Archive für Beiträge mit Schlagwort: Völkerrecht

Einer der wichtigsten Rechtsgrundsätze lautet: „audiatur et altera pars“. Dem soll mit diesem Beitrag zum Syrienkonflikt Rechnung getragen werden. Ziel ist, eine möglichst breite Basis an Informationen für eine eigene Meinungsbildung zur Verfügung zu stellen.

Fortsetzung der Seite: Syrien, was die meisten Medien nicht bringen,   Teil VI

 

Liebe Leser! Wie vom vorhergehenden Teil bekannt, ist nunmehr seit 81 Tagen das Posten neuer Nachrichten und vor allem das Einstellen von Abbildungen dazu äußerst schwierig und nur nach vielfachen Versuchen möglich (gemacht)!
Seit den letzten Meldungen zur sicheren Rückkehrmöglichkeit aller Syrienflüchtlinge aus dem Ausland und der wahren Situation in Idlib ist nun auch
Teil VI von Administratorenseite nicht mehr zugänglich (ein bislang leider nicht unbekanntes Vorkommnis!)

 

Aktuell: Die unter Mitarbeit der berüchtigten White Helmets (zur Einordnung s.u. und bes.  Teil V) von Ğabhatu_n-Nuṣra-(affiliierten)Terroristen erstellte Verfilmung einer von ihnen inszenierten Giftgasattacke auf Bürger in der Provinz Idlib mit dem Zweck der Beschuldigung der SAA und der Schaffung eines Vorwands für einen darauf basierenden westlichen Militärschlag gegen Syrien ist bereits online. (S. Alleged Video Of Staged Chemical Attack In Idlib Is Circulating Online) – Damit wäre theoretisch jederzeit ein Militärschlag gegen Syrien wie schon im April 2017 (seitens der USA, Großbritanniens und Frankreichs) eventuell in weit größerem Maßstab möglich.

Zur aktuellen Situation in Idlib s.u., die Darlegungen des syrischen UN-Gesandten Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî vom 6.9.2018 und 7.9.2018 wie die Warnung von Maria Sacharowa (Moskau) vom 20.9.2018 !

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Auf das Attentat auf eine Militärparade in der südwest-iranischen Stadt Ahwâz vom 22.9.2018 erfolgte in den nächtlichen Morgenstunden des 1.10.2018 die militärische Antwort von einer Raketenbasis der Sepah Pas­daran im West-Iran.  Wie aus dem Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Iranischen Revolutionsgarden verlautete, wurden nach eingehenden Ermittlungen sechs ballistische Mittelstreckenraketen auf das Hauptquartier der Urheber des Terroranschlags 570km weit östlich des Euphrats auf syrischem Gebiet gefeuert. Dort befänden sich von den USA und re­gionalen Regimen unterstützte Terroristen (vgl. dazu auch Aussage von Außenminister Walîd al-Muʽallim im RT-Interview vom 30.9.2018!), Sieben Drohnen bombardierten überdies Stellungen und Ansammlungen jener „söldnerischen und verbrecherischen Übeltäter“. Dabei wurden eine Reihe der Anführer und Kämpfer  der terrori­stischen Elemente getötet bzw. verletzt, ihre Muni­tions- und Lagereinrichtungen zerstört. (S. Erklärung der Revolutionsgarden zum Raketenangriff auf Hauptquartier der Urheber des Ahwazer-Terroranschlags) – Aufgrund der counterterroristischen Partnerschaft mit dem Iran kann davon ausgegangen werden, daß diese Aktion mit der syrischen Seite abgesprochen war. Allein die Außenminister beider Länder befanden sich im Vorfeld bei den UN in New York und trafen sich zu Gesprächen (vgl.u.).

Begrüßung von Außenminister Walîd al-Muʽallim durch seinen baḥrainischen Amtskollege Ḫâlid bin Aḥmâd Âl-Ḫalîfa am Rand der 73. UN-Generalversammlung in New York am 29.9.2018, Quelle: al-Balad News

Zum ersten Mal seit 2011, also dem Beginn der Krise in Syrien, sind sich am Rande der 73. UN-Generalversammlung in New York am 29.9.2018 offiziell Vizepremier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim und der baḥrainische Amtskollege Ḫâlid bin Aḥmâd Âl-Ḫalîfa begegnet, wobei ersterer von letzterem herzlich begrüßt wurde. Davon sendete der in Saudi-Arabien basierte Nachrichtenkanal al-ʽArabiyya einen Filmbeitrag während eines Exklusivinterviews mit Ḫâlid Âl-Ḫalîfa vom So., 30.9.2018.  Zum Treffen gab jener bekannt, es sei nicht im Voraus arrangiert worden und nicht das erste Treffen zwischen ihnen gewesen. Es diene der Lösung der Krise in Syrien. Er enthüllte auch, die letzten Jahre über habe er seinen syrischen Amtskollegen mehrfach privat getroffen. Die Begegnung stehe im Zusammenhang mit der Beendigung des Kriegs in Syrien. Auch  wolle sein Land unterstützend bei der Rückführung der syrischen Flüchtlinge tätig werden, niemand dürfe dagegen Einwände erheben. Es sei ferner wichtig, daß die Regierung in Damaskus die Kontrolle über das gesamte Staatsgebiet wiederlange. Daß er diese Regierung für die legitime erachte, ging aus der Formulierung hervor, daß die Mitglieder des Gulf Coopera­tion Council (GCC), zu denen auch Baḥrain zählt, jeglichen Sachverhalt nur mit legitimen Regierungen verhandele. (http://ara.tv/wavkp mit Einblendung des Videos) – Dies deutet auf eine Kehrtwende der Golfstaaten in ihrer Haltung bzgl. Syriens hin.

Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Mu'allim, Photo: twitter.com

Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Mu’allim, Photo: twitter.com

Interview von Vizepremier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim mit Russia Today vom 30.9.2018:
Zur völkerrechtswidrig bei der Ortschaft  at-Tanaf errichteten US-Basis [mit 55km-Bannkreis darum, innerhalb dessen das Flüchtlingslager ar-Rukbân und damit abgeschottet von Hilfslieferungen liegt vgl.u.] resümierte der Außenamtschef die Beobachtungen der letzten Monate (s.u. bzw. Teil VI) dahingehend, daß diese Militärbasis IS-Reste anziehe, die dort reaktiviert und wieder in den Kampf gegen die SAA geschickt würden mit dem Ziel, die Krise in Syrien zu verlängern, wovon Israel profitiere (vgl. dazu Herzi HaLewis Bemerkung in Teil V unter dem 22.6.2016).
Hinsichtlich der Beziehungen zum Iran konstatierte der Minister, diese seien nicht verhandelbar und führte aus: „The presence of Iranian advisers in Syria is legitimate and came at the request of the Syrian state, contrary to the US presence, which is an aggression against Syria which must leave.” (d.h.: Die Präsenz der iranischen Berater in Syrien ist legitim und erfolgte auf Ersuchen des syrischen Staates im Gegensatz zur US-Präsenz, welche eine Aggression gegen Syrien darstellt; sie muß aufhören).
Die jüngste Vereinbarung zu Idlib kommentierend bemerkte al-Muʽallim, das sei ein positiver Schritt, um die Kontrolle wieder über das gesamte syrische Territorium auszudehnen. Das Abkommen stelle die Bedingungen für eine friedliche Lösung in Idlib durch Rekonziliierungsverhandlungen dar, deren Effektivität sich bereits in vielen syrischen Gebieten erwiesen habe. Dabei verwies er darauf, daß der legitime Staat das Recht zum Einsatz anderer Mittel zur Wiederherstellung der Souveränität über sein Territorium habe.
Hinsichtlich der in Nord-Syrienkonzentrierten Terroristen äußerte er: „When you go from one city to another and want to go back you use the same road to re­turn.” Da sie über die Türkei ins Land gekommen seien, würden sie auch den Rückweg über die Türkei antreten.
Bezüglich der östlichen Region [jenseits des Euphrats] machte er deutlich: „The danger now in the eastern region stems from the American factor that is illegally present, which is providing military support for the so-called Syrian Democratic Forces in that region as the US pre­sence hampers these forces’ dialogue with the Syrian state. Some of them attacked the Syrian soldiers there in an unjustified attack, and those who mounted the attack must pay the price.” (D.h.: Die derzeitge Gefahr in der Ost-Region rührt vom [US-]amerikanischen Faktor her, der illegal präsent ist, den sog. Syrian Democratic Forces  in jener Region militärische Unterstützung leistet, die US-Präsenz ebenso die Anbahnung eines Dialogs zwischen diesen Kräften und dem Syrischen Staat behindert. Etliche davon [arab.: al-Asâyiš, vgl.u., 8.9.2018] griffen dort die syrischen Soldaten in einer ungerechtfertigten Attacke an; die, welche den Angriff initiierten, müßten den Preis bezahlen.)
Dann unterstrich Minister al-Muʽallim: „Damascus is committed to the platforms of Astana and Sochi and to the efforts of the Russian Fede­ration and the Islamic Republic of Iran to find an appropriate solution that will serve the Syrian peo­ple in the political process.” (D.h.: Damaskus ist den Plattformen von Astana und Sotschi verpflichtet wie den Bemühungen der Russischen Förderation und der IR Iran beim Finden einer geeigneten Lösung, die der syrischen Bevölkerung im politischen Prozeß dienlich ist.)
Demgegenüber sei die Tätigkeit des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura leider „not neutral”. „If he were neutral, we would find ourselves before an active constitutional committee, and the reason for that is the existence of a mini-international group that has a negative impact on the Envoy’s work.” (D.h.: Wenn er neutral wäre, befänden wir uns vor einem aktiven Verfassungskomitee; der Grund dafür [d.i. die Parteilichkeit] ist die Existenz einer mini-internationalen Gruppe, die einen negativen Einfluß auf die Tätigkeit des UN-Sondergesandten hat.). Diese Minigruppe bestehe aus Regierungen, welche Teil der Verschwörung gegen Syrien gewesen seien und noch seien, nämlich die der USA, Großbritanniens und Frankreichs. Von denen stammten auch all die Waffen der Terroristen in vielen Gegenden Syriens:  „All the weapons held by terrorists in many Syrian areas are made in these countries.”
Darauf erneuerte Walîd al-Muʽallim den Aufruf an alle syrischen Flüchtlinge, in ihr Heimatland zurückzukehren und versicherte wie schon früher: „We welcome and call upon every displaced Syrian abroad to return to homeland. We will ensure a decent life, security and future for him to contribute to the reconstruction of his country.” Doch auch bei der Rückkehr derselben gebe es ein bedauerliches Problem: westliche Regierungen verhinderten diese immer noch durch das Schüren von Ängsten (vgl.u.), die jedoch grundlos seien. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen dank ausgedehnter befreiter Landstrecken mit ihren weiteren Auswirkungen sei die Lage in Syrien wie die gegenwärtige regionale und internationale Atmosphäre positiv. Wörtlich äußerte er dazu. „The atmosphere is positive on the Arab and international arenas due to the recent field developments in Syria.”
Der Außenminster stellte klar, Syrien habe niemanden angegriffen oder sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder eingemischt. Es suche vielmehr gute Beziehungen zu allen Staaten. Andererseits gelte aber: „Whoever assaults us and interferes with our internal affairs must reconsider its position.” (Wer auch immer uns angreift oder sich in unsere die inneren Angelegenheiten einmischt, muß seine Position überdenken).
Auch das Luftabwehrsystem S-300, das Rußland Syrien jetzt bereitstelle (vgl.u.), sei defensiv und ziele auf den Schutz des syrischen Luftraums vor jeglicher ausländischen Aggression ab. Es werde demnach die Sicherheit und Stabilität verstärken. Daher erging nochmals der Dank an Rußlands Präsident Putin, indem al-Muʽallim vermerkte: „Syria highly appreciates the decision of President Vladimir Putin to provide this system to Syria.” Die syrisch-russische Zusammenarbeit habe einen fundamentalen Wandel [hin zum Positiven] im militärischen, politischen und wirtschaftlichen Bereich in Syrien zustandegebracht. (http://www.sana.sy/en/?p=147943, http://sana.sy/?p=822348)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 29.9.2018 informieren:      https://www.sana.sy/en/?p=147866 und https://www.sana.sy/?p=821818 (Weiteres Vorrücken auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ in der Bâdiyya im östlichen as-Suwaidâ´ zusammen mit unterstützenden Kräften und Erkämpfung der Kontrolle über Qabr aš-Šaiḫ Ḥus­sain nach heftigen Gefechten. Viele der IS-Terroristen wurden dabei getötet inklusive Scharfschützen.
Die im  Dorf al-Maṣâṣina im N-Rîf von Ḥamâ positionierten Armee-Einheiten beobachteten verdächtige Terroristenbewegungen vom Extremisten-Standort im östlichen Laṭâmina, 35km nördlich der Provinzhauptstadt, aus auf das Gebiet zwischen Kurûm az-Zaitûn und al-Ğarûf aṣ-Ṣaḫriyya auf das Orontes-Ufer zu  und konnten damit deren Angriffsversuch vereiteln, wobei etliche der Extremisten eliminiert wurden, der Rest sich nach Laṭâmina flüchtete. Eine weitere Einheit im Dorf Buraidîğ nahme eine vom Westteil der Stadt al-Ğaisât anrückende Terroristengruppe unter Maschinengewehrfeuer, die im Begriff waren, auf den Landstraßen Minen und Sprengsätze auszulegen und fügten diesen herbe Verluste zu. Soldaten durchkämmten sicherheitshalber das Farmland wie das Umfeld der Stadt az-Zakât auf solche Sprengfallen, nachdem auch dort eine Terrorgruppe bei einer Reconnaissance-Aktion beobachtet worden war.)

Grenzübergang Naṣîb nach Jordanien, Photo: SANA

Das Verkehrsministerium gab am 29.9.2018 in einer offiziellen Erklärung bekannt, der – im Juli von der SAA aus Terroristenhand zurückgewonnene – Grenzübergang nach Jordanien in Naṣîb könne am 10.10.2018 wiedereröffnet werden. Nach den Rekonstruktionsarbeiten an den Einrichtungen wie der Straßenreparatur von der Provinzhauptstadt Darʽâ her seien in Zusammenarbeit mit den betroffenen Ministerien und Behörden alle notwendigen Vorbereitungen getroffen worden. (https://www.sana.sy/?p=821727)

Terroranschläge vom 29.9.2018:
Terroristen feuerten nachts von den aleppiner Stadtteilen ar-Râšidîn und Ğamʽiyyat az-Zahrâ´ erneut Raketen und Mörsergranaten auf Wohngebäude in Šâriʽ an-Nîl, Šâriʽ al-Andalus in al-Ḫâlidiyya und an-Naḥâs in Aleppo, wobei Schäden an den Häusern und weiterem Eigentum entstanden. (http://sana.sy/en/?p=147914, http://www.sana.sy/?p=822222)

Bzgl. der Rede des  irakischen Außenministers Ibrâhîm al-Ğaʽfa­rî vor der 73. UN-Generalversammlung in New York vom 29.9.2018 s. Irak!

Rede von Außenminister Walîd al-Muʽallim vor der 73. UN-Generalversammlung 2018, Photo: SANA

Vizepremier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim stellte in seiner Rede vor der 73. UN-Generalversammlung in New York am 29.9.2018 zunächst wesentliche Punkte heraus: So sei Syrien erpicht darauf, sei gesamtes Territorium vom Terrorismus zu befreien und sämtliche illegale ausländische Präsenz daraus zu delogieren. Die Situation habe sich deutlich gebessert und sei stabiler, wobei sich die Terrorismusbekämpfung ihrem Ende nähere „contrary to the bets and wishes of some“ (d.h. trotz gegenteiliger Wetten und Wünsche mancher). Syrien sei zudem bestrebt, den politischen Prozeß weiterzuführen parallel zum Counterterrorismus, dem Wiederaufbau und der Rückführung der Flüchtlinge unter Bewahrung  der entschieden verfochtenen nationalen Prinzipien der syrischen  Souveränität, Unabhängigkeit und territorial Integrität.
Dann ging er hart mit Regierungen ins Gericht, welche Syrien das hochheilige Recht gegen Terroristen vorzugehe, die eigene Bevölkerung auf eigenem Land innerhalb der eigenen Grenzen zu beschützen und streitig machten und eine völkerrechtswidrige Koalition, angeführt von den USA schmiedeten mit der Vorgabe, den Terrorismus zu bekämpfen. „But this Co­alition has fought everything but terrorism…Instead; it has proved that its goals are almost the same as those of terrorist groups, mainly fostering chaos, death and destruction.“ (d.h. Doch diese Koalition bekämpfte alles bloß nicht den Terrorismus … Stattdessen bewies sie, daß ihre Ziele dieselben wie die der terroristischen Gruppen waren, hauptsächlich, Chaos, Tod und Zerstörung anzurichten.)
Die Koalition hat ganz ar-Raqqa dem Boden gleichgemacht, Infrastruktur und grundlegende Dienstleistungseinrichtungen zerstört, Greueltaten gegenüber den Bürgern begangen, alles Kriegsverbrechen gemäß dem Völkerrecht. Auf der anderen Seite leistete die Koalition direkte militärische Unterstützung für die Terroristen in ihrem Kampf gegen die syrische Armee [SAA].
Die Situation in Syrien sei nicht abtrennbar von der internationalen Arena, in der zwei Fronten miteinander auf Kriegsfuß stünden: die eine suche Frieden, Stabilität und Prosperität in der Welt zu verbreiten wie die Kultur des Dialogs, des gegenseitigen Verstehens und des Respekts gegenüber dem Völkerrecht, während die andere darauf ausgelegt sei, Chaos in internationalen Beziehungen zu  stiften, die kolonialistische und hegemoniale Geisteshaltung beizubehalten, um kurzsichtig die eigenen Interessen durchzusetzen, sogar wenn dies erfordere, zu schmutzigen Taktiken zurückzugreifen wie der Terrorismusförderung und [illegalen] ökonomischen Zwangsmaßnahmen, um Völker und Regierungen zu unterjochen, die ausländische Diktate ablehnen und an ihrer eigenen unabhängigen Entscheidung festhalten.
Dennoch habe sich die Lage in Syrien gebessert: „Now that the situation on the ground is safer and more stable thanks to the achievements against terrorism, and given the government’s unrelenting efforts to rehabilitate areas destroyed by terrorism and bring back normalcy, the situation is now suitable for the voluntary return of the Syrian refugees to their homeland which they fled due to terrorism and the unilateral coercive economic measures which targeted them in their livelihoods.” (d.h.: Jetzt, da die Situation sicherer und stabiler ist dank der Siege gegen den Terrorismus und der und der unablässigen Regierungsbemühungen, die durch den Terrorismus zerstörten Gebiete zu sanieren und Normalität zurückzubringen, ist die Lage geeignet für die freiwillige Rückkehr der syrischen Flüchtlinge in ihre Heimat, die wegen des Terrorismus und der unilateralen ökonomischen Zwangsmaßnahmen, die sich negativ auf den Erwerb ihres Lebensunterhalts auswirkten, geflohen waren.) Schließlich sei die Rückkehr „[of] every displaced Syrian is a priority for the Syrian government, and doors are wide open for all Syrians abroad to return voluntarily and safely. This applies to Syrians inside and outside Syria.” (d.h.: …eines jeden  ins Ausland vertriebenen Syrers eine Priorität für die Landesregierung, und die Türen stünden weit offen für alle Syrer fern der Heimat, um freiwillig und sicher zurückzukehren. Das gelte für Syrer im In- wie Ausland.)
Westliche Regierungen tadelte Minister al-Muʽallim für deren Versuche, die Rückkehr der syrischen Flüchtlingezu blockieren, indem sie jene mit lahmen Vorwänden entmutigten, die humanitäre Angelegenheit politisierten und sie als Karte zum vorantreiben der politischen Agenden zu benutzten, die als Fortführung der Rolle anzusehen seien, die sie [d.h. westliche Regierungen] seit Beginn der Krise in Syrien spielten.
Syrien begrüße die Initiativen von Regierungen, die nicht in die Aggression gegen das Land [d.i. Syrien] involviert gewesen sind und eine feste und klare Haltung gegenüber dem Terrorismus während der Wiederaufbauphase beibehalten haben. Den freundlich gesinnten Regierungen, die zu Syrien gestanden sind, werde daher der Vorzug bei den Wiederaufbauprogrammen gegeben. Den Regierungen aber, welche behaupten, am Wiederaufbauprozeß unter Vorbedingungen und Restriktionen teilzunehmen,  sei egsagt, sie seien „not welcomed and not invited in the first place” (d.h.: … vorderhand nicht willkommen und nicht eingeladen).
Auf die Ergebnisse des innersyrischen Kongresses [d.i. Syrian National Dialogue Congress vom Januar, s. Teil VI] von Sotschi habe Syrien positiv reagiert und mit einer ganzheitlichen Vision aufgewartet, wie das Komitee gestaltet werden und ablaufen müsse, worauf ein Liste von vom Staat unterstützten Teilnehmern vorgelegt worden sei. Der Aktionsrahmen und die Befugnisse des Komitees beschränkten sich auf die Diskussion der gegenwärtigen Verfassung, welche gänzlich Syrien eigen und von Syrien zugelassen sei. Der Sondergesandte für Syrien agiere als Vermittler bei der Arbeit des Komitees. Jegliche Vorbedingungen, Schlüsse oder Empfehlungen in Bezug auf die Arbeit des Komitees wies er zurück und erklärte: „The Syrians have the final say in any matter related to the Constitution or any other sovereign affair.“ (Die Syrer haben das letzte Sagen in jeglicher die Verfassung oder anderen die Souveränität betreffenden Angelegenheit).
Auf die nationale Rekonziliation zu sprechen kommend, bemerkte der Außenminister, diese kämen aktiv voran und hülfen dabei, das Blutvergießen einzudämmen, vielen Gegenden Zerstörungen zu ersparen, Sciherheit und Stabilität wiedereinkehren zu lassen, welche die Bewohner in den Stand versetzten, wieder dorthin zurückzukehren.
Syriens Kampf gegen den Terrorismus geschehe nicht nur militärisch sondern auch auf kultureller Ebene, indem es sich um einen Kampf zwischen einer Kultur [im Sinn von „kultivieren“] der Zerstörung, des Extremismus und des Tötens und einer Kultur des Aufbauens, der Toleranz und des Lebens handele. Diesbezüglich rief er zur [wirklichen] Durchführung der counterterroristischen UNAkte [Plural!] auf mit speziellem Augenmerk auf die UNSC-Resolution Nr.2254 [vom 18.12.2015, s. Teil IV].
Al-Muʽallim unterstrich erneut Syriens feste Position gegen den Einsatz von C-Waffen, welche als verwerflichangesehen würden. Daher habe Syrien seien Chemiewaffen vernichtet und damit die Verpflichtungen erfüllt, wie durch die Berichte der Organization for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) bestätigt wurde [s. Teil I und II].
Dann machte er darauf aufmerksam: „Every time Syria declared willingness to receive professional and objective teams to conduct inve­stigations into chemical weapons allegations, these countries would place hindrances because they already knew that the findings will not be compatible with their vicious goals and intentions” (d.h.: Jedes Mal, wenn Syrien seine Bereitschaft erklärte, professionelle und objektive Teams zur Durchführung von Untersuchungen bezüglich der Behauptungen über C-Waffen[-Einsätze] erklärte, setzten genau diese Länder [d.h. die Urheber der Behauptungen]  dem Hindernisse entgegen, da sie schon wußten, daß das Vorgefundene nicht mit deren bösartigen Zielen und Absichten übereinstimmen werde.) In dem Zusammenhang verwies er auf die vorfabrizierten Szenarien [vgl.u.] und Anklagepunkte, heraufbeschworen, um eine dreiseitige Aggression gegen Syrien im vergangenen April [s. Teil VI] durchzuführen.
Syrien habe wiederholt davor gewarnt, daß terroristische Organisationen im Besitz von C-Waffen seien, und habe Vorfälle angeführt, bei denen sie eingesetzt worden seien, um die syrische Regierung dessen zu beschuldigen; doch das sei auf taube Ohren gestoßen.
Al-Muʽallim fuhr fort, jede ausländische Präsenz auf syrischem Boden ohne Zustimmung der syrischen Regierung gelte als illegal und als Verletzung des Völkerrechts und der UN-Charta; sie verhindere die Aufgabe der  Eliminierung des Terrorismus und bedrohe den Frieden und die Sicherheit der Region. Syrien erachte demnach die Truppen der USA, Frankreichs und der Türkei als Besatzungsmächte und werde sie entsprechend behandeln.
Dann forderte al-Muʽallim die Internationale Gemeinschaft auf, tätig zu werden, um die israelischen Praktiken auf den syrischen Golanhöhen zu beenden und Israel zu zwingen, die relevanten UNSC-Resolutionen zu beachten. Auch sollten sie die Etablierung eines palästinensischen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt voranbringen wie die Heimkehr der palästinensischen Flüchtlinge gemäß den internationalen Legitimitätsresolutionen.
Zum Schluß der Rede erklärte der Außenminister die strenge Verurteilung seines Landes gegenüber der Entscheidung der US-Administration, den Nuklearvertrag mit dem Iran [sog. JPCOA] einseitig aufgekündigt zu haben, was wieder einmal beweise, wie mangelhaft deren  Pflichtbewußtsein bezüglich der Einhaltung von internationalen Verträgen und Abmachungen sei. Gleichzeitig erklärte nochmals die Solidarität mit dem Iran in der Sache. (https://www.sana.sy/en/?p=147879, https://www.sana.sy/?p=821923)

al-Muzairîb-See um 3/4 geschrumpft, Photo: SANA

Beinahe-Umweltkatastrophe infolge der terroristischen Verwüstung: der al-Muzairîb-See im Umland (Rîf) von Darʽâ führt extrem wenig Wasser und hat damit nur ein Viertel seiner Größe (normale Fläche von 10.500km2), da seine Quellen u.a. durch Wildbohrungen ausgebeutet wurden. (https://www.sana.sy/?p=821841). Dies gab wiederum den Bürgern die Möglichkeit, in Freiwilligenverbänden die – nun weitgehend trockenliegenden – Ufer desselben von Verunreinigungen und Müll zu säubern. (https://www.sana.sy/?p=821134)

Rede von Rußlands Außenminister Sergei Lawrow vor der 73. UN-Generalversammlung in New York 2018, Photo: SANA

Rußlands Außenminister Sergei Lawrow wies während seiner Rede vor der 73. UN-Generalversammlung in New York vom 28.9.2018 bezüglich Syriens erneut daraufhin, daß westliche Regierungen unter falschen Vorwänden Kriege gegen den Irak, Libyen und Syrien inszeniert hätten, wobei er die Dreier-Aggression seitens der USA, Großbritanniens und Frankreichs im April gegen Syrien (s. Teil VI) unter der bloßen Behauptung des Einsatzes von C-Waffen [durch die Landesarmee] besonders hervorhob.
Die Rückführung der syrischen Flüchtlinge in ihre Heimat bedürfe der Unterstützung der Internationalen Gemeinschaft, ohne daß doppelte Standards (Doppelmoral) zur Anwendung kämen.
Angestrengte Versuche, Regierungen in militärische Allianzen zu zerren, widerspreche dem Willen der jeweiligen Völker, konstatierte er. Ebenso handelten die USA mit ihrer illegalen Präsenz in Syrien wider die relevanten UNSC-Resolutionen, insbesondere die Nr.2254. – Ar-Raqqa habe die US-geführte Koalition dermaßen zerstört, daß eine Rückkehr der geflüchteten Bevölkerung unmöglich sei. – Untragbar sei auch der Schutz von Terroristen im Gebiet von at-Tanaf [wo die USA völkerrechtswidrig eine Militärbasis mit 55km Bannradius errichtet haben].
Zur in Sotschi erlangten Vereinbarung zu Idlib stellte er wiederum heraus, daß sie auf die Entfernung der Terroristen aus der Demilitarisierungszone abziele.
Schließlich warnte der Minister davor, daß Terroristen und deren Sponsoren eine neue Provokation [für einen westlichen Militärschlag] in Syrien vorbereitet hätten. Terroristenkonzentrationen in Syrien zu tolerieren, sei inakzeptabel, denn alle Terrororganisationen müßten landesweit eliminiert werden. (https://www.sana.sy/en/?p=147827, https://www.sana.sy/?p=821535) – Belege zu angesprochenen Sachverhalten sind früheren Beiträgen zu entnehmen (s.u. bzw. vorhergehende Teile!).
Während der nachfolgenden Pressekonferenz gab Minister Lawrow am 28.9.2018 bekannt, die Auslieferung des S-300 Luftabwehrsystems an Syrien erfolge bereits. Wörtlich bemerkte er dazu: „The delivery has been started already. And as President [Vladimir] Putin said, after that incident […] the measures which we will take will be devoted to ensure 100 percent safety and security of our men in Syria.“ Zur seit Jahren verzögerten Überstellung (diskutiert bereits seit 2013, s.u.!) bestätigte er, diese sei bislang mit Rücksicht auf Israel erfolgt. Der israelische Luftangriff, der zum Absturz der IL-20 (s.u.) führte, habe die Situation jedoch geändert.  Die Lieferung gehöre zu den in der Folge (s.u.) angekündigten „adequate retaliatory measures”. (http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13970707000332)

Yûsuf bin ʽAlawî als Außenminister des Oman, betonte in seiner Rede, bei der Lösung von Krisen, die mit mit friedlichen Mitteln zu erfolgen hätten, müßten die Grundsätze der UN-Charta und des Völkerrechts unbedingt eingehalten werden, Sicherheit und Stabilität in der Welt zu erreichen.
Zur Lösung der Krise in Syrien sei die Zusammenarbeit der Internationalen Gemeinschaft notwendig, auf bauend auf den bereits in Astana und Genf erzielten Ergebnissen und denen des  Syrian National Dialogue Congress in Sotschi.
Die palästinensische Frage sei die zentrale Frage im Nahen Osten, die erfordere, daß die Internationale Gemeinschaft das Recht des palästinensischen Volkes zur Errichtung eines eigenen Staates unterstütze, wobei er die Bereitschaft brachte sein Landes zum Ausdruck brachte, alles zu tun, um den Frieden in der Region zu unterstützen.
In Bezug auf die Situation im Nachbarstaat Jemen votierte er dafür, die Bereitstellung von Hilfe für die unter dem Krieg leidende Bevölkerung zu erleichtern, unter Hinweis darauf, daß sein Land weiterhin die Grenzen für Flüchtlinge über Land oder Meer offenhalte. (https://www.sana.sy/?p=821971)

Während der 73. UN-Vollversammlung trifft die syrische (geleitet von Außenminister al-Muʽallim) auf die russische Delegation (geleitet von Außenminister Lawrow), Photo: SANA

Vizepremier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim traf am 28.9.2018 am Rand der 73. UN-Generalversammlung in New York mit den Repräsentanten etlicher durch die Krisenzeit hindurch Syrien freundlich gesinnter Regierungen zusammen.
So traf  Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow zusammen. Nach Diskussion der bilateralen Beziehungen, Vereinbarungen und beiderseitigem Wunsch nach Weiterführung der Konsultationen und Koordination war al-Muʽallim die tatsächliche Umsetzung der Idlib-Vereinbarung wichtig [was aufgrund der bisherigen negativen Erfahrungen (vgl. Teil VI und davor) eine Mißtrauensbezeugung  gegenüber der türkischen Seite implizierte].
Bezüglich des Komitees zur Verfassungsdiskussion waren sich beide Seiten einig, daß dies eine syrische Angelegenheit sei und unter syrischer Leitung stehen müsse [ein Faktum, das bereits im Januar in Sotschi festgestellt worden war, s. Teil VI].
In der nachfolgenden Pressekundgebung äußerte Minister al-Muʽallim die Hoffnung, daß vom russischen Verteidigungsminister für innerhalb von zwei Wochen zugesagte Luftabwehrsystem S-300 werde den syrischen Luftraum sichern (cover). Präsident Putin dankte er für dessen Engagement zur Erlangung der Vereinbarung zu Idlib und erklärte, daß die eingerichteten humanen Sicherheitskorridore funktionsfähig seien, jedoch würden die Terroristen [wie schon im Falle Aleppos, Ost-al-Ġûṭa u.a. Städte bzw. Areale] die Bürger daran hindern, sie zu benutzen und damit das von jenen kontrollierte Territorium zu verlassen. Al-Muʽallim unterstrich nochmals, daß die Terroristen Idlib zu verlassen hätten und daß dies nicht in den Händen von Ausländern liegen dürfe.
Beim Treffen mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi teilte Vizepremier al-Muʽallim diesem die neuesten entwicklungen auf politischem und militärischem Feld mit sowie die Details um das jüngste Idlib-Abkommen. Obwohl weite Landesteile inzwischen sicher seien, dauere der Kampf gegen den Terrorismus noch an und erfordere die vereinten Kräfte zu seiner Eliminierung. Syrien verfolge weiterhin den politischen Weg zur Lösung der Krise, der von Syrern entworfen und ohne ausländische Einmischung [an]geführt werden müsse. Syrien wolle die ins Ausland geflüchteten Bürger zurückholen, doch dazu bedürfe es der gemeinsamen Anstrengung der Internationalen Gemeinschaft [zu hierbei problembereitenden Regierung s.u.]. An der weiteren Entwicklung der Beziehung zu China auf jeglicher Ebene sei Syrien sehr interessiert. Wang Yi zeigte sich erfreut über die neugewonnene Stabilität des Nahoststaates und verwies auf die geleistete Unterstützung seiner Regierung für Syrien im UN-Sicherheitsrat und betonte auch seinerseits die Notwendigkeit einer politischen Lösung der Syrienkrise unter Anerkennung der  Unabhängigkeit, Souveränität und Einheit des Landes. Die Selbstverteidigung des Landes samt seiner Ehre durch die Staatsführung wie die Bürger in Syrien bezeichnete er als vorbildlich. Die Terrorismusbekämpfung würden beide Länder koordiniert fortführen und am Wiederaufbauprozeß werde China gerne teilnehmen. Schließlich dankte Pekings Repräsentant für die syrische Unterstützung des chinesischen Projekts der Belt and Road Initiative [d.h. Wiederbelebung der Seidenstraße].
Indiens Außenministerin Sushma Swaraj [Sûšmâ Suwârâğ] brachte ihr Amtskollege al-Muʽallim bzgl. der letzten Entwicklungen in Syrien und besonders hinsichtlich der Idlib-Vereinbarung auf den neuesten Stand; betonte die Verfolgung der politischen Krisenlösung, basierend auf dem Respekt gegenüber  der Unabhängigkeit, Souveränität und Einheit seines Landes. Der Regierung sei die sichere Rückführung der vor dem Terrorismus geflüchteten Landeskinder sehr wichtig, wobei er unterstrich, daß schon tausende aus Nachbarländern zurückgekommen seien. Ministerin Suwârâğ gratulierte zu den Erfolgen bei der Terrorismusbekämpfung und versicherte die Unterstützung ihres Landes bei der Krisenbewältigung in Syrien. Gerne würde sie das Land bald besuchen, um die beiderseitigen Beziehungen, die Kooperation und Koordination untereinander die zu vertiefen.
Zusammen mit dem Vertreter des Omans (arab.: ʽUmân), Außenminister Yûsuf bin ʽAlawî, wurden die beiderseitigen äußerst positiven Beziehungen herausgestellt, wobei der omanischen Regierung Dank für die Vermittlerrolle gegenüber arabischen Staaten der Region zukam. Auch Minister ʽAlawî erhielt das schon erwähnte Briefing, wobei al-Muʽallim vermerkte, man werde den politischen Prozeß wie die Rekonziliierungen und die Terrorismusbekämpfung fortführen. Die gegenseitigen Konsultationen und die Koordination unter beiden brüderlichen Ländern wolle man auf allen Ebenen zum Wohle beider weiterführen.
Gegenüber Angolas Außenminister Manuel Augusto erwähnte Syriens Außenamtschef ebenfalls die jüngsten militärischen und politischen Entwicklungen wie den festen Willen seiner Regierung, die Krise zu beenden, sei es durch die Rekonziliierungsaktion oder die Terrorismusbekämpfung. Minister Augu­sto versicherte, sein Land werde nie die von Syrien währned der eigenen Krise geleistete Hilfe vergessen und wolle alles tun, um die Haltung Syriens zu unterstützen, insbesondere was das Recht der Terrorismusbekämpfung betreffe. Bei der Besprechung der bilateralen Beziehungen ging es ebenfalls um deren künftigen Ausbau und die Verbesserung derer Syriens zum afrikanischen Kontinent.  (https://www.sana.sy/en/?p=147756, https://www.sana.sy/?p=821463)

Syriens UN-Botschafter Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî unterzeichnet den Code of Conduct to Achieve a Terrorism-Free World, Photo: SANA

UN-Botschafter Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî unterzeichnete indes als Repräsentant seines Landes am Fr., 28.9.2018, in New York den „Code of Conduct to Achieve a Terrorism-Free World” [“مدونة السلوك”], welchen Kasachstan angeregt und Syrien mit auf den Weg gebracht hatte. Weitere mehr als hundert an der 73. UN-Generalversammlung teilnehmende Landesvertreter [von isgesamt 193] folgten seinem Beispiel.
Der Codex bestimmt die Terrorismusbekämpfung als kollektive internationale Aufgabe, die auf einem wahrhaften politischen Willen zur Eliminierung dieser Bedrohung basieren müsse, um die Sicherheit und den Wohlergehen der Weltbevölkerung sicherzustellen, und zwar ohne Politisierung und Selektivität. Es müßten demnach alle internationalen Anstrengungen intensiviert werden, um sämtliche Bedingungen und Faktoren auszumerzen, welche zur Verbreitung der Terrorismusgefahr führten. Zu  diesen Faktoren gehörten auch die Förderung und Verbreitung extremistischen Gedankenguts und  dessen Propaganda, die Beteiligung an Finanzierung, Rekrutierung, Bewaffnung, Training und Erleichterung der territorialen Ausbreitung von Terroristen [über Landesgrenzen hinweg]
Syriens Engagement für diesen Kodex entspreche der prinzipiellen Haltung des syrischen Staates zum Sachverhalt, welche in der Absolutheit der Konfrontation und Beseitigung des Terrorismus und der aktiven Teilnahme an allen echten internationalen Bemühungen zur Bekämpfung dieser internationalen Bedrohung zum Ausdruck komme, hieß es im Kommentar dazu. (https://www.sana.sy/en/?p=147835, https://www.sana.sy/?p=821606) – Die gewählten Stichwörter des Kodex finden sich in den früher geführten Debatten wieder (vgl.u. einschließlich früherer Teile!). Impliziert waren demnach klar Kritikpunkte an der türkischen AKP-Regierung und der US-geführten Koalition wie insbesondere über Terrorfinanzierung involvierte Golfstaaten bzw. solche der Arabischen Halbinsel.

Weitere Zusammenkünfte wurden am Rand der 73. UN-Generalversammlung in New York am 28.9.2018 mit dem UN-Generalsekretär und dem iranischen Außenminister abgehalten.
Mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres besprach Vizepremier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim die letzten Entwicklungen in Syrien auf politischer und militärischer Ebene, insbesondere die in Sotschi zustande gekommene Vereinbarung zu Idlib sowie die Anstrengungen zur Formung eines Komitees zur Diskussion der gegenwärtigen Verfassung. Guterres gab seinerseits der Hoffnung Ausdruck, in [ganz] Syrien möchten Sicherheit und Stabilität zurückkehren und das Land wieder seine Stellung als Hauptbasis der arabischen Welt und der Region einnehmen. Die UN seien bereit, unterstützend bei der Formung des Komitees zur Verfassungsdiskussion  wie bei der Leistung humanitärer Hilfe zu wirken. Al-Muʽallim unterstrich die Rolle der UN als Vermittler im politischen Prozeß, der unter Führung und durch die syrische Bevölkerung ohne ausländische Interferenz stattfinden müsse.
Mit seinem Amtskollegen Muḥammad Ğawâd Ẓarîf unterhielt sich al-Muʽallim eingehend über den letzten Garantenstaatengipfel des Astana-Formats in Teheran, an dem über aber ohne Teilnahme seitens Syriens gesprochen wird (s.u.), die Umsetzung der jüngsten Vereinbarung von Sotschi (s.u.) zu Idlib sowie über das Komitee zur Verfassungsdiskussion. (https://www.sana.sy/en/?p=147850, https://www.sana.sy/?p=821645)

Sudans Außenminister ad-Dirîdirî Muḥammad Aḥmad, ad-Daḫîrî mit dem syrischen Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim, Photo: SANA

Bei Gesprächen mit seinen Amtskollegen aus Algerien, dem Sudan und Zypern am Rand der 73. UN-Generalversammlung in New York am 28.9.2018 informierte Vizepremier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim diese über die neuesten Entwicklungen in seinem Land, wobei die erwähnten Gesprächspartner ihre feste Haltung an der Seite Syriens im Kampf gegen den Terrorismus mit den damit zusammenhängenden Details  unterstrichen.  (https://www.sana.sy/?p=821181 https://www.sana.sy/en/?p=147756)

Während seiner Rede vor der 73. UN-Generalversammlung kritisierte der türkische Staatspräsident Erdogan, bzgl. Nordsyriens hätten sich die USA nicht an die Abmachungen mit der Türkei gehalten. Wörtlich monierte er: „The United States certainly did not comply with the agreed calendar of the Manbij roadmap; YPG did not exit the area,“ wie Hurriyet und Reuter am 28.9.2018 meldeten, und setzte hinzu: „The United States did not keep their promise here.” (S. Erdogan: U.S. Failed To Comply With Its Responsibilities In Framework Of Manbij Deal)

Rußlands Außenminister Lawrow und UN-Generalsektetär Guterres bei der 73. UN-Generalversammlung in New York, Photo: SANA

Auch im Zusammenhang mit der Situation in Syrien trafen am 27.9.2018 Rußlands Außenminister Lawrow und UN-Generalsekretär Guterres am Rand der 73. UN-Generalversammlung in New York zusammen. (https://www.sana.sy/?p=820860, https://www.sana.sy/en/?p=147723)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 27.9.2018 informieren:  https://www.sana.sy/en/?p=147719 und https://www.sana.sy/?p=820782 (Zusammen mit den unterstützenden Kräften  führten die Armee-Einheiten ihre Gefechte mit den IS-Terroristen in ihrer letzten Zuflucht in den zerklüfteten Tulûl aṣ-Ṣafâ in der Tiefe der Geröllwüste (Bâdiyya) von as-Suwaidâ´ fort und rückten weiter in Richtung Qabr aš-Šaiḫ Ḥus­sain vor parallel zu Luft- und Artillerieangriffen auf IS-Positionen und –Ansammlungen im Areal. Dabei wurden erneut etliche Extremisten, einschließlich Scharfschützen eliminiert und der Einkreisungsring um die letzten IS-Reste dort weiter zugezogen.)

Schußrichtung Syrien, Photo: AFP, Jalaa Marey

Beim Empfang in der chinesischen Botschaft anläßlich des 69. Jahrestages der Gründung der Volksrepublik China am 26.9.2018 stellten Reporter Vize-Außenminister Dr. Fayṣal al-Miqdâd Fragen zur russischerseits zugesagten Lieferung des S-300-Luftabwehrsystems. Der Diplomat stellte klar, daß es sich dabei um ein defensives System handele. Damit müsse sich der israelische Nachbar „which is accustomed to launch many aggressions under different pretexts“ (d.h.: der es gewohnt sei, viele Aggression unter Vorwänden zu starten) künftig überlegen, ob er wieder Syrien angreifen wolle. Eine Aggression gegen Syrien stelle gewissermaßen eine Aggression gegenüber allen in Syrien den Terrorismus ernsthaft bekämpfenden und die Sicherheit und Stabilität wiederherstellenden Mächten dar. Er betonte, Syrien werde sich wie bisher verteidigen und begrüßte die Unterstützung durch das S-300-System dabei, das Syrien schon lange hätte zukommen sollen. (https://www.sana.sy/en/?p=147619, https://www.sana.sy/?p=820130) – Letzere Aussage bezieht auf das Faktum, daß die S-300-Bereitstellung für Syrien durch Rußland bereits seit 2013 diskutiert wird. Siehe dazu das Izvestia-Interview mit Dr. al-Assad  vom 26.8.2013 in Teil I wie den Eintrag vom 21.4.2017 zu den Interviews mit RIA Novosti und Sputnik von Dr. al-Assad in Teil V. Demnach schien die Lieferung die Jahre über an den Einwänden Israels zu scheitern bis sich der jüngste israelische Luftangriff auf die russische IL-20 am 17.9.2018 (s.u.) auswirkte.
Bestätigt wird dies durch die Aussage von Wladimir Jermakow, dem Direktor des Departments für  Nichtverbreitung von [Massenvernichtungs]Waffen und deren Kontrolle beim russischen Außenministerium (vgl.u.), lautend: „the arguments of states, who previously asked not to deliver S-300 systems to Syria, had no effect anymore.“ Die Behauptungen des nationalen US-Sicherheitsberaters John Bolton dahingehend, die Stationierung des Luftabwehrsystems S-300 in Syrien bedeute eine „significant escalation” wischte er hinweg mit der Entgegnung: „The systems are purely defensive, so when the US says that defensive weapons are undermining its national security, it’s fudging, … In fact, such actions will lead to the stabilization of the region, because we will be able to close the airspace where necessary, and, first of all, our servicemen who fulfill their international duty at the invitation of the Syrian government will be protected.” (s. Russia-Supplied S-300 Systems Will Cover Syrian Coast, Borders With Israel, Lebanon, Jordan And Iraq – Reports)
Der Schutz durch das S-300-Luftabwehrsystem scheint  allein schon dadurch geboten, daß der israelische Ministerpräsident Netanyahu am 25.9.2018 nach einer spzeiellen Kabinettssitzungs verkündete, die israelsiche Luftwaffe werde weiterhin Ziele in Syrien angreifen („Israeli Defense Forces (IDF) will continue to strike targets in Syria“). (https://www.jpost.com/Israel-News/Netanyahu-IDF-to-continue-anti-Iran-strikes-in-Syria-despite-S-300-567917)

Außenminister Lawrow bei den UN. Photo: SANA

Nach den von US-Präsident Trump in seiner Ansprache vor der 73. UN-Vollversammlung erneut ausgsprochenen Drohungen gegen Syrien, warnte Rußlands Außenminister Sergei Lawrow im UN-Sicherheitsrat in New York am 26.9.2018 vor der Ausführung eines neuerlichen westlichen Militärschlags gegen Syrien. Was wirklich Anlaß zur Besorgnis gebe, sei das Verhalten einiger westlicher Länder, die grundlose Vorwürfe gegen Syrien wegen angeblichen Einsatzes verbotener chemischer Substanzen erhöben. Die syrische Regierung habe nicht nur ihre Verpflichtungen zur Vernichtung ihres gesamten C-Waffen-Arsenals, wie es der Absprache zwischen Rußland und den USA von 2013 entsprach, voll erfüllt, sondern dies sei auch durch den UN-Sicherheitsrat wie die zur Überwachung zuständige Organization for the Prohibition of Chemical weapons (OPCW) bestätigt worden (s. Teil I und II).
Eine jegliche neue Aggression gegenüber Syrien würde eine ernsthafte Verletzung der UN-Charta darstellen und die bereits erreichten Schritte der politischen Beilegung der Syrienkrise unterminieren.
Andererseits habe es sich herausgestellt, daß die in Syrien aktiven Terrorgruppen über giftige Substanzen verfügten und sogar gelernt hätten, diese selbst herzustellen, dafür existierten sogar Werkstätten. (https://www.sana.sy/en/?p=147698, https://www.sana.sy/?p=820568)

Am Rand der UN-Vollversammlung kamen die Außenminister der drei Garantenstaaten des Astanaformates, Sergei Lawrow (Rußland), Muḥammad Ğawâd Ẓarîf (Iran) und Mevlüt Çavuşoğlu (Türkei), am Mi., 26.9.2018 in New York erneut zusammen, um über  die Situation in Syrien und speziell die De-Eskalationszone Idlib zu sprechen. Es gehe weiterhin darum, eine wirklich nachhaltige politische Lösung der Syrien-Krise voranzutreiben, basierenden auf den Ergebnissen des Ende Januar des Jahres in Sotschi abgehaltenen Syrian National Dialogue Congress wie der UNSC-Resolution Nr.2254. In einer Stellungnahme erklärte Minister Lawrow zudem: „participants in the meeting expressed appreciation of the agreements reached in Sochi on Sep. 17th regarding the stability of the situation in Idleb which would allow the continuation of combating terrorism relentlessly and protecting civilians.“ (https://www.sana.sy/en/?p=147715, https://www.sana.sy/?p=820712)

SAA nahe Ḥamâ, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 26.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=147645  und https://www.sana.sy/?p=820370 (Vereitelung eines Angriffsversuchs von Ğabhatu_n-Nuṣra-Trupps von al-Laṭâmina, ca. 35 km nördlich der Stadt Ḥamâ, aus auf Militärposten in deren Umfeld. Al-Laṭâmina gilt als Rückzugsort der größten Ansammlung von Ğabhatu_n-Nuṣra in der Gegend nahe der Provinz Idlib. Bei den Gefechten wurden etliche Extremisten eliminiert, die Überlebenden flüchteten zurück nach al-Laṭâmina.)

Terroranschläge vom 26.9.2018:
Nahe der Zain al-ʽÂbidîn Moschee im aleppiner Stadtteil Ḥalab al-Ğadîda (Neu-Aleppo) landete nachmittags eine von Ğabhatu_n-Nuṣra-Terroristen im Stadtteil ar-Râšidîn abgefeuerte Rakete, durch welche ein Anwohner verletzt, etliche Wohnhäuser, PKW etc. beschädigt wurden. (https://www.sana.sy/?p=820307, https://www.sana.sy/en/?p=147642) – Zain al-ʽÂbidîn (d.h. Juwel der Anbeter [erg. von Allâh]) ist Beiname des Urenkels ‘Alī ibn Hussain ibn ʽAlî ibn Abi Ṭâlib von Religionsgründer Muḥammad.
Bei der Detonation einer von Terroristen hinterlassenen Tretmine wurde ein Bewohner des Dorfes Ḫunaifis im Ost-Rîf von Ḥamâ verletzt. (https://www.sana.sy/en/?p=147694, https://www.sana.sy/?p=820571)

Auch am 26.9.2018 kamen via Abû aḍḌuhûrSicherheitskorridor dutzende Familien aus dem Umland von Idlib, wo derzeit Terroristen die Kontrolle ausüben, in ihre Wohnorte in den Provinzen Aleppo, Ḥamâ und dem sicheren Teil von Idlib zurück Die SAA sicherte die Rückkehr und half den Zivilisten mit allen notwendigen Bedarfsgütern aus. (https://www.sana.sy/en/?p=147689, https://www.sana.sy/?p=820524)

Installierung neuer Abwehrsysteme, Photo: TASS

Wie infolge der IL-20-Tragödie vor einer Woche (s.u.) angekündigt, wird auch in den russisch genutzten Basen aufgerüstet. So traf am 25.9.2018 die erste Ladung  elektronischer Kampfführungssysteme an Bord einer Il-76 Transportmaschine am Vortag in der Luftwaffenbasis Ḥumaimîm  nahe al-Lâḏa­qiyya ein. Das System dient der Störung des Bordradars, der Flugzeugkommunikation und -steuerung sowie der Satellitennavigationssysteme, die in angreifenden Kampfjets, Drohnen und Lenkwaffen eingesetzt sein könnten. (https://www.sana.sy/?p=819806, https://www.sana.sy/en/?p=147601)

Wladimir Jermakow (engl.: Vladimir Yermakov), Direktor des Departments für Nichtverbreitung von [Massenvernichtungs]Waffen und deren Kontrolle beim russischen Außenministerium machte am 25.9.2018 darauf aufmerksam, daß verschiedene europäische Länder Chemiewaffenkomponenten nach Idlib geliefert hätten. Weiter kündigte er an: „Many things may disclose in Idlib now. Deliveries of components of chemical weapons from Euro­pean states were carried out there. It all will re-emerge again soon.“ (http://tass.com/politics/1022987; s.a. https://www.sana.sy/en/?p=147584 und https://www.sana.sy/?p=819707)

Saudische Waffendeals, Malcom Mayes cartoon bei pinterest.com

Gemäß einer Meldung der Amnesty International-Niederlassung in der Slowakei sind von diesem Land in den letzten Jahren Waffen an Saudi-Arabien – als Zwischenkäufer – geliefert worden, welche die saudische Regierung Terror– und Extremistengruppen in anderen Ländern, vor allem in Syrien und Libyen zur Verfügung stellte. Dies bestätigte auch Jalal Suleiman, der slowakische KP-Chef. (https://www.sana.sy/?p=819615 vom 25.9.2018)

Syrien nimmt an der 73. UN-Generalversammlung in New York, welche am Di., 25.9.2018 beginnt mit einer Delegation teil. Diese führt Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim an, begleitet von seinem Stellvertreter Dr. Faiṣal al-Miqdâd und dem Berater Aḥmad ʽArnûs. Minister al-Muʽallim wird am Sa., 29.9.2018, vor der Versammlung eine Rede halten. (https://www.sana.sy/en/?p=147537, https://www.sana.sy/?p=819273)

In aṣ-Ṣanamain´ entdeckte antike Zisternenanlage, Photo: SANA

Bei einer Erkundungsfahrt einer Gruppe von Archäologen des DGAM-Departments der Provinz Darʽâ entdeckte diese in der Stadt aṣ-Ṣanamain´ eine antike Zisternenanlage. Bevor infolge Eingreifens der SAA dort die Terroristen hatten eliminiert werden können, hatten diese dort Raubgrabungen in der Hoffnung durchgeführt, schmuggelbare Artefakte zu finden.  Dadurch war wohl die sorgfältig ausgeführte Bedeckung der Zisterne zerstört und diese bei einer weitergehenden Untersuchung zum Vorschein gekommen. Bâsil al-Ğahmânî, Chef der DGAM-Zweigstelle, führte aus, die Zisterne aus Basalt- und Sandstein liege ca. 7,5m tief, habe eine Kapazität von 100 Barrel, habe eine spezielle Abdichtung erhalten, sei mit einer ausgeklügelten Treppenkonstruktion versehen und weise verschiedene Dekorationselemente wie griechische Inscrhiften auf, die noch übersetzt werden müßten. (https://www.sana.sy/?p=819433, https://www.sana.sy/en/?p=147582 vom 25.9.2018)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 25.9.2018 informieren:  https://www.sana.sy/en/?p=147598 und https://www.sana.sy/?p=819862 (Nach wiederum heftigen Gefechten mit den in den felsigen Klüften der Tulûl aṣ-Ṣafâ in der Tiefe der Geröllwüste (Bâdiyya) von as-Suwaidâ´ verschanzten Resten an IS-Terroristen wurde die Feuerkontrolle über Qabr aš-Šaiḫ Ḥus­sain von der W-, NW- und SW-Seite wie die direkte Kontrolle über weitere Areale im Gebiet Arḍ Qâʽ al-Banât erkämpft. Dabei wurden etliche Extremisten eliminiert, Flüchtende verfolgt und der Einkreisungsradius weiter verringert.)

Auf der al-Bâsil Fair for Innovation and Invention 2018 prämierte Erfindung zur Nutzung erneuerbarer Energien, Photo: SANA

Bei der diesjährigen Erfindermesse al-Bâsil Fair for Innovation and Invention 2018 (s.u.) stach eine Innovation des Nachwuchsingenieurs Aḥmad Yûsuf Ṣâliḥ von der Fakultät Maschinenbau und Elektrotechnik an der al-Baʽṯ -Universität im Bereich des optimalen Umgangs mit erneuerbaren Energien hervor, dank derer Wasserpumpen aufgrund eines Solar-Kamins arbeiten. Näheres bei: https://www.sana.sy/en/?p=147602, https://www.sana.sy/?p=819833 (vom 25.9.2018).

Über den Abû aḍḌuhûrSicherheitskorridor konnten  am 25.9.2018 dutzende Familien wieder in ihre Heimatorte in den ProvinzenIdlib, Aleppo and Ḥamâ zurückkehren, die erst vor kurzer Zeit von der Armee aus Terroristenherrschaft befreit worden waren. Wie üblich standen dank Vorsorge durch die Regierung für die Heimkehrer alle  notwendigen Versorgungsgüter und öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung. (https://www.sana.sy/?p=819800, https://www.sana.sy/en/?p=147587)

Trinkwasserversorgung für Dair az-Zaur mit Rîf wiederhergestellt, Photo: SANA

Nach wenigen Wochen konnte die Stromversorgung im gesamten Umland (mit 52 Städten!) der erst kürzlich (s.u.) völlig von Terroristen befreiten Provinz Darʽâ an das von den Terroristen zerstörte Stromnetz wieder angeschlossen und so mit elektrischer Energie versorgt werden. (https://www.sana.sy/?p=819652 vom 25.9.2018)
Das Gleiche gilt für die Trinkwasserversorgung von Dair az-Zaur und sein Rîf mit Wiederherstellung von zwei Haupt- und 28 nachgeordneten Pumpstationen.(https://www.sana.sy/?p=819761 vom 25.9.2018)

UN-Menschenrechtsrat, Photo: mena-watch.com

Bei der 39. Sitzung des Menschenrechtsrats zur Menschenrechtssituation auf den israelisch besetzten Golan-Höhen in Genf nahm am 24.9.2018  UN-Botschafter Ḥusâm ad-Dîn Âlâ Stellung. Für das fortgesetzte aggressive Verhalten der Besatzungsmacht machte er die USA und deren Alliierte mitverantwortlich wegen ihrer politischen Protektion für Israel in den internationalen Foren einschließlich des hiesigen, des Human Rights Council, in dem die Druckausübung seitens der Vereinigten Staaten  zur Nichtdiskussion von  Punkt 7 ebenso fortdauere wie die britische Rettungsmaßnahmen für Israel, durch welche sämtliche Israel verurteilenden Resolutionen durch Veto-Einlegung zum Scheitern gebracht werden. Dazu führte er detaillierte aus: „Some countries in this Council defend the Israeli occupation and its extreme racist practices and violations of the obligations imposed on it under international humanitarian law, and its daily vio­la­tions of all the rights of the Palestinians and the Syrians in the occupied Syrian Golan, which makes these countries partners in these violations.”
Das Militär der Besatzungsmacht mache auch mit dem willkürlichen Töten wie dem Versuch der gewaltsamen Deportation der Bewohner des Dorfes al-Ḫân al-Aḥmar östlich des besetzten al-Quds (Ost-Jerusalem) weiter, sie bleibe an Ort und Stelle und fahre mit ihrer erstickenden Belagerung und der kollektiven Bestrafung von ca. zwei Millionen Bewohnern des Gaza-Streifens fort, wobei von israelischer Seite eine Gesetzgebung verabschiedet werde, die Apartheit kodifiziere. All das seien nur Beispiele für das Ausmaß der Mißachtung der Besatzungsmacht gegenüber dem Völkerrecht.
Wieder auf die Verhältnisse auf dem Golan zurückkommend schilderte er: „the Israeli occupation authorities in the occupied Syrian Golan continue to impose arbitrary measures to punish the people of the Golan, in addition to imposing an arbitrary siege on them by preventing them from using the Quneitra crossing to continue their studies in Syrian universities, visiting their families and marketing their agricultural products in the Syrian markets in the context of a systematic policy aimed at severing their bonds with their homeland. The Israeli authorities continue their attempts to perpetuate their occupation of the Syrian Golan by continuing to build and expand the settlements and plans to increase the number of settlers to 100,000 over the coming ten years.“
Die Besatzungsmacht halte auch die [den Genfer Konventionen widersprechende] Entscheidung aufrecht, den Bewohnern Kommunalwahlen [als israelische Bürger] aufzuzwingen, welche von letzteren kategorisch als Versuch abgelehnt werde [s. dazu die wiederholten Demonstrationen!], so die israelische Besetzung zu legalisieren, was eine eklatante Verletzung ihrer [völkerrechtsgemäßen] Zugehörigkeit zum syrischen Mutterland darstelle.
Dann erinnerte der UN-Gesandte den Rat an seine Verantwortung: „Syria stresses on the role of the Council and its responsibilities in ensuring Israel’s commitment to protecting Syrian and Palestinian civilians, and punishing those responsible for ongoing violations for five decades of despicable colonial occupation, affirming that the silence of some countries over the arbitrary detention of thousands of Palestinian and Arab detainees in Israeli prisons exposes the hypocrisy and falsity of those bragging about being human rights defenders.”
Schließlich erinnerte Âlâ an Syriens Festhalten an seinem souveränen Recht, den gesamten okkupierten syrischen Golan bis zur Linie vom 4.6.1967 wieder unter syrische Oberhoheit zu stellen und an die Forderung des vollen israelischen Rückzugs aus den besetzten palästinensischen und libanesischen Territorien. Syrien stehe nach wie vor zum legitimen nationalen Recht der palästinensischen Bevölkerung und unterstütze es, wobei am wichtigsten das Recht auf einen eigenen unabhängigen Staat mit al-Quds als Hauptstadt sei wie das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge in Umsetzung der Resolution Nr.194.(https://www.sana.sy/en/?p=147544, https://www.sana.sy/?p=819291) – Vgl. zu den wegen fehlender Kapazitäten unübersetzt gebliebenen Stellen die Darlegung von Acting Chargé d’affaires Munḏir Munḏir vom 24.7.2018 in Teil VI wie die früheren Beiträge zur Lage auf dem Golan.

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 24.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=147546 und https://www.sana.sy/?p=819335 (In den felsigen Klüften im Umfeld der Tulûl aṣ-Ṣafâ in der Tiefe der der Bâdiyya der Provinz as-Suwaidâ´ sicherte die Armee weitere Gebiete nach harten für die dort noch verschanzten IS-Terroristen recht verlustreichen Gefechten. Der Einkreisungsring zog sich damit weiter zu.)

2. Syrian Media Festival , Photo: SANA

Beim 2. Syrian Media Festival im Dar al-Assad for Culture and Arts von Damaskus stellten sich am 24.9.2018 auch Information Minister ʽImâd Sâra, Präsidentenberaterin Dr. Buṯaina Šaʽbân und Vizeaußenminister  Dr. Faiṣal al-Miqdâd der Presse. Dabei hob Minister Sâra die wichtige Rolle der syrischen Medien bei der Begleitung der SAA in deren counterterroristischen Kämpfen hervor wie in der Begegnung der schon konspirativen Falschmeldungen über Syrien in der Krisenzeit. Informiert werden mußte zudem über die terroristischen Einwirkungen, die Zerstörungen der Infrastruktur, der öffentlichen Einrichtungen inklusive Schulen und Krankenhäuser. Trotz all der Gefahren und Schwierigkeiten seien die Journalisten jedoch unermüdlich ihrer Informations- und Dokumentationspflicht nachgekommen wie die SAA bei der Landesverteidigung.
Dr. Šaʽbân griff dies auf und bemerkte, daß diese Bemühungen die (außen)politische Szenerie in positiver Hinsicht verändert hätten, sei es hinsichtlich der Standpunkte oder der Konzepte. Die US-geführte westliche „Bericht“erstattung sein innerhalb des Rahmenwerks des Medienkriegs gegen Syrien erfolgt und „we have to fortify ourselves against it through reading realities,” machte sie deutlich.
Dr. al-Miqdâd stellte hinsichtlich des gegen Syrien inszenierten Kriegs fest, er war „a step of anticipation to make a new reality and assault our causes and history.” Dabei hätten die Diplomaten Ähnliches geleistet wie die Armee. (https://www.sana.sy/en/?p=147558, https://www.sana.sy/?p=819435)

Wie schon in Teil VI ausführlich berichtet, bestätigt eine Meldung von The Daily Telegraph vom 24.9.2018, daß Großbritannien 100 der aus Syrien im Juli in einer Nacht- und Nebelaktion mittels des israelischen Militärs evakuierten  Mitglieder der White Helmets (zur Einordnung s.u. und Teil V) aufnimmt und ihnen Asyl gewährt. (https://www.sana.sy/?p=819651 vom 25.9.2018)

Präsident Putin zur IL-20-Tragödie, Photo: SANA

Nach einem entsprechenden Telefonat des  russischen Präsidenten Putin mit Israels Ministerpräsident Netanjahu vom 24.9.2018 zur Absturzursache der IL-20 vor einer Woche am 17.9.2018 gemäß Abschlußbericht des Verteidigungsministeriums in Moskau teilte Kreml-Sprecher Peskow der Presse gegenüber laut Russia Today mit,  „the information submitted by Israeli mili­tary aviation about the Israeli air force operations over Syria contradicts with the conclusions of the Russian Defense Ministry.” Demnach erklärte Präsident Putin die israelischen Piloten als voll verantwortlich für die Tragödie infolge ihres unverantwortlichen und feindseligen Handelns [dazu s.u.], das schließlich den Verlust der Maschine  verursacht und 15 russischen Militärs das Leben gekostet habe.  (https://www.sana.sy/en/?p=147550)
Auf die von Israels Ministerpräsident Netanjahu geäußerten Bedenken über die Lieferung des russischen Luftabwehrsystems S-300 an Syrien hatte Präsident Putin gemäß Pressemitteilung von Kremlsprecher Peskow im Telefonat negativ reagiert. Peskows Entgegnung lautete: „I’ll say once again that these supplies are not aimed against any third countries and they will be carried out only in the interests of ensuring security of our military.“ (Ich sage es noch einmal, diese Lieferung ist nicht gegen Drittstaaten gerichtet und wird ausschließlich im Interesse der Gewährleistung der Sicherheit unseres Militärs ausgeführt).  Zudem verwies er in israelischen Medien kursierende Meldungen über Gespräche zwischen Putin und Netanjahu über die Lieferung der S.300 vor dem Il-20-Absturz ins Reich der Erfindungen, indem er versicherte: „No, this is not so.“ (https://www.sana.sy/?p=819707, http://tass.com/politics/1022984 jeweils vom 25.9.2018; s.a. http://tass.com/politics/1022909 und http://tass.com/politics/1022859 vom 24.9.2018)

Russisches Luftabwehrsystem S-300, Photo: SANA

Verteidigungsminister Schoigu bestätigte später am 24.9.2018, die Lieferung des Raketensystems S-300 finde innerhalb von zwei Wochen statt. (https://www.sana.sy/?p=819117)
Die Entscheidung kommentierte Juri Schwytkin, Vize-Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der russischen Duma, dahingehend, Rußland müsse dafür sorgen, daß ausländische Militärflugzeuge nicht ungestraft mit voller Absicht die Grenzen Syriens ignorieren. Sie müßten sich gewahr sein, daß sie dann mit einem Abschuß zu rechnen hätten. Schließlich könnten diese auch zur Bedrohung von russischen Einrichtungen in Syrien werden [wie z.B. beim IL-20-Abschuß vom 17.9.2018 gesehen]. Offenbar im Zusammenhang mit westlichen Drohungen eines erneuten Militärschlags (s.u.) setzte der Abgeordnete hinzu: „Dies wird eine abschreckende Wirkung auf kriminelle Aktivitäten von Ländern haben, die Angriffe auf Syrien planten oder planen.“ (https://www.sana.sy/?p=819237)

Während eines Telefonats zwischen den Präsidenten Rußlands und Syriens vom 24.9.2018 wiederholte Dr. al-Assad seine Beileidsbekundung für das IL-20-Unglück und Putin die volle Verantwortlichkeit des israelischen Militärs für den Vorfall (vgl.u.). Daher werde Rußland Syrien helfen, seine Luftabwehr durch Lieferung und Installierung des fortschrittlicheren S-300-Systems zu modernisieren.
Daneben wurden Maßnahmen  zur Umsetzung des kürzlich zu Idlib erfolgten Abkommens (s.u.) diskutiert. (https://www.sana.sy/?p=819175) – Die S-300-Lieferung wurde lange hinausgeschoben aufgrund israelischer Interventionen, auf die die russische Regierung zur Erlangung von Abkommen – z.B. zur Erhöhung der Luftsicherheit über Syrien seit Oktober 2015 – Rücksicht genommen hatte. Vgl. dazu die Einträge  in Teil VI, früheren Teilen sowie bei den Präsidenten-Interviews!

Aleppo, Bauhütte zur Sanierung der von den Terroristen teisl schwer beschädigten Umayyadenmoschee von Aleppo, Photo: SANA

Dr. Ṣaḫir ʽUlabî, der Direktor des Restaurierungsprojektes der von den Terroristen teils schwer beschädigten Umayyadenmoschee  in Aleppo begleitete ein SANA-Kamerateam durch das weitläufige Areal und erklärte dabei die verschiedenen Stadien und Ansatzpunkte der fachlich akkuraten Wiederaufbauund Sanierungsarbeiten. Die Altstadt von Aleppo mit der Moschee ist seit 1986 auf der World Heritage List verzeichnet. (https://www.sana.sy/en/?p=147509, https://www.sana.sy/?p=818797, Video: https://www.sana.sy/?p=819303)

Mit den Mitarbeiterm des Imperial Palace in Peking unterzeichnete ein Vertreter des Directorate-General for Antiquities and Museums (DGAM) am 24.9.2018 ein memo of understanding (MoU)  während des alljährlich staatfindenden Festival of Taihe for Heritage. Ziel ist die Förderung der beiderseitigen kulturellen Beziehungen mit Unterstützung auf den Gebieten des Schutzes, der Dokumentation, Unterhaltung und Restaurierung von Stätten und Artefakten kulturellen Erbes. (https://www.sana.sy/en/?p=147521, https://www.sana.sy/?p=819041)

Golan-Büger-Proteste, Photo: SANA

Die Bevölkerung der – völkerrechtswidrig (dazu s. Teil VI und frühere Teile) – israelisch-besetzt gehaltenen Golanhöhen demonstrierte am 24.9.2018 erneut und richtete dabei Aufrufe an die internationalen Organisationen und Justiz-Institutionen. Sie sollten Druck auf die israelische Besatzungsmacht ausüben, damit sie von ihrer Seite endlich – wie zugesagt (vgl.u.) den einzigen Grenzübergang in al-Qunaiṭra öffne, damit die Bewohner nach den jahrelangen terroristischen Kriegsaktionen wieder ihre Familien jenseits der Demarkationslinie sehen, dort zur Arbeit gehen wie die Kinder in die Schule schicken  und aus den Dörfern Mağdal Šams, Baqʽâṯâ und Masʽada wie früher ihre Agrarprodukte zu den Märkten in der Heimat bringen könnten.  Auch müßten die – zuvor mit Sicherheitskonvoi von syrischer Seite nach Jahren wieder zurückeskortierten – United Nations Disengagement Ob­ser­ver Force (UNDOF, s.u.) ihre Arbeit in der 1967 eingerichteten Truppenentflechtungszone wieder voll aufnehmen.Dies würde die Verbindung zur Heimat stärken und die Bevölkerung des Golan vor den durch die israelische Besatzungsmacht auferlegten Restriktionen bewahren und deren Zwangsmaßnahmen entgegensteuern helfen. (https://www.sana.sy/en/?p=147504, https://www.sana.sy/?p=818841)

Im vor wenigen Monaten von der Terroristenherrschaft befreiten, mit massivem Arbeitseinsatz im Wiederaufbau begriffenen Dûmâ in Ost-al-Ġûṭa können nach Jahren die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen endlich wieder (die normalen) wiederhergerichteten Schulen besuchen. Für sie waren Regierungsprogramme umgesetzt worden, damit sie in den vergangenen Monaten  die jeweiligen Lernverluste soweit aufholen konnten (s. Teil VI), um den regulären Klassen zugewiesen zu werden. (https://www.sana.sy/?p=819069 vom 24.9.2018)

Israelischer Luftangriff, Photo: SANA

Nach dem IL-20-Abschuß und den Darlegungen seitens des Verteidigungsministeriums zu den näheren Umständen (s.u.) wurden sowohl im Föderationsrat als auch in der Staatsduma in Moskau entschlossene Schritte gegenüber Israel gefordert.
Laut einer russischen Parlamentszeitung bezeichnete der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Föderationsrats, Viktor Bondarew, die jüngsten israelischen Luftangriffe als äußerst unverantwortlich und schamlos. Die Angriffe der israelischen Kampfjets gehörten zu ei­nem zwischen den USA und deren Verbündeten geschmiedeten Nahost-Plan mit dem Ziel, Diffe­renzen zwischen Rußland und Syrien zu schaffen. Doch diese Intrige habe man in Moskau durchschaut.
Alexei Puschkow als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, resümierte, Israel wolle freie Hand in Syrien, übernehme aber keinerlei Verantwortung für seine Akti­o­nen und Entscheidungen. Das habe früher oder später zu einem Kon­flikt führen müssen.

