeregt (vgl.u.), zu führen. Andererseits forderte die Regionalregierung in Arbîl einen Stop jeglicher militärischer Vorgehensweisen an den Grenzen ihrer Region. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33370-irak_kurden_f%C3%BCr_stopp_des_referendumergebnisses)

Nach den diffamierenden Äußerungen von US-Außenminister Tillerson vom So., 22.10.2017, in ar-Riyâḍ gegenüber  der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (s.u.), machte dieser auf seiner Nahost-Reise am 3.10.2017, überraschend einen Zwischenstop in Bagdad und traf  Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî. Da laut laut (überwiegend westlichen) Medien inhaltlich nichts Neues dabei erörtert wurde, handelte es sich in gewisser Hinsicht offenbar um einen Wiedergutmachungsbesuch. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33360-iraks_pr%C3%A4sident_unterstreicht_einheit_des_landes_und_einhaltung_der_verfassung)

Zur Situation im Irak s.a. den aufschlußreichen Artikel: Jetzt auch im Irak: „Ami go home!“ (https://de.rt.com/1a2m vom 29.10.2017) – Die vom Autor erwähnten, auf unterschiedlichen (Augen-)Zeugenaussagen beruhenden Angaben über Unterstützungsleistungen für die (IS-)Terroristen bzw. deren Schonung infolge entsprechenden Einschreitens durch die US-geführte Koalition, sind bereits in diesem Thread schon  gelistet und dargelegt worden (vgl.u.!). Ähnliche Aussagen liegen überdies von verschiedenen Augenzeugen in unterschiedlichen (Kampf-)Gebieten von Syrien vor.

Kirkûk Erdölfelder, Photo: Pars Today

Wie bislang zusammengetragen und u.a. auch vom Auslandsjournalisten Marc Thörner und dem Politologen Th. Meyssan bestätigt, teilen sich seit Jahrzehnten die beiden kurdischen Clans Barzânî (Sitz in Arbîl) und Ṭalabānī (Sitz in Sulaimâniyya) die Macht und den (Öl-)Reichtum in der autonomen Kurdenregion des Iraks. Sie waren auch die Initiatoren des verfassungswidrigen Sezessionsreferendums vom 26.9.2017 (s.u.). Mit einem autonomen „Kurdistan“ erweitert um die von den Pîšmarga bis vor kurzem besetzt gehaltene ölreiche irakische Provinz Kirkûk (vgl.u.) hätten sie dann legal Zugriff auf die ganzen Ressourcen gehabt, die der irakischen Verfassung gemäß dem ganzen irakischen Volk zustehen. Die Wähler hätten überwiegend deshalb mit „Ja“ gestimmt, weil ihnen durch die Referendumskampagne von Masʽûd Barzânî, den Meyssan zutreffend als „Präsident ohne Recht oder Titel“ beschreibt [zum Sachverhalt s.u.!], entgegen den Tatsachen vorgemacht worden war, 80 Staaten der Welt – darunter die Regierungen der USA und von Frankreich, die ebenfalls beide dagegen eingestellt waren – die Schaffung des neuen Staates „Kurdistan“ in seinen erweiterten Grenzen unterstütz­ten. In Wirklichkeit unterstützte nur Israel dieses Projekt (zu den Gründen s.u.!). Dagegen hatte der iranische General Qâsim Sulaimânî (vgl.u.) davor gewarnt. Die mit Israel vereinbarte Ankunft von 200.000 israelischen Siedlern wie die Instal­lation (israelischer) Raketen im neuen „Kur­distan“ könnten einen neuen Krieg entfesseln. Die weiteren Vorgänge sind bekannt (vgl.u.). U.a. flohen bei Ankunft der Armee in den Provinz Kirkûk innerhalb zweier Tage mehr als 100.000 Kurden, die zuvor von dort die einheimische Bevölkerung vertrieben und sich in Abstimmung mit dem IS dann selbst dort angesiedelt hat­ten – die internationale Gemeinschaft hatte darüber – einschließlich der Mainstream-Medien – mit Stillschweigen hinweggesehen. Dank der – auch begrenzten militärischen – Maßnahmen der Zentralregierung konnten die ursprünglichen arabischen Bewohner, Christen wie Muslime, wieder in ihre Heimatgebiete zurückkehren. Da hätten die irakischen Kurden die „Maskerade der manipulierten Wahlen“ zum Sezessionsreferendum endlich durchschaut und erkannt, daß „die Barzani und Talabani ihnen blauen Dunst vorgemacht“ hatten. Denn „Kein Land – mit Ausnahme von Israel – kann die Schaffung eines neuen Staates mittels Annexion und ethnischer Säuberung zulassen.“ Masʽûd Barzânî wird nun nicht mehr eigenmächtig – wie bislang (vgl.u.) – das Amt des Präsidenten der Kurdenregion für sich behaupten könne, während der Ṭalabānī -Clan sich plötzlich „vorsichtig von der illegitimen Macht von Erbil distanziert“ habe.
Schließlich listet Th. Meyssan auf, was „die westlichen Medien, die die Diktatur der Barzani fortlaufend unterstützt haben, verschwiegen“, nämlich: politische Morde an ihren Gegnern; die Unmöglichkeit, Wahlen abzuhalten, wohl aber die Möglichkeit, ein Referendum abzuhalten; ihre Absprache mit der Regierung Israels; ihre Vereinbarung mit dem IS; ihre Verantwortung am Völkermord der jazidischen Kurden; die Annexion von 80 % ihres Territoriums in wenigen Jahren; die darauf folgenden ethnischen Säuberungen; die aktuellen Entwicklungen. (http://www.voltairenet.org/article198504.html vom 24.10.2017)

Die schon früher im Syrien-Thread erwähnte Aktivistin „Syrian Girl“ hat auf ihrem You Tube-Kanal einerseits von einer Belagerung einer christlichen Stadt in der autonomen Kurdenre­gion des Iraks durch kurdische Kräfte berichtet wie auch von Absprachen zwischen den kurdischen Streitkräften, den Pîšmarga, mit dem IS, was erneut diese Fakten untermauert. (s. https://www.youtube.com/watch?v=BrnGnVkon4c&feature=youtu.be&t=228)

Bundeswehr unterstützt weiterhin Pîšmarga, Photo: Pars Today

Trotz der gespannten Lage  in der Kurdenregion – seit dem verfassungswidrigen Sezessionsreferendum, vgl.u.! hat die deutsche Bundeswehr (s.u.) Order, ihre seit 2014 andauernde Ausbildungsmission der Pîšmarga im Nord-Irak nach nur kurzfristigem Stop wiederaufzunehmen. Dabei hatte das kurdische Nachrich­tenseite Rudaw gemeldet, daß bei den jüngsten Gefechten durch die šmarga auch die Panzerabwehrwaffe Milan, die für die Bekämpfung des IS gedacht war, gegen Regierungssoldaten eingesetzt worden war, was auch Militärs aus Bagdad bestätigten.  (http://parstoday.com/de/news/germany-i33330-bundeswehr_nimmt_ausbildung_von_kurden_k%C3%A4mpfern_wieder_auf vom 23.10.2017) – U.a. hatte das Operationskommando der vereinten irakischen Streitkräfte mitgeteilt, die Pîšmarga hätten am Fr., 20.10.2017, bei den Gefechten in at-Tûn Kûbrî (s.u.) deutsche MILAN-Panzerabwehrraketen erfolgreich gegen einen Panzer der Armee eingesetzt, wie Rudaw berichtete  (https://sptnkne.ws/fKRB)

Wie aus dem Regierungssitz zu vernehmen war, verurteilt dieselbe die kürzlich von US-Außenminister Tillerson in ar-Riyâḍ  an den Irak gerichteten BemerkungenPremierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî  zeigte sich äußerst überrascht über die negative Haltung Tillersons gegenüber  al-Ḥašd aš-Šaʽbî, die jener fälschlicherweise als „iranische Milizen“ titulierte.  Deren Fraktionen bestünden ausschließlich aus Irakern, die der Führung der Regierung unterlägen. Zum einen habe keine Partei das Recht, sich in die inneren Angelegenheiten des Iraks  einzumischen zum anderen, seien  „Die Kämpfer in den Reihen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  … irakische Patrioten, die enorme Opfer gebracht haben, ihr Land und das irakische Volk zu verteidigen.“
Aḥmad al-Asadî, ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî forderte eine Entschuldigung der USA für die erwähnten Aussagen Tillersons. Auf einer Pressekonferenz von dem irakischen Parlamentsgebäude, kritisierte er, die vom US-Außenminister abgegebenen Erklärungen über al-Ḥašd aš-Šaʽbî würden rundweg zurückgewiesen. Sie seien inakzeptabel, dazu falsch und unbegründet. Ferner konstatierte er: „Diese Aussagen zeigen einen Mangel an Erfahrung bzw. Wissen oder Nichtbeachtung des [vergossenen] Bluts [erg.: dieser Männer].“. Auch alle ausländischen Berater befänden sich mit ausdrücklicher Billigung und Kenntnis der Regierung im Irak. Sie würden nach Ende der militärischen Operationen gegen den Terrorismus das Land wieder ver­lassen. 
Der iranische Außenminister Muḥammad-Ǧawād Ẓarīf ordnete Tillerson Bemerkungen als beschämend ein, kennzeichnemd für eine US-Politik, die nur vom Petro-Dollar diktiert wird. (http://www.sana.sy/?p=647873)
Beim Treffen mit dem saudischen Außenminister ʽÂdil al-Ğubair (vgl.u.), hatte Tillerson in ar-Riyâḍ  am 22.10.2017, geäußert: „die schiitischen Milizionäre [im Irak], die gegen den IS kämpften, haben nichts mehr im Irak zu suchen  und und müssen in ihre Heimat zurückkehren„. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33333-iraks_ministerpr%C3%A4sident_k%C3%A4mpfer_der_haschd_al_schaabi_sind_irakische_nationalhelden)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî beim ägyptischen Präsidenten as-Sîsî, Photo: SANA

Präsident as-Sîsî versicherte Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî  während dessen Besuchs in Ägypten die Unterstützung seines Landes für den Irak und dessen territoriale Einheit (http://www.sana.sy/?p=647451)

Beim Treffen zwischen Rußlands Außenminister Sergei Lawrow und seinem irakischen Amtskollegen Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in Moskau vom Mo., 23.10.2017, diskutierten sie Folgen des Sezessionsreferendums in der Kurdenregion, die Lösung der Syrien-Krise mittels der Konferenzen in Astana und Genf wie die letzte Phase der zur Befreiungsoperationen noch unter IS-Kontrolle stehender Gebiete im Irak. Zudem erklärte Lawrow, daß Rußland mit Genehmigung der irakischen Regierung langfristige Wirtschaftsbeziehungen zu Arbîl unterhalten habe. (http://parstoday.com/de/news/world-i33317-au%C3%9Fenminister_iraks_und_russlands_sprechen_%C3%BCber_folgen_des_sezessionsreferendums_in_kurdenregion)

Beim Zusammentreffen von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî in ar-Riyâ  mit US-Außenminister Rex Tiller­son (vgl.u.), hat Letzerer al-ʽAbâdî laut CBS-Meldung dazu aufgefordert, dem „bösartigen Verhalten“ des Irans entgegenzuwirken. Damit solle jenes Land isoliert werden. https://sptnkne.ws/fKpN vom 23.10.2017) – Der Irak pflegt wegen der jahrelangen Unterstützung im Counterterrorismus  jedoch sehr gute Beziehungen zum Nachbarstaat Iran  (vgl.u.).

Gemäß Verfassung und Nr. 45 Wahlgesetz (vom Jahr 2013) hat das hohe unabhängige Kommissariat für Wahlen im Irak den Mai 2018 als Datum für die nächsten Parlamentswahlen im Land genannt. Der Termin muß als nächstes vom Parlament bestätigt und nach Anordnung des Präsidialamts durch das Kabinett spätestens 90 Tage vor dem Wahltermin offiziell verkündet werden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33303-irak_4._parlamentswahlen_im_mai)

In Kirkûk ist am 22.10.2017 Innenminister Qâsim al-Aʽrağî eingetroffen, um sich vor Ort ein Bild der Sicherheitslage zu machen und darüber mit den Sicherheitskräften zu sprechen. Dann besuchte er die Stadt Dâqûq südlich von Kirkûk. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33308-iraks_innenminister_in_kirkuk)

Am Abend des Fr., 20.10.2017 war das iranische Konsulat in Arbîl von Unbekannten – allem Anschein nach Sezessionisten – angegriffen worden, die daraufhin die Flagge der IRI von jenem diplomatischen Sitz entfernten. Tags darauf, am Sa., 21.10.2017, verurteilte das Außenministerium in Bagdad dies als einen vorgeplanten „Aufruhrakt“ und warnte vor der Gefährdung ausländischer Diplomaten in der Kurdenregion. Schließlich veröffentlichten auch  Verantwortliche in Arbîl eine Erklärung am So., 22.10.2017, wonach die Kurdenregion niemals Aufruhrakte gegenüber ausländischen Diplomaten und Vertretungen dulden und gegen die Aufrührer juristisch vorgehen werde. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33309-kurdische_regionalverwaltung_verurteilt_angriff_auf_das_iranische_konsulat_in_erbil)

As-Sûmariyya News berichtete am 22.10.2017: „Die irakische Luftwaffe hat während der laufenden Inspektionen  an den der Grenze zu Syrien angrenzenden Gebieten 25 Terroristen der IS-Organisation in Al-Anbar getötet und 13 Autos in der Wüste Anbar zerstört.“ (http://www.sana.sy/?p=646833)

Seit Sa., 21.10.2017, besucht Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî auf die kürzlich erfolgte Einladung hin zum zweiten Mal seit Januar dieses Jahres Saudi-Arabien [zum Sachverhalt s.u.!]. Danach stehen Ägyp­ten, die Türkei und Jordanien auf dem Programm. Zur gleichen Zeit weilt US-Außenminister Rex Tiller­son in ar-Riyâ, der anschließend nach Qaṭar, Indien, Pakistan und Schweden weiterreist. (http://parstoday.com/de/news/world-i33295-al_abadi_trifft_k%C3%B6nig_salman_in_riad)

Ölfeld, Photo: SANA

Am 21.10.2017 verkündete Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî  an, daß täglich zusätzlich 200.000 Barrel Rohöl durch die süd-irakischen Häfen als Ausgleich für Nord-Exporte gepumpt würden. Die Baṣra Oil Company habe begonnen, diese Menge aus den zentralen und südlichen Ölfeldern zu pumpen zusätzlich den bisher mehr als drei Millionen. Dies erfolge wegen  des Rückgangs der iraki­schen Ölexporte aus den nördlichen Gebieten über den türkischen Hafen Ceyhan und werde solange andauern, bis die Ölmengen für die Exporte aus den nördlichen Gebieten zu den bisherigen Preisen wieder zur Verfügung stünden.  Außerdem dränge die North Oil Company (NOC) auf eine  beschleunigte Sanierung der Kirkûk-Ceyhan-Pipeline. (http://www.sana.sy/?p=646292) – Auch forderte die Regierung in Bagdad vom britischen Unternehmen British Petroleum, sofort Pläne für den Ausbau der Ölfelder in Kirkûk vorzulegen, da das Ölunternehmen Chevron infolge der angespan­nten Situation dort seine Aktivitäten vor­läufig ein­gestellt habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33288-irakisches_%C3%96lministerium_will_den_mangel_des_%C3%96lexports_aus_kirkuk_ausgleichen)

Unweit at-Tûn Kûbrî (vgl.u.) hatten  Masʽûd Barzânî nahestehende Kampfeinheiten in den gestrigen Abendstunden des 21.10.2017, im Norden der Provinz Kirkûk [Bundes-]Streitkräfte angegriffen, indem sie deren Panzer mehrfach mit Raketen deutschen Fabrikats (dazu s.u.!) beschossen. Dabei kamen viele Soldaten ums Leben bzw. wurden verletzt. (http://parstoday.com/de/news/world-i33296-barzani_truppen_greifen_f%C3%B6derale_kr%C3%A4fte_mit_deutschen_raketen_an)

Am 20.10.2017 nahmen laut as-Sûmariyya News die vereinten Streitkräfte aus Anti-Terroreinheit, Bundespolizei und al-Ḥašd aš-Šaʽbî  das Gebiet von at-Tûn  Kûbrî  in der Provinz Kirkûk unter Kontrolle.  (http://www.sana.sy/?p=646079)

Luftschlag, Photo: SANA

As-Sûmariyya News meldete am 20.10.2017, die Luftwaffe habe laut Mitteilung des Kommandanten der al-Anbâr-Operationen, Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, an diesem Tag in der Wüste von ar-Ruṭba ein IS-Lager mit dutzenden Terroristen, Waffen, Munition und elf Kampfwagen erfolgreich bombardiert. Zudem berichtete der Leiter des Sicherheitsausschusses im Provinzrat von Diyâlâ, Ṣâdiq al-Ḥussainî, von der erneuten Zerschlagung einer IS-Zelle verbunden mit der Verhaftung ihrer Mitglieder in einer Blitzaktion vor  Ort in der Nähe von Baʽqûba wie schon in den vergangenen Monaten.  Auch die Polizei führte eine breit angelegte Sicherheitsoperation im Nordosten der Provinz Diyâlâ im erweiterten Bereich von Ğisr Ğalûlâ´ bis zur Kreuzung Bâhîza und Umgebung durch, um IS-Elemente daraus zu tilgen. (http://www.sana.sy/?p=646463)

Abû_l-Mahdî al-Karbalāʾî, der Vertreter von Groß-Ayatullâh ʿAlī Ḥussainī as-Sīstānī (Ali Sistani, vgl.u.!), dem obersten Šîʽitenführer des Iraks,  rief während  seiner Freitagspredigt in Karbalāʾ die die Verantwortlichen der Kurdenregion dazu auf, im Dialog mit der Zentralregierung und auf Basis der Verfassung vorliegende Probleme zu lösen. Gleichzeitig würdigte er die Bemühungen jener, die sich dafür einsetzten, es zu keinen be­waff­neten Auseinandersetzungen zwischen der Armee und Kurden-Kämpfern (Pîšmarga) in Kirkûk und anderen Gebieten kommen zu lassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33275-irak_gro%C3%9Faya-tollah_sistani_ruft_kurden_zur_zusammenarbeit_mit_bagdad_auf)

Irakische Stammesälteste im Parlament in Damaskus, Photo: SANA

Eine Delegation der Ältesten (Scheichs) der arabischen Stämme des Iraks unter Leitung von Dr. ʽAlî al-ʽAnzî besucht derzeit Syrien. Sie traf sich am 19.10.2017 mit einer Reihe von Abgeordneten (Mitgliedern der Volks­versammlung) im Parlamentsgebäude zu einer Sitzung. Die Gäste bekräftig­ten die Be­deutung der gemeinsamen Anstrengungen beider brüderlicher Völker im vereinten  koordinierten Kampf gegen den Terrorismus vor allem auch des IS im Interesse beider Länder. Beide Länder würden ebenso gemeinsam ihre Souveränität und Unab­hän­gigkeit dank der Erfolge beider Armeen im Counterterrorismus verteidigen. Damit würden die seit Jahrzehnten von gewisser Seite gehegten Pläne für die Region mit ihren negativen Auswirkungen vereitelt. Der Sekretär der Volksversammlung [in Damaskus], Râmî aṣ-Ṣâliḥ, unterstrich seinerseits diese Ausführungen. http://www.sana.sy/?p=645711) Mit der letzten Anspielung sind offensichtlich die schon erwähnten Balkanisierungspläne bzw.  der sog. Yinon-Plan (vgl.u.) gemeint.

Gemäß Verfassung (vgl.u.) hat das Ölministerium am Do., 19.10.2017, sämtliche Verträge zur Erschließung von Öl- und Gas­vorkommen im Irak, die von Regionen – im gegebenen Fall durch die Regierung der autonomen Kurdenregion – ohne Zustimmung der Zentralregierung in Bagdad unterzeichnet worden sind, als ungesetzlich bezeichnet. Diese weüden vor Gericht angefochten. Betroffen ist davon z.B. der russische Konzern Rosneft. (https://sptnkne.ws/fHPS) Laut Rosneft-Chef Igor Setschin sei geplant, mit der kurdischen KAR Group eine Ölpipeline zu betreiben, mittels derer das Öl nach Europa, darunter in die Ölverarbeitungswerke von Rosneft in der BRD transportiert werde. (https://sptnkne.ws/fJhR)

Kûsrat Rasûl (rechts), Quelle: kurdistan.photoshelter.com

Entsprechend der Ankündigung des Ministerpräsidenten vom Vortrag (s.u.), Aufhetzung der Bevölkerung nicht zuzulassen unter Androhung der Verhaftung, wurde am 19.10.2017 der Stellvertreter von Masʽûd Barzânî und zugleich Generalsekretär der Patriotischen Union Kurdistans, Kûsrat Rasûl (Kosrat Rasul), per Gerichtsentscheid  nach Ausstellung eines Haftbefehls festgenommen.  Zuvor hatte er die verfassungsgemäß (dazu s.u.)  in die Provinz Kirkûk eingezogenen irakischen Streitkräfte in einer Rede u.a. als „Okku­pan­ten“ bezeichnet. Der zuständige Richter sah in Rasûls Äußerungen die Tatbestände  der Beleidigung und einer gegen die Armee gerichteten Provokation für gegeben an. Die zu erwartende Haftstrafe liegt unter sieben Jahren. (http://parstoday.com/de/news/world-i33242-haftbefehl_f%C3%BCr_stellvertreter_barzanis)

Am Mittwochabend berichtete as-Sûmariyya News von einer Verlautbarung des  Ministerpräsidenten Ḥaidar al-ʽAbâdî dahingehend: „Die Sicherheitskräfte in Kirkuk sind verantwortlich für die Herstel­lung der Sicherheit und für den Schutz verschiedener irakischer Volksschichten.“ Daraus ergebe sich – wie generell in Staaten zu Friedenszeiten mit Anspruch auf Souveränität: „Die Präsenz weiterer bewaffneter Gruppen in Kirkuk ist verboten.“  Zudem machte er darauf aufmerksam, daß jegliche Aufreizung der Bevölkerung durch das Verbreiten von Falschmeldungen und rassistischem Gedankengut Frieden und Sicherheit im Land gefährde und die, die sich dessen schuldig gemacht hätten, festgenommen werden müßten.   (http://parstoday.com/de/news/world-i33235-al_abadi_verbietet_pr%C3%A4senz_aller_bewaffneten_gruppen_in_kirkuk)

Saudische Flynas landet in Bagdad, Photo: Sputnik

Seit 27 Jahren ist am Mi., 18.10.2017, wieder ein saudische Maschine der Gesellschaft Flynas auf dem Flughafen Bagdad im Beisein des Verkehrsministers  und Mitarbeitern der saudischen Botschaft gelandet. Eine regelmäßige Flugverbindung soll mit mehreren irakischen Städten wiederaufgenommen werden. Schon während er Münchener Sicherheitskonferenz im Frühjahr war eine Annäherung  eingeleitet worden. Der Besuch des saudischen Außenministers im Februar löste dennoch in der Bevölkerung die erwarteten heftigen Reaktionen aus, da Saudi-Arabien als Unterstützer der im Irak wie in Syrien agierenden Terroristen und damit Mitverursacher des Leidens beider Bevölkerungen bekannt geworden ist (vgl.u.). Nach Einschätzung von Hadi Jalu Muri, dem Chef des irakischen Zentrums für politische Studien, hätten die USA, die im Irak seit der Invasion von 2003 die Landespolitik nicht unwesentlich beeinflussen, ein Interesse daran, daß Saudi-Arabien sich im Irak mehr engagiere. (https://sptnkne.ws/fHxH, https://sptnkne.ws/dDT7)

Nach Angaben lokaler Quellen sind die beiden Grenzübergänge zum Iran, Barwîz Ḫân (Parvizkhan) undšmâq (Başmak), der Provinz Sulaimâniyya von Kämpfern der PUK (Patriotische Union Kurdistan) der Staatskontrolle zurückgegeben worden und werden demnächst wieder eröffnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33219-grenz%C3%BCberg%C3%A4nge_’parvizkhan_und_ba%C5%9Fmak’_an_irakische_regierung_%C3%BCbergeben)

Parlamentspräsident der autonomen Kurdenregion, Photo: Pars Today

Bei der (verfassungsgemäßen) Wiederherstellung der Kontrolle über die Provinz Kirkûk, die ohne blutige Zusammenstöße vor sich ging – von Kämpfen mit Terroristen des IS abgesehen, die aber zum Anti-Terrorkampf zählen –  und der positiven Stimmung der Bevölkerung in der Folge (vgl.u.), zeigte sich, daß diese, darunter auch Kurden, die Sezessionspolitik des seit Jahren nicht mehr im Amt befindlichen „Präsidenten“ Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) offensichtlich gerade nicht mittrugen. Dessen vorgeblich in Bekämpfung des IS agierende šmarga hatten die Provinz Kirkûk erobert und weiterhin besetzt gehalten, also nicht den Behörden der Zentralregierung zurückgegeben, die vor dem IS-Einfall verfassungsgemäß dort zuständig gewesen war. So konnte der Barzânî-Clan  (zu nähere Informationen s.u.!) die letzten beiden Jahren das geförderte Öl lediglich im eigenen Interesse verkaufen und die Ein­nah­men einstreichen, die damit der Zentralregierung in Vertretung des gesamten irakischen Volkes entgingen. Hauptabnehmer war die israelische Regierung gewesen (dazu vgl.u.!), die daher auch das Sezessionsreferendum unterstützt hatte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33218-iraks_gro%C3%9Fer_verlierer_ist_masoud_barzani vom 18.10.2017)
Konsequenterweise forderte der Parlamentspräsident der Autonomen Kurden-Region, Yûsuf Muḥammad Ṣâdiq (Yousef Moham­mad), am 17.10.2017 den Rücktritt von Masʽûd Barzânî. Dazu bemerkte er: „Mit seinem Rücktritt wird Barzani dem Volk in der irakischen Kurdenregion dienen. … Die Menschen in der irakischen Kurdenregion werden von einigen Politikern in Beschlag genommen, die die lokalen Ressourcen nutzen wollen, um ihre Macht auszubauen. Sie setzen dafür das Leben und Blut opferbereiter Menschen aufs Spiel.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33217-parlamentspr%C3%A4sident_irakischer_kurdenregion_fordert_r%C3%BCcktritt_barzanis) – Masʽûd Barzânî, dessen Amtszeit regulär ja schon seit Jahren abgelaufen ist, ohne daß er Neuwahlen zugelassen hätte (vgl.u.).

Bundeswehrausbilde der šmarga, Photo: Sputnik News

Mehrere deutschsprachige Medien meldeten neben Sputnik News, Mehr News und der Jeru­salem Post u.a., daß die deutsche Bundeswehr (vgl.u.) die seit 2014 andauernde Ausbildungsmission der šmarga im Nord-Irak vorübergehend eingestellt habe, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mi., 18.10.2017, mit den Worten bestätigte: „Deutschland hat aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Kirkuk die militärische Ausbildungsmission für Barzani-Truppen in der irakischen Kurdenregion ausgesetzt.“  Die kurdische Seite habe versichert, die erhaltenen deu­tschen Waffen nur im Kampf gegen den IS einzusetzen. Ca. 140 Bundeswehr-Soldaten befinden sich im Nordirak. (http://parstoday.com/de/news/germany-i33232-deutschland_stellt_ausbildung_von_barzani_kr%C3%A4ften_ein, https://sptnkne.ws/fGzv) – Jedoch zeigten Recherchen von WDR und NDR, daß die ebenfalls seit 2014 von der Bundeswehr ausrangierten  an die kurdischen šmarga gelieferten Waffen auf speziellen Märkten verkauft worden und so auch in die Hände des IS gelangt waren. Laut dem Friedensaktivisten  und Sprecher der Aktion Aufschrei — Stoppt den Waffenhandel! , Jürgen Grässlin, sei das sogar der Regelfall. Ca. 140 Bundeswehr-Soldaten befinden sich im Nordirak. (https://sptnkne.ws/dz62)

 

Seit Stunden (Stand früher Nachmittag, 16.10.2017) bestehen massivste Postingprobleme

Aus dem syrischen Außenministerium war zu vernehmen, daß die Regierung in Damaskus die Wiederherstellung der Kontrolle über die Provinz Kirkûk durch die brüderliche Regierung im Irak  ausdrücklich willkommen heiße. (http://sana.sy/en/?p=115977)

Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî, Photo: SANA

Gemäß Information durch den Ölminister Ğabâr al-Laʽîbî vom 18.10.2017 sind die Öl-Felder Bây Ḥassan und Havanna [Hâfânâ] in der Provinz Kirkûk mitsamt den Pumpstationen wieder an das nationalen Produktions­system angeschlossen, wie as-Sûmariyya News meldete. Er versichert, daß damit der Ölreichtum dem gesamten irakischen Volk, dem er gehöre, zugute kommen werde. Derzeit werde daran gearbeitet, per Investition die finanziellen Einnahmen aus diesem Schatz zu optimieren, damit die nationale Wirtschaft zu unterstützen und eine bessere Zukunft für die Menschen in allen Provinzen zu erreichen. Ähnliches berichtete Ministeriumssprecher ʽÂṣim Ğihâd Sputnik News. (http://www.sana.sy/?p=644631)

Nach den Aktionen der letzten 48 Stunden erklärte die Führung dieser Sicherheitsoperationen am 18.10.2017 den  Abschluß der Sicherungsmaßnahmen  in der Provinz Kirkûk. Die ganze Provinz befinde sich nun wieder unter (verfassungsgemäßer!) Kontrolle der Zentralregierung. Diese schließe nach Beendigung der letzten Einsätze auch den Bezirk Dabis ein, al-Maltaqâ, die Öl-Felder Ḫabâz, Bây Ḥassan Nord und Bây Ḥassan Süd sowie die Gebiete von Ḫânaqîn und Ğalûlâ´ in der Provinz Diyâlâ, Maḫmûr, Baʽšîqa,  den Mossul-Damm, die Gegend ʽUwînât, den Bezirk Sinğâr, die Gegend Rabîʽa und einige Bereiche in der Nînâwâ-Ebene in der gleichnamigen Provinz. (http://www.sana.sy/?p=644963)

Am 17.10.2017 hatte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals die Notwendigkeit herausgestellt, daß eine Bundesbe­hör­de über den gesamten Irak die Kontrolle habe wie es auf Grundlage der Verfassung und föderalen Gestalt der nationalen Partnerschaft im Landvorgesehen ist. Gleichermaßen erging durch ihn erneut der Aufruf zum nationalen Dialog. (http://www.sana.sy/?p=644809)

Syrien begrüßte die Bemühungen der brüderlichen irakischen Regierung, die zentrale Autorität der Provinz Kirkûk und der übrigen Regionen wiederherzustellen, und sieht hoffnungsvoll dem Scheitern  der Pläne der Separa­tisten und ihrer Unterstützung zur Zerteilung des Landes entgegen und hofft auf die Erhaltung der Einheit von Land und Volk. Explizit war aus dem Außenministerium zu hören: „The referendum that was conducted by the separatists in northern Iraq serves the implementation of the Israeli agenda in the region, and it would aim at diverting attention away from the efforts exerted by the governments of Syria and Iraq against ISIS terrorist organization, especially ending this organi­zation’s presence in eastern Syria and western Iraq in Deir Ezzor and al-Anbar, [respectively].” (http://www.sana.sy/?p=644499 vom 17.10.2017) – Zudem bekräftigte die Behörde seine Unterstützung für die Bemühungen des Iraks, den Ter­rorismus zu bekämpfen, die staatliche Souveränität (wieder) zu etablieren, wie die Zusammenarbeit zwischen beiden Län­dern in ihrem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus und ihre kriminellen Organisa­tionen stärken zuwollen. (http://www.sana.sy/?p=644501)

News-Ticker: Wiederaufnahme der normalen Behördenarbeit in Kirkûk. http://www.alsumaria.tv/news/218885/

Die Sicherheitskräfte eröffnen wieder die Straße Kirkuk-Bagdad. (http://www.alsumaria.tv/news/218875/)

Die Bewohner von Kirkûk begrüßen die „großen Veränderungen“ in der Provinz und senden Botschaften an al-ʽAbâdî und Kurden. (http://www.alsumaria.tv/news/218880/ vom 17.10.2017)

Laut einer Quelle aus den Reihen der Sicherheitskräfte berichtete die staatliche Agentur INA [واع] darüber, daß mit der Besetzung des Ölfelds Bay Ḥassan am Morgen des 17.10.2017 nun wieder – d.h. seit dem IS-Einfall 2014 – die gesamte Provinz Kirkûk unter staatlicher Kontrolle sei. Zuvor waren in der Nacht des 16.10.2017 noch IS-Trupps in den Bezirk ad-Dibis im NW der Provinz Kirkûk eingefallen und hatten etliche Familien zur Flucht getrieben, die Extremisten wurden jedoch durch die Kräfte der Anti-Terror-Einheit eliminiert, wie as-Sûmariyya News meldete. Ebenfalls unter staatliche Kontrolle kehrte die Stadt Sinğâr –  Zentrum der Jesiden [Yazîdiyûn, vgl.u.]  im W der Nînawâ-Provinz infolge des Einsatzes von Armee- und Volkswehrkräften (al-Ḥašd aš-Šaʽbî) zurück. Die Pîšmarga hätten sich laut einer Quelle aus Mossul darauf zurückgezogen, alle Einwohner seien geblieben, die Lage dort sei stabil.(http://www.sana.sy/?p=644328)

Gemäß der vor kurzem gemeldeten Anordnung, daß alle führend an der Vorbereitung bzw. Organisation des verfassungswidrigen kurdischen Sezessionsreferendums Beteiligten strafrechtliche Konsequenzen zu erwarten hätten (vgl.u.), wurde der zuvor schon von seinem Amtssitz geflohene bisherige Provinzgouverneur von Kirkûk (vgl.u.) durch den Ministerpräsidenten seines Amtes enthoben. Nachfolger wird gemäß Rudaw-Meldung Rakan al-Jubouri [Rakân al-Ğubûrî]. (https://sptnkne.ws/fGsU) – Bedeutsam ist hier v.a. auch, daß Kirkûk gar nicht zum autonomen Kurdenregion des Iraks zählt, jedoch mittels Aktion des Gouverneurs an der Abstimmung teilnahem (und somit zudem das Wahlergebnis verfälschte).

Wichtige Bemerkung:

Kirkûk samt Umland gehört nicht zur autonomen Kurdenregion des Iraks, sondern wurde im gesamtirakischen Abwehrkampf gegen den IS von den kurdischen Pîšmarga erobert, dann jedoch nicht wieder der verfassungsgemäßen Kontrolle der Zentralregierung übergeben (Vgl. hierzu u. auch die illegalen Gebietsforderungen seitens der Initiatoren (v.a. Barzânî-Clan!) des Sezessionsreferendums).

Auch in einer öffentlichen Erklärung des Außenamts vom Mo., 16.10.2017, zur (Wieder)besetzung der Provinz Kirkûk durch Organe der Zentralregierung (vgl.u.) hieß es: „Trotz aller Gerüchte handelt es sich bei allen Militärkräften, die in Kirkuk vorgedrungen sind, nur um irakische Kräfte. Und es sind die PKK-Käm­pfer, die in Kirkuk als fremde Kräfte angesehen werden.“  Ziel sei es, daß die Zentralregierung die Kontrolle über  Kirkûk zurückerlange, was keineswegs eine Kriegserklärung bedeute. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33181-irak_milit%C3%A4roperation_zur_r%C3%BCckeroberung_kirkuks_wird_fortgesetzt)

Irakische Sicherheitskräfte und Militärs konnten in einer gemeinsamen Aktion Ayman Dawûd Dahâm al-Ḥalbasî (Aiman Davud Daham al-Halbussi) alias Ayman Spiker, einen  der bekanntesten IS-Kommandeure im Irak in Ḥalbasa auf dem Gebiet der Euphratschleife gegenüber der Stadt Falûğa zusammen mit zweien seiner Brüder gefangennehmen. Seinen Kampfnamen  erhielt er wegen seiner Beteiligung am Massaker der (nach der US-Invasion von 2003) zwischenzeitlichen US-Luftwaffenbasis Camp Spiker (auch: Spyker oder Speicher geschrieben) bzw. der Luftwaffenakademie Tikrît 2014 (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33119-m%C3%B6rder_von_3.000_irakischen_studenten_festgenommen)

Einmarsch in Kirkûk, Photo: SANA

Nachdem sich die kurdischen Pîšmarga geweigert hatten, sich aus den ehemaligen Kampfgebieten mit dem IS, die sie wie auch Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) als für die Kurdenregion erobert betrachteten, zurückzuziehen (vgl.u.) und dazu ein 72-stündiges Ultimatum der Zentralregierung hatten verstreichen lassen, rückten auf Befehl von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî entsprechend seiner zuvor gemachten Erklärung (vgl.u.) am Sonntagabend, 15.10.2017, irakische Streitkräfte unter tunlichstem Schutz der Bevölkerung in der Provinz Kirkûk ein und übernahmen die – der Zentralregierung verfassungsmäßig zustehende – Kontrolle über die Ölfelder einschließlich derer von Bâbâ Karkar und der North Oil Company (NOC), die wichtigsten Straßen, die Gebäude der Regionalregierung, zudem über den (Militär-)Flughafen Kirkûk und die Stützpunkte Kaiwân (Keyvan) und Ḫalid (Khalid) im Umland dieser Provinzhauptstadt und ebenso über Ṭûz Ḫurmâtû und die Grenzübergänge Ğisr Ḫâlid und Maryâm Bîk. Im Gefolge  zogen sich die Pîšmarga-Kräfte vom Zentrum von Dâqûq südlich von Kirkûk vollständig zurück. Zuvor floh der Gouverneur von Kirkûk, Nağm ad-Dîn Karîm (Najmaldin Karim), nach Arbîl, einige der Pîšmarga ergaben sich laut einem Bericht von al-ʽÂlam, z.B. in ad-Dabis (?), andere zogen sich dann doch  nach Arbîl und Sulaimâniyya zurück.
In einer von as-Sûmariyya News übertragenen Erklärung des Ministerpräsidenten forderte dieser die Pîšmarga dazu auf, sich ihrer Pflicht zu erinnern, unter Befehl der Zentralregierung zu agieren. Dann bemerkte er: „es ist meine Pflicht, nach der Verfassung vorzugehen, den Bürger zu dienen und die Einheit des Landes zu schützen, das durch das Beharren auf dem Referendum der Gefahr der Spaltung ausgesetzt ist. Dieses sei von einer gewissen Seite in der irakischen Region Kurdistan gerade zu einer Zeit ausgerufen worden, als es um den gemeinsamen Abwehrkampf gegen den Terrorismus, repräsentiert durch den IS ging. Ḥaidar al-ʽAbâdî bekräftigte nochmals, „weiterhin die Rechte des Volkes und seines nationalen Reichtums vor Ver­schwendung und Korruption zu verteidigen„.
Parlamentspräsident Salim al-Ğubûrî bemerkte zum Sachverhalt während seiner Teilnahme an der 137. Konferenz der Interparlamentarischen Union (IPU) in St. Petersburg selben Tags, die Operation  mit [Wieder-]Stationierung der Bun­despolizei in der Provinz Kirkûk sei auf die Erhaltung der Stabilität und Sicherheit jener Region gerichtet. Gleichzeitig warnte er vor Aktionen, die dies beeinträchtigen könnten.
Die durch die Bundespolizei und die schnelle Reaktionstruppe bzw. die Anti-Terroreinheit (CTS) ausgeführten Operationen bestätigte auch eine Militärquelle gegenüber as-Sûmariyya News.
(http://www.sana.sy/?p=643636, http://parstoday.com/de/news/world-i33151-irakische_kr%C3%A4fte_bringen_teil_von_kirkuk_unter_ihre_kontrolle)
Ergänzend teilte Pars Today aufgrund verschiedener Quellen mit, daß am Nachmittag des 16.10.2017, kurdische Spitzenpolitiker zu einem Krisentreffen mit dem irakischen Staatspräsidenten Fu´âd Maʽṣûm (vgl.u.), selbst Kurde, zusammenkamen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33171-irak_gouverneur_von_kirkuk_geflohen)

Luftangriff, Photo: SANA

Gemäß Mitteilung des Führers von al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der westlichen (an Syrien grenzenden) Provinz al-Anbâr, Qaṭarî al-ʽUbaidî, im Interview mit as-Sûmariyya News hat die Luftwaffe mit Suchoi-Kampfflugzeugen einen IS-Konvoi bestehend aus 300 Tanklastern, befüllt mit geraubtem Öl, erfolgreich angegriffen und vollends zerstört. Das Öl war wie üblich zum Schmuggel bestimmt. – Am Fr., 13.10.2017, war es Soldaten gelungen, drei Suizidattentäter mit Sprengstoffgürteln auszuschalten, als sie auf dem Weg in Wohngebiete von ar-Ramâdî, der Provinzhauptstadt von al-Anbâr waren.  (http://www.sana.sy/?p=643190 vom 15.10.2017)

Bei einem Treffen mit einer Delegation der irakischen Streit­kräftekoalition am Sa., 14.10.2017, bekräftigte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî nochmals die Position der Zentralregierung zum kurdischen Sezessionsreferendum und zur Durchführung der in der folge eingeleiteten Maßnahmen zum gesetzes- und verfassungsgemäßen Schutz der einheit des Landes. Die Patriotische Union Kurdistans versicherte ihrerseits, am Sonntag eine Abordnung nach Bagdad zu entsenden, um via Dialog die Beendigung des gegenwärtigen Konflikts um Kirkûk und den weiteren Spannungsgebieten zu erreichen. Zudem wurde volle Unterstützung für die o.e. Maßnahmen der Zentralregierung zugesichert. Durch Pars Today war noch zu erfahren, die beiden kurdischen ParteienPatriotische Union“ und „Bewegung für Wandel“ hätten die Botschaft von Staatspräsident  Fu´âd Maʽṣûm zur Sache (s.u.) begrüßt. Demgegenüber war von Kamal Kirkuki, einem Verantwortlicher der šmarga (Peschmerga) im Westen der Provinz Kirkûk zu hören, diese Truppen würden sich nicht aus der Provinz zurückziehen. Außerdem fügte er hinzu: „Wir haben notwendige Maßnahmen ergriffen, um mit Risiken umzugehen.“ (http://www.sana.sy/?p=643069; s.a. http://parstoday.com/de/news/world-i33103-irakischer_ministerpr%C3%A4sident_fordert_annullierung_des_sezessionsreferendums)

Innenminister Qâsim al-Aʽrağî, Photo: AP

Das Kommando der gemeinsamen  Streitkräfte zur Befreiung des Landes von den Terroristen gab am 13.10.2017 bekannt, gewisse Medienmeldungen über den Beginn einer Militäroperation südlich von Kirkûk [also im Kurdengebiet] seien falsch, wie bei  as-Sûmariyya News zu lesen war. Gleichzeitig wurden rechtliche Schritte denen angedroht, die solche Falschmeldungen verbreiteten und damit die öffentliche Meinung zu verwirren und manipulieren suchten.  Eine solche Entscheidung stehe nur dem Obersten Befehlshaber der Streitkräfte zu, der einen solchen Befehl nicht erteilt habe. Derzeit seien die vereinten  Streitkräfte mit Sicherungs- und Säuberungsarbeiten in den kürzlich befreiten Gebieten beschäftigt wie damit, die noch unter IS-Kontrolle verbliebenen Gegenden in al-Anbâr, Râwa und al-Qâ´im von den Terroristen zu befreien.
Auch Innenminister Qâsim al-Aʽrağî bestätigte, daß es die von gewissen Medien ausgestreuten Pläne nicht gebe und auch keinerlei entsprechende Operationen im Kirkûk-Gebiet durchgeführt würden. Vielmehr werde nach der erfolgten Befreiung der Gegend vom IS wieder der Zustand vor der Terroristeninvasion  vom 9.6.2014 wiederhergestellt. (http://www.sana.sy/?p=642395)  – Vgl. hierzu die übereinstimmende Verlautbarung des Ministerpräsidenten vom Vortag.
Aus beiden Äußerungen läßt sich schließen, daß offenbar von kurdischer Regierungsseite Falschmeldungen (sog. fake news) lanciert wurden, die kurdische Bevölkerung würde demnächst von ihrem eigenen Militär (unter Kommando der Zentralregierung) angegriffen auf Befehl dieser Zentralregierung, um somit künstlich Stimmung gegen letztere zu schüren.

In einer von Iraqi News zitierten Information des Sprechers des Innenministeriums Saʽd Maʽn vom 12.10.2017 heißt es zu einem Suizidanschlag in der Stadt Hît (vgl.u.) im Ostteil der Provinz al-Anbâr:  „Im Ergebnis des Angriffs, der von einem Attentäter mit einer Sprengstoffweste in einem Café im Stadtviertel al-Dawar in der Stadt Hit verübt wurde, wurden sieben Menschen getötet sowie 15 verletzt.“ Bei AP war dagegen von elf Todesopfern die Rede. (https://sptnkne.ws/fEss)

Vorgefundene US-Kampfmittel, Photo: SANA

Brigadegeneral ʽAbdullâh ʽArâqî, stellvertretender Kommandeur der Bodentruppen des Islamischen Revolutionsgar­de-Corps im Iran bestätigte, was zuvor schon mehrfach der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, der Presse gegenüber verdeutlicht hatte. Er, ʽArâqî, beschuldigt die US-Administration ebenfalls der Unterstützung des IS als wichtigstem Mittel, Syrien und den Irak zu destabilisieren. In einer Erklärung vom 11.10.2017 äußerte er: „Die USA führten Lufttransporte mit Waffen und Nahrungsmitteln an die extremistische Terrororganisation Dâʽiš [داعش, d.i. der IS] in den Provinzen Dair az-Zaur in Syrien und Diyâlâ, Ṣalâḥuddîn und Nînawâ im Irak durch, in denen sie schon fast aufgegeben hat.“ Weiter bemerkte er: „Die Amerikaner traten im Irak und Syrien angeblich an, um Dâʽiš zu kämpfen, während sich die Realität von jenen Ansprüchen an jedem Ort, an dem man mit den  Terroristen konfrontiert ist, unterscheidet.“ .Er fügte an: „Das Problem im Irak und in Syrien ist, daß die Amerikaner die dort [erg.: von den Streitkräften] gehetzten Terroristen als deren Herren [أسياد ] unterstützen“, mit dem Hinweis darauf, daß die Achse des Widerstands [d.s. die SAA und die sie im Counterterrorismus unterstützenden Streitkräfte] den US-Plan [erg.: zum Sturz der Regierung unter Präsident Dr. al-Assad]  in Syrien vereitelt habe.
Viele Fakten und Quellen bestätigten das Wirken Washingtons in dieser Hinsicht „einschließlich der irakischen Quellen über die Landung amerikanischer Waffen für die Terrororganisation  [d.i. Dâʽiš, IS] im Irak. Auch ein Sprecher des russischen Verteidigungs­ministe­riums, Generalmajor Igor Konaschenkow, habe vor einer Woche festgestellt, daß die US-Administration den Terroristen genaue Koordinaten [für ihre Angriffe auf die SAA, s. bzgl. 28.9.2017] geliefert habe und am 4.10.2017 aus dem Verteidigungsministerium in Moskau verlauten ließ: „The main obstacle to the complete elimination of ISIS in Syria is not the military capabilities of ter­rorists, but rather the support of the Americans.” (http://www.sana.sy/?p=641715)

Nachdem der Sicherheitsrat der kurdischen Regionalregierung unter dem schon seit Jahren nicht mehr im Amt befindlichen „Präsidenten“ Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) am 11.10.2017 auf seiner offiziellen Twitter-Seite die Behauptung aufgestellt hatte, die (Bundes-) Armee, Polizeikräfte und Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  planten, die Kurdenregion im Nordirak anzugreifen,  bekräftigte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 12.10.2017 im Einklang mit seinen bisherigen Verlautbarungen und Handlungen, die Zentralregierung in Bagdad beabsichtige keineswegs, die Armee gegen irakische Zivilisten, insbesondere in der Kurdenregion einzusetzen. Die Zentralregierung habe die verfassungsgemäße Aufgabe, durch Maßnahmen die Einheit des Landes zu verteidigen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i33017-al_abadi_bagdad_will_nicht_die_armee_gegen_die_menschen_in_kurdistan_einsetzen)

Das zuständige Gericht in Ost-Bagdad hat am 11.10.2017 dem entsprechenden Antrag des Nationalen Sicherheitsrates (s.u.) stattgegeben und die Verhaftung der Vorsitzenden und zweier weiterer Mit­glieder der Kommission angeordnet, welche im September das kurdische Sezessionsreferendum organisiert haben. (https://sptnkne.ws/fDT5)

Kommandeur Yârullâh, Photo: http://liputanislam.com

Generalleutnant ʽAbdul­amîr Rašîd Yârullâh, Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa, resümierte am Mi., 11.10.2017 gegenüber as-Sûmariyya News, die 2. Phase der gegenwärtigen Militäroperation sei mit der vollständigen Befreiung des Distrikts al-Ḥawîğa abgeschlossen. Hierzu wurde durch die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die letzten Gebiete im südlichen Teil des Umlands  von al-Ḥawîğa und ar-Riyâḍ wiederhergestellt wie über 161 Dörfer und Liegenschaften und die Straße al-Fatiḥaar-Riyâḍ nahe Kirkûk. Gesichert wurden laut dem Kommandeur auch die ḤamrînGebirgskette  von Ğisr Zuġaitûn bis Ğisr al-Fatiḥa in einem Gebiet von auf 45km mal 15km. (http://www.sana.sy/?p=641146)

Ḥaidar Hādī (Haidar Hadi), der irakische Botschafter in Ruß­land, gab am 10.10.2017 über die noch unter IS-Kontrolle stehende Fläche des Landes zu verstehen: „Ja, der IS kontrolliert derzeit etwa fünf Prozent des Territoriums, und man kann sagen, dass es die letzte Etappe der Zerschlagung des IS ist. Es gibt noch IS-Gruppen in einigen Orten, aber im Großen und Ganzen sind sie zerschlagen worden. Tatsächlich ist ein Sieg über den IS errungen worden, und an diesem Kampf haben alle Iraker teilge­nommen.2014 dagegen seien ca. 40% der staatsfläche unter IS-Herrschaft gestanden. „Der Sieg wurde aber dank der Teil­nah­me aller Iraker, aller nationalen und konfessionellen Gruppen am Krieg gegen den IS errungen“, setzte der Botschafter abschließend hinzu. (https://sptnkne.ws/fDvr)

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, teilte der Presse am Di., 10.10.2017, mit, die US-geführte Koalition imitiert im Irak nur den Kampf gegen die (IS-)Terroristen. Zudem wecke die Unterstützung der Terroristen aus dem Irak ernsthafte Fragen in Bezug auf die Ziele dieser Koalitionsoperationen. Seit die syrische Armee (SAA) so erfolgreich ihre Operation zur Befreiung der syrischen Provinz Dair az-Zaur (Nachbarprovinz des irakischen al-Anbâr!) habe jene ihre Luftschläge gegen Terroristen im Irak sogar wesentlich reduziert. „Die Befreiung des nun sehr tief im Hinterland bleibenden Rakka, welches die USA und die Koalition in den vergangenen sechs Monaten als zentrale Priorität ihres Kampfes gegen den IS bezeichneten, ist seit Monaten eingefroren“, betonte der Generalmajor. Dadurch habe sich das vom IS kontrollierte Gebiet im Irak sogar wieder vergrößert! (https://sptnkne.ws/fDke) Dies treffe v.a. auf den westlichen Teil des Iraks [d.h. die Provinz al-Anbâr] zu. (https://sptnkne.ws/fDpr)
Ergänzend führte der Generalmajor aus: „Täglich werden Versuche zur Verlegung von neuen IS-Kräften nach al-Mayadin fixiert, unter denen es viele ausländische Söldner gibt, die aus dem Irak in das syrische Territorium eingedrungen sind.“ Die ISVerstärkung aus dem Irak  rücke hierzu mit Panzertechnik und Geländewagen mit darauf installierten großkalibrigen Waffen an. Diese seien Ziel der russischen Kampfflieger. (http://www.sana.sy/?p=640484, für Zitat in Deutsch: https://sptnkne.ws/fDmw)

Die irakische Luftwaffe zerstört laut Mitteilung von as-Sûmariyya News vom 9.10.2017 ein ISWüstenlager in West-al-Anbâr. (http://www.sana.sy/?p=639960)

Infolge des kurdischen Sezessionsreferendums (s.u.) hat der Regierungsausschuß für nationale Sicherheit in Bagdad Klage gegen Masʽûd Barzânî (zur Einordnung der Person s.u.!) angekündigt und Maßnahmen für die autonome Kurdenregion eingeleitet wie der kurdische Nachrichtensenders rudaw meldete. Hierzu gehört die Übernahme der Kontrolle über die in der Kurdenregion ansässigen Mobilfunkanbieter durch die Zentralregierung sowie die Verlegung des Sitzes der  Unternehmen dieser Branche nach Bagdad. Juristische Schritte werden zudem gegen jene Staatsbedienstete gefordert, welche an jenem – vom Obersten Gericht (s.u.) als verfassungswidrig erklärten – Referendum  vom 25.9.2017 teilgenommen haben. Von diesen wurde bereits eine Liste erstellt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32857-irak_klagt_kurdenf%C3%BChrer_offiziell_an vom 9.10.2017)

Trilaterales Treffen, Abb.: Pars Today

In Bagdad ist in den kommenden Tagen ist ein trilaterales Treffen der Präsidenten des Irans, der Türkei und  des irakischen Ministerpräsidenten zu den Folgen des kurdischen Sezessionsreferendums geplant, gab Ğâsim Muḥammad Ğaʽfar (Dschasim Mohammad Dschafar), ein Verantwortlicher der  Nationalallianz (s.u.)  am So., 8.10.2017, gegenüber al-ʽArabiyya bekannt. Dabei sollen Mechanismen zum Umgang mit dem Konflikt im irakischen Kurdengebiet und dem Sezessionsreferendum erörtert werden. „Die gegen die örtliche Verwaltung der kurdischen Region im Irak getroffenen Maßnahmen dürfen nicht zu einem Mittel werden, um die irakischen Kurden zu schädigen.“, bemerkte er jedoch und geht darin mit der Zentralregierung konform (vgl.u.). (http://parstoday.com/de/news/world-i32817-trilaterales_treffen_der_regierungschefs_i- rans_iraks_und_der_t%C3%BCrkei_zum_referendum_in_iraki- scher_kurdenregion)

Am 1.11.2017 sollen die anstehende allgemeinen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Kurdistan durchgeführt werden. (https://sptnkne.ws/fBtV) – Da Masʽûd Barzânî trotz Ablauf seiner Amtszeit vor Jahren im Präsidium blieb (s.u.), bekäme dann diese autonome Region des Iraks (als Föderalstaat seit der US-Invasion von 2003!) endlich wieder einen gewählten Präsidenten.

Europäische IS-Terroristen, Photo: Pars Today

Dr. Ğawad Qâsim al-Hindâwî, iraki­scher Botschafter in Brüssel, gab laut The Independent vom 8.10.2017 hinsichtlich der europäischen IS-Kämpfer in seinem Land an: „Sie sind Bürger aus Belgien, Russland, Tschetschenien und Zentralasien, die sich der IS-Terrormiliz angeschlossen haben  und  die   nun  mit Todesstrafe   rechnwen müssen. Rund 1.400 IS-Familienmitglieder befinden sich in der Nähe von Mossul im Nordirak. Sie kommen aus der Türkei, ostasiatischen Ländern, Frankreich und Deutschland.“ Ferner informierte er die Presse: „Bagdad arbeitet mit den europäischen Staaten zusammen, um eine Entscheidung über die Lage der IS-Familien zu treffen. Einige europäische Länder wollen aber nicht, dass die IS-Familien in ihre  Heimatländer  zurückzukehren.“ –  EU-Angaben gemäß seien 15 – 20 % der europäischen Terroristen im Irak und in Syrien getötet worden,  30 – 35%  in ihre Heimatländer zurück­gekehrt, während ca. 50% der Terroristen sich noch in diesen beiden Ländern befänden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32789-irak_mindestens_100_europ%C3%A4ische_is_k%C3%A4mpfer_vor_gericht)

Das Außenministerium bat die Regierungen des Irans wie der Türkei darum, die Handelsbeziehungen mit der nordirakischen Kurdenregion einzustellen. Wörtlich gab der Außenamtssprecher zu verstehen: „Solange die Kontrolle der Grenzübergänge nicht an die Zentralregierung in Bagdad übergeben wird, fordern wir die zwei Bruderländer Iran und die Türkei auf, die Grenzen zu blockieren.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i32735-irak_iran_und_t%C3%BCr-kei_sollen_handelsbeziehungen_zur_irakischen_kurdenregion_ein-stellen vom 7.10.2017)

Während seines Besuches in Damaskus als Leiter einer iranischen Delegation war sich ʿAlāʾ ad-Dîn Barûğardî (Alaeddin Boroujerdi),  Vorsitzender des par­la­mentarischen Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des Šûrâ-Rats der IRI, mit Syriens Vizepremier und Außenminister Walîd al-Mu­ʽallim darin einig, daß das kurdische Sezessionsreferendum (s.u.) abzulehnen sei. Es stelle eine Gefahr für die Souveränität und territoriale Einheit des Iraks dar. Die Nachbarn des Iraks würden deren Gefährdung nicht dulden. Das Referendum sei „doomed to failure”.  Klar äußerte der Gast: „What is happening in the Kurdistan region represents for Iran a transgression of a red line, and Teh­ran will not stand idly by.”  Barûğardî informierte zudem darüber, es fänden Dialogsitzungen zwischen iranischen und irakischen Amtsträgern zum Sachverhalt statt. (http://sana.sy/en/?p=115235 vom 5.10.2017)
Hintergrundinformation: Laut einer vom Politologen Th. Meyssan zitierten Meldung der Kurds-Israel Revue wurde von einem Abkommen zwischen der israelischen Regierung wie der kurdisch-irakischen Regionalregierung unter Barzânî bekanntgemacht, wonach sofort nach der Erklärung der Unabhängigkeit des neu geschaffenen Kurdistan im Nordirak (von jedoch fünffacher Größe auf Kosten der indigenen christlichen arabischen Bevölkerung, dazu vgl.u.!)  infolge des durchgezogenen Sezessionsreferendums vom 25.9.2017 (s.u.) 200.000 israelische Bürger nach „Kurdistan“ umgesiedelt und und dort umgehend Raketen durch die israelische Armee installiert würden, um Syrien und den Iran von dieser neuen Seite aus zu bedrohen. (http://www.voltairenet.org/article198324.html)

Nûrî al-Mâlikî, Photo: Pars Today

Nûrî al-Mâlikî, der frühere und eigentlich auch wiedergewählte Ministerpräsident des Irak, der jedoch seither als Vizepräsident agiert (vgl.u.), wurde nun als Nachfolger von ʽAmmâr al-Ḥakîm (Vorsitzender des Obersten Islami­schen Rates (engl. abgek.: SIIC, s.u.) zum Vorsit­zen­den der Nationalallianz, der größten politischen Allianz im Irak, gewählt. Diese besteht seit August 2009 als Zusammenschluß der vier Gruppen: Rechtsstaatkoalition, Oberster Islamischer Rat im Irak, Reform-Partei und der Ṣadr-Bewegung. Mit mehr als 185 Sitzen bildet sie damit die Mehrheit im Parlament. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32621-nuri_al_maliki_ist_neuer_vorsitzender_der_iraki- schen_nationalallianz vom 4.10.2017)

Das Parlament in Damaskus erklärte in einer Stellungnahme vom 4.10.2017 zum Irak, die Erhaltung von dessen territorialen Integrität sei essentiell notwendig. Jeglicher Versuch der Zerteilung (s.u. Balkanisierung!) des befreundeten Nachbarlands sei abzulehnen.  Der von den USA unterstützte zionistische Plan hierzu ziele auf eine Schwächung des Irak wie Syriens als Verteidiger der Rechte der Palästinenser wie im Kampf zur Ausrottung des Terrorismus. Nur die Einigkeit der arabischen Länder, die in der Verantwortung aller Araber stehe. (http://sana.sy/en/?p=115141) – Hinsichtlich des Gebrauchs des Adjektivs „zionistisch“ führte der seit den 1960ern in der BRD lebende türkischstämmige šiʽitische Muslim Dr. Ing. Yavuz Özoguz am 16.6.2017 in einem Beitrags für Pars Today mit dem Titel „Die Angst der Zionisten vor Untergang der Apartheidsstaaten“, aus, dieser werde benutzt, um deutlich zu machen, daß es (gerade) nicht um Anti-Semitismus, genauer Anti-Judaismus, gehe. (http://parstoday.com/de/news/world-i28318die_angst_der_zionisten_vor_untergang_der_apartheidsstaaten)

Gemäß Generalleutnant ʽAbdul­amîr Rašîd Yârullâh, dem Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa, befreiten die gemeinsamen irakischen Streitkräfte 150 Dörfer und beseitigen 385 Terroristen laut Meldung von as-Sûmariyya News. Zerstört wurden ein Hauptquartier mit 20 Terroristen, fünf Anlagen zur Herstellung von Sprengkörpern und Autobomben, fünf Kommunikationszentren und zehn Waffen- und Munitionsdepots.(http://www.sana.sy/?p=639097  vom 7.10.2017)