Der Vize-Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der russischen Duma, Juri Schwytkin, erklärte in Übereinstimmung mit diesen Ausführungen, die – von Präsident Putin schon angekündigte – Reaktion Rußlands könnte z.B. mittels Sanktionen im Bereich des Militärs bzw. der technisch-militärischen Zusammenarbeit bzw. in mangelnder Unterstützung bei UN-Abstimmungen erfolgen. (S. Russische Verantwortliche fordern entschlossene Begegnung mit Israel)

Ausführung zum IL-20-Absturz im russischen Verteidigungsministerium, Quelle: Verteidigungsministerium Moskau

In einer Pressekonferenz am So., 23.9.2018, stellte Verteidigungsministeriumssprecher Generalmajor Igor Konaschenkow nochmals klar heraus, daß Israel – d.h. die Luftwaffe wie die Entscheidungsträger – für den Absturz der IL-20 vom 17.9.2018 (s.u.) voll verantwortlich sei. Inzwischen hatte eine israelische militärische Delegation in Moskau vorgesprochen und weitere Fakten waren ausgewertet worden. Daraufhin machte der Generalmajor deutlich, die israelischen Kampfjets hätten die russische Iljuschin als Schild gegen die syrische Luftabwehr benutzt, die erstere als feindliche Bedrohung registriert hatte. Dieses israelische  Manöver gegenüber der im Landeanflug befindlichen IL-20 sei vom Flugabwehrsystem als weiterer Angriff erkannt worden, womit zu rechnen war. Demnach bezeuge das Verhalten der israelischen Piloten entweder grundsätzlich Unprofessionalität oder eine kriminelle Nichtachtung [dieses Vorgangs].
Die Handlungsweise sei insbesondere deshalb unverständlich, da es doch einen Kommunikationskanal zwischen Moskau und Tel Aviv bezüglich der Vorgänge in Syrien gebe. Dazu bemerkte der General „This is an extremely ungrateful response to all that Russia has done for Israel and the Israeli people recently.“ Er setzte hinzu: „The Israeli military command either does not value the current level of relations with Russia or does not control certain military units.“ Dennoch habe man bei israelischen Luftangriffen auf syrisches Terrain [vgl.u. sowie ], das auch russische Basen in Gefahr brachte, nicht mit der russischen Luftabwehr reagiert, indem Konaschenkow äußerte: [Russia] „ never used the Russian air defenses deployed to Syria though Israeli air raids sometimes posed a potential threat to Russian military personnel.“
Schließlich konstatierte der Sprecher: „Thus, the Israeli jets created a direct threat to any passenger or transport aircraft that could have been there at that time and could have become victims of the adventurism of the Israeli military.” (Damit schufen die israelischen Jets eine direkte Bedrohung für jeglichen Passagier bzw. [jede] Transportmaschine,  die zu der Zeit dort wären und damit zu Opfern dieses Abenteurertums des israelischen Militärs würden.) Der Vorfall erfolgte nämlich in einem Luftraumkorridor, den auch die zivile Luftfahrt nutzt. Weitere eingehendere Infromationen zum unmittelbaren Hergang bietet TASS. (https://www.sana.sy/en/?p=147487, https://www.sana.sy/?p=818569; s.a. http://tass.com/politics/1022770)- Da nach Darstellung durch den Verteidigungsministeriumssprecher Generalmajor Igor Konaschenkow durch die Angriffe der israelischen Kampfjets genauso die zivile Luftfahrt hätte betroffen sein können, wäre es kaum auszudenken, was im Fall einer getroffenen Passagiermaschine erst passiert wäre. Dann hätte es im Jargon der Mainstream-Medien anstatt „Assad schießt russische Maschine ab“ vermutlich geheißen: „Assad schießt Passagierflugzeug“ ab und es hätte womöglich nicht einmal mehr eines false flag-Giftgasanschlags im Raum Idlib gebraucht für die Einleitung eines westlichen Militärschlags.

Sechs Zylinder mit Sarin- und Chloringas wurden von Ğabhatu_n-Nuṣra-Terroristen an die IS- und Anṣâr at-Tauḥîd-Terrororganisationen übergeben, meldete Sputnik News am 22.9.2018 nach eingehenden Informationen von Quellen, die den Kommandeuren der Terrorgruppen im Raum Idlib nahestünden. Das Giftgas solle im Terrain unter Kontrolle von Ğabhatu_n-Nuṣra eingesetzt werden,  um in der Folge davon die SAA einer Giftgasattacke zu beschuldigen. Drei weitere Zylinder seien unter nicht identifizierten Umständen im NO-Rîf von Idlib mit unbekanntem Ziel verschwunden, nachdem die sie transportierenden White Hel­mets-Terroristen getötet worden seien.  (https://www.sana.sy/?p=818391, https://www.sana.sy/en/?p=147448)

Krak des Chevaliers, Photo: SANA

Im Krak des Che­va­liers, der auf einer Anhöhe die Landschaft des Rîf von Ḥomṣ überblickenden Kreuzritterburg (arab.: Qalʽat al-Ḥusn), hat die gemeinsame syrisch-ungarische archäologische Gruppe ihre Arbeit am 22.9.2018 aufgenommen. Diese besteht seit dem Jahr 2000 und unterbrach ihre Arbeit auch nicht während der Kriegswirren, so schwierig die Bedingungen auch waren, wie DGAM-Generaldirektor. Dr. Maḥmûd al-Ḥamûd unterstrich (vgl. Teil II). Am Krak des Che­va­liers und der in der Nachbarprovinz Ṭarṭūs gelegenen Kreuzritterburg Qalʿat al-Marqab wurden bereits bemerkenswerte Wiederinstandsetzungsarbeiten und wissenschaftliche Ausgrabungen geleistet. Nun soll für Besucher eine Galerie oder Empfangshalle eingerichtet werden, in der die Interessierten mehr über die Burg und die Restaurierunsgarbeiten erfahren können.  (https://www.sana.sy/?p=818387, https://www.sana.sy/en/?p=147456)

Durch sein Außenamt verurteilt die Regierung in Damaskus vehement den Terroranschlag vom 22.9.2018 auf eine Militärparade in der Stadt  Ahwâz im Zentrum der Provinz Khusistan im SW des Iran, bei der nach neuesten Zahlen 29 Personen, darunter teils hohe Militärs und Journalisten, getötet und 57 verletzt wurden. Wegen der schweren Verletzung könnte die Todesopferzahl noch ansteigen. Die Schüsse erfolgten aus einem Park hinter der Tribüne. Im weiteren versicherte man die Angehörigen der Opfer des Mitgefühls und tiefempfundenen Beileids wie der Solidarität, verbunden mit besten Genesungswünschen.(https://www.sana.sy/?p=818268; https://www.sana.sy/en/?p=147443 zum Terrorakt s. www.sana.sy/en/?p=147424, https://www.sana.sy/?p=818122)
Zudem schickte Präsident Dr. al-Assad ein persönliches Kondolenz-Telegramm – auch im Namen der syrischen Bevölkerung –  an Präsident Rûḥânî des Inhalts: „We received, with utmost sorrow, the news of the terrorist attack against the military parade in Ahvaz city south of Iran. Hence, I extend to you and the friendly people of Iran, on the behalf of the people of the Syrian Arab Republic and on my own behalf, deepest condolences for the innocent victims, and condemn in the strongest terms this coward and criminal terrorist act. … The Islamic Republic of Iran has stood against terrorism in Syria and denounced terrorism at the international arena, all the way being honest in its principled and determined stance against takfri and criminal terrorism. … I would like to affirm once more to you and to the friendly Iranian people that we are with you with all the power we have against these terrorist acts, and we hope that backers, financers and proponents of terrorism will understand that this danger threatens mankind as a whole, urging them to reconsider their positions in backing terrorism in various parts of the world.” (https://www.sana.sy/en/?p=147451)

Hubschrauber des US-geführten Koalition, Photo: SANA

Nach übereinstimmenden Aussagen von Anwohnern und Medien haben Hubschrauber der US-geführten Koalition – wieder einmal (zu früheren Fällen s. Teil VI und frühere Teile sowie Irak) – eine Luftlandeoperation durchgeführt. Am Rande des Dorfes al-Marâšada im SO-Rîf von Dair az-Zaur, einer verbliebenen IS-Enklave, wurden dabei einige IS-Verantwortliche an Bord genommen und an einen unbekannten Ort transferiert. (https://www.sana.sy/?p=818235, https://www.sana.sy/en/?p=147438 vom 22.9.2018) – Gemäß den früheren gleichartigen Operationen handelte es sich um Rettungsaktionen von IS-Führungskräften  aus Gegenden, in denen eine IS-Niederlage zu befürchten war.

Am 21.9.2018, dem Internationalen Tag des Friedens, fanden in den meisten Provinzhauptstädten des Landes Marathon-Läufe bzw. Rad-Touren statt mit Endveranstaltung in Damaskus. Damit sollte auf jene aufmerksam gemacht werden, welche sich für die Beendigung von Konflikten und den Frieden einsetzten. (https://www.sana.sy/en/?p=147371, https://www.sana.sy/?p=817732, https://www.sana.sy/?p=817915) – In Aleppo und Ḥomṣ fanden zudem  Pflanz– und Wiederaufforstungsaktionen durch jugendliche Freiwillige statt.         (https://www.sana.sy/?p=817830)

SAA im Flachland der B1adiyya von as-Suwaidâ´, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 21.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=147378  und https://www.sana.sy/?p=817863 (Die Einkreisung der in den Höhlen, Klüften und Gängen der basaltischen Tulûl aṣ-Ṣafâ verschanzten IS-Reste tief in der Bâdiyya (Geröllwüste) der Provinz as-Suwaidâ´ kommt nach für den Feind verlustreichen weiteren Gefechten voran, wobei das Gelände es den Terroristen leicht macht, Verstecke und Deckung zu finden. Dennoch wurden Durchbruchsversuche und Attacken auf  SAA-Stellungen jeweils erfolgreich abgewehrt. Artillerie und SAAF zielen weiterhin auf Extremistenbewegungen.)

Bei der gemeinsam mit seinem bosnischen Amtskollegen Igor Crnadak abgehaltenen Pressekonferenz vom 21.9.2018 in Moskau bestätigte Außenminister Lawrow zur kürzlich in Sotschi verkündeten  Vereinbarung (vgl.u.), diese sei nicht endgültig, sondern eher ein „intermediate step“ bei der Beilegung der Syrien-Krise und ziele vor allem auf die Beseitigung des Terrorismus in Syrien ab. Damit sollten Attacken aus der de-militarisierten Zone der Idlib-Provinz auf Basen der  SAA wie des russischen Militärs verhindert werden. „Al-Nusra Front terrorists should leave this demilitarized zone by mid-October; all heavy weaponry should be withdrawn from there,” machte er nochmals deutlich.
Daß die USA das Ost-Ufer des Euphrats kontrollierten, bedrohe die syrische territoriale Integrität massiv. Daher wiederholte er den Aufruf an die US-Administration, ihre widerrechtlichen Aktionen dort zu beenden. (https://www.sana.sy/en/?p=147375, https://www.sana.sy/?p=817819)

9/11-Anschlag, Photo: epochtimes

Im russischen Außenministerium kritisierte man am 21.9.2018 erneut die double standards-Politik (Politik der Doppelmoral) der USA im Umgang mit Terroristen insbesondere in Syrien. Die US-Administration habe maximale Anstrengungen unternommen, Militäroperationen gegen die in Syrien aktiven Terroristen – zuletzt in Idlib – zu verhindern (vgl.u., Teil VI und die Teile davor) und leiste ihnen politische Deckung, während andererseits der Attentate dieser Terroristen vom 11.9.2001 mit 3.000 getöteten Amerikanern beständig gedacht werde und daraufhin der „war on terror“ ausgerufen worden sei. Diese tatsächliche Tolerierung der terroristischen Bedrohung insbesondere von al-Qâʽida, dem IS und den damit affiliierten Terrorgruppen [z.B. Ğabhatu_n-Nuṣra!] behindere den Kampf [z.B. der SAA] gegen die terroristische Bedrohung. Schließlich wurde konstatiert: „Many of the dangers of terrorism could have been addressed sooner if the United States had not tolerated extremists of all kinds, despite numerous warnings from the Russian side.” (https://www.sana.sy/en/?p=147342, https://www.sana.sy/?p=817678)

Terroranschlag vom 21.9.2018:
Terroristen vom westlichen Ortsrand der Provinzhauptstadt Aleppo feuerten Raketen auf den aleppiner Stadtteil al-Ḥamdâniyya, was Sachschäden verursachte. (https://www.sana.sy/en/?p=147405, https://www.sana.sy/?p=817957)

Gasförderanlage Qâra 4 in Betrieb gebracht, Photo: SANA

Im Rîf Dimašq konnte laut Mitteilung aus dem Ministerium für Öl und mineralische Ressourcen vom 20.9.2018 nach einer Fertigstellungsrekordzeit von 150 Tagen die Ölquelle Qâra 4 in Betrieb genommen werden. Ab dem 13.9.2018 können damit aus einer Tiefe von 3412m 120.000 m3 Gas pro Tag gefördert werden und dazu 100 Barrel an Kondensat. Planung und Ausführung lagen in syrischen Händen. (https://www.sana.sy/en/?p=147335, https://www.sana.sy/?p=817513)

Anatoli Sidorow, Stabsleiter der OVKS (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit), informierte am 20.9.2018 via Interfax darüber, daß im laufenden Jahr bereits 2.500 IS-Mitglieder von Syrien in die afghanisch-pakistanische Region geflohen seien. Die größte Gefahr bestehe darin, daß Afghanistan zur Basis werde, um den Einfluß derTerrororganisation und deren Aktionen in Zentral- und Südasien auszuweiten. Das bedeute eine große Bedrohung für die Länder der Region. (https://www.sana.sy/?p=817398)

Laut Interfax-Meldung vom 20.9.2018 unternimmt Rußland bis zum 26. September eine große Marinemilitärübung im östlichen Mittelmeer [v.a. vor der syrischen Küste] einschließlich Raketentests. Dafür wurde eine Sperrzone für den Luft- und Seeverkehr eingerichtet. (https://www.sana.sy/?p=817289) – Ein Zusammenhang mit dem IL-20-Absturz drängt sich auf.

Generalmajor Igor Konaschenkow vom Verteidigungsministerium Moskau, Photo: SANA

Verteidigungsministeriumssprecher Generalmajor Igor Konaschenkow wies am 20.9.2018 auch die neue Version der israelischen Armee als Grund für den IL-20-Absturz als unrealistisch zurück, wonach angeblich die syrische Luftabwehr nicht über ein Freund-Feinderkennungssystem verfügt habe. (https://www.sana.sy/?p=817342, s.a. Moskau dementiert Behauptung Tel Avivs über Absturzursache russischer Maschine)

Während der wöchentlichen Pressekonferenz des Außenministeriums in Moskau am 20.9.2018 warnte dessen Sprecherin Sacharowa davor, die fortgesetzte Bedrohung nicht zu unterschätzen, welche nach wie vor durch die Inszenierung eines Giftgasanschlags (vgl.u.) in der Provinz Idlib bestehe mit dem Ziel, die SAA und damit die Regierung in Damaskus der C-Waffenattacke gegen Bürger zu bezichtigen als Vorwand für einen weiteren westlichen Militärschlag gegen Syrien zu liefern. Die Vorbereitungen unter Einbeziehung der White Helmets seien abgeschlossen (vgl.u.). Ein Losschlagen sei jederzeit möglich. Die UN-gelistete Terrororganisation Ğabhatu_n-Nuṣra versorge zu diesem Zweck (affiliierte) Terrorgruppen mit C-Waffen einschließlich Saringas.
Auf die Frage nach dem Absturz der IL-20 (s.u.) bemerkte sie, diesen hätten die – zu jener Zeit einen Angriff auf syrisches Territorium fliegenden – israelischen Piloten verursacht – indem sie hinter der russischen IL-20 Deckung vor der syrischen Luftabwehr gesucht hatten – und sich damit “unprofessionally, to say the least” verhalten.  Rußland bestehe auf einer genauen Untersuchung und Erklärungen seitens Israels. Weitere Informationen stünden bald zur Verfügung.
Hinsichtlich der US-Aktionen kommentierte sie, diese hätten im Nahen Osten zu globalen Katastrophen geführt (https://www.sana.sy/en/?p=147329, https://www.sana.sy/?p=817378) – Bezüglich letzteren Punkts kritisierte US-Präsident Trump im Gespräch mit dem „Hill TV“ am Do., 20.9.2018: Feldzug in der Nahostregion war der größte Fehler in der US-Geschichte.

Il-20-Absturz, Abbildung: southfront.org

Wie von Präsident Putin unmittelbar nach Absturz der IL-20 während eines israelischen Angriffes auf Syrien angekündigt (s.u.), gab der Vize-Ministerpräsident der Russischen Föderation für den Bereich Militärisch-industrieller Komplex, am 20.9.2018 bekannt, auf den Basen Ḥumaimîm und Ṭarṭûs würden zusätzlich hochentwickelte elektronische Überwachungssysteme installiert werden. Die Umsetzung sei bereits in vollem Gange. (https://www.sana.sy/?p=817145, s.a. http://tass.com/defense/1022394)

Wie schon am Vortag schickte das SARC-Departments der Provinz Darʽâ laut seinem Chef Dr. Aḥmad al-Masâlima auch am 20.9.2018 einen Konvoi aus 17 LKW mit Nahrungsmitteln, beladen mit je 3.500 Lebensmittelkörben und Mehlsäcken vom World Food Program, an bedürftige Familien in die östlich gelegenen Städte Ṣaidâ und an-Nuʽaima. (https://www.sana.sy/en/?p=147314, https://www.sana.sy/?p=817336) – Zwei Tonnen an Nahrungsmitteln ließ zudem die russische Armee an Bewohner von Aleppo verteilen. (http://tass.com/society/1022406)

Ein Feld-Hospital der Terroristen (an-Nuʽaima), Photo: SANA

Beim weiteren Durchkämmen des Süd-Rîf der erst kürzlich völlig befreiten Provinz al-Qunaiṭra (s.u.) entdeckten die Kampfmittelräumdienste erneut ein mit modernsten Einrichtungen komplett ausgestattetes Feldhospital der Terroristen mit großen Mengen an Medikamen­ten aus US-, französischer und israelischer Herkunft im Ort Barîqa im Süden. (https://www.sana.sy/?p=816910)

Zum wiederholten Male gingen die Bewohner von al-Qâmišlî am 20.9.2018 auf die Straßen, um gegen den Umgang  der al-Asâyiš-Miliz  (vgl.u.) mit der Bevölkerung zu protestieren, die unter deren Besatzung stehe. (https://www.sana.sy/?p=817149)

Karikatur zur Haltung der UN gegenüber dem israelischen Atomwaffenarsenal, Quelle: s.o. in der Abb.!

Der ständige Gesandte bei den UN in Wien, Bassâm Ṣabâġ, sprach am 19.9.2018 auf der 62. Konferenz der International Atomic Energy Agency (IAEA). Dabei hob er hervor: „Syria was one of the first countries which joined the NPT treaty, it was and still committed to the noble meanings and goals of this treaty represented by making use of the nuclear energy for peaceful purposes.”  (Syrien war unter den ersten Ländern, welche dem Atomwaffensperrvertrag (Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons, NPT) beitraten. Es war und ist immer noch dem edlen Bedeutungsgehalt wie den Zielen dieses Vertrages verpflichtet. Daher verurteile Syrien auch  vehement die Starrsinn, mit welchem sich Israel weigere, den Beschluß  der Kon­ferenz während seiner 53. Sitzung mit dem Titel „The Israeli nuclear capabilities“ wie die klare Botschaft der Internationalen Gemeinschaft an Israel zur Kenntnis zu nehmen.
Nach Dekaden der strikten Ableugnung habe Israel seine Verantwortlichkeit für die Aggression gegen die Souveränität syrischen Territoriums im Jahr 2007 eingestanden. Das mache es absolut notwendig, zu handeln,  diese Aggression zu verurteilen und Israel zu zwingen, die internationalen Verträge einzuhalten. Die Beharrlichkeit, mit welcher Israel sich dem Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag verweigere, stelle eine massive Gefahr für das hinter dem Vertrag stehende System und  Grund zu tiefer Besorgnis für die anderen Nah-Ost-Staaten dar. (https://www.sana.sy/en/?p=147283, https://www.sana.sy/?p=817178)

In ähnlicher Weise wandte sich am 19.9.2018 die ständige iranische Vertretung bei den UN an dessen Sicherheitsrat wie den Generalsekretär. Demnach stelle das israelische Atomwaffenarsenal insbesondere angesichts der israelischen Aggressionsgeschichte gegenüber seinen (näheren und ferneren) Nachbarn eine Bedrohung auch des Friedens und der Sicherheit der Internationalen Gemeinschaft dar. Daher ergehe an die Adressaten der Aufruf, Israel zu zwingen, sich an die entsprechenden internationalen Resolutionen wie die UN-Charta zu halten und die Entwicklung seines Nukle­arprogramm unter die Kontrolle der IAEA zu stellen. (https://www.sana.sy/?p=817315)

Symposion über Kriegspropaganda, Photo: SANA

Präsidentenberaterin Dr. Buṯaina Šaʽbân sprach am 19.9.2018 auf dem vom Kultusministerium in der al-Assad-Nationalbibliothek veranstalteten  Symposion mit dem Titel „Kriegspropaganda“ (Wars’ Propaganda). Wie man schon im Vietnamkrieg habe beobachten  können, sei sich die US-Administration der großen Bedeutung der Rolle der Medien bei Militäroperationen voll bewußt. Dabei würden das gesamte Medienarsenal mobilisiert, um ihre militärischen Pläne im gewünschten Licht darzustellen.
Seit den ersten Tagen des gegen Syrien geführten [terroristischen] Kriegs hätten westliche Regierungen ihre Botschafter und Korrespondenten  ihrer Nachrichtenagenturen abgezogen und ihre Medienbüros im Land geschlossen. Ersetzt worden seien diese bei Meldungen über Syrien durch Personen unter Pseudonymen wie „Augenzeugen“, die keinerlei [journalistische] Berufsethik kannten. Damit habe sich Syrien in einer Art medialen Belagerungszustands [„siege“] befunden. „The aim behind that has been targeting Syria and justifying the war against it,” erklärte sie. Leider hätten sich auch die meisten internationalen Resolutionen [ungeprüft] nur auf solche zweifelhaften Äußerungen gestützt.
Dennoch hätten die nationalen und unabhängige Widerstandsmedien unermüdlich daran gearbeitet, diesen medialen Belagerungszustand zu durchbrechen und der Welt  mitzuteilen, was in der Region wirklich vorgehe. Sie unterstrich damit die Notwendigkeit, sich nicht den verzerrten, von westlichen Medien geförderten Darstellungen zu ergeben, sondern mit der Verbreitung von Fakten dagegenzuhalten.
Ein Teilnehmer der Veranstaltung war auch der aus Australien stammende Verfasser des Buches „Dirty War on Syria”, Tim Anderson. Auch er vertrat die Ansicht, Medienpropaganda sei ein wichtiger Bestandteil der Kriegsführung. In der Region seien sieben Staat zu deren Zielscheibe geworden, darunter Syrien. Es gehe dabei um ein neues hegemoniales Projekt, das seine Ziele wie die Kolonialstaaten zuvor verfolge, nur mit anderen Mitteln. Diese Art kolonialer Medien arbeite daran, den Krieg als einen natürlichen status quo in der Welt der Politik hinzustellen und der Intervention einen anderen Charakter zu verpassen unter dem Vorwand, humanitäre Ziele zu verfolgen. Zugleich würden dabei jene Staaten bekämpft, die sich diesem kolonialen Projekt entgegenstellten und ihre Souveränität zu bewahren suchten. (https://www.sana.sy/en/?p=147296, https://www.sana.sy/?p=817228)

Ein SARC-Konvoi aus 15 LKW beladen mit je 2.050 Lebensmittelkörben und Mehlsäcken des World Food Program fuhr am 19.9.2018  laut Dr. Aḥmad al-Masâlima, dem Chef  des SARC-Departments der Provinz Darʽâ, in den SO zu bedürftigen Familien in den Landstädten al-Matâʽiyya, Samağ, Nadâ, as-Samâqiyât, Ṭîsiyâ, Ṣamâd, Mazraʽat al-ʽAmmân und Abû Kâtûla. (https://www.sana.sy/en/?p=147279, https://www.sana.sy/?p=817039)

Stimmauszählung zu den Kommunalwahlen Photo: SANA

In einer Erklärung vom 19.9.2018 gab Richter Sulaimân al-Qâ´id, der Vorsitzende des Obersten Justizausschusses, welcher die Kommunalwahlen vom 16.9.2018 überwacht, bekannt, daß die Stimmenauszählung beendet sei.  Die in die Provinzräte und die Stadträte der Provinzhauptstädte Gewählten  würden durch Dekret bezeichnet, die sonstigen Stadt- und Gemeinderäte auf lokaler Ebene durch den Minister für lokale Verwaltung und Umwelt mitgeteilt. Die Veröffentlichung geschehe  im Amtsblatt.  Eventuelle Streitsachen seien innerhalb von fünf Tagen ab dem Datum der Veröffentlichung vor das zuständige Ver­waltungsgericht zu bringen, dessen Entscheid zum Fall innerhalb von 15 Tagen ab Eingang zu erfolgen habe. (https://www.sana.sy/?p=816873)

Eine Beileidsbekundung an Rußland erfolgte auch aus dem Libanon. Im Schreiben des Außenministeriums vom 19.9.2018 hieß es: das Amt „expresses deepest condolences to the people and government of Russia over the death of 15 Russian military personnel in Syria“ und „condemns Israel’s airstrike on Syria, which claimed the lives of Russians fighting against terrorism.“ Damit wurde der auslösende israelische Luftangriff verurteilt. (http://tass.com/world/1022312)

Begrüßung von Präsident Dr. al-Assad durch Präsident Putin in Sotschi, Herbst 2017, Photo: SANA

In einem Telegramm an den russischen Staatschef Putin sprach Präsident Dr. al-Assad am 19.9.2018 sein tiefempfundenes Beileid anläßlich des Absturzes der IL-20 am 17.9.2018 (s.u.) aus. Diese begann mit den Worten: „On behalf of the Syrian people and by my name, we express our deep condolence over the fall of the Russian jet on the Mediterranean, causing the martyrdom of the Russian heroes who were doing their noble duties along with their colleagues of the Russian military forces in the fight against terrorism in Syria.” (Im Namen des der syrischen Bevölkerung wie in meinem eigenen drücken wir unser tiefempfundenes Beileid über den Absturz des russischen Flugzeugs über dem Mittelmeer aus, welches zu [Märtyrer-]Tod der russischen Helden führte, die ihre noble Pflicht gemeinsam mit ihren Kollegen der russischen Streitkräfte im Kampf gegen den Terrorismus in Syrien ausübten.) Er fuhr fort: „the regrettable incident was a result of the Israeli usual rampage which always uses the dirtiest means to achieve its low purposes and carry out its aggression in our region.“
(Der bedauerliche Unfall war das Resultat der üblichen israelischen Raserei, welche stets die schmutzigsten Mittel benutzt, um seien niedrigen Ziele zu erreichen und seine Aggression in unserer Region ausübt). Schließlich bemerkte er: „We are con­fident that such painful acts would not affect you and us to continue fighting terrorism.” (Wir sind überzeugt, daß solch tragische Ereignisse weder Sie noch uns davon abhalten, den Kampf gegen den Terrorismus fortzuführen.)
(https://www.sana.sy/en/?p=147291, https://www.sana.sy/?p=817229, http://tass.com/world/1022404)

Anläßlich des Abschusses der russischen IL-20 (s.u.), welche laut früherer Meldung syrisches Gebiet angreifende israelische Kampfjets zu verantworten hatten, versicherte Präsident Putin am 18.9.2018 während der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ungarischen Premierminister Viktor Orban, es würden Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der russischen Truppen in Syrien zu erhöhen. Außerdem stelle er die Notwendigkeit einer eingehenden Untersuchung des Vorfalls heraus und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. (https://www.sana.sy/?p=816729) Im Telefonat mit Israels Ministerpräsident Netanjahu kritisierte Putin laut Rûsiyâ al-Yaum die Israels wiederholte israelischen Angriffe auf Syrien als Souveränitätsverletzung dieses Landes  und ‚forderte, daß Netanyahu keine weiteren Fälle wie den der zum Absturz der Il-20 führte, zulassen dürfe. (https://www.sana.sy/?p=816804)

Zur Hammurabi-Stele, Quelle: amiepoole.weebly.com

Im Gegensatz zum Sachverhalt (s.u.) brachten die Mainstream-Medien eine dahingehend verkürzte und damit verfälschte Darstellung, daß „Assads“ Truppen die russische Iljuschin-Maschine abgeschossen hätten, so als sei dies gezielt und absichtlich geschehen. Laut southfront.com gehen diese neuesten fake news mit dem Ziel der Spannungserzeugung zwischen den beiden Alliierten im Counterterrorismus, Syrien und Rußland, auf eine entsprechende Meldung des außerhalb Syriens beheimateten Blogs Hammurabi’s Justice News zurück. Diese wurde dann ohne Überprüfung von verschiedenen westlichen und arabischen Medien, Journalisten und „Experten“ verbreitet und tauchte sogar in Rußland auf.
Dieser Blog hatte in Umlauf gebracht, die russische Militärpolizei habe alle Mitarbeiter der 44. Brigade der syrischen Luftabwehr an der Küste von al-Lâḏaqiyya gefangengenommen und auf der [Rußland zur Nutzung zur Verfügung gestellten!] Basis in Ḥumaimîm inhaftiert, da jene für den Abschuß der IL-20 verantwortlich gemacht worden seien.
Solche Märchen sind aus verschiedenen Gründen als völlig aus der Luft gegriffen auszumachen. Zum einen, weil die Verantwortung nicht auf syrischer Seite lag sondern auf israelischer, was die russische Seite von Anfang an ohne Einschränkungen klargestellt hat. Zudem hat die russische Militärpolizei keinerlei Zuständigkeit über Armee-Mitglieder des Gastlandes Syrien. Besonders prekär ist jedoch die Tatsache, daß es überhaupt keine 44. Brigade bei der syrischen Luftabwehr gibt, wie die SAAF bestätigte.
Der Hammurabi’s Justice News Blog sei bekannt für seine enge Verbindung zur US-geführten Koalition und FSA-Kommandeuren [Näheres zu dieser tatsächlich terroristischen Gruppe mit Ziel des Regierungssturzes s. ab Teil I] auf der – durch die US-Armee völkerrechtswidrig eingerichteten – at-Tanaf-Basis. (S. Fake News: Russian Military Police Arrested Syrian Air Defense Unit Involved In IL-20 Incident)

Bei der UNSC-Sitzung zur Situation in Syrien vom 18.9.2018 wertete Rußlands UN-Gesandter Wasili Nebensja die am 17.9.2018 in Sotschi getroffene Vereinbarung (s.u.) ebenfalls als Bestätigung dafür, daß die Terrorismusbekämpfung in Syrien fortgeführt werden müsse.
Außerdem hätten die Syrer das Recht, ihre Zukunft selbst bestimmen, wie es auch die UNSC-Resolution Nr.2254 (vgl. Teil IV) bestätige.
Schließlich bezeichnete er es erneut als inakzeptabel, humanitäre Hilfe nur selektiv zu gewähren, und kritisierte erneut die US-Administration dafür, daß sie die Hilfeleistung für das Flüchtlingscamp ar-Rukbân (vgl. Teil VI) – im Bannkreis der völkerrechtswidrig bei at-Tanaf erstellten US-Basis – immer noch behindere. (https://www.sana.sy/?p=816763, https://www.sana.sy/en/?p=147241)

UNSC-Sitzung, Photo: cfr.org

UN-Botschafter Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî nahm während jener UNSC-Sitzung seinerseits Stellung. Der Krieg in Syrien gehe zurück auf ein Komplott gegen Syrien, an dem westliche Mächte teilnähmen, um die Ausrichtung, Politik und nationale Identität des Landes zu ändern (s. dazu a. bei Präsidenten-Interviews, vom 15.1.2018!), damit sie dem “New Middle East-Project“ [s.a. Yinon-Plan bes. in Teil IV!) dient, welches dem Judaisierungprojekt der israelischen Regierung ähnelt, das das Recht der Palästinenser auf deren eigenen unabhängigen Staat untergräbt.
In Erwiderung des Statements des US-Colonel i.R. Lawrence Wilkerson vor einer Woche, bemerkte der Diplomat, die, welche für eine militärische Aggression gegen Syrien Stimmung machten, müßten sich natürlich um einen geeigneten Vorwand für einen solchen Militärschlag gegen das Land bemühen. Allerdings hätten die USA, Großbritannien und Frankreich keinerlei Beweis dafür, daß Syrien früher C-Waffen eingesetzt hätte, vielmehr im Gegenteil: der US-Geheimdienst wie die US-Erfüllungsgehilfen innerhalb Syriens hätten darin versagt, Nachweise für ihre Anschuldigungen zu erbringen, vor allem da alles darauf hindeutet, daß die Terrororganisationen hinter den Giftgasattacken in Syrien steckten.
Als nächstes kam er auf den jüngsten israelischen Angriff vom Vortag (s.u.) zu sprechen. Dieser sei im Rahmen der aggressiven Politik und der vergeblichen Versuche erfolgt, den verbliebenen Terroristengruppen moralischen Beistand zu leisten, welche durch die SAA eine bittere Niederlage nach der anderen hätten hinnehmen müssen, die das syrische Territorium vom Terrorismus säubere. Diese [israelische] Vorgehensweise verletze das 1974 unterzeichnete Truppenentflechtungsabkommen und die relevanten UNSC-Resolutionen, insbesondere die Resolution Nr.350 (1974). Deswegen erneuerte er den Aufruf an den UN-Sicherheitsrat, sich seiner Verantwortung bewußt zu werden, den internationalen Frieden und die Sicherheit zu bewahren, und unmittelbar entschiedene Maßnahme zu ergreifen, die israelische Regierung für ihren Terrorismus und ihre Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen, die eine offenkundige Verletzung der UN-Charta, der UN-Regelungen und des Völkerrechts darstellten.
Das Leben der syrischen Bürger zu schonen, bedürfe zudem der Kooperation mit der syrischen Regierung und deren Anstrengungen bei der Terrorismusbekämpfung statt Manipulierung der Ansichten westlicher Geheimdienste mittels Lancierung irreführender Termini wie z.B. „moderate bewaffnete syrische Opposition” [zur sog. MAO vgl. ab Teil II), „nicht-staatliche bewaffnete Gruppe”, „islamischer Kalifatsstaat” oder „Jihadistengruppen” [statt: „Terroristen“].
Es sei schon erstaunlich, warum die französische Regierung weiterhin Terroristengruppen in Syrien politischen Beistand leiste, welche doch dieselben seien, die den Angriff auf das Bataclan-Theater in Paris ausgeführt hätten. Dabei habe der französische Außenminister hinsichtlich der ausstehenden Militäroperation gegen die im Raum Idlib konzentrierten Terroristen selbst noch auf die Gefahr für Europa hingewiesen, die daraus entstehe, wenn diese Terroristen nach Europa strömten.
Im Weiteren verwies Dr. al-Ğaʽfarî darauf, Syrien habe den UNSC mit ernstzunehmenden Informationen, welche in niederländischen Medien kursierten, versorgt, welche die Involvierung der NL-Regierung in die Finanzierung und logistische Unterstützung für die Terrorgruppen in Syrien behandelten, und stellte dann die (rhetorische) Frage: „wouldn’t the Dutch government’s act be considered a breach of its responsibilities as a UNSC member in maintaining international peace and security?”
Alsdann erinnerte er an die nicht nachlassenden Bemühungen seiner Regierung hinsichtlich einer politischen Lösung der Krise durch innersyrischen Dialog unter syrischer Leitung ohne ausländische Einmischung mit der – durch die Umstände gegebenen – Priorität der Terrorismusbekämpfung, der Rückführung der syrischen Flüchtlinge in ihre Heimat, des Wiederaufbauprozesses und der Befreiung der noch unter Terroristenherrschaft oder völkerrechtswidriger ausländischer Besatzung stehenden syrischen Gebiete.
Syriens Regierung habe ferner ihre Verpflichtungen bzgl. des die gegenwärtige Verfassung diskutierenden Komitees erfüllt und die Namen der Repäsentanten übergeben (dazu vgl.u.).
Besonderer Dank gelte der russischen und iranischen Regierung für deren Anstrengungen hin zu einer politischen Lösung der Krise, insbesondere durch das Gipfeltreffen in Teheran und das am Vortag in Sotschi erzielte Abkommen. Zu diesem äußerte er sich wie schon andere Regierungsvertreter mit den Worten: „Syria welcomes any initiative that spares the bloodshed of the Syrians and contributes to the re­storation of security to any spot struck by terrorism and that Syria will continue its war against ter­rorism until the liberation of the last inch of its territory, whether by military operations or recon­ciliations.” Er setzte hinzu: „Idleb agreement announced yesterday is a time-bound agreement and it is part of previous agree­ments on de-escalation zones resulted from the Astana track since the beginning of 2017, essentially stemming from commitment to sovereignty and territorial integrity of the Syrian territories as well as liberating all the Syrian territories whether from terrorism and terrorists or from any illegitimate foreign presence.” (https://www.sana.sy/?p=816771) – Zu Waffen des schweizer staatlichen Rüstungskonzerns in den Beständen von Terroristen wie z.B. von al-Qâʽida und damit zusammenhängenden sog. Ruag-Skandal. Die Recherche ergab, daß die Waffen – wieder einmal – über die VAE ihr Ziel erreichten. (https://www.sana.sy/?p=816273)

Terroristen, Photo: pars today

Sicherheitskräfte, unterwegs in behördlicher Spezialmission, gingen im Raum Tadmur im Ost-Rîf von Ḥomṣ erfolgreich gegen Reste des IS vor:
30km westlich der Oasenstadt im Gebiet des Ğabal al-Abtar wurde aufgrund nachrichtendienstlicher Ermittlung und Überwachungstätigkeit vor Ort eine auf Motorrädern  von at-Tanaf (dazu s.u.!) her kommende Gruppe von IS-Affiliierten mit dem Ziel ar-Raqqa bei al-Bayârât al-Ġarbiyya in einen Hinterhalt gelockt und ein Gefecht verwickelt, indem zwei von ihnen getötet wurden. Überlebende flohen zu Fuß in die Wüste, während sechs Motorräder zusammen mit den Waffen der Terroristen konfisziert wurden.
Im Gebiet von al-Farûʽ, 70 km im SO von Tadmur, konnten fünf IS-Extremisten gefangengenommen und dabei zehn Motorräder, 146 Packungen Haschisch, 14 Packungen Captagon (zu dessen Bedeutung für die Terroristen vgl. Teil II), sechs Munitionskisten und zwei Pickups, einer ausgerüstet mit einer Telekommunikationsanlage, der andere mit einem M16-Maschinengewehr aus US-Produktion sichergestellt werden. (https://www.sana.sy/en/?p=147218, https://www.sana.sy/?p=816561)

Terroranschläge vom 18.9.2018:
Sowohl in der Provinz al-Ḥasaka als auch in der von Ḥamâ wurden erneut Zivilpersonen Opfer von Sprengfallen, welche Terroristen vor ihrer Niederlage gegen die SAA ausgelegt hatten.    
Beim Viehhüten traten zwei junge Männer auf von IS-Extremisten ausgelegte Minen im Gebiet des Dorfes  al-Fağ im Ost-Rîf von al-Ḥasaka und starben bei der Detonation.
Im landwirtschaftlich genutzten Gebiet des Dorfes Tal ar-Rumân an den östlichen Ausläufern von Ḥamâ-Stadt  löste ein Palästinenser ebenfalls eine Minenexplosion aus, ihm wurden eine Hand und ein Fuß abgerissen. in jenem Gebiet war die Ğabhatu_n-Nuṣra aktiv gewesen. (https://www.sana.sy/en/?p=147235, https://www.sana.sy/?p=816715)

IL-20, Photo: SANA

Über den Verbleib der am Vortag während eines israelischen und französischen Angriffes (s.u.) auf die syrische Küstenregion vom Radar verschwundenen Iljuschin-20 gibt es  neue Erkenntnisse. Nachdem sich acht Schiffe und Boote der russischen Marine an der Suche im Mittelmeer beteiligt hatten, wurden laut Information durch das Verteidigungsministerium in Moskau vom 18.9.2018 Trümmerteile des vermißten Aufklärungsflugzeugs sowie Körperteile und persönliche Habseligkeiten  an der ermittelten Absturzstelle, 27km westlich von Bâniyâs, gefunden. Derweil ist ein Seliger-Schiff des Projekts 11982 (d.h. ein Hydrographisches Vermessungsschiff)  auf dem Weg zur Absturzstelle mit Tieftauchfahrzeugen und Navigations- und Sonargeräten an Bord.
Früher am Tag hatte der Ministeriumssprecher Generalmajor Igor Konaschenkow zum Vorfall mitgeteilt, die israelischen F-16-Kampfjets hätten die Iljuschin als Deckung vor der syrischen Flugabwehr benutzt, wodurch die Maschine abgeschossen worden sei. Dazu führte er aus: „The Israeli pilots used the Russian plane as cover and set it up to be targeted by the Syrian air defense forces. As a consequence, the Il-20, which has radar cross-section much larger than the F-16, was shot down by an S-200 system missile.” Auch machte er deutlich: „Israeli aviation control systems and pilots knew that the Russian plane was present in the area, but this did not stop them from executing the provocation.” Dieses Vorgehen der israelischen Seite, welches den Absturz verursachte, werde als feindseliger, unverantwortlicher Akt angesehen. Hierfür behalte sich Rußland das Recht auf eine angemessene Reaktion darauf vor.
Noch am Abend des Vorfalls wurde der israelische Botschafter in Moskau ins Außenministerium zitiert, während dessen Minister, Sergei Schoigu, im Telefonat mit dem israelischen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman  Israel voll für den Abschuß verantwortlich machte. (http://tass.com/emergencies/1022043, https://www.sana.sy/?p=816604)

In einer Kurznachricht gab das Außenministerium am Morgen des 18.9.2018 bekannt, die Regierung begrüße die zu Idlib getroffene Vereinbarung, welche in Sotschi am Mo., 17.9.2018 bekanntgegeben worden sei (s.u.). Sie sei das Ergebnis (zuvor erfolgter) intensiver Konsultationen zwischen Syrien und der russischen Föderation und sei in völliger Koordination beider Regierungen erfolgt. (www.sana.sy/en/?p=147222)
Später äußerte sich ein Mitarbeiter des Außenamts eingehender zum Sachverhalt. Wie schon mehrfach erwähnt, heiße die Syrisch Arabische Republik sei jegliche Initiative willkommen, die das Blutvergießen beende und zur Wiederherstellung von Sicherheit und Stabilität auf jeder Handbreit syrischen Bodens beitrage, die vom Terrorismus getroffen worden sei. Sie habe das ´Bestreben, in der Bekämpfung des Terrorismus bis zur Befreiung des gesamten syrischen Territoriums fortzufahren – sei es, daß dies durch lokale Rekonziliierung glücke oder durch Militäroperationen bewerkstelligt werden müsse. Erstere hätten gezeigt, wie wirkungsvoll sie dem Blutvergießen entgegenwirken könnten und zur Wiederherstellung der Stabilität fürhten, so daß damit die Bedingungen für die Rückkehr der syrischen Flüchtlinge geschaffen würden.
Die am Vortag verkündete Vereinbarung sei zeitlich gebunden und ein Teil der früheren Abmachungen, welche zu den De-Eskalationszonen im Astana-Format seit 2017 geschlossen worden waren. Diese basierten auf dem Bekenntnis zur Souveränität und territorialen Integrität Syriens wie auf der Befreiung des gesamten syrischen Territoriums vom Terrorismus und den Terroristen bzw. von jeglicher ausländischer völkerrechtswidriger Präsenz.  (www.sana.sy/en/?p=147222, https://www.sana.sy/en/?p=147225, https://www.sana.sy/?p=816578)

Der iranische Außenamtssprecher Qâsimî versicherte am 18.9.2018  seitens seiner Regierung ebenfalls die Begrüßung der o.e. Vereinbarung mit ähnlicher Begründung. Sie stelle einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Eliminierung der restlichen Terroristen in Syrien dar. (https://www.sana.sy/en/?p=147247)

Präsident Putin zu Idlib, Photo: SANA

Wie seitens des Kremls in der vorhergehenden Woche angekündigt, kamen der türkische (Recep Tayyip Erdoğan) und der russische Staatspräsident (Wladimir Putin am Mo., 17.92018 auf dem Sommersitz des letzteren in Sotschi zu Gesprächen über Syrien und vor allem zur Lage in Idlib zusammen. In der anschließenden Pressekonferenz verkündete Putin: „We expressed Moscow’s concern over the danger represented by the presence of terrorist organiza­tions in Idleb on Aleppo and the Russian Air base in Hmeimem.” (D.h.: Wir drückten Moskaus Besorgnis über die durch die Anwesenheit terroristischer Organisationen in Idlib bestehende Gefahr für Aleppo und die russische Luftbasis Ḥumaimîm aus).
In der Folge kam es zu einer Übereinkunft, ab dem 15.10.2018 eine 15 -20km (d.h. 9 – 12 Meilen) tiefe Demilitarisierungszone in der Region Idlib zu schaffen. Zugleich erklärte er: „this stance is supported by the Syrian government.” Das bedeutet den Abzug von Terroristen und  schweren Waffen aus der region einschließlich Panzern und Raketensystemen Mörserkanonen der Terroristengruppen; russische und türkische Kräfte würden die entmilitarisierte Zone überwachen. (https://www.sana.sy/en/?p=147182, https://www.sana.sy/?p=816416) Rußlands Verteidigungsminister Schoigu teilte zudem mit: „The talks also involved defense ministers, foreign ministers and general staff chiefs.”(http://tass.com/defense/1022145)  – Obwohl gerade Erdoğan – wie an den türkischen (Militär)aktionen in und gegen Syrien (z.B. der Operation Olivenzweig) abzulesen ist – nicht die Ziele der beiden anderen sog. Garantenstaaten des Astana-Formats (für die eingerichteten De-Eskalationszonen), d.h. Rußlands und des Irans bzgl. Syriens vertritt, im Gegensatz dazu sogar in die terroristischen Verhältnisse  in Nord-Syrien in vielfacher Weise eingebunden ist (vgl. Teil VI und vorhergehende), ist die türkische Seite offenbar gerade wegen dieses Einflusses in der Region durch die anderen beiden Parteien schon im Rahmen der Astana-Konferenzen mit ins Boot geholt worden. Wirtschaftliche Vereinbarungen, welche gerade für die immer mehr kränkelnde türkische Ökonomie fast schon überlebenswichtig sind, tun da ihr Übriges.
Auch die Schlußbemerkung Putins  wirkt – wie ähnliche die Jahre zuvor – wie ein Aufruf bzw. eine Erinnerung an Erdoğan, sich an die eingegangenen Verpflichtungen zu halten. Der vereinbarte Abzug der schweren Waffen dürfte wesentlich auch die türkischen Streitkräfte und deren Verbündete betreffen!
Zur derzeitigen Situation in Idlib vermerkte Kreml-Sprecher Peswkow am 17.9.2018: „The situation in Idlib is difficult, discussions will go on,“ und fügte hinzu: „You know that several days ago, there were bilateral and trilateral discussions. Today, the conversation will continue because the situation is serious – let’s put it this way – there are some differences in approaches, so it requires serious high-level talks.“ (http://tass.com/politics/1021837)

Angriffe auf Syrien vom 17.9.2018:
Eine militärische Quelle informierte darüber, daß vom Mittelmeer her kommende feindliche Raketen, welche in Richtung  der Hafen- und Provinzhauptstadt al-Lâḏa­qiyya  (mit nahem russischem Stützpunkt Ḥumaimîm) unterwegs waren durch die Luftabwehr rechtzeitig bemerkt und großteils abgeschossen wurden.  – Zuvor hatte SANA gemeldet, am Himmel über  al-Lâḏa­qiyya  seien – aufgrund der Tätigkeit der FlaG – Explosionen zu hören gewesen und daß Ziel der Raketenangriffe das Technische Institut gewesen sei.
Widersprochen wurde Meldungen feindlicher Medien, in der südlich gelegenen Hafen- und Provinzhauptstadt Ṭarṭûs sei die Bâniyâs-Raffinerie getroffen worden. Das entspreche nicht der Wahrheit. (https://www.sana.sy/en/?p=147192https://www.sana.sy/en/?p=147194, https://www.sana.sy/?p=816454)
Laut Pars Today seien in al-Lâḏa­qiyya  zwei Menschen getötet, weitere zehn verletzt worden. Das Institut wurde beschädigt. (Syrien: Gleichzeitig mit israelischem Luftangriff verschwindet russisches Militärflugzeug vom Radar)

FS Auvergne, Photo: seaforces.org

Am Dienstagmorgen, 18.9.2018, gab das russische Verteidigungsministerium den Kontaktverlust zu einem vom Mittelmeer aus im Landeanflug befindlichen russischen Aufklärungsflugzeug des Typs Il-20 am späten Abend – etwa um 20.00 Uhr GMT –  des 17.9.2018 bekannt gerade zu der Zeit, als ein ein israelischer Luftangriff auf das staatliche Technologieinstitut in al-Lâḏa­qiyya durch Kampfjets des Typs F-16 stattgefunden habe und das russische Radar einen Raketenangriff seitens einer vor der syrischen Küste liegenden französischen Fregatte (der Auvergne)  registrierte. Die vom russischen Radar verschwundene Iljuschin hatte insgesamt 15 Militärs an Bord und befand sich 35km von der Küste entfernt in 5km Höhe über dem Mittelmeer. Über den Verbleib der Mannschaft gibt es noch keien Erkenntnisse. Eine Suchaktion wurde eingeleitet.   (https://www.sana.sy/?p=816518, https://www.sana.sy/?p=816604https://www.sana.sy/?p=816723http://tass.com/defense/1022076)

Aus dem Libanon kamen über die Grenzübergänge Ğudaidat Yâbûs und ad-Dabûsiyya am 17.9.2018 wieder neue Gruppen in die Heimat zurückkehrender Flüchtlinge. (https://www.sana.sy/en/?p=147174, https://www.sana.sy/?p=816307)

IAEA, Photo: wikipedia.org

Rußlands permanenter Vertreter bei der Internationalen  Atomenergie-Behörde (IAEA) in Wien, Michail Uljanow, stellte am 17.9.2018 in seiner Rede während der Sitzung des board of governors heraus, daß in dem der Behörde vorgelegten Bericht zu Syrien keinerlei Beweis enthalten sei, der gegen die Regierung des Landes vorgebracht werden könnte. Syrien gebe damit ein deutliches Beispiel dafür ab, wie man zuungunsten des Landes eine Akte zur Nichtverbreitung von Atomwaffen fabrizieren könne, ganz ohne objektive Gründe dafür zu besitzen. Syrien sei ein klares Beispiel dafür, wie man eine Akte zur Nichtverbreitung von Nuklearwaffen gegen diesen Staat ohne das Vorliegen von objektiven Gründen fabrizieren könne. Diese Verfahrensweise und Praktiken gegen Syrien untergrüben die Glaubwürdigkeit des Überwachungssystems der Behörde und hätten ernsthafte negative Auswirkungen auf  den Atomwaffensperrvertrag (Nuclear Nonproliferation Treaty, kurz: NPT). (https://www.sana.sy/en/?p=147164, https://www.sana.sy/?p=816245)

Botschafter Ḥusâm ad-Dîn Âlâ, permanenter Repräsentant bei den UN in Genf, reagierte in seiner Rede vom 17.9.2018 während der 39. Sitzung des Menschenrechtsrats, kritisch auf den jüngsten Bericht zu Syrien, den er wegen Parteilichkeit und einseitiger Herangehensweise an die Thematik streng zurückwies. Wegen begrenzter Übersetzungskapazität kann nur auf die gehaltvolle, lesenswerte Darlegung verwiesen werden in: https://www.sana.sy/en/?p=147161, https://www.sana.sy/?p=816202

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 17.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=147158 und https://www.sana.sy/?p=816160  (Nach Beobachtung von Schanzarbeiten samt Graben von Tunneln und Aufschüttung von Barrikaden mit Bulldozern durch Terroristen von Katâ´ib al-ʽIzza (affiliiert mit Ğabhatu_n-Nuṣra) im Dorf az-Za­kât im NW-Rîf von Ḥamâ erfolgte auf sie der Angriff, in dessen Verlauf viele der Kämpfer eliminiert wurden, der Rest floh. Gezielte Artillerieschläge zerstörten indes Scharfschützenstellungen und Schlupfnester der Terroristen im Dorf Tal ʽUṯmân und seinem Umland im nördlichen Teil der Provinz. Im Süd-Rîf der Provinz Idlib beseitigte eine Armee-Einheit Ğabhatu_n-Nuṣra-Positionen im Umfeld des Dorfes al-Ḫawîn und fügte dem Feind empfindliche Verluste während der Gefechte zu)

Explosion, Photo: unsplash.com

Laut Pars Today-Bericht vom 18.9.2018 wurden in The Times of Israel am Mo., 17.9.2018, durch das israelische Verteidigungsministerium Photos veröffentlicht, welche angeblich den Präsidentenpalast und den Internationalen Flughafen von Damaskus sowie den Stationierungsort von SAA-Panzern zeigten. Sie sollen vom neu­esten Spionagesatelliten Ofek 11 aufgenommen worden sein. In der Zeitung wird dies als stille Bedrohung Syriens angesehen, auch Pars Today wertet den Vorgang als aggressiv. Präsident Dr.al-Assad werde damit mit einem Attentat gedroht wie schon zu früheren Zeiten. (S. Israelisches Regime droht syrischem Präsidenten mit Attentat)

In seinem kritischen Artikel zur kriegstreiberischen Haltung der britischen Regierung zur Situation in Syrien und vor allem in Idlib bemerkte der britische Journalist Peter Hitchens am 16.9.2018, die Vorwürfe gegen die syrische Regierung über den Einsatz chemischer Waffen in Syrien seien ganz ähnlich den gegen die irakische Regierung erhobenen Vorwürfen über die Existenz von ‚Massenvernichtungswaffen‘ im Irak und dienten demselben Zweck. (https://www.sana.sy/?p=816180, Originalartikel: https://www.dailymail.co.uk/debate/article-6172483/PETER-HITCHENS-brink-war-noticed.html)

SAA, Mehrfachraketenwerfer, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 16.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=147139 und https://www.sana.sy/?p=815675 (Im Umfeld der Stadt al-Laṭâmina im Nord-Rîf von Ḥamâ brachte einem dort herumstreifenden Ğab­hatu_n-Nuṣra-Trupp empfindliche Verluste bei.
Durch gezielte Artillerieschläge wurde ein Eindringversuch von Affiliierten von Ğab­hatu_n-Nuṣra in das südwestliche Waldgebiet von Ğisr aš-Šuġûr im entfernten SW von Idlib vereitelt, alle Terroristen wurden niedergemacht, darunter der Scharfschütze Iyâd Kasâr Ra­mûḍ, sowie ihre Waffen und Ausrüstung zerstört.)

Terroranschlag vom 16.9.2018:
Die in einer Reihe von Dörfern im südwestlichen Umland (Rîf) von Idlib verschanzten Terroristen von Ğab­hatu_n-Nuṣra feuerten am (Wahl-)Sonntag fünf Artilleriegranaten auf das Dorf Ğûrîn, 97 km im NW von Ḥamâ (d.h. nahe des terroristenkontrollierten Gebiets), und verursachten dadurch Sachschäden. (https://www.sana.sy/en/?p=147143, https://www.sana.sy/?p=815695)

Gemeinderatswahlen, Photo: SANA

Wie schon früher bekanntgegeben (s.u.) und mit täglichen Werbebannern angekündigt, finden am So., 16.9.2018, die ersten Kommunalwahlen für die Gemeinde-, Stadt- und Provinzräte statt.  Mehr als 40.000 Kandidaten haben sich zur Wahl gestellt für die insgesamt 18478 Sitze. Basis ist der Artikel Nr.125 der Verfassung und für die Ausführung Gesetz Nr.5 von 2014, beides in Übereinstimmung mit dem Gesetz zur Lokalver­waltung Nr.107 aus dem Jahr 2011. Gemäß Entscheid  des für die Durchführung der Wahlen zuständigen Obersten Justizausschusses mußte wegen des großen Andrangs die Öffnungszeit der Wahllokale, die regulär von 7.00 – 19.00 Uhr angesetzt war, um die möglichen fünf weiteren Stunden bis um Mitternacht ausgedehnt werden, damit alle dazu bereiten Bürger ihr Grundrecht ausüben konnten. Laut Aussage des Ausschuß-Vorsitzenden, Richter Sulaimân al-Qâ´id, schlossen die Wahllokale um 0.00Uhr am 17.9.2018, danach begann unter Aufsicht die Stimmenauszählung durch die Wahlkommissionen. Ergebnisse seien am 18.9.2018 zu erwarten.
Laut Verfassung (Art. 125) stellen die Kommunalräte Institutionen dar, durch welche die Bürger ihre Rolle als Souverän, im Staatsaufbau und der gesellschaftlichen Führung wahrnehmen.   (https://www.sana.sy/?p=814887, https://www.sana.sy/en/?p=147114, https://www.sana.sy/?p=815409, https://www.sana.sy/?p=815495) – Die aufgrund der weitgehenden Eliminierung der Terroristen endlich mögliche Durchführung dieser Kommunalwahlen entspricht den während mancher Interviews (z.B. vom 15.11.2016, ab Frage 10; s.a. Rede vom 15.1.2018) von Präsident Dr. al-Assad vorgestellten Plänen einer weiteren Demokratisierung (mit Dezentralisierung) im Land, welche jedoch nicht einfach von heute auf morgen einer Bevölkerung übergestülpt werden könne sondern dem Tempo und den Bedürfnissen der Menschen der Region und ihrer Geschichte und Kultur angepaßt sein müsse.

Eine Reihe auf den internationalen Flughafen von Damaskus gerichteter israelischer Raketen konnte durch die Luftabwehr rechtzeitig vor Erreichen ihres Zieles am späteren Abend des 15.9.2018 in der Luft abgeschossen werden. (https://www.sana.sy/en/?p=147083, https://www.sana.sy/?p=815210)

DIF, Sicherheit, Photo: SANA

Am letzten und damit 10. Tag der Damascus International Fair, dem 15.9.2018, wurden rund 217.000 Besucher gezählt. Damit kamen insgesamt mehr als zwei Millionen Menschen auf das Messegelände. (https://www.sana.sy/en/?p=147053https://www.sana.sy/?p=815334)
Das Sicherheitsmanagement für die Messe hat offenbar optimal funktioniert, wie von den Sicherheitskräften am Schlußtag festgehalten werden konnte. Es gab keine Sicherheitsvorfälle zu verzeichnen. (https://www.sana.sy/?p=815328 vom 16.9.2018)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 15.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=147042 und https://www.sana.sy/?p=814850 (Eliminierung eines Schlupfnestes der Ka­tâ´ib al-ʽIzza am Rand der Stadt Ḥaṣrâyâ in der Provinz Ḥamâ mit einer Anzahl der Terroristen, darunter Ḫâlid Muḥammad al-Maḥmûd, mittels eines Artillerieangriffs. Eine Armee-Einheit geriet in ein Gefecht mit Terroristen von Ğabhatu_n-Nuṣra und al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî, welche gerade Häuser und öffentliche Einrichtungen nahe der Stadt al-Ḥuwaiz im Nord-Rîf von Ḥamâ mit Sprengsätzen versahen und verminten und tötete bzw. verletzte etliche davon.
Entlang der Linie Arḍ Qâʽ al-Banât weiteres Vorrücken im NW der Tulûl aṣ-Ṣafâ der Provinz as-Suwaidâ´ nach intensiven Kämpfen mit den dort verschanzt gewesenen IS-Terroristen einschließlich zehn Scharfschützen, welche getötet wurden. Damit wurde die Feuerkontrolle über die letzte Wasserstelle erlangt, die den Extremisten verblieben war.)

Damascus-International-Fair, 15.9.2018, Photo: SANA

Am 9. und vorletzten Messetag der Damaskus International Fair, dem 14.9.2018, überschritt der anhaltende Besucherandrang die 500.000-Marke. Reiche Einblicke gewähren: www.sana.sy/en/?p=146995, https://www.sana.sy/en/?p=147034, https://www.sana.sy/?p=814386, https://www.sana.sy/?p=814717, https://www.sana.sy/?p=814778.

Wladimir Sewtschenko als Chef des russischen Koordinations- und Überwachungszentrums in Ḥumaimîm  machte am Fr., 14.9.2018, darauf aufmerksam, daß zu Ğabhatu_n-Nuṣra gehörige Terroristengruppen Chloringas-Kanister in das Areal von Basanqûl, 20 km im SW der Provinzhauptstadt Idlib, gebracht haben im Zusammenhang mit der – schon vielfach thematisierten (s.u.) – Inszenierung eines Giftgasangriffs, dessen in der Folge die SAA beschuldigt wird, um einen westlichen Militärschlag gegen Syrien zu provozieren. Quellen sind u.a. Bürger von Idlib, die ihre Beobachtungen an das Zentrum weiterleiten.  (https://www.sana.sy/en/?p=147099, https://www.sana.sy/?p=815365)

Drohne, Photo: Sputnik News

Auf dem deutsch-russischen Forum in Berlin teilte Rußlands Außenminister Lawrow am 14.9.2018 mit, sein Land sei im Besitz von Informationen, wo die Terroristen in Idlib – in einer unterirdischen Einrichtung – ihre Kampfdrohnen aus dorthin geschmuggelten Teilen zusammenbauten und lagerten:  „We have intelligence information where drones are assembled in Idlib from components smuggled there. … . As soon as we get such information, we will be eliminating such underground workshops that make lethal weapons.“ Dieser würde beseitigt werden. [Zuvor waren immer wieder Angriffe von den im Raum Idlib konzentrierten Terroristen auf bürgerliche Ziele und das russische Koordinations- und Überwachungszentrum in Ḥumaimîm berichtet worden, vgl.u.]
Sodann stellte Lawrow klar: „What some describe as the beginning of a Russia-supported offensive by the Syrian army is malicious distortion of facts. Both the Syrian forces and we merely react to hit-and-run raids from Idlib.“ (D.h.: Was manche als den Beginn einer russisch unterstützten Offensive der syrischen Armee darstellen, ist eine bösartige Verzerrung der Fakten). Schließlich sei es schwierig diese Drohnen mit üblichen Luftabwehrsystemen zu bekämpfen, indem er ausführte: „It is very hard to detect drones with ordinary air defense weapons. Many of them are made of wood and cannot be seen on radar screens.“ (http://tass.com/politics/1021676)
Während der Plenar­sitzung des Deutsch-Russischen Forums wies Außenminister Lawrow nochmals auf die seitens der White Helmets in Idlib inszenierten Giftgasattacken hin, worüber zuverlässige Informationen existierten. Diese Gruppe werde irrigerweise im Westen immer noch als „Hilfsorganisation“ dargestellt, obwohl sie das Gegenteil sei.
Syrien dagegen [grundlos] des Einsatzes von Chemiewaffen in Idlib zu beschuldigen und – als Reaktion darauf  – einen Angriff anzudrohen, müsse als direkte Unterstützung der Terroristen gewertet werden, welche dazu dient, die Terroristen dazu zu bringen, ein neue Inszenierung ins Leben zu rufen wie die in Ost-al-Ġûṭa [dazu s. Teil VI]. Rußland werde Syrien jedenfalls bei der Bekämpfung des Terrorismus bis zu dessen Eliminierung beistehen, wohingegen nicht ins Land gebetene Streitkräfte das Land zu verlassen hätten, da ihre Präsenz dort völkerrechtswidrig sei.
Idlib sei das letztverbliebene Bollwerk der Terroristen, welche die Bewohner als menschliche Schutzschilde mißbrauchten und ihre Drohnenangriffe auf die russischen Streitkräfte fortführen. Deren Ausgangsbasen werde Rußland als Ziele behandeln, versicherte der Top-Diplomat.
Auch er bestätigte, daß die Rekonziliierungsbemühungen in Idlib liefen und seine Regierung nicht wie die US-geführte Koalition in Mossul und ar-Raqqa agieren werde, wo beiden Städte  vollkommen  niedergemacht wurden. Die Kremlregierung werde [weitere] humanitäre Korridore für die Bewohner von Idlib einrichten; „we will do every­thing not to hurt civilian population,” beteuerte er.
Schließlich sprach er sich für die Aufhebung der westlichen, gegen Syrien verhängten einseitigen Sanktionen [zur Einstufung s. Teil IIITeil IV] aus, welche die Rückkehr der syrischen Flüchtlinge und den Wiederaufbau behinderten, wie für die Umsetzung der UNSC-Resolution Nr.2254, welche den Syrern das Recht zuspricht, selbst über ihre eigenen Zukunft zu entscheiden.  (https://www.sana.sy/?p=814276, https://www.sana.sy/en/?p=146990)

SAA-Vorstoß per Panzer, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 14.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=146980 und https://www.sana.sy/?p=814221 (Erfolgreiche Bekämpfung eines Ğabhatu_n-Nuṣra-Trupps während der Fortifizierung ihrer Stellungen außerhalb der Stadt al-Ğanâbira im Nord-Rîf von Ḥamâ mit Eliminierung vieler der Terroristen einschließlich des berüchtigten Anführers der Region, Ḫâlid at-Tînâwî mit Kampfnamen ‘Abû ʽUmar ad-Dimašqî.)

Terroranschlag vom 14.9.2018:
Die von den Sprengungen vom 5.9.2018 (s.u.) übriggebliebenen Reste der at-Tuwaina-Brücke, westlich von Qalʽat al-Maḍîq im Nord-Rîf von Ḥamâ, zerstörten die Terroristen vonal-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî am Morgen mit großen Mengen an Sprengstoff. Sie folgten dabei dem Vorbild der US-angeführten sog. „internationalen Koalition“ und des IS bzgl. der Zerstörung der Brücken über den Euphrat (s. Teil VI). (https://www.sana.sy/?p=814060)

Terroranschlag Aleppo, Quelle: SANA-Archivbild

Terroranschläge vom 13.9.2018:
Im W-Teil der Provinzhauptstadt Aleppo verschanzte Terroristen – sie gehören überwiegend  Ğabhatu_n-Nuṣra bzw. deren Affiliierten an – beschossen mit Raketen die Stadtteile al-Ḫâlidiyya und an-Nîl-Straße; im ersteren wurde ein Mädchen getötet, im letzteren, wo es zum Einschlag hinter der aṭ-Ṭalîʽa-Schule kam, erlitten zehn Personen Verletzungen. Zudem kam es zu Schäden Wohnhäusern, öffentlichen Einrichtungen, Autos etc. (https://www.sana.sy/en/?p=146954, https://www.sana.sy/?p=813574)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 13.9.2018 informieren:  https://www.sana.sy/en/?p=146926 und https://www.sana.sy/?p=813176 (Ein mit Scharfschützen verstärkten, in den Klüften im Gebiet Nord- Ḥamâ verschanzten, die Umgebung der Stadt al-Maṣâ­ṣina beschießenden Terroristentrupp von Katâ´ib al-ʽIzza wurde nach vehementen Gefechten vollends beseitigt einschließlich Sulaimân ʽAlî.
Eine Armee-Einheit im Umland von Idlib griff Bewegungsachsen und Positionen von Ğabhatu_n-Nuṣra  am Stadtrand von at-Tamâniʽa an, zerstörte eine und tötete sämtliche Extremisten darin.
Vormarsch in drei Richtungen in der östlichen Bâdiyya der Provinz Ḥomṣ nach heftigen Gefechten mit IS-Terroristen, deren letzte Schlupfnester dabei beseitigt wurden; überlebende IS-Kämpfer flohen in die Tiefe der Geröllwüste; in verlassenen Lagerstätten der befreiten Gebiete fanden die Kampfmittelräumdienste Automatik-Gewehre, mittlere Maschinengewehre, Sprengstoffgürtel und unterschiedlichste Munition, darüber hinaus entdeckten sie ein Feldhospital.
Ebenfalls Vorrücken gegen die auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ in der Bâdiyya von as-Suwaidâ´ in Felshöhlen etc. verschanzten IS-Terroristen mit Ausweitung der Kontrolle über weitere strategisch bedeutsame Punkte nach zähen, für den IS verlustreichen Kämpfen.)

Berlin, Brandenburger Tor, Photo: sputnik news

Anläßlich seines erneuten Deutschlandbesuches versuchte Rußlands Außenminister die Bundesregierung erneut (vgl. Teil VI) von einem gemeinsamen Vorgehen bei der politischen Lösung der Syrienkrise zu überzeugen. Moskau sei gemäß seiner Erklärung gegenüber DPA vom 13.9.2018 zu einer Diskussion über Möglichkeiten und der Zusammenarbeit zwischen dem Astana-Format und  der sog. mini-internationalen Gruppe bzgl. Syriens  bereit, zu der die BRD zähle. Dazu stellte er nochmals die Grundsätze seiner Regierung hierfür heraus, nämlich eine internationale Kooperation, basierend auf dem Völkerrecht unter Respektierung der Unabhängigkeit, Souveränität und territorialen Integrität Syriens.
Die internationale Kooperation sei nötig, um Syrien in den Stand zu versetzen, nach Eliminierung der letzten Terroristennester den Weg der politischen Lösung zu beschreiten, der die Rekonstruktion der zerstörten Infrastruktur, den Wiederaufbau der Wirtschaftsaktivität zusammen mit der Rückführung der syrischen Flüchtlinge in ihre Heimat miteinschließt. Letzerem stünden aber auch hindernd die gegen Syrien erlassenen westlichen Sanktionen im Wege.
Lawrow drückte sein Bedauern darüber aus, daß die Bundesregierung sich bislang nicht zur Teilnahme bereitgefunden habe.
Wie schon zuvor Syriens Außenminister Walîd al-Muʽallim (s.u., 11.9.2018) bestätigte auch er, daß sich die drei Garantenstaaten in Genf mit dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura (s.u.) auf die Zusammenstellung der Kommission zur Diskussion der syrischen Verfassung gemäß den Ergebnissen des Syrian National Dialogue Congress in Sotschi (Teil VI) und der UNSC-Resolution Nr.2254 geeinigt hätten. (https://www.sana.sy/en/?p=146905, https://www.sana.sy/?p=813091)

Außenamtssprecherin Sacharowa in Moskau äußerte angesichts der neuesten Entwicklungen (s.u.) am Do., 13.9.2018 ernste Bedenken aufgrund der US-seitigen Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch voreingenommene Medien zugunsten eines Angriffs auf Syrien. Wörtlich warnte sie: „Regarding the international political point of view, the most serious concern is using of a very seri­ous range of opportunities by Washington: from statements by officials to comments by biased media, the goal seems to be the preparation of public opinion for a new aggression against Syria.“ (https://www.sana.sy/en/?p=146950, https://www.sana.sy/?p=813263)

White Helmets- Inszenierung eines Giftgas-Anschlags, Photo: southfront.org

Im Verlauf der weiteren Vorbereitungen für die seit Wochen geplante durch die lokalen Terroristen (Ğabhatu_n-Nuṣra und Affiliierte) einschließlich der White Helmets (zur Einordnung s.u. und und bes.  Teil V) auszuführende Inszenierung eines Giftgasanschlags (vgl.u.) in der Provinz Idlib mit dem Ziel, die SAA und damit die Regierung in Damaskus der C-Waffenattacke gegen Bürger zu bezichtigen und somit den Vorwand für einen weiteren westlichen Militärschlag gegen Syrien zu liefern, gab das russische Koordinations- und Überwachungszentrum in Ḥumaimîm am 12.9.2018 die bestätigende Information heraus, die Dreharbeiten der Inszenierung in der Stadt Ğisr aš-Šu­ġûr im Umland von Idlib seien erfolgt und die Filme einigen Nahost-Medien, die mit US-Nachrichtenkanälen verbunden seien, übergeben worden. Dazu verlautete: „According to the irrefutable information, nine scenes of the alleged use of ‘chemical weapons’ by the Syrian troops against the civilians were filmed on September 9 in the city of Jisr al-Shughur in the province of Idleb by the crews of a number of Middle Eastern channels and the regional affiliate of a US television news channel.”  Seit letztem Sonntag (9.9.2018) hätten White Helmets-Terroristen in Ḫân Šaiḫûn die Verfilmung des vermeintlichen „Chemieangriffs“ der SAA unter Verwendung von 22 Kindern trainiert. Diese waren – wie z.B. schon im Fall Dûmâ (s. Teil VI) – zuvor von der [al-Qâʽida-affiliierten] Terrorgruppe Tanẓîm Ḥarâs ad-Dîn zusammen mit ihren Eltern als unfreiwillige Statisten bzw. „Opfer“ der Chemiewaffenattacke entführt worden.  Wörtlich hieß es in der Mitteilung aus  dem Zentrum: „Terrorists from a group calling itself Tanzim Hurras ad-Din [The Guardians of Religion Organization] are engaged in the direct preparation of sites for the detonation of containers loaded with poisonous substances during the shooting of a video about ‘chemical attacks’.” (https://www.sana.sy/en/?p=146863, https://www.sana.sy/?p=812747)
Auch Anwohner hatten sich zu den Vorfällen wieder zu Wort gemeldet und gegenüber Sputnik News Bestätigendes angegeben. Vor allem befürchteten einige, die Terroristen könnten – nach den Erfahrungen in Dûmâ (s. Teil VI)  – dieses Mal ein reales Massaker anrichten, da ja auch Sarin- und Chloringastransporte erfolgt waren (dazu vgl.u.), während andere meinten, diese Container könnten auch der überzeugenderen Wirkung wegen der Staffage dienen. Sie berichteten von verschiedenen Treffen zwischen  Ğabhatu_n-Nuṣra- und White Helmets-Terroristen (s.u.) und Kameraleuten einiger ausländischer Agenturen zwecks Verfilmung der Inszenierungen auf der al-Ġâb-Hochebene, im Nord-Rîf von Ḥamâ und in Ğisr aš-Šu­ġûr. Damit die Mitarbeiter der erwähnten ausländischen Agenturen auch „Überlebende“ interviewen könnten, seien extra zwölf englisch sprechende Bewohner [d.h. unter den zuvor Entführten] ausgesucht worden. Quellen mit Zugang zu Terroristenführern in Idlib bestätigten, daß ein Händler in der Stadt Sarmadâ ein neu entwickeltes integriertes Set moderner Fernsehbildsysteme und  Satellitensender  an die White Helmets, deren erste Charge zur unter Kontrolle von al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî stehenden al-Ġâb-Ebene ging, die zweite ins nördliche Umland von Ḥamâ und das von Ğisr aš-Šu­ġûr. (https://www.sana.sy/en/?p=146871, https://www.sana.sy/?p=812739)

IDF versorgt in Süd-Syrien verletzte Terroristen, Photo: FNA

Eine weitere Bestätigung der über die Jahre gesammelten [und u.a. den UN vorgelegten, vgl.u.] Fakten zur IDF-Unterstützung der in Süd-Syrien aktiven Terrorgruppen lieferten israelische Militärs am 13.9.2018 abends über verschiedene Medien. Diese lief ausgerechnet unter dem Namen „the Good Neighborliness Pro­gram”. Über fünf Jahre lang wurden verletzte Terroristen einschließlich von Ğabhatu_n-Nuṣra in die angrenzenden israelisch besetzten syrischen Gebiete [auf dem Golan!] transportiert, in Kliniken behandelt und gesund wieder auf das Schlachtfeld gegen die SAA geschickt. Sie erhielten zudem Nahrungsmittel [die schon mehrfach in verlassenen Terroristendepots gefunden wurden, vgl.u.] und weitere Ausrüstungsgegenstände. Es gehörten auch geheimdienstliche Informationen dazu. Diese Tätigkeit wurde nun – da die Terroristen in Südsyrien von der SAA besiegt wurden – eingestellt, hieß es von Seiten der IDF weiter. (https://www.sana.sy/en/?p=146975, https://www.sana.sy/?p=814015) – Vgl.u. vom 6.9.2018!