Im al-Ḥawîğa-Distrikt entdeckten Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  zehn Mas­sen­gräber irakischer Soldaten und Zivilisten. Unter den Opfern des IS befanden sich Frauen und Kinder. ( http://www.sana.sy/?p=639046 vom 7.10.2017)

al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Photo: SANA

al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Photo: SANA

Die Luftwaffe zerstörte gezielt IS-Verstecke im Bezirk von deren Stützpunkt Rawâh in West-alAnbâr, 35km westlich von ar-Ramâdî wie INA und  as-Sûmariyya News am 6.10.2017 meldeten. (http://www.sana.sy/?p=638611)

Am 5.10.2017 verkündete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die vollständige Befreiung der Stadt al-Ḥawîğa vom IS. (http://www.sana.sy/?p=637796)

Die vereinten Streitkräfte machten am 4.10.2017 weitere Fortschritte im Operationsgebiet von al-Ḥawîğa, wie as-Sûmariyya News meldete. Einer lokalen  Quelle aus Kirkûk zufolge, flohen zudem viele IS-Terroristen von den Fronten. Gemäß dem Kommandeur Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârul­lâh bewegten sich die Streitkräfte auf das Gebiet von ar-Riyâḍ zu. (http://www.sana.sy/?p=637055) Am 4.10.2017 erkämpften sich die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Verbindungsstraße Baiğî al-Ḥawîğa  vom W her zurück sowie über die Dörfer Nâyif Ibrâhîm, as-Saʽîdiyya und al-Ġâziyya westlich von al-Ḥawîğa und Ğisr al-Fatiḥa, wie ein Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî den Medien berichtete. (http://www.sana.sy/?p=637243)

Ğalâl Ṭalabānī gestorben, Photo: SANA

In einem Berliner Krankenhaus verstarb am 3.10.2017 der frühere kurdische Präsident Ğalâl Ṭâlabānī, u.a. Gründer der Patriotische Union Kurdistans (PUK) in Westberlin im Alter von 84 Jahren. Nach der US-Invasion von 2003 wurde er als Präsident der Übergangsregierung eingesetzt, später als solcher wiedergewählt und von 2005 – 2014 im Amt. (http://www.sana.sy/?p=636874, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32609-irans_au%C3%9Fenmini­ster_kondoliert_anl%C3%A4%C3%9Flich_des_todes_von_dschalal_talabani)

Laut Aussage des Parlamentsabgeordneten Ğâsim Muḥammad Ğaʽfar  (Jasem Mohammad Jafar) vom 3.10.2017 verkündete der trotz langem Verstreichen seiner Amtszeit nicht aus dem Präsidium der Kurdenregion weichende Masʽûd Barzânî (vgl.u.) bei einem Treffen mit kurdischen Positionsträgern, für den Fall, daß sich irakische Soldaten den Ölfeldern von Kirkûk näherten, rufe er [erg.: die Pîšmarga] auf, auf erstere zu schießen. – Daraufhin warnte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî bei der wöchentlichen Pressekonferenz die Verantwort­lichen der irakischen Kurdenregion vor der Entsendung  der Pîšmarga nach Kirkûk. Im Konfliktgebiet solle man vielmehr gemeinsam vorgehen. Zudem machte er deutlich, daß Entscheidungen der irakischen Zentralregierung gegen die Behörden der Region Kurd­istan nicht die kurdischen Bürger beträfen. Nochmals erinnerte er daran, daß im Land das GrundgesetzReferenz und Prinzip“ für Gespräche mit der Autonomen Kurden­re­gion sei.  Zu Gesprächen mit der Regionalregierung in Arbîl sei man unter der Bedingung, daß sich jene an das Grundgesetz halte und das Referendumsergebnis streiche, weiterhin bereit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32607-al_abadi_warnt_vor_milit%C3%A4rischen_schritten_der_peshmerga_in_kirkuk)

Am 3.10.2017 befreiten al-Ḥašd aš-Šaʽbî  laut INA-Mitteilung die Dörfer al-ʽAṣiriyya,  ʽAṣiriyya Talîl al-Qamar,  ʽAṣiriyya as-Saṭî im NO von al-Ḥawîğa von der IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=636442)

Getöteter US-Soldat, Photo: Pars Today

Das US-Militär teilte am 2.10.2017 mit, daß infolge der Detonation einer Straßenbombe am 1.10.2017 ein  US-Soldat getötet, ein weiterer verwundet wurde. Genaueres könne man zum Zeitpunkt noch nicht sagen, die betroffenen Familien würden jedoch informiert.  (http://www.sana.sy/?p=635821)

Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî informierte am 2.10.2017 die Nachrichtenagentur INA darüber, daß die Volkswehr heute die Dörfer Sayyid Ḥassûn und as-Saʽîdî südöstlich von al-Ḥawîğa im SW der Provinz Kirkûk befreit, den Wâdî Zuġaitûn vollständig geräumt habe. Andere Einheiten rückten in Richtung ar-Rašâd vor und eroberten die Anhöhen Madak al-Maṭar, al-Ḫadîğa und Tal Ṣâliḥ westlich von ar-Rašâd und zerstörten sämtliche Verteidigungsanlagen des IS auf den Anhöhen.
Ein Vertreter der Badr-Organisation gab gegenüber as-Sûmariyya News zur Kenntnis, daß deren Streitkräfte heute die Kontrolle über die Ostseite des ar-Rašâd-Flughafens und 17 Dörfer südlich und östlich von al-Ḥawîğa zurückgewonnen hätten, nämlich: al-ʽAwâšira und ʽAbdul ʽAzîz, as-Sân,  Mullâ Nâṣif und Ṭâr al-Ḥamar, Kûrdara, Tal Ḫadîğa, Ḫâṣa, al-Fašaka, Ġaida und Šabîğaba, aṣ-Ṣaḫûr und Dikmât und as-Saṭîḥ und Ḍabâġ al-Farġûl, ʽAṣiriyya as-Saṭîḥ.
Gemäß lokalen Quellen wurde eine ISScharfschützen-Einheit, bestehend aus 5 – 6 Elementen, versteckt am Stadtrand von ar-Rašâd südlich von Kirkuk, durch einen Luftschlag aufgrund vorhergehender genauer Geheimdienstaufklärung ausgelöscht.
Auch wurde Abû Bilâl al-Ma [d.h. der Ägypter], ein IS-Kommandeur im Gefecht mit einer al-Ḥašd aš-Šaʽbî-Gruppe getötet im Umfeld von al-Ḥawîğa getötet.  Verhaftet werden konnte zudem der sog. Wâlî [IS-Gouverneur] von al-Ḥawîğa namens Mûsâ Iskandar auf der Flucht aus dieser Stadt in Richtung Ṣalâḥuddîn gefangengenommen.
Sicherheitskräfte der Armee und Polizisten mit Unterstützung von Stammesleuten eliminierten in den letzten beiden Tagen 10 IS-Suizidattentäter westlich von Abû Ğîr, 35km im Westen von ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr.
In Bagdad machten  Sicherheitskräfte drei Suizidattentäter und 19 Fahrzeuge zum Zweck der Verübung von Anschlägen unschädlich.
Das Operationskommando in  Bagdad gab bekannt, daß es südwestlich der Hauptstadt zur Verhaftung eines des Terroristen im Besitz von vier Sprengkörpern und Raketen gekommen war. (http://www.sana.sy/?p=635763)

Befreiungsoperation, Photo: SANA

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdul­amîr Rašîd Yârullâh, dem Befehlshaber der Befreiungsoperation im Raum al-Ḥawîğa befreiten  Teile der 9. Panzerdivision und  die Brigaden 2, 11, 42, 56 und 88 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî sowie eine Brigade des 3. Kommando der Bundespolizei Dutzende Orte, nämlich ar-Ramil, al-Aṣfar, al-Ḥamal, al-Ḥamad, al-Mansiyya, al-Bû Kanʽân, Ṭawîlʽa, as-Salmân, al-Aʽwîğ, al-Bû Saif, Ḥamad Šarğî, Sarây al-Faḍl, Tal as-Sarây, ʽAlî, Samy, ʽAlî Šalġam, Šalâl Maṭar, ʽAğâğ Muḥassan, aš-Šaʽîbât, al-ʽAsâkira, Wâdî al-Ḫarâfiša, die Anwar al-ʽÂṣî-Bahnstation; Saḥân al-Mašlağ,  as-Suwaisa, Ğadîda, Nâyif aṣ-Ṣâliḥ und eroberten den nördlichen Teil der ḤamrînGebirgskette; alsdann erkämpften die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Straße in Richtung Ğisr Zuġaitûn und ar-Riyâ, den Flughafen al-Fatiḥa, das Ölgewinnungsunternehmen in den ʽAğîl-Bergen und darüber hinaus; Kontingente der Bundespolizei, der schnellen Reaktionstruppe wie von al-Ḥašd aš-Šaʽbî befreiten im Weiteren die Dörfer ad-Dâwidiyya, al-Qasâmiyya, al-Muʽtaim, Sayyid ʽAlî, Šaiḫ Ğâsim, Mala Ḥassan, Salmân al- Ḥamîd, Mağûl ʽAlîğ, Taba, Ḥussain Naʽîm, al-Marâdiyya, Tal aḏ-Ḏahab as-Saflâ, ʽAlî as-Sulṭân, al-Bû Ğaḥš, Ḥussain ʽAlî Murâd, Ḥauḍ 18, al-ʽAwâšir, as-Sarây, Tal as-Sarây, al-Ğâsimiyya, Umm at-Tilâl, ʽÎn as-Sulṭân, Nağim, Tal al-Ġazâl, Sarhîd al-Maṭar, al-Ḥawîḏân, Aṯirbân, al-Buraiğ. Die Anti-Terror-Kräfte mit den Brigade 5, 10, 22 und 27 von  al-Ḥašd aš-Šaʽbî und Teile der  östlich des Tigris operierenden Gruppe erkämpften die Kontrolle über die Dörfer Kanʽân, al-Maidân al-Ğanûbî und al-Maidân aš-Šamâlî, ar-Rafîʽ, al-Ḥamîḍa, Ġarb Hağûl, Ğifâr ʽÛn, ʽIzzaddîn Šâkir,  Abû ʽArkûba, al-ʽAwâšira,  Ibrâhîm aṣ-Ṣâliḥ, al-Busta, as-Sakûn, Falâḥ Farḥân, Mabdad und ʽÎn Manât  zurück.   (http://www.sana.sy/?p=635620 vom 1.10.2017) – Seit Beginn dieses Operationsabschnitts seien laut der Nachrichtenagentur  INA 207 Terroristen getötet und 344km2  zurückerobert, 50 Sprengstoffpakete entschärft und 20 Fahrzeuge des IS zerbombt worden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32507-zweite_phase_der_befreiungsoperation_in_al_hawidscha_207_terroristen_get%C3%B6tet).

Aḥmad Abū l-Ġaiṭ, Generalsekretär der Arabischen Liga, Photo: alecso.org

Im Telefongespräch  mit Aḥmad  Abū l-Ġaiṭ, Generalsekretär der Arabischen Liga, versicherte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî am 1.10.2017, man werde im Counterterrorismus nicht nachlassen. Bislang hätten die vereinten Streitkräfte schon beachtliche Siege errungen und weite Gebiete befreit, wie aš-Šafaq News berichtete. außerdem konstatierte er: „Was die föderale Regierung gegen die Abspaltung der Region Kurdistan unternommen hat, sind nur eine Reihe von legalen Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung der Einheit und Integrität des Irak dienen; wir wollen unsere Landsleute nicht damit bestrafen.“   Abū l-Ġaiṭ bestätigte nochmals die Ablehnung gegenüber  dem kurdischen Sezessionsreferendums und  das Fortbestehens der Unterstützung der Arabi­sche Liga für die Regierung des Landes. (http://parstoday.com/de/news/world-i32503-al_abadi_terrorismusbek%C3%A4mpfung_darf_wegen_differenzen_nicht_in_gefahr_geraten)
Zum Hintergrund: Gemäß Ausführung des Politolgen Th. Meyssan gelang es der Familie Barzânî, das Gebiet der usrpünglichen irakischen Kurdenregion unter Ausnutzung von lokalen Konflikten und Kriegen in der Region seit 15 Jahren auf das Fünffache zu vergrößern und zwar auf Kosten  der indi­genen christlichen und arabischen Volksgruppen. (http://www.voltairenet.org/article198324.html)

Der kurdischen Bevölkerung sicherte al-ʽAbâdî zudem den Schutz der Regierung zu und schrieb  auf  Twitter : „Wir lassen nicht zu, dass Ihnen etwas zustößt, wir teilen unser Brot mit Ihnen.“  Auf Nachfrage eines französischen hierzu antwortete der Berater des Ministerpräsidenten: „Der Ministerpräsident meinte je­den  mögli­chen Angriff, egal ob er vom In- oder Ausland erfolgt.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32473-iraks_ministerpr%C3%A4sident_warnt_vor_m%C3%B6glichen_angriffen_gegen_kurden vom 1.10.2017)

Ministerpräsident für territoriale Einheit, Photo: SANA

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî betonte in einer Rede vom So., 1.10.2017, nochmals, die Bedeutung der Einheit des Landes und seines Volkes in jeder Hinsicht. diese sei allein schon für die gemeinsame Besiegung des Terrorismus notwendig. Die Abtrennung einer Region stehe nicht zur Debatte, zitierte ihn as-Sûmariyya News. (http://www.sana.sy/?p=635119)

Nach Meldung von as-Sûmariyya News berichtete der Kreistagschef der Stadt Hît in der Provinz al-Anbâr, Muḥammad al-Muḥammadî, die Sicherheitskräfte hätten vier IS-Suizidattentäter mit Sprengstoffgürteln rechtzeitig eliminieren können, bevor sie in die Stadt eindringen konnten. Andererseits waren bei einem Bombenanschlag in Hît ein Soldat getötet, drei weitere verletzt. Dennoch konstatierte al-Muḥammadî, die Sicherheitslage der Stadt sei stabil, sie stehe unter Kontrolle der Sicherheitskräfte und Stämme.
Drei andere IS-Suizidattentäter, die sich versteckt in einem Hause im Gebiet Abû al-Ğîr westlich der Stadt ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr versteckt hielten, wurden ebenfalls getötet. (http://www.sana.sy/?p=635139 vom 1.10.2017)

Türkischer Staatspräsident Erdogan, Photo: SANA

Im Irak und Syrien wirkt es mehr als befremdlich, wenn der türkische Staatspräsident Erdogan während einer Rede bei einem AKP-Treffen plötzlich behauptet,  großen Wert auf  die Einheit von Syrien und des Iraks zu legen, und dabei ganz darauf vergißt, daß seine Regierung seit Jahren die Terroristen in beiden Ländern kräftig unterstützte, die jene beinahe zerstört hätten. (http://www.sana.sy/?p=634886 vom 30.9.2017).

Wie schon bzgl. des kurdischen Abspaltungseferendums angekündigt (vgl.u.), verbietet der Iran nun jegliche Verbringung von Treibstoffprodukten in die und aus der Kurdenregion des Iraks. (http://www.sana.sy/?p=634660 vom 30.9.2017)

Nach einer gemeinsamen Sitzung hoher Befehlshaber der iranischen und irakischen Streitkräfte vom Morgen des 30.9.2017, gab der  iranische Brigade-General Masʽûd  Ğazâ´irî laut einer Meldung von Tasnîm News bekannt, daß in den nächsten Tagen ein Militärmanöver beider Armeeteile an der gemeinsamen Grenze stattfinde. Es gehe um die Sicherung dieser Grenze wie der Grenzübergänge (s.u.) und der Anrainergebiete Qaṣr Šîrîn, Barwîz Ḫân, Bâšmâq in Marîwân, Tamarğîn in Bîrânšahar. Dabei wiederholte der General, seiner Regierung sei die Erhaltung der Integrität und die Einheit des irakischen Territoriums wichtig, auch betonte er die Illegalität des kurdischen Sezessionsreferendums im Nordirak.  (http://www.sana.sy/?p=634799)

Armee sichert in befreiten Orten, Photo: SANA

In Ausführung der zweiten vom Ministerpräsidenten am Vortag angekündigten  Phase der Militäroperation im Raum al-Ḥawîğa etc. (vgl.u.) befreiten die vereinten Streitkräfte aus Bundespolizei, schneller Reaktionstruppe und al-Ḥašd aš-Šaʽbî  laut Aussage von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh am 30.9.2017 gegenüber as-Sûmariyya News 26 Dörfer, nämlich al-Aḥnaf, aṭ-Ṭâriqiyya, ʽArṣa, al-Mutawakiliyya, Tal Laḥam, al-Ğaʽfariyya, as-Saʽadiyya, Kîsûma, Tal al-Hawâ, al-Ḥamdâniyya, al-ʽIyûn, Tulûl Ḏiyâb, aš-Šanta,dazu: Warîdiyya, as-Sabtî, Nuwâikîṭ, al-Ḥuwâ´iğ al-ʽAliyâ und al-Ḥuwâ´iğ as-Saflâ, Tal  aḏ-Ḏahab al-ʽAliyâ und Tal  aḏ-Ḏahab as-Saflâ, sodann as-Sawîd,  al-Maḫallaṭ, Tal ʽUbaid, Tal  Saʽîd, al-Bû Ṣaḫara und Ḥamad al-ʽAlî.   Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, Kommandant der Tigris-Operationen, meldete,  daß während eines Bombardements der Luftwaffe nordöstlich von Baʽqûba drei IS-Terroristen getötet worden seien, darunter ein Anführer. Der Polizei gelang es, einen IS-Suizidattentäter zu eliminieren, der sich vor einer Poli­zeistation linkerseits von aš-Šarqâṭ in im Norden der Provinz Ṣalâḥuddîn in die Luft sprengen wollte.  Andererseits wurden durch einen Bombenanschlag in Bagdad zwei Zivilisten getötet,  drei andere verletzt. (http://www.sana.sy/?p=634816)
Später am Tag wurden zudem die ʽAlâs-Ölfelder in al-Kamâl vollständig zurückerobert, wie Hâdî al-ʽÂmirî, Generalsekretär der Badr-Organisation innerhalb von al-Ḥašd aš-Šaʽbî und damit einer Führer dieser Volkswehr gegenüber as-Sûmariyya News bekannt gab. (http://www.sana.sy/?p=635084)

Nach Abgang des letzten internationalen Flugs vom Flughafen Arbîl wurde dieser für den Luftverkehr geschlossen. Eine Großzahl von Ländern ist dem Aufruf  der Zentralregierung in Bagdad nachgekommen, Flüge dorthin und von dort auszusetzen.
Nach vorhergehender Absprache mit dem Iran und der Türkei sind die drei offiziellen Grenzübergänge aus der und zur Kurdenregion des Iraks von der zentralen Grenzbehörde übernommen worden (vgl.u.) und stehen unter deren Kontrolle, die wichtigsten davon sind die beiden zum Iran: Ḥâğ ʽUmrân  und Bâšmâġ. (http://parstoday.com/de/news/world-i32439-bagdad_kontrolle_kurdischer_grenz%C3%BCberg%C3%A4nge_durch_kooperation_mit_iran_und_t%C3%Bcrkei vom 30.9.2017)

Zur Übernahme der Grenzkontrollen gehen am Samstagmorgen, 30.9.2017, offizielle Verantwortliche des Amts für Grenzkontrollen in Begleitung dreier Militär-Delegationen in die Kurdenregion ab. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32417-irak_schickt_drei_milit%C3%A4r_delegationen_in_die_kurdenregion)

Karbalâ´, Quelle: star.com.tr

Während seiner Freitagsansprache am 29.9.2017 wandte sich der offizielle Vertreter von Ayatullâh ʿAlī al-Ḥussainī as-Sīsitānī [Bild s.u., 14.8.2017!], des obersten šîʽitischen Geistlichen des Landes, in der Pilgerstadt Karbalâ´ gegen das kurdische Sezessionsreferendum und rief zur Einhaltung der Verfassung und Beachtung des Entscheids des Obersten Gerichtshofes (s.u.) auf. Gerade sei die irakische Bevölkerung dem vom IS verursachten Leid entkommen und  sei noch dabei, diese Phase hinter sich zu bringen, da gebe es Versuche, das Land und die Bevölkerung mit einem neuen Leiden zu überziehen, indem man es zu spalten trachte. Schließlich warnte er die Führung der Kurdenregion vor den schwerwiegenden Folgen einer Abspaltung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32411-gro%C3%9Fayatollah_sistani_lehnt_ab-spal-tung_der_kurdenregion_vom_irak_ab)

US-Außenminister Rex Tillerson wird im Internetportal des US-Amts zum kurdischen Sezessionsreferendum am Fr., 29.9.2017, wie folgt zitiert: „Der Abstimmung fehlt es an jeglicher Legitimität.„, gefolgt von: „Wir unterstützen weiterhin einen fortschritllichen (sic!), demokratischen, föderalen und einheitlichen Irak und sind besorgt über die möglichen negativen Konsequenzen dieses einseitigen Handelns“ und  der Mahnung: „Der Kampf gegen die IS-Terrormiliz ist noch nicht zu Ende„. (http://parstoday.com/de/news/world-i32431-usa_erkennen_kurdisches_sezessionsreferendum_nicht_an)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gab am 29.9.2017 den Beginn der zweiten Phase der Militäroperation zur Befreiung von al-Ḥawîğa samt Umgebung und der Gebiete westlich der Stadt Kirkûk im Norden des Irak vom IS, dem Ableger von al-Qâʽida bekannt. (http://www.sana.sy/?p=634398)

Beim Treffen zwischen dem UNVertreter Jan Kubisch und dem Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî in Bagdad am Do., 28.9.2017 erklärte ersterer, die Staatengemeinschaft unterstütze die territoriale Integrität des Iraks, die UNO sei auch bereit zur Vermittlung mit Regionalregierung der Kurdenregion. Al-Ğaʽfarî  unterstrich die Bereitschaft  der Zentralregierung zur Zusammenarbeit. Im Kampf gegen den IS bedürfe man allerdings  konsequenterer Unterstützung. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32409-uno_bieten_erbil_und_bagdad_vermittlung_an)

Arbîl-Flughafen, Photo: Pars Today

Arbîl-Flughafen, Photo: Pars Today

Die Zentralregierung hat der kurdischen Regionalregierung ein Ultimatum gestellt: gemäß Entscheidung von Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî und des Ministerrates sei nach Durchführung des verfassungswidrigen Sezessionsreferendum die Kontrolle über die beiden Flughäfen Arbîl und Sulaimâniyya binnen drei Tagen dem Bundes­amt für Zivilluftfahrt zu übertragen.  Ansonsten würden alle internationalen Flüge ohne Ausnahme vom internationalen Flughafen Arbîl ab Freitagabend [18.00 Uhr Ortszeit] ausgesetzt, teilte der Flughafendirektor Talâr Fâ´ik Ṣalâḥ am 28.9.2017 der Presse mit. Der Iran und die Türkei haben bereits die Flugverbindung nach Arbîl gestoppt. (http://www.sana.sy/?p=633756)

Nach Angaben des Polizeichefs von al-Anbâr, Generalmajor Hâdî Razîğ Kasâr, vom 27.9.2017 konnten die Sicherheitskräfte zusammen mit Stammeskämpfern die Kontrolle über die Gebiete aṭ-Ṭâš und al-Mağar südlich von ar-Ramâdî im Kampf gegen den IS zurückgewinnen und dabei sämtliche Terroristen zu töten. (http://www.sana.sy/?p=633166)

Gegen das Sezessionsreferendum und für die Erhaltung der territorialen Einheit des Iraks sprachen sich nach der trotz aller Proteste (s.u.) stattgefundenen Wahl mehrfach Rußland (http://www.sana.sy/?p=633094, http://www.sana.sy/?p=632709) und der Iran aus (http://www.sana.sy/?p=632802, http://www.sana.sy/?p=633149). Die syrische Position war und ist grundsätzlich dieselbe wie die der Zentralregierung in Bagdad (vgl. z.B. die Stellungnahme von Außenminister Walîd al-Mu­ʽallim während der Presse-Konferenz vom So., 24.9.2017, in New York). Auf der offiziellen EU-Webseite war vom Bedauern über die Abhaltung des Referendums in der irakischen Kurdenregion wie über die Ignoranz Barzânîs gegenüber der Aufforderung, die Abstimmung fallen zu lassen, zu lesen. Erneut forderte die EU dazu auf, Ruhe und Frieden zu bewahren und zu versuchen, weiterhin durch konstruktive und friedliche Verhandlungsgespräche eine Konfliktlösung im Rahmen der irakischen Verfassung zu finden. (http://parstoday.com/de/news/world-i32333-frankreich_warnt_vor_fol-gen_einer_abspaltung_der_irakischen_kurdenregion). Spanien drückte ebenfalls sein Bedauern über die Abhaltung des Referendums aus (http://www.sana.sy/?p=633671), während Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian die Verantwortlichen der irakischen Kur­den­region warnte und erklärte, das Beharren auf einer Abspaltung führe zu Instabilität in der Region. „Sollte es in der gegenwärtigen Situation zu einer Abspaltung der kurdischen Region des Iraks kommen, so wird das sicherlich eine neue Krise im Nahen Osten entfachen, und das zu einer Zeit, wo die IS-Terroristen kurz vor der Vernichtung stehen. … Die Kurdenregion sollte die territoriale Integrität und Solidarität mit der irakischen Zentralregierung anstreben und sich am Wiederaufbau des Irak beteiligen; dadurch wird der kurdischen Region die höchstmöglichste Autonmie gewährtleistet.“ (http://parstoday.com/de/news/world-i32333-frankreich_warnt_vor_fol- gen_einer_abspaltung_der_irakischen_kurdenregion). Der türkische Staatspräsident Erdogan erklärte auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Staatspräsidenten Putin in Ankara am 28.9.2017 abends, dieselbe Ansicht zur Sache wie jener zu vertreten. (http://sana.sy/en/?p=114784)

Feinernde Kurden, Photo: syrianfreepress

Kurden in Feierstimmung, Photo: syrianfreepress

Am Nachmittag des 27.9.2017 gab das Oberste Komitee des irakischen Kurden-Referendums während einer Pressekon­ferenz als Ergebnis desselben an, von den 4.5 Millionen Teilnehmern hätten 92,73% für die Abspaltung gestimmt. (http://parstoday.com/de/news/world-i32337-ergebnis_des_sezessions_referendums_steht_fest)

Während einer außerordentlichen Parlamentssitzung erklärte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî   am 27.9.2017, die Bundesregierung werde das Sezessionsreferendum bzw. dessen Ergebnis nicht diskutieren, wolle jedoch – wie schon zuvor immer wieder bekräftigt (s.u.) – den Dialog mit den Kurden der autonomen Provinz auf Basis der gemeinsamen Verfassung führen. Wörtlich bemerkte er: „Wir haben vor den Folgen der Krise mit der kurdischen Region gewarnt, wir werden die Verletzung der Verfassung nicht zulassen„. Wahlen würden im Irak planmäßig stattfinden. Es sei Sache des  [gesamt-irakischen] Parlaments, Gesetze für Autonomiegebiete zu erlassen bzw. Wahlen auch in der Provinz Kirkûk zu veranlassen. – Der Aufforderung an ausländische Fluggesellschaften vom Vortag (s.u.) kam bereits der Libanon nach. (http://www.sana.sy/?p=633218)

Terrorakte nahe Bagdad, Photo: SANA

Terrorakte nahe Bagdad, Photo: SANA

Am 26.9.2017 kam es zu zwei Sprengstoffattentaten im Großraum Bagdad, wie as-Sûmariyya News meldete:  die eine Detonation ereignete sich nahe eines belebten Marktes im Gebiet von Sabʽ al-Bûr nördlich der Hauptstadt mit einem toten und sieben Verletzte, die andere in der Gegend von Karġûliyya östlich von Bagdad mit ebenfalls einem Todesopfer und drei weiteren Verletzten.  Tags zuvor hatte die Armee eine IS-Stellung südlich von Bagdad vernichtet und dort Sprengstoff vorgefunden. (http://www.sana.sy/?p=632634)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî  wies am Di., 26.9.2017 die kurdische Regionalverwaltung ultimativ dazu auf, die Kontrolle über die Grenzübergänge wie über die beiden internationalen Flughäfen Arbîl (Erbil) und Sulaimâniyya  der Zentralregierung zurückzugeben, ansonsten würden binnen drei Tagen internationale Flüge in das und aus dem Gebiet gestoppt. Hierzu wurden bereits ausländische Staaten  in der vergangenen Woche zur Unterstützung aufgefordert. (http://www.sana.sy/?p=633218, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32289-irak_setzt_kurdischer_regionalverwaltung_frist_zur_%C3%9Cbergabe_der_flugh%C3%A4fen_im_kurdengebiet) – Al-ʽAbâdî beschuldigte ferner die kurdischen Verantwortlichen, Haß unter der Bevölkerung zu verbreiten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32301-al_abadi_wir_werden_keinesfalls_%C3%BCber_das_ergebnis_des_kurden_referendums_verhandeln)

Kurz nach Beendigung des Sezessionsreferendums begannen Teile der irakischen wie türkischen Armee im Grenzgebiet ein gemeinsames großangelegtes Manöver. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32263-t%C3%BCrkei_und_irak_halten_gemeinsames_man%C3%B6ver_ab)

Wahlplakat mit einem Kurdistan, das über die Grenze des iraksicehn Autonomiegebietes deutlich heinausgeht, Abb. voltairenet.org

Wahlplakat mit einem Kurdistan, das über die Grenze des iraksicehn Autonomiegebietes deutlich heinausgeht, Abb. voltairenet.org

Kritischer Hintergrundbericht zum kurdischen Sezessionsreferendum des Politologen Th. Meyssan: „In einer Welt, in der Bilder mehr als die Realität zählen, spricht die Presse von einem demokratischen Referendum für die Unabhängigkeit vom Irakischen Kurdistan. Aber abgesehen davon, dass das Re­ferendum verfassungsrechtlich im ganzen Irak stattfinden müsste und nicht nur im Unabhängigkeits­bereich, wurden bereits mehrere Millionen nicht-kurdischer Wähler schon aus ihren Häusern verjagt und können nicht mehr dorthin zurückkehren. In den Wahllokalen werden nur die Separatisten die Ordnungsmäßigkeit der Wahlen überwachen. Thierry Meyssan enthüllt diesen Betrug und die Inter­essen, die dahinter stecken. … Weiter bei: http://www.voltairenet.org/article198067.html (Der in der deutschen Übersetzungvorkommende Ausdruck „Dutzend“ ist eine Fehlübersetzung; im arabischen Originalartikel steht ein Ausdruck für eine Zehnereinheit, nicht für eine Zwölfer-Einheit ( „Dutzend“!), weshalb in dieser Version die Zählung stimmt). – Zur ganzen Thematik s.u.!