UN-Botschafter in Genf, Ḥusâm ad-Dîn Âlâ, würdigte am 13.9.2018 den Bericht des Sonderberichterstatters für den UN-Menschenrechtsrat in seiner 39. regulären Sitzung über die negativen Auswirkungen unilateral erlassener wirtschaftlicher und finanzieller Zwangsmaßnahmen (Sanktionen) auf die Menschenrechtssituation. Dieser stellte die Notwendigkeit der Aufhebung der gegen Syrien erlassenen solchen Sanktionen [zur Einstufung s. Teil IIITeil IV] heraus.  Schließlich seien diese durch nichts gerechtfertigt, widerprächen der UN-Charta und dem Völkerrecht, hätten jedoch schlimme Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der syrischen Bevölkerung der letzten Jahre gehabt, welche – wie die Terroristenaktivitäten – tausende Bürger ins Ausland flüchten ließen. Deren Aufhebung würde nicht nur die humanitäre Situation in Syrien erheblich bessern, sondern die Phase der Hilfsbedürftigkeit hin zu der der Weiterentwicklung positiv verschieben, den Wiederaufbauprozeß fördern und damit die Rückkehr der syrischen Flüchtlinge sicherstellen. Es bestehe demnach die Notwendigkeit, die Hindernisse bei Bank- und Finanztransfers zu beseitigen, um im Ausland gelagerte eingefrorene syrische Gelder nutzbar zu machen, die in den praktischen Empfehlungen des Berichts erwähnt wurden. Daß die Aufhebung der Sanktionen nicht schon lange erfolgt sei, lasse damit erhebliche Zweifel an der Sorge um die humanitäre Situation in Syrien aufkommen, die von gewissen staatlichen Administrationen immer wieder behauptet wird, wie auch den von diesen Regierungen verfolgten Zielen. (https://www.sana.sy/?p=813190, https://www.sana.sy/en/?p=146932; s.a. UNO kritisiert einseitige Sanktionen gegen Iran und Syrien)

SAA-Schützen in Hama, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 12.9.2018 informieren:  https://www.sana.sy/en/?p=146836, https://www.sana.sy/en/?p=146892 und https://www.sana.sy/?p=812853, https://www.sana.sy/?p=812505 (Etablierung der Feuerkontrolle über weitere Gebiete der Tulûl aṣ-Ṣafâ in der Ost-Bâdiyya (Geröllwüste) der Provinz as-Suwaidâ´, wo die IS-Terroristen, eingeschlossen von der Armee und unterstützenden Kräften,  ihre letzte Bastion in den felsigen Klüften und Höhlen zu halten versuchen. SAAF– und Artillerieangriffe fügten dem Feind weitere Verluste zu. Wieder wurden IS-Versuche, in zähen Gefechten durch die Einkreisung zu brechen und gen Osten zu flüchten, vereitelt mit Zerstörung eines Maschinengewehrbewehrten Kampfwagens.
Artillerieschläge gegen einen Ğabhatu_n-Nuṣra-Trupps beim Anlegen von Fortifizierungen um ihre Stellungen und  Tunnels am westlichen Rand des Dorfes Tal Wâsiṭ im Nord-Rîf von Ḥamâ eliminierten drei dieser Verschanzungen samt Kämpfern. Infanteristen einer anderen Einheit dezimierten nach heftigen Gefechten eine Gruppe Terroristen von al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî am Rand der Kleinstadt al-Ḥuwaiz auf der al-Ġâb-Ebene, welche gerade dabei waren, verlassene Häuser mit Bomben und Sprengsätzen zu versehen; der Rest floh. Die Artillerie nahm eine Terroristenstellung am Rand von Qalʽat al-Maḍîq, 50 km im NW von Ḥamâ unter Feuer und tötete bzw. verletzte etliche davon.)

Terrroristen-Waffenfund, Photo: SANA

Die im SO-Rîf von Dair az-Zaur mit dem Durchkämmen der Gegend samt Abbau und Entschärfung aufgefundener, von den IS-Terroristen hinterlassener  Minen und Sprengsätze im Umfeld von al-Mayâdîn beschäftigten SAA-Kampfmittelräumdienste fanden am 12.9.2018 wieder Verstecke mit Waffen, unterschiedliche Munition, Funk- und Satelliten-Telekommunikationsgerätschaften, Sprengsätze, Automatik- und schwere Maschinen-Gewehren. (https://www.sana.sy/en/?p=146852, https://www.sana.sy/?p=812590, s.a. https://www.sana.sy/?p=813304)

Terroranschläge vom 12.9.2018:
Die im Umland von Idlib verbreiteten Terrorgruppen – Ğabhatu_n-Nuṣra und Affiliierte, unterstützt durch die Erdogan-Regierung laut SANA – griffen am Mittwochabend mit GRAD-Raketen  die Dörfer Saqûbîn und al-Qanğara im N-Rîf von al-Lâḏa­qiyya an. Da sie jedoch hauptsächlich im landwirtschaftlichen Gebiet niedergingen, war der verursachte Schaden zum Glück vergleichsweise gering. (https://www.sana.sy/en/?p=146898, https://www.sana.sy/?p=812902)

Lawrow in Wladiwostok, Photo: SANA

Während eines Forums für angehende Diplomaten aus dem Asien-Pazifik-Raum in Wladiwostok als Teil des dort stattfindenden Eastern Economic Forum bemerkte Rußlands Außenminister Lawrow am 12.9.2018: „I’m satisfied by the fact that we have a very professional channel of communication with the United States between our militaries on problems of the Syrian crisis. … . I assume that the contacts on Syria that we still keep via political channels will help us find mutually acceptable approaches, ac­ceptable first of all from the point of view of the Syrians themselves.” (D.h. Ich bin überzeigt davon, daß wir mit den USA zwischen unseren Militärs über Probleme der syrischen Krise einen sehr professionellen Kommunikationskanal besitzen. … . Ich gehe davon aus, daß die Kontakte bezüglich Syrien, die wir noch über politische Kanäle führen, uns helfen werden, für beide Seiten akzeptable[Lösungs] Ansätze zu finden, Ansätze, die vor allem für die Syrer annehmbar sind.)
Erneut verwies er darauf, daß sich russische Militärs auf Einladung der legitimen Regierung in Syrien befänden ganz im Gegensatz zu der damit völkerrechtswidrigen Präsenz der US-Streitkräfte.
Sodann rief er dazu auf,  den Terrorismus zu bekämpfen anstatt ihn für opportunistische Ziele zu benutzen. Dazu führte er aus: „right now we are facing the threats of terrorism, drug trafficking, organized crime, and I hope that the understan­ding of the need to jointly fight this evil will prevail, instead of playing against each other in this or that si­tu­ation – like in Syria, for example – and to use the threat of extremism to achieve timeserving goals.” (D.h.: Gerade sehen wir uns mit den Bedrohungen durch den Terrorismus, Drogenhandel und die organisierte Kriminalität konfrontiert, und ich hoffe, daß das Verständnis für die Notwendigkeit, dieses Übel gemeinsam zu bekämpfen, überwiegen wird, anstatt in dieser oder jener Situation gegeneinander zu agieren [eigentlich: spielen] – wie z.B. in Syrien – und die Extremismusbedrohung zum Erreichen opportunistischer Ziele zu benutzen). (www.sana.sy/en/?p=146845https://www.sana.sy/?p=812468)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 11.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=146759 und https://www.sana.sy/?p=811743, https://www.sana.sy/?p=811840 (Zerstörung eines Terroristenschlupfnests am Ortsrand von Qalʽat al-Maḍîq, ca. 50km im NW von Ḥamâ gelegen, mitsamt allen Kämpfern von  Ğabhatu_n-Nuṣra einschließlich von Mu­ḥammad Ziyâd ʽAbdullâh, wie einer Raketenabschußanlage in der Kleinstadt al-Laṭâmina (vgl.u.), ca. 35km nördlich der Provinzhauptstadt.
Begleitet von SAAF- und Artillerieangriffen Vorrücken im al-Ğurf aṣ-Ṣaḫrî-Gebiet in der Nachbarschaft der Tulûl aṣ-Ṣafâ in der Ost-Bâdiyya von as-Suwaidâ´ nach harten, für die IS-Terroristen verlustreichen Gefechten.)

Nachdem das russische Verteidigungsministerium am 8.9.2018 die Information herausgegeben hatte, daß die Vorbereitungen zum seit Wochen geplanten terroristischen Giftgasanschlag (vgl.u.) in der Provinz Idlib mit dem Ziel, die SAA und damit die Regierung in Damaskus der C-Waffenattacke gegen Bürger zu bezichtigen und somit den Vorwand für einen weiteren westlichen Militärschlag gegen Syrien zu liefern, abgeschlossen seien, erging am 11.9.2018 die Mitteilung, daß aufgrund verläßlicher Informationen das Verfilmen des aufgebauten Szenariums am Dienstag begonnen habe (zur Aktualisierung s.u.!). Dazu seien Filmcrews von TV-Kanälen aus dem Nahen Osten [bekannt für ihre früheren fake news bezüglich Syrien!] und eine aus den USA in Ğisr aš-Šuġûr angekommen. Es sei geplant, die Filme anschließend Massenmedien zu übergeben, wie das schon früher passiert ist. (https://www.sana.sy/en/?p=146766)

Passend zu dieser Meldung sind – wohl nur rein zufällig? – seit dem 10.9.2018  staatliche syrische Mitteilungen, sei es von SANA, dem Verteidigungsministerium oder dem Präsidentschaftsbüro bei Youtube gesperrt! (S. YouTube Bans Syrian State-Run, Pro-Government Channels Amid Expected Escalation Over Idlib Offensive) – Die vielen Schwierigkeiten, Zugang zu Nachrichten jenseits der Mainstream-Medien zu er- und behalten, wurden in diesem Thread immer wieder thematisiert.

Zum Terroristen-Staging eines C-Waffenangriffs zur Verfilmung, Photo: pars today

Bei der von russischer Seite anberaumten UNSC-Sitzung zu Syrien am 11.9.2018 wie Rußland UN-Gesandter Wasili Nebensja in seiner Rede darauf hin: „A number of western states are preparing to carry out a military intervention in Syria and launch strikes on governmental sites under the pretext of responding to the alleged use of toxic sub­stances by Damascus.” (D.h.: Eine Reihe westlicher Staaten bereitet sich auf eine militärische Intervention in Syrien und die Durchführung von Angriffen gegen Regierungsstandorte unter dem Vorwand der Reaktion auf die vorgebliche Verwendung toxischer Substanzen durch Damaskus vor.) Die Haltung dieser Staaten laufe darauf hinaus, die mit den Astana-Konferenzen erfolgreich eingeleitete politische Beilegung der Syrienkrise zu torpedieren. Nochmals machte er in dem Zusammenhang auf den Umstand aufmerksam, daß Syrien überhaupt keine C-Waffen mehr besitzt, da sie wie die Produktionsanlagen unter Aufsicht und mit nachfolgender Bestätigung der OPCW 2014 vernichtet wurden (s.a. Teil I). Die Terroristenkonzentration im Raum Idlib müsse – entsprechend den UNSC-Resolutionen (z.B. Nr.2170f, Nr.2199) hierzu – jedenfalls vernichtet werden.
Wenn die US-Administration wahrhaft Bedenken wegen der behaupteten, noch bestehenden C-Waffenstandorte der syrische Armee hätten, warum habe sie dann nicht  eine Liste solcher Lagerstätten, die Ziele der angedrohten westlichen Raketenangriffe auf Syrien sein würden, erstellt und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) übergeben, damit deren Inspektoren sie hätten kontrollieren kön­nen. Daran anknüpfend kritisierte die Außenamtssprecherin Sacharowa in Moskau selben Tags: „Eine Woche ist vergangen, aber soweit wir wissen, wurden der Organisation für das Verbot chemi­scher Waffen keine Informationen oder Anträge vorgelegt, und dies zeigt erneut, dass die wahren Absichten der drei westlichen Länder (USA, Frankreich und Großbritannien) auf illegalen Überle­gungen basieren.“ (https://www.sana.sy/en/?p=146812, https://www.sana.sy/?p=812329)
Alexander Schulgin, Rußlands permanenter OPCW-Vertreter, richtete daher auch den Aufruf an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen dahingehend, sich dafür einsetzen, daß keine provokativen Handlungen [d.h. seitens der Terroristen in Idlib (vgl.u.) zur Herbeiführung eines westlichen Militäraktion auf einen Wink aus dem Ausland] stattfinden [zu den entsprechenden, inzwischen abgeschlossenen Vorbereitungen s.u.!]. (https://www.sana.sy/?p=812547, www.sana.sy/en/?p=146851)

Tulsi Gabbard im US-Kongreß, Photo: SANA

Anläßlich der 17. Wiederkehr der Terroranschläge  vom 11.9.2001 in den USA konstatierte die US-Kongreßabgeordnete Tulsi Gabbard im Repräsentantenhaus am 13.9.2018, die IS- und andere Terrororganisationen in Syrien zu beschützen sei ein Verrat an den Opfern der Terroranschläge  vom 11.9.2001. Obwohl der Präsident und sein Stellvertreter zwei Tage zuvor ihre Betroffenheit ob dieses Geschehens bekundet hätten, beschützten sie derzeit 20 – 40.000 Mitglieder von al-Qâʽida und anderer Terrorgruppen in Syrien, indem sie Syrien, Rußland und dem Iran drohten, falls sie genau diese Terroristen bekämpften. Das sei ein Verrat an den US-Bürgern, insbesondere aber an den Opfern – auch in US-Uniform – und ihren Familien. – Schon in früheren Statements hatte Gabbard beteuert, die US-Administration unterstütze in Syrien Terrorgruppen, die mit dem IS bzw. al-Qâʽida affiliiert seien, die jedoch als „Opposition“ tituliert würden, und rief zum Stop dieses Verhaltens auf. (https://www.sana.sy/?p=814100, https://www.sana.sy/en/?p=147038)

Kritisch die gegen Syrien von westlicher Seite erhobenen Vorwürfe bzgl. Einsatzes von C-Waffen bei (künftigen) militärischen Operationen im Raum Idlib als unzutreffend abweisend äußerte sich auch nochmals Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim im Interview gegenüber dem am 11.9.2018 veröffentlichten internationalen Magazin al-Ḥayât. (https://www.sana.sy/?p=812219, https://www.sana.sy/en/?p=146818). Desgleichen gilt für den Botschafter Ḥusâm ad-Dîn Âlâ, dem permanenter Repräsentanten bei den UN in Genf. (https://www.sana.sy/?p=812218, https://www.sana.sy/en/?p=146815; s.a. https://www.sana.sy/?p=813214) – Beide sind als Entgegnungen eine notwendige Ergänzung der Diskussion; Wesentliches daraus ist jedoch schon erwähnt worden (vgl.u.). Wegen der begrenzten Übersetzungskapazitäten  muß es daher dem Leser überlassen werden, sich den Originalartikeln zuzuwenden.

Deutsche Tornado-Kampfflugzeuge, Photo: AFP/gettyimages

Ähnlich wie bzgl. der Angriffe vom April 2018 kommt auch der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags in Berlin in seiner zehnseitigen Expertise zu dem Schluß: „Im Ergebnis wäre eine etwaige Beteiligung der Bundeswehr an einer Repressalie der Alliierten in Syrien in Form von ,Vergeltungsschlägen‘ gegen Giftgas-Fazilitäten völker- und verfassungswidrig„. (https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/bundestags-gutachten-syrien-einsatz-der-bundeswehr-waere-rechtswidrig-2-a2634292.html u.a.) – Laut vorhergehender Meldung der Bild-Zeitung war eine Beteiligung der Bundeswehr im Verteidigungsministerium zuvor diskutiert worden.
In Syrien würdigte man die Bewertung am 12.9.2018  mit einem eingehenden Artikel:  https://www.sana.sy/?p=812535

UNSC-sitzung zu Syrien, Photo: SANA

Nachdem aus dem Verteidigungsministerium in Moskau verlautete, daß die Terroristenkonzentration im Gebiet Idlib nicht tolerabel sei, für Syrien wie für die Welt nicht. Aufgrund der letzten Meldungen bzgl. der Verfilmung des Giftgasattacken-Szenariums (s.u.) forderte Rußland am 11.9.2018 daher eine UNSC-Sitzung zum Sachverhalt.  Auch sollten die Ergebnisse des letzten Gipfeltreffens in Teheran (s.u.) besprochen werden. (https://www.sana.sy/?p=811717https://www.sana.sy/?p=811550, s.a. https://www.rt.com/on-air/438185-un-security-council-idlib/)

Die britische Labour-Abgeordnete Emily Thornberry (von der Opposition für den Posten der Außenministerin ausersehene Politikerin) insistierte am 11.9.2018 während einer Parlamentssitzung zum Syrienkrieg darauf,  nicht auf  „open sour­ce intelligence provided by proscribed terrorist groups” für den Fall eines gemeldeten C-Waffenangriffs in Syrien zu vertrauen und entsprechend zu reagieren [d.h. nicht mit einem Militärschlag gegen Syrien]. (https://www.rt.com/uk/438161-idlib-syria-thornberry-chemical/)

Erstes von Syrern gebautes Flugzeug, Saḥâb 73, vorgestellt auf der 60. Damascus International Fair, Photo: SANA

Ing. Ṣafwân stellte auf der 60. Damascus International Fair am 11.9.2018 das erste in Syrien gebaute Flugzeug, die Saḥâb 73, vor. Entworfen wurde sie von zehn Absolventen der Military Engineering Academy und der Higher Institute of Applied Sciences.(https://www.sana.sy/en/?p=146753, https://www.sana.sy/?p=811590)

Am 11.9.2018 setzten die Repräsentanten der drei Garantenstaaten des Astanaformats ihre Gespräche mit dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura in Genf fort. (https://www.sana.sy/?p=811749, https://www.sana.sy/en/?p=146770)
Im Nachgang unterstrich Alexander Lawrentiew als Leiter der russischen Delegation  die Notwendigkeit, die Terrororganisationen in Syrien bis zu deren kompletter Eliminierung zu bekämpfen. Deren weitere Präsenz im Land sei untragbar. Laut Russia Today bemerkte er aufgrund der vorangegangenen Gespräche zur Situation in Idlib: „Russia and other guarantor states are exerting all possible efforts to solve the issue of Idlib with the less possible losses along with guaranteeing the safety of civilians.” (https://www.sana.sy/en/?p=146824, https://www.sana.sy/?p=812362)

Kaum scheint – dank des Versuchs der möglichst weiten Bekanntmachung trotz Totschweigens durch die Mainstream-Medien – die Giftgasinszenierung durch White Helmets und Co. (s.u.) erst einmal (!) gebannt, wird auch schon – gemäß dem üblichen Themenhopping –  die alte Mär der Faßbomben wiederbelebt. Vgl. dazu die Stellungnahmen durch Präsident Dr. al-Assad in den Interviews  vom 10.2.2017 (ab Frage 37)  vom 3.11.2016 (ab Frage 7)  vom 19.10.2016 (ab Frage 20)!

Während seines Interviews mit der Istanbuler Tageszeitung Akşam gab der türkische Staatspräsident Erdogan an, die US-Administration habe die kurdischen YPG-Kämpfer u.a. in der syrischen Provinz Dair az-Zaur auch dadurch unterstützt, daß sie ihnen beim Verkauf – von illegal gefördertem – Erdöl im Wert von ca. 300 Millionen US-$ auf inter­nationalen Märkten behilflich war.  Dies wie die US-Hilfen für die Kurden in Nord-Syrien habe er dem russischen Staatspräsidenten Putin beim Gipfeltreffen in Teheran am vergangenen Freitag mitgeteilt, worüber sich jener gewundert habe. (http://parstoday.com/de/news/middle_east-i43408-erdogan_usa_zahlen_syrischen_kurden_300_millionen_dollar vom 10.9.2018)

Publikumsandrang, 60. Damascus International Fair, 5. Tag, Photo: SANA

Am 5. Messetag verzeichnete die Damascus International Fair 273.000 Besucher. Mehrere Abkommen wurden unterzeichnet. (https://www.sana.sy/?p=811611)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 10.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=146697 und https://www.sana.sy/?p=810744 (Bei Artillerieangriffen auf Terroristen-Bewegungen entlang der Verbindungsstraße zwischen Qalʽat al-Maḍîq und dem Ğabal Šaḥšabû im entfernten NW der Provinz Ḥa­ma wurden sämtliche von deren Kämpfern eliminiert einschließlich Ḫâlid al-Ḥussain alias Abû Walîd. Mehrere Terroristen-Schlupfnester sowie die Raketenabschußanlagen innerhalb der befestigten Terroristenbasen in al-Laṭâmina und Kafar Zaitâ im Nord-Rîf wurden zudem gezielt zerstört.
Im Süd-Rîf von Idlib wurde den Terroristen in ihren Fortifikationen in der Stadt al-Hubaiṭ im Gebiet von Ḫân Šaiḫûn bedeutende Verluste an Kämpfern und Bewaffnung beigebracht.) 

Mehrfachraketenwerfer, Photo: wikipedia.org

Terroranschläge vom 10.9.2018:
Im Nord-Rîf von Ḥamâ feuerten die in ihren langjährigen Hochburgen Kafar Zaitâ und al-Laṭâmina verschanzten Terroristen mittels Mehrfachraketenwerfersystems Raketen auf den Militärflughafen von Ḥamâ; Raketen trafen auch den al-Muʽallimîn-Park in der Provinzhauptstadt Ḥamâ, abgeschossen von Terroristen im Umkreis des Dorfes Arza. Glücklicherweise kam es zu keinen Personenschäden, jedoch   – vor allem im letzetren Fall – zu materillen Schäden an öffentlichem und privatem Eigentum.  Die Armee reagierte mit gezielten Attacken auf die Abschußorte und fügte den Terroristen dort bedeutende Verluste zu.  (https://www.sana.sy/en/?p=146746, https://www.sana.sy/?p=811460)

Die Regierung der Niederlande hat sich am 10.9.2018 dazu entschlossen, die Unterstützung für 22 gegen die Regierung in Syrien kämpfende Gruppen, d.h. sog. „moderate bewaffnete Oppositionelle“ (zur MAO s.u. bzw. ab Teil II), „militante Gruppen“, die White Helmets (zur Einordnung s.u. und bes.  Teil V) und eine eindeutig sogar vom eigenen Justizministerium terroristisch klassifizierte Gruppe, zu kappen, diejenige für die White Helmets jedoch erst zum Jahresende. Interessant ist auch die Begründung! In einem Schreiben des Außenministers Stefanus Abraham Blok wie der Ministerin für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit, Sigrid Kaag, an das Unterhaus des Parlaments, veröffentlicht auf der Regierungswebseite, heißt es dazu: das Programm „did not bring the expected results” und die Regierungsarmee in Syrien „will soon win.” Die Lieferungen im Wert von über 80 Millionen US-$ umfaßten verschiedenerlei Ausrüstungsgegenstände einschließlich Satellitentelefone, Militäruniformen und die bei den Terroristen in Syrien – inklusive des IS (vgl. z.B. Teil V) – für den Umbau zu Kampfwagen so beliebten Toyota Hilux pick-up Trucks, wie Sputnik News berichtete. Aufgedeckt wurde der Sachverhalt durch zwei niederländische Journalisten der Tageszeitungen Nieuwsuur und Trouw. Weitere Einzelheiten wurden für die nächsten Tage versprochen. Einige Parlamentarier  zeigten sich von den Rechercheergebnissen schockiert, verurteilten diese Aufwendungen scharf und verlangten von der Regierung Aufklärung, darunter Dr. Pieter Herman Omtzigt von der Partei Christen-Democratisch Appèl und Sjoerd Wiemer Sjoerdsma von der Partei D66. (https://www.sana.sy/?p=811687, s.a. https://www.rt.com/news/438117-netherlands-syria-militants-funding/)

In Genf treffen sich am 10. und 11.9.2018 die Repräsentanten der drei Garantenstaaten des Astanaformats (nach dem Treffen von deren Staatschefs am Freitag in Teheran, s.u.!) mit dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura. Als der Leiter der russischen Diplomatendelegation, Alexander Lawrentiew,  am Flughafen ankam, beantwortete er die Journalistenfrage nach den Entscheidungen der folgenden Besprechungen als noch „zu früh“.  Die Diskussionen würden sowohl offiziell als auch nicht offiziell sein. (https://www.sana.sy/?p=810585, https://www.sana.sy/?p=810660)

Aramäischer Steinlöwe, Photo: SANA

In der Stadt Muzairîb im West-Rîf von Darʽâ konnten am 10.9.2018 ein 4.000 Jahre altes Artefakt dank Informationen aus der Bevölkerung vor dem Verkauf ins Ausland bewahrt und  die Schmuggler gefangengenommen werden. Das Stück, das einen Steinlöwen aus aramäischer Ära in der Größe 65 mal 35cm darstellt, ist nach seinem Raub in der Gegend von al-Masmaka versteckt gewesen. Dort wollten es die Schmuggler nach Mitternacht holen und abtransportieren. Darüber informierte Dr. Muḥammad Ḫair Naṣrullâh als Chef des Denkmalamts (DGAM) der Provinz die Medien. Nach Eingang der Informationen habe man die Polizei kontaktiert, welche die Täter in flagranti überwältigen konnte. Die Statue wurde daraufhin in das Natio­nal Museum Darʽâ gebracht und wird dort untersucht, machte dessen Leiter Ayham az-Zuʽbî deutlich. (https://www.sana.sy/en/?p=146692, https://www.sana.sy/?p=810660)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 9.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=146623, https://www.sana.sy/en/?p=146610 und https://www.sana.sy/?p=809910,  https://www.sana.sy/?p=809885 (Nach weiteren heftigen Gefechten mit den auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ in felsigen Höhlen verschanzten IS-Terroristen war nach Eliminierung etlicher der Extremisten und ihrer Basen ein Vorrücken um 1km in der Ost-Bâdiyya (Geröllwüste) der Provinz as-Suwaidâ´ möglich. Präzise ausgeführte SAAF- und Artillerie-Angriffe richteten sich gegen IS-Stellungen, -Schlupfnester und -Fortifikationen. Nach Durchbrechung einer feindlichen Verteidigungslinie zerstoben die IS-Terroristen. Es gelang weiterhin, den Zugang zu den Wasserresourcen abzusperren.
Zerstörung von einem Munitionsdepot samt Kampfwagen und Abschußvorrichtungen für Granaten dern Katâ´ib  al-ʽIzza in Tal aṣ-Ṣayâd nördlich von Kafar Zaitâ im Nord-Rîf von Ḥamâ mit Beseitigung einiger der Terroristen. Am Ortsrand von Kafar Zaitâ, 38km nördlich der Provinzhauptstadt Ḥamâ Vernichtung eines Ğabhatu_n-Nuṣra-Trupps  einschließlich der identifizierten Extremisten Sâmir Suwaidân alias Bâbû Tuks und ʽAbd ul-ʽAzîz Muʽain Subaiʽ. Kafar Zaitâ gilt als eine der Hauptbastionen von Ğabhatu_n-Nuṣra und Affiliierten.)

US-Phosphorbomben-Einsatz gegen die Stadt Hağîn / Provinz Dair az-Zaur, Photo: SANA

Am So., 9.9.2018, ließ das Verteidigungsministerium in Moskau durch das russischen Koordinations- und Überwachungszentrum in Ḥumaimîm in einer offiziellen Verlautbarung mitteilen, daß am Vortag, dem 8.9.2018, zwei US-Kampfjets der US-geführten Koalition die Stadt Hağîn, 110km östlich von Dair az-Zaur mit den international geächteten Phosphorbomben attackieren ließ. In der Verlautbarung hieß es dazu: The strikes erupted huge fires in the region while information about casualties are under verification.” (https://www.sana.sy/en/?p=146650, https://www.sana.sy/?p=810431) – Dies ist nicht der erste Einsatz von Phosphorbomben durch US-Kampfjets in Syrien während der Kriegjahre: vgl. Teil VI und früher!

Bereits am Sa.,  8.9.2018, hatte es einen Angriff seitens der – US-unterstützten – Militanten von al-Asâyiš, welche den militärischen Flügel der PKK darstellen, in al-Qâ­mišlî  in der NW-Provinz al-Ḥasaka auf eine SAA-Patrouille gegeben, meldete SANA tags darauf aufgrund von Benachrichtigungen durch Anwohner. Die al-Asâyiš-Kämpfer eröffneten dabei ohne vorherige Warnung das Feuer – teils durch Heckenschützen – auf die Soldaten am Kreisverkehr, worauf die SAA-Patrouille zurückfeuerte und sich eine Gefechtssituation ergab, bei der etliche der Militanten getötet wurden, jedoch auch ebenso SAA-Soldaten. Der als ruchlos bezeichnete Aggressionsakt sei zu einem Zeitpunkt erfolgt, als die USA ihre Truppen in einigen Gegenden der Provinz aufstockten – in klarer Verletzung des Völkerrechts und der syrischen Souveränität. Dabei gingen auch Waffenlieferungen an Terroristen und lokale Milizen, um die Lage in Syrien weiter zu destabilisieren. (https://www.sana.sy/en/?p=146647, https://www.sana.sy/?p=810381) – Zu al-Asâyiš -Übergriffen auf die Bevölkerung und  Schulen der Gegend s.u.!

Erfindermesse al-Bâsil als Teil der Damaskus International Fair, Photo: SANA

Innerhalb der Damaskus International Fair, welche am 3. Tag 104.000 Besucher angelockt hat, eröffnet am 9.9.2018 die Erfindermesse al-Bâsil ihre Tore. Gut 700 Erfinder präsentieren dieses Jahr ihre Produkte. (https://www.sana.sy/en/?p=146588)

Unter Rückgriff auf einen Bericht von al-Mayâdîn meldet Pars Today am 9.9.2018, ein hochrangiges Ğabhatu_n-Nuṣra-Mitglied, zuständig für den Bau und die Verbesserung von mit Chemikalien bestückten Raketen, welche sich derzeit in der Provinz Idlib befänden, habe sich  in die Türkei abgesetzt. (S. Raketen-Konstukteur der Nusra-Front flieht in die Türkei)

„Sachschaden“nach Terroranschlag, Photo: SANA

Terroranschlag vom 9.9.2018:
Die im Umkreis von Qalʽat al-Maḍîq in Stellung gegangenen Terroristen attackierten mit Raketenbeschuß die Wohnbereiche der Stadt as-Suqailibiyya im Nord-Rîf von Ḥamâ, wobei drei Bewohner unterschiedlich schwer verletzt wurden und Schäden an Häusern und weiterem privatem und öffentlichem Eigentum verursacht wurden. (https://www.sana.sy/en/?p=146601, https://www.sana.sy/?p=809844)

Über die Grenzübergänge ad-Dabûsiyya und Ğudaidat Yâbûs kamen am 9.9.2018 wieder zwei Gruppen von Flüchtlingen in ihre Heimatorte zurück, welche zuvor im Libanon Zuflucht vor den Terroristen gefunden hatten. (https://www.sana.sy/en/?p=146604, https://www.sana.sy/?p=809849)

SAA in der felsigen Bâdiyya von as-Suwaidâ´, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 8.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=146524 und https://www.sana.sy/?p=809229 (In den Tiefen der Geröllwüste (Bâdiyya) im Ost-Rîf der Provinz as-Suwaidâ´ baute die Armee ihre Stellungen in den felsigen Tulûl aṣ-Ṣafâ aus, zuvor wurden weitere IS-Schlupflöcher und fortifizierte Stellungen samt Extremisten eliminiert. Artilleriefeuer „begleitete“ flüchtende IS-Kämpfer und sorgte für die Beibehaltung der unterbrochenen Nachschubrouten.)

Gemäß einer Armee-Quelle gegenüber Murâsalûn-News (Muraselon News‏ vom 8.9.2018) sollen Einsätze der SAAF und russischer Kampfjets in Nord-Ḥamâ und Süd-Idlib die seit langem erwartete Militäroperation gegen die in der Provinz Idlib konzentrierten Terroristen einleiten. Befördert habe dies auch der letzte massive Terroranschlag auf die Stadt Maḥarda (s.u.)

Zeugenvernahme zum angeblichen Giftgasvorfall in Dûmâ beim OPCW.Sitz in Den Haag am 26.4.2018, Photo: SANA

Laut Mitteilung von Igor Konaschenkow, dem Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, vom Sa., 8.9.2018, seien die Vorbereitungen zum seit Wochen geplanten terroristischen Giftgasanschlag (vgl.u.) abgeschlossen, nachdem sich Führer von Ğabhatu_n-Nuṣra, al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî und Repräsentanten der White Helmets getroffen und die einzelnen Aufgaben unter sich genau verteilt hätten. Dies gehe aus Quellen vor Ort und Medien berichten hervor. Das Szenarium, zu dem im Vorfeld auch schon Kinder als ausersehene Opfer entführt worden waren (vgl.u., al-Mayâdîn-Meldung) sei für den Abend des 8.9.2018 im Areal von Ğisr aš-Šuġûr, Sarâqib, Taftanâz und Sarmîn in aussicht genommen. Die Beteiligten warteten nur noch auf ein Signal aus dem Ausland. (https://www.sana.sy/?p=809284, https://www.sana.sy/?p=809284) – Auffällig in dieser Hinsicht ist, daß sich die Mainstream-Medien nach längerer Pause gerade heute nachmittag mit der Meldung von massiven Bombardements der syrischen und russischen Streitkräfte im Raum Idlib zu Wort gemeldet haben. Wäre da der SAA nicht auch das Giftgasszenarium zuzutrauen??!
Siehe dazu auch die Wortmeldung einer Mutter in einem Bericht von in einem Bericht von al-Mayâdîn, welche sich um den Verbleib ihres Kindes sorgt, das von den White Helmets mit einer Gruppe weiterer Kinder im Umland von Idlib entführt wurde und seither an unbekanntem Ort festgehalten werde.

Terroristenwaffenfund ar-Rastan, Photo: SANA

Am Sa., 8.9.2018, wurde bei den Farmen von ar-Rastan, 25km nördlich von der Provinzhauptstadt Ḥomṣ, während der Entminungsarbeiten ein Depot mit einer großen Menge an Waffen, Munition und  medizinischer Ausrüstung der früher in der nahen Stadt verbarrikadierten Terroristen gefunden. (https://www.sana.sy/?p=809253, https://www.sana.sy/en/?p=146530)
Zudem wurde ein Terroristenversteck mit geraubten archäologischen Artefakten bei den Farmen von ar-Rastan entdeckt. (https://www.sana.sy/en/?p=146557, https://www.sana.sy/?p=809463)

Terroranschlag vom 8.9.2018:
Ein 13-Jähriger wurde durch die Detonation einer Landmine in der Stadt an-Nuʽaima im Nord-Rîf von Darʽâ getötet, welche die Terroristen dort vor ihrer Niederlage gegenüber der SAA ausgelegt hatten. (https://www.sana.sy/?p=809280, https://www.sana.sy/en/?p=146527)

Damascus International Fair, Photo: SANA

Am zweiten Öffnungstag, dem 8.9.2018, verzeichnete die 60. Damascus International Fair eine Besucherzahl von  112.000. (https://www.sana.sy/en/?p=146511) – Über die einzelnen Aktionen und Details geben Artikel von SANA weitere Auskunft.

In den befreiten Stadtteilen der Provinzhauptstadt Darʽâ werden Bauschutt und Barrieren von den Hauptstraßen entfernt. (https://www.sana.sy/?p=809245, 8.9.2018)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 7.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=146399 und https://www.sana.sy/?p=808559 (Weiteres Vorrücken auf einer Länge von 1km im Gebiet von Arḍ Qâʽ al-Banât im NW der Tulûl aṣ-Ṣafâ im Ost-Rîf der Provinz as-Suwaidâ´ nach zähen, für die dort verschanzten IS-Terroristen aber verlustreichen Gefechten; desgleichen gilt für die SAA-Einheiten im Westen der Anhöhen. Der Vormarsch gestaltet sich langsamer als sonst, da bei der Taktik in dem felsigen und höhlenreichen Terrain Rücksicht auf die ca. 30 Geiseln der Terroristen genommen werden muß und wird)

Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî im UNSC, Photo: pars today

In der Sache „Idlib“ wandte sich der UN-Gesandte Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî am 7.9.2018 im UN-Sicherheitsrat (UNSC) nochmals an das Auditorium: In seiner Darlegung machte er darauf aufmerksam, Terroristen aus der Provinz] Idlib zu vertreiben, sei souveränes Recht und Pflicht der syrischen Regierung, welche damit auf die UN-Charta und die UNSC-Resolutionen zur Terrorismusbekämpfung bauen könne. Die dazu nötige Aktion entspreche der Forderung von Millionen von syrischen Bürgern einschließlich derer von Idlib [dazu vgl.u. bzw. Teil VI], die immer noch unter der Terroristenbesatzung zu leiden habe.  Kein Staat und keine Seite habe die Berechtigung, dieses Recht zu untergraben, noch das auf politische und mediale Ausbeutung des Leidens der Menschen von Idlib mit dem Ziel, die syrische Regierung davon abzubringen, Sicherheit, Stabilität und ein normales Leben in dieser Provinz wiederherzustellen.
Daß bestimmte Seiten die Terroristen in Idlib verteidigten, sei ein verzweifelter Versuch, diese Terroristen zu schützen und deren Ablaufdatum (expiration date) in die Länge zu ziehen, damit sie sie in andere Länder transportieren und dort als „sehr gemäßigte Opposition“ („very moderate op­position“, zur MAO s.u. bzw. ab Teil II) präsentieren könnten.
Niemand sei mehr um das Wohlergehen der syrischen Bevölkerung besorgt als Syrien selbst. das sei auch der Grund dafür, warum man den Weg der Rekonziliierung (s. ab Teil II)  beschritten habe.
Die habe man immer vor einer Militäraktion favorisiert, um die Bevölkerung zu schonen, wie die Gelegenheit zur Waffenniederlegung und Distanzierung von den Terrororganisationen für die bewaffneten Gruppen. Doch die Terroristen in Idlib weigerten sich, die Waffen niederzulegen und Syrien zu verlassen dorthin, woher sie auch immer gekommen waren.
Außerdem bemerkte der UN-Gesandte: „Those who facilitated the entry of foreign terrorists into Syria, including the Turkish govern­ment, can still withdraw them from Idlib, just like they did with their White Helmets members whom they had smuggled in cooperation with Israel before shipping them to Idleb to prepare for another terrorist crime using chemical weapons.” (D.h.: Diejenigen, die das Eindringen ausländischer Terroristen nach Syrien erleichterten – einschließlich der türkischen Regierung – können sie immer noch aus Idlib zurückziehen, genauso wie sie es mit ihren „White Helmets“ getan haben [dazu s. Teil VI], die sie in Zusammenarbeit mit Israel ausgeschmuggelt hatten, bevor sie sie nach Idlib zur Vorbereitung eines weiteren terroristischen Verbrechens mittels chemischer Waffen transportierten.)
Die syrische Regierung hat alle notwendigen Schritte unternommen, um Zivilisten zu schützen und sie über sichere Korridore zu evakuieren, ähnlich wie in anderen Gebieten geschehen. Syrien sei sich sehr wohl der humanitären Verantwortung bewußt, die aus der Befreiung von Idlib von  Ğabhatu_n-Nuṣra und deren Affiliierten erwachse.
Die Präsidentschaft des Sicherheitsrates besetze jetzt sowohl die Seite des Gegners als auch des Richters; stellt am einen Tag die Diskussion über die Situation in Nicaragua in den Fokus, heute die Diskussion über die Situation in Idlib und morgen wird womöglich Venezuela an der Reihe sein, dann der Iran. Dabei betonte Dr. al-Ğaʽfarî, die USA, Großbritannien und Frankreich nutzen ihre regelmäßige Ratspräsidentschaft aus, um Feindseligkeiten gegen Syrien zu schüren und Drohungen aufeinanderzuhäufen, sobald die syrische Armee und ihre Alliierten einen Erfolg gegen die terroristischen Handlager dieser Regierungen erzielt hätten.
Die Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs und ihre Handlager  in der Region seien der Hauptgrund für das Leiden der Syrer, indem sie sie die Krise weiter eskalieren ließen und zu verlängern versuchten; dazu benutzten sie den Takfîr-Terrorismus, den sie in den 1980ern geschaffen hatten, um ihn gegen Staaten einzusetzen, die sich ihren Diktaten nicht beugten.
Bezüglich des geplanten Giftgas-Szenariums setzte er hinzu: „In light of the information provided to the Security Council about the preparations made by terrorists and White Helmets members to use chemical weapons and lay the blame on the Syrian go­vernment to provoke a new partitive aggression against it, Syria reiterates its demand that the three countries who have influence over terrorist organizations must use that influence to prevent them from using any chemical weapons or materials that could be used as an excuse to elicit direct intervention and ag­gression by their supporters against Syria.” (D.h.: Angesichts der Informationen, die dem Sicherheitsrat über die Vorbereitungen der Terroristen und White Helmets-Mitglieder zwecks Verwendung von Chemiewaffen übergeben wurden und den Grund zur Beschuldigung der syrischen Regierung abgeben sollen, um damit eine neue partielle Aggression gegen sie zu provozieren, wiederholt Syrien seine Forderung, daß die drei Länder, die Einfluß auf terroristische Organisationen haben, diesen Einfluß nutzen müssen, um sie daran zu hindern, irgendwelche chemischen Waffen oder Materialien einzusetzen, die als Vorwand für eine direkte Intervention und Aggression ihrer Unterstützer gegen Syrien genutzt werden könnten.)
Insgesamt seien die Versuche, mit Investition in den Terrorismus Syrien [Erfolg zu haben], fehlgeschlagen. Dr. al-Ğaʽfarî beendete seine Rede mit den Worten: „the libe­ration of Idlib from Jabhat al-Nusra and groups affiliated to it will be the last nail in the coffin of ter­rorism, frustrating those who bet on it and invested billions of dollars in it, those whose yelling fills the halls of this organization much like what happened when the Syrian Army was about to liberate the eastern neighborhoods of Aleppo city, the eastern Ghouta, and Daraa and its countryside.” (D.h.  Die Befreiung Idlibs von Ğabhatu_n-Nuṣra und ihren Affiliierten werde der letzte Nagel zum Sarg des Terrorismus sein; [sie werde] diejenigen frustrieren, die darauf bauten und Milliarden von Dollars darin investieren, diejenigen, deren Geschrei die Hallen dieser Organisation ähnlich erfüllte, als die syrische Armee im Begriff war, die östlichen Stadtteile Aleppos, Ost-al-Ġûṭa und Darʽâ samt Umland zu befreien). (https://www.sana.sy/?p=808854, https://www.sana.sy/en/?p=146447)

Öffentliche Begräbniszeremonie nach dem Terrorakt gegen Bewohner von Maḥarda, Photo: SANA

Terroranschlag vom 7.9.2018:
Der hauptsächlich von Christen bewohnte und in den letzten Kriegsjahren wiederholt für Terroranschläge (s.u.) zum Ziel genommene Stadt Maḥarda im Nord-Rîf von Ḥamâ war auch am 7.9.2018 Schauplatz eines solchen: Die im noch von Terroristen – al-Qâʽida-Ablegern! – besetzten Gebiet (angrenzend an jenes von Idlib!) abgeschossenen Raketen  töteten neun Personen und verletzten 20, die meisten der Opfer waren Kinder und Frauen. Tags darauf fand eine öffentliche Begräbnisfeier statt. (https://www.sana.sy/?p=809256)

Aus dem Außenministerium in Damaskus erging am Fr., 7.9.2018, die strenge Verurteilung der britischen Desinformationskampagne und auf Fabrikationen basierenden falschen Anschuldigung gegen Rußland im Fall Skripal. Syrien selbst sei Opfer dieser Aktionen schon seit Jahren und gerade wieder jetzt hinsichtlich des geplante Szenariums einer Giftgasattacke durch den britischen Geheimdienst in Verbindung mit den berüchtigten White Helmets (zur Einordnung s.u. und bes.  Teil V) in dem von Terroristen von Ğabhatu_n-Nuṣra und Affiliiertenbesetzten Raum der Provinz Idlib. Wörtlich hieß es: „the British government is carry­ing out a campaign of disinformation and fabricated accusations of alleged use of toxic chemi­cals by the Russian Federation. In this regard, the Syrian Arab Republic expresses its solidarity with the Russian position, which categorically rejected these British allegations and lies and expressed readiness to hold consultations with the British side in accordance with the agreements signed between the two sides in the field of criminal cases.” (https://www.sana.sy/en/?p=146418; s.a. Das Vereinigte Königreich startet wieder den Fall Skripal)

Kennzeichen der sog. „White-Helmets“, Abbildung: SANA

Aufgrund neuerer Beobachtungen und der darauffolgenden Mitteilungen von Einheimischen haben die Terroristen von Ğabhatu_n-Nuṣra und al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî, die in Zusammenarbeit mit den White Helmets (zur Einordnung s.u. und Teil V) schon seit einiger Zeit die Inszenierung eines Giftgasanschlags vorbereiten  (dazu s.u.), ihre Pläne bzgl. der Zielorte geändert in Befürchtung dessen, daß die urprünglich ins Auge gefaßten inzwischenaußerhalb der Konspiranten bekannt geworden seien. Das sei bei einem Treffen der Terroristen in Ğisr aš-Šuġûr westlich von Idlib-Stadt vom 6.9.2018 beschlossen worden. Die drei neuen Zielorte seien an-Nâğiyya im Landkreis Ğisr aš-Šuġûr, al-Ḥawâš  im NW-Rîf von Ḥamâ und Kafar Nubul im Landkreis von Idlib-Stadt. (https://www.sana.sy/?p=808870, https://www.sana.sy/en/?p=146450)

Von der SAA auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ gefangener IS-Terrorist Suḥab ʽIzz ud-Dîn az-Zûʽbî, Photo: Rusvesna

Einem Rusvesna-Bericht vom 7.9.2018 zufolge, konnten Einheiten der 10. und 15. Division der Spezialkräfte der SAA während ihres Einsatzes Qabr aš-Šaiḫ Ḥus­sain in der Bâdiyya (Geröllwüste) im Ost-Rîf von as-Suwaidâ´ IS-Terroristen in ihren Höhlen aufspüren. Ein festgenommener IS-Zugehöriger gab während seines Verhörs, von dem ein Video aufgenommen wurde, einige Informationen preis:
Er heiße Suheb Izdin al-Zobi [Suḥab ʽIzz ud-Dîn az-Zûʽbî], Kampfname Abû ʽUmar al-Ḥaurânî. Er sei des Geldes wegen dem IS beigetreten und der IS-Abteilung im Gebiet al-Ḥağar al-Aswad unter dem – gesuchten – Feldkommandanten Abû Ayûb al-ʽIrâqî zugeteilt gewesen, den er jedoch selbst nie gesehen habe. Später sei er auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ eingesetzt worden. Die Stärke der in Bâdiyya operierenden Terroristen betrage insgesamt 1.500 Mann, seine Abteilung sei 250 Mann stark gewesen. Waffen und Ausrüstung seien ihnen vom US-Militär geliefert. Seine Ausbildung habe er innerhalb der Reihen des IS von US-Amerikanern im Flüchtlingslager ar-Rukbân erhalten [das im 55km Bannkreis der völkerrechtswidrig bei at-Tanaf erstellten US-Basis liegt, dazu s. Teil VI] ausgebildet. Die Amerikaner hätten 50-100 US-$ pro Monat gezahlt, da sie in Gruppen, nämlich Artillerie, Infanterie und Sabotage eingeteilt worden seien. Er sei Infanterist gewesen.
Beim IS seien auch Kinder nach entsprechender Gehirnwäsche als Suizidattentäter eingesetzt gewesen. Man habe sie auch dazu gebracht, Gefangene zu töten, wovon es bei Whatsup und Facebook Aufnahmen gebe. Auch solche Kinder seien im Lager ar-Rukbân trainiert worden. (http://rusvesna.su/news/1536240978 mit Video)

Gipfeltreffen in Teheran vom Fr., 7.9.2018, Photo: pars today

In der gemeinsamen Abschlußerklärung nach Ende des Dreiergipfeltreffens in Teheran bekannten sich die Prä­sidenten Rußlands, des Irans und der Türkei am Freitagnachmittag nochmals zum Festhalten an der Souveränität, Unabhängigkeit, Einheit und territorialen Integrität Syriens wie zu den Zielen und Prinzipien der UN-Charta, an die sich jeder halten müsse.
Die Kooperation zur Eliminierung der Terrororganisationen, insbesondere der UN-gelisteten Gruppen IS und Ğabhatu_n-Nuṣra als Ableger von al-Qâʽida wie deren Affiliierten sei eine Notwendigkeit.
Die Erfolge des in Astana angestoßenen Prozesses hin zu einer politischen Lösung der Syrienkrise seien sehr erfreulich. Eine militärische Lösung existiere dagegen nicht.
Diejenigen Gruppen, welche Vereinbarungen im Rahmen der De-Eskalationszonen eingegangen seien, müßten dringend von jenen, die sie ablehnten, den Terroristen separiert werden.
Ebenso müßten die Bemühungen zur Rückführung der syrischen Flüchtlinge weiter unterstützt werden
Ein Aufruf erging noch an die Weltgemeinschaft, vor allem die UN und deren humanitäre Organisationen, beim Minenräumen, dem Wiederaufbau von sozialen und wirtschaftlichen Hauptinfrastrukturen sowie dem Schutz des historischen Kulturerbes behilflich zu sein.
Die drei Garanten seien erfreut über die erreichte Reduzierung der Spannungen und die Erhöhung von Sicherheit und Stabilität in Syrien.
Die dreiseitige Kooperation sei auf Basis der eingegangenen Vereinbarungen über die De-Eskalationszonen weiterzuführen wie die Zusammenarbeit basierend auf den Astana-Konferenzen.
Das nächste Gipfeltreffen werde dann in Rußland stattfinden.
(https://www.sana.sy/?p=808725, https://www.sana.sy/en/?p=146423; s.a. http://parstoday.com/de/news/middle_east-i43359-abschlusserkl%C3%A4rung_des_dreiergipfels_zu_syrien_in_teheran und http://parstoday.com/de/news/middle_east-i43362-rohani_syrisches_volk_hat_das_erste_und_letzte_wort)

In einem eigens für das Gipfeltreffen vorbereiteten Kreml-Bericht wurde der Beitrag der russischen Streitkräfte zu den counterterroristischen Militäraktionen der SAA herausgestellt. Darin hieß es: „Russia is making a serious contribution to the normalization of the situation in Sy­ria. With the participation of the Russian servicemen, 87,000 militants have been eliminated, 141 sett­lements and 102,000 square kilometers of the Syrian territory liberated. … A total of 43,000 extremists have voluntarily laid down their weapons as a result of work to reconcile the sides.“
Die humanitäre Unterstützung bestand in mehr als 3.000 Tonnen Hilfslieferungen, der Entminung von 6.000 ha Land, von über 19.000Gebäuden und 1.500km Straße. (http://tass.com/politics/1020390)

Gipeltreffen des Astana-Formats in Teheran vom 7.9.2018, Photo: SANA

In Teheran treffen sich am Nachmittag des 7.9.2018 erneut die Staatschefs der drei Garantenstaaten der Astana-Plattform, Wladimir Putin (Rußland),  Ḥassan Rūḥānī (IR Iran) und Recep Erdoğan (Türkei) zu Gesprächen über die Situation, vor allem aber über jene der Provinz Idlib. Von Bedeutung ist dabei die Planung eines inszenierten Giftgasangriffes (dazu s.u.) dort. Desweiteren geht es um die Terrorismusbekämpfung und die Umsetzung der Richtlinien des Ende Januar in Sotschi abgehaltenen Syrian National Dialogue Congress.  (https://www.sana.sy/?p=808445, https://www.sana.sy/en/?p=146360)
Nach einem Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Erdogan erklärte der iranische Staatschef  Ḥassan Rūḥānī während der Eröffnungsrede zum Gipfeltreffen im Astana-Format in Teheran am 7.9.2018, die syrische Bevölkerung habe das Recht, ohne Einmischung aus dem Ausland über die Zukunft ihres Landes zu entscheiden. Einer ausländischen Einmischung würden sich die Völker der Region entgegenstellen und keine gewaltsam auferlegte Entscheidung  tolerieren. Er setzte hinzu: „We agreed to continue combating terrorism in Syria and reaching a political solution to the crisis in itcombating terrorism in Idleb is an important part of restoring stability in Syria.”  (Wir vereinbarten, die Terrorismusbekämpfung in Syrien fortzusetzen und eine politische Lösung der Krise herbeizuführen. … Die Bekämpfung des Terrorismus in Idlib ist ein wichtiger Teil der Wiederherstellung der Stabilität in Syrien). Die US-Präsenz in Syrien sei völkerrechtswidrig, weshalb die US-Truppen umgehend abziehen müßten. Die Internationale Gemeinschaft rief er dazu auf, den israelischen Angriffen auf Syrien ein Ende zu setzen.
Präsident Putin wies nochmals auf den Umstand  hin, daß Terroristen in Idlib einen Giftgasangriff zu  inszenieren planten, um anschließend die syrischen Armee (SAA) dessen zu beschuldigen und damit  einen Vorwand für einen westlichen Militärschlag gegen Syrien zu liefern.
Wichtige Projekte in Syrien seien jetzt zudem der Wiederaufbau, die Verstärkung der Sicherheit im Land sowie die Rückführung der Flüchtlinge. (https://www.sana.sy/?p=808628, https://www.sana.sy/en/?p=146402)

Hunderte vor den Terroristen geflüchteter Familien konnten am 7.9.2018 wieder in ihre Heimatorte in al-Mayâdîn und dessen Umland in der Provinz Dair az-Zaur zurückkehren, nachdem die SAA das Gebiet von Hinterlassenschaften der IS-Extremisten in Form von Bomben und Minen geräumt hatte. Ihrer Dankbarkeit dafür wie für die Befreiung ihrer Heimat überhaupt für die SAA gaben die Heimkehrer gegenüber SANA vielfach Ausdruck. (https://www.sana.sy/en/?p=146439)

Emblem der Damascus International Fair, Abb.: SANA

Bemerkenswert: Kaum ist der Link zur 59. Damaskus International Fair in Teil VI gesetzt, ist dieser von Administratorenseite nicht mehr zugänglich!

Nachdem 2017 nach all den Kriegsjahren mit der 59. Ausgabe die Abhaltung der Damascus International Fair – entgegen der Darstellung der Mainstream-Medien! – schon sehr erfolgreich über die Bühne gegangen war (s. Teil VI) konnte am Do., 6.9.2018 mit einem großen abendlichen Festakt die 60. internationale Handelsmesse in der Hauptstadt eröffnet werden. Die Ausstellungsfläche ist dieses Jahr die größte seit Beginn der Messetätigkeit in den 1950er Jahren mit 93.000m2. Es nehmen 1722 Firmen aus 48 Ländern teil.  Offiziell vertreten sind: Abchasien, Weißrußland, der Sudan, der Iran, Pakistan, der Jemen, Armenien, die Russische Föderation, Indonesien, der Irak, Palästina, Süd-Afrika, Indien, China, Bulgarien, die Tschechische Republik, Brasilien, Mazedonien, Venezuela, Kuba, die Demokratische Volksrepublik Korea (DPRK, „Nord-Korea“), Afghanistan und Ossetien.  Durch Firmen vertreten sind: Italien, die VAE, Ägypten, Marokko, Malaysia, Tunesien, Die BRD, Frankreich, Japan, Süd-Korea, Taiwan, Großbritannien, Vietnam, Thailand, Hong Kong, die Slowakei, Jordanien, Algerien, die Niederlande, Argentinien, Österreich, Belgien, der Libanon, Spanien und Singapur. Im größten Pavillon mit 4.500 m2 stellt Syrien seine Produkte in den Bereichen industrielle Produktion, Lebensmittel, Textilien, chemische Produkte und Ingenieurswesen vor. Ein umfangreiches künstlerisches Rahmenprogramm begleitet die Messe.
Eindrücke der pompösen und vielfältigen abendlichen Eröffnungsveranstaltung vermitteln die den Links zu entnehmenden Photostrecken und Videos.
Wie schon im Vorjahr ist den zahlreichen Besuchern (s. Beiträge in Teil VI) gerade auch aus Syrien  die Freude über die weitreichende Bekämpfung der Terroristen und die damit wiedereinkehrende Sicherheit mit annähernd normalen friedlichen Lebensumständen deutlich anzumerken.

Damascus International Fair, Eröffnungsfeier mit Ansprache des Premierministers, Photo: SANA

In seiner Eröffnungsrede hob Premierminister ʽImâd Ḫamîs in Stellvertretung des Präsidenten hervor: „As it has won its war against terrorism, Syria will gain victory in the war of reconstruction and buil­ding to return a state that could be difficult to ignore at international and regional circles.” Mitten im Wiederaufbauprozeß treffe Syrien seine Entscheidungen souverän und im nationalen Interesse und begrüße jegliche Kooperation, die dem Gemeininteresse beider Seiten diene.
Die Messe stelle ein Fenster dar, durch welches Syrien Kontakt zu befreundeten und freundlich-brüderlich gesinnten Regierungen* herstelle, um ihnen die gegebenen großen Investitionsmöglichkeiten im Land vorzustellen.
Die Regierung sei entschlossen, geeignete Bedingungen für die Einleitung eines nationalen Dialogs zu schaffen [vgl. dazu den Kongreß in Sotschi vom Januar 2018 in Teil VI], der alle Syrer zusammenbringe und jedes Stück Land den Klauen des Terrorismus entreiße parallel zu ernsthaften wirtschaftlichen Projekten, welche das Land in die größte Baustelle des Wiederaufbaus verwandelten. Im weiteren führte der Ministerpräsident dazu aus: „There were many work fronts to which the government has faced, under a direct instruction from President al-Assad, to take every efforts which guarantee a quick return for the agrarian and indu­strial production circle and treat all problems that might prevent from a new and strong beginning for local investment activity.”
Letztes Jahr hätten die Terroristen noch versucht, durch einen Anschlag am Eingang des Messegeländes die Veranstaltung zu Fall zu bringen, wobei eine Anzahl unschuldiger Bürger verletzt worden sei (s. Teil VI).
Zum Ende kommend versicherte ʽImâd Ḫamîs: „The government seeks to strengthen the bridges of its cultural, economic and political relations with the friendly and brotherly countries, adopting the same policy since the correctionist Movement of 1970.” (https://www.sana.sy/en/?p=146303, https://www.sana.sy/en/?p=146325, https://www.sana.sy/?p=808340, https://www.sana.sy/?p=808284) – *Mehrfach war in den letzten Monaten herausgestellt worden, was Präsident Dr. al-Assad z.B. im Interview  vom 24.6.2018 nochmals hinsichtlich der (Nicht-)Teilnahme von Regierungen am Wiederaufbau klarlegte, die sich die Jahre über feindselig gegenüber Syrien gezeigt und den Terrorkrieg befeuert hatten.
Über die enormen Leistungen in Vorbereitung der Messe geben einige vorhergehende Beiträge (s.u.) mit Links zu weiteren Auskunft.
Mit dem angesprochenen correctionist Movement (الحركة التصحيحية) sind die mit der Staatsführung durch Ḥāfiẓ al-Assad (al-Baʽṯ-Partei) ab dem 13.11.1970 eingeführten Reformen gemeint.

Im Artikel von Elizabeth Tsurkov mit dem Titel: In Secret Program, Israel Armed and Funded Rebel Groups in Southern Syria vom 6.9.2018 für das Magazin Foreign Policy wird – bestätigend für die in diesem Thread zusammengetragenen Informationen – mitgeteilt, daß das die israelische Regierung seit 2013 tausende Söldner  für den Kampf in Syrien mit einem Lohn von 75$  pro Monat versah. Ab August 2014 seien dann Waffen über drei Grenzübergänge an der Demarkations-Linie auf den Golanhöhen geliefert worden, nachdem die Terroristen die UNDOF-Truppen von dort vertrieben hatten. Die weitere „humanitäre Hilfe“ bestand in der schon mehrfach erwähnten Rettung von Terroristen (auch des IS!)  in Süd-Syrien mit Transport in israelische Kliniken mit der Genesenen auf das Schlachtfeld gegen die syrische Armee. (https://www.sana.sy/?p=808305; s.a. die kritische Anmerkung in: http://www.voltairenet.org/article202829.html) – In einer dieser Kliniken, dem Ziv Medical Center, entstand das bekannte Photo und Videomaterial mit Premierminister Benjamin Netan­jahu,  wie er gerade einem verwundeten Kämpfer gratuliert (s. Teil II).

Syrisch-jordanische Wirtschaftsgespräche, Photo: SANA

Der Minister für Innenhandel und Verbraucherschutz ʽAbdullâh al-Ġarbî empfing am 6.9.2918 eine jordanische Wirtschaftsdelegation. Die Gespräche kursierten um die Entwicklung der Wirtschafts-, Handels- und Tourismusbeziehungen sowie die Öffnung des Naṣîb-Grenzübergangs (vgl. Teil VI) im Süden des Landes nach Jordanien, welcher auch dem Warenaustausch förderlich sei.   Syrien sei an der Aktivierung wirtschaftlicher Kooperation mit freundlich gesinnten Ländern interessiert. In diesem Zusammenhang hätten schon 1.600 ausländische Firmen den Wunsch nach Registrierung in Syrien geäußert. Seinerseits äußerte der Vizepräsident der jordanischen Handelskammer, Ġassân Ḫarîfân, tausende jordanischer Geschäftsleute würden gerne nach Syrien kommen. 95 davon stellten die Delegation. (https://www.sana.sy/en/?p=146308,  https://www.sana.sy/?p=808150)  – Das Verhältnis zum jordanischen Nachbarn ist seit dem Krieg in Syrien wegen der wiederholt festgestellten Hilfsleistungen von Jordanien aus für die in Syrien aktiven Terroristen belastet; seit den ersten Erfolgen der Astana-Konferenzen  zur Beilegung der Krise hat der russische Präsident Putin zunehmend auch Jordanien zu verpflichten und dies über wirtschaftliche Projekte zu befördern  versucht (vgl. Teil VI und davor!). Einen ähnlichen Weg scheint er der syrischen Führung vorgeschlagen zu haben (zu solchen Gesprächen s. Präsidenten-Interviews.

SAA im felsigen Gelände der Geröllwüste (Bâdiyya) von as-Suwaidâ´, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 6.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=146267 und https://www.sana.sy/?p=807984 sowie https://www.sana.sy/?p=808205 (Nach heftigen, für den Feind verlustreichen Gefechten mit IS-Terroristen im Gebiet von Arḍ Qâʽ al-Banât im NW der Tulûl aṣ-Ṣafâ gelang der Vormarsch auf weiteren 2km  mit weiterer Verkleinerung des Einkreisungsradius der verbliebenen Extremisten auf diesen felsigen Anhöhen im Ostteil der Bâdiyya von as-Suwaidâ´; insbesondere mit Erlangen der Feuerkontrolle über die letzten Wasserressourcen der IS-Kämpfer zerfielen deren Reihen, wobei die Streitkräfte die Verfolgung aufnahmen.  Gezielte SAAF- und Artillerieschläge eliminierten fortifizierte IS-Stellungen und -Barrikaden mit sämtlichen Terroristen.
Im Süd-Rîf von Idlib Zerstörung von Ğabhatu_n-Nuṣra-Stellungen und –Nestern sowie -Basen und ein Waffendepot durch präzises Artilleriefeuer in at-Tamâniʽa, ca. 8km östlich von Ḫân Šaiḫûn, und dem Dorf at-Taḥ sowie eines Trainingscamps im Dorf Tal ʽÂs. – In gleicher Weise wurde gegen fortifizierte Stellungen und Schlupfnester von Ğabhatu_n-Nuṣra in Kafar Zaitâ im Nord-Rîf von Ḥamâ vorgegangen mit Zerstörung eines Lagers und eines Feldhospitals der Extremisten.)

Während der wöchentlichen Presseerklärung stellte Außenamtssprecherin Sacharowa in Moskau am 6.9.2018 nochmals zur Terrorismusbekämpfung in Syrien klar: „We killed terr­o­rists and we will continue killing them. You have to remember that, and it does not matter where they are in Aleppo or Idleb or in any other places in Syria.” (https://www.sana.sy/?p=808495, https://www.sana.sy/en/?p=146320)

US-Senator Black im al-Mayâdîn-Interview, Photo: SANA

Am Ende seiner Syrienreise gab US-Senator Richard Black am 6.9.2018 dem Sender al-Mayâdîn noch ein Interview. Darin machte er bekannt, daß ihm seit Wochen Informationen über die Vorberei­tung eines Szenariums eines Chemiewaffenangriffs seitens des britischen Geheimdienstes in Idlib mit dem Zweck der Beschuldigung der syrischen Regierung als Vorwand für einen weiteren westlichen Militärschlag gegen Syrien vorlägen. Dies bestätigt ein weiteres Mal die in diesem Thread schon mehrfach vorgebrachten Details zu diesem Sachverhalt (s.u.).
Wörtlich bemerkte der Senator aus Virginia: „Der britische Geheimdienst begann an einem chemischen Angriff zu arbeiten mit dem Ziel, die syrische Regie­rung dafür verantwortlich zu machen und sie anschließend dafür zur Rechenschaft zu ziehen und dies zu nutzen, um terro­ristische Organisationen zu retten.“ Zudem stellte Black fest, das ständige Reden vom Bevorstehen einer humanitären Katastrophe infolge einer syrischen Militäroperation gegen die im Raum Idlib konzentrierten Terroristen werde solange  wiederholt werden, wie die Bedrohung durch extremistische Terrororganisationen in Syrien noch Bestand habe, um diejenige aufrechtzuerhalten.
Schließlich bestätigte Senator Black noch folgenden Umstand, der im Thread ebenfalls schon mehrfach hervorgehoben worden war, nämlich daß US-Bot­schafter Robert Ford im Jahr 2006 eine Studie vorgelegt habe, wie Syrien durch die USA destabilisiert werden könne [s. Balkanisierung und Yinon-Plan sowie bzgl. Robert Ford z.B. in Teil II !]. Diesen Plan hätten die aufeinanderfolgenden US-Regierungen für ihre Nahost-Politik übernommen und damit das Vertrauen der Völker in die gesamte Politik Washingtons unterminiert. (https://www.sana.sy/?p=808056) – Robert Ford war wegen seiner gegen die Regierung in Damaskus gerichteten Aktionen schließlich zur persona non grata erklärt und ausgewiesen worden (s. Teil II!).

Inzwischen hat auch die Jerusalem Post  in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber RT News bestätigt, daß einer ihrer Artikel betitelt mit „IDF confirms: Israel provided light-weapons to Syrian rebels“ nur kurze Zeit nach seinem Erscheinen der israelischen Militär-Zensur zum Opfer gefallen sei. Im JP-Bericht heißt es: „We were told by the army’s military censor to remove that part of the story.” Dieser beschäftigte sich mit der Lieferung von Waffen und anderen unterstützenden  Gegenständen durch die IDF an die insbesondere auf den Golan-Höhen und in Süd-Syrien operierenden „bewaffneten Gruppen“, welche den Sturz der Regierung in Damaskus zum Ziel hatten [sie wurden als Kämpfer von IS, Ğab­ha­tu_n-Nuṣra und Affiliierten identifiziert, vgl..u.!]. Diese Details waren seit Jahren aus anderen Quellen bekannt, doch ist dieses das erste Mal, daß die IDF den Sachverhalt zugibt. Sie war involviert in den Transfer von Waffen, Munition, Finanzmitteln  u.a. über die Grenze. Entsprechende Funde wurden in Terroristendepots gemacht (vgl.u.) und davon der UNO berichtet (s. Teil VI und davor!).
Zunächst berichtete der Beitrag: „Bashar Assad claimed that Israel had been providing arms to terror groups and its forces had regularly seized arms and munitions with inscriptions in Hebrew.“ Dies habe sich bestätigt, fuhr der Bericht fort: die IDF „on Monday confirmed that as part of Operation Good Neighbor Isral had been regularly supplying Syrian rebels near its border with light weapons and ammunition in order to defend themselves from attacks and a substantial amount of cash to buy additional arms.“Weiter wurde von der Jerusalem Post dargelegt: „Israel had been arming at least seven different rebel groups in Syria’s Golan Heights, including the Fursan al-Joulan rebel group which had around 400 fighters and had been given an estimated $5,000 per month by Israel.“ Diese Tätigkeit hätten die IDF als „the right decision bezeichnet.  Ein abgebildetes Photo zeigt den Kontakt zwischen Ğab­ha­tu_n-NuṣraKämpfern und IDF-Soldaten an einem Grenz-Check Point – dieses fand sich auch im Beitrag https://syrianfreepress.wordpress.com/2016/09/15/zionist-terrorists-2/ vom 15.9.2016.
Der den ursprünglichen Artikel ersetzende Betrag enthält nun aber eine gegenteilige Darstellung!
In einer weiteren Jerusalem Post story gestehen die IDF ein, über 200 Angriffe auf Ziele innerhalb Syriens während der letzten eineinhalb Jahre durchgeführt zu haben.
(https://www.zerohedge.com/news/2018-09-05/israels-military-censor-removed-news-report-detailing-idf-support-syrian-armed mit dem Zeitungsauschnitt!) – Der verlinkte JP-Artikel aus dem Google-Cache ist inzwischen ebenfalls nicht mehr erreichbar!

Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî im UNSC, Photo: SANA

Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî, permanenter Botschafter seines Landes bei den UN, machte während der UNSC-Sitzung vom 6.9.2018 (New Yorker Zeit) angesichts der letzten gegen Syrien und weitere, dieses Land unterstützende Regierungen ausgesprochenen Drohungen (s.u.) deutlich: „The language of threat doesn’t work at this council. We are diplomats and our mission is to prevent wars and threats and to find diplomatic solutions to international crises.” (d.h.: Die Sprache der Bedrohung funktioniert in diesem Rat nicht. Wir sind Diplomaten und unsere Mission ist es, Kriege und Bedrohungen zu verhindern und diplomatische Lösungen für internationale Krisen zu finden.) Die Regierungen einiger permanenter UNSC-Mitgliedsstaaten hätten ihre Verantwortlichkeit aufgegeben und seien damit politisch und rechtlich untauglich, internationalen Frieden und Sicherheit zu verteidigen, da sie bereit sind, den UN-Sicherheitsrat, die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen zu instrumentalisieren, um auf Kosten der Aufrechterhaltung des internationalen Friedens und der Sicherheit politische Vorteile zu erzielen.
Die Partei, welche das israelische ABC-Waffen-Arsenal verschleiert und schützt und Vorwände erfindet, um sein chemisches Arsenal zu bewahren, diejenige, die zuvor den Irak zerstörte aufgrund von Lügen über Massenvernichtungswaffen dort, die sich von der internationalen Vereinbarung mit dem Iran zurückzog wie von der UNESCO, die die Zahlungen für die UNRWA kürzte und nicht aufhört, Druck auf die UN auszuüben und damit droht, sich von der WTO zurückzuziehen, hat nicht das recht, Syrien der Verwendung von C-Waffen zu beschuldigen, insbesondere wenn die Geschichte dieser Partei voller Beweise des Einsatzes von ABC-Waffen gegen Zivilisten in vielen Teilen der Erde ist.
Syrien dagegen habe seine Verpflichtungen im Rahmen des Chemiewaffenkonvention erfüllt und alle Produktionsstätten für chemische Waffen zerstört, wobei eine OPCW-Mission die Vernichtung und Entfernung der C-Waffen beaufsichtigte. Seit 2014 gibt es daher in Syrien keine mehr.
Vor zwei Tagen habe Syrien einen offiziellen Brief an die Mitglieder des Rates geschickt, welcher  sehr genaue und zuverlässige Informationen über Vorbereitungen bewaffneter Terrorgruppen in Idlib, dem Umland von al-Lâḏa­qiyya und Aleppo enthielt, die giftige Chemikalien gegen Zivilisten einzusetzen planen mit dem Ziel, die Militäroperation gegen den Terrorismus in diesen Bereichen zu behindern. Syrien und seine Verbündeten hätten in erbitterten Gefechten bemerkenswerte Erfolge gegen terroristische Organisationen erzielt, vor allem gegen den IS, Ğabhatu_n-Nuṣra und die ihnen angegliederten Gruppen (d.i. Affiliierte). Syrien werde sich nicht von politischen Erpressungen oder direkten Angriffsdrohungen der Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf die Knie zwingen lassen, welche unterschiedliche Verbrechen begangen haben einschließlich der Terrorismusunterstützung und der Beauftragung von Ğabhatu_n-Nuṣra und Affiliierten wie der sog. White Helmets dahingehend, ​​chemische Waffen gegen syrische Zivilisten einzusetzen, um die syrische Regierung dessen zu beschuldigen und einen Vorwand für eine neue Aggression gegen Syrien zu schaffen.
Sodann stellte er – die rhetorische – Frage: „Why would Syria use an internationally banned weapon, which it originally does not have and which achieves no military viability, but provides the pretext for the three aggressor forces to launch military action after another? Why are the three aggressors able to predict where and when the alleged chemi­cal attack will take place and which kind of chemical weapons is to be used in Syria? Why do the Security Council and the OPCW remain unable to deal with information put forward by Syria in 156 official letters regarding the delivery of toxic chemical materials to terrorist groups in Syria to be used against civilians with the purpose of accusing the Syrian Arab army?” (d.h.: Warum sollte Syrien eine international verbotene Waffe benutzen, die es gar nicht besitzt und keinen militärischen Nutzen bringt, sondern nur den Vorwand liefert, damit die Streitkräfte der drei [genannten] Aggressor[regierungen], eine Militäraktion nach der anderen starten? Warum können die drei Aggressoren vorhersagen, wo und wann der angebliche Chemiewaffenangriff stattfinden wird und welche Art von Chemiewaffen in Syrien eingesetzt werden sollen? Warum können der Sicherheitsrat und die OPCW nicht mit Informationen umgehen, die Syrien in 156 offiziellen Schreiben über die Lieferung von giftigen chemischen Materialien an terroristische Gruppen in Syrien vorgelegt hat, die gegen Zivilisten eingesetzt werden sollen, um die syrische arabische Armee dessen zu beschuldigen?)
Den Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs sei es in den vergangenen acht Jahren nicht geglückt, ihre Ziele per Unterstützung des Terrorismus in Syrien zu erreichen. Daher drohten sie nun mit direkten militärische Angriffen gegen Syrien und stationierten völkerrechtswidrig ihre Truppen auf syrischem Territorium.
Darüber hinaus suchten diese drei Regierungen, den politischen Prozeß zur Beilegung der Krise in Syrien in Genf, Astana und Sotschi zu behindern wie die Eliminierung der Terroristenreste in Idlib und anderen syrischen Provinzen. Dafür verlängerten sie jedoch die zu Lasten der syrischen Bevölkerung ins Leben gerufenen Wirtschaftssanktionen [zur Einstufung s. Teil IIITeil IV], behinderten Beiträge zum Wiederaufbauprozeß in Syrien wie auch die Rückkehr der Binnen-Flüchtlinge wie der ins Ausland geflohenen Syrer in die Heimat.
Auch der russische UN-Gesandte Wasili Nebensja wies Gerüchte zurück, Syrien besitze C-Waffen, solche Anschuldigungen entbehrten jeglicher Basis. Die Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) habe zudem die Zerstörung der syrischen Bestände an C-Waffen in Übereinstimmung mit der UN-Resolution Nr.2118 überwacht und bestätigt. Daher konstatierte er: „Damascus does not have chemical weapons and nor does it have plans to use it.” Die Regierung habe diesbezüglich die OPCW beständig mit allen Informationen versorgt.
Einige Aggressorenstaaten, die gleichzeitig ihre [völkerrechtswidrige!] Militärpräsenz in Syrien verstärkten, forderten aber Terroristen dazu auf, neue Giftgasattacken  zu inszenieren, um die syrische Regierung dafür verantwortlich zu machen, was wiederum den Vorwand für eine militärische Aggression gegen das Land abgäbe. In Idlib bereiteten Terrororganisationen bereits diese neuen Giftgasattacken  vor. Rußland habe der OPCW die Informationen über die Lieferung der nötigen Chemikalien und weiteren benötigten Equipments [dazu vgl.u.!] zur Ausführung des Plans in dem von den Terroristen noch besetzten Gebiet zur Verfügung gestellt, bei der die sog. White Helmets den Terroristen Hilfe leisteten. Das Szenarium gleiche damit dem von Dûmâ [s. Teil VI]. Die Fortführung solcher Provokationen verschärfe weiterhin die Spannungen in Nahost und behindere den politischen Prozeß in Syrien. (https://www.sana.sy/en/?p=146365, https://www.sana.sy/?p=808376)

SAA-Artillerie, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 5.9.2018 informieren: https://www.sana.sy/en/?p=146193 und  https://www.sana.sy/?p=807534 (Nach erfolgreichen, für den Feindverlustreichen Gefechten weiteres Vorrücken der vereinten Streitkräfte mit zunehmender Einkreisung der sich in die felsigen Höhlen der Tulûl aṣ-Ṣafâ geflüchteten IS-Überreste tief in der Geröllwüste (Bâdiyya) der Provinz as-Suwaidâ´; Zerstörung von IS-Fortifikationen einschließlich Scharfschützen-Stellungen durch gezielte SAAF- und Artillerieschläge; wiederholte Vereitelung von heimlichen Durchbruchsversuchen der Extremisten  in Richtung noch unwegsameren Geländes bzw. auf die SAA-Positionen im Westen zu.)

Nach Erkundung der Situation am Grenzübergang  Ğudaidat Yâbûs (https://www.sana.sy/en/?p=146216 und vgl.u.) und vor  seiner Heimreise wurde US-Senator Black am 5.9.2018 noch von Präsident Dr. al-Assad empfangen. Während dieser konstatierte, daß die Besonderheiten der US-Politik in Drohungen, der Verhängung von Sanktionen und Unterstützung des Terrorismus bestünden, erwiderte Richard Black: „Es wäre nützlicher für die USA und deren Bürger, wenn sie sich in ein friedliebendes Land verwandeln, als dass sie weiterhin Krieg führen und die Stabilität anderer Länder untergraben.“ Er zeigte sich angetan von der zunehmenden Stabilität in den meisten Landesteilen und gab der Hoffnung Ausdruck, der Terrorismus möge bald eliminiert sein und damit wieder Frieden herrschen. (S. Assad: US-Politik besteht aus Drohungen, Sanktionen und Terrorismus-Unterstützung)

Teile aus einem Terroristenwaffendepot in al-Qunaiṭra, Photo: SANA

Beim Durchkämmen der befreiten Gebiete in der Provinz al-Qunaiṭra entdeckten die Behördenmitarbeiter am 5.9.2018 wiederum zwei Terroristendepots und zwar in den Dörfern ar-Rafîd und al-Buraiqa. Sie enthielten an Waffen US-gefertigte „TOW-Missiles“ (vgl.u., 29.8.2018!), Granaten und Chemikalien aus israelischer Produktion (wie jeweils auch aus dem Photomaterial zu ersehen), Mehrfach-Raketenwerfer, Mörsergranaten verschiedenen Kalibers, medizinische Gerätschaften und Arzneimittel; dazu  Ausrüstungsgegenstände der White Helmets (zur Einordnung s.u. und Teil V), die auch künstliches Blut, Kosmetika, Nachbildungen von Körperteilen etc. beinhalteten, welche eindeutig der Ausstattung von Filmszenarien zuzuordnen sind. (https://www.sana.sy/en/?p=146186, https://www.sana.sy/?p=807507)

Terroranschlag vom 5.9.2018:
Erneut zerstörten Terroristen durch Anbringen enormer Mengen an Sprengstoff eine Brücke (s.u., 31.8.2018) im Zusammenhang mit ihren Attacken gegen die Infrastruktur und Häuser der Bewohner der Gegend. Dieses Mal handelte es sich um die at-TuwainaBrücke im Nord-Rîf von Ḥamâ. (https://www.sana.sy/en/?p=146175, www.sana.sy/?p=807395)

US-Senator Black in Maʽlûlâ, Photo: SANA

Am 4.9.2018 empfing Parlamentspräsident Ḥamûda Ṣabâġ US-Senator Black und versicherte auch ihm gegenüber den festen Wunsch der Regierung, alle ins Ausland geflüchteten Syrer wieder nach Hause zu holen. Rekonziliierungsvereinbarungen und die militärische Bekämpfung  der Terroristen bereiteten den Weg dafür. Die Ausmerzung der verbliebenen Terroristen-Brutstätten sei demnach eine Priorität des Staates. Die von der SAA erreichten Siege im Counterterrorismus und die dabei gezeigte zähe Kampfbereitschaft basierten auch wesentlich auf der Unterstützung durch die Bevölkerung für die Armee und die politische Führung. Allgemein herrsche das Vertrauen vor, der endgültigen Terrorismuseliminierung nahe zu sein.
Senator Black bestätigte seinerseits dieses Vertrauen und erwiderte, die US-Unterstützung für diejenigen, welche im Raum Idlib den Staat bekämpften, komme der Unterstützung für jene gleich, am 11.9.2011 tausende US-Bürger töteten. Außerdem seien die von einigen westlichen Staaten gegen Syrien erlassenen Zwangsmaßnahmen [zur Einstufung der Sanktionen s. Teil IIITeil IV] ein Verbrechen und verstießen gegen das Völkerrecht.
Dan sprach er von den Unterhaltungen, welche er auf seiner Tour vom Vortag mit Bürgern geführt hatte. Vor dem Empfang hatte Black noch die christliche Aramäer-Enklave Maʽlûlâ sowie das Waisenhaus des Kloster unserer lieben Frau in Ṣayidnâyâ besucht.
Schließlich brachte er sein Bedauern über die Herangehensweise der US-Administration zum Ausdruck, welche hauptsächlich darauf ausgerichtet sei, interkonfessionelle Aufwiegelung unter der syrischen Bevölkerung zu verbreiten, die zuvor in Frieden und Sicherheit und gutem Auskommen miteinander gelebt hatte. (https://www.sana.sy/en/?p=146161, https://www.sana.sy/?p=807328)

Im Interview mit dem russischen TV-Kanal 1 vom 4.9.2018 untermauerte Außenminister Lawrow nochmals den Standpunkt der Kreml-Regierung, daß es allein Sache der Syrer sei, über die Zukunft ihres Landes und damit ihre eigene zu entscheiden und zwar ohne ausländische Einmischung, die ihnen Lösungen aufzwänge. Dafür versuchten die Garantestaaten im Rahmen des Astana-Formats die geeigneten Voraussetzungen zu schaffen und dazu den Krieg zu beenden.
Demgegenüber scheine das Verhalten der US-Administration bezüglich der Situation in der Provinz Idlib darauf hinauszulaufen, die Ğab­ha­tu_n-Nuṣra-Terrororganisation zu schützen. Die De-Eskalationszone Idlib sei die einzige, in der zehntausende Terroristen unter Führung von Ğab­ha­tu_n-Nuṣra Stellung bezogen hätten. Lawrow rief daher US-Präsident Trump dazu auf, nicht die Fehler seines Vorgängers Obama zu wiederholen, dessen Team ständig öffentlich versprach, die sog. moderaten bewaffneten Oppositionellen (MAO, s.u. bzw. ab Teil II) von der Terrororganisation Ğab­ha­tu_n-Nuṣra zu separieren, jedoch nichts dazu tat.
Sodann unterstrich der Außenamtschef die Bedeutung der Teilnahme russischer Streitkräfte an den Militäroperationen gegen die Terrororganisationen in Syrien. Doch keiner derjenigen, welche ständig über die Rettung von Menschenleben, den Respekt von Souveränität und territorialer Integrität von Staaten sprachen, hätten jemals etwas gegen die Terroristenversuche unternommen, die Kontrolle über Damaskus zu bekommen. (https://www.sana.sy/en/?p=146165, https://www.sana.sy/?p=807380)

Staatsempfang für den abchasischen Präsidenten in Damaskus, Photo: SANA

Am selben Tag widmete sich Präsident Dr. al-Assad dem Staatsempfang für den abchasischen Präsidenten, mit dem er später einen Freundschafts-und Kooperationsvertrag unterzeichnete. (www.sana.sy/en/?p=146118, https://www.sana.sy/?p=807336)

Auch die Vertreter der Handelskammern beider Länder unterzeichneten später einen Vertrag, nachdem die Kooperation in den Bereichen Handel, Finanzen, Investment-Projekte, Transport- und Ingenieurswesen, Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Kultur und Tourismus besprochen worden waren. Die Produkte beider Länder würden einander im Austausch sehr gut ergänzen, wurde konstatiert. Vor allem könnte Syrien von den drei abchasischen Schwarzmeerhäfen profitieren. Exportkosten ließen sich so minimieren. (www.sana.sy/en/?p= 146550, https://www.sana.sy/?p=809361)

Wie Generalmajor Igor Konaschenkow als Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums am 5.9.2018 gegenüber der Presse mitteilte, führten zwei Sukhoi-34-Kampfjets in der Provinz Idlib erfolgreiche Luftangriffe gegen eine Ğabhatu_n-NuṣraWerkstatt zum Bau von Kampfdrohnen mit einem Lager für Sprengstoffe durch.  Ein Sukhoi-35S-Kampfflieger eliminierte zudem ein Depot für tragbare Flugabwehrraketen. Wörtlich berichtete der Sprecher: „Two multirole fighter-bombers Sukhoi-34 dealt pinpoint strikes to eliminate a work­shop where Jabhat al-Nusra militants had been making attack drones and a warehouse with explo­sives that were used for making makeshift bombs for the drones. … A multirole fighter Sukhoi-35S fired a smart weapon to destroy a warehouse of terrorists’ portable anti-aircraft rockets.
In der Nacht des 4.9.2018 habe außerdem die FlaG der russisch genutzten Luftbasis Ḥumaimîm zwei weitere Kampfdrohnen rechtzeitig erfaßt und abgeschossen. Insgesamt seien im letzten Monat 47 solcher von den Terroristen im Raum Idlib abgeschossenen Drohnen eliminiert worden.
Zuvor hatten vier russische Kampfjets Terroristenstellungen angegriffen.
Dazu stellte der General feste, es habe sich jeweils um eindeutige terroristische Ziele gehandelt, die zuvor aufgrund unterschiedlicher übereinstummender Quellen ermittelt worden seien, die zudem weit entfernt von bürgerlichen Ansiedlungen lagen. Dazu führte Konaschenkow aus: „The strikes were dealt away from populated areas against terrorists’ hangars where the drones were kept and also against confirmed areas where attack drones were launched for terrorist attacks against the Russian airbase Khmeimim and communities in Aleppo and Hama provinces.“ (http://tass.com/defense/1020034)

Die Außenminister Mike Pompeo (USA) und Mevlüt Çavuşoğlu (Türkei), Photo: pars today

Gemäß einer Erklärung des US-Außenministeriums vom Di., 4.9.2018, nach stattgehabtem Telefonat zwischen den Außenministern Mike Pompeo und Mevlüt Çavuşoğlu vom selben Tag, hätten die Regierungen der USA und der Türkei bekräf­tig­t, daß für sie  jede Militäroffensive der syrischen Regierung in Idlib – d.h. gegen die dort konzentrierten Terroristen (vgl.u.) gemäß den counterterroristischen UNSC-Resolutionen – inakzeptabel sei.  (S. USA und Türkei gegen syrische Militäroperation in Idlib)

Seit der Befreiung von Dair az-Zaur vor einem Jahr sind bereits rund 600.000 Bewohner wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Behördenmitarbeiter informieren detailliert über die bisher geleisteten Wiederherstellungs- und Versorgungsmaßnahmen, auf unterschiedlichsten Gebieten welche das ermöglichten. (https://www.sana.sy/en/?p=146154 vom 4.9.2018)

Israelische Kampfjets, Photo: SANA

Am Abend des 4.9.2018 hatte sich die Luftabwehr mit Raketen zu befassen, welche von israelischen Kampfflugzeugen, welche – wie schon zu früheren Malen  –  nach Eindringen in den libanesischen Luftraum, westlich von Beirut aus geringer Höhe auf Militäranlagen der Provinzen Ṭarṭûs und Ḥamâ abgefeuert worden waren. Es gelang, einige davon abzuschießen. U.a. berichteten Bewohner, daß in der Nähe der Landstadt an-Nâṣira und des Dorfes Ḍahr al-Quṣair westlich von Ḥomṣ Trümmerteile der Raketen niedergegangen seien. Dr. Mâhir Yûnis, Direktor des Maṣyâf-National Hospital, teilte mit, es seien in der Folge ein Toter und vier Verletzte ins Krankenhaus gebracht worden, sein Kollege vom Bâniyâs- National Hospital, Dr. ʽImâd Bašûr, meldete acht Verletzte unterschiedlich schweren Grades. (https://www.sana.sy/en/?p=146115, https://www.sana.sy/?p=807218)

Terroranschlag vom 4.9.2018:
Infolge der Detonation einer Landmine, welche IS-Terroristen in ar-Raḥba östlich von al-Mayâdîn im Umland (Rîf) von Dair az-Zaur hinterlassen hatten, kamen eine Frau und ein Kind ums Leben. (https://www.sana.sy/en/?p=146151, https://www.sana.sy/?p=807320)
In Ğabâtâ al-Ḫašab und Bi´r ʽAğam im Rîf von al-Qunaiṭra wurden am 4.9.2018 ein weiteres Mal Terroristendepots entdeckt. Darin fanden sich unterschiedliche Typen Marschflugkörper einschließlich Milan-Raketen deutscher Produktion, Panzer- und Mörsergranaten,  Gewehre, verschiedene Mu­nitionsarten, Satelliten-Rundfunk-Geräte, weitere Kommunikationsmittel, medizinische Ausrüstung und Medikamente aus dem Ausland, z.B. Israel. – Dank der Informationen aus der Bevölkerung wird das Aufspüren weiterer von Ğabhatu_n-Nuṣra-Extremisten in der Gegend versteckter Lagerstätten, verlassene Basen und Feldhospitäler fortgesetzt. (https://www.sana.sy/?p=806945, https://www.sana.sy/en/?p=146108)

Alexander Schulgin, Photo: SANA

Alexander Schulgin, Rußlands permanenter Vertreter bei der Organization for the Prohibition of Chemical Weapons, brachte am Di., 4.9.2018,  Besorgnis über die verspätete Veröffentlichung des OPCWAbschlußberichts über die in Dûmâ im Rîf Dimašq durchgeführten Untersuchungen zum Ausdruck. Infolge der letzten Inszenierung eines angeblichen Giftgasangriffes im April hatten ja Experten vor Ort keinerlei Spuren solcher Chemikalien und auch keine Opfer eines derartigen Angriffs gefunden, auch die Befragungen vor Ort kamen zu einem diesbezüglich negativen Ergebnis, das durch die in Den Haag vorgelegten Beweise erhärtet worden war (vgl. Teil VI). Daher monierte Schulgin: „The OPCW technical secretariat issued an interim report, but the final report has not appeared yet, and we want to remind of the necessity of completing this work.” Allerdings gab er zu bedenken, daß die meisten vor Ort von Experten gesammelten Daten nicht bei der Vorbereitung des Bericht beachtet worden seien. Die Verzögerung der Veröffentlichung des Abschlußberichts durch das technische Sekretariat trage nicht zur Verbesserung der allgemeinen Lage in Syrien bei, wobei sich dies gleichzeitig westliche Staaten in ihren geradezu hysterischen Kampagnen gegen Syrien und Rußland zu Nutze machten. (https://www.sana.sy/en/?p=146072) – Der Bericht über eine objektive Expertenuntersuchung vor Ort wäre von großer Bedeutung auch hinsichtlich der in Planung befindlichen neuen Inszenierung eines Giftgasangriffs durch die White Helmets etc. (s.u.) und das Vorgehen gegen die Terroristen in Idlib.

Über die Grenzübergänge ad-Dabûsiyya und Ğudaidat Yâbûs kam am 4.9.2018 wieder eine neue Gruppe hunderter Flüchtlinge aus dem Libanon zurück in ihre Wohnorte im Rîf Dimašq, Ḥomṣ und Ḥamâ sowie Darʽâ. Wie meist waren es hauptsächlich Frauen und Kinder. Die medizinischen Teams des Gesundheitsdepartments wie des SARC boten als erstes ihre Hilfe an und holten die Impfungen bei den Kindern nach. Wie schon zuvor dankten die Heimkehrer der Armee für ihren Einsatz, der ihre Rückkehr erst ermöglichte. Im Libanon bereiteten sich schon weitere Hundertschaften auf die Rückkehr vor, versicherten sie. (https://www.sana.sy/en/?p=146088, https://www.sana.sy/?p=806891)

SAA-Posten auf Anhöhe (Tal) in Ḥamâ, Photo: SANA,

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 3.9.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=146045 und https://www.sana.sy/?p=806521 (In der Provinz Ḥamâ nahe der administrativen Grenze zu Idlib griff die im Umkreis der Stadt Ğûrîn in Stellung gegangene Einheit mit präzisen Artillerieattacken und Maschinengewehrfeuer die fortifizierten Positionen und Bewegungen der Terroristen von al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî am Rand der Stadt az-Ziyâra an mit Eliminierung einiger ihrer Basen samt Kämpfern und Ausrüstung. Eine andere Einheit ging ähnlich erfolgreich gegen eine Extremistenbastion im Umkreis von alLaṭâmina vor; unter den getöteten Terroristen wurde ʽAbdû ʽAmâd al-Ḥabîb identifiziert.)
Nachmittags sprengte eine Armee-Einheit gezielt eine Anzahl von den Terroristen nahe dem Ḫalḫala Airport im Nord-Rîf von as-Suwaidâ´ hinterlassene Sprengsätze. (https://sana.sy/en/?p=146062, https://www.sana.sy/?p=806670)

Bei einem Vortrag im International Relations Institute in Moskau am Mo., 3.9.2018, wies Außenminister Lawrow nochmals darauf hin, daß es absolut notwendig sei, die Terroristen in Idlib zu eliminieren, die sich aus den zu bekämpfenden UN-gelisteten Extremisten von Ğabhatu_n-Nuṣra und Affiliierten zusammensetzten, da sie fortgesetzt die Waffenruhe der De-Eskalationszone verletzten, von ihren Positionen aus SAA-Posten angriffen wie auch per Kampfdrohnen die russische genutzte Luftbasis von Ḥumaimîm im Umland der Hafen- und Provinzhauptstadt al-Lâḏa­qiyya, dazu führten sie fortgesetzt von dort Terrorattacken aus.
Rußland werde Syrien weiter bei der Terrorismusbekämpfung unterstützen, Hilfslieferungen leisten und beim Wiederaufbau der Wirtschaft und Infrastruktur behilflich sein wie auch beim Erreichen einer politischen Lösung der Krise gemäß der UNSC-Resolution Nr.2254. Dabei arbeite die Kreml-Regierung eng mit befreundeten Regierungen rund um die Welt zusammen, um Sicherheit und Stabilität zu erreichen und internationale Krise auf der Basis des Dialogs zu lösen und zwar in einer Weise, die den Interessen beider Seiten diene. (https://www.sana.sy/?p=806442, https://sana.sy/en/?p=146033) – Letzteres wandte sich gegen die kritisierte Vorgehensweise von US-Administrationen über hegemonialen Druck ihre Außenbeziehungen zu bestimmen suchten.
Laut Sergei Lawrow, der am Montag auch auf der Antiterror-Konferenz in Moskau sprach, sei es auch bezeichnend, daß die in Syrien noch verbliebenen Terroristen keinen Mangel an noch dazu hochentwickelten Waffen und Munition litten. Diese bezögen sie aus dem Ausland über fingierte Firmen. Das gehe aus reichlich gefundenen Beweisen hervor, welche nach Besiegung von Terrorgruppen in geräumten Basen verblieben waren. Dazu bemerkte er wörtlich: „Terrorists’ resistance in Syria has not been broken down to the end. … Scattered groups of terrorists continue fierce fighting. Notably, militants suffer no shortage of weapons and munitions. Moreover, they use state-of-the-art weapons, such as unmanned aerial vehicles. Evidently, it would be impossible without foreign sponsors. … „The counter-terrorist operation in Syria has exposed numerous evidence of supplies of various weapons and hardware to terrorists by bogus companies via third countries.“ Daher richtete er einen Aufruf an die Weltgemeinschaft mit diesen Grauzonen in der Wirtschaft aufzuräumen, die als Versorgungstunnel für  Terroristen genutzt werden. Ebenso unsinnig sei der Versuch Terroristen in „gute“ und böse“ scheiden zu wollen, das müsse ein Ende haben. Das Leben erweise, daß sonst dabei jeder verliere. (http://tass.com/politics/1019765)

US-Senator Black überzeugt sich von den Wiederherstellungsarbeiten, Photo: SANA

US-Senator Richard Black reiste am Mo., 3.9.2018, weiter nach Aleppo und Ḥomṣ. Nach einem Rundgang durch einige der durch die SAA befreiten, zuvor aber von den Terroristen schwer beschädigen Areale der Provinzhauptstadt wandte sich der Gast an die Reporterschar vor Ort. die Extremisten hätten alle Zivilisationsstätten in Syrien zerstört, sei es Moscheen oder Kirchen, Bürger ohne Ansehen der Religion oder Ethnie getötet. Doch die Syrer hätten zusammengehalten und einander verteidigt wie es der friedlichen Koexistenz der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppendie Syrien auszeichne, entsprochen habe.   Inzwischen habe es die syrische Armee (SAA) geschafft, die Terroristen zu eliminieren, bis auf  das Gebiet von Idlib, wo die Extremisten die Bürger, die ihrer Herrschaft ausgeliefert seien, als menschliche Schutzschilde mißbrauchten.  Dabei machte er auch deutlich: „The Syrian Army seeks to protect the civilians via safe corridors to evacuate them from the terror-controlled areas.” Die SAA führe damit Krieg gegen Barbarei. Mit der bestehenden Unterstützung der Bevölkerung werde sie endgültig erfolgreich sein.
Schließlich traf sich Senator Black mit dem Auqâf-Direktor der Sektion Aleppo, Dr. Râmî ʽUbaid, den Pfarrer Ibrâhîm Naṣîr, Oberhaupt der Arabisch- Evan­gelischen Kirche, und den Erzbischof der armenisch-orthodo­xen Christen, Šâhân Sarkîsiyân. Sie alle bestätigten, daß Syrien von der friedlichen Koexistenz der verschiedenen Gruppen gepägt sei. Black entgegnete, daß die Syrer mit der Verteidigung ihres historischen Erbes vor der Zerstörung durch die Terroristen, diese für die Menschheit gerettet hätten. Die USA dagegen  „has been carrying on a war against terrorism for 17 years, but there were no results.”
Wie schon zuvor in Aleppo hatte der Senator auch in Ḥomṣ mit dem Gouverneur Kontakt. Zusammen mit ihm inspizierte er in einer kleinen Gruppe den fortschreitenden Rekonstruktionsprozeß z.B. bei den alten Märkten und der Kirche Umm az-Zinnâr und bemerkte, die Terroristen hätten die historische Identität Syriens auslöschen wollen. Beim Zusammentreffen mit dem syrisch-orthodoxen Erzbischof von Ḥomṣ und Ḥamâ, Mâr Silvanus Buṭrus an-Nuʽma, äußerte dieser die Hoffnung, Black werde weitertragen, wie die Situation in Syrien tatsächlich sei und daß sich das Land erhole.
Im Gespräch mit Gouverneur Talâl al-Barâzî meinte dieser, daß dem Senator die Unterschiede zwischen den Zerstörungen durch die Terroristen beim Besuch 2016 und heute auffallen müßten, was jener bestätigte. Der Wiederaufbau, der in Abschnitten erfolge, zeige die Entschlossenheit der Bevölkerung, die archäologischen Stätten für die Zukunft zu bewahren. (https://www.sana.sy/en/?p=146064, https://www.sana.sy/?p=806754)

Ein weiterer bedeutender Besuch für einen Tag war derjenige einer hochrangigen iranischen Delegation unter Führung von Außenminister Muḥammad Ğawâd Ẓarîf, der am Montag in Damaskus ankam und später von Präsident Dr.al-Assad empfangen wurde. Neben der Diskussion der letzten Ereignisse in Syrien und der Region ging es um Sachverhalte, welche das russisch-iranisch-türkischen Gipfeltreffens im Astana-Format vom kommenden Fr., 7.9.2018, in Teheran beträfen. Weiter spielte der gegen beide Staaten von einigen westlichen Regierungen mittels Sanktionen ausgeübte Druck eine Rolle, welche jedoch nicht die startegische Kooperation beider Staaten zum Wohl der Bewohner beider Staaten wie die Verfolgung ihrer Ziele bezüglich Schaffung von Sicherheit und Stabilität in der Region beeinträchtigen würden. Dieser gesteigerte Druck zeige nur, daß diese Regierungen mit ihren bisherigen Plänen für die Region am Widerstands von Syrien und dem Iran gescheitert seien. Die Gesprächspartner kamen überein, die Konsultationen und Zuammenarbeit weiterzuführen, insbesondere angesichts der sich schnell verändernden regionalen und internationalen Variablen.
Teil nahmen an dem Empfang auf syrischer Seite noch Außenminister Walîd al-Muʽallim, Präsidentenberaterin Dr. Buṯaina Šaʽbân, Vize-Außenminister Dr. Fayṣal al-Miq­dâd, Syriens Botschafter in Teheran, ʽAdnân Maḥmûd, wie der Direktor des Asien-Departments im Außenministerium, Šafîq Dayûb; auf iranischer Seite waren der Vizeminister und Berater für Afrika- und Nahostangelegenheiten, Ḥussain Ğâbarî Anṣârî, sowie der iranische Botschafter in Damaskus anwesend.
Beim anschließenden Treffen mit Premierminister ʽImâd Ḫamîs lag der Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Themen und gemeinsamen Projekten, während beide Außenminister sich neben anderem  wiederum  der Vorbereitung des Gipfeltreffens in Teheran widmeten. (https://sana.sy/en/?p=146051)

US-Senator Richard Black in Damaskus am 2.9.2018, Photo: SANA

In der drohenden Phase eines US-Militärschlags auf ein seit Wochen geplantes Giftgasanschlagsszenarium seitens der White Helmets (zur Einordnung s.u. und Teil V) im Zusammenwirken mit Ğabhatu_n-Nuṣra und britischen Geheimdienstleuten (vgl.u.) hin besuchte  der kritische US-Senator Richard Black erneut Damaskus und traf mit Präsidentenberaterin Dr. Buṯaina Šaʽbân am So., 2.9.2018 zusammen und gab anschließend vor der Presse eine Stellungnahme ab. Er begann mit der Feststellung, daß der mit „9/11“ (USA) in Zusammenhang stehende Terrorismus derselbe sei, der jetzt Syrien treffe. Syriens habe das Recht zur Selbstverteidigung und Rückforderung seines gesamten Terrritoriums ohne ausanhme, also einschließlich der Provinz Idlib, sowie nach den Kriegsjahren in Frieden zu leben. Die USA sollten Syrien bei der Befreiung der Bevölkerung von Idlib, welche die Terroristen dort als menschliche Schutzschilde mißbrauchten, unterstützen. Außerdem müßten westliche Regierungen begreifen, daß es sich bei den sog. „Militanten“ in Idlib allesamt um Affiliierte von Ğabhatu_n-Nuṣra handele, eine Terrororganisation, die ihrerseits ein Ableger von al-Qâʽida sei.
Er bestätigte, daß es innerhalb der US-Administration eine Bewegung gebe, die auf eine Verlängerung der Kriegssituation in Syrien hinarbeite. In dem Zusammenhang warnte auch er vor einem vom britischen Geheimdienst geplanten Giftgasanschlagsszenarium, welches in der Provinz Idlib stattfinden solle, um diesen der SAA unterzuschieben und damit einen Vorwand für einen Militärschlag auf Syrien zu schaffen.
Senator Black rief dann westliche Regierungen zur Aufhebung der gegen Syrien verhängten Wirtschaftssantionen [zur Einstufung s. Teil IIITeil IV] auf.
Zudem machte er die letzten aufeinandergefolgten US-Administrationen für das in Nahost geschaffene Chaos und die Zerstörung in Libyen, dem Irak, Afghanistan und dem Jemen verantwortlich.
Er hoffe, die US-Außenpolitik werde sich ändern von einer Schädigung des Nahen Ostens hin zur Hilfe für ihn, und daß dabei mehr Diplomatie statt militärischer Gewalt eingesetzt werde.
Unter den Syrern fühle er sich wohl und sicher, solange diese daran gingen, die Extremisten zu eliminieren, welche aus mehr als 100 Staaten rekrutiert, trainiert, finanziert und dann von westlichen Geheimdiensten losgelassen worden seien, um den Terrorismus zu verbreiten.
Dr. Buṯaina Šaʽbân bekundete ihrerseits, daß der Terrorismus, welcher heutzutage Syrien treffe, derselbe sei, der die Menschheit überall auf der Welt bedrohe, weshalb alle Regierungen diesen zusammen bekämpfen sollten. Nach acht Kriegsjahren in Syrien habe sich die syrische Bevölkerung und deren Regierung Achtung und Zuneigung der Menschen erarbeitet wegen ihrer Vaterlandsliebe, ihrem Zusammenstehen und der Bereitschaft, die Heimat zu verteidigen, und dessentwegen, wofür diese [säkulare] Gesellschaft stehe.
US-Senator Black schätze sie sehr und freue sich, ihn getroffen zu haben, da er die syrische Haltung und Syriens Recht zur Selbstverteidigung verfechte.
Desgleichen begrüße sie alle freien Stimmen in der Welt, die für die Unabhängigkeit der Völker einstünden. Es gebe viele noble Individuen, die nicht akzeptierten, was Syrien ausgesetzt ist. Deren Stimmen müßten von ehrenwerten und freien Medien vernommen und verbreitet werden. (https://sana.sy/en/?p=146006, https://www.sana.sy/?p=806331) – Zu früheren Besuchen in bzw. Stellungnahmen von Richard Black zu Syrien s. Teil II (2014 mehrfach),  Teil III (2015),  Teil IV (2015 und 2016),  Teil V (2016, 2017).

Türkisches Militär zerstört Olivenhaine im Rîf von ‚Afrîn, Photo: SANA

Terroranschläge vom 2.9.2018:
Im nach wie vor türkisch besetzten [zur völkerrechtswidrigen Operation Olivenzweig s. Teil VI] nordsyrischen Gebiet von ʽAfrîn rodeten die türkischen Militärs zusammen mit den ihnen affiliierten Söldnern tausende tragender Olivenbäume –  die Lebensgrundlage der Bewohner dort!  – auf hunderten von Tagwerk/Ar (dunum). Die Anwohner informierten die Behörden via Telefon über die absichtlich – wie sie bemerkten – auch noch grob mit Bulldozern ausgeführte Aktionen, die damit besonders viel Schaden anrichtete. Vorgeblich sollte damit Platz für eine angeblich notwendige Straßenerweiterung vom türkischen (!) Gebiet zum Dorf Ḥamâm geschaffen werden, doch sei diese mit einer Breite von von mehr als 100m wirklich schon reichlich dimensioniert. Gemäß den Bewohnern solle damit der Druck auf die Bevölkerung erhöht werden, sich nicht weiter gegen die Okkupation zu  wehren. (www.sana.sy/en/?p=145988, https://www.sana.sy/?p=806226)
Wieder wurden Bewohner im Ost-Rîf von Ḥamâ Opfer einer von den Terroristen vor ihrer Besiegung ausgelegten Landmine. Als ein Fahrzeug, welches Arbeiter vom Dorf al-Mabʽûğa in den Ost-Teil der Provinzhauptstadt transportierte auf die Mine auffuhr, detonierte sie und riß im Gebiet von Salamiyya fünf Personen in den Tod, weitere sechs Arbeiter wurden teils schwer verletzt. (https://sana.sy/en/?p=146012, https://www.sana.sy/?p=806340)

Entgegen gewissen Medien-Meldungen und solchen aus sozialen Netzwerken geht eine Explosion beim al-Mazza Air­port am westlichen Stadtrand von Damaskus nach Mitternacht auf einen Kurzschluß zurück und nicht auf einen angeblichen israelischen Angriff, erklärte ein SAA-Vertreter gegenüber SANA am 2.9.2018. (https://sana.sy/en/?p=145920, https://www.sana.sy/?p=805973)

Mobile Klinik, Photo: SANA

Aufgrund der vom Gesundheitsministerium ergriffenen Maßnahmen wurden Innerhalb einer Woche wurden rund 60 Gesundheitseinrichtungen in den vom Terrorismus befreiten Ge­bieten eingerichtet, machte Vize-Gesundheitsminister Dr. Aḥmad Ḫalfâwî am 2.9.2018 bekannt. Bei weiteren 140 medizinische Zentren seien die Wiederherstellungsarbeiten abgeschlossen, nochmals sieben Einrichtungen kämen dann noch in einer Woche hinzu. (https://www.sana.sy/?p=806161)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 2.9.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145975  und https://www.sana.sy/?p=806121 (Im östlichen Teil der al-Ġâb-Ebene im Nord-Rîf von Ḥamâ wurden erfolgreiche, konzentrierte, präzise Artillerieangriffe gegen Trupps von Ğabhatu_n-Nuṣra und deren Affiliierten durchgeführt mit Zerstörung der Raketenabschußbasen der al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî  im Dorf al-Mašîk sowie derjenigen von Ğabhatu_n-Nuṣra im Umkreis der Städte as-Sirmâniyya und al-Qarqûr. Zudem Beseitigung eines mobilen Ğabhatu_n-NuṣraTrupps am nördlichen Stadtrand von Ḫirbat an-Nâqûs samt deren Kampfwagen und der Fortifizierungen der Katâ´ib al-ʽIzza am westlichen Stadtrand La­ṭâminâ.)

In Palmyra stationierte, das Ausgrabungsgelände schützende SAA-Einheit, Photo: Sputnik News

Wie al-Maṣdar und Sputnik News übereinstimmend berichten, ist am 1.9.2018 erneut (vgl.u.) zu einem Angriffsversuch eines Militantentrupps der US-unterstützten Lions of the East Army vom US-besetzten at-Tanaf-Gebiet her auf Palmyra gekommen. Er wurde jedoch von den dort stationierten SAA-Soldaten rechtzeitig bemerkt und erfolgreich abgewehrt. Dazu informierte das russische Koordinations- und Überwachungszentrum in Ḥumaimîm: Today, at 5:00 a.m. local time, 36 kilometers southeast of the city of Palmyra, cla­shes between Syrian government troops and a group of militants, who attempted to approach the city of Palmyra from the settlement of at-Tanf, took place… As a result of the clashes, two terrorists were killed, two more we­re detained and are being questioned.” Die beiden festgenommenen Angreifer gaben bei der Befragung zu, sie seien in einem Camp der US-geführten Koalition im US-besetzten Gebiet von at-Tanaf durch US-Militärberater trainiert und bewaffnet. Ziel der Operation und geplanter weiterer sei es, die (Rück)Eroberung von Palmyra und der heutigen Oasenstadt Tadmur auf diese Weise innerhalb einer Woche einzuleiten, indem der Hauptangriffsmacht eine sichere Passage bereitet würde. Wörtlich wurde der Zentrumssprecher zitiert mit: „The militants’ objective was to conduct a series of terro­rist attacks in the vicinity of the city of Pal­myra and to ensure the passage of the main forces of about 300 militants to capture the city within the next week.” (https://english.almanar.com.lb/572152 und https://sptnkne.ws/jz93)

Am So., 2.9.2018, folgte eine weiteres Interview mit Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim, dieses Mal mit einer Korrespondentin des TV-Senders Russia-24, ebenfalls in Moskau. Die Inhalte gleichen weitgehend denen vom Vortag (s.u.). (https://sana.sy/en/?p=145978, https://www.sana.sy/?p=806158)

RT-Interview mit al-Muʽallim vom 1.9.2018, Photo: SANA

Wie schon zuvor andere Regierungsvertreter (vgl.u.) unterstrich auch Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim im Interview mit Russia Today am 1.9.2018 in Moskau, die Befreiung des unter Terroristenkontrolle stehenden Gebiets von Idlib von diesen Extremisten sei eine Priorität. Die Regierung in Damaskus würde es vorziehen, wenn die angebotenen Rekonziliierungsgespräche Erfolg brächten, doch auch eine Militäroperation komme in Frage. Die internationale Gemeinschaft müsse verstehen, daß es sich dabei nach wie vor um syrisches Territorium und eine Pflicht der Regierung handele, seine Bürger zu beschützen. Die in jenem Gebiet aktive und vom UNSC in seinen Resolutionen als zu bekämpfende Terrororganisation gelistete Ğabhatu_n-Nuṣra mit ihren affiliierten Gruppen beherrsche alles. Sie dort zu eliminieren ist demnach Konsens zwischen Syrien und den unterstützenden befreundeten Regierungen. Niemand habe daher das Recht, dies zu verhindern.
Wie schon bei früheren Operationen (s.u. bzw. Teil VI und frühere Teile!) sei zum Bürgerschutz ein humanitärer Korridor  beim Abû aḍ-Ḍuhûr Airport eingerichtet worden. Durch diesen seien schon hunderte Familien aus dem terroristenkontrollierten Gebiet in das unter staatlicher Kontrolle stehende (vorübergehend) geflüchtet bzw. evakuiert worden. Diejenigen Kämpfer, die sich im terroristenkontrollierten Gebiet zu Rekonziliierungsgesprächen bereitfänden und damit von den Terroristen separierten, müßten dies kundtun und ihre Verpflichtungen darauf (vgl.u.) erfüllen.
Bezüglich der geplanten Inszenierung eines Giftgasanschlags durch die White Helmets in Zusammenarbeit mit dem britischen Geheimdienst als Vorwand für einen westlichen Militärangriff auf Syrien, sobald im Raum Idlib eine Militäraktion begänne,  brachte er die schon bekannten Einzelheiten (s.u.) vor mit der Ergänzung, daß diese Inszenierung nicht die erste sei. Bekannt geworden z.B. seien jene in Ḫân Šaiḫûn mit nachfolgendem US-Angriff auf die aš-Šaʽîrât-Luftbasis 2017 und  die Inszenierung in Dûmâ mit folgendem dreiseitigen Angriff seitens der USA, Großbritanniens und Frankreichs im April des Jahres gegen verschiedene Ziele in Syrien (s. Teil VI).
Es existierten handfeste Beweise für die fortgesetzte Unterstützung des IS und die Bewaffnung von  Ğabhatu_n-Nuṣra seitens des Pentagons und nun plane die US-Administration  einen erneuten dreiseitigen Angriff unter dem Vorwand eines Giftgasangriffs. Die Golfstaaten wiederum träfen keine eigenen Entscheidungen, sondern folgten den Befehlen aus Washington und finanzierten die US-Präsenz in Syrien.
Die Kursänderung Saudi-Arabiens, welche der Außenminister kürzlich in Moskau (s.u.) durchblicken ließ, komme, so erfreulich sie wäre, falls zutreffend, zu spät.  Andererseits strebe Syrien gute Beziehungen zu allen arabischen Staaten an, welche denselben Wunsch hegten.
Die Beziehungen zum Iran seien tiefgehend und strategischer Natur und nicht verhandelbar.
Die russisch-türkischen Gespräche seien wichtig. Syrien wolle keine Konfrontation mit der Türkei [die derzeit Teile von Nord-Syrien besetzt hält], doch müsse die Regierung in Ankara realisieren, daß auch die Provinz Idlib syrisches Territorium sei.
Die israelische Bedrohung bestehe konstant und sei nichts Neues; schließlich habe Israel  die unterschiedlichsten Regionen in Syrien angegriffen; dazu zählten auch die Aktionen der Terroristen in Süd-Syrien als israelische Handlanger, welche erst kürzlich erfolgreich bekämpft worden seien.
Der Wiederaufbau sei schon erfolgreich im Gange, finanziert von der Regierung und durch notwendige Zuwendungen durch freundlich gesinnte Länder wie etwa Rußland, den Iran, China, Indien, Brasilien und Malaysia [seit dem neuen Ministerpräsidenten!].
Bei der politischen Beilegung der Syrienkrise habe jede Plattform, sei es die in Genf, Astana oder Sotschi, ihre Rolle in dem Prozeß. Allerdings hätten die Astana-Konferenzen Erfolge gezeitigt wie z.B. die Einrichtung der De-Eskalationszonen und in Sotschi sei der innersyrische Dialog auf den Weg gebracht worden. Leider habe es in Genf keine Fortschritte gegeben infolge des westlichen Drucks.
Auf eine Frage zu den Kurden antwortete al-Muʽallim, diese seien ein Teil der vielschichtigen syrischen Bevölkerung ungeachtet der US-Versuche, sie durch Versprechungen zu instrumentalisieren. Sie sollten daher zurückschauen auf ihre Erfahrungen während der letzten hundert Jahre ihrer Geschichte im Hinblick auf  das Vertrauen auf Großmächte, die sie schließlich jeweils im Stich gelassen hätten. Daher erklärte er: „The Syrian government is prepared to resume dia­logue with Syrian Kurds without any foreign in­terference.” (Die syrische Regierung ist bereit, den Dialog mit den syrischen Kurden wiederaufzunehmen – ohne ausländische Einmischung.)
Daß Syrien auf die USA setzen würden, sei eine Illusion, denn die US-Administration sei berüchtigt dafür, [sogar] ihre Allierten im Stich zu lassen. Dagegen auf die Heimat zu setzen, sei eine sichere Sache.
Zum Schluß wiederholte der auch für Expatriierte zuständige Außenamtschef die Einladung der Regierung in Damaskus an alle ins Ausland geflüchteten Syrer, wieder in die Heimat zurückzukehren.
Sie würden daheim willkommen geheißen. Ihre Rückkehr sei erwünscht und würde beiden Seiten nützen, den  Rückkehrern und dem Heimatland, denn sie könnten an dessen Wiederaufbau teilhaben. (https://sana.sy/en/?p=145913, https://www.sana.sy/?p=805861) – S.a. den Beitrag: US-Politikerin entlarvt McCains Rolle bei Gründung des IS und „John McCain: Heiligsprechung eines Kriegsverbrechers“ (https://de.rt.com/1m4s) sowie WikiLeaks: McCain-Stiftung erhielt 1-Million-Dollar-Hilfe von Saudi-Arabien (Daraus: „WikiLeaks-Doku­men­te zeigen, dass das Hauptvermächtnis McCains darin bestand, die gefährliche saudisch-zionistische Politik voranzutreiben, nämlich den Irak, Syrien und Libyen zu ver­wüsten, was letztlich in einer Flücht­lingskrise und der Entstehung des IS mündete.“

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 1.9.2018 informieren:  https://sana.sy/en/?p=145887 und https://www.sana.sy/?p=805579 (Insbesondere nachmittags weitere konzentrierte SAAF- und Artillerieangriffe auf die verbliebenen IS-Stellungen und -Fortifikationen auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ in der östlichen Bâdiyya von as-Suwaidâ´ die zu heftigen Feindverlusten führten. Zugleich wurden weitere IS-Durchbruchsversuche in Richtung des Sadd Hâṭîl, der einzigen bedeutenden Wasserquelle in der Nähe vereitelt und die beim Vormarsch wieder unter Kontrolle gebrachten Positionen ausgebaut.)

1. Vierer-Sicherheitskonferenz in Bagdad, Photo: SANA

In der irakischen Hauptstadt Bagdad kamen am 1.9.2018 Vertreter des Internationalen Koordinierungs- und Informationszentrums zur Bekämpfung des Terrorismus zueiner ersten Sicherheitskonferenz auf Ebene der Vizestabschefs der vier teilnehmenden Länder (Irak, Syrien, Rußland und Iran) statt. Laut Generalleutnant Salîm Ḥarbâ, dem Leiter der syrischen Delegation stand die Koordination der gemeinsamen Anstrengungen bei der Terrorismusbekämpfung im Focus. Dieser bedrohe nicht nur die Teilnehmerstaaten sondern die gesamte Menschheit, darin waren sich die Kooperationspartner einig. Weiter thematisierten die Gespräche die Weiterentwicklung des Zentrums, die Sicherheitsherausforderungen, denen sich die Mitgliedsstaaten derzeit ausgesetzt sehen, die Verbesserung der Geheimdienstarbeit und der Kooperation bei der militärischen Versorgung.(https://sana.sy/en/?p=145916, https://www.sana.sy/?p=805925) – Präsident Putin wie die weiteren Teilnehmerstaaten hatten immer wieder um weitere Beteiligung an der neuen Einrichtung geworben. Bislang haben sich jedoch keine weiteren Regierungen dazu bereiterklärt (s. Irak).

Rechtzeitig vor Beginn der 60. Damascus International Fair am 6.9.2018 konnte die al-Qadam-Bahnstation am südlichen Stadtrand von Damaskus 1.9.2018 wieder in Betrieb genommen werden, nachdem sie wegen der kontinuierlichen Terroristenangriffe auf diese und die Bahnlinien seit 2011 außer Betrieb war! Laut dem zuständigen Direktor Raḍwân Takrîtî werden von hier aus im 30-Minutentakt die Messebesucher (auch in Nichtraucher-Abteilen) zum Messegelände und zurückgebracht werden. Man rechnet mit 20.000 Fahrgästen pro Tag. Damit werden die Verkehrsstaus vermieden, welche letztes Jahr wegen des Besucherandrangs zur 59. Damascus International Fair (s. Teil VI) entstanden waren. Die Bahnstation ist zudem wichtig auch für Zugverbindungen in den Norden, Osten und ins Innere des Landes. (https://sana.sy/en/?p=145902, https://sana.sy/en/?p=145937, https://www.sana.sy/?p=805801)

Schauplatz des Sachartschenko-Attentat, Photo: press24 net

Das Außenamt in Damaskus verurteilte am 1.9.2018 in strengster Form den Terrorakt, der zur Ermordung des Präsidenten der Donezker Volksrepublik, Alexander Sachartschenko, geführt habe mit dem Ziel, die friedliche politische Beilegung des Konflikts im Donbas-Gebiet wie die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen zu unterminieren, was die Sicherheit und Stabilität der gesamten Region zusätzlich bedrohe. (https://www.sana.sy/?p=805483, www.sana.sy/en/?p=145882)

Während des Durchkämmens des Umlands von al-Qunaiṭra durch die SAA-Kampfmittelräumdienste entdeckten diese am 1.9.2018 im Dorf al-Maʽlaqa wie in der Landstadt Ğabâtâ al-Ḫašab [deren Waldgebiet bis zuletzt ein wichtiger Terroristenrückzugsort war, vgl.u.] jeweils große Mengen an Waffen, Munition, Medikamenten und Lebensmitteln in unterirdischen Depots. U.a. fanden sich darin an Bewaffnung automatische, Scharfschützen- und Maschinengewehre, verschiedene Kommunikationsgeräte und wieder US-gefertigte „TOW Missiles“ (vgl.u., 29.8.2018!) und israelische Lebensmittel, dazu Ausrüstungsgegenstände der White Helmets (zur Einordnung s.u. und Teil V). (https://www.sana.sy/?p=805583, https://sana.sy/en/?p=145892)

Übergabe der japanischen Spenden im Medizinbereich, Photo: SANA

Erst jetzt wurde berichtet, daß bereits am Do., 30.8.2018 im Gesundheitsministerium und dem Ministerium für höhere Bildung eine wertvolle, von Japan gespendete Lieferung eingegangen war, welche medizinische Gerätschaften aus dem High-Tech-Bereich im Wert von 12 Millionen US-$ für die öffentlichen Krankenhäuser bereitstellte. Den Transport übernahm die WHO. Laut deren Repräsentantin im Land, Elizabeth Hoff, handelte es sich dabei um die umfangreichste, wert- und qualitätsmäßig höchste Spende überhaupt. Zudem übernimmt Japan die Ausbildung an den Geräten, deren Instandhaltung und liefert Notfallsysteme, eine Anzahl Ambulanzen und mobile Kliniken. Vertreter der Ministerien bedankten sich herzlich für diese bereitwillige Unterstützung seitens der japanischen Regierung bzw. Bevölkerung. (https://sana.sy/en/?p=145866 vom 1.9.2018)

Rußlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat in ihrer wöchentlichen Pressekonferenz in Moskau das Thema der geplanten Provokation eines westlichen Militärschlags gegen Syrien thematisiert. Dieser sei innerhalb von 24 Stunden möglich! Entgegen US-Behauptungen, es gebe keine Aufstockung der Streitkräfte im Mittelmeer, sehe die Realität anders aus: „US-led bloc has about 70 delivery ve­hicles with about 380 cruise missiles in the Middle East. … US Navy missile destro­yers ‘Karni’ and ‘Ross’ are currently deployed to the region. Each of them carries 28 Tomahawk crui­se missiles.“ (https://sana.sy/en/?p=145744, https://www.sana.sy/?p=804657, https://www.rt.com/news/437212-us-allies-strike-syria/)

Neuinszenierung einer Giftgasattacke zur Beschuldigung der SAA für den Fall der Militäroffensive in Idlib? Abb.: activistpost.com

Die Neuerwähnung des Idlib-Themas durch die MSM am 31.8.2018 in bekannter Form verheißt diesbezüglich ebenfalls nichts Gutes.

Der US-Sender CNN stellte am Fr., 31.8.2018, zudem eine vorläufige Liste von Zielen in Syrien für den angekündigten Militärschlag vor, falls die SAA bei ihren Militäroperationen [vor allem der geplanten gegen die Terroristenenklave im Raum Idlib] beschuldigt werden würde, Giftgas einsetzen. (USA erstellen Angriffsliste für Ziele in Syrien) – Zur vorbereiteten White HelmetsInszenierung in diesem Zusammenhang s.u.!

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 31.8.2018 informieren:  https://sana.sy/en/?p=145837  und https://www.sana.sy/?p=805261 (Während die Artillerie IS-Fortifikationen, -Verstecke und -Trupps auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ in den Tiefen der Bâdiyya (Geröllwüste) von as-Suwaidâ´ beseitigte, baute die Armee mit unterstützenden Kämpfern ihre wiedergewonnenen Stellungen auf  dem Nord- und W-Teil der Anhöhen aus und hinderten nach at-Tanaf (!) flüchtende IS-Terroristen am Durchbrechen der Linien. Eine weitere Einheit führte intensive Angriffe auf Bewegungen der Extremisten aus und schaffte es damit, deren Durchbruchversuche in Richtung der felsigen Abhänge zu vereiteln.) – Wie schon früher berichtet wurde (s.u.), sind den eingekesselten IS-Terroristen Lebensmittel- und Wasserversorgung knapp. Das könnte und sollte sie nach Hoffnung der Armeeleitung dazu bewegen, die im August verschleppten ca. 30 Bürger freizulassen.

Brückensprengungen durch Terroristen in der al-Ġâb-Ebene, Photo: SANA

Terroranschläge vom 31.8.2018:
Terroristen von Ğabhatu_n-Nuṣra  und al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî zerstörten mit jeweils großen Mengen an Sprengmaterial die großen und vielgenutzten Brücken von aš-Šarîʽa und Bait ar-Râs in der al-Ġâb-Ebene [einem früheren Terroristenrückzugsgebiet] im NW-Rîf von Ḥamâ am Nachmittag. Damit versuchen sie ein Vordringen der SAA in das terroristenkontrollierte Idlib-Gebiet zu behindern. (https://www.sana.sy/?p=805253, https://sana.sy/en/?p=145841)
Eine dritte Brückensprengung durch die türkisch unterstützten NFL-Kämpfer konnten Anwohner verhindern. (S. Idlib Militants Destroy Bridges In Attempt To Delay Syrian Army Advance)

Während der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem eriträischen Amtskollegen am 31.8.2018 betonte Außenminister Lawrow in Sotschi, die Regierung in Damaskus habe das souveräne Recht über sein ganzes Territorium und Rußland unterstütze sämtliche Bemühungen, die Krise in jenem Land gemäß der UNSC-Resolution Nr.2254 zu lösen. Derzeit seien die Terroristen im Raum Idlib damit beschäftigt, ein Giftgasszenariums als Vorwand für einen weiteren westlichen Militärschlag gegen Syrien vorbereiten (vgl.u.), indem sie die SAA des Einsatzes beschuldigten. Darüber habe die Kreml-Regierung sowohl die UNO als auch die OPCW mit Unterlagen versorgt. Schon bei der Untersuchung des gleichgelagerten Falls in Dûmâ (s. Teil VI) hätten westliche Regierungen die Ankunft der OPCW-Repräsentanten  zu verhindern, welche – auf Einladung der Regierung in Damaskus! – die gegen Syrien gerichteten Anschuldigungen untersuchen sollten. Doch diese Art der Inszenierung mit Beschuldigung der SAA reiche ja viel weiter zurück. Lawrow warnte daher vor den möglichen Rückwirkungen solcher Provokationen.
Außerdem mißbrauchten die Terroristen in Idlib die Bewohner als menschliche Schutzschilde, die meisten Gebiete kontrolliere die UN-gelistete Terrorgruppe Ğabhatu_n-Nuṣra, ein al-Qâʽida-Ableger, [für die wie ihre Affiliierten also die counterterroristischen UNSC-Resolutionen gälten].                                     (https://www.sana.sy/?p=805299, https://sana.sy/en/?p=145858)
Zur Idlib-Thematik s.a. das Interview mit Vize-Außenminister Dr. Fayṣal al-Miq­dâd mit dem syrischen TV am Freitagabend. (https://sana.sy/en/?p=145861, https://www.sana.sy/?p=805441)

Interview mit Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim in Moskau, Photo: SANA

Im Interview mit einem SANA-Reporter vom 31.8.2018 machte Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim in Moskau deutlich, die Gespräche mit den russischen Regierungsvertretern seien allesamt fruchtbar gewesen und konstruktiv verlaufen, sowohl auf politischem wie wirtschaftlichem Gebiet. Der russische Part habe sich als echter Freund erwiesen, welche entschlossen sind, die SAA in ihrer Terrorismusbekämpfung zu unterstützen und die Krise in Syrien zu beenden, während die westliche Seite, angeführt von dn USA, suche, diese Bestrebungen zu blockieren, die Ğabhatu_n-Nuṣra zu schützen wie zuvor die IS-Terroristen, um die Krise künstlich in die Länge zu ziehen und die Hegemonie zumindest über das Gebiet östlich des Euphrats [mit alle den Öl- und Gasquellen!] zu zementierten.  Dazu führte er noch aus: „All Washington acts are illegal and outside the framework of the UN Security Council. Therefore, as we did in its previous aggression, we will respond with full force to its potential aggression.” Daher rührten die russischen Warnungen, nicht mit dem Feuer zu spielen.
Auch die Gespräche mit Rußlands Vizepremierminister Juri Borisow (engl.: Yury Borisov, vgl.u.) seien erfolgreich verlaufen.  Die Kreml-Regierung habe einen Aufruf zur breiten Beteiligung an der 60. Damascus International Fair [6. – 15.9.2018] gestartet. Vor allem wolle Rußland sich am Wiederaufbauprogramm beteiligen wie an der Wirtschaftsproduktion, bezüglich der über eine weitreichende strategische Partnerschaft diskutiert wurde. (https://www.sana.sy/?p=805329, https://sana.sy/en/?p=145849)

[Nach den vielen Verhandlungen seitens Rußlands und entsprechenden wirtschaftlichen Anreizen] erklärte der türkische Staatspräsident Erdogan am 31.8.2018 endlich gemäß Veröffentlichung der Präsidialentscheidung  in der State Gazette, Ğab­ha­tu_n-Nuṣra (zuletzt unbenannt in Hai´at Taḥrīr aš- Šām, kurz HTS) sei eine Terrororganisation (als welche sie schon seit Jahren UN-gelistet ist!). Ca. 60% der Provinz Idlib befinden sich unter deren Kontrolle, was die Türkei bislang verneinte, indem sie die dort befindlichen Kämpfer als „bewaffnete Opposition“  bezeichnete. Viele der im Rahmen der in Astana geschaffenen De-Eskalationszone Idlib erstellten türkischen Beobachtungsposten befinden sich sogar auf Ğab­ha­tu_n-Nuṣra-kontrolliertem Terrain, ohne daß die türkischen Truppen gemäß UN-Resolution dagegen entsprechend angegangen wären oder für eine Separation der behaupteten „bewaffneten Oppositionellen“ (MAO; zur Einordnung s.u. bzw. ab Teil II) von den Terroristen dort gesorgt hätten. (S. Turkey Finally Designates Hayat Tahrir Al-Sham As Terrorist Group)

Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî vor dem UNSC, 31.8.2018, Photo: SANA

UN-Botschafter Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî stellte sich am 31.8.2018 der Presse am UN-Hauptquartier in New York. Zur Situation in Idlib bemerkte er, die US-, brtitische und französische Regierung als permanente UNSC-Mitglieder mißbrauchten diese internationale Organisation und bedrohten den internationalen Frieden und die Sicherheit, anstatt sie der UN-Charta gemäß zu bewahren und das im Gegensatz zu den durch sie vorgebrachten Behauptungen. Zu diesem Zweck verbreiteten deren Mainstream-Medien haßerfüllte, falsche Meldungen, welche die Äußerungen des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres zu Idlib verdrehten.
Demgegenüber seien das Militär Syriens (die SAA) und von dessen Alliierte die einzige Partei, welche in Umsetzung  der diesbezüglichen UNSC-Resolutionen den internationalen Terrorismus bekämpfe, während in dieser Hinsicht die USA, Großbritannien und Frankreich gar keine Rolle spielten. Im Gegenteil retteten die US-Kräfte wiederholt Terroristen [vgl.a. Teil VI] in ar-Raqqa und transportierten sie ins syrisch-irakische Grenzgebiet, um eine Vereinigung der syrischen und irakischen Streitkräfte im Counterterrorismus in dieser Region zu verhindern.
Dann kam er auf die zu Maßnahmender Regierung zur Erleichterung der Rückkehrder wegen der terroristischen Greuel ins Ausland geflüchteter Syrer zu sprechen, insbesondere die Einrichtung des speziellen Komitees hierfür [d.i. Syrian-Russian Joint committee for displaced Syrians, vgl.u.].
Diesbezüglich stellte er klar, daß die von manchen Staaten ohne UN-Mandat gegen Syrien erlassenen Wirtschaftssanktionen ein Hindernis in diesem Zusammenhang darstellten und die Vervollständigung der Rekonstruktionsprozesses durch die syrische Regierung behinderten; manche mißbrauchten die Flüchtlingsfrage für politische Zwecke und manche rieten den Vertriebenen geradezu davon ab, in ihre Heimat zurückzukehren.
Für die SAA sei die Entscheidung gefallen, jede Handbreit syrischen Bodens vom Terrorismus zu befreien und dem syrischen Volk zurückzugeben, wobei er darauf hinwies, daß sich in Idlib derzeit zehntausende ausländischer Terroristen aufhielten. (https://sana.sy/en/?p=145818, https://www.sana.sy/?p=805153)

Libanons Staatspräsident Michel ʽAûn empfängt den UNHCR Filippo Grandi, Photo: SANA

Beim Treffen mit dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), Filippo Grandi, am 31.8.2018 forderte auch der libanesische Staatspräsident Michel ʽAûn erneut die Vereinten Nationen auf, die Rückkehr der syrischen Vertriebenen aus dem Ausland nach Syrien zu unterstützen und zu erleichtern. Dabei dürfe diese Rückkehr nicht mit der politischen Lösung der Krise in Syrien verquickt werden, was einigen Regierungen zum Vorwand diene, die Rückkehraktion, die vom syrischen und russischen Staat in vielfacher Weise tatkräftig unterstützt werde, zu behindern. Dazu konstatierte er, niemand dürfe sich zwischen die rückkehrwilligen, durch die Terroristengreuel Vertriebenen und ihre Heimat als Hindernis stellen, damit diese allmählich zu ihrem normalen Leben zurückfänden und zum Wiederaufbau ihres Landes dazu beitrügen. (https://www.sana.sy/?p=805314)

In Aleppo und seinem Umland (Rîf) konnten für das kommende Schuljahr mehr als 500 Schulen mach den terroristischen Zerstörungen wiederhergestellt werden. (https://www.sana.sy/?p=805146 vom 31.8.2018)

Sitzung der Syrian-Russian Joint committee for displaced Syrians in Damaskus, Photo: SANAommission

In Damaskus kam am 30.8.2018 das Syrian-Russian Joint committee for displaced Syrians unter seinem syrischen Leiter, dem Minister für lokale Administration und Umwelt, Ḥussain Maḫlûf, zusammen, um Maßnahmen zur weiteren Erleichterung der Rückkehr ins Ausland geflüchteter Syrer zu diskutieren. Minister Maḫlûf konstatierte, die Regierung habe alle Mittel ergriffen, um die sichere Rückkehr aller zu gewährleisten, die bereit seien, in ihre Heim zurückzukommen. Hierzu sei der Wiederherstellungsprozeß hinsichtlich Infrastruktur und öffentlicher Einrichtungen in den von den Terroristen befreiten Gebieten schon fortgeschritten.
Vizeaußenminister und gleichzeitig Kommissionsmitglied Dr. Fayṣal al-Miq­dâd, stellte heraus, daß die [syrischen] diplomatischen Vertretungen alles zur Verfügung stellten, was zur Rückreise nötig sei. Dabei kooperierten sie mit den internationalen Organisationen, insbesondre mit dem UNHCR, im Gegensatz zur irreführenden Darstellung westlicher Mainstream-Medien und trotz der von einigen westlichen Staaten gegen Syrien erlassenen wirtschaftlichen und politischen Sanktionen [zur Einstufung s. Teil IIITeil IV].
Beteiligt an der Sitzung war auch Nikolai Burtsew als Vertreter des russischen Außenministeriums per Video-Konferenz. Er vertrat die Meinung, daß die Arbeit dieses Komitees die ausländischen Regierungen, welche syrische Flüchtlinge beherbergten, wie die UN überzeugen müßten. (https://sana.sy/en/?p=145806, https://www.sana.sy/?p=805022)

US-Militär (völkerrechtswidrig) in Syrien, Photo: pars today

Die Kreierung von quasi-staatlichen lokalen Regierungen in Ost-Syrien durch die US-Militärs bezeichnete Rußlands Außenminister Lawrow gegenüber Reportern nach dem Gespräch mit seinem syrischen Amtskollegen Walîd al-Muʽallim in Moskau als Versuch, das Land zu zerteilen, was den relevanten UNSC-Resolutionen widerspreche. Dazu bemerkte er: „While being strongly opposed to the global community’s involvement in efforts to create conditions for refugees’ return to Syria’s territory controlled by the government, our American counterparts, at the same time, are actively restoring infrastructure on the eastern bank of the Euphrates river and even create quasi-state local government bodies there. … This gives rise to concern, this is fraught with attempts to split Syria, which is totally unacceptable and is a blatant violation of Security Council decisions, which has repeatedly demanded respect for Syria’s sovereignty and territorial integrity.“
Ebenfalls kritisierte er, daß die US-Streitkräfte – welche sich völkerrechtswidrig im Norden, Osten (östlich des Euphrats) und SO Syriens aufhalten [dazu vgl.u.] – immer noch nicht abgezogen seien. Bei der von ihnen bei at-Tanaf erstellten Militärbasis gebe es verdächtige Terroristenkonzentrationen, von welchen beständig Angriffe [einschließlich nach Palmyra!] ausgingen. (http://tass.com/politics/1019345) – Zu Zerteilungsplänen für Syrien s. unter Balkanisierung  bzw. Yinon-Plan, insbes. in Teil IV!

Eine Außenamtsquelle bemerkte am 30.8.2018 in einer Stellungnahme zu einem Statement des UN-Generalsekretärs Guterres hinsichtlich der Situation in Idlib, die Bekämpfung des Terrorismus, insbesondere der Terrorgruppen IS und Ğab­ha­tu_n-Nuṣra und deren Affiliierter – welche einige UNSC-Resolutionen fordern, insbesondere die Nr.2254 – sei eine prinzipielle Verantwortlichkeit des syrischen Staates und seine Pflicht. Wörtlich hieß es im Kommentar: „The Syrian Arab army and the supporting forces have proved that the achievements fulfilled in the war against terrorism had led to meet the appeals of millions of Syrians to rescue them from the flocks of Daesh.” Bei der Ausübung dieser Pflicht gehe es dem Staat darum, seine Bürger vor den Verbrechen der Terroristen zu beschützen und sie während der Kampfhandlungen so gut als möglich zu schützen. Niemandem könne mehr daran liegen.
Dann versicherte auch jener Mitarbeiter, daß allein die Terroristen über C-Waffen verfügten, und  daß diese sie schon widerholt eingesetzt hätten, um damit einen Vorwand für Aggressionen gegen Syrien zu schaffen, mit den Worten: „Syria reaffirms that the terrorist organizations are the ones who used chemical weapons against civilians in Syria, supported and covered by western media. … Syria stresses once again that the use of chemical weapons in the country has always been done for justifying the western countries’ aggressions on Syria every time these states feel that their schemes had failed.”
Er schloß mit einem Aufruf an das UN-Generalsekretariat, Syriens Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen und der die allgemeine öffentliche Meinung maßgeblich beeinflussenden westlichen Medien-Falschdarstellung zu begegnen, indem es klarstelle, daß gerade Syrien die UNSC-Resolutionen zum Counterterrorismus umsetze.  (https://sana.sy/en/?p=145803, https://www.sana.sy/?p=804903)

Felshöhlen in der Bâdiyya, von Terroristen als Verstecke genutzt, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 30.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145736 und https://www.sana.sy/?p=804641 (Weitere Gebiete im Nord- und NW-Teil der Tulûl aṣ-Ṣafâ tief in der Geröllwüste (Bâdiyya) von as-Suwaidâ´ sowie Tal Abû Ġânim im NO-Teil davon in Richtung Umm Marzaḫ wurden unter Kontrolle gebracht beim weiteren Vorrücken gen Westen zum Treffen mit den dort operierenden Streitkräften nach Eliminierung einer großen Anzahl IS-Terroristen samt deren Stützpunkten und Ausrüstung. Weitere um Qabr aš-Šaiḫ Ḥussain operierende Einheiten bauten ihre Stellungen aus und erweiterten sie in Richtung der Tulûl aṣ-Ṣafâ in für den Feind verlustreichen Gefechten. Präzise, effektive Artillerieschläge trafen die restlichen IS-Fortifizierungen auf den erwähnten Anhöhen.)

Auch Alexander Schulgin, Rußlands permanentem Vertreter bei der OPCW, gab die Warnungen bezüglich eines vorbereiteten Giftgasszenariums als Vorwand für einen weiteren westlichen Militärschlag gegen Syrien (Details dazu vgl.u.) an den Generaldirektor dieser Institution weiter. Gegenüber TASS teilte Schulgin dazu mit: „Through the OPCW, we provided the necessary information to the Director General, Fernando Arias.“ Außerdem würde die Regierung in Damaskus untermauernde Informationen dem Technischen Sekretariat der Organization for the Prohibition of Chemical Weapons zur Verfügung stellen. Bislang sei noch keine definitive Antwort dazu ergangen, erklärte der Botschafter: „We were promised these materials will be studies very carefull. … So far, there is no other reaction, but we would like to hope that the Technical Secretariat will take this seriously and take appropriate steps.“  Zusätzlich sei eine Presseinformation zum drohenden Szenarium geplant, die an alle OPCW-Mitgliedsstaaten verteilt werde: „We plan to issue a special press release in the near future, which will be circulated among the member states of the OPCW Executive Council. We will send it to diplomatic missions that are accredited not only in The Hague, but also in Belgium.“  Außerdem sei zu Beginn kommender Woche ein Treffen in der Sache geplant:  „We also plan to hold a meeting with a number of delegations live at the beginning of next week,“ führte Schulgin aus und ergänzte: „We must do everything possible to prevent this terrible tragedy, which the opponents of Ba­shar Assad want to use to advance their narrow-minded goals of overthrowing the legitimate autho­rities.“ (http://tass.com/politics/1019370 vom 31.8.2018)

Walîd al-Muʽallim im Gespräch mit Sergei Lawrow in Moskau, 30.8.2018, Photo: SANA

Zu Beginn des nachmittäglichen Gesprächs mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow und Mitarbeitern seines Stabes erklärte Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim, Syrien befinde sich im letzten Stadium, die Krise im Land zu lösen und das gesamte Territorium vom Terrorismus zu befreien und das sei der Grund dafür, warum  die Regierungen in Washington, London und Paris Syrien anzugreifen planten, um den Prozeß der politischen Beilegung der Krise zu blockieren und Ğabhatu_n-Nuṣra zu unterstützen [zu früheren Vorwürfen hierzu s. Teil VI].  Der Besuch erfolge zu einer äußerst passenden Zeit, um die letzten politischen Entwicklungen wie die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Kooperation zwischen beiden Ländern zu besprechen. Dabei brachte er die besondere Wertschätzung Syriens für den russischen Beistand im Counterterrorismus zum Ausdruck mit den Worten: „As we were partners in the fight against terrorism, we want to be partners in the reconstruction pro­cess. … Our people highly appreciate the role of the Russian Federation and Pre­sident Vladimir Putin in combating terrorism in Syria.” Dasselbe gelte für die russischen diplomatischen Bemühungen, wie sie u.a. in den Astana-Konferenzen und dem Sotschi-Kongreß zutage traten.
Dann führte zum eingangs erwähnten Thema aus:  „We are in the last step to put an end the crisis in our country and liberate our entire territory from terrorism,. … The US, UK and France are not happy with the failure of their plot in Syria, so they want to attack it from outside the UN Security Council in order to foil the political process, offer assistance to Ğab­ha­tu_n-Nuṣra terrorist organi­zation and prolong the crisis. Therefore, we have the legitimate right to defend ourselves and the aggressor States will bear the disastrous consequences due to their aggres­sion.” Zudem führte auch er aus, warum ein C-Waffenangriff von syrischer Seite ausgeschlossen sei: „I confirm that we do not have chemical weapons. It is not possible for us to use them because we are victorious in the battles against terrorism and there is no need to use them. Therefore, all the pretexts of the aggressors are exposed.”
Rußlands Außenamtschef Lawrow betonte, mit dem nahen Ende der Verpflichtung, den Terrorismus in Syrien zu  bekämpfen, werde es Zeit, in Syrien die Wirtschaft aufzubauen und die Stabilität in allen Gegenden widerherzustellen. Diesbezüglich würden Projekte im Rahmen des Syrian-Russian Joint Govern­mental Committee for Economic, Commercial, Scientific and Technical Cooperation besprochen, die zweifelsohne zur Verwirklichung dieses Ziels führen würden. Internationale Beteiligung daran, sei auch ein Diskussionsthema. Schließlich müßten die beim Syrian National Dialogue Congress [s. Teil VI, Ende Januar] erarbeiteten Prinzipien umgesetzt werden.
Zuletzt versicherte er, die russische wie syrische Position seien klar und basierten auf den UN-Resolutionen, insbesondere der UNSC-Resolution Nr.2254, welche besagt, daß die Syrer ihre Zukunft zu bestimmen hätten.