Mit einem Ergebnis des Sezessionsreferendums sei erst in drei Tagen zu rechnen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32249-nach_blockade_gegen_irakische_kurdenregion_%C3%96lpreise_stei- gen_weiter vom 26.9.2017)
Laut der kurdischen Wahlkommission sollen von derzeit ca. 78%  der abgegebenen Stimmen [zu deren  eingeschränkter Bedeutung  s.u.!] 93% Ja-Stimmen eingegangen sein. Das gesamt-irakische Parlament stimmte derweil für die Entlassung dreier kurdischer Staatsbeamter, die sich an dem verfassungswidrigen und vom Höchsten Gericht untersagten (dazu vgl.u.) Referendum teilnahmen, und fordert die Rückübertragung der Kontrolle über die Grenzen Kurdistans zu den Nachbarländern an die Zentralregierung; ebenfalls müßten Verhandlungen und Ölgeschäfte künftig nur über die irakische Zentral-Regierung laufen. (https://sptnkne.ws/f6D2 vom 26.9.2017)

Ministersitzung, Photo: Pars Today

Ministersitzung, Photo: Pars Today

Am Montagabend (25.9.2017) gab Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî gemäß den bisherigen Darlegungen (s.u.) bekannt, das Ergebnis des verfassungswidrigen Sezessionsreferendums nicht anzuerkennen und auch nicht zu diskutieren. Neben den schon früher erfolgten Vertreibungsaktionen hinsichtlich der indigenen nicht-kurdischen (ursprünglichen Mehrheits-)Bevölkerung (s.u.) haben laut irakischen Medienberichten die Pîšmarga (Paschmerga, zu deren Rolle vgl.u.!) nochmals den Bewohnern einiger Kurdengebiete im Nordirak mit Zwangsvertreibung gedroht, falls sie nicht an dem Referendum teilnähmen.
Das Parlament hatte in Reaktion auf das Referendum laut as-Sûmariyya News eine 14-Paragraphen-Entschließung gefaßt. §14 betrifft die Absetzung des kurdi­schen Staatspräsidenten Fu´âd Maʽṣûm. In einem  nachfolgenden Schreiben das Verfassungsgericht forderte das Parlament dieses auf, die Kompetenz von Fu´âd Maʽṣûm gemäß der Verfassung und damit dessen mögliche Absetzung zu prüfen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32243-irak_parlament_fordert_absetzung_des_pr%C3%A4sidenten)

Binali Yıldırım, Photo: Pars Today

Binali Yıldırım, Photo: Pars Today

Anläßlich des kurdischen Sezessionsreferendums kündigte der türkische Premierminister Binali Yıldırım am 25.9.2017 im türkischen TV-Sender NTV an: „Wir treten in keinen Krieg ein, unsere Bürger können ruhig bleiben. … Wir werden aber unsere nationale Sicherheit schützen.“ Das derzeitige Manöver an der Grenze zur Türkei finde unter Beteiligung irakischer Offiziere statt. Das Training der Pîšmarga (Paschmerga, zu deren Rolle vgl.u.!) werde eingestellt, eventuell auch der Öltransit aus dem irakisch-kurdischen Autonomiegebiet [hierzu hatte die irakische Regierung zuvor aufgerufen, s.u.]. (https://sptnkne.ws/f6pE) –  Bereits am 24.9.2017 hatten sich die Regierungen in Bagdad und Ankara auf die Bildung eines Krisenteams wegen des Sezessions-Referendum geeinigt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32177-ankara_und_bagdad_%C3%BCber_bildung_eines_krisenteams_f%C3%BCr_sezessions_referendum_in_irakischer_kurdenregion_einig) – Zudem wurde vom Staatspräsidenten Erdogan die Grenzschließung zum Nord-Irak angeordnet. Auch die iranischen Revolutionsgarde führte an der Grenze zum kurdischen Autonomiegebiet des Iraks ein großangelegtes Militärmanöver durch. (https://sptnkne.ws/f6sr).
Später bestimmte die türkische Regierung die Ausweisung von Amar Mirani, des Vertreters der irakischen Demokratischen Partei Kurdistans (PDK), deren Führer Masʽûd Barzânî (zu dessen Verortung s.u.) ist. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32301-al_abadi_wir_werden_keinesfalls_%C3%BCber_das_ergebnis_des_kurden_referendums_verhandeln)

Laut dem türkischen Politologen vom Zentrum für politische Forschung und Krisensituationen in Ankara (ANKASAM), Doğacan Başaran,  sei es bekannt, „dass keine Initiative und kein Prozess in der Region umgesetzt werden können, wenn der Iran und die Türkei gleichzeitig dagegen auftreten“.  Daher sei er überzeugt, daß „das US-Projekt des Irakisch-Kurdistans unter der Führung Barsani, das die USA im Rahmen der Umsetzung des Projekts des Großen Nahen Osten bildeten, wahrscheinlich scheitern wird“. Dann setzte er hinzu: „Vor diesem Hintergrund kann man vermuten, dass Irakisch-Kurdistan letzten Endes keine Unabhängigkeit erlangt, da Ankara und Teheran dagegen auftreten“. (https://sptnkne.ws/f4eq)

Kurdistan - Sezessionsreferendum, Abb.: youtube.com

Kurdistan – Sezessionsreferendum, Abb.: youtube.com

Im Nordirak wurden um 7.00 Uhr Ortszeit die Wahllokale für das Sezessionsreferendum (s.u.) geöffnet, 5,3 Millionen Wähler haben sich registriert, wie der Sender Rudaw berichtet. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr, das Ergebnis werde am Dienstag verkündet. Mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden soll die Frage: „Möchten Sie, dass die Region Kurdistan und die kurdischen Territorien außerhalb ihrer Grenzen zu einem unabhängigen Staat werden?“  (https://sptnkne.ws/f6gh) – Näheres zur folgenschweren Bedeutung dieser Formulierung s.u.!

Noch Wissenswertes zum heute trotz Protesten innerhalb und außerhalb des Iraks  stattfindenden, der Verfassung des Landes widersprechenden Sezessionsreferendum, die man sich angesichts der zu erwartenden Darstellung in den Mainstream-Medien – nach dem Motto: „Volk ohne Staat“ ins Gedächtnis rufen sollte: „Die Wahl findet nicht nur in der autonomen Region Kurdistan statt, sondern auch in den Gebieten, die von Barzani [d.h. den Pîšmarga/Paschmerga] in Verbindung mit Daesch [d.h. IS] annektiert wurden. Das Referendum ist eine einseitige Ent­schei­dung von Erbil, verurteilt von der Nationalversammlung, von der föderalen Regierung und dem obersten Gerichtshof von Bagdad. Das Referendum taucht jetzt auf, weil mehr als 3 Millionen nicht-Kurden von der Region wegen der von den Barzanis durchgeführten ethnischen Säuberungen geflohen sind und Zuflucht in der Türkei und Syrien gefunden haben.“ (http://www.voltairenet.org/article198053.html vom 25.9.2017) – Außerdem: es gibt auch kurdische Einheiten innerhalb des IS! Eines lebt derzeit mit dem Status eines politischen Flüchtlings in Oslo. (http://www.voltairenet.org/article198054.html) – Alle weiteren Hintergrundinformationen sind – neben Gefechtsberichten etc. –  im Anschluß (s.u.) zu finden!

Pro-Sezessionisten, Photo: voltairenet.org

Pro-Sezessionisten, Photo: voltairenet.org

Im Zusammenhang mit dem Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 (vgl.u.) steht nach Ansicht des Politologen Th. Meyssan auch die Planung eines neuen Kriegs gegen Syrien, nachdem die Projekte „Arabischer Frühling“ und  die Aktionen des IS wie von Ğabhatu_n-Nuṣra nicht zum Zerfall von Syrien [wie des Iraks] geführt haben (vgl.u. zu Balkanisierung!). Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch die US-Base im deutschen Ramstein. Nachzulesen in: 500 Millionen Dollar für den nächsten Krieg gegen Syrien. (http://www.voltairenet.org/article198033.html vom 24. 9.2017)

Zur Unterstützung des kurdischen Sezessionsreferendum von israelischer Seite erklärte Emmanuel Nahshon, Sprecher des israelischen Außenministeriums anläßlich eines Treffens mit dem kurdischen Spezial-Gesandten Safeen Dizayee am Sa., 23.9.2017, in Tel Aviv: „an in­dependent Kurdistan will be like a second Israel where we can weaken our enemies like Russia and Iran”. Der libanesische Journalist und politische Kommentator Osama al-Sharif schrieb dazu in der Jordan Times: „Netanyahu and his far-right allies know very well that a unilateral Kurdish decision to cede from Iraq in the absence of an agreement over a number of contentious issues, least of which is the future of oil-rich Kirkuk province, would trigger a civil war that is likely to spill over. … Destabilizing the region and weakening central governments will shift attention from Israel’s nefarious policies towards the Palestinians while hastening the process of colonization of what remains of the West Bank.” (https://fromdarknesstolight365.wordpress.com/2017/09/26/israeli-foreign-ministry-spokesman­independent-kurdistan-will-be-a-second-israelwhere-we-can-weaken-russia-and-iran/)

Am 24.9.2017 verkündete der Kommandant Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârul­lâh das Ende der ersten Phase der Befreiungsopera­tion der Ge­gend al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk einhergehend mit der Befreiung von Îsr aš-Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn. Dabei kritisierte er gewisse Medien, vor allem den saudischen Sender al-ʽArabiyya wegen Verbreitung falscher Nachrichten zur Irreführung der  öffent­liche Meinung und das, obwohl jede Möglichkeit zur Überprüfung der Meldungen den Medien zur Verfügung gestanden seien. Es sei nämlich wahrheitswidrig, daß es während dieser Operationen zu Plünderungen und Vertreibung der Bevölkerung gekommen sei – die Sicherheit der Bevölkerung sei vielmehr die erste Pflicht der Streitkräfte.
Seinerseits gab der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî bekannt, diese erste Phase sei gerichtet gewesen auf  die Befreiung von Îsr aš-Šarqâṭ, der Gegend az-Zâb und der Dörfer entlang des az-Zâb-Flusses – insgesamt 120 –  mit Rückeroberung der Brücke aš-Šamâṭ, die den Süden von Mossul mit den Gebieten westlich von Kirkûk verbindet; das sei ein Gebiet von 1.251km2  nach der Vertreibung der IS-Terroristen daraus und unter Wahrung der Leute darin. Nach Medienberichten verlor der IS 126 Tote Kämpfer, zehn Autobomben sowie dut­zende an Stellungen und Schlupfnestern. (http://www.sana.sy/?p=631780)

Hušyâr Zâbârî (Hoshyar Zebari, vgl.u. 13.8.2017), Berater und Onkel von Masʽûd Barzânî, dem seit Ablauf seiner Amtsperiode vor Jahren trotzdem eigenmächtig weiterhin amtierenden  „Ministerpräsidenten“ der autonomen  irakischen Kurdenregion (s.u., 8.12.2015, 1.1.2016, …) gab am 23.9.2017 im Interview mit der Agentur Reuter bekannt, daß am selben Tag eine Kurden-Delegation aus dem Autonomiegebiet  nach Bagdad gekommen sei, um mit der Zentralregierung bzgl. des für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî angesetzten, jedoch schon seit mindestens 2014 geplanten Referendums (vgl.u.) zu verhandeln. Letzteres werde aber dennoch stattfinden.  – In Mossul, der Provinzhauptstadt von Nînawâ (Niniwe) haben die Bewohner ebenfalls am 23.9.2017 gegen das Sezessionsreferendum demonstriert; auch in Bagdad fand eine Protestdemonstration statt.  (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32143-irak_eine_kurdische_delega-tion_will_mit_der_zentralregierung_in_bagdad_verhandeln)

Ibrâhîm al-Ğaʽfarî vor den UN, Photo: SANA

Ibrâhîm al-Ğaʽfarî vor den UN, Photo: SANA

In seiner Rede vor der 72. UNVollversammlung in New York am 23.9.2017 kam der irakische Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî auf den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (sog. Atomwaffen­sperrvertrag) zu sprehen, dem gemäß jedes Land friedliche Projekte im Bereich der Atomenergie entwickeln darf. In diesem Zusammenhang erklärte der Minister:  „Der Irak bittet die Nuklearmächte, ihm beim Bau eines Atomreaktors für friedliche Zwecke und beim Erhalt einer Nukleartechnologie zu helfen.“  (https://sptnkne.ws/f5JQ) – Zu seinem Treffen mit dem syrischen Amtskollegen Walîd al-Mu­ʽallim s. unter Syrien (https://is.gd/iV1hNj)!

Laut Interview von as-Sûmariyya News mit dem Sprecher von  al-Ḥašd aš-Šaʽbî, ʽAlî al-Ḥussainî, befreiten die vereinten Kämpfer der Tigris-Einsatzkräfte, der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  und der Bundespolizei am 23.9.2017 das az-Zarka-Gebiet, einem der wichtigsten IS-Rückzugsorte in der Provinz Ṣalâḥuddîn, und eroberten vom IS die Kontrolle über das Autobahnstück aṭ-Ṭûz und Tikrît zurück.   (http://www.sana.sy/?p=630870)

Armee unterwegs in der Provinz Ṣalâḥuddîn, Photo: SANA

Armee unterwegs in der Provinz Ṣalâḥuddîn, Photo: SANA

Laut Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh (vgl.u.) gegenüber as-Sûmariyya News vom 22.9.2017 wurden weitere 19 Dörfer im Umfeld des IS-Stützpunkts al-Ḥawîğa innerhalb des zweiten Teils der ersten Operationsphase befreit, nämlich: Dûma ʽAzîz, ʽArab Lûk, Tal Ġazâl, al-Ḫaḍîra, ʽAzîz ʽUbaid, al-Ḥadîfa, Mandiyân ʽArabî,  Mandiyân Šarqî, Kurd Dîwâna, Šanâwa, Kurd Ḫâl, Karmaš Lazâka, Bâš Taba, Bâš Band, Dûma Idrîs, Kalîḥa, Karîʽa, Ḫandaq al-Kubrâ, Tal al-Maṭar. (http://www.sana.sy/?p=630523)
Selben Tags griff die Luftwaffe im aš-Šarqâṭ-Gebiet den IS an, tötete 23 Terroristen und vernichtete fünf Kampfgerätschaften. (http://www.sana.sy/?p=630831)

Als wichtige Hintergrundinformation zum Sezessionsreferendum vom 25.9.2017 liegt nun der 3. Teil der Reihe von Sarah Abed vor mit dem Titel: „Der Mythos moderater kurdischer Rebellen“, der auch von der langjährigen Vertreibung der indigenen, nicht kurdischen Mehrheitsbevölkerung aus den Gebieten handelt, die nach einem Wahlausgang für die geplante (dazu s.u.!) die Sezession  „Kurdistan“ bilden sollen. (http://www.voltairenet.org/article197987.html vom 21.9. 2017)

Karte zum Sezessionsreferendum, Abb. Pars Today

Karte zum Sezessionsreferendum, Abb. Pars Today

Für das für den 25.9.2017 trotz Verfassungswidrigkeit und anderer widersprechender Faktoren (vgl.u.) angesetzte Sezessionsreferendum zur Erstellung eines Kurdistans bestimmte das Wahlkomitee, die Provinzen Kirkûk, Diyâlâ und Nînawâ (Ninive), dazu die Stadt Ṭûz Ḫurmâtû (Tozkhurmato) in der Provinz Ṣalâḥuddîn als Teilnehmer mit 2.000 Wahllokalen. Die Wahlwerbung ende am Fr., 22.9.2017, um 24:00 Uhr Ortszeit. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32117-irakische_kurdenregion_sezessionsreferendum_fin-det_in_kirkuk_diyala_und_ninive_statt)

In der ersten Phase der Befreiungsoperationen von alḤawîğa (wie schon bzgl. Tal ʽAfar etc.) unter Kommando von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh befreiten die Kämpfer der Brigaden 3, 4, 5 und 10 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî zusammen mit denen der Bun­des­polizei 20 Dörfer, wie er am  21.9.2017 bekanntgab. Dabei handelt es sich um Kahâra, Šîrâwa, al-Fûğa, Ḥamad Satîr, Sabḥa ʽUṯmân, Kanʽûṣ aš-Šamâliyya, Kanʽûṣ al-Ğanûbiyya, Ḥarâba Zard, Sîsbân, ʽÎn Ḥayâwî, Lazâka, Kanîṭra, al-Ḥamîr, Hîğal aš-Šamâlî, Hîğal al-Wasṭâ [d.h. Hîğal-Mitte], Hîğal al-Ğanûbî, ʽAwîğîla aš-Šamâlî, ʽAwîğîla al-Ğanûbî, Ḥaḍîr al-Ğâsim, as-Safîna. Damit sei der erste Teil der ersten Phase erreicht. Andere Einheiten von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  säuberten derweil in Richtung Norden von Îsr aš-Šarqâṭ (vgl.u.) die rückeroberte Gegend von hinterlassenen Sprengsätzen und Minen und räumten vom IS errichtete Barrieren zur Seite.(http://www.sana.sy/?p=629982)

Irakische Armee vor al-Hawîja, Photo: SANA

Irakische Armee vor al-Ḥawîğa, Photo: SANA

Westlich von alḤawîğa in der Provinz Ṣalâḥuddîn erkämpften sich die irakischen Streitkräfte die Kontrolle über sieben Dörfer nördlich von Îsr aš-Šarqâṭ zurück nach Beseitigung von 25 IS-Terroristen und Zerstörung einer Autobombe. Laut Meldung von as-Sûmariyya News vom 21.9.2017 betrifft dies die Orte ʽÎn Kâwa, Kanʽûṣ, Šandar al-ʽAliyâ, Ḥaṣârûk, štar Lâlûk, Šîrâwa und Sîsbâna. Aḥmad al-Asadî, der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî, bezeichnete dies als perfekten Ausgangspunkt für die Rückeroberung des noch bestehenden bedeutsamen IS-Stützpunkts alḤawîğa.
Bei irakischen Luftangriffen im Distrikt al-Ḥawîğa im SW der Provinz Kirkûk. Dabei wurde der sog. wâlî [IS-Gouverneur] von alḤawîğa namens Ḥassan Walî al-Bayâtî mit Kampfnamen Abû Haiṯam getötet.Aus dem Bezirk al-Ḥawîğa und den Gebieten von ar-Rašâd, al-ʽAbbâsî, az-Zâb und ar-Riyâḍ habe der IS ursprünglich bei seiner Invasion die Provinz Ṣalâḥuddîn und den Außenbezirken von Kirkûk angegriffen. (http://www.sana.sy/?p=629982)

In Ausführung der schon am Vortag vom Kommandanten der in West-al-Anbâr agierenden al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Gruppe, Rašîd Falîḥ, angekündigten großangelegten Befreiungsoperation lieferten  diese Kräfte zusammen mit Stammesleuten am 19.9.2017 den IS-Terroristen in der östlichen Region von  ar-Rîḥâna harte, für den Feind verlustreiche Gefechte, wie as-Sûmariyya News berichtete.  – In der Nähe zweier Restaurants an der Straße TikrîtBaiğî, wo sich auch Pilger bevorzugt aufhalten, sprengten sich zwei Suizidattentäter in die Luft, töteten damit drei Iraker und verletzten 34 weitere Personen, während der dritte Attentäter rechtzeitig getötet wurde. (http://www.sana.sy/?p=628730)
Später am 19.9.2017 konnte bereits die Einnahme des Gebiets von ar-Rîḥâna gemeldet werden, nachdem Schlupfnester des IS, eine Werkstatt zum Bau von Sprengsätzen sowie vier Autobomben zerstört worden waren.(http://www.sana.sy/?p=629211)

Belgische Parlamentsdelegation, Photo: Pars Today

Belgische Parlamentsdelegation, Photo: Pars Today

Unter Leitung des Fraktionsvorsitzenden des Vlaams Belang, Filip Dewinter, kam eine belgische Parlamentsdelegation in den Irak. Bekanntlich haben sich die letzten Jahre über etwa 500 Personen mit belgischem Paß dem IS angeschlossen. Dewinter appellierte an die Regierung in Bagdad, aus Belgien stammende und im Irak als IS-Kämpfer festgenommene  Personen nicht nach Brüssel auszuliefern, sondern im Irak gemäß dessen Gesetzen hinrichten zu lassen. Die Gefahr, welche von diesen Rückkehrern ausgeht, wird ja allgemein in Europa als sehr hoch bewertet. Entsprechend radikale Strafmaßnahmen wie im Irak sind dort jedoch nicht möglich. – Das für den 25.9.2017 von Masʽûd Barzânî angesetzte Kurden-Sezessionsreferendum nannte der flämische Politiker unpassend und votierte für eine Problemlösung per Dialog. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32011-br%C3%BCssel_fordert_hinrichtung_500_seiner_staatsb%C3%BCrger_im_irak_wegen_is_mitgliedschaft)

Übernahme eines Artikels des Politologen Thierry Meyssan zum Referendum:
„Laut dem Magazin Israel-Kurd mit Sitz in Erbil haben der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und der selbsternannte Präsident des zukünftigen unabhängigen Kurdistan, Massud Barzani, ein geheimes Abkommen geschlossen.
Tel Aviv hat sich verpflichtet, in Kurdistan 200 000 Israelis kurdischer Herkunft zu installieren.
Die Ankündigung wurde von der türkischen, iranischen und arabischen Presse weitgehend verbreitet.Das Projekt der Schaffung eines Süd-Sudans und eines Kurdistans ist ein israelisches militärisches Ziel seit der Entwicklung der Raketen am Ende der 1990er Jahre. Diese weitgehend von Israelis verwalteten Gebiete sollen möglich machen, Ägypten und Syrien von hinten anzugreifen.
Von den 8,5 Millionen Israelis die in Israel leben, sind etwa 200.000 kurdischer Herkunft. Im März 1951 gestattete die „Operation Ezra und Nehemiah“ (von dem Namen der biblischen Figuren, die die Flucht der Juden aus Babylon organisierten) 11000 jüdischen Kurden aus dem Irak nach Israel auszuwandern. Diese Operation wurde von der American Jewish Joint Distribution Committee von New York finanziert. Für die Luftbrücke wurden von dem kubanischen Diktator Fulgencio Batista Flugzeuge zur Verfügung gestellt.
Die Barzani-Familie, die das Irakische Kurdistan mit eiserner Hand regiert, ist historisch mit Israel verbunden. Der Vater des gegenwärtigen Präsidenten Massoud Barzani, Mullah Mustafa Barzani, war hoher Offizier des Mossad.
Der israelische Premierminister ist der einzige Regierungschef, der sich öffentlich für die Schaffung eines unabhängigen Kurdistan außerhalb des historischen kurdischen Gebietes ausgedrückt hat (und damit auf Kosten der indigenen Völker).
Trotz des Verbotes des irakischen Verfassungsgerichtes wird ein Referendum am 25. September 2017 stattfinden, um diesen neuen Staat zu verkünden.“ (http://www.voltairenet.org/article197957.html)

Kurdistan - Israel, Abb.: voltairenet.org

Kurdistan – Israel, Abb.: voltairenet.org

Laut dem irakischen Sicherheitsexperte Aḥmad aš-Šarîfî (Ahmed al Sharifi) im Interview mit Sput­nik News, steckt hinter der israelischen Unterstützung für die Erstellung eines Kurdistan per Referendum im Irak noch Folgendes: Netanjahu spricht seit 2005 von der Notwendigkeit, eine Öl­leitung von Kirkuk und Mosul (beide im Irak) über syrisches Gebiet zum Mittelmeer zu bauen, damit Israel eine zuverlässige Energiequelle bekäme“. Allerdings stehen sich diese Staaten feindlich gegenüber.  Die Gründung des IS habe daher zum Ziel gehabt, die Regierungen im Irak und in Syrien zu stürzen und an ihrer Stelle proamerikanische und damit pro-israelische Regierungen in diesen Ländern zu installieren. Dieser Regimewechsel würde es Israel ermögli­chen, Öl- und Wasserquellen unter seine Kontrolle zu bringen. „Aber die Hartnäckigkeit der Syrer brachte diese Pläne zum Scheitern. Daher wird jetzt auf die Umsetzung des ‚kurdischen Projekts‘ zur Teilung Syriens und des Iraks gesetzt“, konstatiert der Experte. Laut dem syrischen Brigadegeneral Haiṯam Ḥassûn (Haisam Hassun) habe die SAA bereits mit der Abwehr der Bedrohung durch die US-orchestrierten Kurden auf syrischem Territorium begonnen. „Es geht vor allem um die Umdislozierung von Kräften auf das östliche Euphrat-Ufer. Demnächst plant die syrische Armee, die von den ‚Demokratischen Kräften Syriens‘ (DKS) besetzten Gebiete zurückzuerobern. Diese Kräfte könnten ohne weiteres als Ableger des Daesh bezeichnet werden, weil sie syrische Territorien gesetzwidrig besetzt haben“, sagte der General in einem Sputnik-Interview. Die US-unterstützten sog. „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) in Syrien agierten „im Interesse der Kurden und wollen die Kontrolle über die von ihnen besetzten Gebiete künftig an die Kurden übertragen. Eben deshalb will die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe diese Pläne jetzt schon zum Scheitern bringen“, erklärte der General. (https://sptnkne.ws/f5p2)

Laut Veröffentlichung auf der EU-Website vom 19.9.2017 erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hinsichtlich des geplanten Kurdenreferendums (s.u.). Die Europäische Union bekräftigt ihre unerschütterliche Unterstützung für die Einheit, die Souveränität und die territoriale Integrität des Irak. Einseitige Handlungen, wie das vorgeschlagene Referendum, sind kontraproduktiv und müssen vermieden werden. Statt dessen schlage sie konstruktive und friedliche Gespräche hinsichtlich offener Fragen vor , um eine bilaterale Verein­barung gemäß den Richtlinien der irakischen Verfassung zu erzielen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i32029-mogherini_eu_unterst%C3%BCtzt_einheit_iraks)

Das oberste Gericht des Landes hat das für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî geplante Sezessionsreferen­dum (s.u.) ausgesetzt. Es seien mehrere Klagen eingegangen, die erst geprüft werden müßten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31957-irak_ausset-zung_des_sezessionsreferendums_angeordnet) – Zum besseren Verständnis der letzteren Bemerkung s. z.B. http://www.voltairenet.org/article197792.html

Türkischer Aufmarsch an Grenze, Photo: Pars Today

Türkischer Aufmarsch an Grenze, Photo: Pars Today

Staatspräsident Erdogan, der die Entstehung eines Kurdistans auf türkischem Staatsgebiet auf jeden Fall zu verhindern trachtet, hat überraschend  in jenem Teil der Türkei, welches an die autonome irakische Kurdenregion grenzt, ein Militärmanöver angeordnet. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31955-t%C3%BCrkei_h%C3%A4lt_milit%C3%A4rman%C3%B6ver_an_der_grenze_zu_irak_ab vom 18.9.2017)

Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî erkämpfte sich am 18.9.2017 die Kontrolle über vier Bezirke im nördlichen Duğail-Gebiet der Provinz Ṣalâḥu_d-Dîn, zusammen mit Teilen der Armee wurden dann die westlichen Gebiete von Sayyid Ġarîb, von Bû ʽAlûl, al-Farḥatiyya und ar-Rafîʽât im  Norden von  Duğail von den IS-Terroristen befreit. Zudem informierte der Kommandant der al-Ḥašd aš-Šaʽbî in der al-Anbâr-Provinz, Qâsim Muṣallaḥ, darüber, daß man im auch im ʽAkâšât-Bereich in West-al-Anbâr vorrücke auf die verbliebenen IS-Stützpunkte Qâ´im und Rawâh zu. (http://www.sana.sy/?p=627867)

UN-Generalsekretär Guterres, Photo: Pars Today

UN-Generalsekretär Guterres, Photo: Pars Today

Negativ fällt auch die Bewertung von UN-Generalsekretär Guterres zum Sezessionsreferendums im irakischen autonomen Kurdengebiet (s.u.) aus. Es störe den Kampf gegen den IS wie den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes. Grundsätzlich schon sei die nationale Souveränität wie territoriale Integrität und Einheit des Irak zu respektieren. Zur Beilegung von Differenzen rät er ebenso zum konstruktiven Dialog. (http://parstoday.com/de/news/world-i31937-guterres_sezessionsreferendum_in_ira­kischer_kurdenregi- on_lenkt_vom_kampf_gegen_is_terrormiliz_ab vom 18.9.2017)

Ein weiteres Suizidattentat betraf am So., 17.9.2017, die Stadt Muqdâdiyya, im NO von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ, wobei neun Iraker getötet bzw. verwundet wurden. – Tags darauf detonierte eine Straßenbombe nahe eines stark frequentierten Marktes im Nahrawân-Gebiet südlich von Bagdad, wobei ein Bürger getötet, fünf weitere verwundet wurden. (http://www.sana.sy/?p=628115)

Auf den US-Militärstützpunkt in Maḫmûr, 60km südwestlich von Mossul, wurde in der Nacht zum am So., 17.9.2017, ein Angriff von drei IS-Suizidattentätern vereitelt: zwei wurden im Vorfeld getötet, der Dritte sprengte sich selbst in die Luft. Es gab keine Opfer. Laut dem kurdischsprachigen Sender NRT sollen die Terroristen aus dem noch vom IS kontrollierten Gebiet von al-Ḥawîğa im SO von Kirkûk gekommen sein. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31905-drei_selbstmordattent%C3%A4ter_greifen_us_milit%C3%A4rst%C3%BCtzpunkt_in_erbil_an)

Bei der Explosion einer Autobombe im Stadtteil  ʽAdan in Kirkûk kam am 16.9.2017 laut einer Meldung von as-Sûmariyya News eine Person ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. (http://www.sana.sy/?p=627220)

Fu´âd Maʽṣûm, Photo: Pars Today

Fu´âd Maʽṣûm, Photo: Pars Today

Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm hat vom Sa., 16.9.2017, offiziell alle politischen Parteien samt den Präsidenten der Legis­lative und Exekutive in Bagdad und der autonomen Kurden-Region im Nordirak auf, einen gemeinsa­men  Dialog auf Grundlage einer nationalen Partnerschaft ohne provokative und extremistische Haltung zu führen, um den Konflikt um das von Masʽûd Barzânî initiierte Kurden-Referendum (s.u.) zu beenden. Deswegen sagte er seine Teilnahme an der UN-Generalversammlung in New York ab, wohin an seiner Stelle der Ministerpräsident fahren werde. Jener warnte erneut vor der Abhaltung dieses Referendums und machte deutlich, sollte jenes zu zu Ausschreitungen und Chaos im Land führen, werde dagegen militärisch vorgegangen. (http://parstoday.com/de/news/world-i31895-irakischer_pr%C3%A4sident_fordert_ge­spr%C3%A4che_%C3%BCber_referen- dum_in_den_autonomen_kurdengebieten)

Laut einer Mitteilung des Pressedienstes des Weißen Hauses lehnt die US-Regierung die Durchführung des Referendums vom 25.9.2017 (s.u.) ab. In der Erklärung heißt es: „Die Durchführung des Referendums in den strittigen Gebieten ist besonders provokativ und destabi­lisierend. In dieser Hinsicht rufen wir die kurdische Regionalregierung  dazu auf, die Volksabstimmung abzusagen und einen ernsthaften und inhaltsvollen Dialog mit Bagdad aufzunehmen“. (http://parstoday.com/de/news/world-i31841-irak_parlament_autonomer_kurdenregion_stimmt_f%C3%BCr_ unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum, https://sptnkne.ws/f2qR für Zitat in Deutsch, je vom 16.9.2017)

Geplantes Kurdistan, Abb. voltairenet.org

Geplantes Kurdistan, Abb. voltairenet.org

Sicher nicht aus purem Zufall wurde die Präsenz der kurdischen Pîšmarga (Peschmerga-Miliz) noch kurz vor dem Sezessionsreferendum in der von ihr besetzt gehaltenen Provinz Kirkûk – die nicht zum autonomen Kurdenterritorium gehört! – verstärkt. (https://sptnkne.ws/fGsU)

Nach Artillerieangriffen der Armee, welche zur Flucht von IS-Kämpfern aus der Gegend führte, rückte al-Ḥašd aš-Šaʽbî  am Vormittag des 16.9.2017 ins Zentrum des ʽAkâšât-Be­zirks in West-al-Anbâr vor, um die letzten IS-Ansammlungen und -Stellungen dort zu eliminieren. (http://www.sana.sy/?p=627026) Dies war am Nachmittag bereits erreicht. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31879-irakische_stadt_akashat_in_al_anbar_vollst%C3%A4ndig_vom_is_befreit)

Auf der Luftbasis von ʽÎn al-Assad in West-al-Anbâr sind Verstärkungseinheiten eingetroffen für die geplante Befreiung dieses Teils der an Syrien grenzenden Provinz, welche die Gegenden um ʽAna, Rawâh und al-Qâ´im miteinschließt. (http://www.sana.sy/?p=626636, vom 15.9.2017)

Am 14.9.2017 schossen laut Mitteilung aus dem Innenministerium Bewaffnete in Militäruniformen aus einem vorbeifahrenden Auto wahllos auf die Gäste eines Restaurants an einer Schnellstraße am Ortsrand von anNâ­ṣiriyya, der Provinzhauptstadt von Ḏī Qār (Sikar, Zikar); später explodierte der Wagen an einem Kontrollpunkt, wie as-Sûmariyya News meldete. Bislang liegt die Opferzahl bei 74 Toten und 93 Verletzten. Der IS reklamierte den Doppelanschlag für sich. Tags darauf wurde der Geheimdienstchef der Provinz entlassen und zum Verhör der zuständigen Behörde überantwortet, war Al-Yaum as-Sâbiʽ zu entnehmen. (http://www.sana.sy/?p=626216, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31815-irak_geheimdienstschef_der_provinz_si- kar_entlassen) – Aktualisierung: Die Zahl der Todesopfer stieg nach weiterer Leichenbergung auf 84. Die Anschlag sei eine Reaktion auf die erfolgreiche Militäroperation, welche die ganze nördliche Provinz Nînawâ aus der Terroristenkontrolle befreite. Derzeit übe die Terrororganisation noch die Kontrolle über das Gebiet von al-Ḥawîğa (s.u.) wie über jenes am Euphrat in West-al-Anbâr aus, betroffen seien in letzterem vor allem die Städte ʽAna, Rawâh und al-Qâ´ im. (http://www.sana.sy/?p=626636 vom 15.9.2017)

Vorrückende irakische Armee, Photo: SANA

Vorrückende irakische Armee, Photo: SANA

Nach Aussage von Brigade­general Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, dem Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, gegenüber as-Sûmariyya News wurden bei der Militäraktion im Dorf Qaṣba ar-Râʽî  westlich von al-ʽIyâḍiyya 30 Terroristen getötet, darunter 11 Suizidattentäter sowie der sog. Direktor [mudîr] im Büro des Wâlî  [Gouverneurs] von Tal ʽAfar namens Muḥammad Mahdî Muḥammad Farḥân. Ğawâd aṭ-Ṭalîbâwî, Führer der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, fügte im Interview hinzu, daß die Volkswehr alle Vorbereitungen zur Befreiung von al-Qâ´im (vgl.u.) getroffen habe, nachdem die Grenze zu Syrien gesichert worden sei. (http://www.sana.sy/?p=625151 vom 12.9.2017)

Bei der Sitzung vom Di., 12.9.2017 hat das gesamtirakische Parlament in Bagdad, das verfassungsgemäß diese  Entscheidung  zu fällen hat (vgl.u.), gegen das  von Masʽûd Barzânî für den 25.9.2017 angesetzte Referendum (s.u.) gestimmt, da es illegal sei. Parlamentspräsident Salîm al-Ğabûrî  machte deutlich, daß diese Ablehnung ein „Ja“ für „die Einheit des Gebietes und des irakischen Volkes“ sei.  168 Abgeordnete waren anwesend, kurdische Abgeordnete hatten aus Protest nicht an der Sitzung teilgenommen. Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî wurde durch die Entscheidung dazu verpflichtet, alles zu tun, um die Einheit des Landes zu schützen und einen ernsthaften Dialog mit den verantwortlichen Politikern der autonomen Kurden­region im Nordirak zu suchen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31711-irak_parla- ment_stimmt_gegen_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_der_kurden)

Barzânîs Kurdistan-Wahlplakat, abb. voltairenet.org

Bazânîs Kurdistan-Wahlplakat, Abb. voltairenet.org

Zur geschichtsverfälschenden, von  Masʽûd Barzânî initiierten Propaganda für das erwähnte Referendum unter Rückgriff auf die vom IS während seines damaligen Eroberungszugs massenhaft ermordeten oder versklavten Jesiden (Yazîdiyûn, vgl.u.) meist kurdischer Abstammung im Sinğar s. http://www.voltairenet.org/article197856.html vom 12.9.2017! Demnach  zogen sich die Pîšmarga, die für den Schutz der Jesiden zuständig waren, zurück, als der IS im August 2014 heranzog (s.u.), und überließen die Bewohner im autonomen kurdischen Teil des Iraks ihrem Schicksal. Dies versuche nun Masʽûd Barzânî so darzustellen, als habe die irakische Armee die Jesiden im Stich gelassen.
Auch Sarah Abed  sieht in ihrem dreiteiligen Beitrag über die Hintergründe des Referendums und der Planung zur Erschaffung von „Kurdistan“ neben Israel als Staat, das schon 1917 von Woodrow Wilson als eines der US-Kriegsziele benannt worden war, einen Schritt zur Verwirklichung der Balkanisierung des Iraks gemäß dem schon erwähnten (s.u.) Yinon-Plan. (http://www.voltairenet.org/article197792.html und http://www.voltairenet.org/article197906.html)  – Näheres zu Balkanisierung/Yinon-Plan  s.u. und  bei http://www.voltairenet.org/article185981.html!

Wegen der vielfachen, immer schlimmer werdenden Niederlagen des IS kurz vor dem totalen Zusammenbruch im Irak und Syrien lasse die Terrororganisation ihr Geld in großem Umfang in andere Regionen überweisen, z.B. auch in EU-Staaten, machte Dmitri Feoktistow als Vertreter des Außenministeriums in Moskau am Di., 12.9.2017, bekannt. Damit finde erstmals der Finanzfluß in umgekehrter Richtung, nämlich aus den noch IS-kontrollierten Gebiete statt. Die Finanzmittel dienten in den Zielländer „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ der Erstellung von Terrorzellen und der Vorbereitung von Anschlägen. Feoktistow ist derzeit Teilnehmer der Konferenz der Internationalen Financial Action Task Force (FATF). (https://sptnkne.ws/fy8r)

Die Regierung der IR Iran hat durch ihren Botschafter in Bagdad ebenfalls deutlich gemacht, daß sie das für den 25.9.2017 durch Masʽûd Barzânî angesetzte Referendum  (s.u.) ablehne. Es würde – während immer noch der Kampf gegen den Terrorismus geführt werde – zu Unruhe und Instabilität führen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31661-iran_ge­gen_das_geplante_unabh%C3%A4ngig-keitsreferendum_in_der_irakischen_kurdenregion vom 11.9.2017)

Regierungssprecher Saʽd al-Ḥadîṯî gab am 11.9.2017 bekannt, über 90% des ursprünglich vom IS kontrollierten Gebiets seien zurückgewonnen. Er erklärte: „Die Situation hat sich radikal geändert, als wir aus der Defensive von Bagdad und den südlichen Provinzen in die Offensive gegan­gen sind und die Städte und Gebiete nacheinander befreit haben. Im Vergleich mit den Zeiten der Regierungsbildung waren die Bewaffnungsmöglichkeiten begrenzt, aber trotzdem waren die iraki­schen Soldaten bereit, dem Terrorismus ein Ende zu setzen. Der endgültige Sieg ist nah“. Im Kampf gegen den IS habe die Armee 1/3 ihrer Technik und Bewaffnung verloren. Mehr als 2,2 Millionen Flüchtlinge seien in die befreiten Gebiete zurückgekehrt. (https://sptnkne.ws/fxU3 )

Auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Aḥmad Abu_l-Ġaiṭ, der am 10.9.2017 in Bagdad eintraf, trat anläßlich des projektierten Referendums für die Wahrung der nationalen Integrität des Landes ein zur Vermeidung von Instabili­tät und Unsicherheit im Land. Dies werde er auch am nächsten Tag  in Arbîl bei seinem Zusammentreffen mit Masʽûd Barzânî verdeutlichen. (http://parstoday.com/de/news/world-i31589-al_generalsekret%C3%A4r_fordert_aufrechterhaltung_irakischer_einheit)

In Reaktion auf Kritik dahingehend, er habe nur Schweigen für das von Masʽûd Barzânî initiierte Abspaltungsreferendum (s.u.) übrig, entgegnete Staatspräsident Fu´âd Maʽṣûm am Sa., 9.9.2017, nur Verhandlungen könnten das Problem lösen. Daher erklärte er: „Ich werde alles daran setzten, damit sich die Beziehung zwischen den Konfliktparteien verbessert und werde sie zu weiteren Gesprächen zur Lösung der Probleme aufrufen.“ und fügte hinzu: „Der Präsident ist für den Schutz des Grundgesetzes und die Aufsicht auf seine Umsetzung verantwortlich.“ (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31577-iraks_pr%C3%A4sident_dialog_ist_die_l%C3%B6sung_f%C3%BCr_probleme_zwischen_bagdad_und_erbil)

Wie der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, gegenüber as-Sûmariyya News mitteilt, führen Armee, Bundespolizei und al-Ḥašd aš-Šaʽbî  unter Deckung der Luftwaffe Operationen zur Auslöschung des IS im Raum zwischen dem Ölfeld, Ḫânaqîn, Tašmal, Diyân Ṯalâb, al-Ḥadîdîn und Qazlâq im NO der Provinz Diyâlâ durch. (http://www.sana.sy/?p=623326 vom 9.9.2017)

Sog. Grüne Zone in Bagdad, Abb.: focus.de

Sog. Grüne Zone in Bagdad, Abb.: focus.de

Die Regierung in Moskau verhandelt derzeit mit derjenigen in Bagdad über ein Verlegung ihrer Botschaft aus dem Bezirk al-Manṣūr in einen sichereren Teil der Hauptstadt. Inzwischen sei die Tätigkeit in der russischen Botschaft so gefahrvoll, daß nur Männer ohne Familien dorthin geschickt werden könnten. Z.B. sind die diplomatischen Vertretungen westlicher Länder wie die Regierungsgebäude und Büros auslän­discher Firmen in der sog. Grüne Zone (vgl.u.) untergebracht. (https://sptnkne.ws/fwmY

Beim Treffen zwischen der russischen Vize-Außenminister Michail Bogdanow und dem Chef des irakischen Anti-Terror-Dienstes, Ṭâlib al-Ḫanânî (Talib Al-Khanani), am 7.9.2017 in Moskau vereinbarten beide im Namen ihrer Regierungen eine noch engere Zusammenarbeit im Counterterrorismus. Dabei unterstrich Bogdanow erneut die Unterstützung seiner Regierung für die territoriale Integrität und nationale Souveränität des Iraks wie bei der Stärkung von dessen Kampfkraft. (http://parstoday.com/de/news/world-i31523-irak_und_russland_wollen_im_kampf_gegen_terrorismus_enger_zusammenarbeiten)

Kirkûk-Ratsmitglied zum Referendum, Photo: Pars Today

Kirkûk-Ratsmitglied zum Referendum, Photo: Pars Today

In der autonomen Kurdenregion hat eine eine Agitationskampagne zugunsten des von Masʽûd Barzânî für den 25.9.2017 geplanten Referendums zur Abtrennung dieses Gebiets und weiterer von den Pîšmarga eroberter  Gegenden vom Irak eingesetzt. (https://sptnkne.ws/fwcB) – Wissenswertes zum hintergrund dieser Aktion des rechtlich schon lange nicht mehr im Amt befindlichen Präsidenten der Region bieten z.B. die Beiträge. Die Kurden: Washingtons Massen-Destabilisierungs-Waffe in Mittel-Ost von Sarah Abed (http://www.voltairenet.org/article197792.html vom 8.9.2017), von Thierry Meyssan mit dem Titel: Die Zerschlagung des Irak sollte am 25. September stattfinden vom (http://www.voltairenet.org/article197612.html 27.8.2017) wie schon erwähnte Artikel des letztegenannten Autors zur Thematik. Vor allem ist zu beachten, daß mit diesem Referendum Gebiete zu kurdischen erklärt werden sollen, die bis vor kurzem gar keine kurdische Mehrheitsbevölkerung hatten, sondern diese erst durch Vertreibungen, Umsiedlungsaktionen etc. künstlich erlangten.
Die arabischen und turkmenischen Abgeordneten des Provinzrats von Kirkûk lehnen das Referendum grundsätzlich und unter Verweis auf dessen Verfassungswidrigkeit ab, da Entscheidungen über nationale Fragen und die irakische Souveränität beim irakischen Parlament und der zentralirakischen Regierung lägen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31264-irak_provinzrat_von_kirkuk_stimmt_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_zu)

Nachlese zur Befreiungsoperation von Tal ʽAfar (20. – 31.8.2017): laut einer offiziellen Erklärung vom So., 3.9.2017, durch Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“ wurden dabei 50 Suizidattentäter getötet, 77 Autobomben, 71 in Gebäuden und 900 am Straßenrand plazierte Sprengbomben sowie 46 Motorräder des IS vernichtet., dazu Dutzende Waffen und Munition beschlagnahmt. Vor und während der Offensive hätten 40.747 Familien ihre Häuser verlassen. In der Stadt hätten sich zuvor schätzungsweise 800 bis 2000 IS-Terroristen befunden. Auf der counterterroristischen Seite hätten mehr als 40.000 Soldaten der Armee, Bundespolizisten und al-Ḥašd aš-Šaʽbî -Kämpfer teilgenommen, wobei 115 Regie­rungskräfte getötet, 679 verletzt worden seien, fügte er an. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31394-2000_is_terroristen_w%C3%A4hrend_der_befreiungsoperation_in_tal_afar_get%C3%B6tet)
Nachtrag: bei der Rückeroberung von Tal ʽAfar haben sich ca. 1.300 ausländischer IS-Kämpfer den vereinten irakischen Streitkräften ergeben wie die inländische Nachrichtenagentur Šafaq meldet. Die Terroristen aus Afghanistan, Tschetschenien, Rußland, Frankreich und Großbritannien wurden in das Militärlager Ḥamâm al-ʽAlîl südlich von Mossul überführt und werden nach dem mindestens dreitägig gefeierten ʿĪd al-Aḍḥā (isl. Opferfest, vgl. Syrien!) verlegt. (https://sptnkne.ws/fuBC)

Acht IS-Suizidattentäter waren in das Kraftwerk al-Ğâlisiyya östlich von Sâmarâ´ (Samarra) in der  Provinz Ṣalâḥuddîn eingedrungen, hatten die Werksmannschaft umstellt und sechs Mann der Belegschaft getötet. Sicherheitskräfte kreisten die Örtlichkeit ein und töteten im Anschluß sieben der Attentäter, während sich der Achte selbst in die Luft sprengte. Danach durchkämmten die Sicherheitsleute das Terrain nach Sprengsätzen, nachdem schon neun ihrer Mitglieder verletzt worden waren. – Zum anderen gab der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, am 2.9.2017 bekannt, daß ein IS-Führungsmitglied verhaftet worden und drei Depots mit Spreng­stoff während einer Blitz-Operation im Waqf-Talkessel nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ entdeckt wurden und der Inhalt konfisziert worden sei. (http://www.sana.sy/?p=619782)

Irakische Luftwaffe, Photo: SANA

Irakische Luftwaffe, Photo: SANA

Während einer Operation der Geheimdienste in Abstimmung mit dem Kommando der Militäraktionen im Gebiet wurden unter Deckung der Luftwaffe sechs IS-Standorte in der Provinz  al-Anbâr im Bereich von Qâ´im  (einer noch verbliebenen IS-Hochburg, vgl.u.!) vernichtet und 94 IS-Terroristen liquidiert. Darunter befand sich, wie as-Sûmariyya News am 31.8.2017 berichtete, auch einer der früheren Führer von Tal ʽAfar, Ẓâfir Ibrâhîm ar-Râwî alias Abû Ayman, ein enger Vertrauer von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî (zu dessen Todesmeldungen s.u.!) nahegestanden war. Ebenso wurden zwei Autobomben unbrauchbar gemacht. (http://www.sana.sy/?p=618745)

Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî machte bekannt, daß die Volkswehr zusammen mit Bundespolizeikräften am 31.8.2017 den gesamten Bezirk al-ʽIyâḍiyya im W von Tal ʽAfar (Provinz Nînawâ im Nord-Irak) von der IS-Besetzung befreien konnten. (http://www.sana.sy/?p=618851)

Grenzwiedereröffnung, Photo: SANA

Grenzwiedereröffnung, Photo: SANA

In einer gemeinsamen Erklärung gaben die Regierungen des Iraks und von Jordanien am Mi., 30.8.2017, bekannt, daß der Grenzübergang von Ṭarîbîl nun wieder für den Verkehr geöffnet sei, wie as-Sûmariyya News meldete. dies werde die Beziehungen beider Länder wieder verbessern. (http://www.sana.sy/?p=618292) – Über Jordanien war die letzten Kriegsjahre über kontinuierlich Nachschub für Terroristen an Söldnern und weiteren militärischen Gerätschaften  sowie nachrichtendienstlichen Daten in die Territorien des Iraks und Syriens gelangt (s. hierzu besonders die Angaben zu Syrien!).

Nach Mitteilung von Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat gegenüber as-Sûmariyya News vom 30.8.2017 haben die vereinten Streitkräfte den Ostteil von al-ʽIyâḍiyya und damit 50% des Gebietes, das sich nördlich von Tal ʽAfar noch unter IS-Kontrolle befunden hat, zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=618253)

An der Grenze zu Syrien im Westen der Provinz al-Anbâr wehrten Kämpfer von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  einen IS-Angriff am Abend des 29.8.2017 erfolgreich ab und zerstörten dabei 12 IS-Kampfwagen. (http://www.sana.sy/?p=618222)

Irakische Armee im Gefecht, Photo: SANA

Irakische Armee im Gefecht, Photo: SANA

Generalmajor Maḥmûd al-Falâḥî, Kommandant der al-Anbâr Operationen, gab am 29.8.2017 im Interview mit as-Sûmariyya News bekannt, daß Kontingente der irakischen Armee derzeit die große Wüste in West-al-Anbâr (grenzt an Syrien!) durchkämmten, um die Region von  IS-Terroristen zu säu­bern; dabei sei ein Hauptquartier zerstört worden.  Die Aktion betreffe ein Gebiet 160km westlich der Stadt ar-Ramâdî  bis nach ar-Ruṭba und in Richtung Norden auf einer Strecke von 100km innerhalb der  Region von ar-Ruṭba und Wâdî Ḥaurân. Zwar seien die meisten Gebiete der Provinz al-Anbâr vom IS befreit, doch seine immer wieder aus  kürzlich befreiten Gebieten Terroristen in diese Wüstenregion geflohen, machte der Kommandant deutlich.  (http://www.sana.sy/?p=617758)

Im Bezirk Tal ʽAfar erkämpften sich die Streitkräfte am 29.8.2017 die Kontrolle über das Regierungsgebäude und die Treibstofftankstelle in ʽIyâḍiyya, der letzten IS-Hochburg im N von Tal ʽAfar;  zudem erorberten sie den Wâdî al-Wašâš zurück.  (http://www.sana.sy/?p=617882)

Ziad Tarik [Ziyâd Ṭâriq] wurde vom Strafgericht in Bagdad nach Überführung der Mithilfe bei Entwicklung und Bau biologisch-chemischer Waffen für die IS-Terrormiliz im Zuge der Terrorismusbekämpfung zum Tod verurteilt. U.a. hatten weitere Angeklagte ausgesagt, der Angeklagte habe in seiner häuslichen Werkstatt chemische Stoffe und Chlorgas gelagert gehabt und daraus Waffen gebaut. Laut irakischen Ju­stizquellen soll er eine Rakete mit Reichweite bis 20km erstellt haben. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31206-irak_todesstrafe_f%C3%BCr_planer_und_entwickler_von_is_chemiewaffen)

Masʽûd Barzânî , Photo: nrttv.com

Masʽûd Barzânî , Photo: nrttv.com

Kritischer, unbedingt lesenwerter Hintergrundsbeitrag mit wichtigen Informationen zu dem von Masʽûd Barzânî (zur Person/Familie s.u., 8.12.2015) geplanten Referendum vom 25.9.2017 (vgl.u.) von Thierry Meyssan:
Die Zerschlagung des Irak sollte am 25. September stattfinden“
(http://www.voltairenet.org/article197612.html)

Die staatliche Nachrichtenagentur INA [واع] meldete, daß die vereinten Streitkräfte am Morgen des 28.8.2017 das Dorf Ḫarâ´iğ al-ʽšaq im SW des al-ʽIyâḍiyya-Gebiets, nordöstlich von Tal ʽAfar, westlich von Mossul gelegen, vom IS zurückgewonnen hätten, wie auch einen Vertreter von al-Ḥašd aš-Šaʽbî bestätigte.
Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat konnte indessen bekanntgeben, daß aufgrund von Geheimdienstinformationen der Vize-Kommandeur der IS-Mordkommandos (Attentäter!) im Bezirk aṭ-Ṭârmiyya gefaßt und verhaftet werden konnte. Zudem wurde im westliche gelegenen Stadtteil as-Saʽd von Tal ʽAfar ein ISGefängnis mit Foltereinrichtungen entdeckt, dazu Unmengen von Drogen und psychotropen Pillen [zum bevorzugten Einsatz von Captagon durch die Terroristen s. Syrien Teil II und folgende Teile!]
Terroranschläge:
Am 28.8.2017 fielen aber auch neun Menschen einem Terroranschlag mittels einer Autobombe auf einem Markt in Ṣadr-City* im Osten von Bagdad zum Opfer,  weitere 25 Besucher wurden verletzt.
Beim Passieren einer Stelle, an der Terroristen einen Sprengsatz am Rand einer zu landwirtschaftlich genutzten Obstgärten führenden Straßen angebracht hatten, detonierte dieser und tötete eine Lehrer in der Nähe von Abû Ṣaidâ nordöstlich von Baʽqûba.
Auf der Schnellstraße in Höhe von Ġazâliyya im westlichen Bereich von Bagdad griffen im Vorbeifahren unbekannte Schützen das Auto eines Mitarbeiters des Justizministeriums an und töteten ihn. (http://www.sana.sy/?p=617138)
*Anmerkung: Ṣadr-City ist ein 1959 nach dem Sturz der Monarchie neu errichteter Stadtteil Bagdads, der daher  durch den neuen Premierminister Madīnat aṯ-Ṯawra, d.h. City der Revolution, genannt wurde; nach der US-Invasion 2003 und Ansammlung der Paramilitärs des radikalen Šîʽitenführers Muqtadā aṣ-Ṣadr  (s.u.) umbenannt in Madīnat aṣ-Ṣadr aṯ-ṯānī nach dessen Vater, dem Großayatullâh Muḥammad Ṣādiq aṣ-Ṣadr und Opponenten des säkularen Staatschefs Ṣaddām Ḥussain. Jener Großayatullâh ließ sich auch mit dem Titel Sayyid als Nachfahre von Religionsgründer Muḥammad ansprechen.

Tal ʽAfar befreit, Photo: Sputnik News

Tal ʽAfar befreit, Photo: Sputnik News

Am 27.8.2017 informierte das Operationskommando der vereinten Streitkräfte des Landes über die vollkommene Befreiung der ehemaligen IS-Hochburg  Tal ʽAfar, wie as-Sûmariyya News berichtete. (http://www.sana.sy/?p=616648)

Bei der Detonation zweier Autobomben in Bagdad – einmal im südwestlich gelegenen 4. Polizeibezirk, das andere Mal im südlichen Abû Dašîr – kamen am So., 27.8.2017 insgesamt fünf Menschen ums Leben, sechs wurden verletzt. (http://www.sana.sy/?p=616568)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“ erklärte laut as-Sûmariyya News am 26.8.2017, daß inzwischen 27 von insgesamt 29 Stadtteilen von Tal Afar dem IS entrissen seien.  (http://www.sana.sy/?p=616202) Später kam dann noch der Stadtteil Muṯanna 1 zur Liste der befreiten Areale hinzu. (http://www.sana.sy/?p=616136)

Wie schon mehrfach für Syrien  (s.a. die früheren Teile bzgl. TOW-Panzerabwehr-Raketen!) belegt, stießen die Truppen in Tal ʽAfar in eroberten IS-Stellungen nun auch auf Anti-Panzer-Raketenwerfer aus US-Produktion, hier vom Typ FGM-148 Javelin, wie der irakische Fernsehsender al-Mauṣiliyya mit entpsrechenden Aufnahmen berichtete. Laut dem Portal Defence.ru vom 25.8.2017 seien mit der Waffe, die ein ein­zelner Kämpfer abgefeuern könne, gepanzerte Ziele in bis zu 2000m Entfernung oder tieffliegen­de Luftobjekte (von Drohnen zu Helikoptern) bekämpfbar.  (https://sptnkne.ws/fqnR)

Pressekonferenz Bagdad, Photo: pars today

Pressekonferenz Bagdad, Photo: pars today

Außenminister Ibrâhîm al-Ğaʽfarî traf am 26.8.2017 in Bag­dad mit seiner französischen Amtskollegin Florence Parly  sowie dem französischen Verteidigungsminister Jean-Yves Le Dri­an zusammen. Während der nachfolgenden ge­mein­­samen Pressekonferenz forderte Gastgeber al-Ğaʽfarî,  alle Anstrengungen darein zu setzen, daß mit den Terroristen abgerechnet werde, die Verbrechen im Irak begangen hätten und jetzt zurück in ihre Heimatländer flöhen unter Betonung dessen, daß deren Ausbreitung verhindert werden müsse und Zusammenarbeit erforderlich sei, um gegen sie schwerste Sanktionen zu verhängen.  Wörtlich bemerkte er: „Das irakische Außenministerium spricht offen mit dem betroffenen Staat und fordert die Zusammenarbeit mit dem Irak, um diese Ge­rech­tigkeit zu erreichen.“ Auch be­kräftigte er, daß der Irak weiterhin den IS bekämpfen werde. Derzeit seien von Tal ʽAfar bereits 70% zurückerobert. Jean-Yves Le Dri­an würdigte die Erfolge der irakischen Streitkräfte, warnte jedoch, daß der Krieg gegen den Terrorismus noch nicht beendet sei. Frankreich sehe seine Präsenz im Land innerhalb der US-geführten Koalition als unterstützend in diesem Prozeß an, erwiderte Außenministerin Florence Parly. Le Dri­an versicherte zudem, sein Land werde sich um die Beseitigung der Stagnation [auch: des Patts] auf dem Weg hin zu einer politischen Lösung für Syrien mit Umsetzung des De-Eskalationszonen-Memorandums bemühen.  (http://www.sana.sy/?p=615901, s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i31126-frankreichs_au%C3%9Fenminister_die_syrer_selbst_entscheiden_%C3%BCber_assad)

Nördlich von Bagdad wurde infolge einer Sprengsatzdetonation im Geschäftsbezirk des Ortsteils al-Mašâhida von aṭ-Ṭârmiyya  eine Person getötet, vier weitere trugen Verletzungen davon, berichtete as-Sûmariyya News am 25.8.2017. (http://www.sana.sy/?p=615098)

Umgebung von Tal Afar, Photo: SANA

Umgebung von Tal Afar, Photo: SANA

Laut einer Meldung von as-Sûmariyya News vom 25.8.2017, befreiten die vereinten Streitkräfte des Iraks die al-Ḫaḍrâ´, an-Nidâ´ und aṭ-Ṭalîʽa von Tal ʽAfar. Der Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar“, Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh teilte mit, daß die Truppen der 15. Infanteriedivision und der 17. Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî die Kontrolle über den Stadtteil  al-Maḥlabiyya  al-Mu´alaf  von 13 erkämpften; damit sei eine strategische Verbindung von al-Kasak nach Ṣalâḥuddîn hergestellt. Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî  befreite zudem zu Beginn des Tages den Ortsteil al-Ġâbât im SO der Stadt vom IS. (http://www.sana.sy/?p=615198)

Der Kommandant der Operationen „Wir kommen, oh Tal ʽAfar Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gab am 24.8.2017 laut einer Meldung von as-Sûmariyya News bekannt, daß die vereinten Streitkräfte die Kontrolle über die Stadtteile an-Nûr I bis zum Stadtteil an-Naṣr hin und al-Ğazîra in Tal ʽAfar erkämpft hätten. Ein Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  spezifizierte, daß Truppen der Volkswehr die Befreiung der gesamten Fläche des östlich gelegenen Stadtteils al-Ğazîra geglückt seien, die damit nur noch 250m vom Zentrum entfernt stünden. Neben den fünf Dörfern [s.u.] haben am Vortag die Streitkräfte  zudem die Gebirgskette Šaiḫ Ibrâhîm im Bezirk Tal ʽAfar zurückerobert. Brigade­general Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, informierte während einer Pressekonferenz am Sitz des Verteidigungsministeriums in Bagdad die Journalisten, daß die vereinten Truppen damit im Zeitraum vom 20. -23. August die Kontrolle über 31 Bezirke in Tal ʽAfar wie­der­erlangt hätten bei 302 getöteten Terroristen, 15 zerstörten IS-Stellungen, 35 Tunneln, 19 Granatwerfergeschossen, 33 Auto-Bomben und Entschärfung von 752 Sprengkörpern und Räumung von sieben verminten Gebäuden. (http://www.sana.sy/?p=614256)