Pressekonferenz der Außenminister Lawrow und al-Mu’allim (links) in Moskau vom 30.8.2018, Photo: SANA

Bei der anschließenden gemeinsamen Pressekonferenz wies Außenminister al-Muʽallim daraufhin, daß in Moskau in letzter Zeit verschiedene Kontakte auf regionaler Ebene bzgl. Syriens geknüpft und dies mit der Regierung in Damaskus besprochen worden sei; dies wurde als konstruktiv und positiv beurteilt: „Moscow has recently been the center of regional contacts on Syria and we exchanged views on the outcome of these contacts and our views were identical, so I can say that these talks are constructive and positive.” Da Rußland sich als wahrer Freund erwiesen habe im Gegensatz zu den tonangebenden westlichen Staaten erwiesen habe, werde diesem Land auch beim Wiederaufbau Priorität eingeräumt. In diesem Zusammenhang kam al-Muʽallim auch auf die verheerende Auswirkung eines neuerlichen westlichen Angriffs auf Syrien aufgrund  eines inszenierten Giftgaseinsatzes zu sprechen, wie es schon nach einem ähnlichen Vorfall Anfang April in Dûmâ der Fall gewesen war, bei dem „Washington and its allies invoked the use of che­micals and launched aggression against Syria“. Wörtlich sagte der Außenminister dazu:  „We and the Russian Federation have been partners in countering terrorism and have fulfilled great field achievements and we are now close to end this terrorism. Naturally, we should think about Sy­ria’s reconstruction program and our friends in the Russian Federation have the priority in contri­buting to this program. … We are on the way to achieve security and stability for our people in Syria. We cannot forget the practices of the countries that have been plotting against us from seven years and till now in obstruc­ting us from eliminating terrorism.”  Gerade in jenem Stadium „they are repeating the same scenario to prepare for a new aggression with the aim of sa­ving Ğab­ha­tu_n-Nuṣra and prolonging the crisis“ betonte al-Muʽallim.
Doch auch Idlib werde vom Terrorismus befreit werden, welche Opfer es auch koste, auch wenn die Rekonziliierungsbemühungen militärischen Aktionen vorgingen und alles getan werde, um die Bürger zu schonen. Daher sei auch wieder in Abû aḍ-Ḍu­hûr ein humanitärer Sicherheitskorridor eröffnet worden, doch  auch hier hinderten die Ğab­ha­tu_n-Nuṣra-Kämpfer die Bewohner am Verlassen der terroristenkontrollierten Gebiete. Wörtlich hieß es dazu:„The decision of the Syrian leadership is to combat Ğab­ha­tu_n-Nuṣra in Idlib, whatever the sacrifices we­re. We say that the priority is for the local reconciliations which we have carried out in several are­as across Syria. We are ready to make every effort to avoid civilian casualties. We opened Abû aḍ-Ḍu­hûr corridor for a week and interacted with the local reconciliation committees. Unfortunately al-Nusra arrested most of the members of these committees and prevented civilians from exiting via that corridor.”
Gemeinsam mit der Kreml-Regierung arbeite man an der Rückführung der Flüchtlinge. Wenn westliche Regierungen sich wirklich um deren Wohl sorgten, sollten sie sich an dem Projekt beteiligen und die Voraussetzungen dafür schaffen. Die Aufhebung der illegalen Sanktionen gegen Syrien wäre schon ein Anfang: „We discussed the issue of our joint efforts to bring the displaced Syrians back to their country. We say to the West, who is crying for human rights in Syria, if you really want to help the return of the displaced, you should make efforts to secure the reconstruction of their homes and infrastructure and lift the unilateral sanctions imposed on Syria.”
Außenminister Lawrow seinerseits referierte, beide Seiten hätten über die – durch die US-Administration trotz wiederholter Zusagen jahrelang verschleppte [s. Teil V, Teil VI] –  Separierung der sog. bewaffneten Militanten, die zu Rekonziliierungsgesprächen bereit seien, von den Terroristen im Raum Idlib ihre Sichtweisen ausgetauscht. Wichtig sei beiden Seiten auch der Schutz für die Zivilisten dort gewesen. Dabei machte er nochmals auf die Inszenierung eines Giftgasanschlags durch die White Helmets (s.u.) als Vorwand für einen westlichen Militärangriff auf Syrien aufmerksam.
Schließlich erging ein Aufruf an die UN bzw. die Internationale Gemeinschaft, sich für die sichere Rückkehr der syrischen Flüchtlinge aus dem Ausland in die Heimat einzusetzen, humanitäre Hilfe zu leisten, sich für den Wiederaufbau  in Syrien einzusetzen wie für Arbeitsmöglichkeiten derselben dort. Das Geliche gelte für die Wiederherstellung der Sicherheit in Syrien als Vorbereitung der Rückkehraktion und der Stabilisierung der Sicherheit in der gesamten Region.
(https://sana.sy/en/?p=145762, https://www.sana.sy/?p=804814)

Auf Einladung seines russischen Amtskollegen Sergei Lawrow, kam Vize-Premier- und Außenminister Walîd al-Muʽallim am Do., 30.8.2018 in Moskau an. Für den Nachmittag  ist ein Gedankenaustausch zu den Themen neueste Entwicklungen in Syrien, gemeinsame counterterroristische Operationen, Wiederaufbau sowie Rückführung der syrischen Flüchtlinge in die Heimat angesetzt.
Später folgt ein Treffen mit Juri Borisow (engl.: Yuri Borisov), dem russischen Vize-Premierminister und seit dem 27.6.2018 Leiter des Russian-Syrian Inter-Govern­mental Commission on Trade, Economic, Scientific and Technical Cooperation, dem auf syrischer Seite Vize-Premierminister Walîd al-Muʽallim vorsteht. (https://sana.sy/en/?p=145749, https://sana.sy/en/?p=145759)

Römisches Theater in Ğiblâ / Provinz al-Lâḏa­qiyya, Photo: SANA

Ein SANA-Artikel macht auf das unter römischer Herrschaft erbaute Theater von Ğiblâ in der Küstenprovinz al-Lâḏa­qiyya aus dem 2.Jh.  aufmerksam, das die letzten Jahre über restauriert wurde und nun verschiedenen Festivals als Bühne dient.  Während der islamischen Epochen war der Bau in eine Festung integriert gewesen. Das Theater ist eines der bedeutendsten in Syrien und Nahost und das einzige, das an der Küste liegt. (https://www.sana.sy/?p=804288, https://sana.sy/en/?p=145727) – Während die arabische Ausdrucksweise  مسرح  dem Bauwerk gerecht wird, ist die Übersetzung mit „Amphitheater“ mißglückt, da es sich um ein ausgesprochenes Theater handelt und nicht – wie z.B. das bekannte Kolosseum in Rom oder in al-Ǧamm im heutigen Tunesien – um einen Rundbau, der bzgl. der theoretischen Konstruktion quasi aus zwei zusammengeschobenen Theatern unter Auslassung der Bühnenaufbauten in deren Mitte besteht (altgriech.: ἀμφι = beidseits). Dies entspricht auch dem nachhaltig vorherrschenden hellenistischen Einfluß. Griechen konnten bekanntlich blutrünstigen Gladiatorenkämpfen weniger abgewinnen als die römische Bürger auf der Apenninhalbinsel und darüber hinaus.

Terroranschlag vom 29.8.2018:
In Maḥ­kân, 7km im SO von al-Mayâdîn im SO-Rîf von Dair az-Zaur fiel ein Anwohner einer vom IS zurückgelassenen Landmine zum Opfer, er erlag seinen Verletzungen infolge der Detonation. (https://sana.sy/en/?p=145671, https://www.sana.sy/?p=804278)

SAA, Bâdiyya von as-Suwaidâ´, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 29.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145666 und https://www.sana.sy/?p=804224 (Beim Vorrücken in der Ost-Bâdiyya (Geröllwüste) von as-Suwaidâ´ wurde nach Beseitigung der vorgefundenen IS-Stützpunkte   samt Kampfwagen auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ die Gebiete von Qabr ʽÎd Ḥunaiš und Baraka Ḥâwî ʽAwa wieder unter Kontrolle gebracht und weiter in Richtung Qabr aš-Šaiḫ Ḥussain und Umm Marzaḫ nach für die Terroristen verlustreichen Gefechten vormarschiert. Die Artillerie bombardierte erfolgreich einen IS-Kommandoposten sowie einen IS-Trupp zwischen Ḫirbat al-Ḥâwî und Umm Marzaḫ.)

Während einer zusammen mit dem saudischen Außenminister abgehaltenen Pressekonferenz vom 29.8.2018  in Moskau pochte der Chef des russischen Außenamts Sergei Lawrow  erneut auf die Notwendigkeit, die im Raum Idlib konzentrierten Terroristen zu eliminieren, die UNSC-Resolution Nr.2254 zu beachten, welche die territoriale Integrität Syriens betone,  und die syrischen Flüchtlinge in ihre Heimat zurückzuführen. Zwecks Letzerem rief er die Internationale Gemeinschaft auf, sich mehr für Erleichterungen in diesem Zusammenhang zu engagieren.
Von den Terrorgruppen würden die Bürger von Idlib, dem letzten verbliebenen Stützpunkt der Extremisten, als menschliche Schutzschilde mißbraucht. Eine westliche Militäraggression aufgrund eines von Terroristen inszenierten Giftgasvorfalls als Vorwand würde ein Vorgehen gegen diese Extremisten verhindern. Rußland hoffe daher, die westlichen Partner würden die counterterroristische Militäroperation gegen Ğabhatu_n-Nuṣra und Konsorten nicht behindern. (https://www.sana.sy/?p=804357, https://sana.sy/en/?p=145709)

al-Qâmišlî-Prosteste für staatliche Lehrpläne, Photo: SANA

In al-Qâmišlî in der Provinz al-Ḥasaka versammelten sich hunderte Bewohner zu Protesten. Zuvor waren [US-seits unterstützte] al-AsâyišMilizen (vgl. Teil VI) gewaltsam in die Schulen der Stadt eingefallen, hatten das staatliche Personal zum Verlassen gezwungen und versuchten auf diese Weise, einen anderen als den (säkularen) Lehrplan des Kultusministeriums einzuführen. Dies rief massenhaft Empörung unter Schülern, Eltern und Lehrkräften hervor, so daß sie schließlich zusammen mit christlichen Würdenträgern, Honoratioren und Vertretern der Stämme zu Demonstrationen auf die Straßen gingen.  Solch ein Vorgehen gefährde die Zukunft der nächsten Generation, machten die Demonstranten deutlich,  die veränderten Inhalte hätten  nichts mit der syrischen Zivilisation und Geschichte gemein. Verurteilt wurde das Asâyiš- Vorgehen auch von IIhâm Ṣaruḫân, des Kultus-Direktorats  der Provinz al-Ḥasaka. (https://sana.sy/en/?p=145701, https://www.sana.sy/?p=804399 vom 29.8.2018)

Anatoli Antonow, Rußlands Botschafter in den USA, warnte am 29.8.2018 vor einer erneuten völkerrechtswidrigen Militäraggression gegen Syrien aufgrund fabrizierter Meldungen. Eine solche würde nur den Interessen der Terroristen in jenem Land zugute kommen, wie Sputnik News am 30.8.2018 berichtete.  Bei einem Treffen mit Repräsentanten des US-Außenministeriums [James Jeffrey und David M. Satterfield] am Mo., 27.8.2018, habe er die Bedenken seiner Regierung wegen der kürzlich ausgesprochenen US-Drohungen gegen Syrien (vgl.u.) mitgeteilt und sie gedrängt, vorzulegen, worauf sie ihre Behauptungen gründeten, daß die SAA, die zudem keinerlei C-Waffen besitze, solche in Idlib einsetzen sollten. Daß solche vorgelegt worden seien, wird nicht berichtet. Jedoch legte die russische Seite die gesammelten Informationen zum geplanten Vorfall vor.
Ebenso warnte Antonow vor einer false flag-Attacke, die den Vorwand für eine neuerliches Vorgehen gegen Syrien liefern solle, unter Beteiligung britischer Special Service-Kräfte (vgl.u.) mit den Worten: „This provocation, which is being prepared with active involvement of British Special Services, may become a pretext for the western ‘trio’ (Washington-London-Paris) to conduct another missile strike against Syrian military and civil infra­struc­ture.
Schließlich erklärte der russische Botschafter gegenüber Sputnik News: „We are hopeful that the United States will do everything in their power to prevent the use of chemical weapons by terrorists and will act responsibly.” Dabei wies er auf den bemerkenswerten Umstand der Rhetorik im Umfeld der Äußerungen zum Sachverhalt [aus Washington] hin, von dem abhängen könne, ob nun die Terroristen und die „,pseudo-humanitarian organizations‘ such as the ,White Hel­mets‘“ vor Ort ihren Plan ausführten oder nicht.  (https://sana.sy/en/?p=145715, https://www.sana.sy/?p=804615, s.a. https://sptnkne.ws/jy97)
Auch Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hatte in ihrer wöchentlichen Pressekonferenz in Moskau das Thema der geplanten Provokation eines westlichen Militärschlags gegen Syrien thematisiert. Dieser sei innerhalb von 24 Stunden möglich! Entgegen US-Behauptungen, es gebe keine Aufstockung der Streitkräfte im Mittelmeer, sehe die Realität anders aus: „US-led bloc has about 70 delivery ve­hicles with about 380 cruise missiles in the Middle East. … US Navy missile destro­yers ‘Karni’ and ‘Ross’ are currently deployed to the region. Each of them carries 28 Tomahawk crui­se missiles.“ (https://sana.sy/en/?p=145744, https://www.sana.sy/?p=804657, https://www.rt.com/news/437212-us-allies-strike-syria/)

Ğabhatu_n-Nuṣra-Eskorte, Photo: SANA

Über den Grenzübergang Bâb al-Hawâ kam gemäß lokalen Beobachtern und Medien ein türkischer LKW, eskortiert von Fahrzeugen der Terrorgruppen Ğabhatu_n-Nuṣra und al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî in das Gebiet von Ğisr aš-Šuġûr und das Nord-Rîf von Ḥamâ. Dieser hatte Gas-Zylinder geladen, welche aus den südlichen Stadtteilen von Idlib stammten. Ebenfalls in dem Konvoi kamen aus der Türkei große Tankfahrzeuge mit vorgefertigten Betonwänden, welche dann den Weg in den Süden der Stadt Idlib nahmen, genauer dorthin, wo zuvor das mit Ğabhatu_n-Nuṣra in Verbindung stehende Muḥkama [Gericht] befand; dort nahmen sie eine Ladung Gas-Zylinder auf.  Die Verladung überwachten ca. 20 dunkelhäutige, Englisch und Französisch sprechende Personen, berichteten die lokalen Quellen weiter. Diese Vorgänge werden im Zusammenhang mit der geplanten false flag-Giftgasattacke, durchgeführt u.a. von den  White Helmets (vgl.u.) gesehen.  (https://sana.sy/en/?p=145712, https://www.sana.sy/?p=804497 vom 29.8.2018)

Über die umfangreichen  syrischen Vorkehrungen zur Rückführung aller Flüchtlinge und zu deren Versorgung vor Ort (Näheres dazu s.u.) sprach am 29.8.2018 Vizeaußenminister Dr. Faiṣal al-Miqdâd auch mit dem UNHCR Filippo Grandi in Damaskus. (https://www.sana.sy/?p=804418, https://sana.sy/en/?p=145698)

TOW-Panzerabwehrsystem (US-Bestand), Photo: al-Alam

Beim Durchkämmen der Gegend von Tulûl al-Ḥamr im Umland von Ḥamâ durch die Kampfmittelräumdienste entdeckten diese am 29.8.2018 ein weiteres von den Terroristen zurückgelassenes Depot an Waffen und Munition. Darunter fanden sich Granaten, auch solche gegen Panzer und Kampffahrzeuge einsetzbare, verschiedenen Marschflugkörper, darunter die US-gefertigten „TOW Missiles“*, sowie Sprengsätze. (https://sana.sy/en/?p=145669, https://www.sana.sy/?p=804232) – *Bekanntlich belieferte das Pentagon die sog. „moderate bewaffnete Opposition“ (MAO; zur Einordnung s.u. bzw. ab Teil II)  mit tragbaren BGM-71 TOW-Raketen mit Reichweite bis zu 6km (Näheres dazu s. ab Teil II, v.a. Teil III unter Datum vom 2.12.2014 zu den Empfängern, d.h. eindeutigen) welche letztlich bei Ğabhatu_n-Nuṣra landeten. Die Terrororganisation stellte daraufhin ein eigenes Bataillon für diese Waffengattung zusammen.

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 28.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145627 und https://www.sana.sy/?p=803870, https://www.sana.sy/?p=803926 (Fortgesetzte erfolgreiche Bekämpfung der Ğabhatu_n-Nuṣra-Trupps auf deren Bewegungsachsen im Nord-Rîf von Ḥamâ nahe der Verwaltungsgrenze zur Provinz Idlib sowie gezielte präzise Artillerieattacken auf Katâ´ib al-ʽIzza-Ansammlungen während deren Fortifizierungstätigkeit am Stadtrand von al-Laṭâmina, 35km im NW von Ḥamâ, und Zerstörung eines ihrer wichtigsten Stützpunkte mit Eliminierung sämtlicher Terroristen.
Nach zähen Gefechten mit den auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ verschanzten Resten an IS-Terroristen Rückeroberung der Kontrolle über den Sadd Hâṭîl, die einzige bedeutende Wasserquelle in der Tiefe der Geröllwüste (Bâdiyya) östlich von as-Suwaidâ´, 30km östlich von Umm Marzaḫ; bei der Fortführung der Militäroperation wurden den Extremisten weitere empfindliche Verluste beigebracht, deren Nachschubquellen eliminiert und der Radius der Einkreisung um sie weiter minimiert und jeglicher Ausbruchsversuch abgewehrt bei Ausbau der SAA-Stellungen in Richtung Qabr aš-Šaiḫ Ḥussain und Beseitigung mehrerer IS-Schlupfnester und -Stellungen.)

Treffen zwischen Dr. al-Miqdâd und Lowcock am 28.8.2018, Photo: SANA

Vize-Außenminister Dr. Faiṣal al-Miqdâd traf am 28.8.2018 mit einer polnischen Delegation unter Leitung des Vizeaußenministers zusammen Andrzej Papierz zusammen. Es war das erste solche Treffen seit Beginn des Krieges. Syrien schätze die polnische Position bzgl. der syrischen Flüchtlinge sehr, versicherte Dr. al-Miqdâd, während Papierz deutlich machte, seine Regierung werde Syrien gerne dabei behilflich sein, den Flüchtlingen die Rückkehr in ihre Heimat zu erleichtern. Polen lehne den Plan einer Zwangsumsiedlung syrischer Flüchtlinge innerhalb der EU ab. Er setzte hinzu: „We are of the position that we should help all those who lost their properties, on the ground, here in Syria, and the objective of our visit is to see what is feasible to be done here.” Daher wolle sich seine Ran einem Pilotprojekt beteiligen. Zwischen Polen und Syrien seien schließlich die Beziehungen auch in den letzten Jahren nicht abgebrochen: die syrische Botschaft in Warschau sei geöffnet und es gebe einen polnischen Charge d’affaires in Damaskus. (https://www.sana.sy/?p=803842, https://sana.sy/en/?p=145620)

Im Gespräch mit dem UN-Unter-Generalsekretär für Humanitäres, Mark Lowcock, in Damaskus am 28.8.2018 unterstrich der Minister für lokale Administration und Umwelt, Ḥussain Maḫlûf, nochmals  Syriens Bereitschaft, alle zurückkehrenden Flüchtlinge aufzunehmen und denselben im Ausbildungs- und Gesundheitswesen die nötige Unterstützung zu bieten und allen ein anständiges Leben zu gewährleisten. Um die Rückkehr zu erleichtern sei eine Zusammenarbeit auf internationaler Ebene notwendig.  Lowcock lobe die gute Zusammenarbeit mit den syrischen Behörden. (https://sana.sy/en/?p=145652) – Zu Lowcock s. Teil VI!

Der russische General Waleri Gerassimow warb am 28.8.2018 während eines Treffens der Generalstabschefs der Mitgliedsstaaten der Shanghai Cooperation Organization für eine Beteiligung der Mitglieder dieser Organisation am Wiederaufbau in Syrien. (https://sana.sy/en/?p=145633, https://www.sana.sy/?p=803905)

UNSC-Dringlichkeitssitzung, Photo: cfr.org

Während der durch Rußland geforderten UNSC-Dringlichkeitssitzung vom 28.8.2018 aufgrund der gesicherten Hinweise auf einen geplante C-Waffeneinsatz durch die sog. White Helmets im Raum Idlib (Näheres dazu s.u.!) nahm auch UN-Botschafter Dr. Bašâr al-Ğaʽfarî Stellung. Gewisse westliche Regierungen seien es gewohnt, ihre „black flags and White Helmets” zu benutzten, um neue Chemie-Vorfälle zu inszenieren und damit den – inzwischen erfolgreich auf den Weg gebrachten –  politischen Prozeß [zur Lösung der Syrienkrise] zu blockieren und  einen Vorwand für eine neuerliche Aggression gegen Syrien zu produzieren. Syrien dagegen habe schon immer unterstrichen, daß es jeglichen Einsatz von C-Waffen für unethisch halte und daher verurteile. Er wiederholte zudem, daß sein Land keine C-Waffen besitze, sondern nachgewiesenermaßen seine Verpflichtungen aufgrund des Beitritts zur Chemiewaffenkonvention in Zusammenarbeit mit der OPCW erfüllt habe (vgl. Teil I und Teil II). Demnach wurde das gesamte frühere Arsenal auf einem US-Schiff im Mittelmeer vernichtet, während andererseits Israels Nuklear-, C- und B-Waffenarsenal zur gleichen Zeit darauf wartete, den Segen des UNSC zu erhalten.
Ğabhatu_n-Nuṣra und affiliierte Terrorgruppen bereiteten gerade den Einsatz von C-Waffen gegen Bewohner von Idlib vor, um den Vorfall den syrischen Streitkräften anzulasten und damit einen Vorwand für jegliche Militäraggression gerade jener Regierungen zu schaffen, welche Kontrolle über diese Terrorgruppen ausüben.
Doch jede Aggression gegen Syrien stelle gleichzeitig eine gegen den regionalen und internationalen Frieden und die Sicherheit dar, was wiederum dem Terrorismus Vorschub leiste und die Errungenschaften bei dessen Ausrottung unterminiere.
Auf eine Anfrage einiger UNSC-Mitgliedsstaaten hin erwiderte Dr. al-Ğaʽfarî noch, Syrien habe 2700 Bitten des World Food Program nach Lieferung humanitärer Hilfe in die befreiten Regionen entsprochen. Außerdem informierte er sie darüber: „The Syrian Arab Red Crescent continuously cooperates with local and international humanitarian partners to deliver the aid and send tens of convoys to the needy areas.”
Sein russischer Amtskollege, UN-Botschafter Wassili Nebensja, wies darauf hin, daß die Ğabhatu_n-NuṣraTerrororganisation und deren Affiliierte derzeit über zwei Millionen Bürger in Idlib als Geiseln hielten und am Verlassen der Gegend hinderten [vgl.u., Sicherheitskorridor Abû aḍ-Ḍuhûr]. Mitglieder der White Helmets hätten zwei Container mit Giftgas in die Provinz Idlib geschafft – wobei es noch acht weitere solcher Container gebe – mit der Absicht, sie gegen die Bevölkerung einzusetzen um eine neuerlich seitens der Regierungen in Washington, London und Paris gegen Syrien zu rechtfertigen.  Dabei warnte eindringlich vor einer neuen westlichen Aggression gegen Syrien aufgrund von fabrizierten Meldungen und falschen Anschuldigungen über einen angeblichen Giftgaseinsatz durch die Armee gegen Bürger in Idlib. Auch Nebensja versicherte, die syrische Armee (SAA) besitze keinerlei C-Waffen. Jeder westliche Angriff auf Syrien schade nur dem in Gang gesetzten politischen Prozeß [zur Lösung der Krise] im Land und diene nur den Interessen der Terrorgruppen dort.
Sodann verwies der russische UN-Gesandte darauf, daß die illegale Präsenz von US-Streitkräften, z.B. im Gebiet von at-Tanaf, die syrische Souveränität verletze und die US-geführte Koalition nur darauf aus sei, die Ressourcen dee Landes unter ihre Kontrolle zu bringen.
Westliche Regierungen schützten Terroristen und manipulierten Aufzeichnungen über C-Waffeneinsätze [dazu vgl. die OPCW-Berichtsauseinandersetzungen in Teil VI], um zusätzlichen Druck auf die Regierung in Damaskus auszuüben. Derweil wird die koloniale Politik weitergeführt mit dem Ziel, Syrien zu zerteilen [dazu vgl. Yinon-Plan bzw. Balkanisierung v.a. in Teil IV!], anstatt den Focus auf  die politische Beilegung der Krise und den Counterterrorismus  zu legen. (https://sana.sy/en/?p=145645, https://www.sana.sy/?p=803997; s.a. http://tass.com/defense/1019030)

Rußlands Vize-Außenminister Sergei Riabkow eröffnete am 28.8.2018, daß am Abend Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats auf Antrag der Russischen Föderation stattfinden werde wegen der geplanten Inszenierung eines Giftgasangriffs unter Beteiligung der berüchtigten White Helmets (zur Einordnung s.u. und Teil V), und von Ğabha­tu_n-Nuṣra  als Vorwand für eine weitere Militäraggression westlicher Staaten gegen Syrien (vgl.u.!). Die Kreml-Regierung werde alles tun, um so ein Szenarium zu verhindern, versicherte er. (https://www.sana.sy/?p=803734)
Während dieser UNSC-Sitzung brachte der ständige Vertreter der Russischen Föderation bei den UN, Wassili Nebensja, nochmals detailliert den Sachverhalt (s.u.) vor. (https://www.sana.sy/?p=803981)
Auf die Bemerkung der britischen UN-Repräsentantin, Karen Pierce, die russischen Hinweise auf eine geplante C-Waffenattacke seitens der White Helmets (vgl.u.) im Raum Idlib zur Falschbeschuldigung der SAA deswegen, um damit einen Vorwand für weiteren westlichen militärischen Angriff auf  Syrien zu liefern, seien „fake news“, entgegnete Nebensja: „The Russian Defense Ministry does not have a habit of making fake and ridiculous statements like defense ministries in other countries probably do. … If the Russian Defense Ministry says something it means it knows something.“ Sodann konstatierte er:  „another chemical weapons provocation is being planned in Syria.“ (http://tass.com/politics/1019017)

Zeugenvernahme zum angeblichen Giftgasvorfall in Dûmâ beim OPCW.Sitz in Den Haag am 26.4.2018, Photo: SANA

Im Interview mit der tschechischen Zeitung Prawda stellte der Russische Außenminister Lawrow am 28.8.2018 klar, eine neuerliche Militäraggression seitens der USA gegen Syrien würde alle Anstrengungen hin zu einer Lösung der Krise mitsamt deren Errungenschaften gefährden. Sie stellte damit ein klares Beispiel für das US-Verhalten gegenüber der Situation in diesem Land dar. Obwohl es keinerlei Fakten gebe, welche die gegen die SAA erhobenen Anschuldigungen hinsichtlich eines C-Waffeneinsatzes in Dûmâ (s. Teil VI) hätten untermauern können, verletzten die USA und ihre Alliierten am 14.4.2018 die wesentlichen Prinzipien des Völkerrechts und der UN-Charta durch ihre Angriffe auf syrisches Territorium. Damit gefährdeten sie den Prozeß der Krisenbeilegung in diesem Land als Ganzes. Bis heute gebe es keinen einzigen Beweis für die von jenen Aggressoren gegen Syrien vorgebrachten Behauptungen über die Vorgänge in Dûmâ vom 7.4.2018 (s. Teil VI). Es wurden dort weder Spuren bzw. Rückstände von chemischen Waffen entdeckt, noch Opfer oder Zeugen eines C-Waffenangriffs. Statt dessen  wurden jene ausfindig gemacht,  welche sich an jenem Fake-Drama beteiligten, nämlich Mitglieder der sog. White Helmets. (https://sana.sy/en/?p=145601, https://www.sana.sy/?p=803719)

In Erwiderung der von Regierungssprecher Steffen Seibert am 28.8.2018 abgegebenen Erklärung zum Telefonat zwischen Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Trump mit Aufruf an die Kreml-Regierung, jene in Damaskus dahingehend zu beeinflussen, die Spannungen in Idlib nicht eskalieren zu lassen, gab Vize-Außenminister Riabkow zu verstehen: „We want to call on colleagues in Washington and Berlin, using the opportunities that they have, to influence the armed opposition members and terrorist structures – in the latter case I’m speaking about the US, not about Germany – with which they retain contact.“  (http://tass.com/politics/1018920)

Berghof-Stiftung, Photo: Berghof-Stiftung

Im Gespräch mit der Berghof Foundation, einer deutschen Nichtregierungsorga­nisa­tion (NGO) führte Kamâl Ḫâ­razî, Leiter des Strategic Council on Foreign Relations (Strategischer Rat für auswärtige Beziehungen) am 28.8.2018 aus, Hauptgrund für das Andauern der Krise in Syrien sei von den Regierungen der USA, weiteren westlichen Ländern und auch arabischen Regimen geleistete Unterstützung für die dort aktiven Terrororganisationen. Deren bedeutendste seien freilich die USA und Saudi-Arabien. Diese Hilfeleistung müsse umgehend aufhören. Andererseits hätten die Astana-Konferenzen Wesentliches zur Beilegung der erwähnten Krise geleistet, diesen Kurs sollten alle Länder unterstützen. Der Iran werde dies selbstverständlich auch weiterhin tun. (https://sana.sy/en/?p=145559, https://www.sana.sy/?p=803661)

Eine Regierungsdelegation im Auftrag des Präsidenten unter Führung von Ministerpräsident Ḫamîs beschäftigt sich mit den Anforderungen für die Wiederherstellung der Grundversorgung der Bürger und die Beförderung der Wirtschaft etc. in der Provinz Darʽâ nach Eliminierung der Terroristen dort. (https://www.sana.sy/?p=803770, https://sana.sy/en/?p=145610 vom 28.8.2018)

Sawâ-Freiwilligen-Aktion in Aleppo, Photo: SANA

Wie schon in früheren Jahren (vgl. z.B. Teil II) beteiligen sich Studenten in den Sommersemesterferien und andere Freiwillige an Wiederaufbau-Arbeiten im Land innerhalb der Kampagne Sawâ (Zusammen). In Aleppo sind gut 10.000 Personen von der National Union of Syrian Students, der Revolutionary Youth Union, des Syria Trust for Development  u.v.a.  in der Altstadt damit beschäftigt, Schutt und Trümmer wegzuräumen und zwar außer von den Straßen auch von den Sûqs [Märkten], den Hauptplätzen, Parks, der Universität, den Schulen und archäologischen Stätten. Nach Auskunft des Leiters der Kampagne in Aleppo, ʽUmar al-ʽÂrûb, dauert die inzwischen 3. Phase schon seit Mitte August an bis 5. September. Die erste fand in al-Ġûṭa am Stadtrand von Damaskus statt, die 2. in az-Zabadânî.  Im Grunde mache man da weiter, wo die SAA ihre Arbeit getan habe. (https://sana.sy/en/?p=145529 vom 28.8.2018)– Die Aktion gleicht damit in gewisser Weise dem bayerischen Ramadama nach dem II. Weltkrieg.

Am Di., 28.8.2018, begannen tausende Bewohner der Stadt Dârayâ im Rîf Dimašq mit der Rückkehr nachdem das Gebiet durch die SAA von den Terroristen und ihren Hinterlassenschaften  befreit  worden ist und die wesentlichen Grundlagen für ein neues Leben dort durch die Behörden geschaffen worden sind. (https://sana.sy/en/?p=145607, https://www.sana.sy/?p=803739)

„Palmyra erholt sich“, Photo: Metro

Laut einem Artikel der tschechischen Tageszeitung Metro (vom 27.8.2018) erholt sich die antike Stadt Palmyra am Stadtrand der Oasenstadt Tadmur nach den umfangreichen Restaurierungsarbeiten, an denen sich auch tschechische Experten beteiligen, zusehends von den durch die Terroristen zugefügten Schäden. (https://www.sana.sy/?p=803694 vom 28.7.2018)

Die Sanierung einer der ältesten Kirchen im Gebiet des Wâdî an-Naḍârâ von Ḥomṣ, auch bekannt als das „Tal der Christen“, nähert sich nach mehr als zwei Jahren ihrem Ende, auch dank der Aufwendungen von expatriierten [d.h. Auslands-]Syrern. Die Kirche ‚Mâr Sâbâ‘ in Marmarîtâ wurde im by­zantinischen Stil erbaut und nach einem aufwendigen Expertenplan rekonstruiert und restauriert. (https://www.sana.sy/?p=803495 vom 27.8.2018) – Dies zeigt erneut und ganz besonders die säkulare Ausrichtung des syrischen Staates, da in islamischen Staaten, in denen die Gesetzgebung noch von der Šarîʽa vorgegeben wird, die Sanierung oder der (Wieder)aufbau von Kirchen verboten ist. Dies folgt der Tradition nach dem sog. „Pakt von ʽUmar“, einer Verfahrensweise von Kalif ʽUmar (I) im Jahr 637, welcher Christen gegenüber  etliche benachteiligende und herabwürdigende Maßnahmen beinhaltet. U.a. dürfen demnach Beschädigte Kirchen nicht repariert, zerstörte nicht wieder aufgebaut werden.

Iranischer Verteidigungsminister, Brigadegeneral Amîr Ḥâtamî, Photo: SANA

Der derzeit mit einer hochrangigen Militärdelegation in Damaskus weilende iranische Verteidigungsminister, Brigadegeneral Amîr Ḥâtamî, beurteilte in einem Interview mit al-Mayâdîn TV am Abend des 27.8.2018 die Situation in Syrien. Diese sei inzwischen weit besser als noch in vorigen Jahren, da sich dank der Siege der SAA über die Terroristen Sicherheit und Stabilität in allen regionale Staaten gebessert hätten. So seien die meisten zuvor noch von Terroristen kontrollierten Gebiete befreit worden. SAA und Alliierte bekämpften den Terrorismus, bis sämtliche syrischen Territorien wieder unter staatlicher Kontrolle seien, wodurch der Weg zum Wiederaufbau gebahnt werde.
Zwar sei die Terrorismusbekämpfung noch nicht an ihrem Ende angelangt, doch greifbar, der Sieg der Widerstandsachse in diesem Krieg habe nicht nur große Bedeutung für die Menschen der Region sondern in der ganzen Welt.
Zu den jüngsten westlichen Drohungen gegen Syrien (s.u.) befragt, antwortete der General, dieses Szenarium sei schon des öfteren durchgeführt worden, jedoch jeweils ohne signifikanten Effekt. Letztlich sei doch allein schon klar, daß kein Land der Welt kurz vor dem Sieg ausgerechnet C-Waffen einsetzte. Außerdem werde Syrien jeder Aggression entsprechend begegnen.
Im Gegensatz zu den westlichen Streitkräften befänden sich die iranischen Militärberater wie die russischen Soldaten auf ausdrückliche Einladung der legitimen Staatsregierung – und damit völkerrechtsgemäß –  im Land. Ersteren komme es ja auch nur auf die Untergrabung der Sicherheit und Stabilität Syriens an. Daher müßten sie sich umgehend zurückziehen.
Sodann unterstrich er die Bedeutung der militärischen Kooperationsvereinbarung, welche am So., 26.8.2018, zwischen Syrien und dem Iran unterzeichnet worden war, sowie die Rolle der Ḥizbullâh bei der Terrorismusbekämpfung in Syrien.
Zur Lösung der Krise in Syrien beurteilte er die Astana-Konferenzen als äußerst hilfreich: „The meetings held in framework of Astana have been useful, effective and constructive and the gua­rantor states played an effective role in these meetings.”(https://sana.sy/en/?p=145566)
Zum erwähnten Militärab­kom­men  gab Pars Today noch bekannt, es diene dem Wiederaufbau der syrischen Militär- und Verteidigungsindustrie, worüber ebenfalls General Ḥâtamî gegenüber al-Mayâdîn Auskunft gab.
Die libanesische Ḥizbullâh, eine unabhängige Organisation, habe große Kampfer­fahrung, die sich bei der Verteidigung des Libanon [zur gemeinsamen Terroristenbekämpfung im syrisch-libanesischen Grenzgebiet s. Teil VI] ausgezahlt habe.
Schließlich versicherte der iranische Verteidigungsminister, sein Land wünsche freundschaftliche, brüderliche Beziehungen zu sei­nen Nachbarn und Ländern der Region. Letztlich könne die Sicherheit der Region nur durch Kooperation dieser Länder erreicht wer­den, nicht durch Einmischung fremder Staaten. (S. Iran beteiligt sich an militärischem Wiederaufbau Syriens)

SAA Artillerie im Einsatz, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 27.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145523 und https://www.sana.sy/?p=803295 (Weitere Zerstörung einer IS-Stellung samt Kampfwagen mit aufmontiertem Maschinengewehr im Umkreis von Ḫirbat al-Ḥâwî auf den  Tulûl aṣ-Ṣafâ in der unwegsamen, felsigen Geröllwüste des Ost-Rîfs von as-Suwaidâ´ bei Verstärkung der Einkreisung der dort verbliebenen und verschanzten Extremisten. Zu sporadischen Gefechten kam es in der Umgebung von Tal Abû Ġânim mit weiteren Artillerie- und SAAF-Angriffen auf IS-Fortifikationen und deren Infiltrationsausgangspunkte am Rand der Anhöhen.)

Wegen der Drohung mit einem weiteren westlichen Militärschlag gegen Syrien (vgl.u.) wurde die russisch genutzte Luftbasis Ḥumaimîm am 27.8.2018 zusätzlich mit dem Tor-M2-Boden-Luft-Raketensystem  zur Luftabwehr ausgestattet. (S. Russia deploys advanced short-range air defence missile systems)

SAA-FlaG, Photo: pars today

Unter Rückgriff auf eine Meldung von al-Maṣdar News vom 27.8.2018 sowie eine Presseinformation seitens des russischen Generalmajors Igor Konaschenkow meldet TASS, die USA verstärkten im Mittelmeer die Präsenz ihrer raketenbestückten Kriegsschiffe im Zusammenhang mit der schon mehrfach angesprochenen geplanten Giftgasangriffsinszenierung (vgl.u.!). In der Folge  sei die Luftabwehr in Syrien in Alarmbereitschaft versetzt worden.  (http://tass.com/world/1018814 und http://tass.com/defense/1018768 vom 27.8.2018) Konaschenkow wird u.a. zitiert mit den Worten: „Am 25. August ist der US-Zerstörer USS Ross mit 28 Tomahawk-Raketen im Mittelmeer eingetroffen, deren Reichweite Angriffe auf das gesamte syrische Territorium ermöglicht.“ (S. Syrische Flugabwehr wegen möglichen US-Angriffs in Alarmbereitschaft versetzt)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 26.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145446 und https://www.sana.sy/?p=802956 (Gegen Stellungen von Ğabha­tu_n-Nuṣra und Affiliierte in al-Ḫuwain wie am Ost-Rand von at-Tamâniʽa im Süd-Rîf von Idlib gerichtete präzise Artillerieangriffe eliminierten etliche Terroristen, deren militärische Ausrüstung samt Fahrzeugen. Ähnliches widerfuhr einer Stellung der Katâ´ib al-ʽIzza am West-Rand von az-Zakât im Nord-Rîf von Ḥamâ mit Tötung aller Terroristen darin.)

Arab Parties Conference, Abb.: SANA

Auf die jüngsten Drohungen der Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs gegen Syrien in Verbindung mit den von Einheimischen gemeldeten Vorbereitungen eines für Videoaufnahmen inszenierten Giftgasangriffs durch White Helmets auf Aufforderung der Ğabhatu_n-Nuṣra mithilfe britischer Spezialisten und trainiert durch die Privatorganisation Olive in der Provinz Idlib (vgl.u.) reagierte die Arab Parties Conference durch ihren Generalsekretär Qâsim  mit einer strengen Verurteilung. Im Vorfeld des Vorgehens gegen die im Raum Idlib konzentrierten Terroristen um Ğabhatu_n-Nuṣra kommt dies einer Unterstützung derselben gleich. In einer Stellungnahme vom So., 26.8.2018, hieß es daher: „The US administration and its British and French allies have escalated threats to launch an aggression against Syria, and they depended on preemptive accusations on the possibility of using chemical weapons paving the way for terrorist or­ganizations to fabricate scenarios similar to what took place in Khan Sheikhoun, Aleppo and Ghouta before libera­ting them from terrorism. … Today the US and its allies are repea­ting these fa­bri­cations before the decisive battle which the Syrian Arab Army and its allies are getting ready to launch against terrorists in Idleb and in the countryside of Hama and Lattakia.” (https://sana.sy/en/?p=145502, https://www.sana.sy/?p=803216)

Wie schon seit einiger Zeit gerüchteweise bekannt und jetzt von al-Mayâdîn TV gemeldet, verschleppten die Terroristen von Ğabhatu_n-Nuṣra in der Provinz Idlib über 1000 Bewohner wegen des Vorwurfs, daß sich diese an die Regierung gewandt und die Militanten zu Verhandlungen mit dieser zu drängen versucht hätten, was wiederum auf weitere Bürger abschreckend wirken soll.
Zudem wurden dutzende Kinder aus der Stadt Turmânîn entführt, von denen angenomem wird, daß sie – wie zuletzt die entführten Kinder in Dûmâ (Teil VI) – ungewollt Statistenrollen in der  schon mehrfach angesprochenen Giftgasangriffsinszenierung (s.u.) als angebliche Opfer übernehmen sollen. (https://southfront.org/hayat-tahrir-al-sham-arrests-hundreds-of-civilians-including-children-in-syrias-idlib/)

Präsident Dr. al-Assad empfängt eine hochrangige iranische Militärdelegation unter Leitung von General Ḥâtamî am 26.8.2018, Photo: SANA

Präsident Dr. al-Assad empfing am 26.8.2018 eine iranische Militärdelegation unter Führung des Verteidigungsministers, Brigadegeneral Amîr Ḥâtamî. Dabei versicherte der Gast den Präsidenten der fortdauernden Unterstützung durch sein Land, unabhängig von den gegen den Iran verhängten Sanktionen, die letztlich der Unterstützung der in Syrien von der Armee (SAA) bekämpften Terroristen dienten.
Dr. al-Assad betonte, beide Länder seien durch die Bekämpfung des Terrorismus in der Region wie die Verteidigung der territorialen Einheit und Unabhängigkeit ihrer Staaten unter Abwehr jeglicher ausländischen Einmischungen verbunden. Die fortdauernde Koordi­nierung untereinander sei demnach von großer Bedeutung. Die USA und ihre Erfüllungsgehilfen in der Region zielten darauf ab, die Verbündeten Syriens zu schwächen, dem dienten auch die gegen den Iran und Rußland ausgesprochenen Sanktionen und der US-Rückzug vom Atomabkommen. Nutznießer seien die Terroristen im Land; der Krieg in Syrien werde damit nur verlängert und zur Eskalation getrieben wie auch durch die ausgesprochenen US-Drohungen insbesondere nach großen Erfolgen der SAA im Counterterrorismus.
Früher am Tag hatte bereits ein Treffen der Delegation mit dem syrischen Verteidigungsminister, General Ayûb, stattgefunden. Dabei betonte dieser, daß das gesamte syrische Territorium von den Terrroristen befreit werde, einschließlich dessen von Idlib, sei es durch Rekonziliierung oder durch militärische Operation. Beide Generäle waren sich einig darüber, daß die US-Streitkräfte nach einem Vorwand suchten, um ihre Präsenz östlich des Euphrats rechtfertigen zu können. Die iranische Militärdelegation bleibt für zwei Tage. (https://www.sana.sy/?p=803082, https://sana.sy/en/?p=145465) – Auch dieses Treffen dürfte mit der erwarteten Militäroperation im Raum Idlib zu tun haben.

„Abû Bakr al-Baġdâdî“ alias Simon Elliot mit US-Senator McCain, Quelle s. Abbildung

Am 26.8.2018 starb US-Senator John McCain an seinem Hirntumor. Während die Mainstream-Medien Loblieder auf ihn singen, zeigen zusammengetragene Fakten sein verheerendes Wirken in der Nahost-Region auf, die nicht zuletzt mit seiner offengelegten Verbindung zu Terrororganisationen wie dem IS  zu tun hat. (vgl. Teil VI und die verlinkten Teile davor!) – S.a. den Beitrag: US-Politikerin entlarvt McCains Rolle bei Gründung des IS und „John McCain: Heiligsprechung eines Kriegsverbrechers“ (https://de.rt.com/1m4s) sowie WikiLeaks: McCain-Stiftung erhielt 1-Million-Dollar-Hilfe von Saudi-Arabien (Daraus: „WikiLeaks-Doku­men­te zeigen, dass das Hauptvermächtnis McCains darin bestand, die gefährliche saudisch-zionistische Politik voranzutreiben, nämlich den Irak, Syrien und Libyen zu ver­wüsten, was letztlich in einer Flücht­lingskrise und der Entstehung des IS mündete.“

376 Industriestandorte konnten in der ersten Hälfte des Jahres 2018 wieder in Betrieb genommen werden. (https://sana.sy/en/?p=145442)

Über die im Raum Idlib konzentrierten Terroristen teilte Generalmajor Alexei  Tsygankow vom russischen Koordinations- und Überwachungszentrum in Ḥumaimîm am 25.8.2018 Allarmierendes mit: dort hätten sich infolge des „Ğihâd“-Aufrufs des Terroristenführers Abû Muḥammad al-Ğ(a)ulânîvon letzter Woche inzwischen tausende zusammengerottet, ausgestattet mit schweren Waffen und Kampfwagen. Über 70% der Provinz Idlib seien in der Hand von Ğabha­tu_n-Nuṣra (später umbenannt in Hay´a Tarîr ašŠâm, kurz HTS) bzw. deren Affiliierten, ihrerseits ein al-Qâʽida-Zweig. Wörtlich wurde er zitiert mit: „Last week, the leader of this terrorist organization, Abu Mohammad al-Julani, urged all Idlib gangs to launch a jihad against the secular Syrian state. The number of proponents of political dialogue, detained and kept in prisons, has topped 500 people. Several thousands of militants with heavy wea­ponry and armored vehicles have gathered for an offense on Hama and Aleppo.” (http://tass.com/world/1018662)

Fregatte Admiral Essen, Photo: sputnik news

Wahrscheinlich in Vorbereitung und Unterstützung der langerwarteten Militäroperation gegen die im Raum Idlib konzentrierten Terroristen (hauptsächlich der  Ğabha­tu_n-Nuṣra-Organisation mit Untergruppen und Affiliierten, vgl.u.) nahmen die beiden  – schon früher dort im Einsatz befindlichen – russischen Fregatten Admiral Grigorowitsch und Admiral Essen über den Bosporus und die Dardanellen Kurs auf die Küste von Syrien. Zuvor hatten beide Trainingsmissionen mit Starts und Landung von Kamow Ka-27-Militär-Helicoptern wie zum Aufspüren und Verfolgen von U-Booten abgeschlossen. (https://sana.sy/en/?p=145422,  https://www.sana.sy/?p=802776 vom 25.8.2018)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 25.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145382, https://www.sana.sy/?p=802590 (Im Ost-Rîf von as-Suwaidâ´ wurde die Kontrolle an den Kampflinien bei Qabr aš-Šaiḫ Ḥussain und Umm Marzaḫ auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ nach verbissenen, für die IS-Terroristen verlustreichen Gefechten weiter ausgedehnt, viele der Extremisten, darunter etliche Scharfschützen blieben tot oder verletzt zurück. Ein beträchtlicher Geländegewinn wurde an der Kampflinie von Tal Ġânim erzielt nach Eliminierung vieler der Terroristen einschließlich deren militärischer Ausrüstung und Kampfwagen mit aufmontierten Maschinengewehren im Umkreis von al-Ḥâwî und Ḫirbat al-Ḥâwî.)

Abfeuern einer Tomahawk-Lenkrakete von der USS-Monterey auf Syrien am 14.4.2018. Navy photo by Lt. j.g Matthew Daniels

Generalmajor Igor Konaschenkow teilte im schon erwähnten Zusammenhang (s.u.) am 25.8.2018 ferner mit, das die US-Navy ihren Zerstörer USS The Sullivans (falsch: Sylvanes) mit 56 Marschflugkörpern an Bord vor wenigen Tagen in den Persischen Golf beordert, während ein strategischer B-1B-Bomber  der US Air Force, bewaffnet mit  AGM-158 JASSM–Luft-Boden-Raketen, auf den Luftwaffenstützpunkt al-ʽUdaid  (al-Udeid) in Qaṭar verlegt wurde.  Gemäß vorerwähntem Statement der USA, Großbritanniens und Frankteich (s.u.) drohten deren Regierungen Syrien mit einer „Reaktion“, falls es bei – den seit langem  erwarteten –  Gefechten in Nord-Syrien zum C-Waffeneinsatz der SAA gegenüber den Militanten [tatsächlich  Ğabhatu_n-Nuṣra und Affiliierten] komme. Die schon beschriebene geplante Inszenierung eines solchen „Vorfalls“ soll als Vorwand für den Angriff der erwähnten NATO-Mitglieder auf Syrien  dienen wie dies schon früher der Fall war (vgl.u., Teil VI und davor!]. (S. Russland: USA, Großbritannien und Frankreich planen neuen Angriff auf Syrien) – Noch etwas später warnte Generalmajor Igor Konaschenkow vom russischen Verteidigungsministerium, der als provokative Inszenierung geplante  C-Waffenangriff (s.u.) könnte innerhalb der nächsten 48 Stunden erfolgen. Im Einzelnen setzte er aufgrund neuer Informationen von Einheimischen auseinander: „In the most populated area of Kafr Zita, preparations are being made for a group of residents brought from the north of the province to participate in the staging of an “attack” of allegedly chemical munitions and bombs, staged assistance by mimicked ‘rescuers’ from the ‘White Helmets’ and the shooting of video for distribution to the Middle East and English-language media.” Zu diesem Zweck seien englisch-sprechende Spezialisten Spezialisten in der Siedlung Hubait (?), südlich der De-Eskalationszone Idlib eingetroffen.  (https://sana.sy/en/?p=145451, https://sana.sy/en/?p=145453, https://www.sana.sy/?p=802959, Hhg., blogseits)

Bezugnehmend auf die jüngsten Äußerungen des US-Sicherheitsberaters John Bolton (vgl.u.) bemerkte der russische Vizeaußenminister Sergei Riabkow am 25.8.2018, Drohungen seien die einzig derzeit benutzte Sprache der USA. Dennoch werde sich die Kreml-Regierung nicht von ihrem Plan der völligen Ausrottung des Terrorismus in Syrien abbringen lassen wie von der Unterstützung der Regierung in Damaskus bei ihrem Bestreben, das Land wieder zu einem normalen Leben zurückzuführen.  Daran teilzunehmen, sei die Regierung in Washington nicht interessiert, deren Vorgehensweise zeige, daß sie andere Ziele verfolge, nämlich weiterhin gegen Syrien in unterschiedlicher Weise unter neuen Vorwänden (vgl.u.) vorzugehen. Die USA lernten eben nicht aus der Geschichte und daher habe man nun erneut eine gefährliche Eskalation. In dem Zusammenhang warnte er die USA und deren Verbündete davor, nicht wieder neue rücksichtslose Schritte [wie z.B. die Angriffe vom April] zu unternehmen. (https://sana.sy/en/?p=145385, https://www.sana.sy/?p=802605)

White Helmets-Inszenierung eines Giftgasangriffs, Photo: southfront.org

Infolge der Meldungen Einheimischer im Raum Idlib (s.u. bzgl. White Helmets und Jeffrey Feltman!) und weiterer Eruierungen dazu machte das Verteidigungsministerium in Moskau am 25.8.2018 bekannt, Ğabhatu_n-Nuṣra und die mit dieser UN-gelisteten Terrororganisation verbundenen Gruppen bereiteten einen chemischen Angriff auf Bewohner der Provinz Idlib vor, um diesen dann der SAA unterzuschieben.
Im Einzelnen teilte der Sprecher, Generalmajor Igor Konaschenkow, der Presse am 25.8.2018 mit, es lägen bestätigte Informationen aus unterschiedlichen unabhängigen und übereinstimmenden Quellen vor, daß acht Kanister mit Chlorin in ein Dorf bei Ğisr aš-Šuġûr transportiert wurden, um dort einen Chemie-Angriff seitens Ğabhatu_n-Nuṣra und al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî in Szene zu setzen.  Die Ausführung geschehe unter Teilnahme des britischen Geheimdienstes und solle den zuvor mit einer Drohung hervorgetretenen Regierungen in Washington, London und Paris (s.u.) als Vorwand dafür dienen, eine neue Aggression gegen den syrischen Staat und dessen [sich gerade erholende!] ökonomische Einrichtungen zu starten.
Die Informationen aus Idlib geben an, daß eine von der britischen privaten Firma „Olive“ trainierte Terroristengruppe in Ğisr aš-Šuġûr angekommen sei, um die Rolle von Freiwilligen zu spielen, die angeblich verletzten Bewohnern zu Hilfe zu kommen vorgäben. [Damit gliche das Szenarium früheren wie z.B. jenem in Dûmâ, s. Teil VI].
Unterdessen gab das russische Außenministerium in einer erklärung via Russia Today bekannt, einige westliche Regierungen und solche aus der Nah-Ost-Region versuchten, ihre Interessen in der Region durch „obnoxious provocations” (widerwärtige Provokationen) mittels Terroristen durchzusetzen, welche C-Waffen in Syrien einsetzten. Das habe man auch bei den letzten Versuchen gesehen, die OPCW entsprechend zu manipulieren (vgl. Teil VI). Dazu hieß es:  „In the same context, we look at the relentless attempts to transform the Organiza­tion for Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) which enjoys a purely technical nature into a tool for exerting political pressures.”
Sodann verurteilte das Amt vehement das kürzlich durch die Regeirungen in Wa­shington, London und Paris ergangene Statement (vgl.u. bzgl. Verurteilung durch damaszener Außenamt). Schließlich sei es seit langer Zeit klar, daß die unausstehlichen (obnoxious) Operationen in manchen syrischen Gegenden von IS-Terroristen, Mitgliedern der sog. moderaten bewaffneten Oppositionellen (MAO, s. ab Teil II) und NGOs ausgeführt würden, die deren Interessen dienten, wovon auch die White Helmets (zur Einordnung s.u. und Teil V) eine seien. Das Außenministerium sprach von Bekümmernis (regret) wegen der Ausnutzung dieser  „obnoxious operations” durch die Administrationen in Wa­shington, London und Paris, um deren destruktive Intrigen durchzusetzen mit dem Ziel, das Ansehen der syrischen Staatsführung zu diskreditieren.  Zur Umsetzung dieses Plans greife eine große Gruppe westlicher und nahöstlicher Staaten auf Provokationen wie chemische Angriffe zurück.
Daß gleichzeitig mit den zunehmenden Erfolgen der syrischen Armee im Vorgehen gegen die Terroristen in Südsyrien mit schließlicher Befreiung der Region das Ausschmuggeln etlicher Mitglieder der White Helmets einherging (vgl. Teil VI unter Beteiligung der israelsichen Armee) sei kein Zufall gewesen, denn der Vorgang diente der Verschleierung  der Wahrheit, der Ziele der Beteiligten und deren kriminellen Machenschaften.
Zum Schluß erging der Aufruf an jene, welche vorgeben, die Interessen der syrischen Bevölkerung zu vertreten, wie deren Takfîr-Alliierte, die diese Herangehensweise unterstützen, die Ausnutzung C-Waffen-Angelegenheit zu beenden, um damit Druck auf Syrien und dessen Alliierte auszuüben.  (https://sana.sy/en/?p=145374, https://www.sana.sy/?p=802583)

Durch terroristische Sabotage-Akte und Zerstörungen sind am Trinkwassernetz der Provinz al-Qunaiṭra Schäden in Höhe von 1,2 Mrd. SYP entstanden. Inzwischen konnten bereits wieder 20 Wasserpumpstationen aktiviert werden. (https://www.sana.sy/?p=802782 vom 25.8.2018)

SAA-Panzervorrücken in der Geröllwüste von as-Suwaidâ´, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 24.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145318 und https://www.sana.sy/?p=802314 (Bei der Fortführung der Operation zur Eliminierung der in der östlichen felsigen Geröllwüste von as-Suwaidâ´ sich versteckenden Reste an IS-Terroristen wurde die Kontrolle über Ḫirbat al-Ḥâwî wiederhergestellt und nach heftigen, für den Feind verlustreichen Scharmützeln in Richtung Tal Ġânim vorgerückt und dabei befestigte Stellungen sowie Kampfwagen mit aufmontierten Maschinengewehren zerstört. Ähnlich erging es angetroffenen IS-Trupps in Richtung of Umm Marzaḫ, Qabr Šaiḫ Ḥussain. Artillerie und SAAF richteten derweil präzise Angriffe auf Bewegungsachsen der Extremisten im Gebiet der Tulûl aṣ-Ṣafâ, was dem Feind ebenfalls heftige Verluste zufügte. )

Beim Durchkämmen der Gegend entdeckte der Kampfmittelräumdienst in Zusammenarbeit mit den Behörden am 24.8.2018 ein IS-Depot mit einer großen Menge westlich hergestellter Waffen und Munition sowie Arzneimittel und medizinische Ausrüstung in Subaiḫân im Landkreis al-Mayâdîn im SO-Rîf der Provinzhauptstadt Dair az-Zaur, ca. 70km von dieser entfernt. Es fanden sich u.a. Raketen, (panzerbrechende) Granaten, Sturmgewehre und schultergestützte Raketenwerfer. Diese dienten den Terroristen zum Angriff auf die Bewohner des Umlands wie die diese schützenden Militärposten.
Umfangreiche Mengen ausländischer Medikamente und medizinischer Gerätschaften fanden sich in einem IS-Warenlager, das die Feldhospitäler in Dablân, 60 km östlich von Dair az-Zaur beschickte. (https://sana.sy/en/?p=145321, https://www.sana.sy/?p=802333 je mit Photostrecke und Video)

Lawrow und Çavuşoğlu, Photo: Pars Today

Im Vorlauf der erwarteten Militäroperation gegen die in Nord-Syrien im Großraum Idlib konzentrierten Terroristen hauptsächlich um die UN-gelistete Terrororganisation Ğabhatu_n-Nuṣra trafen sich am Fr., 24.8.2018 Rußlands Außenminister Lawrow und sein türkischer Amtskollege Çavuşoğlu in Moskau zu Gesprächen. Zu deren Inhalt gab ersterer während der Pressekonferenz bekannt: „We discussed international problems, focused on Syria, reviewed implementation of the agree­ments reached within the framework of the Astana format at the highest level, at the level of ex­perts.” Und er ergänzte: „De-escalation issues are currently being resolved. We discussed the situation in Idleb, which is indeed multi-layered and intricate.” Ğabhatu_n-Nuṣra versuche derzeit, ihre Macht in Idlib auszubauen, doch sei man damit befaßt, die Terroristen dort loszuwerden. Besonders wichtig sei dabei, Anwohner dort von Gefahr fernzuhalten. (https://sana.sy/en/?p=145323, https://www.sana.sy/?p=802350)
Zugleich trafen sich auch die beiden Verteidigungsminister Rußlands und der Türkei. (https://www.sana.sy/?p=802350, https://sana.sy/en/?p=145327)
Präsident Putin bemerkte schließlich zum Treffen, das auch Geheimdienstleute miteinschloß, es seien beträchtliche Anstrengungen hin zu einer Lösung der Syrienkrise geleistet worden. Wörtlich fügte er hinzu: „Efforts by our countries and the participation of other countries concerned (in particular, I am refer­ring to Iran and our cooperation with the United Nations, the European countries and the United Sta­tes) we have managed to make great progress towards a settlement of the Syrian crisis.” (https://sana.sy/en/?p=145337, https://www.sana.sy/?p=802439)

Terroranschlag vom 23.8.2018:
Durch die Detonation einer von IS-Terroristen vormals ausgelegten Tretmine im Dorf al-Kašma im Umkreis der Stadt al-Bû Kamâl im SO-Rîf von Dair az-Zaur kam ein Kind ums Leben, während drei weitere Personen derselben Familie verletzte wurden. (https://sana.sy/en/?p=145287, https://www.sana.sy/?p=802181)

Terroristen-Feldhospital mit CT etc., Photo: SANA

Wieder wurde ein perfekt ausgestattetes Feldhospital der Terroristen gefunden, dieses Mal beim Durchkämmen der Gegend von al-Qu­naiṭra in Vorbereitung der Rückkehr der geflohenen Bevölkerung dorthin. Die Einrichtung verfügte sogar  über einen Computertomographen, weiteres hochmodernes Equipment und Medikamente aus dem Ausland, hauptsächlich aus Israel, was wiederum die ausländische Unterstützung für die im Inland ihr Unwesen treibenden Terroristen verdeutliche.  – Einheimische arbeiten mit den Behörden zusammen und bieten diesen Informationen über – inzwischen verwaiste – Feldhospitäler, Depots und Stützpunkte der Terroristen von Ğabhatu_n-Nuṣra im Gebiet der Bauernhöfe und Dörfer im Rîf von al-Qu­naiṭra.  (https://sana.sy/en/?p=145251, https://www.sana.sy/?p=802007)

Während einer UNSC-Sitzung vom 23.8.2018 konstatierte Rußlands UN-Botschafter Wasili Nebensja: „We have amassed evidence that weapons are being smuggled [to Syria] from out­side, including through semi-legal organizations or even under protection of security agencies from  other countries.” (Wie verfügen über gesammelte Beweise, daß aus dem Ausland Waffen nach Syrien durch halblegale Organisationen oder sogar unter dem Schutz von Sicherheitsagenturen anderer Staaten geschmuggelt worden sind). Der Gefahr von IS und al-Qâʽida [deren Ableger in Syrien Ğabhatu_n-Nuṣra mit ihren zahlreichen Untergruppierungen ist) als Terrororganisationen müsse endlich ein Ende gesetzt werden, was jedoch nur durch gemeinsame Anstrengung auf realer Basis zu verwirklichen sei. (https://sana.sy/en/?p=145315, https://www.sana.sy/?p=802280)

Checkpoint des humanitären Korridors bei Abû aḍ-Ḍuhûr / Aleppo, Photo: AMN

Unter Rückgriff auf eine Meldung von Sûriyya al-ʽAin News vom 22.8.2018 berichtet al-Maṣdar News (AMN) am 23.8.2018, daß inzwischen hunderte Bewohner den am 16.8.2018 von der SAA eingerichteten humanen Sicherheitskorridor Abû aḍḌu­hûr (vgl.u.) nutzen, um sich aus dem terroristenkontrollierten Gebiet (Ğabhatu_n-Nuṣra!) von Idlib in die Nachbarprovinz Aleppo in Sicherheit zu bringen. Sie befürchten, bei künftigen Kämpfen um das Gebiet von den Terroristen als menschliche Schutzschilde mißbraucht zu werden, wie das schon oft der Fall war. Die meisten Evakuierten seien Frauen und Kinder. ʽAlî Ḥaidar, Staatsminister für die nationale Rekonziliierung hatte zuvor zur Terroristenenklave Idlib bemerkt: „Idlib has become a haven for the most radical forces in the camp of anti-government units, which cannot become part of the Syrian government’s political project.“ According to him, „no mutual understanding and agree­ments is possible with this category of militants.“

Das Büro des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura bestätigte am 23.8.2018 das Treffen mit den drei Garantenstaaten des Astana-Formats für den 11./12.9.2018 in Genf: „The representatives of the three countries are invited to Geneva on September 11 and 12 for con­sultations with us.” (https://sana.sy/en/?p=145276)

Trump-Interview mit Reuter, Photo: pars today

Im Beitrag: Historisches Eingeständnis Trumps: Amerikas großer Fehler war die Präsenz im Nahen Osten vom 22.8.2018 gibt Pars Today ein Exklusiv-Interview von US-Präsident Trump mit Reuters vom Mo., 20.8.2018, inhaltlich wider. Darin mache dieser deutlich, daß die Präsenz von US-Truppen im Nahen Osten (englisch: middle east) von Anfang an ein Fehler ge­wesen sei, sie hätten niemals dorthin verlegt werden dürfen. Schließlich verfolge er beständig die Entwicklungen in Afghanistan und überall im Nahen Osten und werde dies weiter tun.
Früher schon habe Donald Trump erklärt, die USA hätten während ihrer 17-jährigen Präsenz in dieser Region 7 Milliarden US-$ ausgegeben und diese habe nichts als Tod und Zerstörung sowie hohe Kosten für die US-Bürger zur Folge gehabt. Dabei kritisiere Trump die hohen Militärausgaben seiner Vorgänger, während doch unter seiner Präsidentschaft erst der höchste Militäretat verabschiedet worden sei. – In der oben verlinkten Quelle heißt es Trump zitierend: „I’m constantly reviewing Afghanistan and the whole Middle East. We never should have been in the Middle East. It was the single greatest mistake in the history of our country.“

Kennzeichen der sog. „White-Helmets“, Abbildung: SANA

Im Vorfeld der nach Ende der ʽÎd al-Aḍḥâ-Feiertage erwarteten Militäroperation gegen die im Raum Idlib konzentrierten Terroristen (hauptsächlich der Ğabha­tu_n-Nuṣra-Organisation mit Untergruppen und Affiliierten) meldeten Einheimische der Gegend auffällige Beobachtungen rund um Aktivitäten der berüchtigten White Helmets (zur Einordnung s.u. und Teil V). Diese bereiteten wohl erneut eine Inszenierung im Areal zwischen Ğisr aš-Šuġûr und dem NO-Rîf von al-Lâḏa­qiyya vor, anhand derer die SAA beschuldigt werden könne, C-Waffen eingesetzt zu haben, was wiederum Mitgliedern der US-geführten Koalition den Vorwand für weitere Angriffe gegen Syrien liefern würde wie schon mit den Vorfällen z.B. in Dûmâ (vgl. Teil VI) und  Ḫân Šaiḫûn 2017 (s. Teil V) etc.
Gegenüber Reportern von Sputnik News hatten die Bewohner angegeben, es seien acht Transporter mit einer Ladung Fässer von der Aṭma-Fabrik, die spezialisiert auf Chlorin-Recycling sei, an der türkischen Grenze vom nördlichen Teil der Idlib-Provinz durch Arîḥâ in das von Ğabha­tu_n-Nuṣra kontrollierte Gebiet Gebiet von Ğisr aš-Šuġûr gefahren. Zugleich seien Aufrufe an White Helmets-„Reservisten“ ergangen, sich für einen Einsatz bereitzuhalten. Bereits am 11.8.2018 hätten Ğabha­tu_n-Nuṣra-Kräfte unter strengsten Sicherheitsmaßregeln zwei LKW mit Fässern einer Fabrik für Chlorin-Recycling nahe Aṭma in die Stadt Arîḥâ gebracht und sie den Terroristen von al-Ḥizb at-Turkistânî al-Islâmî übergeben; diese hätten sie in ihr Hauptquartier gebracht, welches von den türkischen Behörden im Ğisr aš-Šuġûr-Gebiet eingerichtet worden sei. In besagter Firma seien Chlorin und andere Chemikalien gelagert; dort arbeiteten nach Direktiven von Ğabha­tu_n-Nuṣra etliche ausländische Experten.
Erst am Vortag hatten die Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs in einer gemeinsamen Stellungnahme „Bedenken“ über die Durchführung einer Militäroperation in Idlib geäußert und eine Reaktion auf jeglichen C-Waffengebrauch [implizit zu ergänzen: gegen die Regierungsstreitkräfte] angedroht. Damit sei klar, daß diese Staaten eine C-Waffeninszenierung durch ihre Proxies durchführen zu lassen planten, um einen weiteren Vorwand zu generieren, Syrien anzugreifen wie schon am 14.4.2018 und den Krieg im Land weiter hinauszudehnen.* (https://sana.sy/en/?p=145238, https://www.sana.sy/?p=801918) – *Hierzu vgl.u. die Pläne von Jeffrey Feltman! Da sich auch wieder die erwarteten Probleme beim Laden dieser Nachricht einegstellt haben, scheint die Lage ernst zu sein.

Außenministerium Damaskus, Photo: SANA

Aus dem Außenamt in Damaskus erging am 22.8.2018 prompt eine äußerst scharfe Verurteilung dieser  von den Regierungen in Washingtons, Paris und London verfaßten Erklärung der Form und dem Inhalt nach, deren (nicht ausgesprochenes) Hauptziel es damit sei, den Einsatz chemischer Waffen durch terroristische Organisationen zu rechtfertigen. Sie erfolge im Rahmen der Kampagne voller Drohungen, Scheinheiligkeit und Desinformation gerade dieser Regierungen in Bezug auf Syrien und deren Unterstützung für die bewaffneten terroristischen Gruppen gegen die Land, im Land, [derzeit] insbesondere für Ğabhatu_n-Nuṣra und deren Affiliierte.
Das Statement mit seinen aggressiven Drohungen komme nach einer Reihe großer landesweiter Erfolge der SAA und der sie unterstützenden Streitkräfte bei der Bekämpfung der Terroristen, welche den auch westlichen Unterstützern der Terroristen deren Niederlage deutlich vor Augen geführt hätten, die in gegen den Willen des Volkes agierten, das sich so eindeutig hinter seine Staatsführung und seine Armee gestellt habe in einer heroischen Bemühung, die territoriale Integrität ihres Landes wiederherzustellen. Nochmals erfolgte das klare Bekenntnis zur Chemiewaffenkonvention: „Syria has repeatedly asserted that it considers the use of chemical weapons immoral and condemns its use anywhere, under any circumstance and against anyone. Syria reiterates that it has no chemical wea­pons as it honors its obligations under the Organization for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW) which informed international bodies that Syria has fulfilled its obligations in this area.”
Syrien habe nicht einmal in den härtesten Kämpfen mit den bewaffneten terroristischen Gruppen C-Waffen eingesetzt und die, welche sie einsetzten, seiden genau jene Gruppen gewesen, die von westlichen und regionalen Regierungen, darunter der Türkei, Saudi-Arabien und Qaṭar unterstützt und zu den C-Waffeneinsätzen gedrängt worden seien wie schon in al-Ġûṭa, Ḫân al-ʽAsal (vgl. Teil V, 8.9.2016  und Teil I), den Provinzen Idlib und Aleppo sowie an anderen Orten. Die öffentliche Meinung rund um die Welt werde sich jedoch nicht mehr durch solche absurden Statements in die Irre führen lassen.
Über die jüngsten auffälligen Aktivitäten in dieser Hinsicht habe die Regierung die relevanten internationalen Behörden informiert, wörtlich hieß es dazu: „In the last few days, Syria has informed the relevant international bodies about preparations by ar­med terrorist organizations to use poison gas in several areas in Syria. The statement of these coun­tries is nothing but a prior support for any chemical aggression that these terrorist organizations may under­take in the next few days to use this as a pretext for aggression against Syria, as it did in its bru­tal ag­gression on 14 April 2018.”
Es sei das Bestreben Syriens, das Leben syrischer Bürger zu retten und die Sicherheit im Land sowie dessen territoriale Integrität wiederherzustellen, weshalb auch Militanten die Rekonziliierung angeboten werde, um dem Krieg und der Zerstörung ein Ende zu setzen. (https://www.sana.sy/?p=801826, https://sana.sy/en/?p=145236)

Rußlands Vize-Außenminister Sergei Riabkow, Photo: SANA

Auch in Kritik der Äußerungen von US-Sicherheitsberater John Bolton während seiner Israel-Reise (Reuter-Interview) bemerkte Rußlands Vize-Außenminister Sergei Riabkow im Interview mit der russischen Zeitschrift „International Life“, die sich völkerrechtswidrig in Syrien aufhaltenden US-Streitkräfte behinderten die counterterroristischen Operationen im Raum Idlib Die US-Administration stelle sich gegen jegliche positiven Schritte zur politischen Lösung der Syrienkrise und blockiere jede „natürliche Lösung“  (natural solution) der Terrorismusbekämpfung in der erwähnten De-Eskalationszone, indem es den jeweiligen Garantenmächten, die sich für die Lösung der Krise einsetzten, gegenüber „empfindlich“ reagiere [s. US-Sanktionen gegen Rußland, den Iran und die Türkei!]. Das US-Militär habe sich in Syrien bereitgemacht, ohne die erforderliche Erlaubnis der Regierung [auch liegt kein UN-Mandat dafür vor], ignoriere diesen Sachverhalt jedoch nachhaltig und verweigere den Abzug auch aus der Grenzregion zum Irak. Die US-Militärs sollten sich daher umgehend aus dem Land zurückziehen wie alle anderen nicht dorthin gebetenen Streitkräfte auch.
Das russische Militär, das seit 2015 auf Bitten der damaszener Regierung handele, habe große Anstrengungen hinsichtlich der Rückführung der syrischen Flüchtlinge unternommen. dabei arbeite es mit etlichen weiteren Staaten zusammen. Weiter erinnerte er in diesem Zusammenhang: „Sochi’s meeting was recently held within the framework of the Asta­na process. Thus, Russia and the other guarantors are moving forward, in actions not words, on the path of a gradual stabilization in Syria without contradicting the formula of Astana or the Geneva pro­cess, unlike Washington and the coalition led by it.”  (https://sana.sy/en/?p=145227, https://www.sana.sy/?p=801742, s.a. http://tass.com/politics/1018181 je vom 22.8.2018 und Russischer Außenminister reagiert auf Boltons Äußerungen über iranische Präsenz in Syrien vom 23.8.2018)

SAA in der unwegsamen Bâdiyya von as-Suwaidâ´, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 22.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145202 und https://www.sana.sy/?p=801625 (Im Gebiet der Tulûl aṣ-Ṣafâ (vgl.u.) im Ost-Rîf von  as-Suwaidâ´ Festigung und Ausbau der Stellungen neben einzelnen heftigen Gefechten mit den dort verschanzten und von der SAA eingeschlossenen Reste an IS-Kämpfern bei Tal Ġâ­nim, Umm Marzaḫ, aš-Šaiḫ Ḥussain und den Wasserstellen mit Beseitigung weiterer befestigter IS-Positionen und IS-Trupps samt deren militärischer Ausrüstung. Die Taktik ist dabei dem unwegsamen, teils stark zerklüfteten, felsigen, mit Steilhängen und natürlichen Höhlen versehenen Gebiet angepaßt, welches den Terroristen beste Ausgangspositionen – schon früher für deren Überfälle – gewährt.)