Russisch-irakisches Memorandum, Abbildung: SANA

Russisch-irakisches Memorandum, Abbildung: SANA

Am 23.8.2017 unterzeichneten der russische Innenminister Igor Zubov und sein irakischer Amtskollege ʽAqîl al-Ḫazʽalî ein Memorandum zur Sicherheitskooperation. (http://www.sana.sy/?p=613847)

Gemäß Angabe des Kommandanten der Befreiungsoperation von Tal ʽAfar gegenüber as-Sûmariyya News wurde der nordwestlich gelegene Stadtteil al-Kifâḥ bereits zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=613512 vom 23.8.2017)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh informierte am 23.8.2017 laut einer Meldung von as-Sûmariyya News darüber, daß die 15. Infanterie-Division die Dörfer Šaiḫ Ibrâhîm, ʽÎn al-Wâḥ, Ḥamra, al-ʽArab befreit habe und die 16. Infanterie-Division die die Dörfer al-ʽšiq I und al-ʽšiq II, welche auch die Straßenverbindung al-Kasak – al-Maḥlabiyya unter ihre Kontrolle brachte.
(http://www.sana.sy/?p=613866)

Masʽûd Barzânî (s.u.) hält nach wie vor am Referendum zur Herauslösung des autonomen Kurdengebiets aus dem irakischen staatsverband fest. Er bekräftigte den Termin (25.9. 2017) erneut bei einem Treffen am 22.8.2017 mit religiösen Führern der Region. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30988-irak_barzani_besteht_auf_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum)

Bei Tal ʽAfar, Photo: SANA

Bei Tal ʽAfar, Photo: SANA

Während der Militäroperation „Wir kommen, oh  Tal ʽAfar“ konnten die 16. Infanteriedivision die Dörfer Ṭaštiyya und Tal as-Saman befreien und den Kreuzungspunkt al-Kasak wie al-KasakÖl-Raffinerie zurückerobern, wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte.  In Tal ʽAfar kam es zu Kämpfen mit dem IS in den Stadtteilen Turmî im Nordwesten und al-Kafâḥ 1 mit Eindringen von al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom Westen her. Außerdem verkündeten die gemeinsamen Streitkräfte die Befreiung der Dörfer Tal Raḥâl, Tal Ḥabâra,  Ḥussain Idrîs, al-Mulâ und al-Mağîd südwestlich von Tal ʽAfar sowie Tûmâ, Mağârîn, Ḥalâwa,  und Abû Šaka östlich von Maḥlabiyya; dazu schnitten sie dem IS die Straße al-Kasak  in Richtung Maḥlabiyya ab. (http://www.sana.sy/?p=612464)
Später ergänzte Generalleutnant Yârullâh den Bericht dahingehend, daß die 15. Infanterie-Division das Dorf al-Ḫân im W von Tûm wie das Dorf aṭ-Ṭainiyya südlich von Maḥlabiyya befreit habe, die 11.Brigade von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  zusammen mit der 9. Armee-Brigade hätten zudem ein IS-Ausbildungszentrum innerhalb der Stadtgrenzen von Tal ʽAfar  erobert sowie die Kontrolle über den nordwestlich gelegenen Stadtteil Termaba erlangt, wo sich die Hauptverteidigungslinie des IS-auf der nördlichen Achse befinde. (http://www.sana.sy/?p=613037, http://www.sana.sy/?p=612753)

Über den noch unter IS-Kontrolle stehenden Ortschaften im Gebiet der Militäroperation wurden von den Luftstreitkräften hunderttausende Flugblätter abgeworfen, in welchen die Terroristen zur Kapitulation aufgerufen werden. Dabei verwiesen sie auf die Siege der vereinten Streitkräfte und die Verluste des IS. Betroffen waren vor allem al Havidja [al-Ḥawîğa], al Qaim [al-Qâ´im], Rava [Râwa], Ana [ʽĀna] und Akashat [ʽAkâšât]. (https://sptnkne.ws/fnnA)

In Tal ʽAfar (vgl.u.) herrrscht derzeit Nahrungsmittel– und Wasser­knappheit. Tausende Einwohner flöhen derzeit aus der umkämpften Stadt und ihrer ugebung berichtete UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Mo., 21.8.2017, unter Berufung auf Lise Grande von der UN-Unterstützungsmission (UNAMI) im Irak. Bislang hätten ca. 40 000 Menschen das Gebiet verlassen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30946-uno_tausende_iraker_fl%C3%BCchten_aus_tal_afar)

Einsatz im Irak, Photo: SANA

Einsatz im Irak, Photo: SANA

Bereits am ersten Tag der Befreiungsoperation bzgl. Tal ʽAfar konnten die vereinten Streitkräfte – wie der Rückeroberung von Mossul aus Armee, Bundespolizei und Antiterroreinheiten sowie denen der schnellen Eingreiftruppe, der al-Ḥašd aš-Šaʽbî und lokale Kämpfern – das kleine Gebiet von  al-ʽAbra erobern und dabei unterwegs auf jene Stadt zu  auf der West-Achse nahe as-Saʽd, az-Zahrâ´ und al-Waḥda IS-Befestigungen zerstören, berichtete Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News. Er befehligt die Operationen „Wir kommen, Tal ʽAfar“ wie zuvor schon diejenige zur Befreiung von Mossul, welche „Wir kommen, Nînawâ (Ninive)“ hieß. – Tal ʽAfar  war am 15.6.2014 vom IS  eingenommen worden. (http://www.sana.sy/?p=610687)
Desweiteren informierte der Kommandant der Befreiungsoperation die Presse darüber, daß die Anti-Terror-Kräfte im SW von Tal ʽAfar die beiden Dörfer Qazal  Qiyû und Kasar Maḥrâb befreit hätten. Zudem habe die Luftwaffe ein IS-Quartier  nahe ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr angegriffen. Zum anderen verurteilte heute der Oberste Strafgerichtshof der Provinz Nînawâ  vier IS-Terro­risten zum Tod durch Erhängen. (http://www.sana.sy/?p=611049)

Am frühen Morgen des So., 20.8.2017, gab Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî den seit Tagen erwarteten Befehl zur Befreiungsoperation für eine der letzten IS-Hochburgen Tal ʽAfar. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30858-irak_startet_armeeoffensive_zur_r%C3%BCckeroberung_von_tal_afar)

Luftkampf, Photo: SANA

Luftkampf, Photo: SANA

Die Luftwaffe zerstörte am 19.8.2017 drei IS-Schlupfnester  im Bezirk al-Qâ´im in der Provinz al-Anbâr. (http://www.sana.sy/?p=609891)

Gerade schockierten die Anschläge von Barcelona und Cambrils wieder die Welt, auch in anderen Städten kam es in in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder zu Terrorangriffen mittels zielgerichtet in Menschenmengen gesteuerter Fahrzeuge. Nun ist bekannt, daß der IS schon vor Jahren zu solchen Anschlägen wie auch Angriffen mit Messern hat aufrufen lassen. Der – am 7.1.2016 (s.u.) schwer verletzte – IS-Sprecher mit dem Kampfnahmen Abû Muḥammad al-ʽAdnânî aš-Šâmî [d.h. aus Syrien, er ist tatsächlich die einzige syrische IS-Führungsperson!] hatte zunächst dazu aufgerufen, Ungläu­bige rund um den Erdball zu ermorden und dann in einer auch schriftlich im Internet verbreiteten Predigt mit dem Titel „Was dir Gutes widerfährt, kommt von Allah“ speziell zu Suizidanschlägen in Euro­pa aufgerufen mit den Worten: „Tut alles, was euch möglich ist, um jene zu töten, die euren Glauben nicht teile.“ Weiter hieß es u.a. „So bindet eure Sprengstoffgürtel und bereitet euch vor, bereitet euch vor.“
Später wurde eine knapp 42 Minuten ­dauernde Predigt als Audiobotschaft mit dem Titel „In der Tat ist Dein Herr immer wachsam“ im Internet verbreitet. Diese veröffentlichte die IS-Medienab­teilung schriftlich auch in Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch und Hebräisch. Dabei wurde darauf verwiesen, daß sich effektive Anschläge auch von Einzeltätern mit gewöhnlichen mitteln wie Autos und Messern verwirklichen ließen, zu denen es in der Folge in vielen Städten kam und noch kommt. (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.isis-terror-aufruf-sprecher-der-is-miliz-fordert-weltweite-anschlaege.03d42e17-bc20-49ae-a2fa-9566305b75d3.html vom 23.9.2014).
Kurz vor den Anschlägen in Spanien wurde in einer der drei noch vom IS gehaltenen irakischen Stützpunkte al-Ḥawîğa, 55km südwestlich von Kirkûk, Papiere mit einer Freitagspredigt gefunden, in denen der IS EU-Staaten, aber auch den USA und Groß­britannien mit weiteren Auto-Anschlägen drohte. Laut Meldung des irakischen Fernsehsender as-Sûmariyya News habe der IS eine eigene Gruppe gebildet mit dem Ziel Menschen in Europa und Amerika zu überfahren. (http://parstoday.com/de/news/world-i30792-3.000_terroristen_keh- ren_bald_nach_europa_zur%C3%BCck, s.a. https://sptnkne.ws/fmkb)
Aus all dem geht klar hervor, daß das, was laut dem „Terror-Experten“ Rolf Tophoven der „neue modus operandi“ des IS sei (https://sptnkne.ws/fmeH) – leider – alles andere als neu. Vor allem hatte die syrische Regierung schon seit Jahren klargelegt (vgl.Teil ITeil VI), daß nur eine ernsthafte internationale Bekämpfung des Terrorismus einschließlich des IS erfolgreich sein könne, was schließlich von der Regierung in Moskau unter Präsident Putin unterstützt wurde, und eindringlich – wie auch Präsident Dr. al-Assad in seinen Interviews (z.B. vom 3.6.2017, 11.3.2017, 14.12.2016 etc.) eindringlich davor gewarnt, daß Terrorismus keine Grenzen kenne und die in Syrien aktiven IS-Anhänger einmal als Heimkehrer in ihre europäischen Heimatländer vermehrt Attentate verüben würden. Doch waren die Mainstream-Medien viel zu sehr damit beschäftigt, nicht überprüfte, die syrische Regierung diskreditierende Meldungen zu verbreiten als dieser Warnung (genügend) Gehör zu verschaffen.
Aus einem durch schweizer Nachrichtenagentur SDA am Fr., 18.8.2017, bekannt gemachten Bericht des Radicalization awareness network (RAN) der Europäischen Kommission geht über diese Heimkehrer hervor, daß in naher Zukunft knapp 3.000 europäische Terroristen, die sich zuvor dem IS oder Ğabhatu_n-Nuṣra ange­schlossen hatten, in ihre europäischen Heimatländer zurück­kehren würden. Schließlich hätten sich mehr als 42.000 Extremisten aus 120 Ländern zwischen 2011 und 2016 allein dem IS die Treue geschworen. Terrorkämpfer aus Schweden, Finnland, Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Frank­reich, der BRD, Öster­reich, Italien und Spanien würden demnach bald zurückerwartet, umso eher als die großen Terrorgruppen in Syrien und dem Irak weiter erfolgreich bekämpft werden. (http://parstoday.com/de/news/world-i30792-3.000_terroristen_kehren_bald_nach_eu- ropa_zur%C3%BCck, s.a. https://sptnkne.ws/fmkb)
Nicht vergessen werden sollte auch, daß bis zuletzt immer noch vor allem via Türkei (aber auch über die jordanische Grenze) frischer Söldnernachschub nach Syrien geschleust wurde (vgl.u. und Teil V) und bekanntlich gerade die IS-Führungspersonen überwiegend Ausländer auch aus europäischen Ländern sind.Wie oft hatte sich schließlich die letzten Jahre über die syrische Regierung u.a. bei der UNO darüber beschwert, daß immer noch gewisse, die Terroristen (auch per Söldnernachschub) unterstützenden Staaten entgegen den Bestimmungen der UN-Resolution Nr.2171, Nr.1373, Nr.2178 und Nr.2253 ungestraft damit fortfahren könnten….

Die Befreiungsoperation von Tal ʽAfar (vgl.u.) steht unmittelbar bevor, teilte Aḥmad al-Asadî,  der Sprecher von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  (auch: irakische Volksmobilisierungsein­heiten oder PMU) am Fr., 18.8.2017, gegenüber der Presse mit. 20.000 Kämpfer der Gruppe seien daran beteiligt. Sie zögen wie üblich mit den Armee- und (Bundes-)Polizei-Truppen sowie Antiterroreinheiten in die Schlacht. Artillerie-Einheiten hätten bereits in der Umgebung der Stadt, einer der letzten IS-Hochburgen, Stellung bezogen. Seiner Einschätzung nach werde die Operation nur in wenigen Wochen beanspruchen. (http://parstoday.com/de/news/world-i30816-irak_mehr_als_20.000_haschd_al_schaabi_kr%C3%A4fte_wirken_bei_befreiung_von_tal_afar_mit)

Das von Masʽûd Barzânî, dem trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus dem Präsidium weichenden (vgl. u.) Führer des kurdischen Autonomiegebiets im Irak, für den 25.9.2017 geplante Referendum zur Abtrennung der Region vom irakischen Staatsgebiet (s.u.) wird auch von UN-Seite kritisiert. Es widerspreche dem Grundgesetz des Landes und sei damit illegal, bewertete Jan Kubis, der UN-Sondergesandte für den Irak, den Sachverhalt am Do., 17.8.2017. (http://parstoday.com/de/news/world-i30760-uno_referendum_zur_unabh%C3%A4ngigkeit_der_autonomen_kurdengebiete_ist_illegal)

Gemäß einer von der Agentur INA zitierten Erklärung ließ das Verteidigungsministerium am 16.8.2017 wissen, daß fünf  IS-Suizidattentäter nahe der Baiğî Raffinerie (vgl.u.) im N der Provinz Ṣalâḥuddîn  rechtzeitig durch Sicherheitskräfte außer Gefecht gesetzt werden konnten. Einer Sicherheitsquelle der Provinz war laut as-Sûmariyya News zu entnehmen, daß eine Reihe Menschen durch die Aktion eines Suizidattentäters getötet bzw. verletzt wurden.- Am Vortag, dem 15.8.2017, töteten die Streitkräfte ebenfalls fünf IS-Terroristen, die ein Suizidattentat östlich von Ṣalâḥuddîn  planten. (http://www.sana.sy/?p=607886)

Befreiung von Tal Afar, Photo: SANA

Befreiung von Tal Afar, Photo: SANA

Am Di., 15.8.2017, gab das Verteidigungsministerium den Be­ginn der Befreiungsoperationen für die Städte Tal ʽAfar (vgl.u.) in der Provinz Nînawâ (Ninive) und al-Ḥawîğa in der Provinz Kirkûk aus den Händen des IS bekannt. Laut Aussage des Ministeriumssprecher Muḥammad al-Ḥaḍrî  während einer Presseerklärung würde nach Ende der Angriffe der Luftwaffe auf IS-Stellungen die Bodeninitiative starten. Gemäß Bundespolizeichef Generalleut­nant Ra´îd Šâkir Ğaudat vom Vortag hätten Panzereinheiten und Elitetruppen im Gebiet von Tal ʽAfar bereits ihre Kampfstellungen eingenommen.  – Derzeit befindet sich außer den genannten Städten noch al-Qâ’im im Westen der Provinz al-Anbâr unweit der Grenze zu Syrien unter IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=606996, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30628-irak_beginn_der_befreiungsoperationen_f%C3%BCr_tal_afar)

Gemäß den früher unterzeichneten Verträgen beginnen in Kürze die Lieferungen von T-90-Panzern in den Irak. Auch in anderen Richtungen der militärtechnischen Kooperation werden die Verhandlungen fortgesetzt“, erklärte der russische Botschafter in Bagdad, Maxim Maximow am Mo., 14.8.2017. Der T-90-Panzer, erstmals vorgestellt 2011, habe sich imKampf gegen den Terrorismus in Syrien bewährt. (https://sptnkne.ws/fhYg)

Sonntagabend, 13.8.2017, wehrte eine Gruppe von al-Ḥašd aš-Šaʽbî an der irakisch-syrischen Grenze nördlich von Tal Ṣufûk einen IS-Angriff erfolgreich ab, tötete dabei 20 Terroristen, verwundete acht und zerstörte vier von deren Kampfwagen. Am 9.6.2017 hatte die Volkswehr bereist den Grenzübergang  Tal Ṣufûk al-Ḥudûdî dem IS nach heftigen Gefechten entrissen. – Vom Sprecher des Innenministeriums, Wahhâb aṭ-Ṭâ´î, verlautete, daß zwei Suizidattentäter rechtzeitig gefaßt und ihre Autobombe konfisziert werden konnte, bevor es zum Anschlag im Zentrum von Bagdad kommen konnte. Dagegen war am Vortag eine Autobombe im  östlichen Teil der Hauptstadt detoniert, wodurch zwei Personen verletzt worden waren. (http://www.sana.sy/?p=606398)

Erst vor zwei Wochen war der extremistische Šîʽitenführer  Muqtadā aṣ-Ṣadr (vgl. Teil I) zu einem unangekündigten Besuch nach Saudi-Arabien aufgebrochen und hatte dort den neuen saudischen Kronprinzen, Muḥammad bin Salmân getroffen und die Eröffnung eines saudischen Konsulats in Nağaf besprochen.  Am So., 13.8.2017, ließ er sich nun mit einem emiratischen Privatflugzeug nach ad-Dauḥa zum Kronprinzen der VAE, Muḥammad bin Zāyid Āl-Nahyān (Muhammad bin Zayid Al Nahyan), bringen. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30600-irakischer_schiitenf%C3%BChrer_sadr_reist_nach_%C3%84gypten, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30604-saudi_arabien_erw%C3%A4gt_er%C3%B6ffnung_eines_konsulats_im_irakischen_nadschaf) – Sowohl Saudi-Arabien als auch die VAE wurden während des Kriegs in Syrien (wie im Irak) mehrfach als Terroristenunterstützer insbesondere des IS genannt, schon die IS-Ideologie hat ja auch ihre Wurzeln im Wahhâbismus, der in Saudi-Arabien Staatsreligion mit rigidesten Ausflüssen ist. Mit diplomatischen Vertretern Saudi-Arabiens hatte es in der Vergangenheit zunehmend Schwierigkeiten wegen massiver Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iraks gegeben, die in Richtung Stimmungsmachung im Land, Spaltung der Bevölkerung und Aufreizung gingen (s.u.).

Laut Angaben des Sprechers der arabischen Nomadengruppen der Provinz Nînawâ haben die USA ca. vor einer Woche mit dem Bau ihres bislang größten Militärstützpunktes in Mossul westlich des Tigris begonnen, wie an-Našra am So., 13.8.2017, berichtete. Weitere vier Basen seien im Grenzgebiet zu Syrien zwischen Sinğar im Westen und al-Qâ´im  geplant. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30526-usa_beginnen_bau_von_gr%C3%B6%C3%9Fter_milit%C3%A4rbasis_in_mossul)

Trotz negativer Reaktionen  auch aus den USA, Großbritannien und Ägypten läßt die Regierung des kurdischen Autonomiegebiets unter  Masʽûd Barzânî, der trotz Ablaufs seiner Amtszeit im Jahr 2015 nicht aus  dem Präsidentenamt weicht (vgl. Teil I), nicht davon ab, ein – gesetzlich nicht vorgesehenes! – Referendum am 25.9.2017 zur Abtrennung vom irakischen Staatsgebiet durchzuführen,  wie Präsidentenberater (und Onkel von Masʽûd B.), Huschyār Zēbārī (Hoshyar Zebari), zuletzt am 13.8.2017 wiederholte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30448-gro%C3%9Fbritannien_und_%C3%84gypten_gegen_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_der_irakischen_region_kurdistan, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30502-irakische_kurden_wol-len_am_25._september_unabh%C3%A4ngigkeitsreferendum_abhalten, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30514-zebari_volksabstim-mung_%C3%BCber_unabh%C3%A4ngigkeit_der_autonomen_kur-denregion_findet_am_25._september_statt)

Laut Meldung von as-Sûmariyya News basierend auf Quellen vor Ort waren infolge zweier Bombenexplosionen, einmal nahe eines  belebten Markts in der Gegend Abû Dašîr südlich von Bag­dad und dann im 4. Polizeibezirk westlich von Bagdad ein Todesopfer und drei Verletzte bzw. vier Verwundete zu beklagen. Ein weiterer Suizidanschlag konnte durch Sicherheits­kräfte verhindert werden. Gemäß Auskunft durch das Operationskommando al-Anbâr hatte ein mit Sprengstoffgürtel ausgestatteter Terrorist versucht, sich inmitten des Vertriebenenlagers im N von ar-Ruṭba, westlich von ar-Ramâdî gelegen (vgl. Teil I), in die Luft zu sprengen. (http://www.sana.sy/?p=604657 vom 10.8.2017)

Bedeutende Einblicke in die Finanzierungsströme des IS gibt der Sputnik-Beitrag: https://sptnkne.ws/ffNH. Diese wurden hauptsächlich über die türkische Stadt Gaziantep bzw. die Hauptstadt der kurdischen Autonomiegebiets, Arbîl (Erbil), und Zāḫū (Zaxo, Zakhu) an der Grenze zur Türkei abgewickelt, um schließlich unter Einschluß von Bagdad nach Mossul zu gelangen. .Das geschah teils über Strohfirmen oder Geldüberweisungen durch einen Agenten mit der Parole: „Ich gebe Geld an einen Mann zurück.“. Pro Tag wurden so bis zu drei Millionen US-$ an den IS überwiesen. als die Geldströme Ende 2016 – Anfang 2017 deutlich zurückgingen seien es täglich immerhin noch 80.000 – 100.000 US-$ gewesen, die bis zur Befreiung Mossul den Terroristen regelmäßig zuflossen.

Ğihâd-Nachwuchs, Photo: Daily Mail

Ğihâd-Nachwuchs, Photo: Daily Mail

Auf Bitten der Sputnik– und RT-Chefin Margarita Simonjan hat den Präsidenten der russischen autonomen Teilrepublik Tschetschenien, Kadyrow, gebeten, ein Video über sog. russische ĞihâdWaisen von Mossul und anderen irakischen Städten zu fertigen, welches jener schließlich bei Instagram einstellte. Sie sprächen Russisch, hätten jedoch keine Pässe. Ihre Eltern hatten sich vor Zeiten dem IS angeschlossen und ihre Kinder in den Irak, aber auch nach Syrien mitgenommen. Nach der Befreiung von Mossul und den erlittenen Verlusten hätten sich jene abgesetzt, ihre Kinder vor Ort (im Stich) gelassen. mit dem Video wird versucht, Verwandte der Kleinen zu finden, die sich derzeit in irakischen Waisenhäusern befänden. Sie sollen in die Heimat zurückgebracht werden, worum sich Rußland bemüht. Nicht einmal UNICEF habe eine RT-Anfrage über die Anzahl der Betroffenen beantworten können. „Die Kinder sprechen Russisch. Sie haben keine Eltern. Sie wissen nicht, wie sie heißen, sie haben aber den Schmerz, die Angst und den Tod in Erinnerung“, macht Kadyrow im Video deutlich. (https://sptnkne.ws/fggY) – Präsident Kadyrow hatte sich zuvor schon in Syrien engagiert (vgl. Teil V, Teil VI, Teil III).

Wenige Kilometer von Tal ʽAfar (vgl.u.) entfernt läßt das Pentagon offenbar eine weitere US-Basis errichten, die schon zur Hälfte fertiggestellt sei. Panzertechnik und US-Militärberater seien bereits dorthin verlegt, wie Russia Today berichtet. „Gegenwärtig wird eine Start- und Landepiste für Maschinen gebaut, die logistische Un­terstützung während der bevorstehenden Befreiungsoperation erweisen werden“, ließ man vernehmen. (https://sptnkne.ws/ffWj)

Bombardement der US-geführten Koalition, Photo: SANA

Bombardement der US-geführten Koalition, Photo: SANA

Nach der jüngsten Bombardierung einer Stellung der al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) durch die US-geführte Koalition  forderte der Außenausschuß im Parlament die Einbestellung des US-Botschafters wie die Übergabe einer Protestnote an ihn. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30416-parlament_in_bagdad_fordert_einbestellung_des_us_bot- schafters)

Die letzten Vorbereitungen zur Befreiung der nach dem Fall von Mossul zum neuen IS-Stützpunkt erkorenen Großstadt Tal ʽAfar, gut 60km westlich der genannten Provinzhauptstadt,  sind abgeschlossen. Zusammen mit der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî beginne die Armee demnächst die Operation, teilte der Kommandeur der Volkswehr am Di., 8.8.2017 gegenüber Sputnik Türkiye mit. Es fehle laut Generalstabschef ʽUṯâmân al-Ġânimî nur noch der Befehl von Ministerpräsident und Oberbefehlshaber Ḥaidar al-ʽAbâdî hierzu. (http://www.sana.sy/?p=606996, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30386-irakische_ar- mee_beginnt_operation_zur_befreiung_von_tal_afar)

Weitere 27 Personen, die der Teilnahme am berüchtigten IS-Massaker (vgl. Teil I) an den (šîʽitischen) Armeerekruten der Luftwaffenakademie  vom Juni 2014 überführt wurden. Gemäß Artikel 4 der irakischen Verfassung zur Terrorismus-Bekämpfung verurteilte sie der zentrale Strafgerichtshof des Landes am Di., 8.8.2017, zum Tod; 25 weitere Angeklagte wurden wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Gegen die Urteile kann noch Einspruch eingelegt werden. – 2016 wurden bereits 36 IS-Anhänger wegen Beteiligung an jenem Massaker vor den Familien der Op­fer und dem Justizminister hingerichtet. Das Massaker fand nach Eroberung der Luftwaffenakademie (der ehemaligen as-Sahra Luftwaffenbasis im NNW von Tikrît unter Präsidentschaft von  Ṣaddâm Ḥussain) statt.  Nach der US-Invasion von 2003 war sie in Camp Speicher umbenannt worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30360-27_is_terrori- sten_wegen_camp_speicher_massaker_im_irak_zum_tode_verurteilt)

Zurückkommend auf die jüngsten Angriffe der US-geführten Koalition auf die im Kampf gegen den IS befindlichen al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) konstatierte Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî während der Pressekonferenz vom Dienstagnachmittag in Bagdad, die US-geführte Koalition habe keine Erlaubnis, ohne die Zustimmung der Regierung, im Irak Operationen oder Luftangriffe durchzuführen. Zur al-Ḥašd aš-Šaʽbî stellte er nochmals klar, diese sei keine Miliz. Ihre Streitkräfte seien in verschiedenen Gruppen organisiert und keiner von ihnen sei außerhalb der irakischen Grenze an Kämpfen beteiligt. Wörtlich setzte er hinzu: „Es gibt keine rote Linie für die irakischen Kräfte innerhalb des Landes beim Kampf gegen den IS.“ (http://www.sana.sy/?p=603757, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30396-irak._ministerpr%C3%A4sident_ohne_zustimmung_bagdads_keine_operationen_der_us_koalition für das Zitat in Deutsch)

al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Einsatz, Photo: carnegie-mec.org

al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Einsatz, Photo: carnegie-mec.org

Wie die Zivilbevölkerung in Syrien – derzeit vor allem im Raum ar-Raqqa (s. Teil VI) – und die SAA vor einiger Zeit (vgl. Teil V) wurden nun auch wieder Mitglieder der im Kampf gegen den IS so tüchtigen  Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî (vgl.u.) durch Bomber der US-geführten Koalition bei ihren Einsätzen an der Grenze zu Syrien angegriffen und verloren so 40 Mann ihrer Sayyid aš-Šuhadâ´-Brigade, dutzende weitere wurden verwundet. Darauf gab al-Ḥašd aš-Šaʽbî laut Meldung der Nachrichtensender al-Mayâdîn und as-Sûmariyya News am Mon­tagabend in einer Erklärung außerdem bekannt: „Wir fordern die irakische Regierung auf, über den Angriff der USA auf die Kämpfer der Sayed al-Schohada-Brigade zu ermitteln.“ Außerdem solle die Regierung für den Schutz der gemeinsamen Grenze mit Syrien sorgen und auch dafür, daß keine weiteren dieser „verachtenswerten Akte“ erfolgten. (http://www.sana.sy/?p=603272, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30334-irak_40_volksmobilmachungskr%C3%A4fte_durch_us_luftangriff_get%C3%B6tet vom 8.8.2017)

Laut Aussage des Beraters des syrischen Ministerpräsidenten, Abdul Kadir [ʽAbdul-Qâdir] Azuz, am 6.8.2017, im Interview mit al-Maluma [?] wird Syrien mit der im Kampf gegen den IS sehr erfolgreichen irakischen Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî im Counterterrorismus zusammenarbeiten und die gemeinsame Grenze u.a. ­gegen Übertritte durch Bewaffnete sichern. auch begrüßte er deren Mitwirkung bei der Befreiungsoperation von Tal ʽAfar. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30298-syrische_regierung_zur_zusammen- arbeit_mit_al_haschd_al_schaabi_bereit)

Entgegen der Forderung des – selbst extremistischen Šîʽitenführers – Muqtadā aṣ-Ṣadr vom Vortag während einer von ihm organisierten Protestversammlung seiner Anhänger in Bagdad hat Premierminister Ḥaidar al-ʽAbâdî am Sa., 5.8.2017, klargestellt, daß die im Kampf gegen den IS so erfolgreiche Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî nicht aufgelöst werde und Teil des irakischen Militärs bleibe. „Alle irakische Truppen, darunter die Hashd ash-Shabi,  nahmen an den Befreiungsoperationen in Tikrit, Falludja und Mossul teil und werden auch an den Operationen  zur Befreiung von Tal Afar, teilnehmen„, konstatierte er daher. Muqtadā aṣ-Ṣadr hatte zuvor den saudischen Kronprinzen Muḥammad bin Salmân in Ğidda getroffen und von ihm – angeblich für den Wiederaufbau des Iraks – 10 Millionen US-$ erhalten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i30268-iraks_premier- minister_hashd_ash_shabi_wird_nicht_aufgel%C3%B6st)

„No veil is required“, aus der Multimedia-Präsentation des politischen Künslers Amir Normandi in Chicago

„No veil is required“, aus der Multimedia-Präsentation des politischen Künslers Amir Normandi in Chicago