Aus einem am Mi., 22.8.2018, vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichten Video über die seit dem 30.9.2015 in Syrien absolvierten Militäroperationen geht hervor, daß in dieser Zeit mehr als 86.000 Terroristen im Syrien-Krieg getötet wurden. Davon stammten 4.500 aus Rußland bzw. den ehemaligen Sow­jetrepubliken. Weiters seien 600 Panzer, 700 Truppentransporter und 9.000 mit schweren Waffen aus­gerüstete Fahrzeuge zerstört worden. Effektive Angriffe seien auf 120.000 Terroristen-Stellungen ausgeführt worden, darunter Muniti­ons- und Waffenlager sowie Ausbildungscamps. Beteiligt waren 86 Kriegsschiffe und 14 U-Boote, eingesetzt bei 189 Missionen in den Küstengewässern des Landes. außerdem wurde die Rückeroberung von über 96 Prozent syrischen Territoriums aus den Händen der Terroristen bekanntgegeben.

Eine weitere Gruppe Flüchtlinge kehrte am 22.8.2018 über den Grenzübergang Ğudaidat Yâbûs aus dem Libanon zurück in ihren Heimatort al-Muʽaḍamiyya aš-Šâm im SW von Damaskus. Auch  sie ermutigten weitere Syrer zur Rückkehr.  (https://www.sana.sy/?p=801801, https://sana.sy/en/?p=145232)

„Fly Baghdad“ nimmt Luftverkehr nach Damaskus auf, Photo: SANA

Die irakische Fluggesellschaft Fly Bagdad flog am 22.8.2018 erstmals den damaszener internationalen Flughafen an. (https://sana.sy/en/?p=145215)

Terroranschlag vom 22.8.2018:
Bei der Explosion einer von Ğabhatu_n-Nuṣra-Terroristen angebrachten Antipersonenmine wurde im Gebiet des Dorfes Rasm al-Ğadîda im NO-Rîf von Ḥamâ in Kind getötet, ein weiteres schwer verletzt und Sachschaden verursacht. Ziel der Terroristen sei es, die Rückkehr der Bevölkerung in ihre Wohnorte zu vereiteln, indem man sie mit solchen Aktionen verschreckt. (https://www.sana.sy/?p=801796)

Terrorakte nahe Bagdad, Photo: SANA

Terrorakt, Photo: SANA

Anläßlich des 1. Internationalen Tages des Gedenkens der Opfer des Terrorismus am 21.8.2018 veröffentlichte die UNO einen Bericht, wonach 75% dieser Opfer allein im Jahr 2017 in fünf Ländern, nämlich Syrien, dem Irak, Afghanistan, Nigeria und Somalia zu finden waren. (S. UNO: 75 Prozent der Terrorismusopfer kommen aus 5 Ländern) – Gemäß dem Titel der beiden Blog-Threads „… was die meisten Medien nicht bringen“ muß leider festgestellt werden, daß die westlichen Mainstream-Medien den ganz überwiegenden Teil der Terroranschläge in Syrien und im Irak wortlos übergangen haben, von denen fast täglich welche begangen worden sind. nur ganz vereinzelt, sozusagen ausnahmsweise wurden solche erwähnt, was das Bild von der Situation (schon allen bzgl. dieses Sachverhalts!) bei westlichen Bürgern arg verzerrte.

Während größerer Feiertage herrscht gewöhnlich in Syrien „Besuchszeit“ hoher Staatsbeamter im Namen des Präsidenten. In diesem Zusammenhang unternahm eine Regierungsdelegation unter Führung von Premierminister ʽImâd Ḫamîs eine Fahrt in die erst kürzlich vollständig von den Terroristen befreite Provinz al-Qunaiṭra, welche einen Teil der Golanhöhen umfaßt. Auf dem Programm standen ein Besuch mit Überprüfung eines lokalen Krankenhauses, der Bürger der Stadt Haar [welches die Jahre über ein beliebtes Terroristenziel gewesen war, vgl.u.], des Grenzübergangs bei der früheren, beim Rückzug der israelischen Truppen im Juni 1974 total zerstörten  Provinzhauptstadt al-Qunaiṭra, in deren Trümmern sich schließlich die Terroristen verschanzt hatten,  sowie eines militärischen Standorts. Er versicherte den Bürgern, für jegliche nötige Hilfe in allen Teilen des Landes werde von Regierungsseite gesorgt. Es bestehe ein Plan zur Entwicklung ökonomischer, humaner und Dienstleistungsprojekte, nachdem die SAA wieder für Sicherheit und Stabilität im Land gesorgt habe. Dies geschehe auch in Vorbereitung der Rückkehr weiterer Flüchtlinge. Inverstoren versprach er Erleichterungen und Sonder-Darlehen. Für das geschundene Haar allein würden für Sofortmaßnahmen 200 Million SYP. Für den Wiederaufbau der Infrastruktur wie der staatlichen Institutionen würden 5 Milliarden SYP bereitgestellt. Schließlich übermittelte er jeweils die Glückwünsche des Präsidenten zum ʽÎd al-Aḥâ. (https://sana.sy/en/?p=145177, https://www.sana.sy/?p=801471)

Verteidigungsminister Generalmayor ʽAlî ʽAbdullâh Ayûb besucht zum ʽÎd al-Aḍḥâ Verwundete der SAA, Photo: SANA

Wie schon die vorherigen Male nutzte Verteidigungsminister Generalmayor ʽAlî ʽAbdullâh Ayûb den Feiertag am 21.8.2018 zum Truppenbesuch wie von Verwundeten, dieses Mal in der Provinz as-Suwaidâ´ und überbrachte die Festtagsglückwünsche des Präsidenten wie dessen Anerkennung und Wertschätzung  ihrer Leistungen. Gleichzeitig ließ er sich von den Kommandeuren über die derzeitigen Operationen vor allem bei der Beseitigung der verbliebenen IS-Zellen im Ostteil der Provinz informieren. (https://sana.sy/en/?p=145189, https://www.sana.sy/?p=801500)

Innenminister Muḥammad Ibrâhîm aš-Šaʽâr statte indessen den Sicherheistkräften des Rîf Dimašq in Ḥarastâ und Einheit für besondere Aufgaben ʽAdrâ entsprechende Besuche ab. Dabei würdigte er die Leistungen der inspizierten Einheiten bei der Eliminierung der Terroristen in allen Landesteilen an der Seite der SAA und betonte deren große Verantwortung bei der Wiederherstellung der öffent­lichen  Ordnung zur Beruhigung der Bürger, bei der Bewahrung von deren Eigentum und  Würde sowie beim Schutz der öffentlichen und privaten Einrichtungen im allgemeinen wie bei dem jetzigen großen Fest im besonderen, zu dem er sie beglückwünschte. (https://sana.sy/en/?p=145186, https://www.sana.sy/?p=801459)

Präsident Dr. al-Assad beim ʽÎd al-Aḍḥâ-Gebet in der Raḥâb-Moschee in Damaskus, 2018, Photo: SANA

Präsident Dr. al-Assad besuchte zum diesjährigen ʽÎd al-Aḥâ am Morgen des 21.8.2018 die Raḥâb-Moschee in Damaskus. Ihn begleiteten der Minister für Auqâf,  der Großmuftî, eine Reihe weiterer hoher Beamter, Funktionsträger der Baʽṯ-Partei und Parlamentsabgeordneter. Ebenfalls teil nahmen etliche Islamgelehrte und eine große Menge Bürger. Die Gebetszeremonie leitete der Direktor des damaszener Departments des Auqâf-Ministeriums, Dr. Ḫaḍar Šaḥrûr, der auch die Festtagsansprache hielt. Auch er kam darin – wie schon der Auqâf-Minister während der TV-Ansprache am Vortag (vgl.u.) – auf die Symbolik des Festes zu sprechen wie die besondere Freude über die Siege der SAA in der Terrorismusbekämpfung zusammen mit der Wiederherstellung von Frieden und Stabilität im Land, die auf die weise Führung des syrischen Staates zurückzuführen sei.
Den Präsidenten würdigte er als geschickten Kapitän, der das Schiff mit Bedacht und Befähi­gung [an das Gestade der Sicherheit und des Friedens gesteuert habe, hinter dem das Volk Hand in Hand stehe zum [Wieder]aufbau eines glanzvollen Syrien.
Auch rief  Gott (Allâh) an, Syrien und seine Bewohner zu beschützen, der Armee in ihrem Kampf beizustehen, die Gefallen in Gnade aufzunehmen, den Verwundeten schnelle Genesung zu schenken, eine gute Ernte zu gewähren und dem Präsidenten bei der Verwirklichung der Interessen der Bürger des Landes Erfolg zu schenken. – Wie immer herrschte hinterher ein großes Gedränge um Präsident Dr. al-Assad, wie auch die Photostrecke zeigt! (https://www.sana.sy/?p=801179, https://sana.sy/en/?p=145144) – Zur Bedeutung des offiziellen Besuchs dieser religiösen Zeremonie durch den Staatspräsidenten s. in Teil II: „Anmerkung zur Glaubensrichtung der Alawiten“!

Unter den zahlreichen Glückwunschtelegrammen für den Präsidenten ʽÎd al-Aḥâ fanden sich jene des ersten Šarîʽa-Richters (ḍî) in Damaskus, Maḥmûd al-Maʽrâwî, des Auqâf-Ministers Dr. Muḥammad ʽAbdus-Sattâr, des Justizministers Hišâm aš-Šaʽâr und des Großmuftîs Dr. Aḥmad Badr­addîn Ḥassûn. Sie drückten ihre Hoffnung für künftigen Frieden und Sicherheit im ganzen Land aus und beteten zu Gott, zum nächste ʽÎd möge bereits der vollständige Sieg eingekehrt sein. Denn die besondere Freude zum diesjährigen  Hochfest sei der Erfolg der SAA in der Bekämpfung des  Terrorismus und seiner Unterstützer. (https://sana.sy/en/?p=145139)

Symbolische Teufelssteinigung in Muzdalifa (außerhalb Mekkas) während des Ḥağğ, Photo: SANA, Aufnahme außerhalb der Wallfahrt (wie an der Kleidung und dem geringen Menschenaufkommen zu erkennen ist)

Gemäß der säkularen Ausrichtung des Staates veröffentlichte SANA eine kurze sachliche Erklärung der derzeit (überwiegend im Gebiet von Mekka) stattfinden islamischen Rituale zum ʽÎd al-Aḥâ für die Nicht-Muslime. (https://www.sana.sy/?p=801336)

Während eines Telefonats mit Jordaniens König besprach [und bewarb] Rußlands Präsident Putin am 21.8.2018 die notwendige Erleichterung der Rückkehr syrischer Flüchtlinge in ihr Heimatland, welche zur Beilegung der Krise dort beitrage.  (https://sana.sy/en/?p=145194)

NATO-General a.D. Petr Pavel, Photo: SANA

In der meistgelesenen tschechischen Tageszeitung Mladá fronta Dnes bestätigte nun auch der tschechische NATO-General a.D. Peter Pavel am 21.8.2018,  daß die israelischen Besatzungsbe­hörden auf unterschiedlichste Art der UN-gelisteten Terrororganisation Ğabhatu_n-Nuṣra  für ihre Aktionen in Syrien Unter­stützung geboten haben. Dieser Umstand habe die Beziehung der NATO zu Israel nicht (negativ) beeinflußt, da Israel  als nahestehender Verbündeter der NATO angesehen werde. Dies sei die erste offizielle Bestätigung dieser Unterstützungsaktivitäten durch einen hochrangigen NATO-Kommandeur. Sie schlugen sich bekanntlich in wiederholten direkten Eingriffen in das Kampfgeschehen in Syrien zugunsten der Terroristen einschließ­lich Ğabhatu_n-Nuṣra durch Einsatz der IDF-Kampfflugzeuge,  -Artillerie und -Raketen  –  vor allem in der Provinz al-Qunaiṭra – und dem  Transport der Verwunde­ten in israelische Krankenhäuser nieder neben logistischer Unterstützung und Bewaffnung [zu Belegen s.u. sowie Teil VI und vorhergehende Teile!]. (https://www.sana.sy/?p=801221)

Ein UN-Sprecher versicherte am 21.8.2018, die UN würden zur Beilegung der Krise in Syrien beitragen. Er bestritt, daß es geheime Dokumente gebe (vgl.u., Lawrow am 20.8.2018), welche den UN-Organisationen verbäten, sich am Wiederaufbau in Syrien zu beteiligen. (https://sana.sy/en/?p=145199)
Laut einem Beitrag von Th. Maysson zum Sachverhalt, habe die Nr.2 hinter UN-Generalsekretär Guterres, Jeffrey Feltman, der Direktor der politischen Angelegenheiten, dseinem Chef die Kontrolle entzogen, um  den Krieg im „Erweiterten Nahen Osten“ [zum Yinon-Plan s. besonders Teil IV] weiterzuführen [d.h. trotz bzw. gerade wegen der positiven Entwicklung Syriens in Richtung Befriedung]. Die erwähnte geheime Richtlinie für alle Agenturen und Dienststellen der UNO habe er im Oktober 2017 verfaßt. Der UN-Sicherheitsrat war davon nicht informiert worden. Rußlands Außenminister legte den Skandal offen (s.u.).
Der Politologe Maysson referiert desweiteren, Feltman, der ehemalige Assistent von Hillary Clinton habe schon bei seinem Amtsbeginn in New York im Juli 2012 einen Plan für die totale, bedin­gungslose Kapitulation der syrischen Arabischen Republik ausgearbeitet gehabt und darauf aufbauend, alle Friedens­verhand­lungen, geführt von Kofi Annan, Lakhdar Brahimi oder Stefan de Mistura, zum Scheitern gebracht. Außenminister Lawrow hatte UN-Generalsekretär Guterres darüber informiert und ihn gebeten, den Sachverhalt zu klären.(http://www.voltairenet.org/article202563.html vom 22.8.2018)

SAA-Überwachungstätigkeit, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 20.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145120 und https://www.sana.sy/?p=800820 (Fortführung der militärischen Operationen gegen die im Nordteil der Provinz Ḥamâ und im Südteil jener von Idlib verbliebenen Terroristen von Ğabhatu_n-Nuṣra, deren meiste Söldner ursprünglich über die Türkei nach Syrien eingeschleust worden waren:
So wurde ein Angriffsversuch der Extremisten auf einen Militärposten auf der Straße zum sog. Verlassenen Bataillon südlich der Stadt Tal aṭ-Ṭûqân im SO-Rîf von Idlib nach heftigen Kämpfen vereitelt, wobei die meisten getötet oder verletzt wurden, während der Rest, Waffen, Munition und Leichen* zurücklassend, fliehend auseinanderstob.
Nach Überwachung und Entdeckung von Fortifizierungstätigkeiten der Terroristen im äußersten NW-Rîf von Maḥarda in der Provinz Ḥamâ wurden westlich der Stadt Tal al-Ḫanâbira Ğabhatu_n-Nuṣra-Ansammlungen und –Verstecke beseitigt.) – *Weitere Informationen zum Hinterlassen der Leichen durch fliehende Terroristen vgl. Gefechtsbericht vom 4.9.2017 in Teil VI!

Nach Mitteilung von  Wadim Astafjew (Vadim Astafyev), einem Sprecher des Militärdistrikts Süd, vom 20.8.2018 kehrte eine 200-Mann starke Gruppe der Militärpolizei  aus Syrien wieder auf ihre Basis in der russischen Teilrepublik Tschetschenien zurück: Wörtlich gab er bekannt: „Ilyushin Il-76 military-transport planes airlifted 200 mili­tary policemen to Mozdok airfield in North Ossetia from Hmeymim airfield in Syria.” (http://tass.com/politics/1017910)

Ansprache des Auqâf-Ministers zu den ʽÎd al-Aḍḥâ-Feiertagen, 2018, Photo: SANA

Wie schon anläßlich des ʽÎd al-Fiṭr (s. Teil VI) 2018 angesprochen, hielt gemäß der säkularen Ausrichtung des Staates nicht der Präsident sondern der AuqâfMinister, zuständig für islamische Stiftungen und weitere Belange, anläßlich der ʽÎd al-Aḥâ-Feiertage wieder die zugehörige Fernsehansprache am Abend des 20.8.2018 zum islamischen Fest. Dieses vereine durch das gemeinsame Begehen die islamische Umma, obwohl auch in diesem Jahr die das wahhâbitische  Saudi-Regime die syrischen Pilger an der Vollziehung des Ḥağğ [d.h. einer der religiösen Pflichten]  und zwar das 7. Jahr in Folge (!) gehindert habe. Sodann ging er auf die inzwischen nahezu überwundene – Bedrohung des Vaterlands von außen durch die Einbringung der Terroristen mit ihrem gefährlichen TakfîrGedankengut zu sprechen, das beinahe Syrien zerstört habe. Doch Syriens Volk, dessen Herz voll Liebe für das Vaterland schlage,  bleibe auch weiterhin in der Lage, Widrigkeiten zu überwin­den und die Ver­schwörung gegen die Sicherheit und Stabilität des Landes und seinem nicht vom Takfîr-Gedankengut geprägten Glauben von all seinem Land zu beseitigen, die u.a. Unterstützung durch die Golfscheichtümer und die zionistische Regierung im Nachbarland erhalten habe.
Schließlich verweise der Minister auf die Symbolik des Festes, das für Opferbereitschaft, Standhaftigkeit und Erlösung stehe und in diesem Jahr mit den Erfolgen der syrisch-arabischen Armee [SAA] im Kampf gegen den Terrorismus und ausländische Aggressoren zusammenfalle.
Er schloß mit einer Anrufung Allâhs, er möge Syrien vor allem Übel erretten, die über ihm hängende  Wolke entfernen,  den besetzten palästinensischen Gebieten zur Freiheit und dem Rückerhalt ihrer heiligen Stätten verhelfen und  durch seine Fürsorge den Herr Präsident Bašâr al-Assad bewahre und erhalte. (https://www.sana.sy/?p=801090)

Libanons Außenminister Ğibrân Bâsîl und Amtskollege Lawrow aus Rußland, Pressekonferenz vom 20.8.2018 in Moskau, Photo: SANA

Auf der gemeinsam mit seinem libanesischen Amtskollegen Ğibrân Bâsîl in Moskau  abgehaltenen  Pressekonferenz vom 20.8.2018 konstatierte Rußlands Außenminister Sergei Lawrow wie Bâsîl zum wiederholten Mal, die Bedingungen für die Rückkehr syri­scher Flüchtlinge in ihr Heimatland seien absolut gegeben. Allein im vergangenen Monat seien mehr als 7.000 vertriebene Syrer aus dem Libanon sicher zurückgekehrt.  Außenamtschef Lawrow versicherte, seine Regierung werde weiterhin mit Ländern, in denen Syrer vor dem Terrorkrieg Zuflucht gefunden hätten, zu deren Rückführung zusammenarbeiten. Leider verweigere diesbezüglich die US-Administration die Zusammenarbeit, um diese Rückkehr  zu behindern. Unterstützung fänden dagegen nur Areale, in denen Terrororganisationen aktiv seien.  Auffällig sei etwa, daß die Terroristen um die – völkerrechtswidrig in Südsyrien errichteten- US-Basis at-Tanaf [Näheres dazu s.  Teil VI] die rückkehrbereiten Flüchtlinge aus Jordanien behindere. Immer noch behinderten die USA auch den Zugang von UN-Mitarbeitern zum at-Tanaf  wie der Bereitstellung humanitärer Hilfe für die Flüchtlinge des Lagers ar-Rukbân [vgl. Teil VI] in dessen Bannzone. All das geschehe in Zuwiderhandlung der UNSC-Resolution 2254. Dagegen führten von jenem Areal immer noch Terroristen einschließlich Ğabhatu_n-Nuṣra  Angriffe auf inzwischen durch die SAA befreite Gebiete aus.
Sodann deckte er auf und kritisierte dabei, das politische Department des UN-Sekretariats habe eine geheime Direktive verabschiedet und innerhalb des ganzen UN-Systems verbreitet, welche den UN-Unterorganisationen verbiete, sich an irgendwelchen Projekten zum Wiederaufbau der syrischen Wirtschaft zu beteiligen. (https://www.sana.sy/?p=800774) – Zu den nachdrücklichen Bemühungen der libanesischen und syrischen Regierung um Rückführung der Flüchtlinge s. Teil VI!
Dasselbe (Verhinderung der Rückkehr der syrischen Flüchtlinge) gelte laut Mitteilung von der russischen Botschaft in London auch für die britische Regierung. (S. http://tass.com/politics/1018092 bzw. https://www.sana.sy/?p=801611; s.a. https://sana.sy/en/?p=145180, https://www.sana.sy/?p=801447 während der Pressekonferenz zwischen den Außenministern Lawrow von Rußland und Ivica Dacic von Serbien vom 21.8.2018)

Ölfeld at-Taim, Wiederherstellungsarbeiten, Photo: SANA

Bei einem Rundgang konnten sich am 20.8.2018 die beiden Minister ʽAlî Ġânim, zuständig für Öl- und Mineralressourcen, und Landwirtschaftsminister Ingenieur Aḥmad al-Qâdirî in Begleitung des Provinzgouverneurs ʽAbdul-Mağîd Kawâkibî davon überzeugen, daß nach den Instandsetzungsarbeiten durch einheimische Experten im Feld at-Taim in der Provinz Dair az-Zaur wieder Öl aus den beiden Quellen Nr.103 und Nr.107 gefördert werden kann, welches zunächst der Versorgung und dem Wiederaufbau in der Provinz zugute kommt. Gemäß Aussage von Fawâz ʽAfâra, dem Operation Director der Al Furat Petroleum Company, fördert die Anlage nun 500 Barrel pro Tag. Dem SANA-Korrespondenten zufolge wurden zudem die beiden Wasserstationen in der Landstadt aš-Šumaiṭiyya und im Dorf Muḥaiṭa wiedereröffnet wie auch etliche Stadtbehörden und Zentren . In der Provinzhauptstadt seien der Schutt beseitigt, die Straßen freigeräumt und asphaltiert und die Abwasserleitungen instandgesetzt worden. Es folgt ein Überblick über weitere Hilfen für die Bevölkerung vor Ort (z.B. Saatgutbereitstellung, Tröpfchenbewässerung etc.). Die Regierungsdelegation traf sich zudem jeweils mit Bürgern, um deren Eindrücke zu erfahren. (https://sana.sy/en/?p=145117, https://www.sana.sy/?p=800776)

Auf der gemeinsam mit seinem libanesischen Amtskollegen Ğibrân Bâsîl in Moskau  abgehaltenen  Pressekonferenz vom 20.8.2018 konstatierte Rußlands Außenminister Sergei Lawrow wie Bâsîl zum wiederholten Mal, die Bedingungen für die Rückkehr syri­scher Flüchtlinge in ihr Heimatland seien absolut gegeben. Allein im vergangenen Monat seien mehr als 7.000 vertriebene Syrer aus dem Libanon sicher zurückgekehrt.  (https://www.sana.sy/?p=800774)

Meseburg-Treffen zwischen Putin und Merkel, Photo: jpost.comj

Rußlands Vize-Außenminister Michail Bogdanow, zuständig für Nahost- und Afrika-Angelegenheiten, informierte im Nachgang des Treffens zwischen Präsident Putin mit Bundeskanzlerin Merkel auf Schloß Meseburg in Brandenburg (BRD, vgl.u.) die Presse am 20.8.2018 darüber, es liefen derzeit Gespräche über die Abhaltung eines Gipfteltreffens der Staatspräsidenten Rußlands, Frankreichs, der Türkei und der deutschen Bundeskanzlerin zum Thema Syrien. Außerdem würden die Vertreter der drei Garantenstaaten im Astana-Format sich im ersten Drittel des Septembers in Genf mit dem UN-Sondergesandten für Syrien, Staffan de Mistura, zusammenfinden. (https://sana.sy/en/?p=145112, https://www.sana.sy/?p=800822)

Hunderte Bürger kamen am 20.8.2018 über den Abû aḍ-ḌuhûrSicherheitskorridor aus dem fernen SO-Rîf von Idlib zurück in ihre Heimatorte im S-Rîf von Aleppo. Behördenmitarbeiter unter Aufsicht des Syrian Arab Red Crescent und der Internal Security Forces stellten medizinische Anlaufstellen, Lebens- und weitere Bedarfsmittel bereit.  (https://sana.sy/en/?p=145115, https://www.sana.sy/?p=800875)

Premierminister ʽImâd Ḫamîs besucht die Einrichtung am Grenzübergang Ğudaidat Yâbûs, Photo: SANA

Premierminister ʽImâd Ḫamîs besuchte am So., 19.8.2018 das schon mehrfach erwähnte und in den Berichten 12.7 und 14.8.2018 (Teil VI) ausführlicher dargestellte Ğudaidat Yâbûs-Zentrum am gleichnamigen libanesisch-syrischen Grenzübergang mit all den Einrichtungen zur erleichterten Einreise und dem Wiederfußfassen der aus dem Libanon  zurückkehrenden syrischen Flüchtlinge. Der Erfolg zeigt sich in einer akzellerierenden Rückkehrwelle (s.u. und Teil VI).
Dabei erkundigte er sich explizit bei den Heimkehreren nach deren persönlichen Eindrücken von den durch die Regierung zu ihrer Unterstützung eingeleiteten Maßnahmen, welche rundum positiv ausfielen. Die beschäftigten Beamten lieferten eine Darstellung ihrer Arbeit, dank derer täglich 10.000 Fälle von Rückkehrern bearbeitet werden könnten.
Stolz konnte darauf der Premierminister gegenüber der Presse erklären, infolge der Siege der SAA in der Terrorismusbekämpfung habe der Staat sein Versprechen wahrgemacht, seine Bürger zurückzuholen, die vor den Grausamkeiten der Terroristen ins Ausland zu fliehen gezwungen gewesen waren.  Weitere Hilfsmaßnahmen für die Rückkehrer würden folgen, versicherte er. Außerdem stehe die Regierung in engem Kontakt mit befreundeten Staaten,  um die Rückkehr der Flüchtlinge zu erleichtern. Hierzu sei ein eine eigene Koordinierungseinrichtung geschaffen worden (s.u.). Die Regierung habe in allen vom Terrorismus befreiten Gebieten und sämtlichen relevanten Bereichen einen humanen und sozialen Entwicklungs- und Sicherungsplan aufgestellt, um Schulen wiederaufzubauen, Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen wie auch zur Wiederherstellung öffentlicher Dienstleistungen, wirtschaftlicher Einrichtungen und Basisdiensten, ergänzte ʽImâd Ḫamîs. (https://sana.sy/en/?p=145076, https://www.sana.sy/?p=800545)

Dr. Yâsîn Naʽnûs, Direktor des Gesundheitsdezernats des Rîf Dimašq [d.i., Damaskus-Land], machte am 19.8.2018 bekannt, daß in Ost-al-Ġûṭa und der östlichen Qalamûn-Region nach den Rekonstruktionsarbeiten wieder 14 Gesundheitszentren und Krankenhäuser in Betrieb gegangen seien und zwar je zwei Zentren in Dûmâ, je eines in Saqbâ, ʽAin Tarmâ, Ḥaza, ʽArbîn, Ḥamûriyya, Za­malkâ, Dair al-ʽAṣâfîr, Misrâbâ, Bait Saḥm, Yaldâ, ar-Ruḥaiba und ad-Dumair sowie das Ğai­rûd-Nationalkrankenhaus. (https://sana.sy/en/?p=145092, https://www.sana.sy/?p=800570)

Col. Ryan Dillon, Sprecher der US-geführten Koalition, Photo: pars today

Entgegen der Ankündigung von US-Präsident Trump vom 29.3.2018 und der Bekräftigung in Helsinki vom 16.7.2018 verkündete – wie schon kurz darauf Außenministeriumssprecherin  Heather Nauert (s. jeweils bei Teil VI) – der Sprecher der unter Pentagon-Befehl völkerrechtswidrig im Land agierenden US-geführten Koalition, Oberst Ryan Dillon, am So., 19.8.2018, auf einer Pressekonferenz in der VAE-Hauptstadt Abû Ẓabî, es komme zu keinem Truppenrückzug aus Syrien, die Operation in Ost-Syrien werde fortgeführt. (Anti-IS-Koalition: US-Soldaten bleiben auch nach IS im Irak, s.a. Despite Trump’s Claims US Forces Are Not Going To Withdraw From Syria And Iraq) – Schon mehrfach wurde darauf hingewiesen, daß US-Präsident Trump nicht nur bzgl. der Syrienkrise in Konfrontation zum überkommenen administrativen Establishment steht und mit diesem Umstand zu kämpfen hat. Informatives hierzu auch bei: http://www.voltairenet.org/article202477.html.

Terroranschlag vom 19.8.2018:
Durch Detonation einer von den 7km östlich des Dorfes Ṭarbâ im Ost-Rîf von as-Suwaidâ´ ausgelegten Anti-Panzermine kamen beim Passieren der Stelle in einem Fahrzeug nahe al-Ḥuṣn in der Bâ­diyya von as-Suwaidâ´ fünf Bürger ums Leben, weitere sechs wurden verwundert. (https://sana.sy/en/?p=145071 und https://www.sana.sy/?p=800506)

Hilfskonvoi des Roten Halbmonds, Photo: SANA

Generalmajor Alexei  Tsygankow vom russischen Koordinations- und Überwachungszentrum in Ḥumaimîm  teilte am 19.8.2018 mit:  „In the period from December 21, 2017 to August 17, 2018, the center ensu­red safe passage of  71 UN humanitarian convoys.”(S. Russian Forces Escored 71 UN Aid Convoys In Syria In 2018)

Anläßlich des islamischen ʽÎd al-Aḥâ sind in Syrien von Sonntag, 19.8.2018, bis Donnerstag, 23.8.2018, Feiertage. (https://www.sana.sy/?p=797443)

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 18.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=145039 und https://www.sana.sy/?p=800164 (Nachdem Mitglieder der Terror(unter)gruppe Katâ´ib al-ʽIzza durch Spähtrupps dabei ertappt worden waren, Sabotageakte im Umkreis der Städte Mûrik, Abû ʽUbaida und Maʽrkaba im N-Rîf von Ḥamâ auszuführen wurden in einer Militäroperationen deren Ansammlungen und Schlupfnester vernichtet. Zudem beseitigten Artillerieschläge Ğabhatu_n-Nuṣra-Ansammlungen nahe der Stadt Tal aṣ-Ṣaḫar sowie weitere Verstecke nahe Kafar Zaitâ.)

Treffen zwischen Präsident Putin und Bundeskanzlerin Merkel auf Schloß Meseburg am 18.8.2018, Photo: tagesschau24

Nachdem Ende Juli Rußlands Außenminister Lawrow zusammen mit Generalstabschef  Gerassimow in der Sache bereist nach Berlin gereist waren, traf nun Staatschef Putin am 18.8.2018 zu einem Besuch auf Schloß Meseburg (Brandenburg) ein, um mit Bundeskanzlerin Merkel u.a. über die Situation in Syrien zu sprechen. Nach der mehr als dreistündigen Unterhaltung gab es keine Pressekonferenz, keine Statements – wie vereinbart. Darüber wurde jedoch verlautbart, für Präsident Putin habe der Aufruf im Vordergrund gestanden, alle relevanten Seiten möchten ihr Möglichstes tun, die Rückkehr der syrischen Flüchtlinge in die Heimat zu erleichtern. Schließlich sei der Rückkehrprozeß dank der positiv veränderten Situation in Syrien schon in Fahrt gekommen und die Zunahme der Flüchtlinge in Deutschland und dem restlichen Europa werde doch zu einer schweren Belastung. Humanitäre Hilfeleistung für Syrien könne den Rückkehrprozeß noch beschleunigen. (https://sana.sy/en/?p=145047, https://www.sana.sy/?p=800319; s.a. http://www.tagesschau.de/inland/merkel-putin-meseberg-103.html und vgl. https://sana.sy/en/?p=145056 und https://www.sana.sy/?p=800355)
In Moskau hatte derweil Außenamtssprecherin Sacharowa per Twitter kritisiert, daß die USA nicht – wie es ihrer Propagandaaussage entsprach – bereit seien, der syrischen Bevölkerung zu helfen sondern nur allen möglichen im Land gegen die Regierung kämpfenden Gruppen. Die US-Administration hatte zuvor bekanntgegeben, das angekündigte Hilfspaket in Höhe von 230 Millionen Dollar sei zurückgezogen. (S. Rußland kritisiert USA wegen fehlender Unterstützung der Zivilisten in Syrien vom 18.8.2018)

11, Karte SAA-Operationen im Gebiet aṣ-Ṣafâ

Karte zu den SAA-Operationen im Gebiet von aṣ-Ṣafâ, Abb.: southfront.org

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 17.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=144990, https://www.sana.sy/?p=799774 und https://www.sana.sy/?p=799952 (Infolge Artilleriebeschusses wurden Befestigungen und Bunker der Terror(unter)gruppe Ğaiš al-ʽIzza im Umfeld von Maʽrkaba im N-Rîf von Ḥamâ  zerstört; Angriffe der Bodentruppen richteten sich auch gegen Affiliierte von Ğabhatu_n-Nuṣra im Umfeld der Städte Umm al-Ḫalâḫîl, Tal Marʽî, al-Ḫawîn, Tal aš-Šîḥ und einer Anzahl Dörfer entlang der südöstlichen Verwaltungsgrenze zur Provinz Idlib, da sich dort die Terroristen weiter verschanzten durch Anlegung von Schützengräben, Erstellung von Barrieren und Auslegen von Sprengsätzen und Minen. Einige dieser fortifizierten Stützpunkte wurden zusammen mit den dort befindlichen Terroristen samt Ausrüstung eliminiert.
Weitere Verschärfung der Einkreisung im Areal von ar-Raḥba, Tal al-Ġânim, Umm Marzaḥ und Qabr aš-Šaiḫ Ḥus­sain auf die im aṣ-Ṣafâ-Gebiet verschanzten IS-Extremisten in der östlichen Bâdiyya von as-Suwaidâ´ zu mit Beseitigung weiterer IS-Verstecke in heftigen, für den Feind verlustreichen Gefechten, wobei die Artillerie und Luftwaffe Unterstützung leisteten. Ebenso wurden IS-Verstecke und -Kämpfer im Umkreis von Qabr aš-Šaiḫ Ḥus­sain eliminiert.)

Mit der Rückkehr von weiteren 489.531 Bewohnern nach Dair az-Zaur und Umgebung seit Beginn 2018 hat deren Zahl laut der neuesten Statistik der Provinzverwaltung 1.037.037 Personen erreicht. Unmittelbar nach Durchbrechung der IS-Belagerung der Provinzhauptstadt und nachfolgender Befreiung sogar des überwiegenden Gebiets der gesamten Provinz begannen nicht nur die Kampfmittelbeseitiger ihre Arbeit sondern es starteten – nach Neuinstallierung der Sicherheitsorgane – sofort die Wiederherstellungsarbeiten und die Installierung der öffentlichen Dienste (vgl. Teil VI). In Absprache mit der Bevölkerung wurden zunächst sämtliche Zufahrtsstraßen freigeräumt und instandgesetzt, so daß die Hilfslieferungen durchkamen und die Rückkehr der vertriebenen bzw. vor den Terroristen geflohenen Bevölkerung ermöglicht wurde. Der Erfolg zeigte sich in einer akzellerierenden Rückkehrbewegung. Näheres dazu s. https://sana.sy/en/?p=144999, https://www.sana.sy/?p=799798  vom 17.8. 2018!

Präsident Dr. al-Assad und Frau besichtigen Kunstprojekt im Ğaubar-Tunnel in Ost-al-Ġûṭa, Photo: SANA

Präsident Dr. al-Assad und Frau besichtigen Kunstprojekt im Ğaubar-Tunnel in Ost-al-Ġûṭa, Photo: SANA

Präsident Dr. al-Assad besuchte am 17.8.2018 zusammen mit seiner Frau das bereits vorgestellte Kunstprojekt in den von den Terroristen gegrabenen Stollen, genannt „Tunnel  des Todes“, nach Befreiung des damaszener Ortsteils Ğaubar in Ost-al-Ġûṭa durch die SAA. Die 18-köpfige Gruppe Âram (vgl.u. und Teil VI) wollte mit ihrem Engagement die Düsternis der Stollen, Rückstände der Terroristen, und die an sie geknüpften schlimmen Erinnerungen der Bewohner an den Extremistenterror einerseits kreativ verarbeiten, andererseits vertreiben. Dies fand  die besondere Anerkennung der Besucher. Dr. al-Assad bemerkte: „Every sculpture on these walls reminds us of the heroes of the Syrian Arab Army who fought valiantly to liberate this holy soil, which is mixed with the blood of our martyrs and wounded.”
Der von der Künstlergruppe zu einer Art Galerie umgestaltete Tunnelbereich mit 20 Reliefs liegt unter einer von den Terroristen zerstörten Schule 9m tief unter der Erde und umfaßt 80m2. (https://sana.sy/en/?p=144928, https://www.sana.sy/?p=799439)

Restaurierung von Palmyra-Artefakten durch das DGAM in Damaskus, Photo: SANA

Nach Ankündigung aus dem DGAM, der General­direk­tion für Antiken und Museen (vgl.u.) mit Sitz in Damaskus, vom 17.8.2018  können nach Abschluß ihrer Restaurierung die aus Palmyra überstellten, von den IS-Terroristen teils schwer beschädigten Artefakte in Bälde im Nationalmuseum der Öffentlichkeit wieder vorgestellt und besichtigt werden. Die umfangreichen Wiederherstellungsarbeiten geschahen den neuesten wissenschaftlichen Methoden und Standards und entsprechenden Gerätschaften. (https://www.sana.sy/?p=799424)

Terroranschlag vom 17.8.2018:
Infolge der Detonation einer von den Terroristen früher im an-Nâziḥîn Camp in Darʽâ hinterlassenen Landmine wurden zwei Bürger verletzt, es entstand Sachschaden. (https://sana.sy/en/?p=144969, https://www.sana.sy/?p=799582)

Erläuertungen zu Drohnenangriffen durch Generalmajor Igor Konaschenkow, Photo SANA

Journalisten führender ausländischer Massenmedien, die sich zuvor schon über die von der Regierung in Damaskus bereiteten Erleichterungen, Einrichtungen und Maßnahmen zur Rückführung aller syrischen Flüchtlinge aus dem Ausland vor Ort hatten überzeugen können (s. Teil VI, 14.8.2018), machten am 16.8.2018 auch einen Besuch auf der russisch genutzten Luftwaffenbasis Ḥumâimîm bei al-Lâḏa­qiyya. Sie interessierten sich besonders für die von der FlaG abgewehrten bzw. abgeschossenen Kampfdrohnen, mit denen in letzter Zeit vermehrt vom terroristenkontrollierten Gebiet aus der Stützpunkt angegriffen worden war (s. Teil VI), die ihnen auf Wunsch auch gezeigt wurden. Über die im letzten Monat deutlich zugenommenen Drohnenangriffe referierte der Sprecher des Verteidigungs­ministeriums in Moskau, Generalmajor Igor Konaschenkow, beim Pressebriefing: „Over the past month 45 drones carrying makeshift explosive devices were eliminated by the base’s air defense or means of radio-electronic warfare. Five drones were shot down over the past three days.“ (Demnach gab es im letzten Monat 45, die vergangenen drei Tage über fünf Angriffe durch Drohnen, bestückt mit selbstgefertigten Sprengsätzen). All die scheinbar nur improvisierten Drohnen stellten sich jedoch  in Wirklichkeit als High-Tech-Stücke heraus, versehen mit modernen Navigations- und Kontrollsystemen und Bombenabwurfgeräten. Der Sprecher fuhr fort: „This is a sure sign that some country having the relevant knowhow has shared it with international terrorist groups. However improvised they may look, the drones were assembled in accordance with all essential rules and requirements and laws of aerodynamics and the principles of how automatic control systems work.“ (Dies sei ein sicheres Zeichen dafür, daß ein Land mit dem entsprechenden Know-how diese mit internationalen terroristischen Gruppen geteilt habe. Wie improvisiert sie auch immer aussehen möchen, die Drohnen seien gemäß allen wesentlichen Regeln, Anforderungen und Gesetzen der Aerodynamik und den Wirkprinzipien hochautormatisierter Kontrollsysteme gebaut worden.) Während dessen demonstrierte Konaschenkow das Gesagte an den Objekten und ergänzte: „Russian specialists have examined the drones that have been shot down or intercepted to arrive at the conclusion the makeshift devices were assembled in accordance with clear instructions formulated by specialists. Also, they are used in accordance with operating instructions.“
Zu den Drohnen selbst führte er aus, sie hätten eine Flügelspannweite von 3,5m, eine Reichweite von mehr als 100km und könnten gut 3,5km in die Höhe steigen. Jede könne bis zu 10 Stück der selbstgefertigten Sprengsätze tragen. Sie alle hätten den Ḥumaimîm-Fliegerhorst zum Ziel gehabt und seien aus dem  terroristenkontrollierten Gebiet im NO Syriens, als dem Raum Idlib, abgeschossen worden. Dazu bemerkte der Generalmajor noch abschließend: „The very instance of providing drones assembly and operating instructions for the terrorists is a cri­me, because the drones pose a serious threat not so much to military targets as civilian facilities, and not only in Syrian territory.“ (Gerade die Bereitstellung von Drohnen-Konstruktions- und Betriebsanweisungen für die Terroristen sei ein Verbrechen, da die Drohnen eine ernsthafte Gefahr nicht so sehr für militärische Ziele darstellten, als für zivile Einrichtungen – nicht nur auf syrischem Territorium!)
Als die Journalisten fragten, welche anderen Waffentypen die Terroristen benutzten, lud Konaschenkow die Presseleute zum Besuch des Interna­tionalen Militärtechnischen Forums „Armija 2018“ ein, während dessen – wie schon  im letzten Jahr (vgl. Teil VI) – eine Sonderausstellung gerade diesem Thema gewidmet sei. Zu sehen sei eine große Palette der den Terroristen abgenommenen, von ihnen konfiszierten bzw. in Depots aufgefundenen Waffen.
(http://tass.com/defense/1017507, https://www.sana.sy/?p=799604)

Übergabe der Multifunktionsmobilklinik und zweier Ambulanzen durch China an das SARC, Photo: SANA

Unter den neuesten Unterstützungsleistungen seitens Chinas befinden sich zwei Ambulanzen und eine mobile Multifunktionsklinik, die erste ihrer Art im SARC-Verbund, die 26 medizinische Einzelkliniken umschließt. Sie kann auch bei gynäkologischen und internistischen Notfällen zum Einsatz kommen, besitzt ein Labor und einen Röntgenraum. Der Vizepräsident und Generalsekretär der Chinesischen Rotkreuz-Gesellschaft, Sun Shuopeng, begrüßte die Kooperation beider Länder auch bzgl. der Tätigkeit des Roten Kreuzes und erklärte, mit diesem Gefährt seien alle Orte in Syrien, die (primäre) Hilfe benötigten, erreichbar.
Der politische Berater der chinesischen Botschaft in Damaskus, Ma Shui Liang, bekundete, die letzten Entwicklungen betätigten, daß der eingeschlagene Weg zur Lösung der Krise in Syrien richtig gewesen sei. Auch wiederholte er den Appell seiner Regierung zur Respektierung von Syriens Souveränität und territorialen Integrität wie die Unterstützung seines Landes für die SAA bei der Bekämpfung des Terrorismus mit der Ergänzung, letzterer sei „an international scourge that must be uprooted.” Immerhin befinde sich Syrien schon auf dem Weg der Erholung und des  Wideraufbaus.  Dr. Muḥammad al-Ğarâḥ, der Leiter der medizinischen Abteilung des SARC, dem Plan nach, werde die neue Multifunktionsklinik bei spezifischen Fällen, in besonderen Notfallsituationen und bei medizinischen Diensten in schwer zugänglichen Gebieten eingesetzte werden. (https://sana.sy/en/?p=144921, https://www.sana.sy/?p=799334)

Am 17.8.2018 konnte auch eine Hilfslieferung, bereitgestellt von UNICEF, UNFPA, der WHO und dem UNHCR durch das SARC (Syrian Arab Red Crescent) in Buṣrâ aš-Šâm und Zaizûn in der Provinz Darʽâ zur Verteilung kommen. (https://sana.sy/en/?p=144972, https://www.sana.sy/?p=799589) – So erfreulich dieser Umstand ist, kommt diese Hilfe jedoch bei weitem nicht an jene heran, welche z.B. aus dem befreundeten Ausland, Rußland, China, dem Iran, auch aus der tschechischen Republik  etc. bereits in den Jahren der größten Bedürftigkeit geleistet worden ist und noch immer bereitgestellt wird (vgl. die vorhergehenden Teile zum Syrien-Thread!);  über private Initiativen aus dem deutschsprachigen Raum wurde dort ebenfalls berichtet.

SAA-Operation gegen IS-Überreste im unwegsamen Gelände der Bâdiyya von as-Suwaidâ´, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 16.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=144912 und https://www.sana.sy/?p=799209 sowie https://www.sana.sy/?p=799555 (Beseitigung terroristischer, teils fortifizierter Stellungen von Ğabhatu_n-Nuṣra im westlichen und südlichen Umfeld der Stadt al-Laṭâmina im Nord-Rîf von Ḥamâ sowie in der Stadt al-Ḫawîn im Süd-Rîf von Idlib mitsamt allen Extremisten darin einschließlich von Muhannad Riḍwân aṣ-Ṣâliḥ und ʽAbdul-Laṭîf Ḫâlid al-Qadûr. Andererseits effektive präzise Artillerieangriffe gegen Ğab­hatu_n-Nuṣra-Ansammlungen im Umkreis von Sarâqib mit Zerstörung etlicher mit Maschinengewehren aufgerüsteter Kampfwagen. Einer weiteren Terroristentruppe wurde durch die Bodentruppen in Sukaik schwere Verluste beigebracht.
Beim Vorgehen gegen IS-Überreste in der Bâdiyya von as-Suwaidâ´ Eliminierung eines auf den Tulûl aṣ-Ṣafâ angetroffenen IS-Trupps  samt deren militärischer Ausrüstung inklusive Kampfwagen mit schwerem aufmontiertem Maschi­nengewehr. Die von früheren Kampfplätzen geflohenen IS-Kämpfer sind nun auch in Qabr aš-Šaiḫ Ḥus­sain und Umm Marzaḫ von der SAA eingeschlossen.)

Allein der durch Terroranschläge an elekrischen Leitungen in der Provinz al-Qunaiṭra verursachte Schaden beläuft sich laut Veröffentlichung vom 16.8.2018 auf drei Milliarden SYP. (https://www.sana.sy/?p=799414)

SAA-Artillerie-Stellung, Photo: southfront.org

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 15.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=144854 und https://www.sana.sy/?p=798891 (Nach präzisen Artilleriesalven auf die Verteidigungslinien und Ansammlungen von Ğabhatu_n-NuṣraTerroristen im Gebiet der Städte Sarğa und Umm Rağîm im SO-Rîf von Idlib wurden etliche von ihnen zusammen mit ihren Waffen und sonstigen militärischen Ausrüstung eliminiert. Parallel dazu führten die Bodentruppen erfolgreiche, für die Affiliierten von Ğabhatu_n-Nuṣra verlustreiche Gefechte in den Städten at-Taḥ und at-Tamâniʽa aus mit Zerstörung einer feindlichen Operationsbasis und Tötung sämtlicher Terroristen darin; darunter befand sich auch deren Kommandeur, Ḫâlid al-Wazîr mit dem Kampfnamen Abû ʽUbâ­da.)

Während des Pressebriefings am Mi., 15.8.2018, verwies Außenamtssprecherin Sacharowa in Moskau bzgl. der Evakuierung der berüchtigten Weißhelme [White Helmets (zur Einordnung s. Teil V und Teil VI] auf die Beteiligung der UN, welche demnach als eine Unterstützungsaktion für die Desinformationskampagne dieser Gruppe zu sehen sei, im Versuch, sie faktenwidrig als „humanitäre Organisation“ darzustellen, obwohl sie – als Terroristengruppe [die auch nur in terroristenkontrollierten Gebieten agierte!] – nur Mittel zum Zweck der Hybridpropaganda im Krieg gegen Syrien gewesen sei, indem sie später der SAA untergeschobene Giftgasattacken arrangierten, als Vorwand für militärische westliche Angriffe auf Syrien. Daher urteilte sie: „We noted the participation of the United Nations Office (UNO) in the evacuation of the White Helmets; the UNO confirmed their involvement in these events. The UNHCR thereby supports the disinformation campaign [in Syria]. This is at the very least a big mistake.”
Hinsichtlich der Rückführung der syrischen Flüchtlinge in ihre Heimat kritisierte auch sie – wie zuvor schon das libanesische Außenministerium (s.u.) und Rußlands Außenminister Lawrow (s. Teil VI, 14.8.2018, und hier)– die Haltung des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge, Filippo Grandi. Daß dieser an die Rückkehr auch noch gewisse Bedingungen knüpfen wollte, weise doch ernsthafte Fragen auf. Daraufhin rief sie den Hochkommissar dazu auf, die Rückkehraktion zu unterstützen, ohne den Vorgang zu politisieren. Die Situation in Syrien bewege sich dank der counterterroristischen Erfolge der SAA in Richtung Stabilität im Land. (https://www.sana.sy/?p=798988, https://sana.sy/en/?p=144874)

(Flüchtlings)Rückkehrer aus dem Libanon, Photo: SANA

Das libanesische Außenministerium bestätigte in einer offiziellen Erklärung vom 15.8.2018, die Lage in Syrien sei stabil und die Bedingungen für die sichere Rückkehr der syrischen Vertriebenen in würdigen Umständen sei somit gegeben. Damit widersprach das Ministerium ausdrücklich der Darstellung von Filippo Grandi, dem UN-Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR), der eine Rückkehr unter den gegenwärtigen Umständen im Nachbarland des Libanon abgelehnt hatte (vgl.u.). Dessen Einschätzung sei wahrheitswidrig, sie entspreche nicht den tatsächlichen Verhältnissen, hieß es weiter. Das Ministerium sei jedoch weiter daran interessiert, in der Frage der Rückführung der syrischen Flüchtlinge mit den UN zusammenzuarbeiten auf dem Weg zu einer endgültigen und nachhaltigen Lösung. (https://www.sana.sy/?p=798698)

Zufahrt zur Hafen- und Provinzhauptstadt al-Lâḏaqiyya, Photo: SANA

In der Hafen- und Provinzhauptstadt al-Lâḏaqiyya beginnt das Projekt, die Straßenbeleuchtung solarbetrieben zu gestalten. (https://www.sana.sy/?p=798735) – Zu weiteren Umweltprojekten der Regierung wie der Gemeinden und Freiwilligenverbände s. frühere Teile (Teil VI und davor)!

Ein neuer Konvoi mit humanitären Hilfsmitteln ging am 15.8.2018 in die frühere Terroristenhochburg und seit der Befreiung durch die SAA wiederbesiedelten Ort al-Ḥa­mîdiyya in der Südprovinz al-Qunaiṭra ab. (https://sana.sy/en/?p=144848) – Seit Befreiung von der Terroristenkontrolle seitens der SAA (Syrisch-Arabischen Armee) können Hilfskonvois der Regierung wie von internationalen Hilfsorganisationen wieder zu den bedürftigen bzw. wieder zurückgekehrten Bewohnern gelangen. Diese werden fortgesetzt bis alle notwendigen Einrichtungen für ein normales Leben vor Ort wiederhergestellt sind. Näheres dazu in Teil VI. Seit die Befreiungsaktion so rasant fortschreitet, können nicht alle Hilfsaktionen mehr einzeln behandelt werden. Auskunft über sie gibt die staatliche Nachrichtenagentur www.sana.sy/en/

DGAM-Mitarbeiter in Nara, Japan, Seminar zur Restaurierung historischer Holzbauten, Photo: SANA

Mitarbeiter des DGAM (Directorate General of Antiquities and Muse­ums), das eine Kooperation mit dem United Nations Development Program (UNDP) und der japanischen archäologischen Ishihara-Insti­tution unterhält, nehmen derzeit an einem Seminar in Nara in Japan teil. Sie haben dabei die Gelegenheit an historischen japanischen Holzbauten sowie in der Praxis die Rekonstruktion und Restaurationsarbeit kennenzulernen, um sie auch beim Wiederaufbau in der syrischen Heimat umzusetzen. (https://sana.sy/en/?p=144860 vom 15.8.2018)

Künstlerreliefs im terroristengegrabenen Ğaubar-Tunnelnetz. Mit der Befreiung durch die SAA erhielt die Bevölkerung wieder geregelten Zugang u.a. zu Lebensmitteln, was exemplarisch auf dem Bild dargestellt ist, Photo: SANA

Zu dem in Teil VI (am 11.8.2018) bereits vorgestellten Künstlerprojekt, in den von den Terroristen für unbemerkte Angriffe und Waffen- wie Munitionstransport etc. angelegten Tunneln, an den Wänden Reliefs anzubringen, ist nun neben der Photostrecke auch ein Video erschienen. Es zeigt am Beispiel der Stadt Ğaubar in Ost-al-Ġûṭa, wie die Bevölkerung in die jahrelange grausame Terroristenherrschaft und an die lang erhoffte Befreiung durch die SAA wirklich erlebte. (www.sana.sy/en/?p=144820, https://www.sana.sy/?p=798586)

Tag der Presse am 15.8.2018, Festakt und Empfang in Damaskus, Photo: SANA

Am 15.8.2018 feiert die syrische Presse ihr Jubiläum. Zu diesem Anlaß wurde deren Tätigkeit in einem Festakt in Damaskus gewürdigt. Insbesondere während der letzten Kriegsjahre hätten die Journalisten ähnlich wie die Soldaten an den Frontlinien ihr Leben riskiert und auch immer wieder im Dienst der Berichterstattung und aus Liebe und Loyalität zur Heimat verloren, darunter ʽAlî ʽAbbâs, ʽAlî Aḥmad, Muḥammad Salmân Nâṣir, Yârâ ʽAbbâs, Šukrî Abû al-Burġul, Muḥam­mad as-Saʽîd. Einige wurden zudem Opfer terroristischer Anschläge. Wie Soldaten dienten auch sie dem Vaterland bei der Begegnung ausländischer feindseliger Propaganda mit großem Professionalismus und Engagement für Faktentreue; während die einen mit den Waffen gekämpft hätten, hätten dies die Journalisten mit ihren Worten getan, doch beide Gruppen hätten in Verteidigung der Heimat bzw. der Wahrheit im selben Schützengraben gekämpft. Dabei hätten die Korrespondenten unermüdlich über die tatsächlichen Vorgänge in Syrien berichtet, die von den westlichen Massenmedien in Unterstützung der Terroristen übergangen und statt dessen durch gezielte Falschdarstellungen ersetzt worden seien. Diese hätten sie der Lüge überführt. Sie stünden für die Freiheit des Wortes der Bürger des Landes.
Inzwischen sei Syrien dem Sieg über den Terrorismus nahe und werde sich aus der Asche des Krieges erheben und den Wiederaufbau einleiten, hieß es in Reden des Präsidenten des Journalistenverbands, Mûsâ ʽAbd an-Nûr, weiterer Mitglieder und Leiter der Verbandszweigstellen in den Provinzhauptstädten bei ähnliche Veranstaltungen. Als geladene Gäste nahmen an der Veranstaltung auch der Informationsminister ʽImâd Sâra und dessen Stellvertreter, das führende Mitglied der Baʽṯ-Partei, Dr. Mahdî Daḫlullâh, Direktoren von Medieninstitutionen, Gewerkschaftsvertreter sowie verschiedene Parlamentsabgeordnete teil. (https://sana.sy/en/?p=144857, https://www.sana.sy/?p=798876, https://www.sana.sy/?p=798970)

Verteidigungsminister Generalmayor ʽAlî ʽAbdullâh Ayûb konferiert am 14.8.2018 mit einer Delegation hochrangiger UN-Kommandeure, Photo: SANA

Generalmajor ʽAlî ʽAbdullâh Ayûb, Vize-Generalbefehlshaber der Streitkräfte (nach dem Staatspräsidenten!) und Verteidi­gungsminister Syriens, traf am Di., 14.8.2018, in Damaskus mit einer Delegation hochrangiger UN-Kommandeure zusammen. mit Ihnen besprach er die Neu-Stationierung der sog. Blauhelm- oder UNDOF-Truppe auf dem Golan (Ğaulân) nach Befreiung dieses Gebietes von den Terroristen (s. Teil VI). Es erschienen u.a. der Kommandeur der seit dem Truppenentflechtungsabkommen von 1974 erstellten UNDOF-Truppe, Generalmajor Francis Vib-Sanziri, und Generalmajorin Kristin Lund als Stabschefin der UNTSO (United Nations Truce Supervision Organization, bestehend seit 1948); letztere ist zuständig für das Waffenstillstandsabkommen [mit Israel] und die Einhaltung der zugehörigen (Waffenstillstands)Linie vom 4.6.1967. Bei den Gesprächen ging es um die gemeinsam zu treffenden Maßnahmen der Neuinstallierung der Blauhelme im angegebenen Gebiet in [Wieder-[Umsetzung des Abkommens von 1974.
Zudem kamen beide Seiten überein, den Grenzübergang auf dem Golan bei der kürzlich befreiten früheren Provinzhauptstadt al-Qunaiṭra (s. Teil VI) wieder zu eröffnen. Damit könnten endlich wieder die Bewohner die auf dem völkerrechtswidrig israelisch besetzt gehaltenen Teil der syrischen Golanhöhen – wie vor 2011 – Schulen oder Arbeitsplätze im Mutterland erreichen. Das Internationale Rotkreuzkomitee würde die Überwachung dessen beaufsichtigen.(https://www.sana.sy/?p=798508, https://sana.sy/en/?p=144811) – Zu den von der syrischen Regierung und den UNDOF-Truppen (vor deren Vertreibung durch die Terroristen) den UN vorgelegten Berichten bezüglich der langjährigen und vielfältigen Unterstützung der zuvor in Süd-Syrien aktiven Terroristen durch israelisches Militär s. Teil VI!

SAA in der Bâdiyya (Geröllwüste) von as-Suwaidâ´, Photo: SANA

Über die counterterroristischen SAA-Operationen vom 14.8.2018 informieren: https://sana.sy/en/?p=144781 und https://www.sana.sy/?p=798323 (Zusammen mit den unterstützenden Streikräften weiteres Vorrücken in die Tiefe der Geröllwüste (Bâdiyya) der Provinz as-Suwaidâ´ mit Eliminierung von IS-Resten samt deren fortifizierten Stützpunkten, Waffen und mit schweren Maschinengewehren aufgerüsteten Pickup-SUVs mit Befreiung des Orts Umm Mardaḫ im NW der Tulûl aṣ-Ṣafâ (Anhöhen!), in denen sich noch einige IS-Terroristen verschanzt halten bzw. wohin sie sich von den verlorenen Gefechten zurückgezogen haben. Diese sind inzwischen von der SAA vollständig umzingelt. Eine andere SAA-Einheit vereitelte einen IS-Durchbruchsversuch im Südteil des Gebiets beim Dorf ar-Raḥba.)

Reden und Ansprachen von sowie Interviews mit Präsident Dr. al-Assad (in zeitlich absteigender Reihenfolge)

Präsident Dr. al-Assad im Interview mit TF1 und EUROPE 1
vom 16.2.2017 (http://sana.sy/en/?p=100367)

Photo: SANA

Photo: SANA

Journalist: Präsident Bašâr-Assad, danke dafür, daß Sie diesem Zusammentreffen mit TF1 und Europe 1 hier in Damaskus  zugestimmt haben. wir werden über die Zukunft Syriens sprechen, über den Krieg gegen den Terror, über die kürzlichen Erfolge, und die Unterstützung, auf die Sie zählen können, wie auch über die heftigen Anschuldigungen, denen Sie sich derzeit gegenübersehen.
Journalist: Guten Morgen, Herr Präsident, bonjour monsieur le président.
Präsident Dr. al-Assad: Guten Morgen.
Frage 1: Eine einfache Frage zu Anfang: kann man nach dem Fall von Aleppo vor zwei Monaten sagen, Sie hätten den Krieg gewonnen?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, wir denken nicht, daß wir über den Sieg im Krieg sprechen können ohne daß wir die Terroristen überall in Syrien besiegt haben. Es ist nur ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg zur Niederwerfung und Eliminierung des Terrorismus aus unserem Land, doch denke ich, daß es sich um einen langen Weg handeln wird aus einem ganz einfachen Grund: weil sie immer noch Unterstützung von vielen westlichen Ländern einschließlich Frankreichs, einschließlich Großbritanniens, einschließlich der Türkei und Saudi-Arabiens und Qaṭars in unserer Region erhalten.
Frage 2: Sie sprechen von einem langen Weg; können sie von einem militärischen Blickwinkel aus die Ziele zusammenfassen, die Sie noch erreichen müssen?
Präsident Dr. al-Assad: Definitiv, wenn ich von Eliminierung der Terroristen aus unserem Land spreche, bedeutet das, jeden Inch unseres Landes [unter Regierungskontrolle] zu nehmen, es unter die Regierungskontrolle zurückzubringen – das ist nämlich die Pflicht einer jeden Regierung: die Kontrolle über jeden Ort innezuhaben.
Frage 3: In welchem Teil Syriens insbesondere, in welcher Stadt?
Präsident Dr. al-Assad: Sie meinen als nächstes nach Aleppo?
Journalist: Ja.
Präsident Dr. al-Assad: Freilich müssen wir nun, und wir … wir führen unseren Feldzug im Umkreis von Aleppo fort, schon allein um Aleppo geschützter gegenüber irgendwelchen anderen Terroristenattacken aus dem westlichen und nördlichen Teil zu machen, der direkt von der Türkei mittels der türkischen Armee unterstützt wird.
Frage 4: Doch der nächste Schritt ist Idlib? Das sagen zumindest die Leute; die nächste große Schlacht werde Idlib sein.
Präsident Dr. al-Assad: Es könnte Idlib sein, es könnte ar-Raqqa sein, es könnte überall sein. nun, es hängt von der Situation auf täglicher Basis ab, da man seine Pläne auch ändert. Diesen Plan haben wir also nicht festgelegt bevor nicht [derjenige bzgl.] Aleppo als Stadt wie als ländlichem Gebiet beendet ist. Es ist also zu früh, darüber zu sprechen, was als Nächstes kommt. Das hängt von der Entwicklung der Gefechte in den verschiedenen Gebieten ab.
Frage 5: Aber die Situation ist doch jetzt wesentlich besser  als sie zuvor gewesen ist, militärisch geprochen.
Präsident Dr. al-Assad: Sicher, jeder von den Terroristen befreite Ort macht die Situation besser, doch sie ist noch nicht gut genug für uns.
Frage 6: Sir, für Frankreich ist die terroristische Hauptbedrohung fraglos der IS. Für Sie sind alle bewaffneten Gruppen, oder die meisten davon, Terroristen. Warum ist der IS keine spezifische Bedrohung für Sie?
Präsident Dr. al-Assad: Lassen Sie mich in zweierlei Hinsicht antworten: zum ersten, wenn wir sagen, die sind Terroristen, geschieht dies nicht unserthalben als Regierung; es geht dabei ums Gesetz und das Völkerrecht.  Wer auch immer ein Maschinengewehr in meinem oder Ihrem Land trägt und beginnt, Leute zu töten und fremdes Eigentum zu zerstören, ist ein Terrorist. Dies ist ein internationales Konzept, es ist also nicht unserethalben so. Was uns betrifft, ist der kein Terrorist mehr, der seine Waffen abgibt, gemäß dem Gesetz. Wenn Sie aber über den IS sprechen, wenn Sie sagen, daß die französische und die europäische Bevölkerung sich wegen des IS sorgt, denke ich, dies ist ein Mißverständnis der Situation; der IS ist ein Produkt, er ist nicht das Problem. Das Problem ist die Ideologie des IS, welche dieselbe ist wie von Ğabhatu_n-Nuṣra, dieselbe wie von vielen anderen Organisationen, gleichgesinnten Organisationen in Syrien, und möglicherweise in Libyen oder irgendeinem anderen Land. Demnach sollten Sie sich über solche Terroristen sorgen machen; die kümmern sich nicht darum, ob sie IS oder Ğabhatu_n-Nuṣra [-Anhänger] sind, sie setzen um, was deren Ideologie ihnen zu tun vorschreibt, hauptsächlich terroristische Aktionen.
Frage 7: Demnach gibt es keinen Unterschied zwischen dem IS und den anderen Gruppen?
Präsident Dr. al-Assad: Definitiv, in Syrien sind die Wurzeln dieselben; dieselben Leute, die im ISIS waren, waren zuvor in Ğabhatu_n-Nuṣra, nun wechseln sie von Organisation zu Organisation, da die Ideologie dieselbe ist: es ist die Wahhâbi-Ideologie, sie ist die Quelle dieses Terrorismus.
Frage 8: Die sind für Sie derselbe Feind, alle Terroristen sind gleich?
Präsident Dr. al-Assad: Ja, freilich, gemäß dem Gesetz, nicht meinetwegen. wie ich schon sagte, gemäß dem Gesetz und dem Völkerrecht hat niemand das Recht, Waffen zu führen mit Ausnahme der Armee und der Polizei in welchem Land auch immer. Ich denke, es verhält sich genauso in Frankreich, außer ich liege da falsch, dann sagen Sie mir das; doch das ist, was ich denke, überall auf der Welt.
Frage 9: Also ist ar-Raqqa, welches das IS-Herzstück ist, wo die terrorattacken in Frankreich vorbereitet wurden, keine vordringlihes Ziel für Sie?
Präsident Dr. al-Assad: Nochmals nein; die wurden nicht notwendigerweise in ar-Raqqa geplant; ar-Raqqa ist ein Symbol des IS.
Journalist: Es ist ein Symbol?
Präsident Dr. al-Assad: Sie haben den IS nahe bei Damaskus sitzen, überall, jetzt in Tadmur (Palmyra), im Ostteil Syriens; als nein, es geht nicht um ar-Raqqa; überall besteht Priorität abhängig von der Gefechtsentwicklung, aber für uns ist das alles Dasselbe: ar-Raqqa, Tadmur (Palmyra), Idlib, alles Dasselbe.Frage 10: Sir, Sie präsentieren sich als den Hauptschild gegen den Terrorismus. Es gib eine Menge Leute, besonders im Westen, die denken, daß der IS auf der einen und Ihre Regime auf der anderen Seite die beiden Seiten, die beiden Gesichter desselben Teufels sind, der versucht, jede Art demokratischen, freien Ausdrucks in diesem Land zu vernichten.  Was würden Sie denen antworten? Das ist eine echte Frage.
Präsident Dr. al-Assad: Zuallererst sind wir kein Regime. wir sind ein Staat, eine Institution. Zum Zweiten: das ist die Dämonisierung durch die westlichen Mainstream-Medien und politischen Schicht bezgl. Syriens, seiner Regierung und Armee, weil die jene „moderaten“  vom ersten Beginn an unterstützten; zu Beginn sagten sie dazu: „friedliche Demonstranten“, dann sagten sie: „sie sind nicht friedlich, aber sie sind Kämpfer – doch moderate“, doch sie ignorierten, daß die damit dieselben Wurzeln wie von al-Qâʽida und ISIS unterstützten. Das ist der Grund, warum sie sagen, wir versuchten jene als Terroristen hinzustellen und sie als Alternative zu benutzen; der Westen kann also nicht [zwischen IS etc. und anderen sog. moderaten] wählen. Vor allem hat der Westen nicht zwischen mit und ISIS zu wählen. Mein Volk hat zu wählen, weil es eine syrische Angelegenheit ist, um ganz offen mit Ihnen zu sein. Daher kümmern wir uns nicht darum, was westliche Amtsträger darüber denken; sie haben sich um ihre Völker zu sorgen und sie vor Terroristenattacken zu beschützen, die sich aufgrund ihrer [verfehlten] Politik ereignet haben.
Frage 11: Sir, klar sind wir extrem geschockt, besonders in Frankreich durch den Horror des Terrorismus, doch sind wir ebenso entsetzt über einen von Amnesty International vor ein paar Tagen letzte Woche herausgegebenen Report. Es geht um das Gefängnis Ṣaidnāyā (Saidnaya). es liegt gar nicht weit von hier, von Damaskus. 13.000 exekutierte Gefangene, massives Hängen, Folter. Amnesty spricht  – ich habe den Report gelesen – von einem Platz, wo der syrische Staat leise seine eigenen Leute schlachtet, der syrische Staat, Ihre Regierung. Herr Präsident, ist alles erlaubt, um den Krieg zu gewinnen? Können Sie alles tun, was Sie wollen?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, [nur] alles Legale. Man kann nicht alles …
Journalist: Aber nach dem Amnesty Report scheint es illegal zu sein.
Präsident Dr. al-Assad: Nein. Es besteht ein Unterschied zwischen mir und Ihnen,  wenn wir über die Fakten in dies … in Syrien sprechen bzw. über die Behauptungen [darüber]. Wenn Sie über Behauptungen sprechen, können wir die Zeit mit Gesprächen über Behauptungen verbringen, niemals endende Behauptungen. Jeder kann sagen, was immer er will und wir können es diskutieren, doch in jenem Fall, sprechen wir [dann eben] nicht über Fakten. Wollen Sie aber über Amnesty reden, weil Amnesty rund um die Welt bekannt ist, so ist es beschämend für solche eine Organisation, so einen Report auf [bloßen] Behauptungen auszubauen. Wenn Sie einem Gerichtshof in Ihrem Land irgendwelche Behauptungen vortragen, dann haben Sie ein Gericht, ein Justizsystem; könnten die eine Entscheidung aufgrund von Behauptungen treffen oder müßten nach Beweisen suchen? diese Report ist auf Behauptungen aufgebaut ohne einen dokumentarischen Fetzen, ohne einen einzigen Beweis. sie sagten auch nicht 13.00; sie sagten: zwischen 5.000 und 13.000, was zweieinhalb Mal soviel ist, das bedeutet, es ist nichts Präzises. Da werden keine Namen erwähnt, von keinem der Opfer; nur 36 [Leute als solche] von jenen Tausenden  – [allein] das sind schon viele Mängel. sie sagten z.B. der Großmuftî bestätige die Exekutionen. Die religiösen Personen in Syrien haben nichts mit irgendeinem juristischen Verfahren zu tun. Exekution in Syrien ist legal als Teil des Rechtssystems seit der Unabhängigkeit; also kann die Regierung jemand legal exekutieren lassen; warum dann illegal handeln?
Journalist: Sie können uns sagen, es gebe keine Folter im Gefängnis von Ṣaidnāyā wie Amnesty sagte?
Präsident Dr. al-Assad: Die Frage ist: Folter zu welchem Zweck? Ich meine, wenn Sie sagen wollen, wir folterten, doch wofür? Was erreiche ich damit? Warum? Nur aus Sadismus? Wir sind also Sadisten? Zu welchem Zweck? Ich vermute, um Informationen zu  erhalten?  Wir haben alle Informationen, wir brauchen das nicht., das ist nicht unsere politische Vorgehensweise, [schon] aus einem ganz einfachen Grund:  wenn wir solche Greuel begingen, würde das [bloß] den Terroristen in die Hände spielen, damit die gewännen. Es geht darum, die Herzen der syrischen Bevölkerung zu gewinnen. Wenn wir solche Greueltaten an irgendeinem Abschnitt dieses Konflikts begangen hätten, hätten wir nach sechs Jahren nicht die Unterstützung [der Bevölkerung]. Es ist ein ganz simples Factum. Doch nochmals – zurückkommend auf die Reporte – Berichte sollten auf Fakten aufbauen. Doch es gibt kein einziges Factum in jenem Report; dabei haben sie den Beweis zu führen und sie können es nicht.
Frage 12: Aber Amnesty schlägt vor, internationale Beobachter zu den Haft-Zentren in Syrien zu schicken, um einen Beweis zu finden oder zu beweisen, daß Sie Recht haben und kein Verbrechen begangen worden ist. Wie lautet Ihre Antwort auf diesen Vorschlag?
Präsident Dr. al-Assad: Ich denke, es bedarf einer Untersuchung über Amnesty selbst, wen die sich einen Report basierend auf [bloßen] Behauptungen zu eigen machen.  dies ist eine Schande, eine Schande für solche eine Organisation, die noch niemals unparteiisch gewesen ist, sie ist immer voreingenommen gewesen.
Journalist: Zeugenaussagen früherer Wächter und Gefangener?
Präsident Dr. al-Assad: Es geht um die Souveränität. Wenn man es jeden Tag  mit anschuldigenden Behauptungen und Reporten zu tun hat, kann man die ganze Zeit mit dem Empfangen von Delegationen verwenden. würden Sie es jetzt akzeptieren, wenn Sie Ihre Regierung fragen, daß eine syrische Delegation es untersucht, warum Ihre Armee unter Sarkozy und unter Hollande Libyen angegriffen und hunderttausende getötet hat? Können wir mit Untersuchungen über das Geld beginnen, das Sarkozy vom libyschen Anführer bekommen hat. Das ist eine Angelegenheit der Souveränität. Nein, wir erlauben Amnesty keinen Aufenthalt – aus irgendeinem Grund. [Dabei] spreche ich nicht über jenen Report, aber Sie – als Mainstream-Medien – haben Untersuchungen anzustellen: jener Report basiert worauf? Nur Behauptungen? Sie nehmen ihn nicht ernst.
Journalist: Ihre Antwort ist also „Nein“ zu Besuch internationaler Beobachter.
Präsident Dr. al-Assad: Definitiv, nein, nein. wir kümmern uns nicht über solche einen kindischen, auf nichts als Behauptungen basierenden Report. Sie sagten [sogar], sie interviewten einige Zeugen, die der Opposition, den Überläufern entstammten, sie sind also tendenziös.
Frage 13: Doch Sie geben zu, es gibt – in Syrien vorgehend – einige Exekutionen, zahlreiche Exekutionen, offizielle, legale Exekutionen.
Präsident Dr. al-Assad: Seit der Unabhängigkeit gib es sie, seit der Unabhängigkeit. Exekution ist Teil des syrischen Rechtssystems, im Fall von Mord gibt es die Exekution.  Es geht dabie nicht um die Krise, nicht um den Report und nicht um jenes Gefängnis. Es gibt legale Mittel dafür, den gerichtlichen Weg.
Frage 14: Sir, lassen Sie uns über die Beziehung zwischen Frankreich und Syrien sprechen. In wenigen Wochen ab heute wird ein neuer Präsident in Frankreich gewählt und unter den Debatten im Inland taucht [auch] das Thema bzgl. des Dialogs mit Ihrer Regierung auf. hoffen Sie auf eine Wiederbelebung der diplomatischen Beziehungen zu Frankreich?
Präsident Dr. al-Assad: Es geht nicht um die diplomatischen Beziehungen. Vor allem geht es um die Politik in Frankreich. Da wir keine diplomatische Beziehung haben, ist das kein so großes Problem zu dieser Zeit. Möglicherweise langfristig sollte man gute Beziehungen zu jedem Land haben einschließlich diplomatischer Beziehungen.
Journalist: Lassen Sie uns also über die Politik in Frankreich reden.
Präsident Dr. al-Assad: Exakt. Die Politik in Frankreich, die von Tag eins an startete, um die Terroristen in Syrien zu unterstützen, direkt verantwortlich  für das Töten in unserem Land.    
Journalist: Wie können Sie das sagen .. das ist eine schwerwiegende Anschuldigung gegen Frankreich. Wie können Sie sagen, daß Frankreich den Terrorismus unterstützt?
Präsident Dr. al-Assad: Sie sagten das, ich habe sie nicht beschuldigt. Sie sagten, viele Male, sie unterstützten den Krieg. Und hollande sagte kürzlich, es sei ein Fehler gewesen, den Krieg nicht 2013anzustoßen. Sie sagten, sie hätten Waffen an die geschickt, die sie „moderate“ Gruppen nennen, welche Terroristen sind. Sie sagten das, nicht ich. Die [US-]Amerikaner sagten Dasselbe, die Franzosen,  Ihre Amtsträger also – gehen Sie zurück zu deren Stellungnahmen der letzten zwei, vier Jahre möglicherweise – dann haben sie merh als eine Selbstanklage durch die französischen Amtsträger.
Frage 15: Francois Hollande wird seine jetzige  Machtposition in Frankreich bald verlassen. Sie befinden sich noch in Ihrer.  Haben sie demnach Ihren Kampf, Ihr Armdrücken mit Francois Hollande gewonnen?
Präsident Dr. al-Assad: Es geht nicht um mich und ihn, es ist nichts Persönliches; ich habe ihn nie getroffen, er interessiert mich nicht, um offen zu sein, und seine Popularität ist kürzlich bei 11% gelegen, was meines Erachtens einen Tiefpunkt für jeden Präsidenten in der Geschichte Frankreichs darstellt. Tatsächlich geht es um mich und die Terroristen und um mich und wen auch immer, der die Terroristen unterstützt. Bis zu diesem Zeit konnten die Terroristen den Krieg nicht gewinnen, doch sie haben Syrien zerstört, hunderttausende Syrer getötet, also kann ich nicht sagen, ich hätte den Krieg gewonnen.  Mit ihrem Plan haben sie [d.h. die Terroristen] keinen Erfolg gehabt, doch bis zu diesem Moment haben wir den unseren Krieg nicht beendet.  Demnach kann ich nicht sagen, ich hätte den Krieg gewonnen.
Frage 16: Haben Sie irgendwelche Kontakte … verfolgen Sie vor allem die französische politische Kampagne, die Präsidentschaftskampagne, die jetzt vor sich geht?
Präsident Dr. al-Assad: Wir verfolgen sie im allgemeinen, nicht im Detail, da wir aus einem Grund, einem simplen Grund nicht auf westliche Wahlen setzen: wir nehmen die westlichen Amtsträger während der [Wahl-]Kampagne nicht beim Wort, da sie etwas für die Wähler nicht für das Land vortragen, für die Wähler insofern, daß sie sie wählen. So ist die Realität, ich bin offen mit Ihnen.
Frage 16: Sir, sehen Sie, zwischen dem rechten und dem linken Flügel in Frankreich hinsichtlich der Beziehung zu Syrien überhaupt einen Unterschied?
Präsident Dr. al-Assad: Ja, das kann man spüren; doch am Ende [zählt], wer wird Präsident und wie wird dessen Politik sein. Ausgehend von Bekanntem begegnet man vor der Wahl Wahlrethorik oder was [sonst]? Das ist die Frage. Demnach darf man darauf nichts geben. Freilich zieht man jemanden vor, der nicht die Position eines Kriegstreibers einnimmt; man zieht ihn vor, doch man weiß nicht …
Journalist: Als Beispiel, von wem denken Sie, er sei der Beste, der keinen Krieg will?
Präsident Dr. al-Assad: Ja, wir sehen derzeit keinen großen Unterschied, doch nochmals, ich würde nicht auf deren Rhetorik setzen. Bezüglich der Rhetorik gibt es keinen großen Unterschied.
Frage 18: Und, haben Sie Kontakte zu Kandidaten? Zu keinem?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, wir haben keinerlei Kontakte mit wem auch immer von ihnen.
Journalist: Und mit dem Geheimdienst?
Präsident Dr. al-Assad: In manchen Fällen hatten wir indirekte Kontakte.
Journalist:  Mit dem französischen Geheimdienst?
Präsident Dr. al-Assad: Ja.
Journalist: Sie persönlich, Sie haben Kontakt mit dem französischen Geheimdienst?
Präsident Dr. al-Assad: Tatsächlich war bei einer der Delegationen, es war eine parlamentarische, einer vom Geheimdienst Teil der Delegation. Er ist demnach involviert.  Freilich sagte die französische Regierung: „das ist eine parlamentarische Delegationen, wir sind nicht involviert, wir sind nicht damit einverstanden“, was jedoch nicht wahr ist. Tatsächlich haben wir so manche Kanäle.
Frage 19:  Ein Land hat schon seinen Präsidenten gewechselt, das sind die USA. Eine der umstrittenen Entscheidungen von Donald Trump ist der Bann gegen Muslime. Sie war darauf ausgerichtet, Bürgern muslimischer Länder, einschließlich Syriens, zu verbieten, in die USA zu reisen. Empfinden Sie als syrischer Bürger, als Syriens Präsident dies gewissermaßen als Demütigung?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, nein, denn es geht nicht gegen die syrische Bevölkerung, das als Erstes. Es geht gegen Terroristen, welche manche der Immigranten im Westen infiltrieren könnten – und das ist [schon]  passiert, passiert in Europa, hauptsächlich in Deutschland, und es könnte in den USA passieren. Daher denke ich, das Ziel von Trump ist, zu verhindern, daß jene Leute an der Einreise gehindert werden; daher schlug er diesen Weg ein. Zum Zweiten …
Journalist: Demnach ist er auf dem richtigen Weg, wenn er …
Präsident Dr. al-Assad: Nein, nein, wir sprechen über etwas, dem man als Person zu oder nicht zustimmen kann, doch m ich als Präsident stört das nicht.  Ich sorge mich darum ,wie ich die syrischen Bürger [wieder] nach Syrien bringen und nicht, wie ich sie in den USA schicken kann. Ich wäre nicht glücklich dabei, wenn sie in andere Länder einreisen könnten.  Ich bin glücklich, wenn sie nach Syrien zurückkommen können, weil sie nach Syrien zurückkommen wollen; die meisten Syrer verließen das Land wegen des Terrorismus´ und des Embargos, des westlichen Embargos. Wenn ich also über jene Entscheidung verhandeln wollte, würde ich Trump und die westlichen Staaten bitten, das Embargo aufzuheben und die Terroristenunterstützung zu beenden. Damit hätten sie kein Problem. sie hätten [dann] keine Immigranten oder Terroristen, die die Immigranten infiltrieren. Zum Zweiten, und das ist ein weiterer wichtiger Punkt, all das Trara, von dem wir über Trumps Entscheidung hörten, gab es nicht wegen der Syrer oder wegen irgendeines anderen Landes, sondern darum, unseren Fall, unser Problem, unseren Konflikt als Brennstoff im Konflikt mit Trump zu benutzen; denn es gibt ja andere Entscheidungen, getroffen von Obama wenige Monate zuvor bezüglich derselben Sachlage, doch die Mainstream-Medien in den USA thematisierten es nicht; sie machten nur Trump zu Thema, als er es [d.i. seine Entscheidung] öffentlich machte  und auf schonungslose Weise durchzog.
Frage 20:  Sie fühlen sich also besser mit Donald Trump als mit Mr. Barack Obama?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, ich kann mich nicht wohl fühlen, bevor ich nicht seine Politik gegenüber Syrien erlebt habe. Davon habe ich noch nichts gesehen. Also nochmals: wir müssen vorsichtig mit jeder westlichen Führungsperson sein, da sei das eine sagen und das Gegenteil tun können, dann sagen sie wieder etwas … tun etwas am Morgen und das Gegenteil davon am Abend.  Sie verpflichten sich zu nichts; sie sind sehr pragmatisch bis hin zum Verkauf Ihrer Werte; in ihren  politischen Handlungsweisen haben sie keine Werte.
Frage 21:  Doch da gibt es zumindest ein Ding, das sich bislang nicht geändert hat, es ist eine Art Loslösung der USA von der Region, das ist ganz  offensichtlich. eine zweite Verhandlungsrunde beginnt nun in Astana in Kasachstan und das ist sehr beeindruckend. Die westlichen Länder sind ganz aus dem Spiel, aus dem Rahmen. Ist das tatsächlich gut für die künftigen Verhandlungen und den künftigen Frieden in der Region?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, je mehr Unterstützung man für einen politischen Prozeß hat, desto besser, doch die westlichen Länder, die in jenen Prozeß involviert sind, hauptsächlich Frankreich und Großbritannien, haben Ihre Chance vertan, etwas in Genf zu erreichen, [und zwar] zweimal: es gab zwei [Gesprächs]Runden in Genf und sie erreichten nichts, weil sie jene Gruppen unterstützten, welche die Terroristen gegen die Regierung repräsentierten. Sie wollten keine Frieden in Syrien erreichen. Sie wollten Ihre [eigenen] Ziele durch die Friedensachse im ganzen Prozesses erreichen.
Frage 22:  Doch das Factum, daß das Schicksal des Nahen Ostens  im Augenblick von zwei Staaten, dem Iran und Rußland überwacht wird,  die nebenbei gesagt selbst keine phantastische demokratische Bilanz aufweisen, ist das eine gute Sache?
Präsident Dr. al-Assad: Nochmals, je mehr Beteiligung es rund um die Welt gibt, desto besser; das ist nicht nur unsere Vision, das ist gerade die russische Version; die Russen luden viele Länder zur Bekämpfung des Terrorismus und zur Unterstützung des politischen Prozesses ein, doch die westlichen Länder isolierten sich selbst, nicht [jedoch] der Iran und nicht Rußland. Sie waren sehr passiv im Umgang mit all diesen Initiativen wie etwa Astana; wo sind sie [d.i. die westlichen Länder] ?  Trugen ihnen die Russen auf, nicht zu kommen? Nein, taten sie nicht. Sie kamen [einfach] nicht.
Journalist:  Demnach sind der Iran und Rußland Förderer des Friedens und die westlichen Länder die des Krieges? 
Präsident Dr. al-Assad: Exakt, zu 100%, 100 %.
Frage 23:  Lassen Sie uns mit Rußland fortfahren. Würden Sie sagen, Wladimir Putin ist letztlich der tatsächliche Entscheider in der Region und gerade auch in Ihrem Land, in Syrien?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, nein, ist er nicht. Wir entscheiden bezüglich Syrien. Bezüglich anderer Länder: ich  kann nicht für die anderen sprechen. Sie  [d.h. die Russen] respektieren unsere Souveränität, bei jedem Schritt, den sie tun, ob in strategischer oder taktischer Hinsicht, es war in Kooperation mit Syrien. sie taten keinen einzigen Schritt ohne uns. Sie bauen ihre Politik auf Werte und ihre Interessen auf, insbesondere hinsichtlich der Terrorismusbekämpfung. Von daher: nein, es ist unsere Entscheidung.
Frage 24:  Würden Sie jedoch sagen, ohne Rußland wäre Ihre Regierung vor langer Zeit zusammengebrochent?
Präsident Dr. al-Assad: Das ist eine hypothetische Frage; niemand kann  Ihnen etwas über den Krieg sagen, da er sich im Fluß befindet. Jedoch, was deutlich für einen jeden ist, ohne die russische Unterstützung, wäre es schlimm gewesen. Wie schlimm? Das kann ich Ihnen nicht sagen, niemand kann das. Ob zusammengebrochen oder standgehalten, kann ich nicht sagen; doch die russische Unterstützung war definitiv sehr wesentlich für das Schrumpfen von ISIS und Ğabhatu_n-Nuṣradenn sie breiteten sich aus, nachdem die US-geführte Koalition ihre Angriffe gestartet hatte – eine kosmetische Kampagne in Syrien – sie expandierten also bis die Russen intervenierten, da begannen sie zu schrumpfen. Das ist die Realität. Das ist ein Factum.
Frage 25:  Macht es Ihnen etwas aus, daß vor wenigen Jahren die meisten Beobachter und Analysten sagten, Sie würden nicht viel länger an der Macht bleiben – und nun, besonders nach Aleppo, sind sich eine größere Anzahl an Personen einig darin, die Möglichkeit bestehe, daß Sie an der Macht bleiben; Demnach ist die Frage, die Frage nach Ihrem Verbleib an der Macht auch eine Frage bei den Astana-Verhandlungen. Wenn in unserem Land ein Politiker eine schlechte Bilanz hat, bleibt er für gewöhnlich nicht [mehr] sehr lange im Amt. Würden Sie nach 17 Jahren an der Macht, sechs Kriegsjahren, 300.000 und mehr Toten in diesem Land, einem zerstörten, geteilten Land, von einer ethischen, nicht einer gesetzlichen, einer ethischen Perspektive aus sagen, daß diese Bilanz Ihnen einen Verbleib an der Macht erlaubt, wie auch immer das Ergebnis der Verhandlungen [in Astana] sein mag?
Präsident Dr. al-Assad: Sie wissen um jene Terroristen, welche die Attacken vor kurzem in Frankreich im letzten Jahr, begingen, wovon die Polizei einige tötete, Sie wissen darum. Was sagen Sie jenem Polizisten? Sagen Sie ihm, er sei ein Killer oder ein Retter? Er tötete. Dasselbe gilt vom Arzt, der ein Bein abnimmt, weil sich eine Gangrän darin gebildet hat. Würden sie ihm sagen, er habe ein Greuel begangen oder er habe das Leben des Patienten gerettet? Es geht also um den Grund, warum jemand eine Tat begeht, das als Erstes. In unserem Fall bekämpfen wir die Terroristen, um die Bevölkerung zu schützen. Das ist nicht meine Auffassung; es ist eine gesetzlich und konstitutionelle Pflicht. Täte ich das nicht, dann wäre ich der Killer, da ich es den Terroristen erlauben würde, Syrer in Syrien zu ermorden. Franzosen zu beschützen, ist die Pflicht Ihrer Armee, andernfalls würden sie sagen: „nein, wir tun nichts, sonst schimpfen sie uns Mörder“.
Frage 26:  Demnach würden Sie eventuell sagen, sie hättten alles für Ihr Land getan, was sie konnten und sollten?
Präsident Dr. al-Assad: Was ich konnte? Definitiv. Was ish sollte? Die Syrer entscheiden, würden entscheiden, was ich getan haben sollte, da wir verschiedene Auffassungen davon haben. Doch bezüglich dessen, wer entscheidet, ob dies eine schlechte Bilanz ist, wenn Sie über den ethischen Aspekt Ihrer Frage reden, dann ist es ausschließlich Sache der syrischen Bevölkerung, nicht die der europäischen Amtsträger, zu entscheiden, ob es sich um eine schlechte oder gute Bilanz handelt. Die [d.h. die europäischen Amtsträger] sagten „Assad muß gehen“, jetzt sagen sie nicht [mehr], „Assad muß gehen“. Ich kümmere mich weder um das eine noch um das andere.  Seit ganz von Beginn an habe ich mich darum nie gekümmert. Mich kümmert der Krieg gegen den Terrorismus, die Bekämpfung von deren Plänen, unser Land zu zerstören. Das ist meine Sorge von Beginn an. Darum ist das für mich [immer] Dasselbe, unabhängig davon, was die dazu sagen. Die Bilanz ist in jeder Hinsicht eine syrische [Angelegenheit], keine europäische.
Frage 27:  Wann aber kann die syrische Bevölkerung entscheiden, ob sie Ihre Politik billigt oder nicht? Wir haben in Frankreich derzeit Wahlen, wann ist die nächste in Syrien?  Präsident Dr. al-Assad: Sie haben zweierlei Möglichkeiten, die gegenwärtigen und die künftigen bei Kriegsende. Zu jener Zeit können Sie beliebige Möglichkeiten in Betracht ziehen: per Abstimmung, per Wahlen, was auch immer. In der Zwischenzeit haben die Leute eine Möglichkeit, Unterstützung oder keine Unterstützung. Wenn der Präsident nach sechs Jahren des Krieges eine schlechte Bilanz nach Meinung der  syrischen Bevölkerung aufzuweisen hätte, warum würden sie ihn dann unterstützen? Eine simple Frage: warum sollten sie ihn unterstützen? Warum unterstützen sie nicht die Terroristen? Und wenn sie hinsichtlich jener Frage bezüglich der 300.000 oder 400.000 tausend Getöteten, den Präsidenten des Tötens beschuldigten, wäre das, als stellten Sie den Terroristen ein Zertifikat über deren Verhalten aus, da Sie ja die Leute töteten und jene die Leute beschützten.  al-Qâʽida und Ğabhatu_n-Nuṣra und ISIS beschützen die Leute – das wäre demnach die Kernaussage jener [Ihrer] Frage. Doch nein, tatsächlich kämpfen wir für die syrische Bevölkerung.  Deshalb unterstützt die syrische Bevölkerung ihre Regierung und ihre Armee wir ihren Präsidenten.
Journalist: Danke Herr Präsident, daß Sie Europe 1 und TF1 empfangen haben.
Präsident Dr. al-Assad: Vielen Dank für Ihr Kommen.
 

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Präsident Dr. al-Assad im Interview mit Yahoo News
http://sana.sy/en/?p=99897 vom 10.2.2017
[aufgenommen am Vortag für Ausstrahlung um 13.00 Uhr]

Photo: SANA

Photo: SANA

Frage 1: Danke, Herr Präsident, daß Sie uns die Möglichkeit bieten. Das ist Ihr erstes Interview mit amerikanischen Medien seit Präsident Trump sein Amt übernommen hat. Hatten Sie irgendeine Kommunikation direkter oder indirekter Art mit Präsident Trump oder jemandem aus seiner Administration?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, noch nicht.
Frage 2: Dies ist eine Möglichkeit für Sie, Präsident Trump eine Nachricht zukommen zu lassen, wenn Sie eine haben. Was würden Sie ihm sagen wollen?
Präsident Dr. al-Assad: Die Nachricht würde ich ihm nicht über die Medien zukommen lassen; ich würde sie über einen anderen Kanal, möglicherweise über diplomatische Kanäle übermitteln. Denn jede Mitteilung ist, was uns betrifft, eine öffentliche, wir haben keine doppelten. Wir haben einen (one) Standpunkt, eine Position demgegenüber, was in Syrien passiert, und das betrifft die Terrorismusbekämpfung.
Frage 3: Gestern, glaube ich, sagten Sie, daß das, was sie von der neuen Administration gehört hätten, sei vielversprechend. Erklären Sie, was Sie damit meinten!
Präsident Dr. al-Assad: Präsident Trumps Position seit seines Wahlkampagnenstarts bis zu diesem Moment ist, daß die Terrorismusbekämpfung Priorität habe. Darüber stehen wir mit ihm im Einklang, das ist unsere Position in Syrien, die Priorität besteht in der Terrorismusbekämpfung – das ist es, was ich mit vielversprechend meinte.
Frage 4: Sie deuteten an, Sie dächten, da gebe es einen Weg zur Kooperation zwischen den USA und Syrien, doch Sie erklärten nicht, was das sein könne. Welche Art Kooperation können Sie sich vorstellen?
Präsident Dr. al-Assad: Gegen Terroristen und gegen den Terrorismus. Das ist selbstverständlich für uns. Dies besteht neben einer Kooperation wie sie zwischen irgendwelchen zwei Nationen besteht, doch in der Zwischenzeit, unter den gegebenen Umständen, liegt die Kooperation zwischen den verschiedenen Nationen in der Terrorismusbekämpfung, einschließlich Rußlands, des Irans und Syriens selbstverständlich.
Frage 5: Der Präsident beauftragte seinen Verteidigungsminister mit der Entwicklung eines Plans zur Bekämpfung des IS bzw. Daesh. Unter den Vorschlägen die nach Meldungen in Betracht gezogen werden, sind mehr Spezialeinheiten, sogar militärische aktive wie Apache-Helikopter in Syrien und Bewaffnung kurdischer Kämpfer, die im Norden gegen Daesh kämpfen. Wenn solche Aktionen ISIS besiegten, würden Sie das begrüßen?
Präsident Dr. al-Assad: Konnte das amerikanische Vermögen (prowess) den Terrorismus in Afghanistan besiegen oder an irgend einem anderen Platz? Nein, konnte es nicht. … Es ist nicht genug, über Apaches oder F-16 oder F-35 zu verfügen, wie auch immer Sie es bezeichnen wollen, um Terroristen zu besiegen. Da braucht es eine umfassendere Herangehensweise an diese komplizierte Angelegenheit. Wenn Sie – als USA – also aufrichtig damit beginnen wollen, muß es mittels der syrischen Regierung geschehen. Wir sind hier, wir sind die Syrer, uns als Syrern gehört dieses Land, niemand könnte es verstehen wie wir. Demnach können Sie Terroristen nicht ohne Kooperation mit der Bevölkerung und der Regierung eines jeglichen Landes besiegen.
Frage 6: Sie haben aber russische Truppen in Ihrem Land willkommen geheißen. Würden Sie amerikanische in Ihrem Land willkommen heißen?
Präsident Dr. al-Assad: Wir luden die Russen ein und die Russen waren aufrichtig in dieser Angelegenheit. Wenn die Amerikaner aufrichtig sind, sind sie freilich willkommen wie jedes andere Land, das die Terroristen besiegen und bekämpfen will. Das können wir sicher und ohne Zögern sagen.
Frage 7: Also wollen Sie, daß amerikanische Truppen nach Syrien kommen, um den IS bekämpfen zu helfen?
Präsident Dr. al-Assad: Truppen sind nur ein Teil der Kooperation. Lassen sie uns nochmals zum Umstand des Umfassenden zurückkommen: Sie könne nicht über Truppenentsendung sprechen, wenn sie nicht ehrlich sind, wenn sie keine klare politische Position gegenüber nicht dem Terrorismus haben, [sondern auch] .gegenüber der Souveränität Syriens und seiner Einheit. All diese Faktoren würden Vertrauen dahingehend begründen, daß Sie Ihre Truppen senden können. Das ist es, wie es mit den Russen gelaufen ist: sie sandten nicht nur ihre Truppen. Vor allem steht da deren klare politische Position hinsichtlich jener Faktoren. Das ist [der Grund], warum die Russen kommen konnten und Erfolg hatten bei der Bekämpfung der Terroristen in Syrien.
Frage 8: Sehen Sie eine Kooperation zwischen den USA und Rußland in der Bekämpfung des IS in Syrien?
Präsident Dr. al-Assad: Das ist essentiell. Jede Kooperation in irgendeinem Konflikt auf der Welt benötigt – lassen Sie es uns so formulieren – Annäherung zwischen den Russen und den Amerikanern. Das ist ganz essentiell, nicht nur für Syrien.
Frage 9: Nun, Sie sprechen die ganze Zeit mit den Russen, ja?
Präsident Dr. al-Assad: Natürlich.
Frage 10: Ah ja? Wann war das letzte Mal, daß Sie mit Präsident Putin sprachen?
Präsident Dr. al-Assad: Vor ein paar Wochen.
Frage 11: Worüber sprachen Sie?
Präsident Dr. al-Assad: Über das Problem in Syrien, über das Vorrücken der syrischen Armee in Syrien.
Frage 12: Mhm.  Gehen Sie daran, eine Art von Arrangement zwichen den USA und Rußland in diesem Kampf zu vermitteln?
Präsident Dr. al-Assad: Es besteht ein direkter Kontakt zwischen ihnen. Präsident Putin führte ein Telefongeapräch mit Präsident Trumpvor einer Woche oder so. Dabei sprachen sie über verschiedene Angelegenheiten einschließlich Syriens. Sie brauchen mich also nicht in der Rolle, um das zu tun. Und wir haben keinerlei Kontakt zu Amerikanern, um den Russen helfen zu können, Kontakt herzustellen oder ihre Beziehungen zu verbessern. In der Position sind wir nicht.
Frage 13: Kürzlich sagte Präsident Trump, er wolle absolut „Sicherheitszonen“ in Syrien errichten, um die Flüchtlinge zu schützen und möglicherweise vielen erlauben zurückzukehren. Wenn solch eine Aktion Ihren helfen würde, Ihre gefährdeten Bürger zu schützen, würden Sie sie dann unterstützen? 
Präsident Dr. al-Assad: Tatsächlich würde ich das nicht. Das würde ich nicht. Sicherheitszonen für Syrer wären nur dann realisierbar, wenn Stabilität und Sicherheit herrschte, wo es keine Terroristen gibt, wo es keinen Zufluß und keine Unterstützung  für jene Terroristen durch benachbarte Länder oder westliche Statten gibt. Das wäre die Plattform, auf der man eine natürliche Sicherheitszone haben könnte, welche unser Land darstellt. sie brauchen überhaupt keine Sicherheitszonen. Es ist ein viel gangbarerer, praktikablerer und kostengünstigerer Weg, [im ganzen Land] Stabilität zu schaffen als Sicherheitszonen. Das ist keineswegs eine realistische Idee.
Frage 14Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Ihre Landes sind Vertriebene. Wie können Sie sagen, daß Sicherheitszonen zu ihrem Schutz vor Bombardierung nicht hilfsreich seien?
Präsident Dr. al-Assad: Die erste Frage, die Sie stellen müssen ist: warum wurden sie Vertriebene sind. Wenn Sie jene Frage nicht beantworten können, können sie auch den Rest nicht beantworten. Sie wurden aus zwei Gründen zu Vertriebenen: Vor allem wegen der terroristischen Aktionen und der Unterstützung von auswärts. Und zum Zweiten ist das Embargo gegen Syrien [der Grund]. Viele Menschen verließen Syrien nicht wegen der Sicherheitslage. Wie Sie sehen, ist Damaskus heute sicher, es herrscht fast, freilich nicht ganz normales Leben. Doch sie fanden keine Lebensmöglichkeit in Syrien; demnach mußten sie ins Ausland gehen, um ihr Auskommen zu finden.  Demnach: wenn Sie (you) das Embargo aufheben und die Terroristenunterstützung einstellen – dabei spreche ich nicht über die USA: ich spreche über alle, die Terroristen unterstützen einschließlich der USA während der Obama-Administration –  wenn also Sie alle diese Aktionen beenden, werden die meisten jener Leute zurück in ihre Heimat kommen.
Frage 15Es gibt so um die 4,8 Millionen syrischer Flüchtlinge seit Beginn der Krise. Nur des Vergleiches halber, das sind mehr als viermal soviel als die Gesamtzahl der palästinensischen Flüchtlinge seit den Vorfällen 1967 und 1948.  Akzeptieren Sie das als humanitär Katastrophe?
Präsident Dr. al-Assad: Es ist eine humanitäre Katastrophe, verursacht durch die westliche Unterstützung für jene Terroristen und – selbstverständlich  durch die regionale Unterstützung seitens der Türkei, Qaṭars und Saudi-Arabiens. Es hätte sich ansonsten niemals so abgespielt.
Frage 16: Und tragen Sie irgendeine Verantwortung für all dieses Desaster?
Präsident Dr. al-Assad: Als Präsident?
Journalist: Ja.
Präsident Dr. al-Assad: Bezüglich der politischen Entscheidungen, die ich seit Beginn der Krise getroffen habe,  als da gewesen sind: Unterstützung des Dialogs unter den Syrern, Bekämpfung der Terroristen und Unterstützung der Rekonziliation – die hatten Erfolg. Von daher: nein, bezüglich dieser politischen Entscheidungen denke ich, haben wir korrekt gehandelt und diese Prinzipien verfolgen wir für die Zukunft Syriens bzgl. dieser Krise weiter.
Frage 17: Wie Sie wissen hat Präsident Trump eine sehr umstrittene Durchführungsverordnung  zur Zurückweisung von Flüchtlingen, Immigranten, besonders aus muslimischen Ländern, jedoch spezifisch alle syrischen Flüchtlinge, unterzeichnet,  indem er behauptete, deren einreise sei abträglich für die Interessen der USA unter der Prämisse, einige darunter seien Terroristen.  
Präsident Dr. al-Assad: Ja.   
Journalist: Stimmen Sie darin mit Präsident Trump überein? 
Präsident Dr. al-Assad: Diese Frage beinhaltet zwei Aspekte:  der erste bezieht sich auf Amerika, dies ist eine amerikanische Angelegenheit mit Bezug auf die Souveränität der amerikanischen Nation. Jedes Land hat das Recht, Regelungen zur Einreise zu treffen. damit kann man einverstanden sein oder nicht, doch wenn Sie mich als Präsident fragen, dann besteht meine Verantwortlichkeit als Amtsträger des syrischen Staates  nicht darin, irgendeinen [anderen] Präsidenten um Erlaubnis zu fragen, ob Syrer dorthin gehen dürfen oder er in jenem Land Flüchtlinge dulde. Meine Verantwortlichkeit besteht darin, Stabilität wiederherzustellen, um jene nach Syrien zurückzubringen und Zuflucht in ihrem Land zu finden. Also diskutierte ich nicht, ob das richtig oder falsch ist; es ist eine amerikanische Angelegenheit.
Frage 18: Doch die Frage war, stehen manchedieser Flüxhtlinge – Ihrer Ansicht nach – mit Terroristen in Verbindnung?
Präsident Dr. al-Assad: Oh, definitiv.
Journalist: Definitiv?
Präsident Dr. al-Assad: Definitiv.
Frage 19: Also, wieviele Terroisten sind unter den 4,8 Millionen syrischen Flüchtlingen, denken Sie?
Frage 20: Denken Sie, es ist eine signifikante Anzahl?
Präsident Dr. al-Assad: Es geht nicht um die Signifikanz, da man keine signifikante Anzahl braucht, um Grausamkeiten zu begehen. Der Anschlag vom 11. September  ereignete sich, obwohl nur 15 Terroristen unter den möglicherweise Millionen an Immigranten der USA beteiligt waren; es geht also nicht um die Anzahl; es geht um die Qualität und um die Absichten [der Leute].
Frage 21: Also, wenn das, was Sie sagen, richtig ist, täte Präsident Trump recht damit, sie aus den USA rauszuhalten?
Präsident Dr. al-Assad: Ich bin kein Amerikaner, um darüber zu urteilen; nur amerikanische Bürger würden entscheiden, das entspricht oder geht gegen die Interessen der USA. Von außerhalb können wir über deren [d.i. die Verordnung] Wert diskutieren, über deren Übereinstimmung mit der humanitären Situation in der Welt oder nicht. Von der Seite können wir sie diskutieren. aber nochmals: ich kann nur als Präsident sprechen: für mich ist es Priorität, jene  Bürger in ihr Land [zurück]zubringen, nicht ihnen bei der Immigration [in die USA] zu helfen. Das ist die selbstverständliche Pflicht gemäß der Verfasssung und dem Gesetz.
Frage 22: Würden Sie alle syrischen Flüchtlinge in Ihrem Land wieder willkommen heißen?
Präsident Dr. al-Assad: Definitiv, selbstverständlich.
Journalist: Definitiv? Selbst die Terroristen?
Präsident Dr. al-Assad: Die muß ich als Präsident nicht willkommen heißen; mir gehört das Land nicht; es ist nicht mein Haus, es ist nicht meine Firma, nicht meine Farm. dies ist das Land eines jeden Syrers.
Frage 23:  Doch wenn Sie glauben, daß einige davon Terroristen sind, was würden Sie dann tun, wenn die zurück nach Syrien kommen?
Präsident Dr. al-Assad: Es spielt keine Rolle, was ich glaube. es spielt eine Rolle, was das Gesetz bestimmt über jede Person, die sich irgendeine Aktion gegen das Land hat zu Schulden kommen lassen unter Beachtung der Tatsache, daß wir in Syrien als Teil der Rekonziliierung tausenden von Leuten eine Amnestie gewährt haben, die Aktionen oder Taten gegen ihr Land verübt haben.
Frage 24:  Was denken Sie, wie die zurückkehren? Wie sieht Ihre Vision oder Plan dafür aus, Syriens Flüchtlinge zurück nach Syrien zu bringen?
Präsident Dr. al-Assad: Es sind schon eine Menge von ihnen, keine riesige Anzahl, aber viele von ihnen nach Syrien zurückgekehrt – viele von ihnen trotz der Sicherheitsbelange und des Embargos. Demnach würde die Mehrheit der Syrer zurück in ihr Land kommen wollen. Das ist selbstverständlich für jeden Bürger. Sie werden zurückkommen, wenn Sicherheit herrscht und es kein Embargo mehr gibt.
Frage 25: Gerade erst letzten Monat hat Ihr Militär die Rebellen aus Ost-Aleppo vertrieben. Sehen Sie dies als Wendepunkt im syrischen Bürgerkrieg an und glauben Sie, sie hätten den Krieg nun gewonnen?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, es ist kein Wendepunkt. Der Wendepunkt war, als wie den Entschluß faßten, den Terrorismus zu bekämpfen statt all die auswärtige Propaganda gegen uns, besonders aus dem Westen, und gegen jegliche Art von Druckausübung. Das war der Wendepunkt. Aleppo ist ein bedeutsamer Schritt gegen die Terroristen, im Kampf gegen den Terrorismus, doch kann ich nicht sagen, es sei ein Wendepunkt, da wir immer noch denselben Weg, dieselben Richtung verfolgen. wir haben unsere Richtung nicht geändert. Mag sein, daß es ein Wendepunkt für die Terroristen [gewesen] ist. Das könnten die besser beantworten. Mag sein, daß es einer für deren Herren (masters) im Westen und der Region [gewesen] ist, möglicherweise, doch müßten die beantworten, ich kann nicht für die antworten.
Frage 26: Vorhin fragte ich Sie nach möglicher Kooperation zwischen den USA und Syrien; das Problem, das viele damit hätten sind die fortlaufenden Vorwürfe über Verstöße gegen Menschrechte durch Ihre Regierung. Gerade erst heute haben wir einen neuen Bericht von Amnesty International über das Gefängnis Ṣaidnāyā (Saidnaya) erhalten, „human slaughterhouse[menschliches Schlachthaus] nannten sie es, 5.000 – 13.000 Gefangene seien dort beim Massenhängen erhängt worden wie entsetzlich [Haft-]bedingungen, Verhandlungen mit Gefangenen, denen die Augen verbunden gewesen sind, bei einer Länge von einer bis drei Minuten ohne Rechtsbeistände, im Geheimen, alle im Geheimen. Das würde, allem Anschein nach, jedem Aspekt des Völkerrechts widersprechen. Was wissen Sie über die Vorgänge in jenem Gefängnis?
Präsident Dr. al-Assad: Lassen Sie uns zunächst den ersten Teil Ihrer Frage abhandeln, über das Problem, wie – von US-Seite – Beziehungen mit Syrien unter Berücksichtigung der Menschenrechte aufzunehmen seien.  Da will ich Sie fragen, wie können Sie diese enge, sehr enge, innige Beziehung zu Saudi-Arabien unterhalten? Halten Sie Köpfen für ein Menschenrechtskriterium?
Journalist: Doch ich interviewe nicht den König von Saudi-Arabien, ich interviewe Sie.   
Präsident Dr. al-Assad: Ja, das weiß ich. Ja, selbstverständlich.
Journalist:  Ich frage sie aufgrund von Berichten über Menschenrechtsverstöße in Ihrem Gefängnis, in Ihrem Land.
Präsident Dr. al-Assad: Sie stellen die Fragen, die Antworten sind meine Sache; also: das ist meine Antwort. Wenn Sie demnach die Frage über Ihre Verbindung zu Saudi-Arabien beantworten, können  Sie sich genau in jene Position versetzen. Zweitens: die USA befinden sich nicht in der Position, über Menschenrechte zu sprechen. Vom Vietnamkrieg bis zu diesem Moment haben sie Millionen von Bürgern getötet, falls Sie nicht über die 1,5 millionen im Irak sprechen möchten, und das ohne irgendeine Order des [UN-]Sicherheitsrats. Demnach sind die USA nicht in der Position, zu sagen: „ich nehme keine Beziehungen wegen der Menschrecht[slag]e auf“ und sie müssen ein und denselben (one) Standard benutzen. Das zuerst einmal.
Nun zum zweiten Punkt. Jetzt kann ich auf den anderen Teil zu sprechen kommen, den Report, einen wie viele andere, veröffentlicht von Amnesty International, welche die Glaubwürdigkeit von Amnesty International in Frage stellen; wir schauen nie darauf wie auf einen unparteiischen [Bericht]. Er ist immer parteiisch und politisiert und es ist eine Schande für solch eine Organisation, einen Report ohne einen Fitzelchen von Beweis zu veröffentlichen. Sie sagen, er basiere auf Interviews, auf Interviews!
Journalist: Ja.
Präsident Dr. al-Assad: Was ist mit den Dokumenten? Was ist mit konkreten Belegen? Kein einziger konkreter …
Journalist: Interviews mit vier früheren Gefängnis –Beamten und-wärtern, drei früheren syrischen Richtern, drei Ärzten …<
Präsident Dr. al-Assad: Das bedeutet nichts.
Journalist: Das bedeutet nichts?
Präsident Dr. al-Assad: Es sind (is) Interview[s] … nein, nein, wenn Sie einen Bericht anfertigen wollen, brauchen sie konkrete Beweise. Sie können irgendeinen Report anfertigen, können  Geld an irgendwen bezahlen wie Qaṭar es letztes Jahr machte. Sie bezahlten Geld für so einen Report und die brachten ihre eigenen Zeugen gleich mit, und sie fertigten den Report.
Frage 27: Ich möchte Ihnen bloß etwas aus dem Report vorlesen … „Der Prozeß des Hängens ist autorisiert durch Beamte von den höchsten  ebenen der Regierung. Todestrafen werden vom Großmuftî von Syrien ausgesprochen und entweder vom Verteidigungsminister oder dem Stabschef der Armee, welche dazu beauftrag sind, im Namen von Präsident Bashar al-Assad zu agieren“.
Präsident Dr. al-Assad: Zuallererst: was ist der Beweis? Das als Erstes. Zum Zweiten …
Journalist: Ist es wahr oder nicht?
Präsident Dr. al-Assad: Nein; nein, es ist nicht wahr, definitiv nicht wahr.
Journalist: Woher wissen Sie das? Wissen Sie, was in jenem Gefängnis vorgeht? Sind Sie dort gewesen?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, ich bin nicht dort gewesen, ich bin im Präsidentenpalast gewesen, nicht im Gefängnis.
Journalist: Sie haben hier damit einen sehr verstörenden Report über Vorgänge in einem Ihrer Gefängnisse, werden Sie eine Untersuchung veranlassen?
Präsident Dr. al-Assad: Also weiß Amnesty International mehr über Syrien als ich, gemäß Ihrer Aussage. Nein, das [im Report Geschriebene] ist nicht wahr. Nein, sie [die Verfasser] sind nicht in Syrien gewesen, sie gründen ihre Reporte ausschließlich auf Behauptungen; sie könne irgendwen vorbringen, das spielt keine Rolle egal, welchen Titel der trägt. Sie können dieser Tage alles fälschen, wir leben in einer Ära der fake news, wie Sie wissen; jeder weiß das. Daher dürfen wir uns nicht darauf verlassen.
Zweitens: Sie müssen übe die Realität sprechen; die sagen also in ihrem Report, wir veranstalteten Massenexekutionen, korrekt?
Journalist: Ja. Massenhängen.      
Präsident Dr. al-Assad: Zuallererst: Exekution[en] sind (is) Teil der syrischen Rechtsprechung. Wenn die syrische Regierung oder Institution eine durchführen will, kann sie das legal tun, da es schon seit Jahrzehnten so geschieht.
Journalist: Geheime Verfahren ohne Rechtsbeistände?                                                                
Präsident Dr. al-Assad: Wozu brauchten sie die, wenn sie es doch auf die legale Weise machen könnten? Sie brauchen nichts im Geheimen zu tun.
Journalist: Ist das [Exekution] legal in Ihrem Land?                                                                    
Präsident Dr. al-Assad: Ja, ja, sicher, es ist legal, seit Jahrzehnten, seit der Unabhängigkeit. Die Exekution gemäß dem Gesetz, nach einer Verhandlung, ist eine legale Aktion, wie in irgendeinem anderen Gerichtshof in vielen Staaten dieser Region.                                     
Frage 28: Werden Sie internationalen Beobachtern erlauben, jenes Gefängnis zu besuchen, zu inspizieren und diesen Bericht zu untersuchen?
Präsident Dr. al-Assad: Es kommt auf die Glaubwürdigkeit jener Organisation an, nicht auf irgend jemand, da die daran gehen, diesen Besuch gerade dazu zu benutzen, die syrische Regierung mehr und mehr und mehr zu dämonisieren, wie es schon geschieht.
Frage 29:
Das ist nicht das erste Mal, daß sehr ernsthafte Menschenrechtsanschuldigungen erhoben worden sind. Erst letzte Woche, strengte in Spanien eine Syrerin einen Prozeß gegen neun höhere Geheimdienst- und Sicherheitsbeamte der Regierung wegen Menschenrechtsverstößen an. Ihr Bruder sei in einem Ihrer Gefängnisse verschwunden. sie fragten nach Dokumenten, die Rechtsanwälte, die dies [die Klage] eingereicht haben, die Ihre Regierung der Menschenrechtsverstöße anklagt, hat 3.000 Seiten an Beweis gesammelt und über 50.000 Photos, aufgenommen von einem Ihrer früheren Regierungsphotographen, die abgemagerte, gefolterte Körper in Ihren Gefängnissen zeigen. <
Präsident Dr. al-Assad:
Wer hat diese Bilder überprüft? Wer hat überprüft, das sie nicht bearbeitet, mit Photoshop etc. verändert worden sind?
Journalist:
Haben Sie die Photos gesehen?
Präsident Dr. al-Assad:
 
Nein, habe ich nicht.
Journalist:
Haben Sie die Photos gesehen?
Präsident Dr. al-Assad:
Nein, nein, ich habe einige Photos in vorausgegangenen Reports gesehen. Doch es geht nicht ums Photo. Wie können Sie das Photo verifizieren?
Journalist:
Sie sagten, daß …
Präsident Dr. al-Assad:
Haben Sie ein Photo?
Journalist:
Ich habe die Photos.
Präsident Dr. al-Assad:
Können Sie`s mir zeigen?
Journalist:
Ja, es wird mir eine Freude sein, hier.   
Präsident Dr. al-Assad:
Dieses Photo … haben Sie überprüft, wer die sind?
Journalist:
Ich … kann Ihnen sagen ...
Präsident Dr. al-Assad:
Da sie es doch [dabei] haben und es vor Ihrem Publikum erwähnen …
Journalist:
Es gibt eine Anzahl Photos …          
Präsident Dr. al-Assad: Sie müssen Ihr Publikum überzeugen; Sie können nicht ein Bild erwähnen, ohne es überprüft zu haben, wer jene [Abgebildeten] sind und wo [es aufgenommen worden ist] und alles andere darüber, es nur vor das Publikum zu halten und zu sagen: „die sind von syrischen Soldaten getötet worden“ reicht nicht.
Journalist:  Die Frau, die den Prozeß angestrengt hat, die Syrerin, die den Prozeß angestrengt hat, sie sah [erkannte] Ihren Bruder in jenen Photographien.
Präsident Dr. al-Assad: Am Ende sind dies nur Behauptungen. Wir haben aber im Endeffekt über konkrete Belege zu sprechen. [Nur] darauf könen sie Ihr Urteil begründen. Jeder kann sagen, was auch immer er mag.
Frage 30: Das US-Innenministerium übergab diese Photos dem amerikanischen FBI-Kriminallabor, dem Digitallabor. Sie examinierten diese Photos und sagten, die abgebildeten Körper und Szenen – es sind 242 dieser Bilder – die abgebildeten Körper und Szenen wiesen keine Bearbeitungen (artifacts) oder Ungereimtheiten auf, die darauf hinwiesen, sie seien manipuliert worden. Als Ergebnis dieser erwähnten Betrachtung erscheinen alle dieser 242 Bilder reale Körper und Vorgänge abzubilden.
Präsident Dr. al-Assad: Wer hat das gesagt?
Journalist: Das FBI. Haben Sie deren Bericht gesehen?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, wann war das?
Journalist: Das war 2015.
Präsident Dr. al-Assad: Die Frage ist, wann Ihre Institutionen aufrichtig hinsichtlich der Vorgänge in Syrien waren. Das ist die Frage. Niemals. Für uns, niemals, demnach müssen wir nicht dem vertrauen, was die sagen, falls das FBI etwas sagt, ist das kein Beweis für irgend jemand, ganz besonders [nicht] für uns. Das Wichtigste ist: wenn Sie diese Photos vor irgendeinen Gerichtshof in Ihrem Land bringen, können die dann aufgrund dessen einen Kriminellen verurteilen? Können Sie Ihnen erzählen, welches Verbrechen hier vorliegt, wer es begangen hat?  Wenn Sie nicht dieses ganze Bild beisammen haben, können Sie kein Urteil fällen; es ist nur Propaganda, nur fake news, sie wollen die syrischen Regierung dämonisieren. In jedem Krieg gibt es individuelle Verbrechen, es geschieht hier, überall auf der Welt, überall, doch es ist keine Richtlinie. 
Frage 31: Doch lassen Sie mich bloß … Wenn ich höre, was Sie sagen, das FBI transportiere … propagiere Propaganda, Amnesty International propagiere Propaganda, jedermann konsoiriert gegen die syrischen Regeiung. Warum?                                 
Präsident Dr. al-Assad: Fragen Sie die, wir sind nicht …
Journalist: Sie sind der, der die Anschuldigung vorbringt.
Präsident Dr. al-Assad: Nein, nein, ich bringe keine Anschuldigung vor, sie unterstützten Terroristen; und gehen Sie zurück zudem, was sie sagten … John Kerry gab vor ein paar Monaten mit eigener Stimme von sich: „Wir beobachten wie ISIS fortschreitet und wir erwarten, daß der syrische Präsident [dann] Konzessionen macht.“ (we were watching ISIS advancing, and we expected the Syrian president to make concessions). Was bedeutet das? Obama sagte in einer seiner Reden, daß der Krieg gegen den Irak ISIS schuf. Also: wer unterstützte ISIS? Wir schufen ihn nicht, Sie schufen ihn, die USA schufen all dieses Chaos. Wer unterstützte die Rebellen und betitelte sie mit „moderate Rebellen“, während sie ISIS und Ğabhatu_n-Nuṣra [Mitglieder] in Syrien wurden. Wir taten es nicht. Demnach ist das keine Verschwörung, es sind Fakten, das ist die Realität. wir haben [denen] kein Geld gegeben, wir unterstützten diese Terroristen nicht. Ihr Land unterstützte sie [und] Großbritannien, Frankreich, in aller Öffentlichkeit; und sie sagten, sie schickten Waffen, wir nicht. Es ist also nicht, was ich vorbringe (allegation), es ist, was Ihre Amtsträger vorgebracht haben einschließlich Joe Biden, der Vizepräsident von Obama. Er sagte über Saudi-Arabien und andere Länder, daß sie Extremisten unterstützen.
Journalist: Das ist Saudi-Arabien, aber die USA …
Präsident Dr. al-Assad: Also, das Vorgebrachte ist, was diese vorgebracht haben; es ist von Amerkanern Vorgebachtes, bevor es von syrischer Seite vorgebracht worden ist.
Frage 32: Die USA und ihre Koalitionspartner bombten ISIS im Irak und Syrien, sie unterstützen die irakischen Armee in ihrem Bemühen, Mossul von ISIS zu befreien. Wie können sie da sagen, die USA unterstützten ISIS?
Präsident Dr. al-Assad: Können sie mir erklären, wie sie ISIS im Irak vernichten konnten und sich ISIS gleichzeitig ausbreitete seit die US-Koalition ihre Angriffe in Syrien begann?
Journalist: Breitet er sich jetzt aus?   
Präsident Dr. al-Assad: Er hat sich ausgebreitet, nein, er …
Journalist: Breitet er sich jetzt aus?
Präsident Dr. al-Assad: Er begann nach der russischen Intervention zu schrumpfen, nicht nach der amerikanischen. wie konnten die unsere Ölfelder nutzen und es mit Trucks mit  tausenden an Barrels in die Türkei transportieren ohne von Euren Drohnen und Satelliten gesehen worden zu sein, während die russischen dazu in der Lage waren, sie angriffen und zerstörten, ja all ihre Einrichtungen vernichteten. Wie [war das möglich]? Dies [die Aktion der US-geführten Koalition] ist eine kosmetische Kampagne gegen ISIS.
Frage 33: Nur um unmißverständlich zu sein: ich habe Ihnen den FBI-Report gezeigt, die Photographien, den Amnesty International-Report.  Wollen Sie an Untersuchungen mitwirken zwecks Bestimmung, ob diese sehr schwerwiegenden Reporte tatsächlich wahr sind?          
Präsident Dr. al-Assad: Sie haben mir viele Dinge gezeigt, doch Sie haben mit keinen einzigen Beweis vorgelegt.
Journalist: Ich habe Ihnen einen FBI-Report gezeigt.
Präsident Dr. al-Assad: Nein, nein, das ist keinesfalls ein Beweisstück. Tatsächlich ist es das Gegenteil. Eine jegliche [US-]amerikanische Institution war, was uns betrifft, während der Syrienkrise gegen die Wahrheit [tätig], es war das Gegenteil der Wahrheit. So sehen wir das. Es ist keine syrische Institution, also sorgen wir uns nicht darum. Was mich betrifft kümmere ich mich um Berichte, die ich von der syrischen Bevölkerung erhalte; und wir haben Untersuchungen durchgeführt, da wir viele Anträge [zur Untersuchung] haben, nicht bzgl. Massenverbrechen, tatsächlich betreffen sie eher Handlungen Einzelner, und wir haben schon viele untersucht und viele Personen wurden bestraft, doch das geschieht in jedem Krieg.
Frage 34: Sind Sie …  Sind Sie über irgendwas davon [des vom Journalisten Vorgelegten] genügend beunruhigt, um zu versuchen, die Wahrheit selbst herauszufinden?
Präsident Dr. al-Assad: Ich denke, Sie sollten es den westlichen Amtsträgern zeigen und ihnen jene Frage stellen: ob sie beunruhigt darüber sind, zu sehen, was vor sich geht, seit sie begannen, die Terroristen in Syrien zu unterstützen. Dieses Töten und diese Zerstörung. Das ist die Frage. Natürlich bin ich bestürzt, ich bin Syrer.
Journalist: Sind Sie darüber bestürzt? Über diese Reporte?
Präsident Dr. al-Assad: Über die Vorgänge in Syrien. Nein, nein, nicht über den Report. Um den sorge ich mich nicht.
Journalist: Nicht darüber [den genannten Report]?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, nein, ich bin besorgt über die Vorgänge in Syrien. Es ist mein Land, es wird zerstört von Proxy-Terroristen [die als Stellvertreter kämpfen]; also [bin ich] selbstverständlich [darüber besorgt].
Frage 35: Sie haben eingestanden, daß Ihre Truppen in diesem Krieg Fehler bei deren Verfolgung (prosecution) der Rebellen gemacht haben, und daß jeder bestraft werden kann. also: über wie viele Fehler sprechen wir da?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, das habe ich nicht gesagt. Das habe ich nie gesagt. Ich ahbe gesagt, daß es immer bei jeder Aktion Fehler gibt; das ist ein menschlicher …
Journalist: Über wie viele Fehler sprechen wir? Wie viele unschldige Bürger sind durch Fehler Ihrer Armee getötet worden?                                             
Präsident Dr. al-Assad: Das weiß niemand., da tausende und abertausende jener vermißte Personen sind. niemand weiß irgendetwas über deren Schicksal, überhaupt niemand. Demnach kann man das nicht bis zum Ende des Kriegs erörtern.
Frage 36: War es ein Fehler, Krankenhäuser in Aleppo zu bombardieren?
Präsident Dr. al-Assad: Wir haben niemals Krankenhäuser in Aleppo zu bombardiert. Wozu ein Krankenhaus bombardieren? Können Sie Ihr Publikum davon überzeugen, wir hätten ein Interesse daran, Krankenhäuser zu bombardieren? Tatsächlich gegen das gegen unsere Interessen. Es geht gegen unser Interesse, ein Krankenhaus zu bombardieren, wenn es als Krankenhaus betrieben wird; der „Beweis“ dafür [, wir hätten das getan,] war eine Lüge, jedesmal, wenn sie über die Bombardierung von Krankenhäusern sprachen; jedesmal hieß es, es sei das letzte Krankenhaus im Ostteil von Aleppo; das nächst Mal sprachen sie über ein anderes Krankenhaus und sagten dasselbe: „sie zerbombten das letzte Krankenhaus“. Also sind das Lügen und Lügen und Lügen. wir können das ganze Interview damit verbringen, über Lügen zu reden und wir können über die Wahrheit und die Realität sprechen. Ich habe über die Realität zu sprechen.
Frage 37: Ist es ein Fehler. Faßbomben und Chloringas zu verwenden?
Präsident Dr. al-Assad: Sie müssen wählen, welcher Teil des Narrativs korrekt ist: Einstmals sagten sie, wir würden wahllos bomben und sie nannten es  Faßbomben. Anderntags sagten sie, wir zielten auf Krankenhäusern, Schulen und Konvois. Entweder haben wir eine präzise Waffentechnik oder wir haben eine wahllos [tötende]. Also: welche [Seite] wählen Sie?
Frage 38: Gut, Sie geben also zu, daß unschuldige Bürger … daß es in diesem Krieg Opfer unter den Bürgern gegeben hat?
Präsident Dr. al-Assad: Selbstverständlich, jeder Krieg ist ein schlechter Krieg, jeder Krieg ist ein schlechter Krieg. Man kann nicht über einen guten Krieg sprechen. Lassen Sie uns diesbezüglich übereinkommen. In jedem Krieg gibt es Opfer; in jedem Krieg zahlen unschuldige Menschen den Preis. Das ist das Schlechte am Krieg. Deshalb müssen wir diesen Krieg auch beenden; doch daß es Opfer gibt, bedeutet nicht, daß wir nicht unser Land gegen die Terroristen und gegen die Invasion von außerhalb durch jene Stellvertreter [-kämpfer] ausländischer Staaten wie der westlichen und regionalen Staaten verteidigen.  Das ist selbstverständlich.
Frage 39: Präsident Obama hielt 2013 eine Rede über US-Counterterrorismus-Anstrengungen einschließlich Drohnenangriffen und er sagte, während er solche Angriffe verteidigte, nichtsdestotrotz ist es für mich wie jene, die in meiner Kommandokette stehen, ein schlimmes Faktum, daß US-Angriffe zu zivilen Opfern geführt haben; solche Todesfälle werden uns ein Leben lang verfolgen. Werden Sie verfolgt von von den Todesfällen unschuldiger Bürger verursacht durch die Aktionen ihrer Regierungsarmee?
Präsident Dr. al-Assad: Das ist ein wichtiges Beispiel bzgl. der Bewaffnung: es spielt keine Rolle, welche bombe Sie benutzen, nennen Sie es Faßbombe oder irgendwie anders; darum geht es nicht. Es geht um die Art, wie sie sie nutzen und ihre Absichten. Das ist der Grund, warum die Beschaffenheit der Kunst-Drohnen mit ihren Marschflugköpern, die amerikanischen Drohnen, viel mehr Bürger töteten als Terroristen. Es geht also nicht um die Drohne, es geht nicht um die Bewaffnung, es geht um Ihre Absichten. In unserem Fall in Syrien müssen wir zivile Opfer vermeiden – nicht nur, weil es unsere Leute sind und weil es sich hierbei um einen ethischen Sachverhalt handelt – es würde tatsächlich  den Terroristen in die Hände spielen. Wenn wir absichtlich Zivilisten töteten, würde das bedeuten, den Terroristen zu helfen. Wir würden es also nicht tun; wieso Bürger verteidigen und sie gleichzeitig töten?  Das geht nicht auf; es ist ein Widerspruch. Wenn wir die Bürger töteten, wen verteidigten wir dann in Syrien? Gegen wen und für wen?
Frage 40: Erst gestern [vgl. vorhergehendes Interview!] wurden Sie gefragt, ob alle Mittel in diesem Krieg gerechtfertigt seien, und sie sagten, Ihre Antwort war „ja“, es ist eine Pflicht. Also können sie jedes Mittel einsetzen, um die syrische Bevölkerung zu verteidigen?
Präsident Dr. al-Assad: Exakt
Journalist: Jedes Mittel?
Präsident Dr. al-Assad: Jedes Mittel.
Journalist: Einschließlich Folter?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, das ist keine Verteidigung; Folter ist keine Verteidigung. Wieso Folter benutzen? Wo ist die Beziehung zwischen Folter und Verteidigung Deines Landes?
Journalist: Also wo ist die Linie zu ziehen?
Präsident Dr. al-Assad: Da gibt es Regeln, sehr klare Regeln wie für jede Armee; Wenn man sein Land verteidigen will, benutzt man die eigenen Waffen gegen die Terroristen. Das ist die einzige Regel, über die ich spreche. Die umfaßt alle Mittel, die man zur militärischen Verteidigung seines Landes einsetzen kann, sofern man über das Militärische spricht. Freilich gibt es daneben noch die Verteidigung auf politischer und ökonomischer und jeder weiteren Hinsicht in diesem Sinne des Wortes. doch wenn Sie das Militärische ansprechen, ist Folter kein Teil der Verteidigung des eigenen Landes.
Frage 41: Letzte Frage: können Sie uns ihre Vision von einer Beilegung dieses Konflikts schildern, und kann …  würden Sie, unter irgendwelchen Umständen bereit sein, zur Seite zu treten, falls das dieses Kriegsdesaster für die syrische Bevölkerung beenden kann?
Präsident Dr. al-Assad: Definitiv: von meiner Seite [gilt], wann immer die syrische Bevölkerung mich nicht [mehr] in jener Position haben will, werde ich [sie] geradewegs verlassen. für mich ist das eine ganz einfache Frage, darüber brauche ich nicht erst nachzudenken und es macht mir nichts aus.  Worüber ich mich sorgen würde, wäre, wenn ich in jener Position wäre ohne die öffentliche Unterstützung. Das wäre ein großes Problem für mich, das ich nicht ertragen könnte, so könnte ich nirgends produktiv sein.
Bezüglich des ersten Teils, worin ich die Lösung sehen würde, gibt es zwei Pfeiler: der erste ist die Terrorismusbekämpfung; ohne Bekämpfung des Terrorismus, ohne Auslöschung des Terrorismus würde keine andere Lösung irgendwie Früchte bringen, überhaupt nicht, keine Art von Lösung. Parallel dazu [passiert] der Dialog zwischen den Syrern über die Zukunft Syriens, das alles einbegreift, was auch immer,  bezüglich des politischen Systems, ganz Syriens in allem, was das Wort beinhaltet; wenn wir dann an die Abhaltung von Wahlen gehen  und eine nationale Einheitsregierung haben können,  dann  können Parlamentswahlen stattfinden; wenn dann die syrische Bevölkerung daran denkt, vorgezogene oder was auch immer für Präsidentschaftswahlen  abzuhalten, dann wird das ein gangbarer Weg sein.
Journalist: [Heißt das] vor Ende Ihrer Amtsperiode, demnach  2012, wie ich glaube?      
Präsident Dr. al-Assad: Wenn politischer Konsens darüber besteht.
Frage 42: Wie würden Sie entscheiden [determine], ob diesbezüglich politischer Konsens besteht oder nicht?
Präsident Dr. al-Assad: Das können wir zu jener Zeit entscheiden, es ist noch viel zu früh, darüber zu sprechen. Wir haben noch keine Etappe dahin beendet, die ich angesprochen habe. Wir haben niemals darüber nachgedacht, da wir die Umstände nicht kenne, mit denen wir dann konfrontiert sein werden. Doch am Ende, wenn man in einem Land lebt, kann man es spüren; Syrien ist kein Kontinent, es ist ein kleines Land; war können miteinander umgehen, wir kennen uns untereinander innerhalb Gesellschaft.; an kann erspüren, fühlen, wenn es da einen politischen Konsens gibt; wenn Sie dann etwas per documentum festgehalten haben wollen, dann können Sie ein Referendum abhalten – das ist ganz klar.
Frage 43: Haben Sie Grund zum Optimismus?    
Präsident Dr. al-Assad: Natürlich, ohne Optimismus hätten wir nicht sechs Jahre hindurch kämpfen können. Der einzige … der hauptsächliche [Grund zum] Optimusimus, den wir gehabt haben, ist , daß wir daran gehen, jene Terroristen und ihre Herren/Puppenspieler (masters) zu bekämpfen und Stabilität in Syrien wiederherstellen; bedeutsamer als mein Optimismus noch ist die Zielstrebigkeitder syrischen Bevölkerung [dahingehend]. Das ist eine sehr wichtige Quelle des Optimismus‘.  Ohne diese Zielstrebigkeit wäre kein Syrien in diesen sehr schwierigen und  außerordentlichen  Umständen mehr auszumachen vom  minimalen [Über]leben einmal abgesehen, [d.h.] nicht vom normalen Leben, sodern sozusagen vom minimalen Nochamlebensein gesehen, und bezüglich der Regierung kein Angebot verschiedener Dienstleistungen und Subsidien  u.s.w .
Journalist: Danke, Herr Präsident.        
Präsident Dr. al-Assad: Vielen Dank.

Ziel ist eine textnahe Übersetzung, die dem Leser noch Nachvollziehung der Gesprächsdynamik erlaubt.

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Interview des Präsidenten mit belgischen Medien vom 7.2.2017
(http://sana.sy/en/?p=99676, http://www.sana.sy/?p=505825)

Photo: SANA

Photo: SANA

Frage 1: Herr Präsident, wir sind in Aleppo gewesen, wir haben die Zerstörungen gesehen, wie sehen sie den Weg zum Frieden heutzutage nach Astana?
Präsident Dr. al-Assad: Wenn Sie auf den Friedensprozeß schauen wollen, ist er im Wesentlichen nicht mit Astana verbunden, er steht in Verbindung zu etwas viel Größerem, nämlich: wie können wir den Zustrom von Terroristen nach Syrien stoppen bzw. wie können wir in Syrien die Unterstützung [der Terroristen] durch regionale Länder wie die Türkei, die Golfstaaten oder von Europa wie aus Frankreich und Großbritannien oder aus den USA während der Obama-Administration stoppen. Falls wir damit fertigwerden, ist das der Punkt, an dem man über den Rest sprechen kann, also über das politische Vorgehen. Astana ist [nur] eine der Initiativen während dieses Krieges in Syrien und es geht dabei um den Dialog zwischen Syrern untereinander. Es ist jetzt zu früh, Astana zu beurteilen, doch zunächst einmal war es positiv, da es um die Grundlagen der Einheit Syriens und die Entscheidung der Syrer über ihre Zukunft ging. [Doch] Wie kann man dieses Kommuniqué umsetzen? Das ist die Frage. So denke ich, wir sollten Astana zwei abwarten usw. Frieden [zu schaffen] bedeutet also zweierlei: den Terrorismus und die Terroristen zu bekämpfen, den [Unterstützungs-]Zufluß für den Terrorismus zu stoppen, jede Art logistischer Unterstützung. Und zum Zweiten: Dialog der Syrer untereinander, um über Zukunft  ihres Landes und des ganzen politischen Systems zu entscheiden. Das sind die Schlagworte dazu, wie wir die Zukunft Syriens sehen.
Frage 2: Wir haben viele Verstöße gegen die Waffenruhe konstatiert, betrachten Sie die Waffenruhe noch als anhaltend oder ist sie vorbei (tot)?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, sie ist nicht vorbei (tot);  es ist ganz natürlich bei jeder Waffenruhe überall auf der Welt, in jedem Krieg, in jedem Konflikt, daß diese Verstöße vorkommen. Es kommt manchmal auf individueller Ebene vor, jedoch bedeutet das keine Methode des Verstoßens gegen die Waffenruhe durch die Regierung oder irgendeine andere Partei; mit Derlei kann man auf täglicher Basis fertigwerden; doch bis zu diesem Moment hält die Waffenruhe.
Frage 3: Denken Sie, im Kampf gegen die Terrorgruppe IS (Daesh) sind alle Mittel gerechtfertigt?
Präsident Dr. al-Assad: Das hängt davon ab, was Sie unter „alle Mittel“ verstehen, man muß …
Journalist: Im wortwörtlichen Sinn „alle Mittel“.
Präsident Dr. al-Assad: Aha, doch weiß ich nicht, um welche zur Verfügung stehenden Mittel es sich handeln soll, um Ihnen antworten zu können, „alle Mittel“, daher  weiß ich nicht [was in Ihrem Sinne] „alle Mittel“ beinhaltet.  Wenn Sie aber über militärische Mittel sprechen wollen, dann ja, denn die Terroristen attackieren die Bürger – und dabei spreche ich nicht nur über den IS –  wenn also der IS und Ğabhatu_n-Nuṣra und alle al-Qâʽidaaffiliierten Gruppen in Syrien die Bürger attackieren, die Bürger töten, Leute köpfen, [fremdes] Eigentum, privates wie öffentliches, zerstören, die Infrastruktur zerstören, einfach alles in diesem Land, dann ist es sozusagen unsere konstitutionelle und gesetzmäßige Pflicht als Regierung und als Armee und als staatliche Institution, die syrische Bevölkerung zu verteidigen. Das ist keine Sache der persönlichen Meinung, das ist eine Pflicht. In diesem Sinn kann jedes Mittel zur Verteidigung der syrischen Bevölkerung.
Frage 4: Doch haben wir die Zerstörung in Aleppo gesehen, Sie haben die Bilder ebenfalls gesehen. Gab es keine andere Vorgehensweise?          
Präsident Dr. al-Assad: Tatsächlich nutzten wir seit Beginn der Krise, des Krieges in Syrien jede mögliche Art. Wir ließen nichts unversucht, um die Leute an den Verhandlungstisch zu bewegen; doch wen Sie über die Terroristen sprechen, über Terroristen wie al-Qâʽida, wenn Sie über Ğabhatu_n-Nuṣra und den IS reden, dann glaube ich, keiner in dieser Welt würde glauben, die seien bereit zum Dialog. Sie sagen auch immer, daß sie dazu nicht bereit seien. sie haben ihre eigene Ideologie, ihren eigenen Wag, sie akzeptieren nichts, was mit einem bürgerlichen Staat oder einem bürgerlichen Land zu tun hat. Das tun sie einfach nicht. Und ich denke, sie als Europäer kennen diese Realität. Also nein, Dialog mit Ğabhatu_n-Nuṣra und al-Qâʽida ist keines der Mittel; doch wenn einer auf der individuellen Ebene bereit ist, seinen Weg (course) zu ändern, sind  wir als Regierung bereit, ihn zu akzeptieren und ihm Amnestie zu gewähren, wenn er in das normale Leben zurückkehren und seine Waffen abliefern will.  
Frage 5:  Die belgische Regierung nimmt Teil am Kampf gegen den IS (Daesh). Es befinden sich sechs F-16-Kampfjets im Kampf gegen den IS. Sind Sie der belgischen Regierung dankbar für diese Beteiligung?   
Präsident Dr. al-Assad: Lassen Sie mich ganz offen zu Ihnen sein: wenn Sie von Beitrag zur Operation gegen den IS reden, [muß ich sagen], es gab keine Operation gegen den IS; es war eine kosmetische Operation – sofern sie über die US-Operation sprechen wollen. Es war nur eine illusorische Allianz, da sich der IS während jener Operation ausbreitete. Zugleich ist jene Operation eine illegale Operation, da sie ohne Rücksprache mit bzw. Erlaubnis der syrischen Regierung lief, welche die legitime Regierung darstellt,  und sie ist ein Verstoß gegen unsere Souveränität. Zum Dritten bewahrte sie keinen syrischen Bürger davor, vom IS getötet zu werden; wofür sollte man also dankbar sein? Um offen zu sein, gibt es dafür keinen Grund.  
Frage 6: Sie haben so oft bemerkt, es liege an der syrischen Bevölkerung, an der Verfassung, zu entscheiden, wer die (Staats-)Führung innehaben, wer Präsident sein solle. Wenn sich die syrische Bevölkerung für eine neue Führung entschiede, würden Sie erwägen zur Seite zu treten.
Präsident Dr. al-Assad: Wenn die syrische Bevölkerung einen anderen Präsidenten wählt, habe ich gar keine andere Wahl als beiseite zu treten. Ich würde beiseite treten, wäre weg von dieser Position; das ist selbstverständlich, weil die Verfassung den [die Regeln für die Bestimmung des] Präsidenten festsetzt und die Verfassung ihn gemäß der Wahlurne und der Entscheidung durch die syrische Bevölkerung [aus dem Amt] entfernt. Freilich ist das absolut selbstverständlich, nicht nur wegen der Wahlurne; denn wenn Sie keine öffentliche Unterstützung genießen, können sie in Syrien gar nichts erreichen, besonders in einem Krieg. Im Krieg brauchen Sie ganz besonders die öffentliche Unterstützung, um Ihr Land, die Stabilität und Sicherheit wiederherzustellen. Ohne sie können Sie nichts erreichen. Also ja, selbstverständlich.
Frage 7: Herr Präsident, ich bin 43 Jahre alt; wenn ich in Syrien geboren wäre, wäre immer ein Assad an der Exekutivmacht gewesen. Können Sie sich ein Syrien ohne ein Mitglied der Assad-Familie an der Macht vorstellen?
Präsident Dr. al-Assad: Selbstverständlich ist das Land nicht unser Besitz, meiner Familie gehört das Land nicht, um zu entscheiden, daß nur ein Assad in jener Position sein könne. Das ist offensichtlich und könnte ein Zufall gewesen sein, da Präsident [Ḥāfiẓ al] Assad keinen Erben in der Institution als seinen Nachfolger besaß. Er starb, ich wurde gewählt. Er hatte nichts mit meiner Wahl zu tun. Als er Präsident war, hatte ich keinerlei Position in der Regierung inne. Wenn er mich zum Erben gewollt hätte, hätte er mich irgendwo eingesetzt, mir Verantwortung gegeben. Tatsächlich hatte ich keine Verantwortungsposition. Es ist nicht so wie vielfach in westlichen Medien seit meiner Wahl geschildert, da „er seinem Vater nachfolgte“ oder „sein Vater ihn in jene Position hievte“. Demnach ja, es liegt bei den Syrern, und jeder syrische Bürger hat das Recht, in jener Position zu sein.
Frage 8: Denken Sie, daß die EU oder gar die NATO eine Rolle bei so etwas wie dem Wiederaufbau des Landes, dem Wiederaufbau Syriens spielen kann?
Präsident Dr. al-Assad:  Sie können nicht jene Rolle spielen, während sie Syrien zerstören; die EU unterstützt nämlich von aller Anfang an in Syrien die Terroristen unter verschiedenen Benennungen: humanitär, moderat u.s.w. Tatsächlich unterstützen sie Ğabhatu_n-Nuṣra und ISIS von Anfang an. Sie waren Extremisten von Anfang an.  Also können sie nicht zur selben Zeit zerstören und aufbauen.  Zum Ersten müßten sie eine ganz klare Position bezüglich der Souveränität Syriens einnehmen, die Terroristenunterstützung einstellen. Das wäre seitens der Syrer die Voraussetzung dafür – wäre, sage ich – daß jene Länder eine Rolle in dieser Hinsicht spielen dürften. Doch wenn sie in der Zwischenzeitirgendeinem Syrer dieselbe frage stellten, würde er Ihnen sagen: „Nein, wir akzeptieren das nicht; jene Länder , die die Leute unterstützten, die das Land zerstörten, wollen wir hier nicht.“ Das denke ich.
Frage 9: Denken Sie, Belgien kann eine Rolle in Syrien spielen?
Präsident Dr. al-Assad:  Lassen Sie mich etwas über die europäische politische Haltung generell sagen: viele in dieser Region glauben, daß die Europäer politisch gar nicht existieren, sie folgen nur ihrem Herrn, welcher die (Amerikaner) USA sind. Also sollte sich die Frage um die Amerikaner [USA] drehen, und die Europäer werden folgen und umsetzen, was die Amerikaner [USA] wollen. Sie existieren nicht als unabhängige Staaten, und Belgien ist Teil der EU.
Frage 10: Es gibt eine neue Administration in Washington, mit Trump an der Macht. Was erwarten Sie von ihm? Gehen Sie davon aus, mit ihm eng zusammenzuarbeiten?
Präsident Dr. al-Assad: Was wir von Trumps Statements während und des Wahlkampfes und danach hörten ist vielversprechend [gewesen] hinsichtlich der Priorität der Terroristenbekämpfung, hauptsächlich von ISIS; das war ist es [gewesen], was wir während der letzten sechs Jahre erbeten haben. Das ist also vielversprechend; wir müssen abwarten, es ist noch zu früh, irgendwas Praktisches zu erwarten. Es könnte mit der Kooperation zwischen den USA und Rußland zu tun haben, was wir als positiv für den Rest der Welt erachten. Demnach ist es, wie ich schon erwähnt habe, noch zu früh für eine Beurteilung.
Frage 11: Gibt es, wenn Sie auf die letzten paar Jahre zurückblicken, etwas, das sie bedauern? 
Präsident Dr. al-Assad: Jeder Fehler kann ein Grund des Bedauerns sein, seitens eines jeden Individuums und als Mensch …
Journalist: Haben Sie Fehler gemacht?
Präsident Dr. al-Assad: Als Mensch mache ich Fehler, da das menschlich ist. Ansonsten wäre ich keiner.
Journalist: Was würden Sie als Fehler ansehen?
Präsident Dr. al-Assad: Ein Fehler ist, wenn Sie entweder die falsche Entscheidung treffen oder sie in der Praxis falsch umsetzen . das hängt von der Situation ab. Wenn Sei aber über die Krise sprechen wollen, wie ich aufgrund der frage annehme, sind die drei Entscheidungen, die wir von Anfang getroffen haben, ist [einmal] die Bekämpfung des Terrorismus – und die halte ich für korrekt; [die zweite] ist, Dialog unter den Syrern zu führen – das halte ich für korrekt; [letztlich] auf jede politische Initiative zu reagieren, ob sie ehrlich gemeint ist oder nicht – auch das halte ich für korrekt; tatsächlich unterstützten wir die Rekonziliierung zwischen den Syrern – und das halte ich für korrekt. Irgend etwas anderes könnte man als trivial ansehen; demnach haben Sie eine Menge Dinge hinsichtlich der praktischen Seite, hinsichtlich der Institutionen, da gibt es immer Fehler.
Frage 12: War dieser Krieg, wenn Sie zurückblicken, vermeidbar?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, denn da waren die üblen Absichten verschiedener Länder wie Saudi-Arabiens, Qaṭars, der Türkei, Frankreichs, Großbritanniens und der USA, dahingehend, Syrien zu destabilisieren; demnach hing das nicht von den Syrern ab. Da soll nicht heißen, daß wir nicht viele Schwachstellen vor dem Krieg hatten und heutzutage als ein Land, das es vielen anderen Ländern erlaubt, sich einzumischen. Ich schließe da [nichts] aus, sage nicht, daß es nur um jene [ausländischen Regierungen] geht: doch jene waren es, die die Initiative ergriffen, um diesen Krieg zu entfachen. Daher denke ich nicht, daß er vermeidbar war.
Frage 13: Sie hatten kürzlich eine belgische Parlamentsdelegation zu Besuch mit den den Herrn Dewinter und Carcaci – betrachten Sie sie als Freunde?
Präsident Dr. al-Assad: Nein, das sind keineswegs meine Verbündeten. Deswegen kommen sie nicht hierher. Sie sind hier, um zu sehen, was vor sich geht. Sie sind Verbündete der belgischen Bevölkerung. sie kamen hierher, weil die belgische Regierung – wie viele europäische Regierungen –heutzutage blind sind.  Sie haben keine Verbindung zu unserem Land auf welcher eben auch immer; daher sehen sie nicht, was [hier] vor sich geht; sie können demnach keine Rolle spielen. Also sind die einzigen Augen, die Sie haben, Delegationen, die aus Ihrem Land kommen; das ist eines davon, eins der Augen, die Ihre Regierung haben kann; Sie können viele weitere Augen haben in Form von Delegationen, die nach Syrien kommen. Demnach sind das nicht meine Verbündeten, sie kommen nicht meinetwegen hierher; sie kommen hierher, um sich die Situation anzusehen, und ich bin einer der Spieler im syrischen Konflikt; es ist also ganz natürlich, mich aufzusuchen, um meine Sicht der Dinge kennenzulernen.
Frage 14: Herr Präsident, nur noch eine Frage: nach den Siegen in Aleppo und Wâdî Baradâ sind Ihre Truppen nicht weit weg von al-Bâb; denken Sie, daß all diese bedeutenden Siege die Sichtweise der europäischen Regierungen bezüglich der syrischen Regierung ändern können?
Präsident Dr. al-Assad: Das weiß ich nicht. Ich denke, die müssen jene Frage beantworten. Für uns ist das unser Krieg; wir müssen jeden einzelnen Inch auf dem syrischen Territorium von jenen Terroristen befreien. Wenn die europäischen Regierungen  meinen, ihre Anstrengungen [zum Sturz der syrischen Regierung] seien vergeblich gewesen, ist das gut; sie mögen ihre Meinung ändern und letztlich ihre Unterstützung jener Terroristen einstellen, die nicht die Unterstützung der Öffentlichkeit in Syrien haben. Sie [die Terroristen] haben nur deswegen die Unterstützung der Europäer und der Golfstaaten – der wahhâbitischen Golfstaaten – um mehr Terrorismus und Extremismus in Syrien zu entfachen. Wir hoffen – das denke ich über die letzten zwei Jahre – daß die ganze Welt sich geändert habe, die USA haben sich gewandelt, die Situation in Syrien, in der Region generell hat sich geändert. Zwei Dinge jedoch haben sich nicht geändert – zumindest nicht bis zu diesem Moment: erstens und vor allem  ist al-Qâʽida nach wie vor vorhanden in Form von ISIS und Ğabhatu_n-Nuṣra  und – die Denkweise der europäischen Amtsträger, die hat sich nicht geändert, sie leben in der Vergangenheit.
Frage 15: Herr Präsident, was ist Ihrer Meinung nach unser … um zu fragen, wenn sich nach dem Krieg der Internationale Gerichtshof in Den Haag mit einigen Verantwortlichkeiten hinsichtlich der Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegenüber den syrischen Bürgern beschäftigen sollte, unterstützen Sie dann die Sichtweise, daß die Verantwortlichkeiten hinsichtlich der Kriegsverbrechen vor dem Internationale Gerichtshof in Den Haag verhandelt werden sollten?
Präsident Dr. al-Assad: Wir alle wissen, daß die UN-Institutionen nicht unparteiisch sind, sie sind parteiisch hauptsächlich aufgrund des US-, französischen und britischen Einflusses. Daher arbeiten die meisten jener Institutionen nicht daran, Stabilität in die Welt zu bringen oder nach der Wahrheit zu suchen;  sie sind ausschließlich politisiert, um die Agenden jener Staaten umzusetzen. Bezüglich meiner Person als Präsident, wenn ich meine Pflicht tue, dasselbe gilt für die Regierung und die Armee bei der Verteidigung unseres Landes, dann sehen wir nicht auf diesen Aspekt, wir kümmern uns nicht darum. Wir haben unser Land zu verteidigen auf jede Art, und wenn wir es mit allen Mitteln verteidigen müssen, kümmern wir uns nicht um diesen Gerichtshof oder irgend eine andere internationale Institution.
Frage 16: Ja. Akzeptieren Sie die Position der UN?
Präsident Dr. al-Assad: Das hängt von deren Position ab.  Die meisten Sichtweisen sind parteiisch, wie ich schon gesagt habe und zwar bezüglich jeder Organisation, in jedem Sektor, hinsichtlich der meisten Resolutionen gegen Syrien. Daher kam es möglicherweise zum ersten mal vor, daß Rußland und China in wenigen Jahren so oft ihr Veto einlegten, weil sie dieser Realität gewahr waren. Daher nein, wir akzeptieren sie nicht, wir akzeptieren sie nicht.