Über die merkwürdigen, ja fast komisch anmutenden „Sitten“ unter IS-Kontrolle – wären sie nicht von so ernsthaften, grausamen Konsequenzen gefolgt gewesen – berichten Frauen aus Mossul, die nun wieder freizügigere Kleidung als die Totalverhüllung genießen können, im Gespräch mit Sputniknews. Wer zuvor damit von der speziellen Polizei [vom ğihâz alḥisba] aufgegriffen worden wäre, wäre getötet worden. Dieselbe Strafe galt für das Tragen von  Nachthemden, Bikinis oder Dessous – Pyjamas [als „Männerkleidung“] verbaten sich von selbst. Generell war der Kleidungskauf für das weibliche Geschlecht ein Problem, obwohl es dafür noch Geschäfte gab: einerseits sollten sich Frauen so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit aufhalten [ein Geschäft zu führen, widersprach dem unter den meisten Umständen], andererseits durften Männer keine Frauenkleidung verkaufen. Fast alle spe­ziell für Frauen konzipierten Läden hätten daher schließen müssen. Auf die wenigen speziellen Frauenläden durfte nicht per Schildern hingewiesen werden, ebenso war Werbung oder Damenkleidung im Schaufenster untersagt. Die Schriftstellerin Teiba al Siraj [Ṭayyiba as-Sirâğ] erzählte: „Den Geschäften war es verboten, jegliche Frauenkleidung in der Vitrine auszustellen. Wenn durch die geöffnete Tür eine Frau zu sehen war, wurde der Verkäufer ausgepeitscht. Er bekam eine Menge Probleme.“ Selbst das Nennen von Körpergrößen war tabu, das Anprobieren vor Ort unmöglich, da auch Umkleidekabinen geächtet worden waren. Frauenunterwäsche anzubieten oder zu kaufen sei damit fast unmöglich gewesen, weshalb dieselben jetzt einen regelrechten Boom erlebten. Allerdings wurde manches illegal angeboten. Eine 22-Jährige berichtet über solche Angebote: „Sie ersparten uns das Bummeln auf dem Markt, wo man jederzeit einem Daesh-Kämpfer in die Arme laufen konnte. Daher gingen alle Frauen nur dann auf den Basar, wenn es wirklich dringend notwendig war. In der Regel fuhr mein Vater mich mit dem Auto zu solchen Geschäften.“ (https://sptnkne.ws/fcFK)
Eine weitere Bewohnerin Mossuls ergänzt diese Berichte: seit der „Kalifat“-Errichtung des IS 2014 sei auch bunte, Hochzeits- und Abendkleidung aus den Schaufenstern verschwunden wie die als zu verführerisch für Männer geltenden weiblichen Modepuppen. „Es wurde verboten, Jeanskleidung für Männer und Frauen zu verkaufen. Offene Kleidung, nicht ge­nug lange Röcke und T-Shirts mit Prints, auch für Kinder, sind verschwunden. Daesh hat gesagt, das sei Kleidung für Ungläubige,“ berichtete Sora al Aga gegenüber Sputnik News und ergänzte: „Daesh wollte, dass wir Kleidung im afghanischen Stil trugen. Wenn die Terroristen noch ein Jahr länger ausgehalten hätten, würden wir blaue Pelerinen mit einem speziellen Ausschnitt für die Augen tragen. Und alle Männer würden kurze Hosen tragen.“.  Auch über Hochzeitskleider mußte „frau“ die unförmige, die Figur völlig verhüllende Ganzkörperbekleidung mit langen Handschuhen anlegen. Anstelle der geschlossenen Geschäfte, deren Besitzer geflohen waren, eröffneten die IS-Leute spezielle Damenmode-Geschäf­te, in denen schwarz verhüllte IS-Angehörige als Verkäuferinnen arbeiteten. Die anbefohlene IS-„Montur“ nannten die Bewohner bald „Rabenkittel“ oder „Müllsack“. Auch Sora gibt an: „Die Läden, die weiter offen geblieben sind, haben Verluste erlitten, weil die Menschen so selten wie möglich auf die Straße gegangen sind und unter den schweren Bedingungen fast keine Kleidung mehr gekauft haben.“  Die von vor 2014 bekannte hübsche moderne Bekleidung, darunter Importe aus dem Libanon, der Türkei, Syrien und sogar aus Frankreich und Italien, war fast kaum zu bekommen und wenn dann zu völlig überzogenen Preisen wie z.B. 200.000 Dinar (umgerechnet ca. 143€) für ein Hemd. (https://sptnkne.ws/fdgK)

Gemäß einer von irakischen Spezialkräften bei der Rückeroberung von Mossul in einem IS-Versteck aufgefundene Unterlagen soll sich auch eine Liste mit 173 potentiellen IS-Suizidattentätern des In- und Auslands mit Photos und Herkunfts­informationen befunden haben. Es handelte sich bei den Nicht-Irakern um Eingereiste aus Tunesien, Marokko, Jordanien, Tadschikistan und Saudi-Arabien sowie aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und der BRD. Nach Auswertung der Papiere durch US-Geheimdienste seien sie Interpol über­geben worden. „Im Mai wurde die Liste schließlich an die europäischen Polizeibehörden verschickt – als Vorsichts­maßnahme, falls sich die Männer auf den Fotos auf den Weg nach Europa machen“, hieß dazu. Es wird befürchtet, daß diese IS-Kämpfer nach ihrer Heimreise Anschläge begehen. (https://sptnkne.ws/fcXW)

Nach Auskunft des Kommandanten der al-Ğazîra-Operationen, Generalmajor Qâsim al-Muḥammadî, gegenüber as-Sûmariyya News wurden bei einer Operation der Sicherheitskräfte  mit Unterstützung von Stammesangehörigen  in Umm al-Waz nordwestlich von al-Ḥadîṯa im W der Provinz al-Anbâr 15 IS-Terroristen getötet und vier ihrer Sprengvorrichtungen zerstört. Jagd auf weitere IS-Trupps wurde auch in anderen Teilen der Provinz gemacht. – Der Generaldirektor im Bereich Geheimdienst und Antiterrorismus im Innenministe­rium, Abû ʽAlî al-Baṣrî machte zudem im Interview bekannt, daß der IS auf die vier Wallfahrtsorte al-Kûfa, al-Baṣra, Karbalâ´, Nağaf und Samârâ´ sowie das Heim von Groß-Ayatullâh ʽAlî as-Sīstānī  [des bedeutendsten šîʽitischen Geistlichen im Irak] Anschläge per Autobomben und Suizidattentätern geplant hatte. Diese konnten durch einen durch einen Präventivschlag der Luftwaffe auf die Terroristen am Rand der Stadt al-Qâ´im im West-Irak vereitelt werden. (http://www.sana.sy/?p=598262 vom 30.7.2017) – offenbar waren die IS-Pläne verraten worden, wie aṣ-Ṣabāḥ berichtet.
Andererseits führte die Luftwaffe im grenznahen Gebiet der Großstadt al-Qa’im [am Grenzfluß Euphrat] sowie jenseits derselben in der syrischen Region al-Mayâdîn – nach Absprache mit der Landesregierung (vgl.u.) – Angriffe gegen IS-Stellungen aus und vernichtete sieben davon. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29996-irak_is_terrorpl%C3%A4ne_in_nadschaf_verraten) – Gewissermaßen „gegenüber“ von al-Qa’im auf syrischem Territorium liegt al-Bû Kamâl.

Bei Einsätzen der Luftwaffe wurden ca. 50 IS-Terroristen im Bezirk Tal ʽAfar getötet und dutzende von  Autobomben zerstört, dazu ein großes Waffenlager und ein Tunnel. Westlich von al-Anbâr konnten vier Suizidattentäter liquidiertt werden, während Mitarbeiter des militärischen Geheimdiensts im Raum Mossul große Mengen an Munition und Sprengstoff, Raketen, Mörsergranaten u.a., versteckt in der Kirche von an-Nimrûd al-Aṯriyya  im Dorf al-Ḥaḍar nahe an-Nimrûd aufspürten. (http://www.sana.sy/?p=597820 vom 29.7.2017)

Die BRD spendet noch mehr Geld für den Wiederaufbau Mossuls: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller gab im Interview gegenüber Zeitungen der Funke-Gruppe am 25.7.2017 an: „Jetzt, wo Mossul befreit ist, bauen wir unsere Programme schnell aus. Allein dieses Jahr investieren wir zusätzlich 100 Millionen Euro in die Stabilisierung und den Wiederaufbau“. (https://sptnkne.ws/eYV2) – Syrien dagegen leistet diese Arbeiten schon seit langem selbst.

Präsident Putin traf sich am 25.7.2017 mit Vizepräsident Nûrî al-Mâlikî in St. Petersburg. Zuvor fanden Gespräche mit Außenminister Lawrow und Föderationsratspräsidentin Walentina Matwijenko statt. Ziel ist die Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Wirtschaft, Technik und Militär wie die Vertiefung der bilateralen Beziehungen. Laut al-Mâlikî habe der Irak im Kampf gegen den Terrorismus im Land Rußland schon viel zu danken [zu Details s.u.!]. Auch sollten russische Investitionen im Strom- und Ölsektor gefördert werden. Eine vermehrte militärische und politische Präsenz Rußlands im Irak sei durchaus erwünscht. „Auf diese Weise könnte ein Gleichgewicht geschaffen werden, das zum Wohl der Region, ihrer Völker und ihrer Länder beitragen könnte“, erklärte der Vizepräsident. Beide  Länder unterhielten schließlich historisch gefe­stigte Beziehungen zueinander.  (http://www.sana.sy/?p=595761, auf Deutsch s.a. https://sptnkne.ws/eYHR)

al-Ubaidi, Nachfolger des IS-"Kalifen" getötet, Photo: Mawâzîn News

al-ʽUbaidî, Nachfolger des IS-„Kalifen“ getötet, Photo: Mawâzîn News

Die Agentur Mawâzîn News berichtet unter Berufung auf Quellen im irakischen Geheimdienst nun auch von der Tötung des Nachfolgers von IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî [zu dessen Liquidierung s.u.!], mit Namen Iyâd Ṭâlib ʽAbd ar-Raḥmân al-ʽUbaidî alias Fâḍil Ḥaifâ alias Abû Ṣâliḥ in der Stadt al-Qadadîma  vor ca. 10-14 Tagen während eines gezielten Luftangriffs auf sein Versteck nahe Tal ʽAfar. Der Experte in Sachen Terrorgruppen, Hišâm al-Hâšimî, informierte darüber, der 50-Jährige zudem die Posten des Amîr Dîwân al-Ğund und des Führers der Hohen Kommission innerhalb des IS innegehabt habe. Er sei ein ehemaliger Armeeoffizier gewesen, der der ĞihâdIdeologie anheimgefallen sei, al-Qâʽida angehörte und ehemaliger Häftling des Bûkâ-Gefängnisses war. Der Militärrat des IS sei nach dem Tod von Nâṣir li-Dîn Allâh, des zweiten Kriegs­ministers des irakischen Staats, gebildet worden; auf den hochrangigen IS-Führungsposten des Chefs dieses Rates sei zunächst Ḥağî Bakr berufen worden, dann Abû ʽAbdurraḥmân al-Bîlâwî, Abû Aḥmad al-ʽAl­wânî und nach dem Tod des Turkmenen Abû Muslim schließlich Abû Ṣâliḥ al-ʽUbaidî. Die Position des Stellvertreters von Abû Bakr im Irak erhielt er ebenfalls erst vor kurzem nach des Turkmenen Tod. Zudem sei al-ʽUbaidî verantwortlich gewesen für die Finanzierung und Ausstattung der Suizidattentäter mit Waffen und Sprengstoff in der Pro­vinz al-Anbâr wie im Raum Bagdad. (http://www.mawazin.net/%D8%AA%D8%A3%D9%83%D8%AF-%D9%87%D9%84%D8%A7%D9%83-%D9%86%D8%A7%D8%A6%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%BA%D8%AF%D8%A7%D8%AF%D9%8A-%D9%88%D8%A7%D9%85%D9%8A%D8%B1-%D8%A7%D9%84%D8%AC%D9%86%D8%AF-%D9%81%D9%8A-%D8%AF%D8%A7%D8%B9%D8%B4-%D8%A8%D8%B6%D8%B1%D8%A8%D8%A9-%D8%AC%D9%88%D9%8A%D8%A9-%D8%A8%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%88%D8%B5%D9%84 vom 24.7.2017)

Auf dem vom IS in Mossul ebenfalls eroberten Gelände der Medizinischen Uni­ver­sität lagerten Vorräte an radioaktivem Kobalt-60, welche für den Bau einer „schmutzigen Bombe“ getaugt hätten. Allerdings hätten die IS-Kämpfer nicht gewußt, wie sie das Depot hätten öffnen können, ohne radioaktive Strahlen abzubekommen, urteilten Nukleartechnologen gegenüber The Washington Post“ vom So., 23.7.2017. (https://sptnkne.ws/eXUz)

Laut einer RIA Novosti vorliegenden Erklärung der Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî vom So., 23.7.2017, konnten unter den „am 20. Juli in  West-Mossul bei einem Versuch, sich ins Hinterland der Volkswehr einzuschleichen, getöteten Terroristen drei IS-Führungskräfte identifiziert werden: „Das sind Abu Iman, der die sogenannte ,islamische Polizei‘ in Tal Afar angeführt hatte, Abu Abd Sai­sija, der für die Anwerbung von Selbstmordattentätern zuständig war, sowie Hasser Abdalla Hoder al-Badrani, der die Tätigkeit von Untergrund-Zellen des IS koordiniert hatte“. (https://sptnkne.ws/eXYJ) – Mit „islamische Polizei“ in Tal ʽAfar  ist dem Zusammenhang nach al-ḥisba gemeint.

Der – zur Aufgabe seines, ihm gemäß Wahlergebnisses zustehenden Postens als gegenwärtiger Ministerpräsident genötigte (vgl.u.) und auch – frühere Ministerpräsident, derzeit als Vize-Präsident agierende Nûrî al-Mâlikî bekannte im Interview mit RIA Novosti hinsichtlich des Einflusses Rußlands im Nahen Osten „Wenn es die russische Position nicht gegeben hätte, wäre die Region vollständig vernichtet worden“ und fuhr fort: „Ohne Russlands Herangehen an das syrische Problem, das sich von dem der USA unterschied, wäre das Regime in Syrien gestürzt worden, die Terroristen wären aktiver geworden, die (politische) Landkarte der Region hätte sich geändert, was letztendlich zum Fallen von Bagdad geführt hätte“. Auch die Rückeroberung Mossuls sei nicht den USA oder der US-geführten Koalition zu verdanken. „Ja, sie haben uns mit Flugzeugen unterstützt, doch der Hauptverdienst gehört den irakischen Soldaten, den Volksmilizen und den Luftstreitkräften des Iraks“,  kommentierte al-Mâlikî. (https://sptnkne.ws/eXdY)

Einheiten der al-Ḥašd aš-Šaʽbî, der irakischen Armee und der Bundespolizei befreiten am 20.7.2017 das Dorf Imâm südwestlich von Qayyâra in der Provinz Nînawâ von den IS-Terrormiliz, wie as-Sûmariyya News berichtete. Tags zuvor hatte al-Ḥašd aš-Šaʽbî vier Täler und zwei Dörfer im nordöstlichen Gebiet der Provinz Diyâlâ zurückerobert. (http://www.sana.sy/?p=592776)

Laut Mitteilung des Berater des russischen Präsidenten für militärtechnische Kooperation, Wladimir Ko­schin, ist ein Vertrag mit der Regierung in Bagdad über die Lieferung von Panzern des Typs T-90 unterzeichnet worden, meldet die Zeitung Iswestija. „Es geht um einen ordentlichen Vertrag über die Lieferung einer großen Partie. … Eine konkrete Summe kann ich nicht nennen. Die Zahl ist groß.“, teilte er noch mit. (https://sptnkne.ws/eW7G)

Zerstörtes Mossul, Photo: Reuter

Zerstörtes Mossul, Photo: Reuter

Ungewöhnlich hoch sei die Zahl der infolge der Rückeroberung von Mossul getöteten Einwohner letztlich ausgefallen, gibt The Independent am 19.7.2017 an.  Mehr als 40.000 Einwohner seien dabei quasi „zu Tode befreit“ worden. Viele der toten Körper seien immer noch unter den Trümmern begraben. Damit kommen die tatsächlichen Zahlen jenen aus dem Bericht von Amnesty International  („At Any Cost: The Civilian Catastrophe in West Mosul“) sehr nahe. (https://sptnkne.ws/eWqH, http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/mosul-massacre-battle-isis-iraq-city-civilian-casualties-killed-deaths-fighting-forces-islamic-state-a7848781.html)

Weitere Massengräber des ISMassakers vom Juni 2014 an den Kadetten der Luftwaffenakademie bei der früheren Luftwaffenbasis Spyker (vgl.u.), 10km im NW von Tikrît, nahe des Präsidentenpalastes entdeckt. Die 827 Überreste von 14 werden durch Rechtsmediziner untersucht. Es ist zu erwarten, daß noch nicht alle Opfer gefunden worden sind. (http://www.sana.sy/?p=590976 vom 17.7.2017)

Laut einer Meldung des Senders al-ʽArabiyya aus den VAE soll der IS-„Kalif“ Abû Bakr al-Baġdâdî noch am Leben sein. Der Leiter der irakischen Antiterrorbehörde, Abû ʽAlî al-Baṣrî (Abu Ali al-Basri), halte das für möglich. Auch der kurdische Geheimdienstmitglied Lâhûr Tâlâhbânî (Lahur Talabani) hält es für wahrscheinlich, daß sich jener in einem südlichen Vorort von ar-Raqqa in Syrien aufhalte. Kremlsprecher Dmitri Peskow kommentierte diese Mitteilung mit den worten: „Es gibt keine zuverlässige Information über das Schicksal von al-Baghdadi. Alle eingehenden Nachrichten werden geprüft“. (https://sptnkne.ws/eUYK ) – Al-ʽArabiyya wurde in den letzten Jahren bekannt für seine tendenziösen, klar antisyrisch ausgerichteten Meldungen. Der Konzern MBC, dem der Sender angehört, befindet sich im Besitz saudischer (!) Investoren.

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in der Provinz Nînawâ („Wir kommen, Ninive„) gab am 15.7.2017 während eines Militärbriefings laut irakischen Medien bekannt, bei der Befreiung Mossuls seien 100.000 Kämpfer von Armee, Bundespolizei, Antiterroreinheit und al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen den IS vorgegangen und hätten 25.000 dieser Extremisten getötet, darunter mehr als 450 Suizidattentäter. Zerstört worden seien zudem 1247 Autobomben und weitere 1.500 Stück unterschiedlichen Kriegsgeräts, abgeschossen wurden auch 130 Marschflugkörper der Terroristen. In der 4. Phase der Bekämpfung des IS in der Provinz Nînawâ stehe die Befreiung von Tal ʽAfar (vgl.u.) westlich von Mosul und einiger anderer Bereiche an. (http://www.sana.sy/?p=590430)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh, Kommandant der Operationen in der Provinz Nînawâ („Wir kommen, Ninive„) gab am 15.7.2017 während eines Militärbriefings laut irakischen Medien bekannt, bei der Befreiung Mossuls seien 100.000 Kämpfer von Armee, Bundespolizei, Antiterroreinheit und al-Ḥašd aš-Šaʽbî gegen den IS vorgegangen und hätten 25.000 dieser Extremisten getötet, darunter mehr als 450 Suizidattentäter. Zerstört worden seien zudem 1247 Autobomben und weitere 1.500 Stück unterschiedlichen Kriegsgeräts, abgeschossen wurden auch 130 Marschflugkörper der Terroristen. In der 4. Phase der Bekämpfung des IS in der Provinz Nînawâ stehe die Befreiung von Tal ʽAfar (vgl.u.) westlich von Mosul und einiger anderer Bereiche an. (http://www.sana.sy/?p=590430)

Gegenüber as-Sûmariyya News gab der Kommandant der Tigris-Operationen, Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, am 15.7.2017 bekannt, daß die Sicherheitskräfte zusammen mit der volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî am Morgen eine großangelegte Militäroperation zum Aufspüren von IS-Schläferzellen im NO der Provinz Diyâlâ gestartet hätten. Diese konzentriere sich auf das Dorf Tûkal, die Obstplantagen  und das Gebiet im N von al-Muqdâdiyya im NO der Stadt Baʽqûba. Andererseits wurde bekannt, daß beim Passieren ihres Fahrzeugs zwei IS-Kämpfer zusammen mit einem Anführer im Gebiet zwischen den Provinzen Ṣalâḥuddîn und Diyâlâ bei der Explosion einer am Straßenrand angebrachten Sprengvorrichtung getötet wurden. (http://www.sana.sy/?p=590026)

Dr. Kim Hartzner, Geschäftsführer der internationalen Not­hilfe­organisation Mission East, bezeichnet die Lage in Mossul als absolute Katastrophe. Im Deutschlandfunk teilte er am 15.7.2017mit, ein Großteil der zurückkehrenden Bevölkerung leide unter akuter Unterernährung, es fehle an Lebensmitteln, Wasser, und Unterkünften. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29458-internationale_hilfsorganisation_situ­a-tion_in_mossul_ist_wie_in_stalingrad_oder_berlin_im_zweiten_weltkrieg)

Trotz der Meldung des Siegs über den IS in Mossul wird insbesondere in der Alststadt weiterhin gegen die Terrororganisation gekämpft. Deswegen und wegen des Durchkämmens des Gebiets auf vom IS hinterlassene Sprengsätze und minen hin, wurde Journalisten für einige Tage der Zugang in dieselben durch die Armee verwehrt.  (https://sptnkne.ws/eTZj)

Nach einem Bericht des Nachrichten-Fernsehsenders RT Arabic vom Do., 14.7.2017, kontrolliert der IS noch Gebiete in den Provinzen Nînawâ, Kirkûk, al-Anbâr – dort vor allem in und um Tal ʽAfar (vgl.u.) – und Ṣalâḥuddîn. Tal ʽAfar genießt besondere strategische Bedeutung durch seine Lage nahe der Grenze zu Syrien wie zur Türkei, weshalb eine Bodenoffensive in jenem Terrain in Bälde zu erwarten sein dürfte. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29420-is_terrormi- liz_kontrolliert_nur_noch_wenige_regionen_im_irak)

Die unabhängige Londoner Beobachtergruppe und Journalisteninitiative Airwars hat bekannt gegeben, daß bei den Luftangriffen der US-geführten Koalition im Irak und in Syrien im Juni mindestens 750 Zivilisten getötet worden sind. Besonders verheerend waren demnach die Angriffe im Gebiet von ar-Raqqa und Mossul. Die Todesrate sei im Vergleich zum Mai um ca. 50% gestiegen.(http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29388-750_zivilisten_durch_luftangriffe_der_us_gef%C3%BChrten_koalition_im_juni_get%C3%B6tet)

Kritisch bemerkte Rußlands Außenminister Lawrow hinsichtlich der Zivilbevölkerung bei der Befreiung von Mossul: „Es wurden keine Bedingungen dafür geschaffen, um Zivilisten organisiert auszuschleusen. Das alles war chaotisch, spontan.“   Das habe die Opferzahlen erhöht. (https://sptnkne.ws/eSwf) – Dagegen bestanden und bestehen bei den Befreiungsoperationen in Syrien – wie etwa am Beispiel von Aleppo zu sehen – lange im voraus erstellte Pläne zur Evakuierung, die auch umgesetzt wurden.

S.a. Was IS nach Niederlage in Mossul tun wird

Heute, am Di., 11.7.2017 hat der IS offizielle gegenüber dem Nachrichtensender as-Sûmariyya News eingestanden, daß – wie russischerseits schon vor Wochen gemeldet  (vgl.u., bei den Abbildungen) – ihr selbsternannter „KalifAbû Bakr al-Baġdâdî tatsächlich getötet worden ist. Einer Quelle aus der Provinz Nînawâ zufolge  hatte der IS in den Medien des noch von der Terrororganisation kontrollierten im Bezirks Tal ʽAfar, westlich von Mossul, diese kurze Meldung ohne Angabe weiterer Einzelheiten veröffentlicht. Der ausführliche SANA-Artikel referiert im weiteren die von russischer Seite gemachten Angaben zu dem Luftschlag vom 28.5.2017 (s. Teil V). Nach der russischen Ankündigung sei in Tal ʽAfar Konfusion unter den Terroristen ausgebrochen gefolgt von Gruppenrivalitäten, Massenverhaftungen und Ausgangssperren. Die äußerst aufgeladene Atmosphäre könnte zu blutigen Machtkämpfen um die Führerschaft innerhalb des IS führen.  (http://www.sana.sy/?p=587808, s.a. https://sptnkne.ws/eSnA)

Nahe von aš-Šarqâṭ im N der Provinz Ṣalâḥuddîn zerstörte die Luftwaffe einen ISKonvoi, welcher hochexplosive selbstgebaute Sprengsätze transportierte. Dabei wurde u.a. der IS-Amîr Abû Qutaiba verletzt. (http://www.sana.sy/?p=587220 vom 10.7.2017)

Beim Treffen mit einer Delegation von Christen am 10.7.2017 in Mossul äußerte der in der Provinzhauptstadt am Vortag eingetroffene  Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî die Hoffnung, daß alle Flüchtlinge, unabhängig von ihrer religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit, wieder in ihre Stadt zurückkehren möchten, um dort wie im ganzen Irak friedlich zusammenzuleben. Dabei hob er erneut die Bedeutung der Einheit der irakischen Nation hervor. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29260-iraks_ministerpr%C3%A4sident_bagdad_bem%C3%BCht_sich_um_r%C3%BCckf%C3%BChrung_von_fl%C3%BCchtlingen)

Laut Mitteilung der Bundespolizei gegenüber as-Sûmariyya News wurden zuvor noch 30 IS-Terroristen getötet, die sich über den Tigris zu retten versuchten. Insgesamt seien bei der Befreiung der Altstadt mehr 1.000 IS-Extremisten eliminiert, 65 Fahrzeuge zerstört und 20 Autobomben, 310 Sprengkörper und 71 Sprengstoffgürtel  konfisziert und deaktiviert Fahrzeugbomben, 181 Raketen und acht Tunnel entdeckt worden.  – Der Ministerpräsident gratulierte zum Sieg. (http://www.sana.sy/?p=586428 vom 9.7.2017)

Laut Erklärung des Joint Operations Command (JOC) vom Sa., 8.7.2017, wurde mit der Einnahme der Altstadt praktisch ganz Mossul befreit. Ein kleiner Ort am Rande des Tigris sei noch unter IS-Kontrolle. (http://www.sana.sy/?p=585895, http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29192-altstadt_von_mossul_befreit)

Irakische Luftwaffe, Photo: SANA

Irakische Luftwaffe, Photo: SANA

Nach Mitteilung von as-Sûmariyya News gab Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yâru­llâh am 8.7.2017 an, daß durch die vereinten Streitkräfte in der Altstadt von Mossul die drei Stadtteile Bâb aṭ-Ṭûb, Sûq aṣ-Ṣâḥa und die Straße an-Nağafî wieder unter Kontrolle gebracht. Bei Luftangriffen wurde ein IS-Trupp mit einem Anführer vom Dîwân al-Quḍât [Kammer der religiösen Richter] in Tal ʽAfar westlich von Mos­sul getötet. (http://www.sana.sy/?p=585906)

Im Dorf Imâm westlich von  al-Qayyâra, (65km südlich von Nînawâ) wurden Journalisten von einer Gruppe IS-Terrroristen angegriffen. Dabei fanden der  Front-Berichter­statter des  Kanals  Hunâ Ṣalâḥuddîn [d.h.: hier Ṣalâḥuddîn] mit Namen, Hazâʽ ad-Du­laimî und sein Photograf, Sa´dad ad-Dûrî, den Tod ein weiterer Medien-Photograf, ʽAlî Ğamâl ʽAkâb, wurde verletzt. Die Armee ist weiterhin dabei,  die Altstadt von Mossul von verbliebenen IS-Resten zu säubern wie auch der Terrororganisation in anderen Bereichen des Landes zum Leibe zu rücken. (http://www.sana.sy/?p=585590 vom 7.7.2017)  – Zu weiteren Anschlägen vor allem in der Provinz Diyâlâ vom Vortag (6.7.2017) s. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29076-neun_tote_im_osten_von_irak.

Laut einer von as-Sûmariyya News zitierten Militär-Presseerklärung des Militärs vom 6.7.2017 vereitelte die Armee am Vortag  einen IS-Angriff auf das Dorf al-Ḫaḍrâniyya bei aš-Šarqâṭ im nördlichen Teil der Provinz Salah al-Din und führte die Aktionen zur Befreiung von ganz West-Mossul fort.  (http://www.sana.sy/?p=584695)  In deren Altstadt seien die Truppen nur noch 250m vom Tigrisufer entfernt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29018-irak_anordnung_f%C3%BCr_wiederaufbau_des_befreiten_mossul_erfolgt)

Laut Angabe von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yâru­llâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 5.7.2017 konnte durch die Bundespolizei am Vortag der Platz wie das mehrstöckige Parkhaus Bâb aṭ-Ṭûb  wie Straße Ḫalîd bin al-Walîd in der Altstadt Mossuls zurückerobert werden. Die Luftwaffe zerstörte gemäß einer lokalen Quelle eine der größten Anlagen samt Waffenlager des IS südwestlich von Kirkûk. (http://www.sana.sy/?p=584078)

Zur Situation in West-Mossul und dem Irak als Ganzem berichtete die Nesawissimaja Gaseta am Di., 4.7.2017, es seien dort immer noch IS-Scharfschützen aktiv, Ex­plo­sionen von Minenwurfgeschossen und Schußwaffen zu vernehmen. Auch gingen die Zusammenstöße mit dort verbliebenen Extremistentrupps  in der Altstadt weiter – ähnlich wie bei der Befreiung von ar-Ramâdî (vgl.u.). Doch selbst wenn der IS vollständig besiegt sein sollte, kämen auf den Irak schwere Zeiten zu. Vor der US-Invasion 2003 begriffen sich die Iraker unter der Regierung von Ṣaddām Ḥussain als ein Staatsvolk einerlei welcher ethnischen oder religiösen Gruppierung, die säkulare Gesellschaft mit allen Implikationen [z.B. bzgl. Gleichberechtigung der Geschlechter, Bildung etc.], die Wirtschaft etc. befanden sich im Aufwind, das Land hatte einen ansehnlichen Stellenwert in der Weltgemeinschaft. Nun im kriegszerstörten Irak liegt die Wirtschaft brach, Grüppchen kämpft gegen Grüppchen, die [auf die US-Besetzung zurückgehenden neuen] staatlichen Struk­turen sind schwach und ineffektiv, müssen sich erst das Vertrauen der Bevölkerung verdienen. Die Staatskasse ist nahezu geleert. [Auch ist der Irak schon lange nicht mehr säkular und damit zukunftsorientiert, vgl.u., wie schon an der neuen Staatsflagge abzulesen ist]. Mögliche Geldgeber werden Bedingungen stellen. Zudem versucht der seit fast zwei Jahren regulär nicht mehr im Amt befindliche (dazu vgl.u.) Präsident der autonomen Kurdenregion im Irak, Masʽûd Barzânî, dessen Familie den Hauptteil der staatlichen Öl-Einnahmen für sich abzweigt (s.u.) seit Jahren, das irakische Kurdistan vom Rest-Irak abzutrennen, und diesem somit den Staat seiner Haupteinnahmequelle (99% der Staatseinnahmen), den meisten und ergiebigsten Ölquellen des Landes zu entreißen. Zwar befinde sich die wichtige Öl-Region um Kirkûk außerhalb dieses Gebiets, sei jedoch von kurdischen Pîšmarga besetzt. – Der Artikel schließt mit der nachvollziehbaren Feststellung, daß die Iraker selbst über ihr Schicksal entscheiden, davor aber zueinander finden müßten. Die den Nachkriegsirak unterstützende Weltgemeinschaft bzw. die Geberländer dürften sich jedoch  wohl in dessen innere Angelegenheiten einmischen, um eigene Interessen zu verwirklichen, wie z.B. die USA, die Türkei, Saudi-Arabien etc.. (https://sptnkne.ws/ePa2)

Nachdem Bewohner von Tal ʽAfar, dem neuen Sammelpunkt des IS (vgl.u.), vergangene Woche versuchten, von dort zu fliehen, wurden sie von den Terroristen aufgegriffen, psychischer  und physischer Folter unterworfen. 200 wurden schließlich per Enthauptung exekutiert Wie im ebenfalls vom IS kontrollierten al-Ḥawîğa seien alle Fluchtwege gesperrt worden, um die Bewohner als menschliche Schutzschilde nutzen zu können. Dies berichtete am Di., 4.7.2017, Aiden Maruf,  turkmenischer Abgeordneter im regionalen Kurdenparlament. Auch in al-Ḥawîğa seien am Dienstag 12 fluchtwillige Zivilisten exekutiert – angeblich verbrannt – worden. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i29004-is_verbrechen_im_irak_200_enthauptun- gen_in_tal_afar) – SANA berichtet am 5.7.2017 ebenfalls von der Hinrichtung der 200 Fluchtwilligen. (http://www.sana.sy/?p=584078)

Noch ist – trotz der vollmundigen Aussagen des Ministerpräsidenten (vgl.u.) – nicht ganz West-Mossul befreit und auch außerhalb Mossuls muß die Bekämpfung des IS erst einmal weitergeführt werden. Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat berichtete gegenüber Sputnik News, im südlichen Gebiet seien sind 32,5 Tonnen eines Sprengstoff-Bestandteils gefunden worden und 1,5 Tonnen Ammoniumnitrat, zur Herstellung von Bomben. Seit Beginn der Befreiungsaktion bzgl. Mossul seien zudem 21.220 Zivilisten aus IS-Gefangenschaft befreit und zwei große Massengräber vom IS getöteter Einwohner entdeckt worden. Das Kontingent der föderalen Polizei werde nach vollständiger Befreiung der Provinzhauptstadt reduziert werden.  (https://sptnkne.ws/eNKM vom 4.7.2017)

Laut Mitteilung von Flüchtlingsminister Jasim Muhammed al-Jaf [Ğâsim Muḥammad al-Ğâf] vom Mo., 3.7.2017, sind seit der Befreiungsoperation bzgl. Mossul 900.857 Einwohner aus der Stadt geflüchtet, davon 176.455 aus dem östlichen und 724.402 aus dem westlichen durch den Tigris getrennten Teil. Ca. 500.000 und damit 64% seien  in vom Flüchtlingsministerium eingerichteten Camps untergebracht, 217.854 bislang in ihre Wohnungen zurückgekehrt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28970-%C3%9Cber_900.000_menschen_we- gen_is_aus_mossul_gefl%C3%BCchtet)

Am 3.7.2017 melden Agenturen, daß die irakischen Truppen das ganze Gebiet des Stadtteils Bâb as-Sarây in der Altstadt im Westen von Mossul befreit hätten. (http://www.sana.sy/?p=582803)

Eine Gruppe IS-Kämpfer, welche sich in Tal-ʽAfar im Westen von Mossul festgesetzt hat, droht allen Mitgliedern, die eine mögliche Tötung ihres „Kalifen“ Abû Bakr al-Baġdâdî auch nur ansprechen, die Bestrafung mit 50 Peitschenhieben an. Ein dem obersten IS-Anführer nahestehender Imâm mit Namen Abû Ḫâṭib (Abu Khatib), der beim Freitagsgebet eine Äußerung zum „möglichen Tod“ von al-Baġdâdî machte, wurde daraufhin – laut as-Sûmariyya News vom 2.7.2017 mit Berufung auf Quellen in der Administration von Nînawâ –  wegen „Verbreitung einer Revolte“ unter den IS-Kämpfern ermordet. (https://sptnkne.ws/eNsB) – Entgegen der Meldung von Sputnik News (https://sptnkne.ws/eMgD, https://sptnkne.ws/eNsB) bringt die erwähnte IRIB News-Seite http://www.iribnews.ir/fa/news/1695848/%D9%85%D8%B1%DA%AF-%D8%A7%D9%84%D8%A8%D8%BA%D8%AF%D8%A7%D8%AF%DB%8C-%D8%A2%D8%BA%D8%A7%D8%B2-%D9%BE%D8%A7%DB%8C%D8%A7%D9%86-%DB%8C%DA%A9-%D8%B1%D9%88%DB%8C%D8%A7) keine Bestätigung des Todes von Abû Bakr al-Baġdâdî, obwohl Photos veröffentlicht sind, die ihn als Toten zeigen könnten. Im Artikel geht es um etwas anderes. dabei wurde auch erwähnt, daß die syrische wie die irakische Armee spektakuläre Erfolge gegen den IS erzielt hätten und dieser damit – auch kraft der Unterstützung seitens Rußlands und des Irans – besiegt werden könnte, erhielte er wie andere Terrorgruppen nicht weiterhin Unterstützung durch das Ausland.

IS-"Kalif" lebend und als Toter (?), Photo: IRIB

IS-„Kalif“ lebend und als Toter (?), Photo: IRIB

Bei einem Suizid-Bombenanschlag auf ein Flüchtlingslager westlich der Stadt ar-Ramâdî in der Provinz al-Anbâr vom 2.7.2017 wurden 14 Insassen, meist Frauen und Kinder, getötet, 13 weitere verletzt. (http://www.sana.sy/?p=582629)

Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yâru­llâh informierte as-Sûmariyya News darüber, daß am 2.7.2017 durch die Truppen das Gebiet Makâwî in der Altstadt von Mossul befreit worden sei. (http://www.sana.sy/?p=582116)

Nach Mitteilung von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yâru­llâh, Kommandeur der Operation „Wir kommen, Ninive!“, geht die Säuberung der Altstadt Mossul von Resten des IS weiter. Die Bundespolizei sicherte dabei den Stadtteil Bâb Ğadîd, den Sûq al-Arbaʽa wie die Eisenbrücke, während die Sicherheitskräfte die Kontrolle über das Ibn SînâKrankenhaus samt Blutbank, Nuklearmedizin und Pathologie sowie das Wasserwirtschaftsamt übernahmen.  In den letzten paar Stunden seien die Moscheen Kaʽb bin Mâlik und al-ʽAmriyya wie der Bereich ar-Râbiʽiyya befreit worden. Dabei wurden 110 Terroristen getötet, darunter drei Heckenschützen, 64 Spreng­körper demontiert, ein Netzwerk von Tunneln entdeckt und einige IS-Kommandostellen zerstört. (http://www.sana.sy/?p=581589 vom 1.7.2017)

IS-Kalif tot, Photo: Sputnik News

Ende des IS-Kalifats?, Photo: Sputnik News

Im Interview für Sputnik Arabic gab Brigade­general Yaḥyâ Rasûl az-Zubaidî, Sprecher des Stabes für gemeinsame Operationen der irakischen Sicherheitsbehörden, zur Situation in Mossul an: „In der Stadt sind nur noch mehrere Dutzend Extremisten zurückgeblieben, von denen die meisten ausländische Bürger sind. Die Terroristen befin­den sich in einer sehr schweren Lage und sind komplett umzingelt, und ihr baldiger Sturz ist nicht zu bezweifeln.“ Da manche Extremisten Suizidgürtel trügen, seien diese noch nicht endgültig aus der Provinzhauptstadt vertrieben: „Die irakischen Kräfte handeln höchst vorsichtig, um Zivilisten keiner zusätzlichen Gefahr auszusetzen.“
Auch dauere in mehreren Provinzen Krieg gegen den Terrorismus noch an, besonders im Westen von al-Anbâr und  um Tal-ʽAfar (Tal Affar). Hierzu gibt Ra´îd al-ʽAzâwî (?, Raid al-Azawi), Dozent für Internationale Beziehungen an der Amerikanischen Universität, zu bedenken, daß auch weiterhin eine US-Militärpräsenz in Kauf genommen werden müsse. Infolge der US-Invasion 2003, die auch die auch zur Terrorismuskrise geführt habe, gebe es im Land es immer noch keine echte einheitliche Ar­mee, auf im Fall innerer oder äußerer Gefahren Verlaß sei. (https://sptnkne.ws/eMCs)

Die Volkswehr al-Ḥašd aš-Šaʽbî konnte am 30.6.2017 zusammen mit Grenzschutzkräfte einen IS-Angriff von al-Qâ´im aus nördlich des Grenzübergang al-Walîd zu Syrien abwehren und dabei etliche Terroristen eliminieren. (http://www.sana.sy/?p=581308)

Bei der Detonation eines selbstgebauten Sprengsatzes nahe des Obst- und Gemüsemarktes von al-Laṭîfiyya im S von Bagdad am 30.6.2017 wurden laut as-Sûmariyya News wurden drei Personen verletzt. (http://www.sana.sy/?p=581295)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî verkündete laut as-Sûmariyya News am 29.6.2017 nach den letzten Rückeroberungen in der Alt-Stadt  (vgl.u.) das Ende des IS in der Provinzhauptstadt Mossul.  (http://www.sana.sy/?p=581063)

Armee in West-Mossul, Photo: SANA

Armee in West-Mossul, Photo: SANA

Gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 29.6.2017 wurde an diesem Tag die an-NûrîMoschee ​​mit dem al-Ḥadbāʾ–Minarett (vgl.u.) und das Gebiet as-Sarğ Ḫâna in der Altstadt von Mossul vom IS zurückerobert. Bundespolizeichef Ra´îd Šâkir Ğaudat teilte Dasselbe hinsichtlich des Krankenhauses al-Batûl samt dem Gebäude für geistig Behinderte auf dem Westufer des Tigris mit. Außerdem wurden 20 vom IS entführte Kinder im Bezirk aš-Šifâ´ befreit. (http://www.sana.sy/?p=580910)

Die Truppen eliminierte eine Gruppe IS-Terroristen im Bezirk Tal ʽAfar im W der Provinz Nînawâ (Ninive); die Luftwaffe bombardierte IS-Schlupfnester nordöstlich von Diyâlâ. In Mossul heute befreite die Armee die az-Ziwânî-Moschee im Bereich Bâb al-Baiḍ in der Altstadt. – Auf der anderen Seite wurden zwei irakische Polizisten durch die Detonation einer an einem Fahrrad angebrachten Bombe in Falûğa/Provinz al-Anbâr verletzt. (http://www.sana.sy/?p=579874 vom 27.6.2017)

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News vom 26.6.2017 eroberten die vereinten Streitkräfte in der Altstadt von Mossul den Stadtteil Fârûq I. Im Stadtteil Tal ʽAfar, in dessen Mitte zuletzt ein hochrangiger IS-Angehöriger (s.u.) mit dem Namen Abû ʽAbdullâh al-Ḥalabî [d.h. aus Aleppo] getötet worden war, verhängte die Terrororganisation eine Ausgangssperre und versetzte das Gebiet in Alarmzustand. (http://www.sana.sy/?p=579290)

Den Streitkräften gelang die Liquidierung von drei der prominentesten IS-Führer, darunter den  sog. Dîwân al-Ğund (Leiter des „Heeresamts“), mit mehreren ihrer Untergebenen der Gegend in einem Luftangriff im Stadtteil Tal ʽAfar der Altstadt von Mossul, meldete as-Sûmariyya News am 25.6.2017. (http://www.sana.sy/?p=578389)

Vereitelung von drei Terroranschlägen gegen Standorte von Militär- und Sicherheitskräften in der Provinz Diyâlâ mit Beseitigung einer Reihe von IS-Extremisten, nämlich nahe des Dorfes Maḥbûbiyya am Rande von Banî Saʽd, südwestlich von Baʽqûba durch Sicherheitskräfte, dann  durch die Armee im Dorf al-Asyûd nahe Ḥûḍ az-Zaur nordöstlich von Baʽqûba und schließlich durch Stammesleute in Ḥûḍ Šarwîn  östlich von Baʽqûba, wie das Mitglied des Rats von Diyâlâ, Karîm al-Ğubûrî, erklärte. Auch in Kirkûk wurde der IS-Zu­ständige für die Sicherheit im Stadtteil al-ʽAbâsî getötet. (http://www.sana.sy/?p=578788 vom 25.6.2017)

Antiterror-Einheit, Photo: SANA

Antiterror-Einheit, Photo: SANA

Basierend auf einer Meldung von al-ʽArabiyya berichtet Russia Today, daß sich in Mossul nur noch knapp 200 IS-Kämpfer aufhalten sollen. Dort sprengte sich am 25.6.2027 in Suizidattentäter innerhalb einer Menge aus der Provinzhauptstadt Flüchtender in die Luft und riß damit mindestens 20 andere mit in den Tod.  (https://sptnkne.ws/eHQz)

Gemäß Meldung von as-Sûmariyya News hinterließ ein Suizidanschlag in der westlichen Provinz al-Anbâr neun Tote und zehn Verletzte. Die meisten Opfer sind Soldaten. (http://www.sana.sy/?p=577812 vom 23.6.2017)

Wie Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat am 22.6.2017 as-Sûmariyya News berichtete, befreiten seine Leute an diesem Tag die Moschee al-Ḥâmidîn in Bâb al-Abyaḍ auf dem Tigris-Westufer von Mossul sowie die Simeons-Kirche. Al-Ḥašd aš-Šaʽbî zerstörte derweil die größten IS-Lager an Vorräten und Treibstoff bei einem Ölfeld, 90km nordöstlich von Baʽqûba in der Provinz Diyâlâ. (http://www.sana.sy/?p=577541)

an-Nûrî-Minarett, Photo: Sputnik News

al-Ḥadbāʾ der an-Nûrî-Moschee, Photo: Sputnik News

Die Sprengung der an-Nûrî-Moschee aus dem 12.Jh. in Mossuls Altstadt, am 22.6.2017, bekannt geworden durch die Ausrufung des IS-Kalifats am 29.6.2014 darin durch  Abû Bakr al-Baġdâdî, bezeichnete Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî als Verbre­chen und Zeichen der Niederlage der der IS-Terrororganisation. Die Detonation ereignete sich 50m entfernt von den vordringenden Armeetruppen. Zuvor soll der IS 60 Familien in den Bau verschleppt und dabei umgebracht haben.  – Die Moschee, benannt nach ihrem Bauherrn  Nûr ad-Dîn Zankî [auch Namensgeber einer Terrorunterorganisation in Syrien!], galt mit ihrem leicht gekrümmten Minarett, genannt al-Ḥadbāʾ [d.h. die Gebückte], als eines der Wahrzeichen der Provinzhauptstadt. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28548-is_zerst%C3%B6rt_historische_mo- schee_in_mossul_mitglieder_von_60_familien_get%C3%B6tet)

Beim Angriff auf Alt-Mossul durch Spezialeinheit der Anti-Terror-Einheiten erlitten die Kämpfer Wunden, die eindeutig auf die erneute Verwendung chemischer Kampfstoffe durch den IS hindeutete. (https://sptnkne.ws/eG4D vom 21.6.2017)

Der irakische Nationale Sicherheitsberater, Fâliḥ al-Fayâ, sprach im Interview mit dem Sender al-Mayâdîn über die Koordinierung der irakischen und syrischen Antiterror-Operationen in der gemeinsamen Grenzregion. hinsichtlich der Aktionen der US-Seite in Nah-Ost versicherte er, daß sein Land niemals zuließe, daß es Ausgangspunkt für deren Militärschläge auf syrischem Territorium werde. Außerdem betonte er, die Beziehungen zwischen dem Irak, Syrien und dem Iran seien „ausgezeichnet“. Man strebe ein gutes Miteinander mit den Nachbarländern an anstelle von Gegnerschaft, die nur zu Kriegen führe. Auch komme eine Zusammenarbeit im Counterterrorismus allen Ländern der Region zu Gute. (http://www.sana.sy/?p=576372)

Mossul, Photo: Sputnik NewsMossul, Photo: Sputnik News

Mossul, Photo: Sputnik News

In Alt-Mossul wurden am 20.6.2017 die drei Stadtteile as-Sâʽa, al-Mušâhida und Ḫazrağ durch Antiterrortrupps dem IS entrisse laut dem Vize-Vorsitzenden des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Parlament, Nâyif aš-Šamrî. Nach  Angabe von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News befreite die 9. Panzerdivision  zudem den südlichen Teil des Stadtteils aš-Šafâ´, die antike Qalʽat Bâšṭâbiyân  und erkämpfte die Kontrolle über das Jugend-Gefängnis, die Ruhestätte von Yaḥyâ Abû al-Qâsim neben dem Gesundheitsamt von Ninive, die Marien-Kirche und die 5. Brücke. (http://www.sana.sy/?p=576205)

Am 19.6.2017 gelang dem Grenzschutz die Rückeroberung des Grenzstreifens von 40km zwischen dem Grenzübergang al-Walîd und dem von al-Qâ´im. Der Kreisdirektor des Kreises von al-Walîd der Provinz al-Anbâr, ʽAbdul-Munʽam aṭ-Ṭarmûz, bestätigte zudem die Ankunft von Verstärkungseinheiten im Ort. (http://www.sana.sy/?p=575653)

Während ihrer Sitzung in Luxemburg einigten sich die EU-Außenminister am Mo., 19.6.2017,  auf die Entsendung von Militärberatern und Soldaten in den Irak. Diese sollten nach der Vertreibung des IS aus dem Land die Landes-Streitkräfte bei der Herstellung und Beibehaltung der Ordnung ausbilden und nicht an Kampfhandlungen teilnehmen. Auf einer Pressekonferenz bemerkte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini dazu: „Ich hoffe, das kann schnell genug gehen, hoffentlich in den kommenden Monaten, so dass wir alle unsere Ratschläge und Unterstützung für die irakischen Behörden liefern können.“ Laut EU-Diplomaten habe der Irak die Europäische Union offiziell um ihre Hilfe gebeten. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28468-eu_pr%C3%BCft_truppenentsendung_in_den_irak)

Am 19.6.2017 wurde die Zentrale der syrisch-irakischen Industrie- und Handelskammer  (ISICC) in Bagdad eröffnet. (http://www.sana.sy/?p=575902)

Beginn des Angriffs auf die Altstadt Mossuls, Photo: SANA

Beginn des Angriffs auf die Altstadt Mossuls, Photo: SANA

Am So., 18.6.2017, begannen die vereinten Streitkräfte von Armee, Antiterrorkämpfern und Bundespolizei den Sturm auf die Alt-Stadt von Mossul [im Westteil der Provinzhauptstadt], wie Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. (http://www.sana.sy/?p=574803)

Im Wüsteneinsatz, Photo: SANA

Im Wüsteneinsatz, Photo: SANA

Gemäß Mitteilung des Verteidigungsministeriums vom So.,18.6.2017, eroberte die 7. Division ausgehend von Straße nach  ʽAna, Râwa und Qâ´im in Richtung Wâdî Ḥaurân in der westlichen Wüste der Provinz al-Anbâr das Gebiet von aṣ-Ṣakra vom IS zurück, tötete dabei 43 von deren Kämpfern und zerstörte zwei ihrer Autobomben. Anschließend wurde das Terrain von hinterlassenen Sprengsätzen gesäubert. – Das 13. Bataillon von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  verhinderte unter Deckung der irakischen Luftwaffe einen Durchbruch von IS-Terroristen an der Grenze zu Syrien und zerstörte eine Reihe ihrer Kampfwagen und vernichtete die Angreifer vollständig, wie Generalmajor Aḥmad Naṣrullâh in einer Erklärung erläuterte. (http://www.sana.sy/?p=575176)

Ministerpräsident Ḥaidar al-ʽAbâdî machte am Abend des 17.6.2017 beim Treffen mit Medienvertretern  und Politikanalytikern in Bagdad deutlich, daß vom Irak keine Angriffe auf Nachbarstaaten erfolgen dürften. Ebensowenig dürfe das Land, das gerade mit der Wiederherstellung der Sicherheit im eigenen Territorium befaßt sei, keine Region zur Begünstigung von Spannungen und Feindse­ligkeiten sein. Man begrüße den Aufbau positiver Beziehungen zu seinen Nachbarstaaten auf der Grundla­ge gegenseitigen Verständnisses anstatt von Feindseligkeiten. „Auch wenn man uns die Welt zu Füßen legt oder den Irak umsonst wieder aufbaut, werden wir der Islamischen Republik Iran nicht den Rücken kehren“, erklärte er. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i28384-haidar_al_abadi_vom_irakischen_boden_darf_kein_an-griff_auf_nachbarstaaten_erfolgen).– Knapp zwei Wochen zuvor hatten positive Worte des qaṭarischen Emirs hinsichtlich des Irans eine Krise ausgelöst und zum Zerwürfnis u.a. mit seinen unmittelbaren Nachbarländern geführt. Dies wiederum geschah in der Folge der gegen den Iran gerichteten Rede von US-Präsident Trump während seines Besuches in ar-Riyâḍ (vgl. http://www.voltairenet.org/article196560.html, http://www.sana.sy/?p=567027, https://sptnkne.ws/eDnN etc.).

Laut as-Sûmariyya News vom 17.6.2016 haben die vereinten irakischen Streitkräfte bestehend aus Grenzschutz, al-Ḥašd aš-Šaʽbî, Clan-Mitgliedern unter Deckung der Luftwaffe im Kampf gegen den IS den Grenzübergang al-Walîd  nach Syrien unter ihre Kontrolle gebracht und den verbleibenden Grenzstreifen zwischen der jordanisch-syrisch-irakischen Grenze von Terroristen gesäubert. (http://www.sana.sy/?p=574319)

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh vom 16.6.2017 wurde der Stadtteil Bâb Sinğâr in West-Mossul zurückerobert. Teile der 15. Infanteriedivision  befreiten zudem die Dörfer al-Buwîr, al-Lazâka, as-Salâm und al-Manṣûr, die al-Manṣûr-Militärfabrikationsanlage wie die al-Buwîr-Wasseraufbereitungsanlage östlich der Straße  al-Kazak al-Maḥalbiyya im Westen von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=573379)

IS-"Kalif" getötet, Photo: Sputnik News

IS-„Kalif“ getötet, Photo: Sputnik News

IS-„KalifAbû Bakr al-Baġdâdî mit weiteren hohen IS-Führern in Syrien getötet!
Das russische Verteidigungsministerium informiert am Fr., 16.6.2017: „Laut der Information, die durch unterschiedliche Kanäle geprüft wird, ist der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi bei der Sitzung, die die russische Luftwaffe angegriffen hat und an der er beteiligt gewesen ist, getötet worden.“ Es handelt sich um einen Luftangriff der russischen Streitkräfte nahe ar-Raqqa vom 28. Mai. Wie schon zu früheren Zeitpunkten konzentrieren sich Luftschläge der syrischen und russischen Kampfflieger infolge geheimdienstlicher Überwachungstätigkeit auch auf Treffen hochrangiger Terroristenführer. Ende Mai bestätigten Videos einer Überwachungsdrohne  Ort und die Zeit des Treffens hoher IS-Kommandeure in einem südlichen Vorort von ar-Raqqa. Darauf erfolgte von 00.35 bis 00.45 Uhr (Moskauer Zeit) der Angriff, von dem die USA im voraus informiert worden waren. Dazu hieß es aus dem Ministerium: „Bei einem Luftschlag der Flugzeuge vom Typ Su-35 und Su-34 wurden ranghohe Kommandeure des IS, die dem sogenannten Militärrat der Terrororganisation angehörten, sowie etwa 30 mittlere Kommandeure und rund 300 Leibwächter vernichtet.“. Aufgrund der zuvor gesammelten Informationen sollten bei dem Treffen, an dem auch rang­hohe Mitglieder des sog. IS-Militärrates teilnahmen, Fluchtkorridore für IS-Kämpfer aus ar-Raqqa in südlicher Richtung [d.h. nach Dair az-Zaur] geplant werden, was unbedingt verhindert werden mußte.   Unter den Getöteten befänden sich auch der ISAmîr von ar-Raqqa, Au al-Hadschi al Mysri [Abû al-Ḥâğ al-Maṣrî, demnach ein Ägypter], der Chef des IS-„Sicherheitsdienstes“, Suleiman al-Schauakh [Sulaimân aš-Šawâḫ], und der für das Gebiet ar-Raqqa – as-Suḫna zuständige Kommandeur Ibrahim an-Nayef al-Hadsch [Ibrâhîm an-Nâyif al-Ḥâğ]. (https://sptnkne.ws/eDXu, https://sptnkne.ws/eDWx, http://www.sana.sy/?p=573797, http://www.sana.sy/?p=573797)

Die Luftwaffe eliminierte zehn IS-Schlupf­nestern samt Kämpfern in al-Muṭaîbîğa an der Grenze zwischen den Provinzen Diyâlâ und Ṣalâḥuddîn, wie der Bürgermeister von Ḫâliṣ/ Provinz Diyâlâ namens ʽUday al-Ḫadrân gegenüber as-Sûmariyya News mitteilte. Laut dem Kommandanten der Tigris-Operationen, Generalleut­nant Generalleutnant Mazhar al-ʽAzâwî, wurde auch eine IS-Zentrale zerstört, zudem fanden Razzien im NW von Baʽqûba statt. (http://www.sana.sy/?p=572010 vom 13.6.2017)

Über 750 Vergiftungsfälle im Flüchtlingslager, Photo: SANA

Über 750 Vergiftungsfälle im Flüchtlingslager, Photo: SANA

Im Flüchtlingslager Ḥusn Šâm nahe Mossul kam es infolge des Ifṭar-Essens [Fastenbrechen im Ramaân] am Abend des 12.6.2017 zu Vergiftungserscheinungen. In der Folge starben zwei Menschen, 752 weitere Personen erkrankten schwer an Lebensmittelvergiftung, wie sich später herausstellte und vom UN-Flüchtlingskommissar bekannt gemacht wurde. Der Sprecher des irakischen Gesundheitsministerium, Saif al-Badr, informierte AFP darüber, daß nun Untersuchungen im Gange seien. Klar sei jedoch, daß die Verantwortlichen für die Bereitstellung des Essens von der qaṭarischen Firma RAF stammten. Tags darauf kam es daher zu Verhaftungen in der Firma wie in einem Restaurant der Provinz Arbîl laut Aussage des Vorsitzenden des Ausschusses für Migration im irakischen Parlament mit Namen Raʽad ad-Dahalakî. (http://www.sana.sy/?p=571903)

Nach Auskunft von Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh gegenüber as-Sûmariyya News am 12.6.2017 befreiten Abteilungen der 15. Infanteriedivision  die Dörfer Šaiḫ  Qara Saflâ,  Ṭayyiša al-ʽAṭšâna, aš-Šuhadâ´ al-ʽAzîziyya, al-Mawâlî westlich der Gebirgskette ʽAṭšâna  im Osten des Gebiets von al-Maḥalbiyya östlich von Mossul. (http://www.sana.sy/?p=571226

Dokument, Abbildung: SANA

Dokument, Abbildung: SANA

Durch ein von der qaṭarischen Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis ausgegebenes Dokument (s. Photo) bestätigte sich, daß ca. 1.800 Terroristen aus verschiedenen nordafrikanischen Ländern in den Irak geschickt wurden, um die dort agierenden Terrororganisationen zu verstärken. Am 11.6.2017 informierte as-Sûmariyya News darüber, daß ein Spre­cher der Führung der libyschen National-Armee, Aḥmad al-Masmârî,  in einer Erklärung dieser Woche im Fernsehen sagte, Sicherheitsdienste hätten ermöglicht, dieses Doku­ment zu erhalten, als Beweis für eine Beteiligung des Scheichtums Qaṭar beider Unterstützung terrori­stischer Organisationen. Feldmarschall Ḫalîfa Ḥaftar, Kommandant der libyschen National-Armee, bestätigte zudem letzten Mo­nat, daß das Scheichtum Qaṭar den Terrorismus in seinem Land unterstütze und es Mitglieder der bewaff­neten Milizen von Libyen trainieren lasse. Laut dem o.e. Dokument befanden sich die angesprochenen Trainingslager in az-Zintân, Banġâzî, az-Zâwîyya  und Miṣrâta, von wo aus die 1.800 Terroristen in drei Chargen über libysche Häfen via Türkei in den Irak gebracht wurden. Durch libysche Sicherheitsquellen wurde außerdem deutlich, daß der berüchtigte und durch das Scheichtum Qaṭar  bevorzugt unterstützte Terroristenführer mit Alias-Namen ʽAbdulḥakîm bi_l-Ḥâğ (Belhaj, a.: Belhadsch in der Lage war, durch eine eigene seit im September 2015 eingerichtete Fluggesellschaft mit Zielort Istanbul mehr als 3.000 Terroristen durch türkisches Territorium zwischen Libyen und Syrien zu transferieren. (http://www.sana.sy/?p=570540)

Die vereinten Streitkräfte des Landes vollendeten am 10.6.2017 die Befreiung des Stadtteils az Zanğîlî in West-Mossul. Beim Minenräumen habe man laut dem Bundespolizeichef Râ´id Šâkir Ğaudat dort moderne Anlagen zur die Her­stellung von Raketenwerfern, großen Mengen an Sprengstoff und Raketen sowie anderen Waffen gefunden. Auch wurden gemäß Generalleutnant ʽAbdulamîr Rašîd Yârullâh sechs weitere Dörfer im Westen der Provinzhauptstadt der IS-Kontrolle entrissen, nämlich az-Zarnûk, Šaiḫ  Qara al-ʽAliyâ, al-Muhâfîf, Dâm Sinğâr, Tal Ḫîma, Baġla westlich der Gebirgskette ʽAṭšâna. In der Morgendämmerung eroberten Kräfte der Brigade 51 von al-Ḥašd aš-Šaʽbî  das Gebiet al-Masîḥilî im Bezirk Šarqâṭ in der Provinz Ṣalâḥuddîn vollständig zurück, während die 33. Brigade erfolgreich ge