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Präsidenten-Interview mit dem japanischen TBS TV channel vom 20.1.2017

http://sana.sy/en/?p=98592

Interview mit TBS, Photo: SANA

Interview mit TBS vom 20.1.2017, Photo: SANA

Frage 1: Danke, Herr Präsident, danke dafür,  daß Sie uns bei dieser Gelegenheit die Möglichkeit geben, Ihre  Sicht auf die Vorgänge in Syrien und die Zukunft diese Landes kennenzulernen. Vor allem habe ich eine Frage: jetzt da die Astana-Gespräche nahen, was erwarten und erhoffen Sie sich von dieser Konferenz?

Präsident Dr. al.Assad: Vor allem erst einmal herzlich willkommen in Damaskus;  es freut mich, zum ersten Mal während dieses Krieges zum japanischen Auditorium sprechen zu können.
Wir haben keine Erwartungen, wir haben sozusagen Hoffnungen für Astana, daß es zu einem Podium wird für Gespräche zwischen verschiedenen syrischen Parteien in jeder Hinsicht. Doch denke ich, es wird sich mehr auf den allerersten Anfang fokussieren  – es wird unserer Ansicht nach zur Priorität werden – daß Waffenruhe in den unterschiedlichen Orten Syriens einkehrt, um Menschenleben zu schützen und zu erlauben, daß humanitäre Hilfsgüter die unterschiedlichen Gebiete in Syrien erreichen. Es ist noch nicht klar, ob das Treffen auf einen politischen Dialog zusteuert, da bislang nicht feststeht, wer daran überhaupt teilnimmt. Insofern geht es um Gespräche zwischen der Regierung und terroristischen Gruppen  zum Zweck der Waffenruhe, die es den Terroristen ermöglicht, vom Rekonziliierungsangebot Gebrauch in Syrien zu machen, welches die Abgabe [schwerer und mittelschwerer] Waffen beinhaltet und die Erlangung der Amnestie der Regierung. Das ist das einzige, was wir in der Zwischenzeit davon erwarten können.

Frage 2: Akzeptieren Sie die Diskussion der Formierung einer Übergangsregierung bei der Konferenz?

Präsident Dr. al.Assad: Jegliche Diskussion sollte auf Basis der Verfassung erfolgen, da dies [d.i. diese Thematik] nicht der Regierung und der Opposition oder der Regierung und terroristischen Gruppen obliegt. Das obliegt jedem einzelnen syrischen Bürger, der das Recht hat, über die Zukunft Syriens zu entscheiden. In der Verfassung steht nichts von einer Übergangsregierung. Da gibt es [bloß] die reguläre Regierung, welche verschiedene Parteien und politische Gruppen in Syrien repräsentiert. Das ist unsere Vorgabe. Wenn irgend jemand Teil dieser Regierung werden will, die wir nationale Einheitsregierung nennen, dann, ja, steht dies jeder Seite außerhalb oder innerhalb Syriens frei; nach [Bildung] dieser Regierung kann darüber diskutiert werden über – lassen Sie mich sagen –  Gesetzgebungs- bzw. Parlamentswahlen, denen dann später eine andere Regierung folgt, basierend auf den Ergebnissen der Wahlen.  

Frage 3: Der neue US-Präsident, Herr Donald Trump, wird demnächst inauguriert. Was erwarten Sie von Herrn Trump und welche Art Politikwandel erwarten Sei von ihm?

Präsident Dr. al.Assad: Wie Sie wissen, ist er einer der wenigen US-Präsidenten, die zuvor politisch nicht tätig gewesen sind. Die meisten der vorhergehenden Präsidenten hatten zuvor irgend welche politischen Ämter oder Positionen inne. Bei ihm ist das nicht so. Schaut man in die Medien, selbst US-Medien, so beschreiben sie ihn als unvorhersehbar, weil sie wenig über seine Visionen wissen. Die einzige Basis, aufgrund derer wir ihn beurteilen können, ist seine Rhetorik während des Wahlkampfes. Wenn Sie da herausgreifen, was wir als positiv darin und unsere Priorität erachten, dann ist es die Bekämpfung des Terrorismus; Präsident Trump sagte nämlich, seine Priorität sei die Bekämpfung des IS. Freilich ist der IS nur ein Aspekt des Terrorismus, eine der Organisationen. Wenn man über den IS redet, muß man auch über Ğabhatu_n-Nuṣra reden, da gibt es jetzt so viele al-Qâʽidaaffiliierte Gruppen innerhalb Syriens; doch denke ich, er [d.i. Trump] meinte mit dem IS den Terrorismus und so halte ich diese Priorität für sehr wichtig. Somit erwarten, hoffen wir, daß die nächste Administration aufrichtig bei der Umsetzung dieser Rhetorik bezüglich des Terrorismus sein wird und nicht nur Syrien helfen wird, da der Terrorismus heutzutage kein syrisches Problem ist, er ist ein Nah-Ost und ein globales Problem. Daher hoffen wir, daß sie aufrichtig ans Schmieden einer wirklichen und realistischen Allianz zur Terrorismusbekämpfung in der Region gehen und das würde selbstverständlich und vor allem Syrien miteinschließen.

Frage 4: Ich habe auch ein Interview gelesen, in dem sie die Lobbys in Washington DC erwähnten. Sie denken, die stören den Politikwandel?

Präsident Dr. al-Assad: Es ist ganz klar, daß die Mainstream-Medien, die verschiedenen Unternehmen,  verschiedenen Lobbys … da besteht ein Verbund, eine Vereinigung dahingehend, daß sie gar keine Veränderung bräuchten, da sie ihr eigenes Interesse an der politischen Ausrichtung der USA haben, an der zerstörerischen Politik der USA, die wir fast die letzten  17 Jahre erlebt haben, seit George Bush  2000 an die Macht gekommen ist. Wir erleben nur, wie die USA Kriege lancieren, direkt oder indirekt durch Erfüllungsgehilfen; und jene verschiedenen Unternehmen,  Lobbys, Medien haben ein Interesse am Bestehen dieser Art Probleme. Das kann ein finanzielles Interesse sein wie meist in solchen Fällen. Demnach ist es heutzutage ganz klar, daß die Schwierigkeiten bereiten, um jegliche Neuausrichtung der Politik des neuen Präsidenten zu behindern, sei es die Terrorismusbekämpfung oder die Respektierung der Souveränität anderer Staaten oder gar  die Entspannungspolitik rund um den Erdball durch gute Beziehungen mit Rußland oder irgendeiner anderen Großmacht wie China zum Beispiel.

Frage 5: Würden Sie im Verlauf des Kampfes gegen den sog. Islamischen Staat eine Abstimmung mit Mitspielern wie der Türkei, den Kurden und den USA suchen?

Präsident Dr. al-Assad: Zunächst einmal, wenn man ganz transparent sein will: der IS wurde kreiert unter Aufsicht der USA wohl im Irak 2006, zuvor hieß er ISIS, er hieß IS, Islamischer Staat, er existierte nur im Irak, beschränkt auf den Irak. Als dann der Konflikt in Syrien losging, wurde aus ihm ISIS: Islamischer Staat im Irâq und in Syrien; noch später protegierte die Türkei diesen „Staat“, da sie [die IS-Anhänger] die syrischen Ölfelder auszubeuten pflegten und damit Geld zu machen, um noch mehr Kämpfer zu rekrutieren – und die Türkei war in den Ölschmuggel direkt involviert unter Einbindung und Komplizenschaft mit ISIS von Seiten Erdogans höchst persönlich. Daher können wir  einen aufrichtigen Kampf gegen ISIS durch die Türkei oder die USA nicht zu erwarten. Das jüngere und noch stärkere Beispiel ist die Attacke auf Palmyra vor ein paar Wochen, als sie [die IS-Terroristen Palmyra unter US-Aufsicht erneut  besetzen konnten, unter der Beobachtung durch die US-Drohnen; sie kamen durch die Wüste und okkupierten Palmyra.  Jetzt, da wir reden, greift ISIS Dair az-Zaur im östlichen Teil Syriens an, doch die [US-]Amerikaner taten nichts, um ISIS zu stoppen. Daher hat die sog. internationale Allianz gegen den Terrorismus inzwischen mehr als eineinhalb Jahre gebraucht und doch nichts erreicht, weil sie es gar nicht ernsthaft will. Bzgl. der Türkei [ist zu sagen:], Erdogan steht für die Muslim-Bruderschaft, er ist daher instinktiv und von Natur aus ein Sympathisant von bzw. auf engste verbunden mit ISIS  und al-Qâʽida, da sie dieselbe Ideologie teilen, von der er nicht wegkann.  Er spielt manche Manöver durch, um vorzugaukeln, er sei gegen jene Terroristen, gegen ISIS und Ğabhatu_n-Nuṣra; doch derzeit unterstützt er jene Organisation tagtäglich, denn ohne diese Unterstützung können sie [die genannten Terrororganisationen]  nicht überleben.

Frage 6: In Aleppo und andernorts sind Ihre und die russischen Streitkräfte kritisiert worden für das Bombardement auf  Wohngebiete, Wohnviertel und Hospitäler von Flugzeugen aus. Würden Sie sagen, jene menschlichen Tragödien seien unausweichlich für die Befreiung Aleppos?

Präsident Dr. al-Assad: Tatsächlich sind diejenigen, welche Rußland und Syrien der Bombardierens oder des Begehens von Verbrechen usw. beschuldigen, genau jene Länder, welche die Terroristen unterstützen, angefangen mit den USA, Großbritannien, der Türkei über Qaṭar und Saudi-Arabien wie andere ähnliche Länder. Die, welche die Terroristen direkt durch die Medien, auf politischer Ebene, durch Belieferung mit Waffen, logistischer Hilfe und Finanzierung  unterstützt haben, haben kein Recht, um die syrischen Bürger [Krokodilstränen] zu weinen, denn sie sind der Grund dafür, daß syrische Bürger, unschuldige Leute während der letzten sechs Jahre getötet worden sind. Das als Erstes.
Zweitens ist es unsere Rolle als Regierung aufgrund der Verfassung, der Gesetze und unserer ethischen Verpflichtung gegenüber der syrischen Bevölkerung und den syrischen Bürgern, sie von den Terroristen zu befreien. Würde es irgend jemand akzeptieren, daß eine Regierung dabei ruhig zuschaut, wie irgendeine Region in irgendeinem Land unter die Kontrolle von Terroristen gerät, welche die Leute umbringen, alles zerstören und ihnen deren haßerfüllte Ideologie, die wahhâbitische Ideologie  aufzuoktroyieren versuchen.
Freilich, Sie wollten über die Todesfälle reden. In jedem Krieg gibt es Todesfälle, jeder Krieg ist ein schlechter Krieg. In jedem Krieg fließt Blut, wird getötet, in jedem Krieg, jeder Art von Krieg. Man kann nicht  über einen guten Krieg sprechen, das ist selbstverständlich. Doch wenn man zum Krieg Zuflucht nehmen muß, um den Terrorismus zu bekämpfen, dann wird es leider Todesopfer geben. Wir taten unser Möglichstes, um solche zu vermeiden; doch die, die [Krokodilstränen] um syrische Bürger weinen, haben die auch nur ein Fitzelchen an Beweis dafür bringen können, daß Syrer oder Russen [die Bürger] getötet hätten? Die andere Frage ist: wie kann eine Regierung auf ethische Weise ihre eigenen Bürger töten? Und wenn wir unsere eigenen Leute, die Bürger töteten, wie könnten wir sechs Jahre als Regierung, als Armee oder als Präsident überhaupt weiterbestehen? Das nicht logisch, nicht realistisch. Wir sind da, weil wir die öffentliche Unterstützung haben. Doch am Ende ist es, wie ich schon sagte: es gibt immer Todesopfer und wir hoffen, daß wir diesen Krieg wirklich so bald als möglich beenden können. Das ist der einzige Weg, wie den Syrern weiteres Blutvergießen ersparen können.

Frage 7: Ihre Streitkräfte wurden verdächtigt, Bomben mit Chloringas verwendet zu haben. Würden Sei das bestreiten?

Präsident Dr. al-Assad: Tatsächlich sprechen Sie über Chemiewaffen; über Chemiewaffen zu reden, bedeutet, tausende von Menschen zu töten innerhalb sehr kurzer Zeit – doch dergleichen hat sich in Syrien seit Beginn der Krise nicht ereignet. Doch der wichtigste Punkt ist, daß man vom ethischen Standpunkt her als Regierung dies niemals tun würde, man würde – wie ich schon sagte – niemals die eigenen Leute umbringen, niemals Massenvernichtungswaffen gegen die eigene Bevölkerung einsetzen, das ist unmöglich. Doch zum Dritten, was noch wichtiger ist: wir unterzeichneten 2013 die Chemiewaffenkonvention , gaben unser ganzes Arsenal auf und verfügen seither über keines mehr. Tatsächlich sind die Terroristen diejenigen, welche solche Waffen benutzen, erstmals 2013; im Frühjahr 2013 baten wir die Vereinten Nationen, eine Untersuchungsdelegation zu schicken, doch die [US-]Amerikaner blockten unseren Versuch ab, da sie zu jener Zeit wußten, wenn die Delegation  nach Syrien käme, fände sie konkrete Beweise dafür, daß die Terroristen Chloringas gegen unsere Soldaten eingesetzt haben. Daher widerspreche ich vollends dem Gehalt dieser Aussage [involviert in Frage 7], welche das westliche Narrativ bezüglich Syriens wiederspiegelt als Teil der Dämonisierung der syrischen Regierung wie der syrischen Armee.

Frage 8: Es gibt Millionen an (Binnen)flüchtlingen, einschließlich kleiner Kinder, und hunderttausende Tote. Wie denken Sie als Präsident über Ihre Verantwortlichkeit?

Präsident Dr. al-Assad: Natürlich ist das Los der Flüchtlinge, das sie ansprechen, eine Tragödie, insbesondere wenn sie über Kinder, junge Kinder reden, die Jugend – das sind unschuldige Menschen, sie haben mit diesem Krieg nichts zu tun, außer, daß sie davon negativ betroffen sind. Gerade wenn sie über die Kinder sprechen, die haben keinerlei politischen Bezug dazu; sie sind nur unschuldige Bürger, aber sie bezahlen vor allen anderen in der Gesellschaft den Preis. Sie sprechen also eine Tragödie an, mit der wir alltäglich leben. Daher ist das Gefühle, das wir angesichts dieses angesprochenen tagtäglichen Erlebens haben, der Ansporn für uns als Amtsträger, unser Möglichstes zu tun, um die Terroristen loszuwerden, welche dieses Problem verursacht haben, und Frieden und Stabilität zurück nach Syrien zu bringen. Das ist die Frage, die Syrer dem Präsidenten stellen. un als Syrer fühle ich selbstverständlich mit jedem Syrer, der wegen des Krieges zu leiden hat. Doch die Frage [der Bürger] derzeit richtet sich nicht nach meinem Gefühl, deren Frage geht dahin, was wir tun; wann wir die Terroristen los sein werden. Doch der wichtigste Aspekt des Flüchtlingsproblems, den viele im Westen und der restlichen Welt nicht wahrnehmen, ist, daß das Flüchtlingsproblem nicht nur mit den Terroristen selbst zu tun hat, sondern mit dem Embargo, das der Westen und seine Alliierten gegen die syrische Bevölkerung verhängt haben. Dieses Embargo wirkt sich nicht auf die Regierung aus, sondern auf jeden einzelnen syrischen Bürger; es schadet dem Leben eines jeden syrischen Bürgers. Deshalb haben viele ihr Land verlassen, nicht nur wegen der Terroristenbedrohung, sondern tatsächlich deswegen, weil ihre Lebensgrundlage nicht ausreicht,  ihren normalen Lebensgrundbedarf weiterhin zu decken, sei es hinsichtlich des Erwerbs von Nahrung, schulischer Bildung, des Erhalts an medizinischer Versorgung, einfach von allem – sie können es nicht mehr bekommen. Daher mußten sie Syrien verlassen, um anderswo zu leben, ein Minimum an Leben zu haben, das jeder sucht.

Frage 9: Als dann, würden Sie im Lauf des  Friedensstiftungsprozesses die Option des Rücktritts in Betracht ziehen, wenn Sie dächten, das sei für die Rekonziliation notwendig?

Präsident Dr. al-Assad: Der Rücktritt des Präsidenten oder sein Verbleib im Amt ist eine Frage der Nation, sie geht jeden einzelnen Syrer an, da in Syrien der Präsident direkt vom Volk gewählt wird. [Darüber zu entscheiden] ist somit nicht das Recht der Regierung oder der Opposition, sondern das Recht eines jeden Syrers. Demnach ist in dieser Hinsicht der einzige Entscheidungsträger die Wahlurne. Wer auch immer möchte, daß der Präsident geht, kann zur Wahlurne schreiten und erklären „nein, wir wollen ihn nicht“. So funktioniert Demokratie überall auf der Welt. Von daher also: nein, das ist etwas, das wir weder mit der Opposition noch mit irgendeinem anderen Staat diskutieren. Das ist eine syrische Angelegenheit, sie ist Teil der Verfassung und betrifft die Verfassung. Dann, wann wir Wahlen haben oder eventuell vorgezogene Wahlen – das steht derzeit nicht auf dem Plan – nur dann ist der einzige Weg gegeben zu entscheiden, ob ich im Amt bleibe oder nicht. Nochmals: ich bin nicht die Problemursache. Als Präsident habe ich meinem Land während der Krise zu helfen, nicht zu fliehen, nicht zu entkommen zu suchen, nicht zu sagen: „Ich muß gehen und lasse die Leute sich selber durchschlagen“. Nein, das ist nicht die Lösung. In der Krise muß der Präsident am Ruder stehen, sich um die Krise kümmern; nach Beendigung der Krise kann er womöglich sagen, er wolle bleiben oder gehen – das ist dann der Punkt, an dem die syrische Bevölkerung ihm sagen kann: „bleib“ oder „nein, Du mußt gehen, wir wollen Dich nicht mehr“ .

Frage 10:  Welche Rolle erwarten Sie, daß Japan im Friedensstiftungsprozeß und dem Wiederaufbau Syriens spielen solle; Wiederaufbau und Sanierung als Japans Rolle?     

Präsident Dr. al-Assad: Lassen Sie mich ganz frei mit einem japanischen Gast in Syrien sprechen: seit unserer Unabhängigkeit, seit Beginn der Beziehung zwischen Syrien und Japan vor Dekaden spielte Japan eine sehr wichtige und unerläßliche Rolle bei der Entwicklung, bei der Unterstützung der Infrastruktur etc., in verschiedenen Ländern, Syrien eingeschlossen. Japan war auch immer unvoreingenommen hinsichtlich der verschiedenen Sachfragen mit Bezug auf den Nahen Osten. Es respektierte immer das Völkerrecht bis zum  Beginn der Krise; da war es zum ersten Mal, daß Japan mit diesem Verlauf gebrochen hat, als es sagte, der syrische Präsident solle gehen. Nun die Frage: basiert das auf den Werten und der Ethik des japanischen Volkes? Definitiv nicht. Jeder weiß, wie ethisch motiviert die Japaner sind, jeder weiß das. Basiert das [die Forderung] auf dem Völkerrecht? Nein, wir sind ja ein souveränes, ein unabhängiges Land; niemand in der Welt [außerhalb Syriens] hat das Recht zu entscheiden, wer [in Syrien] bleiben oder gehen soll. Leider geschah das im Einklang mit der [US-]amerikanischen und westlichen Politik. Nochmals: Japan trat dem Embargo gegen Syrien bei, Japan, das früher der syrischen Bevölkerung geholfen hatte.  Hat das Embargo gegen die syrische Bevölkerung irgend etwas mit den Interessen der japanischen Bevölkerung, ihren werten oder Gesetzen, ihrer Verfassung etc. zu tun? Das denke ich nicht. Wie kann also Japan in diese Rolle schlüpfen, während es nicht einmal eine Botschaft [im Land[ hat, um zu verfolgen, was hier vorgeht? Tatsächlich ist es im politischen Sinne damit ebenso blind wie viele westliche Länder, die keine [diplomatische] Beziehung zu unserer Regierung oder unserem Land unterhalten; sie können demnach keine Rolle spielen, weil sie nicht wissen, was [hier] vorgeht. Ihre Informationen stammen aus westlichen Ländern, was für uns absurd ist. Wiederaufbau Syriens … Sie können nicht über den Wiederaufbau sprechen während Sie ein Embargo verhängt haben;  sie können nicht mit der einen Hand, Essen an mich austeilen und es mit der anderen wieder wegnehmen. Demnach geht es um die Politik Japans. Es muß zum Völkerrecht zurückkehren, wir sind ein souveränes Land, sie [die Japaner] haben Syrien immer respektiert, daher erwarten wir von ihnen, zu jener Linie zurückzugehen, die Japan von den meisten Ländern der Welt unterschied. Von dort aus kann Japan sicherlich eine wichtige und entscheidende Rolle bezüglich [Erlangen] des Friedens, der Beendigung des Blutvergießens und des Wiederaufbau spielen, um jenen Leuten zu helfen. Die meisten Flüchtlinge brauchen niemanden, der ihnen sagt: „Ihr seid willkommen“ in Deutschland oder in Frankreich oder irgendeinem anderen Land; die wollen zurückkehren in ihr eigenes Land; sie wollen nicht, daß man ihnen dort hilft, sie wollen, daß man ihnen hier hilft.  Das ist unsere Sicht auf die künftige Rolle Japans; wir haben die Hoffnung, daß Japan  sich dessen besinnt, wie wir es während der Dekaden davor [vor Beginn der Krise] kannten.

Journalist: Wie Sie wissen, hat Japan Erfahrung in und eine Funktion bei der Bildung einer Nation vor 70 Jahren [gehabt]: Japan könnte Ihrem Land Ratschläge bzgl. Wiederaufbau und Rekonstruktion geben.

Präsident Dr. al-Assad: Definitiv, selbstverständlich. Wir hoffen darauf.

Frage 11: Wie Sie wissen, ist der japanische Journalist Jumpei Yasuda, ein sehr fähiger Journalist und mein Freund, im Juni 2015 in Syrien entführt worden. Haben Sie irgendwelche Informationen über seinen Aufenthaltsort oder über seine Situation?

Journalist: Er wurde von Ğabhatu_n-Nuṣra als Geisel genommen.

Präsident Dr. al-Assad: Wer Ihnen da mit Informationen weiterhelfen könnte, sind die Türken, denke ich, da sie die Aufsichtsführenden (supervisors) von Ğabhatu_n-Nuṣra sind; sie müßten jegliche Information haben die Ğabhatu_n-Nuṣra hat zusammen mit deren Geheimdienst und deren Regierung.

Journalist: Und hat die japanische Regierung Ihre Regierung kontaktiert?

Präsident Dr. al-Assad:  Leider nein. Es gab keinen einzigen Kontakt zwischen der syrischen und der japanischen Regierung hinsichtlich irgendeines Sachverhalts einschließlich dieses japanischen Journalisten, der am Ende ein japanischer Bürger ist.

Frage 12:  Sie definierten die Rolle Japans durch … Japan gehört –Ihrer Meinung nach – gehört es zur Koalition der USA, denken Sie das?

Präsident Dr. al-Assad:  In Syrien?

Journalist: Ja.

Präsident Dr. al-Assad:  Die Frage ist doch, was jene Koalition tatsächlich erreicht hat: nichts. Seit Beginn von deren Luftangriffen, die kosmetische Luftangriffe gewesen sind – um ganz offen mit Ihnen zu sein – hat sich ISIS ausgebreitet bis die Russen Ende September 2015 gegen ISIS intervenierten;  ab da begann ISIS zu schrumpfen. Demnach hat jene Koalition nicht ausgerichtet, sie töteten einzig syrische Soldaten, die in jenem Gebiet gegen ISIS kämpften, sie zerstören die Infrastruktur der Syrer, die sie während der letzten 70 Jahre seit der Unabhängigkeit aufgebaut haben, jeden Sektor jener Infrastruktur, sei es die Ölfelder, Schulen, Brücken, Raffinerien, alles ist zerstört durch die Koalition. Das ist leider die einzige Errungenschaft jener Koalition.

Frage 13: Ihr Plan zum Wideraufbau dieses Landes, wie lange wird es dauern? Wie sieht Ihre Zeitplanung aus?

Präsident Dr. al-Assad: Wir haben damit schon vor Beendigung der Krise begonnen, haben Pläne erstellt und begonnen mit den Vorstädten rund um Damaskus und nun planen wir für Aleppo und andere Städte, um weitere zerstörte Vorstädte wiederaufzubauen und zwar auf moderne Weise. Wir haben also nicht erst gewartet und wir warten weiterhin nicht bis zum Ende der Krise. Wir können gleich anfangen, da die Syrer entschlossen sind, ihr Land wiederaufzubauen. Wir erbauen Syrien. Syrien wurde nicht durch irgendwelche Ausländer erbaut. Wir bauten es mit unseren Ingenieuren auf, mit unseren Labors, unseren Ressourcen, mit der Hilfe einiger Freunde – finanzieller Hilfe, nicht technischer! Wir haben also die Fähigkeit, Syrien wiederaufzubauen. Es braucht Zeit, da eine Menge Geld nötig ist. Die Syrer, jeder Syrer baut sein eigenes Haus gemäß seinen Ressourcen auf, sogar wenn sie begrenzt sind; da sind die Auslandssyrer (expatriates), die Flüchtlinge, die Syrien verlassen haben; einige von ihnen sind wohl situiert, sie wollen zurückkommen;  und mit der Unterstützung unserer Freunde Rußland, China [wird es gelingen]. Viele andere Länder haben begonnen, über den Wiederaufbau von Syrien zu diskutieren und sie werden durch ihre finanziellen Ressourcen behilflich sein. Es gibt also viele Ressourcen, um Syrien wiederaufzubauen. Es geht nicht um die Zeit[planung], es wird Zeit brauchen. Jeglicher Wiederaufbau braucht Zeit; doch das Wichtigste ist, daß Sie die Fähigkeit haben, Ihr Land wiederaufzubauen. Darum machen wir uns keine Sorgen. Worüber wir uns sorgen, ist, wie wir die Psyche der Menschen wiederaufbauen können, die so viele Jahre unter Kontrolle von ISIS und Ğabhatu_n-Nuṣra gestanden sind, deren Geist verschmutzt wurde durch Aufoktroyierung dieser Ideologie, dieser, wie ich sagte, wie ich sie nannte haßerfüllten wahhâbitischen Ideologie. Sie sahen den Tod, das Gemetzel, und manche Kinder töteten gar mit ihren Händen unschuldige Menschen. Wie können wir solche Gemüter wieder in Ordnung bringen, ihre Seelen wieder gesund machen? Das ist unsere große Sorge nach der Krise.

Journalist: Danke, vielen Dank.

Präsident Dr. al-Assad: Ich danke Ihnen.                    

[Farbliche Hhg. jeweils blogseits]

[Farbliche Hhg. jeweils blogseits]

Beispiele dieser gefährlichen Verbildung von Kindern und Jugendlichen im Irak schon mehrfach bekannt geworden. Vgl. „Kinder des Kalifats“ und „Löwenjungen des Kalifats“, das IS-Waisenhaus oder Jihadi John bzw. Jane.

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Statement von Präsident Dr. al-Assad gegenüber französischen Medien
vom 9.1.2017, http://sana.sy/en/?p=97969

Präsident Dr. al-Assad am 9.1.2017, Photo: SANA

Präsident Dr. al-Assad am 9.1.2017, Photo: SANA

Frage 1: Gerade erst haben Sie eine Delegation französischer Parlamentarier empfangen. Denken Sie, daß dieser Besuch einen Einfluß auf die französische Position gegenüber Syrien haben wird?

Präsident Dr. al-Assad: Das ist eine [typisch] französische Frage. Wir hoffen, daß jede Delegation, die hierher kommt, die Wahrheit über das, was sich in den letzten Jahre seit Beginn des Kriegs vor sechs Jahren in Syrien abgespielt hat, sehen will. Das Problem nun, insbesondere hinsichtlich Frankreichs ist, daß  es keine Botschaft [in Syrien] und damit keinerlei Beziehungen zu Syrien unterhält. Es ist wie …, ja wie ein blinder Staat. Wie kann man eine Politik bezüglich einer gewissen Region machen, ohne sie sehen zu können, da man blind ist. Man muß sehen können. Die Bedeutung solcher Delegationen besteht darin, daß sie als Augen ihrer Staaten fungieren;  doch das hängt vom [betreffenden] Staat ab: will er [so] sehen [können] oder weiterhin die straußenähnliche Politik beibehalten. Sie [wohl: die leitenden Politiker solcher Staaten] wollen nicht die Wahrheit sprechen, da sich derzeit alles in der Welt bzgl. Syrien auf jeder Ebene im Wandel befindet, auf lokaler, regionaler und internationaler [Ebene]. Bis zu diesem Moment hat die französische Administration ihre Position nicht geändert, sie behält die alte Redeweise bei, die mit der Realität [vor Ort] nichts zu tun hat. Daher nähren wir die Hoffnung, daß es im Staat jemanden gibt, der diesen Delegationen [besser: Delegierten] und den Fakten zuhören will. Dabei spreche ich nicht über meine Meinung, sondern über die Realität in Syrien. Also, wir hoffen.

Frage 2: Herr Präsident, sie sagten, Aleppo sei ein bedeutsamer Sieg für Syrien gewesen und ein bedeutender Wendepunkt in der Krise. Was fühlen Sie beim Anblick der hunderten von Bürgern, die im Bombenhagel getötet worden  sind, und angesichts der Verheerung der Stadt?

Präsident Dr. al-Assad: Natürlich ist es schmerzlich für uns als Syrer, jeden Teil unseres Landes zerstört zu sehen oder das Blutvergießen überall, das ist absolut klar (self-evident). Es ist der emotionale Teil. Aber als Präsident  und Amtsträger ist die die Syrer angehende Frage: was werde ich tun. Es geht nicht nur um das Gefühl, jenes ist ganz klar, wie schon gesagt. [Es geht darum:] wie wir unsere Städte wiederaufbauen.

Frage 3: War aber die Bombardierung von Ost-Aleppo die einzige Lösung, die Stadt zurückzubekommen – mit so vielen getöteten Bürgern, Ihren Landsleuten?

Präsident Dr. al-Assad: Es kommt darauf an, welche Art Krieg man sucht. Denken Sie an einen leisen Krieg ohne Zerstörung? Noch niemals in der Geschichte habe ich von einem guten Krieg gehört, jeder Krieg ist schlimm. Warum schlimm? Weil jeder Krieg mit Zerstörung einhergeht und mit Töten – deshalb ist jeder Krieg schlecht. Man kann nicht sagen „das ist ein guter Krieg“, sogar wenn er einen guten, einen noblen Grund hat wie das eigenen Land zu verteidigen. Trotzdem ist er übel. Daher ist Krieg keine Lösung, wenn es noch eine andere gibt. Doch die Frage ist nun: wie kann man die Bürger in jenen Regionen von den Terroristen befreien? Wäre es besser, es sein zu lassen, die Bürger unter deren Kontrolle, unter deren Unterdrückung leiden zu lassen, wo Terroristen über ihr Schicksal bestimmen,  ihnen den Kopf abschlagen, sie töten, wo es alles bloß keinen Staat gibt? Wäre das die Rolle des Staates, zuzuschauen und abzuwarten? Man muß sie befreien und das hat manchmal seinen Preis. Aber am Ende sind die Bürger von den Terroristen befreit. Das ist nun die Frage: sind sie befreit oder nicht? Falls ja, dann ist das das Vorgehen, was wir einzuschlagen haben.

Frage 4: Herr Präsident, am 30. Dezember wurde eine Waffenruhevereinbarung unterzeichnet. Warum kämpft dann die syrische Armee weiterhin nahe Damaskus in der Region von Wâdî Baradâ?

Präsident Dr. al-Assad: Zunächst einmal: die Waffenruhe betrifft verschiedene Parteien. Wenn Sie also sagen, es besteht [nur dann] eine tragfähige Waffenruhe, wenn jede Partei mit dem Kämpfen und Schießen aufhört, [dann] ist das in vielen Regionen Syriens nicht der Fall, wie das russische Überwachungszentrum hierzu berichtet hat. Verstöße gegen die Waffenruhe gibt es täglich, inklusive in Damaskus; doch in Damaskus hauptsächlich, weil die Terroristen die Haupttrinkwasserquelle von Damaskus besetzt halten, wo derzeit seit der letzten drei Wochen mehr als fünf Millionen Menschen vom Wasser abgeschnitten leben; die Rolle der Armee besteht somit darin, jene Region zu befreien, um die Terroristen daran zu hindern, die Wasserquelle dazu zu benutzen, die Hauptstadt auszudursten. Das ist der Grund.

Frage 5: Herr Präsident, der IS nicht Teil der Waffenruhevereinbarung?

Präsident Dr. al-Assad: Nein [ist er nicht].

Journalist: Planen Sie, ar-Raqqa wiedereinzunehmen und wann?

Präsident Dr. al-Assad: Lassen Sie mich erst den zweiten Teil der ersten Frage beantworten: die Waffenruhevereinbarung betrifft nicht den IS und Ğabhatu_n-Nuṣra, und das Gebiet, in dem wir seit kürzlich kämpfen, um es zu befreien, betrifft das Gebiet der Wasserressourcen der Hauptstadt Damaskus; es ist besetzt von Ğabhatu_n-NuṣraĞabhatu_n-Nuṣra hat ganz formell erklärt, daß es das Areal besetzt hält. Demnach ist es nicht Teil der Waffenruhevereinbarung.
Hinsichtlich ar-Raqqa ist es selbstverständlich unsere Mission – entsprechend der Verfassung und den Gesetzen – jeden Zentimeter des syrischen Landes zu befreien. Das steht außer Frage und nicht zur Debatte. Doch es geht um das Wann bei unseren Prioritäten; das [hier] ist eine militärische Angelegenheit, die der militärischen Planung, der militärischen Prioritäten. Doch national gesehen gibt es keine Priorität, denn jeder Zentimeter Syriens sollte sich im Einflußbereich der Regierung befinden.

Frage 6: Ende des Monats werden bedeutsame Gespräche in Astana stattfinden, einschließlich etlicher syrischer Parteien und inklusive einiger, lassen sie uns sagen, oppositioneller Gruppen. In wie fern sind Sie bereit, mit denen direkt zu verhandeln, und in wie fern sind Sie bereit, zu verhandeln, um dem Frieden zurück nach Syrien bringen zu helfen.

Präsident Dr. al-Assad: Selbstverständlich sind wir bereit dazu und haben [in der Vergangenheit] bekanntgegeben, daß unsere Delegation bereit ist, an der Konferenz teilzunehmen, wann sie die Zeit für jene Konferenz definieren … festlegen. Wir sind bereit alles zu verhandeln. Wenn Sie über Verhandlung bzgl. des Endes des Konflikts in Syrien oder Gespräche über die Zukunft von Syrien ansprechen, ist alles vollkommen offen; da gibt es keine Grenze für Verhandlungen. Doch wer wird von der anderen Seite hingehen?  Das wissen wir bis jetzt nicht. Wird es die echte syrische Opposition sein – wenn ich sage „echte“, meine ich eine in Syrien gewachsene, keine saudische, französische oder britische – es sollte die syrische Opposition sein, um syrische Belange zu diskutieren. Demnach wird die Tragfähigkeit oder lassen Sie uns sagen, der Erfolg jener Konferenz von diesem Punkt abhängen.

Frage 7: Sind Sie sogar bereit, über ihre Position als Präsident zu diskutieren? Das ist bestritten worden.

Präsident Dr. al-Assad: Nun, meine Position hängt jedoch mit der Verfassung zusammen und die ist sehr deutlich hinsichtlich die Mechanismen, welche jemand zum Präsidenten machen oder wie man einen Präsidenten los wird. Wenn sie also diesen Punkt diskutieren wollen, müssen sie über die Verfassung diskutieren. Die Verfassung aber steht nicht zur Verfügung der Regierung oder des Präsidenten oder der Opposition; sie sollte unter Verfügungsgewalt der syrischen Bevölkerung stehen. Demnach bräuchte es ein Referendum für eine jegliche Verfassung. Das ist ein Punkt, der natürlich bei jenem Treffen besprochen werden könnte. Doch können sie nicht sagen „wir brauchen diesen Präsidenten“ oder „wir brauchen jenen Präsidenten nicht“, eben weil das Präsidentenamt Sache der Wahlurne ist. Wenn sie ihn nicht brauchen, laßt uns zur Wahlurne schreiten! Die syrische Bevölkerung sollte einen Präsidenten wählen, nicht [nur] ein Teil davon.

Frage 8: Und was wird bei diesen Verhandlungen das Schicksal der Rebellenkämpfer sein?

Präsident Dr. al-Assad: Seit der letzten drei Jahre hindurch biete die Regierung – und zwar weil wir grundsätzlich Frieden in Syrien anstreben – Amnestie für jeden militanten an, der seien Waffen abgibt. Das hat Erfolg gehabt. Diese Option wird es weiterhin für die geben, die in ihr normales Leben zurückkehren wollen. Es ist das Maximum des Anbietbaren: Amnestie.

Frage 9: Herr Präsident, wie Sie wissen werden in Frankreich Präsidentschaftswahlen stattfinden. Haben sie einen Favoriten oder bevorzugen sie einen der Kandidaten?

Präsident Dr. al-Assad: Nein, wir haben keinerlei Kontakt zu irgendeinem von denen und wir können wenig auf die Statements und Rhetorik während der Wahlkampagne zählen. Daher sagen wir immer: laßt uns abwarten und sehen, wie sich die Politik erweist, nachdem sie auf ihren Posten sind. Dennoch haben wir immer die Hoffnung, daß die nächste Administration oder Regierung oder der nächste Präsident, daß sie sich also um die Realität kümmern wollen, um sich von der Politik abzunabeln (disconnect), welche sich abseits (disconnected) der Realität abgespielt hat. Das ist unsere Hoffnung; [so] können sie im Interesse der französischen Bevölkerung arbeiten, weil die Frage nach sechs Jahren ist: fühlen sie sich als französischer Bürger sicherer? Ich denke nicht, die Antwort ist: ja.

Frage 10: Aber ein Kandidat, Francois Fillon, vertritt nicht dieselbe Position wie die offizielle; er will den Dialog mit Syrien wiederbeleben. Erwarten Sie, daß seine Wahl, sollte es dazu kommen, die Position Frankreichs gegenüber Syrien ändern könnte?

Präsident Dr. al-Assad: Seine Rhetorik bzgl. der Terroristen, oder lassen sie mich sagen: zur Priorität der Bekämpfung der Terroristen und der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten, sind willkommen, doch müssen wir vorsichtig sein, da wir in dieser Region während der letzten Jahre gelernt haben, daß viele Amtsträger das Eine sagen und das Andere tun. Damit möchte ich nicht sagen, daß Herr Fillon das tue. Ich hoffe das nicht. Doch wir müssen abwarten und sehen, denn es besteht kein Kontakt. Doch sollte das, was er sagte, auch umgesetzt werden, wäre das sehr gut.

Frage 11: Schätzen Sie Francois Fillon als Politiker?

Präsident Dr. al-Assad: Mit ihm habe ich keinerlei Kontakt oder Kooperation. Demnach hätte nichts, was ich jetzt sagte, irgendeine Glaubwürdigkeit, um ganz offen zu sein.

Frage 12: Haben Sie eine Botschaft für Frankreich?

Präsident Dr. al-Assad: Ich denke, wenn ich eine solche an die Politiker richten wollte, würde ich etwas Selbstverständliches sagen: sie sollten im Interesse der syrischen [logisch wohl eher: französischen] Bürger handeln, nicht gegen sie wie in den vergangenen sechs Jahren, denn die französischen politischen Entscheidungen  [dieser Jahre] verletzten die französischen Interessen. Den Franzosen würde ich sagen: die Mainstream-Medien haben versagt [a.V.: berichteten falsch] wie die meisten im Westen. Die [besser: ihre] Darstellung ist durch die Realität entlarvt worden; sie haben alternative Medien zur Verfügung, um die Wahrheit zu erfahren. Die Wahrheit ist das Hauptopfer der Ereignisse in Nah-Ost einschließlich Syriens. Jeden Bürger in Frankreich würde ich auffordern, nach der Realität zu suchen, nach echter Information mittels alternativer Medien. Wenn sie nach dieser Information suchen, können sie effektiver mit ihrer Regierung umgehen oder zumindest einigen Politikern nicht erlauben, ihre Politik auf Lügen auszubauen. Das, so denken wir, ist das Wichtigste während der letzten sechs Jahre.

Frage 13: Herr Präsident, Ihr Vater war lebenslang Präsident von Syrien. Denken Sie daran, eines Tages nicht mehr Präsident zu sein?

Präsident Dr. al-Assad: Natürlich. Das hängt von zwei Dingen ab: das erste ist der Wille der syrischen Bevölkerung; wollen sie jene Person als Präsident oder nicht. Wenn ich Präsident sein wollte, während die syrische Bevölkerung mich nicht wollte, auch wenn ich die Wahlen gewänne, hätte ich keinen starken Rückhalt und könnte nichts bewirken, schon gar nicht in einer komplizierten Region wie in Syrien. Sie können nicht nur gewählter Präsident sein, das funktioniert nicht, Sie brauchen die Unterstützung der Bevölkerung. Ohne sie können sie keinen Erfolg haben. Dann hat es keine Bedeutung, Präsident zu sein. Das zweite ist: wenn ich Präsident werden möchte, kann ich mich nominieren; das aber hängt wieder vom ersten Faktor ab: wenn ich merke, daß die Syrer mich nicht haben wollten, werde ich das freilich nicht tun. Es geht also hauptsächlich nicht um mich, sondern um die Syrer: wollen sie mich oder nicht. Das ist meine Sicht der Sache.

Frage 14: Letzte Frage: Donald Trump ist designierter Präsident der USA und im Amt in weniger als zwei Wochen. Er hat ganz klar gesagt, er wolle die Beziehungen zu Rußland verbessern, das einer Ihrer Hauptverbündeten …

Präsident Dr. al-Assad: Ja, genau.

Journalist: Ziehen Sie es in Betracht … erwarten Sie, daß dies die Position der USA gegenüber Syrien ändern wird.

Präsident Dr. al-Assad: Nun, wenn man darüber realistisch sprechen will – das syrische Problem existiert ja nicht isoliert, ist nicht nur ein innersyrisches – der tatsächlich größte Teil oder besser gesagt, der Hauptteil des Syrienkonflikts ist regional und international [basiert]. Der einfachste Teil davon ist innersyrisch. Der regionale und internationale Teil hängt hauptsächlich von der Beziehung zwischen den USA und Rußland ab. Was er gestern abend verkündete war sehr verheißungsvoll; wenn es da eine ehrliche Annäherung oder Initiative hin zur Verbesserung der Beziehung zwischen den USA und Rußland gibt, hätte das Auswirkung auf jedes Problem in der Welt, einschließlich Syriens. Daher würde ich sagen: ja, wir denken, das ist positiv für den Syrienkonflikt.

Journalist: Was ist [daran] positiv?

Präsident Dr. al-Assad: Ich meine die Beziehung, die Verbesserung der Beziehung zwischen den USA und Rußland werde sich positiv auf den Syrienkonflikt auswirken.

Journalist: Ich danke Ihnen vielmals.

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Stellungnahme von Präsident Dr. al-Assad’s gegenüber Il Giornale
http://sana.sy/en/?p=97317 vom 30.12.2016

Stellungnahme gegenüber Il Giornale, Photo: SANA

Stellungnahme gegenüber Il Giornale, Photo: SANA

Frage 1: Viele Syrer sind wegen des Kriegs nach Europa gekommen. Nach der Befreiung Aleppos scheint es so, als würde der Krieg enden. Was würden Sie gerne den Leuten sagen, die ihre Heimat verlassen haben?       

Präsident Dr. al-Assad: Wenn sie mich nach deren Wünschen fragen, würde ich Ihnen als Syrer antworten,  dessen Landmänner jene sind, daß sie in ihre Heimat zurücklehren wollen, weil jeder zurück in seine Heimat will, doch brauchen jene zwei Dinge: Stabilität, Sicherheit und zur gleichen Zeit brauchen sie die notwendigen Basisgüter für ihren Lebensunterhalt, die viele aufgrund des Kriegs verloren haben. In dem Fall brauche ich nicht herzugehen und die Menschen einzuladen, zurück nach Syrien zu kommen, weil das ihr Land ist, sie brauchen keine Einladung zur Rückkehr. Doch was ich in dem Fall den europäischen Amtsträgern sagen möchte, die dieses Problem in unserem Land durch direkte oder indirekte Terroristenunterstützung geschaffen  haben –  und sie haben diese Flut an Syrern nach Europa verschuldet, während sie gleichzeitig sagten: wir unterstützen sie von einer humanitären Sicht der Dinge aus – ist: Sie brauchen keine Unterstützung in Ihrem Land, sie brauchen sie in unserem Land.  Sie brauchen ein Ende der Terroristenunterstützung, ein Ende des Embargos, das viele Syrer nach Europa drängte, das und der Terrorismus. Wegen des Embargos haben sie keine Lebensgrundlage mehr in diesem ihrem Land.

Frage 2: Manche politischen Analysten denken, das „Nein“ Syriens zu den geplanten Pipeline-Routen von Qaṭar  sei möglicherweise der Grund für den Kriegsbeginn 2011. Wie wichtig war dieses Ihr „Nein“ gegenüber Qaṭar  zu Beginn des Kriegs.

Präsident Dr. al-Assad: Es ist einer der wichtigen Faktoren, doch wurde uns die Sache nicht offiziell angetragen. Aber ich denke, da gab es eine Planung. Zwei Routen sollten Syrien kreuzen, eine in Nord-Süd-Richtung, welche von Ihnen bzgl. Qaṭar erwähnt wurde, und die andere in Ost-West-Richtung zum Mittelmeer durch den Irak vom Iran her. Zu jener Zeit waren wir dabei, die eine in Ost-West-Richtung zu bauen, und ich denke, viele Länder, die gegen die Politik Syriens eingestellt waren, wollten nicht, daß Syrien ein Knotenpunkt hinsichtlich der Energie wird, sei es elektrische Energie oder auf Öl basierende, oder selbst nur ein Knotenpunkt in verkehrstechnischer Hinsicht durch Eisenbahnen u.s.w. Demnach ist das einer der Faktoren. Doch diejenige in Nord-Süd-Richtung, die Qaṭar betrifft, ist uns nicht offiziell vorgeschlagen worden.

Frage 3: Terrorismus ist eine globale Bedrohung. Letze Woche wurde Deutschland durch den IS angegriffen. Hilft die syriesche Regirung Europa bei der Terrorismusbekämpfung? Und wenn ja, wie?

Präsident Dr. al-Assad: Es ist einfach und evident, wenn ich sage, ich kann Ihnen helfen, wenn sie sich selbst helfen wollen, wenn sie das nicht wollen, wie kann ich ihnen dann helfen? Das Problem mit Europa ist, daß sie sich nicht selbst helfen wollen. Sie arbeiten – dabei meine ich die Amtsträger und die Regierungen – gegen die eigenen Interessen, gegen die Interessen ihrer jeweiligen Bevölkerung. Sie sind dabei, Terroristen zu unterstützen. Wie kann ich ihnen helfen, wenn sie in ihrer eigenen Region Terroristen unterstützen, um terroristische Attacken in Europa zu stoppen? Das kann ich nicht.  Wenn Sie keine gute Politik machen bevor der Geheimdienst aktiv wird, können Sie keine Resultate erzielen, weder durch den Geheimdienst noch durch das Militär oder auf einem anderen Weg. Die Politik ist der Schirm. Doch die Politik in Europa ist auf die Unterstützung jener Terroristen ausgerichtet. Wenn sie [d.i. die europäischen Regierungen] ihre Politik ändern, sind wir bereit, ihnen zu helfen.

Frage 4: Die letzte Frage, Herr Assad. Christen haben viel im Krieg zu leiden gehabt. Welche Rolle könnten sie bei der Hilfe für Syrien heute spielen?

Präsident Dr. al-Assad: Wenn Sie auf Syrien schauen, nicht heute, nicht während der letzten paar Jahre, sondern während der letzten Jahrhunderte, dann war es immer mannigfaltig (diverse); es ist ein Schmelztiegel verschiedener Religionen, Sekten und Ethnien.  Wir besitzen ein weites Spektrum an Mannigfaltigkeit. Ohne diese wäre es abgesehen vom Namen und der politischen Grenzen nicht Syrien. Dabei spreche ich von Syrien als Gesellschaft, so wie sie vor dem Krieg war. Denn druch diesen Krieg bedingt gab es viele demographische Verschiebungen, wegen der Fluchtbewegungen innerhalb der Grenzen und über sie hinaus. Mein Eindruck ist, und ich bin zuversichtlich in dieser Hinsicht, daß nach dem Krieg die Mehrheit der Syrer nach Syrien zurückkehren will. Damit ist Syrien sazusagen auf dem Weg, falls sie das Wort gebrauchen wollen, seiner Natur gemäß wiedergeboren zu werden, denn es ist nicht verschwunden, das zum Ersten.  Zum Zweiten hat dieser Krieg viele Syrer zusammengebracht. Sie lernten die Lektionen, so viele Lektionen, etwa, daß es, wenn wir einander nicht akzeptieren und respektieren in jeder Hinsicht des Wortes, keine geeinte Gesellschaft geben kann. Ohne diese geeinte Gesellschaft kann Syrien nicht wiedergeboren werden. Auch jenseits des Gedankens an die Wiedergeburt Syriens kann ich heutzutage fühlen, daß die soziale Gesellschaft, wenn es keinen Terrorismus gäbe, die viel stärker wird als sie vor dem Krieg gewesen ist, aufgrund der Lektionen, die wir gelernt haben.

Journalist: Danke, Herr Assad.

Präsident Dr. al-Assad: Danke Ihnen.

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Stellungnahme von Präsident Dr. al-Assad’s gegenüber dem italienischen TV-Kanal TG5
http://sana.sy/en/?p=97309, 29.12.2016

Stellungnahme gegenüber TG5, Photo: SANA

Stellungnahme gegenüber TG5, Photo: SANA

Frage 1: Präsident al-Assad, vor einigen Tagen übernahm die syrische Armee, unterstützt durch russische Streitkräfte die Kontrolle über  fast ganz Aleppo. Wir können sagen, der Krieg sei damit nahezu vorüber?

Präsident Dr. al-Assad: Nein, noch nicht. Man kann nicht darüber reden, der Krieg sei vorüber bis Syrien nicht nicht die Terroristen losgeworden ist. Und jene Terroristen haben leider nach wie vor die offizielle Unterstützung vieler Länder einschließlich der Türkei, Qaṭars, Saudi-Arabiens und vieler westlicher Staaten. Das hat sich nicht geändert. Diese Art Unterstützung wird den Krieg weiter hinziehen. Doch der Sieg über die Terroristen in Aleppo ist ein wichtiger Schritt dem Ende des Kriegs entgegen. Ohne jene Unterstützung der Terroristen von außerhalb wäre es nicht schwer, die Terroristen überall in Syrien loszuwerden. Dann könne wir über das Ende des Kriegs sprechen.          

Frage 2: Aber was könne sie sagen über die enorme Zahl an Opfern unter den Bürgern , das ist schließlich ein großes Problem.

Präsident Dr. al-Assad: In Syrien generell?

Journalist: Ja, genau.

Präsident Dr. al-Assad: Freilich ist das ein großes Problem;  viel wichtiger als die [Zerstörung von] Infrastruktur und Gebäude sind die Menschen, die getötet worden sind, die Familien, die ihre Lieben, ihre Kinder, Söhne, Brüder, Schwestern, Mütter usw. verloren. Das ist das Leiden, die Pein, die sie ihr Leben lang verfolgen wird. Doch am Ende ist der einzige Weg für jedermann, das Problem in Syrien zu lösen, dem jeweils anderen zu vergeben. Meiner Meinung nach ist es unser Empfinden, daß dies auf allgemeiner Ebene der Hauptorientierungspunkt ist.

Frage 3: Und die Rolle des IS hier in Syrien … Sie schlagen den IS, denn wir in Europa haben ebenfalls ein Problem mit dem IS, Sie wissen das, die Berlin-Attacke. Was könne wir mit dem IS anstellen?

Präsident Dr. al-Assad: Als Europäer?

Journalist: Als Europäer und …

Präsident Dr. al-Assad: Ja. Das Problem liegt nicht nur beim IS. Der IS ist das Produkt, ein Produkt des Extremismus. Wenn Sie über den IS sprechen, können sie gleich auch über Ğabhatu_n-Nuṣra reden und viele andere unterschiedliche Organisationen mit derselben Mentalität und derselben düsteren Ideologie. Das Kernproblem dieser Organisationen ist vor allem die Ideologie, die wahhâbitische Ideologie. Wenn Sie sich damit nicht in Europa, unserer Region wie in der gesamten Welt befassen, könne wir uns nicht mit dem Extremismus und seinem Produkt, dem Terrorismus befassen, wo auch immer in der Welt. Ich meine in jener Hinsicht: wenn man sich nicht mit der Ideologie auseinandersetzt, befaßt man sich nur temporär mit dem Problem. Wenn man sich jedoch permanent mit dem Sachverhalt Terrorismus befaßt, muß man  sich um das tragende Gerüst des Terrorismus kümmern, die wahhâbitische Ideologie. Das zum Ersten. Doch gegenwärtig gibt es ein weiteres Traggerüst des Problems: das ist die westliche Unterstützung für jene Terroristen, möglichweise nicht für den IS im allgemeinen, doch geben sie denen andere Bezeichnungen wie „moderate“, „Weißhelme“ (white helmets); all diese – manchmal –  humanitären und moderaten Benennungen verleihen ihnen nur die Tarnung, um so ihre politischen Ziele zu erreichen. Demnach ist deren Priorität- dabei spreche ich über die europäischen Regierungen! –  als ihre Priorität nicht die Bekämpfung des Terrorismus; deren Priorität ist, solche Spielfiguren [eigentlich: cards] zu benutzen, um Regierungen zu stürzen, Präsidenten loszuwerden u.s.w. Mit solche einer politischen Vorgehensweise kann man keinen  Terrorismus auf der Welt bekämpfen. Das ist der Grund, wie sie sehen,  warum in den letzten paar Jahren nichts gegen den Terrorismus in Europa geschehen ist. Die Terroristen sind immer noch frei bei ihren Attacken, die Situation hat sich nicht geändert, weil sich die westlichen Amtsträger nicht ernsthaft mit dem Problem [des Terrorismus] befassen.

Frage 4: Und die letzte Frage: Denken Sie, daß die Wahl von Donald Trump bzgl. der Rolle der USA in dieser Sache etwas ändern könnte?

Präsident Dr. al-Assad: Sagen wir einmal, wir sind mit Vorsicht optimistischer, weil wir nicht wissen, wie die Politik aussehen wird, die er hinsichtlich unserer Region generell dann umsetzen wird. Wir kann er mit den verschiedenen Lobbys in den USA fertigwerden, die gegen irgendeine Lösung in Syrien und gute Beziehungen zu Rußland sind. Doch könnten wir vielleicht etwas optimistischer hinsichtlich der Beziehung zwischen den USA und  Rußland sein, nicht zwischen dem Westen und Rußland, da Europa auf der politischen Landkarte nicht existiert; daher spreche ich nur von den USA. Wenn es eine gute Beziehung zwischen diesen beiden Großmächten gäbe, würde der Großteil der Welt einschließlich so kleiner Länder wie Syrien davon profitieren. Diesbezüglich könnte es dann zu einer Lösung in Syrien kommen. Zur selben Zeit sagte er – Herr Trump während seiner Wahlkampagne –  seine Priorität sei die Terrorismusbekämpfung. Wir glauben ja, daß dies der Beginn der Lösung ist, sofern er umsetzen kann, was er verkündet hat.

Journalist: Okay, danke!

Präsident Dr. al-Assad: Ich danke Ihnen.

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Präsidenteninterview mit Russia Today, ausgestrahlt am 14.12.2016 (http://sana.sy/en/?p=96185)

Präsident Dr. al-Assad mit Maria Finoshina, Photo: SANA

Präsident Dr. al-Assad mit Maria Finoschina, Photo: SANA

Journalistin (Maria Finoschina): Herr Präsident, vielen Dank dafür, daß sie in das Gespräch mit uns eingewilligt haben.

Präsident Dr. al-Assad: Sie sind hoch willkommen in Damaskus.

Frage 1: Wir beginnen mit Aleppo, natürlich. Aleppo erlebt derzeit die härtesten Kämpfe seit der Krieg vor nahezu sechs Jahren hier in Syrien begonnen hat, doch die westlichen Politiker und westlichen Medien sind bei weitem negativ gegenüber dem Voranschreiten Ihrer Armee eingestellt. Warum, glauben Sie, ist das so? Halten die das für ihre eigene Niederlage?

Präsident Dr. al-Assad: Nachdem sie in tatsächlich in Damaskus gescheitert sind, da sich die gesamte Darstellung während der ersten drei Jahre um die „Befreiung von Damaskus vom Staat“ drehte. Als sie [dort] scheiterten, zogen sie nach Ḥomṣ, als sie dort scheiterten, weiter nach Aleppo; während der letzten drei Jahre konzentrierten sie sich auf Aleppo; für sie ist das die letzte stärkste Karte, die sie auf dem syrischen Schlachtfeld haben ausspielen können.  Natürlich haben sie noch Terroristen in verschiedenen Gebieten Syriens stehen, doch ist es etwas anderes, als von Aleppo als der zweitgrößten Stadt zu sprechen mit ihrer politischen, militärischen und sogar moralischen Bedeutung, wenn deren Terroristen besiegt werden. Demnach ist für die der Sieg über die Terroristen gleich dem Sieg über deren Erfüllungsgehilfen, um es frei heraus zu sagen. Das sind ihre Erfüllungsgehilfen; für sie ist der Sieg über diese Terroristen wie der Sieg über die Länder, die jene kontrollieren, egal ob es sich um regionale oder westliche Staaten wie die USA, vor allem die USA, und Frankreich mit Großbritannien handelt.

Frage 2: Also denken Sie, die sehen es als ihr eigenes Versagen an, richtig?

Präsident Dr. al-Assad: Genau, das hatte ich gemeint. Der Sieg über die Terroristen ist der Sieg über sie, weil diese deren wirkliche Armee auf dem Boden darstellen. Sie mischten sich nicht ein oder intervenierten direkt in Syrien; sie intervenierten mittels dieser Erfüllungsgehilfen. So haben wir das zu sehen, wenn wir realistisch sein wollen, ungeachtet deren Statements freilich.

Frage 3: Palmyra [Tadmur]  ist nun eine weitere unruhevolle Region, und es ist nun eingenommen von ISIS bzw. ISIL, doch hören wir Diesbezüglich kaum Verurteilungen. Hat das denselben Grund?

Präsident Dr. al-Assad: Exakt, weil sie von der Regierung eingenommen worden ist, sind sie besorgt um das [Welt-]erbe. Wenn wir Aleppo von den Terroristen befreit haben, werden sie – damit meine ich die westlichen Amtsträger und die Mainstream-Medien – besorgt um die Bürger sein. Darüber waren sie nicht besorgt, als das Gegenteil geschah, als die Terroristen die Bürger töteten oder Palmyra angriffen und das Welterbe, nicht nur das syrische, zu zerstören begannen. Sie haben ganz Recht:  wenn Sie auf  die zeitliche Planung des ISIS-Angriffs schauen,  so ist er verbunden mit dem Geschehen in Aleppo. Es ist die Antwort auf das Geschehen in Aleppo gewesen, auf das Vorrücken der SAA; sie wollten damit sozusagen den Sieg in Aleppo untergraben und gleichzeitig die SAA von Aleppo wegbekommen, um sie nach Palmyra zu dirigieren, um dort das [IS-]Vorrücken zu stoppen – doch das funktionierte freilich nicht.

Frage 4: Wir haben ebenso Meldungen vernommen, daß die Belagerung von Palmyra nicht nur mit der Schlacht um Aleppo in Verbindung steht, sondern auch mit dem Geschehen im Irak; es gibt auch Meldungen, wonach die USA-geführte Koalition, die aus mindestens 70 Ländern besteht, den ISIL-Kämpfern erlaubte, Mossul im Irak zu verlassen und daß das ISIL  hier in Syrien stärkte. Denken Sie nicht, daß es sich zugetragen haben könnte?

Präsident Dr. al-Assad: Das könnte sein. Doch da geht es nur um das Händewaschen der US-Politiker in Unschuld für den Angriff, als sie sagen: „selbstverständlich griff die irakische Armee nur Mossuls wegen diese Stadt an und ISIS verließ Mosul in Richtung Syrien.“ Das ist nicht der Fall. Warum? Weil sie [der IS] mit unterschiedlichem und riesigem Aufkommen an Kämpfern und Waffen kamen, die ISIS vor diesem Angriff nicht zur Verfügung stand. Zudem griffen sie in breiter Front von dutzenden Kilometern an, die Armeen gut anstünde. ISIS konnte dies nur mit Unterstützung von Staaten realisieren, von Staaten, nicht von einem Staat. Sie rückten an mit unterschiedlichen Maschinengewehren, Kanonen, Artillerie, alles unterschiedlich. Also konnte dies, als sie in diese Wüste kamen, nur geschehen unter der Kontrolle der US-Allianz, die sie [den IS] angeblich in ar-Raqqa, Mossul und Dair az.-Zaur  bekämpfte. Doch das geschah nicht. Sie [die US-geführte Koalition] drückten bzgl. der IS-Aktion entweder ein Auge zu und bzw. oder  – und das ist, was ich glaube – sie drängten sie gen Palmyra. Also geht es nicht um Mossul. In diese Falle dürfen wir nicht tappen. Es geht um ar-Raqqa und Dair az-Zaur.  Sie [die IS-Kämpfer] sind sehr nahe, nur wenige hundert Kilometer entfernt; sie können unter der Kontrolle der US-Satelliten, der US-Drohnen und der US-Unterstützung vorrücken.

Frage 4: Wie stark ist ISIS heute?

Präsident Dr. al-Assad: So stark wie deren Unterstützung seitens des Westens und der regionalen Mächte. Isoliert gesehen, sind sie nicht stark, ISIS isoliert gesehen ist nicht stark, weil ihm der natürliche soziale Inkubator fehlt.  Ohne diesen können Terroristen nicht stark genug sein. Doch die tatsächliche Unterstützung, die sie genießen in finanzieller Art, durch die Ölfelderausbeutung und durch die Deckung aus der Luft durch die US-Alliierten, sind sie stark genug. Demnach sie sie genau so stark wie ihre Unterstützer oder Kontrolleure sind.

Frage 6: Aus Aleppo war zu vernehmen, daß Sie diesen Terroristen erlaubten, frei das Schlachtfeld zu verlassen. Warum taten Sie das? Es ist doch klar, daß die – ich sag mal – nach Idlib zurückkehren und sich für weitere Attacken vorbereiten können. Dann greifen jene möglicherweise Aleppo an.

Präsident Dr. al-Assad: Genau, genau, das ist richtig und hat sich die letzten paar Jahre so abgespielt. Doch es gibt immer Dinge, die man gewinnt und verliert. Wenn aber der Gewinn höher als der Verlust ausfällt,  dann müssen sie dementsprechend handeln.  In dem Fall ist unsere Priorität, das Gebiet vor der Zerstörung im Krieg zu bewahren und die Bürger die dort leben, zu schützen, indem wir solchen Bürgern die Chance zum Entweichen durch die Korridore bieten, damit sie von jenen Arealen in die unter Kontrolle der Regierung stehenden gelangen können wie jenen Terroristen die Chance zu geben, ihre Meinung zu ändern und sich der Regierung anzuschließen und in ihr normales Leben zurückzukehren per Amnestie.  Tun sie das nicht, können sie mit ihren Waffen abziehen inklusive der Schattenseite, die Sie erwähnten; aber das ist nicht unsere Priorität. Denn wenn man sie [Terroristen] außerhalb der Stadt bekämpft, kommt es zu weniger Zerstörung und zivilen Opfern. Deshalb beschreiten wir diesen Weg.

Frage 7: Ich bemerke, Sie nennen jene Terroristen, behandeln sie jedoch gleichzeitig wie menschliche Wesen; sie sagen ihnen: „Ihr habt die Chance, in euer normales Leben zurückzukehren“.

Präsident Dr. al-Assad: Genau! Es sind Terroristen, weil sie Maschinengewehre tragen, töten, zerstören, sich wie Vandalen aufführen u.s.w.; das ist ganz selbstverständlich überall auf der Welt, daß man solche als Terroristen bezeichnet. Doch zur selben Zeit sind es menschliche Wesen, die sich dem Terrorismus verschrieben haben. Sie hätten sich anders entscheiden können. doch sie haben sich a